Kitabı oku: «30 Minuten Bessere Beziehungen mit dem DISG®-Modell»
Georg Dauth
30 Minuten
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Umschlaggestaltung: die imprimatur, Hainburg
Umschlagkonzept: Martin Zech Design, Bremen
Lektorat: Eva Gößwein, Berlin
Autorenfoto: Tobias Erstfeld
Grafik „Himmelsrichtungen“: Oliver Knapp, Weinsberg
© 2019 GABAL Verlag GmbH, Offenbach
Das E-Book basiert auf dem 2019 erschienenen Buchtitel "30 Minuten Bessere Beziehungen" von Georg Dauth, ©2019 GABAL Verlag GmbH, Offenbach
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.
Hinweis:
Das Buch ist sorgfältig erarbeitet worden. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autor noch Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gemachten Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.
ISBN Buchausgabe: 978-3-86936-916-7
ISBN epub: 978-3-95623-860-4
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Alle wichtigen Informationen sind blau gedruckt.
Zahlreiche Zusammenfassungen innerhalb der Kapitel erlauben das schnelle Querlesen. | |
Ein Fast Reader am Ende des Buches fasst alle wichtigen Aspekte zusammen.
Inhalt
Vorwort
1. Das DISG-Modell
Die vier DISG-Typen im Überblick
Warum DISG?
Was kann DISG? Und was nicht?
Aufbau von DISG
Kleiner Selbsttest
2. Dominanter Verhaltenstyp im Konflikt
Konfliktgeschichte
D-Schwächen und ihre Folgen
D-Bedürfnisse
D-Stärken
Sieben Hilfen zur Konfliktlösung mit D
Konfliktlösungsgeschichte
3. Initiativer Verhaltenstyp im Konflikt
Konfliktgeschichte
I-Schwächen und ihre Folgen
I-Bedürfnisse
I-Stärken
Sieben Hilfen zur Konfliktlösung mit I
Konfliktlösungsgeschichte
4. Stetiger Verhaltenstyp im Konflikt
Konfliktgeschichte
S-Schwächen und ihre Folgen
S-Bedürfnisse
S-Stärken
Sieben Hilfen zur Konfliktlösung mit S
Konfliktlösungsgeschichte
5. Gewissenhafter Verhaltenstyp im Konflikt
Konfliktgeschichte
G-Schwächen und ihre Folgen
G-Bedürfnisse
G-Stärken
Sieben Hilfen zur Konfliktlösung mit G
Konfliktlösungsgeschichte
Fast Reader
Der Autor
Weiterführende Literatur
Vorwort
Was ist ein Konflikt? Unterschiedliche Interessen, Ziele und Meinungen prallen aufeinander. Dieses Wirrwarr soll unter einem Hut (zum Beispiel in einem Projekt oder in einem Team) zusammenfinden, sich dort entknäulen und seinen Platz einnehmen. Schon kommt es zum Konflikt. Jeder pocht auf seine Meinung, keiner will im ohnehin beengten Raum zurückweichen. Emotionen wie Ärger, Wut, Angst kriechen empor: Mal brechen die Emotionen heftig aus – die Hutschnur geht hoch und dann kracht es richtig. Mal schwelen die negativen Gefühle unter der sichtbaren Oberfläche und dann leiden alle unter der miesen Atmosphäre.
So unterschiedlich die Reaktionen in Krisen und Konflikten auch ausfallen mögen, in einem dürften sich alle einig sein: Alle fühlen sich unwohl. Konflikte kosten Kraft. Konflikte lösen macht Mühe. Unbewältigte Konflikte schränken ein.
Besonders im Arbeitsalltag treffen uns Konflikte und damit verbundene Verhaltensweisen unmittelbar. Menschen arbeiten 40 Stunden und mehr neben- und miteinander, mehr oder weniger zusammengepfercht unter einem Dach, in einem Raum, Tisch an Tisch. Projekte ketten auch solche Menschen aneinander, die im privaten Umfeld einen riesigen Bogen um den jeweils anderen schlagen würden.
Mit manchen Kollegen verstehen wir uns prima, mit anderen so lala, mit einigen gar nicht. Mit einem Teil schwimmen und arbeiten wir voll auf einer Wellenlänge, da stimmt die Chemie. Mit einem anderen Teil schrammen wir ständig aneinander und ziehen uns Kratzer zu, haben an Äußerungen dieser Menschen lange zu knabbern. Nur mit Mühe schlagen wir eine gemeinsame Richtung ein, um ans Ziel zu kommen.
