Kitabı oku: «19 Stunden», sayfa 2
Jetzt, da sie sich dieser Meute von Männern gegenüber fand, mit ihren teils nur einen kurzen Moment währenden oder dauerhaft über sie streichenden Blicken, die Lisa umspannten, lag Lisa wie in Fesseln. Sie wusste, dass alles was sie tat genau verfolgt wurde. Sie sah von einem Mann zum andern. Jeder Blick war anders, kürzer oder länger, flüchtiger oder intensiver. Der eine bohrte sich in einen Teil ihres Körpers, der andere strich darüber wie ein Wind. Sie begann die Blicke körperlich zu spüren. Aus jedem Augenpaar in das sie sah, kamen sie auf sie zu wie das blendende Licht eines Scheinwerfers. Noch einmal wurde der Regen stärker. Die Topfen prasselten auf sie nieder. Mit jedem Tropfen spürte sie einen Blick auf sich treffen, der sich an sie heftete und ihre Haut traf. Sie spürte, wie jeder einzelne Männerblick ihre Haut erst an einem Punkt traf und dann die Haut benetzte, sie berührte, sie umspülte, sie nässte. Sie spürte wie die Männerblicke auf ihren nassen Busen trafen, der von dem schwer herabgezogenen Sommerkleid nur noch zum Teil bedeckt war. Sie sah, wie sich die Blicke der Männer mit ihren Brüsten hoben und senkten, wenn sie atmete, wie sie den Regentropfen gleich über die Gänsehaut ihrer Brüste flossen in den Ausschnitt ihres Kleides eindrangen und wie sie sich über ihrem Bauch verloren. Wie der Sommerregen über einem Palmenwedel in kleinen rollenden Tropfenketten über die Fasern des Blattes perlt, spürte sie die Männerblicke ihren Körper umspülen. Das nasse Kleid lag schwer auf ihrem Busen. Darunter kribbelten die Blicke auf ihrer Brust. Lisa spürte eine Erregung, der sie sich nicht zu entziehen konnte und von der sie nicht zu sagen vermochte, ob es ihr angenehm war oder nicht. Ihr Atem wurde voller und schwerer. Sie sog die nach Regen riechende Luft tief in ihre Lungen. Ihr Herz klopfte. An sich herunter blickend bemerkte sie, wie heftig sich ihr Busen hob und senkte. Sie verspürte eine Lust, ihn zu greifen, zu halten, seine Körperlichkeit zu fühlen und an ihrem Busen zu fühlen, dass er gehalten wurde. Sie unterließ es vor Scham, so dass die Spannung blieb. Ihre Brustwarzen stachen unter dem nassen Kleid hervor. Sie merkte, wie sich alles in ihren Brüsten zu ihnen hin zog. Eine Strähne ihres Haares lag auf ihrer Wange. Sie bewegte ihre Zunge dorthin und ließ das Regenwasser in ihren Mund laufen.
Noch einmal sah sie zu den Männern. Wenn sich ihr Blick mit dem eines Mannes traf, verweilten sie nur kurz beieinander. Lisas Augen waren weit geworden. Der Mann sah augenblicklich wieder an ihrem Leib herunter. Sie genoss ihre Stärke, wenn dies geschah. In einem Fort sah sie in der Runde herum und sah die gaffenden, lüsternen, staunenden und sehnend leidenden Blicke über sich hin schwirren, nie ankommend, nur fliegend, ahnend.
Mit einem Mal, übermannt von der Fülle und Dichte der Blicke, kam in ihr die Scham des Alltags auf. Sie fühlte sich furchtbar nackt, als hätte sie noch nicht einmal das Kleid auf dem Leib, fühlte sich ausgeliefert wie eine Verurteilte. Die Blicke zogen sie aus. Sie stand am Pranger, begafft vom Mopp, der nach der Vollstreckung, nach dem Vollzug giert. Ein Ekel überzog sie blitzschnell.
Doch wie angekettet, war sie unfähig sich auch nur einen Zentimeter vom Fleck zu bewegen. Ohne Unterlass strichen die Männerblicke weiter über ihren Leib. Der Regen wurde jetzt langsam schwächer. Sie atmete schneller. Sie fror. Jede Faser ihrer Muskeln war gespannt. Trotz des Schamgefühls bebte immer noch die Erregung in ihr. Nach wie vor blieben die Blicke der Männer berührend. Überall an ihrem Leib spürte sie sie.
Es riss sie hin und her. Sie hatte sich selbst verloren, war ohnmächtig ihrer selbst. Ein Versuch, sich zu beherrschen, wieder ihr eigener Herr zu werden, verlor sich in den sie überrollenden Momenten
Nun trieb es sie wieder hin, Weib zu sein. Wem sollte es nicht angenehm sein? All den Männern stand das Weib vor Augen. Allein das Weib. Kein Schamgefühl wollten sie in Lisa sehen. Jedenfalls interessierte sie nicht, ob sich Lisa schämte. Sie sahen und wollten sehen, so lange es nur ging. Die sich hebenden Brüste, die Lenden und den Bauch, der sich mit dem Atem dehnte, den Schoß, das Becken, die Schenkel.
