Kitabı oku: «einfach LEBEN!»

Yazı tipi:

einfach LEBEN!

Entschleunigen statt beschleunigen, abrüsten statt aufrüsten, in die Tiefe gehen statt sich in der Breite zu verzetteln: das ist das Gebot der Stunde. Einfacher, aber glücklicher leben anstatt wahnsinnig toll und schnell, dafür aber mit Burnout-Gefahr. So vermeiden wir Stresssymptome und die daraus resultierenden Krankheiten, wir geben unserem Leben eine ganz neue Qualität.

„Wie geht es weiter?“ „Will ich so weitermachen?“ „Wo will ich hin?“ „War das etwa alles?“ Diese Fragen stellen wir uns bereits oder vermuten zumindest, dass sie bald auf uns zukommen. Der reflektierende Mensch muss anfangen, Änderungen in seinem Leben nicht nur zuzulassen, sondern auch gezielt herbeizuführen. Um damit zu beginnen, eignet sich jeder, aber auch wirklich jeder Tag!

Übernehmen Sie endlich wieder die Hauptrolle in Ihrem Leben! Bestimmen Sie wieder, wie es für Sie weitergeht und wohin Sie Ihr Lebensweg letztendlich führen soll! Werden Sie wieder der Kapitän Ihres Lebensschiffes, denn Sie gestalten Ihre Zukunft heute, durch Ihre Gedanken und Taten. Und vor allem: lieben Sie sich so, wie Sie sind!

Bevor Sie generell mit dem Meditieren beginnen, fragen Sie bitte Ihren Arzt, ob bei Ihnen gesundheitlich dagegen etwas einzuwenden ist.

Inhaltsverzeichnis:

Einführung

Erstes Kapitel

Loslassen und Aufräumen

Selbstfindung

Befreien Sie sich vom Perfektionswahn

Befreiung von zwischenmenschlichen Verstrickungen

Die angeborene Neugier bewahren

Träumen oder Machen

Zulassen und Akzeptieren

Der Neuanfang

Zusammenfassung

Zweites Kapitel

Prävention und Transformation

Depressionen

Mobbing

Burnout

Kognitive Dissonanz – wie schützen wir uns?

Zusammenfassung

Drittes Kapitel

Enttäuschung

Vergebung

Grenzen setzen

Stellvertreter-Probleme

Rendezvous mit mir selbst

Zusammenfassung

Viertes Kapitel

Mit der Angst tanzen

Die neue Leichtigkeit des Seins

Glück ist eine Entscheidung …

… Dankbarkeit auch

Beobachten und bewerten

Aus Selbst-Vertrauen entsteht Selbst-Bewusstsein

„ICH BIN“ und meine Intuition

Einflüsse der Gefühle auf Organe und Hormone

Zusammenfassung

Und last, but not least …

… Eine wunderschöne Meditation: „Kraft und Stärke auf allen Ebenen“

Ausklang: Wundervolle Weisheiten aus Jahrhunderten

Einführung

Ich sage es Ihnen gleich zu Anfang dieses Buches, gleich in den ersten Zeilen lasse ich es Sie wissen: Ich habe das Rad nicht neu erfunden. Natürlich nicht. Vor mir waren verschiedene Päpste, ein bedeutender Physiker namens Einstein, Willigis Jäger, Osho, Maharishi Mahesch, der Dalai Lama, Pierre Franckh und Deepak Chopra … Aber auch sie alle haben das Rad nicht neu erfunden, denn davor gab es die Mystiker Meister Eckhard und Johannes Tauler, auch Hildegard von Bingen, es gab weise Männer wie Rumi, Lao Tse und Konfuzius, ebenso heilige Männer, die unsere Geschichte bis heute prägen. Sie alle haben uns an ihrem Wissen teilhaben lassen, haben uns ein Stück weit ihren Stempel aufgedrückt. Viele spirituell hochgradig begabte Männer und Frauen haben immer wieder – gerade auch in Fernost – bewundernswerte Praktiken zur Bewusstseinserweiterung gelehrt, die sich bis in die heutige Zeit erhalten haben, von denen wir lernen können und die wir gebündelt in Büchern, Work Shops und Retreats vermittelt bekommen oder selbst lehren.

Der Titel dieses Buches „einfach LEBEN!“ ist ein Wortspiel mit doppeltem Sinn, wie Sie sicher bereits gemerkt haben.

Legt man die Betonung auf „einfach“, so meint man ein einfaches, archaisches Leben als Bauer in der Natur, oder in der Wüste unter Nomaden, ein Leben ohne jeden westlichen Komfort – und vor allem ein Leben ohne Konsumzwang, hohle Äußerlichkeiten und ein „Zuviel“ von allem. „Back to the roots“ also.

Legt man aber die Betonung auf „Leben“, so ergibt sich ein völlig anderes Bild, ein anderer Sinn. Man denkt an ein erfülltes, pralles Leben, an Spaß, Tanz, Leichtigkeit, Feiern, an Freude und Freunde, man denkt an die Lust auf Leben, an einfach nur leben! Und das mit der größtmöglichen Intensität und Leichtigkeit.

Keine der beiden Lebensweisen ist negativ oder beneidenswert, keine der beiden ist alleine für sich und im Übermaß erstrebenswert. Keine der beiden Lebensweisen benötigt eine Bewertung – das muss jeder für sich selbst entscheiden!

Jedoch, wie auch in allen anderen Bereichen des Lebens, des täglichen Miteinanders, der Auseinandersetzung mit sich selbst und anderen, ist es der goldene Mittelweg, der uns weiterbringt und wachsen lässt. Das hat nicht nur Buddha seinerzeit bereits gelehrt.

Um sich dieser Tatsache bewusst zu werden, muss man sich aber zunächst einmal die Fragen stellen: „Wo stehe ich jetzt?“ „Wie geht es weiter?“ „Will ich so weitermachen?“ „Wo will ich hin?“ „War das etwa alles?“ „Kommt da noch was?“

Nein, das war sicher nicht alles, und ja, es kommt noch was! Seien wir offen, erkennen wir offene Türen und schauen wir, was es dahinter Neues gibt.

