Kitabı oku: «CHAOSMAGIE - Praktische Arbeiten im Chaos und im Kosmos»
Frater Lysir
CHAOSMAGIE - Praktische Arbeiten im Chaos und im Kosmos
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Chaosmagie
Prolog
Chaotisches und geordnetes Chaos
Chaosmagie versus chaotische Magie
Die theoretische Praxis des Chaosmagiers
Chaos der Entitäten, Wesen und Kreaturen
Ethik, Moral, Glaube und Chaos
Die Trance in der Chaosmagie
Chaotische Ideen, Sigillen- und Glyphenmagie
Revolutionen, Erfindungen und Geistesblitze
Einführung und Weiterführung zur praktischen Chaosmagie!
Praxis der Chaosmagie – eine Übersicht
Ritual der schelmischen Chaoten und Widersacher!
Schwarz: Todesmagie
Blau: Geldmagie
Rot: Kriegsmagie / Magie des Angriffs und der Verteidigung
Gelb: Egomagie / Seinsmagie
Grün: Liebesmagie / Emotionsmagie
Orange: Mentalmagie
Violett oder Silber: Sexualmagie
Oktarin: Reine Magie
Epilog
Quellenangabe
Impressum neobooks
Chaosmagie
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Chaosmagie
Praktische Arbeiten im Chaos und im Kosmos
Lysir
08.04.2021 – 21.06.2021
Allgemeiner Hinweis: In diesem Buch KÖNNEN auch andere „Schrifttypen“ existieren. Primär sind dies die freien Schriften „DEEnoch“ und „Bwhebb“ verwendet. Aber auch griechische Schriftfonts existieren hier! Wenn man also „doppelte“, „einzelne“ oder „unsinnige lateinische Buchstabenkombinationen findet, wird es sich um henochische bzw. hebräische Buchstaben handeln. Es können aber auch Ogham-Schriftzeichen oder Malachim-Symbole sein, die durch eigene Fonds erschaffen und auch ins Dokument integriert wurden. Doch nicht ALLE READER können ALLE Schriften darstellen. DAS IST EINFACH SO! Wenn es sich um essenzielle Bereiche handelt, wurden die Schriftblöcke als GRAFIKEN dargestellt, sodass man sie dennoch lesen kann.
Impressum
Copyright: © 2021 LYSIR
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Ich rufe die Kr ä fte des Chaos, die Nicht- Existenz der ersten Manifestation in den Sph ä ren der Zerst ö rung – Das Gel ä chter des Abgrunds ü ber die Gnadenlosigkeit der Wahrheit!

Ursprung aller Sch ö pfung, im Niedergang des Seins, der sich aus den gesprengten Ketten der Nicht-Existenz erhebt, lasse meine Stimme, unber ü hrt von Raum und Zeit, zu dir dringen!
Ich rufe den Herrscher der verschleierten, unerkannten Sph ä re, jenseits des eisig- flammenden Abgrunds!
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Chaosmagie! Durch die wahre Gnosis, die wahre Erkenntnis, die man in seinem Inneren, in seinem Selbst, findet, hat man in der Chaosmagie ein Werkzeug, welches sich perfekt mit der eigenen Transzendenz kombinieren und nutzen lässt. Durch die Loslösung von Paradigmen, von Dogmen, von starren Regeln und von Bevormundungen, ist die Chaosmagie eine Chance, die eigene, magische Individualität vollkommen zu entfalten und diese auch zu leben. Natürlich benötigt man hier auch ein entsprechendes Wissen, innere Weisheit, verschiedene Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen magischen Techniken und Arbeiten, denn die Chaosmagie ist KEIN leichter Weg! Man benötigt eine echte Selbsterkenntnis, aufrechte Disziplin und natürlich eine große Experimentierfreudigkeit. Hierdurch wird man die Möglichkeit haben, all die verschiedenen magischen Ideen, Techniken, Handhabungen und Wege zu kombinieren, sodass man für sich ein perfektes und absolut individuelles magisches Werkzeug kreiert. Mit der Hilfe der Chaosmagie kann man seine eigenen Horizonte erweitern und transformieren, da man förmlich in eine mutagene magische Praxis springen wird, die keine Grenzen besitzt – außer die Grenzen, die man sich selbst setzt. Hierbei wird man auf viele Ideen stoßen, Ideen, die aus anderen Magiearten stammen, Ideen, die sich durch andere theoretische und praktische Arbeiten gebildet haben. Doch auch dies sind nur Ideen, die man anwenden kann , wenn man dies selbst vermag. Je größer der praktische Fundus der eigenen Magie ist, je höher der Erfahrungsschatz, in Bezug auf das eigene Wissen, auf die eigene Weisheit und auf die eigene Gnosis, desto effektiver wird man mit der Chaosmagie arbeiten können. Die Chaosmagie ist eben kein einfaches Gebiet, wo man ohne Fachwissen hineinstolpern sollte. Die Chaosmagie lebt und existiert durch die wissende, weise und erkenntnisorientierte Individualität des magischen Menschen, der sich selbst kennt, weiß, wer und was man ist, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen und wie man die mannigfachen und gigantischen Arbeitsmittel und Instrumente der Magie einsetzen kann, um seine eigene, individuelle und unendliche Chaosmagie zu generieren und anzuwenden!
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Inhaltsverzeichnis
Titel------------------------------Seite
Prolog------------------------------8-16
Chaotisches und geordnetes Chaos---------------17-30
Chaosmagie versus chaotische Magie---------------31-87
Die theoretische Praxis des Chaosmagiers------------88-97
---Chaotische Sichtweisen und Meinungen------------92-97
Chaos der Entitäten, Wesen und Kreaturen------------98-115
Ethik, Moral, Glaube und Chaos------------------116-128
Die Trance in der Chaosmagie------------------129-134
Chaotische Ideen, Sigillen- und Glyphenmagie---------135-168
---Externe Wesen, Psychogone, Servitoren, Egregoren ---und eigene Kräfte---------------------151-157
---Sprengglyphen - Kreative Schöpfung und Verwendung ---157-168
Revolutionen, Erfindungen und Geistesblitze---------169-187
Einführung und Weiterführung zur praktischen Chaosmagie!---------------------188-214
Praxis der Chaosmagie – eine Übersicht------------215-229
---Die Kreation von eigenen chaosmagischen Ritualen ------225-229
Ritual der schelmischen Chaoten und Widersacher!------230-253
---Einleitung des Rituals und ---Energetisierung des Chaosmagiers---------------232-237
---Hauptteil des Rituals – die Invokationen------------238-248
------Invokation von Baphomet ---------------238-239
------Invokation von Seth------------------240-241
------Invokation von Papa Legba---------------242-245
------Invokation von Merkur/Hermes------------246-248
---Verabschiedung, Reinigung und Bannung---------249-253
Schwarz: Todesmagie------------------------254-267
---Einleitung und Definition der Wirkstätte------------255-260
---Hauptteil der Todesmagie ------------------261-264
---Verabschiedung, Reinigung und Bannung---------264-267
Blau: Geldmagie------------------------268-285
---Energetisierung und Öffnung des Rituals------------270-274
---Hauptteil der Geldmagie ------------------275-279
---Verabschiedung, Reinigung und Bannung---------280-285
Rot: Kriegsmagie / Magie des Angriffs & der Verteidigung---286-301
---Schutz und Einleitung des Rituals---------------287-290
---Hauptteil der Kriegsmagie------------------291-297
---Verabschiedung, Reinigung und Bannung---------297-301
Gelb: Egomagie / Seinsmagie------------------302-323
---Energetisierung des Körpers und Öffnung ---des magischen Kreises---------------------303-311
---Hauptteil der Egomagie/Seinsmagie------------312-320
---Schließung des heiligen Arbeitsraumes ---und Verabschiedung der Energien---------------321-323
Grün: Liebesmagie / Emotionsmagie---------------324-338
---Reinigung und Energetisierung des magischen Ortes------325-328
---Hauptritual der Liebesmagie/Emotionsmagie---------328-334
---Verabschiedung, Bannung und Beendigung des Rituals---335-338
Orange: Mentalmagie------------------------339-357
---Selbstenergetisierung und ---Definition des magischen Raumes---------------344-348
---Hauptteil der Mentalmagie------------------349-352
---Klärung, Bannung und Aufhebung des Rituals---------353-357
Violett oder Silber: Sexualmagie------------------358-378
---Öffnung und persönliche Energetisierung ---------360-364
---Hauptteil der Sexualmagie------------------365-372
---Entlassung, Bannung und Schließung------------372-378
Oktarin: Reine Magie------------------------379-397
---Selbstenergetisierung und Beginn via Oktagrammritual---382-385
---Hauptteil der „reinen Magie“---------------386-392
---Bannung und Schließung------------------392-397
Epilog ------------------------------398
Quellenangabe---------------------------402-404
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Prolog
Chaosmagie! In der magischen, esoterischen, okkulten und spirituellen Szene ist immer wieder die Rede von DER Chaosmagie! Doch was ist die Chaosmagie? Ist es ein planloses Anwenden von allen erdenklichen Magiearten, sodass diese bunt zusammengewürfelt werden, in der Hoffnung, dass man ein Ergebnis erzielt, oder ist es ein gezieltes Anwenden des eigenen Wissens, der eigenen Weisheit und der eigenen Gnosis, der eigenen, wahren Erkenntnis, sodass man eben aus dem gigantischen Fundus der gesamten Magie genau die Dinge herauspicken kann, die für die eigene, magische Evolution, für die eigene Transzendenz, für die eigene Revolution essenziell und notwendig sind? Nun, wenn man hier wirklich alle erdenklichen Magiearten bunt zusammengewürfelt hat, und sich darauf verlässt, dass man zufällig die richtigen Bestandteile erwischt, befindet man sich wohl eher in einer chaotischen Magie, und ist weit weg von der wahren Chaosmagie. Doch im Grunde kann man DIE Chaosmagie nicht beschreiben, da es auf der einen Seite niemals DIE Chaosmagie geben kann, und auf der anderen Seite jede Anwendung, im chaosmagischen Bereich, DIE Chaosmagie, DIE eigene Chaosmagie, ist. So ist die Chaosmagie absolute Individualität, das Anwenden des eigenen Wissens, der eigenen Weisheit und der eigenen Gnosis, sodass man in seinem Inneren die wahre Erkenntnis besitzt, generiert und anwendet, um seinen magischen Weg der Selbstevolution zu beschreiten. So kann man kurz und knapp sagen, jeder Mensch vermag die Chaosmagie zu verwenden, wenn dieser sich selbst erkannt hat, selbst verstanden hat, weiß wo seine Stärken und seine Schwächen liegen, versteht, welche magischen Themengebiete beherrscht werden, wo es Lücken gibt, wo Unwissen existiert und wie man sich selbst in den Zustand der Gnosis bringen kann. Zwar gibt es immer wieder Ideen, Postulate und Aussagen, die sich darauf beziehen, dass man für die Chaosmagie nichts wissen muss, dass man sich einfach von seiner Intuition leiten lassen muss, doch wird man dann nicht in den Bereich der Magie gehen, sondern maximal in dem Bereich einer Dramaturgie, sodass man ein schönes Schauspiel aufführt, hier sicherlich psychologische Wirkungen aufbauen kann, aber keine magischen Effekte. Und genau hier werden sich auch viele Geister scheiden, viele Geister werden krakeelen, wie ich es mich wagen kann, zu behaupten, dass man für die Chaosmagie Wissen, Weisheit und Gnosis benötigt.
Nun, auf der einen Seite zeigt die Erfahrung sehr deutlich, egal, was man sagt, es wird immer Menschen geben die es besser wissen wollen, und dann, in der magischen Praxis, im Leben und im Großen Werk versagen. Gleichzeitig gibt es Menschen, die einfach nur Widerstand aufbringen wollen, um Ideen zu torpedieren, die nicht mit den eigenen Paradigmen Hand in Hand laufen. Daher ist es eigentlich ein Garant dafür, dass die Chaosmagie geistige Rebellionen auslöst, Menschen vor den Kopf stößt und hier Faksimiles und Illusionen zerbrechen lässt. Chaosmagie ist nichts anderes als DIE Magie, denn die Chaosmagie sagt eigentlich nur aus, dass man seinen eigenen Weg planen, erkennen, beschreiten, vollenden und neu ausrichten muss. Nicht mehr, nicht weniger. Die Chaosmagie ist DIE magische Individualität, was bedeutet, dass man sich an keinerlei Paradigmen, Regeln, Doktrinen oder Dogmen halten muss. Ganz im Gegenteil! Mit der Hilfe der Chaosmagie kann man jegliche Art der Magie kombinieren, anwenden, verändern, revolutionieren und umstrukturieren. Doch ist es wirklich in diesem Kontext die Chaosmagie? Nein! Definitiv nicht! Es ist das eigene Wissen, die eigene Weisheit, die eigene Gnosis, der eigene Wille zur Veränderung, zur Rebellion und zur Transformation. Wenn man so will, ist die Chaosmagie eigentlich nur eine Vokabel, die beschreibt, dass man selbst sich so weit verändert, erkannt, evolutioniert und transformiert hat, dass man auf die Schablonen, Muster, Programmierungen, Dogmen, Doktrinen, Lehren, Klischees, Matrizen und unumstößlichen Vorgaben einfach verzichten kann, da man für sich erkannt hat, WAS die Magie ist, WIE sie funktioniert, WIE man sie selbst anwenden, umsetzen und einsetzen kann, WO die gemeinsamen Nenner in den unendlich vielen Magiearten existieren, WIE man diese gemeinsamen Nenner kombinieren kann, sodass man seine EIGENEN magischen Werkzeuge, seine eigenen magischen Paradigmen und seine eigenen Energien fokussiert, willentlich und gezielt einsetzen kann, um seine eigenen Ziele zu erreichen. Dies alles wird nicht einfach! Natürlich kann ich die Chaosmagie auch als Anfänger ausführen. Doch worauf soll der Anfänger aufbauen? Wenn hier keine Erfahrungen, kein Wissen, keine Weisheit und keine innere, praktisch ausgelotete und vollzogene Erkenntnis existieren, was soll das Fundament dieses magischen Anfängers sein? Der Glaube, dass in einigen Büchern steht, dass die Chaosmagie die Freiheit bedeutet und dass sich kein Mensch anpassen muss? Nun, der Glaube wird einem nichts bringen, jedoch das Wissen!
Denn selbstverständlich ist es so, dass die Chaosmagie wirklich die Freiheit bedeutet, und selbstverständlich ist es vollkommen korrekt, dass kein Mensch sich anpassen muss, da die Magie, und somit auch die Chaosmagie, die absolute Individualität bedingt, voraussetzt, unterstützt und erfordert. In der Chaosmagie geht es um Effektivität, in der Chaosmagie geht es darum, eigenes Wissen und eigene Weisheit so einzusetzen, dass man seinen eigenen perfekten Weg eruieren, verstehen, umsetzen, beschreiten und auch vollenden kann. In diesem Kontext ist das Ziel die eigene Freiheit, sodass man für sich ein eigenes, unbeschreibliches magisches System entwickelt, welches die eigene Individualität bedingt, forciert, einsetzt und benötigt, da nur die eigene Individualität DIE Magie, die Chaosmagie, beleben wird. In der Chaosmagie gilt stets, dass alles möglich ist, dass alles erlaubt ist, dass alles miteinander kombiniert werden kann und dass alle Wege offenstehen. Doch wenn man als magischer Mensch über keinen Erfahrungsschatz verfügt, über keinerlei Erkenntnisse in den verschiedenen Arten der Magie, über kein Fachwissen, über keine Kombinationsgabe, wie ich die einzelnen magischen Bereiche, die einzelnen Paradigmen, kombinieren und anwenden kann, wie will ich dann hier einen gangbaren, effektiven und individuellen Weg kreieren? Genau deswegen ist es wichtig, dass man auch in die anderen Bereiche der Magie hineingeht, um seine Erfahrungen zusammen. Erfahrungen kann man nicht lernen, Erfahrungen muss man machen! Und die Chaosmagie benötigt eigene Erfahrungen, denn hierdurch wird man Weisheit generieren, welche man dann mit dem eigenen Wissen kombinieren kann, sodass man in seinem Inneren eine Erkenntnis, eine Gnosis, entwickelt, die dann als Energielieferant, als Wegweiser, als Garant der Individualität und als Möglichkeit der Evolution verstanden wird.
So findet man in diesem Buch viele praktische Arbeiten, die aus gigantisch vielen Bereichen der Magie stammen. Doch all die praktischen Arbeiten sind hier nur als Ideen, Vorschläge, Einfälle, Meinungen, Entwürfe, Auffassungen, Vorschläge, Empfehlungen, Angebote, Anregungen, Ratschläge, Tipps und Ermunterungen zu sehen! Die Rituale müssen so verstanden werden, dass jeglicher Bestandteil, jeglicher Satz, jegliches Wort, jegliche Silbe und jeglicher Buchstabe immer nur eine Möglichkeit, eine KANN-Option darstellen.
Jegliche praktische Arbeit ist nur eine KANN-Variante, auch wenn die möglichen Anweisungen so formuliert sind, dass sie ausgeführt werden sollen. Jedes „SOLL“ ist im Bereich der Chaosmagie maximal ein „KANN“! Dies ist unendlich wichtig zu begreifen, zu behalten und anzuwenden. Wenn man dies vergessen sollte, wird man sich von der Chaosmagie entfernen, und man wird in diesem Buch nur verschiedene magische Bruchstücke, Fragmente, Reste, Brocken und Kleinigkeiten finden, die in dieser Kombination zwar verwendet werden können, aber keine echte Erkenntnis generieren. Es wäre ein stupides „Ablesen“ eines Ritualtextes, ohne dass dieser mit Leben, Willen, Wissen, Weisheit und Gnosis gefüllt werden würde. Nein, dies wäre ein Weg, der gigantisch weit weg von der Chaosmagie führt.
Genau deswegen ist dieses Buch kein einfaches Buch! Genau deswegen ist dieses Buch im Grunde nicht geplant gewesen, denn eigentlich sollte es als ein Fragment der Reihe „Magisches Kompendium“ existieren. Doch wie so oft in der Chaosmagie, wie so oft im Kosmos, wie so oft in den eigenen Entwicklungsschritten verselbstständigen sich Projekte. Eine solche Verselbstständigung findet man direkt hier, in gedruckter Form, in diesem Buch. Durch die Verschiedenartigkeit der Rituale, durch die Dynamik der Chaosmagie, durch die verschiedenen Beschäftigungen wuchs das Buch und sprengte den Rahmen, so wie das Chaos eben ordentliche Dinge sprengen muss. Doch was bedeutet dies jetzt im Endeffekt für dieses Werk? Nun, es bedeutet, dass dieses Buch nicht für Anfänger ist, denn es ist für ein vollständiges Verständnis notwendig, dass man auf vielen Gebieten seine eigenen Erfahrungen gemacht hat. Die verschiedenen Arten und Wirkweisen der Magie, sollte man schon einmal kennengelernt haben, im Idealfall sollte man diese Arten und Wirkweisen aber auch verinnerlicht haben, sodass man hier bereits viele praktische Arbeiten ausgeführt hat, um für sich selbst zu verstehen, was die Magie ist, welche Bereiche es hier gibt, wie man diese Bereiche praktisch miteinander kombinieren kann, sodass man seine eigenen Erfahrungen machen konnte, machen durfte, machen musste, um dann letztlich die verschiedenen Bereiche der Magie frei und ohne Zwang zu kombinieren. Denn genau das wird man hier finden. In den praktischen Arbeiten werden immens viele Fragmente aus den verschiedenen Ritualen, aus verschiedenen magischen Paradigmen, aus verschiedenen magischen Ideen auftauchen!
Und auch wenn die Chaosmagie auf keine Paradigmen aufbauen will, existieren diese. Man wird viele Bereiche aus der Hermetik finden, aus der Angelistik, aus der henochischen Magie, aus der kabbalistischen Magie, aus dem Schamanismus, aus dem Voodoo, aus den Bereichen der Elementmagie, dann natürlich auch die Sigillenmagie, die klassische Kerzenmagie, die Planetenmagie und vor allen Dingen die Energiearbeit! All diese verschiedenen Ideen, Paradigmen, Schablonen und Muster werden hier eine Verwendung finden, sodass auch hier die verschiedenen Haupt- und Nebenchakren thematisiert werden, wie auch die einzelnen Energiekörper des Menschen. Ein thematisieren ist aber definitiv kein haarkleines erklären! Ganz im Gegenteil, denn man wird hier auf Paradigmen stoßen, die man auf der einen Seite in den östlichen Traditionen findet, die man auf der anderen Seite aber auch in der breiten westlichen Magie finden wird, da sich hier auch Einzug gehalten haben. Man wird hier zwar Hinweise und auch Vermerke zu meinen anderen Büchern finden, die sich dann mit den einzelnen Gebieten befassen, doch keine ausufernden Erklärungen. Man kann diese Hinweise annehmen oder verwerfen. Letztlich wird es immer so sein, dass man hier Ideen präsentiert bekommt, die man sicherlich anwenden kann, doch definitiv nicht anwenden muss. Ob man nun die Begriffe „Chakren“, „Energiekörper“, „magische Waffen“, „Glyphen“, „Sigillen“ etc. verwenden will, oder nicht, bleibt letztlich dem chaosmagischen Menschen überlassen. Alles ist erlaubt! Alles ist möglich! Jeder Mensch bestimmt seine Grenzen, sein Limit, seine Möglichkeiten, seine Arbeitsweisen und seinen Erfolg, wie auch seinen Misserfolg, seinen Untergang, seine Vernichtung und seine absolute Zerstörung - denn auch dies bedingt die Chaosmagie. Es gibt letztendlich hier keine Regeln, nur die, die man selbst kreiert. Es gibt hier keine Sicherungen, keine Hinweise, keine Schutzbarrieren, außer die, die man selbst kreiert. Und genau dies ist die Chaosmagie! Man ist für sich selbst verantwortlich, für seine eigenen Arbeiten, für seine eigenen Ergebnisse, egal, ob diese positiv oder negativ sind. Zwar gilt dies auch für alle anderen Arten der Magie, doch wird hier gerne der Deckmantel von Schablonen, Regeln, Doktrinen, Meinungen, Dogmen und Postulaten verwendet, sodass doch eine Schuldzuweisung existieren kann, wenn irgendetwas nicht funktioniert. Das wichtigste in allen magischen Bereichen ist stets der Protagonist!
Es ist egal, ob man chaosmagisch arbeitet, ob man schamanisch arbeitet, kabbalistisch, hermetisch, satanisch, ob man mit Psychogonen, Egregoren, Servitoren, Elementalen, Göttern, Göttinnen, Genien, Dschinns, Erzengel, Daimons, Spirits, Krafttieren, den eigenen Ahnen, irgendwelchen Geistern, Gespenstern, stellaren Entitäten oder sonstigen, eigenständigen Wesen agiert. Man ist selbst für seine Taten verantwortlich, man selbst bestimmt sein Ziel, und man selbst bestimmt, wie man sein Ziel erreichen will. So könnte man die Chaosmagie auch als kreative Lebensmagie deklarieren, was bedeutet, dass man sich selbst ein Ziel setzt, sagen wir ein ganz profanes Ziel, ein perfektes Essen, und man jetzt, vollkommen autark, dieses Ziel umsetzen will. Es wird schwierig, wenn ich nicht weiß, was für mich das „perfekte Essen“ ist, es wird schwierig, wenn ich nicht weiß, was ich essen kann, wie ich diese Nahrung zubereiten kann, wo ich diese Nahrung zubereiten kann, welche Hilfsmittel es gibt und wie ich diese Hilfsmittel nutze. Wenn ich also wirklich mir ein Essen kochen will, jedoch keinen Plan habe, wo ich eine Küche finde, was es in einer Küche alles gibt, was Töpfe sind, was ein Herd ist, ein Backofen, eine Mikrowelle etc., was es bedeutet, etwas zu kochen, etwas zu braten, etwas zu blanchieren, etwas zu backen etc., werde ich arge Probleme bekommen. Und genau dies gilt auch für die Chaosmagie. Gut, einige Menschen finden sich in der Magie, genauso wie in einer Küche, schneller zurecht, als andere. Und hier greift auch wieder die Intuition. So ist die Chaosmagie auch untrennbar mit der eigenen, wahren Intuition verknüpft, wobei man statt Intuition auch Erkenntnis sagen kann, also Gnosis, da sich diese Gnosis aus Logik und Intuition zusammensetzt. Man benötigt in der Chaosmagie beides. Man benötigt eine echte Logik und eine innere Intuition. Wenn man diese beiden Punkte kombinieren kann, besitzt man ein essenzielles Werkzeug der Chaosmagie.
Doch was ist Gnosis? Gut, es bedeutet Erkenntnis, doch wo kommt das Wort her? Welche Ideen gibt es in der Chaosmagie? Wer hat ein ich die Chaosmagie erfunden? Ist der Begriff uralt oder relativ neu?
All diese Fragen werden in diesem Buch beantwortet, sodass man hier auch in die Anfänge, in die ursprünglichen Ideen der Chaosmagie eintauchen kann, sodass man hier auch die verschiedenen Symbole, Einfälle, Entwürfe, Pläne und Meinungen erhält, die in den verschiedenen Epochen der Chaosmagie entstanden sind, wobei die Vokabel „Epoche“ nicht zur Verwirrung führen soll, da die Ursprünge der Chaosmagie knapp 100 Jahre in der Vergangenheit liegen. Gleichzeitig ist die Chaosmagie aber schon immer vorhanden gewesen, da die Magie die Individualität bedingt, und die Chaosmagie DIE individuelle Magie schlechthin ist. So wird man hier in ein Gebiet geführt, welches ein „chaotisches und geordnetes Chaos“ aufzeigt, sodass man letztlich auch die „Chaosmagie“ mit einer „chaotischen Magie“ vergleichen kann. Doch natürlich geht es hier auch um chaotische Sichtweisen und Meinungen, genauso wie um spezifische Entitäten, Wesen und Kreaturen, die gerne mit der Chaosmagie verknüpft werden, obwohl die Chaosmagie hier Wertevorstellungen hat, die auf der einen Seite eigentlich spezifische Zusammenarbeiten mit gewissen Entitäten ablehnen, da hier die Meinung existierte, dass alles im eigenen Inneren erschaffen und kreiert wird, und die äußeren, archetypischen Thematiken, ausschließlich im Inneren behandelt werden können. Da die Chaosmagie prädestiniert ist für revolutionäre Ideen, welche sich dann auch wieder auf Sigillen- und Glyphenmagie beziehen, gibt es hier natürlich auch ein eigenes Kapitel. Doch durch „Revolutionen, Erfindungen und Geistesblitze“ wird man auch wieder die Möglichkeit erhalten, Stück für Stück die Theorie und die Praxis der Chaosmagie zu kombinieren. Gerade die Praxis der Chaosmagie ist auf der einen Seite unbeschreiblich, auf der anderen Seite jedoch auch unendlich, denn da die Individualität des magischen Menschen unendlich ist, wird man hier Myriaden an Möglichkeiten vorfinden. Wenn es dann in die direkte Praxis der Chaosmagie geht, erneut sei hier angemerkt, dass sämtliche Rituale als eine Anregung, als eine KANN-Aktion/Option verstanden werden müssen, wird man feststellen, dass es hier Ideen gibt, die auch in der klassischen Belletristik, speziell in der Fantasyliteratur existieren, und sich auf die „Farben der Magie“ beziehen, und zwar im wortwörtlichen Kontext.
Wenn es um die „Magie der Farben“ geht, dann laufen bei vielen Menschen natürlich die großen Klassiker ab, sodass man hier eben von der „weißen Magie“, von der „schwarzen Magie“ und vielleicht auch noch von der „roten Magie“ spricht.