Lisa genoss wieder mehr. Ein Gefühl der Überlegenheit kam in ihr auf. Ein Flirren zog durch ihre Beine. Von ihr allein war der Moment beherrscht. Alles andere war verblasst. Der Frühling rings herum war in sie getreten und hatte seine Seele in Lisas Weiblichkeit verloren. All das, was der Frühling belebt, draußen in der Natur mit seinen Farben und in jedem Menschen mit den Regungen, war in Lisa körperlich geworden. Das Keimen, das Sprießen, das Licht und die Wärme. Wie der fette Samen, der alle Lebenskraft in sich birgt, der nur eines Tropfens Wasser bedarf, um all dies hervorbrechen zu lassen, strotzte Lisa vor eben dieser Kraft.
Erst jetzt bemerkte Lisa auch Theo, der genau wie sie gänzlich durchnässt war. Seine kurzen lockigen Haare hingen nass in Stirn und Augen. Sie erkannte auch ihn als einen derjenigen, die den Blick ohne Unterlass auf sie richteten. Magnetisch hafteten seine Augen auf Lisas Leib und strichen mit stets gleich bleibender Geschwindigkeit wieder und wieder über ihren Körper hin. Lisa durchfuhr es und sie erschrak, als sich ihre Blicke trafen. Sie erschrak über Theo und über die Leere seines Blickes. Durch sie floss alles in einem Strudel in sein Inneres, wo es sich in seinen Lenden verfing. Seine Augen waren die Tore zu einer dahinter liegenden Welt der Empfindung, die nicht nach außen trat und die sie als Frau nicht vermochte, in eben dieser Weise zu erleben. Theo sah nicht um zu sehen. Jede Entfernung, jeder Zwischenraum war in Theos Wahrnehmung verschwunden. Alle äußerliche Regung war in Theo erstorben. Ehrfurcht, Begehr und Bewunderung vereinten sich in Theos Blick, hatten ihre Quelle aber in seinem Männerkörper. Lisa schmeichelte es in demselben Maße, wie die schiere, ungesteuerte Gewalt über Theo, die aus ihrer eigenen Weiblichkeit entsprang, sie selbst verunsicherte.
Theos Blick war plötzlich stehen geblieben. Er sah auf ihren Schoß. Er begann wieder zu denken und langsam kehrte er in das Hier und Jetzt zurück.
Theo genoss jetzt die Betrachtung. Die Betrachtung schien ihm wie ein gutes Essen zu sein. Beglückt wie ein Hungernder vor einem aromatisch dampfenden Mahl, verzehrte er Lisas Körper Stück für Stück. Keine Zutat an ihr blieb dem Gaumen seiner Empfindungen verborgen.
Sein Blick folgte den Umrissen ihres Oberkörpers von ihrer Schulter beginnend an ihrem Brustkorb herab tiefer. Dem Bogen der Hüften folgte er nicht, sondern ließ seinen Blick zwischen ihren Brüsten weiter sinken, bis er in ihrem Schoß verhielt. Von welcher Stelle Theo auch die Betrachtung Lisas Körper begann, sei es an ihrer Schulter, sei es an ihren Waden, immer blieb der Blick zuletzt auf ihrem Schoß verhaftet. So als sähe er auf eine sich um ihren Mittelpunkt drehende Spirale, wurde er unweigerlich zu Lisas Schoß hingezogen.
Sah er zunächst auf ihre schönen Füße und ihre zarten Fesseln und ließ den Blick langsam zwischen ihren Beinen entlang der schlanken Waden über die wohlgeformten Knie weiter an ihren Schenkeln empor steigen, fand dieser Blick wieder an ihrem Geschlecht seinen Halt. Ließ er den Blick außen an ihren Beinen höher steigen, führten diese Linien seinen Blick zunächst in die weiteren Rundungen ihrer Hüfte. Doch in deren Zentrum, in das sein Blick erneut unweigerlich hinein gefallen war, lag wieder die Wärme und Tiefe ihres Schoßes. Hatte sein Blick die Tentakeln ihrer Kurven nur einmal berührt, war er gefangen und wurde von diesen süß, aber unweigerlich in ihres Körpers Mitte gebracht. Steht beim Mann der Körper um das Geschlecht herum in keiner Beziehung zu diesem – denn auch wenn er noch so gut gebaut und athletisch war, hing das Glied wie ein luftleerer Ballon herab – und muss man geradezu den Eindruck haben, dass es an sich egal gewesen wäre, wo am männlichen Körper sich der Schwanz befand, war Lisa Abbild der Besonderheit des weiblichen Körpers. Die Kraft der Verheißung der verborgenen Blüte. Die bis zum erlösenden Moment der Hingabe immer weiter angespornte Phantasie, die wie Öl in das Feuer des umherirrenden suchenden männlichen Triebes fließt, ihn nährt und stetig höher lodern lässt. Wie die großen roten Blütenblätter des Klatschmohns den Bienen den Weg zum süßen Saft des Nektars weisen, führten ihre Linien unweigerlich zu dem reifen, tiefen Kelch. Zu dem Schoß, in dem die Knospe lag. Das Hoffen auf das Aufblühen dieser Blüte war unvergleichlich in seiner Gewalt über Theo. Theo schwelgte in seiner Verzehrung. So sehr Lisa mit der Fülle ihres Busens, mit dem Bogen ihres Beckens und mit der Verjüngung ihrer Taille das weibliche Geschlecht bewies, blieb ihre Blüte doch verborgen.