Der reflektierende Mensch muss anfangen, Änderungen in seinem Leben nicht nur zuzulassen, sondern auch gezielt herbei zu führen.

Übernehmen Sie endlich wieder die Hauptrolle in Ihrem Leben! Bestimmen Sie wieder, wie es für Sie weitergeht und wohin Sie Ihr Lebensweg letztendlich führen soll! Werden Sie wieder der Kapitän Ihres Lebensschiffes, denn Sie gestalten Ihre Zukunft heute, durch Ihre Gedanken und Taten. Aber auch durch Ihre Unterlassungen!

Sie sind der Schöpfer Ihres Lebens. Sie waren es gestern schon, Sie sind es heute und Sie werden es auch in Zukunft sein. Feiern Sie das Leben, feiern Sie das Wesen, das Sie sind! Fangen Sie gleich heute damit an! Mit dem Erschaffen einer erfüllteren Zukunft nämlich! Und vor allem: Lieben Sie sich so, wie Sie sind!

Das setzt voraus, dass der suchende Mensch sich in Kontakt mit seiner inneren Kraftquelle bringt, damit er über sein gesamtes menschliches bzw. göttliches Potenzial verfügen und es voll ausschöpfen kann. Nur so kann er dann sein Leben verändern – mit seiner eigenen Kraft, mit der eigenen Quelle der Inspiration. Nur so kann er die verführerischen kraft- und zeitraubenden Umwege im Leben vermeiden und seinen Geist befreien.

Wie jede neue Schaffensphase im Leben, ist auch diese Neuorientierung mit Arbeit und Unbequemlichkeiten verbunden. Das muss jeder Suchende wissen! Und es wird manchmal sicher recht unbequem. Dann nämlich, wenn wir aus Bequemlichkeit wieder in alte Verhaltensmuster abgleiten, wenn wir mutlos aufgeben wollen, wenn wir sehen, wie vermeintliche Freunde so viel Spaß haben, der aber so hohl ist, dass wir die vielen schwarzen Löcher direkt fühlen könnten, aber es nicht wollen. Wenn unsere Intuition uns sagt, was gut für uns ist, wir aber lieber gerade eine Party nach der anderen feiern möchten. Wenn wir zu viel Alkohol oder Essen aufnehmen, oder einfach möglichst nur Spaß haben wollen. Hauptsache, wir sind abgelenkt und müssen uns nicht selbst in die Augen und die Seele schauen. Dabei wartet unsere Seele so sehr und sehnsüchtig darauf, dass wir nach ihr sehen, uns um sie kümmern.

Zunächst einmal müssen einige Durststrecken und Hürden überwunden werden. Danach jedoch werden wir strahlend aus den Trümmern unseres bisherigen „chaotischen“ Lebens aufsteigen wie Phönix aus der Asche!

„Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich“, sagte einst Erich Kästner. Wie recht er damit hat! Es kann jeden Moment zu Ende sein. Unser eigenes, oder das Leben eines geliebten Menschen aus unserem Umfeld, dem wir eigentlich noch so viel sagen wollten.

Meist beginnt unsere Suche nach unserem ureigenen Weg zwischen 40 und 50. Menschen, die eine Nahtod-Erfahrung hatten, berichten fast alle übereinstimmend darüber, dass sie sich kurzzeitig an einem wunderschönen Ort befanden, der in helles Licht getaucht war. Sie trafen dort verstorbene Familienmitglieder und fühlten einen tiefen Frieden in sich. Am liebsten wären sie dort geblieben. Aber zu ihrem Bedauern befand eine höhere Macht, dass ihre Zeit noch nicht gekommen sei und sie wurden wieder in ihren Körper und die diesseitige Welt hineingeschubst.

Danach jedoch wandelte sich das Verständnis dieser Menschen in Bezug auf das, was sie bis dahin Leben nannten: die Zwänge, die falschen Prioritäten, die zweifelhaften Kompromisse, die aufgedrückten Konventionen und Regeln. Sie sahen ihre Prioritäten nun plötzlich ganz woanders, befreiten sich von Verstrickungen und Ballast und wandten sich den wirklich essentiellen Dingen im Leben zu. Auch bereits in jüngeren Jahren, diesseits der 40.

Es muss jedoch nicht erst zu einer Nahtod-Erfahrung kommen, um seinem Leben einen Ruck in die richtige Richtung zu geben.

Was vorher als vage Ahnung bereits in unserem Hinterkopf oder einem kleinen Winkel unserer Seele vorhanden war, möchte sehr oft in der Zeitspanne zwischen dem 42. und dem 49. Lebensjahr ans Licht und in die Sichtbarkeit. Warum gerade dann?

In der Anthroposophie (ánthropos – Mensch, sophía – Weisheit) gilt: ein Menschenleben wird von einem Phänomen geprägt, das 7-Jahres-Zyklus genannt wird. Alle sieben Jahre verändern sich unser Körper und/oder unsere Psyche, und damit auch die Lebensumstände und vor allem unsere Sicht auf die Dinge.

Mit etwa sieben Jahren, zur Zeit des Zahnwechsels, wird das Kind „schulreif“, es tritt in den „Ernst des Lebens“ ein, mit etwa 14 Jahren beginnt die Pubertät mit ihren hormonellen und psychischen Umbrüchen und mit dem 21. Lebensjahr tritt der Mensch biologisch in das Erwachsenenalter ein. Die Ich-Findung wird hier abgeschlossen, der Volljährige strebt nach Unabhängigkeit vor allem von den Eltern. Er will sich nun abnabeln von Mutters Schutz und Versorgung und ein eigenes Leben wagen. Dass findige Politiker irgendwann auf die Idee kamen, junge Menschen bereits mit 18 als volljährig zu erklären, hat damit zu tun, dass diese Politiker mehr Wähler für ihre Partei zu rekrutieren hofften.

So geht es fort. Es beginnt die Partnersuche, mit etwa 28 Jahren der Nestbau, die Kindererziehungsphase und mit jedem Jahr, mit jeder Erfahrung und mit jeder Katastrophe, gewinnt der Mensch an Reife – und damit auch an Selbstsicherheit.

