Kitabı oku: «Ihre skrupellosen Partner»
Ihre skrupellosen Partner
Interstellare Bräute® Programm, Band 13
Grace Goodwin

Inhalt
Willkommensgeschenk!
Interstellare Bräute® Programm
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Epilog
Willkommensgeschenk!
Interstellare Bräute® Programm
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Über Die Autorin
Ihre skrupellosen Partner Copyright © 2020 durch Grace Goodwin
Interstellar Brides® ist ein eingetragenes Markenzeichen
von KSA Publishing Consultants Inc.
Alle Rechte vorbehalten. Dieses Buch darf ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis des Autors weder ganz noch teilweise in jedweder Form und durch jedwede Mittel elektronisch, digital oder mechanisch reproduziert oder übermittelt werden, einschließlich durch Fotokopie, Aufzeichnung, Scannen oder über jegliche Form von Datenspeicherungs- und -abrufsystem.
Coverdesign: Copyright 2020 durch Grace Goodwin, Autor
Bildnachweis: Deposit Photos: Angela_Harburn, anasaraholu
Anmerkung des Verlags:
Dieses Buch ist für volljährige Leser geschrieben. Das Buch kann eindeutige sexuelle Inhalte enthalten. In diesem Buch vorkommende sexuelle Aktivitäten sind reine Fantasien, geschrieben für erwachsene Leser, und die Aktivitäten oder Risiken, an denen die fiktiven Figuren im Rahmen der Geschichte teilnehmen, werden vom Autor und vom Verlag weder unterstützt noch ermutigt.
Willkommensgeschenk!
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Interstellare Bräute® Programm
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1

Harper Barrett, Sektor 437, MedRec-Einheit, Transportstation Zenith, Latiri-Sternencluster
Dunkles Haar. Stechend grüne Augen. Der Mann, der mich die letzten paar Minuten vom anderen Ende der Bar aus beobachtete, sah aus wie der fleischgewordene feuchte Traum einer jeden Frau.
Abgesehen davon, dass er kein Mensch war. Sondern ein Alien.
Und diese Bar befand sich nicht in Downtown Los Angeles, wo ich aufgewachsen war. Das hier war die Transportstation Zenith und jeder Alien-Krieger im Raum war mindestens zwei Meter groß, kampferprobt und außerordentlich kräftig. Und das waren noch die kleineren.
Mit meinen eins-achtundsiebzig hatte ich mich immer wie eine Bohnenstange gefühlt. Zu groß. Zu blond. Zu hübsch. Zu tussihaft, um ernst genommen zu werden. Männer hielten mich dank meinen blonden Haaren und meinen D-Körbchen ausnahmslos für ein Dummchen. Aber der Alien hier? Wie hypnotisiert kam er auf mich zu. An der üblichen, höflichen Distanz machte er nicht Halt. Nein, er kam mir nahe. Viel zu nahe.
“Diese Haarfarbe habe ich noch nie gesehen,” sagte er und strich mir mit der Hand eine widerspenstige Strähne aus dem Gesicht. “Wunderschön.”
Ich musste lachen und blickte mit geübtem Augenaufschlag zu ihm auf, es war der sprichwörtliche Flirt. Seine unbefangene Beinahe-Berührung hatte meine Haut zwar nicht wirklich gestreift, das Herz schlug mir aber trotzdem bis zum Hals.
Wahnsinn. Dieser Typ. Unglaublich heiß. Er war von Kopf bis Fuß in eine schwarze Kampfmontur gehüllt, die ich nie zuvor gesehen hatte. Definitiv kein Koalitionsmodell. Und das Silberband an seinem Oberarm war mir ebenso wenig geläufig. Keine Offiziers- oder Rangabzeichen. Nichts, was darauf deutete, dass er zur Koalition gehörte. Ich kannte die Alienrassen in der Koalitionsflotte, hatte ihre Verletzten vom Schlachtfeld auf Transportflächen gezerrt, sie mit ReGen-Stiften behandelt und ihnen beim Sterben die Hand gehalten. Dieser Typ aber? Er war anders und jede Zelle meines Körpers schrillte in höchster Alarmbereitschaft.
Warum aber mieden ihn die anderen Krieger im Raum? Warum warfen sie ihm fast schon verängstigte Blicke zu? Wie einem Tiger im Käfig? Nein, kein Tiger. Einer Schlange. Einer gefährlichen, giftigen Schlange. Die meisten dieser Krieger gaben sich sonst draufgängerisch, allzeit bereit zuzuschlagen. In seiner Gegenwart aber schienen sie allesamt den Schwanz einzuziehen.
Faszinierend. Ich wollte mir nichts anmerken lassen, aber meine Pussy wurde ganz heiß und hibbelig, meine Brüste schwer, mein Puls hämmerte wie wild. Schhh. Als ob ich seit … einer Ewigkeit keinen Sex mehr gehabt hätte. Halt. Nein. Ich hatte seit einer Ewigkeit keinen Sex mehr gehabt und dieser Typ mit seinen massiven Schultern und seinem bohrenden Blick bewirkte, dass mein Körper jetzt die Befriedigung dieses elementaren Bedürfnisses einforderte.
Und zwar sofort.
An der Bar arbeitete eine hochgewachsene Atlanin, sie war etwa eins-fünfundachtzig groß mit Brüsten so groß wie Melonen und herrlich kastanienbraunem Haar. Sie war umwerfend. Und sie schmachtete diesen Typen an, als ob sie ihn von oben bis unten abschlecken wollte.
Leider verspürte ich genau dasselbe Bedürfnis.
Er lächelte sie an und sie reichte ihm einen Drink. Ihre Hand verweilte auf dem Glas und ihre Fingerspitzen strichen unverhohlen einladend über seine.
Am liebsten wollte ich ihr die Augen auskratzen.
Scheiße. Ich schüttelte den Kopf und wandte mich wieder meinem Drink zu; ich war fest entschlossen mich zusammenzureißen. Wenn er die Barkeeperin wollte, konnte ich es ihm nicht verübeln. Wäre ich eine Lesbe gewesen, dann hätte ich sie schließlich auch abgeschleppt.
Dieser Typ hatte Achtung, Ärger in Großbuchstaben auf die Stirn tätowiert. Und wahrscheinlich noch ein paar andere Wörter. Bad Boy. Sexy Schmacko. Rebell. Aufreißer. Oh ja. Ein totaler Aufreißer und Weiberheld. Wahrscheinlich hatte er schon die Hälfte der weiblichen Zunft dieser Station durchgenommen.
Kannte ich alles schon. Mein Ex auf der Erde war auch fremdgegangen. Danke, aber einmal so einen Typen zu haben reichte mir vollkommen.
“Warum guckst du so misstrauisch?” fragte er und der tiefe Klang seiner Stimme fuhr bis in meine Knochen. Ich bekam eine Gänsehaut, seine Stimme glich einer physischen Berührung. Meine Nippel stellten sich zu harten Spitzen auf und ich hatte Mühe normal weiterzuatmen. Gefährlich? Hah! An meiner Risikobewertungskompetenz musste ich wohl noch arbeiten und außerdem meinen Wortschatz ausbauen. Gefährlich war nicht einmal annähernd korrekt.
“Ich dachte, nur die Typen auf der Erde haben grottenschlechte Anmachsprüche,” entgegnete ich.
“Anmachsprüche?”
“Du hast noch nie eine Blondine gesehen? Echt jetzt? Mehr hast du nicht drauf?”
“Das ist die Wahrheit.” Langsam senkte er den Kopf und sein dunkles Haar fiel verwegen über seine Stirn.
Hatte ich schon erwähnt, dass er mich an Joe Manganiello erinnerte? Den heißen Feger aus der Serie True Blood? Während ich zwar davon ausging, dass dieser Typ kein Vampir war und null Absichten hegte, mich zu beißen, so machte er doch einen auf düsteren, grüblerischen TV-Helden. Ich hob mein Glas mit jenem Gebräu, das hier draußen im Weltall als Lagerbier durchging und machte ein paar Prillonischen Kriegern am anderen Ende des Raumes ein Zeichen. Einer war dunkelhäutig mit bernsteinfarbenen Augen und dunklen, rostbraunen Haaren. Aber der andere? Golden wie ein Löwe. Definitiv blond. Sie waren heiß, aber nicht atemberaubend. Nicht wie dieser Typ hier. “Und wie nennt man das?” Ich deutete auf den helleren der beiden Krieger.
Er kam näher an mich heran und würdigte die Prillonen nur mit einem herablassenden Augenflunkern. “Sie sehen aus wie von der Sonne verbrannt. Ihre Haut ist dick und hässlich.” Er hob seine Hand, dorthin wo mein jetzt zerzauster Pferdeschwanz ein paar rebellische Strähnen freigegeben hatte. “Du bist reines Licht. Weich. Zerbrechlich.”
Blanker Hohn. Wenn er nur wüsste. Ich war siebenundzwanzig, nicht siebzehn. Und ich war drei Jahre lang Krankenschwester in einer hoffnungslos überlaufenen Notaufnahme eines Großstadtkrankenhauses gewesen, bis ich vor fast zwei Jahren auf der Transportstation Zenith stationiert wurde und im Dienste der Koalition auf dem Schlachtfeld die Notfall-Triage und Erstversorgung übernahm. Ich war eine Art Space-Sanitäterin—was mich immer noch verblüffte, wann immer ich zu lange darüber nachdachte. Ich, rein und zerbrechlich? Wohl kaum. Ich versuchte nicht mit den Augen zu rollen, als ich mich von ihm abwandte.
Ich war zwar kein unbeschriebenes Blatt, aber Gefühle hatte ich immer noch. Und nachdem ich meinen Kumpel Henry unter einem Haufen Hive hervorgezogen und in seine einst warmen, schelmischen braunen Augen geblickt hatte—die plötzlich ganz kalt und leblos waren—schmerzte mein Herz. Ich brauchte jetzt wirklich etwas mehr als nur ein Bier. Henry Swanson stammte aus London. Ein Brite. Vom 22. Luftwaffenregiment. Ein knallharter Militärveteran. Lustiger Akzent. Verdammt guter Pokerspieler. Vor zwei Tagen noch hatte er Zigarren gepafft und unserem Kommandanten bei einem Spiel ordentlich in den Arsch getreten.
Vor fünf Stunden hatte ich seine Leiche unter einem Haufen ebenfalls toter Feinde hervorgezogen.
Wenigstens hatte er fünf dieser Bastarde mit sich genommen.
Daher war jetzt mehr als nur ein Drink vonnöten, um den Schmerz zu betäuben.
Ich blickte zur Atlanischen Barkeeperin auf. “Kann ich ein Glas Whiskey haben?”
Sie blickte einfühlsam und mir wurde klar, wie hübsch sie war. “Sicher, Liebes. Jack, Johnnie, Jim oder Glen?”
“Glen.”
“Einen miesen Tag gehabt?” Ihr Job hielt sie zwar auf der Transportstation, aber sie wusste, mit was wir es zu tun hatten, welche Gräuel wir zu Gesicht bekamen. Wie wir uns fühlten.
“Ja.”
Sie nickte und schob mir ein Glas mit einem Schuss synthetischen Whiskey rüber. Die S-Gen-Anlage der Transportstation—also der Materiegenerator, der all unsere Kleidung, unser Essen und anderen Kleinkram von den verschiedenen Koalitionsplaneten materialisierte—war für Jim Beam, Johnnie Walker, Jack Daniels und Glenlivet programmiert worden, sowie einer Auswahl an Wodka, Gin, Bier, Wein und allen erdenklichen Alkoholsorten von der Erde. Auch mit vollkommen unbekannten Drinks von den anderen Planeten. Nachdem ich mir im College mit Tequila die Eingeweide ausgekotzt hatte, ließ ich meistens die Finger von Hochprozentigem.
Heute war aber nicht so wie meistens. Für eine Weile wollte ich einfach alles um mich herum vergessen. Zumindest, bis sie mich zur nächsten Säuberungsmission riefen.
Mein mysteriöser Alien-Schmacko beobachtete, wie ich mir den Whiskey hinter die Riemen kippte und genüsslich die Augen schloss, als der Alkohol sich seinen Weg meiner Kehle entlang brannte und ich das Schnapsglas wie einen alten Freund behutsam auf den Tresen stellte.
“Willst du noch einen?” wollte die Barkeeperin wissen.
“Nein Danke. Wir sind die zweite Einsatztruppe.” Wir würden nicht als Nächstes ausrücken, nicht sofort jedenfalls, aber wir waren das Backupteam für den nächsten Notfall. Was bedeutete, dass ich mich nicht im Whiskey ertränken und in meinem Bett zusammenklappen konnte, so, wie ich eigentlich gerne wollte. Ich fummelte an meinem Armband herum, meiner Verbindung mit dem Alarmsystem und dem Rest meines Teams. Es war dunkler als meine grüne Sanitäteruniform und in der Mitte befand sich ein leuchtendes Bändchen, welches Einsatzbefehle, Koordinaten und was immer wir auf Bodenmission gebrauchen konnten, kommunizierte. In diesem Moment aber leuchtete das farbige Band in der Mitte hellblau. Babyblau. Zuckerwatteblau. Je nach Status änderte es die Farbe. Rot hieß einsatzbereit, blau auf Reserve und schwarz bedeutete, dass wir nicht im Dienst waren. Wir nannten das Totzeit und diese war genauso selten wie kostbar.
