Kitabı oku: «Vom Biest gebändigt»
Vom Biest gebändigt
Interstellare Bräute® Programm: Band 8
Grace Goodwin

Inhalt
Willkommensgeschenk!
Interstellare Bräute® Programm
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Willkommensgeschenk!
Interstellare Bräute® Programm
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Über Die Autorin
Vom Biest gebändigt Copyright © 2020 durch Grace Goodwin
Interstellar Brides® ist ein eingetragenes Markenzeichen
von KSA Publishing Consultants Inc.
Alle Rechte vorbehalten. Dieses Buch darf ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis des Autors weder ganz noch teilweise in jedweder Form und durch jedwede Mittel elektronisch, digital oder mechanisch reproduziert oder übermittelt werden, einschließlich durch Fotokopie, Aufzeichnung, Scannen oder über jegliche Form von Datenspeicherungs- und -abrufsystem.
Coverdesign: Copyright 2020 durch Grace Goodwin, Autor
Bildnachweis: Deposit Photos: _italo_, ralwel
Anmerkung des Verlags:
Dieses Buch ist für volljährige Leser geschrieben. Das Buch kann eindeutige sexuelle Inhalte enthalten. In diesem Buch vorkommende sexuelle Aktivitäten sind reine Fantasien, geschrieben für erwachsene Leser, und die Aktivitäten oder Risiken, an denen die fiktiven Figuren im Rahmen der Geschichte teilnehmen, werden vom Autor und vom Verlag weder unterstützt noch ermutigt.
Willkommensgeschenk!
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Interstellare Bräute® Programm
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1

Tiffani Wilson, Abfertigungszentrum für Interstellare Bräute, Erde
Er hob mich hoch und meine vollen Brüste pressten gegen die glatte, kühle Oberfläche der Wand während sein Schwanz von hinten in mich eindrang. Ich spürte seinen massiven Brustkorb an meinem Rücken und war schockiert über seine Größe. Er war über eins achtzig groß und keiner meiner Liebhaber war je imstande gewesen, mich zu dominieren, mich zurechtzuweisen, selbst, als ich noch dünn war. Nie zuvor hatte ich mich dermaßen … klein gefühlt. Nicht auf diese Art und Weise.
Er war enorm und es fühlte sich an, als würde sich ein Riese hinter mir auftürmen. Ich blickte auf den gigantischen Arm und die Hand, die meine Handgelenke über meinem Kopf zusammenpresste. Sein Bizeps hatte locker die Größe meines Oberschenkels und war felsenfest. Genau wie der Schwanz, der mich ausdehnte und bis zur Schmerzgrenze ausfüllte.
“Mir.” Das Wort war ein undeutliches Knurren, meine Pussy aber antwortete darauf, indem sie sich zusammenzog. Es gab keinen Zweifel an seinem Anspruch an mich, nur rohes Verlangen, Lust.
Lust? Niemand hatte je nach mir gelüstet; ich war zu groß, zu üppig, zu viel für die Männer. Aber dieser hier? Er?
Mit einem schnellen Hüftstoß drang er in mich ein, sein fester Körper rammte in mich hinein wie ein Eroberer. Wieder und wieder. Mein gesamter Körper erbebte vor Wucht, meine Finger versuchten, sich an der Wand festzukrallen, vergeblich. Mit seinen Händen an meinen Handgelenken und seinem Schwanz tief in meinem Körper hielt er mich aufrecht. Und ich genoss jede Sekunde davon, mein Verstand war vor lauter Lust und Bedürftigkeit wie vernebelt, vor Hingabe. Ich würde mich ihm ausliefern. Er würde nicht von mir ablassen, bis ich es tat.
Ja. Ich gehörte ihm. Irgendwie wusste ich einfach, dass er mir gehörte. Ich wusste noch nicht einmal, wie er aussah und es kümmerte mich nicht, nicht mit seinen Händen auf meinem Körper und seiner harten Länge zwischen meinen Beinen.
“Halt still.” Der Befehl glich einem tiefen Grollen und ich blickte nach oben, als er meine Handgelenke losließ. Wieso hatte ich es nicht mitbekommen, wie er mir ein paar eigenartige Metallarmbänder angelegt hatte? Sie waren etwa zehn Zentimeter breit und mit einem auffälligen Muster aus Gold, Silber und Platinum verziert, das mein Verstand aber nicht richtig erfassen konnte. Sein Schwanz nahm meinen Geist voll und ganz in Besitz.
Mit jedem seiner Hüftstöße musste ich keuchen, als würde seine harte Länge die Luft aus meinen Lungen herauspressen.
Ich wollte meine Hände anheben, meine Position wechseln, aber sie waren fest mit einem Ring an der Wand fixiert. Als mir bewusst wurde, dass alle Bemühungen vergebens waren, zerrte ich erneut an dem Ring und die Gewissheit, dass ich mich nicht rühren konnte, machte mich nur noch heißer. Ein vollkommen unbekanntes Geräusch entwich meinen Lippen. Meinem Partner schien meine Unterwürfigkeit zu gefallen, denn er knurrte erwidernd und senkte seine Lippen an meinen Nacken und meine Schulter, während er weiter immer wieder in mich hineinstieß, und zwar schnell genug um mich anzuheizen, aber ohne mir dabei die ersehnte Erleichterung zu gewähren.
“Bitte.” War ich wirklich dabei, ihn anzubetteln? Himmel, das tat ich und ich wollte das Wort so lange hervorträllern, bis er mir gewähren würde, wonach ich mich sehnte.
Als Antwort darauf schlang der Mann hinter mir, mein Partner, seine Hände um meine Schenkel und spreizte mich weiter auseinander, er hob mich hoch, bis meine Stirn gegen die Wand presste und er fickte mich mit einem harten, hämmernden Takt, der mich höher und höher und immer näher an die Schwelle brachte.
Feuchte Fickgeräusche und das laute Klatschen von Fleisch, das auf Fleisch prallte erfüllten den Raum und hinter mir hörte ich, wie er keuchend nach Luft rang.
Nie hatte man mich so festgehalten, mit gespreizten Beinen und entblößter Pussy war ich ihm komplett ausgeliefert. Die Gewissheit, dass mir nichts anderes übrig blieb, als mich zu unterwerfen, zu akzeptieren, was er mir gab, machte mich dermaßen heiß, so verdammt geil, dass ich ihn anbettelte. Ich bettelte darum, dass er mich anfassen würde. Mich beißen würde. Irgendetwas, dass mich über die Schwelle katapultieren und mich kommen lassen würde.
Ich hatte keine Ahnung, wo ich mich befand oder wer er eigentlich war, aber das kümmerte mich nicht. Er gehörte mir. Mein Körper kannte und akzeptierte diese Wahrheit und als er eine Hand anhob und meine volle Brust knetete, konnte ich nichts dagegenhalten. Das wollte ich auch nicht.
“Mehr.” Ich-sie-dieser Körper flehte darum, mich härter und schneller zu ficken. Ich wollte und musste ein bisschen mehr Schmerz spüren, etwas mehr Intensität, um mich zu brechen und kreuz und quer auf seinem Schwanz kommen zu lassen. Es war ein düsteres Verlangen in mir, etwas, dass ich bisher mit niemanden geteilt hatte, aber irgendwie wusste er es.
“Nein.” Seine tiefe Stimme klang mehr wie die eines Tieres und wenn ich es wagen würde, wenn ich mich umdrehen würde, dann würde ich keinen Menschen hinter mir erblicken, sondern etwas Anderes, etwas … Größeres. Die Vorstellung ließ mich vor Hitze erbeben und ich ballte die Hände zu Fäusten, um mich an der Wand abzudrücken und mich tiefer auf seinen Schwanz zu setzen, damit er mich noch härter fickte. Ich wollte mehr. Ich wollte alles.