Hierbei sind meistens feste Kategorien thematisiert, sodass alles, was irgendwie einen positiven Effekt hat, eine Heilung impliziert, eine Befreiung, eine Harmonisierung, eine Kreation etc., mit dem Begriff der „weißen Magie“ versehen. Im Gegensatz dazu steht dann natürlich die „schwarze Magie“, sodass hier alle negativen Handlungen tituliert sind, jegliche Art der Schadensmagie, verschiedene Formen von Angriffsmagie, aber auch die Todesmagie, die Nekromantie, und irgendwie alles, was ein destruktives Ziel besitzt. Deutlich seltener wird von der „roten Magie“ gesprochen, da hier meistens die klassische Blutmagie tituliert ist, da Blut nun einmal rot ist. Tja, Farben der Magie! Es sind eher religiöse Vorstellungen, die sich primär im Mittelalter ergeben haben, sodass hier die weiße Magie christliche Magie war und die schwarze Magie die satanische Magie. Dieses einfache und stupides Schwarz-Weiß-Denken sollte man eigentlich ablegen, gerade dann, wenn man mit der Chaosmagie arbeitet. Nun, und wenn es dann um die Blutmagie geht, um die rote Magie, dann hat man hier wirklich Glück, dass das blutrot ist, nicht wahr?! Und in der Chaosmagie gibt es auch solche Farbzuordnungen? Ja, die gibt es, doch diese besitzen eine andere Idee, eine andere Herkunft, eine andere Umsetzung und es gibt ja auch noch viel mehr Farben! Daher wird man in diesem Werk verschiedene Rituale finden, die sich auf die einzelnen „Farben der Magie“, es sind insgesamt acht an der Zahl, beziehen. So wird man hier eine gigantische Fülle erhalten, wodurch man ein riesiges Spektrum an praktischen, magischen Ritualen abdecken kann, sodass man hier mannigfache Ziele für sich definieren und auch erreichen kann.
Doch es gibt hier ein kleines Problem, denn da die Chaosmagie absolut individuell ist, kann es im Grunde in diesem Werk keine Rituale geben. Dies liegt daran, dass durch die absolute Individualität der Chaosmagie schlichtweg jedes Ritual nur eine Momentaufnahme der Person ist, die das Ritual erstellt hat. Schon ein paar Tage später, ein paar Erkenntnissprünge weiter, ist das aktuelle Ritual veraltet, überholt, hinfällig und kann im Idealfall erweitert werden. Hinzu kommt der Umstand, dass die jeweiligen Rituale auf die Ziele zugeschnitten sind, die der magische Kreator definiert hat, sodass diese Rituale sich eben auf individuelle Ziele beziehen, auch wenn sie eine gewisse Universalität besitzen können.
Doch dadurch, dass die Rituale stets auf den Erfinder zugeschnitten sein werden, werden sich die Rituale auch immer auf die energetischen Fähigkeiten des Erschaffenden beziehen, auf das Wissen, auf die Weisheit, auf die Möglichkeiten, wie man sich selbst in den Zustand der Gnosis versetzen kann, um hierdurch verschiedene Blickwinkel zu verwenden, um die eigenen Ziele zu verifizieren, zu eruieren und dann natürlich auch zu erreichen! Warum sollte man sonst Magie machen!? Ein praktisches Buch der Chaosmagie müsste eigentlich so aussehen, dass es hier eine einzige Seite gibt, auf der in ein paar Zeilen einfach nur die Tipps stehen, dass der magisch interessierte Leser, oder natürlich auch der Chaosmagier, sich einfach in einen gnostischen Zustand bringen muss, um dann den eigenen wahren Willen zu leben, sodass hierdurch alle Zielpunkte, die für die aktuelle Inkarnation wichtig sind, erkannt werden, wodurch man mit der Hilfe seines Wissens, seiner Weisheit und seiner Gnosis (seiner Erkenntnis) eigene, vollkommen autarke Rituale „mal eben“ kreiert, diese dann in Angriff nimmt, die Rituale ausführt und umsetzt, sodass letztlich dann auch die gesetzten Ziele voll und ganz erreicht werden. Mehr ist es nicht! Das wäre auch schon das ganze Buch! Ein Ritual mit entsprechenden Schablonen und Regelungen würde hier eigentlich kontraproduktiv sein, selbst, wenn die Rituale als Ideen, Vorschläge, Entwürfe, Anregungen und Angebote konzipiert sind, wird es immer noch Menschen geben, die dies übersehen, vergessen, ignorieren, und sich dann darüber wundern, wo denn die Individualität bleibt. In Bezug auf die Chaosmagie wäre es dann natürlich noch schlimmer, wenn man hier eine geführte Meditation, bzw. eine geführte Astralreise anbieten würde, sodass hier noch engere Parameter, klare Strukturen und Muster und echte Schablonen vorgegeben werden, aus denen man eben nicht ohne weiteres ausbrechen kann. Gut, Meditationen oder auch Astralreisen wird man in diesem Werk definitiv nicht finden. Doch es wird Rituale geben! Auch wenn es im Bereich der Chaosmagie eigentlich sinnfrei ist, da ich ja hier nur „meine Rituale“ wiedergeben kann. Insgesamt wird man hier neun Rituale finden, acht von diesen Ritualen beziehen sich auf die verschiedenen „Farben der Magie“ und ein Ritual sich auf die „Chaotisch ein Wesen, Entitäten und Götter“ von verschiedenen Kulturen beziehen. Alles in allem wird es nicht langweilig!
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Chaotisches und geordnetes Chaos
„Benenne das Chaos und es ordnet sich“ – so ein Ausspruch aus einem Channeling, welches mit einem Prinzip geführt wurde, was Chaos kennt – Choronzon. Doch, was ist Chaos? Außerdem, auch wenn der Satz „Benenne das Chaos und es ordnet sich“ metaphorisch zu verstehen ist, löst er dennoch ein paar innere Fragen aus? Stimmt es, dass Chaos immer etwas Ungeordnetes ist, oder ist im Chaos eine Ordnung, die der Mensch einfach nicht (oder noch nicht) erkennen kann? Vielleicht ist das Chaos auch eine Ordnung, die jedoch so komplex ist, dass erneut das menschliche Denk- und Auffassungsvermögen scheitert? Fragen über Fragen! Nun, wenn man hier eine nüchterne Erklärung sucht, findet man für das Chaos die Erläuterung, dass es ein Durcheinander ist, eine ungeordnete Masse, ein anarchistisches, gesetzloses, unregelmäßiges, unbeständiges, wirres, unterschiedsloses, vermengtes, regelloses Ding! Es ist ein Ding, welches offensichtlich eine Kluft, einen Abgrund erschafft. Nun, da das Prinzip Choronzon auch immer mit Daath, der All-Wissenheit und dem Abyss, dem Abgrund, assoziiert wird, erhält der Satz „Benenne das Chaos und es ordnet sich“ schon wieder einen anderen Blickwinkel! Schon fast chaotisch! Aber auch nur „fast“, denn der Begriff „Chaos“ muss in vielen Zusammenhängen und Blickwinkeln verstanden werden. Da jedoch Zusammenhänge meist eine kausale bzw. logische Sammlung bilden, ist hier Chaos und Ordnung schon wieder irgendwie vereint. Ordnung, Kosmos, Chaos! Im Leben, im Dasein, in der Existenz und im Sein geht es letztlich immer darum, dass irgendwelche Systeme agieren, Systeme, die meist irgendwelchen Gesetzen folgen, die – im Idealfall – deterministisch sind. Ja, der Idealfall! Doch wie oft existiert dieser? Es ist ja schön, wenn der Determinismus, wortwörtlich das Festlegen, das Begrenzen, das Grenzen setzen, besagt, dass alles eine Ordnung hat und dass alle zukünftigen, und letztlich auch denkbaren Ergebnisse, auf Bedingungen beruhen, die einer eindeutigen, unumstößlichen Bedingung entsprechen. Alles ist planbar, alles ist erklärbar, alles ist berechenbar, alles ist erkennbar und alles ist logisch. Alles?
Nun, irgendwie nicht, denn die Antithese des Determinismus, also der Indeterminismus, sagt doch deutlich, dass es eben immer Ereignisse, Besonderheiten, Phänomene und Umstände gibt, die man als „Einmaligkeiten“ deuten kann und die eben KEINE eindeutigen Vorbedingungen produzieren, erlauben, festlegen oder auch erschaffen. Es gibt immer indeterminierte, also unbestimmte Möglichkeiten. So reagieren deterministische Systeme / Bedingungen / Gesetze nicht förderlich, wenn der Determinismus durch einen Indeterminismus gekreuzt wird, sodass hier zufällige und unvorhersehbare Dinge, Episoden, Umstände oder auch Phänomene erscheinen. Aber ist es wirklich zufällig oder ist der Zufall hier ein ZU-Fall, sodass etwas gelenkt wird, was aber außerhalb der eigenen Wahrnehmung und der eigenen Definitionsmacht steht? Wenn etwas unvorhersehbar ist, dann ist die Frage nach dem „Warum?“ doch gestattet, oder? Warum kann man etwas nicht vorhersehen? Vielleicht weil natürliche, kosmische oder auch ordentliche Systeme sehr empfindlich auf Änderungen reagieren? Vielleicht sogar schwächlich? Ist die Schwäche eines Systems der Grund von Chaos? Wenn ja, muss das Chaos je gigantisch sein, oder? Gut, wenn es um etwas Unvorhersehbares geht, dann heißt das erst einmal, dass hier ein Beobachter offensichtlich nicht die Fähigkeiten hat, die Gesamtheit zu erkennen, zu verstehen, zu überblicken oder zu begreifen. Dies kennt man eigentlich aus dem Alltag, denn gern wird das Wetter als „chaotisch“ beschrieben, obwohl das Wetter auf Naturgesetzen basiert, auf Gesetzen der Ordnung. Dennoch wird hier gern der Begriff des Chaos verwendet. Doch vielleicht ist das Wetter empfindlich! Ja, vielleicht! Doch, wogegen ist es denn empfindlich? Taten? Gedanken? Handlungen? Kann ich selbst das Wetter beeinflussen, in dem ich mich einfach auf „Sonnenschein“ oder auf „Regen“ konzentriere? Nun, die Praxis zeigt hier eigentlich, dass es so nicht funktioniert, denn wenn es regnet und ich „Sonnenschein“ denke, hört es (meist) nicht auf zu regnen, gerade dann nicht, wenn das Regenradar zeigt, dass ich im Zentrum einer riesigen Regenwolke bin. Doch vielleicht löst mein Gedanke ja eine Energie aus, die „energetische Dominosteine“ zum Fallen bringt, sodass eben doch der Regen aufhört, nur nicht sofort, sondern erst nach einiger Zeit, da viel Masse bewegt werden muss! Chaos! Ein Umstand, der Verwirrung, Unordnung und Konfusion IST und bedingt!
Wie empfindlich ist die Welt, das Leben, der Kosmos, das Sein? Reichen hier Gedanken aus? Im magischen Kontext ist die Antwort: „JA!“ Im profanen Alltag wird es meist ein „NEIN!“ sein, da hier die Komplexität des Chaos nicht überblickt werden kann. Dies gilt auch für die Magie, die man mit seinem Tagesbewusstsein erkennt, definiert und erkundet. Doch der Mensch besteht aus viel mehr, als nur seinem „Tagesbewusstsein!“ Echt? Ja! Ein bisschen mehr ist da schon, was Hirnforscher und Psychologen gerne mit einem Vergleich beschreiben. Hierbei ist die Zusammenfassung von Tages- und Unterbewusstsein in etwa 44.444 km lang. Das ist ZU-fällig etwas mehr als der Umfang der Erde (40.004 bis 40.076 km; also ca. 40040 km im Durchschnitt). Wie lang wäre jetzt das Tagesbewusstsein? Etwa die Hälfte? So ca. 22.222 km – weil es ja alles magische Zahlen, Schnapszahlen sind? Nun, knapp daneben! Wenn das menschliche Vermögen aus Tagesbewusstsein und Unterbewusstsein fiktiv einfach 44.444 km lang wäre, dann wäre der Anteil des Tagesbewusstseins ca. 22,222 cm lang. Zentimeter! Nicht Kilometer! Nein, das ist kein Tippfehler! Es wären NUR Zentimeter, definitiv keine Kilometer! Prozentual gesehen wäre dann von dieser Strecke das Tagesbewusstsein ganze 0,0000005 %, während das Unterbewusstsein 99,9999995 % umfassen würde. Natürlich ist dies nur eine Analogie, doch es zeigt hier sehr deutlich, dass das Tagesbewusstsein nicht wirklich umfassend, groß oder auch ausgedehnt ist. Nein, das Unterbewusstsein ist deutlich größer. Man sieht also, dass hier eine gigantische Kluft existiert, eine Leere, eine „gähnende Leere“ und dies führt uns auch zu dem wortwörtlichen Begriff des „Chaos“. Die Vokabel „Chaos“ stammt aus dem griechischen Wort (χάος) und bezieht sich auf das Verb „Chainō“ (χαίνω), was man eben mit „gähnen“, „klaffen“, „spalten“, „offenstehen/aufstehen“ übersetzen kann. Es geht hier also um eine Kluft, um einen Abgrund, um die sprichwörtliche „gähnende Leere“, eine Unendlichkeit, die unbegreiflich ist. Wenn man noch etwas tiefer gehen will, findet man hier Wortwurzeln, die sich auf eine „Gähnschlucht“ beziehen, also eine immens tiefe Schlucht, die sich auf der griechischen Halbinsel Peloponnes befindet, in der Nähe der Stadt Mykene und hier als Sinnbild zu verstehen ist. Da viele Fachwörter der deutschen Sprache aus dem Lateinischen oder aus dem Griechischen entlehnt sind, will ich dennoch kurz erwähnen, dass es auch in der nordischen Mythologie eine „gähnende Leere“, eine „Gähnschlucht“ gibt!
Diese ist jedoch nicht mit einem realen Ort, einer realen Felsformation, einer realen Schlucht zu vergleichen. Nein, es geht hier um eine „nordische Fachvokabel“, die „Ginnungagap“ lautet. Es ist ein Abgrund, in dem das erste Leben erschaffen wurde. In den nordischen Legenden, Mythen und Sagen, heißt es, dass es schon immer das Eis und das Feuer gab, welche durch einen absoluten Abgrund, einen wahren Abyss, getrennt waren. Dies war Ginnungagap! Wenn man jetzt will, kann man hier erneut eine Verbindung zwischen Ginnungagap und dem eigentlichen, kabbalistischen Abgrund, dem Abyss knüpfen, genauso wie man erneut eine Verbindung mit dem kabbalistischen Begriff „Daath“ knüpfen kann! Zwar weichen die jeweiligen Übersetzungen voneinander ab, denn „Ginnungagap“ bedeutet in der Übersetzung so viel wie „Abgrund der Abgründe“, „Kluft der Klüfte“, „klaffender Abgrund“ oder auch „absolute/gähnende Leere“, wogegen „Daath (דעת)“ einfach mit „Erkenntnis“, „Empfangen“, „Wissen“ oder auch mit „All-Weisheit“ übersetzt werden kann, doch befindet man sich jetzt schon mitten in der Chaosmagie. Es geht um Zusammenschlüsse, es geht um praktische Denkweisen, es geht um Wissen, um Weisheit und um Denkvermögen. Doch dies alles ist auch Chaos! So sieht man jetzt schon, dass spezielle Sichtweisen sich durch verschiedene Paradigmen ziehen können, die man in diesem Kontext aber auch wieder allgemein betrachten kann, sodass sich die Chaosmagie auf eine Ordnung des Wissens, der Weisheit, der Erfahrung und der Praxis bezieht. Chaos und Ordnung, Chaos und Kosmos, es geht immer um Kreation, es geht immer um Entstehungsgeschichten. Und wenn man noch ein wenig im Norden verharren will, dann sieht man bei der Entstehungsgeschichte der nordischen Mythologie, bei der Entstehungsgeschichte des Weltenbaumes Yggdrasil, von dem man wahrlich alle Welten sehen kann, da es hier einen Zusammenschluss von extremen Zuständen, von extremen Kräften gab. In der Schöpfungsmythologie heißt es, dass das Feuer aus Muspellzheimr / Muspellsheim / Muspelsheim zusammen mit dem Eis aus Niflheimr / Niflheim den Riesen Ymir bildete, den Urriesen, also das aller erste Geschöpf der Materie, dessen Namen man mit „Lärmer“ oder auch „Zwitter“ übersetzen kann, und in diesem Kontext das aller erste Lebewesen, als erste manifeste Lebensform zu deuten ist. Durch die Verbindung des Gletschereises aus der Ebene Niflheimr / Niflheim und dem Funkenregen aus der Ebene Muspellzheimr / Muspellsheim / Muspelsheim, also aus dem Zusammenschluss von Feuer und Eis, ist die erste Existenz entstanden.
Ein Zusammenschluss zweier Geschlechter, was in diesem Kontext spannend ist, da auch in der Genesis das Wesen (oder der Gottesname) Elohym/Elohim verwendet wird, den man wortwörtlich als „Göttin-er“ übersetzen muss, da hier beide Geschlechter betitelt sind. Gut, im nordischen Pantheon sagt man eben „der Riese Ymir“ und in der Genesis sagt man eben den Gottes Namen „Elohym/Elohim“ - im Grunde wird aber das Selbige gemeint. Man sieht, dass es sehr viele ähnliche Ideen gibt, sodass man in diesem Kontext immer wieder darauf hinweisen kann, dass es eine universelle Wahrheit gibt, eine universelle Wahrheit, die letztlich ein gigantischer Kreislauf ist, aus Zerstörung, Schöpfung und Zerstörung. Man könnte auch sagen, dass es das Chaos ist! Doch was entsteht, wenn Zerstörung, Schöpfung und erneute Zerstörung auftauchen? Letztlich doch ein Wirrwarr, eine Unordnung, eine Verwirrung des menschlichen Geistes, der deduktiven, linearen und kausalen Denkweise, oder? Chaos! Ja, die Wortbedeutung ist in der Alltagssprache wirklich die Unordnung, dass Wirrwarr, die Konfusion, die in den verschiedenen Mythologien existiert, und hier eben auch als Pendant, aber auch als Antipode zur Ordnung, zum Kosmos steht. Kosmos, auch wieder ein griechisches Wort (κόσμος), mit der Bedeutung der „Welt“, wobei hier dann auch sofort die „Ordnung“ gemeint ist, eine Ordnung, die sich auf alle erdenklichen, menschlichen Systeme bezieht, egal ob es jetzt eine staatliche Ordnung ist, eine gesetzliche Ordnung, eine Verfassung oder auch eine militärische Ordnung. Aber auch die Übersetzungen von „Pracht“, „Glanz“, „Schmuck“ oder „Kleinod“ sind hier denkbar. Da die griechischen Denkweisen auch immer bei den römischen Denkweisen auftauchen, dies sieht man natürlich extrem in den beiden Panthea, ist es nicht verwunderlich, dass es im römischen Paradigma auch ein Chaos gibt. Dies trägt die Bezeichnung „Caligo“, wobei hier eigentlich ein „dichter Dampf“ ein Ursprung aller Dinge thematisiert ist, aber auch wieder eine Personifizierung stattfand!
Konfusion! Ordnung! Chaos! Kosmos! Doch ist der Kosmos für ein Chaos anfällig? Wenn der Kosmos ein dynamisches System ist, welches dann für das Chaos anfällig ist, dann bedeutet dies wieder, dass der Kosmos, zumindest in seinen Anfangsbedingungen, enger mit dem Chaos verwoben war, als es jetzt der Fall ist. Konfusion gegen eine Weltordnung, gegen die Ordnung des Lebens, gegen die Ordnung des Universums.
In den griechischen Sichtweisen, speziell in der Theogonie, also in der „Entstehung der Götter“, des griechischen Dichters Hesiod/Hēsíodos, ist Chaos auf der einen Seite ein Urzustand der Welt, des Lebensraums, der Existenz, gleichzeitig aber auch eine göttliche Entität! Genau genommen ist es eine männliche Schwingung, sodass in der griechischen Mythologie Chaos der Vater von den ersten Göttern ist, speziell von Gaia (die Erde, die Manifestation) von Nyx (die Nacht, das Zwielicht), von Erebos/Erebus (der Finsternis), von Tartaros (die Unterwelt, der Schatten) und Eros (die Schöpfung, was in diesem Kontext aber meist mit Liebe übersetzt und betitelt wird). Das Chaos war hier das Anfängliche, es war das Formlose, woraus alles, was in der griechischen Mythologie irgendwann einmal Bestand haben sollte, entstand. Es war das allumfassende, absolute Urelement. Es war das „Nichts“, aus dem das „Alles“ kam, es war die Nicht-Existenz, aus der die Existenz entstand, ein Alles, aus dem alles entstand, was lebte und existent war. So entstand aus dem Chaos alles, was lebte, alles, was existierte, die Götter, der Himmel, die Elemente, speziell also Luft, Feuer, Erde und Wasser, aber auch die Erde als Materie, das Wasser als Ozean, der Tag, die Nacht, wobei hier noch einmal speziell die Finsternis thematisiert wurde, wie auch der Äther. Im weiteren Verlauf verbanden sich einzelne Paare, und hierdurch entstand das Leben. Der Tag, bzw. der Äther/Aether, die Nacht, bzw. Erebos/Erebus, was dann aber auch wieder die Finsternis ist, Erde und Meer, Himmel und Erde, Licht und Finsternis, und viele unumstößliche Gesetze, Ordnungen, kosmische Phrasen, wie zum Beispiel das Schicksal, das Alter, den Tod, der Schlaf, das Träumen, wobei hier immer wieder spezielle Entitäten betitelt wurden, wie zum Beispiel Phantasus (der Schlaf), Morpheus (der Träumer, das Träumen), Monus (Spott und Zwietracht), die Parcen, die Schicksalszuteiler (so wie die Nornen in der nordischen Mythologie, Urd [Schicksal], Verdandi [das Werdende] und Skuld [Schuld; das, was sein soll]), wobei hier eben auch Uneinigkeit, Zank, Elend, Rache, Schmerzen, Verbrechen, Lüge, Meineid, Lust, Hochmut, Blutschande, aber auch Heiterkeit, Freundschaft, Barmherzigkeit, Mitleid, und Freude in die Welt kamen. Es wurden in diesem Kontext also personifizierte Naturkräfte, genauso wie Archetypen und Charaktereigenschaften ersonnen, erkannt, in den Kosmos, in die Ordnung gerufen.
Doch jeder wird es verstehen, dass diese Prinzipien, die in die Ordnung, in den Kosmos gerufen werden, Chaos bringen. Uneinigkeit, Zank und Elend bringen Chaos, genauso wie Rache, Schmerzen, Verbrechen, Lüge, Meineide, Lust, Hochmut, Blutschande! Aber auch Freude, Mitleid, Barmherzigkeit, Freundschaft und Heiterkeit können in einem geordneten System Chaos verursachen!
Da es hier der Gegenpol der Ordnung ist, der Gegenpol des Kosmos, der Gegenpol des Lebens, der Materie, ist es hier wieder interessant, was man erkennen kann, wenn man dann in die kabbalistische Sichtweise wechselt, und erneut die Sphäre Daath klassifiziert. Hier muss man, im „kosmologischen Kontext“, also im Kontext der Existenzerschaffung, der Welterschaffung, das Chaos mit dem Nichts vergleichen, mit der Nicht-Existenz. Hierdurch wird man immer wieder einen Ausflug in die Kabbalah machen, denn auch hier gibt es wieder eine entsprechende Vokabel, die man sogar aus dem Alltag kennt. Es geht hier um das Wort Tohuwabohu! Es ist ein Begriff, der in der Genesis auftaucht, und dafür steht, was „am Anfang war“, bzw. was war, als die Erde erschaffen wurde, die dritte Dimension, die dritte Manifestation! Meistens wird Tohuwabohu einfach als „wüst und leer“ übersetzt, wobei man hier natürlich dann auch das Chaos selbst klassifizieren kann. Das ist schon recht interessant, dass in der Kabbalah so viel grundsätzliches Wissen existiert, nicht wahr? Nun, dies ist nicht so überraschend, denn die Hebräer waren Nomaden, und diese Nomaden haben sich letztlich sehr viele kulturelle Eigenschaften von den verschiedensten Völkern angeeignet, adaptiert, assimiliert, umgebaut oder auch weiterentwickelt. Tohuwabohu! Wenn man es Hebräer schreibt, dann hat man die hebräische Buchstabenkombination „תהו ובהו“ sodass man hier Wörter „תהו“, also „Tohu“ und „בהו“ also „Vohu“ findet, und noch das hebräische Waw „ו“, was man in diesem Kontext als va/ve sprechen kann, und einfach „und“ bedeutet. Also hat man hier wortwörtlich Tohu UND Vavohu, was dann in der Übersetzung von „Tohu (תהו)“ Öde, Wüste oder Leere lautet, sodass man sich hier auch sofort vorstellen kann, warum das hebräische Wort „Tehom“ oder auch „theomi“ in der Übersetzung „Urwasser“, „Tiefen“ und „Abgrund „heißt bzw. „abgründig“ oder auch „abgrundtief“. Die Übersetzung der Vokabel „Vohu (בהו)“ kann hier „starren“ aber auch „glotzen“ bedeuten, genauso wie „erstarren“ oder „sich wundern“.
Wenn man dies etwas weiterführen will, hat man hier also einen „wundersamen Abgrund“, eine „erstarrte Tiefe“, also irgendwie etwas, was unbegreiflich ist, sodass man hier nur noch „in die Lehre glotzt“. Wenn man dies etwas weiterführen will, in die sumerische Mythologie, dann findet man hier auch natürlich das Chaos, wobei hier das Salzwasser und das Süßwasser, die philosophischen Prinzipien Tiamat und Apsu thematisiert sind. Es ist wichtig zu wissen, dass Tiamat und Apsu in den sumerischen Ideologien KEINE direkten Götter waren, sondern archetypische Grundprinzipien.
Erst im weiteren Verlauf, speziellen Babyloniern wurden diese Grundprinzipien zu personifiziert in Energien, zu Göttern! Schöpfung bedeutet also, dass hier eine Kreation stattfand, eine Kreation AUS dem Chaos und irgendwie auch DURCH das Chaos und MIT dem Chaos. Und genau dies ist auch wieder die Chaosmagie! Durch das Chaos, durch die Chaosmagie wird erschaffen, aus dem Chaos, aus der Chaosmagie wird erschaffen, mit dem Chaos, mit der Chaosmagie wird erschaffen! Doch wenn etwas erschaffen wird, muss es jedoch irgendwo herkommen. Und hier sind wir schon wieder in der Sphäre Daath, im Abgrund, im Abyss, im kosmischen Schmelztiegel!
Man kann also sagen, dass dadurch, dass der Abyss der „Schmelztiegel des Seins“ ist, sich selbst die göttliche Manifestation gebildet hat, dass sich hier also ein „göttliches Selbst“ freilegte, um sich an und in allen Möglichkeiten in der Existenz und aus der Nicht-Existenz zu entfalten! Wenn man will, kann man den Abyss auch ohne weiteres als kosmische Kaderschmiede betiteln, in der es um Wissen, Weisheit, Erkenntnis und Selbstevolution geht.