Auf der Zenith gab es nur drei Teams mit Rettungssanitätern und wir alle hatten mehr als genug zu tun.
“Was bedeutet das, zweite Einsatztruppe?” Er starrte mich an, als versuchte er ein Puzzle zusammenzusetzen. Als ich ihn ignorierte, lehnte er sich unbeirrt nach vorne, fast so, als würde er …
“Hast du mich gerade ausgeschnüffelt?” platzte es aus mir heraus. Wir blickten uns in die Augen und ich fühlte mich wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Ich hätte aufstehen und einfach nur davonrennen sollen. Warum also war ich wie angewurzelt und beinahe erpicht darauf zu sehen, was er als Nächstes tun würde? Ich kam mir vor, als würde ich mit einer Kobra tanzen und der Kick war berauschend.
“Normalerweise muss ich nicht erst mit den Frauen reden, um sie ins Bett zu kriegen.” Seine Augen waren hellgrün, um einige Stufen heller als meine; meine Mutter hatte immer gesagt, sie wären smaragdgrün. Seine aber waren intensiv, fast schon hypnotisierend und voll und ganz auf mich fokussiert.
“Weniger Gequatsche wäre auch besser für dich.”
Er grinste amüsiert und sein Blick wanderte über mein Gesicht, auf meine Lippen, dann strich er mir übers Haar. Ohne es zu wollen neigte ich den Kopf in Richtung der hitzigen Berührung. Seine Hand war dermaßen groß, sie erinnerte mich an unseren Größenunterschied. Ich war groß, aber er war einen Kopf größer, wenn nicht mehr. Ohne Zweifel war er überall groß. Seine Hand glitt nach unten, über meine Schulter und weiter, bis zu meiner Hand, dann hob er sie hoch. “Du kommst von der Erde.”
“Ja,” bestätigte ich, obwohl seine Bemerkung nicht wirklich als Frage gemeint war. “Noch nie einen Erdling gesehen?” Meine Frage triefte nur so vor Sarkasmus, aber sein Lächeln wurde nur noch breiter.
“Nur einen.” Er gab keine Einzelheiten preis und ich fragte nicht nach. Wen er kannte oder wen nicht war mir vollkommen egal. Ging mich nichts an. Abgesehen davon, dass wenn es eine Frau war, ich ihr auch die Augen auskratzen wollte, was einfach nur beknackt war. Was er alles machte und mit wem, das ging mich nun mal nichts an. Keine Einmischung und basta.
“Warum rieche ich Blut?” Er schnüffelte erneut, seine Augenbrauen zogen sich zusammen und jeder Anflug von einem Flirt war verschwunden.
Ich zuckte die Achseln. Sicher, ich hatte geduscht und eine frische Uniform übergezogen, aber niemand aus meinem Team war zur Krankenstation gegangen, um unsere Kratzer und blauen Flecken versorgen zu lassen. Wie immer waren wir zurückgekommen, hatten den Schmutz des Todes abgewaschen und waren schnurstracks zur Bar marschiert. Wir waren es gewohnt Leute zu verlieren, aber Henrys Verlust schmerzte mehr als üblich. Er war ein wahrhaftiger Joker, jener Komiker und Spaßvogel, der mit allem davonkam und den Alltag auf dieser abgelegenen Station fast schon heiter machte. Alle Erdlinge auf der Station waren über seinen Tod informiert worden. Und das bedeutete, dass sie hier runterkommen und ihren Kummer ersäufen würden. In ein paar Stunden würde es hier rappelvoll werden.
Vielleicht sollte ich mir noch ein zweites Glas Whiskey gönnen. Das lautstarke Gesinge und Angestoße würde sich über Stunden in die Länge ziehen. Ich seufzte und rieb meine Schläfen. Ich spürte bereit den aufziehenden Kopfschmerz.
Sexy Alien kniff die Augen zusammen, als er meine Hand sah—also die, die er nicht gerade festhielt—und den dunkelgrünen Verband. “Du bist verletzt.”
Er wechselte zu meiner ramponierten Hand und in seinem Griff kam ich mir ganz klein vor. Seine Berührung war persönlich, intim und ich fühlte mich irgendwie besonders. Ich war hin und weg. Und ich musste feststellen, dass ich buchstäblich danach gierte. Er nahm sich die Freiheit und hielt meine Hand in seiner; als ob ich ihm gehörte. Dann wickelte er den straffen Verband ab.
“Das ist nichts. Wirklich.” Meine Handfläche hatte einen kleinen Schnitt, von einem zerfetzten Metalltrümmer. Ich hatte auf Mission schon Schlimmeres davongetragen. Sehr viel Schlimmeres.
Er drehte meine Handfläche nach oben, legte sie in seine und seine Finger strichen sanft über die Schnittwunde. Sie hatte zu bluten aufgehört, bevor ich zurück zur Zenith transportiert war. Ein Kratzer. Ich begrüßte den stechenden Schmerz. Manchmal war es das einzige Mittel, um sicher zu sein, dass ich noch lebte. Ich hatte mir nach dem Rücktransport ein paar extra Minuten Zeit genommen und sichergestellt, dass Henrys Leichnam in die Leichenhalle gebracht wurde und war dann zu meinem Team gestoßen.
Über Schmackos Schulter hinweg sah ich unseren zweiten Offizier, Rovo, und er beobachtete mich. Er war mit den anderen da, aber der Blick, den er uns zuwarf, brachte mich erstmal ins Stocken. Sein besorgter Blick—was mich betraf ein ganz normaler Ausdruck für Rovo—wanderte von mir auf den Rücken meines Begleiters. Dem Schmacko musste aufgefallen sein, dass ich abgelenkt war und er blickte seinerseits Richtung Rovo. Eine halbe Sekunde lang stierten sie sich an, eine Art Kräftemessen unter Alphamännern von dem ich sowieso nichts verstand. Aber ich machte mir keine Sorgen. Ich war sicher. Mein gesamtes Team war hier, sie saßen an der Wand aufgereiht und behielten mich im Auge, während sie sich ausquatschten und so diesen beschissenen, trostlosen Planeten von dem wir eben gekommen waren, vergaßen.
Wir kämpften um tote Planeten. Es erschien lächerlich, ergab aber Sinn. Niemand wollte einen Hive-Stützpunkt in diesem Sonnensystem. Verdammt, nicht einmal in dieser Galaxie. Folglich stritten die Koalitionstruppen um ein Stück Dreck. Um strategische Positionen. Um die Hive fernzuhalten.
Weltraum oder Erde, gewisse Sachen waren nicht im Geringsten anders. Nicht, wenn es um Gut und Böse ging. Krieg.
Er drehte sich wieder um, Rovo hatte er wohl schon vergessen. Er hielt immer noch meine Hand. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet, als ich mich auf der Suche nach einem Drink zur Bar begeben hatte. Eigentlich sollte ich jetzt bei meinen Teamkollegen am anderen Ende des Raumes sitzen, aber nein. Seit er in meinen persönlichen Bereich eingedrungen war, hatte ich mich nicht vom Fleck gerührt. Ich wollte es nicht. Selbst seine kitschige Bemerkung hatte mich nicht vertrieben.
Dieser Typ? Heilige Scheiße. Ich wollte alles tun, was er von mir verlangte. Was immer er sagte. Jetzt sofort.
Warum? Weil ich keine Zweifel hatte, dass er gut war. Sehr, sehr gut. Und hier draußen im Sektor 437, auch bekannt als der äußerste Quadrant im Nirgendwo, war meine Vagina vor mangelnder Zuwendung so ausgetrocknet wie die Trionische Wüstenlandschaft. Ein bisschen männliche Aufmerksamkeit würde mir guttun.
Insbesondere von jemandem, der so aussah wie er. Der mich anglotzte, als wolle er mich an Ort und Stelle verschlingen. Oder über die Schulter werfen und auf der nächstgelegenen horizontalen Fläche flachlegen—vielleicht würde er es auch einfach in der Vertikalen durchziehen. Eine Wand würde für eine schnelle Nummer reichen. Heiß, feste und derbe. Gefährlich? Vielleicht.
Aber genau danach sehnte ich mich. Etwas Waghalsiges. Etwas, das mich zittern und keuchen ließ vor Verlangen, vor Bedürftigkeit. Ich wollte jetzt nicht rational bleiben.
Ich wollte spüren.
2

Harper
Seine Berührungen waren wie eine Droge, das Kribbeln nur allzu vertraut. Adrenalinjunkie? Hatte ich nie abgestritten. Aber in den letzten zwei Jahren holte ich mir meinen Schuss normalerweise auf den Rettungs- und Versorgungsmissionen der interstellaren Koalition. Mehr als zweihundertfünfzig Planeten, alle mit Zivilisationen. Ozeanen. Stürmen. Unfällen. Auf der Erde war ich eine Rettungsschwester in der Notaufnahme. Von Schusswunden bis Enthauptungen hatte ich alles gesehen. Als die Aliens auftauchten und nach Kriegern und Bräuten für die Koalition verlangten, weil die Erde von diesem Moment an auch dazugehörte, hatte ich mich freiwillig gemeldet. Aber nicht als Braut. Nie im Leben. Ich war keine Zuchtstute für einen Alien. Und ich würde auch keine Waffe in die Hand nehmen. Ich war keine Soldatin; ich war Heilerin. Ich wollte ein Abenteuer leben, und zwar ohne dominante Partner oder erbarmungslose Gefechte. Ich wollte endlich sehen, was da draußen war, im Weltall, auf anderen Welten. Beam mich rauf, Scotty.
Also meldete ich mich freiwillig, sagte ihnen, was ich wollte und dann fand ich mich in dieser bizarren, außerirdischen Version einer medizinischen Erstversorgungseinheit wieder. Der Krieg gegen die Hive war endlos. Wortwörtlich gemeint. Diese Alienrassen standen seit Jahrhunderten im Krieg gegen sie. Aber das bedeutete nicht, dass es keine Notfälle gab. Oder Naturkatastrophen. Überraschungsangriffe. Nach jeder Kampfhandlung in diesem Sektor transportierten wir in die Gefechtszone, um die Verwundeten zu sortieren und ihnen zu helfen, die Nachwirkungen des Geschehens zu überleben.
Oder vor den Hive zu flüchten.
Wie auch immer. Es war riskant, aber ich hatte eine wichtige Aufgabe. Mein Einsatz war von Bedeutung und ich musste niemanden dafür erschießen. Mein Team bestand aus Menschen von der Erde und wir folgten den ebenfalls menschlichen Kampfeinheiten durch das Koalitionsgebiet, wie Cheerleader, die einer Footballmannschaft hinterher reisten. Sie kämpften und danach kamen wir zum Einsatz. Wie Blutegel hefteten wir an den Fersen der Kampfgruppe Karter. Sobald die Kommandanten weiterzogen, blieben wir lange genug, um das Chaos zu beseitigen. Vorausgesetzt, die Koalition hatte gewonnen. Wenn nicht, dann gab es auch nichts mehr zu retten.
Die Hive ließen keine Rohstoffe zurück und für sie waren meine irdischen Brüder und Schwestern, wie alle Koalitionskämpfer da draußen nur ein Stück Fleisch, das es zu verarbeiten galt.
Die meisten Leute in meiner medizinischen Erstversorgungseinheit—der MedRec—kümmerten sich so gut es ging um unsersgleichen. Natürlich, ein Prillonischer Arzt oder eine Atlanische Rettungsschwester würde einem verwundeten Menschen zur Hilfe kommen, aber auf eine gewisse Art war es den blutverschmierten Kriegern hier draußen im Weltall wichtig, vertraute Gesichter zu sehen. Nämlich, wenn sie im Sterben lagen und mit jedem mühsamen Atemzug die Heimat stärker vermissten und vollkommen verängstigt dem Tod ins Auge blickten; hier, am anderen Ende der Galaxie.
Ich lebte jetzt hier, die MedRec Zenith und der Rest meines Teams waren mein Zuhause. Ich hatte mehr Planeten und Alienrassen gesehen, als die meisten hier in dieser Bar. Und doch, einen wie ihn hatte ich noch nie getroffen.
Mein Mund wurde ganz wässrig und ich wollte die Stoppeln an seinem kantigen Kiefer befühlen, als er meine Hand tätschelte. Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich schon dastand, grübelte und ihn stumm anstarrte, aber seine Augen wichen keinen Zentimeter von meinem Gesicht. Rovo war vollkommen vergessen. Der Alien-Schmacko war voll und ganz fokussiert. Auf mich. Auf den Kratzer an meiner Hand.
“Das hättest du mit einem ReGe-Stift behandeln sollen.” Er machte keine Anstalten, sondern zog einfach einen aus seiner Hose heraus, stellte das blaue Licht an und wedelte ihn über meine Handfläche.
