Kitabı oku: «Seine unschuldige Prinzessin»

Yazı tipi:

Seine unschuldige Prinzessin
Interstellare Bräute® Programm: Die Jungfrauen - Buch 5
Grace Goodwin


Inhalt

Willkommensgeschenk!

Interstellare Bräute® Programm

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Epilog

Willkommensgeschenk!

Interstellare Bräute® Programm

Bücher von Grace Goodwin

Also by Grace Goodwin

Hole dir jetzt deutsche Bücher von Grace Goodwin!

Grace Goodwin Links

Über Die Autorin

Seine unschuldige Prinzessin Copyright © 2020 durch Grace Goodwin

Interstellar Brides® ist ein eingetragenes Markenzeichen

von KSA Publishing Consultants Inc.

Alle Rechte vorbehalten. Dieses Buch darf ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis des Autors weder ganz noch teilweise in jedweder Form und durch jedwede Mittel elektronisch, digital oder mechanisch reproduziert oder übermittelt werden, einschließlich durch Fotokopie, Aufzeichnung, Scannen oder über jegliche Form von Datenspeicherungs- und -abrufsystem.

Coverdesign: Copyright 2020 durch Grace Goodwin, Autor

Bildnachweis: Deposit Photos: diversepixel, MyGoodImages

Anmerkung des Verlags:

Dieses Buch ist für volljährige Leser geschrieben. Das Buch kann eindeutige sexuelle Inhalte enthalten. In diesem Buch vorkommende sexuelle Aktivitäten sind reine Fantasien, geschrieben für erwachsene Leser, und die Aktivitäten oder Risiken, an denen die fiktiven Figuren im Rahmen der Geschichte teilnehmen, werden vom Autor und vom Verlag weder unterstützt noch ermutigt.

Willkommensgeschenk!
Trage dich für meinen Newsletter ein, um Leseproben, Vorschauen und ein Willkommensgeschenk zu erhalten!

http://kostenlosescifiromantik.com

Interstellare Bräute® Programm

DEIN Partner ist irgendwo da draußen. Mach noch heute den Test und finde deinen perfekten Partner. Bist du bereit für einen sexy Alienpartner (oder zwei)?

Melde dich jetzt freiwillig!

interstellarebraut.com

1


Danielle Gunderson, Planet Everis, unweit von Feris 5

Die Kälte kroch mir vom harten Boden in die Knochen. Die dünnen Wärmedecken aus silberner und schwarzer Folie bewahrten mich vor dem Erfrieren. Das Essen, das ich vor meinem Verschwinden vom Prüfstein gestohlen hatte, neigte sich dem Ende zu. Ich konnte mit weniger auskommen. Wenn nötig, dann könnte ich Fallen bauen und in der Wildnis überleben. Es wäre nicht das erste Mal. Aber ich wusste nicht, wie es meinem Partner erging. Er hatte mich abgeblockt, sich geweigert mich in seine Träume eindringen zu lassen und mir befohlen, dass ich mich von ihm fernhalten sollte.

“Als ob,” schnaubte ich.

Da ich es nicht wagte, meine Stiefel auszuziehen, schob ich sie einfach ins Ende meines dünnen Schlafsacks. Sollte ich sie ausziehen, dann würde ich sie nie wieder anbekommen. So weit war ich gelaufen. Mein ramponierter Knöchel war dick angeschwollen und ich konnte spüren, wie meine Zehen blau wurden. Also legte ich meine Füße auf einen großen Felsen und seufzte. “Ich werde dich finden, Gage. Und wenn es soweit ist, wirst du mir einiges erklären müssen.”

Sicher, ich führte Selbstgespräche, wie immer draußen in der Wildnis. Aber wenn mein Partner mich je kennenlernen würde, dann würde er einsehen müssen, dass ich keine kleine Prinzessin war, die sich damit begnügte, in Parfüm und Seide im Prüfstein herumzusitzen, während ein Jäger nach dem anderen versuchen würde sie zu umwerben. Sogar Lexi und Katie, meine Freundinnen, unterschätzten mich. Klar, ich war nicht besonders groß. Eins-siebenundfünfzig genauer gesagt, und zwar mit Schuhen. Nein, ich war nicht besonders schwer. Aber klein bedeutete nicht gleich schwach oder hilflos. Das hatte mir mein Vater beigebracht. Er war nur Eins-siebzig groß gewesen, aber er war ein Marineinfanterist. Als er aus dem Dienst ausgeschieden war, hatte er mir seine Liebe zur Natur nähergebracht. Wir hatten die Sumpfgebiete in Florida erkundet und im Sommer die wilden Berge von Montana. Bis er starb und meine geliebten Berge sich gegen mich gewendet hatten.

Aber das war ein anderes Leben. Ein anderer Planet. Ein Leben, das ich hinter mir gelassen hatte. Und ein sturer Everianischer Jäger würde mich nicht davon abhalten glücklich zu werden. Vielleicht steckte ja doch ein Hauch Prinzessin in mir.

Ich konnte fast alles aufspüren. Eine Fähigkeit, die ich von meinem Vater gelernt hatte. Aber nach meiner Ankunft auf Everis hatte ich außerdem herausgefunden, dass dies ein Everianisches Talent war, dass meine Fähigkeit zum Aufspüren den Bewohnern dieses Planeten innenwohnte. Ich trug das Mal in meiner Hand, genau wie mein Vater. Aufseherin Egara vom Zentrum für interstellare Bräute zufolge war die Markierung in meiner Hand der Beweis dafür, dass wir von Aliens abstammten, genauer gesagt von Everianern. Ich hatte Jäger-DNA im Blut. Oder eher in meiner Seele. Endlich zu verstehen, warum ich mich nie damit begnügen konnte einfach im Klassenzimmer zu sitzen, warum ich das College abgebrochen und in die Wildnis zurückgekehrt war, war eine Erleichterung gewesen. Meine Freunde auf der Erde hatten meine innere Unruhe nie nachvollziehen können. Sie war immer da gewesen, hatte mich angetrieben. Suchen. Jagen. Etwas. Irgendetwas.

Hierherzukommen war wie ein Traum, der schließlich in Erfüllung ging, als würde ich endlich nach Hause kommen.

Bis mein Partner beschlossen hatte, dass er sich nicht am Prüfstein blicken lassen würde, um mich für sich zu beanspruchen. Er hatte die Markierung in meiner Hand – und meinen Körper – in Flammen gesetzt und war nie aufgetaucht. Blödmann. Dann hatte ich erfahren, dass er entführt oder gefangengenommen wurde und er hatte mir gesagt, dass ich mich von ihm fernhalten sollte, dass ich kein Risiko eingehen und jemand anderes finden sollte. Als ob ich mich von einem anderen Typen begrapschen lassen würde, wenn ich doch wüsste, dass er nicht ‘der Richtige’ war. Ich hatte mich für jemand besonderes aufgehoben, hatte gewartet, damit der erste Sex mehr bedeutete als ein schneller Fick auf dem Rücksitz eines Geländewagens und mein Partner würde mir das nicht nehmen.

Nein. Ich konnte einen Berglöwen über einen Fluss und über einen Berg verfolgen. Ich konnte Alligatoren durch einen Sumpf verfolgen. Ich konnte einen verbohrten, nervigen Partner aufspüren. Und ich war nahe an ihm dran. Er konnte mich jetzt nicht mehr aus seinem Schädel verbannen. Zwei Tage lang war ich in diese Richtung gelaufen und etwas gefolgt, das ich selbst nicht erklären konnte. Es war nichts Sichtbares oder Greifbares. Es gab keine Brotkrumenspur, der ich folgen konnte.

Es war purer Instinkt. Der tiefste Teil von mir forderte, dass ich einen Schritt nach dem anderen in diese Richtung lief. Ich fragte mich, ob es einer Brieftaube auch so erging, wenn sie immer in eine Richtung flog und keine Ahnung hatte warum. Und vielleicht auch niemanden, der sie am Ende ihrer langen Reise zu Hause begrüßen würde.

Ich wischte mir die Tränen von der Wange und rollte mich auf dem Boden zusammen. Mit dem Rücken gegen die Felsen geschmiegt war ich vorm Wind geschützt und die Folie spendete genügend Wärme, damit ich schlafen konnte. Zumindest so viel, wie der stechende Schmerz in meinem Knöchel es zuließ. Es war Morgengrauen und ich war die ganze Nacht hindurch gelaufen. Ich brauchte jetzt ein paar Stunden, um mich zu erholen, um meine alte Verletzung auszuruhen und um die Schwellung abklingen zu lassen.

Ich blickte zum seltsamen Everianischen Himmel auf, wo zwei Monde tief überm Horizont hingen. Der kleinere, silberne Mond hieß Incar und war das bekannteste Gefängnis der Koalition. Der größere, hellgrüne Mond wurde Seladon genannt und er war grün, weil er voller Leben war; der gesamte Mond war ein Anbaugebiet für Everis und ihren Schwesterplaneten in diesem Sternensystem, Everis 8. Ich befand mich auf Everis 7, also technisch betrachtet der Heimatwelt. Die Everianer bezeichneten den anderen Planeten als Nummer Acht und hatten ihn vor mehreren Jahrhunderten kolonisiert. Ich hatte gelesen, dass Acht jetzt eine Bevölkerung von über einer Milliarde hatte und ich fragte mich, ob die Menschen je den Mars kolonisieren würden. Ich versuchte mir vorzustellen, wie unzählige Menschen dort leben und die Erde als ihren Heimatplaneten betrachten würden, ohne sie allerdings je zu besuchen.

Der Gedanke stimmte mich traurig. Aber dieser Tage war ich oft traurig. Frustriert. Wütend.

Auf Gage zu warten hatte mir viel Zeit zum Lesen gelassen und als ich dalag und die letzten funkelnden Sterne verblassten, war ich froh. Sie machten diesen Ort weniger fremd, mehr wie mein Zuhause. Und ich hoffte, dass ich meine Entscheidung eine interstellare Braut zu werden nicht bereuen würde, sobald ich ihn gefunden hatte.

Ich war nahe dran. Selbst wach konnte ich ihn jetzt spüren. Seine Energie rief etwas Ursprüngliches in mir hervor und ich wusste, dass ich eher sterben würde, als aufzugeben. Es gab keine logische Erklärung dafür, also versuchte ich nicht länger nachzuvollziehen, was mich hier nach draußen getrieben hatte, meilenweit entfernt von der nächsten Siedlung, um allein und frierend durch eine Bergkette und Schluchten zu wandern, und zwar auf der Suche nach einem Mann, den es womöglich gar nicht gab.

“Sei ruhig, Dani.” Ich zog mir die Decken über den Kopf und schloss meine Augen. “Halt einfach den Mund und finde ihn.”