Mit welchen Kollegen klappt die Zusammenarbeit gut – und warum? Wem gehen Sie lieber aus dem Weg – und warum? Welcher Typ bringt Sie zornbebend auf die Palme, von der aus Sie wild gestikulierend auf den Blödian da unten verbale Kokosnüsse abwerfen? Oder lässt Sie derjenige eher schmallippig hinter derselben verschwinden, damit Ihnen nichts Falsches rausrutscht?
Das DISG-Modell kann hier eine Hilfe sein. Es ist ein Modell des menschlichen Verhaltens. Wer es anwendet, kann nicht nur seine Selbstwahrnehmung verbessern, er bekommt auch ein Werkzeug an die Hand, mit dem er das Verhalten aller am Konflikt Beteiligten leichter entschlüsseln kann. Im ersten Schritt löst die DISG-Anwendung zwar noch keinen Konflikt. Sehr wohl aber im zweiten: indem sie nachhaltig hilft, negative Gedanken und destruktives Verhalten zu zügeln und durch produktives, individuell angepasstes Vorgehen zu ersetzen – mit dem Ziel, Beziehungen besser zu verstehen und zu gestalten und so dem Konfliktverlauf eine neue, positive Richtung zu geben.
Georg Dauth
1.Das DISG-Modell
Das DISG-Modell macht menschliches Verhalten leichter erklärbar. Vier grundsätzliche Verhaltensrichtungen (Verhaltensstile) markieren die DISG-Eckpunkte wie vier Eckpfeiler in einem Koordinatensystem. Zwischen diesen Eckpfeilern bewegt sich das menschliche Verhalten in unterschiedlichen Kombinationen und Ausprägungen.
Zwei Klarstellungen sind mir so wichtig, dass ich sie gleich an den Anfang stelle: Keiner der vier Verhaltensstile kommt in ausschließlicher Ausprägung vor. Jeder Mensch besitzt Anteile aus allen vier Verhaltensstilen, jedoch treten die jeweiligen Ausprägungen unterschiedlich stark auf. Sie werden in den Beispielgeschichten der vier folgenden Kapitel bewusst überzeichnet. Jeder Mensch hat das gesamte Verhaltensspektrum zu seiner Verfügung. Keiner muss ständig in seinem Lieblings-Verhaltens-Viereck umherlaufen und tut es in der Praxis auch nicht. Jeder kann die gesamte Verhaltenswiese bespielen, wenn er nur will. Die vier Grund-Verhaltensstile heißen: Dominant – Initiativ – Stetig – Gewissenhaft.
1.1Die vier DISG-Typen im Überblick
Das DISG-Modell beschreibt menschliches Verhalten und unterscheidet hierbei vier grundsätzliche Handlungstendenzen.
Dominant
D – Der dominante Typus beschreibt Personen, die gern Entscheidungen treffen, innovativ und willensstark sind. Sie handeln meist schnell und ohne große Umschweife.
hohe Selbstsicherheit, starkes Selbstwertgefühl
entscheidungsfreudig
scheut nicht das Risiko
kompromisslos, energisch, konsequent
Kommunikation: direkt und bestimmt, kommt ohne Umschweife auf den Punkt
Großes Plus dieses Typs: Dominante können sich auf eine Sache fokussieren und alles andere ausblenden. Dank dieser Fähigkeit kommen sie schnell zum Ziel. Ihre zielstrebige und direkte Art wirkt auf andere aber mitunter hart und provozierend.
Initiativ
I – Der initiative Typus beschreibt ausdrucksstarke und begeisterungsfähige Personen, die nicht viel für Details übrighaben. Sie lieben die soziale Interaktion und haben gern Spaß bei der Arbeit.
optimistisch
begeisterungsfähig
gerne unter Menschen
charmant
gesellig
eloquent
Die Stärke der Initiativen ist deren Begeisterungsfähigkeit, mit der sie andere motivieren und mitreißen. Ihre unstrukturierte Art lässt sie jedoch mitunter inkompetent wirken.
Stetig
S – Der stetige Typus beschreibt ausgeglichene und ausgleichende Personen, deren Herzen stark für harmonische Beziehungen sowie für ein stabiles, verlässliches Umfeld schlagen. Sie suchen stets nach Lösungen, die möglichst für alle akzeptabel sind.
gute Zuhörer, gute Teamplayer
harmoniebedürftig und warmherzig
ausgeglichen, hilfsbereit, geduldig
verlässliche Kollegen, die auch an langwierigen Aufgaben dranbleiben
Stetige Menschen möchten es allen recht machen, sie sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Überspitzt gesagt: Wer mit S aneinandergerät, ist selbst schuld. Konflikte sind nicht ihre Welt. Auch mit Veränderungen haben Stetige – nomen est omen – zu kämpfen.
