Kitabı oku: «Mobilität im 21. Jahrhundert? Frag doch einfach!»

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Gerald Pilz

Mobilität im 21. Jahrhundert? Frag doch einfach!

Klare Antworten aus erster Hand

UVK Verlag · München

Europakarte: Fourleaflover, iStock

Abbildungen im Innenteil: Figur, Lupe, Glühbirne: © Die Illustrationsagentur

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Einbandgestaltung: Atelier Reichert, Stuttgart

utb-Nr. 5662

ISBN 978-3-8252-3-5662-3 (Print)

ISBN 978-3-8463-5662-3 (ePub)

Inhalt

  Vorwort

  Was die verwendeten Symbole bedeuten Hinweis zu den Literaturquellen

  Infografik

  Aspekte der Smart Mobility Was sind Merkmale von Smart Mobility? Weshalb ist es wichtig, für moderne Arbeitsformen Smart Mobility zu entwickeln? Wie hat sich die Zahl der Verkehrstoten und -verletzten in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt?

  Die Bedeutung der Mobility as a Service Was bedeutet „Mobility as a Service“ (MaaS)? Was ist Seamless Mobility? Wie möchte die Europäische Union den Verkehr für die nächsten Jahrzehnte planen?

  Mobilitätsdienste und Lebensstile Welche Rolle spielen die High-frequency Commuters? Welche Rolle spielen die globalen Jetsetter? Welche Rolle spielen die Low Cost Drivers? Welche Rolle spielen die Urbanen Gutbürger? Welche Rolle spielen die Public Traveler? Welche Rolle spielen die Mobile Innovators? Welche Rolle spielen die Forever Youngsters? Welche Rolle spielen die Silver Mover? Welche Rolle spielen die Mobile Families? Welche Rolle spielen digitale Mobilitätsdienste in Deutschland? Welche Entwicklungen gibt es bei der urbanen Mobilität? Wie wirken sich neue Mobilitätsdienste auf den Großstadtverkehr aus?

  Sharing als innovatives Konzept Welche Rolle spielt Shared Mobility? Warum ist Carsharing so wichtig? Gehören Abomodelle zu modernen Mobilitätskonzepten? Wie hat sich das Carsharing in Deutschland entwickelt?

  Der Klimaschutz und der moderne Verkehr Wie kann klimaneutrale Mobilität umgesetzt werden? Was bedeutet Dekarbonisierung? Was ist für das Jahr 2050 hinsichtlich der Klimaneutralität geplant? Was sind die neuen Klimaziele Deutschlands? Werden die Unternehmen zu einem stärkeren Klimaschutz verpflichtet? Sollte Deutschland früher aus der Verbrennertechnologie aussteigen? Kommt das Ende des Verbrennungsmotors? Wann kommt das Ende des Verbrennungsmotors? Gibt es Autohersteller, die für ein Ende des Verbrennermotors sind? Wie wichtig ist Nachhaltigkeit in der Fahrzeugherstellung? Stellen Dienstwagen für den Klimaschutz und den Umweltschutz eine Gefahr dar? Sollten Inlandsflüge verboten werden, um das Klima zu schützen?

  Der öffentliche Nahverkehr Wie sieht die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs aus? Welche Bedeutung hat der öffentliche Nahverkehr für ein innovatives Verkehrssystem? Wie gut ist der Nahverkehr ausgebaut? Wie viele Menschen nutzen in Deutschland den öffentlichen Nahverkehr? In welchen Großstädten ist der öffentliche Nahverkehr am besten ausgebaut? Welche Länder haben den besten öffentlichen Nahverkehr? Wo gibt es einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr? Wie weit ist die Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr?

  Die Rolle der Fußgänger Was ist eine fußgängerfreundliche Stadt? Wie können Fußgänger besser geschützt werden? Wie hoch ist die Verkehrssicherheit für ältere Menschen?

  Das Rad und der Radfahrer Welche Rolle spielt das Fahrrad in der Verkehrswende? Wie sicher ist Radfahren? Was umfasst der nationale Radverkehrsplan für Deutschland? Warum sind Radschnellwege wichtig? Haben Cargobikes eine Zukunft? Kann man Radverkehr als Studienfach belegen?

  Die Zukunft der Automobilindustrie Welche Zukunft hat die deutsche Automobilindustrie? Kommt der Job-Kahlschlag in der Automobilindustrie? Wie wirken sich die hohen Personalkosten auf den Standort Deutschland in der Automobilproduktion aus? Spielt Augmented Reality bei der Automobilherstellung eine Rolle? Sind Wasserstoffautos sinnvoll? Hat der Wasserstoff-LKW eine Zukunft?

  Die Elektromobilität Wie schnell wächst die Elektromobilität? Wie viele Elektroautos wurden in Deutschland verkauft? Wie viele neue Fahrzeuge im Bereich der Elektromobilität gibt es in Deutschland? Ist die Förderung von Elektroautos sinnvoll? In welchem Land sind Elektroautos besonders beliebt? Wie groß ist die Reichweite bei Elektroautos? Wie entwickeln sich die Ladestationen in Deutschland? Wie schnell geht der Ausbau der Ladestation für Elektroautos voran? Wie wichtig sind Wallboxen für die Elektromobilität? Können Autos per Induktion geladen werden? Was sind Smart Grids? Welche Fortschritte gibt es in der Batterieforschung? Wie gut ist die Batterieforschung in Deutschland aufgestellt? Gibt es bald Elektroautos bei Tchibo? Wird der Mercedes EQS der deutsche Tesla?

  Das autonome Fahren Was ist autonomes Fahren? Wie funktioniert autonomes Fahren? Welche Fortschritte macht das autonome Fahren? Wie teuer wird das autonome Fahren? Was versteht man unter Driver Monitoring? Was ist LIDAR? Was sind ALKS? Wie schnell erfolgt der Ausbau eines 5G-Mobilfunknetzes? Welche Bedeutung hat das Machine Learning für das autonome Fahren? Wird die Quantentechnologie das autonome Fahren beschleunigen? Wie leistungsfähig ist das autonome Fahren bei Waymo? Wann wird es autonome LKWs geben? Was versteht man unter Platooning? Welche Bedeutung haben autonome Nutzfahrzeuge? Wo gibt es bereits autonome Minibusse?

  Die Bahn und innovative Verkehrssysteme Wie leistungsfähig ist die Deutsche Bahn? Wie sieht ein fortschrittlicher Güterverkehr aus?

  Alternative Transportmittel: Von der Air Mobility bis zum Hyperloop Welche Rolle spielen E-Scooter bei modernen Mobilitätskonzeptionen? Was ist Urban Air Mobility? Welche Rolle werden fliegende Autos in der Zukunft spielen? Was ist der Hyperloop?

  Glossar

  Wo sich welches Stichwort befindet?

Vorwort

Die Mobilität im 21. Jahrhundert wird sich grundlegend wandeln. Die beachtlichen Fortschritte beim autonomen Fahren und die zunehmende Verbreitung der Elektromobilität sind der Beginn eines neuen Zeitalters, das sich der Klimaneutralität und dem Umweltschutz verpflichtet fühlt.

Moderne Ideen wie Carsharing und →Smart Mobility bestimmen die Diskussion, und innovative Mobilitätsdienstleistungen werden die Art und Weise, wie wir in Zukunft reisen und uns fortbewegen völlig verändern.

In diesem Buch sollen die unterschiedlichen Ansätze vorgestellt werden. Hierzu gehören die verschiedenen Facetten eines modernen Verkehrssystems. Neben den zahlreichen Innovationen im Bereich der Elektromobilität und der Batterieforschung sollen auch andere Ansätze wie beispielsweise die Wasserstofftechnologie und futuristische anmutende Konzeptionen wie der →Hyperloop näher betrachtet werden. Darüber hinaus werden die Voraussetzungen für eine systematische Vernetzung und die Automatisierung von Fahrzeugen detaillierter erörtert. In diesem Kontext sind Themen wie →Konnektivität, die Quantentechnologie und das maschinelle Lernen wichtig.

Das Verkehrs- und Mobilitätsmanagement wird im 21. Jahrhundert einen zentralen Stellenwert erlangen und unseren Alltag, unseren Wohlstand und die Art, zu leben, zu reisen und zu arbeiten nachhaltig prägen und beeinflussen.

Kornwestheim, Juli 2021 Gerald Pilz

Was die verwendeten Symbole bedeuten


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Die Glühbirne zeigt eine Schlüsselfrage an. Das ist eine der Fragen zum Thema, deren Antwort du unbedingt lesen solltest.
Die Lupe weist dich auf eine Expertenfrage hin. Hier geht die Antwort ziemlich in die Tiefe. Sie richtet sich an alle, die es ganz genau wissen wollen.
→ Wichtige Begriffe sind mit einem Pfeil gekennzeichnet und werden im Glossar erklärt.

Hinweis zu den Literaturquellen

Alle Endnoten finden Sie in einem Zusatzdokument unter www.uvk.digital/9783825256623

Aspekte der Smart Mobility

Moderne Verkehrssysteme müssen einer Vielzahl von verschiedenen Anforderungen genügen; im 21. Jahrhundert möchten die Menschen Mobilitätsdienstleistungen nutzen, die mit den innovativen Arbeitsformen in Einklang gebracht werden können.

Was sind Merkmale von Smart Mobility?

Smart Mobility bedeutet, dass die Mobilität in der Zukunft effizienter, sauberer und umweltfreundlicher ist. Mobilität soll nicht nur das Reisen und die Fortbewegung sicher gestalten, sondern auch einen maßgeblichen Beitrag zum Klimaschutz und Umweltschutz leisten. Hierfür gibt es drei Schlüsselziele, die im Englischen folgendermaßen prägnant formuliert werden:

1 Zero EmissionsZero Emissions,

2 Zero AccidentsZero Accidents,

3 Zero OwnershipZero Ownership.1

Das erste grundlegende Prinzip ist das Ziel, im Verkehr die Klimaneutralität und somit Nullemissionen zu erreichen.

Zero Emissions beziehen sich darauf, dass die Mobilität der Zukunft einen Beitrag zum Schutz der Umwelt und des Klimas leisten soll. Klimaneutralität Klimaneutralität ist zu einer der herausragendsten Leitlinien der Verkehrsplanung im 21. Jahrhundert geworden und bestimmt als Paradigma alle künftigen Entscheidungen und Maßnahmen. Bei diesem Leitziel geht es darum, die Emissionen von Fahrzeugen auf null zu senken, um klimaschädliche Treibhausgase wie Kohlendioxid vollständig zu vermeiden.

Der Begriff „Zero Accidents“ bezieht sich darauf, dass der Verkehr der Zukunft Unfälle grundsätzlich ausschließen soll. Hierfür wird ein intelligentes und differenziertes Verkehrskonzept benötigt, das das autonome Fahren in den Mittelpunkt rückt. Solche maschinell gesteuerten Fahrzeuge sind im Straßenverkehr beträchtlich sicherer und zuverlässiger, da ein solches System weitaus schneller reagieren kann als ein Mensch und niemals ermüdet oder abgelenkt wird.

Die grundlegende Maxime „Zero Ownership“ bezieht sich auf ein Konzept, das vorsieht, dass Carsharing die Mobilität bestimmen wird. Dieses sogenannte Access-PrinzipAccess-Prinzip, das der Miete und dem Sharing Vorrang vor dem Eigentum einräumt, soll dazu dienen, Ressourcen zu schonen und den Einsatz zu optimieren. Der Erwerb von Fahrzeugen ist äußerst kostspielig und mit erheblichen Ausgaben verbunden. Wie in zahlreichen anderen Lebensbereichen wird das Prinzip der Miete und des Teilens in den Vordergrund gestellt. Tatsächlich stehen in den meisten Städten Autos auf den Parkplätzen und werden nur selten am Tag bewegt.