Ich war seit beinahe zwei Jahren im Weltraum unterwegs, benutzte den wundheilenden Stift bei unseren Verletzten und trotzdem hatte ich mich nie an das Ding gewöhnt. Der Stift—zusammen mit den komplizierteren Regenerationstanks—wirkte Wunder. Innerhalb von Sekunden verschloss sich der Schnitt in meiner Handfläche, er wurde rosa und dann verschwand die Wunde gänzlich. Vorher brannte es, jetzt aber spürte ich gar nichts mehr. Weg.
“Danke,” hauchte ich, nachdem er den Stift wieder abgestellt hatte. Es war zwar eine nette Geste, fühlte sich aber irgendwie unangebracht an. Es war falsch, ohne ein Zeichen oder eine Narbe dazustehen, während der Anblick von Henrys Sarg auf dem Weg zurück zur Erde sich regelrecht in meine Augenlider gebrannt hatte.
“Warum hast du dich nicht behandeln lassen?” fragte er. Ich bemerkte einen schärferen Tonfall in seiner Stimme und blickte von unseren verschlungenen Händen auf.
“Es war ein Kratzer.” Ich zuckte leicht die Achseln und blickte ihm in die Augen. Ich konnte nicht wegschauen. Konnte nicht lügen. Ich wollte es nicht, also schluckte ich und schüttete ihm mein Herz aus. Jene Dinge, die ich sonst so gut zu verbergen vermochte. “Und Whiskey war dringender nötig als ein Arzt.”
Langsam schüttelte er den Kopf und sein Daumen strich auf der frisch verheilten Wunde hin und her. “Na dann bin ich froh, dass ich zur Stelle war um dich zu versorgen.”
Seine Worte waren dermaßen ernst. Seine Aufmerksamkeit war wie eine Droge, die Berührung ließ mich vor Freude zittern. Ich wollte meine Hand nie mehr wegziehen.
Ich saß in der Scheiße. Genau das war es. Ärger. Und ich wollte es. Ich wollte ihn.
Es wurde Zeit mich ein bisschen aufzumuntern und meine Einsatzpause auszukosten. Besonders viel Zeit blieb mir aber nicht für ein Abenteuer mit einem geheimnisvollen, fremden Alien; einem, der in ein paar Stunden schon wieder weg wäre, höchstwahrscheinlich für immer. Ein Abenteuer? Nein. Ein Quickie? Das könnte klappen. Aber ich war mir verdammt sicher, dass ich mich nicht mitten in einem heißen Techtelmechtel mit einem Fremden wiederfinden wollte, wenn der nächste Einsatzalarm schrillte.
Zurückhalten, Schatz. Ich muss los …
Mittendrin abzuhauen stand außer Frage. Nicht mit diesem Typen. Aber ich wollte wirklich diesen Orgasmus haben—oder zwei—, denn ohne Zweifel würde er es mir ordentlich besorgen.
Seine Uniform gehörte zu keinem der üblichen Koalitionszweige. Er war von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet—selbst sein Haar war pechschwarz. Am Bizeps trug er ein Silberband, sonst gab es keine Farbvariationen. Nur seine Augen stachen heraus. Grün. Er war kreideweiß, vielleicht sogar noch hellhäutiger als ich, was ungewöhnlich war, denn ich selbst war die typisch nordische Blondine mit einem irischen Vater und norwegischen Vorfahren mütterlicherseits. Ich bekam schon Sonnenbrand, wenn ich nur von der Sonne sprach.
“Da hab’ ich aber Glück gehabt.” Ich schenkte ihm mein zierlichstes Lächeln. Ich war zwar keine Expertin im Flirten, aber auch keine zimperliche Jungfrau. Es würde nur ein Quickie werden. Sobald der nächste Alarm reinkam, würde ich ihn nie wieder sehen. Warum also nicht? Ich würde Spaß haben, mich daran erinnern, dass ich eine Frau war—selbst in dieser schlichten Unisex-Uniform—und daran, dass er ziemlich maskulin war.
Er wendete die Hand und unsere Finger verschränkten sich. “Bist du noch irgendwo anders verletzt?”
“Nein.” Sex-am-Stiel wollte meine Hand nicht mehr loslassen. Er war das vorzüglichste Exemplar der männlichen Spezies, das mir je untergekommen war. Und ich war viel herumgekommen. In Los Angeles wimmelte es nur so vor lauter Schönlingen, Schauspielern und Models, Surfern und Musikern. Ich kam aus dem Silikontittenland, wo Botox und Poimplantate die Norm waren, wo nichts echt war und jeder einfach nur umwerfend aussah.
Und keiner davon kam auch nur annähernd an ihn heran.
Die letzten beiden Jahre waren eine Bereicherung, und anstrengend. Die meisten Leute waren zum Ende ihrer Dienstzeit beim Burnout angelangt. So weit war es bei mir noch nicht, aber ich war dabei, ernsthaft mit einem fremden Alien zu flirten, also manifestierte sich der Stress bei mir vielleicht auf andere Art.
Sex war prima, um Stress abzubauen. Besonders mit Joe Manganiellos Alien-Doppelgänger. Er würde mir Orgasmen verschaffen. Viele. Dann könnte ich so entspannt und formbar wie ein Karamellbonbon zum nächsten Dienst antreten.
Sein Blick wanderte nach unten über meinen Körper und meine Nippel unter meiner strahlend grünen Uniform ersteiften. Grün stand in der Koalition für Medizin. Die Ärzte trugen dunkle, tannengrüne Outfits, während wir diese hellere Kleidervariante trugen, wie Smaragde. Die Farbe betonte meine Augen, hatte man mir gesagt. Um den Torso war ein dickes schwarz Band geschwungen. Bei Frauen wie mir diente es natürlich nur dazu, die Kurve unserer Brüste hervorzuheben. Bei ihm würde seine Brust sicher noch gewaltiger aussehen, wenn er etwas anderes als nur Schwarz tragen würde. Wenn das überhaupt möglich war. Er war gebaut wie ein Panzer.
Er legte den Kopf schief und lehnte sich näher an mich ran, dann atmete er tief ein. “Ich rieche immer noch Blut, Frau. Ich kann dir das nicht richtig glauben. Würdest du mir gehören, dann würde ich dir die Kleider vom Leib reißen und jeden Zentimeter deines perfekten Körpers inspizieren, um sicher zu gehen, dass du unverletzt bist.”
Daraufhin musste ich grinsen. “Du glaubst mir nicht?”
“Solltest du mich anlügen und etwas so Wichtiges wie deine Gesundheit und Sicherheit vor mir verbergen, dann würden dir die Konsequenzen nicht gefallen.”
“Konsequenzen?” Mein Herz machte einen Hüpfer. Mit weit aufgerissenen Augen wartete ich auf seine Ausführung. Meine Zunge schnellte hervor und befeuchtete meine plötzlich so trockenen Lippen.
“Bestrafung,” sprach er und seine Augen folgten der Bewegung meiner Zunge.
Mir klappte die Kinnlade runter. Ich hätte Angst bekommen sollen. Ein wildfremder Mann. Ein Alien mit einer Uniform von einem unbekannten Planeten redete darüber, wie er mir möglicherweise wehtun würde. Vielleicht konnte er auch Gedanken lesen, denn dann redete er weiter. “Ich verletze keine Frauen. Ich beschütze sie, auch vor sich selbst. Eine Runde Arsch versohlen würde dich bestimmt daran erinnern, dass es keine Geheimnisse gibt, dass ich für deinen Körper verantwortlich bin, ihn anbeten darf.”
Hatte er da eben Arsch versohlen gesagt? Also mit seiner großen, heißen Hand auf meinem nackten Hinterteil? Warum war diese Vorstellung so verdammt geil? Wieder leckte ich mir die Lippen. “Du willst mich anbeten?”
Sein Blick verdunkelte sich. Unsere Finger waren weiter ineinander verschränkt, seine andere Hand aber verhakte sich um meine Taille und er zog mich näher heran. “Was ich mit dir tun werde …” Er erschauderte und lehnte sich an mich heran, sein Atem blies über meinen Nacken und seine Nase strich über meine Ohrmuschel. Wir waren nicht allein hier; die Bar war mindestens halbvoll, und doch schien es, als wären wir in unserer eigenen kleinen Welt. Einer Welt, in der nur er existierte. Wo ich nur seine tiefe Stimme hören konnte. “Ich werde jede sanfte Rundung an dir erkunden. Ich finde die Stellen, die dich nach Luft schnappen lassen, die dich vor Verlangen erbeben lassen. Ich werde deine Haut schmecken. Deine Pussy. Und das ist erst der Anfang. Ich werde dich mit meinem Mund anbeten.”
Ein leichter Temperaturanstieg im Raum wäre eine Untertreibung. Meine Uniform war bequem, hatte aber zu viel Stoff. Ich wollte seine Hand auf meinem blanken Rücken spüren und am besten noch ein Stück weiter unten, damit er meinen nackten—
“Willst du wissen, was ich mit meinen Fingern machen würde?” Er setzte sich zurück und senkte das Kinn, sodass unsere Blicke sich trafen. “Oder meinem Schwanz?”
Ich musste schlucken. Feste. Als er seinen Schwanz erwähnte, lief mir das Wasser im Mund zusammen. “Mann, du bist echt gut.” Meine Stimme klang ganz angehaucht und ich erkannte sie kaum wieder. “Entschuldige, dass ich dachte, du hättest nichts drauf.”
“Was meinst du damit?” fragte er und machte einen Schritt zurück, um mich von der Bar zu geleiten. Er hielt weiter meine Hand und zog mich nach draußen auf den Gang. Ich ließ ihn gewähren, mein Bier blieb stehen. Der Gang war kurz und die Tür am Ende war mit einem weißen Rand beleuchtet, der auf einen Notausgang hinwies.
“Frauen aufreißen.”
Mit einem Handschlag fand ich mich mit dem Rücken gegen die Wand wieder und er nagelte mich regelrecht fest. Ich spürte jeden harten Zentimeter an ihm und musste ein Stöhnen unterdrücken. Meine Hände waren über meinem Kopf fixiert, von seinem unnachgiebigen aber sanften Griff. Er beugte sich über mich, bis seine Hitze mich vollkommen einhüllte. Seine freie Hand landete auf meiner Hüfte, die Berührung schlug ein wie ein Blitz. Ich versuchte nicht, mich zu befreien. Ich wollte nicht. Er fühlte sich gut an. Zu gut.
“Ich nehme an, so sagt man das auf der Erde. Wenn ich dich aufreißen wollte, dann würdest du über meiner Schulter baumeln.”
“Ich bin allein mit dir und ich kenne noch nicht einmal deinen Namen.” War ich etwa dabei seine Hüften anzustarren? Ja. Ja, das tat ich. Und ich wollte wissen, wie sie sich gegen meine anfühlten, wie er schmeckte. Ich blickte auf und er beobachtete mich eindringlich.
Seine Augen gingen erneut auf Wanderschaft, sie begutachteten meinen Mund, meinen Hals, meine Brüste. “Du willst meinen Namen wissen, bevor ich dich küsse?”
Jetzt war mein Schlüpfer hinüber. Genau wie meine Selbstbeherrschung. “Ein Name wäre nicht schlecht. Vielleicht sagst du mir noch, wo du herkommst.”
Wieder strich er mir eine Strähne aus dem Gesicht und meine Knie wurden weich. “Mein Name ist Styx. Ich gehöre zur Styx-Legion auf Rogue 5.”
Ich runzelte die Stirn. Was für schräge Namen. “Ein Teil des Planeten ist nach dir benannt?” Sein Finger glitt meinen Hals hinunter, um dann auf meiner Schulterlinie auf und ab zu streichen. Seine Augen folgten der Bewegung.
“Rogue 5 ist ein Mondstützpunkt. Ich bin Anführer der Styx-Legion, also trägt sie meinen Namen.”
“Von Rogue 5 hab’ ich noch nie gehört,” entgegnete ich und neigte dabei den Kopf zur Seite, damit er leichter Zugang bekam.
“Wir sind nicht in der Koalition.”
Das wusste ich allerdings. “Warum bist du dann hier?”
“Ich treffe einen Businesspartner.” Die Art, wie er Businesspartner sagte erinnerte mich an eine Folge von Die Sopranos. Es klang voll mafiamäßig.
“Sind auf deiner Welt alle so wild wie du?”
Daraufhin grinste er, seine Zähne waren weiß und gerade. “Du meinst, ich wäre wild?” Er verlagerte sein Bein, sodass sein Knie zwischen meine wanderte und ich praktisch auf seinem Schenkel ritt.
Mein Mund stand offen und er nutzte die Gelegenheit und legte seine Fingerspitze an meine Unterlippe. Es fühlte sich rau an, selbst als er so zart wie möglich zudrückte und köstlich aufreizend hin und her zu reiben begann.
“Sag mir deinen Namen.” Es war keine Frage, sondern der Befehl eines Alphatypen.