Gewissenhaft
G – Der gewissenhafte Typus beschreibt Personen, die Genauigkeit und hohe Standards schätzen. Sie gehen logisch und systematisch vor und arbeiten detailgenau.
Arbeitsweise: präzise, verlässlich, strukturiert
Fokus auf Logik, auf Zahlen, Daten und Fakten
legt allgemein Wert auf hohe Standards, legt besonderen Wert auf hohe Qualität und Richtigkeit der eigenen Arbeit
Welchen Typ Mensch möchten Sie am liebsten als Chirurgen haben, wenn Sie auf dem OP-Tisch liegen? Wenn wir auf Sorgfalt angewiesen sind, schätzen wir die Arbeit der gewissenhaften Menschen ganz besonders. Ihr distanzierter Umgang mit den Mitmenschen lässt sie jedoch mitunter kühl und abweisend wirken.
| Das DISG-Persönlichkeitsprofil setzt sich mit grundsätzlichen Eigenschaften von Menschen auseinander. Es geht von vier Grundtypen aus: Dominant – Initiativ – Stetig – Gewissenhaft. | |
1.2Warum DISG?
DISG hilft Menschen, sich selbst und andere besser zu verstehen. Es ist leicht erlernbar, einfach anwendbar, konkret in seinen Aussagen und millionenfach erprobt. DISG basiert auf der Beobachtung menschlichen Verhaltens. Es macht also nichts anderes, als das beobachtete Verhalten genau zu beschreiben und es nach bestimmten Kriterien so zu strukturieren, dass die festgehaltenen Ergebnisse für jedermann nachvollziehbar sind. Das hat folgende Vorteile:
Sie verstehen sich selbst besser, Sie können Ihre eigenen Reaktionen besser einordnen und mit ihnen umgehen.
Sie erkennen, dass Menschen mit anderen Verhaltensweisen nicht falsch handeln, sondern sich von anderen Motivationsfaktoren leiten lassen.
Sie lernen mit anderen so zu kommunizieren, dass diese Sie besser verstehen.
Stärken und Schwächen werden gleichermaßen erkannt. Zu jedem der vier Grundverhaltens-Typen gehören positive und negative Eigenschaften.
Sie erkennen, welch hohen Wert wertschätzende Kommunikation hat und dass diese je nach Verhaltenstyp anders aussieht.
Sie wissen, was Sie tun müssen, um Konflikte zu bewältigen oder gar nicht erst entstehen zu lassen.
Beziehungen zu „schwierigen“ Kollegen und Geschäftspartnern verbessern sich, was sich wiederum positiv auf erzielte Arbeitsergebnisse auswirken kann.
| Das DISG-Konzept zeichnet sich durch seinen pragmatischen und zielgerichteten Ansatz aus. Wer die vier Verhaltenstypen kennt, lernt sich selbst und seine Mitmenschen von einer anderen Warte aus kennen und besser verstehen und kann eigenes Verhalten besser steuern und Konfliktpotenzial verringern. | |
1.3Was kann DISG? Und was nicht?
DISG visualisiert Merkmale, die mithilfe eines Tests systematisch abgefragt werden. Mit ein wenig Übung kann auch rein durch das Beobachten von Merkmalen bei anderen bereits eine hilfreiche Einschätzung zu einer Grundtendenz vorgenommen werden, die sich dann im weiteren Verlauf verdichtet oder korrigiert werden muss.
Was DISG kann
Im Wesentlichen leistet DISG Folgendes:
Verhaltensmuster erkennen und richtig einordnen: bei sich selbst und bei anderen
Die Kommunikation erleichtern und Konflikte auflösen
DISG ist ein Prinzip, auf dessen Grundlage man schnell die eigenen Bedürfnisse sowie die Bedürfnisse von anderen Personen erkennt. Solange wir unsere Bedürfnisse befriedigen können, neigen wir zu positivem und konstruktivem Verhalten. Wenn jedoch eine Angst ausgelöst wird, kann es vorkommen, dass wir unsere Stärken übersteigern, sodass sie ins Gegenteil umschlagen, mit negativem und sogar destruktivem Verhalten als Folge.