Ähnlich wie Streamingdienste CDs und DVDs komplett verdrängt haben, bahnt sich diese Entwicklung nun auch auf dem Automarkt an; denn für viele Fahrer ist es langfristig vorteilhafter und ratsamer, ein Abomodell Abomodell zu nutzen, in dem bereits alle Kosten, Gebühren und Steuern enthalten sind und das sich dadurch als unbürokratisch, flexibel und kundenorientiert erweist. Während der Corona-Pandemie Corona-Pandemie konnte sehr deutlich beobachtet werden, dass in Deutschland noch etliche Verwaltungsvorgänge schwerfällig und wenig bürgernah sind. Daher sind Abomodelle, die dem Fahrer die Bürokratie abnehmen und zusätzliche Kostenvorteile bieten, von hoher Attraktivität. Kein Autofahrer hat Lust darauf, eine halben Tag damit zu verbringen, das Auto an- oder abzumelden und umständlich Formulare auszufüllen, sich um die Versicherung zu kümmern, die Wartung einzuplanen und noch viele andere Pflichten wahrzunehmen. Ein Abomodell bietet die Chance, häufiger und in kürzerer Zeit das Auto zu wechseln, ohne einen Wertverlust zu erleiden, und neue Fahrzeuge zu testen und sich auch ein Elektroauto zuzulegen.

Ähnlich wie die populären und weit verbreiteten Streamingdienste Netflix, Amazon Prime oder Spotify sind solche Lösungen zeitgemäß und beliebt. Denn wer möchte schon zu Hause Hunderte von CDs, Schallplatten und DVDs als Staubfänger im Regal horten? Vergleichbar anachronistisch und abwegig ist zunehmend die Vorstellung, ein Auto zu kaufen, das bereits im ersten Jahr einen spürbaren Teil seines Wertes einbüßt, anzumelden, zu versichern und regelmäßig warten zu lassen. Das ist so, als müsste man täglich eine umfangreiche CD-Sammlung abstauben, sortieren und archivieren.

Die Autohäuser stehen dieser Entwicklung naturgemäß skeptisch gegenüber. Sie möchten eher am Althergebrachten festhalten. Sie sind gleichsam die Videothek der Automobilindustrie, die in Netflix Unheil wittert. Hinzu kommt, dass der flexible und relativ kostengünstige Online-Handel sich beim Kauf und Verkauf von Autos immer mehr verbreitet. So entstehen im Autohandel Konkurrenten, die an Schlagkraft und Wettbewerbsintensität Amazon, Spotify und Netflix in nichts nachstehen.

Wie sehr sich die Verkehrssysteme in einem Umbruch befinden, veranschaulichen die zahlreichen Veränderungen, die sich überall anbahnen. →Smart Mobility ist ein ganzheitliches Konzept, das alle Bereiche des Verkehrswesens mit einbezieht. Smart Mobility umfasst nicht nur den klassischen öffentlichen Personennahverkehr und Privatfahrzeuge, sondern auch E-Scooter, Pedelecs sowie einen intelligenten individualisierten Verkehr, der in absehbarer Zukunft durch maschinelles Lernen gesteuert wird.

Mobilität wird heutzutage als →Mobility as a Service Mobility as a Service MaaS verstanden und ähnelt daher konzeptionell dem Cloud-Computing. Die bisherige Verkehrsplanung ist in einem kameralistischen Stadium stecken geblieben. Sie erkennt nicht, dass ein innovatives Verkehrssystem aus hochwertigen Mobilitätsdienstleistungen besteht und auf einer zukunftsorientierten Plattformökonomie Plattformökonomie basiert. Insofern hat eine innovative Verkehrsplanung Verkehrsplanung mehr mit Unternehmen wie Uber, Amazon und Fiverr zu tun als mit Verwaltungsstrukturen und Verkehrsverbünden.

Diese Entwicklung illustriert vor allem das Carsharing Carsharing, das als eine wichtige Säule eines modernen Mobilitätskonzepts in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Auch hier gilt der Grundsatz, dass Mieten und Abonnieren vorteilhafter sind als das verlustreiche und aufwendige Eigentum.

In Deutschland waren im Jahr 2021 228 Carsharing-Unternehmen an 885 Orten vorhanden. Inzwischen gibt es hierzulande 2,9 Millionen registrierte Kunden, was eine Steigerung von 25,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist. Der Anteil der Elektroautos an der Fahrzeugflotte nimmt zu. Während 2020 lediglich 1,2 Prozent aller Fahrzeuge, die im Carsharing angeboten wurden, Elektroautos waren, stieg der Anteil 2021 auf 18,5 Prozent.2

Bei der Nutzung von E-Bikes ist die Deutsche Bahn mit ihrem „Call a Bike“ führend. Auch Uber hat mittlerweile E-Bikes unter dem Namen „Lime“ im Angebot.

In den USA werden voraussichtlich 26 Millionen Menschen Carsharing nutzen.3

Kennzeichen der Smart Mobility werden sein: ein höheres Maß an Flexibilität, gesteigerte Effizienz und eine umfassende Integration von Verkehrssystemen, sodass eine Door-to-Door-Mobilität Door-to-Door-Mobilität ermöglicht wird.

Noch immer ist ein flächendeckendes Nahverkehrssystem nicht verfügbar; in etlichen Ländern gibt es nur ein rudimentäres und wenig kundenfreundliches Nahverkehrssystem. Unzählige Dörfer haben lediglich eine Buslinie, die ein- oder zweimal täglich verkehrt und an Wochenenden vollständig eingestellt wird. Die Verkehrsinfrastruktur ist vielerorts noch unzulänglich.

Ein weiterer wichtiger Aspekt einer Smart Mobility, die diesem Namen gerecht wird, ist der Grundsatz der „Clean TechnologyClean Technology“. Die Diskussion um Klimaneutralität, Feinstaubbelastung, Lärmbelästigung und Umweltverschmutzung sind Kernelemente der prononcierten Kritik an herkömmlichen Verkehrsmitteln. Angestrebt wird eine Zero Emission durch Klima- und Umweltneutralität sowie Sicherheit, die durch intelligente Verkehrssysteme und autonomes Fahren gewährleistet wird.4 Im 21. Jahrhundert kann es nicht sein, dass Autofahrern der ungehinderte Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen, von Feinstaub und anderen Giftstoffen zugestanden wird. Die Schäden am Klima, an der Umwelt und der Gesundheit der Menschen und der Natur sind beträchtlich.

Zudem führt das wachsende Verkehrsaufkommen zu weiteren Problemen. In den USA gingen 2017 305 Milliarden US-Dollar aufgrund von Verkehrsstaus verloren.5 Diese Zeit, die Menschen unfreiwillig in Staus verbringen, wird als verlorene Zeit empfunden und stellt eine Form von Stress und Belastung dar. Denn das ohnehin schon mühsame Pendeln Pendeln beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit und führt zu Demotivierung und Frustration. Man schätzt, dass jeder Amerikaner im Schnitt 24 Stunden im Jahr im Stau verbringt.6 Immer mehr Baustellen, permanent belegte und überfüllte Parkplätze und immer mehr Autos machen bereits die morgendliche Fahrt zum Arbeitsplatz zu einer unbeschreiblichen Tortur. Nicht wenige Arbeitnehmer sind schon nach dem endlosen Stau und der langen Anfahrt müde und erschöpft.

Weshalb ist es wichtig, für moderne Arbeitsformen Smart Mobility zu entwickeln?

Eine Arbeitszeitbefragung7 hat ergeben, dass sieben Prozent der Arbeitnehmer mehr als zwei Stunden für den Weg zur Arbeit und zurück benötigen. Noch wesentlich höher ist die Zahl derjenigen Beschäftigten, die häufiger Dienstreisen unternehmen müssen. Ihr Anteil beträgt immerhin fast 36 Prozent.8 Darüber hinaus verdeutlicht die Studie, dass ein Zehntel der Beschäftigten einen Arbeitsplatz bekleidet, der ein hohes Maß an Mobilität und häufiges Reisen unabdingbar macht. Hierzu gehören beispielsweise Arbeitnehmer in der Bauindustrie sowie in der Luftfahrt.9

Die Zahlen verdeutlichen, wie entscheidend es ist, moderne Mobilitätsformen zu etablieren, damit die Arbeitnehmer im Arbeitsalltag auf bedarfsorientierte und den eigenen Bedürfnissen angepasste Mobilitätsdienstleistungen zurückgreifen können. Die enorme Belastung, die durch die zunehmende Arbeitsverdichtung in etlichen Branchen und die immer höheren Anforderungen entsteht, muss durch mehr Freiheit und eine größere Autonomie ausgeglichen werden. Insbesondere das Pendeln über größere Strecken und das lange Reisen stellen eine zusätzliche psychische und physische Belastung dar, welche die Arbeitsfähigkeit und die Belastbarkeit auf die Probe stellt. Daher ist es entscheidend, dass Arbeitnehmer ihren Weg verkürzen können, Remote Work als Standard in vielen Unternehmen eingeführt wird und innovative Mobilitätskonzepte jederzeit verfügbar sind.

Wie hat sich die Zahl der Verkehrstoten und -verletzten in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt?

Die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten ist seit etlichen Jahren rückläufig. Ein historischen Tiefstwert erreichte die Statistik aufgrund der Corona-Pandemie, die zumindest in der ersten Phase zu einem spürbaren Rückgang des Verkehrsaufkommen Verkehrsaufkommens führte. Die Zahl der Verkehrstoten war in Deutschland 2020 noch nie so niedrig wie seit der Einführung der Statistik im Jahr 1953.10

Die meisten tödlichen Unfälle Unfälle geschehen nicht in Großstädten oder im Stadtverkehr, sondern auf den unsicheren Landstraßen, die häufig zu schmal sind oder viele Kurven aufweisen. Auch die Baumbepflanzung und Alleen tragen dazu bei, dass sich auf Landstraßen mehr tödliche Unfälle ereignen als im Stadtverkehr, wo das Durchschnittstempo aufgrund zahlreicher Geschwindigkeitsbegrenzungen, Staus, Kreuzungen und roter Ampeln geringer ist als auf Landstraßen oder auf der Autobahn.

Der höchste Wert an Verkehrsunfällen wurde im Jahr 1970 in Westdeutschland verzeichnet. Erst durch wesentlich strengere und umfangreichere Sicherheitsvorkehrungen und durch die Anschnallpflicht Anschnallpflicht sowie restriktivere Promillegrenzen wurde eine grundlegende Veränderung erzielt. Seit der Einführung dieses Maßnahmenkatalogs ging die Zahl der Verkehrstoten kontinuierlich zurück. Dennoch ist es eine traurige und beklemmende Tatsache, dass täglich acht bis neun Menschen im Straßenverkehr sterben.11

Als häufigste Ursache für tödliche Verkehrsunfälle gilt das riskante und unachtsame Überholen. Viele Autofahrer sichern sich nicht ausreichend ab, und es kommt daher zu tödlichen Kollisionen.12 Insgesamt sind 89 Prozent der Unfälle auf fehlerhaftes Fahrverhalten zurückzuführen. Das Fehlverhalten von Fußgängern indes ist nur in 3 Prozent aller Vorkommnisse Ursache für eine Kollision.13

An zweiter Stelle der Statistik steht die überhöhte Geschwindigkeit, die meist zum Ausscheren aus der Fahrbahn führt.14 Besonders bei Alleen ist das Rasen gefährlich, da ein Zusammenstoß mit einem Baum fast immer in einem tödlichen Verkehrsunfall endet.

