Kitabı oku: «30 Minuten Nachhaltig leben mit ZRM®»

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Gerda Köster

30 Minuten

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© 2021 GABAL Verlag GmbH, Offenbach

Das E-Book basiert auf dem 2021 erschienenen Buchtitel »30 Minuten Nachhaltig leben mit ZRM®« von Gerda Köster © 2021 GABAL Verlag GmbH, Offenbach.

ISBN Buchausgabe: 978-3-96739-077-3

ISBN epub: 978-3-96740-136-3

Umschlaggestaltung: die imprimatur, Hainburg

Umschlagkonzept: Martin Zech Design, Bremen

Lektorat: Eva Gößwein, Berlin

Abbildung 1 in Kap. 1.1: United Nations

Autorenfoto: Ruth Klapproth

Satz: Zerosoft, Timisoara (Rumänien)

© 2021 GABAL Verlag GmbH, Offenbach

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

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In 30 Minuten wissen Sie mehr!

Dieses Buch ist so konzipiert, dass Sie in kurzer Zeit prägnante und fundierte Informationen aufnehmen können. Mithilfe eines Leitsystems werden Sie durch das Buch geführt. Es erlaubt Ihnen, innerhalb Ihres persönlichen Zeitkontingents (von 10 bis 30 Minuten) das Wesentliche zu erfassen.

Kurze Lesezeit

In 30 Minuten können Sie das ganze Buch lesen. Wenn Sie weniger Zeit haben, lesen Sie gezielt nur die Stellen, die für Sie wichtige Informationen beinhalten.


Zahlreiche Zusammenfassungen innerhalb der Kapitel erlauben das schnelle Querlesen.

Ein Fast Reader am Ende des Buches fasst alle wichtigen Aspekte zusammen.

Inhalt

Vorwort

1. Transformation zu nachhaltiger Lebensführung

Die UN-Nachhaltigkeitsziele

Die große Beschleunigung und der perfekte Sturm

„Tu du’s“ gegen Klimawandel

Transformation ins Neuland

2. Nachhaltig Verhalten ändern

Das Zürcher Ressourcen Modell®

Die Theorie U

3. Die Grundlagen des ZRM®

Der Rubikon-Prozess

Die zwei Systeme

Somatische Marker

Das Handeln steuern

4. Vom Wunsch zum Ziel

Mein Thema finden

Mein Bild wählen

Ideenkorb und Affektbilanz

SMART-Ziel und Motto-Ziel

5. Unterstützende Ressourcen aufbauen

Neuronale Plastizität

Den Ressourcenpool füllen

6. Zielrealisierend handeln

Situationstypen

Weitere Ressourcen für B-Situationen

Wenn-dann-Pläne

Fast Reader

Die Autorin

Weiterführende Literatur

Vorwort

„Die Zukunft hängt davon ab, was du heute tust.“

(Mahatma Gandhi)

Die Zukunft ist nicht vorhersehbar, und das nicht erst seit Covid-19. Die Menschheit steht vor disruptiven Veränderungen und großen Herausforderungen: Klimawandel, sinkende Biodiversität und eine rasant wachsende Weltbevölkerung sind nur drei Beispiele. Nach 250 Jahren Fortschritt durch Industrialisierung, der Maxime des unbegrenzten Wirtschaftswachstums und des grenzenlosen Konsums stellen wir fest, dass wir nur noch ein kleines Zeitfenster haben, um die schlimmsten negativen Folgen dieser Art zu leben und zu wirtschaften abwenden zu können. Nachhaltigkeit wird für viele Bereiche handlungsleitend.

„Nachhaltige Entwicklung“ – nach Gro Harlem Brundtland – heißt, so zu agieren, dass die Bedürfnisse der Gegenwart erfüllt werden, ohne auf Kosten zukünftiger Generationen zu leben, und umfasst Ökologie, Ökonomie und Soziales. „Nachhaltig“ als Adjektiv bedeutet, etwas dauerhaft, für eine lange oder längere Zeit zu tun. Beide Facetten von Nachhaltigkeit gehören zusammen. Viele Menschen haben verstanden, dass es auch auf das individuelle Verhalten ankommt, um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen. Wenn viele Einzelne einen Unterschied machen, macht es einen kollektiven Unterschied. Dennoch mangelt es oft an der praktischen Umsetzung: Es fällt uns schwer, ins Handeln zu kommen. Die Ursachen für den mangelnden Transfer einer Absicht in nachhaltige Handlungen sind vielfältig. Häufig liegt es am mangelnden Wissen über Motivation, Methoden für Selbstmanagement und zielrealisierendes Handeln.

