Kitabı oku: «Den Vikens hingegeben»
Den Vikens hingegeben
Interstellare Bräute® Programm: Band 7
Grace Goodwin

Inhalt
Willkommensgeschenk!
Interstellare Bräute® Programm
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Epilog
Willkommensgeschenk!
Interstellare Bräute® Programm
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Über Die Autorin
Den Vikens hingegeben Copyright © 2018 durch Grace Goodwin
Interstellar Brides® ist ein eingetragenes Markenzeichen
von KSA Publishing Consultants Inc.
Alle Rechte vorbehalten. Dieses Buch darf ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis des Autors weder ganz noch teilweise in jedweder Form und durch jedwede Mittel elektronisch, digital oder mechanisch reproduziert oder übermittelt werden, einschließlich durch Fotokopie, Aufzeichnung, Scannen oder über jegliche Form von Datenspeicherungs- und -abrufsystem.
Coverdesign: Copyright 2020 durch Grace Goodwin, Autor
Bildnachweis: Deposit Photos: magann; Period Images
Anmerkung des Verlags:
Dieses Buch ist für volljährige Leser geschrieben. Das Buch kann eindeutige sexuelle Inhalte enthalten. In diesem Buch vorkommende sexuelle Aktivitäten sind reine Fantasien, geschrieben für erwachsene Leser, und die Aktivitäten oder Risiken, an denen die fiktiven Figuren im Rahmen der Geschichte teilnehmen, werden vom Autor und vom Verlag weder unterstützt noch ermutigt.
Willkommensgeschenk!
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Interstellare Bräute® Programm
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1

Sophia
Seine Hände waren so geschickt, streichelten mich überall. Ich lag auf einem weichen Bett, der Mann neben mir. Ich konnte jeden harten Zentimeter seines Körpers spüren, als er sich seitlich an mich presste, während er mich mit zarten Fingerspitzen erlernte. Sie glitten gekonnt über meine bloße Haut, brachten mich zum Zittern, zum Keuchen, zum Hungern nach mehr. Doch seine Hände hielten nicht still.
Meine Augen waren geschlossen, und ich schwelgte einfach nur in dem Gefühl. Als ich mehr wollte, fing er an, mich mit seiner anderen Hand zu berühren. Eine an meiner Brust, die andere glitt über die Kringel zwischen meinen Schenkeln.
„Öffne dich für mich.“
Ich zögerte nicht, seiner heiser gehauchten Anweisung nachzukommen, und öffnete willig die Beine. Seine Finger glitten über meine nassen Furchen und spielten mit der begierigen Knospe.
Der Laut, der über meine Lippen kam, war halb Stöhnen, halb Keuchen. Meine Erregung, die inzwischen schon hoch angestiegen war, loderte auf wie ein Zündholz auf trockenstem Zunder. Und als ein Finger sich tief in mich bohrte, streckte ich den Rücken durch und schrie auf.
„Ja!“
„Es gefällt dir, gefüllt zu sein, nicht wahr?“, fragte er.
Ich nickte in das weiche Kissen.
„Willst du meinen Schwanz?“
Wollte ich das? Wollte ich, dass der einzelne Finger, der sich tief in mir krümmte und mich streichelte, von seinem Schwanz ersetzt würde?
„Ja“, hauchte ich.
Er nahm meine Hand in seine und legte sie an seinen harten Schaft. Ich legte die Finger um ihn herum, konnte aber meine Hand nicht ganz schließen. Während ich am samtigen Schaft hoch und nieder rieb, spürte ich etwas Feuchtes auf meine Haut fließen. Der Kontakt war heiß, beinahe brennend, und ich lockerte meine Finger.
„Hab keine Angst.“ Seine Hand legte sich über meine und er begann, sich selbst zu streicheln, mir zu zeigen, wie er es gerne hatte. Er ließ mich nicht los.
„Mein Samen. Du spürst sie, seine Kraft, die in deine Haut einzieht?“
Meine Handfläche war schlüpfrig von seiner Essenz. Sie war so heiß, beinahe brennend, aber es fühlte sich gut an. Zu gut. Ich war bereit, zu kommen, und er hatte mich kaum berührt.
„Du gehörst nun mir. Dein Körper weiß das, erkennt meinen Samen. Begehrt ihn. Braucht ihn.“
„Ja“, wiederholte ich. Ich konnte es nicht leugnen. Obwohl es eigenartig schien, dass ich so intensiv auf den Kontakt mit seinem Lusttropfen reagierte, würde ich das nicht hinterfragen. Es fühlte sich viel zu gut an, was er mit mir anstellte.
„Sie ist bereit für uns“, sprach eine zweite Männerstimme.
Ich drehte den Kopf herum, öffnete die Augen, aber es war zu dunkel, um viel mehr als Silhouetten zu erkennen. Zwei Männer ragten über mir auf, und als ich eine weitere Hand an meinem Körper spüren konnte, wusste ich, dass beide mich berührten.
Ich wollte mich bewegen, fragen, warum zwei Männer mit mir im Bett waren, als der zweite Mann meine Hand in seine nahm und sie ebenfalls direkt zu seinem Schwanz führte. Sobald ich auch ihn fest umschlossen hatte, ließ er mich los und fing an, mich zu berühren.
Zwei Schwänze! So groß und dick, heiß und hart. Ich spürte, wie die Hitze vom Lusttropfen des zweiten Mannes meine Finger benetzte, in meine Haut einzog. Ich keuchte auf, während mein gesamter Körper sich erhitzte, mein Blut dickflüssig wurde, meine Haut schweißbedeckt.
„Wir werden dich beide ficken.“ Die Stimme des zweiten Mannes war tiefer, langsamer.
„Und was ist mit mir?“ Nein, dies war nicht der erste Mann, nicht einmal der zweite. Es war ein weiterer Mann. Ein dritter!
Drei? Ich schnappte nach Luft, völlig überwältigt. Ich hätte ihre Schwänze nicht loslassen können, selbst wenn ich wollte—mein Verlangen, ihren Lusttropfen zu spüren, war unwiderstehlich intensiv. Er war wie eine Droge, machte mich wild und gierig. Ich wand mich unter ihren Händen und schrie auf, als der Finger, der in meiner Pussy hin und her glitt und nachahmte, wie ich so verzweifelt gerne gefickt werden wollte, herausgezogen wurde.
Ich spürte Hände auf meinen Schenkeln, die sie weit auseinander drückten, spürte die breite Krone eines Schwanzes über meine Furchen streifen. Es war der des dritten Mannes, denn die der beiden anderen streichelte ich nach wie vor.
„Wir sind zu dritt, Gefährtin.“ Der dritte Mann hielt sich nicht lange auf, sondern versenkte sich langsam in mir, dehnte mich weit auf und füllte mich. Tiefer und tiefer drang er vor, bis ich spüren konnte, wie seine Eier gegen meinen Hintern stupsten, wie seine Hüften sich an meine pressten.
Ich stöhnte, denn einen Schwanz wie seinen hatte ich noch nie zuvor in mir aufgenommen. Er hielt still, tief in mir vergraben.
„Ich brauche...bitte...beweg dich!“, schrie ich.
„Unsere Gefährtin kommandiert gerne herum. Selbst, wenn sie auf meinem Schwanz aufgespießt ist, gibt sie Befehle.“
Der Mann sprach mit den anderen beiden, nicht mit mir.
„Wir werden dich schon so ficken, wie du es braucht“, antwortete er.
„Was ich brauche, ist, dass du dich bewegst.“
Er stieß ein leises Lachen aus. Ich konnte es in seinem Körper spüren, wo er mit meinem verbunden war.
„Die Kraft des Samens ist stark, von drei Männern.“ Das war die Stimme des ersten Mannes. Es war das Einzige, woran ich sie im Dunkeln unterscheiden konnte. Ich fühlte mich, als wäre ich in einem Porno, denn ich hatte unmöglich große Schwänze in meinen Händen und einen weiteren tief in mir. Und ich wollte es so. Bettelte sogar danach.
Der dritte Mann zog seinen Schwanz zurück, bis nur noch die Spitze in mir war, bevor er sich tief in mich stieß. Ich legte den Kopf in den Nacken und schrie auf, als er begann, sich zu bewegen.
„Wir werden nicht lange durchhalten, Gefährtin. Keiner von uns. Wir werden dir unseren Samen schenken, dafür sorgen, dass du dich nach uns verzehrst. Uns brauchst. Unsere Schwänze genau so sehr brauchst, wie wir dich brauchen.“
Ich konnte nichts anderes tun, als die beiden Schwänze in meinen Händen zu reiben, während der, der mich fickte, mich im Bett festgenagelt hatte.
„Ich komme gleich.“ Es war das tiefe Knurren des zweiten Mannes. Ich konnte spüren, wie er in meiner Hand anschwoll, bevor ich heiße Samenspritzer auf meinem Bauch und meinen Brüsten landen spürte.
Vielleicht war es das Wissen, dass ich ihn so gut gerieben hatte, dass er sich nicht zurückhalten konnte. Vielleicht die Tatsache, dass ein Mann mich fickte, während ein zweiter über mir kam. Jedenfalls kam ich auch. Heftig. Ich schrie und gab mich der Lust hin, die all das in mir hervorrief. Ich konnte das Knurren des ersten Mannes kaum hören, aber spürte, wie sein Samen auf meinen Körper traf. Während das schimmernde Gefühl des Orgasmus langsam abklang, bewegten sich ihre Hände über meinen Körper, rieben ihren Samen ein. Es hätte sich seltsam anfühlen sollen, so mit dieser klebrigen Substanz überzogen zu werden, aber sie erhitzte meine Haut, wo immer sie mich berührte. Meine Nippel wurden hart, und ich krampfte mich um den Schwanz herum zusammen, der mich mit wilder Hingabe fickte.
„Sie ist so eng, ich kann nicht länger.“
Sein Körper über mir wurde starr, und er schrie auf und pumpte seinen Samen in mich. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich spüren könnte, wie ein Mann sich in mir ergoss, aber bei ihm war es heiß und reichlich, benetzte meine Wände, lief um seinen dicken Schwanz herum aus mir heraus. Ich kam noch einmal, meine Not zu groß.
„So ein braves Mädchen. Du gehörst uns. Du gehörst uns allen. Unser Samen ist auf dir. In dir. Es gibt kein Zurück. Du wirst uns auf ewig begehren, so wie wir dich.“
„Ja. Nochmal. Mehr, bitte.“ Ich hatte vergessen, dass ich ihre Schwänze immer noch festhielt. Sie waren beide noch genauso dick und hart, als wären sie nicht gerade gekommen. Sie bewegten sich, und ihre Schwänze glitten mir aus den Fingern.
Der Mann hinter mir zog sich heraus.
„Mehr“, bettelte ich.
Ich spürte, wie sie auf dem Bett die Positionen wechselten, sodass ein anderer Mann zwischen meinen Beinen war. Ich wurde auf den Bauch herumgedreht, und eine Hand legte sich um meine Hüften und zog mich rückwärts auf den Schwanz des nächsten Mannes zu.
„Ja, mehr“, sagte die tiefe Stimme. „Immer doch.“
Ich wimmerte, als er mich ausfüllte, klappte zusammen, als mein Körper von einem weiteren Orgasmus durchgerüttelt wurde und meine Pussy um seinen Schwanz herum pulsierte.
„Miss Antonelli!“
Eine Frauenstimme. Verwirrt klammerte ich mich an der Lust fest, während die Nachbeben des Orgasmus mich schüttelten und stöhnen ließen. Und dieser riesige Schwanz fickte mich, füllte mich, dehnte mich unbarmherzig aus.
Gott, ich wollte mehr, aber das Gefühl verflüchtigte sich, egal, wie stark ich daran festhielt.
„Miss Antonelli, geht es Ihnen gut?“
Meine Augen flatterten und öffneten sich, und ich sah ein vertrautes Gesicht über mir. Es war keiner der Männer, die mit mir im Bett gewesen waren. Es war eine Frau, und zwar eine, die ich nur zu gut kannte. Ihr Gesicht war hübsch, aber streng, als würde sie ihren Job äußerst ernst nehmen. Aufseherin Egara. Die Frau, die für die arbeitete. Für die außerirdischen Rassen, die behaupteten, unseren Planeten vor irgendeiner schrecklichen Horde von Kreaturen zu beschützen. „Aufseherin Egara?“
„Sie haben geschrien. Tut Ihnen etwas weh?“
„Ich...Sie haben mich schreien gehört?“ Gott, ich war so heftig gekommen, dass ich geschrien hatte? Wer hatte sonst noch mitangehört, wie ich die Beherrschung verloren hatte?