Dies spiegelt sich auch wieder in den Namen „Choronzon“! Wenn man hier eine Übersetzung machen will, und dass ist nicht ganz so einfach, da es so viele Übersetzungen gibt, so viele Übersetzungen möglich sind, kann man hier folgende Ergebnisse erhalten:
Choronzon:
„Kraft/Stärke der frei geborenen Ewigkeit“
„Edle Kraft der Ewigkeit“
„Abyss/Loch der ewigen Kraft/Stärke“
„Kraft/Stärke des frei geborenen Hüters“
„Der Edle bewahrt die Kraft“
„Hütende/Bewahrende/Sichernde Kraft/Stärke des Loches/Abyss“
„Abyss/Loch der ewigen Kraft/Stärke“
„Kraft/Stärke des frei geborenen Glanzes/Leuchtfeuer“
„Edle Kraft des Glanzes“
„Abyss/Loch der glänzenden Kraft/Stärke“
„Glänzende Kraft/Stärke des Loches/Abyss“
Doch alle kosmischen Möglichkeiten werden ein wenig zu viel für den menschlichen Geist sein und genau hier ist der Abyss wieder eine wichtige Grenze, eine Grenze zwischen „Form und Geist“. Choronzon ist in diesem Kontext der „Meister der Wandlung“, „Lehrherr der Transformation“ oder auch „Souverän der Transzendenz“. Wenn man sich dann aber auch die Frage stellt, wie Schöpfung überhaupt möglich ist, kann man kurz und knapp sagen, dass hier eine Art Kontraktion der eigentliche Grund war! Eine Kontraktion? Ein Zusammenziehen? Nun, wenn man sich im mystischen und religiösen Kontext auf die Entstehung des Abyss beziehen will, dann findet man wieder das hebräische (oder auch kabbalistische) Fachwort „Tzimtzum“! Der Begriff „Tzimtzum“ oder auch „Zimzum“ bezieht sich auf eine Idee des Kabbalisten Isaak Lurias, der in der Mitte des 16. Jh. die Eingebung hatte, dass der Kosmos sich durch eine „Kontraktion / Konzentration“ erschaffen hat. Hierbei ging es um ein Zusammenziehen des „göttlichen Lichtes“, eine Art des Rückzugs von der Existenz in die Nicht-Existenz, ein zyklischer Prozess, der auch wieder mit einem Mors Mystica verglichen werden kann, wenn es darum geht, dass „etwas“ seine Grundfesten reflektiert. In diesem Fall wäre es die Schöpfung selbst. In dieser Schöpfung wird dann die allumfassende, kosmische Seele „belebt“, was wiederum bedeutet, dass hier entsprechende Potenziale verteilt werden, Potenziale, die dazu führten, dass hierdurch die kabbalistischen Ideen des Ain, Ain Soph und Ain Soph Aur literarisch manifestiert wurden.
Man könnte hier auch einfach sagen, dass die Emanation „Ain“ einfach die Nicht-Existenz ist, die kabbalistische Emanation „Ain Soph“ der „Hort der Werdung“ ist und die kabbalistische Emanation Ain Soph Aur die „Halle der Schöpfung“! Chaos! Tzimtzum! Kosmos! Schöpfung! Magisch und philosophisch kann man es sich so erklären, dass durch das „Tzimtzum“, durch diesen „Rückzug“, durch diese „Kontraktion“, eine Art „Hohlraum“ entstanden ist, eine Art „Existenz-Vakuum“ bzw. ein „Machtvakuum“, welches jedoch essenziell für die Schöpfung ist, da sich so die Dualität „erst richtig“ bilden konnte. In der kabbalistischen Vorstellung war alles durchdrungen von dem grenzenlosen Licht des Seins – etwas, dass man als Ain Soph bezeichnete, da das Licht hier die Schöpfung selbst ist, die Kreation, also die Essenz des „Hort der Werdung “. Es war die Mitte des Seins (der Mittelpunkt des Kreises) gleichzeitig aber auch das Sein selbst (der Kreis), wodurch es keine Dualität gab, sondern ausschließlich eine alldurchdringende Unität. Erst als es zu einer Kontraktion des Seins kam – als sich das Ain Soph / der Hort der Werdung selbst zusammenzog, entstand das Vakuum, welches sich als „All-Sphäre“ manifestierte – als Ain Soph Aur, als „Halle der Schöpfung“, woraus dann wieder Kether wurde, da Kether alles ist, auch der Abglanz des göttlichen Lichtes. Durch den Rückzug, durch das „Tzimtzum“, kam es erst zur Schöpfung, da es vorher keinen „Raum“ für die Schöpfung gegeben hätte. Erst durch die Kontraktion wurde ein „Raum der Schöpfung“ / „Halle der Schöpfung“ entwickelt. Dies ist der gesamte Etz Chajim, der Lebensbaum, mit seinen Ausläufern des Sephiroth und des Qlippoth. Der Verbindungspunkt ist jedoch Daath und somit auch zum Teil der Abyss. In diesem Fall ist der Abyss eine natürliche Trennung zwischen „Schöpfung“ und „Schöpfer“, gleichzeitig aber auch eine Brücke, denn durch die „magisch-energetischen Möglichkeiten“ dieser Macht, kann man sich selbst transformieren und transzendieren. Genau deswegen gibt es in der Sphäre Daath und auch im Abyss nichts Böses und nichts Gutes. Doch hier gibt es Chaos! Chaos IST das Potenzial! Das unbenannte Chaos ist in diesem Zusammenhang die Nicht-Existenz, denn wenn man das Chaos benennt, ordnet es sich. Die Nicht-Existenz ist der Schöpfungspfuhl, in dem das Potenzial von allem, was sein kann, existiert, aber eben noch nicht in eine Form – die Existenz – gegossen wurde. In dieser Emanationsstufe gibt es nichts, außer der unendlichen Möglichkeit des Werdens! Hier ist das Chaos!
Dieses Chaos IST Ain Soph Aur, dieses Chaos ist immer und überall, und aus dem Chaos heraus, kommt der Kosmos, was man, im kosmischen UND chaosmagischen Kontext so deuten kann, dass IN Ain Soph Aur wiederum eine Trinität besteht, die das Chaos formt, die das Chaos benennt. Hier kann man, um es ein wenig chaotisch zu machen, dass Matroschka-Prinzip nehmen, was bedeutet, dass in Ain Soph Aur wiederum ein Konzept existiert, dass man als Ain, Ain Soph und Ain Soph Aur bezeichnen kann. Um es hier nicht zu chaotisch zu machen, könnte man hier ein Sonderzeichen verwenden, zum Beispiel Ain***, Ain Soph** und Ain Soph Aur*, oder man könnte auch die Begrifflichkeiten „Plihah – der Pfuhl der Existenz“ für Ain*** verwenden, „Revah – der Amboss der Schöpfung“ für Ain Soph** und „Gorelevah – der Kessel von Vorsehung und Ewigkeit“ für Ain Soph Aur*! Aus Plihah, aus dem Pfuhl der Existenz / dem Schöpfungspfuhl, kommt „ALLES“! Es wird ALLES entnommen / ausgehoben / erhoben, um es dann in Revah, auf dem Amboss der Schöpfung zu formen, zu ordnen, in den Kosmos zu rufen, um dann eine essenzielle / existenzielle Kraft hinein zu geben, wenn man so will die Urenergie, den eigenen göttlichen Funken, der immer und überall ist, sodass hier aus Gorelevah, aus dem Kessel von Vorsehung und Ewigkeit das geordnete Chaos, das kosmische Chaos, in den Kosmos selbst, in die Ordnung selbst entlassen wird, um dort die essenziellen Erfahrungen der Dualität zu machen.
Man könnte dies sogar mit einem physikalischen Fachbegriff beschreiben, und zwar mit der Entropie! Die Entropie, aus dem Griechischen kommend (ἐντροπία) ist hier in der wortwörtlichen Übersetzung „eine Wendung“ (direkt wortwörtlich an / in Wendung), eine Wendung, die sich zum Chaos jedoch bewegt. Physikalisch durchlaufen alle Prozesse, die in irgendeinem System ablaufen einen Umstand, der eine Zunahme von Entropie bewirkt, also eine Zunahme einer Wendung. Dies wird eigentlich als der Schritt von der Ordnung ins Chaos gedeutet, sodass die Schöpfung in diesem Kontext eine Negentropie stattfindet. Es ist in diesem Zusammenhang jedoch einfach nur eine Kurzbezeichnung für eine „negative Entropie“ oder eben eine Antientropie, sodass das Leben in diesem Zusammenhang genau das ist.
Wenn also jedes System, im physikalischen Sinne, spontane Prozesse besitzt, sodass hier eine Entropie, eine Unordnung, ein Durcheinander, eine Konfusion, ein Wirrwarr, ein Chaos anfängt, ausgeführt wird, bestrebt wird, umgesetzt wird, bedeutet das, dass hier wieder der Satz „Wie Oben, so Unten“ definitiv greift, denn letztlich geht alles wieder zurück zur Quelle, zur Unität, zurück zum Abgrund, zum Abyss!
Gut, die Physiker sehen das natürlich anders, denn auch, dass die Entropie einfach als „Chaos“ oder auch als „ein Maß für Chaos“ definiert ist, stößt bei den Physikern natürlich negativ auf. Hier wird die Entropie als ein objektives Maß gedeutet, welches mit Informationen verknüpft ist, die essenziell sind, um 100%ige Beobachtungen auszuführen. Wenn man also das Leben zu 100 %, in allen kosmischen Bereichen, in allen Ebenen, in allen Ausläufern erfassen, begreifen und verstehen will, müsste hier die Entropie auf „Null“ sinken, denn dann hätte man alle Informationen! Doch man hat auch alle Informationen, wenn die Entropie ist, wie sie ist, da die Informationen immer und überall vorhanden sind. Sie sind nur vom Chaos umgeben, vom Chaos durchsetzt, vom Chaos durchzogen!
Und auch hier greift wieder die Chaosmagie hinein, denn die Chaosmagie versucht hier die entsprechenden Informationen herauszuziehen, dingbar zu machen, was wiederum zeigt, dass die Chaosmagie eine echte Herausforderung ist! Eine solche Herausforderung sieht man auch in der Aussage „Benenne das Chaos, und es ordnet sich!“, genauso wie in der Aussage „Beschreibe mich und ich werde mich wandeln, benenne mich und ich werde ein anderer Sein!“ Und um hier dem Kapitel einen ordentlichen und gleichzeitig chaotischen, wie auch kosmischen Abschluss zu geben, will ich einfach ein Channeling abdrucken, welches sich auf die Nicht-Existenz, auf die Existenz, auf Schöpfung, auf die Entropie, auf die Antientropie, und auch auf die Chaosmagie bezieht. Entnommen ist das Channeling aus dem Buch „Banner des Lichtes - Der Ruf der Schöpfung; ISBN 9783753177236“, welches sich mit der Kreation des Seins befasst, und hier auch Ordnung ins Chaos bringt.
Am Anfang war das Nichts und das Nichts war wüst und leer, weil es unbenannt, die ewige nicht erhobene Möglichkeit der Existenz in sich trägt.
Das Nichts ist nicht-existent und daher die Geburtsstätte des Chaos, das die Kraft hinter der Schöpfung ist, aus der sich Existenz gebiert.
So hat begonnen, was nie sein kann und es wird enden, was nie begonnen hat, in einem einzigen Atemzug, der die Unendlichkeit ist.
Das Paradoxon hat sich erfüllt, ER erhebt sich, die Kraft jenseits aller Welten, die bereits vergangen sind, wenn SEIN leerer Blick sie trifft, die Unbegreiflichkeit der ewig manifesten Nicht-Existenz, die nicht ist und so niemals ihr Ende finden kann, grenzenlos und unbenannt, doch all-ewiglich die einzige Konstante der ungeformten Schöpfung, die keinen Namen hat.
Jeder Name wird IHN wandeln.
Jedes Bild wird IHN ungreifbar machen.
IHN zu fühlen ist die erstarrende Furcht, die das Herz verzehrt.
IHN zu erkennen, ist die brennende Lohe, die die Seele versengt.
IHN zu fassen, ist der Todesstoß des Seins.
Nicht-Existenz ist Zustand.
Existenz ist Dogma.
Das Chaos ist der Ursprung, innerhalb des ersten Seins, niemals geschaffene, nicht seiende, vergängliche Ewigkeit, vergangen in dem Atemzug, da sie erschaffen wurde. Das Auge des wirbelnden Sterns, umgeben von samtiger Schwärze, löst die Ketten. Die Schlange erhebt sich, im Aufblitzen des Geistes, der das Sein belebt, um es zu vernichten.
Spüre das tödliche Pulsieren, das sich jenseits des Nichtseins zu voller Lebendigkeit erhebt, den Kuss des reinen Wahnes – Verzückung, die keine Grenze kennt, im unbegrenzten ewigen Raum, jenseits des ewig brennenden Nichtseins.
Wo das Sein das Nichtsein eng umschlingt, liegt der Hort des Chaos in den pulsierenden Windungen der ewigen Schlange in den wirbelnden Kreisen der Schöpfung, geboren aus den Tiefen des Chaos, das immer sein wird.
Denn siehe, blutig brennend hebt sich aus dem ewig nicht manifesten Schlund der Drache. Die Schöpfung gebiert sich erneut aus dem feurigen Atem von brennendem Eis, tief aus seiner Seele, im schwarzen seelenlosen Geist des Nichtseins.
Beschränkung, wo der Blick seiner toten Augen bricht, Vernichtung, wo der markerschütternde Schrei seine stummen Lippen verlässt.
Wahn lässt das ruhende Herz erbeben, getrieben von der verschlingenden Macht, manifest im schwarzen Herzen der gleißenden Finsternis, sein Geist gehoben aus den Wassern des Ursprungs, gekommen um Vernichtung zu erschaffen.
Erkenne hier den Ursprung, der nicht gesehen werden kann, im ewigen Tanz der Schöpfung, die die Lüge hinter der ewigen Wahrheit ist, und die ewige Täuschung, die das Sein offenbart.
Wer kann benennen, was keinen Namen haben kann?
Benanntes Sein ist die Kette der Beschränkung, der Todesstoß der ewig fließenden Schöpfung, Hohn der Nicht-Existenz, die sich hinter der Schöpfung gebiert.
So wird Existenz aus dem wandelbaren Leib der Nicht-Existenz gerissen, wo sie im Akt der Zerstörung eine Neuwerdung unter dem Joch der Manifestation erfährt.
Die Schlange ist die ungeformte, chaotische Schöpfungskraft der Nicht-Existenz, die mit eigener Hand einen Teil ihrer selbst herauszerrt und dem Drachen zum Fraß vorwirft, dessen begrenzendes Joch sich hier offenbart.
Erkenne das Mysterium in SEINER brennenden Halle und du wirst dich in der gleißend spiegelnden Klarheit des ewigen Eises erkennen.
Glaube nicht deinen Sinnen.
Glaube nicht deinem Geist.
Der Blick mag getäuscht werden vom warmen goldenen Glanz der ältesten aller Lügen.
Der Geist mag benebelt werden, wenn das Lied der Sphären erschallt.
Traue keinem Ton und keiner Melodie, wenn sie mit sanften Harfenklängen deinen Geist emporheben will in die Reiche jenseits deiner Welt.
Traue nur dem dumpfen Schlag deines zitternden und bebenden Herzens, das in vollkommener Disharmonie mit dem tobenden Puls SEINER Kriegstrommel klingt und deine Seele mit den Klauen der ewigen Furcht zerreißt.
Furcht ist die einzige ewige Wahrheit.
Furcht ist unvergänglich, weil sie dem Dogma der Nicht-Existenz folgt.
Begrüße die Furcht, denn nur dann wirst du erkennen, denn Furcht ist es, die in deinem Blut kursiert und es belebt.
Fürchte das Angesicht der Grausamkeit, denn in SEINER Halle gibt es kein Erbarmen.
Wahrheit kennt keine Gnade.
Wahrheit ist Zerstörung, die die Illusion vernichtet.
Fürchte die Wahrheit, wenn du an der Schwelle SEINER Halle stehst.
ER ist der höchste Souverän der Nicht-Existenz, die einzige unverrückbare Tatsache der Schöpfung, die niemals war und niemals sein wird, denn nur ER ist, weil ER nicht ist.
Fürchte den Klang SEINER Stimme, denn es ist der Klang des Wahnes, der Offenbarung bringt und SEINE Offenbarung ist der markerschütternde Schrei, der alles zur Werdung ruft.
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Chaosmagie versus chaotische Magie
Chaosmagie! Chaotische Magie! Ist das nicht eigentlich das Gleiche? Nein! Definitiv nicht! Wenn man so will, ist die Chaosmagie eine von unendlich vielen Magiearten, die man für sich selbst entdecken kann, die aber genauso wichtig ist, oder auch so unwichtig, wie alle anderen Arten der Magie. Man kann hier definitiv keine wilden Einteilungen kreieren, auch wenn dies den verschiedenen Egos gefallen würde, welche Art der Magie denn jetzt die beste, die stärkste, die effektivste und die gefährlichste ist. Chaosmagie, Schamanismus / Neoschamanismus, Hermetik, Anglistik, henochische Magie, Sigillenmagie, Naturmagie, nordische Magie, ägyptische Magie, sumerische Magie, aztekische Magie, Hoodoo, Mentalmagie, Astralmagie / Astromagie / Sternenmagie, Symbol- und Glyphenmagie, Atvismagie (die Arbeit mit Atavismen umfassen die Bereiche der Reinkarnation, Selbstanalyse und Charakterisierung des eigenen Verhaltens, Annahme von Gottformen, speziell durch Invokationen, Energiefokussierung durch Inkantationen, also durch das Singen oder vibrieren von Mantren oder Sutren), Sexualmagie, Mumialmagie, Sympathiemagie, kabbalistische Magie, Knotenmagie, Elementmagie, Kristallmagie, Fetisch- oder Talismanmagie, Hexenmagie oder andere Magieformen, die sich auf Religionen beziehen, wie zum Beispiel Voodoo, Santería, Thelema, Satanismus, Wicca, Buddhismus, Hinduismus oder auch das Christentum. Alles ist Magie, und die Definition von Magie lautet einfach: MAGIE IST! Jeder Mensch muss für sich die Magie selbst definieren! Für den einen Menschen ist ein Baum absolute Magie, für den nächsten Menschen ein klarer Sternenhimmel, wieder der nächste sieht dies im Sonnenaufgang, ein weiterer Mensch sieht dies in der Geburt eines anderen Menschen, wieder andere Menschen sehen dies in komplexen Ritualen, in religiösen Handlungen, in außerkörperlichen Erfahrungen, in Träumen, in Astralreisen, in Evokationen, in Invokationen, in der Kabbalah, im Kamasutra, in der Bibel, im Koran, in der Thora, im Talmud - wo auch immer! Und alle haben recht! Magie ist … ALLES! Doch dies bedeutet nicht, dass alle Bereiche identisch sind.
Nein, das definitiv nicht. Und man muss hier wirklich sagen, dass es Magiearten gibt, die einfach sehr komplex sind, während andere Magiearten eine sehr einfache Struktur besitzen. Dies muss jedoch wertneutral betrachtet werden, denn eine Komplexität bedeutet nicht sofort, dass es hier eine bessere oder effektivere Magie ist. Aber auch eine Einfachheit bedeutet nicht, dass hierdurch eine effektivere oder bessere Magie zelebriert wird. Letztlich geht es hier um Wissen, um Weisheit, um Kombinationsgabe, um die Energiearbeit. Wenn man so will, gibt es stets einen gemeinsamen Nenner, in allen Arten der Magie. Dies ist der Protagonist dieser Art der Magie. Es ist der Mensch! Denn genau dieser steht im Mittelpunkt, denn genau dieser zelebriert die Magie, denn genau dieser hat ein Ziel, einen Willen und einen Grund, warum er überhaupt Magie macht. Hierbei kommt es auch immer darauf an, welche Zielsetzungen der Mensch hat, welche Gründe man für die Magie er kennt und auch für sein Tagesbewusstsein anführt, und warum man hier teilweise auch religiöse Schwingungen ganz bewusst einbezieht. Der magische Protagonist ist stets das wichtigste, er ist Dreh- und Angelpunkt, erst das Alpha und das Omega, wissender Narr, närrischer Weiser und auch eine Inkarnationsdrohne, die sich hier, in der dritten Manifestation, in der dritten Dimension, herumtreibt. Wenn man jetzt ein wenig stärker auf die Chaosmagie eingehen will, dann bedeutet dies, dass man hier seine eigenen Regeln, seine eigenen Wege, seine eigenen Möglichkeiten eruiert, analysiert und ausschöpft. Tja, nun haben schon sehr viele Menschen ein gigantisches Problem! Es geht hier um Wissen, und um das Anwenden von Wissen! Das Anwenden von Wissen stellt viele Menschen vor eine Herausforderung, die im ersten Moment abgewiesen wird. Es geht hier um Kombinationsgabe, es geht um eine selektive Wahrnehmung, eine selektive Wahrnehmung, die sich auf alle anderen Magiearten erstreckt, sodass man erst einmal lapidar sagen kann, dass die Chaosmagie grundsätzlich den effektivsten und somit natürlichsten Weg zum Ziel sucht, und mit Erfolg auch oft findet und ausführt. Den natürlichsten Weg? Ich hätte auch sagen können, den energieärmsten Weg, doch dies hätte wieder nach einer Bewertung geklungen, obwohl Mutter Natur stets bemüht ist, den energieärmsten Zustand einzunehmen, da dieser letztlich perfekt ist, wenn es darum geht, stabil zu stehen, Stabilität zu halten, Leben zu halten, Existenz zu halten.
Gleichzeitig sagen viele Menschen, die sich mit der Chaosmagie beschäftigen, und sich in diesem Kontext auch als Chaosmagier bezeichnen, dass die Chaosmagie die höchste Form der Magie ist, die schwierigste Form der Magie, da man letztlich alles wissen muss, da man letztlich alles anwenden muss, da man letztlich alles beherrschen muss, um eben aus der Fülle der verschiedenen Magiearten seinen eigenen, individuellen perfekten und kürzesten Weg zu wählen. Auf der einen Seite stimmt das, auf der anderen Seite gehört jedoch noch viel mehr zur Magie. Wichtig ist hierbei erst einmal zu reflektieren, wie das eigene Ziel gedeutet wird, wie das eigene Ziel definiert wird, wo das eigene Ziel lokalisiert wird und wie die Zeit Vorgabe gestaffelt ist, um dieses Ziel zu erreichen. Wenn es zum Beispiel darum geht, eine außerkörperliche Erfahrung zu machen, dann muss man hier kein großes, komplexes Ritual machen. Im Endeffekt muss man nur träumen, im Endeffekt muss man sich nur mit seinen Energiekörpern verbinden, am besten mit dem Astralleib, mit dem Astralkörper, um dann einen astralen Austritt energetisch und willentlich zu erzielen. Doch man könnte hier auch die Ekstase wählen, die Trance, irgendwelche besonderen schamanische Techniken, Voodootechniken, Meditationen, doch auch ein ganz normaler Tanz, kann zu einem Erlebnis führen, welches man definitiv als „außerkörperlich“ beschreiben / definieren kann. Man kann ja aber auch mit den Runen arbeiten, sodass hier das eigene Energiesystem durch die Energie der Runen bewusst verändert wird, und ein außerkörperliches Erlebnis entsteht. Doch statt Runen kann man auch henochische Buchstaben nehmen, und letztlich den ganzen Bereich der henochischen Magie. Und schon wieder habe ich hier ein Problem, ein Problem für das Ego! Wo liegt das Ziel, was ist das Ziel, wie will ich mein Ziel erreichen! Wenn ich zum Beispiel einfach nur ein Ritual des Vollmondes machen will, dann beziehe ich mich auf die Energie des Mondes, dann beziehe ich mich auf den Archetypus des Mondes, kreiere hier ein Ritual und zelebriere es. Da der Mond in vielen Naturreligionen eine Verehrung findet, kann ich hier hervorragend im Hexentum arbeiten. Doch auch die Planetenmagie wäre hier möglich, sodass man dann schon wieder in der Hermetik verankert ist.
Was will man?
Was ist das Ziel?
Chaosmagie! Statt Chaosmagie könnte man auch „Schmetterlingsmagie“ nehmen! Schmetterlingsmagie? Was soll das denn sein? Och, statt Schmetterling könnte man auch „Psyche“ sagen! Hierbei handelt es sich um das altgriechische Wort „ψυχή / psuchḗ / psyche“, was wirklich Schmetterling bedeutet, gleichzeitig aber auch Seele, Odem, Atem, Hauch und irgendwie auch Energie! Es tendiert daher, dass in der Antike der Glaube und die Sichtweise existierten, dass Tiere hier als eine Verkörperung der menschlichen Seele verstanden werden können so wurde die Psyche, der Schmetterling, primär für Nachtfalter verwendet, frei nach dem Motto, dass während des Schlafes die Seele des Menschen frei ist und als Nachtfalter zu fliegen beginnt. Schmetterlingsmagie! Chaosmagie! Psychenmagie! Seelenmagie! Und ja, es ist richtig, dass man mit der Magie seine Seele erkennen, kontaktieren, verstehen, bereisen und letztlich auch evolutionieren und transformieren kann, sodass man bewusst in die Transzendenz geht. Deswegen existiert hier auch ein Begriff in der Chaosmagie, der gern verwendet wird, der Begriff der „Psychonautik“ oder auch „Psychonaut“, da hier die Selbsterkenntnis und die Selbstevolution im Zentrum, in der Zielvorgabe steht. Doch, irgendwie verwendet niemand in der magischen Szene den Begriff „Schmetterlingsmagie“ oder „Schmetterlingsmagier“! Nein, dafür aber viel zu oft den Begriff Chaosmagie! Alle Menschen, die, meistens aus einer Egolaune heraus, keine Lust haben, sich an irgendwelche Paradigmen zu halten, irgendwelche Spielregeln zu befolgen, irgendwelche Systeme zu analysieren, zu verstehen, zu lernen, zu beherrschen und auch anzuwenden, verwenden schnell und gerne die Betitelung, dass man hier ein Chaosmagier ist, und somit chaosmagisch agiert. Dumm ist nur, wenn man dann genau mit diesen Menschen in eine fachliche Diskussion einsteigen will, um eben verschiedene Zielpunkte zu diskutieren, und man plötzlich erkennt, dass hier weder Wissen, geschweige Weisheit, und definitiv keine Erfahrung vorhanden ist, dafür aber ein gigantisches Ego! Schade! Es ist nicht einfach, die Chaosmagie zu erklären, zu definieren, zu begrenzen, denn das Chaos selbst kann weder erklärt, noch definiert, noch begrenzt werden, denn: „Benenne das Chaos, und es formt sich!“ Und dies gilt letztlich auch für die Chaosmagie! Jeder Mensch, der für sich – warum auch immer – sagt oder behauptet, dass er chaosmagisch arbeitet, jeder Mensch, der für sich sagt, dass er ein Chaosmagier ist, muss die Chaosmagie selbst definieren.
Alle Versuche, die Chaosmagie in ein allgemeines Kleid zu stecken, werden scheitern, da in der Chaosmagie alles und gleichzeitig nichts enthalten ist. Wenn man sagen würde, dass die Chaosmagie definitiv die Kabbalah implizieren würde, müssten verdammt viele Menschen, die sich bis jetzt noch Chaosmagier schimpfen, diesen Titel schleunigst ablegen. Doch dies gilt auch wieder für die ganzen verschiedenen Magiearten, die ich am Anfang des Kapitels thematisiert habe. Zwar kann man generell sagen, dass die Chaosmagie mittlerweile eine okkulte Tradition ist, doch hat man hierdurch schon wieder einen Denkfehler zelebriert, denn eine geheime Tradition, eine magische Tradition besagt nur, dass hier eine Begrenzung stattfindet, denn das Wort Tradition ist seit dem 16. Jahrhundert belegt, besitzt seinen Ursprung in der lateinischen Sprache, hier kann man das Wort „tradere“ bzw. „trāditio“ finden, wodurch die Übersetzung „hinüber geben“ / „weitergeben“ / „die Weitergabe“ generiert werden kann, bzw. „die Herkunft“, „der Brauch“, „die Übergabe“, „die Überlieferung“, „die Nachweislichkeit“. Somit findet man hier also einen Begriff, eine Tat, einen Umstand, der erst einmal vorgangsorientiert ist, sodass man hier auf einen kultischen Grund stoßen kann, wodurch kultische, erzieherische, schriftliche oder auch mündliche weitergaben bestimmter Maximen, Sichtweisen, Philosophien, Kulturmarker oder auch Paradigmen, Grundsätze, Prinzipien, Credos, Lebensregeln, Losungen, Denkansätze weitergegeben/übermittelt werden, gleichzeitig aber auch inhaltsorientiert ist, sodass hier bestimmte Inhalte eben nachhaltig überliefert, übermittelt, vererbt, übernommen, gegeben werden, damit diese beibehalten werden. Es geht bei der Tradition also um Handlungsmuster, es geht um Überzeugungen, es geht aber auch um Glauben, um Gepflogenheiten, Bräuche und Sitten. Nun, dass ist alles andere als Chaosmagie, denn Chaosmagie ist etwas Individuelles, was in jeder Sekunde, in jedem Denkprozess neu erfunden wird, neu kreiert wird.
