Kitabı oku: «Gespielin der Cyborgs»

Yazı tipi:

Gespielin der Cyborgs
Interstellare Bräute® Programm: Die Kolonie - 2
Grace Goodwin


Inhalt

Willkommensgeschenk!

Interstellare Bräute® Programm

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Epilog

Willkommensgeschenk!

Interstellare Bräute® Programm

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Über Die Autorin

Gespielin der Cyborgs: Copyright © 2017 durch Grace Goodwin

Alle Rechte vorbehalten. Dieses Buch darf ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis des Autors weder ganz noch teilweise in jedweder Form und durch jedwede Mittel elektronisch, digital oder mechanisch reproduziert oder übermittelt werden, einschließlich durch Fotokopie, Aufzeichnung, Scannen oder über jegliche Form von Datenspeicherungs- und -abrufsystem.

Herausgegeben von Grace Goodwin unter KSA Publishing Consultants Inc.

Goodwin, Grace

Gespielin der Cyborgs

Coverdesign: Copyright 2019 durch Grace Goodwin, Autor

Bildnachweis: Deposit Photos: RomarioIen, Angela_Harburn

Anmerkung des Herausgebers:

Dieses Buch wurde ausschließlich für volljährige Leser geschrieben. Spanking und andere sexuelle Aktivitäten, die in diesem Buch vorkommen, sind reine Fantasien, die für Erwachsene gedacht sind, und werden vom Autor und vom Verleger weder unterstützt noch ermutigt.

Willkommensgeschenk!
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Interstellare Bräute® Programm

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1


Kristin Webster, Abfertigungszentrum des Interstellaren Bräute-Programms, Erde

Als ich spürte, wie sich ein Schwanz...dort an mich drückte, wurde ich still und mein Atem stockte. Mein erster Gedanke war Panik. Woher wusste er das? Ich hatte mein Geheimnis noch niemandem verraten.

Noch nie.

Ihn nun dort zu begehren, von ihm gedehnt werden zu wollen, gefüllt—es war nicht richtig. Ganz und gar nicht. Oh, ich wusste, dass Kerle auf Analsex standen, zumindest wenn man jedem einzelnen Porno glauben durfte. Und über Pornos wusste ich nur zu gut Bescheid, nach drei Jahren Arbeit bei der Einsatzgruppe gegen Menschenhandel beim FBI—aber das hatte noch niemand von mir gefordert. Mich hatte noch nicht einmal jemand aus Versehen dort angestupst. Nicht auch nur eine Unterhaltung zum Thema Hoppla, ich bin an deiner Pussy vorbeigerutscht und in deinem Hintern gelandet hatte ich führen müssen.

Im Bett war ich immer nur ganz brav gewesen, hatte noch nie jemandem offenbart, was ich wirklich wollte oder brauchte. Hatte immer Angst gehabt. Bis jetzt zumindest.

Jetzt spürte ich diesen Schwanz, der sich gegen meinen Hintereingang drückte, und ich wollte, dass er mich öffnete und in mich eindrang. Tief in mich hinein, und mich fickte. Mich dehnte. Mir ein wenig weh tat. Sein Schwanz war größer als alles, womit ich je gespielt hatte, größer, als ich mir vorstellen konnte. Und er drückte sich in diesem Moment in mich. Dort. Entgegen jeglicher Vernunft, jeglicher Sinnhaftigkeit, wollte ich, dass er sich beeilte. Tief hinein fuhr und mich füllte, mich weit dehnte, bis ich um Gnade bettelte und mir sicher war, dass nichts mehr hinein passen würde. Mich auf eine Art ficken würde, die ich aus Angst noch keinem anderen Mann eingestanden hatte. Noch nie.

Warum beeilen?

Weil es bereits einen anderen Schwanz gab, der meine Pussy dehnte—aber ein Schwanz war nicht genug. Nicht für mich. Nicht für die unartige kleine Kristin.

Ich war ein böses Mädchen. Und keiner wusste es. Keiner ahnte es. Aber mein Gott, ich wollte ein böses, böses Mädchen sein... ich wollte, dass er mich an den Haaren riss und mich zum Betteln brachte, mich biss, bis es weh tat, und in meine Nippel kniff, bis sie brannten. Und jedes Einzelne dieser Begehren war so tief in mir vergraben, dass ich sie noch niemals laut ausgesprochen hatte. Nicht auch nur einmal. Nicht einmal zu mir selbst.

Aber meinem Traum-Ich war das egal. Sie gelüstete es. Sehnte sich danach. Fühlte sich ausgesprochen wohl zwischen den beiden mächtigen Männerkörpern. Es machte ihr nichts aus, zu fordern, was sie wollte. Zuzugeben, dass sie mehr brauchte als den Standard-Bums in der Missionarsstellung, den Albtraum, mit dem sich die meisten Menschen im Leben zufriedengaben. Irgendwo tief drin wusste sie, dass die beiden sich um sie kümmern würden. Ihr alles geben würden. Sie zum Schreien und Kommen bringen und dazu, nach mehr zu betteln.

Ich wollte so sehr betteln. So sehr vertrauen. So sehr loslassen. Mich hingeben.

Das hier war ein Traum. Musste es sein. Ich hatte noch nie einen echten Dreier gehabt. Nicht die biedere FBI-Agentin Kristin Webster. Männer hatten Angst vor mir oder dachten, dass ich zu hart war, zu kalt, zu abgehärtet von dem, was ich im Einsatz schon zu sehen bekommen hatte, um jemals im Bett dominiert werden zu wollen.

Sie lagen falsch. So unglaublich falsch.

Doch dies fühlte sich nicht an wie ein Traum. Nein, es fühlte sich echt an. Die Schwänze fühlten sich echt an. Die heiße Haut des Mannes unter mir—den ich ritt wie ein Cowgirl im Wilden Westen—sein dicker Schwanz, der meine Pussy so vollständig ausfüllte, an Stellen in mir rieb, die zum ersten Mal zum Leben erwachten. War das mein G-Punkt, den er traf?

Ich wimmerte, als diese breite Spitze wieder und wieder dagegen stieß.

Mein Kitzler rieb sich jedes Mal an ihm, wenn er in mich stieß. Tief hinein, so tief, dass er anstieß. Ich streckte den Rücken durch, verlagerte mich, bis ich so viel wie möglich von ihm aufnehmen konnte. Sogar noch mehr. Meine Hände pressen sich in die seidigen Laken neben seinen Schultern, kühl auf meiner hitzigen Haut, und ich streckte den Rücken durch und bot mich dem Mann hinter mir dar, der dort spielte. Mein Körper bettelte, sagte, was ich nicht aussprechen konnte, während ich die Knie weiter spreizte und meine Muskeln anspannte in der Hoffnung, seine Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Wir alle waren schlüpfrig. Ich wusste, es war eine Art Öl, das uns glatter machte, mit reichem, exotischem Aroma. Berauschend. Der Geruch vermengte sich mit Sex und Haut und Mann. Meinen Männern. Ihr unverwechselbarer Geruch war mir vertraut, in diesem Körper, und er erfüllte meinen Geist mit Lust und Erinnerungen an andere Begegnungen, Orgasmen. Genuss. Sie ertränkten mich in Genuss.

Große Hände lagen auf meinen Hüften, führten mich, bewegten mich so, wie es dem Mann unter mir gefiel. Ein zweites Händepaar schlang sich von hinten um mich und umfasste und spielte mit meinen Nippeln. Sie waren harte Spitzen, so empfindlich, dass sich meine Innenwände bei jedem kräftigen Zupfen daran zusammenzogen und krampften. Seit wann hatten meine Nippel eine Direktverbindung zu meiner Pussy?

Nach einem besonders genüsslichen Ziehen daran stöhnte ich auf.

„Ich werde kommen“, rief ich aus, und ich erkannte meine Stimme nicht. Wer war diese wilde Frau? Ich konnte nicht mit meinem Kitzler spielen, selbst wenn ich es gewollt hätte, denn ich hatte nicht die Erlaubnis dazu. Und das machte mich noch schärfer. Verzweifelter. Ich wusste, dass meine Gefährten mich nicht lassen würden. Wusste, dass meine Orgasmen ihnen gehörten. Woher ich das wusste? Keine Ahnung. Es war ein Traum. Ein seltsamer, geiler, unglaublicher Traum.

Ich würde nirgendwohin gehen, und wollte es auch nicht. Ich wollte, dass sie zu Ende führten, was sie begonnen hatten. Ich wollte, dass sie mich knackten und alles nahmen, jedes letzte Bisschen Lust und Selbstbeherrschung. Ich wollte ihnen gehören, vollständig. Kein Halten mehr. Keine verdammten Regeln. Nur ich...und sie.

Meine Männer. Sie gehörten mir.

Mit diesem leidenschaftlichen Gedanken senkte ich mich auf den Schwanz meines Gefährten hinunter und zappelte, ritt ihn mit meinem Kitzler, holte mir, was ich brauchte. Ich war nun von Sinnen. Ich brauchte einen Orgasmus. Ich brauchte, dass sie mich kommen ließen.

Eine Hand sauste auf meine rechte Arschbacke herunter, und ein lautes Klatschen hallte durchs Zimmer. Ich zuckte nur noch stärker um den Schwanz herum, der mich fickte, und es brachte mich meiner Erlösung nur noch näher.

„Kein Kommen, Gefährtin.“ Seine heiße Hand landete noch einmal auf meinem Hintern, der scharfe Knall wie eine Droge für meine überladenen Sinne. „Nicht, bevor ich in deinem Hintern bin und wir dich gemeinsam in Besitz nehmen“, sagte der Mann hinter mir. „Dann wirst du heftiger kommen. Es wird so viel besser sein.“

Ich schüttelte den Kopf, verloren. Ich wollte nicht warten. Ich brauchte ihn jetzt.

Er schlug noch einmal zu. Ein Keuchen entkam meinen Lippen. Es brannte, aber schon bald breitete sich die Hitze hell und klar in meinem Kopf aus. Ich grinste, als mein Körper erbebte, der Effekt seiner Berührung war vielleicht das Gegenteil von dem, was er beabsichtigt hatte.

„Wenn du so weitermachst, werde ich kommen“, sagte ich und leckte meine trockenen Lippen.

Ich hörte das dumpfe Rollen eines Männerlachens.

„Unser unanständiges Weib.“ Die Worte waren als Lob ausgesprochen worden, während der Schwanz sich stärker an meinen Hintereingang drückte. Die Ölschicht machte es ihm leicht, in mich einzudringen.

Ich hatte mich auf Schmerzen eingestellt—sollte ein so großer Schwanz nicht weh tun?—aber die traten nicht ein. Ich musste nur stöhnen, als die Spitze seines Schwanzes mit einem stillen Ploppen an dem engen Muskelring vorbei glitt, der ihn draußen halten wollte.

Vollgestopft, ausgefüllt, ich hatte mich nie zuvor so gefühlt. Ich sackte auf der Brust meines Gefährten zusammen, gab mich dem Gefühl hin, von ihnen genommen zu werden, gefickt, geliebt. Nichts würde diese beiden davon abhalten, mich in Besitz zu nehmen. Ich hatte nicht die Absicht, mich ihnen entgegenzustellen. Es fühlte sich so wahnsinnig gut an.

Sie bewegten sich, und ich schrie auf. Gegen die Empfindungen, zwei Schwänze in mir zu haben, die sich bewegten, kam ich nicht an. Ich konnte mich nicht zurückhalten. Ich war so erfüllt.

Mein Orgasmus baute sich auf, und meine Pussy fing bereits zu zucken an, aber der Mann hinter mir stöhnte auf und beide hielten still.

„Nein. Noch nicht. Nicht ohne unsere Erlaubnis.“ Die beiden hielten still, bis mein Körper von der Kippe zum Orgasmus wieder herunten war und ich die Männer, meinen Körper, den Raum langsam wieder bewusst wahrnahm. Ich konnte ihren schweren Atem hören, spürte, wie sie mich fester und fester packen, spürte ihre Schwänze in mir gleiten. Ich konnte alles spüren, und es ballte sich zu einem perfekten, hellen, heißen Ball zusammen, der gleich platzen würde.

„Bitte, bitte bewegt euch. Bitte“, flehte ich, wollte meine Hüften bewegen, meinen Kitzler an dem Mann unter mir reiben. Irgendetwas.