“Mehr. Bitte.” Ich erkannte meine Stimme nicht, aber das war mir egal. Ich klang verzweifelt und geil und genau so fühlte ich mich.
Daraufhin stieß er hart und tief in mich hinein, er traf meine Gebärmutter und ein kurzer Schmerz fuhr durch mich hindurch. Mit einem Schaudern warf ich den Kopf nach hinten auf seine Schulter und wickelte meine Unterschenkel so gut ich konnte um seine Beine, um ihn tief in mir drin zu behalten, genau da, wo ich ihn brauchte.
Da meine Beine jetzt um ihn geschlungen waren, ließ er meine Schenkel los und packte stattdessen meine Brüste. Mit jedem Hüftstoß verlagerte er ein winziges Bisschen seine Stellung, aber der leichte Positionswechsel bewirkte, dass sein Schwanz tiefer in mich eindrang, immer wieder. Er zwang mich dazu, still zu halten und ihn zu reiten, während er meine Nippel zu harten Spitzen bearbeitete und ich winselte. Meine Pussy zog sich zusammen, dann ließ sie seine harte Länge los und ich versuchte mit den Hüften zu wackeln, damit er schneller machte.
“Mir.”
Heilige Scheiße. Er ließ sich von nichts ablenken! Sollte ich ihm etwa nachsprechen? Es ihm bestätigen?
“Mir.” Warum wiederholte er das immer wieder?
Mein Körper schien die Antwort zu kennen, zu verstehen, was genau er von mir wollte. “Ja. Ja. Ja.”
Mit jedem Wort fickte er mich heftiger, als ob meine Einwilligung dafür sorgte, dass er die Beherrschung verlor.
Als er eine Hand auf meinen Kitzler legte, schrie ich fast vor Verlangen, aber er hielt mich einfach nur dort fest, kein Streicheln, kein Reiben.
Meine Handfesseln rasselten, als ich mich an ihnen hochziehen und meine Hüften nach vorne schieben wollte, damit er mich so anfasste, wie ich es brauchte.
Sein Schmunzeln war so tief gehend und mir wurde klar, dass ich gerade etwas dermaßen Großes und Mächtiges spürte, etwas dermaßen Enormes, dass ich mir im Vergleich dazu wahrlich klein vorkam. Und ich wusste, dass er mich neckte, dass er mich weiter betteln hören wollte.
“Bitte.”
Eine Hand verweilte auf meinem Kitzler und seine andere Hand wanderte in mein Haar, wo sie sich verhedderte und er meinen Kopf nach hinten zog, bis sich mein Hals wie eine köstliche Opfergabe nach hinten krümmte. “Liebling.”
Seine Lippen strichen über mein Ohr und das sinnliche Versprechen dieses einen Wortes ließ mich zusammenzucken. Ja. Ich wollte ihn. Er gehörte mir. Für immer. Ich leckte mir die Lippen, ich war endlich bereit, die Worte zu sprechen, die ihn um seine eiserne Beherrschung bringen würden. “Fick mich, Liebling. Mach mich zu deiner Braut.”
Ein Schauer lief ihm über Arme und Brust. Sein gesamter Körper bebte, als er die Kontrolle verlor. Er hielt mich an den Haaren fest und seine heftigen Stöße lösten meinen Griff um seine Beine, wie eine Maschine schob er sich immer wieder in mich hinein, hart, schnell, erbarmungslos.
Dann zog er sich fast vollständig aus mir heraus und die Schwerkraft tat ihr übriges, durch mein Körpergewicht wurde ich wieder und wieder von seinem Schwanz aufgespießt, es war eine rasante Inbesitznahme, die mir ein Wimmern aus der Kehle zwang.
Auf dieses Zeichen der Kapitulation musste er gewartet haben, denn er begann, meinen Kitzler zu reiben, und zwar ein wenig derbe, genau so, wie ich es mochte.
Mit zurückgehaltenem Kopf ließ ich mich mehr und mehr gehen, ich ritt eine Empfindung nach der anderen, während er mich wie sein Ein und Alles durchfickte, als würde er nie genug von mir bekommen. Als müsste er sterben, sollte er mich nicht mit seinem Samen füllen und für immer erobern können.
Ich fühlte mich mächtig und feminin. Schön. Und ich hatte mich nie schön gefühlt. Der Gedanke lenkte mich ab, bis er von meinem Haar abließ und mir mit der freien Hand einen stechenden Klatscher auf den nackten Arsch verpasste.
Ich erschrak und meine Pussywände verkrampften sich um seinen Schwanz herum. Ich ächzte. Er stöhnte.
Erneut schlug er mich und irgendwie wusste er, dass ich es rabiat mochte, dass mir das schrille Stechen des Schmerzes gefiel.
Klatsch!
Rein. Raus.
Klatsch!
Klatsch!
Er versohlte mir den Hintern, bis die Hitze sich wie ein Lauffeuer in meinem Körper ausbreitete und mich von innen nach außen konsumierte.
Als ich kaum noch denken, kaum noch atmen konnte, hielt er inne. Langsam, so langsam, dass es sich wie eine Ewigkeit anfühlte, zog er aus meiner dick geschwollenen Pussy heraus, dann stieß er noch einmal in mich hinein. Ich saß auf seinem Schoß und er bedeckte meinen Rücken mit seinem schweißverklebten Torso, er nahm mich gefangen, seine Arme waren um meine Hüften geschlungen und seine eifrigen Hände spielten mit meiner Pussy.
“Komm jetzt.”
Sachte strich er mit den Fingern an meinem Kitzler hoch und runter, jedes zarte Streichen ließ meine Nerven fast explodieren und er spreizte meine Schamlippen mit je zwei Fingern weit auseinander und hielt mich geöffnet, um mit den restlichen Fingern an meinem Kitzler zu schnippen und zu reiben. Er war so grob und jetzt war er so sanft zu mir. Er hatte beides drauf. Er konnte alles sein.
Als mein Orgasmus mich überrollte, verlor ich den Kontakt zur Realität. Aus der Ferne hörte ich das Kreischen einer Frau, ich wusste, dass ich es war, aber ich schwebte in einem Sturm der Gefühle, der von meinem Partner zusammengehalten wurde. Er hielt mich fest, damit ich nicht herunterfiel, er bot mir Schutz, während ich nahm und nahm und nahm.
Mein Körper pulsierte vor Wonne und einen Moment lang wurde mir schwindelig, ich war wie benommen. Ich schloss meine Augen und nahm einen ruckartigen Atemzug, während die Zuckungen schließlich nachließen und meine verkrampften Muskeln sich entspannten. Und plötzlich wurde mir kalt, ich vermisste die Wärme meines Partners an meiner Rückseite.
Panisch und verunsichert öffnete ich die Augen, die grellen Lichter einer medizinischen Einrichtung ließen mich ein paar Mal blinzeln. Neben dem eigenartigen Bett, auf dem ich zu liegen schien, wachte eine Frau, die mich mit besorgter Miene anstarrte. Ich wollte mir die Augen reiben, stellte aber fest, dass das nicht möglich war, denn meine Handgelenke waren an einer Art überdimensionalem Zahnarztstuhl fixiert.
Als ich an mir herabblickte, fiel mir alles wieder ein. Ich trug einen grauen, am Rücken geöffneten Krankenhauskittel. Darunter war ich nackt, mein jetzt klatschnasser Arsch und meine glitschigen Oberschenkel waren der Beweis für meine offensichtliche Erregung. Ich befand mich im Zentrum für Alien-Bräute in Miami. Erst gestern war ich, nachdem ich meinem Chef in dem Restaurant in Milwaukee erklärt hatte, dass er sich am Arsch lecken könne und nachdem ich inmitten meiner Schicht abgehauen war, hierher geflogen. Wie verdammt gut sich das angefühlt hatte.