In der Chaosmagie werden Paradigmenwechsel definitiv vollzogen, doch ein Paradigma muss hier auch wieder wortwörtlich verstanden werden. Auf der einen Seite ist ein Paradigma ein Muster, ein Schema, eine Schablone, letztlich sogar eine vorgefertigte Denkweise. Auf der nächsten Seite ist ein Paradigma, aber auch eine bestimmte Gesamtheit, die sich auf einen spezifischen Bereich bezieht, genauso wie ein Paradigma auch eine wissenschaftliche Denkweise ist, die sich auch auf experimentelle Versuche bezieht, auf Nachweise, die auch reproduzierbar sind.
Reproduzierbare Nachweise sind in der Magie im Grunde unmöglich, da hier sehr viele Bereiche mit der Energiearbeit zu tun haben, mit der eigenen Wahrnehmung, mit der eigenen Bildsprache, und mit dem eigenen Ich, dem eigenen Selbst, mit all den lustigen Anteilen, Energiefragmenten, Seinszuständen und chaotisch-kosmischen Möglichkeiten. Es gibt zwar immer wieder interessante Versuchsaufbauten, es gibt auch Chaosmagier, die versuchen wissenschaftlich zu arbeiten, und hier Versuchsreihen kreieren, doch sind die Ergebnisse manchmal sehr fragwürdig und zweifelhaft, da die Arbeitsparameter so grob und so weit gefasst sind, dass jeder profane Wissenschaftler eine solche Arbeitsweise meistens ablehnt. So sieht man auch hier, dass ein Paradigmenwechsel letztlich immer und überall im Leben auftritt, gerade dann, wenn man sein Leben beginnt zu leben, und seine eigenen Muster, seine eigenen Programmierungen im Innen und im Außen kreiert, sodass man sein Leben selbst bestimmt.
Ein weiterer Punkt, der sehr gerne angeführt wird, sind die rituellen Arbeiten, da gerne in der Chaosmagie ohne einen festen Fahrplan, ohne einen rituellen Leitfaden, gearbeitet wird, da man eben das Ziel kennt, und in sich das Wissen und die Weisheit generiert (generieren sollte, generieren müsste), um dieses Ziel zu erreichen. Gerne wird darauf herumgeritten, dass dann diese Rituale, ohne Hilfsmittel auskommen. Ja, das ist toll! Funktioniert in der Hermetik letztlich auch! Genauso wie im Schamanismus, genauso im Voodoo, und in allen anderen Arten der Magie auch. Auch die henochische Magie, die Anglistik, also die Magie der Engel, die kabbalistische Magie kann ohne Hilfsmittel auskommen. Definitiv und ohne weiteres! Denn auch hier geht es darum, dass das eigene Ziel erreicht wird. Dass es dann immer irgendwelche Traditionalisten gibt, die Anfang zu heulen, zu schreien und zu krakeelen, ist leider menschlich. Wenn man, gerade in der heutigen Zeit, in der in der Esoterikszene die Menschen anspricht, die sich selbst als Schamanen bezeichnen, dass sie doch ihre Arbeit noch ohne Trommel, ohne dass „Pferd des Schamanen“ ausführen können, erntet man sehr schnell eine negative Reaktion. „Nein! Wenn man Schamanisch arbeiten will, muss man eine Trommel haben! Oder eine Rassel! Anders geht es nicht!“ - Glatt gelogen! Und zeigt deutlich, dass hier mehr Unkenntnis als Wissen vorhanden ist. Doch man kann dies alles auch mit einem klassischen Brettspiel vergleichen. Nehmen wir den absoluten Klassiker, nehmen wir das Brettspiel „Mensch-ärgere-dich-nicht“!
Wenn man dieses Spiel spielen will, gibt es gewisse Spielregeln, da es ansonsten langweilig oder auch chaotisch wird. Und dies kann man auch wieder als Analogie für alle erdenklichen Magiearten verwenden. Wenn ich zum Beispiel ein klassisches, hermetisches Planetenritual mache, zum Beispiel ein Merkurritual, dann besagt die Spielregel, dass hier alle Handlungen achtmal ausgeführt werden, in einer achtfachen Wiederholung, da die magische Zahl des Merkurs eben die „8“ ist. Spielregeln! Ich kann sie einhalten, ich kann sie aber auch über Bord werfen! Und dann springt man in die Chaosmagie, wobei ich sofort sagen will, dass man aber in diesem Zusammenhang die Planetenmagie, genauso wie die Spielregeln, kennen und auch beherrschen sollte. Denn ansonsten kann man nicht spielen. Wenn ich beim Mensch-ärgere-dich-nicht plötzlich ein Hotel bauen will, und zwar auf der Schlossallee, bin ich offensichtlich in einem anderen Brettspiel, im Spiel Monopoly. Oder wenn ich beim Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel plötzlich ein „Full House“ habe, oder plötzlich Schreie „Kniffel“ oder auch „Schachmatt“ brülle, wird es wirklich chaotisch. Wenn ich etwas beherrsche, kann ich es umändern, doch das beherrschen bedeutet auch, dass ich das gesamte Spiel verstehe. Und ja, es ist wirklich witzig, wenn man „Mensch-ärgere-dich-nicht“ ein wenig magischer gestaltet, und einfach mal mit den platonischen Körpern spielt, also mit verschiedenen Würfeln, wobei man dann hier natürlich den Tetraeder (Element Feuer), den Vier-Flächner, den W-4, auslassen sollte, da man sonst niemals aus dem „Pott“ kommt und somit nicht am Spiel teilnehmen kann. Es sei denn, man definiert die Spielregel so, dass man nicht eine 6 würfeln muss, sondern eine 4! Wenn man dann aber die anderen platonischen Körper verwendet, also einen klassischen Würfel, einen Hexaeder (Element Erde), einen Sechs-Flächner, einen W-6, einen Oktaeder (Elementluft), einen Acht-Flächner, einen W-8, einen Ikosaeder (Element Wasser), einen Zwanzig-Flächner, einen W-20 und einen Dodekaeder (Element Äther), einen Zwölf-Flächner, einen W-12, wird es wirklich spannend. Man würde hier zum Beispiel vielleicht meinen, dass der Spieler mit dem W-20 am schnellsten vorankommen würde. Tja, doch vielleicht kommt er überhaupt nicht aus seinem Häuschen, aus seinem „Pott“, von seiner Startposition weg, während der Spieler, mit dem W-6 hier ganz einfach der klassischen Spielregel folgen kann, und möglicherweise die besten Chancen hat, auch wenn der W-8 dann der nächste in der Reihe wäre. Gerade beim Spiel „Mensch-ärgere-dich-nicht“ gibt es sehr viele Varianten, doch alle haben sie Spielregeln.
Und so ist es auch in der Magie, wobei man dann wieder sagen muss, dass die Chaosmagie eben Wert darauf legt, dass es hier entweder keine Spielregeln gibt, oder dass alle Spielregeln berücksichtigt und, bei Bedarf, auch verwendet werden können, wenn es dem eigenen Ziel dient. Das wichtigste in der Magie ist stets der magische Mensch, der Protagonist, und hier ist wieder die Energiearbeit das Wichtigste, was man weiterführen kann, auf den wahren Willen, sodass hier, in Übereinstimmung mit dem wahren Willen, die Magie voll und ganz zelebriert werden kann, und zwar zu einem „perfekten Maß“, wobei sich dieses perfekte Maß auf jedes individuelle Ziel neu einstellen muss. Gerade der Wille ist in der Chaosmagie absolut essenziell, sodass hier eben die Seele, die Psyche, eine definitive Schlüsselposition besitzt, was wieder bedeutet, dass man hier sich selbst wahrlich kennen muss, man muss wissen, warum man wie agiert, funktioniert, tickt, handelt, verfährt und „spielt“, um dann den effektivsten, letztlich perfektesten Weg zum jeweiligen, individuellen Ziel zu erkennen, zu beschreiten, zu absolvieren und zu beenden.
Es geht also um den Willen, denn der Wille ist hier das primäre Werkzeug, es ist das primäre Werkzeug der Magie, es ist das primäre Werkzeug der Chaosmagie! Tja, doch gleichzeitig muss man sich erst einmal fragen, was ist der Wille überhaupt?! Es ist ja schon so, dass dieser Wille ein seltsames Ding ist, nicht wahr? Gibt es den Willen, nachweislich, biologisch, energetisch oder ist es nur ein theoretisches Konstrukt? Gibt es irgendwo im Körper eine Region, die den Willen definiert, vielleicht das Gehirn? Oder gibt es sogar Abstufungen und Unterteilungen, die man in Bezug auf den Willen treffen kann? Grundsätzlich kann man erst einmal sagen, dass der Wille zunächst ein „Etwas“ ist, welches sich auch in sozialen und philosophischen Bereichen finden lässt. Doch hier sind einfach nur individuelle Ideen von Psychologen, Soziologen, Pädagogen und anderen Wissenschaftlern aufgeführt, ohne die magische Komponente zu reflektieren. Wenn man sich jetzt das Wort „Wille“ anschaut und einmal in den verschiedenen Sparten der menschlichen Ideenwelt hineinschaut, wird man durchaus sehr unterschiedliche Zusammenhänge finden! Irgendwie ist der Wille ein geistiger oder intellektueller Impuls, der zur Verwirklichung bestimmter Ziele verwendet wird. Dies passt perfekt auf die Magie, dies passt perfekt auf die Chaosmagie, dies passt aber auch perfekt auf das gesamte Leben.
Doch der Wille ist noch mehr, denn er kann auch so gedeutet werden, dass hier individuelles Sehnen oder Begehren existiert, welches den Menschen beeinflussen, manipulieren, ermuntern oder antreiben kann, wobei man hier einen positiven Effekt sehen/deuten kann, wie auch einen negativen Effekt sehen/deuten kann. Der Wille steuert also irgendwie die Aktionen und Reaktionen des Menschen, was wiederum bedeutet, dass der Wille von persönlichen Entscheidungen abhängig ist, welche in die Tat umgesetzt werden.
Der Wille ist also immens wichtig, und gerade in der Magie, in allen magischen Bereichen, kann man den Willen ohne weiteres auch als einen kreativen Aspekt erkennen, verstehen und deuten! Doch gleichzeitig muss man hier wieder ein Ziel haben, denn um überhaupt irgendetwas zu „wollen“, muss man zunächst einmal ein Ziel erschaffen. Und schon ist man wieder kosmisch aktiv, wobei hier wieder „Kosmos“ die Ordnung ist, denn eine Zielerschaffung ist selbstverständlich ein kreativer Prozess, der einer inneren Ordnung unterliegt. Passt das denn zur Chaosmagie? Ja! Definitiv! Denn die Chaosmagie ist absolut individuell, und letztlich entscheidet der Wille, was möglich ist und was „gewollt“ wird, auch wenn das Ego dies meist anders sieht und schnell dieses und jenes haben möchte – zumindest, wenn es um magische Zielsetzungen geht, bei denen auch wieder höhere Energien, eigene Anteile und die eigenen Energiekörper involviert sind.
Chaos! Kosmos! Ordnung! Man muss hierbei verstehen, dass der Wille natürlich in sich selbst Muster besitzt, die es zu verstehen gilt. Diese Muster sind nun einmal Schablonen, Paradigmen, kosmische Parameter, ordentliche Parameter, Spielregeln. Wenn man sich jetzt den Willen im Unterschied zu reflexartigen Re-Aktionen anschaut, erkennt man, dass hier Entschlüsse bzw. allgemeine Beschlüsse, Überlegungen bzw. Beratungen vorliegen, in denen ein Agieren vorliegt, welches mindestens im Vorfeld über zwei alternative Handlungsmöglichkeiten verfügte, die in Betracht gezogen werden konnten, sodass diese kurz erwogen oder auch gründlich miteinander verglichen werden konnten. Neben irgendwelchen Gründen, die „dafür und/oder dagegen“ stehen, werden bei weitsichtigen Überlegungen auch absehbare Auswirkungen und weitreichende Folgen eines möglichen Tuns miteinbezogen. Hierdurch und in Hinblick auf den angestrebten Zweck des Zieles, kann das Ziel neu eingeschätzt und sogar neu gewichtet werden.
In diesem Zusammenhang wird unter Willensfreiheit auch eine Möglichkeit verstanden, welche von sich aus oder aus „ihrem Inneren“ heraus – also ohne äußeren Druck – entsteht, und sich selbst gebiert. Selbst ein innerer Zwang, der ohne Weiteres auftauchen kann, wird für diese Vorstellung erst einmal ausgeschlossen, denn für jede der „in der Vorstellung“ erwogenen Möglichkeiten, besteht die Freiheit zu handeln und beliebig entscheiden zu können. So sollte dieser „freie Wille“ ein Ziel sein, welches man mit der Magie und in der Magie erreichen und erfahren kann, da sich dieser Wille immens auf das alltägliche Leben auswirkt. Und dies hat doch dann wieder etwas mit dem wahren Willen zu tun, oder?
Nun, man muss erst einmal akzeptieren, dass die Begrifflichkeit des „wahren Willes“ ein rein mystisches Konzept ist, welches nicht bewiesen oder irgendwo im Menschen materiell gefunden werden kann! OK, einverstanden, es ist bis jetzt noch nicht gefunden worden! Und natürlich gibt es hier auch sehr verschiedene Sichtweisen, gigantisch viele Interpretationen, was denn dieser wahre Wille eigentlich ist! Lapidar kann man erst einmal sagen, dass man, wenn man seinen wahren Willen ausführt, wenn man seinen wahren Willen lebt, definitiv vom Kosmos, von der Ordnung, aber auch von allen energetischen Ebenen, also von DEM Kosmos, unterstützt wird! Doch der wahre Wille ist kein fixer Zielpunkt, nein, er ist lebendig, evolutioniert, verändert sich, geht seinen Weg, folgt seinem Weg, agiert in seinem Strom, denn man muss hier verstehen, dass der wahre Wille ein Prozess ist, der sich kontinuierlich weiterentwickelt. Hier greift dann die Selbstverwirklichung, die Erleuchtung, die Transzendenz ein, denn eine stellare Freiheit, welche eben NICHT von irgendeiner religiösen Gottheit bestimmt wird, sondern durch die eigene, individuelle und angeborene Göttlichkeit eines jeden Menschen, ist die Selbstevolution schlechthin. Und doch ist es so, dass man seine eigenen Muster hat, die man nicht ohne weiteres verändern kann. Gut, ich beziehe mich hier auf „die Halle der Schöpfung“, wo eben besondere kosmische Schwingungen existieren. Wie im letzten Kapitel erwähnt, gibt es hier Plihah – den Pfuhl der Existenz, Revah – den Amboss der Schöpfung und Gorelevah – den Kessel von Vorsehung und Ewigkeit! Aus Plihah, aus dem Pfuhl der Existenz / dem Schöpfungspfuhl, kommt „ALLES“, was bedeutet, dass auch hier die eigene Essenz, der eigene Kern, das eigene göttliche Potenzial herausgehoben wird.
Diese eigene Essenz, dieses eigene göttliche Potenzial wird dann für die eigene Existenzaufgabe, letztlich sogar für die verschiedenen Lebensaufgaben der verschiedenen, unendlichen Inkarnationen durch Revah, durch den Amboss der Schöpfung, geformt. Metaphysisch kann man hier davon sprechen, dass man ein „Herz“ bekommt, eines von vier verschiedenen Herzen! Man hat hier die Möglichkeit, dass entflammte Herz, das schweigende Herz, das gebundene Herz oder das gespaltene Herz zu erhalten – im metaphysischen Sinne. Im Anschluss erhält man dann noch einen Schluck aus dem Kessel von Vorsehung und Ewigkeit, also einen Schluck durch den Schöpfungsumstand „Gorelevah“, wo man einen der drei Quellen erhalten kann. Den lebendigen Quell, den versiegenden Quell oder den giftigen Quell – metaphysisch gesprochen. Hierdurch formt sich der wahre Wille, und durch den wahren Willen existiert auch die Möglichkeit, einmalig in der Halle der Schöpfung vorzusprechen, um sich … zu transzendieren! Doch das ist ein ganz anderes Thema! Es geht hier um den Willen! Es geht hier um die Chaosmagie, und da die Chaosmagie den Willen verwendet, muss man sich erst einmal darüber klar sein, was der Wille ist!
Um sich hier ein Bildnis zu erschaffen, sind Definitionen eigentlich perfekt! Gibt es denn solche Definitionen? Oh ja! Ich will hier einmal fünf klassische Definitionen bzw. Erklärungen aufführen, die jedoch aus pädagogischen bzw. psychologischen Quellen entnommen sind! Und danach, kommt die Definition des Willens, die ich verfasst habe!
Definition EINS:
Unter dem Begriff Wille versteht man die im Handeln zum Ausdruck kommende Fähigkeit der persönlichen Selbstbestimmung. Man übernimmt Verantwortung für sein Handeln. Daher muss für den Willensakt ein Maß von Wachheit und Einsicht vorausgesetzt werden. Der Handlungsvollzug kann sich zeitlich weit vom Entschluss absetzen (Hehlmann, W. (1967). Wörterbuch der Pädagogik. Stuttgart: Verlag Kröner; Seiten 575 und 576).
Definition ZWEI:
„Als Wille bezeichnet man (philosophisch) de dem bewussten Handeln zugrunde liegende Fähigkeit, sich bewusst aufgrund von Beweggründen (Motiven) für einen bestimmten Handlungsweg oder eine bestimmte Handlungsart zu entscheiden“ (Fröhlich, W.D. (1993). Dtv-Wörterbuch zur Psychologie. München: Verlag Deutscher Taschenbuch-Verlag; Seite. 433).
Definition DREI:
Dieser Begriff beschreibt die bewusste Entscheidung etwas zu erreichen. In der modernen Psychologie werden Wille und Absicht oft nur als Teil der Motivation gesehen. Außerdem geht die Psychologie davon aus, dass jeder Mensch Opfer seiner Erziehung ist. Auch kulturell gesehen ist der Wille wichtig. Die Viktorianer zum Beispiel glaubten an Willenskraft und waren überzeugt mit dieser alles erreichen zu können (Cohen, D. (1995). Lexikon der Psychologie. München: Verlag Heyne; Seite 343).
Definition VIER:
„Ein erlebnismäßig und funktional unterscheidbarer Teilprozess motivierten, zielgerichteten Handelns und der dem Handeln vorgeschalteten Entscheidung. Der Willensbegriff betont die bewusste Ausrichtung und Anspannung des Handelns, und damit die Anstrengungsbereitschaft auf ein Ziel hin. Die auffälligste Willensbekundung des Entscheidungsprozesses ist der Entschluss, eine bestimmte Alternative auszuwählen“ (Clauß, G. (1995). Fachlexikon ABC Psychologie. Frankfurt/Main: Verlag Harri Deutsch; Seite 518).
Definition FÜNF:
Das Bestreben, eine bestimmte Handlung auszuführen, wird als Wille bezeichnet. Es ist ein seelischer Vorgang, der auf die Verwirklichung eines vorgestellten Erfolgs gerichtet ist. Dabei wird das Ich als Ursache dieses Verhaltens erlebt. Ganz wichtig ist dabei der Entschluss, der auf psychischen Vorgängen und Motiven emotionaler Natur beruht. Auf den Entschluss folgt die Willenshandlung bei der zwischen Triebhandlung (nur ein Motiv vorhanden) und Wahlhandlungen (Auswahl unter mehreren Motiven) unterschieden wird (Häcker, H. & Stampf, K. (1998). Dorsch Psychologisches Wörterbuch. Bern: Verlag Hans-Huber; Seiten 950 und 951).
Definition Wille:
Der Wille ist die Energie der Magie, es ist die bewusste Handlung, die sich manifestiert, wenn die eigenen geistigen und körperlichen (hier sind auch die Energiekörper mit eingeschlossen) Fähigkeiten in eine fokussierte Bestimmtheit gelenkt werden, wodurch klare Absichten und auch Einsichten entstehen, die die Handlungen des Menschen zu Entschlüssen führen, die wiederum vollkommen bewusst geplant wurden, wobei diese bewussten Planungen sich auf alle energetischen Fragmente des Menschen beziehen, was wiederum bedeutet, dass nicht alle bewussten Handlungen vom Tagesbewusstsein des Menschen als solche erkannt und verstanden werden, da die eigenen, höheren Daseinszustände, wie z. B. die Energien des Atmankörpers, welche als „wahrer Wille“ deklariert werden, auf zugrundeliegende Fähigkeiten des Daseins „Mensch“ (was alle energetischen Daseinsformen mit einschließt) zugreifen, um signifikante Beweggründe, Motive, und Handlungsstränge zu erschaffen, die der Selbstevolution dienen, wodurch wiederum verschiedene Arten und Aktionen von Wille und Absicht als eine Motivationsschwingung verstanden werden können, sodass hier auch Energien entstehen, die man als funktionale Teilprozesse einer selbsterzeugenden, motivierten Handlungsbereitschaft deklarieren kann, wodurch man sich in einen Flow begibt, auf dass die bewusste Ausrichtung und Fokussierung des eigenen Handelns mehr und mehr energetisiert wird, sodass hier Willensbekundungen und Entscheidungsprozesse als zielgerichtete Bestrebungen verstanden werden, die dem eigenen Prozess der Evolution dienen, wodurch wiederum energetische Vorgänge entstehen, die sich auf die Verwirklichung eines geschaffenen „Seelenplans“ richten, auf dass das höhere Selbst als Ursache dieses Verhaltens verstanden und angenommen werden kann, wodurch die emotionale Natur verblasst und nur die Entschlossenheit der „wahren Willenshandlung“ als kosmische Triebfederhandlung (stellare Motivation der eigenen, höheren Anteile) zum Tragen kommt, um seinen Weg im Sein vollkommen zu erkennen, zu verstehen und zu beschreiten.“
Doch auch wenn diese Definition eigentlich ausreichend sein sollte, und irgendwie doch sehr passend ist für die Chaosmagie, denn Hirnknoten können bei dieser Definition wahrlich entstehen, genauso wie chaotische Gedankengänge, will ich dennoch eine weitere Aufschlüsselung anbieten! Es geht hier um die verschiedenen Arten des Willens, denn diese muss man definitiv berücksichtigen, wenn man sich magisch evolutionieren will, und auch, wenn man die Chaosmagie voll und ganz verstehen will. So will ich hier bewusst verschiedene Unterscheidungen treffen, Unterscheidungen zwischen „Willen“, „freien Willen“, „reinen Willen“ und „wahrem Willen“.
Der Wille
Der Wille ist immer der aktuelle Zustand des Menschen, wodurch das menschliche Leben und das menschliche Handeln bestimmt werden. Der Wille ist in diesem Fall das zielorientierte Bewusstsein, die Ratio, der Intellekt und das Tagesbewusstsein des Menschen.
Der freie Wille
Der „freie Wille“ ist eine Art Brückenbauer zwischen dem „Willen“ und dem „reinem Willen“, was aber gleichzeitig bedeutet, dass man als Mensch, unter Einsatz seines freien Willens, sein Schicksal der eigenen Inkarnation selbst bestimmen kann, da man innerhalb gewisser Grenzen zweifellos sein Schicksal in die eigene Hand nehmen kann! Der freie Wille setzt Prozesse in Gang, sodass man eine erkennbare Wirkung versteht, welche sich dann wiederum durch bewusstes Handeln in spezifische Richtungen lenken lässt. Hierbei können jedoch Entscheidungen außerhalb des Tagesbewusstseins getroffen werden, die jedoch ihre Quelle im Unterbewusstsein besitzen. Doch dadurch, dass diese Entscheidungen, diese Energien im eigenen Unterbewusstsein entstehen, kann der Mensch diese Schwingungen fragmentarisch steuern, wobei er keinen Einfluss auf deren Ursprünge hat, sondern nur auf die Wege ins Tagesbewusstsein.
Wenn man will, kann man dann den „reinen Willen“ als eine Triebfeder verstehen, wobei diese Triebfeder eben auch von vielen weiteren Umständen (die im Umfeld des Menschen existieren können, genauso wie in den energetischen Breiten, der gesamten Energiekörper des Menschen) beeinflusst werden kann, wodurch sich der Mensch in der magischen Praxis mit einer richtungsweisenden Kraft seines freien Willens nur begrenzt diesen Einflüssen widmen kann. Doch bei allen Beeinflussungen, bei allen kausalen Faktoren, muss auch immer darauf geachtet werden, dass die Wirkung des freien Willens gleicherweise durch die Kraft, mit der er ausgesandt wird, sowie durch seine Zielstrebigkeit und Zielsicherheit, bedingt ist. Ein schwacher Wille hat auch im unmittelbaren Umfeld eher wenig oder keinen Einfluss, wogegen ein starker Wille sogar eine Rolle im Weltgeschehen einnehmen und auf energetischen Ebenen spürbaren Einfluss haben kann.
Der reine Wille
Der „reine Wille“ ist in Bezug auf die anderen „Willenskonzepte“ erst einmal systemtheoretisch zu deuten, wodurch ein Übergang zum wahren Willen sich bildet. Der „reine Wille“ ist die Vorbereitung zur spirituellen Suche, zur Selbsterkenntnis und somit auch zum mystischen Tod, zum „Mors Mystica“, der auch einen Transformationsprozess des Willenskonzeptes darstellt. Der „reine Wille“ ist erneut wie eine Triebfeder zu sehen, eine Triebfeder, die in uns allen gespannt ist, sodass hier eine „Evolutionsrichtung“ angestrebt werden kann, eine Richtung, die „nach vorne“ oder „nach oben“ geht. Diese Triebfeder wird durch verschiedene Faktoren bedingt, wobei diese Faktoren primär das „kosmische Urprogramm“ ist, welches auf dem Amboss, also durch die Schwingung „Revah“ und durch den Kessel von Vorsehung und Ewigkeit, also durch die Schwingung „Gorelevah“ bedingt / programmiert wird. Es geht hier um Energien, die im eigenen Existenzkonstrukt vorhanden sind, wodurch jeder Mensch selbst das Maß seiner persönlichen Entwicklung steuert, bzw. fokussiert. Die meisten Entscheidungen werden aus dem eigenen Willen entschieden, der in diesem Fall etwas anderes als der reine Wille ist.
So ist in der Chaosmagie der reine Wille ein Arbeitsinstrument, welches im eigenen Inneren existiert, hier aber sehr bewusst aktiviert werden muss, um überhaupt in Erscheinung zu treten, denn das Ego wird hier dem reinen Willen unterworfen, da es um einen magischen Akt geht, der eine Zielsetzung beinhaltet, die sich letztlich außerhalb des Egos befindet. Dies bedeutet für den Prozess der Selbstevolution, für die magische Wirkweise der Chaosmagie, dass der reine Wille hier als essenzielles Zwischenziel gesehen werden kann, als Leitersprosse, die man benötigt, um die nächste Ebene zu erreichen. Dennoch muss man hier sehr achtsam sein, denn dadurch, dass man inkarniert ist, dass hier verschiedene Muster der Umgebung greifen, und der reine Wille aus dem Unterbewusstsein kommt, existiert die Möglichkeit, dass der reine Wille dennoch korrumpiert werden kann. Hier greifen wieder Dogmen, Paradigmen und charismatische Meinungsmacher, die materieller aber auch rein energetischer Natur sein können. Daher ist es wichtig, dass man in der Chaosmagie stets reflektiert, dass man seinen eigenen Weg beschreitet, seine eigenen Ziele erkennt, definiert und auch erreicht.