„Noch nicht, Gefährtin.“

Ich war langsam wie von Sinnen. Jedes Nervenende in meinem Körper war hellwach, meine Haut kribbelte, mein Körper war so empfindsam, dass ich mich bemühen musste, mich an Worte zu erinnern, und meine Lippen zwingen musste, sich um die Laute herum zu formen, damit ich überhaupt betteln konnte. „Bitte, ich kann es nicht erwarten.“

„Dann werden wir die Worte nun sprechen.“

„Tut irgendwas“, wimmerte ich. Tränen liefen mir über die Wangen, die einzige Erlösung, die mir in diesem Augenblick zur Verfügung stand, während ich zwischen ihnen klemmte, erobert. In ihrem Besitz.

„Nimmst du meine Besitznahme an, Gefährtin?“, sprach der Mann unter mir, seine Stimme seidig und tief. Klar und fest, wenn man bedachte, dass wir gerade fickten und sein Schwanz hart wie Granit in meiner Pussy steckte. „Gibst du dich mir und meinem Sekundär frei hin, oder wünscht du, einen anderen primären Gefährten zu wählen?“

„Ja“, schrie ich, mein Atem abgehackt, während ich mich daran gewöhnte, zwei große Schwänze in mir zu haben. Ich wusste, dass das nicht das Wort war, das er wollte, und das ich sagen sollte. Aber meine Pussy zuckte schon wieder zusammen, und ich brachte nicht mehr heraus. Konnte mich nicht aufs Sprechen konzentrieren.

„Sprich die Worte, Gefährtin, dann werden wir uns bewegen. Wir werden dich ficken, genau wie du es möchtest.“

Ich leckte mir über die trockenen Lippen. Wenn ich wollte, dass sie mich rannahmen und mir gaben, was ich begehrte, dann musste ich mich konzentrieren. Zumindest ein paar Sekunden lang.

Das hier war bedeutsam. Die Besitznahme. Irgendwie wusste mein Traum-Ich, dass es bedeutsam war. So etwas wie ein ewiges, feierliches Versprechen. Zum Glück wusste sie, was sie sagen musste. „Ich nehme eure Besitznahme an, Krieger.“

Sobald ich mein Gelöbnis ausgesprochen hatte, knurrten meine Gefährten, ihre Selbstbeherrschung war am Ende. Erst da erkannte ich, dass ich nicht die Einzige war, die sich kaum noch halten konnte.

„Dann nehmen wir dich in Besitz, durch das Ritual der Benennung. Du gehörst uns, und wir werden jeden anderen Krieger töten, der es wagt, dich anzufassen.“

„Mögen die Götter euch bezeugen und beschützen.“, erklang ein Stimmenmeer um uns herum.

Wir waren nicht alleine?

Oh mein Gott. Und diese Stimmen? Sie waren tief. Männerstimmen. Und es waren viele.

Meine Innenwände zuckten zusammen, als ich feststellte, dass wir Zuseher hatten. Ich hatte einen Schwanz in meiner Pussy und einen in meinem Hintern, ich war nackt und bettelte, und uns sah jemand dabei zu?

Ein Teil von mir, der konservative, verklemmte, nie die Regeln brechende Teil schrie in meinem Kopf auf. Aber meinem Traum-Ich war das egal. Es war zu viel. Noch eine neue Erkenntnis für mich—ich hätte nie gedacht, dass Exhibitionismus mich scharf machen würde—und ich liebte es, zu wissen, dass andere uns zusahen, begehrten, unsere Lust mit ihren Augen verschlangen, und uns doch nicht anfassen durften.

Hätte ich gewusst, was für ein unanständiges Mädchen ich war, dann hätte ich mir schon lange einmal zwei Männer gesucht, die es mir geben konnten.

Eine Hand fuhr auf meinen Hintern herunter, während beide Schwänze sich herauszogen, dann tief eindrangen, mich gemeinsam völlig ausfüllten mit harten, schnellen Stößen, und ich aufschrie von der Lust und dem Schmerz, davon, so vollständig genommen zu werden.

„Niemand anderer wird dir dies geben“, knurrte der hinter mir, während seine Hand mir ins Haar fuhr und meinen Kopf nach hinten riss. Er winkelte meinen Kopf ab, bis ich ihn über die Schulter hinweg ansah, und er küsste mich heftig und tief, während der Mann unter mir das Spielen mit meinen Nippeln übernahm. Hatte ich die letzten Worte laut ausgesprochen?

Seine Zunge stieß tief in mich hinein, während sein Schwanz in meinem Hintern hin und her fuhr, hart und fest und gnadenlos. Der Schrei wuchs in meiner Kehle heran, und mein Körper spannte sich um sie beide herum an. Die Mühe dessen, sich zurückzuhalten, staute sich auf wie eine Bombe, die gleich in mir explodieren würde.

Er unterbrach den Kuss und biss mir sanft ins Ohr. „Komm, Gefährtin. Jetzt.“

Unter seinem dominanten Ton, dem Brennen von seinem scharfen Schlag auf meinen Hintern und den Schwänzen tief in mir zerbrach ich in Stücke.

Ich schrie und zuckte, während sie mich zwischen sich festgeklemmt hielten. Meine Muskeln spannten sich an, dann erschlafften sie, spannten sich wieder an, gaben sich der Lust hin, die sie mir bereiteten. Meine Handflächen pressten sich in die heiße Haut der Männerbrust unter mir, meine Finger krümmten sich und hinterließen wohl kleine Abdrücke. Meine Pussy zog sich um ihn herum zusammen wie eine Faust.

Die Männer wurden schneller, hemmungsloser, fickten mich und wechselten ihren Rhythmus ab, hielten das selige Gefühl aufrecht, ließen meine Lust länger und länger nachhallen, bis ich keinen Atem mehr hatte und noch einmal explodierte. Das scharfe Zerren der Hand meines Gefährten in meinem Haar hielt mich wie eiserne Handschellen fest, mein einziger Anker in der Wirklichkeit. Ich konnte mich nicht losreißen, nicht aus ihrem Besitz entkommen, konnte nichts tun, als die dominanten Stöße ihrer Schwänze hinzunehmen, während sie mich mit einem Hunger in Besitz nahmen, der meinen eigenen vorantrieb. Ich wirbelte schon wieder in die Höhe, so knapp vor dem Orgasmus, mein Körper noch nicht völlig befriedigt. Ich wimmerte ungläubig, als ich spürte, wie sie erstarrten und anschwollen, mich bis an die Grenzen ausfüllten und dann kamen.

Ihr Samen spritzte heiß in mich, so reichlich, dass er heraustropfte und mich benetzte. Sie benetzte. Wir waren eins, vereint, und ich war es gewesen, die es vollbracht hatte. Diese Familie geschaffen hatte. Sie gehörten mir.

Der Gefährte in meinem Rücken leckte mich am Nacken, schmeckte die glitzernde Feuchtigkeit, die ihre Zuwendungen mir entrungen hatten. „Braves Mädchen, wie du allen gezeigt hast, wieviel Lust dir deine Gefährten bereiten. Es steht außer Frage, dass du uns gehörst. Du willst uns, brauchst uns, ebenso wie wir dich brauchen.“

Ich spürte, wie der Mann vor mir sich aufsetzte, starke und kraftvolle Muskeln unter meinen Händen. Sein Mund drückte sich mit einem feurigen Kuss auf meine Lippen, während der Mann hinter mir an meinem Ohr und meinem Nacken knabberte, mir sanft in die Schulter biss. Der Schmerz ließ meine Hüften zucken, und ich glitt nach unten, drückte ihre beiden Schwänze wieder tiefer in mich hinein und gab mich ihnen völlig hin, war zwischen ihnen gefangen, von beiden verehrt.

„Gefährtin“, wiederholten sie, wieder und wieder. Keiner von ihnen zog sich heraus. Keiner wurde in mir weich. Ich wusste, dass wir noch nicht fertig waren. Wir würden noch einmal ficken, und ich konnte nichts sagen als...

„Bitte.“ Ich wollte, dass sie es schnell taten. Sich bewegten. Mich bissen. Mich verhauten. Mich fickten, als könnten sie niemals genug von mir bekommen. Ich war immer noch an der Kippe, mein Appetit auf sie war nicht annähernd gestillt. „Bitte, macht schnell.“

„Miss Webster.“

Diese Stimme nervte mich, und sie gehörte nicht zu meinen Gefährten. Ich ignorierte sie, konzentrierte mich auf die heißen Körper um mich herum. Ich brauchte mehr. Warum bewegten sie sich nicht? Sagten nichts? Fickten mich nicht? Machten mich nicht zu ihrem Eigentum. Ließen mich nicht spüren.

„Bitte“, flehte ich noch einmal. „Gebt es mir. Beide.“

„Miss Webster!“

Es war keine Männerstimme, die nun sprach, sondern die Stimme einer Frau, und ihre Stimme war laut und voller Intensität, die mit Sex nichts zu tun hatte. Oder mit Orgasmen. Oder mit harten, zustoßenden Schwänzen.

Nein. Nein. Nein. Ich kämpfte darum, an ihnen festzuhalten, an ihrer Lust, aber meine Gefährten verblassten, als würde ich wirklich gerade aus einem Traum erwachen. Einem scharfen, verdammt unglaublichen Traum.

Ich öffnete die Augen, blinzelte. Blinzelte ein zweites Mal.

Saubere weiße Wände. Ein nicht gerade ansehnliches Krankenhaus-Hemd, das mir über die empfindlichen Nippel rieb. Arme, die mit harten Metallhandschellen an meine Seiten geschnallt waren, während ich in einem Stuhl mit befremdlichen Computerteilen und Sensoren saß, die an meinem Körper und meinem Kopf befestigt waren. Ich war nackt unter dem Hemd, und die harte Sitzfläche unter mir war verschmiert und nass von meiner Erregung.

Aufseherin Egara mit ihrem dunklen Haar, ihren freundlichen Augen und ihrem strengen Gesichtsausdruck starrte mich an, als wäre ich eine Kuriosität in einem Zirkus.

Oh. Mein. Gott.

Wie peinlich. Gott, konnte sie das etwa riechen? Roch ich nach Sex? Was würde sie von mir denken? Sollte ich überhaupt so erregt sein? Das bezweifelte ich. Ich musste für sie ein ganz schönes Theater gewesen sein. Die arme kleine Kristen, die Männern nicht traute. Die schon drei Jahre lang keine Verabredung mehr gehabt hatte. Die einen Mann auf sein Telefon blicken sah und sofort vermutete, dass er sich Kinderpornos anschaute oder eine Nutte bestellte, oder ein Dutzend anderer Dinge tat, die ich von bösen Männern schon erlebt hatte.

Ich war aus einem Grund hier im Abfertigungszentrum für Interstellare Bräute. Ich hatte zu viel gesehen. Ich brauchte einen Neuanfang. Und vielleicht konnte ich mein Hirn abschalten und es im Bett mit einem Alien wieder richtig schön haben, mit einem Mann, von dem ich wusste, dass er ehrenhaft war und mir vom fortschrittlichsten Partnervermittlungs-System, das je erschaffen wurde, zugeordnet worden war. Die Zuordnungsprotokolle ließen menschliche Partnerbörsen aussehen wie ein Steinzeit-Werkzeug neben einem Raumschiff.

Ich seufzte und blinzelte die Aufseherin an. Also hatte ich gerade keinen umwerfenden, sexy Dreier mit zwei gut bestückten Männern in einem Raum voller Zuschauer gehabt. Nein, ich war im Testzentrum für Interstellare Bräute gewesen. Ich war an den Teststuhl geschnallt und hatte gerade Aufseherin Egara angebettelt, es mir zu geben.

„Könnten Sie mich bitte jetzt sofort transportieren, damit ich Ihnen nicht mehr in die Augen blicken muss?“, fragte ich. Da meine Handgelenke an den Armlehnen des äußerst unbequemen zahnarztähnlichen Stuhl geschnallt waren, konnte ich mir nicht einmal die Hände vors Gesicht halten.

Es war ja nicht einmal mein Hintern völlig verdeckt von dem dämlichen Krankenhaus-Hemd, das immerhin hinten offen war. Ich zappelte mit den Hüften. Während meine Pussy vor Erregung und von dem Orgasmus noch ganz angeschwollen und schwer war, hätte ich schwören können, dass ich noch spüren konnte, wie der Umfang der Männerschwänze mich weit dehnte, an...beiden Stellen.

Aber mein Verstand kämpfte dagegen an, wie mein Körper sich fühlte. Da waren keine Schwänze. Keine scharfen Männer, die mich am Haar rissen, in mich hinein stießen und mich auf Kommando kommen ließen.

Stattdessen war da die Aufseherin. Von schmaler Statur, ihr dunkles Haar vom Nacken hoch in einen seriösen Knoten gebunden. Ihre rote Uniform trug die Abzeichen des Bräute-Programms an der Brust, und sie wirkte wie eine Frau, die freundlich war, jedoch auch auf ihre Aufgabe konzentriert.