Ich war nie eine, die einfach so nachgab, also beugte ich mich vor, nahm seine Fingerspitze in den Mund und saugte. Ein, zwei Mal schürfte ich seine Haut mit den Zähnen, dann ließ ich von ihm ab. Nur ein zartes Knabbern, damit er wusste, dass ich noch nicht gebändigt war. “Harper. Harper Barrett aus Kalifornien. Ich meine, von der Erde.”
Na toll, ich klang wie eine Bekloppte. Aber er schien sich nicht daran zu stören. Seine Pupillen waren dermaßen geweitet, dass seine Augen fast schwarz erschienen und an seinem Hals pochte eine Vene. “Ich werde dich jetzt kosten, Harper.”
Oh. Okay.
Ich erwartete etwas Gemächliches, aber er nahm sich meinen Mund mit einer Begierde, die mich einfach nur schwach werden ließ. Ich konnte nichts mehr sagen, nicht, dass ich es wollte. Ich hatte einen ungebändigten Hengst bezirzt, verführt und sogar angestichelt. Die Regeln oder Konsequenzen der Koalition betrafen ihn nicht. Und so, wie er küsste, voller ungezügeltem Verlangen und exquisiter Sorgfalt wusste ich, dass er die Dinge auf seine eigene Art machte.
Eine Art, die mir sehr stark zusagte. Genau wie meinen Nippeln und meinem Kitzler und meiner heißen Pussy. Allerdings. Ich stellte mir vor, wie er mir an Ort und Stelle die Kleider vom Leib riss, mich mit seinem Schwanz ausfüllte und so feste in mich rein stieß, dass mein Rücken gegen die harte Wand schrammte. Trotzdem war er Gentleman genug, um mir seine Absichten mitzuteilen, damit ich mich ihm, falls gewünscht, verweigern konnte. Was nicht der Fall war. Nein, er sollte weitermachen und nie mehr aufhören.
“Hier fehlt doch was.”
Die Stimme kam von meiner Linken und ich erstarrte, denn wir waren nicht allein. Styx ließ sich aber nicht stören. Er erkundete weiterhin meinen Mund, und zwar mit einer nie gekannten Inbrunst. Aber es war, als ob ich in den buchstäblichen Eimer Eiswasser getaucht wurde.
Ich wich leicht zurück. “Styx,” flüsterte ich vollkommen außer Atem.
“Hmm?” fragte er, während er an meinem Kiefer knabberte.
Ich wandte den Kopf, damit ich zur Seite blicken konnte und Styx nutzte die Gunst der Stunde und senkte den Mund auf meinen Hals, sodass ich mich nicht mehr von unserem Besucher abwenden konnte. Tatsächlich, wir wurden beobachtet. Von einem sehr großen, sehr prächtigen Mann. Er war enorm, wie Styx und er trug dieselbe Uniform. Dasselbe Silberarmband. Außer dass Styxs Haare kürzer und tiefschwarz waren und seine waren silberfarben, lang, gerade und glänzend. Sie waren nicht grau oder blond oder irgendeine andere normale Farbe. Und sein perfektes Gesicht war wie gemeißelt, seine Augen waren hell und grau. Er sah aus wie ein Krieger aus einer Fantasiewelt von Dungeons and Dragons. Unwirklich.
Sein Grinsen, als sein Blick über meinen Körper wanderte und über Styxs Hand, die meine Handgelenke über meinem Kopf fixierte, war sündig. Und breit.
Ich verdrehte protestierend die Hände in seinem Griff, hielt ansonsten aber perfekt still. Die Spielereien waren jetzt vorbei. “Styx,” wiederholte ich.
Er blickte nicht auf, sondern küsste und leckte einfach weiter, dann arbeitete er sich sogar knabbern an meinem Kiefer und bis zu meinem Ohr entlang, dann meinen Hals hinunter. “Das ist Blade.”
Was für eine seltsame Bekanntmachung, aber offenbar kannten sie sich und störten sich nicht daran, eine Frau in ihrer Mitte zu haben.
“Ähm … schön dich kennenzulernen,” stotterte ich, obwohl ich mir nicht ganz sicher war, ob das wirklich stimmte. Ich verdrehte noch fester meine Handgelenke und erst dann hob Styx seufzend den Kopf.
“Lasst euch nicht stören,” sprach Blade und trat einen Schritt näher. “Ich werde mich euch anschließen.” Er legte eine Hand an meine Wange, seine Berührung ließ mich in jeder Hinsicht dahinschmelzen wie die von Styx. Behutsam. Ehrfürchtig. Und plötzlich fühlte ich mich … ganz in ihrer Mitte.
“Ähm—”
“Hab’ ich erwähnt, dass Blade und ich uns gerne eine Frau teilen?” führte Styx aus.
“Teilen?” quietschte ich und mein Herz begann so heftig zu hämmern, dass ich fürchtete, es explodierte gleich. Ich blickte zwischen den beiden hin und her, ihre Erscheinung wie Tag und Nacht. Salz und Pfeffer. Heiß und … heiß. Oh. Mein. Gott.
“Doppeltes Vergnügen für dich.” Blades ruhige Ankündigung schnitt mit der Scharfkantigkeit seines Namens durch die Luft. “Wir werden zusammen eine Partnerin erobern.” Er beugte sich runter, seine Nase fuhr an meiner Wange entlang und schnaubte, genau wie zuvor Styx. “Unser Biss wird dich so empfindlich machen, so wild, dass du bei der kleinsten Berührung kommen wirst. Immer wieder.”
Seine hitzigen Worte ließen mich erschaudern, das heiße Flüstern sank in meinen Geist wie eine Droge ein. Ihre Zuwendungen machten mich trunken, mein Körper war entschlossen die Fahrt zu genießen, selbst als mein Verstand sich wehrte und erstmal alles verarbeiteten wollte.
Zwei von denen. Zur selben Zeit. Der Gedanke schüchterte mich nicht so sehr ein, wie es wohl sollte. Aber, eine Partnerin gemeinsam erobern. Partnerin? Wie für immer? Ich kannte die anderen Alien-Krieger gut genug, die Prillonen und Atlanen und den Rest dieser ultra-besitzergreifenden Prototypen von Alphamännern.
“Partnerin?” fragte ich nach. “Nein. Ich bin keine Partnerin. Ich gehöre niemanden.” Waren sie verrückt? Ich wollte nur einen Quickie. Eine gute Zeit. Spaß haben, bevor ich wieder ins Blut und Gemetzel der Schlachtfelder eintauchen musste. Partnerin war eben erst eingesackt, als der zweite Teil seiner Ankündigung sich schließlich in mein sexvernebeltes Hirn bohrte. “Warte. Biss? Hast du gesagt Biss?”
Ungläubig blinzelnd schaute ich zu Blade. Er grinste. Ich dachte, ich hatte in meiner Zeit im Weltraum schon alles gesehen. Aber das hier? Nie hätte ich Reißzähne erwartet.
Richtig. Reißzähne.
3

Styx
Unsere Partnerin war von Blades Küssen und Berührungen wie benommen, aber sie wehrte sich nicht gegen meinen Griff. Als sie in die Bar spaziert kam, war mir die Luft weggeblieben, wie bei einem kräftigen Schlag aufs Zwerchfell und mein Schwanz war sofort ersteift. Jetzt? Ich konnte sie nicht loslassen. Sie gefiel mir einfach zu gut; Arme überm Kopf, ihr Leib entblößt und zutraulich. Ungeschützt. Verletzlich.
Sie verstand es nicht, diese unmittelbare Verbindung. Ich verstand es, die Frauen von der Erde taten es nicht. Besonders eine, die nicht über das Bräute-Programm hierhergekommen war. Ich kannte nur eine Erdenfrau. Katie. Sie war hübsch und freizügig, genau wie Harper. Aber sie hatte mich nicht um den Verstand gebracht. Ich war aufgebracht gewesen, aber nicht ihretwegen. Sie gehörte einem anderen, einem Everianischen Kopfgeldjäger, der über Leichen gegangen wäre, um sie zu behalten.
Jetzt, als ich Harper in den Armen hielt, konnte ich diesen irrsinnigen Besitzdrang und Beschützerinstinkt nachvollziehen. Harper gehörte zu mir und Blade. Keine Diskussionen. Keine Zweifel. Sie gehörte mir und ich würde jeden töten, der sie von mir nehmen, der ihr weh tun würde.
Sie schenkte mir sofort das, was ich brauchte; als ob sie für mich erschaffen wurde. Vertrauen. Leidenschaft. Ihr goldenes Haar war wie ein Leuchtfeuer, ihre grünen Augen so ausdrucksstark, dass ich in ihre Seele blicken konnte. In ihnen sah ich alles. Ihr Verlangen, ihre Furcht. Sie versteckte nichts vor mir und der animalische Teil meines Wesens hatte sich bereits entschieden.
Mir.
Es würde keine Diskussionen geben. Keinen Widerstand. Ich wollte ihr nicht widerstehen, ich wollte sie. Ich wollte von ihrer heißen, feuchten Pussy begrüßt werden, während ich sie ausfüllte. Ich wollte ihre kehligen Lustschreie hören, wenn wir sie an ihre Grenzen brachten, sie immer wieder kommen ließen, bis sie die Kontrolle verlor. Ich wollte meinen Namen auf ihren Lippen hören, nicht so wie jetzt eben, sondern voller Sehnsucht in ihrer Stimme. Gefühlvoll. Zärtlich. Ich wusste, dass ich von ihren Lippen nie genug bekommen würde, oder vom irdischen Whiskeygeschmack auf ihrer Zunge. Ich würde jemanden anheuern, der die S-Gen programmiert, damit sie den Drink auch immer zur Hand hatte.
Ich konnte sehen wie ihr Verstand nur so ratterte, wie sie krampfhaft herauszufinden versuchte, was wir von ihr wollten, was wir tun würden. Sie war mir freiwillig in den Gang hinaus gefolgt, auch wenn sie nicht wirklich verstanden hatte, wie sehr sie mich wollte. Ich erkannte ihre Zweifel. Sie dachte, wir wären verrückt—vielleicht zweifelte sie auch an ihrem eigenen Verstand—, denn wir machten Versprechungen, von denen sie annahm, dass wir sie nicht halten würden.
Sie irrte sich.
“Du gehörst mir, Harper.” Ich hob mein Knie an ihren Schritt und Blade küsste sie, eine Hand hatte er an ihre Brust gelegt, die andere umpackte ihren runden Arsch.
Ihr zartes Stöhnen ließ meinen Schwanz schmerzen und ich sah zu, wie Blade ihre Aromen erkundete. Sie erwiderte seinen Kuss und jede Gegenwehr war verschwunden. Ihre Handgelenke waren feingliedrig und zerbrechlich und ich umfasste sie wie ein Vogelküken, ich fürchtete sie zu verletzen und mein Verstand kalkulierte in jeder Sekunde alle möglichen Szenarios durch.
Blade war dabei sie zu verschlingen und sein Appetit wuchs sichtlich; genau wie meiner, als ich sie zum ersten Mal gerochen hatte. Sie zitterte, war am dahinschmelzen, unterwarf sich uns und ich wusste, dass es die richtige Entscheidung war, als Blade ihr jenes Angebot machte, das bisher keiner anderen Frau zuteilgeworden war—unser Biss. Unser Schutz.
Für immer.
Sie gehörte zur Koalition. Ihre Uniform. Die Pistole an ihrem Schenkel. Standardausrüstung der MedRec-Einheiten, also der Sanitäter und Säuberungsteams, die nach dem Gemetzel eintrafen und jenen Kriegern halfen, die noch zu retten waren. Ich selbst war viele Male auf diesen Schlachtfeldern gewesen, nicht um Leben zu retten, sondern um Waffen zu erbeuten. Technik. Gerätschaften, die meine Legion auf dem Schwarzmarkt verticken konnte. Vorsichtig mieden wir dabei die Engel wie sie. Wir waren weder zum Kämpfen da, noch um zu retten. Wir kamen aus purer Notwendigkeit.
Aus Sicht der Koalition waren meine Leute Kriminelle. Außenseiter. Zenith war ein Knotenpunkt ziviler wie militärischer Aktivitäten, die Station gehörte der Koalition, war aber kein Stützpunkt. Der Ort befand sich in einer Grauzone zwischen einer utopischen Idealwelt und der Realität. Einer kalten, unbarmherzigen Realität.
Meiner Welt.
Blade hob sie sanft nach oben und platzierte sie so, dass ihr Kitzler immer wieder über meinen harten Oberschenkel rieb und mit einem konstanten Zupacken und Loslassen ihres Arsches rollte er ihre Hüften. Sie keuchte und riss ihren Mund von seinem weg, während er weiter mit der freien Hand an ihren Brüsten herumspielte, erst der einen, dann der anderen.
Sie fing an zu zittern, ihre weiße Haut lief dunkelrosa an, ihre prallen Lippen waren rot und ausgereift. Ich wollte sehen, wie sie sich um meinen Schwanz dehnten, wenn ich erstmal diesen lieblichen Mund ficken und jeden Zentimeter an ihr erobern würde.
“Stopp,” keuchte sie.
Blade und ich erstarrten und blickten auf unsere Partnerin. Wir warteten.
“Wartet. Stopp. Ich—das ist verrückt.”