Der wahre Wille
Der wahre Wille ist das Optimum, das man bewusst erreichen kann. Es ist der Idealzustand, die optimale Anpassung, an die Anforderungen eines Systems, das in diesem Fall das Leben / die Existenz selbst ist. Der wahre Wille ist hochdynamisch, was bedeutet, dass er sich auf der einen Seite permanent verändert, auf der anderen Seite aber auch eine eigene Agenda besitzt, von der nicht abgewichen wird. So ist der wahre Wille die Schwingung eines Individuums, wobei diese Schwingung als absolut einmaliger Existenzsinn verstanden werden kann, den man unter gewissen Umständen mit der Vokabel „wahrer Wille“ betiteln würde. Diese gewissen Umstände sind die eigene Individualität, denn im Grunde kann nur jeder selbst entdecken, wie der wahre Wille geartet ist bzw. welche Strukturen und Energien ihm zu eigen sind. Der Zweck des Lebens ist, diesen wahren Willen zu finden und ihn dann zu verwirklichen, sodass das Leben in die Existenz übergeht bzw. sich mit dieser verknüpft und man am „großen Ganzen“ bzw. an seinem „Großen Werk“ arbeitet (was jedoch nicht mit dem kosmischen Großen Werk zu vergleichen ist). Das Entdecken und das Verwirklichen des wahren Willens sind ewige Prozesse im Leben und letztlich auch in der gesamten Existenz.
Diese Prozesse haben weder Anfang noch Ende, dennoch sind sie in der aktuellen Inkarnation linear. So ist der wahre Wille eines der wichtigsten (Teil)Ziele der Selbstevolution. Zwar werden sich nach dem Erschließen des wahren Willens neue Welten, Ebenen und Aufgaben öffnen und offenbaren, doch ist es ein riesiger Schritt, um überhaupt seinen wahren Willen zu erreichen, anzunehmen und auch mit diesem bzw. in diesem zu arbeiten.
Doch dieses „Erreichen“ wird definitiv nicht der Ideallinie folgen, auch wenn der wahre Wille diese anstrebt. Es kann hier sehr chaotisch werden, und hier greift wieder die Chaosmagie hinein, denn in diesem Kontext ist die Chaosmagie der Kosmos, die Ordnung selbst. Dadurch, dass man Wissen besitzt, über Weisheit verfügt, und in der Weisheit das Wissen anwenden kann, um seine Ziele zu verstehen, zu analysieren, zu definieren, zu erreichen und zu erfüllen, wird das Chaos geordnet! Doch bei all dem Wissen, bei der Weisheit ist es immer noch ein menschlicher Faktor, der berücksichtigt werden muss, wenn es um die Chaosmagie geht. Dies führt zu der Frage, ob es Chaosmagie schon immer gegeben hat?! Im Grunde ja, schon immer! Denn wenn man Wissen und Weisheit einsetzt, um seinen eigenen, perfekten Weg zu erkennen, zu analysieren, zu beschreiten und zu vollenden, dann hat man hier eben eine Art der Magie, die in diesem Zusammenhang, da sie eben absolut individuell ist, absolut zielorientiert und absolut einzigartig, die Chaosmagie darstellt, die Magie, die aus dem eigenen Chaos, den eigenen Zielpunkt, also die Lebensaufgaben und die Existenzaufgabe, herauskristallisiert. Doch leider ist es dann doch nicht ganz so einfach, wenn man hier ein wenig in die „Geschichte der Magie“ gehen will, um die Chaosmagie mit anderen magischen Strömungen zu vergleichen. Wenn man jetzt zum Beispiel die Chaosmagie mit der Hermetik vergleicht, kann man erst einmal sagen, dass die Chaosmagie definitiv Fragmente der Hermetik beinhalten KANN, jedoch definitiv nicht MUSS, da jeder Mensch SEINE Chaosmagie zelebrieren kann/soll/muss. In diesem Kontext könnte man sogar sagen, dass die Chaosmagie noch überhaupt nicht erfunden ist, gleichzeitig aber auch die aller erste und ursprünglichste Form der Magie war, da es einfach hier nur um DIE MAGIE selbst ging. Jedoch reicht das dem menschlichen Intellekt nicht, gerade dann nicht, wenn man sich eben ein wenig darauf versteifen will, Magiearten miteinander zu vergleichen, in Schubladen zu stecken, möglicherweise hier sogar Bewertungen durchzuführen, um für sich dann zu eruieren, was jetzt der beste Weg ist.
Nach der Definition, dass die Chaosmagie eben eine individuelle Magie ist, die ganz einfach alle Parameter erlaubt, kann dies bedeuten, dass die reine Hermetik in diesem Zusammenhang auch als Chaosmagie definiert werden darf, wenn der jeweilige Magier sich in diesem Zusammenhang allein auf die Hermetik bezieht, um sein Ziel zu verstehen, zu analysieren, in Angriff zu nehmen und zu erreichen.
Anfang! Ende! Zeitabschnitte! Wenn es um die ersten Begrifflichkeiten, um die ersten Veröffentlichungen, um die ersten philosophischen Ideen und Formulierungen geht, dann kann man sagen, dass die Chaosmagie AUF DER EINEN SEITE das aller erste Mal als Begriff in dem Buch „Liber Null: The Magic of Thanateros & Liber Nox“ vom Autor Peter James Carroll im Jahr 1978 auftrat, um hier eine „neue Sichtweise“ auf die Seele des Menschen, auf die Individualität des Menschen, und auf spezifische Rituale zu legen, die sich eben in der Riege der freien Entfaltung des eigenen Wissens und der eigenen Weisheit befanden, ohne Abhängigkeit von bestehenden Regeln und Systemen, sodass man hier eben das Chaos beschreiben kann, bzw. die Anwendung von Chaos und Magie, der Chaosmagie. Das Buch war erst einmal limitiert, sodass es hier insgesamt nur 100 Exemplare gab, und sich auch das Copyright auf die magische Gemeinschaft des IOT bezog, die „Illuminaten von Thanateros“, wobei heute der offizielle Titel /die offizielle Bezeichnung „The Magical Pact of the Illuminates of Thanateros“ lautet, eine Gruppierung, die 1978 „öffentlich“ wurde, in diesem Rahmen auch postulierte, dass sie gegründet worden ist, um sich auf die Erleuchtung, auf die Illuminierung von Liebe und Tod, von Tod und Liebe zu beziehen, da hier die beiden griechischen Wörter für Tod (Thánatos) und für Liebe (Eros) als Wortschöpfung neu zusammengesetzt wurden. Vier Jahre später, im Jahr 1982, kam ein weiteres Werk dazu, welches den Titel „Psychonautik – Liber Null II“ trug, und hier noch einmal weitere Ideen und Vorschläge unterbreitete. In den Werken ging es eigentlich darum, dass die persönlichen Arbeiten, die persönlichen Gedankenanstöße vermittelt werden sollen, die sich eben in der magischen Gemeinschaft des die IOT kristallisiert haben, sodass es hier um veränderte Bewusstseinszustände geht, die eben als Schlüssel verstanden werden sollten, als Schlüssel, die das eigene Potenzial erschließen konnten.
So ging es primär darum, dass in dieser neuen Zeit, in den späten 1970ger und frühen 1980ger Jahren die „überholte Magie“ aus den Jahren 1890 bis 1960 „neu aufgerollt werden“ sollten, wobei die Betitelung „überholte Magie“ nicht eine negative Wertschätzung darstellen soll/sollte, sondern vielmehr eine wortwörtliche Möglichkeit, da der Zeitgeist einfach viel schnelllebiger geworden ist, und die „geheime Logenpolitik“ wie sie eben in den vergangenen Jahrzehnten stets zelebriert wurde, ganz einfach „überholt“ wurde, überholt vom Zeitgeist, von der Schnelllebigkeit der Zeit und von dem Wissensdurst, welcher in den 1970ger und 1980ger mehr und mehr keimte.
AUF DER ANDEREN SEITE wird aber auch postuliert, dass die Chaosmagie bereits in den 1960ger Jahren in England sich herauskristallisierte und von verschiedenen magischen Gruppen erarbeitet wurde, da es eben darum ging, dass der alte Zeitgeist überarbeitet werden musste! In diesem Zusammenhang muss aber ein Grafiker, Maler und Künstler thematisiert werden, der in diesem Zusammenhang auch ein Magier war, auch wenn er sich selbst nicht wirklich so vollkommen als Magier gesehen hat – na ja, mal mehr mal weniger. Die Rede ist von Austin Osman Spare, der als Begründer und Erschaffer der klassischen Sigillenmagie gilt, wobei hier aber auch schon eine Modernisierung, in Bezug auf die Sigillen zum Mittelalter, zu finden ist. Doch Austin Osman Spare hat auch ein magisches System ins Leben gerufen, welches die Betitelung „Zos Kia Cultus“ erhielt, und, in der wortwörtlichen Übersetzung, so viel bedeutet wie: „hier und darüber hinaus“! In diesem Zusammenhang geht es auf der einen Seite hauptsächlich um die Maximen, Arbeitsweisen und Philosophien der praktischen Magie des Hexentums und der Naturreligion wobei hier nicht direkt Wicca gemeint ist. Eine Besonderheit von Austin Osman Spare war der Umstand, dass er sehr begabt war und auch viele magische Themen bildlich festgehalten hat, was dazu führte, dass seine Bilder in der magischen Szene eine Beachtung fanden. Mit 24 Jahren trat Austin Osman Spare in den magischen Orten Astrum Argenteum ein (im Jahr 1910), der Orden, der von Aleister Crowley gegründet wurde, und letztlich auch viel Beachtung fand. Doch nur zwei Jahre später trat Austin Osman Spare wieder aus, mit der Begründung, dass all die zelebrierten Rituale „leer“ und „geistlos“ seien, was natürlich dazu führte, dass Aleister Crowley Austin Osman Spare sicherlich mehrfach verfluchte!
Vielleicht war dies der Grund, dass Austin Osman Spare die „Zos Kia“-Magie ins Leben rief, die er in seinen Büchern nicht nur zelebrierte, sondern auch erklärte. Er verknüpfte die Magie mit der Psychologie des Siegmund Freud, indem er einfach die Erfüllung von Wünschen in magischen Ritualen propagierte. In der Zos-Kia-Magie geht es primär darum, den Wunsch im Unterbewusstsein zu verankern und ihn danach vollkommen zu vergessen, was man auch so deuten kann, dass es darum geht, dass man sich auf das persönliche Universum konzentriert, auf die eigene Psyche, auf das eigene Ich, auf das eigene Selbst und auf die eigene Macht, und dass man sich auf die Erfüllung seiner Wünsche fokussiert, was bedeutet, dass man sich den perfektesten Weg erarbeiten muss, wobei man hier alle erdenklichen Systeme verwenden kann, da es letztlich darum geht, sich auf das persönliche Universum zu fokussieren. So ist die „Zos Kia“-Magie eine sehr individuelle Nutzung der Magie, die klar macht, dass der Protagonist das Wichtigste in der magischen Arbeit ist. Nun, dies erinnert sehr deutlich an die klassische Chaosmagie, denn Austin Osman Spare postulierte, dass die Silbe ZOS, in der Zos Kia Magie, letztlich die Sphäre des Körpers ist, die als Ganzheit angesehen werden muss, werden kann, werden soll. So ist also auch hier wieder die Individualität absolut essenziell und tragend. Die Silbe KIA hingegen ist das beobachtende Selbst bzw. der eigene Gott oder auch das höhere Selbst, welches die Welt projiziert. Austin Osman Spare definiert selbst das Kia wie folgt:
„Die absolute Freiheit, deren Freisein mächtig genug ist, um ‚Realität‘ zu sein und dennoch frei zu sein in jedem Augenblick. [..] Je weniger über Kia gesagt wird, desto weniger wird es verschleiert.“
Die magischen Techniken dieser Magie zielen darauf ab, dass man bewusst in die Sphäre des Selbst dringt (dringen kann, dringen soll, dringen muss), sodass man sich energetisch hochfährt, und zu einer kosmischen Ekstase findet. Genau dies ist die Gnosis, die in der Chaosmagie postuliert wird. Denn durch die Gnosis, durch das Arbeiten mit dem eigenen Selbst werden die Grenzen der eigenen Individualität mit dem grenzenlosen Sein verschmolzen! Man kreiert also einen Kosmos, um das Chaos zu kontrollieren.
Hierbei bediente sich die Zos Kia Magie verschiedener Formen der Trance und Ekstase, sodass hier auch die Sexualmagie klar und deutlich thematisiert wurde, jedoch auch Invokationen und Evokationen, von verschiedenen Energien, Dynamiken, Entitäten und Wesen. Auch dies ist auf der einen Seite klassisch für die Chaosmagie, auf der anderen Seite kann es aber auch als atypisch gedeutet werden, da in der Chaosmagie sehr gerne postuliert wird, dass man in sich selbst alles hat, und dass man nichts anderes braucht. Dies würde aber bedeuten, dass man auch mit externen Energien eigentlich nicht arbeiten muss, arbeiten will. In Bezug auf die Zos Kia Magie ist es nicht überraschend, dass die Chaosmagie auch unter dem Titel „Erfolgsmagie“ (im Englischen eigentlich als Success Magic tituliert wurde) beschrieben wurde, da es letztlich genau darum ging. Es ging einfach darum, mit seinen eigenen Möglichkeiten, mit seinen eigenen Mitteln Erfolg zu haben, Erfolg in Bezug auf die eigenen Zielsetzungen. Doch, wenn man jetzt ehrlich ist, Chaosmagie hört sich irgendwie „interessanter“ an, als „Volksmagie“, nicht wahr?
Und wer hat jetzt recht? Wann wurde denn jetzt die Chaosmagie erfunden? Tja, leider kann man hier eben nicht wirklich den Finger drauflegen, sodass man, wenn man es denn will, die Vokabel „Chaosmagie“ definitiv das erste Mal im Werk „Liber Null: The Magic of Thanateros & Liber Nox“ vom Autor Peter James Carroll im Jahr 1978 findet! Dass sich aus dieser einfachen Vokabel dann eine ganze magische Richtung entwickeln würde, ist schon sehr interessant, beeindruckend und auch spannend. Hierbei muss man aber immer wieder bedenken, dass die Magie in diesem Zusammenhang absolut individuell eingesetzt werden sollte, gleichzeitig aber universell verstanden werden muss. Es geht nicht um einen spezifischen magischen Arbeitsstil. Nein, es geht um einen individuellen, absolut eigenen magischen Arbeitsstil. Manchmal hat man das Gefühl, dass hier bewusst die ausformulierten Prinzipien der klassischen magischen Linien und Schulen fortgelassen wurden, um eben neue Wege zu erkennen und letztlich auch zu beschreiten. Es geht immer um Innovationen, um Innovationen um die eigene Magie zu forcieren, sich gleichzeitig aber von den verschiedenen Dogmen, die man hier auch wirklich als abergläubisches Geschwätz, religiöser Irrtum, egomanische Selbstbeweihräucherung oder auch einfach Unwissen titulieren kann, trennen kann – manchmal mehr, manchmal weniger.
So sollte die Erfolgsmagie (man könnte hier auch zielorientierte Magie, ergebnisorientierte Magie, Fokusmagie oder auch Brennpunktmagie sagen) bzw. die Chaosmagie, einfach verwendet werden, um sein Leben zu erkennen, tief in die Magie einzutauchen, um sich dann vollkommen frei zu entfalten. So wurde in diesem Zusammenhang auch der Begriff „Chaos“ sehr bewusst gewählt, da diese Vokabel, zumindest in den späten 1970ger Jahren nicht im magischen Sinn vorbelastet war. Hätte man „göttliche Magie“ oder auch „Erfolgsmagie“, vielleicht auch „Jesus-Magie“ oder „Shiva-Magie“ verwendet, wäre hier sofort ein begrenzender Stempel aufgedrückt worden. Chaos war zwar bekannt, wurde jedoch nicht mit irgendwelchen „festen Statuten“, „dogmatischen Regeln“, „religiösen Ideen“ oder „magischen Möglichkeiten“ assoziiert. In diesem Zusammenhang ist die Wortwahl wirklich perfekt!
Es geht um das Erreichen des eigenen Ziels, wobei dieses Ziel als spezifisches Ergebnis gedeutet werden muss, sodass man hier weder irgendwelche besonderen rituellen, religiösen, symbolischen oder ornamentale Techniken, Aspekte, Anwendungen oder Traditionen verwenden muss, sondern nur sein eigenes Wissen, seine eigene Weisheit, woraus dann eine Mixtur entsteht, die entweder alles, nichts oder nur einzelne Aspekte der verschiedenen Gebiete verwendet. Man könnte auch sagen, dass die Chaosmagie ganz einfach postuliert, dass man die traditionellen magischen okkulten Techniken, mit wissenschaftlichen Erkenntnissen mischt, eine große Portion Psychologie und Psychoanalyse hinzugibt, die Selbstanalyse als Fundament verwendet, eine gesunde Skepsis als Würze hinzusetzt, und alle Glaubensansätze, alle Dogmen, alle Ideen und Maximen ausschließlich als Werkzeuge sieht, die man, wenn man der Meinung ist, dass diese Werkzeuge hilfreich sind, verwenden kann, definitiv aber nicht verwenden muss. Chaosmagie könnte man auch dahingehend beschreiben, dass hier an ein eigenwilliges magisches System entwickelt wurde, welches aus dem eigenen Willen so eigenwillig geworden ist!
Wenn man so will, kann man sagen, dass hier der Geist des Chaos, der Geist der Rebellion, der Geist des Wissens und der Geist der Weisheit existierte, und nach außen drängte. Man muss jedoch auch ein wenig berücksichtigen, wie die Magie sich in den Jahren zwischen 1890 und 1985 entwickelte.
Die großen, berühmten Orden, die in diesen Jahren unendlich viele Bücher und unendlich viele hervorragende magische Autoren hervorbrachten, verschwanden Stück für Stück von der Bildfläche. Es drängten neue Autoren hinaus, die sich aber erst einmal ihren Platz erkämpfen mussten. Neue Ansichten, neue Meinungen, neue praktische Arbeiten, neue Erfahrungen und neue Blickwinkel. Doch kurz vorher, in den 1960ger und frühen 1970ger Jahren, kamen magische Bücher von dem Autor Aleister Crowley in große populäre Schwingungen, genauso wie die englische „Wicca-Religion“, sodass hier starre Regeln, religiöse Verhaltensweisen und auch viele Dogmen präsentiert wurden, Dogmen die sich auch auf strikte Hierarchien beriefen. Dies war dem Chaos, der Chaosmagie und auch dem IOT ein Dorn im Auge, denn der IOT war in diesem Zusammenhang eher eine „freie und bunt zusammengewürfelte Gemeinschaft“, die eben keine Hierarchie besaß. Doch man muss ja auch sagen, dass in den Zeitabschnitten der 1970ger und 1980ger Jahre eben schon sehr viele gute Bücher existierten, Bücher die sich auch auf „experimentelle Magie“ bezogen, sodass auch hier eben Drogen eine Rolle spielten. Es wird hier zwar gerne von Aleister Crowley gesprochen genauso viel von dem Autor Israel Regardies und auch von Austin Osman Spares, doch muss man hier auch Timothy Leary erwähnen, der auch in den 1970ger Jahren hervorragende Bücher veröffentlichte.
In meinem Buch „Magisches Kompendium – Magie – Theorie und Praxis; ISBN 9783746731247“ sind hier ein paar Auszüge und Vorstellungen von berühmten Magiern und Autoren, die die spirituelle Welt definitiv bereichert haben, sodass man sich hier einen Überblick verschaffen kann. In Bezug auf die Chaosmagie soll es ausreichend sein, wenn man ganz einfach versteht, dass hier ein neuer Zeitgeist veröffentlicht wurde. Zwar wird heutzutage manchmal darüber geschmunzelt, dass eine magische Organisation, ein magischer Orden sich mit Chaosmagie beschäftigt, denn irgendwie scheint in den Köpfen der Menschen eine magische Gemeinschaft, ein Orden immer etwas Geregeltes zu sein, doch ist dies nicht ganz richtig.
Eine magische Gemeinschaft kann vollkommen chaotisch frei sein, denn, wie gesagt, die Chaosmagie bezieht sich einfach darauf, dass man seinen eigenen Weg erkennt und seinen eigenen Weg beschreitet, sodass man sein eigenes Ziel erreichen kann, und selbstverständlich kann man auch dies in Gruppenarbeiten machen, um eben einen Austausch zu generieren, um sich zu reiben, um verschiedene Blickwinkel und Kritiken zu erhalten, sodass man hier eben eine effektivere und letztlich auch bessere Analyse starten kann, das eigene Ziel auch erreichbar ist. Die Vokabel „Orden“ muss nicht zwingend etwas „Ordentliches“ beinhalten, nein, es kann auch etwas „Chaotisches“ sein. Ein weiterer Umstand, der bei vielen ein Schmunzeln auslöst, ist das Symbol der Chaosmagie. Die Chaosmagie hat ein Symbol? Ja, auf der einen Seite sieht man dieses Symbol auf dem Cover dieses Buches, auf der anderen Seite sieht man es … hier:


Aha! Das ist also das Zeichen der Chaosmagie. Sieht ziemlich geordnet aus, nicht wahr?
Gut, die dreidimensionale Darstellung könnte schon ein wenig an Chaos erinnern, wobei man hier, wenn man ein Koordinatensystem postulieren würde, die x-Achse, die y-Achse, die z-Achse und eine w-Achse hätte, und ja, dies würde letztlich auch einen Zeitstrang implizieren, bzw. die vierte Raumdimension, sodass hier eben auch eine besondere Ausdehnungsrichtung gekennzeichnet ist. Ganz schön wissenschaftlich für die Chaosmagie, oder? Nicht ganz! Es ist erst einmal ein Symbol, und hierbei ist es egal, ob dieser achtstrahlige Stern einfach als Chaosstern oder auch als Chaoskugel definiert ist. Es wird sowieso davon ausgegangen, dass Peter James Carroll sich hier Inspirationen geholt hat, Inspirationen aus der Fantasyliteratur. Doch selbst wenn das so ist, ist das vollkommen legitim, denn erst einmal kann jeder seine Inspirationsquellen so verwenden, wie er will. Selbst wenn Peter James Carroll sich von der Bibel, vom Koran, von der Thora, vom Talmud, von Herr der Ringe oder von irgendwelchen Büchern von Aleister Crowley hätte inspirieren lassen, ist dies vollkommen legitim, vollkommen normal, denn genau deswegen existieren Lehrbücher. So soll, oder so könnte, diese Inspiration vom Fantasyautor Michael John Moorcock stammen. Doch eigentlich ist dies irrelevant, denn die Inspiration geht sehr viele Wege. Soll? Na ja, eigentlich stammt es von dem Fantasyautor Michael John Moorcock, doch es wird gerne geleugnet, da es dann doch ein wenig „unmagisch“ ist. Warum eigentlich?!? Im Grunde sind Fantasyautoren klassische Chaosmagier, da sie ganze Welten erschaffen und sich an neue Ideen herantasten, und hier auch echte magische Systeme erfinden, wodurch wieder andere, magische Menschen inspiriert werden. Als Beispiel ist hier der Autor Brandon Sanderson zu nennen, der in vielen seiner Bücher sehr viele magische Ideen systematisch umgesetzt hat.
Ja, ja, das Symbol des Chaos. In dem Roman von Michael John Moorcock (The Eternal Champion, 1970 veröffentlicht) steht es unter anderem für besondere Kräfte, Kräfte die sich auf „Gesetz und Chaos“ beziehen, und in dem Roman als epische, metaphysische Kräfte gelten, die durch das „kosmische Gleichgewicht“ in Balance gehalten werden. Es ist ein eingängiges Symbol, welches man dann eben auch noch ein wenig variieren kann, sodass hier auch zum Beispiel die Begriffe „Chaoskreuz“ oder auch „Pfeile/Arme des Chaos“ als Betitelung herhalten. Manchmal wird auch der Begriff „Chahafte / Chaossphäre“ verwendet.
Wenn man das Symbol aber aus anderen Blickwinkeln betrachtet, hat man hier erst einmal eine Windrose, hat aber auch hier ein buddhistisches Symbol, und, was ein wenig witzig ist, da die Chaosmagie unter anderem entstanden ist, da die Wicca-Religion viele Dogmen besitzt, kann man hier auch den Sabbatkreis / das Sabbatrad deutlich erkennen, was jedoch sehr „jung“ ist, denn die acht Sabbate wurden letztlich auch erst nach 1960 so zusammengestellt, dass es hier acht heidnische Feste zum Feiern gab. Interessant ist bei diesem Symbol noch die Tatsache, dass es letztlich auch direkt mit der Venus verknüpft werden kann, mit der sumerischen Göttin Inanna (im Babylonischen ist es Ištar), die Göttin der Liebe, der Lust und des Krieges, die eben mit dem Himmelskörper der Venus assoziiert wird. Eine weitere Verbindung findet man im Hinduismus, im Buddhismus und im Jainismus, wo es das Symbol „Dharmachakra“ / „Dhammacakka“ / „Rad des Dharma“ gibt. Man sieht also, dass das Symbol nicht wirklich neu ist, und dies sagt letztlich auch Michael John Moorcock, der das Symbol, laut eigener Aussage, am Küchentisch skizziert hat, als er in seinem Roman vertieft war, und sich darüber Gedanken machte, welche Symbole hier eine Verwendung finden könnten. Genau deswegen sind Fantasyautoren wirklich echte Chaosmagier, denn letztlich greifen sie auf das kollektive Unterbewusstsein der Menschen zu, und filtrieren etwas heraus, was für sie persönlich nützlich ist, und was zur eigenen Zielerfüllung führt. Das Ziel von Michael John Moorcock war es, ein Symbol zu erstellen, welches er plastisch beschreiben kann, und auch einen gewissen Reiz in seinem Fantasyroman besitzt. Dies war eben der Chaosstern!
Hier einmal eine klassische Windrose, dann der Stern von Inanna und letztlich das Dharmachakra!

Recht witzig, oder auch aberwitzig, wird es, wenn dann aber postuliert wird, dass Peter James Carroll auch in seinen weiteren Büchern ein magisches System kreiert hat, ein System der Farben, eine Magie der Farben, und dass hier die Inspiration selbstverständlich auch auf einem Fantasyroman basierte. Diesmal ist der Autor Terry Pratchetts zu nennen, der in seinem Buch „Die Farben der Magie / The Colour of Magic“, welches 1983 erschien, ein entsprechendes System vorstellte. Peter James Carroll verwies auch in einer Fußnote auf diesen Ursprung. Nun, wo her hatte aber Terry Pratchetts die Inspirationen und Ideen her? Ach ja, er war ja ein Fantasyautor, und die kreieren ja in ihrem Inneren, nicht wahr? Oder gab es hier vielleicht doch irgendwelche Entsprechungen? Nun, welche Farben gibt es denn bei dieser besonderen Farben Magie, die sich auch auf die Chaosmagie bezieht. Im Werk „Liber Kaos“ schlägt Peter James Carroll folgende Zuordnung vor:
Schwarz: Todesmagie
Blau: Vermögensmagie
Rot: Kriegsmagie
Gelb: Egomagie
Grün: Liebesmagie
Orange: Denkmagie
Violett oder Silber: Sexualmagie
Oktarin: Reine Magie
Schwarz, Blau, Rot, Gelb, Grün, Orange, Violett oder Silber. Doch was ist Oktarin?!? Erst einmal ist es eine Kunstfarbe, die in diesem Kontext eine Wortneuschöpfung ist. Es soll die achte Farbe des Farbspektrums sein, sodass es eben DIE Farbe DER Magie ist, und letztlich nur von magischen Personen (oder auch von Katzen) wahrgenommen werden kann, da es hier also um eine energetische Schwingung geht, die primär astral zu deuten ist, bzw. mit dem Stirnchakra. Und JA, diese Farbe bezieht sich wirklich auf den Autor Terry Pratchetts und auf sein Werk „Die Farben der Magie / The Colour of Magic“! Hier wird dann sogar eine Beschreibung der Farbe abgegeben, sodass es sich um eine Mischung aus gelblichgrünes Violett handeln soll. Aha, interessant! Es ist also ein Farbmischmasch! Kein Problem! Und die anderen Farben? Irgendwoher müsste man diese doch kennen, oder?
Und wenn man sich so dieser Reihenfolge anschaut, und dann zufällig (also ZU-fällig) einmal in die Planetenmagie hineingeht, oder auch zufällig (also ZU-fällig) in die verschiedenen Farbzuordnungen der Sephiroth im Sephiroth, wird man wirklich überrascht sein, dass es hier große Ähnlichkeiten gibt. Schauen wir doch mal, was es dafür interessante Aufschlüsselungen und Zuordnungen gibt.