Ihn aufzuspüren und mit ihm gemeinsam zu träumen war absolut nicht dasselbe. Ich konnte seinen Aufenthaltsort spüren und wurde zu ihm hingezogen, aber das war alles, worauf ich mich verlassen konnte. Ein Gefühl. Bis jetzt, als ich wieder nahe genug an ihm dran war, um mit ihm gemeinsam zu träumen. Er gehörte mir, ob ihm das nun gefiel oder nicht, was bedeutete, dass er mich in seinen Kopf lassen musste. Ihm blieb nichts anderes übrig.

Ich hatte es satt, einen auf nettes kleines Mädchen zu machen. Ich wusste nicht, wer er war oder welche Rolle er auf diesem Planeten spielte. Mir war egal, ob er ein Verbrecher oder Heiliger war, vernarbt und hässlich oder schön wie ein Adonis. Er gehörte mir.

Ich schloss meine Augen und befahl meinem Körper sich auszuruhen. Und meinem Verstand seinen zu finden …


Gage … Traumlandschaft

Wie ein Meister drang sie in meinen Verstand ein, zuerst besänftigte sie meinen auflodernden Schmerz mit Wärme und verführerischen Versprechungen, dann lockte sie mich aus meiner Realität heraus und hinein in eine unvorstellbar schöne Welt.

“Danielle.” Ich flüsterte ihren Namen, als ich felsenfest hinter ihr stand. Sie war merkwürdig angezogen, mit dunkelbraunen Hosen und einer waldgrünen Jacke. Sie trug robuste Wanderstiefel, aber ihr goldenes Haar war offen und die gelbliche Sonne ihrer Welt verwandelte die Strähnen in einen ätherischen Schein. Sie drehte sich zu mir um und reichte mir ihre Hand, ihre blauen Augen blickten warm und hypnotisch.

“Gage. Komm. Sieh, wie schön mein Zuhause ist.” Ich musste einfach die Hand ausstrecken. Unsere Hände berührten sich und sie zog mich an sich heran, sodass ich neben ihr stand und wir eine atemberaubende Berglandschaft betrachteten, mit dem glitzernden Blau und Weiß eines rauschenden Flusses weit unter uns. Der Jäger in mir sog den frischen Duft nach Wald und Frau in meine Lungen; als ob ich am Verhungern war. Das war ich auch.

“Du solltest nicht hier sein, Dani.”

“Wo?” fragte sie und ihr Lächeln war unverschämt und verführerisch und alles was ich mir je erträumt hatte. Sie war perfekt, meine Partnerin. Sie hatte Temperament, Glut und Leidenschaft. Alles, was den Damen in der Hauptstadt fehlte.

“In meinem Kopf, Liebling. In meiner Nähe. Es ist zu gefährlich. Jemand will mich umbringen und ich möchte dich nicht in Gefahr bringen.” Ich trat an sie heran und legte meinen Daumen an ihre Unterlippe, damit ich ihre Weichheit nachzeichnen konnte. Ich wusste, dass es nicht real war. Egal. “Unsere Träume sind alles, was wir je haben werden.”

“Das sehe ich anders, aber jetzt bleibt uns keine Zeit zum Streiten. Du musst mir meinen Wunsch erfüllen.” Ihr Blick wanderte über meinen Körper. Tiefer. Noch tiefer. In diesem Traum war ich wieder völlig gesund, mein Körper war stark. Erregt.

“Und du solltest keine Kleidung anhaben.” Im selben Moment, als ihre Worte ihre vollen, rosa Lippen verließen, war ich auch schon nackt und erkannte sogleich meinen Irrtum. Sie war nicht in meinen Verstand eingedrungen, sondern ich war in ihrem und ich war zu schwach, um ihr Angebot abzulehnen. Ich brauchte eine Pause. Nach zwei Tagen Folter und Schmerzen in dieser dunklen Höhlenzelle war ich nicht bereit, dorthin zurückzukehren. Nichts als der Tod erwartete mich dort. Und in diesem Moment wollte ich Dani. Meine markierte Partnerin.

Ihre Lippen zeichneten einen hitzigen Pfad von meiner Brust zu meinem Abdomen. Dann noch weiter runter, bis sie meinen harten Schwanz umpackte und zu mir auflächelte. Ich bemerkte ein weißes, kuscheliges Kissen unter ihren Knien und sie grinste mich an. “Das hier ist mein Traum, Süßer.”

“Das sehe ich nicht so.” Meine Fingerspitzen strichen über ihre Wange. “Das ist definitiv mein Traum, nicht deiner.”

“Dann sag mir was du willst, Gage.”

Sie nannte mich nicht Lord Gage oder Lord der Sieben oder gar mein Lord. Nur Gage. Den Mann. “Ich will, was rechtmäßig mir gehört.”

Sie leckte sich die Lippen und presste ihren Daumen an die Spitze meines nässenden Schwanzes, während ihre andere Hand meine empfindlichen Eier befühlte. “Und das wäre was?”

Ich hisste unter dem exquisiten Gefühl.

“Deinen Mund, Dani. Die erste der heiligen drei Jungfräulichkeiten, die deinem Partner zustehen.”

“Und das bist du, Gage?” Sie blickte durch ihre hellen Wimpern zu mir auf. Sie wirkte prüde, aber die Art, wie sie vor meinem tobenden Schwanz hockte erinnerte mich an ein Luder. “Bist du mein Partner? Gehörst du wirklich mir?”

Ich hatte sie abgewiesen, um sie zu beschützen, aber sie wollte nicht auf mich hören. Sie war dennoch zu mir gekommen, aller Warnungen und Abfuhren zum Trotz. Sie musste in der Nähe sein, nahe genug an mir dran, um einmal mehr in meinen Kopf einzudringen. Ich musste einen Weg finden, um zu überleben, um sie zu finden. Mir blieb keine andere Wahl. Vielleicht war es der Umstand, dass sie meine Eier befühlte oder vielleicht war es die sengende Hitze meiner Markierung, aber ich konnte sie nicht länger zurückweisen. “Ja. Ich bin dein, Dani. Und du bist mein.”

“Das wurde aber auch Zeit, du Blödmann.”

Noch ehe ich sie für ihre Rüpelhaftigkeit abstrafen konnte, legte sich dieser freche Mund auch schon um meinen Schwanz und saugte mich in einen heißen, feuchten Himmel. Ich stöhnte, als der liebliche Sog ihrer Lippen mich in ihren Mund zog. Sie liebkoste mich mit ihrer Zunge und schluckte mich runter wie ihre Lieblingsspeise. Der Anblick war berauschend. Übermächtig. Ernüchternd.

Wie konnte ich eine Frau lieben, die ich noch nie getroffen hatte? Die ich nie berührt hatte. Nie in meinen Armen gehalten hatte.

Das hier war die ganze Macht der markierten Partner, der telepathischen Verbindung, die wir miteinander teilten. Das hier war das Geschenk der Götter an mich und ich verzehrte mich nach ihr. Mein Schwanz wollte sie, aber mehr noch mein Herz.

Mein Orgasmus ließ nicht lange auf sich warten und durchzuckte mich ohne Vorwarnung; wie ein Blitzschlag. Ich kämpfte nicht dagegen an, denn jetzt war ich an der Reihe, ihre süße Muschi auszukosten. Selbst im Traum konnte ich sie dominieren. Sie ausziehen und sie dazu bringen meinen Namen zu kreischen. Nur meinen Namen.

Ich hob sie mühelos in meine Arme, denn sie war winzig. Sie war so viel kleiner als ich und ihre Größe erinnerte mich daran, dass das Luder auf seinen Knien so verletzlich war. Zerbrechlich. Ich schob sie an einen großen Baum, nagelte ihren zierlichen Körper fest und küsste sie wie ein Ertrinkender, dann machte ich mich an ihren Kleidern zu schaffen und sie half mir dabei sie in dieser wilden Landschaft, die sie einst ihr Zuhause nannte, auszuziehen. Ihre Liebe zu den Bergen war im Traum offensichtlich, der Vogelgesang, das Rauschen des Wassers, das hohe Heulen eines Packs wilder Kreaturen, das mich innehalten und den Kopf heben ließ, um zu lauschen. Ihr Gesang war wunderschön und eindringlich, genau wie meine Partnerin.

“Wölfe. Das sind Wölfe.”

“Sind sie schön?” fragte ich.

“Sehr.”

Ich blickte ihr in die Augen und hielt sie an mich gepresst. Sie war jetzt nackt. “Ich möchte diesen Ort sehen. Und deine Wölfe.”

“Dann wirst du das auch.” Die Überzeugung in ihren Augen ließ mein Herz schmerzen und ich senkte meine Lippen auf ihre und eroberte sie. Ich kostete sie. Mir. Sie gehörte mir. “Du gehörst mir, Dani. Deine süße Muschi gehört nur mir allein. Ich werde sie erobern. Jetzt gleich. Wirst du dich mir schenken?”

Sie nickte und der lange Schwung ihrer Haare glitt über ihre nackte Schulter. “Ja.”

Ich ließ sie runter und stellte schockiert fest, dass auf dem Boden bereits eine dicke Decke auf uns wartete. Der Stoff war gestreift, weich und fühlte sich trotz der frischen Luft warm an. “Was ist das?”

“Flanell mit Daunen. Von meinem Bett. Aus meinem Traum, erinnerst du dich?”

Ich ließ sie auf der rot und dunkelblau gestreiften Decke nieder. “Da bist du jetzt gerade, Liebling? In deinem Bett?”

Ihr Blick wurde finster und ernst. “Du weißt, dass ich nicht da bin.”

“Wo bist du?” fragte ich. Ich hätte nicht fragen sollen. Ich wusste, dass die Antwort mich wütend und hilflos machen würde. Da wir jetzt gemeinsam träumten, konnte sie nicht länger am Prüfstein sein. Sie war in meiner Nähe.

“Ich bin sicher. Das ist alles, was du wissen musst.”

Ihre Worte beruhigten mich und mein Blick wanderte zurück auf ihre Kurven, über ihren schmalen Körper und ihre kleinen Brüste. Sie war nicht weich, sondern mager. Stark. So wunderschön. Der Duft ihrer feuchten Mitte stieg nach oben und das Wasser lief mir im Mund zusammen. Ich strich mit der Hand über ihre Brüste. Über ihre geschwungene Taille. Ihre Hüften. Tiefer.

“Gage.” Sie wölbte sich vom Boden empor, als ich meinen Mund auf ihren Kitzler senkte und ihre Essenz in meinen Körper saugte, damit ich nie wieder ihren Geschmack vergessen würde. Ihren Duft. Vorsichtig führte ich einen Finger in ihre straffe Muschi ein und stöhnte, als ihr Leib sich wie eine Faust um ihn zusammenballte.

“Mir,” hauchte ich gegen ihr zartes Fleisch.

“Ja.”

Ich spreizte ihre zarten Muschilippen für meine Augen auseinander und machte mich an ihr zu schaffen, ich kostete und saugte, dann schnippte ich ihren empfindlichen Kitzler mit der Zunge und schob gleichzeitig meinen Finger in ihre feuchte Hitze. Ich rieb die inneren Wände ihrer Muschi und brachte sie gekonnt an die Schwelle.