Diese Lücke möchte das vorliegende Buch schließen. Es lädt zur Reflexion und Klärung eines eigenen Themas ein, erläutert, wie jede und jeder von uns das eigene Verhalten an sich verändernde Realitäten anpassen, lieb gewonnene und jetzt nicht mehr zielführende Routinen ablegen und stattdessen neue, angemessenere Verhaltensweisen entwickeln kann.

Die methodische Basis bildet das von Dr. Maja Storch und Dr. Frank Krause entwickelte Zürcher Ressourcen Modell (ZRM®). An einigen Stellen wird außerdem eine Verbindung zur Theorie U von Otto Scharmer hergestellt. Die Methoden und die innere Haltung der Theorie U unterstützen Transformation in disruptiven Zeiten.

Viel Spaß beim Lesen, beim Ausprobieren und bei einer – im doppelten Sinn – nachhaltigen Lebensführung wünscht Ihnen

Gerda Köster

1.Transformation zu nachhaltiger Lebensführung

Klimawandel, Ressourcenknappheit, Artensterben, Plastikmüll im Meer, Ernährung einer rasant wachsenden Weltbevölkerung – lange Zeit haben diese Themen im Bewusstsein breiter Bevölkerungskreise ein Schattendasein gefristet. Zwar wurden das Pariser Klimaabkommen und die UN-Nachhaltigkeitsziele kommuniziert, Wissenschaftler*innen mahnten zunehmend mehr die Folgen des bisherigen Wirtschaftens an. Wirklich ins Bewusstsein geraten ist die Thematik für viele aber erst mit der Fridays-for-Future-Bewegung und dem Green Deal der EU im Jahr 2019 als Fahrplan für nachhaltige Entwicklung.

Die Diskussion um nachhaltiges Leben und Wirtschaften, im Sinne eines bewussten Umgangs mit den natürlichen Ressourcen, nimmt in der Öffentlichkeit einen immer größeren Raum ein und wird durchaus kontrovers geführt. Warum sollten wir nachhaltiger leben? Welche Möglichkeiten haben wir als Einzelne, um das eigene Leben nachhaltiger zu gestalten? Wie kann nachhaltige Veränderung gelingen?

1.1Die UN-Nachhaltigkeitsziele

Am 25. September 2015 verabschiedete die UN-Generalversammlung 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Die 17 SDGs sind bis 2030 gültig. Durch sie sollen weltweit die aktuellen ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen angegangen werden.

Zentrale Aspekte sind angemessenes Wirtschaftswachstum, Angleichung des Lebensstandards, Chancengleichheit, nachhaltiges Managen der natürlichen Ressourcen und der Erhalt der Ökosysteme.

Einen Überblick über die SDGs gibt diese Website: https://17ziele.de/

Die SDGs sind rechtlich nicht bindend für die Mitgliedsstaaten. Es besteht jedoch breiter Konsens, dass sie mit höchster Priorität angegangen werden müssen, damit allen Menschen ein gutes Leben innerhalb der planetaren Grenzen ermöglicht wird. Die Ziele sind erreichbar, wenn Politik, Unternehmen und Bürger*innen Verantwortung übernehmen.

Wie es um die Umsetzung der SDGs einer Kommune steht, erfährt man hier: https://sdg-portal.de/de

Auch die Frage, wie Wirtschaftswachstum zukünftig aussehen kann – sowohl für Nationen und Unternehmen als auch für Erwerbstätige und Konsument*innen –, muss diskutiert werden. Die Ressourcen unseres Planeten sind begrenzt, unbegrenztes Wachstum ist also gar nicht möglich.

Abb. 1: Die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele im Überblick

Reflexion:

•Welche dieser 17 Ziele sprechen Sie besonders an?

•Welche dieser Ziele können oder wollen Sie durch Ihr individuelles Verhalten – beruflich wie privat – beeinflussen?


Die 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) stellen Leitlinien für den Umgang mit den Herausforderungen der aktuellen Zeit dar: ökonomisch, ökologisch und sozial.

1.2Die große Beschleunigung und der perfekte Sturm

Seit Beginn der Industrialisierung hat vor allem die technologische Entwicklung gravierende Veränderungen bewirkt. Seit den 1950er-Jahren sprechen wir von „der großen Beschleunigung“: Jeweils zwölf sozioökonomische und ökologische Megatrends haben eine bislang nicht gekannte, rasante Entwicklung genommen. Hierzu zählen etwa der Anstieg der Weltbevölkerung, die Zunahme der Stadtbevölkerung, der Düngemitteleinsatz oder die exponentielle Ausbeutung fossiler Energieträger. Diese von Menschen und nicht von natürlichen Ereignissen geprägte Zeit wird als „Anthropozän“ (Menschenzeitalter) bezeichnet.