„Ich versichere Ihnen, ich habe schon Schlimmeres gehört.“

Meine Augen wurden groß. „Ich will mir gar nicht vorstellen, was andere Frauen so zu sagen hatten.“

Sie wandte sich ab, setzte sich vor mir an einen Tisch und wischte auf ihrem Tablet herum. Eine Minute lang war sie still, dann blickte sie zu mir hoch und lächelte. „Ihren Worten nach zu schließen hatten Sie zwei Männer in Ihrem Traum. Und daran, wie Sie gerade erröten, erkenne ich, dass das stimmt.“

Ich sagte nichts dazu. Ich wollte mich nur in einem Loch verkriechen und sterben, oder vom Planeten transportiert werden.

„Sie sind einem Krieger von Prillon Prime zugeordnet worden. Herzlichen Glückwunsch.“

„Sie scheinen darüber selbst erfreut zu sein“, antwortete ich. Meine Handflächen waren feucht und ich hatte nichts, woran ich sie abwischen konnte.

„Ich weiß aus erster Hand, dass Prillon-Männer äußerst feurig sind. Besitzergreifend. Dominant.“

Ja, das fasste die beiden Kerle in meinem Traum durchaus zusammen, und ich konnte mich nicht einmal an ihre Gesichter erinnern. Nur an ihre Schwänze.

„Aus erster Hand? Sie sind zugeordnet worden?“, fragte ich.

Die Freude schwand aus ihrem Gesicht. „Ja, aber das ist schon lange her.“

Ich wusste aus dem Infomaterial des Programms, das eine Zuordnung fürs Leben war, zumindest nach der dreißigtägigen Testzeit. Das hieß, dass beiden ihrer Gefährten etwas Furchtbares zugestoßen sein musste, wenn sie zurück auf der Erde war.

„Nehmen Sie Ihre Zuordnung an?“, fragte sie als Nächstes.

Wollte ich auf der Erde bleiben und hier einen Mann finden? Guter Gott, nein. Beruflich Sexualverbrechern und Menschenhändlern hinterherzujagen hatte mir die Männer auf der Erde gründlich verdorben. Was sie hier Frauen antaten, und noch schlimmer, Kindern, brachte mich dazu, sie alle zu meiden. War das unfair? Ja. Es gab auch gute Kerle da draußen, aber ich würde meine Zeit nicht damit verschwenden, sie unter all den faulen Äpfeln herauszusuchen. Die Arbeit beim FBI konfrontierte mich mit den schlimmsten Verbrechern und der Gürtelzone der Gesellschaft. Ich wusste, dass ich abgestumpft war, misstrauisch und kalt. Ich hatte eine Mauer aus Eis um mein Herz herum errichten müssen, um durchzuhalten. Die Frauen und Kinder, denen ich geholfen hatte, brauchten von mir nicht, dass ich weich oder hilfsbedürftig war. Sie brauchten von mir, dass ich stark war, gnadenlos und knallhart, genau wie die Kriminellen, die ich die letzten Jahre lang gejagt hatte.

Und ich hatte meine Rolle erfüllt. Jetzt war ich ausgelaugt.

Nun brauchte ich einen Neuanfang auf einem Planeten, wo ich nicht jeden Mann ansehen und das Schlimmste annehmen musste. Warum Zeit damit vergeuden, einen Mann zu suchen, der kein Arschloch war, wenn ich den perfekten Mann—oder zwei—mit einem effizienten, bewährten Zuordnungstest bekommen konnte?

Und es schien, als würde ich zwei Gefährten bekommen. Gott, an die Möglichkeit hatte ich noch nicht einmal gedacht. Warum auch? Ich wollte nicht einmal einen Erdenmann, geschweige denn zwei.

„Ich bin einem Krieger von Prillon zugeordnet worden, aber ich bekomme zwei Gefährten?“

Sie legte den Kopf leicht zur Seite. „Ja, Sie sind einem Prillon-Krieger zugeordnet worden, aber die nehmen eine Gefährtin stets mit einem vorbestimmten Sekundär in Besitz. Die Krieger auf Prillon Prime sind weithin dafür bekannt, im tiefen All den Hive zu bekämpfen. Sie haben eine hohe Verlustrate und wählen einen Sekundär, um ihre Gefährtin zu beschützen und sich um jegliche Kinder zu kümmern, falls das Undenkliche passiert.“

„Falls sie im Kampf umkommen?“

Ihre grauen Augen waren traurig. „Ja. Sie würden ihre Familie niemals schutzlos zurücklassen. Alle Prillon-Krieger wählen einen Sekundär, einen Mann, dem sie vertrauen und den sie schätzen. Dieser zweite Krieger wird ein ebenso hingebungsvoller Gefährte sein wie ihr erster. Rechtlich gesehen werden Sie dem prillonischen Gesetz nach mit beiden verpartnert sein.“

„Wie in dem Traum.“ Ich erinnerte mich an die genaue Ausdrucksweise, die er mir gegenüber verwendet hatte, und die ich zur Antwort genutzt hatte. Unsere Besitznahme. Nicht meine.

„Wie in dem Traum. Sobald Sie Ihre Gefährten kennenlernen, haben Sie dreißig Tage lang Zeit, deren Besitznahme anzunehmen oder ihnen mitzuteilen, dass Sie wünschen, jemand anderem zugeordnet zu werden.“

Ihre Besitznahme annehmen? Ja, ich wusste, wie die Besitznahme aussehen würde, und ich zuckte zusammen.

„Fürs Protokoll, nehmen Sie diese Zuordnung an?“, fragte sie, und ihre Stimme wurde monoton und offiziell. „Sobald Sie die Zuordnung annehmen, werden Sie offiziell eine Bürgerin von Prillon Prime. Sie werden nicht zur Erde zurückkehren, Kristin.“

Wollte ich die Zuordnung annehmen? Wenn ich Ja sagte, würde ich von der Erde nach Prillon Prime transportiert werden, mehrere Lichtjahre entfernt. Das war kein Trip nach Italien.

Aber war das nicht genau das, was ich wollte? Ich hatte mich freiwillig hierzu gemeldet. Ich hatte meinen eigenen Hintern in das dämliche Krankenhaus-Hemd gezwängt und mich den Tests unterzogen. Ich hatte jede Minute des Traumes absolut genossen. Ich wollte mehr. Ich wollte mich fühlen wie diese Frau: wild, wollüstig und frei.

„Ja.“ Es gab jetzt kein Zurück mehr. „Ja, ich nehme die Zuordnung an.“

Sie nickte knapp, und ihre Finger wischten eifrig über ihr Tablet. „Damit wir uns an das Protokoll halten, nennen Sie bitte Ihren Namen.“

„Kristin Webster.“

„Waren Sie jemals oder sind Sie derzeit verheiratet?“

„Nein.“

„Irgendwelche biologischen Nachkommen?“

„Nein.“

„Ich bin verpflichtet, Sie darauf hinzuweisen, obwohl ich dies bereits erwähnte, dass Sie dreißig Tage lang Zeit haben werden, den Gefährten, der für Sie von den Zuordnungsprotokollen des Interstellaren Bräute-Programms ausgewählt wurde, anzunehmen oder abzulehnen.“

Ich holte tief Luft und atmete aus. Keine Einsatzgruppe für Sexualverbrechen mehr. Keine bösen Jungs mehr. Kein FBI mehr. Verdammt, keine Erde mehr. Genau das, was ich wollte.

Ich holte tief Luft und atmete aus. „Ich schätze, ich gehe nach Prillon Prime. Wann bekomme ich meine Männer?“

Ich musste bei dem Gedanken einfach grinsen. Es schien verrückt. Es war verrückt.

Sie blickte noch einmal aufs Tablet hinunter, wischte noch ein paar Mal und blickte hoch. Mit strahlendem Lächeln. „Wie wär‘s mit jetzt gleich? Ihr Gefährte lebt auf einem sekundären Prillon-Planeten, der als die Kolonie bezeichnet wird. Sie sind einem Krieger mit achtundneunzig Prozent Kompatibilität zugeordnet worden.“

Die Kolonie? Nie davon gehört, aber wen kümmerte das schon. Alien war Alien. „Und der sekundäre Gefährte macht die restlichen beiden Prozent aus?“, fragte ich.

Sie trat zurück und lachte über meinen Sarkasmus. „Könnte man so sagen.“

Mit einem letzten Wisch mit ihrem Finger öffnete sich die Wand hinter mir, und ein blaues Licht trat dahinter hervor. Ich drehte den Kopf herum, konnte aber nichts sehen außer dem farbigen Leuchten.

„Keine Panik. Wenn Sie aufwachen, Kristin Webster, wird Ihr Körper für die dortigen Bräuche und die Anforderungen Ihres Gefährten präpariert worden sein. Er wird dort auf sie warten.“ Es klang, als würde sie ein Skript herunterbeten, und das bedeutete, dass ich nicht die einzige Frau war, die an diesem Punkt leichte Panik bekam.

Zwei große Metallarme mit riesigen Nadeln am Ende schienen zu beiden Seiten auf meinen Kopf heran zu fahren. „Moment bitte. Was zur Hölle sind diese Dinger?“

Ich versuchte, davonzurutschen, aber das funktionierte nicht, da ich immer noch an den verdammten Stuhl geschnallt war.

„Sie werden Neuroprozessor-Units anbringen, die sich mit den Sprachzentren in Ihrem Gehirn verbinden und es Ihnen auf diese Weise ermöglichen, jede Sprache zu sprechen und zu verstehen. Bleiben Sie ruhig, dann sind Sie schon bald bei ihrem Gefährten.“

Ich hielt den Atem an, als die Nadeln näherkamen und dann in meine Schläfen stachen, direkt über den Ohren. Ich zuckte zusammen, aber so schmerzhaft war es gar nicht. Sobald sich die Roboterarme zurückgezogen hatten, glitt mein Stuhl nach hinten und ich wurde in ein warmes, blau leuchtendes Bad gelassen. Ich atmete aus und entspannte mich, denn alle Furcht schien dahinzuschmelzen.

„Kristin Webster, Sie sind unterwegs zu Ihrem Prillon-Krieger. Ich bin nicht voreingenommen, denn jede Frau wird dem Planeten zugewiesen, der für sie perfekt ist, aber diese Prillon-Männer liegen mir besonders am Herzen. Ich weiß, dass Sie dort glücklich werden, so wie ich es einmal war.“

Ich seufzte und schloss die Augen. Glücklich? Das war der größte Traum von allen.

„Ihre Abfertigung beginnt in drei... zwei... eins.“

Alles wurde schwarz.

2


Captain Hunt Treval, die Kolonie, Basis 3, Abfertigungsraum für Neuankömmlinge

Ungeduld nagte an mir, ließ mich in meinem Stuhl zappeln. Über den Tisch hinweg starrten mich unsere vier letzten Neuankömmlinge mit einer Mischung aus Rage und Verzweiflung an. Sie versuchten, ihren Schmerz zu verbergen, aber den Zorn? Der Zorn zeichnete sich klar in den angespannten Linien ihrer Körper ab, in der grimmigen Spannung in ihren Lippen, der völligen Abwesenheit jeden Fünkchens Humors in ihren Augen. Sie waren Krieger der Koalitionsflotte, hatten Gefangenschaft und Folter in der Gewalt unseres Feindes, des Hive, überlebt, und nun waren sie hier.

Hierher wollte niemand.

Diese Teufelswut war etwas, das Kriegern nur allzu vertraut war. Und wer auf die Kolonie geschickt wurden, hatte mehr Anlass zur Rage als die meisten. Ich wusste das. Wir alle wussten es. Wir waren Ausgestoßene. Verlassen. Abgelehnt von jenen, für deren Schutz wir gekämpft hatten, bevor wir die Höllenqualen von Folter und Experimenten durch den Feind erlitten hatten. Wir hatten überlebt, einige von uns nur knapp, aber wir waren nicht länger erwünscht. Und es war schwer, das zu akzeptieren. Das Eintreffen in der Kolonie war der Nachweis für diese Ablehnung, so wie die Veränderungen an unseren Körpern der Nachweis waren, dass wir nie wieder ganz sein würden.

Wut überdeckt eine Bandbreite anderer Emotionen gut, aber ganz besonders Schmerz. Als Krieger waren wir die stärksten, härtesten Typen im Universum. Verletzte Gefühle waren nicht unser Ding. Die meisten, die in den vergangenen zwei Jahren durch dieses Zimmer gekommen waren—seit ich damit beauftragt worden war, Neuankömmlinge bei der Eingewöhnung zu unterstützen—würden lieber Folter als Tränen wählen. Diese Vier, so schien es, waren da keine Ausnahme.