Als sie kommen musste, grub sie kreischend ihre Finger in mein Haar und ihr Schrei hallte von den Wänden der Schlucht unter uns wider. Ihre Muschi zuckte und melkte meinen Finger; sie gierte nach meinem harten Schwanz.

Es war kaum auszuhalten, obwohl ich eben erst in ihrer Kehle abgegangen war. Mir war heiß. Mein Schwanz war schwer, als ob an dem verdammten Ding ein Gewicht runter baumelte. Ich wollte sie. Ich brauchte sie.

Ihr Haar umrahmte ihr Gesicht wie ein Heiligenschein. Ihre Lippen waren nach meinen Küssen voll und reif. Ihre blasse Haut war gerötet, ihre Augen funkelten vor lauter Lust, Leidenschaft und hemmungslosem Vergnügen. Sie sah wie eine Göttin aus. Meine Göttin.

“Dani, ich will dich. Ich will in dir drin sein. Dich ficken. Dich erobern.”

Sie spreizte lächelnd ihre Beine auseinander und zeigte mir ihre feuchte, rosa Muschi. Sie mochte zwar noch Jungfrau sein, aber sie war sehr wohl mit ihrer leidenschaftlichen Seite vertraut und versteckte sich nicht vor mir.

“Ja.” Mit den Füßen drückte sie sich vom Boden ab und hob einladend ihre Hüften.

Und dann schrie sie auf vor Schmerz und fasste sich an den Knöchel. “Verflucht!”

Ich zog sie hoch in meine Arme und suchte jeden Zentimeter ihres kleinen Körpers ab. “Bist du verletzt? Habe ich dir wehgetan?”

“Nein. Das ist eine alte Verletzung … Scheiße. Das sollte nicht passieren. Ich wache auf. Tut mir leid. Es tut zu sehr weh.”

“Was? Dani?”

Die Berge verblassten. Sie war verschwunden und ich wachte auf. In Ketten gelegt. Blutend. Sterbend. Kalt. In einer abgelegenen Höhle in den Bergen, dem Tode überlassen. Niemand würde mich rechtzeitig hier finden. Mein Schwanz? Er war hart wie Stein und als ich ihren imaginären Geschmack auf meiner Zunge wahrnahm, brach es mir das Herz.

2


Dani, Planet Everis, unbekannter Aufenthaltsort

Da war er. Endlich hatte ich ihn gefunden. Ich war stundenlang gelaufen und mein Körper war nach dem sexy Traum im Ausnahmezustand. Ich war meinem angeborenen Jägerinstinkt gefolgt, dem wissenden Herzen einer markierten Partnerin, die nach der zweiten Hälfte ihrer Seele suchte. Das Herz sprang mir aus der Brust, als ich ihn erblickte. Ich sah die rostige Kette an der Wand, die sich unter ihm über den Boden schlängelte. Ich war Lichtjahre von der Erde entfernt und das hier war der perfekte Mann für mich. Aufseherin Egara und das Testprotokoll hatten recht gehabt. Ich wusste es. Ich war von meiner Wanderung ganz durchgeschwitzt, in der Höhle aber fing ich zu zittern an.

Dieses Höllenloch. Man hatte ihn hier zurückgelassen, um zu leiden. Um zu sterben.

Niemand hätte ihn je gefunden. Nur ich, nur seine markierte Partnerin konnte ihn dank unserer Verbindung aufspüren. Das Mal in meiner Handfläche flackerte auf und ich hisste. Ein Stöhnen entwich seiner geschundenen Gestalt und ich wusste, dass er es auch spürte. Er spürte meine Anwesenheit.

Ich trat an ihn heran und zog den riesigen Fallbolzen aus der rostigen Metallkäfigtür, die ihn gefangen hielt. Ich warf das lange Stück Schwermetall so weit weg wie möglich, öffnete die Tür und fiel vor ihm auf die Knie. Mein Knöchel brüllte protestierend, aber ich ignorierte ihn. Ich würde es überleben, Gage aber? Ich war nicht sicher, wie ernsthaft seine Verletzungen waren.

Er saß mit dem Rücken an den nackten Stein gelehnt auf dem Boden. Über seinem Kopf hingen von außerhalb des Käfigs schwere Ketten herab, sie waren völlig außer seiner Reichweite und die dunklen Glieder waren mit Handschellen an seinen Handgelenken fixiert. Er schlief. Oder er war bewusstlos. Ich war nicht sicher, denn sein Körper war schlaff und seine Hände lagen locker in seinem Schoß. Sein Gesicht, Gott, sein wunderschönes Gesicht war voller Prellungen, seine Lippen waren geschwollen. Blut tränkte sein Haar und lief an seiner Schläfe entlang. Ich streckte die Hand aus und berührte seine Schulter. Er war ausgekühlt, seine nackte Brust war blutverschmiert und voller Brandwunden, seine Haut war wie Eis. Sie hatten seine Hosen angelassen, aber seine Füße waren nackt und ebenfalls eiskalt. Außerhalb seiner Reichweite lag eine dicke Jacke auf dem Boden. Es war dieselbe Aufmachung, die die Jäger am Prüfstein trugen, allerdings stand sie nur so vor Dreck.

“Gage.” Er antwortete nicht, also schüttelte ich ihn. “Gage!”

Ich wusste, dass er lebte, die Markierung verriet es mir und seine Markierung musste auf mich reagiert haben.

“Dani?”

“Ich bin hier. Komm schon, wach auf.”

Ich spürte, wie er sich versteifte, vielleicht wurde ihm schließlich klar, dass das hier kein Traum war, dass ich wirklich vor ihm stand und ihn wachrüttelte.

“Dani?” sprach er erneut und diesmal wurden seine Augen klarer und weiter. Er stöhnte mit zusammengebissenen Zähnen. Seine dunkle Hose war mit Rissen übersät und an mehreren Stellen mit getrocknetem Blut verkrustet. Ich sah mir seinen Torso genauer an, seine kräftigen Muskeln, die mit Schnitten, Verbrennungen und Blut bedeckt waren. Er sah aus, als wäre er durch die Hölle gegangen, aber ich konnte nicht ausmachen, ob die Verletzungen nur oberflächlich waren oder ob er auch noch innere Blutungen hatte. Hatte er gebrochene Rippen? Nierenblutungen? Er war erledigt und ihn so übel zugerichtet zu sehen ließ jede Zelle meines Körpers vor Entsetzen aufschreien.

Er gehörte mir. Das konnte ich nicht zulassen. “Du bist erledigt.”

“Warum bist du hier?” konterte er und zog seine Knie an seine Brust. Wir starrten uns an. Tasteten uns ab. Er war groß. Sogar im Sitzen und mit angewinkelten Beinen. Sein dunkles Haar kräuselte sich leicht über seine Ohren, es war dick und ich wollte meine Finger darin vergraben und herausfinden, wie es sich anfühlte. Auf seinem markigen Kiefer machte sich ein Bart bemerkbar. Selbst im spärlichen Licht der Höhle konnte ich ausmachen, dass er ein bisschen röter war als das fast schwarze Haar auf seinem Kopf. Seine Lippe war nicht nur angeschwollen, sondern hatte einen blutigen Schnitt. Sein Gesicht war dünner als in meinen Träumen, als ob er tagelang kaum etwas gegessen hatte, seine Augen aber durchbohrten mich und hielten mich in seinem Bann. Die Augen eines Raubtiers. Sie waren ganz und gar auf mich fokussiert, betrachteten jedes Detail. Sein Blick verweilte auf meinem Knöchel, auf der Neigung meiner Hüften, als ich meinen Fuß entlastete. Es war, als ob er meine Gedanken lesen konnte, als ob er längst mit meinem Körper vertraut war.

Seine Augen waren fast schwarz und von durchdringender Intensität. Ich erkannte ihn wieder, nicht nur von unseren gemeinsamen Träumen her, sondern in meinem Herzen, in meiner DNA.

Er musterte mich ebenfalls und streckte seine Hand zu mir aus, dann aber ließ er sie wieder fallen.

“Bist du echt?” Seine Stimme war heiser, ausgetrocknet. “Oder ist das ein Traum?”

Ich legte meinen Rucksack ab, zog eine Trinkflasche heraus, nahm den Deckel ab und reichte sie ihm. “Ich bin echt. Trink.”

Er nahm die Flasche und schluckte begierig das Wasser runter. Wie lange war er in dieser Höhle? Hatte er tagelang nichts gegessen, nichts getrunken? Er trank und ich blickte mich um. Er war in einer einsamen Höhle zurückgelassen worden, der Raum bot vier oder fünf Männern nebeneinander Platz. Ich konnte mich mühelos im Eingang aufrichten und selbst mit ausgestreckten Armen würde ich nicht die Decke berühren. Dreck und tote Blätter bedeckten den kalten Steinboden wie ein verrottender Teppich. Wir waren etwa vier Meter vom Eingang entfernt und die dicken Steinmauern dämpften das Tageslicht. In der Ferne konnte ich leise Wasser tropfen hören. Die Ketten, die ihn festhielten, waren groß und schwer, aber auch angerostet und mit einer Patina des Alters bedeckt. Die Metallringe und Bolzen an den Wänden waren vor langer Zeit dort angebracht worden, als ob Gage nicht der Erste war, der hierher verschleppt worden war. Um gefoltert und schließlich dem Tode überlassen zu werden.

Ein Käfig mitten im Nirgendwo? Aus welchem Grund? “Was für ein Monster unterhält einen Ort wie diesen?” fragte ich laut.

“Mein Urgroßvater,” war seine Antwort und ich blickte zurück zu ihm. Er lächelte, allerdings ohne jede Freude. “Das ist meine Höhle, Dani. Wie ironisch, nicht?”

“Nein.” Ich schnappte mir die entsorgte Jacke und wickelte sie ihm um die Füße. “Definitiv nicht. Wir müssen dich hier rausholen.”

Er wischte sich mit dem Handrücken über den Mund. “Ich muss dich noch einmal fragen, was machst du hier?”

Ich runzelte die Stirn. “Dich retten.”

Er schüttelte langsam den Kopf. “Das hättest du nicht tun sollen. Es ist zu riskant.”

“Du warst am Verrecken.”

Er blickte mir in die Augen. Die Ader an seiner Schläfe pochte. “Ich weiß.”

“Dann—”

Er hob die Hand, aber sie fiel in seinen Schoß zurück, als ob ihm die Kraft fehlte. Ich langte in meinen Rucksack und fand unter den Militärrationen vom Prüfstein eine Art Proteinriegel. Ich reichte ihm den Riegel. “Iss langsam.”

Er brach ein Stück ab, steckte es in den Mund und kaute langsam. Ich beobachtete die einfache Handlung, das Spiel seines Kehlkopfs, als er schluckte. Dann ergriff ich seine freie Hand und drehte sie nach oben.

Da war sie.

Die Markierung.

Zum ersten Mal legte ich meine Handfläche in seine. Markierung an Markierung.