Lisas Kleid warf Falten über ihrem Schoß und verbarg die dahinter liegenden Formen. Theo erahnte ansatzweise die Wölbung des Venushügels, die Vorahnung und das Versprechen der Blüte.
So wie der Bauchnabel nicht selbst unter dem nassen Kleid zu erkennen war, sondern dass Kleid die Vertiefung nur überspannte, lag Lisas Kleid auch zwischen ihren Beinen nicht ganz an. Theo starrte auf diesen Punkt. Dort befand sich die Knospe. Mit jedem Gedanken an ihre Vulva wurde sein Sehnen realer, körperlicher, schwerer. Wie das erste halbe Glas eines schweren Rotweines zog der Strom durch ihn hin. Mehr und mehr und immer tiefer zog es hinab aus seinem Kopf tiefer und tiefer in seine Lenden, in seinen Bauch, in seine Beine. Seine Knie wurden unsicher.
So fest er seinen Blick auch auf ihren Schoß heftete, gelang es ihm nicht, sich die hinter dem Kleid liegende Nacktheit in jeder Einzelheit vorzustellen. So oft er auch bereits seinen Blick auf diese Lippenblüten legen durfte, war es ihm doch niemals möglich, sich ihre Schönheit in allen Einzelheiten dauerhaft einzuprägen. Natürlich wusste er um ihr Aussehen. Aber wollte er gerade jetzt vor seinem inneren Auge ein Bild dessen entstehen lassen, was er gerade nicht sah, misslang es ihm. Es blieben weiße Flecken. Theo war sogar fest der Überzeugung, dass die Natur ihn absichtlich daran hinderte, sich das Bild der Vulva auf Dauer zu verinnerlichen. Zugleich, so dachte Theo weiter, vereitelte die Natur so die Möglichkeit, dass er sie ganz nach Belieben herbeiphantasieren konnte. Auf diese Weise, so meinte er, würde sich die Natur versichern, dass er, der Mann, immer versuchen würde, einen Blick auf diese Knospe und ihr Aufblühen zu erhaschen. Selbst die Sucht nach diesem Anblick, konnte Theo nicht ergründen und so blieb ihm letztlich die Einsicht um seine Prägung, der auszuweichen dem Versuch gleich kam, seinen Schatten abzustreifen. Theo wusste sich ausgeliefert, ohnmächtig.
Gleichwohl ergriff ihn eine fast kindliche Freude über diese Ohnmacht. Was wäre das Leben ohne diese Ohnmacht gegenüber der eigenen Lust, dem ausgesetzt Sein, dem triebhaften Jagen, Sehnen und Trachten. Eine trübe, trostlose Mehlsuppe ohne Klümpchen, ohne Salz, ohne Peperoni.
Nach und nach fand Theo seinen Verstand wieder. Wenigstens teilweise gelang es ihm, mit seinem Denken zu entscheiden. Sein Blick, seine Haltung waren aber noch voll von Erregung. Wie ein kleiner zarter Orgasmus war in den vergangenen Minuten ein leises prickelndes Zittern, eine fiebrige Hitze durch seinen Körper gezogen, die nun langsam ihren Ausklang fanden. Erleichterung hatte Theo hierbei nicht gefunden. Eher wie eine erlesene Vorspeise noch den Appetit anregt, wie die Vorspeise die Geschmackszellen weckt, ihnen die Vorahnung eines kommenden Genusses gibt, sie vorbereitet und auf eine Stufe der Empfänglichkeit hebt, so hatte der Anblick Lisas seine Sinne geschärft. Der Staub der Enthaltsamkeit war weggefegt, die Haut, sein Körper, sein Schwanz, seine Muskeln, jede seiner Fasern lag bloß, harrend der Begegnung mit dem Wesen der anderen Art. Harrend der Süße des Nektars, dem weichen Leib und der Tiefe.