Sie blieb nicht unberührt. Im Gegenteil. Ihre eigene Reaktion erschreckte sie womöglich, vielleicht war das Ganze zu heftig. “Uns zu wollen ist nicht verrückt. Viele Frauen aus unserer Welt haben sich genau das erhofft, was wir dir geben.”
“Viele Frauen, hmm?” Sie biss ihre Lippe und wandte sich von uns ab. “Ich bin keine Partnerin, Jungs. Ich wollte nur etwas Spaß mit euch haben.” Sie blickte kurz zu mir, dann zu Blade. “Ihr beide seid ziemlich heiß. Wir können kurz Spaß haben, aber mehr nicht.”
“Warum?” Seltsam. Sie war sofort auf mich angesprungen und hatte sich mit mir in den Gang verzogen, um etwas Privatsphäre zu haben. Sie hatte sogar zugegeben, dass sie uns beide wollte. Und jetzt hatte sie es sich anders überlegt? Hatte das “für immer” sie abgeschreckt? Ich konnte ihr nichts vormachen. Ich hatte die Absicht, sie zu behalten und diese Tatsache musste sie schleunigst akzeptieren. Sie gehörte mir.
“Warum? Weil ich keinen Partner will.” Sie funkelte mich an und ich erkannte das Wirrwarr in ihren Augen und den verängstigten Ausdruck, als sie einen Blick zu Blade riskierte. “Oder zwei.”
Stirnrunzelnd fragte ich mich, warum sie sich mit einer solchen Gegenwehr quälte. Beinahe wäre sie gekommen—vom bloßen Ritt auf meinem Schenkel. Warum hatte sie aufgehört? Warum verweigerte sie sich solch ein Vergnügen? Ich wollte ihr beim Kommen zusehen, wie ihre Augen glasig und unscharf wurden. Ich wollte die Gewissheit spüren, dass ich der Grund war, warum sie die Kontrolle verlor. Sie sollte mir so sehr vertrauen, um diese Kontrolle ab und sich der Intimität hinzugeben. Ich brauchte diesen verborgenen, leidenschaftlichen Teil von ihr.
“Du hast Angst,” sprach ich und erforschte sie eindringlich. Ich würde sie mit Blade teilen, aber mit keinem anderen. Blade war für mich mehr als ein Bruder und keinem anderen würde ich darin vertrauen, sie zu beschützen. “Hast du Angst vor zwei Liebhabern?”
“Ähm, nein. Ich—egal. Was früher war, ist nicht wichtig.”
Jetzt wurde sie knallrot, ihr Hals und Gesicht nahmen einen interessanten, purpurroten Farbton an. Es war ihr peinlich? “Du hattest schon zwei Liebhaber?” fragte ich.
Sie nickte und mein Lächeln tat fast schon weh. “Gut. Wovor hast du dann Angst?”
“Wir werden dir nicht weh tun,” bot Blade an und lehnte sich einmal mehr eng an sie heran, sodass seine Lippen über ihre Wange strichen. “Wir werden auf dich aufpassen. Dich beschützen. Dich verehren.”
Sie schüttelte den Kopf, zuckte unter meinem Griff.
“Du hast immer noch Angst? Vor uns?” fragte Blade.
Harper schüttelte den Kopf. “Nein. Nicht vor euch. Eurem Raubtiergebiss. Ihr wollt mich beißen? Ähm …” Sie zerrte an meinem Griff und ich weigerte mich, sie gehenzulassen. Nicht jetzt, wo sie doch herausfinden würde, wie wir sie erobern würden. Es wäre so viel einfacher gewesen, wenn unsere Partnerin auch von Rogue 5 kommen würde, aber nein. Natürlich mussten wir über eine Frau stolpern, die nichts von unseren Bedürfnissen ahnte. Wir würden unsere Partnerin beim Ficken beißen, um sie zu erobern. Sie mit unseren Zähnen am Halsansatz zu markieren. Die bloße Vorstellung war sogar noch beängstigender, da ich und Blade sie gemeinsam erobern würden.
Nich alle Hyperioner teilten sich eine Partnerin. Es gab diesbezüglich keine Vorgaben. Zum Teufel, auf Rogue 5 gab es überhaupt keine Gesetze. Innerhalb unserer eigenen Regeln konnten wir tun und lassen was wir wollten, solange ebendiese Regeln befolgt wurden.
Regeln, die ich selbst vorgab.
Regeln, die ich jetzt brechen wollte. Ihretwegen.
Blade atmete sie ein und schloss genüsslich die Augen, als er sie in sich aufsog. Er lernte ihren Geruch, genau wie ich zuvor. “Wir werden dich nicht hier beißen. Nicht jetzt. Nicht am Hinterausgang einer Kneipe.”
“Also hebt ihr euch den Vampirbiss für später auf. Toll, ich fühle mich schon so viel besser. Damit hat sich alles erledigt.”
Ihre Worte strotzten nur so vor Sarkasmus. Und was in Teufels Namen war ein Vampir?
“Vor der Eroberung musst du dich nicht fürchten. Bis wir unsere Reißzähne in dein Fleisch bohren, wirst du darum betteln,” Blade flüsterte in ihr Haar und sie erschauderte, Augen geschlossen, und der Ruck fuhr durch ihren gesamten Körper und in meinen. Ja. Sie wollte uns. Brauchte uns. Brauchte das hier.
Sie wurde wütend. “Wenn meine Zeit bei der MedRec vorbei ist, gehe ich zur Erde zurück. Ihr beide irrt euch gewaltig mit diesem Gelaber von Verpartnerung und Gebeiße.”
“Du fürchtest nicht unsere Zähne,” sagte ich. “Du fürchtest dich selbst.”
Sie riss die Augen auf und blickte mir in die Augen. Ja, ich erkannte den Anflug von Verletzlichkeit in ihrem Blick, die Verwunderung darüber, dass ich die geheime Wahrheit aufgespürt hatte. Sie versteckte sie gut, hatte ihre Ängste auf unsere Fangzähne gelenkt, um ihre wahre Furcht zu verschleiern. Sie mochte zwar unseren Biss fürchten, aber mehr noch fürchtete sie ihre Gefühle für uns.
“Hast du Angst zu kommen?” fragte Blade.
Als sie die Augen rollte, wusste ich, dass er nicht mal annähernd richtig lag.
“Sie hat Angst … unseretwegen zu kommen.” Sie schloss die Augen und seufzte. Ja, meine Worte kamen der Wahrheit schon näher. “Du machst dir Sorgen, weil du zu sehr abgehst? Dass du uns zu sehr willst? Dass du nicht mehr aufhören kannst?”
Sie lachte verhalten. “Na schön. Vampirzähne beiseite. Aber wie kann ein Alien, den ich eben erst in einer Bar getroffen habe, mich nur dermaßen antörnen? Und sein Kumpel auch noch? Das macht mir ein bisschen Angst, ja. Ich kenne euch überhaupt nicht. Das Ganze ist also kompletter Wahnsinn.”
“Du kennst uns nicht … noch nicht.”
Sie verlagerte die Hüften. “Ich weiß. Es ist—”
Blade strich mit dem Finger an ihrem Arm entlang. “Heftig?”
Sie nickte, ihr Hinterkopf rieb gegen die Wand. “Ihr seid zu zweit. Ich, ähm … dachte, ich wollte einen Quickie, etwas Spaß haben und alles andere für eine Weile vergessen, bis ich wieder ausrücken muss, aber das hier? Ihr Jungs seid … krass.”
Jetzt musste ich lächeln und war mehr als zufrieden, dass sie diese … Verbindung zwischen uns so schnell und deutlich spürte. Ich blickte kurz zu Blade, Worte waren überflüssig. Er konnte es auch spüren.
“Du musst kommen,” sagte ich zu ihr, denn ich erkannte das Verlangen, die Sehnsucht in jeder zarten Kurve, jedem Atemzug.
Sie nickte.
“Wir werden dich nicht hier ficken. Ein Bett wäre besser. Und Privatsphäre.”
“Und du nackt,” fügte Blade hinzu. Seine Augen erkundeten sie, wie auch seine Hand, er machte sich mit ihr vertraut.
“Das auch,” sprach ich. “Aber du hast es nötig, also lass es zu, dass deine Partner dir Erleichterung verschaffen.”
“Ihr seid nicht meine Partner,” konterte sie und widersetzte sich erneut.
Ich seufzte innerlich. Sie stammte nicht von Hyperion oder von Rogue 5 auf den äußeren Monden. Sie kam von der Erde. Während Katie ein Mal auf ihrem Körper trug, das auf ihre Everianischen Vorfahren verwies, so schien Harper ein reiner Erdling zu sein und hatte folglich kein instinktives Verständis dafür, was es bedeutete einen Partner zu haben. Oder zwei. Weiter auf der Partnerfrage herumzukauen würde uns jetzt nicht weiterbringen. Es wäre nicht klug von mir, besonders da ich ihr Gesicht sehen wollte, wenn sie ihre Erleichterung fand. Wir würden ihr erstmal das geben, was sie brauchte und uns später mit dem Partner-Problem befassen. Und mit dem Biss. Ohne Zweifel würde sie noch einmal nachhaken, aber wenn sie hier im Flur schon dermaßen abging, dann würde sie nach der Eroberung durch uns überhaupt keine Vorbehalte mehr haben. Sie würde nämlich vor Verlangen den Verstand verlieren.
“Du wirst kommen,” sprach ich mit tiefer Stimme, sodass es nach Befehl und nicht nach Frage klang. Sie würde mir gehorchen, selbst in dieser Sache.
Ihre Augen waren bis jetzt ein bisschen unruhig und zu sehr auf unsere Handlungen fokussiert. Sie wurde panisch. Nach diesen drei Worten aber blickten wir uns in die Augen und ihre Pupillen waren so geweitet, dass das Dunkelgrün fast verdrängt wurde. Sie konzentrierte sich. Auf mich.
“Sieh mich an,” befahl ich, als sie sich abwandte.
Ich senkte ihre Arme und stellte mich mit dem Rücken zur Wand, dann wirbelte ich sie herum und zog sie an mich heran, sodass ihr Rücken gegen meine Brust presste.
Blade beobachtete das Ganze mit einem wissenden Grinsen, er wartete geduldig auf das, was ich ihm anbieten würde.
Ihre süße, feuchte Pussy.
“Was macht—” Meine Partnerin konnte ihren Satz nicht zu Ende sprechen, denn ich packte ihr Haar am Hinterkopf und hob ihr Kinn hoch, bis unsere Lippen fast aufeinanderkrachten. Die verdrehte Position machte sie verletzlich. Bereit für Blades Zuwendungen.
Ich streifte ihre Lippen und flüsterte. “Blade wird deine Hosen runterlassen und dich kosten, Harper. Er wird deinen Kitzler in seinen Mund saugen und dich zum Kreischen bringen.”
Harper keuchte, ihre Pupillen weiteten sich vor Verlangen, während ich sie an den Haaren zog. Das leicht schmerzhafte Stechen ließ sie nach Luft schnappen, ihr Herz raste schneller, als ich es je vernommen hatte, es war genauso wild wie sie. “Willst du kommen?” fragte ich.
Blades Hände machten es sich auf ihren Hüften bequem, an ihrem Hosenbund, und er wartete auf ihre Antwort.
Ein Schauer ging durch sie hindurch, aber sie hielt meinem Blick stand. “Ja.”
Unsere Lippen berührten sich kaum und ich hielt sie fest, als Blade den Verschluss ihrer Hose öffnete und sie runterzog, sodass ihre Pussy frei lag. Ich konnte sie zwar nicht sehen, Blade allerdings schon und ich beobachtete, wie sich sein Kiefer vor Begierde verkrampfte. Er leckte sich die Lippen, als ob die Aussicht, sie zu kosten ihn geifern ließ. Wir beiden waren in höchster Alarmbereitschaft und lauschten nach unerwünschten Besuchern, aber ich kannte diese Station, kannte die meisten der Leute. Niemand würde es wagen uns zu stören, es sei denn ihre lärmigen Teamkollegen würden sich nach ihr umsehen.
Blade ging vor unserer Partnerin auf die Knie. Sie stand mit leicht gespreizten Beinen da, aber nicht weit genug. Sie hatte uns noch nicht alles gegeben, noch nicht, und sie klammerte sich am letzten Bisschen Kontrolle fest.
“Harper, mach die Beine breit,” befahl ich ihr.
Blade schüttelte den Kopf. “Das reicht nicht. Sie soll sich weiter aufmachen.”
Er zerrte an einem ihrer Stiefel, streifte ihn ab und dann zog er ihr an einem Bein ganz die Hose aus. Er packte ihre nackte Kniekehle und legte sie über seine Schulter, damit sie sich für ihn öffnete. Perfekt.
“Du rührst dich erst, wenn Blade es dir erlaubt. Verstanden?”
Sie schluckte, feste, und machte es sich bequem, sie überließ sich ganz unseren Zuwendungen. Diese einfache Geste war pure Unterwerfung. Vertrauen. Es war hinreißend. Ich hielt sie im Gleichgewicht, sodass sie weit geöffnet war, mit gut sichtbarer Pussy. Offen und bereit für Blades Mund.