Unser Organismus leistet dabei ungeheure Arbeit, denn jeden Tag erneuern sich Millionen von Zellen. Und die Gesamtheit unserer Zellen erneuert sich alle sieben Jahre komplett. Der Übergang in einen neuen Zyklus findet natürlich nicht abrupt, sondern schleichend statt. Die Schulmedizin tut diese Zyklen übrigens als Humbug ab.

Um das 42. Lebensjahr tauchen meist sachte die ersten zögerlichen Fragen nach dem Sinn des Ganzen auf. Hat man alles richtig gemacht, an welcher Weggabelung ist man eventuell falsch abgebogen und war das jetzt wirklich schon alles? Hat man etwas verpasst, muss man Leben nachholen? Oder hat das Leben etwa nichts mehr zu bieten?

Man hat die ersten Machtkämpfe, die ersten Enttäuschungen, die ersten Lebenskrisen hinter sich oder steckt noch mittendrin und hält zum ersten Mal inne, um sich seiner selbst bewusst zu werden und sich zu orientieren.

Später kommen häufig noch bei Frauen die Wechseljahre, die einhergehen mit heftigen Hormonveränderungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme und Depressionen. Sicher keine leichte Zeit. Oft verabschiedet sich in dieser Zeit auch noch der Partner aus der Ehe, die Kinder gehen aus dem Haus.

Jetzt kann man in Depressionen versinken, man kann aber auch befreit rufen:

„Endlich Zeit für mich!“

Man kann die Ärmel aufkrempeln, die Scherben aufsammeln, falls es solche gibt, und mit beiden Händen in seinem Leben aufräumen. Manchmal benötigt man dafür einige Jahre. Denn es hat sich neben schönen und nützlichen Dingen auch viel unnützer Ballast angesammelt.

Etwa mit dem 49. Lebensjahr beginnt die Suche nach dem tieferen Sinn des Lebens. Mehr als sonst jemals zuvor fragt man sich nun: „Wo komme ich her, was mache ich hier und wo gehe ich hin?“

Die folgenden Jahre verbringt man dann mit der Suche nach dem spirituellen Hintergrund des Lebens, nach Bewusstseinswandel und Bewusstseinserweiterung. Und dann trägt einen der Fluss des Lebens langsam in den Zyklus der Weisheit. Manche Menschen geben dann noch einmal richtig Gas und werden kreativ tätig, manche machen ihren Doktor nach oder studieren an der Uni endlich das Fach, das sie schon immer interessiert hat. Da in dieser Zeit die Östrogenproduktion bei der Frau zurückgeht und ihr Körper mehr männliche Hormone produziert, wird Frau selbstbewusster, kann besser für sich einstehen. Hinzu kommen noch Reife, Erfahrung und Souveränität. Schon so manche Frau ist in dieser Zeit Unternehmerin geworden. „Aus mir, durch mich, für mich“ ist ihr Leitspruch fortan. Eine sehr starke Erkenntnis!

Man beschäftigt sich in diesem Lebensabschnitt auch verstärkt mit den Themen der Metaphysik, mit der Lehre, die sich mit den nicht erfahrbaren und nicht erkennbaren Dingen des Seins beschäftigt. Auch mit der Philosophie, die „letzte Fragen“ behandelt, nach dem Sinn des Lebens beispielsweise: Gibt es einen letzten Sinn, warum die Welt überhaupt existiert? Gibt es ein höheres Wesen? Was macht den Menschen aus? Stark verkürzt und nicht ganz korrekt wird die Metaphysik auch als Spiritualität bezeichnet. Was ihr aber nicht gerecht wird. Und das Wort „Esoterik“ wird in diesem Buch überhaupt nicht vorkommen.

In der Chakrenlehre gibt es ebenfalls Hinweise auf einen 7-Jahres-Rhythmus. Das Konzept der Chakren stammt ursprünglich aus der hinduistischen Religion, ist jedoch auch im Buddhismus bekannt und findet in der Traditionellen Chinesischen Medizin Anwendung.

Das Wort Chakra kommt aus dem Sanskrit und bedeutet etwa Rad oder Kreis. Es beschreibt die feinstofflichen Energiezentren unseres Körpers, die durch die Energiebahnen miteinander verbunden sind. Jedes Chakra ist außerdem noch mit bestimmten Körperfunktionen, Organen und Drüsen verbunden.


Abb. 1: Die 7 Chakren. Quelle: Natalie Yazdan

Das Wurzelchakra ist das erste der sieben Chakren und liegt in Höhe des Steißbeines. Es ist von klatschmohn-roter Farbe, entwickelt sich in den ersten sieben Lebensjahren und repräsentiert die Themen Lebenskraft, Lebensenergie, Körperlichkeit und Erdung. Es ist dem Element Erde zugeordnet.

Das zweite Chakra, das orangefarbene Sakralchakra, befindet sich etwa eine Handbreit unterhalb des Bauchnabels. Es betrifft die Bereiche Kreativität, Lebensfreude, Sexualität. Ein gut funktionierendes Wurzelchakra, das uns Lebenskraft vermittelt, ist also Voraussetzung für die Erlangung von Lebensfreude und Kreativität. Es ist dem Element Wasser zugeordnet.

Das Solarplexuschakra liegt etwa zwei bis drei fingerbreit oberhalb des Bauchnabels. Es hat die Farbe sonnengelb und die Themen Unterbewusstsein, Willen, Gedanken, Macht und die Entwicklung des „Ich“. Es ist dem Element Feuer zugeordnet.

Das Herzchakra hat die Farbe rosa oder auch hellgrün mit etwas rosa darin und liegt mitten in der Brust auf der Höhe des Herzens. Es ist der Sitz der bedingungslosen Liebe, Harmonie und Schönheit, des Vertrauens und der Heilung. Es steht für die Verbindung zwischen den unteren = weltlichen und den oberen = spirituellen Ebenen. Es ist dem Element Luft zugeordnet.