„Ich wünsche, auf meinen Heimatplaneten zurückzukehren.“ Der große atlanische Kampflord, ein Riesenkrieger namens Rezz, funkelte mich aus seinem Stuhl heraus an. Seine tellergroßen Hände ballten sich wieder und wieder um die Armlehnen an seinem Stuhl zu Fäusten zusammen, und ich blickte in die Ecke des Raumes, wo mein Sekundär Captain Tyran mit einem Ionen-Blaster und einem Betäubungsgewehr im Anschlag bereitstand. Ich traf seinen dunklen Blick, nur für einen Augenblick, mit fragendem Ausdruck.

Tyran nickte, die Bewegung war kaum wahrnehmbar. Er war schussbereit. Nicht, dass er die Waffen brauchen würde, selbst gegen das Biest. Der Hive hatte Tyrans Knochen und jede wichtige Muskelgruppe in seinem Körper verstärkt. Er war stark, stärker als jede andere lebende Kreatur, die ich gesehen hatte, einschließlich eines Atlanen im vollen Biest-Modus. Als Tyran und ich gemeinsam in Gefangenschaft gerieten, waren wir Freunde gewesen. Nach dem, was sie uns angetan hatten, wusste ich, dass es niemand anderen gab, dem ich eine Gefährtin anvertrauen würde, und ich hatte ihn gebeten, mein Sekundär zu werden.

Damit, dass wir das Vertrauen des anderen im Kampf brauchen würden, war es nun vorbei. Eine Gefährtin zu teilen, würde hoffentlich unsere Zukunft sein und noch viel wichtiger als alles andere, was wir getan hatten.

Als zum ersten Mal jemandem auf der Kolonie eine Gefährtin zugeordnet worden war, eine Erdenfrau namens Rachel, war ich skeptisch gewesen. Aber zuzusehen, wie sie einen von uns in den Armen hielt, während er starb, hatte meine Meinung über das Interstellare Bräute-Programm geändert. Darüber, eine Gefährtin zu haben. Ich hatte mich nach der sanften Berührung von Frauenhänden auf meiner Haut gesehnt, nach jemandem, der mich mit etwas anderem als Angst in den Augen anblicken würde. Götter, ich sehnte mich so sehr danach, aber ich hatte angenommen, dass die Verbannung auf die Kolonie bedeuten würde, dass dieses Glück nie mir zuteil werden würde. Dass ich niemals eine Gefährtin gewährt bekommen und niemals eine heiße, willige Frau mit Tyran teilen würde.

Aber Rachels Ankunft hatte alles verändert. Begierig ließ ich mich sofort am nächsten Tag testen, Tyran am Tag darauf. Und nun warteten wir einfach und versuchten, nicht zu hoffen. Hoffnung war schmerzhaft, erfüllte meine Brust mit einer Leere, die keine noch so große Menge an Alkohol oder Arbeit je stillen konnte. Jedes Mal, wenn ich Rachel—Lady Rone—mit ihren Gefährten Gouverneur Maxim und Captain Ryston zusammen sah, wurde diese Hoffnung schlimmer.

Ich hatte gelernt, dass Hoffnung eine gefährliche Sache war. Ein wenig davon war zum Überleben notwendig, aber zu viel davon, und die Enttäuschung würde grausam sein. Es war ein empfindliches Gleichgewicht, mit dem ich seit meiner eigenen Ankunft auf diesem Planeten leben musste.

Aber seit meinem und Tyrans Test waren Wochen vergangen. Hunderte Krieger waren auf der Kolonie getestet worden, und keine neuen Bräute waren eingetroffen. Diejenigen von uns, die hier in der Falle saßen, fingen an, die Hoffnung auf eine Zuordnung wieder aufzugeben. Hoffnung verblich. Wut war besser. Und Arbeit.

Ich hatte drei Koalitionskrieger vor mir sitzen und einen der furchteinflößenden Jäger von Everis, der selbst jetzt in einiger Distanz zu den anderen saß. In ihren Augen lag überhaupt keine Hoffnung mehr. Das war der Grund, weshalb Tyran seine Hand aufmerksam über seine Ionen-Pistole hielt, auf seinem Posten neben der Tür.

Der Jäger Kjel war aus einem getrennten Bereich des Hive-Baus geborgen worden, einem Bereich, der für die Zucht vorgesehen war. Er sah harmlos genug aus, sein dunkles Haar und seine blasse Haut eher wie ein Krieger von der Erde oder von Trion. Aber er war alles andere als menschlich, die Jagdkünste seines Volkes furchteinflößend und unerklärlich. Sie waren wie Phantome, die in die Abgründe des Weltraums blicken konnte. Nichts und niemand konnte sich vor ihnen verbergen.

Kjel war unser erster Jäger, und ich war mir noch nicht ganz sicher, was wir mit ihm anfangen sollten.

Niemand außer mir und Gouverneur Rone kannte den gesamten Inhalt der Akten dieser Männer, aber mir schauderte bei dem Gedanken daran, was dieser stolze und tödliche Jäger hatte ertragen müssen. Die Everianer waren die tödlichsten Auftragskiller, Spione und Fährtensucher der Flotte. Sie machten einen großen Teil des Geheimdienstes der Koalitionsflotte aus, und der Hive war, wenn sie einen Jäger gefangen nehmen konnten, absolut gnadenlos. Ich war schockiert darüber, dass der Jäger überhaupt überlebt hatte.

Kjel von Everis musste einen Willen aus Eisen haben. Unzerbrechlich. Was in der Schlacht hilfreich war, aber nicht hier. Ich brauchte von diesen Männern, dass sie als Team zusammenarbeiteten und sich in unsere Gesellschaft integrierten. Ein wenig Hoffnung schöpften, dass ihr altes Leben vielleicht vorüber war, aber ein neues sich schaffen lassen konnte. Es war meine Aufgabe, meine Pflicht, dafür zu sorgen, dass sie das taten.

Diese Männer brauchten Arbeit, einen Zweck, einen Wohnplatz und eine neue Gruppe von Waffenbrüdern, die ihnen dabei helfen konnten, mit ihrem neuen Leben fertigzuwerden.

Die Kolonie war kein Zuhause, für niemanden von uns. Selbst die Gefährtin des Gouverneurs hier zu haben, reichte nicht aus. Dieser Ort war ein Gefängnis, unsere Endstation, und wir alle wussten das. Eines Tages, mit Gefährtinnen und Kindern, konnte es vielleicht ein Zuhause für uns alle werden. Aber bis dahin...

„Keiner von uns kommt nach Hause, Kampflord.“ Ich deutete zu meinem rechten Auge und schob den linken Ärmel hoch, um den metallischen Schimmer sichtbar zu machen, der knapp unter der Hautoberfläche meinen entblößten Arm und die Hand überzog. Zu diesen Treffen trug ich nie meine Rüstung, wählte stattdessen eine zivile Tunika mit kurzen Ärmeln und Hosen, um diese Krieger daran zu erinnern, dass ich nicht gegen sie kämpfte. Ich war nicht der Feind. Auch ich hatte gekämpft, war in Gefangenschaft geraten. Gefoltert worden. Befreit worden. Hatte überlebt. Lebte.

Rezz‘ Blick flog zu meinem Arm, dann verweilten er auf den handgenähten Ziernähten am Ärmel, bemerkten den grünen Gefährtenkragen um meinen Hals, und er verzog das Gesicht noch stärker. Dieser verweilende Blick, und die verächtlich verzogene Lippe beim Anblick meines Kragens verbesserten meine Laune nicht gerade. Ich trug ihn schon seit drei Monaten, seit dem Tag, an dem ich mich den Testprotokollen des Bräute-Programms unterzogen hatte. Ich trug ihn, um andere dazu zu ermutigen, sich ebenfalls testen zu lassen. Um ihnen zu zeigen, dass ich Hoffnung hatte, dass sie kommen würde. Dass ich ihr bereits gehörte, wo auch immer im Universum sie noch war. Als meine Hoffnung nach und nach geringer wurde, wurde die Gegenwart des Kragens eine Quelle von Spott zu den Mahlzeiten, wenn die anderen meine Zuversicht verhöhnten. Manche zweifelten sogar daran, dass ich mich überhaupt hatte testen lassen.

Mir war egal, was diese Scheißkerle dachten. Ich hatte die verdammte Hoffnung. Ich war fest entschlossen, stärker zu sein als sie. Ich weigerte mich, daran zu glauben, dass dieses einsame Leben mein Schicksal war. Ich weigerte mich, den Kragen abzunehmen. Sie würde kommen. Irgendwann.

„Ich werde hier nicht verweilen wie ein Gefangener“, sagte Rezz nachdrücklich.

„Sie sind kein Gefangener, Kampflord.“ Ich seufzte, lehnte mich in meinem Stuhl zurück und machte mich aufs Schlimmste gefasst. Zweimal in den letzten zehn Jahren war ein Biest hier eingetroffen und hatte die Beherrschung verloren. Diese Tatsache war mir und allen anderen Kolonie-Offizieren, die der Unterhaltung beiwohnten, nur allzu bewusst. Tyran war nicht die einzige Sicherheitskraft im Zimmer. Drei Krieger pro Neuankömmling war meine Präferenz. Heute waren wir weit unterbesetzt. Mit Tyran waren nur sieben Wachen anwesend—und keiner von ihnen war Atlane. Wenn Kampflord Rezz die Beherrschung verlor und in den Biest-Modus wechselte, würden wir selbst mit Tyrans Kraft den Atlanen wahrscheinlich töten müssen. Eine Aktion, die ich gerne vermeiden wollte.

Früher einmal hätte der Gedanke daran, das Biest exekutieren zu müssen, mich in einen Teufelskreis aus Trauer und Selbsthass gestürzt. Reue. Frust und das Gefühl, verraten zu sein. Aber nicht nur er musste gerade damit fertig werden, auf der Kolonie zu sein, sondern auch sein Biest. Es war ein innerer Willenskampf, und ich musste bei Kampflord Rezz erst herausfinden, wer gewinnen würde.

Ich wusste, wie er sich fühlte. Gefangen. Einem Gefängnis entkommen, nur um in einem anderen Gefangnis zu landen. Vor drei Jahren hatte ich mit Tyran auf der anderen Seite des Tisches gesessen. Und kurz davor hatten wir drei grauenvolle Tage in den Händen der Hive-Integrationseinheit verbracht, bevor das Bergungsteam der Koalition uns herausgeholt hatte. Wir hatten Glück gehabt. Waren noch zu retten gewesen. Auch wenn es sich zu der Zeit nicht wie Glück angefühlt hatte.

Nun war die einzige Emotion, die mich durchströmte, während ich Rezz bei seinen Beherrschungsversuchen beobachtete, Resignation. Er würde sich entweder unter Kontrolle bringen, oder nicht. Es gab keinen Mittelweg.

Und er hatte nicht unrecht. Obwohl dies hier genau betrachtet kein Gefängnis war, würde niemand von uns nach Hause zurückkehren. Nie wieder. Und auch, wenn in den Koalitionswelten allgemein die Ansicht herrschte, dass die Krieger auf der Kolonie mit Hive-Technologie verseucht waren und nicht dazu geeignet, sich wieder in die Gesellschaft auf ihren Heimatplaneten einzugliedern, war die Wahrheit noch schlimmer—aber einfacher zu akzeptieren.

Die Koalitionsflotte war nicht in der Lage, die Ausstrahlung von Hive-Steuerbefehlen im großen Ausmaß zu unterbinden. Jeder Krieger hier hatte Hive-Technologie eingepflanzt bekommen, die nicht entfernt werden konnte, ohne uns umzubringen. Wir waren auf der Kolonie nur deswegen in Sicherheit, weil wir so tief im Koalitionsraum waren, dass der Hive uns nicht erreichen konnte, um mit unseren Gedanken zu spielen und uns wie Marionetten zu steuern. An ein paar von uns wurden experimentelle Implantate getestet. Wir testeten ein neues Gerät zum Scannen und Generieren von Störfrequenzen. Und Lady Rone, eine wissenschaftliche Expertin im Bereich Gehirn- und Körperchemie, half uns, neue Wege zu testen, wie wir unsere Körper gegen Hive-Angriffe stärken konnten.

Aber ich wusste, dass das vielleicht nicht ausreichte.

Auf den höchsten Befehlsebenen wollte man die Zivilbevölkerung unserer Planeten nicht darauf aufmerksam machen, dass wir Schwierigkeiten damit hatten, den Hive aufzuhalten. Es war beängstigend und konnte zu Massenpanik führen. Wir waren der Beweis für dieses Versagen, und wir durften einen solchen politischen Alptraum nicht durch unsere Anwesenheit auf den Heimatwelten enthüllen.