Auf dem dritten Platz sind Unfälle, die sich an Verkehrskreuzungen und Einmündungen zutragen. Hier lassen Verkehrsteilnehmer oft die erforderliche Vorsicht außer Acht oder übersehen andere im toten Winkel, und es kommt zu einem verhängnisvollen Zusammenstoß. An Kreuzungen und Mündungen sind oft Radfahrer betroffen, die nicht selten von LKW-Fahrern übersehen werden.

Wenn man das Lebensalter der Autofahrer betrachtet, so fällt auf, dass vor allem Personen unter 24 Jahren in Verkehrsunfälle involviert sind. Dies liegt häufig am Lebensalter, der mangelnden Fahrerfahrung und der lebensaltersbedingten Motivation, größere Risiken einzugehen. Darüber hinaus spielen die Erfahrung und Fahrroutine eine Rolle.

Autofahrer, die bereits jahrzehntelang ein Fahrzeug führen, haben eine sehr viel größere Fahrpraxis Fahrpraxis und können deshalb Risiken und Gefahren im Verkehr sicherer und zuverlässiger einschätzen. Junge Fahrer tendieren dazu, gefährliche Situationen zu unterschätzen und zu verharmlosen. Dies gilt auch bei der Einschätzung der Geschwindigkeit des Autos und des voraussichtlichen Bremswegs. Eine weitere Gefahrenquelle ist das Handy, das viele Autofahrer trotz des Verbots während des Fahrens benutzen, um E-Mails zu checken oder Informationen abzurufen.

Eine mögliche Prävention, um die Zahl der Unfalltoten weiter zu senken, bestünde darin, die Geschwindigkeit auf Landstraßen herabzusetzen und Kreuzungen und Einmündungen stärker zu regulieren. Es zeigt sich, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen vor Einmündungen und Kreuzungen vor allem in Städten, aber auch auf dem Land die Zahl der Verkehrsunfälle deutlich reduzieren können. Es wäre sinnvoll, dass auf Landstraßen das allgemeine Tempo herabgesetzt wird und dass an Kreuzungen und Einmündungen eine GeschwindigkeitsbegrenzungGeschwindigkeitsbegrenzung eingeführt wird. Insbesondere auf den kurvigen und unübersichtlichen Landstraßen gilt, dass jemand, der mit 80 Stundenkilometern mit einem Baum kollidiert, in der Regel stirbt oder äußerst schwer verletzt wird. Beispielsweise ereigneten sich im Jahr 2020 dem Statistischen Bundesamt zufolge 59 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle auf Landstraßen. In absoluten Zahlen gemessen, starben 2020 auf Landstraßen 1592 Menschen. Auf Autobahnen hingegen lag der Anteil der tödlichen Unfälle lediglich bei 12 Prozent.15 Man sollte daher auf Landstraßen ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern einführen.

Das Überholen von Fahrzeugen sollte außerdem in der Fahrschule intensiver geübt werden. Nicht wenige Unfälle geschehen deshalb, weil beim Überholen die Geschwindigkeit des entgegenkommenden Fahrzeugs oder des parallel fahrenden Autos falsch oder unrealistisch eingeschätzt wird.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass Landstraßen nicht selten enger sind und dass ihr Verlauf mehr der Landschaft folgt, sodass häufig Kurven, mäandernde Straßenverläufe und Steigungen vorkommen. Dadurch wird das Fahren riskanter, und es kommt zu Kollisionen; deshalb sollte das Fahren auf Landstraßen stärker trainiert werden.

Überdurchschnittlich oft ereignen sich tödliche Verkehrsunfälle bei Motorradfahrern, die besonders wenig geschützt sind im Vergleich zu Autofahrern und die Beschleunigung ihres Fahrzeugs falsch wahrnehmen. Daher versucht man bei Landstraßen, die neu gebaut werden, Gräben am Straßenrand zu vermeiden. Wenn ein Motorrad in einen Graben fährt, überschlägt sich das Fahrzeug meistens, was fast unausweichlich zum Tod führt.

Weitere Geschwindigkeitsbegrenzungen sind nur dann sinnvoll, wenn die nötigen Kontrollen vorhanden sind. Es muss eine höhere Kontrolldichte geben, um die Sicherheit auf den Straßen zu gewährleisten. Insbesondere auf LandstraßenLandstraßen sollten mehr Kontrollen erfolgen, um Raser zu identifizieren. Solche Straßen sollten verbreitert werden, denn die engen Stellen sind Gefahrenquellen für Autofahrer. Gefährliche Streckenabschnitte sollten intensiver überwacht werden, um die Unfallrate zu senken. An kritischen Punkten könnte ein TempolimitTempolimit erfolgen oder eine besondere Absicherung durch Warnschilder.16

Quellentipp:

Unter https://www.gefahrenstellen.de/service/unfallstatistiken/ lassen sich diese Statistiken anschaulich nachlesen.

Die Bedeutung der Mobility as a Service

In diesem Abschnitt geht es um die generelle Frage, was die Voraussetzungen für eine innovative Mobilität sind und welche Rolle die Digitalisierung dabei spielt.

Was bedeutet „Mobility as a Service“ (MaaS)?

Der Begriff →Mobility as a ServiceMobility as a Service wurde in Analogie zu dem Fachbegriff „Software as a Service“ geprägt, der im Zusammenhang mit dem Cloud-Computing verwendet wird. Unter Mobility as a Service versteht man, dass alle möglichen Verkehrsmittel systematisch und sinnvoll miteinander verknüpft werden. Dabei geht es vor allem darum, die ServicequalitätServicequalität zu verbessern und sich auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden zu fokussieren.

Mobility as a Service umfasst nicht nur das Carsharing und andere Mobilitätsdienstleistungen, sondern auch die gezielte Nutzung und Verknüpfung aller verfügbaren Verkehrsmittel in einem bestimmten Raum. Dazu gehören die Nutzung von Fahrrädern und E-ScooterE-Scootern, um so nicht nur die MakromobilitätMakromobilität, sondern auch die MikromobilitätMikromobilität in urbanen Regionen abzudecken. Die Mikromobilität soll es insbesondere ermöglichen, Kurzstrecken systematisch und schnell zurückzulegen. Dies ist vor allem für Bewohner von Großstadtregionen und Ballungszentren von Bedeutung, da dort ein Wechsel verschiedener Verkehrsmittel und das Umsteigen leichter möglich sind.

Diese umfassende Verknüpfung wird durch Apps ermöglicht, die alle Verkehrsmittel wie beispielsweise Busse, Züge, Straßenbahnen, Taxis, E-Bikes, Leihfahrräder und E-Scooters miteinander verknüpfen. Diese Koordination soll möglichst kundenfreundlich erfolgen und eine schnelle Mobilität ermöglichen.

Beispielhaft für ein solches Konzept ist die Mobility App „Jelbi“ der Berliner Verkehrsbetriebe. Sie verknüpft den klassischen öffentlichen Personennahverkehr (Bus, S-Bahn, U-Bahn, Tram) mit Ride-Pooling-Diensten, E-Tretrollern, Leihfahrrädern (Bike Sharing), Carsharing-Diensten und anderen Services. Über die App ist es möglich, bei allen Mobilitätsdienstleistern Tickets zu buchen. Daimler und BMW bieten ebenfalls eine eigene App mit dem Namen „Free Now“ an, die neben Mietautos und Taxis auch E-Roller berücksichtigt.17

Auch Park-Apps werden immer wichtiger. So haben Daimler und BMW „Park Now“ entwickelt und VW die App „We Park“.18 Als besonders wichtig gelten Apps, die auf eine multimodale Mobilität ausgerichtet sind. Darunter wird verstanden, dass eine Strecke mit mehreren unterschiedlichen Verkehrsmitteln und Verkehrssystemen zurückgelegt werden kann. Eine solche App muss folglich alle vorhandenen Optionen erfassen und miteinander verknüpfen. Ein Beispiel für eine solche Software ist der bahneigene DB Navigator und die von BMW und Daimler entwickelte App „Reach Now“.19

Im Open-Source-Bereich gibt es eine Mobility App namens „Öffi“, die verschiedene Verkehrsbetriebe aus dem In- und Ausland berücksichtigt. Diese App ist nicht nur im Google Playstore verfügbar, sondern auch im Appstore F-Droid, der dem Datenschutz eine sehr hohe Priorität einräumt. Der Datenschutz der App „Öffi“ gilt aufgrund seiner Datensparsamkeit als vorbildlich.20

→Mobility as a Service hilft, die Nutzung von individuellen Fahrzeugen zu verhindern und auf diese Weise die Straßen zu entlasten. Denn Statistiken belegen, dass die meisten Autos tagsüber größtenteils geparkt und nur kurze Zeit verwendet werden. Durch Mobility as a Service ist es möglich, Kosteneinsparungen vorzunehmen und Mobilität in Großstädten billiger zu gestalten. Es ergeben sich erhebliche Einsparungen durch Synergien: beispielsweise beim Spritverbrauch und bei den Versicherungskosten. Auch bei den Wartungskosten ist das Einsparungspotenzial beträchtlich.

Mobility as a Service hat mehrere Aspekte: Zum einen ist es erforderlich, eine App zur Verfügung zu stellen, die eine umfassende Koordination aller verfügbaren Verkehrsmittel deutschland- oder sogar europaweit gestattet. Darüber hinaus muss der öffentliche PersonennahverkehrPersonennahverkehr weiter optimiert werden, um auf eine größere Resonanz bei potenziellen Nutzern zu stoßen, die bislang eher das eigene Auto bevorzugen.

Der öffentliche Nahverkehr hat das Image, wenig kundenfreundlich, unzuverlässig und ineffizient zu sein. In manchen Großstädten benötigt man die dreifache Zeit, um eine Strecke mit dem öffentlichen Nahverkehr zurückzulegen; viele Arbeitnehmer wollen sich das am frühen Morgen nicht antun. Hinzu kommt, dass durch die Corona-Pandemie der Eindruck entstanden ist, öffentliche Verkehrsmittel seien unsicher und könnten eine Infektionsquelle darstellen. Der öffentliche Nahverkehr muss wieder deutlich an Zuspruch und Attraktivität gewinnen, damit eine moderne Mobilität umgesetzt werden kann.

Weitere Dienstleistungen wie CarsharingCarsharing unterstützen die Effizienz und Effektivität des Personennahverkehrs. Um ein solches Projekt gezielt voranzubringen, ist es unabdingbar, alle Verkehrsverbünde so zu integrieren, dass ein einheitlicher und einfacher Ticketpreis für Deutschland durchgesetzt wird.

Die unbeschreibliche Zersplitterung der Verkehrsverbünde und die unterschiedlichen und unübersichtlichen Preismodelle machen es äußerst schwierig, kundenfreundlich und serviceorientiert von einem Ende der Republik zum anderen zu reisen.

Die Ticketpreis Ticketpreise müssen vereinheitlicht und drastisch vereinfacht werden, damit beispielsweise eine Reise von Berlin nach Freiburg reibungslos und nahtlos vonstattengeht. Dies setzt voraus, dass es Abonnements gibt, die für den Kunden verständlich und übersichtlich sind. Die Kleinteiligkeit und Zergliederung der Verbünde und die unüberschaubaren Verkehrstarife beeinträchtigen die Servicequalität.

Eine App muss sämtliche Tickets und Informationen für das gesamte Verkehrssystem eines Landes zur Verfügung stellen. Dies umfasst auch die Möglichkeit, E-Scooter oder Carsharing-Dienst Carsharing-Dienste in der App zu nutzen, und diese Dienstleistungen müssen nahtlos in das Ticketsystem integriert sein.