Das alles-verschlingende Brennen in meinem Körper ließ mich nach Luft schnappen. Hitze und Verlangen flackerten in mir auf, aber jetzt war nicht der passende Zeitpunkt. Aber ich fühlte mich auch ganz. Als ob ein Teil von mir gefehlt hatte … für immer. Keine Ahnung, wie ich bis jetzt durchs Leben gekommen war. Vielleicht war mir einfach nicht bewusst gewesen, dass ein Teil von mir fehlte.

Aber jetzt … jetzt gab es kein Zurück mehr. Gage gehörte mir und selbst wenn er mich bis zur Erschöpfung anschreien würde, ich würde nicht mehr lockerlassen.

“Irgendjemand möchte mich umbringen.” Er schob sich ein weiteres Stück des Riegels in den Mund und kaute. “Ich werde nicht zulassen, dass sie dir ebenfalls nachstellen.”

“Ich komme gut alleine klar. Und was dich umbringen betrifft? Soweit wird es nicht kommen.”

Er rührte sein Handgelenk und die Kette rasselte laut. “Wie du siehst, werde ich nirgendwo hingehen. Ich habe tagelang nach einem Ausweg gesucht.”

Wieder durchstöberte ich meinen Rucksack. “Im Prüfstein habe ich ein paar Sachen gefunden, die sich als nützlich erweisen könnten. Ein Kommunikationsgerät.” Ich legte das kleine Gerät auf den Boden und er hob es sofort hoch.

“Gefunden?”

Ich warf ihm einen kurzen Blick zu und machte mich wieder an die Arbeit. Ich würde ihm nicht erklären, dass ich das Ding geklaut hatte. Ich hatte beabsichtigt, die Sachen nur auszuleihen und sie wieder zurückzugeben, sobald Gage und ich zusammen zurückgekehrt waren. Besser hinterher um Verzeihung beten als nach Erlaubnis fragen, besonders da ich wusste, dass diese Höhlenmänner mich niemals mitgenommen hätten. Und ohne mich hätten sie ihn niemals finden können. Nicht ohne die Markierung, die mich wie ein Peilsender zu ihm geführt hatte.

“Ein Kommunikationsgerät? Wie kommt es, dass sie dich nicht binnen einer Meile vom Prüfstein aufgespürt haben?” fragte er.

“Es ist nicht eingeschaltet. Ich habe die Batterie rausgenommen. Ich wollte verhindern, dass irgendjemand mir folgt. Meine Freundinnen haben ihre Männer in die Sache mit reingezogen und die hätten mich gesucht. Mich aufgehalten.”

“Wer sind diese Männer?”

“Jäger im Prüfstein.”

“Sie hätten dich stoppen sollen. Für dieses Versagen werde ich sie zur Rechenschaft ziehen.”

Ich runzelte die Stirn und schürzte die Lippen. Eigentlich hätte er mir danken sollen, anstatt mir ans Bein zu pissen, aber ich würde es ihm nachsehen; für den Moment. Wahrscheinlich redete er im Delirium. Und da wir in einer Höhle waren … war es wohl nicht allzu abwegig, dass er sich wie ein Höhlenmann aufführte. “Nun, da bin ich. Mit einem Kommunikationsgerät. Und dem hier.”

“Scheiße! Eine Ionenpistole?” rief er und entriss sie mir sogleich, um die Sicherung an der Seite zu prüfen. “Du hättest dich selbst erschießen können.”

Ich schnaubte. “Deine Partnerin ist keine Vollidiotin. Ich weiß, wie man mit einer Waffe umgeht. Wie man schießt. Wie man sie trägt, ohne sich dabei zu erschießen. Falls du es noch nicht mitbekommen hast, ich habe dich aufgespürt. Ich bin kein Mädel aus der Stadt, Gage.” Er kniff die Augen zusammen, entgegnete aber nichts darauf. “Niemand sonst hat dich gefunden, oder?”

Er atmete aus, warf mir einen fast schon vorwurfsvollen Blick zu und erkannte schließlich, dass ich recht hatte. Ich war hier um seinen Arsch zu retten. Er nahm die Pistole und richtete sich langsam auf, dann zielte er auf die Deckenplatte über unseren Köpfen, an der die Kette direkt außerhalb der Gitterstäbe befestigt war.

“Geh hinter mich.”

Ich tat, wie er wollte, er aber streckte nur den Arm aus und schob mich noch weiter nach hinten.

Der Schuss hallte von den Höhlenwänden wider, gefolgt vom lauten Klirren, als die schwere Kette zu Boden fiel. Ich lugte um ihn herum und sah, dass sie nicht länger an die Höhlenwand gekettet war. “Noch einen.” Er zielte auf sein Handgelenk, etwa drei Kettenglieder von der Handschelle entfernt. “Ich wollte sie erstmal testen. Ich möchte mir nicht die Hand weg ballern.”

Er feuerte erneut und eine Kette fiel zu Boden wie eine tote Schlange. Die andere Kette hing weiter von seinem anderen Handgelenk und ich erkannte, dass er mit einer Art Seilzug angekettet worden war. Er nahm die Ionenpistole in seine andere Hand und feuerte ein drittes Mal. Ich seufzte erleichtert, als die Kette leblos gegen die Höhlenwand schlug. Zumindest stellte ich es mir so vor. Er trug immer noch Handschellen an den Handgelenken, aber er war frei. Ein Problem nach dem andern.

Gage wandte sich zu mir um und hob mein Kinn. “Lass uns verschwinden.”

Er zog seine Jacke über, um sich notdürftig zu wärmen. Dann ging er Richtung Ausgang und ich folgte ihm. Langsam. Ich überlegte laut. “Wir können nicht bis zum Prüfstein zurückmarschieren. Es ist zu weit. Wir haben nicht genügend Wasser und Essen. Ich kann zwar für uns beide Nahrung suchen und wenn es sein muss auch jagen, aber du bist schwach. Verletzt. Wir haben keine Zeit dafür.”

“Du bist auch verletzt.” Er blickte auf meinen geschwollenen Knöchel, als ob er ihn durch meinen Stiefel hindurchsehen konnte. Im Tageslicht konnte ich schließlich unter dem ganzen Blut seinen olivfarbenen Teint ausmachen, ich sah die Fülle seiner leicht dunkleren Lippen und das Schattenspiel über seiner sehr muskulösen Brust. Heiliger Bimbam. Er war heiß. Eins zu null für mich. Das tiefe Grollen seiner Stimme ließ mich erzittern, allerdings nicht vor Kälte. “Hast du einen ReGen-Stab mitgebracht?”

Ich runzelte die Stirn. Was? “Noch nie davon gehört.”

Er seufzte, dann schenkte er mir zum ersten Mal ein Lächeln. “Ist schon in Ordnung. Du hast ganze Arbeit geleistet. Danke.”

Ich erwiderte das Lächeln. “Jetzt, wo ich dich gefunden habe, können wir die Höhlenmänner um Hilfe bitten.”

“Höhlenmänner?”

“Die Männer meiner beiden Freundinnen von der Erde.” Ich nahm ihm das Kommunikationsgerät aus der Hand und griff in meinen Rucksack, um nach Werkzeugen zu suchen—einem Tranchiermesser aus der Küche und der Batterie—oder wie auch immer sie den schrägen Metallklumpen nannten, den ich sogleich in das Gerät einlegte, um es wieder in Betrieb zu nehmen.

“Deine Freundinnen sind mit Jägern verpartnert, die in Höhlen leben? Von solchen Jägern habe ich noch nie gehört. Nicht einmal in den alten Sagen.” Er schüttelte langsam den Kopf und biss erneut von seinem Energieriegel ab. “Ich glaube nicht, dass wir ein paar seltsame Höhlenbewohner um Hilfe bitten sollten. Irgendjemand will mich umbringen. Hättest du mich nicht gefunden, dann hätten sie es auch geschafft.”

“Wer?”

Er zuckte mit den Achseln. Gott, seine Schultern waren so verdammt breit. “Ich weiß es nicht.” Er blickte zum Himmel auf und schloss die Augen, atmete tief durch. Es war, als ob er nicht erwartet hätte je die Sonne wiederzusehen oder frische Luft auf seiner Haut zu spüren. “Wir können niemandem trauen.”

“Nicht einmal deinen Freunden?” fragte ich. “Deiner Familie? Hast du eine Familie?”

Er streckte die Hand aus und strich mit dem Finger über meine Wange. “Ich bin ein Mitglied der Sieben. Das ist eine hochrangige Position auf Everis. Ich bin auf dem gesamten Planeten bekannt. Meine Familie hat den Sitz seit Jahrtausenden inne, er wird von Generation zu Generation weitergereicht, aber ich bin der Letzte meiner Ahnenlinie. Ich habe viele Feinde, Danielle. Unzählige Leute könnten in diese Sache mit verstrickt sein. Und ich möchte nicht die Gefährtin meines Vaters oder meine Schwester mit hineinziehen. Es ist zu gefährlich. Was meine Freunde angeht? Ich habe keine Freunde, sondern nur Leute, die etwas von mir wollen.”

“Das ist schrecklich.”

“So war es schon immer.” Er schnaubte zustimmend, sagte aber nichts weiter. Mir gefiel nicht, dass er sich damit abgefunden hatte. Sein Leben hörte sich nicht gerade lustig an.

“Aber ich habe Freunde. Wir können Katie und Lexi anrufen. Sie kommen auch von der Erde. Sie sind erst seit Kurzem auf Everis, genau wie ich und ich verspreche dir, sie stecken auf keinen Fall in einem Mordkomplott gegen dich. Sie wissen nicht einmal, wer du bist. Als wir uns freiwillig gemeldet haben, hatten wir nicht die geringste Ahnung, mit wem wir auf Everis verpartnert werden würden. Du kannst ihnen vertrauen.”

“Ich kenne sie nicht.”

“Vertraust du mir?” sprach ich und blickte zu ihm auf.

Er richtete sich auf, als ob ich ihn beleidigt hätte. Dann plusterte er die Brust raus. “Du bist meine markierte Partnerin. Ich vertraue dir bedingungslos. Du bist die Einzige.”

Ich legte meine Hand an seinen Arm. Allerdings störte mich der kalte, steife Stoff, sodass ich meine Hand nach unten gleiten ließ, bis unsere Hände, unsere Markierungen sich berührten.

“Dann vertrau mir einfach. Katie und Lexi werden uns helfen. Ihre Männer—beide sind Elitejäger—werden uns helfen.”

“Ich weiß nicht. Das hört sich verdächtig an, irgendwie unwürdig, wenn sie in Höhlen leben. Wie können sie sich dort angemessen um ihre Frauen kümmern?”

Ich musste lachen, denn die irdische Anspielung auf ihre Höhlenmännermentalität wurde von Aufseherin Egaras sonst so einwandfreier NPU offenbar nicht richtig übersetzt. “Sie leben nicht wirklich in Höhlen. Auf der Erde nennen wir so einen Typen, der viel zu überbehütend, dominant und rechthaberisch ist.”

“Wer ist ‘wir’?”