Sie nickte, aber schwieg.
„Tut mir leid.“ Ich blickte mich um und fragte mich, wie dünn die Wände an diesem Ort wohl waren. Das Zimmer sah aus wie eine Arztpraxis, mit weißen Wänden und klinisch aussehenden Möbelstücken. Nicht besonders einladend.
Natürlich hielt sich hier niemand lange auf. Die Bräute und Soldaten wurden in verschiedenen Bereichen des Gebäudes abgefertigt. Also konnte es gut sein, dass ein ganzes Geschwader von Soldaten auf der anderen Seite dieser Wand war und mitanhören konnte, wie ich einen Orgasmus auf irgendeinem Alienschwanz gehabt hatte. Wer hatte mich noch schreien gehört? Womöglich das ganze Gebäude. Die kribbelnden Nachwirkungen des Orgasmus pulsierten noch durch meinen Körper. Meine Mitte zog sich zusammen, sehnte sich danach, dass der harte Schwanz des Mannes mich noch einmal füllte. Meine Nippel waren hart, und meine Haut war schweißgebadet.
Ich war hier, um über irgendein High-Tech-Programm meinem perfekten Alien-Gefährten zugewiesen zu werden. Aber das hatte sich nicht gerade wie ein Test angefühlt. Nein, das hatte sich eher angefühlt, als wäre ich mitten in einen Live-Stream eines nicht jugendfreien Films geworfen worden.
„War das der Test, das Zuweisungs-Protokoll, von dem ich gelesen habe?“
Aufseherin Egara zog beide Augenbrauen hoch, und ein leichtes Grinsen hob ihren rechten Mundwinkel an. „Ja.“
„Was für ein Test war das denn?“, fragte ich.
Sie blickte prüfend an mir hoch und runter, als würde sie immer noch über mein Wohlbefinden besorgt sein. Aber meine Frage schien sie zu beruhigen, und die tiefe Furche zwischen ihren Augenbrauen entspannte sich. „Intensiv, nicht wahr?“
Das war nicht das einzige Wort, das ich benutzen würde. Unglaublich. Berauschend. Überwältigend.
Ich nickte und leckte mir über die Lippen. Meine Hände waren am Untersuchungsstuhl festgeschnallt, und ich trug das hässlichste Krankenhemd, das der weiblichen Figur je angetan worden war. Dunkelgrau und übersät mit kleinen Logos des Interstellaren Bräute-Programms. Ich fühlte mich eher wie auf der Psychiatrie, nicht wie in einer außerirdischen Partnervermittlung.
Meine Nase beschloss, genau in diesem Moment zu jucken, und ich seufzte und gab mich damit zufrieden, mit dem Gesicht zu zucken, um das Gefühl loszuwerden. Ich war nicht überrascht über die dicken Fesseln an meinen Hand- und Fußgelenken. Ich hatte mich sogar schon ziemlich an sie gewöhnt, denn ich war in den letzten paar Monaten oft genug in Handschellen gewesen.
Ich lehnte mich in den geschwungenen Stuhl zurück, starrte an die Decke und versuchte, mich zu orientieren. Dieser Traum, mein Gott, es musste ein Traum gewesen sein, war das unglaublichste Erlebnis der Welt gewesen. Es war der beste Traum, den ich seit meiner Festnahme gehabt hatte. Genau gesagt war es mein einziger Traum gewesen. Alpträume hatte ich aber ständig gehabt, immer dann, wenn ich es wagte, meine Augen zu schließen und zu versuchen, mich auszuruhen.
„Ist der Test abgeschlossen?“, fragte ich. Wenn sie das nochmal tun musste, hätte ich nichts dagegen.
Ich rollte den Kopf zur Seite und sah zu, wie sie ihre Finger über ein kleines Tablet flitzen ließ, das sie in der Hand hielt. „Ja, der Test ist abgeschlossen.“
„Also bin ich zugeordnet worden?“
Sie blickte hoch, lächelte mich kurz an und blickte dann wieder auf ihr Tablet hinunter. „Ja. Nach Viken.“
Viken. Ich hatte schon von dem kleinen Planeten gehört, der Teil der Interstellaren Koalition war, aber das war‘s auch schon. Die Erde war noch nicht so lange dabei, und ich war zu sehr mit Gerichtsverhandlungen und Überleben beschäftigt gewesen, um Zeit darauf zu verschwenden, mich über außerirdische Zivilisationen zu informieren.
Sie ging zum kleinen Schreibtisch am anderen Ende des Untersuchungszimmers und setzte sich. „Ich muss Ihnen ein paar weitere Fragen stellen, um Ihre Abfertigung abzuschließen. Nennen Sie bitte Ihren Namen fürs Protokoll.“
„Sophia Antonelli.“
„Und das Verbrechen, für das Sie verurteilt wurden?“
„Betrug. Geldwäsche. Fälschung. Illegaler Warentransport über Staatsgrenzen. Schmuggel.“ Es gab noch ein paar weitere, kleinere Delikte, aber das deckte die Einkaufsliste so ziemlich ab. „Reicht das?“
„Ja, das genügt.“ Aufseherin Egaras Finger flitzten über ihr Tablet, und sie fuhr fort. „Sind Sie derzeit, oder waren Sie jemals, verheiratet?“
„Nein.“ Ich war mit meinem Job verheiratet gewesen, nicht mit einem Mann. Ich war Kunsthändlerin gewesen, nichts Exotisches. Himmel, was gibt es Harmloseres als ein Kunstgeschichte-Studium? Aber sieh an, was es mir eingebrockt hatte. Gefängnis, wo die einzige Chance, den langen, elenden Jahren im Bau zu entkommen, eine freiwillige Meldung als Alien-Braut gewesen war.
„Haben Sie je biologischen Nachwuchs hervorgebracht?“
„Nein.“ Zum schwanger werden musste man Sex haben, und ich befand mich seit zwei Jahren auf einer Durststrecke.
„Fürs Protokoll, Miss Antonelli, als in Frage kommendes, fruchtbares Weibchen in den besten Jahren hatten Sie zwei Auswahlmöglichkeiten, um ihre Strafe von fünfundzwanzig Jahren abzudienen, entweder in der Carswell-Strafanstalt in Fort Worth, Texas.“
„Nein danke.“ Gefängnis-Orange war nicht meine Farbe.
Aufseherin Egara lächelte geduldig und fuhr mit monotoner Stimme fort, als würde sie die Worte vorlesen. „Oder sich freiwillig zum Interstellaren Bräute-Programm zu melden. Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass das System Sie erfolgreich auf jemanden abstimmen konnte und Sie auf einen Mitglieds-Planeten geschickt werden. Als Braut kann es sein, dass Sie nie mehr zur Erde zurückkehren, da die Reisebedingungen sich nach den Gesetzen und Bräuchen Ihres neuen Planeten richten und von dort bestimmt werden. Sie geben den Status als Erdenbürger auf und werden offiziell zu einer Bürgerin auf Ihrer neuen Welt.“
Darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Wie konnte ich denn keine Erdenbürgerin mehr sein? War das überhaupt möglich?
Mein Magen krampfte sich zusammen, als mir das volle Ausmaß meiner Entscheidung in die Knochen sickerte. Es gab jeden Tag eine kurze Zeitspanne, nicht mehr als ein paar Sekunden, bevor ich richtig wach war, in der ich vergessen hatte, was aus mir geworden war. Vergessen hatte, was die Corellis mir angetan hatten, und wie tief ich gesunken war.
„Ihre Verurteilungen bringen fünfundzwanzig Jahre Haft mit sich, und doch haben Sie sich dazu entschieden, ihre Strafe unter der Leitung des Interstellaren Bräute-Programmes abzudienen. Sie wurden einem Partner per Test-Protokoll zugeordnet und werden vom Planeten transportiert. Eine Rückkehr zur Erde ist nicht vorgesehen. Verstehen Sie das Ausmaß dieser Alternative?“
„Ja.“ Ich würde kein Jahr im Gefängnis überleben, geschweige denn zwei Jahrzehnte. Ich hatte sechs Monate gesessen, während ich auf die Verhandlung wartete, und schon das hatte sich angefühlt wie sechs Jahre. Jede Alternative war besser als eine Gefängniszelle. Ein Mann. Drei. Was soll‘s. Der wahre Preis war ein One-Way-Ticket ins Weltall. Ich würde genauso sein wie die Bräute, von denen ich in Geschichtsbüchern gelesen hatte—Katalogfrauen, die in den Wilden Westen geschickt worden waren. Ich würde eine große Abenteuerreise antreten und aufs Beste hoffen.
Nicht, dass ich eine Wahl hatte. Ich hatte keinen Grund, auf der Erde zu bleiben. Die Corelli-Familie hatte mein Lebenswerk und meinen guten Ruf ruiniert. Mein Geschäftsvermögen war beschlagnahmt worden. Ich hatte keinen Job, keine Beziehungen, kein Leben. Und genau genommen? Ich hatte die Verbrechen tatsächlich begangen. Ja, die Corellis hatten mich bedroht, mich schikaniert, aber ich hatte trotzdem die Wahl gehabt.
So sehr ich mir auch wünschte, dass ich den Handel mit Vincent Corelli nie eingegangen wäre, mit dessen Geld ich die teuren Krebsbehandlungen meiner Mutter bezahlen konnte, würde ich die gewonnene Zeit mit ihr gegen nichts tauschen wollen.
Ich würde es sofort wieder tun. Was machte es schon, dass ich seine Waren im Gegenzug in meinen Kunstlieferungen versteckt geschmuggelt hatte? Ich hatte niemandem wehgetan. Und als meine Mutter schließlich doch starb, war ich davon ausgegangen, dass meine Geschäfte mit der Mafia damit zu Ende waren.
Das war nicht der Fall gewesen. Vincent Corelli war nicht erpicht darauf gewesen, eine verlässliche Schlepperin aufzugeben. Er hatte folglich angefangen, mir zu drohen, dass er mich umbringen würde, und ich hatte ihn nicht auf die Probe gestellt. Bis ich mit einer Kiste voll Blut-Diamanten und Sturmgewehren erwischt worden war und im Knast landete.
Vincent Corelli kam nicht für mein Lösegeld auf, und ich habe ihn nicht beim FBI verpfiffen. Ich sagte niemandem, dass er mich erpresste. Ich hatte immer noch Familie da draußen. Die zwei Kinder meines Cousins waren noch nicht einmal fünf Jahre alt. Und ja, ich war in New York aufgewachsen. Ich wusste, wie der Hase lief.
Ich hielt den Mund, meine entfernte Verwandtschaft konnte in Ruhe weiterleben, und Corelli ließ mich verrecken.
Und so war mir nichts geblieben. Niemand. Meine Welt war zerstört. Also würde ich mir eine neue aufbauen. Auf Viken.
Sie tippte weiter auf ihrem Tablet herum und runzelte die Stirn. „Ihre Zuordnung ist nicht so stark, wie ich es gerne hätte.“
„Sie ist nicht stark? Was soll das heißen?“, fragte ich und rutschte im harten Stuhl herum. Ich fühlte mich wie beim Zahnarzt, nur dass mein nackter Hintern am verdammten Stuhl festklebte.
„Unsere Zuordnungen liegen in der Regel bei über neunundneunzig Prozent. Ihre liegt bei nur fünfundachtzig.“
Ich verzog ebenfalls das Gesicht. „Heißt das, dass ich nicht dorthin kann?“ Gefängnis? Wirklich? Und ich hatte mir gerade erst erfolgreich eingeredet, wie aufregend diese ganze Alienbraut-Sache sein würde.
Sie wischte noch ein paar Mal auf dem Bildschirm herum, dann stockte sie. „Interessant.“
Ich fing zu zittern an, als tausend Schmetterlinge in meinem Bauch zu tanzen begannen. Ich würde mich nicht wieder in diesen Gefängnisbus setzen, in Ketten gelegt und in einen grässlichen orangen Overall gezwängt. Das konnte ich nicht ertragen.