Eine solche App muss so konzipiert werden, dass sie verschiedene Zahlungssysteme unterstützt und gleichzeitig alle verfügbaren Mobilitätsdienste mit einbindet. Die Software sollte eine intelligente Parkraumbewirtschaftung unterstützen und Autofahrern, die zu einer Bahnstation fahren, freiwerdende Parkplätze in Echtzeit anzeigen. Zudem sollte eine solche Mobilitätsapp weitere Informationen zur Verfügung stellen, beispielsweise wie sicher ein Stadtteil ist, wie das Wetter wird, ob die S-Bahn eine Verspätung hat, ob Züge überfüllt sind und welche Inzidenzzahlen bei der Pandemie auftreten. Darüber hinaus ist es unerlässlich, dass solche integrativen Mobilitätsdienste spezielle Services für Menschen mit Behinderungen anbieten. Beispielsweise sollte angegeben werden, ob ein Bahnhof für einen Rollstuhlfahrer geeignet ist und ob Züge spezielle Services für Behinderte aufweisen.21

Quellentipp:

Unter https://www.welt.de/motor/news/article197418553/Das-Handy-ist-der-beste-Reisebegleiter-New-Mobility-Apps-fuer-unterwegs.html findet sich ein Überblick über die Apps.

Was ist Seamless Mobility?

→Seamless Mobility Seamless Mobility bedeutet einen nahtlosen Personennahverkehr, der insbesondere für Großstädte und Metropolregionen von herausragender Bedeutung ist. Denn die Urbanisierung wird im 21 Jahrhundert noch beschleunigt werden – insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Städte müssen mit den wachsenden Staus, der Umweltverschmutzung, dem Lärm und dem zunehmenden Verkehrsaufkommen zurande kommen. Deshalb ist es wichtig, dass öffentliche Nahverkehrssysteme vorhanden sind, die jederzeit eine Seamless Mobility gewährleisten.22

Zu einer solchen Verkehrsinfrastruktur gehören neben Zügen, S-Bahnen, U-Bahnen, Straßenbahnen und einem weitläufigen Bussystem auch andere Verkehrssysteme wie beispielsweise großzügig ausgebaute Fahrradwege, E-ScooterE-Scooter, E-Bikes und andere Transportsysteme (Seilbahnen, Air Mobility). Carsharing-Systeme unterstützen eine solche Verkehrsinfrastruktur. Seamless Mobility, die ein zügiges Umsteigen und eine Nutzung verschiedenartiger Verkehrsmittel ermöglicht, wird immer wichtiger. Durch eine umfassende Form der Mobilität, die sich als →Mobility as a Service versteht, kommt es zu erheblichen Zeiteinsparungen und zu einer erhöhten Effizienz beim Transport.

Wenn man sich die Zunahme der Staus in den vergangenen Jahren veranschaulicht, so wird deutlich, dass immer mehr Metropolen im Verkehr ersticken. Von 2010 bis 2016 nahm die Zahl der Staus in London um 14 Prozent zu und in Los Angeles um 36 Prozent. Auch in New York stieg die Zahl der Staus um 30 Prozent. Staus führen zu einer stärkeren Luftverschmutzung und mehr Lärm; die zahlreichen Verkehrsstockungen beeinträchtigen die Lebensqualität von Stadtteilen und beeinträchtigen die Gesundheit der Bewohner. Daher ist es wichtig, dass der Verkehrsfluss nicht beeinträchtigt wird und dass moderne Verkehrssysteme zur Verfügung stehen, die ein Ausweichen ermöglichen und eine intelligente RoutenplanungRoutenplanung gestatten.

Hierfür bedarf es eines integrierten Verkehrssystems, das beispielsweise über eine App in Echtzeit umfassende Stauinformationen Stauinformationanbietet. Sobald es autonome Fahrzeuge gibt, wird sich die Zahl der Staus verringern, da aufgrund der →Konnektivität Verkehrsstockungen frühzeitig identifiziert und verhindert werden können.

Durch einen nahtlosen Verkehrsstrom könnte die Zeit, die benötigt wird, um eine gewisse vordefinierte Strecke zurückzulegen, um zehn Prozent verringert werden.23 Es wird davon ausgegangen, dass im Jahr 2030 autonome Fahrzeuge einen großen Marktanteil erreichen werden und dass →RobotaxiRobotaxis dann in Ballungszentren verfügbar sind. Dadurch würde der Verkehr wesentlich flüssiger und Staus könnten gezielt vermieden werden, sodass sich auch die Reisegeschwindigkeit erhöht. Die Effizienz der Verkehrssysteme könnte erheblich gesteigert werden. Zu diesem Zeitpunkt werden Abomodelle für Robotaxis und andere autonome Fahrzeuge in der Bevölkerung verbreitet sein und den Besitz eines eigenen Autos überflüssig machen.

Eine Automatisierung bei allen Verkehrssystemen bringt erhebliche Effizienzfortschritte. Ein typisches Beispiel ist dafür die Pariser Metro: Als eine oft frequentierte Linie automatisiert wurde, konnte die durchschnittliche Geschwindigkeit um 20 Prozent erhöht werden. Ähnliche Ergebnisse wurden in anderen Ballungszentren registriert. So konnte beispielsweise die Zeit, die Pendler im Verkehr verbringen, in Buenos Aires um 20 Prozent verringert werden, als Verkehrssignalanlagen optimiert wurden. Ähnliche Erfahrungen machte man in San José, wo die Zeit des Pendelns um 15 Prozent verringert wurde, und in Mumbai, wo die Pendelzeit um 12 Prozent verkürzt wurde.24

Eine Verbesserung der Seamless MobilitySeamless Mobility kann dadurch erreicht werden, dass bestimmte Fahrbahnen für das sogenannte Mobility SharingMobility Sharing reserviert werden. Eine solche gesonderte Fahrbahn könnte für autonome Fahrzeuge und ShuttlebusShuttlebusse eingerichtet werden. Dadurch sind diese Fahrzeuge wesentlich schneller unterwegs als Privatautos. In vielen Städten, in denen solche privilegierten Fahrbahnen umgesetzt werden wie beispielsweise in Bogotá und Brüssel, konnten sehr gute Erfahrungen gemacht werden.

Darüber hinaus sollte das Verkehrssystem Leihfahrräder und andere Microcarrier mit einbeziehen, um den Verkehr flüssiger zu gestalten. Zudem wäre es möglich, eine City-Maut einzuführen, um das Verkehrsvolumen zügig zu beschränken. Solche Projekte gibt es in London, Mailand, Singapur und Stockholm.25 Der Verkehr kann weiter reduziert werden, indem Lieferungen für den Einzelhandel vorrangig nachts erfolgen. Diese Pilotprojekte werden in Barcelona und in New York getestet.26

Die Lösung in Form einer Seamless Mobility ist vor allem für Städte maßgeblich, die sich durch ein hohes Verkehrsaufkommen und eine überdurchschnittliche Zahl an Pendlern auszeichnen. Hierzu gehören beispielsweise Paris, Tokio und New York. Durch die Einführung der →Seamless Mobility wird es erheblich leichter, Verkehrsflüsse zu dynamisieren und einen schnellen reibungslosen Transport zu ermöglichen. Ausgedehnte Pendelzeiten sind für Arbeitnehmer eine enorme Belastung. Daher sollte ein Verkehrssystem darauf ausgerichtet sein, dass es in Ballungszentren und Metropolen einen zügigen Transport ermöglicht.27

Die Elektromobilität wird von den Automobilherstellern zunehmend systematisch gefördert. Im Jahr 2019 wurden weltweit 225 Milliarden US-Dollar ausgegeben, um neue Modelle Elektromobilität zu entwickeln. Erste vorsichtige Prognosen gehen davon aus, dass im Jahr 2030 40 Prozent aller Autoverkäufe sich auf Elektrofahrzeuge fokussieren werden.

Die Schwerpunkte in der Konstruktion der Autobauer konzentrieren sich auf die Entwicklung einer neuen leistungsfähigen Elektromobilität Batterietechnologie und der Möglichkeit, die Speicherkapazität erheblich zu steigern.

Führend im Bereich der Elektromobilität ist nach wie vor Tesla. Das ambitionierte Unternehmen wurde im Jahr 2003 gegründet und hat seitdem einen beispiellosen und rasanten Aufstieg erlebt. Vor allem die Integration verschiedener Technologien hat es dem Unternehmen ermöglicht, einen herausragenden Wettbewerbsvorteil zu erlangen und Skaleneffekte zu nutzen.28

Wie möchte die Europäische Union den Verkehr für die nächsten Jahrzehnte planen?

Die Europäische Union hat die Zeichen der Zeit längst erkannt und möchte dem Klimaschutz eine höhere Priorität einräumen. Deshalb wird die Mobilität in Europa zunehmend auf eine klimafreundliche Konzeption umgestellt. Brüssel möchte eine nachhaltige Mobilität, die den Kriterien von Umweltschutz und Klimaschutz gerecht wird. So sollen beispielsweise bis 2030 mehr als doppelt so viele HochgeschwindigkeitszügeHochgeschwindigkeitszüge in Europa verkehren, um die wichtigsten Zentren Europas zu verbinden; es ist außerdem geplant, dass 100 Städte in Europa bis zum Jahr 2030 das Ziel der Klimaneutralität erreichen.29

Das Gesamtziel der KlimaneutralitätKlimaneutralität soll bis 2050 realisiert werden; das bedeutet, dass nur so viele Schadstoffemissionen erfolgen sollen, wie insgesamt eingespart wurden. Es ist das letztliche Ziel dieser Politik, die Klimaneutralität umfassend zu erreichen. Diese ambitionierte Programmatik erfordert enorme Anstrengungen. Es ist deshalb erforderlich, das Ende des VerbrennermotorVerbrennermotors in naher Zukunft einzuläuten und emissionsfreundliche Antriebe für Flugzeuge und Schiffe zu fördern.30

Um dieses hochgesteckte Ziel zu erreichen, ist es geplant, den Schienenverkehr für Frachten erheblich auszuweiten. Insgesamt soll der FrachtverkehrFrachtverkehr auf der Schiene verdoppelt werden. Bis zum Jahr 2030 sollen 30 Millionen Elektroautos auf europäischen Straßen fahren. Eine solche Ausweitung der Elektromobilität setzt voraus, dass die nötige Infrastruktur in allen Regionen geschaffen wird.31

Hierzu ist es erforderlich, an mehr Häusern WallboxWallboxen anzubringen und Ladestationen auf der Straße zu schaffen, die wohnortnah sind. Darüber hinaus muss der Zugang zu diesen Ladestationen und zu den Tarifen erleichtert werden. Bis 2030 plant die Europäische Union die Installation von mindestens drei Millionen Ladestationen.32

Weitere Maßnahmen sind der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, die Förderung der WasserstofftechnologieWasserstofftechnologie und die Etablierung von MautsystemMautsystemen.

Experten schätzen, dass dieser Ausbau für den Klimaschutz bis 2030 ca. 1,3 Billionen Euro kosten wird; jährlich werden 130 Milliarden Euro angesetzt. Bis zu dem Ziel, die Klimaneutralität im Jahr 2050 zu erreichen, müssen mindestens 90 Prozent der Schadstoffemissionen im Straßenverkehr reduziert werden.