Lisa betrachtete jetzt nur noch Theo. Die wundersame Verfassung, die sich in seinem saugenden Blick offenbarte, hatte sie gefesselt. Die Blicke der anderen Männer hatten ihre Wirkung in diesem Moment verloren; waren abgewaschen. Das grabschende, geifernde, leckende Gaffen, welches ihr eben noch ihre Überlegenheit bewies, verschwand in dem Moment, in dem sie in Theos Augen sah. Von seinen Augen so umspielt zu werden, ließ sie eine tiefe Genugtuung empfinden. Sie erkannte in ihnen ehrfürchtige Bewunderung. Sie fühlte sich angerührt in ihrem Innersten, auf besondere Art geehrt. Der Körper, der das zu Hause ihrer Seele war, in dem sei sich jeden Morgen wieder fand, den sie wusch, den sie kleidete und streichelte, dieser Körper war Theos Quelle der Empfindung. Sie bemerkte, dass dieser ihr Körper, den sie kannte, den sie mochte, aber der ihr jedenfalls so vertraut und so gewohnt war, dass dieser Körper eine sprudelnde Quelle sein konnte. Ihr Leib rief im Mann eine Regung hervor, die sie zwar erkennen konnte, aber die sie niemals erfahren würde. Die sie niemals empfinden konnte. Ihr eigener Leib konnte Dinge vollbringen, die sie nie erleben würde. Ihre Brüste, ihr Leib, ihre Vulva, die ihrer Hand jederzeit zugänglich waren, die sie in jedem Moment greifen, nehmen, halten, streicheln konnte, waren Sehnsüchte, Traum und Ziel allen Trachtens dieses anderen Körpers des Mannes dort drüben in der Schlange vor dem Backofen im Frühlingsregen. Sie war der Schlüssel zu einem Schloss, hinter denen Theos Erfüllung verborgen war.
Der Regen ließ nach und hörte schließlich ganz auf. Die Sonne war durch die hinweg fliegenden Wolken gebrochen und stand kurze Zeit später ganz allein am Himmel. In kürzester Zeit begann erneut zarter Dunst über den Wiesen aufzusteigen. Die nasskalten Kleider erwärmten sich im Sonnenschein wohltuend. Das unter den herab fallenden Tropfen erlahmte Leben kehrte unter die Menschen zurück. Alle die, die sich unter Dächern und Überhängen zurückgezogen hatten, traten zunächst etwas verstockt und von der feuchten Kühle noch ganz steif auf die nassen Wiesen heraus. Bald ging das zögerliche Heraustreten immer rascher in ein reges Treiben über. Die Tür des Backofens öffnete sich das erste Mal und ein wunderbarer Duft frischen Backwerks wehte über die Festwiese gemischt in den Geruch des Regens. Auch diejenigen, die bisher noch keinen Hunger verspürt hatten, sammelten sich nun hungrig in unmittelbarer Nähe des Backofens.
Theo und Lisa standen sich noch immer wie gebannt gegenüber. Die anderen Männer, die eben noch im Halbkreis um Lisa gestanden hatten, wandten sich mit ihren Blicken wieder anderen Geschehnissen zu, insbesondere unter der Aufsicht der in die Warteschlange zurückgekehrten Frauen, die augenblicklich die Anziehungskraft Lisas erkannt hatten und diese eifersüchtig einzuschätzen wussten. Lisa, deren leibliche Schönheit ohne weiteres auch unter einem trockenen und weiten Sommerkleid zu erkennen war, war den Frauen, denen es eben daran mangelte, bereits viel früher ein Dorn im Auge gewesen. Doch nun, wo sie ihre Männer im Bann der durchnässten Lisa sahen, wurden sie schnippisch, garstig und passten auf wie Schlangen. Rasch begannen sie Gespräche mit ihren Männern über irgendwelche organisatorischen Fragen und über Dinge zu führen, die nebensächlicher nicht hätten sein können. Jedes Abschweifen eines Mannes von einem dieser Gespräche wurde sofort, unnachgiebig und hart geahndet. In einem Fall, in dem das eheliche Verhältnis bereits das Stadium der Gleichgültigkeit gegenüber dem Unmut des Anderen erlangt hatte und die bloße Äußerung des Unmutes und des Tadels durch das Eheweib nicht fruchtete, griff diese zu der Waffe ihrer lauten Stimme. Sie erhob diese in einem lauten gellenden Ton zu einem fast unverständlichen Gezeter. Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten, denn bereits nach einer Sekunde gafften alle nach dem beschimpften Mann, der um seiner Ruhe willen nachgab. Er wandte seine Augen von Lisa ab und eine eigentümlich befriedete Stimmung trat zwischen den Eheleuten ein.
Theo und Lisa waren nun in der langsamen Stille, die sie verband, allein geblieben. Die Geräusche der erwachten Menge drangen nicht an ihre Ohren. Beiden blieb das um sie herum erwachende Leben verborgen. Noch immer war Theos Blick fest auf Lisas Unterleib gerichtet. Schweifte er kurz ab und betrachtete ihre Brüste, die mit jedem Atemzug das in ihnen steckende Leben verrieten, oder umschloss er ihre Hüften in seinen Gedanken und ließ seine Hände darum streichen und sie umfangen, zog es seinen Blick doch immer wieder auf ihren Schoß dort hin, wo sich ihr Geschlecht verbarg. All ihre Reize hatte Theo nun bereits sehen können, ihr Gesicht und ihr Haar ohnehin, ihren Hals der schlank und schön mit dem Regen hervorgetreten war, ihre Arme, deren Umschlingen er zu gern verspüren wollte, ihre zarten Hände, die im Regen scheinbar hilflos herunterzuhängen schienen. Ihre Brüste, die sie voller Stolz und hervorgehoben trug, als verkörperten sie Orden der allerhöchsten Ehren. Ihre schlanke Taille die gemeinsam mit dem sich anschließenden Becken zu dieser einladenden Einheit in ihrem Gegensätzen miteinander verschmolzen. Der kurze Übergang ließ die Hüften als den Hort der Weiblichkeit besonders betonen. Dort, drängte es in Theo, war die Heimstatt des Schatzes. Die Versuchung. Die Begegnung.