Das Halschakra liegt etwas unterhalb des Kehlkopfes, hat die Farbe hellblau und repräsentiert Kommunikation und Wahrheitsfindung. Eine Störung dieses Chakras bewirkt zum Beispiel eine Dysfunktion der Schilddrüse oder eine Sprachstörung. Es ist dem Element Äther zugeordnet.

Das sechste Chakra, das Stirnchakra, hat die Farbe indigoblau mit etwas Gold darin. Es liegt an der Nasenwurzel zwischen den Augenbrauen und ist auch bekannt als das „dritte Auge“. Es steht für Weisheit, Geist und Verstand, für außersinnliche Wahrnehmung und Intuition, für Hellsicht und göttliche Wahrnehmung. Es ist dem Element Geist zugeordnet.

Das Kronenchakra befindet sich auf dem Scheitel. Es ist nach oben geöffnet und verbindet uns mit dem Himmel. Es bedeutet Erleuchtung, Spiritualität und höchste Vollendung. In Zeichnungen wird es oft als tausendblättriger silberweißer Lotus oder silberner bzw. violetter Springbrunnen dargestellt und wird dem Element Kosmos zugeordnet.

Alle sieben Jahre entwickelt sich nach dem Wurzelchakra das nächste Chakra. Das ist auch der Grund, warum sich die meisten Menschen erst mit etwa 49 oder 50 Jahren der Spiritualität oder Metaphysik zuwenden (7 Chakren x 7 Jahre = 49 Jahre). Die Übergänge in einen neuen Zyklus sind niemals an einem genauen Datum festzumachen, sie sind im Gegenteil fließend.

Erstes Kapitel
Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

Nachfolgend sind die einzelnen Schritte/Stufen auf dem Weg in ein erfüllteres Leben thematisch nur kurz aufgeführt, anschließend behandeln wir alle Themen noch ausführlich.

LOSLASSEN und AUFRÄUMEN

LOSLASSEN und AUFRÄUMEN sind zwei der Hauptthemen, wenn man sich auf den Weg in ein erfüllteres und glücklicheres Leben machen will.

Das steht einem ja schließlich auch zu … Im göttlichen Plan ist es nämlich keinesfalls vorgesehen, dass es Ihnen schlecht gehen soll.

Manche Menschen können weder das eine noch das andere und schleppen zeitlebens einen immensen unnötigen Ballast mit sich herum. Sie stolpern mit einem unfassbar schweren Rucksack auf dem Rücken über ihre Lebenswege, immer in der Gefahr, unterwegs zusammenzubrechen. Und sie können natürlich auch nur im Schneckentempo kurze Wegstrecken zurücklegen, dann müssen sie erschöpft und nach Luft ringend stehenbleiben. Das macht doch so überhaupt keinen Spaß!

Unterwegs werden sie immer wieder von Menschen überholt, die leichten Schrittes, ihr Ziel fest im Auge, mühelos des Weges schreiten. Nur mit einem leichten Gepäck, in dem sie ihre Lieblingssachen verstaut haben. Alles Unnütze haben sie aussortiert und hinter sich gelassen. So haben sie Platz geschaffen für Neues.

Dort aber, wo jemand nicht loslassen oder aufräumen kann, ist kein Platz für Neues, Aufregendes, für neue Erkenntnisse, neue Herausforderungen, neue Erfolge.

Denn sein Herz, sein Gehirn und seine Seele sind bis unters Dach vollgestopft mit alten Ressentiments, Vorwürfen, Selbstvorwürfen, Schuldgefühlen und Schuldzuweisungen. Kein Platz mehr für Neues, Aufregendes, für neue Chancen!

SELBSTFINDUNG

Selbstfindung ist der nächste Schritt auf diesem Weg in eine erfüllte Zukunft und auch auf dem Weg zu sich selbst. Die Frage: „Wer bin ich und wo stehe ich?“ hilft, sich zu sortieren und seinen Standort im Leben zu definieren. Es ist unerlässlich, sich seiner selbst wieder bewusst zu werden, sein Selbst-Bewusstsein wieder zu entdecken, seine empfindsame, hungernde Seele wieder zu spüren, seine Bedürfnisse und seine Bedürftigkeit wieder wahrzunehmen. Das sind Erfahrungen, die manchen an seine Grenzen bringen.

Das war vorher im Leben nicht gefordert, war nicht Teil der Lebensroutine. Und wurde auch geflissentlich umschifft. Denn sonst hätte man sich ja schon viel eher diversen Defiziten in seinem Leben stellen müssen.

Hier sollte man sich professionelle Hilfe holen, nicht alles mit sich selbst ausmachen. Der Profi wird Sie mit Ihrer tatkräftigen Unterstützung in Form einer engen und schonungslosen Zusammenarbeit bald auf den richtigen Weg bringen. Danach können Sie diesen Weg dann meist alleine gehen. Und je länger Sie auf ihm unterwegs sind, desto interessanter wird das, was Sie so rechts und links des Weges wahrnehmen und erleben.

BEFREIEN SIE SICH VOM PERFEKTIONSWAHN

Wir alle unterliegen in unserer heutigen schnelllebigen Zeit diversen Wahnvorstellungen. Wir müssen alle wahnsinnig perfekt sein, wahnsinnig gut drauf, wahnsinnig nett zu allen Leuten sein, wahnsinnig gut funktionieren, wahnsinnig effizient und erfolgreich sein. Glauben wir zumindest, und so wird es uns auch im täglichen Leben, besonders in der Werbung, vorgemacht.

Neben dem Perfektionswahn begegnen wir noch an allen Ecken dem Größenwahn, dem Narzissmus und damit einhergehend auch diversen Süchten, um unsere Wahnvorstellungen aufrechterhalten zu können.

Das muss doch langfristig negative Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele haben. Das macht auf Dauer krank. Nicht nur körperlich. Und ein kranker, angeschlagener Mensch ist sehr anfällig für Burnout, Mobbing oder Depressionen.