Sie sah mich wieder an und schenkte mir ein strahlendes Lächeln. „Es scheint, dass Sie drei Viken-Kriegern zugeordnet worden sind.“
Ich schluckte, dachte an den Traum. Drei Männer. Drei Händepaare. Drei Schwänze.
„Drei?“ Du liebe Scheiße. Drei? Was zum Geier sollte ich mit drei Männern anstellen?
Sie nickte. „Ihre Zuordnung ist niedriger als gewöhnlich, weil sie drei Gefährten haben. Ich würde meinen, fünfundachtzig ist recht bemerkenswert für drei.“ Sie legte den Kopf schief und betrachtete mich eingehend. „Sie scheinen nicht überrascht zu sein. Ich hatte angenommen, dass Sie schockiert sein würden.“
„Der Traum“, antwortete ich. Ich sagte nicht mehr als das, denn ich würde nicht wiedergeben, wie ich von einem Mann gefickt worden war, während ich zwei anderen einen abrieb.
„Es waren drei Männer in Ihrer Simulation? Interessant. Die letzte Erdenfrau, die auf Viken zugeordnet wurde, wurde ebenfalls drei Männern zugeordnet, jedoch waren das Drillinge und genetisch identisch. Möglich, dass Sie deren Vereinigungsritual miterlebt haben.“
„Wollen Sie mir damit sagen, dass das real war?“ Du liebe Scheiße. Ich wollte das in Echt erleben. Wenn ich von drei Männern so angefasst werden würde, machte es mir überhaupt nichts aus, nach Viken zu gehen. Ganz im Gegenteil, ich war aufbruchbereit.
„Ja. Das Erlebte war real, aber es war das aufgezeichnete neuronale Erleben einer anderen Person. Eines anderen Paares. Oder...ähm, einer Vierergruppe. Unter all den Simulationen, die im Zuge der Tests durch Ihr Gehirn blitzten, war diese die auf Sie zutreffende.“
Meine Nippel wurden zur Bestätigung hart bei der Erinnerung daran. Ja, das war eindeutig zutreffend.
„Es gibt hier eine Anmerkung.“ Ihre Stirn legte sich in Falten, während sie sie las. Als sie fertig war, hob sie ihren Blick zu mir hoch. „Jetzt ergibt alles einen Sinn. Es scheint, dass Viken ein brandneues Vereinigungsprotokoll für das Interstellare Bräute-Programm eingeführt hat. Da ihre Königin über das Programm gekommen war und ihre Zuordnung an die Drillinge so erfolgreich darin war, ihren Planeten zu vereinen, wurde die Regelung erlassen, dass auch andere Viken-Männer aus den drei verschiedenen Sektoren nun eine Gefährtin teilen.“ Sie winkte mit der Hand durch die Luft. „Ich bin sicher, sie werden Ihnen nach Ihrer Ankunft alles erklären.“
„Das ist alles?“, fragte ich, als sie sich erhob. „Ich...breche einfach so auf?“
„Sie haben recht. Eine letzte Frage gibt es noch. Akzeptieren Sie Ihr Testresultat?“
„Das tue ich.“
„Sophia Antonelli, hiermit sind Sie nicht länger Bürgerin der Erde, sondern von Viken. Alles Gute.“
Die Wand hinter mir öffnete sich, und ich sah ein sanftes blaues Schimmern. Mein Stuhl bewegte sich wie auf Rädern. Sie klopfte mir auf die Schulter, bevor ich durch die Wand glitt und in einen Behälter mit warmem Wasser getaucht wurde. Ich fühlte mich sofort beruhigt, von Schutz und Geborgenheit umgeben.
Mir machte nicht einmal das riesige nadelförmige Ding etwas aus, das von der Seite auf meinen Schädel zufuhr.
Ich verzog das Gesicht und wandte mich von dem seltsamen Roboterarm ab und zur Aufseherin zurück.
„Keine Sorge, meine Liebe. Das implantiert Ihnen nur Ihre NPU, damit Sie deren Sprache sprechen können.“
Blinzelnd und verwirrt zuckte ich zusammen, als es mich leicht schmerzend hinter meinem Ohr stach.
Verdammt. Das würde Spuren hinterlassen.
Aufseherin Egara lächelte und trat zurück, als die Wand sich wieder bewegte. Schon bald würde ich in diesem winzigen Zimmer eingeschlossen sein, in diesem blauen Wasser. Wollten die mich etwa ertränken?
Plötzlich in Panik, riss und zerrte ich an den Fesseln, während die Aufseherin weiter lächelte.
„Ihr Transport beginnt in drei...zwei...eins.“
Das blaue Wasser reichte mir bis ans Kinn, und alles wurde schwarz.
2

Erik, Planet Viken, Komplex der Vereinten Vikenstadt, Transportzentrum
Mein Herz klopfte vor Nervosität schneller, als mir lieb war, und ich blickte zu meinen zwei Waffenbrüdern. Gunnar, mit seinem schwarzen Haar und noch schwärzerem Herzen, stand schweigend und reglos wie eine Statue da, während wir auf die Ankunft unserer Gefährtin via Transport warteten. Er hatte geschworen, sie nicht zu lieben, aber Rolf und ich hätten das nicht von ihm verlangt.
„Wie lange müssen wir warten?“, schnauzte Gunnar den Viken-Krieger hinter der Transporteinheit an, jeder Muskel seines Körpers gereizt und angespannt.
„Für jemanden, der nicht an einer Gefährtin interessiert ist, bist du verdammt ungeduldig“, setzte ich entgegen. Während die anderen beiden in der Nähe des Transportbereiches standen, war ich an eine Wand gelehnt.
Gunnar warf mir über die Schulter einen vernichtenden Blick zu.
„Nicht mehr lange, mein Herr“, sagte der Mann an der Steuerung. „Das Transportsignal ist stark. Ihre Gefährtin sollte in den nächsten Minuten eintreffen.“
„Entspann dich, Gunnar“, sagte Rolf. Ihm gelang es immer, unseren Freund zu beruhigen. „Die Erde ist weit weg von hier. Sehr, sehr weit weg.“
Sie standen Schulter an Schulter. Neben Gunnars dunkler Erscheinung sah Rolf aus wie ein Leuchtfeuer. Ewig lächelnd, und unter der künstlichen Beleuchtung im Transportraum mit seinen blonden Haaren und leuchtend grünen Augen nahezu strahlend. Sein sorgloses Lächeln und sein natürlicher Charme waren uns über die Jahre hinweg immer wieder zugute gekommen. Beim Anblick von Gunnar liefen Frauen entweder davon oder fielen ihm wie Sklavinnen zu Füßen und warteten auf Anweisungen ihres Herrn und Meisters. Aber Rolf? Sie hingen an seinen Lippen, boten ihm freizügig alles. Sie verliebten sich in ihn so schnell und leicht, wie Regen vom Himmel fällt. Einer war hell, der andere dunkel.
Frauen lagen ihnen zu Füßen, aber keiner der Krieger konnte Liebe erwidern. Ich hatte ein Jahrzehnt lang im Hive-Krieg an ihrer Seite gekämpft. Wir hatten gemeinsam geblutet und getötet. Ich kannte diese Männer besser als mich selbst, und sie liebten nicht.
Ich ebensowenig. Wir alle waren gebrochen. Aber wenn die Königin, in deren Dienst man steht, und die Anführer, deren Schutz man sein Leben gewidmet hast, einen bitten, eine Gefährtin zu nehmen, um mitzuhelfen, die drei Sektoren zu vereinen, dann steht ein Abschlagen dieser Bitte nicht zur Verhandlung.
„Habt ihr beide euch ihr Profil angesehen?“, fragte ich. Vor weniger als einer Stunde waren die Informationen über unsere Gefährtin von der Erde zu uns übermittelt worden. Sophia. Wir kannten ihren Namen und wussten, dass sie eine Art Schmugglerin war, die auf ihrer Heimatwelt für dieses Verbrechen verurteilt worden war. Aber das war egal, denn wir Männer waren nicht perfekt. Wir hatten im Krieg getötet und Schlimmeres getan, und hatten gelernt, damit zu leben. Sophia versprach uns einen Neubeginn, ein frisches Kapitel in unserem düsteren Leben. Im Bericht stand, dass sie sechsundzwanzig Jahre alt war. Jung, aber reif. Ich hatte ihr Bild angestarrt, in Augen geblickt, die beinahe so dunkel waren wie Gunnars, und mein Schwanz war hart geworden. Es war unmöglich, sie nicht zu begehren, wenn man sich unsere Erdenschönheit ansah. Ich war verblüfft gewesen, dass eine außerirdische Frau meinen Schwanz regen konnte.
„Nicht nötig.“ Gunnar verschränkte die Arme vor der Brust.
Bei unserer ersten Begegnung vor vielen Jahren war er von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet gewesen, so wie alle Krieger aus Sektor Zwei. Die Sektor-Uniform war dem Weltraum-Tarnmuster der Koalitionsflotte gewichen. Viele Jahre später dienten wir nun, und trugen die Uniform der Vereinten Vikenstadt, der einzigen Bastion des Friedens auf unserem Planeten. Unserer Hauptstadt. Obwohl wir unter dem gleichen Befehlshaber dienten, trug er nun wieder schwarz, so wie ich braun und Rolf grün. Die Farbe jeder Uniform stand für den Sektor, in dem wir geboren wurden. Aber jeder von uns trug eine grellrote Schleife am Oberarm, die uns zu Brüdern machte. Rot für die Vereinte Vikenstadt, für unsere zukünftige Königin, das hübsche kleine Mädchen Allayna.
Rolf lachte. „Nicht nötig? Was ist mit dir los, Gunnar? Warst du nicht neugierig?“
Ich schüttelte den Kopf und stieß mich von der Wand ab, um zum Transporttechniker zu gehen und ihm über die Schulter auf die Kontrollhebel zu schauen. Ich wusste bereits genau, was Gunnar sagen würde.
„Nein“, erwiderte er. „Sie ist unsere Gefährtin. Ihr Aussehen ist irrelevant.“
Rolf klatschte ihm auf die Schulter und verdrehte die Augen. „Klar doch. Also wenn sie voller Warzen und hässlich anzusehen ist, wirst du die Augen schließen und dich trotzdem in ihre enge kleine Pussy bohren?“
Gunnar zog eine Augenbraue hoch, sichtlich nicht belustigt. „Sie kommt von der Erde. Dem Planeten von Königin Leah, die sehr hübsch ist. Sie wurde außerdem uns allen dreien über das Bräute-Zuordnungsprogramm zugewiesen. Ich habe keinen Zweifel daran, dass ich sie für unsere Bedürfnisse angemessen finden werde. Es muss so sein. Genau dazu waren diese beschissenen Tests doch gut.“
Angemessen für unsere Bedürfnisse. Klar doch. Wir brauchten sie dazu, sie zu ficken, zu schwängern und den Erlass der Königin zu befolgen. Das war schwierig genug, aber wir mussten unsere Gefährtin darüber hinaus auch glücklich machen. Solange Gunnar so ein griesgrämiger Kotzbrocken war und wir alle drei nicht scharf darauf, uns in Gefühle verstricken zu lassen, würde das die viel schwierigere Aufgabe sein.
Rolf wandte sich genervt an mich. „Ich nehme an, dass du der Versuchung nicht widerstehen konntest, Erik, und ihr Profil gelesen hast. Ich war auf Patrouille und konnte mich nicht über sie informieren. Erzähl mir alles.“ Er rempelte Gunnar an die Schulter. Wenn ihn sonst jemand mit solch beiläufiger Respektlosigkeit behandeln würde, hätte Gunnar ihn schon längst in Stücke gerissen. „Und erzähl es auch Gunnar. Er tut doch nur so, als wäre es ihm egal.“
Gunnar verzog den Mund, stritt Rolfs Behauptung aber nicht ab. Ich starrte auf die leere Transportplattform und dachte an unsere Gefährtin. „Sie heißt Sophia. Sie hat langes, goldenes Haar, wie die Rinde eines Nerbu-Baums. Ihre Augen sind dunkelbraun, fast so dunkel wie Gunnars.“
Ich sprach nicht weiter, da mein Schwanz mir in der Hose steif wurde. Ihr Körper war klein aber wohlgeformt, ihre Brüste gerade groß genug, um meine beiden Hände zu füllen. Ihr kleiner, strammer Hintern bettelte nur danach, zu leuchtendem Rosa verhauen zu werden. Ihre Lippen waren voll und von einer satten rosigen Farbe, die mich hungrig danach machte, sie zu schmecken.