Die Koalitionsflotte hatte große Mühe, die Ausdehnung des Hive in das Gebiet der Koalition zu verhindern. Wir standen knapp davor, diesen verdammten Krieg zu verlieren.

Als Prinz Nial Primus unseres Planeten wurde, hatte er damit den Mantel des Kommandanten der gesamten Koalitionsflotte geerbt. Prillon Prime war die erste Welt gewesen, die sich dem Hive entgegengestellt und andere rekrutiert hatte, und die Koalition war um uns herum gewachsen. Wir kämpften schon seit langer, langer Zeit. Seit Jahrhunderten. Als Primus Nial an die Macht kam, hatte er den Bann auf die Heimkehr von Hive-verseuchten Kriegern aufgehoben, besonders, da er selbst einer war. Einer von uns. Das hatte zu weiteren Erkenntnissen geführt...hatte den Koalitions-Geheimdienst I.C. dazu gezwungen, mit ein paar harten Wahrheiten herauszurücken.

Wir konnten nicht nach Hause. Nie wieder. Nicht jeder von uns.

Primus Nial war selbst mit Hive-Technologie infiziert. Aber nachdem er den Thron bestiegen hatte, hatte er ein Treffen mit dem I.C. gehabt. Die hatten ihm die Lage erklärt, die Dinge, die wir auf der Kolonie bereits wussten—dass es keinen Weg gab, sicherzustellen, dass er sich unter Kontrolle haben würde, sollte er einen Hive-Befehl empfangen. Die Technologie, die in seinem Körper eingebettet war, gehorchte immer noch ihrem Meister und würde seinem Ruf folgen.

Der Primus hatte vom I.C. ein spezielles Implantat erhalten, einen dauerhaften Signalhemmer, der ihn frei von Hive-Kontrolle halten sollte. Aber es war experimentell. Und selbst mit den verfügbaren Signalhemmern weigerten sich die meisten Koalitions-Planeten, den Bann darauf aufzuheben, dass verseuchte Krieger sich ihrer Zivilbevölkerung wieder anschließen durften.

Verseuchte Krieger waren ein zu großes Risiko. Dem widersprach ich nicht. Ich musste mich täglich mit ihnen herumschlagen. Verdammt, ich war einer von ihnen. Darauf zu hoffen, dass jene auf Prillon Prime mich und Tyran als normal akzeptieren würden, war zu viel, selbst für mich.

Primus Nial gab sein Bestes, aber am Ende beschlossen die meisten der Prillon-Krieger auf der Kolonie, einschließlich mir und Tyran, zu bleiben. Wir alle hatten dafür gekämpft, unser Volk zu beschützen. In unserem Zustand nach Hause zu gehen, selbst mit der experimentellen Technologie, die der I.C. anbot, würde unsere Familien in Gefahr bringen und unser Opfer, und die Tode so vieler Freunde und Mitstreiter, wertlos machen. Keiner von uns wollte den Hive zu ihnen führen, ihnen in den Rücken fallen und die Kontrolle verlieren.

Also blieben wir in einem Gefängnis, das wir selbst gestalteten.

Und hofften auf Besserung, darauf, dass wieder ein wenig Leben in unseren Alltag einkehren konnte.

Auf eine Gefährtin.

„Das hier fühlt sich an wie ein Todesurteil.“ Kampflord Rezz knurrte, und ich sah die Anfänge seiner Verwandlung zum Biest in seinem Gesicht, wo die Knochen zu schmelzen und länger zu werden schienen, bevor sich alles wieder normalisierte. „Sie hätten mich in dieser Höhle verrecken lassen sollen.“

„Es tut mir leid.“ Ich deutete zu den Kriegern, die an den Wänden entlang bereitstanden. „Uns allen ging es genauso, als wir hier eintrafen.“ Der Raum war groß genug, dass noch mindestens fünfzig Kämpfer in voller Rüstung Platz gehabt hätten. Mit nur elf fühlte es sich an wie eine leere Höhle, in der unsere Isolation verhallte. „Aber es wird mit der Zeit einfacher. Und die Kolonie empfängt inzwischen Gefährtinnen aus dem Interstellaren Bräute-Programm. Sobald Sie sich alle eingelebt haben, können Sie sich für eine Zuordnung testen lassen.“

„Nein.“ Der Atlane erhob sich und seine Schultern wurden größer, als er mich anfauchte.

„Beruhige dein Biest, Rezz.“ Der Prillon-Krieger Captain Marz, der teilnahmslos auf dem Nachbarsstuhl gesessen hatte, war etwa so groß wie ich und hatte ebenfalls goldenes Haar, goldene Haut und Augen. Ein blasser Farbton, der mit den kälteren Regionen unserer Heimatwelt Prillon Prime in Verbindung stand. Zumindest, bis der Hive ihn in die Finger bekommen hatte. Nun war sein linkes Auge ein seltsames, schimmerndes Silber, und die Hive-Technologie, die in seine Haut eingepflanzt war, verwandelte auch seine Hautfarbe in blasses Silber. Die Färbung verlief um sein betroffenes Auge herum, über seine Schläfe und verschwand unter seinem Haar. Es war, wie in einen Spiegel zu blicken, und es war ein wenig nervenaufreibend. Ich hatte seine Akte offen vor mir liegen und wusste, dass er unter seiner Uniform noch mehr davon trug, mehr Narben des Hive. So wie wir alle. Auch Narben, die nicht körperlich sichtbar waren. Und deswegen waren wir hier.

Rezz verdrehte den Kopf, knackte lautstark die Gelenke entlang seiner Wirbelsäule und setzte sich wieder. Aus dem Augenwinkel sah ich zu, wie Tyran sich erneut gegen die Wand lehnte, und wir alle atmeten erleichtert auf. Diese verdammten Atlanen und ihre Biester waren unberechenbare Typen. An der Front wären wir ohne sie verloren, aber sie gehörten nicht wirklich nach Drinnen, wo sie brav sitzen und politische Unterhaltungen führen sollten. Nicht, wenn ihre Biester knapp davor standen, die Kontrolle zu verlieren, ob vor Wut oder Paarungsfieber. Bei Rezz vermutete ich beides.

„Captain Marz. Ich habe Sie alle vier dazu eingeteilt, zusammen in Abschnitt 9 zu arbeiten. Primus Nial hat uns aufgetragen, die Befestigungen um alle Kolonie-Basen herum zu verstärken und Erweiterungen vorzubereiten.“ Ich konzentrierte mich auf den prillonischen Captain. Ich hatte dies schon zuvor gesehen. Wusste genau, was diesen Kriegern widerfahren war. Sie kannten einander vielleicht nicht vor der Gefangennahme, aber irgendwo in den Höllenqualen war Captain Marz derjenige gewesen, der das Kommando übernommen und sie beisammen gehalten hatte. Sie bei Sinnen gehalten. Und nun brauchten der Kampflord und der andere Prillone mir gegenüber, Leutnant Perro, Marz als Stütze. Er war ihr Gruppenanführer geworden. Was gut war. Diese Kerle brauchten jeden Freund, den sie finden konnten. Freude, und das Gefühl eines Lebensinhaltes. „Wir brauchen mehr Männer, die dort beim Aufbau und der Verstärkung der Mauern helfen.“

Captain Marz nickte, und wir beide ignorierten Kampflord Rezz, der sich langsam wieder unter Kontrolle brachte.

Der Jäger Kjel beobachtete und wartete ab, wie das Raubtier, das er war. Er hatte noch kein Wort gesagt, aber ich hatte keinen Zweifel daran, dass er die genaue Position jeder einzelnen Sicherheitskraft im Raum kannte, inklusive welche Waffen sie trugen und wie aufmerksam sie diese Besprechung verfolgten. Er war nicht Teil von Captain Marz‘ Truppe, aber das musste ich ändern. Selbst ein einzelner Jäger musste irgendwo dazugehören, brauchte einen Grund, morgens aufzustehen. Und er war der einzige Everianer auf Basis 3. Soweit ich wusste, war er der einzige Jäger, der je die Hive-Gefangenschaft überlebt hatte.

Der andere Prillon-Krieger, Leutnant Perro, der sich bislang still verhalten hatte, verschränkte die Arme vor der Brust. Seine Arme waren frei von Hive-Implantaten, die sanfte braune Haut ungetrübt. Ich hatte mir auch seine Akte angesehen. Seine Implantate befanden sich hauptsächlich am Nacken und an der Wirbelsäule, ein paar weitere im Hirngewebe. Sollte der Hive je hierher durchbrechen, würde ihm wohl das Hirn aus den Ohren tropfen. Aber jetzt waren seine Augen erst mal klar und scharf, von kupferner Farbe, die zu seinem Haar passte. „Was genau sollen wir nun die nächsten sechzig oder siebzig Jahre lang anstellen? Mauern bauen? Ich bin Pilot, und zwar ein verdammt guter.“

Ja, das war er. Und ungehorsam und ein wenig wild. Was wahrscheinlich zu seiner Gefangennahme geführt hatte...und letztlich zu seinen Qualen auf den Operationstischen der Hive-Integrationseinheiten.

„Ich bin mir über die Qualifikationen von Ihnen allen bewusst. Jeder Neuankömmling verbringt einige Zeit damit, zu bauen. Es hilft dabei, Stress abzubauen, und gewährt Ihnen Zeit, die anderen kennenzulernen. Dies ist kein Ort, an dem man es alleine schafft. Während Ihrer Eingewöhnungsphase werden Sie registriert und auch für andere Aufgaben in Betracht gezogen.

Wir betreiben Schiffe zu den anderen Basen, und für die brauchen wir auch Piloten. Aber der meiste Transfer von Gütern und Personal findet über die Transport-Pads statt. Wenn die Ärzte sie für den Flug freigeben, könnten Sie der Luftpatrouille zugewiesen werden, die die äußere Atmosphäre des Planeten überwacht. Aber da Sie hier neu sind, brauchen Sie Zeit, sich einzugewöhnen. Zeit, zu heilen. Sie mögen dem vielleicht nicht zustimmen, aber fürs Erste haben Sie leider keine Wahl. Keiner von Ihnen wird für Kernaufgaben eingeteilt werden, bis Sie einige Wochen hier verbracht haben.“

Oder noch länger. Besonders, wenn die anderen Krieger sie nicht mochten oder ihnen nicht trauten. Aber das sagte ich nicht dazu. Um ihnen ein wenig dieser verdammten Hoffnung zu geben, fügte ich hinzu: „Danach stehen alle Überlegungen offen.“

Captain Marz nickte. „In Ordnung. Ich nehme auch an, dass uns allen Quartiere im gleichen Bereich zugeordnet wurden.“

Den Göttern sei Dank, war das hier beinahe vorüber und Marz würde von hier an übernehmen. Ich sah es in seinen Augen das Bedürfnis dafür zu sorgen, dass seine Männer geschützt und gut versorgt waren. Zumindest einer von ihnen verstand die Veränderungen, die sie nun akzeptieren mussten. Wenn einer sich die Mühe machen wollte, dann konnte er die anderen besser überzeugen, als ich das je konnte.

Ich mochte Marz sofort und machte mir eine geistige Notiz davon, ihn rasch durch den Prozess zu schleusen. Nach der kürzlichen Hive-Attacke und dem Verrat durch eines unserer Mitglieder, einem medizinischen Offizier namens Krael, brauchte ich Männer, denen ich trauen konnte. Männer mit Ehre. Nicht, dass die anderen das nicht vorweisen konnten. Die drei anderen hatten hervorragende Dienstzeugnisse und hatten das Schlimmste des Hive überstanden. Wenn sie sich gut anpassten, sich in ihre neuen Leben eingewöhnten, würden sie bedeutsamen Positionen zugeteilt werden. Wir schätzten jeden auf der Kolonie, wenn er sein Bestes geben wollte.

Und doch kamen Verräter ans Tageslicht. Krael hatte einen Hive-Transmitter auf Basis 3 gebracht, und die toxischen Frequenzen hatten viele krank gemacht, darunter auch unseren eigenen Gouverneur, und hatten zum Tod von Captain Brooks geführt. Er war ein Krieger von der Erde gewesen, der leichtherzig war und gerne lachte, auch nach dem, was der Hive ihm angetan hatte. Er war mein Freund gewesen, und ich wollte nichts lieber, als den verräterischen Mistkerl zu schnappen, der ihn umgebracht hatte. Der ihn von innen heraus zerstört hatte.