BEFREIUNG VON ZWISCHENMENSCHLICHEN VERSTRICKUNGEN

Wie sollen wir uns mit Leichtigkeit durchs Leben bewegen, wenn wir uns – im wahrsten Sinne des Wortes – komplett verstrickt haben? Wenn dicke, emotional behaftete Ketten an unseren Händen und Füßen hängen, wenn Körper und Geist, und damit meist auch die Seele, eingeschnürt sind wie ein Paket?

Dann können wir nur noch hilflos zappeln und müssen uns damit abfinden, nur ein sehr begrenztes Bewegungspotenzial zu haben. Wir müssen unsere Empfindungen beherrschen, unser Blickfeld ist deutlich eingeschränkt und unser freier Wille nutzt uns gar nichts, wenn wir uns bei all den einengenden Stricken und Ketten nicht bewegen können. Die Folge davon ist: wir werden starr, versteifen, unser lebendiger Geist verkümmert und unsere Seele verlernt das fröhliche Schwingen.

Das alles und noch mehr nehmen wir für gewöhnlich aber hin, um unsere Konventionen und Regeln zu erfüllen und somit unsere vermeintliche Ruhe zu haben. Denn nur so sind wir wertvoll und damit liebenswert, denken wir und viele andere! Ansonsten gelten wir als unangepasst, ecken an und werden womöglich geschnitten.

DIE ANGEBORENE NEUGIER BEWAHREN

Mit der Einschränkung der Bewegungsfreiheit und des freien Blicks über die vollen 360 Grad geht meist auch unsere angeborene Neugier verloren. Wenn wir uns unseren von außen aufgedrückten Beschränkungen bereitwillig ergeben haben und sie akzeptieren, geht auch jede Motivation, jede Neugier auf das, was das Leben alles noch so zu bieten hat, flöten.

Wir richten uns notgedrungen in unserem beschränkten Leben ein und schauen manchmal nicht einmal mehr über den Tellerrand. Alles viel zu anstrengend! Es könnte ja außerdem auch noch gefährlich werden! Wir könnten ja ganz neue Erkenntnisse sammeln, auf ganz neue Ideen kommen, die uns dann in Zugzwang bringen.

Und was ist es, was ein Mensch am Ende seines Lebens am meisten bereut? Genau! All die Dinge, die er eigentlich gerne getan hätte, aber nicht getan hat.

So viele vertane Chancen, so viele verpasste Gelegenheiten! So viel nicht gelebtes Leben, so viele vergeudete Lebensjahre! Und das alles, die ganze Reue nur deshalb, weil er seine Ketten zeitlebens nicht gesprengt hat. Weil er lieber in seinen Verstrickungen verhaftet blieb; da war es zwar eng, aber bequem und sehr überschaubar.

Und nun ist es unwiederbringlich zu spät und man bereut. Es sei denn, man ist so relaxt, dass man locker auf sein nächstes Leben mit all seinen Chancen warten kann. Aber das ist sicher nicht jedermanns Sache.

TRÄUMEN ODER MACHEN

Träumen oder Machen, das ist allein unsere eigene Entscheidung. Jeder von uns hat einen Auftrag mitbekommen, den er hier auf der Erde möglichst erfüllen sollte. Niemand kommt auf die Welt, um sich von den Stürmen des Lebens herumwirbeln zu lassen, wie ein taumelndes Blatt. Einige metaphysisch bewanderte Menschen behaupten sogar, dass sich die Seele vor der Geburt ihre Eltern ganz bewusst aussucht.

Das ist nicht bewiesen und wir lassen es einmal so stehen.

Fakt ist: Der Mensch, wenn er einmal auf der Erde ist, kann sich zwischen Träumen und Machen entscheiden.

Wobei Machen ganz klar die anstrengendere Variante ist. Aber auch die, die uns am Ende eine tiefe Befriedigung beschert. Und das Gefühl, unser kostbares Leben nicht verschwendet zu haben.

Wir sind die Summe all unserer Erfahrungen. Wie wollen wir ein ganzer Mensch werden, wenn wir in unseren Verstrickungen verharren, den ausgetretenen Pfaden folgen, die uns nirgendwohin bringen, und mit schwerem Gepäck immer wieder nach Atem ringend auf unserem Weg stehen bleiben müssen?

Suchen, forschen und gewinnen sind die Zauberworte auf dem Weg in ein erfülltes Leben. Nur durch stete Arbeit an sich selbst, durch Experimentierfreudigkeit und durch den Willen zum Wandel kann der Mensch am Ende seines Lebens zufrieden gehen. Und das bedeutet: Arbeit, Arbeit, Arbeit!

Eines möchte ich jedoch ganz klarstellen: neben der Arbeit an sich selbst und der Arbeit auf die Lebensziele hin, darf die Freude am Leben natürlich keinesfalls zu kurz kommen!

ZULASSEN und AKZEPTIEREN

Genauso wichtig wie das Loslassen ist jedoch auch das Zulassen. Manchmal verlangt das Leben von uns, dass wir eine Situation zulassen, sie akzeptieren, sie als gegeben hinnehmen – momentan.

Denn nichts bleibt statisch, alles ändert sich.

So auch eine bestimmte Situation, die wir im Moment nicht ändern können. Die uns vielleicht als Prüfung geschickt wurde, damit wir damit umgehen lernen. Viele Menschen neigen dann dazu, aus der Situation auszusteigen unter Verwendung aller möglichen Tricks oder unlauterer Methoden, oder gar mit aller Gewalt.

Das allerdings geht immer schief. Die dabei verschwendeten Energien könnten wir besser gewinnbringend in die Akzeptanz dieser Situation und die Reflektion über eine korrekte Lösung einfließen lassen.

DER NEUANFANG

Und zu guter Letzt – DER NEUANFANG: er lässt uns strahlend auferstehen wie Phönix aus der Asche. Wenn wir alle Ressentiments, allen Groll, alle Vorwürfe und auch unsere Selbstvorwürfe, alle negativen Gefühle losgelassen haben, können wir neu starten und uns mit leichtem Gepäck auf unseren Weg machen.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben." Aus dem Gedicht Stufen von Hermann Hesse.