„Saturn“: Tod, Transformation, Durchhaltevermögen, Beharrlichkeit, Umformung, Sparsamkeit, Einfachheit, Demut, Hingebung, Respekt, Tribut, Treue, Disziplin, Ordnung, Zucht, Drill, Maßregelung, Festigkeit, Fruchtbarkeit, Beständigkeit, Härte, Unnachgiebigkeit, Widerstand, Fleiß, Strebsamkeit, Takt, Bescheidenheit, Ernst, methodische Arbeitsweise, Beschäftigung mit schweren Problemen, Gewissenhaftigkeit, Zurückhaltung, beherrschtes Gefühlsleben, Pflichtbewusstsein, Ernst, Verantwortungssinn, Gerechtigkeit, Gründlichkeit, Ausdauer.
Farbzuordnung: Schwarz, Grau
Sephiroth im Sephiroth: Binah (farbliche Darstellung in Schwarz)
Metall: Blei
Form: Dreieck
Edelsteine: Onyx, schwarzer Diamant, schwarzer Sternsaphir, schwarzer Saphir, schwarzer Granat, schwarzer Spinell
Magische Ziffer: 3
„Jupiter“: Glück, Erfolg, Überfluss, Wohlstand, Segen, Gewinn, Vorzug, Genuss, Reichtum, Glauben, Führungskraft, Ansehen, Einfluss, Prestige, Großzügigkeit, Offenheit, Ehrlichkeit, Menschenführung, Gutmütigkeit, Wohltätigkeit, Protektion, reiches Selbstvertrauen, selbstbewusster Führungswille, Lebensfreudigkeit, Edelmut, Gerechtigkeitsliebe, Verinnerlichung, religiöse und sittliche Bestrebungen, weitgehende Pläne, Pflichteifer, Korrektheit, Zielbewusstsein, Umsicht, Kameradschaftlichkeit, Beliebtheit
Farbzuordnung: Blau, Violett
Sephiroth im Sephiroth: Chesed (farbliche Darstellung in Blau)
Metall: Zinn
Form: Quadrat, Rechteck
Edelsteine: Blauer Saphir, Tansanit, Amethyst, Aquamarin, Turmalin, Indigolith, Iolith, Kyanit, Lapislazuli, Topas, Hemimorphit
Magische Ziffer: 4
„Mars“: Kampf, Stärke, Krieg, Widerstand, Rebellion, Macht, Gewalt, Festigkeit, Durchsetzungskraft, Taktik, Planung, Strategie, Mut, Courage, Tapferkeit, Entschlossenheit, Furchtlosigkeit, Animusenergie, Eroberung, Bezwingung, Erstürmung, Unterwerfung, Schlagfertigkeit, Selbstvertrauen, Geschicklichkeit, Ausdauer, Zielbewusstsein, Tatendrang, Freiheits- und Unabhängigkeitsdrang, Unbeugsamkeit.
Farbzuordnung: Rot
Sephiroth im Sephiroth: Geburah (farbliche Darstellung in Rot)
Metall: Eisen
Form: Pentagramm, Pentagon (Fünfeck)
Edelsteine: Feueropal, Spessartit, Padparadscha-Saphir, Granat, Pyrop, Kunzit, Rubin, Rhodochrosit, Rhodolith, Rhodonit
Magische Ziffer: 5
„Sonne“: Erkenntnis, Weisheit, Harmonie, Ausgleich, Macht, Führung, Autorität, Königswürde, Umsicht, Sorgfalt, methodisches Denken, kritische Einstellung, analytische Fähigkeiten, Beobachtung von Feinheiten & Unterscheidungen, Furchtlosigkeit, Entschlossenheit, Geduld, Hilfsbereitschaft, Unternehmungslust, Ehrgeiz, Gestaltungskraft, Ordnungsliebe, Anpassungsfähigkeit, entgegenkommend, extravertiert, gütiger Wille, Stolz, Ruhe, Besitzstreben.
Farbzuordnung: Gelb, Gold
Sephiroth im Sephiroth: Tiphereth (farbliche Darstellung in Gelb)
Metall: Gold
Form: Hexagramm, Hexagon) (Sechseck – aber auch Dodekagramm, Dodekagon (Zwölfeck)
Edelsteine: Diamant, Goshenit, Petalit, Zirkon, Granat, Pyrop, Kunzit, Rubin, Rhodochrosit, Rhodolith, Rhodonit
Magische Ziffer: 6/12
„Venus“: Liebe, Erotik, Gunst, Partnerschaft, Beziehung, Gemeinschaft, Innigkeit, Hingabe, Edelmut, Weiblichkeit, Sinnlichkeit, Entwicklung, schöpferische Kräfte, Sinn für Schönheit und Kunst, Geselligkeit, gute Umgangsformen, gewinnendes Wesen, Freigebigkeit, Lebensfreude, Lust, Begeisterung, Hingebung, Herzlichkeit.
Farbzuordnung: Grün
Sephiroth im Sephiroth: Netzach (farbliche Darstellung in Grün)
Metall: Kupfer
Form: Heptagramm, Heptagon (Siebeneck)
Edelsteine: Chrysopras, grüner Saphir, Malachit, Moldavit, Tsavorit, Peridot, Demantoid, Smaragd.
Magische Ziffer: 7
„Merkur“: Wissen, Talent, Bildung, Auffassungsgabe, Ausdruckfähigkeit, Kommunikation, Heilung, Belebung, Gesundheit, Lebenskraft, Linderung, Besserung, Raffinesse, Klugheit, Schnelligkeit, Leichtfüßigkeit, Verstand, Intellekt, Humor, Logik, Lernen von Sprachen, erhöhte Sinneswahrnehmung, scharfe Beobachtung, echte Kritik, verbale Schlagfertigkeit, Begeisterung, Lerneifer, hohe geistige Tätigkeiten, Formensinn, Vermittlertätigkeit, Diplomatie, vielseitige geistige Veranlagung, gutes Gedächtnis.
Farbzuordnung: Orange, schillernde Farben (Regenbogen etc.)
Sephiroth im Sephiroth: Hod (farbliche Darstellung in Orange)
Metall: Quecksilber, Messing
Form: Oktagramm, Oktagon (Achteck)
Edelsteine: Citrin, Bernstein, Andalusit, Hessonit, Spessartit, Sphen, Heliodor, Chrysoberyll
Magische Ziffer: 8
„Mond“: Intuition, Mentalität, Wachstum, Minderung, zyklische Energien, Erfolgs- und Schutzarbeiten, Energiewachstum, Kreativität & Inspiration, Fruchtbarkeits- und Liebesarbeiten, gesteigerte Intuition & Spiritualität, mediale Fähigkeiten, Schattenarbeit, Animaenergie, Seelenreisen, Jungfraueneigenschaften, Mütterlichkeit, Weisheitsaspekt, Furienthematik.
Farbzuordnung: Silber, Weiß, Perlmutt
Sephiroth im Sephiroth: Yesod (farbliche Darstellung in Violett)
Metall: Silber
Form: Nonagramm, Enneagramm, Nonagon (Neuneck)
Edelsteine: Perle, Bergkristall, Perlmutt, Mondstein, Mondlicht-Topas.
Magische Ziffer: 9
Diese sieben Himmelskörper, diese sieben „klassischen Planeten des Altertums“ existierten schon immer, was bedeutet, dass es hier keinen Entdeckungszeitraum gibt. Selbst in Höhlenmalereien, waren diese Himmelskörper thematisiert, sodass nicht bekannt ist, wann wirklich diese Himmelskörper entdeckt wurden, da man sie auch von der Erde mit bloßem Auge sehen kann. Und es ist definitiv nicht überraschend, sondern uralt, dass die jeweiligen Farben, die sich eben auch auf die Metalle beziehen, auf die Schwingungen, auf die mentalen und emotionalen Zuordnungen, plötzlich in der Chaosmagie auftauchen. Gut, man könnte hier propagieren, dass es ein Zufall / ZU-Fall gewesen ist. Dies könnte man dann auch in Bezug auf den Autor Terry Pratchetts und auf sein Werk „Die Farben der Magie / The Colour of Magic“ anwenden. Man könnte aber auch einfach sagen, dass hier das Wissen bekannt war, da es, auch in der Riege der Fantasyautoren, die sich auf Magie bezogen, einfach ein allgemeines Wissen war. Hermetik war jetzt nicht so streng geheim, dass man nicht hier Zuordnungen treffen konnte. Unendlich viele Bücher waren bereits veröffentlicht, die sich genau darauf bezogen. Und hier hat Terry Pratchetts sogar noch einen hervorragenden Kunstgriff gemacht, indem er die achte Farbe genommen hat, was man auch, wenn man hier eine Mischung aus „Gelb und Grün mit ein wenig Violett“ sehen will, sehr einfach mit der Zuordnung des Uranus, also hellgrün/oliv (manchmal aber auch farblos/transparent, was wiederum bedeutet, dass hier alle Farben enthalten sind, und gleichzeitig keine) parallel setzen kann.
Und Uranus wurde eben erst später entdeckt, genauso wie Neptun, genauso wie Pluto und auch Chiron. Hierbei sind Uranus (13.03.1781) und Neptun (23.09.1846) „echte Planeten“, während Pluto (18.02.1930) zuerst den Status eines Planeten hatte, dann aber als „Zwergplanet“ eine andere Zuordnung erhielt, denn es gab dann doch noch viele Himmelskörper, die sich jenseits der neptunischen Bahn befinden, und hier als TNO’s als Trans-Neptunische Objekte tituliert sind (Eris, mit seinem Trabant Dysnomis, Pluto, mit seinen Trabanten Styx, Nix, Kerberos, Charon und Hydra, Makemake, (ohne Trabant), Haumea mit seinen Trabanten Namaka und Hi’iaka, Sedna (ohne Trabant), Gonggong bzw. 2007 OR10 (ohne Trabant), Quaoar (mit seinem Trabanten Weywot und letztlich Orcus, mit seinem Trabanten Vanth. Man sieht, dass hier viele Namen aus den verschiedenen Unterwelten thematisiert wurden, mal abgesehen von dem vorläufigen Namen „2007 OR10“, während Chiron ein großer Asteroid aus den Gruppen der Zentauren/Kentaueren ist, ein Begriff, der sich auf ein Hybridwesen, auf ein Pferde-Menschen-Hybrid, in den griechischen Sagen bezieht, und sich vom griechischen Begriff „kentein“ ableitet, was so viel wie „anspornen“ heißt! Chiron wurde am 18.10.1977 entdeckt, hatte aber durch seine Bezeichnung großes Interesse bei Astrologen und Planeteninteressierten geweckt. Dies galt dann für die ganzen Trans-Neptunische Objekte jedoch nicht, außer für Pluto, der eben am 18.02.1930 entdeckt wurde. Daher will ich jetzt einmal die kurze Übersicht der anderen „magischen Himmelskörper“ fortführen:
„Uranus“: Individualität, Veränderungen, Rebellion, Kampf, Transformation Aufbrechen alter, überholter Strukturen, Freiheit, Gleichberechtigung, Innovation, Tatendurst, Forscherdrang, moderne Kommunikation, Technisierung, Magie, Mystik.
Farbzuordnung: Hellgrün, Oliv, Transparent (weiß)
Sephiroth im Sephiroth: keine direkte Zuordnung, gerne aber der Sephirah Chokmah zugeordnet (farbliche Darstellung in „allen Regenbogenfarben“)
Metall: Aluminium/Duralumin
Form: Dekagramm, Dekagon (Zehneck)
Edelsteine: Bergkristall, blaugrüner Turmalin, Paraiba-Turmalin, Apatit, Malachit, Moldavit, Tsavorit, Demantoid
Magische Ziffer: 10
„Neptun“: Sensitivität, Intuition, Schöpfung, Auflösung, Transformation, Illusion, Raffinesse, Klugheit, Hingabe, Pflichterfüllung, Berufung, Vertrauen, Erleuchtung, Magie, Mystik.
Farbzuordnung: Hellblau, Türkis, Transparent (weiß)
Sephiroth im Sephiroth: keine direkte Zuordnung, manchmal auch der Sephirah Chokmah zugeordnet, manchmal aber auch Kether zugeordnet (farbliche Darstellung in „allen Regenbogenfarben“ oder in weiß)
Metall: Zink
Form: Undekagramm, Undekagon (Elfeck)
Edelsteine: Bergkristall, Ceylon-Saphir, Meeres-Topas, Londonblauer-Topas, Chalzedon, Aquamarin, Ratanakiri-Zirkon, Stern-Saphir, Tansanit, Türkis.
Magische Ziffer: 11
„Pluto“: Schicksal, Fügung, Unvermeidlichkeit, Mystik, Magie, Okkultismus, Tod, Transformation, Schattenarbeit, Macht, Regeneration, Vielfältigkeit, Psychometrie, Theosophie, Metaphysik, Ontologie, Haghyparxis, Pansophie.
Farbzuordnung: Dunkelblau, Grauschwarz
Sephiroth im Sephiroth: keine direkte Zuordnung, manchmal auch der Sephirah Chokmah zugeordnet, manchmal aber auch der Sphäre Daath (farbliche Darstellung in „allen Regenbogenfarben“ oder in grau)
Metall: Platin
Form: Tridekagramm, Tridekagon (Dreizehneck)
Edelsteine: Mitternachtsblauer Saphir, blauer Saphir, Amethyst, Onyx, Kyanit, Matrix-Opal, Tahiti-Perle, schwarzer Opal, schwarzer Saphir, schwarzer Granat, schwarzer Spinell, Galenit.
Magische Ziffer: 13
„Chiron“: Heilung, Bildung, Unterweisung, Aufklärung, Führung, Hingabe, Lehren, Vermittlung, Diplomatie, Schlichtung, Harmonie, Ausgleich, Multidimensionalität, Großes Werk, Demut, Dienst, Berufung, Ganzwerdung, Erkenntnis, Erfahrung, Erleuchtung, Weisheit, Intelligenz, Illuminierung.
Farbzuordnung: Grau
Sephiroth im Sephiroth: KEINE!
Metall: Titan
Form: Oktagramm, Oktagon (Achteck), Undekagramm, Undekagon (Elfeck)
Edelsteine: Diamant, Goshenit, Petalit, weißer Quarz, weißer Saphir, weißer Topas, Zirkon, Obsidian, Schneeflockenobsidian, armenischer Obsidian, Gagat (Jet), Hämatit, Rauchquarz
Magische Ziffer: 8/11
So sieht man also hier, dass die ominösen Farbzuordnungen, die sich auf den Autor Terry Pratchetts und auf sein Werk „Die Farben der Magie / The Colour of Magic“ beziehen, uralt sind, bekannt sind, kein großes Geheimnis darstellen, und hier zeigen, dass eben die Magie auch von Fantasyautoren verwendet wird, da diese Systeme eingängig sind, irgendetwas mystisches haben, und auch eine besondere Schwingung besitzen. Tja, eine Magie, die eigentlich Systeme, Regeln, Schablonen und Vorgaben ablehnt. Sehr seltsam! Dies zeigt wieder, dass Magie etwas Individuelles ist, und dass man hier nicht immer alles auf die Goldwaage legen darf, und erst recht keinen Autor, magischen Menschen, Erfinder von irgendwelchen Religionen oder magischen Systemen emporheben sollte. Entweder hat Peter James Carroll hier ganz bewusst die Farben der Planetenmagie, die Farben der Hermetik, die Farben der Kabbalah verwendet, wobei man hier ja sogar sieht, dass bei der Sexualmagie entweder die Farben Silber oder Violett verwendet werden, also entweder direkt dem Mond zugeordnet sind, oder der Sephirah Yesod, was aber in diesem Kontext identisch wäre.
Dann schauen wir uns doch noch einmal die Zuordnung der Chaosmagie an:
Schwarz: Todesmagie = Saturn und Binah
Blau: Vermögensmagie = Jupiter und Chesed
Rot: Kriegsmagie = Mars und Geburah
Gelb: Egomagie = Sonne und Tiphereth
Grün: Liebesmagie = Venus und Netzach
Orange: Denkmagie = Merkur und Hod
Violett oder Silber: Sexualmagie = Mond und Yesod
Oktarin: Reine Magie = die „anderen Planeten“ und die Sephirah Chokmah, vielleicht auch die Sphäre Daath oder Kether, wobei Kether alles ist!
Ein strikteres System als die Hermetik und die Kabbalah gibt es eigentlich nicht, da hier eben doch einige Dogmen existieren, Dogmen, die man aber auch als Fundament deuten kann. Doch in Bezug auf die Chaosmagie muss man hier ganz klar sagen, dass es in diesem Kontext unpassend ist, es sei denn, man sieht es als Baugrund, als Denkmuster, welches man für sich bei den ersten Schritten verwenden kann, sodass hier bewusst „Stützräder“, „Schwimmflügel“ oder auch „Krücken“ für den magischen Neuling, den Neuling der Chaosmagie, erschaffen wurden, um erst einmal hier hinein zu schnuppern. Und dennoch ist es merkwürdig, denn die Chaosmagie ist eigentlich darauf bedacht, dass hier das Wechseln der verschiedenen magischen Möglichkeiten, das Wechseln der Paradigmen, beinahe als Regel, als ein oberstes Gebot verstanden werden kann, verstanden werden soll. Na gut, ein „verstanden werden soll“ ist es nicht unbedingt, da selbstverständlich hier die Individualität geachtet wird, und eben keine Vorschriften existieren.
Es geht hierbei einfach um die Möglichkeit, sich selbst zu erkennen, sein eigenes Wissen und seine eigene Weisheit anzuwenden, um dann den effektivsten Weg zu finden – der effektivste Weg muss nicht immer der kürzeste Weg sein –, um sein Ziel zu erreichen. Hier wird gerne postuliert, dass die Chaosmagie so aussehen kann, dass man ein klassisches, hermetisches Öffnungsritual wählt (zum Beispiel das berühmte Pentagrammritual, oder das Rosenkreuzer Ritual, welches dann eben auch in Hebräisch zelebriert wird, oder auch in Henochisch), danach ein Ritualfragment kommt, um gezielt mit den Energien zu arbeiten, um hier also einen energetischen Filter zu setzen (wenn man jetzt dann eben mit der Todesmagie arbeiten würde, wären hier Ritualfragmente aus der Nekromantie sinnig, aber auch aus dem Voodoo, wenn man hier zum Beispiel Baron Samedi, Maman Brigitte oder auch Baron La Croix wählen würde), um dann im Hauptteil sich vollkommen frei zu entfalten und das eigene Ziel zu erreichen – vielleicht hier eben mit der Magie der Runen, mit henochischer Magie, kabbalistischer Magie, Anglistik, Santería, Sigillenmagie, Arbeiten mit spezifischen Wesen, vielleicht die Dschinns, oder andere Naturgeister –, sodass hier die Chaosmagie auch berechtigt betitelt ist. Da meistens nach den magischen Ritualen auch immer Reinigungen und Bannungen stattfinden, kann man hier zum Beispiel auch christliche Fragmente einbauen, indem man Teile eines klassischen Exorzismus verwendet. Man könnte hier aber auch das leoninische Michaelsgebet nehmen, wobei man dann schon wieder diskutieren kann, ob man im Christentum noch ist, oder sich langsam der Anglistik annähert. Vielleicht will man aber auch dann die eigenen Ahnen oder auch verschiedene Naturenergien kontaktieren, sodass diese eine Reinigung und eine Bannung ausführen, wobei man hier entweder mit schamanischen Techniken arbeitet, oder vielleicht auch die „Herren der Wachtürme“ anruft, die eben im Wicca, bzw. im Hexentum, eine Verwendung finden. Ja, das wäre Chaosmagie.
Bei diesen ganzen Zusammenmischungen, muss man dennoch schauen, ob es passt. Man kann Chaosmagie betreiben! Man kann auch Chaoschemie betreiben! Man nimmt einfach irgendwelche magischen oder auch chemischen Ingredienzien und schüttet diese zusammen. Man schüttelt kräftig, und schaut, was herauskommt. Wenn man Glück hat, kommt hier wirklich ein „Elixier des Lebens“, ein „Stein der Weisen“ heraus, wenn man Pech hat und man gerade kräftig am Schütteln ist, entsteht Nitroglycerin, VX-Gas oder andere Stoffe, die der aktuellen Inkarnation schlagartig ein Ende setzen.
Chaosmagie! Chaoschemie! Ich denke es wird klar, dass man eben nicht „unüberlegt“ und „mal eben“ alles kombinieren, alles zusammenmischen kann. Wie gesagt, es kann hier die Prämisse gelten „Kann klappen, muss aber nicht!“, genauso wie „Es wird schon alles gut gehen“ oder auch „Mal sehen was passiert, wenn ich … BOOM!“
Um dies zu vermeiden, um hier wirklich mit Wissen und mit Weisheit zu agieren, ist es wichtig, dass man seine Weisheit auch versteht. Hier kommen wir auch wieder zu einem klassischen Themengebiet der Chaosmagie, und zwar das Themengebiet der „wahren Gnosis“, der „inneren Gnosis“ oder auch einfach dem „gnostischen Zustand“! Kurz gesagt geht es hier um einen besonderen Bewusstseinszustand, der impliziert, dass man sich erkannt hat, dass man weiß wer und was man ist, dass man eine gute energetische Verbindung zu seinen verschiedenen Anteilen hat, zu seinen Energiekörpern, in seiner Mitte steht, wahrlich Wissen besitzt, die Weisheit besitzt dieses Wissen auch anzuwenden, um letztlich auch eine energetische Verbindung zu externen Entitäten zu knüpfen, die man dann in besonderen Anrufungen, Beschwörungen oder auch Gebeten erreichen / kontaktieren kann, sodass diese erscheinen, bzw. eine energetische Symbiose eingehen, wodurch dann die eigene Arbeit eine sehr deutliche Unterstützung, eine sehr deutliche Fokussierung und einen sehr deutlichen Kraftschub erhält, wodurch dann die eigenen Ziele schneller, effektiver und vollständiger erreicht werden können.
Apropos „Farben der Magie“ und die „jeweiligen Gebiete“. Was ist eigentlich mit „Todesmagie“ gemeint? Nun, es mag sein, dass hier viele die erste Assoziation damit verknüpfen, dass ein „tödlicher Fluch“ ausgesendet werden soll, um einen Menschen oder eine andere, autarke Entität, zu vernichten. Ja, dies könnte man unter dem Aspekt der Todesmagie sicherlich aufführen, wobei hier primär die Schadensmagie oder eben auch die Kriegsmagie zu thematisieren wäre. Man sieht also jetzt schon, dass die verschiedenen Kategorien auch untereinander Vermischungen besitzen. Die Todesmagie, oder die Nekromantie, beschäftigt sich erst einmal mit dem Kontakt zum Tod, wobei es hier auf der einen Seite um die Grundschwingung einer Transformation geht, denn der Tod ist eine archetypische Transformation und Mutation, auf der anderen Seite geht es aber auch um einen klassischen Geisterkontakt, um einen Kontakt zu verstorbenen.
In diesem Bereich würden auch die eigenen Ahnen existieren, auch wenn man mit der Vokabel „Todesmagie“ sicherlich nicht sofort eine energetische Verbindung mit seinen Vorfahren assoziieren würde. So wird es in diesem Buch ein Ritual geben, welches sich auf diesen Bereich der „Todesmagie/Nekromantie“ bezieht, und hier auch eine Verbindung „zum Jenseits“ etabliert, sodass man hier einen Kontakt aufnehmen kann, entweder zu spezifischen Entitäten /Energien, wozu eben auch die eigenen Ahnen zählen, oder im Allgemeinen zu „Verstorbenen“, um hier entsprechende Arbeiten auszuführen. Doch das Ritual wird so aufgebaut sein, dass man sich auch selbst reflektieren kann, wie man zum Tod steht, was man mit dem Tod verbindet, dass der Tod eine Transformation Energie ist und dass es in diesem Zusammenhang auch viele mystische Tode geben wird, sodass man Stück für Stück sich evolutioniert.
Wenn es dann um die blaue Magie geht, um die „Vermögensmagie/Geldmagie“, ist es wohl relativ einfach, was hiermit gemeint ist. Es geht hier um Glück, Erfolg, Gewinn und materiellen Nutzen. Auch hier wird man ein entsprechendes Ritual vorfinden, sodass man hier mit der Hilfe der Chaosmagie deutlich seine eigenen „glücklichen, gewinnenden und materiellen Erfolgschancen“ steigern kann.
„Kriegsmagie“, oder auch eine klassische Schadensmagie, bzw. eine Magie, die sich auf Angriff und Verteidigung bezieht, ist wieder ein Mix verschiedener magischer Disziplinen, da hier auch entsprechende Schutzmechanismen thematisiert sind. So wird man auch hier wieder ein Ritual vorfinden, mit dessen Hilfe man sich zur Wehr setzen kann, Lernchancen verteilen kann, im Klartext bedeutet das, dass man hier gezielte energetische und magische Angriffe ausführen kann, sich gleichzeitig aber auch schützt und verteidigt.
Bei der „Egomagie/Seinsmagie“ muss man auch wieder reflektieren, ob man zu dem Begriff „Ego“ ein positives oder ein negatives Verhältnis besitzt. Diese Art der Magie bezieht sich darauf, dass man sich auf der einen Seite erkennt, versteht, analysiert und annimmt, was wiederum dazu führt, dass man hier auch klare Initiationen ausführen kann, um sich selbst zu transformieren und zu evolutionieren.
Doch es geht hier auch um die Stärkung der eigenen Person, sodass hierdurch auch wieder Selbstsicherheit, Selbstbewusstsein, Charisma, Durchsetzungskraft und eigener Wille entwickelt werden kann.
Bei der „Liebesmagie / Emotionsmagie“ wird sicherlich jeder entsprechende Assoziationen besitzen, wobei es hier wieder auf dem Protagonisten ankommt, ob jemand mit Zwang in eine Beziehung gezogen wird, gezogen werden soll, oder ob man es dem Universum überlässt, und dem wortwörtlichen ZU-Fall, dass man den Partner anzieht, den man wirklich liebt, und der perfekt zu einem passt. Doch gleichzeitig geht es hier auch wieder um die eigenen Emotionen, sodass man auch mit dieser Art der Magie seine eigenen Tiefen erforschen kann, und Stück für Stück auch Traumata und Schicksalsschläge energetisch bearbeiten kann. So wird man in diesem Buch auch ein entsprechendes Ritual finden, welches verschiedene Möglichkeiten anbietet.
Die „Mentalmagie“, oder auch die Magie der Denkkraft, des Wissens, der Logik und des Verstandes, bezieht sich auf der einen Seite auf „klassisches Lernen“, auf der anderen Seite aber auch auf das „Anwenden von Wissen“, genauso wie auf die eigenen mentalen Strukturen, auf die man dann energetisch zugreifen kann, um diese eigenen Maßgaben zu verändern. Doch auch die Macht der Kommunikation, die Gewandtheit der Sprache kann hier zum Einsatz kommen, sodass man hier sich selbst verändert, sich selbst aber auch trainiert, um hier erneut eine entsprechende Selbstsicherheit zu erhalten, sodass man im gesprochenen und geschriebenen Wort ganz neue Möglichkeiten erkennen wird. Auch hier wird es ein entsprechendes Ritual geben.
Bei der „Sexualmagie“ geht es auf der einen Seite um die klassische Steigerung der Lust, wobei dies eigentlich das sekundäre Gebiet der Sexualmagie ist. Natürlich kann man in der Sexualmagie, entsprechend den Lehren des Tantra, agieren, doch geht es hier eher um eine „explosionsartige Energiefreisetzung“, die eben beim Sex, beim Orgasmus, aufgebracht wird, sodass hier die Sexualmagie perfekt geeignet ist, um schlagartig Energien zu bündeln und diese dann individuell einzusetzen. Wenn man so will, kann man mit der Sexualmagie alle erdenklichen Magiearten kombinieren, sodass man hier auch perfekt Gegenstandsweihen, Sigillenweihen etc. ausführen kann.