Ein „perfekter Sturm“ („Perfect Storm“) bezeichnet eine maximale Katastrophe und ist eine Metapher für die nachstehenden, bis 2030 erwarteten Ereignisse:

Bevölkerungswachstum auf 8 Milliarden Menschen

50 Prozent erhöhter Bedarf an Nahrungsmitteln

30 Prozent höherer Bedarf an Frischwasser

30 Prozent höherer Energiebedarf

Mehr zum „Perfect Storm“ erfahren Sie auf: https://www.youtube.com/watch?v=9rXjmr64KjU

Was bedeutet das? Die Welt steht vor gewaltigen Aufgaben. Die Corona-Pandemie wird der Menschheit rückblickend im Vergleich zum Klimawandel, dem Rückgang an Biodiversität und dem „perfekten Sturm“ fast harmlos vorkommen.

Diese Erkenntnis setzt sich in der Politik, in den Unternehmen und auch in der Bevölkerung mehr und mehr durch. Viele sind schon ins Handeln gekommen, andere befürchten jedoch, dass ihr vermeintlich kleiner Beitrag kaum positive Auswirkungen haben wird.


Die Welt steht vor großen Herausforderungen. Klimawandel, Verlust von Biodiversität, der perfekte Sturm – all dies sind Treiber für eine große Transformation.

1.3„Tu du’s“ gegen Klimawandel

Es gibt eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien zur Frage, welche (privaten) Verhaltensänderungen die wirksamsten sind, um die Erderwärmung auf 1,5 bis 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu beschränken. Einigkeit besteht darüber, dass ohne weitreichende Maßnahmen mit einem Anstieg um 4 °C zu rechnen ist. Über die daraus folgenden Konsequenzen berichtet unter anderem das Intergovernmental Panel on Climate Change (www.Archive.ipcc.ch).

Project Drawdown, 2014 von Paul Hawken initiiert, hat viele Vorschläge entwickelt, um gleichzeitig Erderwärmung, Armut und Mangelernährung zu bekämpfen. Die Vorschläge zielen auf eine Begrenzung der Erderwärmung um 1,5 bzw. 2 °C ab und nehmen verschiedene Zielgruppen in den Fokus. Für Privatpersonen umsetzbar ist demzufolge zum Beispiel:

Ernährung und Landwirtschaft:

– Lebensmittelabfälle vermeiden/reduzieren

– Pflanzenbasierte Ernährung (vegetarisch/vegan)

– Regionale/saisonale Produkte (ab Hof) einkaufen

– Biologischer/organischer Anbau von Lebensmitteln

– Grünstreifen an den Feldern

Energiebedarf:

– Energieeffiziente Geräte nutzen

– Energie aus erneuerbaren Quellen nutzen

– Auf Wäschetrockner weitestgehend verzichten

– Kleidung nur dann waschen, wenn wirklich nötig

Mobilität:

– Den Pkw häufiger stehen lassen

– Elektroauto oder E-Bike nutzen

– Zu Fuß gehen, wann immer möglich

– Flüge einschränken

Recycling, Wiederverwendung:

– Mülltrennung

– Recyceltes Papier verwenden

– Gegenstände, die nicht mehr gebraucht werden: reparieren, verschenken oder verkaufen

– Kleidung lange tragen

Wohnen:

– Das eigene Haus energieeffizienter ausstatten und

– gegen Wärme/Kälte isolieren

– Dächer begrünen

– Warmwassergewinnung aus Solarpaneelen

– Photovoltaikanlage

Der Natur (mehr) Raum geben:

– Bäume pflanzen (oder in der Stadt: gießen)

– Insektenfreundliche Garten-/Balkongestaltung

– Begrünte Vorgärten (insektenfreundlich)

Drawdown hat berechnet, dass bis 2050 allein durch verminderten Lebensmittelabfall 94,56 Gigatonnen (Gt) CO2 reduziert werden können. Weniger Lebensmittel (von der Produktion bis zum Konsum) wegzuwerfen, ist eine der klimawirksamsten Verhaltensweisen überhaupt!

Eine vegane Ernährung steht für Privatpersonen an zweiter Stelle, sie spart 91,72 Gt des klimaschädlichen Gases ein. Das ist mehr, als die Wiederaufforstung des tropischen Regenwaldes (85,14 Gt) einbringen würde. Photovoltaikanlagen auf Privathäusern würden 68,64 Gt CO2 einsparen.