Ein Neuanfang ist wie der Frühling: man fühlt sich frisch, kraftvoll, voller neuer Ideen, sehr neugierig auf das Leben und allem Positiven aufgeschlossen. Ein Neuanfang lässt uns den Kopf durch die verkrustete Decke der negativen Gefühle stecken, erst zögerlich, dann immer kräftiger und schneller, der Sonne entgegen. Ein Neuanfang ohne behindernde Altlasten lässt uns schnell und leichtfüßig voranschreiten und mit jeder neuen positiven Erfahrung, mit jeder neuen positiven Begegnung wachsen unser Selbstbewusstsein und unsere Freude am Leben.

Unsere Strategie auf dem Weg in ein erfülltes Leben:

So gehen wir vor, damit unser neues Vorhaben von Erfolg gekrönt wird.

Wir wagen die ersten Schritte!

Alle im vorherigen Kapitel kurz angerissenen Themen werde ich hier nun in aller Deutlichkeit und Tiefe beleuchten und erklären, da diese unerlässlich sind, um eine stabile Grundlage für alle weiteren Fortschritte auf Ihrem Weg zu errichten. All diese Punkte, von „LOSLASSEN“ bis „DER NEUANFANG“, dienen dazu, unser Selbstbild und unsere festgefahrenen Handlungsweisen zu hinterfragen. Sie halten uns den Spiegel vor, sie triggern uns an einigen Stellen vielleicht (gutes Zeichen!), sie lassen uns erkennen, warum wir manchmal in einer ganz bestimmten Art und Weise reagieren. Und sie öffnen uns die Augen dafür, was wir in unserem Leben weglassen oder ändern können.

Lesen Sie diese Themen bitte gründlich und hinterfragen Sie zu jedem Thema Ihre eigene Handlungsweise, Ihre eigenen Schemata, Ihre eigene Sicht auf die täglichen Herausforderungen. Und auch Ihre eigenen Lösungsversuche. Könnten Sie nicht, wenn Sie diese Punkte in sich aufgenommen und reflektiert haben, deutlich unbeschwerter leben und Ihre Herausforderungen mit mehr Leichtigkeit angehen? Könnten Sie nicht, wenn Ihnen manche dieser Themen den Spiegel vorgehalten haben, deutlich einfacher ein weitaus glücklicheres Leben führen? Könnten Sie nicht ohne allzu viel Ballast einfach fröhlich und frei Ihren Weg in ein strahlendes Leben gehen? Auf geht’s!

LOSLASSEN UND AUFRÄUMEN

Mehr Zeit haben zu leben, wer möchte das nicht? Besonders dann, wenn man die 40 bereits überschritten hat. Dann bekommt man langsam eine Ahnung davon, wie viele Jahre in etwa man noch hat, um all das zu tun, was man so gerne tun möchte, sich aber bisher nicht getraut hat. Oder wozu man vermeintlich nie Zeit hatte. Oder was man von Jahr zu Jahr immer wieder nach hinten verschoben hat, wobei man nun langsam ahnt, dass das mit dem Schieben irgendwann einmal ein natürliches Ende haben wird.

Mehr Zeit zur Verfügung haben im Alltag für sich selbst, für seine Liebsten, für einen kranken Angehörigen. Wenn da bloß nicht diese vielen störenden Faktoren wären … Diese vielen sinnlosen Verpflichtungen, die vielen Gedanken an vergangene Streits, die vielen Ressentiments, die auch gedanklich Raum einnehmen, die unzähligen Pflichten, die man sich „freiwillig“, weil man dann bei den anderen so gut dasteht, aufgebürdet hat. Die viele Vereinsarbeit, die frustrierenden und sinnlosen Kaffeekränzchen, bei denen sowieso nur über Abwesende gelästert wird, die Einladungen, zu denen man nur zähneknirschend hingeht, weil einem die Leute dort überhaupt nicht zusagen, die viele Lebenszeit, die man aus purer Gewohnheit in längst verblühte Freundschaften investiert. Und dann diese dauernden „Sonderaufgaben“, weil man mal wieder nicht NEIN sagen konnte und sich anschließend darüber furchtbar ärgert.

Herz, Kopf und Seele sind also bis unters Dach vollgestopft mit unnützen und schädlichen Dingen und der Körper zeigt es uns, indem er ab und an die reibungslose Funktion verweigert. Man wird dann krank, hat Schnupfen, Gliederschmerzen, Haarausfall, Kreislaufprobleme, Herzrhythmus-Störungen, Gastritis, „Rücken“ oder weitaus Schlimmeres. Der geplagte Mensch läuft dann zum Arzt, bekommt Hammer-Medikamente und glaubt, sobald er erneut im Hamsterrad rennen kann, dass er wieder gesund sei. Weit gefehlt! Es ist nur der alte Zustand wieder hergestellt.

Auf die Idee, diesen Kreislauf einmal zu durchbrechen, kommt man meist erst in einem gewissen Alter oder dann, wenn einen eine schlimme Krankheit zum Innehalten und Nachdenken zwingt.

Lassen Sie es nicht so weit kommen! Ziehen Sie die Reißleine frühzeitig genug!

Sie haben sich sicher schon einmal in einem Frust- oder Wutanfall an Ihrem Kleiderschrank oder Keller zu schaffen gemacht. Es wurde gesichtet, aussortiert und entsorgt, was das Zeug hielt. Und ach, tat das gut! Oder? Am Ende dieser Aktion waren Sie erleichtert, fühlten sich auch körperlich leichter, von Ballast befreit, waren stolz auf sich und ließen Ihren Blick zufrieden über die geniale Ordnung gleiten. Wie wohltuend kann Minimalismus sein! „Gut gemacht! Das war aber auch schon lange bitter nötig!“, sagten Sie sich und fühlten sich gut. Und genau so funktioniert das auch in Ihrem Leben.