“Die Frauen.”

Das entlockte ihm ein Grinsen und ich wusste, dass ich dieses Lachen in seinen Augen in Zukunft sehr viel öfters sehen wollte. “Dann müssen sie zwei vorzügliche Männer sein, denn genau so werde ich dich auch behandeln. Überbehütend, rechthaberisch und definitiv dominant.”

Ich vollführte einen koketten Augenaufschlag und auf meinem Gesicht machte sich das erste echte Lächeln seit einer gefühlten Ewigkeit breit. “Weißt du, was aus den Höhlenmännern auf der Erde geworden ist?”

Er zog mich an sich heran und presste unsere Körper in einer warmen Umarmung zusammen, die so viel mehr war als ein Kennenlernen. Es war eine Heimkehr. Als er den Kopf neigte und seine Lippen genau über meinem Ohr im wilden, zerzausten Durcheinander meiner Haare verweilten, konnte ich sein Lächeln spüren. “Sie haben ihre Partnerinnen beschützt und sie immer nackig gehalten, damit kein einziger Tag verging, ohne dass ihre hübschen kleinen Erdenfrauen in den Händen ihrer Gebieter das wildeste, sinnliche Vergnügen erfahren haben?”

“Nein.” Heilige Scheiße, war meine Muschi etwa feucht? Sehnsüchtig? Jetzt? In einem Höllenloch von einer Höhle mit meinem schwer verletzten, blutigen Partner und wir beide in den Schmutz und Schweiß mehrerer Tage gehüllt? Widerlich.

Er stöhnte und zog mich noch näher, bis ich die große, harte Länge seines Schwanzes fühlen konnte. “Genau das wird mit dir passieren, Danielle, sobald wir diesem Ort entkommen sind und du wieder gesund bist. Ich werde dich in der heiligen Reihenfolge der Drei erobern und deinem Körper jedes einzelne seiner Geheimnisse entlocken. Du wirst mich um Erlösung anflehen und vor Lust nur so schreien. Ich werde jeden Zentimeter von dir küssen. Dich erobern. Dich zu meiner Frau machen.”

Was für ein Schmus. “Sobald ich wieder gesund bin? Du bist so gut wie hinüber. Ich bin in Ordnung.”

“Nein. Bist du nicht. Und sobald wir einen ReGen-Stab haben, wirst du damit behandelt werden.”

“Was ist mit dir?” Ich drückte mich weg und blickte in seine dunklen Augen.

“Meine Wunden sind nichts im Vergleich zu deinen. Du wirst zuerst behandelt.”

War das sein Ernst? Er konnte sich kaum auf den Beinen halten. Er blutete aus so vielen Wunden, dass ich sie gar nicht zählen konnte. Er war völlig ausgekühlt und am Verhungern. Und er sorgte sich um meinen bescheuerten Knöchel? “Meine Knöchelverletzung ist mir vor Monaten auf der Erde passiert. Das ist nichts. Er ist nur vom vielen Laufen entzündet.”

“Du wirst zuerst behandelt. Keine Widerworte, Danielle. Wenn du dich weigerst, dann werde ich dir für deinen Ungehorsam den Arsch versohlen, genau wie du es jetzt verdienst, weil du mir getrotzt hast und dennoch hier aufgetaucht bist.”

“Ich habe dir das Leben gerettet.”

In einem Augenblick wandelte sich sein sinnlicher Blick in harte Kälte. “Und hast dein eigenes dabei riskiert.”

“Du könntest mir wenigstens dankbar sein.”

“Ich bin dankbar, weil du mich durch ein Wunder der Götter gefunden und dabei überlebt hast. So etwas Leichtsinniges wirst du nie wieder tun.”

“Scheiße. Und ich dachte Vron und Bryn wären schon schlimm.”

“Kommandant Vron? Von den Elitejägern?” Erneut änderte sich sein Tonfall, und zwar von nervtötend arrogant und herrisch zu neugierig. Beim Versuch mit seinen Stimmungsumschwüngen mitzuhalten kam ich mir vor wie eine alberne Katze, die einem Laserpointer hinterherjagte. Hierher springen. Nein, dorthin. Nein …

“Ja. Vron und Bryn sind Elitejäger. Sie sind mit Katie und Lexi verpartnert, meinen beiden Freundinnen. Das habe ich dir bereits erzählt. Wir sollten sie anrufen. Ich vertraue ihnen.” Sein Gesicht entspannte sich sogleich, allerdings konnte ich weiterhin die Anspannung in seinem Körper spüren, als er unaufhörlich unsere Umgebung absuchte und lauschte. Er war auf der Hut. Genau wie ich. Und ich war nicht halb tot. Wir waren tatsächlich mutterseelenallein hier draußen. “Kennst du sie?”

“Ich habe in den Ratssitzungen von Vron gehört. Und Bryn wurde vor nicht allzu langer Zeit auf eine äußerst vertrauliche Mission geschickt.”

“Oh ja, nach Rogue 5. Das hat sich als echter Schlamassel herausgestellt.” Ich runzelte die Stirn, meine Skepsis aber war nichts im Vergleich zu seiner Reaktion.

“Das sind streng geheime Informationen, Danielle. Eine äußert heikle politische Angelegenheit. Wie kann es sein, dass du darüber Bescheid weißt?”

Ich verdrehte die Augen. “Katie ist mit Bryn zusammen. Und sie meine beste Freundin. Fast wäre sie von diesem Styx gebissen worden. Und da wäre nichts Gutes bei rausgekommen.”

“Unsere Operationen auf Rogue 5 sind äußerst sicher. Er hat gegen das Protokoll verstoßen und seine Partnerin dorthin mitgenommen? Bryn wird sich dafür verantworten müssen.”

“Und ich dachte, Vron wäre übergeschnappt,” murmelte ich. War das sein Ernst? Er war halb tot und regte sich über irgendeinen Protokollverstoß auf?

“Hast du nicht gesagt Vron wäre ein Höhlenmann?”

“Na ja, er ist ein Typ, der sich gerne an die Regeln hält, was ihn total übergeschnappt macht … und zum Höhlenmann.” Ich trat einen Schritt zurück, aber mein Knöchel knickte um. Ich riss die Arme beiseite, damit ich nicht das Gleichgewicht verlor, aber Gage war schneller. Ehe ich mich versehen hatte, hielt er mich auch schon wie ein Kind auf dem Arm. “Lass mich runter.”

“Du bist verletzt. Du wirst erst wieder laufen, wenn du wieder gesund bist.”

“Das ist lächerlich. Lass mich runter. Ich bin meilenweit hierhergelaufen, eure Majestät. Ich komme alleine klar.”

“Nein. Ich bin keine Majestät. Ich bin ein Prinz. Ein Nachkomme der ursprünglichen Sieben.”

Ich seufzte und akzeptierte das Unvermeidliche; also lehnte ich den Kopf an seine Schulter und wärmte mich so gut wie möglich. “Wie du wünschst, Höhlenmann.”

“Zartarsch.”

Darauf musste ich blinzeln. “Was hast du eben gesagt?”

“Du hältst dich nicht an die Regeln. Daher musst du ein Zartarsch sein.” Seine Hand glitt an meinem Rücken entlang und startete mit einer Massage, die mich schnell alles andere vergessen ließ. Gott, sollte ich je meine Kleider loswerden, dann würde ich in Schwierigkeiten stecken. Ich würde tun, was immer er wollte, wo immer er wollte, wann immer er wollte. “Er ist definitiv zart.”

“Zartarsch ist aber kein Wort.”

“Jetzt schon.” Er massierte mich weiter und ich versuchte nicht einmal mein zufriedenes Seufzen zurückzuhalten. Er war in Sicherheit und nicht länger dem Tode geweiht—zumindest jetzt nicht—und mein Knöchel tat weh wie Sau. Was mich aber wirklich erschlaffen ließ, war das Gefühl der Erleichterung. Ich hatte ihn gefunden. Wir waren zusammen. Alles andere würde sich schon ergeben. Das musste es einfach.

“Bitte, ruf Vron auf dem Komm-Gerät an und hol uns hier raus.”

“Wie weit sind diese Jäger von uns entfernt?”

Ich zuckte mit den Achseln. “Ich weiß nicht. Sie sind am Prüfstein. Aber da sie ihre Partnerinnen gefunden haben, waren sie so ziemlich mit den ‘drei Jungfräulichkeiten’ beschäftigt. Damit sind sie jetzt zwar fertig, aber möglicherweise sind sie nicht … sofort verfügbar.” Ich spürte, wie meine Wangen zu glühen anfingen, als ich Gage das Offensichtliche verdeutlichen wollte. Er musste etwas in meiner Stimme herausgehört haben, denn er starrte wie gebannt auf mein Gesicht und da war Hunger in seinen Augen. Faszination.

Besitzergreifende Besessenheit.

Ich kannte diesen Blick, nämlich von den Gesichtern der anderen Jäger, nachdem sie ihre Partnerinnen gefunden hatten. Und obwohl ich mir wie ein einfältiges, romantisches, liebeskrankes Dummerchen vorkam, ließ der Ausdruck auf Gages Gesicht mein Herz höherschlagen und meinen Verstand vor lauter Sehnsucht aussetzen. Genau so sollte er mich anblicken, wenn er tatsächlich zur Sache kommen würde.

Er wägte meine Worte ab. Ich ließ ihm seine Zeit. Ich konnte es ihm nicht verübeln. Irgendjemand wollte ihn umbringen. Aufgrund seines Jobs kamen viele Leute infrage. Zu viele. Er wollte sich nicht noch einmal in so einer Höhle wiederfinden.

“Na schön. Wir rufen deine Freundinnen an. Damit sie uns helfen, sobald sie sich von ihren Partnern losreißen können.”

Es würde kein sich-losreißen geben. Lexi und allem voran Katie waren keine passiven Stubenhocker, aber das würde ich ihm nicht extra sagen. Er würde es selbst herausfinden, sobald sie hier aufkreuzten. Vorausgesetzt, sie würden kommen.

Sie mussten kommen.

Ich betätigte das Komm-Gerät und Katie ging ran. Ich war kaum überrascht, als Bryn binnen Sekunden das Gespräch übernahm und meinen Aufenthaltsort wissen wollte. Ich erzählte ihnen nichts von Gage. Als Bryn mir versicherte, dass sie unterwegs waren, legte ich auf. “Ich glaube, es ist sicherer deinen Namen nicht übers Kommunikationsgerät preiszugeben.”

Er nickte und seine Augen erwärmten sich sichtlich, als er mich betrachtete. “Du bist eine interessante Frau, Danielle. Ich vertraue deinen Freunden, aber für den Moment werden wir niemand anderes alarmieren.” Sein Blick streifte über den Horizont und zum ersten Mal erkannte ich den Jäger in ihm. Er war hart. Kalt. Gnadenlos. “In ein paar Tagen ist die Nachfolgezeremonie. Bis dahin müssen wir vorsichtig bleiben.”

“Und danach?”