Ich lehnte mich leicht zur Seite und sah, wie ihre Wangen erröteten, ich hörte, wie ihre Atmung sich änderte.
Blades Hände glitten ihre Schenkel hoch zu ihren Pussylippen und spreizten sie auseinander, sein Körper verkrampfte sich vor kaum kontrollierbarer Lust. Er ging näher und seine Zunge strich ein einziges Mal über ihre Falten, als ein Schauer ihn durchzuckte. “Styx, sie ist heiß und so verdammt feucht für uns. Klitschnass.”
Er wartete auf meinen nächsten Befehl, schließlich wusste er genau, dass ich ihn foltern und sie alle beide warten lassen würde, sollte er sie ohne Erlaubnis anrühren. Harper gehörte mir. Blade gehörte mir. Ihre Lust gehörte ebenfalls mir. Mein Bedürfnis sie beide zu beherrschen war purer animalischer Instinkt und ich wehrte mich nicht dagegen, weder im Kampf noch wenn ich eine willige Frau in meiner Gewalt hatte. Die Tatsache, dass Harper meine Partnerin war verstärkte nur meinen Drang.
Blade hielt komplett still und Harpers nasse Pussylippen waren geöffnet und bereit für seine Zunge. Für seine Finger. Seinen Schwanz.
Aber das würde ich nicht zulassen. Nicht hier.
Ihre Pussy gehörte mir und ich würde sie nicht hier, auf einem Flur nehmen. Zum Ficken würde ich mir Zeit nehmen, sie stundenlang wieder und wieder ausfüllen.
Die Stille im Flur hatte jetzt fast schon etwas Betäubendes an sich und ich beobachtete, wie ihr Ausdruck sich wandelte und die ungefilterte Aufrichtigkeit in ihren Augen faszinierte mich. Ich hielt ihr Gewicht auf meinen Schenkeln und meine freie Hand erkundete die Rundung ihrer Brüste, ihrer Hüften.
Als ich nicht länger widerstehen konnte, wanderte ich tiefer in Richtung ihrer feuchten Hitze, spreizte sie weit auseinander und vergrub zwei Finger in ihrer nassen Pussy.
Ihr Stöhnen brachte meinen Schwanz zum Pochen und ich bearbeitete sie gerade genug, um sie bis an die Schwelle zu befördern, aber nicht weiter. Blades Augen folgten wie gebannt meiner Handbewegung. Er atmete schwer, als ihr Geruch den Flur erfüllte. Süß, moschusartig, berauschend.
Als sie zu zittern begann und ihr Kopf sich aus meinem Griff befreite, hörte ich auf. Ich nahm meine Finger und leckte sie ab. Götter, sie schmeckte gut.
“Styx.” Den Klang meines Namens auf ihren Lippen würde ich nie mehr vergessen, ihre Wangen waren gerötet, ihr Körper bebte kurz vorm Höhepunkt. “Bitte.”
“Blade kostet dich jetzt, aber du darfst erst kommen, wenn ich es sage. Hast du verstanden? Du wirst mich ansehen, deine Augen offenhalten. Aber du wirst nicht kommen.”
“Ich kann nicht—”
Blades Mund setzte auf ihrem Kitzler auf und sie buckelte in meinen Armen, ihre Worte waren vergessen.
“Blade, fick sie mit den Fingern. Du musst spüren, wie heiß und eng sie ist. Aber lass sie nicht kommen.”
Er grinste dreist und voller Begierde und ich wusste, dass wir uns einig waren.
Ich prüfte weiter ihre Mimik, erforschte jede Regung und jeden Gefühlsausdruck, als Blade mit dem Mund ihren Kitzler bearbeitete. Ihre Hüften schoben sich vor und zurück, ihr üppiger Arsch ruhte auf meinen harten Oberschenkeln.
Sie war so perfekt. So empfindsam. So unterwürfig.
Sie blickte mir fest in die Augen, aber ihr Blick war unscharf, ohne mich zu sehen, verloren an das, was Blade mit ihrem Körper anstellte.
Er legte los und stoppte, er neckte sie so, wie ich es ihm aufgetragen hatte. Sie wusste es und ihr Körper lag weich und biegsam in meinen Armen. Blade bearbeitete sie, bis ihr vernebelter Blick von verzweifelter Begierde verdrängt wurde, bis sie so feste mit dem Kopf zerrte, dass ihre Augen tränten und dieses eine Wort wieder und wieder über ihre Lippen kam.
“Bitte, bitte, bitte.” Ihr Singsang war leise, verzweifelt, keine wirklichen Worte, sondern ein konstantes Flehen.
“Sieh mich an.” Meine Stimme war fest und entschlossen und ihr Blick erhellte sich lange genug, damit ich ihr klarmachen konnte, wer sie festhielt, wer jetzt ihren Körper kontrollierte, zu wem sie gehörte.
“Du gehörst mir, Harper. Sag es.”
“Ja.”
Mein Lächeln darauf glich eher dem eines Tieres als dem eines Mannes und ich schlang meine freie Hand um ihren Hals.
Wie erwartet begannen ihre Lider zu flattern und schlossen sich schließlich, ihr gesamter Körper reagierte auf meine dominante Berührung, er schmolz regelrecht dahin. Zufrieden senkte ich den Kopf und fuhr mit den Lippen über ihre Ohrmuschel.
“Komm, Harper. Komm jetzt.”
Mein Befehl ließ sie abgehen wie eine Ionenpistole und mit einem Kuss erstickte ich ihren Schrei, während Blade ihre Pussy vereinnahmte, sie mit den Fingern fickte, ihren Kitzler saugte und sie winselnd und buckelnd die Kontrolle über sich verlor.
Er brachte sie wieder und wieder zum Höhepunkt, bis sie sich in meinen Armen schüttelte und Tränen über ihre Wangen kullerten.
Ich küsste sie weg, während Blade sie langsam und behutsam wieder runterkommen ließ. Seine Küsse waren nicht länger rau und fordernd, sondern sachte. Weich. Voller Zärtlichkeit, die sie eher beruhigen als anregen sollte.
“Harper?” Ich ließ ihr Haar los und legte meine Hand auf ihre Wange. Sie war so klein, so zerbrechlich. Von diesem Anblick, wie sie sich uns auslieferte, würde ich nie genug bekommen.
Sie blickte auf und ihr Mund öffnete sich, während sie die Augen schloss. “Ja,” hauchte sie und ihre Muskeln entspannten sich in meinem Griff, während Blades Hände langsam und liebevoll über ihre Beine und Hüften kreisten, damit unsere wilde Partnerin sich wieder beruhigte.
“Du bist wunderschön,” flüsterte ich ihr zu. Ich wollte nicht mehr von der Wand weg, war nicht gewillt, sie loszulassen. Mein Schwanz drückte fast schon schmerzhaft gegen ihren unteren Rücken, meine Eier zogen sich feste nach oben und waren bereit, sie mit meinem Samen zu fluten. Aber nicht hier, sondern in einem Bett und dann würde ich—
Ein Piepen ertönte an ihrem Handgelenk. Ich blickte runter und sah, dass das leuchtende Bändchen an ihrem Unterarm nicht länger hellblau erstrahlte, sondern rot.
“Götter, nein. Ihr Alarm,” raunte Blade und sein besorgter Blick wanderte mit einem Fragezeichen zu mir. Wir wussten, was das Armbändchen für unsere Partnerin bedeutete. Würden wir Harper wirklich auf eine weitere Mission gehen lassen? Allein? Schutzlos? Jetzt, nachdem wir ihr beim Kommen zugesehen hatten und wussten, wie sehr sie uns vertraute? Ich kannte den Zorn, der sich da hinter seinen Augen aufbäumte. Die Idee gefiel ihm überhaupt nicht.
Und mir ebenso wenig.
Aber Harper gehörte nicht zur Styx-Legion. Sie war ein Mensch und eine Koalitionsoffizierin. Wir hatten nicht die Absicht mit der Koalitionsflotte einen Krieg anzuzetteln. Und unsere kleine Partnerin mochte jetzt zwar unterwürfig erscheinen, mochte uns ihre wohl bediente Pussy vorführen, aber wie würde sie reagieren, wenn wir sie vom Dienst abhalten würden? Ich hatte das Gefühl, dass Harpers Gunst nicht bedingungslos war, dass ihr Vertrauen nur vorübergehend war. Für sie war diese Sache nur ein—wie hatte sie gleich gesagt—Quickie?
Abgesehen von ihren hastigen Atemzügen, dem Heben und Senken ihrer üppigen Brüste blieb Harper komplett still. Wie ich es liebte sie so zu sehen, so wonnig und satt, dass ihr gar nicht auffiel, dass ihr Alarm piepte.
Blades Worte drangen erst zu ihr durch, als ich den Kopf schüttelte und mit einem stillen Befehl auf ihre Kleider deutete, damit er ihr die Hose und den Stiefel wieder überzog.
Er nahm ihr Bein von seiner Schulter und die Bewegung brachte sie schließlich zu sich selbst zurück. Ich ließ von ihrem Hals und Kopf ab und senkte vorsichtig die Hände an ihre Flanken um sie abzustützen, während Blade sie anzog. “Harper,” flüsterte ich.
Diesmal wurde ihr Armband immer lauter und sie sammelte sich wieder. Ich konnte sehen, wie sie ihre Gedanken ordnete, ihre Gefühle bändigte und wie sie sich innerhalb weniger Herzschläge von einer gut gefickten Braut in eine effiziente Koalitionsdienerin verwandelte.
Ihre Selbstbeherrschung ließ meinen Schwanz hitzig aufzucken und ich musste gegen die Reißzähne in meinem Kiefer ankämpfen und verhindern, dass sie durchbrachen. Ich wollte sie beißen. Markieren. Sie riechen und erobern. Jetzt sofort. Verfickt nochmal.
Aber ich war keine Hyperionische Schlange; ich war ein Mann. Ich war Styx und die Namen einer ganzen Legion waren in mein Fleisch tätowiert, Namen, welche die Last jener Leben verkörperten für die ich verantwortlich war, die ich beschützen musste.
Ich konnte meiner Legion nicht die gesamte Koalition auf den Hals hetzen, nur weil ich diese Frau kidnappen wollte. Sie gehörte mir. Ohne sie würde ich die Zenith-Station nicht verlassen, aber ich würde eine andere Lösung finden.
“Scheiße. Schon wieder Latiri 4.” Sie riss sich los und stampfte ihren Fuß in jenen Stiefel, den Blade ihr gerade mit einer Versiertheit anzulegen versuchte, die offensichtlich auf monatelanger Übung gründete. Sie war jetzt hoch konzentriert, diszipliniert, ohne jede Spur von Panik vor der bevorstehenden Mission. Zu wissen, dass sie nur wenige Momente zuvor diese wertvolle Selbstbeherrschung an uns abgegeben hatte, ließ mein Herz schmerzen. Sie war jetzt kämpferisch, feurig und wunderschön und ihre Fähigkeit, im Namen der Pflicht ihre Lust mit kühler Effizienz zur Seite zu schieben musste ich einfach nur bewundern.
Meine Partnerin war zu mehr imstande, als sich einfach nur den Widrigkeiten und Regeln der Legionen anzupassen. Vielleicht würde sie dort richtig aufblühen. Mit mir.
Mit uns.
Blade wurde regelrecht von ihr weggestoßen und er ließ von ihr ab und trat zurück. Ich war als Nächstes dran, denn sie fertigte mich mit einem leichten Schulterklopfen ab, als wäre ich ein Haustier.
Ich versuchte, die herablassende Verabschiedung nicht persönlich zu nehmen, schwor aber insgeheim, sie für diesen Mangel an Respekt später zu bestrafen.
Nie wieder würde sie mich so abfertigen. Niemals würde sie vergessen, zu wem sie gehörte. Sobald sie mir gehörte, würde es keine Zweifel geben, kein Entkommen.
Jetzt aber war nicht der Moment, um mich an dieser Gewissheit zu laben, oder irgendetwas dagegen zu unternehmen. Sie wurde nach einer Kampfhandlung zu einer weiteren Mission gerufen. Sie hatte einen Job zu erledigen. Und es sei denn, ich wäre bereit Leben zu opfern und einen Konflikt mit der Koalition heraufzubeschwören blieb mir keine andere Wahl, als sie gehen zu lassen.
Ein gnadenloser Beschützerinstinkt überkam mich, überflutete mich mit einem Gefühl von … Panik? Ich kannte zwar ihre Aufgabe hier auf der Station, aber die Gefahr, der sie sich dabei aussetzte, hatte mich bis jetzt nicht berührt. Bis wir sie gekostet, in den Armen gehalten und ihr beim Kommen zugesehen hatten. Ich wollte sie über meine Schulter schleudern und nach Rogue 5 bringen, wo sie sicher war. Nicht nur vor meinen Feinden, sondern auch vor ihrem Job.