Das von der Taille und den Beinen sich abhebende Becken war der Rahmen und die Schale. Wie das Fruchtfleisch einer Pflaume den Kern mit dem Keim für den neuen Baum und damit ein neues Leben umgibt, so umgeben die weiblichen Hüften, diesen zwischen den Beinen verborgenen Schatz, den pulsierenden, aufnehmenden Inbegriff aller Innigkeit. Nichts weniger.
Wie der Perlentaucher, nach einer Muschel sucht um darin die Perle zu finden, sah Theo ihren Schoß im Wissen in diesem die Perle zu finden. Er versuchte sich vorzustellen, wie die Linien sich teilten, wo sich unterhalb des Venushügels auf die Haut vertieft, wie sich dieser wunderbare verheißende Bogen tiefer zwischen die Beine zieht. Doch wie ihre, Lisas Mitte aussah, konnte er nur erahnen.
Theos Gedanken peitschten ihn. Jetzt bemerkte er, wie sich seine Haut zwischen seinen Beinen spannte und zusammenzog und zugleich ein wohltuendes Kribbeln um die Rundungen strich wie die Welle eines Seebebens um den Erdball wandert. Kurz darauf füllte sich der Raum in seiner Hose an und wurde voller; erst nur die Formern in ihrem Volumen ohne wirklich an Festigkeit zu gewinnen. Dann, Stück für Stück, merkte er, wie sein Schwanz seine wirklich vollendete Form annehmen, sich aufstellen, wie er sich dick, hart und prall aufrichten wollte. Theo musste zwei Mal auf der Stelle treten, damit sein Schwanz zurechtrutschte und er es ihm so ohne Zuhilfenahme seiner Hände ermöglichte, wenigstens den begrenzten Raum in der Hose auszunutzen. Er war froh, nicht in einer engen Jeans zu stecken, sondern diese, der mittelalterlichen Mode der einfachen Leute nachempfundene weite Stoffhose zu tragen.
Theo spürte, wie der Bund der Unterhose zur Grenze wurde. Er genoss den Widerstand des Gummizuges im Hosenbund und versuchte durch ein unauffälliges Anspannen seiner Pobacken und einem fast nur innerlich ablaufenden Vorpressen seines Beckens den Kopf seines Schwanzes weiter unter den Bund der Unterhose hindurchzudrücken und so den sanften Druck zu verstärken. Diese fast unmerklichen Bewegungen in seiner Hüfte blieben dank der weiten Hose dem Beobachter verborgen, sorgten aber bei Theo für eine wunderbar kitzelnde Reizung.
Die hypnotisierende Wirkung, die Lisas Erscheinung auf Theo ausgeübt hatte war verflogen während Theo über Lisas Geschlecht nachzudenken begonnen hatte. In diesen Momenten, in denen er wieder selbst eigene Gedanken gefasst hatte, war sein Geist wieder in Bewegung gekommen, hatte sich der Schlingen des Triebes halbwegs entledigen können und hatte sich wieder Theos bemächtigt. Die magische Ausstrahlung die Lisa auf Theo ausgeübt hatte war von seinem begehrenden, neugierig interessierten männlichen Verstand abgelöst worden. Dennoch beherrschte Lisa nach wie vor Theos Gedankenwelt uneingeschränkt. Zwar nun in einer eher passiven Art, nämlich als Objekt seiner Gedankenspiele, aber dennoch so weit, dass Raum für Anderes in Theos Kopf nicht war.
Theo war gleichzeitig wieder mehr sich selbst bewusst geworden. Er spürte eine innere Zufriedenheit und Freude daran, Lisa in ihrer Schönheit vor sich zu sehen und das angenehme Erlebnis zu haben, seine Gedanken um so etwas Wunderbares und Reizvolles wie Lisas Leib mit aller Haut und allem Haar drehen und spielen zu lassen. War es nicht viel angenehmer, dachte sich Theo, diese einzigartige Verkörperung der Weiblichkeit sich vor das innere Auge zu führen, als sich etwa um die Frage zu kümmern, ob er in der Lage sein würde, die Standgebühr bezahlen zu können? Fest stand, dass er im Laufe des Tages seine Standgebühr an den Marktleiter bezahlen musste. Ebenso sicher war es aus seiner Sicht einerlei, ob er jetzt an Lisas Vagina dachte oder sich Sorgen um das Erwirtschaften der Standgebühr machte. Einen Einfluss auf die Zahl der Schmuckbänder, Ringe und Ketten die er verkaufen konnte, hatte dies nicht. Eher noch, so erkannte Theo, sei es förderlich, über Lisas Geschlecht nachzudenken. Denn wie er ja selbst deutlich spürte, empfand er dies als sehr anregend, durchflutete ihn ein erfrischendes Aufwallen seiner Sinne und legte sich ein froher und strahlender Ausdruck in sein Gesicht. Dies war mit Sicherheit für sein Geschäft belebender, als wenn er Trübsal blasend und mit einem unzufriedenen Gesicht hinter seinen Waren gesessen hätte und jeder mögliche Kunde geradezu hätte befürchten müssen, im Moment des Herantretens an Theos Stand unfreundlich und mürrisch empfangen zu werden.