„Erik?“ Rolf hatte sich nach vorne gelehnt und wartete mit amüsierter Miene.
„Ja, was?“
„Goldenes Haar und dunkle Augen. Was noch?“ Er wedelte mit der Hand im Kreis, um mich zum Weitersprechen zu bewegen.
Ich schüttelte den Kopf und richtete mir den Schwanz in der Hose zurecht. „Ihr wart zu faul, um es euch selbst anzusehen, also werdet ihr wohl warten müssen.“
„Transport steht bevor“, sagte der Techniker.
Gunnar zuckte mit den Schultern und starrte auf die Plattform. Wir alle taten das, und das vertraute Surren und Vibrieren ging los. Ich konnte das Surren durch meine Stiefel hindurch und bis in meine Beine spüren, als die Transportplattform geladen wurde und bereit war, unsere neue Braut zu empfangen.
„Ich hoffe, dass das kein verdammt großer Fehler war.“ Ich teilte Rolfs Sorge. Aber die Tests des Bräute-Programms waren so gut wie unfehlbar. Sie stimmten nicht nur die offensichtlichen Vorlieben und Abneigungen aufeinander ab, sondern auch unbewusste. Und da sie immerhin auch Gunnar zugewiesen worden war, freute ich mich schon sehr auf unsere erste Gelegenheit, sie zu ficken. Gunnar gehörte einem exklusiven Orden von Kriegern an, für die es ein Bedürfnis war, ihre Geliebten zu dominieren. Wenn Sophia uns zugeordnet worden war, dann konnte ich es nicht erwarten, ihre Reaktion zu sehen, wenn meine feste Hand auf ihren nackten Hintern treffen würde, oder mein Schwanz sie von hinten füllen würde, während Gunnar oder Rolf ihre nasse Pussy in Besitz nahmen.
„Wenn es ein Fehler ist, werden wir ihn ertragen und den Wunsch unserer Königin ehren.“ Gunnars knurrende Antwort war typisch. Tu, was zu tun ist. Das war Gunnar. Seine Philosophie machte ihn gnadenlos im Kampf, sowie auch im Bett. Wir hatten zuvor bereits Frauen geteilt, schon oft sogar, aber es war immer Gunnar gewesen, dessen stille und gnadenlose Art sie in Stücke brach, sie dazu brachte, sich zu winden und nach Erlösung zu schreien. Ich hatte weder die Geduld noch das Begehren, die Seele einer Frau zu erobern. Gunnar hatte eine ganze Sammlung, einen Vorrat an Schoßhündchen, die allzeit bereit standen, wenn er nach ihnen verlangte. Er liebte keine von ihnen, hatte geschworen, sie alle in die Wüste zu schicken, sobald wir eine Gefährtin in Besitz genommen hatten. Und das würde er auch. Er war vielleicht ein mürrischer Kauz, aber es gab niemanden, der ehrenhafter war.
Ich hoffte zutiefst, dass unsere Sophia damit zurechtkam, was Gunnar ihr abverlangen würde. Das würde sie. Die Zuordnung würde dafür sorgen.
Aber ich? Ich wollte eine schöne Frau ficken, sie mit meinem Samen füllen und als mein Eigentum markieren. Mit Gunnar und Rolf an meiner Seite, die mir helfen würden, mein—unser—Eigen zu schützen, war es leichter, unsere Zwangsvereinigung zu akzeptieren.
Was auch passieren würde, sie war bei uns sicher. Beschützt. Auf Viken herrschte Bürgerkrieg, und ich würde mir keine Gefährtin nehmen, wenn ich wüsste, dass sie ungeschützt zurückgelassen werden könnte, wie meine Mutter es gewesen war. Keine andere würde das Schicksal meiner Mutter teilen.
„Transport wird empfangen.“ In der Stimme des Technikers lag Aufregung, Vorfreude. Die Ankunft einer Interstellaren Braut war jedes Mal ein feierliches Ereignis auf Viken, denn es kam selten vor, und erst einmal zuvor von der Erde. Das war die Königin gewesen. Die meisten unserer Krieger fanden sich Gefährtinnen, bevor sie aus dem Krieg nach Hause kamen, oder wählten eine Braut aus ihrem Heimatsektor.
Ich trat vor, als ihre Umrisse auf der Transportplattform Gestalt annahmen. Üppige Kurven, in ein dunkelrotes Kleid gehüllt. Als das Transportlicht verblasste, trat Gunnar vor, um unsere Braut in Augenschein zu nehmen, aber ich hob die Hand, um ihn aufzuhalten. Er stockte, wenige Schritte von ihr entfernt.
„Nicht. Irgendetwas stimmt hier nicht.“ Die Frau lag mit dem Rücken zu uns, aber ihr Haar war rotbraun, nicht golden. Und ich konnte sehen, dass sich vor ihr etwas bewegte, als wäre sie nicht alleine.

Sophia
Ich hatte mir vorgestellt, dass das Transportieren in etwa so sein würde wie in der alten Raumschiff Enterprise-Fernsehserie, wo Spock an einem Ort verschwindet und am anderen wieder auftaucht. Für mich war es aber, als würde ich für eine Operation unter Vollnarkose gesetzt werden und an einem neuen Ort wieder aufwachen. Ohne Erinnerung daran, wie ich hergekommen war. Das Letzte, woran ich mich erinnerte, war, wie die Aufseherin rückwärts gezählt hatte. Nun wurde ich über einen kalten Fußboden geschliffen. Meine Gedanken waren zu benebelt, als dass ich darauf reagieren konnte, also leistete ich keinen Widerstand.
„Was zur Hölle machen wir jetzt? Das ist nicht die verdammte Königin. Wo ist das verdammte Baby?“, schrie ein Mann direkt über meinem Kopf, während er an meinen Armen zerrte. Sekunden später ließ mich der brutale Griff des Unbekannten los, und ich sackte auf dem Boden zusammen. Mein Kopf schlug gerade fest genug auf, dass ich mir wünschte, ich wäre immer noch bewusstlos. Die Luft war kühl, aber nicht kalt. Feucht. Es roch nach aufgewühlter Erde, wie in einem frisch umgestochenen Garten. Es war ein unerwarteter Geruch, aber er machte deutlich, dass ich nicht länger im antiseptischen Testzentrum in Miami war.
Der panische Tonfall des Mannes gab mir den Eindruck, dass etwas schiefgelaufen war. Ich öffnete die Augen, blinzelte ein paar Mal und versuchte, nach dem, was sich wie ein wirklich langes Nickerchen anfühlte, wieder zu Sinnen zu kommen.
„Offenbar ist während des Transportes etwas schiefgelaufen.“ Da war ein zweiter Mann. Seine Stimme war ruhiger, tiefer, und kam aus der Richtung meiner Füße.
Etwas war schiefgelaufen? Offensichtlich, wenn ich bewusstlos in der Gegend herumgeschliffen wurde. Oder zumindest glaubten sie das.
Ich nahm an, dass ich im Transportzentrum auf Viken war, aber es war nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Keine Enterprise-Kommandobrücke. Die Wände waren dunkelgrau gestrichen, die Decke niedrig. In der Wand gegenüber gab es ein Fenster, und hinter dem Glas konnte ich nichts als Grün sehen. Nur Grün, als wäre ich mitten im Wald. Direkt vor mir war ein hohes Pult mit seltsamen Symbolen und Knöpfen, Bildschirmen, über die Daten flitzten, die ich nicht lesen konnte. Die Sprache war eigenartig und fremd. Ich musste davon ausgehen, dass es die außerirdische Kontrollstation für Transporte war. Direkt dahinter befand sich eine erhöhte Plattform, die glänzende Oberfläche leer. War ich dort angekommen? Hatten sie mich von dieser Plattform gezerrt und wie Müll auf den Boden fallen lassen?
Ich konnte ihre Beine sehen. Beide trugen dunkle Hosen und schwarze Stiefel. Ich hatte Angst, mich zu bewegen, um mehr zu sehen, denn ihre Aufmerksamkeit war nicht auf mich gerichtet, und ich hatte keine Lust, sie auf mich zu ziehen. Nachdem ich mit den Corellis fertig geworden war, wusste ich, dass es manchmal das Beste war, völlig unsichtbar zu sein. Bestimmt waren diese beiden Grobiane nicht meine Gefährten. Wenn doch, wo war dann der dritte?
„Wo ist die Königin, Fähnrich? Wo zur Hölle ist die Prinzessin?“, fragte der zweite Mann.
„Ich weiß es nicht, mein Herr.“
„Was soll das heißen, Sie wissen es nicht? Was zur Hölle soll ich nun Vikter sagen?“
„Es gab keine Anzeichen auf eine Fehlfunktion.“ Der panische Mann mit dem niedrigen Rang war wohl das arme Schwein, das hier arbeitete, wo auch immer hier war. Der andere, der Zornige, da hatte ich keine Ahnung.
„Wer zum Teufel ist dann diese Frau?“
Es hatte irgendein Problem mit dem Transport gegeben. Es klang danach, als hätten sie jemand anderen erwartet. Wo in der Welt war ich? Nein. Wo im Universum war ich? War ich wirklich auf Viken transportiert worden?
„Ich weiß es nicht, mein Herr. Sind Sie sicher, dass es nicht die Königin ist? Sie ist eindeutig ein Mensch. Sehen Sie sich nur diese Haut an. Keine Viken-Frau hat solch weiche Haut.“
„Ist ihr Haar rot wie Feuer?“
„Nein.“
„Sie ist nicht die verdammte Königin, Sie Narr.“
„Ich weiß nicht, was schiefgelaufen ist. Wie Sie sehen konnten, ist sie einfach...einfach so aufgetaucht.“
„Ja, aber von wo?“ Ich hörte den Zorn. Die Männer bewegten sich ein paar Schritte auf mich zu, und ich sah einen Arm in meine Richtung weisen. Langer Ärmel, schwarzes Hemd, eine Männerhand. Der Rest von ihm war hinter dem Pult verborgen. „Finden Sie heraus, wer das ist. Sie ist nicht Königin Leah, aber vielleicht hat Vikter Verwendung für sie.“
Nein, ich war keine Königin. Die Männer führten offensichtlich nichts Gutes im Schilde. Und sie hatten mich Mensch genannt. Hatten Viken erwähnt. Eindeutig war ich nicht mehr länger auf der Erde. Und das war schlecht. Aber zumindest wusste ich, wo ich war, und es war nicht irgendein verrückter Planet, von dem ich noch nie gehört hatte.
„Ja, mein Herr.“
Es war offensichtlich, wer in diesem Duo das Sagen hatte. „Wer immer sie erwartet hat, wird ihren Transport zu diesen Koordinaten hier zurückverfolgen können. Ich muss von hier verschwunden sein, wenn sie ankommen.“
„Wie bitte? Dann muss ich auch von hier weg!“ Die Stimme des Fähnrichs wurde eine Oktave höher, seine Worte hektisch und stammelnd, panisch.
„Das war Ihr Fehler. Diese Frau, und wer immer kommt, um nach ihr zu suchen, ist Ihr Problem.“
Der Kerl, der das Kommando hatte, zeigte wieder auf mich, und diesmal schob sich sein Ärmel etwas hoch und ich sah eine Tätowierung innen an seinem Handgelenk. Es sah aus wie eine dreiköpfige Schlange.
„Transportieren Sie mich wie geplant auf die Transportstation in Mittstadt. Niemand wird mich in der Menge dort aufspüren.“
„Aber was mache ich mit ihr?“ Der Fähnrich kam um das Steuerpult herum und ich schloss die Augen und tat so, als würde ich schlafen.
Seine Schritte waren nahe, und ich spürte ein Vibrieren im Boden. Ein tiefes Surren erfüllte die Luft um mich, ließ mir die Härchen am Körper zu Berge stehen.
„Transportieren Sie mich und finden Sie heraus, wer sie ist. Wenn sie keine Adelige ist oder ein Lösegeld wert ist, töten Sie sie.“
Töten Sie sie?
„Was, wenn sie etwas wert ist?“
„Dann lassen Sie sie am Leben. Sie wissen, wen Sie kontaktieren müssen.“
Bei diesen Worten riss ich die Augen auf, und ich starrte auf die Beine des Fähnrichs, während grellgelbes Licht das Zimmer erfüllte und dann erlosch. Die Vibrationen hörten auf, und der Lärm stoppte abrupt.