Ich wandte mich an den Jäger Kjel. Vielleicht konnte ich mir die Fertigkeiten des Jägers ja doch zu Nutze machen. „Sie sind für die gleichen Pflichten und den gleichen Bereich eingeteilt worden.“

„Natürlich.“ Seine Stimme war gleichmäßig und ungerührt, als würde man mit einer Leiche sprechen. Ich wollte, dass er mir widersprach, wollte durch diese kühle Reserviertheit dringen. Er würde sich seinem Schmerz niemals stellen, seiner neuen Realität, wenn er alles in seinem Inneren verschlossen hielt.

Ich stand auf und rollte die Schultern. Die Anspannung dort bereitete mir Kopfschmerzen. Wieder einmal. Ich hatte früher nie unter Kopfschmerzen gelitten—bevor der Hive seine Nadeln und mikroskopischen Implantate in mich hineingeschoben hatte. Jetzt waren sie eine ständige Plage, ein Merkzettel dafür, dass ich nie wieder sein würde, was ich früher gewesen war. „In Ordnung. Das hier ist Phin, ein Mitglied meines Sicherheitsteams.“ Ich deutete mit dem Kinn auf die Wache. „Er bringt Sie zu Ihren Quartieren und gibt Ihnen eine Führung durch Basis 3. Sie melden sich in achtzehn Stunden für Ihre erste Schicht zum Dienst.“

Captain Marz erhob sich, gefolgt von Perro, dem Atlanen und dem Jäger, und vier Männern aus meinem Team führten sie den Korridor entlang zu den Privatquartieren. Die Männer waren mit nichts gekommen, also würde es nicht lange dauern, bis sie sich eingerichtet hatten und die Basis erkunden konnten. Wir hatten nicht viele Atlanen, und Kjel war unser erster Jäger. Sie würden zweifellos Aufmerksamkeit erregen, und viele Herausforderungen in den Kampfgruben.

Ich konnte sehen, wie Tyran an Kampflord Rezz im Vorbeigehen Maß nahm, und wusste, dass mein Sekundär dasselbe dachte. Tyran war der amtierende Nahkampf-Champion auf Basis 3. Ein Rang, den ihm der atlanische Kampflord gewiss nur zu gerne abnehmen würde. Wenn der Neuankömmling ihn bezwingen konnte. Tyran würde ihm das nicht leicht machen.

Ich folgte der Gruppe zur Tür und blieb neben Tyran stehen, während die Neuankömmlinge und ihre schwer bewaffnete Eskorte weiterzogen. „Er wird dich in Stücke brechen, mein Freund. Wie einen Zweig.“

3


Hunt

Tyran grinste, und in seinen dunkelbraunen Augen blitzte das Funkeln einer angenommenen Herausforderung. Er war in vielen Dingen mein Gegenstück, seine dunkle Haut und Haare ein starker Kontrast zu meinen. Seine Vorliebe für organisierte Gewalt war zwar verständlich, aber zuweilen konnte er nicht aufhören und ging zu weit. Seit unserer Gefangennahme war er nicht mehr derselbe. Aber das waren wir alle nicht. Tyran freute sich mehr als jeder andere Krieger, den ich kannte, auf die veranstalteten Kämpfe. „Wie lange gibst du mir?“

Ich dachte nach. Der Atlane würde bis zum Abendessen von den Kampfgruben erfahren haben. Bis morgen würde er Tyran von seinem Podest als Champion stoßen wollen. „Einen Tag. Zwei vielleicht.“

„Ausgezeichnet.“ Tyran steckte seine Waffen weg und ging neben mir den Flur entlang. Unsere Stiefel sollten auf den harten Böden laut hallen, aber wir hatten gelernt, uns leise fortzubewegen. Selbst Tyran in voller Kampfmontur bewegte sich neben mir still wie ein Schatten. Im Vergleich zu meinem Sekundär wurde ich als gesellig angesehen. Das musste ich bei meinem Job auch sein. Ich konnte die Neuankömmlinge ja nicht gleich am ersten Tag verschrecken. Tyran hatte eine dunkle Aura um sich herum. Wir waren schon vor unserer Gefangenschaft befreundet gewesen, aber danach? Danach wurde Tyrans Schweigen tiefer, und ich hatte keine Ahnung, wie ich es füllen konnte. Ich konnte nur hoffen, dass unsere Gefährtin ihn von innen heilen würde.

Unnachgiebig, präzise. Tyran hatte eine Genauigkeit in seinen Bewegungen, in seinem Kampfstil, an der andere Männer jahrzehntelang arbeiteten. Das hatte seinen Preis. Ein introvertiertes Gemüt, eine Intensität, die anderen Angst machte. Besonders, da er ein Prillon-Krieger war. Aber ich würde keinen anderen zum Sekundär haben wollen. Ich würde niemandem sonst die Sicherheit meiner Gefährtin anvertrauen.

„Hast du dich heute Morgen mit dem Gouverneur getroffen?“, fragte Tyran.

„Ja.“

„Irgendein Hinweis auf Krael?“

Mein Blut gefror, als ich an den Prillon-Krieger dachte, der uns alle verraten hatte. Meine Fäuste ballten sich bei dem Gedanken an seine Ehrlosigkeit. Er war schon lange ein Verräter gewesen, und wir hatten es nicht gewusst. Es machte uns alle nervös. Wir hatten uns auf der Kolonie zwar an Regeln zu halten, damit alles zivilisiert zuging, aber die gesamte Bevölkerung bestand aus Veteranen, ehemaligen Kriegern, und wir alle hatten angenommen, dass ein Grundverständnis von Ehre herrschte. Wir hatten auf die harte Tour gelernt, dass dies nicht der Fall war, und nun beäugten wir einander gründlich, mit größerer Sorgfalt, mit einem Misstrauen, das ich zu hassen gelernt hatte. Es war schon schwer genug, die Männer hier bei Sinnen zu halten, ohne die zusätzliche Sorge, dass Verräter unter uns wandeln konnten.

„Niemand kann ihn finden. Und es gibt keine Transport-Aufzeichnungen. Er ist entweder immer noch am Planeten, oder er ist per Raumschiff entkommen.“

„Der Gouverneur hat auf seinen Kopf einen Preis ausgesetzt.“

„Das reicht nicht.“ Ich wusste darüber Bescheid. Ein noch höheres Kopfgeld war außerhalb des Planeten auf ihn ausgesetzt, dank Primus Nial von Prillon Prime. Aber es reichte nicht aus. Wenn das so wäre, hätten wir Krael bereits in Gewahrsam. Niemand außerhalb der Kolonie wusste, warum wir den Bastard wollten, aber jeder im Universum wusste, dass wir ihn lebend wollten.

Tyran stimmte mir zu, und wir bahnten uns unseren Weg zum Zentrum der Basis 3. Unser Zuhause hatte sich in den letzten paar Wochen stark verändert. Die Gefährtin des Primus, Lady Deston, war zu Besuch gekommen, zwei Mütter waren auf die Kolonie übersiedelt, um in der Nähe ihrer Söhne zu leben, und Lady Rone war als erste Kolonie-Gefährtin eingetroffen. Das hatte der Kolonie Leben eingehaucht. Die Gefährtin des Gouverneurs fand besonderen Gefallen an den Gärten und hatte darauf bestanden, dass mehr dafür getan wurde, sie einladend zu gestalten. Bäume und Blumen waren von allen Koalitionsplaneten herantransportiert worden, und überall standen Sitzgelegenheiten. Ranken wuchsen uneingeschränkt überall, was dem Ort eine wilde Atmosphäre verlieh. Ich hatte einige Zeit lang nicht viel davon gehalten, aber inzwischen hatte die stille Einsamkeit des Areals mich mit seinen neuen Brunnen und gezähmten Vögeln in seinen Bann gezogen, und brachte mir ein gewisses Maß an innerer Ruhe.

Den Pflanzen von ihren Heimatwelten dabei zuzusehen, wie sie wuchsen und zu Leben erwachten, war tröstlich für die Männer. Die Kolonie war kein toter Planet. Wir waren am Leben. Wir mussten uns nun nur noch daran erinnern, wie man lebte.

Als hätte ich sie herbeibeschworen, sah ich Lady Rone und den Gouverneur auf uns zukommen, beide zufrieden wirkend.

„Captain Hunt! Tyran! Es ist soweit. Kommen Sie schnell!“ Lady Rone nahm uns beide an der Hand und zerrte uns geradezu in die Gegenrichtung. Sie war eine der wenigen Leute auf der Kolonie, der wir es gestatten würden, uns auf diese Art herumzuführen, trotz der Tatsache, dass sie im Vergleich zu unserer Prillon-Größe winzig war. Wenn wir nicht mitkommen wollten, würde uns niemand dazu zwingen können, außer vielleicht ein Atlane in vollem Biest-Modus.

„Meine Dame, was machen Sie da?“ Ich blickte zu ihrem primären Gefährten Gouverneur Maxim, und auch er lächelte. Ein Ausdruck, den ich kaum je gesehen hatte, aber nun immer häufiger, seit er und sein Sekundär Ryston über das Interstellare Bräute-Programm vermittelt worden waren.

„Ihre Gefährtin ist eingetroffen.“

„Meine Gefährtin?“ Ich blieb auf der Stelle stehen, völlig verblüfft, und mein Herz raste. Meine zugewiesene Gefährtin? Sie war hier? Lady Rone zerrte weiter, dann gab sie auf und zog nur noch an Tyran. „Wie? Warum hat mir niemand gesagt, dass ich zugeordnet wurde, oder dass ihre Ankunft bevorsteht?“ Üblicherweise erfuhren wir das im Voraus, zumindest ein paar Stunden zuvor. Nicht, dass ich mich beschweren würde, aber der Schock erfüllte jedes Wort von meinen Lippen mit Unfug.

Tyran ignorierte mich und ging weiter, Lady Rones Hand um seinen Ellbogen gelegt. Sie führte ihn der Transportstation entgegen und ließ mich einfach stehen. Er blickte über seine Schulter, und ich sah etwas in seinem Blick, das ich schon sehr, sehr lange nicht mehr gesehen hatte. Es war nicht nur Hoffnung.

Es war Begeisterung.

Maxim klopfte mir auf den Rücken und riss mich aus den Gedanken. „Sie ist nicht Ihre zugewiesene Gefährtin, Hunt. Sie ist Captain Tyrans.“ Er rief Tyran zu. „Ich nehme an, dass Hunt ihre Wahl zum Sekundär ist?“

Tyran blickte verdutzt drein, so schockiert, wie ich mich fühlte, aber er antwortete rasch. „Natürlich.“ Tyrans Bestätigung kam bei mir an, und meine Welt stand zwar immer noch auf dem Kopf, aber sie beruhigte sich langsam. Die Dinge waren vielleicht anders, als ich sie mir vorgestellt hatte, aber wir würden uns daran gewöhnen. Ich würde mich daran gewöhnen. Ich hatte nun keine Wahl mehr.

Wir hatten eine Gefährtin. Das war das Einzige, was nun noch wichtig war.


Captain Tyran Zakar, Die Kolonie, Basis 3

Meine Gefährtin. Heilige Scheiße. Meine Gefährtin. Nicht Hunts, wie ich erst dachte. Ja, ich war enttäuscht gewesen, und die Hoffnung in mir war einen langsamen Hungertod gestorben, als erst Wochen, dann Monate vergingen und keine neue Gefährtin für die Kolonie eintraf. Wir waren ins Testzentrum gegangen, hatten den Prozess durchgemacht, aber keiner von uns kam mit einer Zuordnung daraus hervor. Und das war bereits drei Monate her. Bis jetzt hatten wir nichts weiter davon gehört. Ich wusste, dass Hunt sich über diese langen Wochen hinweg an seiner Hoffnung festgehalten hatte. Ich hatte schon lange aufgegeben.

Ich konnte mich von diesem Ereignis nur noch daran erinnern, dass ich einen umwerfenden, aber vagen Sextraum gehabt hatte und mit einem so harten Schwanz herausgekommen war, dass ich gefürchtet hatte, er bohrt sich gleich durch meine Rüstung. Zum Glück konnte ich in mein Quartier zurück und die Sache in die Hand nehmen, meine Qual lindern, von der ich wusste, sie würde nur dann ganz nachlassen, wenn ich mich in meiner Gefährtin versenkte.

Und jetzt würde ich eine bekommen. Ich würde kein Sekundär sein, sondern der zugeordnete Gefährte, der primäre Mann. Ich versuchte, mein Grinsen zu unterdrücken, aber es war fast unmöglich. Ich fühlte mich... Götter, fühlte ich mich gut. Beschwingt. Begeistert. Verdammt nahe dran an glücklich. Da draußen im Universum gab es eine Frau, die für mich perfekt war.