Das verdammte Flugticket hatte mich mein gesamtes Erspartes gekostet, aber das wir vollkommen egal. Ich brauchte eine Veränderung. Eine gigantische Veränderung. Und ich würde nicht zurückgehen.
“Miss Wilson, geht es ihnen gut?” Die Frau trug eine dunkelgraue Uniform mit einem eigenartigen, lilafarbenen Abzeichen über der linken Brust. Jetzt erinnerte ich mich an sie, es war die Aufseherin Egara. Sie war ziemlich freundlich gewesen und durch und durch professionell, was ich sehr schätzte. Meistens waren die Leute wegen meiner Größe überrascht, selbst beim Arztbesuch.
Die Aufseherin war schlank und gutaussehend, also alles, was ich nie von mir hätte behaupten können. Wahrscheinlich standen die Männer Schlange, um ein Date mit ihr zu ergattern, um sie auszuziehen und sie auf ihren Schwänzen reitend kommen zu lassen.
Und ich? Männer baten mich, auf ihre Hunde aufzupassen oder ihnen Kaffee zu bringen. Der Orgasmus von eben? Seit dem Ende meiner Schulzeit war es das erste Mal, dass ich es von einem Mann besorgt bekommen hatte. Hin und wieder hatte ich zwar den einen oder anderen Liebhaber gehabt, aber keiner von ihnen war stark genug gewesen, um mich hoch zu heben und von hinten auszufüllen. Keiner von ihnen wusste, wie er mich richtig anzufassen hatte, wie er mich an die Schwelle brachte, mich neckte und anschließend eroberte.
Mein Blick war verschwommen und ich konnte mich nicht davon abhalten, in der Erinnerung des Traumes zu schwelgen, ich musste an den riesigen Schwanz denken, der mich ausfüllte bis es leicht weh tat, ich musste an diese riesigen Hände zurückdenken, unter denen ich mich begehrenswert und klein fühlte. Ich fühlte mich wie … sie. Mein anderes Ich, das nicht wirklich existierte, das nur in meiner Fantasiewelt lebte. Genau wie er.
“Miss Wilson?” Die Aufseherin blickte auf mich herab und musterte mich gründlich, was mir in diesem Moment äußerst unangenehm war, denn mein nackter Arsch war vollkommen nass vor Erregung als ich auf dem Stuhl herumrutschte.
“Mir geht’s bestens.” Ich wollte den Kittel, der jetzt meine halben Oberschenkel entblößte zurechtziehen, aber die Handgelenksfesseln stoppten mich abrupt. Verdammt.
“Sind sie sicher? Der Auswahlprozess kann recht … intensiv sein.”
So also bezeichnete man sinnesbetäubende Orgasmen heute? Intensiv? Zum Teufel, ja, es war intensiv. Ich hätte dann bitte mehr davon.
Sie wirkte verständnisvoll und ich wollte ihr alles erzählen. Verdammt, ich wollte ihr eine dringende Frage stellen, die ich mich vorher nicht zu fragen getraut hatte. Aber mir fehlte der Mut dazu. Die Antwort machte mir Angst. Stattdessen lächelte ich aufgesetzt. “Ja. Mir geht’s gut.”
“Ausgezeichnet.” Sie lächelte und nickte, scheinbar überzeugte sie mein halbherziges Lächeln davon, dass ich nicht durchdrehen oder einen Nervenzusammenbruch erleiden würde. Offensichtlich musste sie nie während einer geschäftigen Abendschicht mit kotzenden Gören und besoffenen Vollidioten kellnern. Ich konnte mit sehr viel mehr Stress als dem hier klarkommen. Und der stressige Orgasmus? Nun, das war absolut kein Stress. Es war … überwältigend.
Ich versuchte mich zu entspannen und lehnte mich in den Stuhl zurück. Ich zählte, während ich Luft in meine Lungen sog. Vier ein, vier aus. Das war meine Methode, um einen klaren Kopf zu bewahren.
Der Raum war weiß und steril, wie in einer Klinik und ich kam mir vor als befände ich mich in einer Notaufnahme, nicht in einem Abfertigungszentrum für Bräute, aber wenn man dabei war, sich für ein Leben als Braut eines Aliens zu entscheiden, liefen die Dinge wohl ein bisschen anders.
Ihre Finger glitten rasant schnell über ein kleines Tablet, ich konnte ihr nicht folgen und ehrlich gesagt kümmerte es mich nicht, womit sie gerade beschäftigt war, solange diese blöde Verpartnerung funktionieren würde. Und wie mir klar wurde, wusste ich nicht, ob sie funktioniert hatte.
“Hat es funktioniert? Habe ich einen Partner?” Ich schwöre, als ich auf ihre Antwort wartete, hörte mein Herz einen Moment lang auf, zu schlagen.
“Oh ja. Natürlich.”
Ich zuckte zusammen und musste lauthals seufzen, selbst in meinen Ohren klang es laut und in einer mitfühlenden Geste legte sie ihre Hand auf meine Schulter. “Entschuldigen sie, mir war nicht klar, dass sie sich darum Sorgen gemacht haben. Sie wurden dem Planeten Atlan zugeteilt.”
Über Atlan wusste ich absolut nichts, aber das hinderte das Fünkchen Hoffnung in meiner Brust nicht daran, sich wie ein Lauffeuer auszubreiten. Ich wurde tatsächlich jemandem zugeteilt. Heilige Scheiße. “Und mit dieser Verpartnerung … sind sie sicher, dass der Alien mich als seine Partnerin haben will? Sind sie sicher, dass das Ganze auch funktioniert?”
“Allerdings!” Sie tätschelte noch einmal meine Schulter und wandte sich dann wieder ihrem Tablet zu.
“Selbst für Mädels wie mich?” Scheiße. Bevor ich mich versah, rutschte meine tiefste Angst über meine Lippen. Ich kniff meinen Mund zusammen und hoffte, nicht anderes würde meinen Lippen entweichen.
Das ließ sie aufhorchen und sie blickte mich erneut an. “Was meinen sie, Mädels wie sie? Sind sie verheiratet? Denn sie wurden bereits gebeten, diese Frage unter Eid zu beantworten. Wenn sie gelogen haben, können wir sie nicht abfertigen.”
Verheiratet? Als ob.
Ich seufzte. Mensch! Musste ich es ihr denn extra vorkauen? Mit ihrer Kleidergröße sechsunddreißig und ihrem C-Körbchen musste sie sich wohl noch nie Sorgen machen, dass man sie attraktiv finden würde. Ich musterte ihre besorgten, grauen Augen und beschloss, dass ich es ihr sehr wohl verklickern musste. Zum Teufel. Ich atmete tief durch, nahm meinen ganzen Mut zusammen und spuckte die Worte so schnell wie möglich aus: “Mädels wie ich. Größere Mädels.”
Als wäre sie überrascht, zog sie die Augenbrauen nach oben, ihr Blick wanderte kurz und prüfend über meinen Übergrößen-Körper, bevor sie sich wieder meinem Gesicht zuwandte. Ihr Grinsen war eines der besten Dinge, dass ich je erlebt hatte. “Liebes, machen sie sich keine Sorgen, dass sie zu klein für einen Atlanischen Kriegsfürsten sein könnten. Für einen Atlanischen Kriegsfürsten könnten sie ein wenig zu klein erscheinen, aber sie sind seine auserwählte Partnerin. Sie werden perfekt füreinander sein.”