Der Fähnrich atmete schwer und raunte sich selbst zu, murmelte etwas über Vereinigung, und ein Baby, und Arschlöcher.
Ach du Scheiße. Würde er mich umbringen? Ernsthaft?
Hysterisches Lachen braute sich in meinem Bauch zusammen, aber ich hielt es mit schierer Willenskraft zurück. Ich hatte die Erde verlassen, um von korrupten Arschlöchern wie diesen beiden wegzukommen. Stattdessen war es, als wäre ich nie fortgegangen. Genau so arbeitete die Mafia zu Hause. Die Corellis hatten alles unter Kontrolle, was in New York vor sich ging, inklusive mir.
Wie dämlich, zu glauben, dass ich unethische Kerle und organisiertes Verbrechen hinter mir lassen konnte. Die Leute waren überall im Universum gleich, wie es schien, und selbst der ach so tollen Koalition der Planeten war es nicht gelungen, Kriminelle wie diese beiden auszumerzen, oder ihren Auftraggeber, wer immer das auch war. Ich war quer durchs Universum transportiert worden und wieder genau da gelandet, wo ich angefangen hatte. In irgendwelche Machenschaften verwickelt. Üble Geschäfte. Und ich würde dafür bezahlen. Wieder mal.
Er runzelte die Stirn, und ich musste mein Kinn leicht anheben, um ihn beobachten zu können, während er auf und ab lief. Für einen kaltblütigen Mörder sah er viel zu nervös aus. Das konnte ich mir zunutze machen. Ich würde nicht einfach still liegenbleiben und drauf warten, von ihm umgebracht zu werden.
Ich blickte an mir hinunter und stellte schockiert fest, dass ich ein Kleid trug. War dies Teil der Bräute-Abfertigung gewesen? Die Robe hatte lange Ärmel, und der Saum würde mir, wenn ich aufrecht war, bis zu den Knöcheln reichen. Der Schnitt war schlicht, aber schmeichelhaft, schmiegte sich eng an meine kleinen Brüste und war an den Hüften weit ausgestellt, um den Frauenkörper zu betonen. Die Farbe war ein schlichtes Blau, aber der Stoff war weich wie Seide und schmiegte sich an jede Kurve.
Nicht gerade Kampfausrüstung.
Ich wackelte mit den Zehen in weichen Lederpantoffeln und wünschte, ich hätte Stiefel mit Stahlkappen, um diesem Kerl in die Eier zu treten.
Ich lag wie tot da und sah ihm unter den Wimpern versteckt zu, wie er auf und ab rannte, mich ansah, den Blick abwandte. Er lachte hysterisch und fuhr sich mit den Fingern durchs dunkle Haar. Wenn er ein typischer Viken-Mann war, dann sahen sie den Erdenmännern recht ähnlich. Er war etwas größer als die Männer, die ich kannte, aber ich wusste nicht, ob das etwas Viken-Typisches war, oder ob er einfach nur groß war.
„Diese verdammten Scheiß-Transportcodes. Nicht die verdammte Königin“, murmelte er in seinen Bart.
Nach den Vibrationen, dem grellen gelben Licht und dem Verschwinden des anderen Mannes war ich mir sicher, dass ich in einer Art Transportzentrum war, obwohl das Zimmer alt und lange vergessen wirkte, mit abblätternder Wandfarbe und kaputten Lampen in unregelmäßigen Abständen an den grauen Wänden. Das Zimmer war winzig. Die Transportplattform war groß genug für drei oder vier Leute, und die einzige Tür nach draußen war links von mir.
Ich wartete, bis der Fähnrich sich von mir abgewandt hatte. Dann sprang ich auf die Füße und rannte los, hoffte, dass mir der Überraschungseffekt helfen würde.
Ich packte den Türgriff und drückte. Erleichterung durchflutete mich, als die Tür sich öffnete und ich ins Freie rennen konnte. Mein Kleid verhedderte sich um meine Knöchel, und ich stolperte, schaffte zwei kleine Schritte, bevor der Kerl mich von hinten gepackt hatte.
„Hiergeblieben!“, zischte er und wirbelte mich herum.
Ich stand ihm gegenüber und fühlte mich wie ein Kleinkind, als er so über mir aufragte. Sein Griff schloss sich fester um meinen Arm, und er fluchte.
„Die Götter seien verflucht, du bist so verdammt klein. Ich will das nicht tun.“
Klein? Klar, ich war 1,57 in flachen Schuhen, aber ich würde mit ihm nicht darüber debattieren, solange er mich nicht töten wollte.
„Dann tu es nicht. Lass mich einfach gehen. Ich werde nichts sagen. Versprochen.“ Mein Herz steckte mir in der Kehle.
Seine dunklen Augen waren extrem aufgebracht, und ich konnte sehen, dass er kein kaltblütiger Mörder war. Ich war genug von Corellis Schlägern begegnet, um Angst zu erkennen, wenn ich sie sah. Er war eher wie einer der frischen Rekruten der Corelli-Familie, jung und grün hinter den Ohren. Aber oft waren das die Gefährlichsten, denn sie waren in die Ecke gedrängt, ohne Ausweg.
Er schüttelte den Kopf und überlegte, was er tun sollte. „Ich bin ein toter Mann, wenn sie das herausfinden.“
„Niemand wird es je erfahren. Ich schwöre es.“
Er studierte mich, während er mich weiterhin schmerzhaft festhielt. „Wer bist du? Wer kommt, dich zu holen?“
„Niemand.“ Zumindest nicht, dass ich wüsste. Aufseherin Egara hatte mir versprochen, dass ich zu drei Viken-Gefährten geschickt wurde, aber ich hatte keine Ahnung, ob die überhaupt erfahren würden, was mit mir passiert war.
„Du warst auf einem Transport in die Vereinte Vikenstadt. Warum?“
„Ich weiß es nicht.“
Er kniff die Augen zusammen. „Du bist eine Braut. Eine verdammte Interstellare Braut.“
Meine Augen wurden groß, als er die Wahrheit hervorstieß, und ich schüttelte den Kopf, versuchte, mir eine Lüge einfallen zu lassen, irgendetwas, damit er mich loslassen würde.
„Lass die Lügen sein.“ Er fasste mit der freien Hand hinter sich und zog eine Waffe. Ja, es war eine Schusswaffe. Eine Weltraum-Waffe, aber ich hatte genug gesehen, um das zu wissen. Sie war aus glänzendem Metall, hell wie Silber. Sie war klein, zu klein, aber das hieß nicht, dass sie nicht kraftvoll sein würde. Ich sah keine Kammer für Kugeln, aber tot war tot, mit oder ohne Kugeln. „Du bist eine Braut. Die Götter seien verflucht. Wer kommt dich holen?“
„Ich weiß es nicht“, wiederholte ich, mit steigender Panik in der Stimme.
Er fauchte mich an. „Scheiße. Dein Gefährte bringt wahrscheinlich ein ganzes Geschwader mit, um mich zu jagen.“
Ich schüttelte den Kopf. „Nein. Ich bin ihm noch nie begegnet.“ Ich würde ihm nicht sagen, dass ich drei Gefährten hatte.
„Schweig.“ Schweiß tropfte von seiner Stirn auf seine Wange, und die Adern in seiner Schläfe traten unter seiner Haut hervor. Er hatte Angst, und das war nicht gut für meine Überlebenschancen. „Es ist scheißegal. Kapierst du das nicht? Er wird dich holen kommen. Eine verdammte Kriegerbraut.“
Ich zerrte an meinem Arm und versuchte, mich loszureißen. „Lass mich los!“, schrie ich.
„Er wird dich holen kommen, ganz recht. Und mich verdammt nochmal in Stücke reißen.“ Er packte fester zu, bis ich vor Schmerz aufschrie und Angst bekam, dass er mir einen Knochen im Arm brechen würde oder die Schulter ausrenken. „Verdammte Braut. Wie ist das passiert? Ich bin erledigt. Verdammt noch mal erledigt!“
Mein Zorn verlieh mir Mut. Ich hatte mich von den Corellis so stark einschüchtern lassen, dass ich mit ihnen zusammenarbeitete, alles tat, was sie wollten. Selbst nachdem meine Mutter tot und begraben war, zwangen sie mich noch, für sie zu schmuggeln. Drogen. Geld. Technologie. Kunst. Diamanten. Sie hatten gedroht, mich umzubringen, und ich hatte getan, was sie wollten. Ich hatte den Schwanz eingezogen und mich von ihnen herumkommandieren lassen. Und wofür? Alles, was für mich dabei rausgekommen war, war eine Gefängnisstrafe und eine Reise ohne Rückkehr auf diesen hinterwäldlerischen Planeten. Zum Teufel damit.
Ich holte aus und rammte ihm mit ganzer Kraft mein Knie in den Schritt. „Arschloch!“
Er ging zu Boden wie ein Stein, ließ aber nicht los und riss mich beinahe mit sich zu Boden. Die Waffe lag in seiner freien Hand, und er zielte sie auf mein Gesicht, das nur wenige Zentimeter über seinem schwebte. Ich packte sein Handgelenk mit beiden Händen und drückte kräftig dagegen, was ihn zwang, die Waffe von mir weg zu richten. Er feuerte sie ab, mit einem Knall, als würde eine Flaschenrakete zwischen uns explodieren. Ein weißer Lichtstrahl schoss daraus hervor und pulsierte auf die Bäume zu.
Knurrend rollte er sich auf die Seite und versuchte, mich zu Boden zu drücken, aber ich hielt mich mit aller Kraft an seinem Handgelenk fest. Ich keuchte laut, und meine Füße waren im Kleid verfangen. Da ich die Hände voll hatte, setzte ich wieder meine Beine ein und rammte ihm noch einmal mein Knie in den Leib. Entweder hatten Viken-Männer Eier aus Stahl, oder sein Adrenalinspiegel war so hoch wie meiner. Der Tritt richtete nicht mehr aus, als dass er nach Luft schnappte und ich Gelegenheit hatte, mich auf ihn zu stürzen, während er flach auf dem Rücken lag. Ich baute mich über ihm auf und blickte ihm in die dunklen, wütenden Augen, aber er hatte immer noch die Waffe.
„Ich bring dich um“, knurrte er.
„Na los, versuch‘s doch, du Arschloch.“ Etwas in mir machte Klick, und meine gesamte Angst war verflogen. Wenn ich hier sterben sollte, so sei es, aber ich war es leid, mich zu fürchten. Schikaniert zu werden. Von mächtigen Männern ausgenutzt zu werden, behandelt wie eine entbehrliche Schachfigur. Ich bückte mich und bohrte meine Zähne tief in seine Hand, bis ich spürte, wie meine Zähne durch die Haut brachen und Blut meinen Mund füllte.
Er heulte vor Schmerz auf und riss seinen Arm von mir weg an seine Brust, und ich nutzte meinen Vorteil. Ich hatte keine Ahnung, woher ich die Kraft nahm. Vielleicht strömte mir mein Zorn auf die Corellis durch die Adern, jedenfalls gelang es mir, sein Handgelenk zu einem schrägen Winkel zu verbiegen und nach unten zu drücken. Sein Arm war geschwächt und verkrümmt, und ich fiel auf ihn. Die Hand, in der er die Waffe hielt, lag zwischen uns eingeklemmt. Ich streckte den Rücken durch und tat mein Bestes, meinen Körper aus der Schusslinie zu halten, während ich sein Handgelenk in der Hoffnung weiter verdrehte, Knochen brechen zu hören.
Ich hörte einen Knall, sah ein kurzes Aufblitzen von grellem Licht. Nicht sein Handgelenk. Die Waffe war abgefeuert worden.
War ich getroffen? Eine Sekunde lang war ich in Panik und Sorge, dass Zorn und Schock den Schmerz einer Verletzung betäubten. Ich biss die Zähne zusammen und horchte in meinen Körper hinein, aber ich spürte nichts als rasendes Herzklopfen, während ich darum kämpfte, Luft zu holen und auszustoßen. Ich zitterte, und jeder bebende Atemzug fiel mir schwer. Ich zwinkerte langsam und versuchte, alles zu verstehen. Alles fühlte sich an wie in Zeitlupe, und ich sah aus einer Distanz zu, die ich nicht begreifen konnte.