“Danach werde ich den Planeten von loyalen Jägern durchpflügen lassen, und zwar bis der Verräter geschnappt wurde.”

3


Dani, Bryns Haus, Feris 5

Ich räkelte mich in der größten Badewanne, die ich je gesehen hatte. Auf der Erde wäre das Ding als Thermalquelle durchgegangen, aber das Wasser war nicht ganz so heiß. Und diese Wanne hier war im Badezimmer, nicht draußen. Tatsächlich war sie im Boden eingelassen. Das Wasser war warm und mit duftenden Ölen angereichert, die nach Wildnis rochen und ich hatte den besten Ausblick.

Gage stand gerade unter der Dusche, also dem Ding, das sie auf Everis ‘Baderöhre’ nannten und seifte sich den Torso ein. Er hatte null Hemmungen, keine Unze an Schamgefühl, denn er wusste, dass ich ihn beobachtete.

Vron und Bryn hatten sofort auf unseren Anruf reagiert. Nachdem Gage ihnen erklärt hatte, was ihm zugestoßen war, waren sie alle der Meinung, dass er versteckt werden musste. Wer auch immer ihn töten wollte, sollte glauben, dass er es geschafft hatte, zumindest für den Moment. Bis es an der Zeit war zu klären, wer in diese Sache verstrickt war.

Bryn hatte uns sein Zuhause als Unterschlupf angeboten und Gage hatte zum Glück eingewilligt. Es gab kaum andere Optionen. Als ein Mitglied der Sieben führte er ein sehr öffentliches Dasein. Ich stellte ihn mir wie eine Berühmtheit auf der Erde vor, wo alle über jeden noch so kleinen Furz Bescheid wussten.

Aus diesem Grund hatten wir Bryn unsere Koordinaten durchgegeben und er war mit Vron, Lexi und Katie im Schlepptau in einem Shuttle aufgetaucht. So hatte er das Ding jedenfalls genannt. Für mich sah es eher wie ein winziges Raumschiff aus Star Trek aus. Von der Erde aus quer durch die Galaxie zu transportieren war eine Sache; ich war damals nicht bei Bewusstsein gewesen. Das hier aber? Ich war hellwach gewesen und gar nicht mehr aus dem Staunen rausgekommen. Sicher, ich hatte meinen markierten Partner aufgespürt und ihn vor dem sicheren Tod bewahrt, plötzlich aber war ich auf einem Raumschiff und flog über Everis. Erst dann wurde mir klar, dass wir definitiv nicht mehr in Kansas waren.

Und als Bryn uns einen blau leuchtenden Metallstab hingehalten hatte, der augenscheinlich Verletzungen heilte, sobald man ihn nur über eine Wunde wedelte, war ich im Technologierausch. Als Gage mit dem Stab über meinen Knöchel fuhr und der Schmerz sofort nachließ und dann komplett verschwand, war ich erstaunt. Und angepisst. Er war gefoltert und dem Tode überlassen worden und er hatte nichts anderes im Sinn, als sich um meinen Knöchel zu kümmern? Dieser Vollidiot! Erst nachdem ich ihn überzeugen konnte, dass ich in Ordnung war—mein Knöchel würde immer wieder anschwellen und Probleme machen, Space-Stäbchen hin oder her—, benutzte er das Ding an sich selbst. Aufgrund der blutigen Krusten war schwer zu sagen, ob seine Schnittwunden und Prellungen verheilt waren, aber er war auf einmal sehr viel aufgeweckter und die verkrampften Linien an seinem Körper und um seinen Mund herum entspannten sich.

Und jetzt befanden wir uns in Bryns riesengroßem Haus—allein. Bryn hatte uns kurz gezeigt, wo Vron und Lexi schlafen würden und Vron hatte seine Partnerin über die Schulter geworfen und sie davon geschleppt. Ich bezweifelte, dass ich nochmal von ihnen hören würde, es sei denn ihre Fickgeräusche würden durch den langen Flur zu und durchdringen.

Sobald wir allein in unserer Suite angekommen waren—es war nicht nur ein verdammtes Zimmer, sondern drei Zimmer mit Bad und einer riesigen Badewanne—, war ich plötzlich ganz schüchtern geworden. Das hier war kein Traum. Gage war nicht länger in Gefahr. Er war voll auskuriert und wohlauf und er stand mir genau gegenüber.

Seinem Blick nach zu urteilen wollte er mich anfassen, mich küssen und noch so einiges mehr. Um genau da weiterzumachen, wo wir im Traum aufgehört hatten, als mein dämlicher Knöchel mich aufgeweckt hatte. Aber erstmal war eine Dusche nötig. Ich war zwar total für wilden, spontanen Affensex, aber ich wollte nicht wie ein Affe riechen, wenn wir uns zum ersten Mal echt nackig machten. Ich wollte nicht, dass er mich für unseren ersten richtigen Kuss mit fettigen Haaren und müffelnden Achseln zu sehen bekam.

Er hatte das Wasser für die riesige Wanne aufgedreht, während ich mich unter der Dusche gesäubert hatte. Danach sollte die Wanne ins Spiel kommen. Es gab nichts dagegen einzuwenden, also hatte ich einfach genickt. Er war rausgegangen und hatte mich allein gelassen … bis eine Minute nach dem Duschen. Dann hatte er angeklopft und war wieder hereingekommen. Mein Körper war in den Tiefen der Wanne so gut wie unsichtbar und als er groß und düster und so verdammt gutaussehend vor mir stand und mich anblickte, war ich innerlich am Dahinschmelzen. Und an anderen Stellen auch.

Ich hatte gedacht, dass ich mich umdrehen sollte, aber nein. Er hatte nur lächelnd seine Kleider abgelegt und Zentimeter für Zentimeter seines festen Körpers entblößt. Möglicherweise war er etwas sehniger als sonst, schließlich hatte man ihn dem Tode überlassen, aber er sah immer noch umwerfend aus. Breite Schultern, tonnenweise olivfarbene, straffe Haut. Er hatte schwarze Haare auf der Brust, die sich bis zu seinem Nabel verjüngten—sein Nabel war nach innen gezogen—und dann eine schmale Linie formten, die bis in seine Hose führte. Und als er besagte Hose abgestreift hatte, durfte ich feststellen, dass er keine Unterwäsche trug. Er war auch ziemlich steif und als er meinen Blick bemerkte, wurde er noch härter. Und länger. Seine pralle Eichel krümmte sich aufwärts Richtung Bauch und … Moment mal, dieses Teil sollte reinpassen? Überall? Nur weil ich ihm im Traum einen geblasen hatte, musste das nicht heißen, dass er auch wirklich in meinen Rachen passen würde. Oder in meinen Arsch.

Bei dem Gedanken wurden meine Nippel steif und meine inneren Wände zogen sich bereits zusammen.

Erst als ich merkte, dass ich ihn mit großen Augen und offenem Mund anstarrte, wandte ich den Blick ab. Meine Wangen wurden heiß wie das Wasser in der Badewanne. Er drehte sich um und schrubbte sich weiter ab. Und die Hinteransicht war auch nicht schlecht.

Ich sah zu, wie er seine kräftigen Brustmuskeln und seine strammen Schenkel einschäumte und hatte glatt einen Eisprung.

“Hast du denn keine Familie, die sich um dich sorgt?” fragte ich ihn.

Seine Hände verweilten auf seinem Bauch und am liebsten wollte ich ihn eigenhändig abschrubben und jeden Zentimeter von ihm befühlen. Er hätte bestimmt nichts dagegen, aber so weit war ich noch nicht. Ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte und ich wollte mich nicht lächerlich machen. Zumindest nicht bis nach unserem ersten Kuss.

“Meine Mutter ist gestorben, als ich zwei war. Ich habe keinerlei Erinnerungen an sie.”

“Und dein Vater?”

“Er ist vor fast einem Jahr gestorben. Die Nachfolgezeremonie findet an seinem ersten Todestag statt.”

“Das tut mir leid.” Das tat es wirklich. Ich konnte praktisch seinen Kummer spüren. So ein kräftiger Körper. So eine starke Kämpfernatur. Ihn leiden zu sehen war für mich schlimmer, als den Schmerz selbst zu durchleben. “Wie war er so?”

“Er war stark. Ehrenhaft. Ein Mitglied der Sieben. Ein wahrer Prinz. Ich kann nur hoffen, dass ich seinem Erbe gerecht werde.”

“Als Prinz?” Wollte er damit sagen, dass er zu einer königlichen Familie gehörte, oder war das nur ein Titel, den sie den ranghohen Politikern auf Everis verpassten? Ich hatte keine Ahnung. Allerdings war ich keine Prinzessin. In Trekkingstiefeln fühlte ich mich deutlich wohler als mit einer Tiara auf dem Kopf.

“Als Mann.” Voller Stolz richtete er sich auf und starrte mich an und das Verlangen in seinen Augen war so intensiv, ich hätte schwören können, dass ich seine Berührung von der anderen Seite des Raumes spüren konnte. Das Wasser rann über seinen Körper, es tropfte und folgte jeder Kurve. Jeder Vertiefung. Weiter runter. Gott, er war umwerfend. Riesig. Überall. Ich blickte kurz auf und stellte fest, dass er meinen Blick genoss. Ohne Zweifel entbehrte ich dem schauspielerischen Geschick, um meine Lust für seinen perfekten Körper zu verschleiern.

“Und der Rest von deiner Familie?”

“Meine Eltern waren keine markierten Partner, also hat mein Vater noch einmal geheiratet. Sie war ebenfalls keine markierte Partnerin.”

“Ich habe gehört, ein markierter Partner ist selten.” Ich bewegte meine Hand über die Wasseroberfläche, spielte mit den Seifenblasen und bemühte mich auf Teufel komm raus, seine Hitze zu ignorieren, und zwar nicht die physische Art Hitze. Noch nie hatte ich einen Mann gewollt, wie ich ihn wollte und das Warten machte mich so langsam nervös. Alle meine Sinne waren geschärft. Ich spürte die frische Luft auf meinen Schultern, die Wärme des Wassers und wie die Blasen an meinen empfindlichen Nippeln zerplatzten.

“Ja. Äußerst selten. Mein Vater ist vor fast einem Jahr gestorben. Wie nennt man den Partner eines Elternteils bei euch auf der Erde?”

“Stiefmutter oder Stiefvater.”

“Also ich habe eine Stiefmutter, Mauve, und eine Stiefschwester, Rayla. Sie ist drei Jahre jünger als ich. Rayla ist die Tochter von Mauves erstem Partner, der bei der Kopfgeldjagd nach einem Prillonischen Kriminellen getötet wurde.”

“Sonst hast du keine Brüder oder Schwestern? Onkel? Cousins?”

Er schüttelte den Kopf, drehte sich um und legte den Kopf in den Nacken, um sich die Haare zu waschen. Sie waren zottelig und ein leichter Bartschatten auf seinem Gesicht ließ ihn düster, sexy und gefährlich aussehen. Am liebsten wollte ich ihn mit den Augen verschlingen.