Machen Sie sich eine erste To-Do-Liste, setzen Sie Prioritäten, etwa so:

-einfach öfter innehalten und tief durchatmen

-einfach öfter das tun, was mir gut tut

-einfach öfter mit den Menschen zusammen sein, die mir gut tun, mich inspirieren

-einfach öfter mal Nein sagen, wenn das Verlangte mir Unbehagen verursacht

-einfach öfter mal nicht die Probleme anderer lösen

-mich einfach öfter auf die Suche nach meinem Selbst machen

-einfach öfter auf meine Intuition hören

-einfach öfter ein entspannendes Bad nehmen, anstatt Spülmaschine ausräumen

-einfach öfter einen tollen, teuren Duft kaufen

-einfach öfter mal voll und ganz ich selbst sein

-einfach öfter mal wieder lachen und albern sein

Diese Liste kann natürlich nach den jeweiligen Bedürfnissen beliebig abgeändert und erweitert werden. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Und dann, mit der Zeit, das Wörtchen „öfter“ durch „ganz oft“ ersetzen und vielleicht später sogar all diese Dinge automatisch in Ihr Leben aufnehmen. Wie schön und befriedigend wäre doch eine Aussage wie: „Ich höre immer auf meine Intuition und kann mich voll und ganz auf sie verlassen!“ Oder: „Seit ich mich mit empathischen, positiven Menschen umgebe und häufig lache, ist mein Leben viel leichter geworden!“

Loslassen und Aufräumen gehen Hand in Hand. Nur wenn ich loslasse, habe ich beide Hände frei, kann die Ärmel hochkrempeln und mit dem Aufräumen anfangen.

Loslassen befreit also! Leichten Herzens machen wir uns so auf den Weg in die Fülle. Loslassen ist der erste Schritt auf unserem Weg in ein neues, glückliches Leben. Wenn wir all unsere Ressentiments, all unsere Verletzungen, all unseren Groll, all unsere Bitterkeit immer weiter durchs Leben schleppen, sind wir wie ein Wanderer, der sich einen überdimensional schweren Rucksack aufgebürdet hat. Und sich dann wundert, dass er kaum von der Stelle kommt.

Verzeihen, leichten Herzens voranschreiten, nach vorne schauen und neue Wege betreten …

Dazu gibt es viele Methoden, nicht nur fernöstliche, sondern auch westliche Techniken.

Wir können dem Wind nicht gebieten, aber wir können die Segel anders setzen und unserem Leben eine neue Richtung geben.

Lassen Sie sich diese Weisheit eines Unbekannten einmal durch den Kopf gehen und Raum in Ihrem Herzen einnehmen. Es bedeutet, dass wir nicht gegen das Leben ankämpfen können, ohne irgendwann erschöpft zusammenzubrechen; sondern dass wir uns ändern sollen, um so eine neue Richtung hin zu mehr Fülle einzuschlagen.

Viele Menschen, und es werden immer mehr, machen sich auf den Weg zu sich selbst. Einige vielleicht zunächst noch zaghaft, manch andere stehen schon mitten darauf und ihnen ist bereits die Richtung klar. Jeder befindet sich an einem anderen Punkt auf seinem Lebensweg, jeder geht die Schritte in seinem ureigenen Tempo und nie ist es zu spät.

Und auch Sie machen sich zumindest schon einmal Gedanken, wo das Leben Sie hinführen soll, sonst würden Sie sich nicht für dieses Buch interessieren.

Der erste Schritt initiiert den Beginn einer wunderbaren Reise.

Beim Loslassen geht es um die innere Freiheit, die geistig-seelische Freiheit. Es geht darum, all den Müll, der sich in vielen Jahren in unserer Seele und unserem Kopf angehäuft hat, über Bord zu werfen. Es geht auch um die Befreiung von äußeren Zwängen, die das Leben uns aufdrückt.

Wir haben uns eventuell bisher größtenteils „leben lassen“. Man hat uns gelebt, wir haben die vielfältigen Pflichten erfüllt, Kinder bekommen und erzogen, im Job unsere Pflicht getan und in der Ehe auch, in der wir oft viele Kompromisse eingegangen sind. Frauen häufiger als Männer. Und in diesem Hamsterrad, in dem wir uns mehr oder weniger freiwillig viele Jahre lang abgestrampelt haben, haben wir uns selbst verloren. Vor lauter Pflichterfüllung.

Wir haben den Kontakt zu unseren Bedürfnissen verloren und den Zugang zu unserer Seele. Oft haben wir auch völlig verlernt, dass wir überhaupt Bedürfnisse haben.

Es gilt, uns selbst wieder wahrzunehmen, uns und unsere Bedürfnisse wieder zu spüren und ernst zu nehmen. Das ist gar nicht so einfach nach vielen Jahren der „Selbstverleugnung“. Daran müssen wir arbeiten. Und erst, wenn wir in unserer Mitte angekommen sind, wenn wir uns unseres eigenen ICHs wieder selbst bewusst geworden sind, wenn wir uns wieder selbst lieben, dann können wir auch aus dem Vollen schöpfen und geben.

SELBSTFINDUNG

Selbstfindung statt Selbstverleugnung. Das ist Teil unseres Programms auf dem Weg in ein erfüllteres Leben. Es ist eine Reise, an deren Ende die Befreiung von Angst und Selbstzweifeln, von Depressionen und Gefühlen des Mangels und der Minderwertigkeit stehen, die Disziplin und Eigenverantwortung bedeutet, aber zu mehr Lebenskraft und einem neuen Selbstbewusstsein führt.

„Bescheidenheit ist eine Zier …“ war noch vor nicht allzu langer Zeit ein gern benutztes geflügeltes Wort, das in der Kindererziehung nicht wegzudenken war und auch mir immer wieder eingetrichtert wurde. Mit Erfolg! Besonders Mädchen haben sich diesen Schuh willig und nachhaltig angezogen. Mit dem Ergebnis, dass sie sich selbst und ihre Bedürfnisse als Erwachsene nicht ernst genommen haben, deshalb von ihrer Umwelt auch nicht ernst genommen wurden.

Sich zurücknehmen, immer den anderen den Vortritt lassen, zurückstecken statt Kompromisse aushandeln, seine Bedürfnisse immer hinten anstellen oder gar ganz verleugnen, das ist vielen Menschen, gerade Frauen, in Fleisch und Blut übergegangen. Es ist zur Routine geworden und der Mensch merkt überhaupt nicht, dass er seelisch dabei verhungert.