Ich hatte angenommen, dass mein dunkles Wesen, meine tiefgehenden sexuellen Bedürfnisse, bedeuteten würden, dass es niemanden gab, der ähnlich veranlagt war. Welche Frau wollte schon gefesselt und gefickt werden? Mit verbundenen Augen vor mir knien? Vor Lust aufschreien über ein kleines Bisschen Schmerz? Dominiert werden, und nicht nur wollen, sondern brauchen, dass ihr Gefährte die Kontrolle übernimmt?

Wenn Hunt der zugeordnete Gefährte gewesen wäre, wusste ich, er würde sich Zeit damit lassen, unsere Gefährtin zu verführen. Ich war darauf eingestellt gewesen, das zu akzeptieren und einer Gefährtin zu geben, was sie brauchte, und mir sonst um nichts Gedanken zu machen. Mild, nicht wild. Zahm, nicht züchtigend. Sinnlich, nicht sündig.

Aber diese Frau gehörte mir. Mir. Was bedeutete, dass sie genau das wollte, was ich wollte. Sie würde brauchen, was ich ihr geben konnte. Wir wären einander sonst nicht zugeordnet worden.

Mein Herz stockte beim Gedanken daran, dass sie mich zurückweisen könnte, sobald sie mein Auge sah und was der Hive mir angetan hatte. Aber dann, mit Lady Rone in diesem Moment an meinem Arm, ihre Hand um meinen Ellbogen geschlungen und ein fröhliches Lächeln auf dem Gesicht, erinnerte ich mich daran, dass Liebe blind war. Sie schien es nie zu bemerken oder sich darum zu kümmern, dass ihre beiden Krieger vom Hive verseucht worden waren. Meine Gefährtin musste ebenso sein, denn die Zuordnung hatte stattgefunden, nachdem ich vom Hive ruiniert worden war. Die Tests hatten mich mitsamt aller Cyborg-Teile einer Frau zugeordnet. Das hieß, dass sie mich genau so wollen würde, wie ich war.

Oder nicht?

Oder nicht?

Lady Rone neben mir hatte einen spürbaren Schwung in ihrem Schritt, der mich an ein sorgloses Kind erinnerte. Ich ließ zu, dass ihr Glück sich auf mich übertrug. Ich würde mir nun keine Sorgen machen. Ich würde den Moment genießen. Diese Momente waren selten. Flüchtig. Ungewohnt.

„Sie müssen so aufgeregt sein“, sagte Lady Rone zu mir, als wir uns der Transportkammer näherten. „Ich kann es nicht erwarten, sie kennenzulernen. Woher sie wohl stammt?“

Niemand verwendete den Ausdruck aufgeregt bei mir. Ich war der Ruhige, der Beobachter. Der vor sich hinbrütende Klotz in der Ecke. Und doch war ich es, der zugeordnet worden war.

Ich wusste, dass Maxim und Hunt ein paar Schritte hinter uns waren. Was Hunt wohl dachte? Jetzt war er mein Sekundär. Wir waren Freunde. Hatten den gleichen Rang. Waren ebenbürtig. Und doch war er ein Anführer, redegewandt und wortstark, während ich damit zufrieden war, im Hintergrund zu bleiben. Das hieß nicht, dass ich weniger leidenschaftlich war. Ich war wohl sogar noch verwegener und gewitzter als Hunt. Ich verschwand im Hintergrund, war still, und ein Angriff kam unerwartet.

Und mit einer Frau? Es war schon lange her, dass ich meinen Willen bekam, aber ich kannte meine Natur. Ich würde das Kommando übernehmen, sie beobachten, jede kleinste Reaktion analysieren. Eine Frau war ein Rätsel, das ich nur zu gerne löste. Ich mochte nichts lieber, als ihren Geheimnissen auf den Grund zu gehen, damit ich ihr alles geben konnte, was sie wollte, was sie brauchte. Selbst, wenn sie es selbst nicht wusste oder sich ihre Bedürfnisse selbst nicht eingestand.

Ich hatte einfach angenommen, dass Hunt zugeordnet werden würde. Dass er der primäre Mann sein würde und ich sein Sekundär. Ich hatte auf eine eigene Gefährtin gehofft, hatte angenommen, dass meine dunklen Bedürfnisse gezähmt oder gänzlich verborgen bleiben würden, aber ich hatte es nie für möglich gehalten, dass es eine Frau im Universum geben konnte, die für mich perfekt war. Nicht, als Maxim gesagt hatte, dass eine Zuordnung stattgefunden hatte.

Erst, als er gesagt hatte, dass sie meine war.

„Aufgeregt? Nein. Ich hoffe, dass ich mich der Ehre würdig erweise“, gestand ich Lady Rone. Ich hielt an, und sie blickte überrascht zu mir hoch. Ich sprach nicht von meinen Zweifeln, meiner Sorge, dass Hunt seine neue Rolle vielleicht nicht akzeptieren konnte. Jahrelang war er der Führende gewesen, hatte die Befehle gegeben. Ich hatte sie befolgt, hatte gehorcht. Nicht, weil ich nicht selbst anführen könnte, sondern weil er mein Waffenbruder war und ich sonst niemandem meine Sicherheit anvertrauen wollte.

Und wenn irgendein anderer arroganter Mistkerl versucht hätte, mich herumzukommandieren, hätte ich ihn mit der gleichen Leichtigkeit getötet, mit der ich meinen Kopf beugen konnte.

„Ich muss meine Kragen holen. Ich möchte nicht, dass sie ohne einen ist.“

Verständnis füllte ihre Augen, und Maxim und Hunt stießen direkt vor dem Transporterraum auf uns. „Ich dachte schon, dass Sie ihr Ihren Kragen gleich um den Hals legen wollen“, sagte der Gouverneur mit tiefer Stimme. „Bei mir war es genauso. Wir können es nicht brauchen, einen Krieg über eine nicht in Besitz genommene Frau anzufangen, so wie es mit Rachel beinahe passiert wäre.“

Lady Rone versetzte ihrem Gefährten einen Schlag auf den Arm und verdrehte die Augen. „Das ist nicht fair. Es ist nicht meine Schuld, dass ich die einzige Gefährtin auf dem gesamten Planeten bin.“ Sie blickte zu mir. „Ich kann es nicht erwarten, noch eine Frau hier zu haben, die mir hilft, unter euch Neandertalern meine Frau zu stehen. Und eine von der Erde ist sogar noch besser.“ In ihren Worten klang so etwas wie Überschwang. Ihre Begeisterung war ansteckend, denn es traf mich wie ein Ionen-Blaster, dass Lady Rone vielleicht aufgeregt war, eine neue Freundin zu bekommen, aber die Frau, die gleich eintreffen würde, mir gehörte.

Mir!

„Obwohl ich mir ansonsten nie herausnehmen würde, etwas zu tun wie jemanden in eure Privatquartiere zu schicken, wusste ich, dass Eile wichtig sein würde“, sagte Maxim. „Ich habe jemanden geschickt, Captain, um eure Kragen zu holen. Wenn Hunt Ihr erwählter Sekundär ist.“

Ich blickte zu meinem Freund. Sein Ausdruck war neutral. Nichtssagend. „Er ist mein Sekundär“, sagte ich laut. „Wenn er es annimmt.“ Ich wollte nicht, dass daran irgendjemand zweifelte. Ich war stolz darauf, dass er meine Gefährtin mit mir teilen würde, dass wir eine Familie sein würden. Aber gefragt hatte ich ihn noch gar nicht. Wir hatten dieses Gespräch nie geführt, da wir beide davon ausgingen, dass er zugeordnet werden würde.

Aber Hunt trug immer noch seinen grünen Gefährtenkragen um den Hals, er hatte ihn angelegt, sobald seine Tests abgeschlossen waren. Das helle Grün war deutlich sichtbar und ein Signal für alle, dass er für eine Gefährtin bereit war. Als sein Freund wusste ich, dass er sich mit einer Verzweiflung eine Frau wünschte, die er gut verbarg. Eine Gefährtin zu finden war mehr als nur wichtig für ihn. Es war eine Notwendigkeit. Viele Krieger auf der Kolonie hatten ihn damit schon aufgezogen, aber es störte ihn nicht, sein Begehren war davon unbetroffen. Er wusste, dass sie kommen würde, und er hatte recht gehabt. Aber wie sich herausstellte, würde ihre Ankunft nicht so sein, wie er es erwartet hatte.

Er konnte aber beschließen, auf eine eigene Gefährtin zu warten. Er musste die Rolle als mein Sekundär nicht annehmen. Er konnte warten und seine eigene Gefährtin in Besitz nehmen, sollte sie eines Tages ankommen. Ich würde es ihm nicht vorwerfen, wenn das seine Wahl war.

„Es ist deine Entscheidung, Hunt. Ich weiß, du wolltest eine eigene Zuordnung. Ich werde mich dir nicht in den Weg stellen, falls du gerne warten möchtest. Ich kann einen anderen Sekundär wählen.“

„Nein.“ Hunt blickte mich grimmig an, seine Entrüstung deutlich. Um mein Sekundär zu werden, würde er die Farbe seiner Familie ablegen müssen und sie durch meine ersetzen. Wenn er mein Sekundär war, würde er den blauen Kragen meiner Familie tragen. Aber würde er diesen Rollenwechsel zwischen uns annehmen? Würde er gewillt sein, eine Gefährtin zu teilen, die mit einem blauen Kragen gekennzeichnet und in Besitz genommen war, anstatt eines grünen?

Wir alle blickten erwartungsvoll zu Hunt.

Er fasste sich an den Nacken und entfernte seinen Kragen, hielt ihn mir mit einem Nicken hin.

Erleichtert grinste ich und nahm ihn entgegen.

„Ich bin sein Sekundär“, sagte Hunt mit Überzeugung in der Stimme.

„Gut. Nun, da dies geklärt ist—“ Maxim drehte sich herum, und die Tür glitt auf. Wir betraten den kleinen Transporterraum, und mein Herzschlag raste, als würden wir in die Schlacht ziehen. Adrenalin durchflutete mein Hirn.

„Sie sollte jeden Augenblick ankommen, Gouverneur“, sagte der Transport-Offizier. Er blickte nur so lange hoch, wie er sprach, und wandte sich dann wieder dem Kontrollpult vor sich zu. Die Tür glitt erneut auf, und ein zweiter Offizier trat herein und hielt uns drei Kragen hin, zwei so blau wie der tiefste Himmel auf Prillon Prime, und einer, der meiner Lady, schwarz wie das Weltall, bis sie meinen Besitz offiziell annehmen würde und uns gestatten würde, ihren Körper gemeinsam zu nehmen. Sobald sie mir gehörte, würde der Kragen sich blau färben und sie würde für immer mein sein. Die Stoffstreifen und ihre eingebettete Neuro-Technologie hatten bisher nur leere Versprechungen beinhaltet, bis jetzt. Obwohl ich wusste, dass sie selbst sich nicht verändert hatten, fühlten sie sich anders an. Schon bald würden sie um unsere Hälse befestigt sein—von Hunt, mir und unserer Gefährtin—und uns zusammen verbinden, unsere Gefühle und Begehren teilen, uns vereinen—für immer.

Das schwarzgrüne Gitter der Transportplattform war locker groß genug für zwanzig gerüstete Krieger, aber sie war leer. Wir alle starrten darauf, an plötzliche Ankömmlinge gewöhnt. Aber eine Frau war etwas anderes.

Alles war anders. Und als ich spürte, wie sich die Härchen auf meinem Arm aufstellten, das einzige Anzeichen für den Energieschub, der einen Transport ankündigte, da wusste ich, dass mein Leben nie mehr dasselbe sein würde.

Es gab kein Zurück mehr.

Und als eine kleine Gestalt auf der Plattform erschien, blass und nackt, da spürte ich ihre Gegenwart tief in meinen Knochen. Eine Schwere, ein Sehnen, das ich nicht erklären konnte. Das war meine Gefährtin.

4


Tyran

Es war Hunt, der die Situation als etwas anderes erkannte und rasch seine Tunika auszog, die paar Schritte auf die Transportplattform lief und die schlafende Gestalt zudeckte.

Er drehte den Kopf herum und funkelte die beiden Offiziere am Kontrollpult an, die beide rasch ihre Blicke abwandten.

„Holt sofort eine Decke“, rief Lady Rone.

Ich hörte Schritte, aber ich wandte meinen Blick nicht von der zerbrechlichen Frau ab. Ich konnte gar nicht. Ich konnte mich nicht einmal bewegen, bis Hunt meinen Namen rief.