Seine Beine wurden schlaff, und sein Widerstand legte sich. Unter mir wurde sein Körper weicher, seine Muskeln entspannt. Sein Griff um meinen Arm lockerte sich, und seine Hand glitt zu Boden. Er blickte mich mit großen Augen an, wie in Schock. Ich drückte mich von seiner Brust ab, packte die Waffe und kroch auf Händen und Knien rückwärts von ihm weg.
Das Licht, das durch das hohe Blätterdach der Bäume herunterfiel, tanzte auf seiner Brust, wo das Blut, das sein Hemd durchtränkte, sich wie eine leuchtend rote Blüte über den dunkelgrünen Stoff ausbreitete.
Die Vikens bluteten also rot, genau wie Menschen.
Ich sah zu, wie er langsam verblich. Der Geschmack von seinem Blut in meinem Mund drehte mir den Magen um, und ich rollte mich zur Seite, als mein Körper würgte und sich schüttelte. Ich hatte schon seit Stunden nichts gegessen, und zum ersten Mal war ich dankbar für einen leeren Magen.
Der Schreck saß mir tief in den Knochen. ich wandte mich von ihm ab und stand auf. Ich stand auf zittrigen Beinen und sah, dass seine Augen glasig und leer geworden waren. Mein Herz donnerte in meinen Ohren, aber der Rest von mir war völlig betäubt.
Er war tot. Ich hatte ihn getötet.
Ich riss den Kopf herum, links, dann rechts, auf der Suche nach weiteren Feinden, weiteren Bedrohungen. Wir waren inmitten einer Lichtung mit nichts als dem kleinen Gebäude, gedrungen und mit etwas wie Moos überzogen. Ich drehte mich langsam herum und fühlte mich, als wäre ich in einen Zauberwald spaziert. Hohe Bäume türmten sich wie Wolkenkratzer über mir auf, so dick und grün, dass ich kaum die Farbe des Himmels über ihnen erkennen konnte. Der Boden unter meinen Füßen war weich, federnd, dank einer Mischung aus Moos und dickem, saftigem Gras.
Ich fühlte mich, als wäre ich in ein Monet-Gemälde gestiegen. Ich sehnte mich nach meinem Malkasten, damit ich diese unglaubliche Schönheit auf Leinwand bannen konnte. Es war...Perfektion. Alles war feucht, als hätte es gerade geregnet. Um mich herum herrschte sattes Grün und hohe Luftfeuchtigkeit, und Schweiß trat mir auf die Stirn, während überall Tiere, die ich nicht kannte, in ihren Verstecken in fremden Lauten zwitscherten und quakten. Kletterpflanzen rankten sich von Baum zu Baum, und alle paar Handbreit blühte auf ihnen eine exotische Blume, größer als meine Handfläche, und schmückte den Wald mit leuchtendem Rosa und Lila, Orange und Gold. Viken war hübsch. Farbenfroh. Auf eigene Weise wunderschön, und ich wollte das alles malen.
Außer den toten Mann zu meinen Füßen.
Ich blickte auf die fremde Waffe in meiner Hand hinunter, zielte sie auf den Boden ein paar Schritte vor mir, und drückte ab. Nichts passierte. Ich versuchte es wieder und wieder, aber die Waffe war unbrauchbar.
Gereizt warf ich die Waffe beiseite und wandte dem kleinen Gebäude den Rücken zu. Ich brauchte Wasser oder sonst etwas, um den Geschmack von Tod aus dem Mund zu bekommen, aber ich konnte nicht zurück ins Transportzentrum. Was, wenn der Mann mit der Tätowierung zurückkam, um zu Ende zu bringen, was der Fähnrich begonnen hatte? Oder jemand anderer das tat?
Ich musste hier weg. Ich war hier nicht sicher, selbst wenn dieser Mann nun tot war. Selbst inmitten all dieser Natur. Ich hatte keine Ahnung, wo ich war. Es war gut möglich, dass andere hier waren, die mich finden konnten. Wie würde ich den Toten erklären?
Ich lief in den Wald hinein und blickte nicht zurück. Ich war hier das Alien. Sie würden den toten Viken sehen, und ich würde einer Mordanklage entgegenblicken. Warum würde hier irgendwer auf mich hören? Ich war von der Erde. Ich war auf einem fremden Planeten. Gab es auf Viken irgendwelche Gesetze über das Recht, aus Selbstverteidigung zu töten? Gott, ich konnte nicht ins Gefängnis. Deswegen hatte ich mich doch überhaupt erst zum Bräute-Programm gemeldet.
Aber eines nach dem anderen, ich musste so viel Abstand wie möglich zwischen mich und diese verdammte Horrorgeschichte bringen.
Der Wald wurde um mich herum dichter, und ich lief weiter, bis das kleine Gebäude aus meinem Sichtfeld verschwunden war. Ich blickte mich um und sah keinen offensichtlichen Pfad, und hatte keine Ahnung, in welche Richtung ich sollte. Der Wald sah in alle Richtungen gleich aus.
Es war egal, welchen Weg ich einschlug, solange ich weit, weit weg lief.
Ich hob den Saum meines Kleides hoch und raschelte durch Blätter und Ranken, bahnte mir einen Weg zwischen Bäumen und Blumen hindurch, und blieb nicht stehen, bis meine Beine schmerzten und meine Lunge brannte.
Ich hatte auf der Erde mit den Corellis überlebt. Ich würde weiterlaufen, bis ich Leute fand, die freundlich genug wirkten, um sie um Hilfe zu bitten. Das Sprachdings, das die riesige Nadel mir bei der Abfertigung auf der Erde in den Schädel gepflanzt hatte, musste funktioniert haben, denn ich hatte die beiden Männer, die mich tot sehen wollten, nur zu gut verstanden.
Ja, es war ein Risiko, davonzulaufen. Aber dortzubleiben und darauf zu warten, dass der Tätowierte zurückkam und mich um die Ecke brachte, schien noch schlimmer.
Ich fand einen kleinen Bach und spülte mir den Mund aus, spritzte mir Wasser ins Gesicht und lief weiter.
Ja, gut möglich, dass ich hier in der Wildnis umkommen würde. Aber in diesem Moment hatte ich nichts mehr zu verlieren.
3

Gunnar, Viken-Transporterraum
Der Techniker hatte einen besseren Blickwinkel als ich, und er wurde blass und schwankte. „Meine Königin?“
Sie setzte sich langsam auf, ein Baby auf ihrem Schoß, beide mit dunkelrotem Haar. Die Königin drehte sich zu mir herum, Verwirrung auf ihrem Gesicht. „Wo bin ich? Gunnar? Erik? Was geht hier vor?“
„Wolf!“ Die kleine Allayna hob die Arme, als sie einen ihrer liebsten Spielkameraden erblickte, Rolf. Das kleine Mädchen konnte seinen Namen nicht richtig aussprechen, also wurde Wolf daraus. Ich hatte von der Königin gelernt, dass ein Wolf ein Tier auf der Erde war, tapfer und loyal, furchtlos und gewitzt. Sie hielt es für passend, denn all dies traf auch auf meinen Freund zu.
Rolf eilte vor und hob Allayna aus Königin Leahs Armen.
Ich verneigte den Kopf und trat vor, um ihr meine Hand zum Abstieg von der Transportplattform anzubieten. „Meine Königin, was machen Sie hier?“
Sie blickte sich verwirrt um. „Wir waren mit dem Transporter zum Sektor Drei unterwegs. Meine Gefährten sind bereits dort und warten auf unsere Ankunft.“
Erik bellte den Transporttechniker an. „Kontaktieren Sie sofort den Transporterraum in Sektor Drei. Ihre Gefährten wollen inzwischen wohl schon das ganze Gebäude zerlegen.“
„Ja, mein Herr.“ Der verschreckte Techniker befolgte Eriks Befehl, seine Stimme knapp aber fest, als er den anderen Transporterraum kontaktierte und Königin Leahs Gefährten, Tor, Lev und Drogan, Bescheid gab, dass ihre Gefährtin und Tochter beide wohlauf waren.
„Transport steht bevor. Bitte halten Sie die Plattform frei“, rief der Techniker zur Warnung aus, und ich zerrte an der Hand der Königin, bis sie sicher hinter mir stand, während die Transportplattform erneut aufgeladen wurde.
Sekunden später stand Lev auf der Plattform, seine grimmige Miene dank der tiefen Narbe über seinem rechten Auge nur noch furchteinflößender. Lev war einer unserer Drillingskönige, aber er war im Sektor Zwei aufgewachsen, meinem Sektor. Er war der Furchtloseste der drei Brüder, der Gefürchtetste. Er kannte keine Vergebung, keine Sanftheit, zumindest nicht, bevor Königin Leah in sein Leben getreten war.
Leah schrie auf und rannte ihm in die Arme. „Lev!“
Schweigend sahen wir zu, wie er sich vom angespannten Krieger in einen Trost spendenden Gefährten verwandelte und sie fest an sich drückte. Er hob seinen Arm als stillen Befehl an Rolf, seine Tochter zu ihm zu bringen. Rolf trat vor, und Lev hob das kleine Mädchen in seine Arme, als wäre sie aus feinstem Glas. Ein Schauer zuckte durch den Körper des Königs. Die Kleine rieb ihre Nase am Hals ihres Vaters, und ich musste mich abwenden. Ich konnte den Anblick eines so kräftigen Kriegers nicht ertragen, wie er an der Sorge um seine Liebsten zerbrach.
Er war schon von einer Transporter-Fehlfunktion völlig zerstört. Eine solche Verletzlichkeit mitzuerleben, diente als effektive, und doch simple Erinnerung daran, dass es besser war, nicht zu lieben. Solch völlige Verzweiflung um eine Gefährtin zu riskieren.
Mit seiner Gefährtin und seiner Tochter sicher in den Armen, richtete Lev seine Aufmerksamkeit auf mich. Sein Kiefer war angespannt, seine Augen wild. „Was zur Hölle ist hier los, Gunnar?“
Ich schüttelte langsam den Kopf, vom schroffen Ton des Königs nicht eingeschüchtert. „Wir wissen es nicht, mein Herr. Wir haben uns versammelt, um die Ankunft unserer Gefährtin von der Erde zu erwarten.“
Lev blickte um sich und schlang seinen Arm noch fester um die Taille seiner hübschen Gefährtin. Ich bezweifelte, dass er sie so bald wieder loslassen würde. Leah hing mit blindem Vertrauen an ihm. Aber selbst Lev, einem Herrscher unseres Planeten, war es nicht gelungen, seine Gefährtin bei etwas so Einfachem wie einem Transport zu beschützen. Sie hätte wer weiß wohin geschickt werden können.
„VSS?“ Lev blickte zum Transporttechniker, als er sprach. „Und konnten Sie den Transport von der Erde bestätigen?“
„Ja, mein Herr.“
„Also wo ist dann ihre Gefährtin?“ Der Tonfall des Königs war schroff, aber der jüngere Mann zuckte mit den Schultern.
„Ich weiß es nicht, mein Herr. Wir werden eine detaillierte Analyse der Systemsignale durchführen müssen. Diese Art von Koordinatenwechsel mitten im Transport ist unmöglich.“
„Erik. Finde heraus, was zum Teufel hier los ist.“ Ich befahl meinem Freund ohne Zögern, die Transportkontrolle zu übernehmen. Erik hatte eine besondere Begabung für Technologie, für Rätsel. Wenn wir einem Feind gegenüberstanden, war mir eine Konfrontation von Angesicht zu Angesicht am Liebsten. Rolf, der Trickreiche mit der gewandten Zunge, würde versuchen, seinen Gegner vor dem Angriff zu manipulieren oder zu verwirren. Aber Erik glänzte dadurch, dass er unlösbare Rätsel knacken und unsere Technologie auf eine Art und Weise verstehen konnte, wie ich es niemals zusammenbrächte. Seine Fähigkeit, Kommunikationskapseln und Waffen zu reparieren, hatte uns allen schon auf mehr als einer Mission an der Front des Kriegs zwischen der Interstellaren Koalition und dem Hive das Leben gerettet.