Die „reine Magie“, die in der Chaosmagie mit der Farbe „Oktarin“ bezeichnet wird, wird sich in diesem Buch auf ein besonderes Ritual beziehen, bzw. auf einen besonderen Kontakt, den man im Bereich der henochischen Magie eigentlich nur findet. Es geht hier um die Reise zu den Aethyren, sehr interessante Energien, die eigene Transformation und Transzendenz mehr als nur heben können, gleichzeitig aber auch einem verdammt viele Aufgaben, Hindernisse und Barrieren präsentieren können, sodass man sich hier selbst überlegen muss, ob man das hier vorgeschlagene Ritual ausführen will. Es geht hier also um eine sehr besondere Art der Gnosis, um eine sehr besondere Art der Erkenntnis!
Wenn man sich dann dem Begriff „Gnosis“ (oder auch Gnostizismus bzw. Gnostik) anschaut, findet man hier wieder eine griechische Vokabel (das Wort „γνῶσις gnō̂sis“) was man in der Übersetzung mit „Wissen/Weisheit/Kenntnis/Erkenntnis“ gleichsetzen kann. Wenn es dann speziell um den Gnostizismus geht, dann findet man hier auch wieder das griechische Wort „γνωστικισμός / gnōstikismós“, wobei man hier gleichzeitig auch eine lateinischere Form vorfindet, welche dann als religionswissenschaftlicher Begriff feststehend existiert, und sich auf verschiedene religiöse (und definitiv auch magische) Gruppen bezieht, die ca. 200-300 Jahre nach Beginn unserer Zeitrechnung sehr aktiv waren, und hier eben auch die verschiedenen religiösen Ansätze, die religiösen Ansätze der abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam) diskutierten, analysierten und auch zum Teil umstrukturierten, sodass hier ein übergeordneter Begriff existiert, der sehr viele verschiedene religiöse magische Strömungen zusammenfasst, gleichzeitig aber auch thematisiert. Bei diesen verschiedenen Strömungen ging es primär darum, dass man sich selbst erkennt, dass man sich selbst analysiert, dass man sich selbst versteht und sich selbst auch evolutioniert, damit man nicht mehr Spielball seiner Triebe ist, genauso wenig wie man Spielball der jeweiligen Gesellschaft, der jeweiligen Kultur, der eigenen Familie sein soll. Hier kann man sagen, dass es ganz einfach darum ging (gehen sollte), dass man seinen eigenen Weg erkennt, dass man seinen eigenen Weg beschreitet, und dass man hier seine eigenen Maximen, Philosophien und Arbeitsweisen forciert und auch umsetzt. Ja, dies ist sehr deutlich mit der Chaosmagie verknüpft, denn auch die Chaosmagie hat genau diese Ideen und Ansätze.
Doch das Christentum, genauso wie das Judentum und später auch der Islam, lehnten die gnostischen Lehren ab, da es hier um die Selbstvergöttlichung ging, um einen direkten Animismus, was bedeutet, dass das Göttliche in allem ist, in jedem Kern, in jeder Zelle, in jedem Menschen, in jedem Tier und in jedem Stein, sodass man hier eben keinen monotheistischen, omnipotenten (und dann auch noch männlichen) Schöpfer braucht, der alles beherrscht. Wobei auch in den verschiedenen gnostischen Ideen ein omnipotentes Schöpfungsprinzip existierte, welches aber auf der einen Seite nicht geschlechtsspezifisch war, auf der anderen Seite aber auch neutral. Gut, es wird sehr gerne propagiert, dass die Gnostiker darauf beharrten, dass hier eine „gute Gottheit“ über allem schwebt, über allem existiert, und letztlich die Welt verwaltet, obwohl sich in den unteren Ebenen auch das Böse bildet. So wird jedes Mal gesagt, dass in der Gnosis die Existenz so gestaffelt ist, dass gigantisch viele Abstufungen, also heruntergebrochene, energetische Kaskaden, die Göttlichkeit verteilten, aus den höheren Emanationen kommend, um dann die sichtbare Welt, die Materie zu kreieren. Hier wurde ein Fachbegriff erschaffen, ein Fachbegriff der „Demiurg“ lautet und hier wieder als „Fachvokabel“, die aus dem Griechischen kommt, akzeptiert werden muss. Im Wort „Demiurg“ findet man den griechischen Begriff „δημιουργός“ /dēmiourgós“, was man letztlich als „Baumeister“, „Erbauer“, „Erschaffer“, „Handwerker“, „Gestalter“, „Erzeuger“, „Kreator“, „Architekt“, „Gründer“, „Errichter“, „Schöpfer“ oder auch „Urheber“ grob übersetzen kann. Doch in der Antike waren hier klassische Berufsstände betitelt, Berufsstände, die wirklich als Handwerker und Lohnarbeiter agierten, sodass hier wieder eine Begrifflichkeit verwendet wurde, die aus dem Alltag in ein religiöses Paradigma stilisiert wurde. Dies ist passend, dies ist sogar sinnig, denn hierdurch verbindet man den Alltag mit philosophischen Gedankenexperimenten. Der Begriff Demiurg wird aber meist eben als Schöpfergottheit verstanden, als Schöpfergottheit, die alles und jeden erschaffen hat, sodass man hier auch den klassischen Titel „Baumeister aller Welten in Zeit und Raum“ verwenden könnte, also ein kosmisches, erschaffendes Prinzip, das wie ein Handwerker die Logik (kabbalistisch Hod), die Intuition und den Sieg der Ewigkeit (kabbalistisch Netzach) und die Schönheit (kabbalistisch Tiphereth) auf einem Fundament (kabbalistisch Yesod) errichtet, sodass es das Königreich (kabbalistisch Malkuth) geben kann.
Wenn man dann lieber von der Kabbalah weggehen will, und sich hier der Planeten Magie zuwenden will, dann würde man hier einen Planetengeist finden, also eine „ausführende Energie“, die aus der Sicht der Hermetik und der Anthroposophie mit den Exusiai, den Elohym, den Potentates bzw. mit den Gewalten gleichgesetzt wird / gleichgesetzt werden kann. So muss man also hier ein wenig in die Anglistik hineingehen, da hier Ideen existieren, die davon ausgegangen sind, dass die Engel, die den Rang der Gewalten innehaben, für die Bewegungen der Planeten verantwortlich waren. So sind die Planetengeister (oder die Planetengewalten) die Dynamiken der planetarischen Energien, wobei man gleichzeitig hier auch wieder die hermetische Kosmologie berücksichtigen muss, was sich darauf bezieht, dass das göttliche Prinzip „Hermes“ den Himmel als Halbkugel mit 7 Zonen formte und jeder Zone einen Planetengeist zuordnete. Aus diesem Zusammenhang heraus, werden die Planetengeister, die archetypischen Schwingungen der Planeten, auch als Archonten, Gebieter oder Kosmokratores (Weltenherrscher) gesehen, was wiederum einen direkten Bogen zu den Gnostikern schlägt, da die Archonten direkte Verkörperungen des Demiurgen hier erkannten. Wie gesagt, der Demiurg ist in diesem Denkparadigma ein energetisches Prinzip, welches als Brennpunkt der Quelle allen Seins zu deuten ist. Der Demiurg ist eine energetische Begrenzung eines unbegrenzten Prinzips. Aus Sicht einer inkarnierten Person, wäre das höhere Selbst dieses Menschen das allumfassende Schöpfungsprinzip und der Demiurg der inkarnierte Mensch selbst! In Bezug auf die Schöpfung ist somit der Demiurg auch wieder eine „ausführende Kraft“, die dafür sorgt, dass die Arbeiten, Wünsche, Bestrebungen, Schöpfungen, Ideen, Entschlüsse, Einfälle oder auch allgemein gesprochen „die Aufgaben“ umgesetzt, eingehalten, erfüllt und erreicht werden. Somit ist der Demiurg auch der Spielleiter und der Schiedsrichter! Wer nun hier neue kosmische Erkenntnisse wissen will, welche sich aus verschiedenen Channelings ergeben haben, und sich unter anderem auf die Kreation der verschiedenen Manifestationen beziehen, der wird im Buch „Banner des Lichtes - Der Ruf der Schöpfung; ISBN 9783753177236“ fündig werden.
Wenn man jetzt aber die Begrifflichkeit der Gnosis, oder des gnostischen Zustandes, auf die Chaosmagie anwenden will, dann geht es hier erst einmal um einen evolutionstechnischen Zustand, den ein Mensch nur dann erreichen kann, wenn er sich von der profanen Masse mehr als deutlich abhebt. Es geht hier um die Selbsterkenntnis, es geht um Energiearbeit, es geht darum, dass man versteht, wer man ist, was man ist, wie viele Anteile man besitzt, was die eigenen Lebensaufgaben sind und was die eigene Existenzaufgabe ist. Wenn man so will, kann man sagen, dass der gnostische Zustand erreicht wird, wenn man seinen Platz im Großen Werk erkannt hat, verstanden hat, eingenommen hat und letztlich auch ausfüllt, ausführt und lebt! Die große Problematik ist aber, dass Erkenntnis, das Wissen und Weisheit, oft Missgunst und Neid hervorbringen. Anders kann man es sich nicht erklären, dass zum Beispiel auf einem „Gnosis Kongress“, der im Jahr 1966 stattfand, darauf beharrt wurde, eine präzise Definition für die Gnosis zu kreieren, da zu viele philosophische und magische Strömungen hier diese Begrifflichkeit verwendeten. Erinnert mich ein wenig an die Physiker, die jedes Mal aufschreien, wenn ein spiritueller oder auch magische Mensch den Begriff „Energie“ verwendet. So wurde vorgeschlagen, dass die Vokabel „Gnosis“ einen Menschen umschreibt, der „… das Wissen um die göttlichen Geheimnisse besitzt, das einer geistigen Elite vorbehalten ist!“ So, so, einer geistigen Elite. Nun ja, allein an dieser Formulierung sieht man, dass diese geistige Elite ein ziemlich elitäres Ego besitzt, und ruhig alleine ihr Egospiel spielen sollen, denn das Schöne an der Magie, und auch an der Chaosmagie, ist der Umstand, dass man sich hier definitiv nichts diktieren lassen muss. Während der eine Mensch darauf beharrt, dass er in einer „geistigen Elite“ ist, pfeift der andere Mensch auf solche Parameter, und zeigt sein Wissen und seine Weisheit einfach in seinen Taten. Hierzu braucht man keine elitären Wesensmerkmale, die die Gnosis beschreiben und umschreiben sollen, sodass man sich hier selbst wiederfinden kann. So ist es mittlerweile so weit gekommen, dass es regelrechte Parameter gibt, eine Art Checkliste, die man erfüllen soll, erfüllen kann, um sich „Gnostiker“ schimpfen zu dürfen, oder eben die „Gnosis“ führen zu können. Hierzu zählt eben, dass akzeptiert wird, dass es einen Dualismus gibt, sodass es hier einen Gegensatz zwischen den guten und den bösen Schwingungen/Ideologien gibt, die aber alle auf ein verborgenes, omnipotente des und transzendentes Schöpfungswesen hinstreben, genauso wie es hier eine energetische heruntergebrochene Version dieses Schöpfungswesens gibt, den Demiurg.
In diesem Rahmen müssen aber auch die Kosmologie und die Kosmogonie/Kosmogenie, die „Welterzeugung“ berücksichtigt werden, sodass auch hier wieder die Dualität existiert, die Dualität zwischen Licht und Finsternis, Geist und Materie, Feinstofflichkeit und grob Stofflichkeit, wobei hier der Aspekt der Finsternis, also des Bösen selbst, bereits im omnipotenten Schöpfungsprinzip existent war. Doch auch die Eschatologie muss ein Ziel sein, da hier der Mensch sich zum Zentrum der Schöpfung, zum Zentrum des guten bewegen muss, wobei dies selbstverständlich ausschließlich in der spirituellen Dimension der eigenen Existenz möglich ist, sodass man seine eigene Existenz hier erkennen kann. Der Begriff der Eschatologie ist auch wieder eine griechische Fachvokabel, die sich aus den Wörtern τὰ ἔσχατα / ta éschata“ und „λόγος / lógos“ zusammensetzt, und hier in der groben Übersetzung „die letzten Dinge der Lehre“ oder auch „die äußeren Dinge der Schöpfung / des Göttlichen“ bedeutet. Es geht hier also um die Evolution des einzelnen Menschen, wenn man so will um die Selbstverwirklichung, die Evolution, dass man wieder Teil der energetischen Schöpfung ist, obwohl dies auch wieder ein satanischer Gedanke wäre, wenn man hier die „Selbstevolution zu einem göttlichen Wesen“ stärker postulieren würde. Witzig ist hierbei, dass dieser Begriff ursprünglich von den Protestanten (also von der Sekte die Martin Luther gegründet hat, die Evangelen) verwendet wurde wobei hier eben die „Lehre vom Anbruch einer neuen Welt“ thematisiert wurde, und sich eben auch wieder auf altertümliche Religionen bezog, wo letztlich immer ein Funken Wahrheit zu finden ist. Dieser Funken Wahrheit ist es, der eben den eigenen, göttlichen Funken schüren wird, sodass hier eine Flamme entsteht, wodurch sich ein Feuer entwickeln kann, letztlich eine magische Lohe, bis es zu einem echten Brand kommt, der sich dann zu einem Sternenbrand, zu einem Sternenfeuer, zu einer kosmischen Feuersbrunst / Schöpfungsbrunst transzendiert, wodurch dann der Dienst im Großen Werk voll und ganz angetreten wird.
So geht es in der Chaosmagie also um den gnostischen Zustand, sodass man hier seine energetischen Möglichkeiten, seine magischen Chancen, seine eigene Evolution und seine eigenen energetischen Anteile und Schwingungen, verwendet, um hier seine Lebensaufgaben und seine Existenzaufgabe zu erkennen und zu erfüllen.
Es geht darum, dass man seine Gedanken steuern kann, dass man das Tagesbewusstsein enger mit dem Unterbewusstsein verknüpft, da man durch das Unterbewusstsein ganz andere Zugänge zum Kosmos und zu sich selbst finden wird. Es geht um eine evolutionstechnische und transzendente Entfaltung, sodass sich der Mensch von einem terrestrischen Gedankenkonstrukt zu einem kosmischen Gedankenkonstrukt evolutioniert und transzendiert, sodass man zwar immer noch hier auf Erden inkarniert ist, gleichzeitig aber auch im energetischen, oder im astralen Bereich, zwischen den Sternen wandelt, im Großen Werk agiert, und hier mit den verschiedenen Energien, Entitäten, Schwingungen und Dynamiken kameradschaftlich und geschwisterlich umgeht. Um diesen Zustand zu erreichen, um diese verschiedenen Evolutionsschritte zu meistern, muss man Wissen und Weisheit besitzen, man muss die Energie kanalisieren können, sodass man außerkörperliche Erfahrungen meistern kann, welche man – so zumindest die Idee der Chaosmagie – vereinfacht dadurch erreichen kann, dass man sich einer sensorischen Deprivation aussetzt. Dies bedeutet, dass man am besten in einen Floating-Tank steigt, in einem kleinen, geschlossenen Tank, einen kleinen Raum, der mit einer konzentrierten Salzlösung gefüllt ist, sodass der eigene Körper in dieser Salzlösung schwimmt, man aber das Gefühl hat, dass man schwebt, da hier die Sicht eingeschränkt ist, da man eben im Inneren eines Tanks ist, und möglicherweise auch hier Schall isoliert „schwebt“, sind hier spannende Erlebnisse vorprogrammiert. Es ist wirklich ein beeindruckendes Erlebnis, wenn man mal in einen Floating-Tank geht, um hier meditativ, energetisch und astral zu arbeiten. Manchmal wird auch eine andere Arbeitsweise der Chaosmagie vorgeschlagen, eine Arbeitsweise die ich persönlich als unklug, nichtssagend und polemisch deute, da es darum geht, in eine bewusste „Todesstellung“ hineinzugehen, was bedeutet, dass man bewusst sich die Augen verbindet, sich die Ohren verschließt, genauso wie Nase und Mund, und in einem Zustand verharrt, bis der Überlebenskampf des Körpers einsetzt, da man eben Sauerstoff haben will, und hier versucht so lange wie möglich den Zustand zu halten. Es wird propagiert, dass in dem Augenblick, wo der reine Instinkt die Kontrolle übernimmt, der Atemreflex erzwungen wird, das Tagesbewusstsein somit überstimmt wird, der Zustand der Gnosis für den Bruchteil von Sekunden eingenommen wird. Aha!
Wenn mein Körper sich also im Überlebenskampf befindet, erreiche ich Weisheit, Wissen und Erkenntnis. Dass in diesem Kontext der Körper vollkommen unter Stress gesetzt wird, dass die Biochemie sich ein wenig verändert, gleichzeitig das Tagesbewusstsein aber immer noch weiß, dass man, wenn man denn will, atmen könnte, ist jetzt nicht wirklich ein toller spannender magischer Aspekt. Und wer hier wirklich so dumm ist, und sich in Todesgefahr begibt, indem man zum Beispiel mit einem Kabelbinder, einem dicken, aus hartem Plastik, sich den Hals zu schnürt, wird wahrscheinlich wirklich die Inkarnation verlassen. Man könnte auch einfach mit einer Bleiweste und einer Zwangsjacke in einen Fluss springen, um dann darauf zu warten, dass man wieder atmen will. Das hierbei der Körper, der dann zu 100 % in Todesgefahr ist, alles dran setzen wird, zu überleben, dürfte klar sein. Dass hierdurch aber die Biochemie auf Hochtouren läuft, der Körper alles an Hormone und an „Tuningmittel“ auf bietet, was er aufzubieten hat, ist jetzt nicht wirklich eine große Erkenntnis. Wenn man versucht, die Gnosis durch extreme Reize zu erlangen, hat man die Gnosis nicht verstanden, da man hier offensichtlich den Faktor der Weisheit nicht in seinem Inneren besitzt. Doch nicht nur eine „Todesstellung“ soll zur Gnosis führen, nein, auch alle anderen extremen Reize. Ähm… ja, das nennt man Trance, das nennt man Ekstase, jedoch nicht Gnosis. Wenn ich unbedingt will, dann kann ich mich in eine Schmerzekstase bringen! Ich kann mich in eine Schmerztrance bringen, ich kann mich in eine sensorische Trance bringen, in dem ich extremlaute Musik höre, und hier auch extrem den Schlaf vermeide. Kurz und knapp würde man einfach sagen, die Chaosmagie, oder einige Chaosmagier im Einzelnen, propagiert / propagieren, dass man durch die klassischen Methoden der „weißen Folter“, also von Foltermethoden, die körperlich keine großartigen Spuren hinterlassen, die Gnosis erreichen kann, erreichen wird. Ob man hier wirklich eine „gnostische Reise“ unternehmen will, indem man in ein Gefängnis kommt, unter Terrorismusverdacht steht, und hier eben die weiße Folter zu spüren bekommt, sollte vorher deutlich reflektiert werden. Weiße Folter bedeutet einfach, dass hier psychologische Kriegsführungen angewandt werden, also das klassische Waterboarding, Schlafentzug, Scheinhinrichtungen, Temperaturfolter (meistens wird extreme Kälte verwendet), Lärmfolter (Entweder wird hier Babygeschrei verwendet, oder irgendwelche Death-, Doom- Black-Metal Musikstücke [Hä? Wo ist das denn Folter], die dann in voller Lautstärke ununterbrochen laufen) oder einfach Isolationshaft.
Das hierbei der Körper extrem reagiert, ist jetzt nicht wirklich überraschend. Dass hierdurch der menschliche Geist Schutzmechanismen kreiert, ist auch nicht wirklich überraschend. Doch dies ist keine Gnosis! Definitiv nicht! Dies ist der blanke Überlebenskampf, dies sind die Instinkte, dies ist die Aktivierung, bzw. die Übernahme unseres „Reptiliengehirns“, sodass man hier nur noch instinktiv handelt. Das hierbei der Körper entsprechende Drogen ausschüttet, um irgendwie den Stress zu minimieren, sodass das menschliche System nicht zu sehr Schaden nimmt, ist jetzt auch nicht wirklich überraschend. Durch so extremen Stress, wird man sicherlich ein Tor zum eigenen Unterbewusstsein öffnen, sodass man hier möglicherweise auch eine multiple Persönlichkeitsstörung ausbilden kann, wenn man es übertreibt. Daher sind gezielte Meditationen, gezielte magische Rituale und gezielte Astralreisen definitiv sinniger, effektiver, besser und auch sicherer, als sich hier in wortwörtliche Todesgefahr zu begeben. Doch wenn hier einige Chaosmagier meinen, dass sie nur so die Gnosis erreichen können kann ich nur sagen: Viel Spaß!
Eine andere Möglichkeit, die auch manchmal postuliert wird, ist die Gedankenstille, die manchmal aber auch als „gleichgültige Leere“ bezeichnet wird, da man hier eben seine eigentlichen Zielfokussierungen missachtet, beiseitelässt, sodass man hier eine gewisse Gleichgültigkeit an den Tag legt. Und, wenn man ein magisches Ziel erreichen will, ist es nicht wirklich einfach – eigentlich unmöglich, hier eine Gleichgültigkeit an den Tag zu legen. Die „gleichgültige Leere“ wird zwar gerne mit der „Gedankenstille“ gleichgesetzt, doch sind hier die Bezeichnungen absolut konträr, und in meinen Augen auch falsch gewählt. Während die Gedankenstille eine bewusst herbeigeführte energetische und gedankliche Fokussierung ist, würde die Begrifflichkeit „gleichgültige Leere“ eigentlich einen klassischen „Zombie“ beschreiben. Nun, da die Chaosmagie aber die Individualität schätzt, da die Chaosmagie darauf achtet, dass jeder seinen eigenen Weg geht, und zwar vollkommen bewusst, als göttliches Wesen, als Energie, die sich selbst verwirklicht hat, ist diese „Zombie-Gnosis“ in meinen Augen erneut kontraproduktiv.
Doch da die Chaosmagie auch eine Disziplin ist, um die eigenen Gedanken zu kontrollieren, muss hier selbstverständlich auch wieder die berühmte „Gedankenstille“ thematisiert werden. Gedankenstille! Ist das überhaupt möglich? Kann man überhaupt das eigene Denken abstellen und an überhaupt nichts denken?
Nun, hier lautet die definitive Antwort: JEIN! Letztlich denkt man immer, denn es ist ein Automatismus, den man nicht abschalten kann. Hierbei muss man aber für sich erst einmal überlegen, wie man das „Denken“ im biologischen Sinne definieren muss, denn letztlich sind es nur elektrische Weiterleitungen, und dass wir hier in diesem Kontext immer denken … Immer! Immer! Immer! …. sollte klar sein, sodass man das Denken nicht, im biologischen Sinne, ausstellen kann. Deswegen gibt es in diesem Zusammenhang eben keine Gedankenstille. Wenn es aber darum geht, dass man in seinem Tagesbewusstsein an „nichts mehr denkt“, sodass hier die Gedanken nun einmal still sind, dann ist es ohne weiteres möglich, eine solche Leere zu erzeugen. Das Gehirn ist so ähnlich wie die anderen Organe im menschlichen Körper, es ist permanent aktiv. Wenn man eine biologische Gedankenstille erzwingen könnte, dann könnte man im gleichen Umkehrschluss auch eine biologische Stille der Leber erzeugen, der Nieren, des Magens, des Herzens oder was es sonst noch alles für interessante Organe im eigenen Leib gibt. Dies wird man aber nicht schaffen. Gut, man kann den eigenen Herzschlag schon ziemlich herunterschrauben und minimieren. Dennoch wird das Herz immer schlagen. So ist es auch mit dem Denken! Viele Denkprozesse laufen als Automatismen ab, viele Denkprozesse laufen im Hintergrund ab, sodass man hier keinen Einfluss nehmen kann, selbst wenn man dies möchte. Tja, und auch wenn man möchte, kann man eine 100 %ige Definition des Denkens nun einmal nicht geben. Natürlich gibt es hier sehr viele ähnliche und vergleichbare Vokabeln, die man auch nicht zu 100 % definieren kann. Dies zeigt aber wieder, dass das Denken selbst etwas absolut Individuelles ist, sodass man, wenn man es denn unbedingt möchte, dass Denken ausschließlich für sich definieren kann, definieren soll, definieren muss. Da es jetzt aber um die Gedankenstille geht, also um eine Art der Meditation, um eine Art der Achtsamkeit, will ich sofort sagen, dass der klassische und magische Begriff der „Gedankenstille“ leider etwas missverstanden worden ist. Vielleicht wäre die Betitelung „Gedankenkontrolle“ sinniger gewesen, doch könnte man hier die Kritik äußern, dass es darum geht, die Gedanken eines anderen Menschen zu kontrollieren. Nein! Geht es nicht! Es geht darum, die eigenen Gedanken, die eigenen Gedankengänge zu kontrollieren, zu beherrschen, zu steuern, sodass man die Kraft seiner Gedanken gezielt und fokussiert einsetzen kann.
Durch diese Fokussierung, durch diese Zentrierung ist es nicht nur möglich, den Stress des Alltags, des Jobs, der Familie und des allgemeinen Umfeldes in den Griff zu bekommen, nein, man kann sogar sagen, dass durch die Gedankenstille die Möglichkeit erschaffen wird, dass man diesen besagten Stress bewusst ausgrenzt. Hierbei geht es auch wieder um die Analyse des Selbst, also um die Selbsterkenntnis, und um die Möglichkeit, sich selbst zu programmieren, wodurch man eben verschiedene Automatismen kreieren kann, um die jeweiligen Stressfaktoren auszugrenzen. Es ist aber kein großes Geheimnis, und man wird sicherlich nicht wirklich enttäuscht sein, wenn ich nun sage, dass dies nicht ganz so einfach wird, und dass es nicht innerhalb von Minuten zu erlernen ist. Bei der Thematik der Gedankenstille muss man verschiedene Abstufungen machen, sodass man erst einmal begreifen muss, dass „die perfekte Gedankenstille“ nicht das Maß aller Dinge ist. Es ist vollkommen ausreichend, wenn man seine Gedanken Stück für Stück kontrollieren, fokussieren und umlenken kann. Wenn man seine Gedankenströme soweit kontrollieren kann, dass man eine Fokussierung erreicht, erhält man die Chance einer Neuorientierung, die wiederum zu einer Klärung führen kann. Es ist noch nicht einmal so, dass man sich bei der Gedankenstille immer auf die Stille seiner Gedanken fokussieren muss. Jeder Mensch kann hier seine eigenen Automatismen und Trigger erschaffen und sich so selbst codieren. Doch leider wird die Vokabel „Gedankenstille“ sehr gerne mit einer absoluten Ruhe, eine absoluten Leere verglichen. Dem ist jedoch nicht so! Es geht um eine meditative Fokussierung, sodass man in sein Inneres blicken kann, wo man dann seine Gedanken analysieren und begreifen wird, um diese dann Stück für Stück zu beruhigen und in eine Gedankenstille zu führen. Hierzu gibt es im Buddhismus einen passenden Spruch: „Im fließenden Gewässer, kannst du dein Spiegelbild nicht sehen“ – was so viel bedeutet wie, dass man erst mit und in der Ruhe, sich selbst reflektieren kann.
Ruhe! Frieden! Gelassenheit! Kosmos! Und das passt jetzt zur Chaosmagie? Ja, denn wenn um einen herum Chaos tobt, ist es wichtig, dass man in seinem Inneren einen wahren (und wortwörtlichen) Kosmos besitzt. Um dies zu erreichen gibt es jedoch keine universelle Vorgehensweise, da jeder Mensch individuell ist und daher auch individuelle Reize, Mechanismen, Trigger und Codierungen braucht.