Aber nein. Wir hatten keinen Anspruch auf sie. Noch nicht. Sollte ich sie mitnehmen, dann würde sie sich nicht nur widersetzen, sondern ich würde auch ein Dutzend Gesetze der Koalitionsflotte brechen. Schließlich ließen sie mich in Ruhe, weil ich ihnen bisher immer aus dem Weg gegangen war.
Ein Mitglied ihrer MedRec-Einheiten zu kidnappen, und dazu noch ein weibliches, würde nur die Aufmerksamkeit tausender Koalitionskämpfer auf mich ziehen, die die Absicht hätten sie zu retten.
Die Prillonen, Atlanen, Trionen und selbst die Menschen beschützten ihre Frauen. Sollte ich sie wider Willen mitnehmen, dann würde innerhalb weniger Tage eine kleine Armada auf Rogue 5 einfallen.
Nein. Sie musste freiwillig mit mir kommen. Jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt. Sie war unsere Partnerin, eben weil sie so war, wie sie war. Eine Heilerin. Furchtlos. Mutig. Wir mussten sie ziehen lassen. Es würde mich umbringen, aber der Piepton an ihrem Handgelenk war nicht nur ihr Aufbruchssignal, es war das Signal, dass wir ihren Abschied akzeptieren mussten.
Hastig stand sie stramm, sie war wieder ganz sie selbst. “Verdammt. Tut mir echt leid,” nuschelte sie und blickte auf ihr Armband. “Ich … ich muss los.”
Blade erhob sich zu seiner vollen Größe. Er trat beiseite und ließ sie vorbei.
Sie blickte kurz zu mir, dann zu Blade. “Das war … nicht schlecht. Danke für—ihr wisst schon.”
Blade nickte und schwieg. Seine Hände waren zu Fäusten geballt, als ob er sich beherrschen musste, um nicht zuzupacken, um sie nicht aufzuhalten. Er spürte den Verlust genauso stark wie ich, und sie war ja noch bei uns.
Ich war nicht in der Lage etwas zu sagen, konnte ihr nicht erklären, dass wir ihre Rückkehr erwarteten, dass wenn sie unversehrt zurückkehren sollte, wir genau da weitermachen würden, wo wir aufgehört hatten. Dass ich dann an der Reihe wäre, vor ihr auf die Knie zu gehen und sie zu kosten—und dabei nicht nur ihre Säfte von meinen Fingern lecken würde. Uns blieb keine Zeit. Sie musste sofort ausrücken.
Sie schenkte uns ein flüchtiges Kopfnicken und flitzte mit hastigen Schritten den Gang hinunter.
Diesmal mochte sie noch davongekommen sein, aber wir konnten uns ihre Abwesenheit zunutze machen und mehr über ihre Rolle in Erfahrung bringen, wie lange sie noch in der Flotte dienen musste. Und wie wir sie aus dieser Verpflichtung rausbekommen würden, ohne einen Krieg anzuzetteln, den ich nicht gewinnen konnte. Ich blickte zu Blade und wusste, was er dachte.
Er rückte seinen Schwanz in der Hose zurecht. Wenn er genauso hart war wie ich, dann würde nur die willige Pussy unserer Partnerin das Unbehagen lindern.
“Wenn sie offiziell verpartnert ist, dann darf sie nicht länger in die Kampfzonen ausschwärmen.”
“Wir gehören nicht zur Koalitionsflotte. Wir können keine Partnerin beanspruchen.”
“Schwachsinn,” zischte Blade. “Dieser Mistkerl vom Geheimdienst hat uns viele Vorteile angeboten, die wir nie ausgeschöpft haben. Inklusive für eine interstellare Braut abgefertigt zu werden.”
Blade hatte recht, aber ich wollte den Prillonischen Bastard, Doktor Mervan, nicht in die Sache reinziehen. Er war ein Spion, sein Herz war so schwarz und gnadenlos wie die dumpfe Kälte des Weltraums. “Was, wenn wir den Test durchlaufen und einer anderen zugesprochen werden?”
Blade fuhr mit der Hand durch sein langes silbernes Haar und fauchte. “Du hast recht. Im Bräuteprogramm ist sie gar nicht gelistet. Sie ist bei der MedRec. Wir würden mit jemand anderes verpartnert werden. Scheiße.”
“Genau. Und ich will nicht, dass Doktor Mersan etwas von ihr erfährt. Das würde ihm zu viel Macht über uns geben.”
Blade schlug frustriert die Hand gegen die Wand. “Wie lange noch? Wie lange muss sie noch bei der Koalition bleiben?”
“Das weiß ich nicht.” Aber ich würde es herausfinden. Und sobald wir sie mitnehmen konnten ohne die Legion zu gefährden, würde sie sich auf Rogue 5 wiederfinden. In Sicherheit. Und in meinem Bett.
4

Harper, MedRec-Mission, Sektor 437, Latiri-Sternencluster
Schutt und Staub bröselten unter meinen Füßen als ich von Körper zu Körper eilte. Unser Team wuselte wie ein Ameisenhaufen um mich herum. Wir hatten das schon etliche Male hinter uns und brauchten keine Anweisungen, um zu wissen, wer wohin gehen würde. Wir hatten ein einstudiertes Muster, einen Arbeitsrhythmus und er funktionierte für uns. Wir erledigten unseren Job, insbesondere hier. Dieser Planet, dieser Weltraumsektor war die reinste Hölle. Buchstäblich. Hölle. Andauernd gab es Gefechte mit den Hive. So viel Blutvergießen. Ich konnte auch ohne Karte diesen Felsklumpen navigieren.
Ganz von selbst teilten wir uns in drei Gruppen auf, fünf Mann plus zwei gefechtsbereite Prillonische Krieger als Garde, sie schützten die Transportfläche—und uns—, während wir über das Schlachtfeld huschten und nach Überlebenden suchten.
Ich war für die Triage zuständig, suchte nach Lebenszeichen. Rovo trug die tragbaren Transporteinheiten—die Transportpflaster. Diese waren klein aber oho, nur etwa so groß wie eine Silbermünze. Sobald wir jemanden fanden, der umgehend transportiert werden musste, würde Rovo mit einem Handschlag die Vorrichtung am Patienten festmachen, einen Knopf drücken, und voilà. Weg. Direkt zurück auf die Zenith-Station zur sofortigen medizinischen Versorgung.
Irgendwie schaffte diese Technik die Leute zur nächstgelegenen kompletten Transportfläche, wie beim Froschhüpfen. Klar, es war Weltraumkram und zu fortschrittlich und technologisch, als dass ich es verstehen konnte. Das erste Mal, als ich es mit eigenen Augen gesehen hatte, war ich schwer beeindruckt gewesen. Und jetzt? Jetzt konnte mich kaum noch irgendetwas beeindrucken.
Na gut, so wie Styx und Blade mich zum Orgasmus gebracht hatten, hatte mich schon beeindruckt. Nein, ich war beeindruckt, weil sie mich dermaßen heiß gemacht hatten, dass ich es zuließ, dass Blade vor mir auf die Knie fiel, mein Bein über seine Schulter klemmte und mich wie ein Verhungernder ausaß. In einem Korridor! Aber ich konnte jetzt nicht über das Ende meiner Orgasmus-Dürre nachdenken. Ich würde die schlüpfrigen Erinnerungen beiseiteschieben und wieder hervorholen, sobald ich mich wieder allein in meinem kleinen Quartier auf der Zenith einfinden würde.
Erstmal musste ich mich auf den enormen Atlanischen Krieger konzentrieren, der vor mir auf dem Boden lag. Er war riesig. Genau wie der Rest dieser Aliens. Mit ihrer Ausrüstung mussten manche von denen bestimmt zweihundert Kilo schwer sein. Ich ging ins Fitnessstudio. Ich hatte Kraft. Aber nicht so viel Kraft. Nicht, wenn ein kleiner Flecken des Schlachtfelds mit reichlich hundert Verwundeten und noch viel mehr Toten übersät war. Und der Tatsache, dass wir über dreißig Meter von der Transportfläche entfernt waren.
Ich hob den Arm und bat Rovo um ein Transportpflaster. “Hier.”
Er legte schnell noch eines bei einem meiner Teamkollegen an und lief zum nächsten, der eines benötigte. Ich musste warten, denn es gab zu viele Notfälle. In einer Minute würde er zu mir rüberkommen. Bis dahin bestand meine Aufgabe darin, den Krieger am Leben zu halten.
Der Atlane blinzelte zu mir auf, halb ohnmächtig. Schwach. Ich presste einen Verband auf die klaffende Wunde an seiner Schulter und er fing an zu knurren. Gott, er war riesengroß.
Genau das, was ich jetzt gebrauchen konnte. Ein wütendes Gerangel mit einer Bestie. “Wehe du wirst mir zur Bestie, Atlane, oder ich werde dich hier verrotten lassen.”
Der Atlane schmunzelte und ein Teil seines Bestiengesichts zog sich vor meinen Augen zurück. Mein Kiefer und meine Schultern entspannten sich und ich konnte weiterarbeiten. Manchmal waren sie so außer sich, dass sie sich nicht mehr zusammenreißen konnten. Manchmal konnten wir sie dann nicht mehr retten.
“Du bist ein herrisches Weib.” Seine Stimme war so rau und gewichtig wie der Untergrund auf dem er lag.
Ich lächelte zu ihm herunter. “Natürlich. Ich bin ein Mensch.”
Er grinste, dann stöhnte er, als ich den Verband um seinen Arm enger anlegte und ihn mit dem ReGen-Stift behandelte, damit die Blutung aufhörte. Es würde helfen, reichte aber nicht, um ihn wiederherzustellen. Dieser Typ brauchte eine Auszeit in einem der blauen Särge, in einem ReGen-Tank auf der Zenith.
“Ich weiß. Mein Kumpel Nyko ist mit so einer aufmüpfigen Erdenfrau verpartnert.”
“Dann hat er ja Glück gehabt.” Das breite, wölfische Grinsen des Atlanen brachte mich zum Lachen. Er war hart im Nehmen, das musste ich zugeben. Er lag hier rum, aus allen möglichen Stellen blutend, sterbend. Und er machte noch Witze. “Du brauchst einen ReGen-Tank, Atlane. Dann wirst du wieder flott und kannst dir eine eigene aufmüpfige Erdenfrau besorgen.”
“Wulf. Mein Name ist Wulf.”
Ich behandelte den Rest von ihm mit dem ReGen-Stift, aber es reichte einfach nicht. Er war regelrecht zerfetzt worden. Die Vorderseite seiner Panzerung war zerstört, als ob er mit einem Grizzlybären gerungen hätte, einem mit fünfzehn Zentimeter langen Krallen. “Was zum Teufel ist passiert, Wulf? Diese Schnitte stammen nicht von einer Kanone.” Er musste wirklich schleunigst hier weg. Wo blieb das verdammte Transportpflaster? Ich schaute mich nach Rovo um, aber er war nirgendwo zu sehen.
Rovo war unser zweiter Offizier und ich war sofort nach meiner Ankunft von der Erde seinem Team zugeteilt worden. Er war ein früherer Truppensanitäter aus L.A., knallhart und mit einer giftigen Zunge. Da wir aus der gleichen Stadt kamen, teilten wir bei den meisten Diskussionsthemen dieselbe Meinung, von Football bis zum besten mexikanischen Essen. Rovo war sein italienischer Nachname. Seinen Vornamen kannte ich nicht und ich hatte auch nie gefragt. Nicht hier draußen. Namen waren hier nicht wirklich wichtig. Entweder man war ein Hive, oder man kämpfte eben gegen sie. Ein Dazwischen gab es nicht. Auch keine Verhandlungen.
“Dein Freund ist hinter dem Felsen dort verschwunden.” Wulf streckte mühselig die Hand aus und deutete auf ein paar schwarzgraue Felsbrocken in der Landschaft. Sie waren nicht weit weg, vielleicht ein Footballfeld weit entfernt, aber …
Wulf hustete und hatte plötzlich Blut an den Lippen.
Scheiße. Scheiße. Scheiße. Ich konnte ihn nicht allein lassen.
Was zur Hölle machte Rovo?
Ich stellte den ReGen-Stab permanent auf “an” und schob das Ende zwischen die klaffenden Lücken in Wulfs Panzerung, da, wo er aufgeschlitzt worden war. Wulf ächzte vor Schmerz.
“Tut mir leid.” Oder auch nicht. “Das wird dich am Leben halten.”
“Sadistin.”
“Richtig erkannt.” Ich grinste, auch wenn ich Rovo insgeheim an die Gurgel gehen wollte, sobald er wieder auftauchte. Ihn. Langsam. Umbringen. Wollte. Aber selbst stinkwütend machte ich mir noch Sorgen. Das war untypisch für ihn. Hatte er hinter dem Felsen mehr Verwundete entdeckt? Brauchte er Hilfe?
Scheiße. Irgendetwas stimmte nicht. Ich konnte es spüren. Als ich mich umblickte, wirkte alles ganz normal. Die anderen waren beschäftigt. Alle arbeiteten unaufgeregt und effizient, um das hier hinter uns zu bringen, die Verletzten wurden markiert und herausgeschafft, sodass wir zur Zenith zurücktransportieren und uns ausruhen konnten. Von diesem Felsklotz verschwinden konnten. Dieser Einöde.