Umwelt- und Klimaschutz-Organisationen kritisieren die Ziele als zu wenig effizient. Nach Angaben von Greenpeace müssten mehr als 30 Millionen emissionsfreie Fahrzeuge bis 2030 in den Straßenverkehr gebracht werden, um das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2050 zu realisieren.33 Deshalb plädieren die Organisationen für eine deutliche Verschärfung der Maßnahmen. Es ist wichtig, dass wesentlich mehr Elektrofahrzeuge produziert und zugelassen werden, damit die Klimaneutralität realistisch wird. Die Kohlendioxidemissionen müssen drastisch reduziert werden.34

Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens in vielen Ländern wird es nicht ausreichend sein, nur den Straßenverkehr mit einzubeziehen. Vielmehr müssen auch öffentliche Nahverkehrsmittel ausgebaut werden. Außerdem sollten der Flug- und der SchiffsverkehrSchiffsverkehr in die Betrachtungen miteinbezogen werden. Es ist erforderlich, KurzstreckenflügeKurzstreckenflüge einzustellen und durch den SchienenverkehrSchienenverkehr zu ersetzen. Es ist ratsam, den FrachtverkehrFrachtverkehr zunehmend auf die Schiene zu verlagern und die Straßen so zu entlasten.35

Mobilitätsdienste und Lebensstile

In diesem Abschnitt werden sowohl die unterschiedlichen Lebensstile der heutigen Zeit als auch die Entwicklung unterschiedlicher Mobilitätsdienste – vor allem in den Städten – behandelt.

Welche Rolle spielen die High-frequency Commuters?

Bei den High-frequency CommuterHigh-frequency Commuters handelt es sich um Menschen, die täglich pendeln und lange Wege zu ihrem Arbeitsplatz zurücklegen müssen.

Bei diesen Arbeitnehmern, die häufig hochqualifiziert sind und über verschiedene Fertigkeiten verfügen, geht es um Menschen, die zahlreiche Projekte betreuen und unterschiedliche Arbeitsplätze haben oder im Außendienst tätig sind. Daher sind sie häufig zu Kunden unterwegs, die sich an entfernteren Orten befinden. Mobilität wird bei diesen Arbeitsplätzen zur elementaren Grundvoraussetzung. Sie müssen nicht nur auf nationaler Ebene sehr mobil sein, sondern auch auf internationaler Ebene. Zwar hat die Corona-Pandemie die Zahl der Arbeitsbesprechungen und der Meetings drastisch eingeschränkt, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass nach der Pandemie die Zahl der Meetings im Ausland erneut steigen wird.

Diese hochqualifizierten Arbeitnehmer möchten unterwegs die Möglichkeit haben, sich ihren Projekten zu widmen und einzelne Aufgaben zu bearbeiten. Daher müssen Verkehrsmittel mehr als nur ein Transportsystem sein. Sie müssen eine Umgebung bereithalten, die es ermöglicht, anspruchsvolle Projekte zu bearbeiten und Besprechungsräume kurzfristig zu nutzen. Das High-frequency CommutingHigh-frequency Commuting ist Ausdruck einer modernen Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft, die international vernetzt ist und hochqualifizierte Fachkräfte benötigt. IT-Dienstleistungen und Cloud-Computing müssen überall verfügbar sein. Daher ist es empfehlenswert, dass schnelle Internetverbindungen überall verfügbar sind – dies schließt den öffentlichen Nahverkehr und Regionalzüge mit ein, die mitunter noch über keine oder lediglich eine unzulängliche WLAN-Ausstattung verfügen. Für die Bahn und andere Verkehrsträger sollte es als selbstverständlich erachtet werden, dass überall schnelles Internet vorhanden ist, so dass Aufgaben unterwegs bearbeitet werden können. Darüber hinaus sollten in Zügen, sowohl in Fern- als auch in Nahverkehrszügen, überall Steckdosen vorhanden sein, damit Laptops, Smartphones und Tablets an das Stromnetz angeschlossen werden können.

Welche Rolle spielen die globalen Jetsetter?Globale Jetsetter

Diese Mobilitätsgruppe zeichnet sich durch ein hohes Maß an Mobilität auf internationaler Ebene aus und gilt als mondän, weltläufig und kosmopolitisch orientiert. Solche Personen sind mobil und es gewohnt, viele Kontinente in kurzer Zeit zu bereisen. Sie sind meist hochqualifiziert und hervorragend vernetzt und gehören zu den Schlüsselpersonen in größeren Unternehmen. Sie bekleiden eine hochrangige Position und kennen sich bestens mit internationalen Reiseverbindungen und den Fluglinien aus. Sie haben ihr Reiseverhalten international ausgerichtet. Sie benutzen das Reisen nicht nur für berufliche, sondern auch für verschiedene private Zwecke. Sie erwarten einen hervorragenden Service und ein entsprechendes Niveau; denn sie sind es gewohnt, in einem exklusiven Ambiente zu reisen. Fluglinien bezeichnen sie als PremiumkundenPremiumkunden, die hohe Erwartungen an eine Airline richten. Aufgrund ihrer internationalen Erfahrung sind diese Personen weniger bereit, Defizite im Fern- und Nahverkehr zu akzeptieren. Sie erwarten reibungslose Mobilitätsdienstleistungen, die exzellent sind.

Welche Rolle spielen die Low Cost Drivers?Low Cost Driver

Diese Mobilitätsgruppe Mobilitätsgruppe umfasst Personen, die auf niedrige Fahrtkosten großen Wert legen und zugleich aufgeschlossen sind gegenüber modernen Verkehrsmitteln, die dem Prinzip der →DekarbonisierungDekarbonisierung und damit dem Verzicht auf fossile Brennstoffe folgen. Durch den Umstieg auf die Elektromobilität und einen modernen Verkehr, der den Kriterien der Klimaneutralität und des Umweltschutzes gerecht werden will, sinken die Kosten im Personenverkehr. Die EU-Kommission geht davon aus, dass im Jahr 2040 die Kosten für den Verkehr nur noch bei einem Viertel des Standes von 2015 liegen werden.36 Durch den Verzicht auf die herkömmlichen Kraftstoffe wie beispielsweise Benzin, Diesel und Erdgas reduzieren sich die Kosten erheblich, da es wesentlich kostengünstiger ist, aus regenerativen Energiequellen Strom zu beziehen. Durch die Etablierung von Carsharing-Systemen, Fahrrädern und die Verbesserung der Infrastruktur werden die Kosten noch weiter gesenkt. Hinzu kommt ein digitales Verkehrsmanagement, das es ermöglicht, Ressourcen noch weitaus besser als bisher zu verwenden. Durch diese Optimierung kommen zusätzliche Kosteneinsparungen zustande, die es gestatten, das Verkehrssystem noch weiter zu verbessern und auszubauen.

Low Cost Drivers sind insbesondere jene Personen, die sich diesen Trend zunutze machen und günstige Verkehrsmittel bevorzugen. Hierzu gehören beispielsweise Studierende und Auszubildende, die über ein geringeres Einkommen verfügen, aber auch Bevölkerungsgruppen, die von Vornherein sparen müssen. Moderne Systeme wie Carsharing-Modelle, Abomodelle, Lastenräder und E-Bikes sind für diese Zielgruppe ideal, da sie es ermöglichen, kostengünstig von einem Ort zum anderen zu gelangen. Hierzu gehören innovative Tarifsysteme des Nahverkehrs, die infolge der Corona-Pandemie entstanden sind. Durch verbilligte Tickets und die flexible Auswahl von Zugverbindungen kommen weitere Preissenkungen zustande.

Welche Rolle spielen die Urbanen Gutbürger?

Urbane GutbürgerUrbane Gutbürger sind eine spezifische Zielgruppe, die sich durch ein überdurchschnittliches Engagement auszeichnet und sich dem Ideal der Nachhaltigkeit verschrieben hat. Diese Gruppe versteht sich als gesellschaftliche Avantgarde, die sich den Zielen der Klimaneutralität und des Umweltschutzes widmet und diesen Idealen auch im Alltag Beachtung schenkt. Daher ist es für diese MobilitätsgruppeMobilitätsgruppe selbstverständlich, auf das Autofahren weitgehend zu verzichten und den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen sowie radzufahren. Diese Gruppe zeichnet sich durch ein fortschrittliches und aufgeschlossenes Denken aus, das sich auch in anderen Lebensbereichen unverkennbar manifestiert. So vertreten viele dieser – ironisch benannten – urbanen Gutbürger die Idee des Minimalismus und Frugalismus, und sie sind auch in anderen Bereichen sehr aufgeschlossen. Diese Zielgruppe beteiligt sich an den vielfältigen und medial sehr präsenten Bürgerinitiativen, die für mehr Klimaneutralität und Umweltschutz einstehen und einen zügigen Umbau des öffentlichen Nahverkehrs fordern. Sie möchten, dass Innenstädte autofrei werden, dass Fußgänger und Radfahrer Vorrang erhalten und dass die Lebensqualität in den Ballungszentren erheblich verbessert wird.

Verkehrsberuhigte ZoneEin zügiger Ausbau der Fahrradweg Fahrradwege und die Errichtung von Radschnellwegen ist ihnen ein vordringliches Anliegen. Sie möchten, dass die ElektromobilitätElektromobilität intensiver gefördert wird und dass Städte wieder lebenswerter werden. Daher engagieren sich in einer Vielzahl von Gruppen und plädieren dafür, das Ziel der Klimaneutralität stärker zu akzentuieren und den Plan für den Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter vorzuverlegen.

Welche Rolle spielen die Public Traveler?

Public TravelerPublic Traveler orientieren sich an pragmatischen Kriterien und möchten möglichst optimal die Verkehrssysteme nutzen. Sie sind zwar gegenüber ökologischen Fragestellungen und dem Ziel der Klimaneutralität aufgeschlossen, rücken aber realitätsnahe Kriterien wie die Schnelligkeit der Verbindung und das reibungslose Umsteigen in den Vordergrund. Es handelt sich bei den Public Travelers um die Mittelschicht, die in den Vororten wohnt und daher darauf angewiesen ist, dass es Verkehrsmittel gibt, welche die Vororte mit den Ballungszentren schnell verbinden. Sie sind so aufgeschlossen, dass sie auch Abosysteme und Carsharing-ModelleCarsharing-Modell nutzen wollen.

Sie wünschen Verkehrssysteme, die reibungslos und effizient funktionieren. Dabei werden umweltspezifische und klimabezogene Aspekte nicht ausgeklammert. Zudem erwarten die Public Travelers, dass die Fahrpreise relativ günstig sind und dass ein Verkehrssystem transparent und kundenfreundlich gestaltet ist.

Welche Rolle spielen die Mobile Innovators?

Die Mobile InnovatorMobile Innovators stellen eine Avantgarde der Gesellschaft dar, da sie aufgeschlossen sind und neue Mobilitätskonzeptionen willkommen heißen. Sie werden auf die gesamte Gesellschaft prägend wirken, da sie sich sehr schnell neue Ideen aneignen und bereit sind, herkömmliche traditionelle Mobilitätsmuster in Frage zu stellen. Sie setzen auf eine →Smart Mobility, welche die Idee der →Mobility as a Service grundlegend akzeptiert. Die Mobile Innovators orientieren sich an den Kriterien der Klimaneutralität und der Nachhaltigkeit, die den Umweltschutz und die soziale Verträglichkeit von Mobilitätskonzeptionen mit einschließt.

Vor allem der Begriff der Nachhaltigkeit bildet bei ihnen das Zentrum des Wertekanons. Sie sind daran interessiert, dass vorhandene Mobilitätsdienstleistungen dem Kriterium der Nachhaltigkeit und der Klimaneutralität verpflichtet sind. In ihrem Alltag handeln sie pragmatisch, aber zugleich werteorientiert. Sie sehen sich als fortschrittlich und innovativ an. Ihr Habitus bildet ein Distinktionsmerkmal gegenüber anderen sozialen Milieus und Lebensstilgruppierungen. Sie sind meist sozial anerkannt, gehören zu den höheren Einkommensgruppen und zeichnen sich durch Weltoffenheit und Weltläufigkeit aus. Sie zeigen sich offen für ökologische Fragestellungen und sind in vielen Bereichen engagiert.