Ein süffisantes Lächeln legte sich ob dieser Erkenntnis auf Theos Gesicht. Er freute sich noch mehr über diese Situation, betrachtete Lisas Schoß und ließ sich von der Sonne wärmen. Schritt für Schritt kam er in der Schlange voran und in wenigen Augenblicken würde er auch seinen Hunger stillen können.
Trotz all dieser erfreulichen Erkenntnisse und Gedanken merkte Theo, wie sich der Hunger nach dem anderen Geschlecht verstärkte, in alle seine Fasern drang und wie eine im Untergrund operierende Verschwörung immer mehr Besitz von ihm ergriff. Längst war es nicht mehr ein Anflug von Lust oder ein bloßes Aufwallen aller Sinne. Eine Veränderung vollzog sich in ihm. Eine durch alle Sinne und Gedanken wandelnde Prägung machte sich breit. Nicht mehr der wie versehentlich in Bilder der Kopulation springende Gedanke, wenn sein Blick eine Lust versprühende Vertreterin des anderen Geschlechts erhascht hatte, war es, der ihn kurz mit einem rumorenden Gefühl und zugleich mit erhöhtem Puls und hörbarem Atem beglückte. Vielmehr bekam sein ganzes Denken und Erleben ein sexuelles Vorzeichen. Kein Gedanke, kein Blick, kein Atemzug, der nicht in Verbindung stand mit allem Geschlechtlichen, der nicht durchzogen war mit Empfindungen, die Theo in seiner Leistengegend, in seinen Lenden oder mit einem den ganzen Körper schüttelnde Schauer nachempfinden konnte. Wenn auch zunächst nur schwach, so doch allgegenwärtig.
Lisa stand noch immer unweit des Ofens. Sie betrachtete Theo fortwährend. Teils vorsichtig und auf Unauffälligkeit bedacht, teils fest und offensichtlich auf bestimmte Regionen Theos Körper gerichtet, musterte ihr Blick den Mann in Theo. Sie kannte Theo nicht. Allein durch die Art, wie er sie im Regen angesehen hatte, war Lisa auf Theo aufmerksam geworden. Nie zuvor waren sie sich begegnet oder hatten je ein Wort gewechselt. Dennoch war auch Lisa von Theo ergriffen. Die Art der wohlwollenden Bewunderung ihres Körpers, die sie in seinen Augen erkannt hatte, hatte sie wach werden lassen. Sie hatte fast fühlen können, wie ihre Silouette in Theos Augen floss und darin entflammte. Sie war neugierig geworden und sie hatte Appetit bekommen. Sie war eine Frau und es gefiel ihr bewundert und begehrt zu werden von einem Mann wie Theo es war. Er zeichnete sich nicht durch eine besondere Schönheit aus. Seine Körper aber war, soweit Lisa sehen konnte, schön gewachsen und in seiner Haltung fand sie etwas Stolzes und Edles, keineswegs im Sinne einer adligen Überheblichkeit, sondern allenfalls von einer tief im Wesen ruhenden Rechtschaffenheit und Ritterlichkeit. Die Kleidung, die Theo trug, war dem mittelalterlichen Fest angepasst. Sie war weit und etwas lumpig. Wegen des Regens hing sie auch an ihm schwer herab. Lisa erkannte den wohl geformten Oberkörper und eine von vielem Laufen und Wandern geprägte muskulöse und wohl proportionierte Gestalt. Seine fast drahtige Muskulatur machte den Eindruck einer sehr feinen und wohl abgestimmten Vernetzung. Jede seiner Bewegungen war ein orchestrales Zusammenspiel aller Fasern. Seine Bewegungen zeugten von Freude an seinem Körper und waren nie plump oder abgehackt. War es sein Arm, den er benutzten musste, um nach etwas zu greifen, so bewegte sich nie der Arm allein. Der ganze Köper unterstützte wie eine große Gemeinschaft den Arm bei seiner Bewegung. So als spürte der Körper selbst die besondere Freude am Zusammenspiel seiner Glieder. Gerade hierdurch wirkte Theo auch stets kraftvoll. Denn darin, dass Theo es auch für noch so kleine Handreichungen nicht scheute, das ganze Gewicht seines Körpers geschwind zu bewegen, wurde die Mühelosigkeit und zugleich die Energie offenbar, über die er verfügte.