“Nein. Ich bin der Erbe meines väterlichen Sitzes unter den Sieben. Meine Familie stammt von den ersten Herrschaftsfamilien ab. Ich bin ein Prinz meines Volkes und du, Danielle, wirst seine Prinzessin sein.”

Eine Prinzessin? Ich? Dani aus Florida. Eine Prinzessin? Wahnsinn.

Ich musste wegschauen, um meine Gedanken über etwas zu ordnen, das sich verdächtig nach der Story einer Protagonistin in einem Disney-Film anhörte. Ich konnte nicht einmal singen. Ich war zu dünn. Zu klein. Mir fehlten die Kurven, um diese Art von Kleid gebührend auszufüllen. Ich redete nicht mit Mäusen oder Vögeln oder anderen Kreaturen. Ich erlegte Rehe und verspeiste sie zum Abendessen. Ich schwatzte nicht mit ihnen und ich tanzte auch nicht durch die Wälder, um den Eichhörnchen ein Ständchen zu singen. Ich war weder königlich noch raffiniert und das lächerliche Winke-Winke, das die Royals im Fernsehen auf der Erde veranstalteten, würde mir ein Karpaltunnelsyndrom einhandeln. Ernsthaft? Wovon redeten wir gerade? Ich? Eine Königliche Hoheit?

Nee.

Thema Familie. Richtig. Ich räusperte mich und schob alle Prinzessinnen-Gedanken beiseite. “Ich habe auch keine Familie mehr. An meine Mutter kann ich mich nicht erinnern. Sie ist nicht gestorben, sondern einfach in die Stadt zurückgekehrt. Sie ist gegangen, als ich vier war und hat sich in einen Yogalehrer verliebt. Ich habe gehört, dass sie geheiratet haben und nach Kalifornien gezogen sind.”

Gage schäumte sich jetzt die Haare ein und ich schwieg. Ihm zuzusehen war sowieso interessanter als meine abwesende Mutter. Und ich war nicht nur dabei, sein schönes Gesicht zu beäugen. Mit gehobenen Armen, durchgedrücktem Rücken und in Profilansicht stand jetzt sein Schwanz von seinem Körper ab. Er war nicht zu übersehen. Ich leckte mir die Lippen, erinnerte mich an das zarte Gefühl seiner Haut und den Geschmack der Flüssigkeit, die in meinen Träumen aus der Spitze gesickert war. Wie hart er sich angefühlt hatte. Heiß. Wie er unter meiner Zunge nur so pulsiert hatte.

“Und dein Vater?” wollte er wissen.

Ich dachte an meinen Vater zurück und spürte den altbekannten Schmerz der Trauer, aber ich kam mir nicht länger einsam vor. Gage war dabei, langsam mein Herz zu erobern.

“Mein Vater ist letztes Jahr gestorben. Er hat mir beigebracht in der Wildnis zu überleben. Er war ein Jagd- und Angelführer. Er hat Leute zum Jagen in die Sümpfe geführt und zum Fischen an die Flüsse. Im Sommer haben wir mindestens zwei Monate in den Bergen von Montana verbracht. Er war ein guter Mann. Ein toller Vater.”

Die Dusche ging aus und er öffnete die Tür. Ich starrte ihn an, als er zur großen Wanne lief, sein Körper war klitschnass, seine Muskeln zeigten sich bei jeder seiner selbstbewussten Bewegungen. Er war elegant. Sogar mit einem dicken Knüppel zwischen den Schenkeln.

“Tut mir leid, dass er jetzt bei den Göttern ist.”

Ich blinzelte irritiert. Ich würde nicht anfangen zu heulen. Also nickte ich nur.

“Bevor meine Markierung zum Leben erwacht ist, habe ich geglaubt, ich würde Rayla heiraten,” sprach er und ich war froh, dass er zu seinem Seifenopernleben zurückkehrte. “Die königliche Verlobung wurde sogar schon bekannt gegeben.”

Mir blieb die Spucke weg. Das klang definitiv nach Seifenoper. “Du bist mit deiner Schwester verlobt?”

Er rutschte grinsend in die Wanne und ließ sich nach unten sinken, bis seine Schultern unter Wasser lagen. Dann kam er direkt auf mich zu. Er legte beide Hände links und rechts von meinem Kopf auf den Wannenrand, sodass ich festgenagelt war. “Wir sind keine Blutsverwandte. Und das Volk liebt sie; eine Bürgerliche, die zur Prinzessin aufsteigt. Sie ist freundlich und selbstlos, sie engagiert sich in vielen Organisationen, um den einfachen Leuten zu helfen.”

Heilige Scheiße. Hatte er seine Schwester eben als Bürgerliche bezeichnet? Ähm, Stiefschwester? Wie auch immer.

“Ist sie hübsch?” Am liebsten wollte ich mich für die Frage ohrfeigen, aber die verdammten Worte waren bereits raus, ehe ich das kleine grüne Monster, das sich in mir bemerkbar machte, bändigen konnte. Eifersucht war etwas Schreckliches und ich wollte meine zukünftige Schwägerin auf keinen Fall hassen.

“Ja. Ist sie.” Er berührte mein Haar und nahm eine Strähne in seine Finger, während sein Blick auf meine Lippen fiel. “Aber nicht so hübsch wie du.”

Ich errötete; ich konnte nicht anders. Nicht, wenn er mich ansah, als ob er gleich über mich herfallen würde. Ich wollte ihn anbrüllen, damit er sich gefälligst beeilte, aber ich war befangen wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Erstarrt. Ich wartete, damit er mich berührte. Und fürchtete gleichzeitig, dass er eine andere wollte. “Weiß sie Bescheid? Über mich?”

Sein Blick wurde ganz weich und erkundete meine Lippen. Mir blieb fast die Luft weg. “Ja. Sie war außer sich vor Freude.”

Ich runzelte die Stirn. “Sie hat sich gefreut, dass sie doch keine Prinzessin werden wird?” Das ergab keinen Sinn. Niemand wurde sich darüber freuen dieses Prachtstück von einem Mann aufzugeben.

“Ja. Für uns beide war es eine Verpflichtung. Jetzt aber kann sie aus Liebe heiraten, nicht aus Pflicht. Ich liebe sie, Danielle, sie gehört zu meiner Familie und ich muss sie beschützen.”

“Du liebst sie?” Mist! Konnte ich mich etwa noch idiotischer anhören? Aber es war ganz und gar seine Schuld. Ich konnte nicht mehr klar denken. Nicht, wenn seine Körperwärme mich wie eine Droge umhüllte. Und seine Lippen erst. Ich starrte sie an. Ich war am Verhungern. Ich hatte Nacht für Nacht von ihm geträumt, ihn verloren und dann wiedergefunden, aber er war nie real gewesen. Nicht wie jetzt. Und das Verlangen, das ich verspürte war nicht normal. Es war furchterregend. Zu viel. Zu heftig. Ich war dabei die Kontrolle zu verlieren, mein Körper gehörte nicht länger mir, sondern ihm. Ich konnte seinen Herzschlag wahrnehmen, das Pochen am Ansatz seines Nackens. Gott, sein Duft war wie eine Droge, die meinen gesamten Körper mit Hitze erfüllte.

Und die Vorstellung, wie er mit einer anderen Frau zusammen war? Ein Teil von mir kreischte wild und war außer sich. Ich hatte mich noch nie so gefühlt. Ich wagte nicht mich zu bewegen, fürchtete, dass, sobald ich nur einen Muskel rühren sollte, ich die Beherrschung verlieren und mich auf ihn stürzen würde. Ihn markieren würde. Ich wollte mich an ihm reiben und ihn mit meinem Duft markieren, wie eine verfluchte Katze, die ihr Revier markierte—, denn ich wusste, dass die anderen meinen Geruch an ihm wahrnehmen und wissen würden, dass er mir gehörte. Es war falsch. Schräg.

Und ich wollte es trotzdem.

Gott, vielleicht war ich ja wirklich ein Alien, denn das hier war intuitiv. Instinktiv. Ich fühlte mich wie ein Jäger.

Wir waren nicht länger verdreckt. Die Schmerzen waren auch weg.

“Ich liebe sie als Schwester. Sonst nichts. Aber das ist nichts im Vergleich zu dem, was ich für dich fühle. Ich bin jetzt deine Familie, Danielle, und du bist meine.”

Zittern. Luft weg. Atemnot. Er musste mich anfassen. Dringender, als ich Sauerstoff brauchte. Ich leckte mir die Lippen und war zufrieden, als sein Blick meiner Bewegung folgte und seine Augen vor Lust ganz schwarz wurden.

“Dann beweise es.” Ich glitt durchs Wasser und presste mich an ihn, Brust an Brust und dann fuhr ich meine Finger durch sein Haar, genau, wie ich es ersehnt hatte.

Der erste Kontakt war wie ein Elektroschock und mein Körper knisterte vor lauter Hitze und Verlangen. Diesmal war er derjenige, der erstarrte und mit der Kontrolle rang. Ich schloss meine Augen, presste meine Lippen auf seine und eroberte seinen Mund mit einem Kuss.

Ich stellte mich sanft an. Meine Lippen ließen sich Zeit. Dann zog ich zurück. Es war eine Einladung, der er ganz sicher nicht widerstehen konnte. Ich wollte ihn. Er musste mich anfassen und mir versichern, dass ich nach der mühseligen Suche wirklich zu ihm gehörte. Aber ich hatte keine Erfahrung. Ich wusste nicht wirklich, was ich tun sollte; außer ihn machen zu lassen, was immer er wollte.

Nein. Alles, was er wollte. Alles, was wir beide jetzt brauchten.

Ich beendete den Kuss, schlang die Arme um ihn und hielt ihn fest. So fest wie möglich. Eine Welle der Liebe, der Lust und Sehnsucht überwältigte mich, zusammen mit einer Million anderer Empfindungen, die ich weder verarbeiten geschweige denn benennen konnte. Ich kämpfte mit den Tränen, die sich wie Wände aus Flammen hinter meinen Augen aufbauten und presste meine Lippen an sein Ohr. “Ich brauchte dich, Gage. Bitte. Ich muss dir gehören.”

“Du gehörst mir.” Seine Arme umschlossen mich und lange Minuten hielt er mich einfach nur fest. Wir rangen um unsere Fassung, zitternd und völlig außer Atem. Seine Arme hielten mich wie Stahlträger und nie hatte ich mich sicherer gefühlt, oder enger verbunden mit einem anderen Wesen. War es Liebe? Ich wusste es nicht. Liebe hörte sich im Vergleich zu dem, was ich gerade fühlte, viel zu harmlos an. Das hier war Besessenheit. Hingabe. Krudes Verlangen, das sich wie ein wildes Tier durch meinen Körper schürfte und kratzte und mich von innen aufzureißen drohte.

Er hielt mich fest, bis ich aufgehört hatte zu zittern, bis ich mich in seinen Armen entspannte und mich einfach von ihm halten ließ. Seine Hände wanderten über meinen Rücken, sie zeichneten meine Kurven nach und erkundeten meinen Körper, während ich mich seinen Berührungen hingab.