Onshore-Windkraftanlagen haben dieser Studie zufolge bis 2050 den größten positiven Effekt insgesamt (147,72 Gt Einsparung von CO2).

Details und Studien können unter Table of Solutions nachgelesen werden: www.drawdown.org

Reflexion

•Welche Verhaltensänderung ist für Sie möglich?

•Was können oder wollen Sie ausprobieren?

•Welche Verhaltensänderung würde Ihnen schwerfallen oder ist Ihnen nicht möglich?


Viele „Tu du’s“ sind für Privatpersonen machbar und tragen zur Begrenzung der Erderwärmung bei.

1.4Transformation ins Neuland

Die geschilderten Herausforderungen verlangen nach einer systemischen Transformation in Politik und Gesellschaft, in Unternehmen und bei Privatpersonen. Transformation führt ins Neuland. Komfortzonen müssen verlassen, Werte und Glaubenssätze überprüft, vorhandene Denkmuster etwa über Wirtschaftsmodelle innoviert werden etc. Manchen Menschen fällt das leicht, anderen nicht. Bei manchen Themen fällt es leicht, bei anderen nicht. Damit Transformation gelingt, muss Wissen über die Herausforderungen und Handlungsalternativen vorhanden sein; dazu kann dieses Kapitel hoffentlich beitragen. Wissen allein genügt aber nicht:

Um ins Handeln zu kommen, muss gewohntes Verhalten verändert werden,

(intrinsische) Motivation vorhanden sein und

ein Abgleich der eigenen bewussten Motive und unbewussten Bedürfnisse (was will ich wirklich) erfolgen, um

schlussendlich zielrealisierend handeln zu können.

Das hört sich kompliziert an? Es gibt Methoden, die den Weg ins Neuland unterstützen. Das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM®) ist eine davon.


„Alle Menschen leben ein gutes Leben innerhalb der planetaren Grenzen.“ Zu diesem von den UN formulierten Ziel können auch individuelle Veränderungen einen Beitrag leisten. Es gibt eine Vielzahl leicht umsetzbarer Ideen. Damit Veränderung gelingt, ist aber eine Verhaltensänderung nötig.

2.Nachhaltig Verhalten ändern

„Ich weiß doch genau, was ich will. Ich weiß nur nicht, warum ich nicht auch entsprechend handele.“ Diese oder ähnliche Sätze hat wahrscheinlich jede und jeder schon einmal gesagt oder gedacht. Auch die klassischen Neujahrsvorsätze kennen viele: der feste Vorsatz, der am 31. Dezember gefasst wurde und auf den bereits nach wenigen Tagen oder Wochen wehmütig zurückgeblickt wird.

Dauerhafte und damit nachhaltige Verhaltensänderung ist schwieriger, als es auf den ersten Blick scheint. Dabei gibt es innovative Methoden für individuelle Veränderung und für Transformation in Unternehmen und Organisationen. Das Zürcher Ressourcen Modell® und die Theorie U sind geeignet, um eigene Ziele zu erreichen und Verhalten nachhaltig zu verändern. Beide Methoden sind wissenschaftlich anerkannt. In diesem Buch steht das ZRM® im Mittelpunkt. An einigen Stellen gibt es Verweise auf die Theorie U, die gut in Kombination mit dem ZRM® eingesetzt werden kann.

2.1Das Zürcher Ressourcen Modell®

Das Zürcher Ressourcen Modell® (ZRM®) ist ein innovatives und leicht erlernbares Selbstmanagement-Training, um die eigene Handlungskompetenz zu stärken. Es wurde in den 1990er-Jahren an der Universität Zürich von Maja Storch und Frank Krause entwickelt. Mit ZRM® können wir unsere Absichten besser klären und uns auch in schwierigen Situationen so verhalten, wie es unserem eigentlichen Wunsch entspricht. Bei der Entwicklung wurden aktuelle Erkenntnisse aus der Motivationspsychologie und der Neurobiologie berücksichtigt. Als Methode zur Psychoedukation wird das ZRM® intensiv wissenschaftlich begleitet.

Was bedeutet Psychoedukation?

Die Rückenschulen-Metapher verdeutlicht dies: Genau wie in der Rückenschule wird beim ZRM® sowohl eine Anleitung für praktische Übungen gegeben als auch relevantes Wissen vermittelt. Statt Rückengesundheit bietet ZRM® praktische Methoden und Wissen zu Selbstmanagement, Zielrealisierung und Verhaltensänderung.