Sie legen großen Wert auf Selbstverwirklichung und Individualisierung. Deshalb zeigen sie sich häufiger als andere soziale Milieus offen für moderne Formen der Mobilität. Hierzu gehört die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, Abonnements für das Carsharing und die verstärkte Nutzung von Fahrrädern. Sie befürworten Lastenfahrräder und eigene Fahrradstraßen. Bei den Autos legen sie großen Wert auf Klimaneutralität und Umweltverträglichkeit, sodass sie Elektroautos bevorzugen.

Welche Rolle spielen die Forever Youngsters?

Die Forever YoungsterForever Youngsters repräsentieren die Generation der über 60-Jährigen, die als Babyboomer bezeichnet werden und die die Zeit seit den sechziger Jahren in der Bundesrepublik geprägt haben. Diese Generation ist die erste, die aufgrund ihrer Gesundheit und ihrer zahlreichen Aktivitäten Mobilität als wichtig erachtet. In den kommenden Jahrzehnten wird diese Generation wachsen und die Ausrichtung der Verkehrsplanung prägen.

Hinsichtlich des MobilitätsverhaltenMobilitätsverhaltens gibt es zwei divergierende Gruppen; während die einen Wert auf traditionelle Fortbewegung legen und das klassische Auto in den Mittelpunkt ihres Interesses rücken, gibt es auch eine sehr große Gruppe, die aufgeschlossen gegenüber modernen Mobilitätskonzeptionen ist. In den nächsten Jahrzehnten wird diese Generation, die Mitte der sechziger Jahre den Gipfel der Demografie in Deutschland symbolisierte, das Leben und die Gesellschaft in Deutschland beeinflussen.

Anders als frühere Rentnergenerationen möchte diese Gruppierung aktiv in den Ruhestand treten und weiterhin den Ideen der Individualisierung und Selbstverwirklichung folgen. Daher ist das klassische Bild des Rentners, der den Rückzug antritt und eine gemächliche Lebensweise bevorzugt, hier nicht zutreffend. Vielmehr stehen Freiheit und Unabhängigkeit im Zentrum der Werte. Ein hohes Maß an Mobilität soll bis ins hohe Alter erhalten bleiben. Daher möchte diese Generation aktiv werden und auch im Urlaub verschiedenen Interessen, Sportarten und Hobbys nachgehen. Zwar sind Entschleunigung und Ruhe durchaus erwünscht, aber auch aktives Erkunden neuer Welten und Länder ist für diese Generation von Bedeutung. Daher gelten traditionelle Formen der Fortbewegung wie das Wandern oder das Joggen als erstrebenswert.

Welche Rolle spielen die Silver Mover?

Die Silver Mover Silver Mover bilden eine eigene Mobilitätsgruppe, deren Alter bei über 75 Jahren liegt. In dieser Generation, die einst als 68er-Generation in die Geschichte einging, gibt es relativ hohe Ansprüche an die Bequemlichkeit und an das sichere Reisen. Aufgrund der langen und kontinuierlichen Wohlstandsperiode in Deutschland verfügt diese Generation über ein weit überdurchschnittliches Einkommen und schätzt eine hohe Lebensqualität; sie legt Wert auf bequemes und sicheres Reisen und unterstützt Mobilitätskonzeptionen, die im hohen Alter die Fortbewegung und die Mobilität erhalten. Aufgrund des Alters stehen hier weniger die öffentlichen Nahverkehrsmittel im Mittelpunkt der Überlegungen, sondern mobile Dienstleistungen, die Unabhängigkeit und Autonomie im hohen Alter garantieren.

Welche Rolle spielen die Mobile Families?Mobile Families

Diese Generation der Mitte prägt das alltägliche Leben in Deutschland. Diese Menschen sind jene, die noch mitten im Berufsleben stehen, großes Engagement zeigen und eine Familie haben. Deshalb ist der Alltag vor allem von Stress, Arbeitsverdichtung, hohen Anforderungen und unterschiedlichen Belastungen geprägt. Insbesondere das Thema Work-Life-Balance bzw. Work-Life-BlendingWork-Life-Blending spielt für diese Generation eine primäre Rolle.

Im schwierigen Spannungsfeld zwischen Familie und Beruf präferieren diese Menschen pragmatische und funktionierende Lösungen. Mobilitätsdienstleistungen müssen stets verfügbar sein und die Familie in ihren Bedürfnissen unterstützen. Flexibilität und flächendeckende Verfügbarkeit sind für berufstätige Eltern von entscheidender Bedeutung. Die Services sollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern und es ermöglichen, jederzeit von einem Ort zum anderen zu gelangen.

Für diese Nutzer ist es entscheidend, dass die Mobilitätsdienstleistungen kindergerecht sind, dass sie preisgünstig und auch bei hohen beruflichen Anforderungen stets verfügbar sind. Diese Generation lebt gerne in der Stadt und schätzt die vielfältigen Möglichkeiten und Optionen, welche die Ballungsräume für sie bieten. Jedoch müssen Familien aufgrund der hohen Wohnkosten in den Zentren in die Vorstädte oder auf das Land ziehen. Sie erwarten, dass die Verkehrsanbindung hervorragend ist, sodass auch Immobilien auf dem Land erschwinglich werden und das Pendeln erleichtert wird. Das setzt eine hohe Taktfrequenz voraus; denn aufgrund der enormen beruflichen Belastung ist es unabdingbar, dass man jederzeit rechtzeitig vor Ort ist und dass die Kinder zur Kita oder in die Schule gebracht werden können.

Welche Rolle spielen digitale Mobilitätsdienste in Deutschland?

Digitale Mobilitätsdienste werden in der Zukunft in Deutschland eine herausragende Rolle spielen, da sie die DigitalisierungDigitalisierung vorantreiben und das Verkehrssystem effizienter und sinnvoller gestalten. Daher war eine Reform des völlig veralteten Personenbeförderungsgesetzes längst überfällig. Insbesondere moderne Dienste wie Uber und andere sind für eine moderne Infrastruktur wichtig.

Besonders kontrovers wurde die RückkehrpflichtRückkehrpflicht für Mietwagen beurteilt; etliche Taxidienste pochten darauf, dass private Mobilitätsanbieter wie Uber wieder zu ihrem Ausgangsort zurückkehren, was zahlreiche ökologisch wenig sinnvolle Leerfahrten verursacht. Der Gesetzgeber konnte sich aber nicht dazu durchringen, die Rückkehrpflicht vollständig abzuschaffen. Die Kompromisslösung bestand darin, dass neue Mobilitätsdienste zwar Aufträge per App oder telefonisch entgegennehmen dürfen, aber es ist ihnen nicht erlaubt, unterwegs Fahrgäste aufzunehmen. Dieses Privileg bleibt den traditionellen Taxidiensten vorbehalten.37

Die Regierung hat außerdem das sogenannte PoolingPooling initiiert, bei dem sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug für ein gemeinsames Ziel oder für eine gemeinsame Route teilen. Darüber hinaus gestattete die Regierung in Berlin, dass die Kommunen Auflagen für neue Mobilitätsdienste erteilen können, um Taxidienste besser vor dem Wettbewerb zu schützen.

Die bizarr anmutende Rückkehrpflicht, die mobile und digitale Mobilitätsdienste behindert, wurde von einigen Experten vehement kritisiert; denn sie steht dem Klimaschutz im Wege und beeinträchtigt den UmweltschutzUmweltschutz und die NachhaltigkeitNachhaltigkeit. Durch diese Restriktion sind nämlich Leerfahrten unumgänglich.38

Die Maßnahmen wurden zum Teil auch hinsichtlich der zunftartigen Auflagen kritisiert, die Taxidienste in manchen Bereichen protegieren. Beispielsweise müssen Fahrer, die gelegentliche Fahrdienste anbieten, eine Fachkunde absolvieren und eine aufwendige Prüfung ablegen.

Solche Maßnahmen erinnern an Markteintrittsbarrieren, die ungerechtfertigt sind und nur den Status quo aufrechterhalten wollen.39

Welche Entwicklungen gibt es bei der urbanen Mobilität?

Angesichts der wachsenden Staus in Großstädten und der stärkeren Umweltverschmutzung sowie des beeinträchtigen Klimaschutzes ist eine Veränderung der urbanen Mobilität unerlässlich.

Im Jahr 2030 werden schätzungsweise 60 Prozent der Weltbevölkerung in Großstädten leben. Gegenwärtig beträgt der Anteil noch 50 Prozent mit einer stark steigenden Tendenz. Experten nehmen an, dass im Jahr 2030 zwei Milliarden Menschen der Weltbevölkerung zur Mittelschicht gehören werden. Insbesondere in China wächst die Zahl der Menschen, die in die Mittelschicht aufsteigen und über einen höheren Lebensstand verfügen, beständig.40

Die Zahl der Megalopoleis wird aus diesen Gründen beträchtlich zunehmen. Durch solche Riesenstädte wird es immer schwieriger, die Verkehrsströme zu steuern und für einen wirksamen Umwelt- und Klimaschutz zu sorgen. Daher ist ein innovatives Städtekonzept, das die schädlichen Auswirkungen eindämmt, besonders wichtig.

Das Verkehrssystem in Großstädten muss verändert werden, um die Umwelt und das Klima zu schonen. Insbesondere der Ausstoß von Kohlendioxid, das sich als besonders schädlich für das Weltklima erweist, muss drastisch reduziert werden. Daher sollten moderne Verkehrssysteme eingesetzt werden, die umweltfreundlich und klimaneutral arbeiten.

Insbesondere die ElektromobilitätElektromobilität ist geeignet, die Zahl der Emissionen zu reduzieren. Dies setzt voraus, dass der dafür benötigte Strom klimaneutral erzeugt wird.

Elektrische Fahrzeuge lassen sich im öffentlichen Nahverkehr systematisch einsetzen. Neben reinen Elektrobussen sind auch HybridfahrzeugHybridfahrzeuge denkbar. Darüber hinaus trägt das Carsharing erheblich zur Klimaneutralität und zum Umweltschutz bei. Auf diese Weise wird die Zahl der Fahrzeuge im Verkehr reduziert.

Je schneller sich die Batterietechnologie entwickelt, desto größer ist die Reichweite der Elektrofahrzeuge und damit die Nutzbarkeit auf längeren Strecken. Bislang reicht die vorhandene Reichweite für den städtischen Verkehr vollkommen aus.

Um die städtischen Verkehrssysteme systematisch zu verbessern, ist es wichtig, alle Verkehrsteilnehmer mit einzubeziehen. Hierzu gehören Fußgänger und Radfahrer, die einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und zur Klimaneutralität leisten.

Um deren Stellenwert in der Verkehrsplanung zu würdigen und in den Vordergrund zu rücken, müssen mehr Fahrradwege gebaut und Städte für Fußgänger attraktiv werden.

Zudem sollten noch andere Verkehrssysteme einbezogen werden. Hierzu gehören beispielsweise E-ScooterE-Scooter, die im städtischen Nahverkehr nützlich sind, um kürzere Strecken zurückzulegen.

Die Stadtplanung sollte diese Vielfalt der Verkehrssysteme mit einbeziehen. Umgekehrt sollte der Schaden, den PKWs verursachen, kompensiert werden. Es ist denkbar, dass einige Großstädte nach Londoner Vorbild eine City-MautCity-Maut einführen, um die Zahl der PKWs spürbar zu begrenzen. Auch eine restriktivere ParkraumbewirtschaftungParkraumbewirtschaftung kann dazu beitragen, dass Großstädte wieder eine höhere Lebensqualität erlangen.41

Ein großes Vorbild bei der Verkehrsplanung ist die Stadt Wien, die sich weltweit durch eine außergewöhnlich hohe Lebensqualität und eine hervorragende Infrastruktur auszeichnet. Der österreichischen Hauptstadt ist es gelungen, den öffentlichen Nahverkehr systematisch auszubauen und zu fördern. Weltweit gilt das Nahverkehrssystem in der Donau-Metropole als herausragend. Es ist engmaschig und kundenfreundlich und ermöglicht eine systematische Nutzung im gesamten Großraum. Eine Abokarte kostet umgerechnet einen Euro pro Tag. Die Zahl der Abonnenten ist von 2012 bis 2018 sprunghaft gestiegen und hat sich mehr als verdoppelt. Darüber hinaus plant die Stadtverwaltung in Wien, den Ticketpreis noch weiter zu verringern.42

Wie wirken sich neue Mobilitätsdienste auf den Großstadtverkehr aus?