Ob unser Verhalten von anderen als positiv oder negativ wahrgenommen wird, hängt wiederum auch davon ab, auf welche Bedürfnisse und Ängste wir bei unserem Gegenüber treffen. Treffen unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander, treten sie in Konflikt zueinander. Häufig löst dieser Bedürfniskonflikt einen Beziehungskonflikt aus, der je nach Konstellation offen ausbricht oder unterhalb der Oberfläche schwelt.
DISG zeigt auf, welche Motive und Wünsche die vier Grundtypen antreiben. So müssen wir uns nicht mehr über die seltsamen Verhaltensweisen anderer ärgern. Vielmehr können wir uns auf sie einstellen, andere Menschen individuell motivieren und Demotivationsfaktoren gezielt vermeiden.
DISG zeigt auf, wie wir uns – ausgehend vom eigenen Verhaltenstypus – weiterentwickeln können. Es bringt Ansätze zur Veränderung zutage: Bei welchem Verhalten sollten wir lernen, uns eher zurückzuhalten, und bei welchem Verhalten sollten wir lernen, mehr in die Offensive zu gehen?
DISG ist wertneutral, übervorteilt niemanden, hilft Spannungen abzubauen und Vertrauen aufzubauen. Kurz gesagt: Der Einsatz des DISG-Modells trägt entscheidend zu einer entspannten und effektiven Zusammenarbeit bei.
Was DISG nicht kann
DISG kann keine allgemeingültigen Aussagen über die Persönlichkeit treffen. Mithilfe des DISG-Profils wird nur ein kleiner Teil der Person betrachtet, nämlich das situationsgebundene Verhalten, zum Beispiel im Arbeitsumfeld. Was man nicht sehen, hören oder vielleicht noch spüren kann, bleibt außen vor und spielt im DISG-Modell keine Rolle.
| Die Anwender von DISG können mit einfachen Mitteln handlungsfähig werden und Konflikte besser lösen, indem sie lernen, Stärken und Schwächen bei sich und bei anderen besser einzuschätzen. | |
1.4Aufbau von DISG
Das DISG Modell basiert auf zwei grundlegenden Verhaltensmustern, im DISG-Jargon „Dimensionen“ genannt. Die individuelle Ausprägung der jeweiligen Dimension wird anschaulich auf zwei Achsen visualisiert. Ausgangsbasis für beide Dimensionen ist das Verhalten, das jeder an sich oder an seinem Mitmenschen beobachten kann.
X-Achse: Verbundenheitsdimension
Die x-Achse beschreibt, wie stark der Wunsch nach Verbindung, Beziehung und Gemeinschaftlichkeit ausgeprägt ist. Die Verbundenheitsdimension visualisiert das individuelle Bedürfnis zwischen den beiden Polen „emotionale Nähe“ auf der einen Seite und „rationaler Abstand“ auf der anderen Seite. Die Markierung auf der DISG-Beziehungsachse zeigt an, welche Priorität Menschen haben.
Liegt der Fokus primär auf dem rationalen Ansatz, dann blendet jemand alle Störfaktoren aus, die der zielorientierten Lösung im Weg stehen. Er findet sich auf der linken Hälfte der Beziehungsachse wieder. Die Sache steht im Vordergrund.
Ganz anders beim emotionalen Ansatz: Sucht jemand den Weg zum Ziel zunächst über seine Mitmenschen und macht sie sich zu Verbündeten, bevor er sich den zu lösenden Sachthemen zuwendet, dann ist er mit diesem Verhalten auf der rechten Seite der Beziehungsachse angesiedelt. Die Beziehung steht im Vordergrund.
Die beiden Sichtweisen zeigen die Priorisierung auf – die jeweils andere Seite wird also nicht ausgeschlossen, sondern an zweiter Stelle betrachtet.
Y-Achse: Kontrolldimension
Die y-Kontrollachse gibt Aufschluss darüber, ob jemand gerne alle Fäden in der Hand hält oder sich lieber Gegebenheiten und anderen Personen anpasst.
Menschen, denen die Kontrolle über das Geschehen wichtig ist, wollen auf ihre Umgebung aktiv Einfluss nehmen. Sie möchten Dinge gestalten und verändern. Sie haben ihren Platz auf der oberen Hälfte der Kontrollachse.
Menschen, die ihr Umfeld so akzeptieren, wie es ist, und aus allem das Beste herausholen, werden dem unteren Teil der y-Achse zugeordnet.