“Zu klein?” Machte sie sich etwa lustig über mich? Seit ich zehn Jahre alt war, konnte ich nur noch in der Übergrößenabteilung passende Kleider finden.
“Die Frauen auf Atlan sind mindestens einen Kopf größer als die Durchschnittsfrau auf der Erde und die Atlanen brauchen eine Frau, die stark genug ist, um sie zu bändigen.”
“Was meinen sie mit ‘bändigen’?”
“Sie sind nicht menschlich, Tiffani. Atlanische Krieger haben eine Bestie in sich stecken. Wenn sie kämpfen oder ficken wollen, dann kommt ihre Bestie zum Vorschein. Stellen sie sich einen Planeten vor, auf dem alle Männer wie Hulk aussehen. Sie sind in der Tat etwas kleiner als die einheimischen Frauen, aber Stärke ist sowohl mental als auch physisch. Sie werden perfekt zu ihm passen.”
Ich erinnerte mich an die riesige Hand, die meine Handgelenke umfasste, den riesigen Schwanz, der mich dehnte, die massive Brust an meinem Rücken …
Ich erschauderte vor Vorfreude. Ja. Ich wollte das nochmal spüren. Wenn es so mit einem Atlanen lief, dann war ich hin und weg. Absolut. “Okay. Ich bin bereit.”
Daraufhin kicherte sie. “Nicht so schnell. Als Erstes müssen wir einige wichtige Protokollfragen durchgehen. Für die Akten, geben sie bitte ihren Namen an.”
“Tiffani Wilson.”
Sie nickte. “Sind sie momentan verheiratet oder waren sie es zu irgendeinem Zeitpunkt?”
“Nein.”
“Haben sie biologische Kinder?”
“Nein.”
Ihre Finger bewegten sich rasant, ihre Stimme klang monoton und maschinenmäßig, als hätte sie exakt dieselben Worte hunderte Male wiederholt. “Als Braut werden sie nie mehr zur Erde zurückkehren, denn sie wurden dem Planeten Atlan zugeteilt und alle zukünftigen Reisen unterliegen den Gesetzen und Bräuchen ihres neuen Planeten. Sie werden die Erdenbürgerschaft aufgeben und offizielle Bürgerin ihres neuen Heimatplaneten werden.”
Heilige Scheiße. Ihre Worte waren wie ein Eimer kaltes Wasser und die Enormität meiner Entscheidung wurde mir schließlich bewusst. Ich würde keine Bürgerin der Erde mehr sein? Wie war das überhaupt möglich?
Die nackte Panik kroch mit eisigen Fingerspitzen an meiner Wirbelsäule entlang, während sich die Wand zu meiner Linken öffnete und den Blick auf ein kleines, hellblau beleuchtetes Kämmerchen freigab.
“Ähm …”
“Ihr Brautgeld soll an die humanitäre Gesellschaft von Milwaukee, Wisconsin gespendet werden, ist das korrekt?” wollte sie wissen, als könnte sie meine wachsende Besorgnis nicht wahrnehmen. Ich würde nicht länger Bürgerin der Erde sein? Ich wollte zwar einen Partner, aber vielleicht war ich doch zu weit gegangen.
“Miss Wilson?”
“Ja, spenden sie das Brautgeld.” Da ich nicht länger Bürgerin der Erde sein würde, könnte ich mit dem Geld sowie nichts anfangen und ich hatte niemanden, an den ich es weiterreichen könnte. Letztes Jahr war Sofie, meine fünfzehn Jahre alte Calico-Katze an Leukämie gestorben. Meine Eltern waren beide tot, meine Cousins lebten in Kalifornien, am anderen Ende des Landes und wir standen uns bei Weitem nicht nahe. Ich war allein auf der Welt und hatte nichts zu verlieren.
Mein Stuhl fuhr zur Seite und ein großer, metallischer Arm mit einer gigantischen Nadel kam aus der Wand heraus auf mich zu. Ich lehnte mich zur Seite und versuchte, der Nadel aus dem Weg zu gehen.
“Keine Angst, Tiffani. Damit wird ihnen die NPU eingepflanzt.”
“Was zur Hölle ist das?” Beklommen beäugte ich die Nadelspitze.
“Die neurale Verarbeitungseinheit. Sie wird ihnen helfen, die Sprache auf Atlan zu erlernen und zu verstehen.”
Okay. Ich hielt still und presste meine Hände zusammen, bis meine Knöchel weiß wurden. So so, ein universelles Dolmetscherding wie in Star Trek? Meinetwegen.
Die Nadel stach ein, genau hinter meiner Schläfe und etwas tiefer, ich versuchte, den Schmerz zu ignorieren, während das Gerät zügig herauszog, nach links rotierte und auf der anderen Seite den Vorgang wiederholte.
Als der Metallarm wieder in der Wand verschwand, schnappte mein Stuhl vorwärts und ich wurde in einen warmen Pool mit klarem, blauem Wasser abgesenkt.
“Ihre Abfertigung erfolgt in drei, zwei …”
Ich machte die Augen zu. Mein Herz hämmerte wie wild vor lauter Adrenalin und ich wartete darauf, dass sie ‘eins’ sagte. Ich wartete und wartete.
Sie seufzte. “Nicht schon wieder.”
Mein Stuhl stoppte und als ich die Augen öffnete, erblickte ich die Aufseherin, wie sie die Stirn runzelte. Sie eilte zu einem Steuerpanel an der Wand des Untersuchungsraums und ich blickte ihr nach.
Verängstigt und verwirrt machte ich große Augen. “Was ist los?”
Sie blickte kurz zu mir, dann wandte sie ihren Blick von meinen Augen ab. “Es gibt ein Problem mit dem Transportzentrum auf Atlan. Es tut mir leid. Das ist bisher nur einmal vorgekommen.”
Toll. Sie wollten mich nicht. Ich wusste es, tief in meinem Inneren spürte ich es. Mein Herz in meiner Brust zersplitterte, all die Hoffnung, die ich zuletzt investiert hatte, die Hoffnung auf einen Mann, der mich tatsächlich wollte, der mich hübsch und begehrenswert und sexy fand? Weg war sie und die Überreste waren wie ritzende Scherben in meinen Eingeweiden; jetzt fühlte ich mich noch beschissener, weil ich es gewagt hatte, von etwas Besserem zu träumen. “Na schön. Holen sie mich aus diesem Stuhl raus, damit ich nach Hause gehen kann.”
Sie schüttelte nur mit dem Kopf und ignorierte mich, als sie zu jemanden auf dem Bildschirm sprach, jemanden, den ich nicht sehen konnte. Aber ich konnte die Stimme hören. Es war eine Frauenstimme, aber ich konnte nicht ausmachen, was sie sagte, ich hörte nur Aufseherin Egara sprechen.
“Sarah, was ist los?” Sie hielt inne und lauschte. “Was? Das kann nicht sein.” Wieder wurde sie still. “Ich verstehe. Was soll ich laut Kriegsfürst Dax nun tun?” In ihrer Stimme vernahm ich steigende Nervosität. “Nein, er hat schon eine Partnerin und sie ist ein Mensch. Sie sitzt bereits im Stuhl und wartet auf ihre Abfertigung.” Es folgte eine lange Pause. “Das kann ich nicht. Die Transportationsgenehmigung ist automatisch deaktiviert worden. Ich werde eine neue Genehmigung brauchen.” Sie seufzte. “Okay. Gib mir fünf Minuten.”
Die Aufseherin verabschiedete sich und kam mit eng zusammengezogenen Augenbrauen auf mich zu gelaufen, ihre Lippen bildeten eine schmale Linie. Ihre Schultern waren verkrampft und ihre Schritte waren klein und abgehackt, als wären ihre Muskeln dermaßen verspannt, dass sie sich kaum noch rühren konnte.