Als der ReGen-Stift Wulfs massiven Brustkorb provisorisch zusammenflickte, stand ich auf. “Ich komme zurück.”
“Nein.” Der Befehl des Atlanen war scharf. Beißend. Gut. Vielleicht bewirkte der Stift mehr, als ich dachte.
Von Wulfs entschlossenem Gesicht blickte ich zu den Felsen. Irgendetwas war faul hier.
Aber ich konnte Wulf auch nicht hier liegen und verrecken lassen. Er würde nicht mehr lange durchhalten.
Ich schaute nach den anderen in der MedRec, suchte nach ihrem Transportverantwortlichen.
Alle waren zu weit entfernt, auf dem Schlachtfeld verstreut. Verdammt. Dann blickte ich von Wulf auf die Transportfläche, ich schätzte die Distanz ein. Wir waren nah dran. Es war seine beste Chance.
Und Rovo würde ich umbringen.
“Aufstehen, Soldat. Auf die Füße.” Ich schob meinen Arm unter seine unversehrte Schulter und zog, feste. Nix. Er rührte sich nicht.
Himmel, war er schwer.
Wulfs Blick wanderte zu den Felsen, dann zurück auf mein Gesicht und das schelmische Leuchten in seinem Blick war augenblicklich verschwunden.
Ich blickte in seine dunklen Augen. “Entweder du stehst auf, oder du wirst sterben, Wulf. Dein Ticket raus hier steckt hinter den Felsen in Schwierigkeiten und ich kann dich nicht tragen.”
Ich zerrte erneut an ihm, stemmte die Hacken in den Boden und bekam ihn hoch und zum Sitzen.
“Los, Wulf! Auf jetzt!” Ja, ich war dabei ihn anzubrüllen, aber manchmal hörten diese Typen auf nichts anderes. Mir war klar, dass er Schmerzen hatte und müde war und mit dem Tod flirtete. Vielleicht würde seine Bestie auf ein bisschen Aggressivität anspringen.
Und ich setzte alles auf die Hypothese, dass er zäh wie Leder und nicht gewillt war, sich jetzt schon ins Jenseits zu verabschieden.
Wulf rappelte sich mühsam auf und ich klemmte mich unter seine Schulter. “Auf geht’s. Ein Schritt nach dem anderen.”
“Was für ein Weib,” zischte er mit zusammengebissenen Zähnen, aber er bewegte sich. Ein Schritt. Zwei. Drei. Mein Rücken fühlte sich an, als würde er unter seinem Gewicht gleich einknicken, aber wir kamen vorwärts. “Wie heißt du?”
“Harper.”
“Ein richtiger Name ist das aber nicht.”
“Das hat mein Vater auch immer gesagt.” Ich grinste und behielt den Untergrund im Auge, während wir uns voranquälten, damit er nicht noch ins Stolpern geriet. Ich hatte ihn zwar zum Aufstehen bewegt, bezweifelte aber, dass er ein zweites Mal hochkommen würde. “Aber meine Mom hat sich diesbezüglich durchgesetzt.”
“Auch so ein Weib.” Er röchelte.
“Ja. Und jetzt sei still und lauf schneller.” Es dauerte nur ein paar Minuten, fühlte sich aber wie eine Stunde an bis wir die Transportfläche erreichten und einer der Prillonen herunterkam, um uns zu helfen. Er durfte die Transportfläche nicht verlassen, das wusste ich, aber ich war erleichtert als wir nahe genug dran waren, damit er die Regeln ein bisschen verbiegen konnte. “Schaffen Sie ihn zu einem ReGen-Tank, sofort,” brüllte ich.
Der Prillone nickte und nahm mir Wulf schließlich ab, der gigantische Atlane sackte auf dem Podest zusammen. Er schaute mir nach, als ich mich entfernte. “Du kommst wieder in Ordnung, Wulf. Schaffen sie ihn zum Tank,” kläffte ich erneut. Ich blickte über meine Schulter und beschleunigte meinen Gang, meine inneren Alarmglocken schrillten jetzt wie verrückt. Wo zum Teufel war Rovo? “Schaffen Sie ihn hier raus!”
Im Laufschritt sprintete ich zu den Felsen, wo Rovo angeblich hingegangen war. Plötzlich war ein Donnern zu hören, der grollende Motor irgendeiner Shuttleturbine und das Geräusch kam aus der verkehrten Richtung.
Gütiger Himmel. “Schafft sie alle raus hier! Sofort!” brüllte ich. Ich war kein stellvertretender Offizier, aber da Rovo verschwunden war, erteilte ich auf dieser Seite des Schlachtfelds jetzt die Befehle.
Keine Ahnung, womit ich alles gerechnet hatte, aber sicher nicht mit den zwei kleinen Shuttles, die am Rande des Schlachtfelds landeten. Und ganz sicher nicht mit dem Dutzend Söldnern, die heraussprangen. Ihre Panzerungen waren schwarz. Halb Männer, halb Frauen und alle hatten einen grimmigen Ausdruck auf dem Gesicht, den ich sofort wiedererkannte. Einige hatten silbernes Haar, so wie Blade. Einige waren dunkelhaarig, wie Styx. Aber alle hatte die markanten Züge der beiden Männer, mit denen ich fast auf dem Korridor gevögelt hätte. Aufgrund unserer, wenn auch kurzen gemeinsamen Zeit konnte ich mühelos erkennen, wo diese Söldner herkamen. Rogue 5.
Ihre Uniformen waren beinahe identisch mit denen von Styx und Blade, bis hin zu den Armbändern am Bizeps.
Außer, dass ihre Bänder nicht silbern waren. Sie waren rot. Dunkelrot, wie Wein. Wie getrocknetes Blut. Einer von ihnen bemerkte, dass ich sie beobachtete. Ich blickte in seine blassen Augen und konnte nichts darin ausmachen. Keine Glut in seinen Augen, nicht wie bei Styx oder Blade. Kein Interesse, keine Emotionen. Nur Gleichgültigkeit. Obwohl ich vor Anstrengung schwitzte, fuhr mir ein kalter Schauer über den Rücken. Sein Blick sagte alles, was ich wissen musste.
Diese Söldner waren kaltblütige Killer.
Ich schrie, damit alle gefälligst von hier wegkamen und rannte zu Rovos vermutetem Aufenthaltsort, zu der Stelle, wo Wulf ihn gesehen hatte. Ich musste ihn warnen. Ihn finden.
Chaos brach aus, als die Prillonen auf den neuen, unerwarteten Feind das Feuer eröffneten. Es waren keine Hive, und das machte mir eine Heidenangst.
Mein Team feuerte ebenfalls und das stille Feld voller Toter und Sterbender wurde in ein gellendes Tollhaus verwandelt.
“Rovo!” schrie ich und zückte meine eigene Waffe. Ich war zu weit, um auf das Getümmel zu feuern, aber ich hatte keine Ahnung, was mich hinter dem riesigen Felsbrocken erwartete.
Ich sollte es nicht schaffen. Drei Krieger, fast so groß wie Styx, tauchten hinter einem überdimensionalen Steinbrocken auf und kamen auf mich zu.
Scheiße. Scheiße. Scheiße.
Sie waren zu nahe. Ich war in vieler Hinsicht flink, aber Rennen gehörte leider nicht dazu. Im Moment wünschte ich mir, ich hätte das Tempo eines Everianischen Jägers.
Ich machte auf den Hacken kehrt und rannte so schnell ich konnte. Ein Schuss verfehlte meinen Kopf und ich duckte mich, ich schlängelte mich dahin und hoffte, so dem feindlichen Feuer auszuweichen. Einer meiner Verfolger ging schreiend und fluchend zu Boden.
Als ich nach vorne blickte, erkannte ich Wulf, der mit einem Ionengewehr in der Hand auf den Knien hockte und hinter mich zielte. Er war mehr Bestie als Atlane, aber das hielt uns jetzt beide am Leben. Die Prillonen schossen in das Gewühl auf der anderen Seite des Schlachtfelds, wo der Rest meines Teams in einen scheinbar aussichtslosen Kampf verwickelt war.
Keuchende Atemzüge. Lautes Stiefelgestapfe hinter mir.
Wulf feuerte erneut und ein weiterer meiner Angreifer ging zu Boden.
“Runter!” grölte er und ich ging taumelnd zu Boden, als riesige Hände sich an der Rückseite meiner grünen Uniform vergreifen wollten, bevor sie wieder verschwanden. Ich rannte wieder los. Wulf feuerte, ich warf mich auf den Boden, aber der Schuss verfehlte den Söldner, als der auf der Jagd nach mir in Deckung gegangen war.
Halb auf allen Vieren stolpernd schaffte ich es bis zur Transportfläche. Dort fand ich Wulf, bewusstlos. Einer der Prillonischen Krieger blickte mich an. “Rauf. Sofort! Wir haben Befehl die Transportfläche zu räumen, damit Kommandant Karter seine Truppen reinschicken kann.”
Truppen? Karter? Was?
Der Prillone packte mich eilig und zerrte mich auf die Plattform. Dann trat er zurück und feuerte erneut in das Durcheinander und tat sein Bestes, um den Rest meines Teams zu verteidigen.
“Los!” befahl er seinem Mitstreiter an der Steuerkonsole am anderen Ende der Anlage. Mir wurde klar, dass sie nicht abhauen würden. Sie würden hierbleiben und kämpfen.
Ich blickte zu Wulf und auf die wachsende Blutlache um ihn herum, der ReGen-Stift lag ein Stück weit entfernt, er war runtergefallen. Verdammt.
Ich krauchte zu ihm herüber, aktivierte den Stift und platzierte ihn auf seiner Brust, dann schnappte ich mir sein Ionengewehr.
Die Plattform begann zu Wummern und meine Haut und Haare knisterten elektrisiert, als das Energiefeld sich auflud. Ich hob die Waffe an, zielte und erledigte einen der Söldner, der mein Team aus sicherer Distanz unter Beschuss genommen hatte.
Bastard. Feigling.
Für Typen wie diesen hatte ich eine ganze Liste an Schimpfwörtern parat.
Seine Kumpels hinter ihm verschleppten unterdessen die Verletzten und Leute aus meinem Team, sie zerrten sie weg, lebendig, auf ihre Shuttles.
Warum? Was zum Teufel?
Sie nahmen sich auch die Waffen. Alles, was sie sich unter den Nagel reißen konnten. Warum aber die Krieger? Mein Team? Warum …
Ich feuerte erneut. Ein Treffer, aber der Typ ging nicht zu Boden. Er drehte sich in meine Richtung und fletschte wild fauchend seine Reißzähne, mit zusammengekniffenen Augen funkelte er mich an, außer sich vor Wut.
“Verflucht. Ich. Nein. Scheiße,” ich ächzte und betätigte mein Armband.
Reißzähne. Styx hatte mir seine präsentiert, grinsend. Blade ebenfalls. Aber sie waren nicht gefährlich gewesen. Nein, ich hatte weder Angst noch Panik gespürt, nicht so wie jetzt, als ich einem ihresgleichen begegnete. Mit ihnen war ich aufgedreht. Furchtlos. So heiß, dass ich ständig an den Biss dachte, den sie mir versprochen hatten. Ich hatte die Augen geschlossen und wollte ihre Münder auf mir spüren. Wollte den Schmerz. Ich wollte zu ihnen gehören, in ihrer Mitte sein. Ich wollte mich vergessen und mich ihrem versauten Spielchen unterwerfen.
Waren dies Styxs Leute? Steckte er irgendwie dahinter? Hatte er mir etwas vorgemacht? War dieser “Businesspartner” etwa eines dieser Arschlöcher? Gab er für mich den dominanten Alphatypen und mit anderen war er ein gnadenloser Schlächter? Er sagte, er war ihr Anführer. War sein Interesse an mir, an meinem Team nur ein Schachzug, damit er das hier veranstalten konnte? Sollte ich mit den anderen zusammen sterben? Wir alle würden sterben, sollte die Verstärkung vom Schlachtschiff nicht schleunigst eintreffen.
Das alles wegen Styx? Und Blade.
Das Wirrwarr in meinem Kopf machte mich stinkwütend und ich zielte erneut. Feuerte. Ich beobachtete zufrieden, wie das vampirzähnige Arschloch umkippte. Ich war kein Killer, jetzt aber war ich wirklich wütend und ein nie gekannter Hass tat sich in mir auf, als ich ansehen musste, wie diese Monster sich auf mein Team stürzten. Wir waren keine Soldaten, sondern Ärzte, Krankenschwestern. Wir retteten Leben und sie griffen uns an, als wären wir der Feind.
Das Energiefeld gipfelte, der Transport stand unmittelbar bevor und ich zielte auf einen weiteren der rotarmigen Söldner. Mein Finger drückte den Abzug, aber er war zu schnell, zu wendig. Er wich dem Ionenfeuer aus und kam auf mich zu. Er erwischte einen der Prillonen. Der krümmte sich vor Schmerz, ging aber nicht zu Boden.
Ücretsiz ön izlemeyi tamamladınız.