Beide Grund-Verhaltensmuster basieren auf Bedürfnissen, die wir alle in unterschiedlichen Ausprägungen in uns tragen und die auf unser Verhalten direkt Einfluss nehmen. Beide Dimensionen zusammengenommen bilden die vier Grund-Verhaltensweisen:
Links oben: dominante Verhaltensweise
Rechts oben: initiative Verhaltensweise
Rechts unten: stetige Verhaltensweise
Links unten: gewissenhafte Verhaltensweise
D, I, S und G bilden die vier Eckpunkte, innerhalb derer unzählige Kombinationen und Ausprägungen denkbar sind. Die vier Eckpunkte sind eher theoretischer Natur. Dessen sollte man sich auch im Hinblick auf die folgenden vier Kapitel bewusst sein, in denen die vier Prototypen in „Reinform“ aufleben werden, wie sie im echten Leben nur selten anzutreffen sind. Dennoch werden Sie Kapitel für Kapitel immer mehr Ihrer Mitmenschen wiedererkennen.
DISG-Grafik „Himmelsrichtungen “
Das Grundprinzip des DISG-Persönlichkeitsmodells lässt sich mithilfe der folgenden Grafik leicht erfassen. Die vier Himmelsrichtungen stehen für die vier DISG-Grundtypen.

| Die grundlegenden Verhaltensmuster, auf denen das DISG-Modell basiert, lassen sich als Dimensionen beschreiben: Die x-Achse entspricht dabei der Verbundenheitsdimension, die y-Achse der Kontrolldimension. | |
1.5Kleiner Selbsttest
Welcher DISG-Typ sind Sie? Nachfolgender Selbsttest ermöglicht Ihnen eine erste Einschätzung. Endgültige Klarheit kann Ihnen nur ein ausführlicher Fragebogen geben.
Erste Frage:
Arbeiten Sie gern mit anderen zusammen? Sind Sie gern Teil einer Gruppe, um Ideen und Informationen auszutauschen?
ODER
Legen Sie Wert auf Eigenständigkeit und Unabhängigkeit? Fokussieren Sie sich auf Ihre eigene Arbeit, ohne sich ständig mit Ihrem Umfeld zu arrangieren?
Wahrscheinlich treffen beide Beschreibungen teilweise auf Sie zu, aber meistens überwiegt doch eine Seite. Je nachdem, wie Sie sich entschieden haben, tendieren Sie eher zum „Verbünden“ (Frage 1) oder eher zum „Distanzieren“ (Frage 2).
Zweite Frage:
Gestalten Sie gerne? Treiben Sie Veränderungen aktiv voran? Übernehmen Sie oft Verantwortung? Beschreibt man Sie als einen bestimmt auftretenden Menschen, der klare Aussagen trifft und die Welt bewegen will?
ODER
Lieben Sie ein geordnetes Umfeld? Tragen Sie dafür Sorge, dass die Verhältnisse stabil bleiben? Treten Sie im Zweifel in die zweite Reihe zurück, wenn Veränderungen vorangetrieben werden müssen? Beschreibt Ihr Umfeld Sie als einen ruhigen Menschen, der sich ausreichend Zeit zum Nachdenken nimmt?
Je nach Antwort tendieren Sie eher in die Richtung „Kontrollieren“ (Frage 1) oder „Anpassen“ (Frage 2). Die Kombinationen beider Antwortmöglichkeiten ergeben die vier DISG-Grundtypen:
| Distanzieren und Kontrollieren = D | Verbünden und Kontrollieren = I |
| Distanzieren und Anpassen = G | Verbünden und Anpassen = S |
| Der Aufbau von DISG basiert auf einem zweidimensionalen Achsenmodell, das die zwei Grundkriterien Verbundenheit und Kontrolle abbildet. Die Dimension „Verbundenheit“ macht sichtbar, in welchem Maß eine Person dazu tendiert, die Nähe zu anderen Menschen zu suchen oder eher für sich zu bleiben. Bei der Dimension „Kontrolle“ geht es darum, in welchem Maß jemand versucht, entweder selbst Kontrolle auszuüben oder sich an sein Gegenüber anzupassen. | |
2.Dominanter Verhaltenstyp im Konflikt
Jedes der vier DISG-spezifischen Kapitel ist von einer Konfliktgeschichte und einer Konfliktlösungsgeschichte umrahmt. Um Ihnen die problematischen Eigenschaften einprägsam vor Augen zu führen, wird der jeweils im Fokus stehende DISG-Protagonist überzeichnet dargestellt. Im echten Leben trifft man solche Reinformen selten bis nie an.