“Dani, warst du schon mal mit einem Mann zusammen?”

“Nein. Nicht so, wie du meinst.” Zum Glück lag meine Wange auf seiner Schulter und er konnte nicht sehen, wie sehr ich errötete. “In der Schule haben ich mit ein paar Jungs geknutscht, aber ich habe noch nie … du weißt schon.”

“Dann wird es mein erstes Ziel sein, den Geschmack aller anderen Männer von deinen Lippen zu wischen.”

Meine Güte. Das war damals keine große Sache gewesen. Wir hatten noch nicht einmal gefummelt …

Ich hatte meinen Gedanken noch nicht zu Ende gedacht, als Gage auch schon meinen Hinterkopf umfasste und sanft mein Gesicht an seines zog. Seine Hände waren zärtlich, sein Kuss aber war alles andere als das. Seine Lippen eroberten mich und seine Zunge tauchte tief, um mich zu kosten, mich für sich zu beanspruchen. Bis ich alles andere vergaß.

Ich war am Dahinschmelzen. Nur so konnte ich beschreiben, was in meinem Körper vor sich ging. Ich erwiderte den Kuss und ein tiefes, nie gehörtes Stöhnen entwich meiner Kehle. Er aber hörte es und sein Mund wurde immer aggressiver und fordernder und ich gab ihm alles, denn ich wollte kosten und gekostet werden.

Er riss seine Lippen von meinen und hob mich auf den Wannenrand, sodass ich ihm gegenüber saß. Keuchend. Bereit für mehr.

Seine warmen Hände kamen auf meine Knie und schoben sie langsam auseinander. “Mach die Beine breit, Dani. Ich möchte erobern, was mir gehört.”

Ehe mein Verstand sich einschalten und protestieren konnte, waren meine Beine auch schon gespreizt. Sonst war ich nicht so. Ich war keine wilde, ungehemmte Liebhaberin.

Außer, dass ich es doch war.

Mit einem Grinsen, das meine Nippel aufstellte und meine Muschi zum Pochen brachte, legte er eine Hand zwischen meine Brüste und drückte mich langsam nach unten, bis mein Rücken flach auf den glatten Fliesen um die Badewanne herum ruhte. Ich erwartete einen kalten Untergrund, aber er hatte dicke Handtücher ausgebreitet und mir wurde klar, dass er diesen Moment von Anfang an geplant hatte. Er achtete darauf, dass ich es bequem hatte, sogar als er …

“Oh Gott,” entwich es mir, als sein Mund auf meinem Kitzler andockte. Ohne süße Verführung, langsames Vorspiel oder Neckerei. Er saugte mich in den Mund wie ein Lutschbonbon, dann fickte er mich mit der Zunge und sein Stöhnen und das Zittern seiner Hände waren der Beweis, dass er das hier wollte. Dass er mich wollte.

Mit seinem Mund auf meinem Kitzler und seiner Zunge, die meinen empfindlichen Kitzler schnippte, führte er einen Finger tief in meine Muschi ein und füllte mich aus. Ich warf den Kopf auf die Handtücher zurück und drückte unwillkürlich den Rücken durch, dann hob ich die Hüften und vergrub meine Finger in seinen Haaren, während ich insgeheim um mehr flehte.

Er bearbeitete mich wie ein Meister und ich hielt nichts zurück; ich explodierte, meine Muschi ballte sich wie eine Faust um seinen Finger und die Muskelkrämpfe ließen mich erst schluchzen, dann betteln und schließlich kreischen. Es war einfach zu viel. Mein Körper wurde von den Empfindungen überwältigt. Meine Ohren rauschten und hinter meinen Augenlidern sah ich bunte Lichtblitze tanzen.

Als ich nichts mehr zu geben hatte, als ich zitternd und verbraucht dalag und meine Stimme vom vielen Schreien ganz heiser war, schlüpfte schließlich sein Finger aus mir heraus und er küsste ein letztes Mal sanft meinen Kitzler, um danach meinen welken Körper zurück ins Wasser und in seine Arme zu ziehen. Er hielt mich fest umschlungen, als ob ich sonst im Wasser davon trieben würde. Sein Lächeln war voll männlicher Zufriedenheit, seine Augen aber versprühten noch etwas mehr. Etwas Zärtliches und sehr Reales, das ich noch nie gesehen hatte. Ich konnte nicht mehr den Blick von ihm wenden. “Gage,” flüsterte ich.

Mit einem sanften ‘Psst’ senkte er seine Lippen auf meine und das herbe Aroma meiner Erregung auf seiner Zunge machte mich einmal mehr ganz ekstatisch. Das satte, benommene Gefühl verflog und ich hungerte erneut. Ich konnte nicht ausmachen, ob es die Everianerin mir war, die schließlich zum Leben erweckt wurde oder die Jägerin, die dringend ihren Partner brauchte, aber ich musste ihn schmecken. Ich musste ihn erobern, genau wie er mich erobert hatte.

Ich wirbelte ihn in der Wanne herum und er ließ sich wild von mir abküssen. Ich verschlang ihn regelrecht und schob ihn zurück, bis er mit dem Rücken gegen den Wannenrand stieß; genau wie ich zuvor. “Raus, Gage. Ich bin dran.”

Er sagte nichts, aber die Lust in seinen Augen war pure, erregte Männlichkeit und er hob sich auf den Rand der riesigen Badewanne. Er legte sich nicht zurück und ich war froh darüber. Das Wasser, das über seine steinharte Brust und seine definierten Bauchmuskeln rann bewirkte, dass ich der Spur mit der Zunge folgen wollte. Also trat ich näher und tat genau das.

Ich ging auf meine Knie, berührte ihn und küsste ihn noch einmal, ehe ich einem Wassertropfen folgte, der an seinem Hals entlang bis über sein Schlüsselbein perlte. Dann über seine Brust. Dort verweilte ich und probierte seinen harten Nippel. Moschusartiger Männerduft, der Duft meines Mannes, stieg mir zu Kopf und mir wurde ganz schwindelig. Die Sinneseindrücke überwältigten mich. Die mächtigen Sinne der Jägerin.

Ich war im siebten Himmel.

Mein gesamtes Wesen wurde von seiner Essenz erfüllt. Ich sog ihn in meine Lungen. Ich betrachtete jeden Zentimeter von ihm und vergewisserte mich, dass der ReGen-Stab auch keine Prellungen oder Schnitte übersehen hatte. Ich erinnerte mich an eine besonders schwere Verbrennung und ein paar blaue Flecken auf seiner rechten Seite. Meine Hand strich über seinen Körper und mein prüfender Blick inspizierte ihn.

“Ich bin wieder gesund, Liebling.”

“Psst.” Jetzt war ich dran ein Theater zu machen. Mir Sorgen zu machen. Mich zu vergewissern, dass mein Partner gesund und wohlauf war. Dass er mir gehörte. Immer wieder küsste ich die Stelle, wo vorher die Wunde war und vermittelte ihm ohne Worte, wie viel er mir bedeutete. Er stöhnte und seine Hände vergriffen sich in meinen nassen Haaren; nicht, um mich anzufeuern, sondern um uns zu verbinden, um mein Geschenk zu würdigen.

Als ich fertig war, arbeitete ich mich an seinem Bauch hinunter und bewunderte jeden Zentimeter seines festen Körpers. Er war zu schön um wahr zu sein. Definitiv zu schön für mich. Aber ich würde nicht mit dem Schicksal hadern oder Aufseherin Egaras Protokoll infrage stellen, nicht jetzt. Nicht, wenn seine pralle Eichel nur Zentimeter von meinem Mund entfernt war.

Ich leckte den glitzernden Klecks Vorsaft von der Spitze. Der war ebenfalls für mich bestimmt. Er gehörte mir. Alles von ihm.

“Dani.” Mein Name war eine Bitte und ich war mehr als gewillt, meinem Partner genau das zu geben, was er brauchte.

Und genau wie er stellte ich mich nicht zimperlich an. Gierig schluckte ich ihn runter und meine eigene Aggressivität schockierte mich. Sein Ächzen aber, das Buckeln seiner Hüften und die Art, wie seine Finger sich an meinem Haar vergriffen verrieten mir, dass ich ihn jetzt vollständig unter Kontrolle hatte. Er gehörte mir, genau wie in unserem gemeinsamen Traum.

Ich schlang meine Hand um seinen Schaft und bearbeitete ihn mit dem Mund. Mit meinen Lippen. Ich saugte, leckte, kostete ihn. Er war wie Seide über Stahl. Groß. Hart. Einen Augenblick lang dachte ich darüber nach, wie riesig er sich in meinem Arsch anfühlen würde. Wenn er meine Muschi auseinander dehnen würde. Der bloße Gedanke daran ließ meine Muschiwände flattern, meine Brüste waren voll und schwer und meine Atmung beschleunigte sich. Ich war eben erst gekommen und dennoch wollte ich es schon wieder. Ich brauchte mehr.

Gott, er war perfekt. Wild und herb und durch und durch Mann.

Ich nahm ihn tiefer und hob meine freie Hand von seinem Schenkel an seine Eier, dann fing ich an sie zu reiben und an ihnen herumzuspielen. Ich eroberte sie ebenfalls. Sie gehörten mir. Sein Samen gehörte mir. Ich würde sein Kind in meinem Schoß tragen. Er würde mein Ein und Alles sein.

Mein Name platzte von seinen Lippen und seine Hände in meinem Schopf hielten mich fest, als er kommen musste. Sein Samen schmeckte würzig. Anders. Ich schluckte jeden einzelnen Tropfen runter.

Völlig verausgabt schlüpfte er schließlich ins Wasser zurück und zog mich in seine Arme. Lange Zeit hielt er mich einfach nur fest und wir sprachen kein Wort, während seine Atmung sich wieder beruhigte, sein Puls sich entschleunigte. Wir brauchten keine Worte.

Als ich ein faltiges, verschrumpeltes Etwas war, hob er mich schließlich aus der Wanne und trocknete mich ab. Danach nahm er sich selbst ein Handtuch. Und so ging es weiter, als wir uns fürs Bett fertig machten. Er stellte sicher, dass ich mir die Zähne putzte. Dann sah er zu, wie ich mir die Haare kämmte und sie zu einem Zopf flocht. Als ich nach einem Pyjama fragte, runzelte er nur die Stirn. Er erwiderte, wir würden immer Haut an Haut schlafen.

Ich hatte nichts dagegen.

Und als er sich an mich schmiegte, jede harte Linie seines Körpers gegen meinen presste und wir schließlich einschlummerten, sehnte ich mir ausnahmsweise keinen heißen Traum herbei.

Ücretsiz ön izlemeyi tamamladınız.

Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
11 kasım 2025
Hacim:
215 s. 10 illüstrasyon
ISBN:
9783969698525
Yayıncı:
Telif hakkı:
Bookwire
İndirme biçimi:

Benzer kitaplar