Auch Lisa fiel unter den Bann Theos Körper, der sich wie ein Gift in ihre Gedankenwelt mengte. Mit einem tastenden Blick strich sie sanft über die festen Strukturen Theos Körper. Weich und nachzeichnend wie ein Pinsel zogen ihre Augen über den Hals, von dessen halber Höhe sich stützende Muskeln rechts und links zur Schulter spannten. Klar zeichneten sich die einzelnen Muskelstränge ab. Entgegen seinen weichen und geradezu geschmeidigen Bewegungen zeigte sein Körper fast scharfe Linien. Seine Haut war dünn und schien an manchen Stellen nur wie ein vereinheitlichender Farbüberzug das Fleisch zu bedecken. Lisa ließ in Gedanken ihre zarten weichen Finger im seinem Nacken beginnend über die Halsmuskeln und dann vorn um den Körper herum oberhalb des Brustkorbes über die Schlüsselbeine streichen. Sie spürte wie sich jeder Muskel unter ihren sanft drückenden Fingerkuppen hinweg bewegen würde. Sie erahnte wie sich einzelne Halsmuskeln unter dem Kitzel ihrer zarten warmen Hände in scheuem Zucken spannten und wieder entspannten. Sie ahnte den Geruch. Sie ahnte den Atem. Sie ahnte den Mann. Die Schlüsselbeine traten fast waagerecht hervor und verschwanden am Schultergelenk unter einer Rundung. Von den Schlüsselbeinen ging eine gespannte Haut in die beinah flachen, sich scharf rechts und links des Brustbeines abzeichnenden Brustmuskeln über, die unter seinem leinenen Oberteil verschwanden. Die weiteren Einzelheiten seiner Gestalt und die Züge seiner Muskulatur blieben für sie hinter dem allmählich trocknenden Stoff verborgen. Nur an einigen Stellen noch, an denen sich das Leinen an Theos Haut legte, konnte sie noch erkennen, wie sich einzelne Strukturen abzeichneten. Sie hoffte, dass vielleicht ein Windzug den Pullover an seine Lenden drückte, um ihrer Phantasie Bestätigung zu verschaffen. Stück für Stück könnte sie dann in ihrem Gedächtnis Theos Körper zu einem kompletten Mann zusammen bauen. Aus immer neuen Puzzleteilen könnte sie im Laufe des Tages in Ihrem Gedächtnis den Körper Theos zusammensetzen. Stück für Stück würde sie jeden einzelnen von Theos Muskeln in Ihrem Kopf an die richtige Stelle setzen und sich Theo so noch einmal neu erschaffen und ihn dann als ihr Geschöpf mit ihr spielen lassen, so wie sie es wollte. Sie würde ihn dann in ihrem Kopf nachgebaut haben, also durfte sie auch in ihrem Kopf und in ihrer Phantasie dann mit ihm anstellen wonach ihr gelüstete. Ihr Bewusstsein zog in diesen Gedanken fort und in ihre Augen trat wieder die Leere, die sich immer widerspiegelte, wenn die Gedanken im Innern sich mehr und mehr entfernten. Der Gedanke gefiel Lisa. Sie konnte sich einen Theo erschaffen, nachempfunden diesem hier, der vor ihr stand. Sie sah wieder durch ihre Augen und betrachtete ihn noch einmal ausgiebig. Sie versuchte noch Puzzleteile zu finden, die sie bereits verwenden konnte. Vielleicht passten bereits einige zusammen und vielleicht ergab sich bereits wenigstens ein Teil von Theo, mit dem sie in ihrer Phantasie etwas anfangen konnte. Mit um so größerer Verwunderung stellte Lisa daher nun fest, dass sie bisher mit keinem Blick Theos Hintern gewürdigt hatte. Unterhalb des fasrigen Sisalstrickes, den sich Theo als Gürtel in seine weite Leinenhose eingezogen hatte, erkannte Lisa einen herrlich straffen, wohlgeformten und festen Hintern. In dem gleichen Rund, in dem er sich unterhalb des Strickes nach hinten wölbte, führte die Linie wieder hin zu den Oberschenkeln zurück. Im Ganzen konnte Lisa die Form in der unteren Hälfte nicht betrachten, da die Hose nach unten hin weiter wurde und daher Theos Backen dort nicht straff umspannte. Unterhalb der Lenden jedoch, wo die Hose auf Theos Pobacken auflag, erkannte man, dass die Weitungen der Hose nicht umsonst geschneidert waren. Anders als bei vielen Männern, bei denen allenfalls eine ranzige dicke Brieftasche den weiten, leeren Raum zwischen Stoff und Po füllte, hatte in dieser Hose ein vom steten Wandern gefestigter Hintern seine Hülle gefunden. Zwar verdeckte die Hülle den Po, doch dessen Kraft und Spannung konnte sie nicht verdecken. Lisa verspürte ein Entzücken, einen kleinen Wirbel in ihrem Innern. So sehr sie bis eben versucht hatte, nur die feine erotische Ausstrahlung, die Theos Körper auf sie hatte und die sie unverhohlen für sich wahrnahm, sich selbst erleben zu lassen, gelang es ihr nun nicht mehr, ihre Phantasien zu zähmen. Stellte sie sich vor, diesen Hintern