Beginnen wir mit dem Typus D: Dominante Menschen haben ein hohes Tempo. Meistens kennen sie nur eine Richtung: die nach vorne. Für alles, was sie ausbremst, fehlt ihnen die Geduld. Stellen sich ihnen Konflikte in den Weg, dann weichen sie nicht aus, sondern gehen frontal darauf zu. Ihren Zielen ordnen sie alles unter, auch wenn sie für deren Erreichung mit dem Kopf durch die Wand rennen müssen!
2.1Konfliktgeschichte
Vor sechs Wochen trat Sabrina ihren neuen Job an: in einem aufstrebenden Unternehmen aus der Baubranche, international gut aufgestellt, mit viel Entwicklungspotenzial. Ein Traumjob! Von Anfang an hatte sie Spaß an ihren neuen Aufgaben mit den vielen tollen fachlichen Herausforderungen im besten Sinne. Von ihren Kollegen ist sie hingegen weniger angetan.
Rücksichtsloser Leuteschinder
Die Tür geht auf. Energischen Schrittes durchquert ein Mann im Designeranzug den Raum und bleibt vor Sabrinas Schreibtisch stehen. „Sie sind die Neue? Ich bin Günter Groß, der Geschäftsführer.“ Selbst ihrem sonst nie um ein Wort verlegenen Kollegen Timo (siehe KapiteI 3, I-Typ) verschlägt es die Sprache. „Ich brauche ein Strategiepapier für die Zielgruppe ‚Junge Familien im ländlichen Raum‘. Schaffen Sie das bis Freitag?“ Heute ist Mittwoch. Eigentlich ist die Frage keine Frage, vielmehr ein Befehl. Herr Groß mustert sie mit durchdringendem Blick, während er auf ihre Antwort wartet. Ihre Chefin befindet sich diese Woche auf Geschäftsreise, weshalb der Geschäftsführer sich direkt an sie wendet. Sabrina murmelt: „Ich werde es versuchen, obwohl …“ „Okay. Ich verlass mich drauf.“ So schnell, wie er gekommen ist, ist er auch schon wieder weg. Wenig später hört sie den sonoren Sound des Porsche 911 Turbo, in dem der Geschäftsführer mit quietschenden Reifen auf und davon braust.
Cholerischer Egoist
Sabrina schuftet Tag und Nacht. Donnerstag spätabends muss sie sich eingestehen: So wird das nichts. Sie hat so viele Informationen zusammengetragen wie in der Kürze der Zeit möglich und angefangen, alles für eine Analyse der Zielgruppe aufzubereiten. Die hieraus abzuleitenden Strategien konnte sie jedoch nur notdürftig skizzieren, kurzum: Von einer fertigen Ausarbeitung kann keine Rede sein. Zum vereinbarten Zeitpunkt betritt sie das Büro von Herrn Groß. Dieser schaut nur kurz auf, murmelt: „Bitte legen Sie das hierhin.“ Sabrina atmet tief durch und erklärt sodann, dass die Ausarbeitung noch nicht fertig sei. Barsch fährt er ihr über den Mund: „Sie hatten mir am Mittwoch Ihr Wort darauf gegeben. Ich brauche die Ausarbeitung jetzt! Wie stehe ich vor meinen Vorstandskollegen da? Das hat Konsequenzen.“
Was am Typ „rücksichtsloser Leuteschinder“ nervt:
„Hoppla, hier komm ich!“ Selbstherrlich setzt er sich in Szene. Das ist selten gespielt, denn er fühlt sich seinen Mitmenschen oft überlegen. Mit seiner ungeduldigen, kurz angebundenen Art überfährt er sein Gegenüber, was ihn aber nicht sonderlich interessiert. Er gibt gerne damit an, was er alles kann und weiß und hat, stellt Statussymbole zur Schau. Er liebt die Demonstration von Überlegenheit.
Was am Typ „cholerischer Egoist“ nervt:
Geht ihm etwas gegen den Strich, reagiert er aufbrausend und aggressiv. Für seinen Vorteil geht er auch über Leichen. An seiner Außenwirkung feilt er insofern, als er sich in puncto Kompetenz und Handlungsfähigkeit keine Blöße geben will.
| Rücksichtslose Leuteschinder und cholerische Egoisten sind Beispiele für extreme Ausprägungen des dominanten Typs. | |
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