Erik runzelte die Stirn, sein langes dunkles Haar nach hinten gekämmt und hinter seinem Kopf wie ein Schatten zusammengebunden. Seine Finger flitzten über die Steuerung, während er die Analyse durchführte und der viel jüngere, weniger erfahrene Transporttechniker mit wachsender Bewunderung zusah. „Ich weiß nicht, Gunnar. Sieht aus, als wären die Transporterstrahlen gekreuzt und beide Frauen umgeleitet worden.“
„Ist Sophia anstelle der Königin in den Sektor Drei geschickt worden?“, fragte Rolf mit angespannter Stimme. Er war immer so ruhig, aber nun hatte er den dunklen, gebieterischen Tonfall aufgesetzt, der ansonsten mir oder Erik vorbehalten war. Seine Haarfarbe und seine Leichtherzigkeit täuschten viele, verbargen den Schmerz, den er in sich trug.
Ich lief auf und ab, während Erik das Transportzentrum in Sektor Drei kontaktierte und hoffte, zu hören, dass es unserer Gefährtin gut ging.
Unsere Gefährtin. Sophia. Ich hatte meine Waffenbrüder angelogen, als ich ihnen sagte, dass ich ihr Profil nicht studiert hatte. In Wirklichkeit hatte ich jedes Detail auswendig gelernt. Ich kannte die Kurve ihrer Wange ganz genau, die goldenen Farbtupfer, die ihr rechtes Auge etwas heller machten als das linke. Ich hatte das gesamte Datenprotokoll ihrer Bewerbung gelesen. Wusste, dass sie zu klein war, zu zerbrechlich, zu verdammt rein für einen Mann wie mich. Doch all das war belanglos. Nun, da ich sie gesehen hatte und wusste, dass sie mir gehörte, wollte ich sie schmecken, meinen Schwanz in ihrem Körper versenken und zusehen, wie ihre Augen von Verlangen benebelt waren. Ich hatte der Zuordnung des Bräute-Programms zugestimmt. Hatte zugestimmt, ihr lebenslanger Gefährte zu sein. Ich hatte sogar der Bitte der Königsfamilie zugestimmt, sie mit Rolf und Erik zu teilen.
Ich hatte geschworen, mich um sie zu kümmern, sie zu beschützen und ihr alles zu geben, was sie brauchte. Aber ich konnte sie nicht lieben. Liebe war Erik und Rolf überlassen. Liebe war für mich ein unmöglicher Schritt—aber das hieß nicht, dass ich ihr Böses wünschte. Nicht wie Loren. Der Frau aus Sektor Zwei, die ich vor so langer Zeit geliebt hatte.
Ich hatte sie zu sehr geliebt, ihr jeden Luxus gewährt, und sie war daran gestorben. In einem See ertrunken, spätnachts mit ihren Freuden. Sie hatten nicht gut genug auf sie geachtet, sie in der Dunkelheit verloren. Wenn ich dort gewesen wäre, wäre sie beschützt gewesen, bewacht. Aber nein.
Ich würde Sophia mit meinem Leben beschützen. Sie dominieren, wenn es sein musste, aber sie nicht lieben. Nein, ich konnte nie wieder lieben. Und doch: Sophia gehörte mir. Ebenso wie Rolf und Erik zu mir gehörten. Wie die drei Könige und ihre hübsche Gefährtin Leah zu mir gehörten. Die kleine Allayna, mit ihren springenden roten Locken und großen blauen Augen. Zu mir. Ich beschützte, was mir gehörte. Wer auch immer unsere Gefährtin bedrohte, würde durch meine Hand sterben.
Der Transporttechniker blickte zu uns, als Erik fluchte und den Kopf schüttelte. „Der Transporterraum drüben bestätigt, dass kein Transport stattgefunden hat. Sophia Antonelli wird vermisst.“
Lev stellte sich direkt neben Erik und sah zu, wie er seine Finger über die Anzeige tanzen ließ. Wenn Lev gewusst hätte, wie man die Maschine bedient, hätte er den großen Krieger zur Seite gestoßen und es selbst getan. Er musste, wie ich, hilflos danebenstehen bei der Suche nach meiner Gefährtin.
„Haben irgendwelche anderen Transporte stattgefunden?“, fragte der König.
Der Techniker runzelte die Stirn, seine Hände hektisch über die Kontrollstation flitzend. „Ja. Ein weiterer Transport.“
Erik stand auf der anderen Seite des Technikers und kniff die Augen zusammen, während auch er den Bericht las. Eriks Augen waren ernsthaft, die Farbe von Sturmwolken. Erik spielte nicht den leichtherzigen Viken wie Rolf. Noch fühlte er die Last des Dunklen so stark wie ich. Er wandelte in einer grauen Wolke, apathisch und losgelöst von der Welt. Ich wusste, dass er seine Familie verloren hatte, jeden einzelnen, in einem brutalen Angriff. Er hatte noch nie Details preisgegeben, nicht in den zehn Jahren, die ich schon an seiner Seite im Hive-Krieg kämpfte. Er behielt seine dunklen Geheimnisse für sich, selbst wenn er bis zu den Eiern in einer willigen Frau steckte, oder bis zum Hals im Trunk, zu berauscht, um aufrecht zu stehen.
Er hatte alles verloren, ebenso wie ich. Keiner von uns hatte ein Zuhause, in das wir zurückkehren konnten. Wir hatten keinen Grund für ein Leben im Sektor. Die Entscheidung, in der Vereinten Vikenstadt zu bleiben und der Königsfamilie zu dienen, war leichtgefallen.
Aber Rolf? Ich hatte keine Ahnung, warum Rolf nicht in Sektor Drei zurückgekehrt war, nachdem wir unseren Dienst im Hive-Krieg abgeleistet hatten. Als Erik einmal nachfragte, zuckte Rolf mit den Schultern und sagte, dass er Angst hatte, dass Erik und ich uns gegenseitig umbringen würde, wenn er nicht da war, um einzugreifen. Und so war er als Teil der königlichen Garde bei uns geblieben.
„Erik, wo zum Teufel ist sie? Kannst du ihre Koordinaten nicht abrufen? Kontaktiere die Erde. Bestimmt können sie ihren Transport nachverfolgen“, forderte ich.
„Haltet eure Eier beisammen, Jungs. Die haben ihre Spuren gut verwischt“, stieß Erik aus. Ich blinzelte langsam und riss mich zusammen. Eriks Worte waren scherzend gewesen, aber Sophia war seine Gefährtin, und ich erkannte den Blick in seinen Augen wieder.
Mörderisch. Ein perfektes Spiegelbild der Rage, die durch meine Adern floss.
„Die?“, fragte ich.
„Wer sind die?“, fragte der König. „Hast du eine Bestätigung bekommen, dass es die VSS waren?“
Ich fluchte und fing wieder an, auf und ab zu laufen, während Leah und das Baby sich wieder neben Lev stellten. Sichtlich aufgerüttelt suchte sie bei ihm Trost, Kraft. Der Anblick entfachte Rage in mir.
Irgendwo da draußen war meine Gefährtin und hatte Angst. Ganz alleine. Verschreckt.
Und ich konnte sie nicht erreichen.
„Verdammte Scheiße, Erik. Finde sie. Sofort.“
Rolf grunzte zustimmend, und Lev sah weiter zu, wie Eriks Hände über die komplizierten Steuerpaneele flitzten. In letzter Zeit lauerte in jedem Schatten Gefahr. Zweitausend Jahre lang, bevor Levs Familie den Planeten vereint hatte, wurden die drei Sektoren von demjenigen regiert, der gerade der Mächtigste und Grausamste war. Die Viken Sektor-Separatisten bevorzugten den alten Weg, das alte System. Sie hatten den Bürgerkrieg vor drei Jahrzehnten begonnen, der unserem König das Leben gekostet und die Drillingsprinzen als Waisen zurückgelassen hatte. Nun, da die Brüder zu einer Einheit verschmolzen waren und ihre kleine Tochter Allayna die anerkannte Thronerbin und Herrscherin über den ganzen Planeten war, hatten die VSS ihre Bemühungen nur verstärkt, die gesamte Königsfamilie erneut auszulöschen.
Ohne die drei Könige, ohne die Prinzessin Allayna, würde es keine klare Thronfolgelinie mehr geben. Es würde Chaos bedeuten. Krieg.
Und genau das war es, was diese Mistkerle erreichen wollten.
Die bevorstehenden Feierlichkeiten zum ersten Geburtstag der Prinzessin dienten nur als Denkzettel an all das, was diese mächtigen Familien verloren hatten. Die enthusiastische Bewunderung, die die gesamten Bevölkerung des Planeten der entzückenden kleinen Prinzessin entgegenbrachte, hatte die Rekrutierungsbemühungen der Separatisten nur verstärkt, denn es war die Prinzessin, die Viken wirklich vereinte. Täglich gab es neue Proteste in einem der Sektoren, Auseinandersetzungen zwischen Kriegern der Vereinten Vikenstadt und jenen, die den einzelnen Sektorenführern loyal geblieben waren. Und diese Loyalität war entweder erkauft oder erzwungen.
Die drei Könige von Viken, jeder in einem der Sektoren aufgewachsen, nachdem sie als kleine Kinder zu Waisen wurden, hatten den Prozess zur Vereinigung des Planeten begonnen. Die Geburt ihrer Tochter hatte ihren Anspruch auf den Thron nur noch verstärkt. Aber diejenigen, die nicht gewillt waren, die Macht abzugeben, versteckten sich wie Monster im Dunkeln und warteten auf ihren Moment, zuzuschlagen.
Als Königsgarde in der Vereinten Vikenstadt dienten Rolf, Erik und ich der Königsfamilie mit äußerster Loyalität. Bisher war es der königlichen Garde gelungen, jede Attacke auf die Königsfamilie abzuwenden.
Bis heute.
Heute hatten sie versucht, die Königin zu entführen, aber stattdessen meine Gefährtin geschnappt.
„Ich habe ihre Koordinaten. Sophia ist tatsächlich auf Viken angekommen.“ Erik hob seinen Blick zu meinem, und ich konnte ein Knurren kaum unterdrücken. Ich kannte unsere Sophia nicht, hatte sie noch nicht halten, berühren, ficken können. Aber sie gehörte mir. Und niemand stellte sich zwischen mich und etwas, das mir gehörte. Ich konzentrierte mich auf meine Wut. Wenn ich darüber nachdachte, wie unsere kleine Gefährtin alleine und verängstigt war, oder noch schlimmer, in Not, würde ich den verdammten Verstand verlieren.
„Wo ist sie?“ Meine Stimme war so kalt wie das blasse Metall des Schwertes, das Rolf auf dem Rücken trug.
Erik hob den Kopf, seine blauen Augen so dunkel, dass sie schwarz aussahen. „In den Wildlanden.“
„Den Wildlanden?“ Ich fuhr mir mit der Hand über den Nacken.
Königin Leah keuchte auf. „Aber es gibt keinen Transporterraum in den Wildlanden. Die VSS haben ihn vor Monaten zerstört.“
Rolf blickte am panischen Techniker vorbei zu Erik. „Nun, er hat recht.“ Er deutete auf die leuchtende Anzeige. „Diese Koordinaten sind in den Wildlanden.“
„Willst du mir verdammt nochmal sagen, dass die Separatisten unsere Gefährtin mitten im Transport abgefangen und entführt haben?“ Dies war eine neue Sicherheitsbedrohung, die ernster war als jede bisherige.
Lev knurrte den Techniker an. „Holen Sie Ihren verdammten Kommandanten hier runter und finden Sie heraus, wie sie das angestellt haben.“
„Ja, mein Herr.“ Der Techniker stellte Kontakt her zu jemandem, den wir nicht sehen konnten, aber ich ignorierte ihn.
„Bring mich dorthin, Erik. Sofort.“
Der König hob die Hand, um mich abzuhalten. „Du weißt nicht, in was du hineintransportiert werden würdest. Lass uns mehr Krieger versammeln, um dich zu begleiten.“ Er blickte an mir hoch und runter, und tat rasch das Gleiche mit Rolf und Erik. Seine Augenbraue zog sich hoch, als ihm auffiel, dass wir nur leichte Rüstung trugen. Wir hatten erwartet, eine wunderschöne neue Gefährtin in Empfang zu nehmen, nicht in die Schlacht zu ziehen. „Ihr braucht Rüstung und Waffen. Und mehr Krieger.“
„Ich werde nicht warten. Unsere Gefährtin ist da draußen, alleine und verängstigt. Verlang nicht von mir, dass ich warte.“
Der König verzog das Gesicht, aber es war die Königin, die ihn auf unsere Seite brachte. „Lev. Lass Gunnar nur machen. Bitte. Was würdest du tun, wenn ich und Allayna da draußen in den Wildlanden wären?“ Königin Leah legte die Hand auf sein Herz und lehnte sich an ihn.