„… doch besser geht es ohne ihr“ sollte von nun an Ihr Motto sein. Das impliziert keinesfalls, dass Sie nun zum Egoisten oder Narzissten mutieren sollen! Im Gegenteil: Wenn Sie sich selbst gefunden haben, wenn Sie in Ihrer Mitte ruhen und sich Ihrer selbst bewusst sind (ein gesundes Selbstbewusstsein haben), können Sie leichter auch einmal „Fünfe gerade sein lassen“ und nachgeben, ohne sich anschließend über Ihr eigenes Unvermögen zu ärgern.

Selbstfindung setzt Selbsterkenntnis voraus: Erst wenn man weiß, wer man eigentlich ist, wird man auch in der Lage sein, wieder zu sich selbst zu finden.

Selbsterkenntnis ist ein langer Prozess, der Arbeit macht. Sie kann auch öfter schmerzhaft sein. Aber sie lohnt sich allemal, wenn etwas nicht mehr „rund läuft“ in unserem Leben. Vor allen Dingen müssen wir aufhören, uns überkritisch zu beobachten oder gar zu verurteilen. Denn nur, wenn wir uns mit liebevollem Herzen betrachten, müssen wir uns nicht vor uns selbst verstecken, kann das „sich Erkennen“ funktionieren. Nur, wenn wir uns selbst mit allen Ecken und Kanten akzeptieren und liebevoll zu uns „ja“ sagen, können wir etwas verändern.

Jeder Mensch strebt nach Anerkennung, Liebe, Geborgenheit, Glück. Und dafür tut Mann oder Frau einiges (Kinder übrigens auch), bis hin zur totalen Aufgabe des Selbst. Viele Menschen „performen“ heute nur noch. Am auffälligsten profitiert davon die Kosmetikindustrie. Frauen schminken sich nach einem bestimmten Vorbild, färben sich die Haare und geben ihrem Gesicht einen anderen Ausdruck durch einen veränderten Brauenschwung. Das tägliche Leben ist eine Bühne und wir sind die Darsteller, wir folgen dem Mainstream, klappen unsere Ecken und Kanten ein, um ja nirgendwo „anzuecken“, auch wenn es in uns ganz anders aussehen mag.

Wir tragen unsere Mähne leuchtend rot, um endlich auch einmal „gesehen“ zu werden, weil wir eigentlich wahnsinnig schüchtern sind und Probleme haben, Kontakte zu knüpfen. Aber mit den Haaren und der eingefärbten Botschaft darin geht es schon ein bisschen leichter.

Eine ältere Frau geht nur in Miniröcken und Highheels aus dem Haus und möchte so signalisieren: Seht her, ich bin noch fruchtbar und gehöre nicht zum alten Eisen. Man schaue mich an, so wie man das früher getan hat! Ich bin noch wer und somit noch etwas wert!

Ein älterer Herr fährt stolz im Porsche-Cabriolet die Prachtstraße auf und ab, einen Reklamesticker seines Golfclubs und seiner Lieblingsinsel auf dem Heck und signalisiert: Hallo, ich bin noch potent, seht her, ich bin attraktiv, immer noch sexy und noch lange nicht abgeschrieben!

Wer auf diese Äußerlichkeiten setzt, hat keine Zeit für Selbstreflektion und Selbsterkenntnis, und dem ist folglich auch die Selbstfindung versagt.

Aber Glück ist eine Entscheidung und wir schaffen uns unsere Zukunft im Heute!

Wie können wir uns denn nun ein bisschen besser kennenlernen? Zunächst sollten wir ein natürliches Fluchtverhalten unterbinden. Wir müssen bereit sein, uns selbst in die Augen und damit in unsere Seele zu schauen. Das müssen wir aushalten (können). Flucht in Süchte jeder Art bringt uns nicht weiter. Nebelkerzen werfen durch Alkohol, immer neue Freundinnen oder Lover zur Selbstbestätigung, exzessive Essgenüsse, Fernsehsucht, Internetsucht etc. zeigen uns unsere Fluchttendenzen auf. Wir können auch auswandern bis an die Polgrenzen: Unsere Probleme wandern immer mit uns und bleiben uns erhalten. Manchmal sind sie sogar schon vor uns am neuen Ort!

Das Gesetz der Anziehung sagt viel über uns aus. So, wie wir im Inneren sind, denken und handeln, so zeigt sich uns auch die Außenwelt. Aber hat diese Person, die da handelt und agiert, wirklich etwas mit meinem wahren ICH zu tun? Oder ist diese Person nur das Produkt der jahrelangen Aktionen und Reaktionen, der jahrelangen Tretmühle und des jahrelangen Drucks durch unsere Gesellschaft?

Um an unser wahres ICH zu kommen, braucht es etwas mehr. Nehmen wir uns doch Zeit für uns selbst (ja, das ist purer Luxus), suchen wir uns einen Ort der Stille, einen Kraftort wie ein Kloster oder eine Kathedrale, besuchen wir ein Schweige-Seminar, durch das wir auf uns selbst zurückgeworfen sind, gehen wir oft in die Natur oder beginnen wir, unter Anleitung zu meditieren.

Langsam werden wir so eine Ahnung von uns selbst bekommen und feststellen, dass ganz tief unter unserer äußeren Schale eine sehr liebenswerte, mitfühlende, wahrheitsliebende, kraftvolle, reine und wissende Seele liegt, unser wahres ICH … bar aller Attitüden, Masken, Selbstdarstellungen und mainstream-konformen Verhaltensweisen. Und wenn wir das erkannt haben, können wir uns auf den Weg zurück zu uns selbst machen, uns selbst wieder „finden“ und als „ICH SELBST“ ein authentisches Leben führen. In uns ruhend, zentriert, kraftvoll und selbstbewusst.

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Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
16 ekim 2024
Hacim:
141 s. 3 illüstrasyon
ISBN:
9783948849016
Telif hakkı:
Bookwire
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