mit beiden Händen fest zu greifen und dabei seine Spannung zu prüfen, indem sie so fest sie nur konnte zudrückte, kam sie nicht umhin, ihren Körper im selben Moment vor dem seinigen zu wissen. So sehr sie sich auch nur auf das Umgreifen seiner Pobacken zu konzentrieren versuchte, drangen für kurze Momente zugleich auch Bilder beider Körper vor ihr inneres Auge. Und auf diesen inneren Bildern war Theo bereits komplett und kein lückenhaftes Puzzle mehr. Unmöglich war es für sie vor ihm zu stehen und nur diesen festen Po zu greifen. Plötzlich sah sie Theo vor sich, nackt, stark, groß, kräftig. Theo mit seiner Beweglichkeit, mit seiner Anmut mit seinem Muskelspiel, mit seinen Gliedmaßen und mit seinem Glied. Sie atmete wieder schwerer ihr Busen hob und senkte sich in demselben schweren gleichmäßigen Takt, in dem sich ihre Lungen mit der nun warmen aber an der Feuchtigkeit des Regens noch reichen Luft füllten. Mit jedem Atemzug spannte sich das trocknende Kleid umso fester um ihre Brüste, um so mehr Luft sie in ihre Lungen sog. Der Druck, den der Stoff des Kleides dabei auf ihre Brüste ausübte und am Rücken oberhalb ihrer Lenden, wo das Kleid beim Einatmen gleichfalls spannte, erregte sie. Ganz anders als das lockere Kleid sie streichelnd umspielte, schien ihr der leichte Druck wie ein Vorbote eines viel festeren Griffes zu sein, den sie sich so sehr ersehnte. Sie versuchte sich noch immer von dem Gesamtbild Theos, das in ihren Gedanken mit all seinen Werkzeugen gewachsen war, frei zu halten, sich wieder ausschließlich den Griff in Theos Pobacken zu vergegenwärtigen. Aber es gelang ihr nicht mehr. Nun sah sie auch sich selbst nackt, hinter ihren geschlossenen Augenlidern. Dort, wo das Kleid spannte, legten sich in ihrer Phantasie Theos kräftige und doch behutsamen Hände um ihren Rücken. Sie atmete tief aus, um das ganze Gewicht ihres Busens in Gedanken von seinem Oberkörper halten zu lassen, es ihm anzuvertrauen, ihm zu geben, in seinen Händen zu wissen. Nun wollte sie Theo ganz nah an sich heranziehen und ihn unmittelbar an sich spüren. Ein Kribbeln zog durch ihren Schoß. Ein Kitzel, als hätte sich eine Handvoll Wanderameisen auf ihren nackten Unterleib gesetzt, jeden Millimeter zu erlaufen, jeden Millimeter zu ertasten. Ein Begehren durchdrang sie, an ihrem Schoß Platz zu schaffen für die Gestalt in ihrer Phantasie. Der Gestalt die Nähe zu ihrem Körper ganz zu gestatten; Theo an ihrem Schoß zu spüren und ihn mit ihren Beinen zu umschließen und an sich zu drücken, ganz fest und ihn nicht fort zu lassen; ihn lange nicht fort zu lassen. Ihn nicht fort zu lassen, bis sie nicht zumindest einmal in lichter Höhe war. In dem Moment wurde ihr mit Schrecken klar, dass sie nur in Gedanken vor ihm gestanden hatte. Sie schlug ihre Augen auf, blickte nervös an sich herab und sah ängstlich prüfend in alle Richtungen. Doch ihre Reise ins Innere war unbemerkt geblieben. Aufgewühlt von dem so körperlichen Sehnen nach Theo und dem Schrecken über ihr Entschweben hier unter den Augen des gesamten Dorfes fand sie nur langsam ihre Fassung zurück. Ihr Atem war noch schwerer geworden. Ihr Herz klopfte, als sei sie in eiskaltes Wasser gesprungen. Sie spürte, dass ihr Schoß ihren Sinnen und nicht der Realität gefolgt war, dass er seine lange ersehnte Bestimmung, ihren Phantasien gehorchend, vorbereitet hatte, sich gefügig gemacht hatte. Eine warme ganz andere Nässe als die des Regens war geflossen und hatte den Raum mit dem edelsten Balsam ausgekleidet, den sie noch nur in Gedanken durchdrungen fand. Sie spürte, dass sich ihr Geschlecht öffnen wollte, weiten wollte, empfangen wollte. Einen kurzen Moment nur noch widmete sie sich diesem Gefühl, das noch immer in ihr wallte, ihren Leib durchzog und ihre Gedanken beseelte. Dann, ernüchtert von der Erkenntnis, einer ganz anderen Realität, erfasste sie eine mürrische Verstimmung und sie blickte nach Arbeit suchend um sich. Sie ergriff ein leeres Backblech um es zurück in die Bäckerei zu tragen, damit es neu belegt werden konnte. Als sie es aufgehoben hatte und sie sich zum Gehen wandte, traf sich ihr Blick mit dem Theos. In ihrer erregten Vorstellung von ihm hatte sie seine wirkliche Anwesenheit beinah vergessen. In dem Moment nun, in dem sich die Blicke der beiden gegenseitig gefangen hatten, war es ihnen unmöglich die Augen wieder voneinander zu lösen.
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