“Was ist los? Sagen sie mir, was hier los ist.” Ich zerrte an den Fesseln und die Aufseherin erhob die Hand zu einer Geste, die mich wohl beruhigen sollte.
“Ihr Partner, Kommandant Deek, ist dem Paarungsfieber erlegen.”
Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich ging davon aus, dass er es sich anders überlegt hatte. Aber Paarungsfieber? “Was soll das heißen?”
Sie seufzte und ließ ihre Hand wieder fallen. “Atlanische Krieger sind sehr groß; die größten, mächtigsten Krieger der gesamten Koalitionsflotte.”
Bei ihren Worten zog sich meine Pussy zusammen. Oh ja, verdammt, ich wusste genau, wie groß sie waren. “Und?”
“Also, wie ich ihnen bereits erklärt habe, können sie auch einen Zustand einnehmen, der als Bestienmodus bezeichnet wird, auf dem Schlachtfeld werden sie größer und stärker, oder wenn sie …”
“Ficken?” Das tiefe, rollende Knurren in meinem Ohr, die einsilbige Unterhaltung aus meinem Abfertigungstraum ergab jetzt mehr und mehr Sinn. Bestienmodus. Verdammt, das hörte sich scharf an. “Und? Wenn er sich aufregt, dann wird er wie Hulk. Ich verstehe. Das haben sie mir schon mitgeteilt. Wo also liegt das Problem?”
“Wenn sie zu lange warten, eine Partnerin für sich zu beanspruchen, dann verlieren sie die Kontrolle über ihre Bestie. Sie verwandeln sich und können sich nicht mehr zurückhalten. Bekanntermaßen haben sie dann schon ihre eigenen Freunde und Verbündete umgebracht, Männer, mit denen sie jahrelang Seite an Seite gekämpft hatten. Wenn es einmal so weit ist, kann sie niemand anderes mehr retten. Nur eine einzige Person im Universum können sie dann noch wiedererkennen, auf sie reagieren.”
Ich wartete und bekam kaum noch Luft, als sie ihre Ausführung beendete.
“Ihre Partnerin.”
Ich entspannte mich, die Nervosität schwand aus meinen Schultern. “Okay. Großartig. Senden sie mich zu ihm. So verlangt es das Protokoll, richtig? Wenn er nur seine Partnerin wiedererkennt, dann wird er Bescheid wissen und seine Bestie wieder unter Kontrolle bekommen.”
Sie schüttelte den Kopf. “So einfach ist das nicht. Atlanen werden über spezielle, neurologisch bindende Partnerschaftshandschellen mit ihren Partnerinnen verbunden.”
Ich dachte an die schmucken Goldarmbänder an meinen Handgelenken, an die eigenartigen Muster. “Also brauche ich ein Paar Handschellen, um ihm zu helfen?”
“Sie müssen bereits eine Beziehung führen, bereits zu seiner Partnerin gemacht worden sein, um seine Bestie bändigen zu können. Ich fürchte, er ist verloren.”
“Verloren? Können sie ihn nicht finden?”
“Nein, die Bestie hat ihn übernommen. Tiffani, es tut mir leid, aber er ist nicht mehr zu retten.”
Nicht mehr zu retten? Der einzige Mann im Universum, der angeblich perfekt zu mir passte, der mich begehren und lieben und akzeptieren würde, war nicht mehr zu retten? “Was passiert dann mit ihm?”
Schließlich blickte sie mir in die Augen und ich wünschte mir, sie hätte es nicht getan. Alles, was ich darin sah, war ein abgrundtiefer, dunkler Brunnen aus Mitleid und Schmerz. “Meine Kontaktperson auf Atlan, eine Braut, die vor nicht allzu langer Zeit dorthin entsendet wurde, sagt, dass er hingerichtet werden soll.”
2

Kommandant Deek, Planet Atlan, Bundar-Sicherheitsverwahrung, Block 4, Zelle 11
Schweißgebadet schreckte ich aus dem Schlaf auf. Meine Pritsche war im Bestienmodus zu klein für meine Statur und ich legte mich auf die Seite. Drei Tage. Seit drei Tagen befand ich mich in der Hölle. Als ich Zeuge wurde, wie Dax vom Fieber überkommen wurde, hatte es sich über zwei Wochen hinweg langsam aufgebaut. Aber das war mitten im Kampf und seine Wutanfälle wurde zuerst als kämpferische Adrenalinstöße gedeutet. Was verständlich war, wenn man bedachte, was der Kriegsfürst alles mitgemacht hatte.
Bei den meisten Atlan-Kriegern machte sich das Fieber nach und nach bemerkbar, was ihnen genug Zeit ließ, sich eine Partnerin zu suchen, bevor die Bestie sie überwältigte. Aber allem Anschein nach war ich kein normaler Atlanischer Krieger, denn innerhalb eines Tages war ich vom Kommandanten zu einem Dasein als Bestie verdammt worden.
Ich hatte auf unserem Schlachtschiff, der Brekk gewütet und vier Krieger waren nötig gewesen, um mich festzunageln. Kriegsfürst Engel, auf Stippvisite von Atlan und ohne Zweifel darauf bedacht, mir das Anliegen seiner unverpartnerten Tochter noch einmal vorzutragen, war gerade anwesend, als ich die Kontrolle verlor, er war dabei, als ich während eines Wutanfalls einen jungen Prillon-Krieger attackierte. Ich konnte mich an diesen Zwischenfall nicht erinnern, denn das Fieber war einfach zu mächtig gewesen, aber ich hatte das Raumschiff ins Chaos gestürzt. Ein geplanter Angriff auf einen nahen Außenposten der Hive musste verschoben werden und unser Fortschritt im Sektor gegen den Feind wurde zunichtegemacht. Auf der Krankenstation wurde ich mit Bestienmodus dritter Phase diagnostiziert. Das war die letzte Phase des Verfalls eines Kriegers. In diesem Stadium würde mein Verstand weniger und weniger die Oberhand behalten, bis ich vollends zur Bestie heranreifen und nie mehr normal werden würde.
Es gab kein Heilmittel außer einer Partnerschaft. Ich würde meine Partnerin im Bestienmodus ficken müssen, tief in ihrem Inneren kommen, sie markieren, erobern und für mich beanspruchen müssen. Sex im Bestienmodus war nicht das Problem. Ich konnte sie in mir spüren, ihre Wut wurde immer erbitterter und sie suchte einen Weg, um sich abreagieren zu können. Aber ich hatte keine Hive-Soldaten vor mir, die ich töten konnte und ich hatte auch keine Partnerin.
Nichts davon. Ich war eine ernsthafte Bedrohung und wenn ich es nicht schaffen sollte, eine Partnerin zu finden, dann würde mein Fieber nie mehr nachlassen. Als ich in der kühlen Zelle lag, ohne mörderische Schlacht oder eine Frau an meiner Seite, die die Bestie provozierte, wütete das Monster in mir. Meine Haut war schweißgebadet, meine Kleider durchnässt. Normale Fesseln konnten nichts gegen mich ausrichten. In den ersten fünf Minuten meiner Gefangenschaft hatte ich sie aus der Wand gerissen. Nur das Gravitationsfeld war ausreichend stark, um die Bestie unter Kontrolle zu halten und jede Wand meiner Zelle war mit diesem mächtigen Energiefeld versehen, vom Boden bis zur Decke. Die Vorderseite der Zelle schien aus nichts als dünner Luft zu bestehen, aber ich wusste es besser, denn in der vergangenen Nacht hatte ich mich im Bestienmodus wieder und wieder gegen die unsichtbare Gravitationswand geschleudert. Meine Kraft kam nicht gegen die Mauer an. Meine Bestie hatte es immer wieder versucht und war daran gescheitert.