Moderne Mobilitätsdienste wirken sich beträchtlich auf die Dichte und Intensität des Großstadtverkehrs aus. Zu solchen Mobilitätsdiensten zählen beispielsweise Uber und Lyft.

Studien zeigen, dass in US-Großstädten der Verkehr durch diese Mobilitätsdienste erheblich zunahm. Dies gilt auch für Staus, deren Dauer um 5 Prozent zulegte.

Die Nutzung eigener Fahrzeuge verringerte sich hingegen lediglich um ein Prozent, und auch die Nutzung öffentlicher Nahverkehrsmittel sank um 9 Prozent. Insofern haben MobilitätsdiensteMobilitätsdienst wie Uber Uber nicht zur erwarteten Entlastung geführt.43 Experten gehen davon aus, dass eine Ausweitung und ein zügiger Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs einen wesentlich größeren Effekt auf das Verkehrsaufkommen in den Ballungszentren hätten.

Der öffentliche Nahverkehr wäre ohnehin das effizienteste Verkehrsmittel in Metropolregionen. Die Studie zeigt außerdem, dass bei einem Ausbau des Nahverkehrs oder bei der Ausweitung anderer Verkehrsmittel wie beispielsweise von Fahrrädern andere Services gar nicht in Anspruch genommen worden wären.

Eine Belastung stellt dar, dass der Anteil der Leerfahrten bei diesen Diensten bei 41 Prozent liegt. Daher wäre es sinnvoll, die Verkehrsplanung effizienter zu gestalten und den öffentlichen Nahverkehr in den Vordergrund zu rücken.44

Sharing als innovatives Konzept

In diesem Abschnitt wird u.a. die Frage beantwortet, ob Carsharing nur ein aktueller Hype ist oder ob der Autobesitz als Standard abgelöst wird.

Welche Rolle spielt Shared Mobility?

Shared MobilityShared Mobility ermöglicht es, verschiedene Transportmittel systematisch und gezielt zu verknüpfen. Dies umfasst neben dem öffentlichen PersonennahverkehrPersonennahverkehr auch Formen der MikromobilitätMikromobilität mit Hilfe von E-Scootern, Fahrrädern sowie E-Bikes.

Durch die Shared Mobility wird es möglich, Kosten zu sparen, die Umwelt zu schonen und für einen stärkeren Klimaschutz zu sorgen. Inzwischen gibt es immer mehr Startups, die sich dem Thema Shared Mobility widmen und neue Konzeptionen entwickeln. Eine Studie schätzt, dass das Potenzial für diese Ansätze im Jahr 2030 bei 1,6 Milliarden US-Dollar liegen wird.45

Warum ist Carsharing so wichtig?

CarsharingCarsharing folgt dem Prinzip, dass Nutzen wichtiger ist als Eigentum. Das Carsharing wird sich in der Zukunft verbreiten und einen wesentlich höheren Stellenwert als bisher genießen. In einer modernen vernetzten Gesellschaft ist die Nutzung von Carsharing und überhaupt von Sharing-Konzeptionen eine wichtige Komponente. Ein solches Sharing gibt es nicht nur im Verkehrsbereich, sondern auch bei der Nutzung von Coworking-SpaceCoworking-Spaces und bei der Nutzung von Werkzeug. Durch das Teilen werden nicht nur Ressourcen geschont, sondern die Gesellschaft setzt insgesamt auf Kooperation und Teilhabe.

Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich die Zahl der Carsharing-Nutzer verzehnfacht. Diese erstaunliche Dynamik belegt, dass Carsharing und das Access-PrinzipAccess-Prinzip in der Zukunft eine große Bedeutung erlangen. Wie wichtig dieses Konzept ist, zeigt auch, dass immer mehr Automobilhersteller sich an solchen Carsharing-Unternehmen beteiligen oder selbst welche gründen. Auch Bahngesellschaften bieten Sharing-Dienste an. Mittlerweile gibt es Angebote, die Geschäftskunden mit einbeziehen und ihnen das Carsharing ermöglichen. Mobility Hubs wie beispielsweise Bahnhöfe in Großstädten können als Touchpoints dienen für die Nutzung solcher neuartigen Services. Durch die Vernetzung und Digitalisierung des Verkehrssystems ergeben sich eine Vielzahl von Optionen und Möglichkeiten, die sowohl Privat- als auch Geschäftskunden als Zielgruppen ansprechen. Durch das höhere Maß an Professionalität wird es möglich, Mobility as a ServiceMobility as a Service in Form einer Plattform zu etablieren. Für Wochenendausflüge oder Kurzurlaube ist es sinnvoll, ein Fahrzeug über einen Abodienst zu mieten, anstatt es zu besitzen. So werden einige Nutzer einen Porsche oder Ferrari für den Ausflug mieten oder einen Mini für den Kurzurlaub am Wochenende.

Da die Politik plant, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen, wird in ländlichen Regionen in der Zukunft ein Busverkehr im zumindest stündlichen Takt verfügbar sein, so dass sich ein Auto immer weniger rentiert.

Gehören Abomodelle zu modernen Mobilitätskonzepten?

Das AbomodellAbomodell wird den Automobilmarkt grundlegend verändern und umwälzen, denn durch das Abomodell werden klassische Formen von Eigentum an Fahrzeugen als veraltet angesehen. Die monatliche Aborate enthält die Kosten für die Wartung, die Versicherung, die Steuern und andere Kosten, die möglicherweise mit dem Fahrzeug verbunden sind. Nur die Kosten für den Treibstoff, d.h. im Fall des Elektroautos die Stromkosten, müssen vom Kunden aufgebracht werden.

In der Regel beträgt die Laufzeit 6 bis 12 Monate, gelegentlich 24 Monate. Aber auch Kurzzeit-Abos sind immer mehr im Kommen. Die jeweiligen Kosten für das Abomodell richten sich nach dem Fahrzeug, der Fahrleistung und der Laufzeit des Vertrags. Bei solchen Verträgen gibt es Inklusivkilometer, die angeben, wie weit der Kunde maximal fahren darf.

Die Zahl der Auto-Abo-Anbieter wächst ständig; denn das Geschäftsmodell gilt als sehr lukrativ und zukunftsträchtig. Es ist bequem und kundenorientiert und kommt dem Wunsch nach mehr Freiheit und Auswahlmöglichkeiten entgegen. Daher versucht die Automobilbranche in Zukunft, mehr solche Verträge anzubieten, die den Wünschen und Interessen in besonderer Weise gerecht werden. Zu den Anbietern zählen beispielsweise VW, Volvo, BMW und Mercedes. Verschiedene Startups bieten kundenfreundliche Aboverträge an. Bekannt sind beispielsweise Cluno, ViveLaCar, Like2Drive, Conqar und Finn.Auto. Aber auch Autovermieter wie Sixt, Buchbinder und Hertz zeigen beträchtliches Interesse an dem Abomodell, das ihrem Geschäftsmodell sehr ähnelt und weitere Möglichkeiten eröffnet, um neue Kunden zu gewinnen. Daher sind besonders Autovermieter an diesem neuen Konzept interessiert, das ihnen eine Ausweitung ihrer Servicepalette ermöglicht.

Um die Lukrativität eines Autoabomodells bewerten zu können, gibt es eine einfache Kennzahl, die es erlaubt, herauszufinden, ob ein solches Angebot preisgünstig ist. Zur Berechnung wird die monatliche Aborate dividiert durch den Listenpreis minus den Rabatt, also den Angebotspreis. Werte zwischen 1,0 und 1,6 Prozent gelten als kostengünstig. Muss der Kunde zuviel für die monatliche Aborate aufwenden, ist es sinnvoller, ein Fahrzeug zu kaufen.

In der Regel ist die Nutzung eines Autoabos serviceorientiert und lässt sich problemlos online erledigen. Das Fahrzeug wird in der Regel zu dem vom Kunden gewünschten Ort gebracht. Gegen eine zusätzliche Gebühr kann das Auto am Ende der Laufzeit auch wieder abgeholt werden. Man sollte jedoch wissen, dass am Ende der Laufzeit bei der Rückgabe ein umfassendes Gutachten erstellt wird. Ein Experte prüft bei der Rückgabe sorgfältig, ob das Fahrzeug eventuell Schäden aufweist.

Im Vergleich zum weit verbreiteten LeasingLeasing sind die Laufzeiten für solche Abomodelle kürzer. So können Autos bereits für ein Jahr oder zwei Jahre abonniert werden, während beim Leasing oft eine mehrjährige Laufzeit üblich ist. Das Leasing gilt zwar als preisgünstiger, deckt aber in der Praxis nicht alle Kosten ab, während beim Abomodell lediglich die Spritkosten vom Kunden aufgebracht werden müssen.

Das LeasingmodellLeasingmodell hat den Vorteil, dass individuelle Kundenwünsche hinsichtlich der Ausstattung berücksichtigt werden können. Beim Abomodell ist dies zurzeit nicht der Fall, so dass Kunden mit den vorhandenen Standardmodellen, die eine leichtere Abwicklung gestatten, vorliebnehmen müssen. Beim Leasing hingegen lässt sich die Ausstattung relativ frei nach den Wünschen des Kunden konfigurieren und erweitern.

Das Abomodell Abomodell ist insbesondere dann interessant, wenn ein Fahrer ein neues Fahrzeug testen möchte. Dies gilt für Elektroautos und den Tesla. Problematisch beim Abomodell ist häufig, dass die Zahl der Freikilometer relativ eingeschränkt ist und eine Aufstockung relativ viel kostet. Ein Autofahrer, der sich ein Abo zulegen möchte, sollte vorher darüber nachdenken, wie viele Kilometer im Durchschnitt pro Monat gefahren werden. Man sollte zudem entscheiden, ob man ein Elektroauto haben möchte oder ob man beim konventionellen Verbrennermotor bleibt. Gerade das Abo ermöglicht es technikbegeisterten Autofahrern, ein Elektroauto ausgiebig zu testen und zu fahren. Die Anbieter stellen fest, dass Fahrzeuge mit Elektroantrieb den höchsten Zuwachs bei den Abomodellen erzielen.

Das Abo ist mit zusätzlichen Kosten verbunden, insbesondere bei der Übergabe und der Rückgabe. Bei Autounfällen kann ein Selbstbehalt vereinbart werden, dessen Höhe die Kosten für ein solches Abo beeinflusst. Darüber hinaus sollte man sich erkundigen, welche Zusatzleistungen inbegriffen sind – beispielsweise im Ausland.46

Während der Corona-Pandemie ist die Zahl der Autofahrer, die sich einen Abodienst für ein Fahrzeug zugelegt haben, sprunghaft gestiegen; denn während des Lockdowns vermieden es viele, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Generell geht der Trend wieder hin zum Individualverkehr, da die Pandemie aufgezeigt hat, dass große Menschenansammlungen aufgrund des möglichen Infektionsrisikos bedenklich sind.