Mit langen Schritten legte ich die Distanz zwischen mir und meiner Gefährtin zurück und kniete mich neben sie. Es sah so aus, als würde sie schlafen, aber war sie—

Meine Finger wanderten an ihren blassen Hals, fühlten entlang der zarten Haut nach ihrem Puls, spürten ihn stark und sicher. Ihr Haar war hell, eine blassgoldene Farbe, und ich fragte mich, ob ihre Augen hell und bernsteinfarben sein würden wie Hunts, oder einen exotischen Farbton hatten, den ich noch nie gesehen hatte. Ihr Gesicht war zierlich, herzförmig und wunderschön, mit vollen rosa Lippen und langen Wimpern, die auf hohen Wangenknochen ruhten. Sie war perfekt. Das schönste weibliche Wesen, das ich je gesehen hatte. Ich fand Hunts blassen Blick, und einer seiner Mundwinkel zog sich hoch. Lachte er mich aus, weil ich ihren Puls gemessen hatte?

Kümmerte mich das?

Nein.

Eine Decke erschien über meiner Schulter, und ich breitete sie aus, bedeckte sie, und Hunt holte sein Hemd wieder darunter hervor, zog es wieder an, während ich sie vorsichtig in meine Arme hob. Der weiche Stoff bedeckte sie anständig, aber hielt sie zugleich warm.

Sie war weich und kurvig. Ich konnte zwar nicht viel von ihrer Figur unter der Decke erkennen, aber ich konnte sie spüren, die Weichheit ihres Körpers. Ich war begierig darauf, jeden Teil von ihr zu erkunden. Mein Schwanz wurde hart bei ihrem weiblichen Duft.

Niemand würde sie nackt sehen, außer Hunt und mir. Niemand.

„Sollen wir sie auf die Medizinstation bringen?“, fragte Hunt. „Auf Schlachtschiffen ist es üblich, dass Bräute nach der Ankunft eine medizinische Untersuchung erhalten.“

Ich wusste zwar, dass ich ihr Wohlergehen an erste Stelle stellen sollte, aber ich fühlte mich sofort besitzergreifend und wollte nicht, dass irgendjemand, nicht einmal ein Arzt, sie anfasste. Ich verstand die Philosophie hinter den Untersuchungen. Die meisten waren über Fruchtbarkeit und Verletzungen während des Transportes besorgt. Dieses Vorgehen war vor hunderten Jahren zum Standard geworden, als der Transport noch nicht so weit fortgeschritten war und die Reise durchs All die verletzlichen Frauenkörper dauerhaft beschädigen konnte. Aber mir war es egal, ob meine Gefährtin zuchttauglich war, ich wollte sie nur ins Bett bringen. Ihr Lust bereiten. Die Einsamkeit und den Schmerz lindern, den Hunt und ich nur zu gut kannten.

Sie gehörte mir. Mir. Kein Arzt würde sie anfassen. Kein anderer sollte sie bewusstlos und verletzlich sehen. Ich wollte dem Gouverneur die Augen dafür ausreißen, sie anzusehen. Nun verstand ich, wie ein Atlane sich fühlte, wenn sein Biest ihn überkam. Besitzergreifend. Beschützerisch. Unvernünftig. Ich war in diesem Moment irrational, und es war mir egal.

„Lady Rone schlief nach dem Transport ebenfalls. Sie wurde nach einigen Minuten wach“, sagte uns Maxim, und ich entspannte mich ein wenig vor Erleichterung.

„Ich bin in einem der Untersuchungszimmer auf der Krankenstation aufgewacht. Es war definitiv ein abruptes, und klinisches, Erwachen.“ Die besagte Dame hatte mit grimmigem Gesicht die Arme verschränkt. „Wovon ich bezweifle, dass diese junge Dame es gerne erleben würde.“

„Wir haben uns nur um deine Gesundheit gesorgt, Gefährtin. Ich war dabei, und Ryston auch“, antwortete Maxim.

„Und der Arzt“, sagte Lady Rone und widersprach ihrem Gefährten grummelnd. „Du und Ryston wart schon genug, das ich begreifen musste, auch ohne den Arzt.“

Meine Gefährtin war so klein, so leicht in meinen Armen. Ich stand mühelos auf. „Vielen Dank, Lady Rone. Da meine Gefährtin von der Erde ist, werde ich Ihren Rat befolgen. Also kein Arzt. Vielen Dank, Gouverneur, und Lady Rone, für Ihre Unterstützung.“

Die Lady beugte sich vor und versuchte, unter die Decke zu gucken. „Oh, wow. Sie hat wunderschönes blondes Haar. Und sieh sich einer diese Wangenknochen an. Ich hasse sie jetzt schon.“

Verdutzt starrte ich sie an, mein Verstand auf Hochtouren nach einer Lösung suchend, falls die Gefährtin des Gouverneurs beschließen sollte, meine Dame nicht leiden zu können. Zum Glück grinste sie.

„Ich scherze nur, aber wenn sie Körbchengröße D hat, werde ich nicht mit ihr befreundet sein.“

Ich hatte keine Ahnung, was eine Körbchengröße war, aber ich würde dafür sorgen, dass meine Gefährtin sie vermied, damit sie und Lady Rone Freunde werden konnten und keine Feinde. Wenn meine Gefährtin aufwachte, würde ich sie bitten, mir diese eigenartigen Drohungen von der Gefährtin des Gouverneurs zu erklären.

„Obwohl ich davon ausgehe, dass die Nachricht von der Ankunft eurer Gefährtin für jeden auf Basis 3, wenn nicht auf der ganzen Kolonie, innerhalb der nächsten paar Stunden schon Gesprächsthema Nummer Eins sein wird, werde ich allen Bescheid geben, dass ihr euch von euren Pflichten bis morgen frei nehmt“, sagte Maxim. Von unseren Pflichten freinehmen war der diplomatische Ausdruck für: uns Zeit nehmen, unsere Gefährtin ordentlich zu verwöhnen.

Maxim klopfte mir auf die Schulter. Als ich mich nicht rührte, runzelte er die Stirn. „Bringen Sie sie nicht auf Ihr Quartier?“

Ich wusste, dass er mit Vernunft sprach, aber während ich sie so in den Armen hielt, erfüllten ihre Wärme und ihr Duft meinen Kopf mit Verlangen, mit Begehren, was ich nie zuvor verspürt hatte und wogegen ich wehrlos war. Hunt blickte mich mit einem fragenden Blick an, auf den ich keine Antwort hatte. Ich wusste nur, dass mein Schwanz hart wurde, meine Gedanken verschwommen mit Lust, und meine Füße sich weigerten, sich zu bewegen. Sie gehörte mir, und der lange Marsch zu unseren Soldatenunterkünften war mir noch nie so lange erschienen.

Ihre nackte Gestalt verfolgte mich, und mein Mund wurde trocken vor Vorfreude darauf, sie zu schmecken...überall. Ich blickte zu Hunt und verließ mich darauf, dass er bei meinem Vorhaben mitmachen würde, das sich in meinem Kopf zusammenbraute: sie hier zu nehmen. Jetzt. Ich konnte nicht warten, bis uns neue Quartiere zugewiesen wurden. Ich wollte nicht warten und versuchen, ihre Ängste mit dem Gerede eines Gentleman zu beschwichtigen. Wenn sie wahrhaft mir gehörte, dann würde sie das auch nicht brauchen.

Ich wandte mich von Hunt ab und begegnete Maxims Blick. „Vielen Dank, Maxim. Bei allem gebührenden Respekt, Gouverneur“, ich wandte mich herum, um Lady Rone und die beiden Offiziere am Kontrollpult miteinzubeziehen. „Sie alle. Verpisst euch.“

Der Transportmann holte bei meiner derben Wortwahl lautstark Luft. Ich blickte ihn und seinen Kollegen, der mich angrinste, als wäre ich das Unterhaltsamste, was er seit Monaten gesehen hatte, mit zusammengekniffenen Augen an. Vielleicht war ich das ja. Es war mir egal. „Ihr beiden. Raus mit euch. Ich nehme meine Gefährtin in Besitz, und ich nehme sie hier. Jetzt.“

Hunt, der ewige Diplomat, meldete sich zu Wort, stellte sich zwischen mich und Maxim, der mich aus verengten Augen anblickte und eindeutig mit der Entscheidung rang, wie er mit mir umgehen sollte. Aber es gab kein Umgehen mit mir. Nicht in dem Moment. „Tyran, wir können sie in die—“

„Nein.“ Ich spürte die weiche Fülle einer Brust an meiner Hand, fühlte die Rundung ihres Hinterns an meinem Bauch. Ihr Geruch war berauschend, ertränkte mich und sämtliche Vernunft, und ein tiefsitzender Instinkt stieg in mir hoch. Dabei trugen wir noch nicht einmal unsere Kragen. „Sie werden hier verschwinden, denn ich vergeude keine weitere Sekunde mehr, bevor ich diese Frau zu unserem Eigentum mache.“

Maxim lachte, nahm seine Gefährtin an der Hand und scheuchte die Techniker von ihren Posten.

„Was, wenn ein Transport hereinkommt?“, fragte einer.

„Dann sind die Captains hier.“

Der Mann nahm seinen Posten äußerst ernst, aber in diesem Moment war mir das egal. Transporte kamen zwar vor, aber recht selten. Trotzdem wollte ich nicht unbedingt, dass unsere Gefährtin gerade über das Transportpult gebeugt war, mit meinem Schwanz in der Pussy und Hunts in ihrem Mund, wenn jemand ankam.

Einen Scheiß würde das passieren.

„Stell den Transporter auf Standby“, sagte ich zu Hunt. Er blickte mich überrascht an und dann Maxim, der an der Tür stehengeblieben war, als er mich hörte. Vielleicht deswegen, weil ich selten Befehle erteilte—zumindest nicht, seit wir nicht mehr im Kampf waren. Der letzte Befehl, den ich gegeben hatte, hatte uns beide beinahe umgebracht. Mein Kampfrausch hatte an jenem Tag gesiegt, und das war der Grund, warum wir in diesen Hive-Integrationshöhlen gelandet waren, gefoltert und geschwächt. Der Grund, warum wir hier gelandet waren.

Ich hatte die letzten drei Jahre damit verbracht, den Preis dafür zu bezahlen und zu tun, wie mir befohlen wurde—vom Gouverneur, von Hunt und den anderen gewählten Befehlshabern auf der Basis. Der tiefe Instinkt, den ich hatte, anzuführen und zu kommandieren, war unterdrückt worden, bis ich daran erstickte. Hunt war ein guter Anführer, besonnen, der die Dinge von allen Blickwinkeln aus betrachtete und den richtigen Weg für die Krieger hier auf Basis 3 entschied. Er war einer von Maxims vertrautesten Beratern.

Ich war ein wandelndes Chaos. Ich befolgte Befehle, weil ich mich dazu entschied, und nicht deswegen, weil ich jemanden brauchte, der mir sagte, was zu tun war. Ich befolgte Befehle von Männern, die ich respektierte, weil ich nicht die Verantwortung übernehmen wollte, dass das Blut von auch nur einem weiteren Krieger an meinen Händen klebte.

Nein, ich gab keine Befehle mehr, und ich sah den Schock auf Hunts Gesicht—unsicher darüber, ob der Blick dafür war, weil ich es hier treiben wollte, oder weil ich gerade dem Gouverneur von Basis 3 einen Befehl zugebellt hatte.

Maxim nickte eine Zustimmung und ging, und die Tür schob sich hinter den Männern mit einem nahezu lautlosen Zischen zu.

„Sie hätte sich ein Bett verdient“, grummelte Hunt, während seine Finger über die Steuerung glitten. Als er fertig war, blickte er auf unsere schlafende Gefährtin. „Sie hätte etwas Weiches verdient, Tyran. Sieh sie dir an. Sie ist so wunderschön, so makellos.“ Er blickte auf seinen linken Arm hinunter, auf die Hive-Technologie, die seinen Arm fast völlig in Silber getaucht hatte, und runzelte die Stirn, blickte zu mir und ließ seinen Blick über mein Auge und meine silberne Schläfe wandern. „Sie hat etwas Besseres verdient als uns.“

„Das hat sie, aber das wird sie von mir nicht immer bekommen. Sie will es nicht“, antwortete ich.

„Wie zum Teufel willst du das wissen?“

„Weil ich meinen Kragen jetzt sofort an ihrem Hals haben will. Ich will sie sofort ficken. Ich bin nicht sanft, Hunt. Ich werde ihr alles abverlangen, und wir werden ihr alles geben, was sie braucht. Dein Licht und meine Finsternis.“

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11 kasım 2025
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