Und so war ich unmittelbar nach meiner Rückkehr auf meinen Heimatplaneten Atlan zur Hinrichtung verurteilt worden. Dax hatte mich besucht und mir mit der Hoffnung, das Fieber würde nachlassen oder eine Partnerin würde auftauchen, eine viertägige Gnadenfrist angeboten.
So wie ich mich fühlte—ich war ständig am Abgrund, die Bestie in mir war bereit, alles und jeden anzugeifen, was in ihre Nähe kam—, wusste ich, dass das Fieber nicht einfach vorübergehen würde. Ich musste gezwungenermaßen ficken. Aber die Frau, die gerade vor mir stand, machte mich nicht sexhungrig, sondern wütend.
Ich knurrte und mein gesamter Körper vibrierte, schließlich war alles vergebens. Wie konnte es nur soweit kommen? Sicher, in meinem Alter stellte sich normalerweise das Fieber ein, aber doch nicht so! Es gab keine Hinweise, keine Belege dafür, dass die Männer in meiner Familie dermaßen die Kontrolle verloren hatten.
Mein Vater war in den Hive-Kriegen umgekommen, als ich noch ein Junge war, aber er hatte jahrelang gekämpft und war ehrwürdig aus dem Leben geschieden. Mein Großvater hatte fast ein Jahrzehnt lang gekämpft und kehrte nach Hause zurück, er nahm sich eine Braut und diente anschließend auf der anderen Seite des Planeten als Berater für hohe Regierungsmitglieder. Keiner meiner Cousins war je dem Fieber erlegen. Die Tatsache, dass mir das passieren musste, war ein Schandfleck für unseren Familiennamen.
Und ich verstand immer noch nicht, was mit mir los war.
Die fast unkontrollierbare Wut überkam mich unerwartet und mit derartiger Wucht, dass ich an nichts anderes mehr denken konnte und nur noch damit beschäftigt war, die Bestie im Zaum zu halten. Ich konnte nicht mehr klar denken, ich konnte nicht mehr zusammenhängend oder vernünftig sprechen, um mich nach meinem Angriff auf den Prillon-Krieger gegen die Todesstrafe zu verteidigen. Die Bestie in mir, die mein gesamtes Leben lang rastlos und nervös in meinem Inneren ruhte, war jetzt wild und untröstlich geworden.
Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich die Kontrolle verloren. Und dieses Gefühl mochte ich überhaupt nicht.
Eine Partnerin war meine allerletzte Hoffnung. Irgendwie aber beeindruckten die Atlanischen Frauen, die an meiner Zelle vorbeiliefen meine Bestie nicht im geringsten. Sie waren selbst ohne Partner und stellten sich freiwillig zur Verfügung, um die Bestien der eingesperrten Krieger zu besänftigen, es war eine letzte Chance, sich zu paaren und so das Fieber zu beenden. Oft funktionierte das auch, aber die Bestie im Krieger musste dafür empfänglich sein, sie musste die Frau begehren. Mit einer attraktiven Frau zu ficken und so etwas Erleichterung zu finden war für einen Atlanen eine passable Alternative, während des Paarungsfiebers aber reichte das einfach nicht.
Nur eine echte Partnerin konnte das Fieber bändigen. Der Krieger in der Zelle zu meiner Linken hatte eine ebenbürtige Partnerin gefunden, denn ich konnte ihre derben Fickgeräusche hören. Zügellose Lustschreie, feuchte Körper, die aufeinander klatschten und das laute Heulen der Bestie waren in den höhlenartigen Korridoren zu hören. Dieser Zellenblock war fast leer, nur drei Krieger saßen hier ein und alle stammten aus wohlhabenden, hoch angesehenen Familien.
Mein Schwanz pulsierte und pochte und ich riss meinen Hosenstall auf, um meine dicke Länge zu streicheln und so das Unbehagen ein wenig zu mildern. Die Fickgeräusche halfen meinem Schwanz, die ersehnte Erleichterung zu finden. Ich stellte mir vor, wie meine Partnerin mit weit gespreizten Beinen neben mir liegen würde, bereit für meinen Schwanz und begierig darauf, dass ich sie heftig nehmen und erobern würde. An ihren Handgelenken konnte ich ihre Handschellen ausmachen und als mein Samen sich in sie ergoss, wurde unsere Verbindung besiegelt. Aber ich konnte ihr Gesicht nicht erkennen. Und als mein Samen über meine Hand auf den Boden spritzte, ließ das Fieber nicht nach. Ebenso wenig wie mein Verlangen nach der gesichtslosen Partnerin, die, wie ich wusste, mich nicht retten würde—oder konnte.
Ich zog mein Shirt aus und wischte mir damit den Samen von den Fingern, dann ließ ich es zu Boden fallen, um mit dem Fuß die kleine Pfütze trocken zu wischen. Ich steckte meinen immer noch steifen Schwanz zurück in meine Hose und atmete tief durch.
Das Glühen in meinen Adern, der wilde Zorn wollten einfach nicht nachlassen. Verdammt. Sollte ich mich nicht in den Griff bekommen, würde ich hingerichtet werden. Und das war vielleicht auch gut so. Meine Bestie war eine einzige Furie, ein wildes Tier, das sich gegen seinen Käfig krallte und endlich frei kommen wollte.
“Sie sehen … gut aus, Kommandant.”
Die bange Begrüßung bewirkte, dass ich den Kopf herumriss. Er war berechtigterweise besorgt. Hinter der unsichtbaren Wand standen Kriegsfürst Engel Steen und seine Tochter, jene Atlanische Schönheit, mit der ich seit dem zarten Alter von fünf Jahren verpartnert werden sollte, die umwerfende Tia. Meine Bestie musste aber erst noch Interesse an ihr finden und ich war schon vor langer Zeit zu dem Schluss gekommen, dass sie nicht die Richtige für mich war. Beide begafften mich, als wäre ich ein exotisches Tier in einem Zoo. Vielleicht stimmte das auch, schließlich saß ich hinter einer unsichtbaren Wand fest, stand unter ständiger Bewachung und wurde von Fremden beäugt. Aus der Zelle nebenan waren die Geräusche einer Verpartnerung nicht zu überhören und Tias Wangen liefen schamrot an, der Duft ihrer Erregung versüßte die Luft, während ich sie beobachtete, ihr gelbes Kleid und die Schwellung ihrer üppigen Brüste betrachtete und darauf hoffte, dass meine Bestie sich beruhigen würde und auch nur ein leichtes Interesse an der Frau bekunden würde.
In der benachbarten Zelle kreischte die frisch verpartnerte Frau ihren Höhepunkt heraus und der Krieger im Bestienmodus knurrte. Als das Knurren nachließ, wusste ich, dass das Fieber des Kriegers umgehend gelindert wurde. Bald schon würde er aus seiner Zelle heraus spazieren, kuriert und verpartnert. Er würde wieder ein freier Mann sein.
Es war mir egal, dass der Atlane eine willige Frau fickte, ihren vollen Körper unter dem Seinen zu spüren bekam und die heiße, feuchte Hitze ihrer Pussy genoss, aber ich war verdammt neidisch, dass seine Bestie endlich ihren Frieden gefunden hatte. Wie es aussah, war meine Bestie mit nichts zu befriedigen. Zu jeder Tageszeit forderte sie mich heraus, als wäre sie bereits tollwütig, nicht mehr zu retten. Und selbst jetzt, als eine willige Frau vor ihr stand, trieb sie sich ungeduldig in meinem Schädel hin und her und gab sich mit dem, was ihr angeboten wurde nicht zufrieden. Meine rationale Seite wusste, dass ich das Angebot schon dutzende Male hätte annehmen und Tia gegen die Wand schleudern und sie durchficken hätte sollen. Ich hätte ihr erlauben sollen, mir die Handschellen anzulegen und mich so einigermaßen im Zaum zu halten, wenn die Bestie in ihrem Käfig rumorte.