Dennoch glauben Experten, dass sich dieser Trend langfristig wieder umkehren wird und die öffentlichen Verkehrsmittel als ein sinnvolles und klimafreundliches Transportmittel wahrgenommen werden. Fachleute rechnen damit, dass die Zahl der Abonnenten drastisch steigen wird. Denn das Abo erweist sich als kundenfreundlich und transparent. Viele Kunden kennen die Vorzüge von Diensten wie Netflix und Spotify. Aufgrund der großen Zufriedenheit wird das Modell in Zukunft an Resonanz gewinnen. Ein wesentlicher Vorteil des Abos besteht darin, dass die Vertragslaufzeit wesentlich kürzer ist als beim Leasing, das sich über mehrere Jahre erstreckt. Bei manchen Modellen ist es sogar möglich, eine Laufzeit für wenige Monate zu vereinbaren. Darin sind die Kosten für die Zulassung und den TÜV enthalten.47

Das Modell wird der Idee gerecht, dass Eigentum nur zusätzliche Lasten bringt und dass das Abonnement mehr Flexibilität aufweist. Der Trend geht ohnehin zu moderneren Vertriebsformen. So möchte beispielsweise Volvo ab 2030 Neuwagen lediglich online anbieten. Abos werden die Vertriebsformen in der Automobilbranche drastisch verändern. Der klassische Vertrieb im Autohaus wird sich grundlegend wandeln.48

Ein weiterer großer Vorteil der Abos besteht darin, dass der Autofahrer keinen Wertverlust erleidet, da er das Auto nicht besitzt. Aufgrund des immer schnelleren technologischen Wandels und der immer kürzeren Innovationszyklen ist es für den Autofahrer von Vorteil, ein Auto zu abonnieren, um immer wieder auf das aktuelle Modell zurückgreifen zu können. Der Autofahrer hat weder ein Problem mit einer völlig veralteten Technik oder einem rasch sinkenden WiederverkaufswertWiederverkaufswert. Vielmehr genießt der Kunde das Privileg, immer das neueste Automodell nutzen zu können. Dieses Verfahren kennen die meisten bereits von Smartphones. Daher wird dieses Konzept schnell auf große Resonanz stoßen. Ein weiterer Vorteil ergibt sich daraus, dass die neuesten Autos im Abo wesentlich schneller verfügbar sind als beim Kauf. Insbesondere gefragte und innovative Modelle haben eine relativ lange Wartezeit. Ein typisches Beispiel ist der Polestar 2, der aufgrund seiner innovativen und futuristischen Technik als ungemein faszinierend gilt. Wer ein Abo abschließt, kann nach kurzer Zeit mit dem Fahrzeug fahren. Bei einem Kauf sind Wartezeiten von mehreren Monaten durchaus die Regel.49

Ein Elektroauto zu abonnieren kann auch helfen, die Kosten zu senken. Praxisbeispiele zeigen, dass ein Verbrennermotor etwa doppelt so viel kostet wie ein Elektroantrieb. Wer beispielsweise einen Mini Cooper zu Hause elektrisch auflädt, um damit 100 km zu fahren, zahlt im Durchschnitt 5 Euro, während das Betanken eines vergleichbaren Autos mehr als doppelt so viel kostet.50

Bei den Freikilometern sollten die Vertragsdetails sorgfältig studiert werden. Einige Anbieter ermöglichen es, Freikilometer, die bei der monatlichen Pauschale nicht genutzt wurden, auf den nächsten Monat zu übertragen. Bei anderen Anbietern verfallen die nicht gefahrenen Kilometer.51

Etliche Anbieter von Abos wollen Fahranfänger als Kunden vermeiden, die jünger als 21 Jahre sind. Die eigentliche Zielgruppe liegt bei Personen, die älter als 35 Jahre sind. Dennoch haben einige Offerten sich darauf fokussiert, auch jüngeren Menschen die Möglichkeit eines Abos zu bieten. Hier werden vor allem 18- bis 21-Jährige als Kundensegment präferiert. Beispielsweise gibt es ein Angebot für den Ford Fiesta. Andere Modelle wie jene von VW und Volvo sehen kein Mindestalter vor.52

Betrachtet man die Versicherungsprämie, die mit einem solchen Abo verbunden ist, so fällt auf, dass diese Prämie in ihrer Höhe auf dem Niveau für Fahranfänger liegt. Kritisch zu betrachten ist die bei Abos vorhandene Selbstbeteiligung im Schadensfall. Sie kann mitunter bis zu 1000 € reichen. Der Kunde hat die Wahlmöglichkeit zwischen Teil- oder Vollkasko. Experten warnen aber vor einer zu hohen Selbstbeteiligung. Sehr interessant sind auch die Möglichkeiten, das Auto nach mehreren Jahren zu verwerten. Einige Anbieter haben eine Kooperation mit Gebrauchtwagen-Händlern abgeschlossen. Das Auto, das bereits in die Jahre gekommen ist, wird diesen dann zur Verwertung angeboten.53

Wie hat sich das Carsharing in Deutschland entwickelt?

Das CarsharingCarsharing wird sich immer mehr verbreiten, da es insbesondere in Großstädten und Ballungszentren beachtliche Vorteile bietet. Im Vergleich zum Jahr 2019 hat sich der Anteil der Carsharing-Fahrzeuge in Deutschland um 25,7 Prozent erhöht.54 Hierzulande sind 25.400 Carsharing Fahrzeuge unterwegs, und es gibt 2,29 Millionen Nutzer, die sich für Carsharing-Dienste registriert haben.55 Es wird zwischen stationsbasierten und Free-floating-Anbietern unterschieden.

In den Großstädten dominiert das Free-floating-Modell, das die häufigere Nutzung gestattet und es den Nutzern ermöglicht, Fahrzeuge im ganzen Stadtgebiet an beliebiger Stelle abzustellen. Dadurch können Interessenten in jeder Metropole ohne längeres Suchen ein Fahrzeug finden und bequem Kurzstrecken zurücklegen. Dieses hohe Maß an Flexibilität und Kundenfreundlichkeit macht Carsharing-Dienste attraktiv. In den ländlichen Regionen hingegen herrscht das stationsbasierte Carsharing vor, das sogar ehrenamtlich organisiert wird. Dabei wird das Fahrzeug wieder an einen bestimmten zentralen Standort zurückgebracht.

Der größte Anbieter im Free-floating-Bereich ist ShareNow. Über 80 Prozent der Nutzer von Carsharing verfügen über kein eigenes Auto.56 Vor allem Studierende und Engagierte, die aktiven Klima- und Umweltschutz als Teil ihres Lebensmodells verstehen, begeistern sich für Carsharing-Dienste.

Beim stationsbasiertes Carsharingstationsbasierten Carsharing beträgt die durchschnittliche Nutzungsdauer fünf bis sechs Stunden, während sie beim Free Floating lediglich 30 Minuten dauert.57

Jedoch zeigt eine Studie des Bundesverbandes Carsharing, die 2020 publiziert wurde, dass die Kundenzufriedenheit beim Free-floating-Modell lediglich 27 Prozent erreicht, während das stationsbasierte Carsharing auf einem Zufriedenheitsgrad von 83 Prozent hinsichtlich der Fahrzeugverfügbarkeit kommt.58 In Großstädten kann es trotz zahlreicher Fahrzeuge schwieriger sein, sofort ein Auto in unmittelbarer Nähe zu finden. Müssen die Nutzer erst einen längeren Fußweg zurücklegen, kann dies zur Unzufriedenheit führen, so dass sich mancher eher für eine Alternative entscheidet. Beim stationsbasierten Modell hingegen genießt der Kunde die unmittelbare Kundenbetreuung vor Ort.

Wie der ADAC in einer Untersuchung59 feststellt, haben 46,8 Prozent aller Städte mit einer Einwohnerzahl zwischen 20.000 bis 50.000 Einwohnern einen Carsharing-Service. In kleineren Orten hingegen dominiert das stationsbasierte Modell, das dem klassischen Autoverleih sehr ähnelt und sich nur durch Nuancen unterscheidet.

Dennoch bleibt das Carsharing insgesamt betrachtet ein Randmodell, da es lediglich über 25.000 Fahrzeuge verfügt, während in Deutschland 47 Millionen Fahrzeuge zugelassen sind.60 Das Carsharing spricht eher junge Erwachsene an, die in der Großstadt leben und größere Einkäufe oder einen Transport oder spontanen Umzug planen. Auch für eine kurze Reise ist das Carsharing geeignet. Aufgrund einer zu geringen Verfügbarkeit von Fahrzeugen in der unmittelbaren Nähe erscheinen für Großstadtbewohner jedoch der gut ausgebaute öffentliche Nahverkehr oder das Fahrrad vorteilhafter.

Quellentipp:

Unter https://carsharing.de/alles-ueber-carsharing/carsharing-zahlen/aktuelle-zahlen-daten-zum-carsharing-deutschland finden sich weitere aktuelle Zahlen und Fakten zum Carsharing. Und auch der ADAC erklärt unter https://www.adac.de/news/carsharing-statistik-2020/ die aktuelle Entwicklung.

Der Klimaschutz und der moderne Verkehr

Die Fragen der Verkehre und der modernen Mobilitätsanforderungen können heutzutage kaum von Fragen der Maßnahmen gegen den Klimawandel getrennt werden.

Wie kann klimaneutrale Mobilität umgesetzt werden?

Klimaneutralität Klimaneutralität gewinnt immer mehr an Bedeutung, so dass es geplant ist, die Klimaneutralität in Deutschland bis zum Jahr 2045 zu vollenden. Allein bis 2030 soll der Ausstoß von Kohlendioxid um 40 Prozent verringert werden. Die →Dekarbonisierung wird für etliche Volkswirtschaften, Branchen und Unternehmen eine sehr große Herausforderung darstellen. Daher ist es wichtig, die Elektromobilität systematisch zu fördern und voranzutreiben.61

Volkswagen hat die Klimaneutralität zum zentralen Unternehmensziel erhoben und geht mit gutem Beispiel voran. So bietet Volkswagen seinen eigenen Kunden ökologischen Strom für das Laden von Elektroautos. Dieser Strom kann auch zu Hause verwendet werden und läuft unter der Bezeichnung „Volkswagen Naturstrom“. Aber auch an den LadestationLadestationen bietet Volkswagen Strom aus regenerativen Energien an. Darüber hinaus kooperiert der Autobauer mit RWE, um die Solarenergie voranzubringen. Bis zum Jahr 2025 möchte Volkswagen in den eigenen Anlagen sieben Terawattstunden Ökostrom erzeugen.62

Zudem bezieht der Konzern alle Strommengen, die in den Werken benötigt werden, aus regenerativen Energien. Ein typisches Beispiel ist die Fabrik in Zwickau, die Elektroautos für VW produziert. Der Volkswagen-Konzern plant, dass alle Produktionsstätten im Ausland mit Ausnahme von China nur auf Ökostrom zurückgreifen dürfen.63

Auf diese Weise bemüht sich VW, die Automobilherstellung klimaneutral zu gestalten. So werden vorwiegend nachhaltige Bauteile verbaut: darunter beispielsweise das Batteriegehäuse und die Felgen sowie die Reifen, bei deren Produktion möglichst wenig Kohlendioxid ausgestoßen werden soll. VW sieht vor, dass die Kohlendioxid-Emissionen je Fahrzeug um zwei Tonnen reduziert werden.64

Flankiert werden diese Maßnahmen zur DekarbonisierungDekarbonisierung und zur Klimaneutralität durch ein systematisches RecyclingRecycling von Batterien; bei diesem Schritt sollen 90 Prozent der verwendeten Rohstoffe über das Recycling wieder zurückgewonnen werden. Durch diese Maßnahme werden die Kohlendioxid-Emissionen noch weiter verringert. Eine erste Recycling-Anlage hat VW in Salzgitter errichtet. VW plant bis zum Jahr 2030, dass 70 Prozent der neu verkauften Fahrzeuge aus Elektroautos bestehen. In den USA und in China soll diese Marke 50 Prozent erreichen.65

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