Ich konnte den Augenblick sehen, in dem er die Meinung änderte. „Also gut. Aber sie waren hinter der Königin her. Ich weiß, dass ihr sie zerfleischen wollt, aber wir brauchen sie lebend, um sie zu verhören.“ Er blickte auf seine Gefährtin hinunter und hob seine Hand, um sanft über die weichen, zarten Locken seiner kleinen Tochter zu streichen. „Es ist an der Zeit, diese Mistkerle aus ihren Schlupflöchern zu treiben.“
„Verstanden.“ Ich wollte die Männer umbringen, die es gewagt hatten, mein Eigen zu bedrohen, aber ich stimmte zu. Ich würde sie lebend schnappen, wenn ich konnte, und sie den Verhörspezialisten überlassen.
Leah zerrte an der Hand des Königs und trug die Prinzessin auf die Transportplattform, dicht gefolgt von ihrem Gefährten. „Wir müssen zu den Friedensverhandlungen, Lev. Wir müssen los. Wenn du dort nicht erscheinst, werden die Sektoren zu munkeln beginnen. Sie werden es gegen uns verwenden.“
Lev küsste sie sanft auf die Stirn, aber sein Körper zitterte vor Wut und Frust über ungeklärte Fragen. Seine Frau war in Gefahr gewesen—könnte es immer noch sein—und er konnte es nicht selbst aufklären.
„Du hast recht.“ Unser König hob seinen Blick zu mir hoch, von einem Krieger aus Sektor Zwei zum anderen, mit einer Forderung nach vollständiger Rache. „Kümmert euch darum. Findet eure Gefährtin. Nehmt sie in Besitz. Bringt sie in Sicherheit.“
„Werden wir.“
„Und bringt diese rückgratlosen Feiglinge zu mir“, sagte er.
Die Prinzessin zupfte mit ihren Knubbelfingern am Hemd ihres Vaters, und die Sanftheit seiner Berührung widersprach der Gewalt in seinen Worten.
„Ja, mein Herr.“ Ich würde jeden Viken erledigen, der an der Entführung beteiligt war, nicht nur, weil der König es verlangte, und nicht, weil sie das Leben der Königin bedroht hatten, sondern weil sie mir etwas weggenommen hatten. Meine Gefährtin.
Lev befahl dem Techniker, sie zurück in Sektor Drei zu transportieren. Der König, die Königin und Allayna waren wenig später verschwunden, und die Stille im Transporterraum war ohrenbetäubend.
„Bestätigen Sie ihre sichere Ankunft im Transportzentrum des Sektors“, befahl Rolf.
Der Techniker tippte ein paar Mal über die Anzeige, dann hörten wir Levs Stimme. „Wir sind wohlbehalten angekommen. Findet eure Gefährtin.“
Er trennte die Verbindung, ohne sich zu verabschieden. Was hätte er noch sagen können? Wir konnten nicht länger warten. Obwohl die Königin und die Prinzessin in Sicherheit waren, konnte das von unserer Gefährtin nicht behauptet werden. Sie war in den verdammten Wildlanden. Ganz alleine. Schutzlos.
Erik und Rolf wandten sich beide an mich. Ich war der ranghöchste Offizier unter uns, und was noch wichtiger war, ich brauchte es, die Kontrolle zu haben, wie ich die Luft zum Atmen brauchte. Das Bedürfnis, das Kommando zu haben, war wie eine Infektion in meinem Blut. „Wenn unsere Gefährtin in den Wildlanden ist, dann ist die Transportplattform dort nicht zerstört worden. Die Separatisten haben falsche Informationen verbreitet“, sagte ich.
Der Techniker blickte verwirrt.
„Sobald wir weg sind, finden Sie heraus, wer den verdammten Bericht unterschrieben hat.“
„Ja, mein Herr.“ Ich sah die Erkenntnis in den Augen des jungen Mannes dämmern, und gleich danach Rage. Gut. Er war jung, aber loyal. Er würde die Bedrohung für seine Königin und die Prinzessin äußerst ernst nehmen.
Erik nickte. „Die Transportstation an diesen Koordinaten ist immer noch betriebsfähig und empfangsbereit.“
„Seid ihr beide voll bewaffnet?“, fragte ich und begutachtete meine Freunde und Mitkämpfer.
Erik schnaubte mich an, als wäre die Frage idiotisch. Das war sie auch. Wir gingen dieser Tage nirgendwo hin ohne unsere Waffen.
Ich nickte ihnen zu, und wir betraten die Transportplattform. „Los, auf zu unserer Gefährtin.“

Sophia
Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich durch die Wälder gelaufen war. Anfangs war ich noch gerannt. Dann war ich über das grobe Unterholz gestolpert und hatte mich in dem dämlichen Kleid verheddert. Ich hatte niemanden hinter mir gehört, der mich verfolgte, also wurde ich langsamer. Außerdem würde mein Seitenstechen nicht weggehen, und es erinnerte mich nur daran, dass ich kaum im Fitnesscenter war. Überall waren Tiere. Ich konnte sie hören und sah ein paar kleine Exemplare davonhuschen.
Unter dem dichten Blätterdach gab es kein Sonnenlicht. Oder Sonnenlichter? Wie viele Sonnen hatte Viken? Es war nicht kalt, ich schwitzte sogar in meinem schweren Kleid. Ich kam an einen Bach und kniete mich daneben hin, fing das kühle Wasser in meinen Händen auf und trank es. Ich würde mir wahrscheinlich irgendeinen verrückten Parasiten einfangen, aber ich würde nicht verdursten. Und Gottseidank schmeckte das Wasser nach...nun...Wasser. Mein Kleid wurde an den Knien nass und klebte mir an den Beinen, und zog mich nach unten, wenn ich aufrecht stand.
Ich knöpfte es auf und schlüpfte aus dem schweren, umständlichen Kleidungsstück. Darunter trug ich ein schlichtes weißes Unterkleid, das mir bis knapp über die Knie reichte. Es war nicht freizügiger als ein kurzes Sommerkleid auf der Erde. Ich zupfte am weiten Ausschnitt und blickte hinunter, wo ich feststellte, dass ich eine Mischung aus Korsett und BH trug. Meine Mädels hatten guten Sitz und hüpften nicht herum, und dafür war ich dankbar. Ich ließ das Kleid zurück und ging weiter am Bach entlang. Die Schuhe, die ich trug, waren schlicht und flach. Ich wusste nicht, was passieren würde, wenn sie nass wurden, also blieb ich am trockenen Ufer und wollte den Bach nicht durchqueren.
Die Sonne schien auf Viken nicht unterzugehen oder über den Himmel zu wandern. Es fühlte sich an, als wäre es Stunden her, seit ich den Mann getötet hatte, viele Meilen, die ich vom Transportgebäude gelaufen war, und ich hatte niemanden gesehen, niemanden gehört außer den kleinen Baumtierchen. Ich fühlte mich wie das verdammte Schneewittchen, als ich so durch den Wald lief, auf den Jäger wartend, der auftauchen und mir das Herz rausschneiden wollte.
Wusste überhaupt irgendwer, dass ich hier war? Dass ich vermisst wurde? Oder umgeleitet worden war. Oder was auch immer passiert war.
Meine Beine schmerzten, die Muskeln zitterten und ich hatte Hunger. Das letzte Mal, dass ich auf der Erde gegessen hatte, war Stunden vor dem Test im Bräute-Zentrum gewesen. Wer wusste schon, wie lange das her war? Mein Magen dachte wohl, es war einige Tage her, das Stechen darin scharf wie ein Messer. Mir war gesagt worden, dass die Erde viele Lichtjahre von diesem Planeten entfernt war, also erlaubte ich mir, dass ich mich mürrisch nach einem Hamburger und Pommes sehnte. Ich hatte mir ein verdammtes Doppelkaramell-Milchshake mit Sahne und kleinen Schokostreuseln verdient, selbst wenn es sich an meinem Hintern ansetzen würde.
Mir war übel und schwindlig, und ich konnte nicht weiter. Ich brauchte eine Rast. Ich entfernte mich vom Bach und ging tiefer in den Wald, bis ich einen großen Baum fand, auf den ich klettern konnte. Ich fand drei große Äste, die eine Art Sitz formten, und verkeilte mich darin. Ich zog die Knie an mich heran, lehnte den Kopf gegen die glatte Rinde und beruhigte meinen Atem. Ich war froh, dass es nicht kalt war, und ruhte mich einige Minuten lang aus, während um mich herum die Waldlaute sich wieder einstellten. Vögel sangen Lieder, die ich nicht kannte. Ein seltsames, flauschig schwarzes Tierchen hüpfte von Ast zu Ast wie ein Eichhörnchen zu Hause. Komische Insekten flogen um mich herum durch die Luft, aber die meisten ließen mich in Ruhe. Ein oder zwei landeten auf mir, aber ich wischte sie rasch weg und wünschte, ich hätte das blaue Kleid behalten, als Insektenschutz oder als Decke.
Zumindest war ich die letzten paar Meilen lang nicht darüber gestolpert.
„Sophia!“
Der laute Ruf ließ mich erstarren, aber ich antwortete nicht. Direkt unter mir waren drei große Viken-Männer in den Wald gekommen. Der Mann, der gerufen hatte, war groß und blond, seine Augen zu weit weg, als dass ich sie gut sehen konnte, aber ich nahm an, dass sie grün waren. Er war groß und muskulös, seine kräftige Figur in eine dunkelgrüne Uniform mit roter Armschleife gekleidet. Sein Gesicht war so gutaussehend, dass mein Herz vor mehr als nur Angst raste.
„Sophia!“ Ein zweiter Mann ging ein paar Schritte hinter dem Blonden und rief ebenfalls nach mir. Er drehte den Kopf von einer Seite zur anderen, auf der Suche nach mir. Er hatte eine breitere Brust und war ein paar Zentimeter kleiner als sein Kompagnon. Aber er sah meinem Lieblingsschauspieler ähnlich. Sein langes braunes Haar war eng an seinem Kopf zusammengebunden und fiel bis zur Mitte seines Rückens hinunter. Er trug eine braune Uniform mit derselben roten Schleife um seinen Arm, und trug eine seltsam aussehende Waffe, mit der er die Ranken auf der Suche nach mir zur Seite schlug.
Ich ließ sie vorüberziehen, saß lange Minuten lang da und erwog, vom Baum zu klettern, während sie sich immer weiter von meinem Standort wegbewegten. Ich dachte gerade darüber nach, dass ich herunterklettern und darauf hoffen sollte, dass sie nicht hier waren, um mich zu töten. Zumindest, bis ich den dritten Mann sah.
Er sprach nicht und folgte den anderen mit zumindest einer Viertelmeile Abstand. Er bewegte sich auf leisen Sohlen durch den Wald, sein dunkler Blick alles absuchend.
Von allen Dreien war er der Einzige, der nach oben blickte.
Ich zog mich hinter den dicken Stamm des riesigen Baumes zurück und verbarg mich vollständig, und blickte zwischen den smaragdgrünen Blättern zu ihm hinunter. Er war von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet, mit demselben roten Armband. Er hatte tiefschwarzes Haar, das kurz geschnitten war, und dunkle Augen. Sein Gesicht ließ mich an das schärfste griechische oder italienische Model denken, das je auf einem Titelbild zu sehen war, aber seine Haut war dunkler, die Farbe von meinem liebsten Mokka Latte. Er war wunderschön, aber kantig. Es waren seine Augen, die mich erstarren ließen. Sie waren kalt, emotionslos und berechnend, während er den anderen durch den Wald folgte.
Also die ersten beiden sollten mich aufscheuchen, damit der Jäger hinter ihnen mich schnappen konnte.
Ich war vielleicht ein Stadtkind, aber ich war nicht dumm. Ich kannte dieses Szenario nur zu gut von den Straßen zu Hause. Schick ein paar Jungs los, die an Türen klopften und Ärger schürten. Und gerade, wenn alle dachten, dass es wieder sicher war, kamen die wahren Schlägertypen und schlugen irgendwem die Zähne aus.
Nein danke. Auf die Scheiße würde ich nicht reinfallen.
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