Wofür kann ZRM® eingesetzt werden?

Ursprünglich sollte ZRM® Schweizer Lehrer*innen in ihrem Selbstmanagement für den Schulalltag stärken. Mittlerweile gibt es einen bunten Strauß von Einsatzgebieten: Mit einer klar strukturierten Vorgehensweise können private wie berufliche Wünsche in die Tat umgesetzt werden. Die Themen können so vielfältig sein, wie das Leben nun einmal ist: Auch der Wunsch nach einer nachhaltigeren Lebensführung kann mit ZRM® so unterstützt werden, dass zielrealisierend gehandelt wird.

Aktuelle universitäre Forschungsarbeiten und Wirksamkeitsstudien zu verschiedenen Themen finden sich auf: https://ZRM.ch/forschung/

ZRM® im Überblick

Mithilfe des Rubikon-Prozesses (s. Kapitel 3.1) wird aus einem Wunsch zielrealisierendes Handeln. Dafür werden zuerst unbewusste Bedürfnisse und bewusste Motive in den Blick genommen. Die Absichten von Kopf und Bauch werden synchronisiert. Dann wird ein Ziel auf Haltungsebene entwickelt, Ressourcen für die Verhaltensänderung werden aufgebaut und schwierige Situationen werden vorbereitet. Voraussetzung für zielrealisierendes Verhalten ist die innere Haltung!

ZRM® arbeitet konsequent ressourcenorientiert. So ist die Arbeit mit ZRM® für alle – auch ohne psychologischen Hintergrund – möglich. Ein positiver Nebeneffekt für Menschen, die regelmäßig mit ZRM®-Techniken arbeiten, ist ein Absinken des Cortisolspiegels (Cortisol ist ein Stresshormon), und zwar themenübergreifend.


ZRM® ist eine Selbstmanagement-Methode, die konsequent ressourcenorientiert arbeitet und hilft, vom Wunsch in die Tat zu kommen.

2.2Die Theorie U

Die Theorie U wurde unter anderem von Otto Scharmer am MIT in Boston, USA, entwickelt. Eine Grundlage der Theorie U ist die Arbeit von Peter Senge. Senge entwickelte Methoden für Veränderungsprozesse und musste erkennen, dass es für manche Menschen leicht war, mit diesen Methoden zu arbeiten, für andere jedoch nicht. Otto Scharmer ging in der Folge der Frage nach, warum das so ist. Hierzu führte er 150 Interviews mit CEOs aus verschiedenen Unternehmen und Organisationen und begleitete aktiv Veränderungsprozesse in Unternehmen. Die Ergebnisse dieser Arbeit führten zur Theorie U: ein Rahmenwerk für Individuen, Teams, Unternehmen, Organisationen und Gesellschaften, um Transformation in disruptiven Zeiten zu ermöglichen.

Das „U“ steht für einen Paradigmenwechsel: Klassische Changemanagement-Methoden lernen aus der Vergangenheit, um Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Die Probleme unserer Zeit brauchen jedoch andere Methoden, um sie zu lösen, als die, die sie geschaffen haben. Die Theorie U besteht aus fünf Schritten, die es möglich machen, „aus der Zukunft zu lernen“ und blinde Flecken zu erkennen (Scharmer, Käufer 2016). Damit dies möglich ist, müssen alte Muster (im Denken, Fühlen, Handeln) losgelassen werden. Die fünf Schritte der Transformation mit der Theorie U sind hier komprimiert aufgeführt:

1.Innehalten und mit offenen Augen hinschauen.

2.In das soziale Feld, in das System, hineinspüren.

3.Ganz präsent sein, verbunden mit der inneren Quelle.

4.Die Intention finden. Was ist es wirklich, das erschaffen/erreicht werden soll?

5.Einen Prototyp erstellen und in kleinen Schritten ausprobieren, umsetzen, optimieren.

Wichtige Elemente der Theorie U sind das Denken in Systemen, das Erkennen kollektiver oder individueller blinder Flecken, die achtsame Integration von Kopf, Herz und Hand und das Ins-Handeln-Kommen.

Details und Materialien zum kostenlosen Download finden Sie hier: https://www.presencing.org


Die Theorie U ist ein von Otto Scharmer entwickeltes Rahmenwerk für Transformation in disruptiven Zeiten. Ebenso wie beim ZRM® geht es bei der Theorie U um die Synchronisation von Kognition und Emotion (Kopf und Bauch) mit dem Ziel, Veränderung zu gestalten. Beide Methoden können von Einzelpersonen und auch im organisationalen Kontext angewendet werden.

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