Als ich aber nur mit dem Gedanken spielte, knurrte die Bestie eine Warnung hervor. Sie wollte nicht. Die Bestie würde diese Frau nicht als ihre Partnerin akzeptieren, würde sich von ihr nicht bändigen lassen.
“Dir könnte es genauso gehen,” sagte Engel und deutete mit dem Kopf auf die benachbarte Zelle, dann blickte er auf Tia und runzelte dabei mit offensichtlichem Unverständnis die Stirn. Es war eine Frage, die ich nicht beantworten konnte. Nicht ich, sondern die Bestie wählte unsere Partnerin und mit Tia konnte sie nichts anfangen. Sie zu ficken würde daran nichts ändern. Jahrelang hatte ich mich über die absurden Berichte anderer Krieger lustig gemacht, die versucht hatten, mir diesen Umstand zu verdeutlichen. Ich hatte sie ignoriert, was sich zu meinem Nachteil herausgestellte. Die Bestie hatte jetzt das Sagen. Mir blieb nichts anderes übrig, als mich zurückzulehnen und die Götter darum zu bitten, dass ich mich lange genug beherrschen könnte, bis unsere Besucher wieder verschwinden würden.
Tia trat einen Schritt näher an die Gravitationswand heran und ich wurde vom Geruch ihres Badeöls umgeben, als das Luftfiltersystem die kombinierten Düfte aus Gewürzen und Nerderablüten in meine Zelle hineinpumpte.
Meine Bestie knurrte vor Abscheu. Nein. Ich hatte sie mein ganzes Leben lang gekannt und wir beide wussten, dass ich nichts für sie empfand. Ich bewunderte und respektierte sie, aber meine Gefühle für sie ähnelten denen, die ich meiner Schwester entgegenbrachte. Die Bestie weigerte sich, von ihr angetörnt zu werden. In Gegenteil, jedes Mal, wenn Tia mit denselben Worten und Verlockungen hier auftauchte, wurde die Bestie wütender. Engel wollte mich mit seiner Tochter verkuppeln. Meine Bestie würde sie niemals akzeptieren. Wie oft musste ich es ihm noch erklären?
“Wir wollen dir eine zweite Chance geben,” führte er aus. “Kommandant, in drei Tagen werden sie hingerichtet. Wir alle würden es sicher vorziehen, wenn es nicht so weit käme.”
“Eine zweite Chance?” fragte ich nach, meine Stimme klang rau und tief und vollkommen ungewohnt. Es war eher das zwanzigste Mal, aber ich hielt mich zurück.
“Hast du es vergessen?” fragte Tia, während sie auf meinen nackten Torso starrte. Ihr Interesse und ihre Erregung, als sie meinen Körper zu Gesicht bekam, waren nicht zu übersehen. Tatsächlich konnte ich den feuchten Begrüßungssaft ihrer Pussy riechen, meine Bestie aber tat nichts anderes als herumzuschleichen und sie weigerte sich, der Versuchung zu unterliegen.
Sie war eine hochgewachsene Frau mit statuenhaften Qualitäten. Eine mustergültige Atlanische Braut. Ihr dunkles Haar fiel offen an ihrem Rücken herunter und ihr bodenlanges, gelbes Gewand mit der goldenen Schnürung, die ihre perfekten Brüste umrahmte, brachte sowohl ihren Status als wohlhabendes Mitglied der Oberschicht, wie auch ihre dunkle Haarfarbe perfekt zur Geltung. Sie war extrem gutaussehend, aber meine Bestie wollte partout nichts mit ihr zu tun haben. Es wäre so viel leichter, wenn es so wäre.
Ich hatte Bedenken, dass die Bestie bluffen oder die Zähne fletschen würde, also hütete mich davor, etwas zu sagen und schüttelte nur mit dem Kopf.
“Die Bestie wird jeden Tag stärker, Kommandant. Wir waren auch gestern hier. Tia möchte sich als Partnerin anbieten. Sie kann Sie retten.”
“Dann soll sie für sich selbst sprechen.” Ich konnte mich nicht zurückhalten, denn Engel hätte sie nicht begleitet, würde er nicht auch seine eigenen Intrigen im Schilde führen. Nur wusste ich nicht, was genau er beabsichtigte. Als Mitglied der Führungsklasse war er seit über einem Jahrzehnt für interplanetare Warensendungen und Lieferungen verantwortlich. Er war ein überaus mächtiger Mann, reich und bestens vernetzt, ein Veteran, der zehn Jahre lang im Krieg gegen den Hive gedient hatte. Engel würde hier nicht auftauchen, um seine Tochter zu verpfänden und um dabei zuzusehen, wie seine Tochter von der Bestie gefickt wurde, nur um sie unter die Haube zu bekommen. Schließlich mangelte es nicht an potenziellen Partnern für sie.
“Warum ich?”
Tias Wangen liefen rot an und mit einer bis zur Perfektion eingeübten Geste biss sie ihre pralle Unterlippe. Ich kannte das schon. Bevor ich der Koalitionsflotte beigetreten war, hatte ich viele Male beobachtet, wie sie mit diesem Ausdruck andere Krieger verführen wollte. “Ich bin bereit, Deek. Du weißt, dass ich mich um dich gesorgt habe, seit ich ein kleines Mädchen war. Wir kennen uns seit Jahren und ich wünsche mir diese Union. Ich finde dich … attraktiv. Zwischen uns würde es gut laufen.”
Tias Eingeständnis überraschte sowohl mich als auch die Bestie. Während sie sich wohl für mich interessierte, hatte meine Bestie ihr nie einen zweiten Blick zugeworfen. Wenn ich die richtige Partnerin finden würde, dann würde das Verlangen der Bestie aufflackern, das wusste ich, aber soweit war es nie gekommen. Ich hatte mit Frauen gefickt, und zwar nicht nur mit wenigen, aber Tia war nicht nur auf einen ordentlichen Fick mit einem verurteilten Krieger aus. Sie wollte meine Partnerin werden. Sie wollte es für immer und ewig. Sie wollte die Kontrolle über meine Bestie.
“Warum mich, Tia?”
“Du warst mein bester Freund. Seit wir im Kindergarten waren, warst du der Einzige für mich. Ich bin dir immer hinterhergeschlichen, das weißt du. Immer. Deek, ich möchte nicht zusehen, wie du stirbst. Bitte. Ich möchte den Rest meines Lebens mit dir verbringen, als deine Partnerin.”
Meine Bestie heulte auf. “Nein,” tobte ich und preschte nach vorne. Meine Haut verhärtete sich und die Hitze der Bestie brauste durch meine Adern. Die Muskeln an meinem Hals und meinen Armen traten hervor und mein Nacken wurde länger, er dehnte sich aus, um das Monster, das endlich frei kommen wollte willkommen zu heißen. Ich drängte die Bestie zurück, fast verlor ich die Kontrolle, als Tia nach Luft schnappte und von der Gravitationswand weg huschte.
“Dann wirst du sterben,” sprach Engel, sein Blick verengte sich und war voller Hass, so hasserfüllt, wie ich es bei ihm noch nie gesehen hatte. Ich hatte nicht die Absicht, Tia damit weh zu tun, aber die Bestie hatte jetzt das Sagen und die Bestie hatte es eindeutig satt, dass ihr wieder und wieder dieselbe Frau vorgeworfen wurde, obwohl sie sie mehr als einmal abgelehnt hatte.