Manchmal wird die Gedankenstille bei einer stupiden Arbeit erreicht, manchmal wird die Gedankenstille beim Sport erreicht, manchmal wird die Gedankenstille aber auch bei einer langen Autofahrt erreicht, und man wundert sich plötzlich, wie viele Kilometer man schon hinter sich gebracht hat. Doch auch bei langen Spaziergängen, ist es ohne weiteres möglich, dass man hier plötzlich in eine Gedankenstille fällt, aus der man schreckartig hochfährt, wenn man plötzlich begreift, dass man den letzten Kilometer nicht nur schweigend, sondern auch in einer Gedankenstille zurückgelegt hat. Bei allen Ideen und Arbeitsmöglichkeiten, die man sich selbst kreativ erarbeiten muss, sei zuerst einmal bemerkt, dass es absolut essenziell ist, dass man sich eine Art „Gedankenfundament“ erschafft, was bedeutet, dass man sich trainieren muss. Dies wird einige wieder frustrieren, denn dies bedeutet, dass man sich bewusst mit sich selbst auseinandersetzen muss, genauso wie man sich bewusst mit der Macht und der Kraft der Gedanken auseinandersetzen muss. Man muss hier eine eigene Meisterschaft anstreben, denn dies bedeutet, dass man wahrlich die Gnosis, die innere Erkenntnis, die innere Weisheit, das innere Wissen anwenden kann, und man eben nicht von anderen, profanen und störenden Gedanken abgelenkt wird. Zu Beginn wird man hier eine gewisse Zeit brauchen, bis man die Gedankenstille erreicht hat. Zu Beginn wird man gleichzeitig aber nicht lange in der Gedankenstille verharren können, da es eine Übungssache ist. Gleichzeitig ist es aber auch eine Definitionssache, denn man kann die Gedankenstille auch so deuten, dass man hier einfach magisch denkt, und sich nicht von irgendwelchen profanen Strömungen aus der Ruhe bringen lässt. Auch dies ist letztlich eine Gedankenstille, selbst wenn man es als eine chaotische Gedankenstille titulieren will, da man eben vielleicht über die Chaosmagie reflektiert. Dass eine Selbsterkenntnis zwingend notwendig ist, sollte logisch sein. Auch die Energiearbeit, und wenn man schon dabei ist, verschiedene meditative Techniken, sind hier als entsprechende Werkzeuge zu titulieren. Doch auch ein entsprechendes Wissen muss vorhanden sein, denn wenn ich nicht weiß, warum und wie ich ticke, wie ich auf meine Chakren und auf meine Energiekörper zugreifen kann, wird es so gut wie unmöglich werden, die Gedankenstille bewusst, absichtlich und gezielt einzunehmen. Doch statt Gedankenstille könnte man auch wieder die beliebte Vokabel „Flow“ setzen, was bedeutet, dass man so in einer Sache, in einer Thematik vertieft ist, dass man alles andere um sich herum ausblendet, vergisst oder ignoriert.
Man fokussiert sich nur auf sein bestimmtes Thema, auf seine gedankliche oder praktische Arbeit, und blendet alle profanen und störenden Schwingungen aus. Um hier nicht in einem Hamsterrad zu enden, und sich immer wieder zu fragen, ob man nicht doch irgendwann eine vollkommene Gedankenstille erreichen kann, sodass auch im biologischen Sinne das Gehirn aufhört zu denken – wobei man heutzutage sehr oft das Gefühl hat, dass es unendlich vielen Menschen gelingt, dass das Gehirn ausgeschaltet ist –, ist es vielleicht ratsam, hier von einer spirituellen Gedankenstille zu sprechen. Im biologischen Sinne ist eine Gedankenstille nicht erreichbar, im spirituellen Sinne schon, denn hier wird es darum gehen, dass man einfach seinen profanen Alltag aus seinen Gedanken verbannt. So wird man hier, in seiner Gedankenstille, in eine innere, fokussierte und gedankliche Harmonie gehen, sodass man sich in seinem eigenen Mittelpunkt befindet, der nicht nur Harmonie und Perfektion symbolisiert, sondern auch eine energetische Blase erzeugt, die aus Glück, Zufriedenheit, Zentriertheit, Liebe, Harmonie und Seelenfrieden ausgekleidet ist. Und ja, genau dann ist man im Flow! Der Flow! Um diesen zu erreichen, gibt es in der indischen Mystik einige Ideen, die jedoch dogmatischer Natur sind. Dogmatischer Natur? Nicht ganz so sinnig, wenn es um die Chaosmagie geht, nicht wahr? Sicher, Dogmen benötigt niemand, gerade dann nicht, wenn sie sich zu irgendwelchen übergeordneten Energien aufschwingen wollen. Doch wie schon erwähnt ist es manchmal hilfreich, auf einem Dogma aufzubauen, sodass man hier, für die Chaosmagie auch entsprechende Ideen oder Vokabeln aufnehmen kann, die letztlich Begriffe aus dem Sanskrit sind. Dies bedeutet, dass es also hier irgendein System gibt, welches dann spirituelle Gedankenstille zumindest in irgendeiner Art und Weise beschrieben hat. Nun ja, so ganz stimmt das nicht, denn letztlich muss man immer wieder reflektieren, dass es unendlich viele Wege zu einer spirituellen Gedankenstille geben wird, die man überhaupt nicht erfassen, geschweige denn alle begreifen kann. Wer sich jedoch in der indischen Mythologie zurechtfindet, dem wird der Sanskritbegriff „Shatsampat“ hier möglicherweise weitere Arbeitsmöglichkeiten aufzeigen. Um es etwas aufzuschlüsseln, will ich hier einmal etwas näher auf die gesamte Thematik des Shatsampat eingehen, auf die wortwörtlichen „sechs Vollkommenheiten“ indem ich sie in eine chronologische Reihenfolge setze, sodass man hier Stück für Stück nachvollziehen kann, wie wichtig die Kontrolle der eigenen Gedanken ist.
Hierbei muss man noch einmal überlegen, dass die Chaosmagie bewusst nur auf die Macht der eigenen Gedanken zugreifen will, ohne materielle magische Werkzeuge zu besitzen und auch zu verwenden, da eben die Prämisse existiert, dass der Mensch, in seiner Selbstvergöttlichung, alles erreichen kann. Und genau dies passt zu 100 %, doch bis der Mensch seine Selbstvergöttlichung begonnen und auch umgesetzt hat, vergehen manchmal viele Jahre. Nichtsdestotrotz sind hier die hierarchisch bzw. chronologisch angeordneten Tugenden:
Shama: Es ist die Ruhe des Gemütes, es ist die Ruhe der Seele, es ist die Ruhe des Körpers. So muss man sagen, dass alles, was den Körper und selbstverständlich auch den Geist stressen kann, entfernt werden muss, wodurch man selbst die Rahmenbedingungen einer ruhigen und zu beherrschenden Umgebung erschafft. Hierdurch wird man andere Prioritäten setzen können, sodass man sich selbst in eine Situation bringen kann, die man als ein „bewusstes Denken“ deklarieren kann, was gerade für magische Planungen absolut essenziell ist. In Bezug auf die Chaosmagie kann man hier sagen, dass hier die Blaupause des Inneren ersonnen wird, um das eigene Ziel zu erreichen.
Dama: Es ist die Kontrolle der eigenen Sinne, sodass hieraus eine echte Beherrschung resultiert, eine Beherrschung des physischen Körpers. Wenn man so will, ist hier eine klassische „Selbstbeherrschung“ tituliert, was bedeutet, dass man sich willentlich kontrollieren und auf sich Einfluss nehmen kann. Man könnte auch sagen, dass Wille und Disziplin Hand in Hand laufen. Wille und Disziplin sind gerade in Bezug auf die Chaosmagie absolut essenziell, denn da man sich hier auch mit einer ganz klaren Experimentalmagie befasst, muss man auch die Fähigkeit in sich besitzen, schnell zu handeln, schnell zu analysieren, schnell zu agieren, sodass man hier sich auf seine verschiedenen Sinne verlassen muss. Natürlich sind hier nicht nur die fünf klassischen Sinne sehen, hören, riechen, schmecken fühlen/tasten gemeint, sondern auch der 6. Sinn, der metapsychologische oder magische Sinn und der 7. Sinn, der kosmische oder gnostische Sinn. Gerade in der Chaosmagie ist dies absolut essenziell, denn aus energetisch-kosmischer Sicht, kann man den „6. Sinn“ so verstehen, dass man hier die Fähigkeit erweckt, eine Energie und eine Erkenntnis zu vermitteln, sodass das Tagesbewusstsein metapsychologische oder auch magische Erleuchtungen, Überzeugungen und Kenntnisse erhält und diese gezielt um- bzw. einsetzen kann.
Wenn also in der Chaosmagie der sechste Sinn nicht aktiv ist, wird man keinen entsprechenden Paradigmenwechsel vornehmen können, da man nicht in sich das Verständnis gebiert, wie man die verschiedenen Disziplinen einsetzen kann. Der sechste Sinn wird z. B. in einem Ritual oder in einer Astralreise verwendet, da hier die verschiedenen Energien und auch energetische Entitäten „erfühlt“ / „erkannt“ / „verstanden“ werden, sodass hier die Quintessenz der angerufenen spezifischen Schwingungen/Dynamik „ausgelesen“ bzw. „erfasst“ werden kann. Wenn man will, wird die Energie bzw. die Entität regelrecht durch das Stirnchakra „gesehen“ und mit dem restlichen Chakrensystem wahrgenommen. Hierdurch erhalten alle Energiekörper einen energetisch-wissenden Eindruck der Entität, sodass das Tagesbewusstsein eine Art „Übersetzungsmatrix“ präsentiert bekommt, um zu verstehen, was gerade geschieht. Wenn man dann noch einen Schritt weiter geht, zum 7. Sinn, dann hat man hier eine durchdringende Erkenntnis, was bedeutet, dass die eigenen Wahrnehmungen auf den Energien der „direkten Intuition“ basieren, welche an die unteren Energiekörper weitergegeben werden. Man könnte auch sagen, dass alles, was mit einem „magischen Bauchgefühl“, mit einer „magischen Intuition“ beschrieben werden kann, als „7. Sinn“ gilt. Im Grunde zählen hierzu auch energetische Schwingungen, die aus dem Frequenzfeld eines der höheren Energiekörper stammen, sodass man hier wieder auf andere Energien zugreifen kann. Wenn man so will, kann man den 7. Sinn so deuten, dass hier Energien ausgesendet werden, um speziell den Ätherkörper, den Mentalkörper, den Emotionalkörper und den Astralkörper mit einem Informationsfeld zu versehen, wodurch unerklärbare Ereignisse plötzlich erkannt, verstanden, begriffen und auch gedanklich gemeistert werden. Genau dies ist Gnosis, genau dies ist eines der Ziele der Chaosmagie! Doch um diesen 7. Sinn vollkommen zu erreichen, muss man eben auch in seinem Inneren einen energetischen Gleichmut besitzen, sodass man nicht (schnell oder „mal eben“) aus seiner Mitte geführt werden kann. Wenn man in seiner Mitte ruht, hat man den zweiten Schritt zur spirituellen Gedankenstille vollzogen.
Uparati: Es ist das Tilgen von jeglichen Ablenkungen, wodurch man ein Annehmen eines konkreten und für sein höheres Selbst korrektes Verhalten erfahren wird. Es wird ein „Aufhören“ bzw. ein „Entfernen“ der Egogedanken angestrebt. Dies ist natürlich immer nur temporär möglich, es sei denn, man würde sich aus dem gesellschaftlichen Trubel herausnehmen, und als Einsiedler agieren. Doch es geht hierbei auch gar nicht um eine permanente Tilgung von jeglichen Ablenkungen, nein, es geht ganz einfach darum, dass man mit ausreichendem mentalen Training und Wille, seine Egowünsche rechtzeitig als solche erkennen und kontrollieren kann. Kontrolle bedeutet aber auch, dass man seine Egowünsche in gewissen Rahmenbedingungen auch mal „frei“ lassen kann, sodass diese sich regelrecht austoben. Auch hier kann wieder die Vokabel „Flow“ verwendet werden, da hier ein energetischer Zustand angestrebt wird, wodurch man eben seine innere Mitte, seine innere Ruhe leben kann, und man für sich spirituelle Evolutionsziele setzt, diese forciert, und sie willentlich und diszipliniert auch erreicht. Es ist eine innere, magische Pflichterfüllung, die man jedoch ohne den Drang einen Lohn zu erhalten ausführt. Man lernt für sich, man evolutioniert für sich, man arbeitet für sich, da man in die Transzendenz schreiten will. Dies ist der dritte Schritt zur Gedankenstille.
Titiksha: Es ist der Wille zur Ausdauer, zur Geduld, zur „heiteren Gelassenheit“ und zur Ruhe, sodass man sich weder von Gedanken, Emotionen oder anderen Reizen kontrollieren oder überwältigen lässt. Man ruht in seinem Inneren, man ist sein eigener Mittelpunkt, man lebt die Harmonie und entscheidet, welche Energien man zulässt, welche man abstößt, welche man ablenkt, welche man umleitet, welche man transformiert, welche man verwendet und welche man in seinem eigenen, inneren selbst fokussiert. Wenn man weiß, wer und was man ist, sind alle Anspielungen und auch Anfeindungen wertlos, da sie den inneren Kern nicht mehr erreichen können. Durch diese innere Ruhe vollführt man den vierten Schritt zur Gedankenstille.
Shraddha: Es ist das innere, kosmische Wissen, es ist die wahre Zuversicht, es ist die geistige Reinheit und es ist die spirituelle Fokussierung, welche man als Basis für die energetisch höheren Erfahrungen verwenden und aufnehmen kann. Auch hier ist wieder die Gnosis, die Erkenntnis der inneren, wahren Intuition, die sich aus Wissen und Weisheit selbst gebiert, zu thematisieren, also der 7. Sinn. Es geht um ein gezieltes und fokussiertes Anwenden von Wissen, sodass man dieses Wissen zu einer echten und wahrhaftigen Weisheit stilisiert, wodurch man alles miteinander verbinden kann, um hier seine eigene Harmonie und Perfektion zu leben. Es geht um eine aktive Handlung, die in der Chaosmagie absolut essenziell ist, da es hier um die Aktivität der magischen Arbeit in seinem Ich geht, wodurch man mehr und mehr seinen wahren Willen lebt, seinen eigenen Weg kreiert und beschreitet, und man gleichzeitig in sich ruht und aus profaner Sicht, unangreifbar ist. Hier bildet sich das perfekte Arbeitsfundament der Chaosmagie, da man über Wissen und Weisheit verfügt, und somit auch die verschiedensten Kombinationen anwenden kann.
Samadhana: Es ist die bewusste Harmonie, die Einträchtigkeit zwischen dem Ich und dem Selbst, sodass sich hier eine magische Einheit bildet, die man einfach mit „magisches Ich“ und auch mit „stellarem/kosmischem Ich“ betiteln kann, denn nur wenn man in sich selbst den Kosmos kennt, also die Ordnung, kann man sich vollkommen frei im Chaos bewegen. Man selbst ist der Punkt, der das Chaos benennt, sodass es sich ordnet. Diese Ordnung, die man nicht nur auf das eigene Innenleben beziehen kann, sondern auch auf das eigene Umfeld, ist die klassische Gedankenstille!
Ein weiterer wichtiger Punkt, der jedoch nicht mehr zu den klassischen sechs Tugenden zählt, sondern als Voraussetzung einer spirituellen Schülerschaft verstanden wird, wird mit dem Sanskrit Wort „Viveka“ betitelt, wodurch ein Verständnis beschrieben wird, ein Verständnis von dualen Prozessen, Energien und Dynamiken. Es geht also auch hier wieder um die Gnosis, die Erkenntnis über Leben und Tod, Existenz und Nicht-Existenz, Wahrheit und Lüge, Realität und Illusion.
Hierbei werden jedoch auch immer die verschiedenen Ebenen betrachtet, denn selbstverständlich ist die „emotionale Realität“ anders konzipiert und gestaffelt, als die „mentale Realität“ oder die „astrale Realität“.
Ein weiterer Punkt, der auch wieder eine Voraussetzung zu einer spirituellen Schülerschaft ist, wird mit dem Sanskritwort „Vairagya“ beschrieben. Hierbei geht es darum, dass man versteht, wer und was man alles ist, wo die eigenen Lebensaufgaben sind, was die Existenzaufgabe ist, sodass man hier, kurzum knapp, sagen kann, dass man sich selbst ein Verständnis erarbeitet, dass man zwar ein äußerlich geführtes Leben besitzt, dass dieses aber definitiv nicht dauerhaft glücklich macht, da das eigene, innere, stellare und kosmische Leben fehlt, also das Einnehmen des eigenen Platzes im Großen Werk. Wenn man dies erreicht hat, sind die materiellen und profanen Zielversprechungen (Haus, Geld, Auto etc.) nur noch leere Hülsen.
Der letzte Punkt, der auch wieder eine Voraussetzung zu einer spirituellen Schülerschaft ist, wird mit dem Sanskrit Wort „Mumukshutva“ beschrieben, wodurch ein inniger Zielgedanke ersonnen wird, der sich auf eine Befreiung bezieht, wobei diese Befreiung ganz einfach damit gleichzusetzen ist, dass man seinen wahren Willen lebt, dass man an seinen Lebensaufgaben, in der aktuellen Inkarnation arbeitet, und gleichzeitig auch seine Existenzaufgabe, sein großes Werk, in Angriff nimmt. Es geht hier also um die klassische Selbstverwirklichung, die in diesem Kontext aber auch gleichzeitig eine Selbstvergöttlichung ist. Geist und Fleisch werden eins, und man bildet wirklich eine Einheit im Feinstofflichen und im Grobstofflichen.
Die Chaosmagie ist hier ein denkbarer Weg, ein möglicher Weg, ein magisches Werkzeug, welches man verwenden kann, wenn man es denn zu verwenden weiß! Wenn man sich die jeweiligen Punkte anschaut und analysiert, wird man hoffentlich sehr schnell verstehen, dass man, um die Chaosmagie wirklich zu leben und anzuwenden, schon einige Jahre Magie zelebriert haben muss, um eben das jeweilige Wissen und die jeweilige Weisheit zu forcieren, sodass hierdurch die Gnosis, die Erkenntnis entsteht, die dann als Werkzeug der Transzendenz und der Selbstevolution verwendet wird.
Das hierbei die Chaosmagie als eine magische Lehre verstanden werden kann, ist korrekt, genauso wie die Chaosmagie als Teil einer magischen Gedankenstille verstanden werden kann, bzw. dass die Gedankenstille essenziell für die Chaosmagie ist, sodass man hier in sich einen Kosmos errichtet, der sich durch das Chaos bewegt. Wenn man in der Chaosmagie agieren, arbeiten und evolutionieren will, dann ist eine analytische Distanz und gleichzeitig ein emotionales Verständnis für die eigene Evolution, für das eigene Große Werk, absolut wichtig. Hierbei werden aber auch wieder magische Resonanzmöglichkeiten erkannt, erforscht und angewendet, wobei man sich selbst ein „Gedankenstille-Fundament“ erschafft, sodass man in der Chaosmagie immer schneller in einen Status erreicht, um sich gezielt magisch zu evolutionieren. Eine mögliche Variante, die jedoch nicht für alle Menschen und Situationen geeignet ist, ist das Beobachten und das Visualisieren der eigenen Gedanken. Man kann sich ganz bewusst auf seine Gedanken einlassen, sodass man sich diese in allen Einzelheiten und aus allen Blickwinkeln anschauen kann. Dieses Chaos nutzt man aus, um einzelne Fragmente, wie Fäden oder wie Saiten herauszuziehen, um diese in Resonanz, in Schwingung zu versetzen. Je genauer und detailreicher man sich seine Gedanken ausmalt, je forcierter man sich auf seine Gedanken einlässt, je plastischer die eigenen Gedanken erkannt, benannt und festgehalten werden, desto schneller wird man sie auch loslassen können, um sie dann magisch zu verwenden. Erneut erschafft man in sich einen Kosmos, um das Chaos zu beherrschen.

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Die theoretische Praxis des Chaosmagiers
Die Praxis der Chaosmagie beinhaltet letztlich alles. Alles, was man sich vorstellen kann, kann man im Rahmen der Chaosmagie verwenden. Hierbei gibt es keine Dogmen, hierbei gibt es keine Vorschriften, hierbei gibt es nur die eigenen, individuellen Ideen, die man eben umsetzen kann. Es ist natürlich von Vorteil, wenn man eigenes Wissen besitzt, seine eigene Weisheit anwenden kann, sodass man sein Wissen auch zielgerichtet zu nutzen weiß, eben die eigenen, individuellen Ideen magisch umzusetzen. Es wird zwar gerne geschrieben, dass die Chaosmagie sich außerhalb aller Kategorien, sodass ganz bewusst die verschiedenen magischen Maximen, die magischen Systeme, die Weltbilder, die Dogmen, die Glaubensansätze, die Theorien, die praktischen Erfahrungen, die Meinungen, die Schablonen, die Muster, die Gewohnheiten, die verschiedenen magischen Persönlichkeiten und Autoren ganz bewusst fortgelassen werden, um nur etwas Eigenes zu verwenden, doch ist dies – wenn man es ganz genau nimmt – ein Zuwiderhandeln der Chaosmagie. Es geht um Individualität! Es geht um die Nutzung der eigenen Möglichkeit, sodass man sein Ziel erreicht, sein Leben lebt, sich in den Zustand einer wahren und inneren Gnosis begibt, wenn man so will einer stellaren Gnosis, sodass man hier die verschiedensten Erkenntnisse kreieren, postulieren, gewinnen aber auch erschaffen kann. Wenn man in diesem Rahmen irgendwelche Weltbilder anzapfen will, wenn man hier verschiedene Dogmen als Stützpfeiler der eigenen Magie verwenden will, genauso wie Glaubensansätze und Fragmente aus magischen Systemen, dann kann man dies ohne weiteres ausführen. Erlaubt ist, was man selbst handhaben kann. Erlaubt ist, was einen weiter bringt, was das eigene Selbst evolutioniert. Hierbei kann man auch ohne weiteres ganze magische Systeme kopieren, und für sich ausschließlich einsetzen. Wenn man der Meinung ist, dass man alle Rituale, die zum Beispiel Aleister Crowley in seinen Büchern veröffentlicht hat, ausführen muss, um sein eigenes Ziel zu erreichen, dann kann man dies tun. Aus dem Blickwinkel der traditionellen Magie, wäre man hier ein Thelemit, der eben Aleister Crowley aufs Wort folgt.
Aus dem Blickwinkel der Chaosmagie wäre man aber jemand, der für sich erkannt hat, der durch sein Wissen und seine Weisheit verstanden hat, dass die Arbeiten, die Aleister Crowley verwendete, auch für die eigene Evolution verwendet werden können. Das „Warum?“ ist hier vollkommen irrelevant, genauso wie es irrelevant ist, dass man hier wirklich ein ganzes magisches System ein zu eins kopiert. Doch zugegeben, auch ich würde es merkwürdig finden, dass jemand ausschließlich die Rituale von Aleister Crowley verwendet, und sich dann doch als Chaosmagier betitelt. Da es aber um die Individualität geht, da es um die Chaosmagie geht, und diese irgendwie nicht wirklich zu definieren ist, müsste man es akzeptieren.
Da die Chaosmagie auch immer wieder mit sehr viel Humor gespickt ist, könnte man hier auch einfach sagen, dass man statt Chaosmagie einfach Pippi-Langstrumpf-Magie nimmt, frei nach dem Motto: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt!“ Tja, auch dies ist Chaosmagie! Definitiv! Und so wird man hier immer sehr viele, sehr mannigfache Blickwinkel finden, die alle richtig und definitiv auch alle falsch sind. Individuelle Handlungen kann man NICHT wirklich beschreiben, begreifen, verstehen, analysieren und erst recht nicht postulieren. Wenn es also heißt, dass die Chaosmagie keine Weltbilder, Glaubenssätze, Gewohnheiten, Muster, Meinungen und Theorien von anderen magischen Systemen verwenden muss, ist dies korrekt. Es gibt hier kein „MUSS“, aber es gibt immer ein „KANN“! Deswegen dürfte man eigentlich mit einem Menschen, der sich in der Chaosmagie bewegt, und sich von mir aus auch „Chaosmagier“ nennt, nicht streiten können, da der Chaosmagier letztlich eine so hohe Flexibilität besitzen sollte, dass alle Ansichten als subjektiv erkannt werden, und gleichzeitig begriffen wird, dass eine objektive Ansicht für den menschlichen Geist einfach nicht möglich ist. Durch die Individualität ist alles möglich, durch die Individualität ist alles abgedeckt und geschützt.
Durch die Individualität ist alles ersetzbar, alles austauschbar, alles veränderbar, und man muss immer schauen, wie die eigenen Ziele definiert sind, wie man seine eigenen Zielparameter bestimmen will, wie man sein Ziel erreicht, und was man bereit ist zu geben. Nicht mehr und nicht weniger!
Genau das ist die Chaosmagie. Man nimmt sich alles, wählt dann aus, und verwendet genau das, was am effektivsten ist. Doch wenn man sich alles nehmen will, wenn man alles beherrschen will, muss man wahrlich viel Wissen und noch mehr Weisheit besitzen. In diesem Rahmen wird man auch verstehen, dass alle Systeme „süß, niedlich und nett“ sind, so wie auch „hervorragend, großartig und genial“, dass alle Systeme in gewissen Parametern funktionieren, dass alle Systeme angezapft und verwendet werden können, jedoch definitiv nicht verwendet werden müssen!
Doch es ist nicht einfach, hier klassische Erklärungen zu bieten, denn gerne wird behauptet, dass die Chaosmagie keinerlei Symbolen irgendwelche magischen Bedeutungen zuschreibt, mit keinen Gottheiten arbeitet und nach Belieben ihre eigenen Ideen aufgreift und umsetzt. Tja, was ist aber, wenn die eigene Idee zum Beispiel auf einem bestimmten Symbol ruht? Was ist, wenn meine eigene Idee das klassische Pentagramm verwendet, um ein Fundament zu gießen, durch welches ich meine Ziele erreichen kann, erreichen will, erreichen werde? In diesem Zusammenhang würde die Chaosmagie definitiv Symbole verwenden, und die Chaosmagie würde auch hier definitiv dem Symbol des Pentagramms eine besondere Bedeutung zu schreiben. Doch es wäre in diesem Kontext MEINE individuelle Chaosmagie, die nicht universell gedeutet werden darf. Und wenn man die Chaosmagie jetzt universell beschreiben will, dann kann man hier den viel zitierten Satz nehmen: „Alles kann! Nichts muss!“
Es wird dennoch problematisch, wenn man sich eben auf Bücher bezieht, die die Vokabel „Chaosmagie“ im Namen/Titel tragen. Im Übrigen, dieses Buch hier ist ein solches Buch! Und ja, in diesem Kontext ist es auch problematisch. Man kann die Chaosmagie nicht beschreiben!
Alles, was man zu der Chaosmagie schreiben kann, ist entweder absolut individuell, und nur auf den einzelnen magischen Menschen anzuwenden, der Ideen und Theorien zu seiner Chaosmagie niedergeschrieben hat, oder die Thematiken sind einfach zu universell, sodass man hier nicht einen echten Nutzen herausziehen kann. Gleichzeitig wird es problematisch, wenn man dann Ideen, Postulate und Axiome aufstellt, die man dann mit der Chaosmagie verknüpfen will. So sollen auf der einen Seite kein göttliches Wesen, keine externen Energien, keine Entität, kein Geist, kein energetisches Wesen, keine stellare Dynamik verwendet werden, wenn es um die Chaosmagie geht, da DIE Chaosmagie so etwas nicht macht, und gleichzeitig ist es so, dass DIE Chaosmagie alles macht und alles verwendet, denn der magische Protagonist entscheidet, was verwendet werden soll! Alle Symbole und alle Gottheiten sind möglich, alle Symbole und alle Gottheiten sind denkbar, alle Symbole und alle Gottheiten können eingesetzt werden, doch sie müssen es nicht! Man entscheidet selbst, was man verwenden will, man schätzt es selber ein, was man verwenden kann, und man muss auch letztlich darauf vertrauen, dass man das handhaben kann, was man verwendet. Naja, Vertrauen ist gut, Gnosis ist besser!

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