Ich atmete schwer und versuchte, meinen Puls zu beruhigen, damit ich ihm antworten konnte. “Ich würde sie hier nehmen, sie gegen die Wand ficken. Ich würde nicht zaghaft vorgehen. Ich würde sie verletzen, Engel; ihre Anwesenheit hilft nicht, meine Wut zu lindern. Willst du das etwa für Tia?” fragte ich ihn mit geballten Fäusten.
Tia legte ihrem Vater eine Hand auf die Schulter. “Vater, lass mich mit ihm reden.”
Engel nickte, funkelte mich kurz an und verschwand.
Tia blieb, wo sie war. Sie trat wieder an die Gravitationswand und zog ein kleines, schwarzes Etui aus ihrer Tasche und legte es in den Schlitz, der dazu gedacht war, mir Gegenstände zu überreichen, ohne dabei den Schutzschild der Gravitationswand zu schwächen. Sie drückte einen Knopf und das kleine Tablett glitt durch die Wand, um auf meiner Seite der Sicherheitszelle aufzutauchen.
Ich öffnete den Deckel und erblickte das liebste Besitztum meiner Urgroßmutter, ein Erbstück, das vor drei Generationen an Tias Familie weitergereicht wurde. Ich wusste, was sich in dem verzierten Etui befand, trotzdem konnte ich nicht widerstehen, öffnete das Kästchen und goss die Fülle der Goldglieder in meine Hand.
Ich blickte auf die Kette, dann schaute ich zu ihr. “Warum willst du mir das geben?”
“Du hast Angst, du könntest zu heftig für mich sein, dass die Bestie in dir mir weh tun wird. Das ist ein Geschenk für die Bestie. Vielleicht wird es dein Fieber ein wenig besänftigen, wenn du etwas berührst, das ich vorher getragen habe.”
Ich hob die Halskette an. Die kleinen, kunstvollen Gold- und Graphitspiralen waren kühl und glatt. Wenn dieses Geschenk mich besänftigen sollte, dann funktionierte es nicht. Nichts, das von Tia käme, würde funktionieren, denn sie war nicht meine Partnerin. Mein Leben wäre so viel einfacher, wenn meine Bestie sie akzeptieren würde. Aber die Bestie weigerte sich.
Ich gab die Halskette zurück in das Etui und schickte sie mithilfe des kleinen Tabletts zu Tia zurück. “Behalt sie, Tia. Sobald du den Partner findest, für den du bestimmt bist, werden weder deine Halskette, noch dein Eifer abgelehnt werden.”
“Bitte, Deek. Versuch es doch wenigstens …” Sie legte ihre Hand an ihre Schulter und zog ihr Kleid nach unten, sodass ihre gesamte Schulter, ihr Hals und fast ihre Brust frei lagen.
“Nein.” Meine Stimme erstarkte und die Bestie wollte sie sehnlichst zurechtweisen. Sie war nicht meine Partnerin und die Bestie wollte sicherstellen, dass sie diesmal nicht zurückkommen würde. Ich hatte nicht die Absicht, die kurze Zeit, die mir übrig blieb, damit zu verplempern, ihr falsche Hoffnungen zu machen. “Tia, wir waren als Kinder befreundet. Aber ich war lange Zeit fort. Ich bin jetzt eine andere Person. Und so sehr ich es mir auch wünsche, du bist nicht meine Partnerin. Die Bestie kann dein Verlangen nach mir riechen, die nasse Hitze deiner Pussy. Sie hat kein Verlangen nach dir. Sie wird mir nicht gestatten, dich zu berühren. Es tut mir leid.”
In ihren Augen flackerte Zorn auf und als sie das Kinn nach oben hob, erkannte ich in ihr für einen Augenblick lang den Teufelsbraten unserer Kindertage, an den mich so gut erinnerte. “Deek, du bist so stur! Sag deiner Bestie, sie soll die Klappe halten und das annehmen, was ihr angeboten wird.”
“Das geht nicht. So funktioniert das nicht.”
“Warum nicht? Würdest du eher sterben wollen?”
“Das hängt nicht von mir ab. Die Bestie hat jetzt die volle Kontrolle. Wenn meine wahrhaftige Partnerin nicht gefunden wird, wenn sie das Fieber nicht besänftigen kann, wenn sich meine Bestie ihr nicht unterwerfen wird, dann ja, dann werde ich freiwillig in den Tod gehen. Ich kann mit diesem tobenden Fieber in meinem Blut nicht weiterleben.”
Auf den Tod war ich vorbereitet, ich erwartete ihn sogar. Tias schockierter Gesichtsausdruck überraschte mich. Warum sollte meine Aufrichtigkeit sie bestürzen? Dachte sie etwa, ich würde meine Meinung ändern und sie aus Verzweiflung doch nehmen? Die Bestie würde das nicht zulassen. Die Bestie würde eher sterben, was auch wahrscheinlich war. Mit einer Sache hatte Kriegsfürst Engel doch Recht gehabt … mir blieb nicht mehr viel Zeit.
Sie schürzte die Lippen, als wollte sie noch etwas hinzufügen, tat es aber nicht. Sie nahm ihre Kette zurück und beobachtete mich eine Minute lang, was sich wie eine Ewigkeit anfühlte.
“Mach’s gut, Deek. Ich hoffe, du findest, wonach du suchst. Und falls du es dir anders überlegst, ich habe den Wächtern meine Daten gegeben.”
“Danke, Tia. Aber ich werde es mir nicht anders überlegen.”
Sie nickte. Dann machte sie kehrt, zupfte ihr Kleid zurecht und machte sich davon. Sie würde nicht zurückkehren, das wusste ich.
Das letzte bisschen Logik in mir fragte sich, ob sie wirklich meine letzte Überlebenschance war.
Die Bestie in mir sagte ‘nein’. Sie wollte sie nicht, mochte nichts an ihr. Sie hatte nie irgendetwas an ihr gemocht.
Und trotzdem, die Bestie rumorte weiter, verlangte weiterhin nach ihrer Partnerin.
Mit dem Kopf auf die Hände gestützt ließ ich mich auf meine Pritsche fallen. Wie eine Flutwelle, die aufs Ufer zurollte, hämmerte die Bestie gegen meinen Verstand, um das letzte bisschen Vernunft auszulöschen.
Meine Partnerin würde nicht auftauchen und ich würde sterben.

Tiffani
“Hinrichtung?” Panisch zerrte ich an den Fesseln, die mich an den Stuhl im Abfertigungsraum banden. “Nein. Sie dürfen ihn nicht umbringen.”
Die Aufseherin Egara lächelte bedrückt. “Ich fürchte, so läuft es nun mal auf Atlan. Ist ein Mann erstmal dem Paarungsfieber unterlegen, gibt es keine Gnade.”
“Aber er hat eine Partnerin! Mich! Ich kann ihn zurückholen, ihn retten. Was auch immer,” plädierte ich. Irgendetwas musste schiefgelaufen sein. Das konnte nicht wahr sein. Ich hatte einen Typen, der mich wollte und er sollte hingerichtet werden? Das glaubte ich nicht. “Senden sie mich zu ihm. Das Protokoll hat uns füreinander bestimmt. Den offiziellen Alien-Gesetzen nach gehört er mir. Nicht wahr? Ich bin bereits seine Partnerin. Habe ich dadurch nicht ein bestimmtes Recht auf ihn? Es ist mein Recht, ihn zu sehen. Ich will ihn sehen.”
Ihre Augenbrauen verzogen sich zu ernsten Bögen, während sie lange und angestrengt über meine Worte nachdachte. Sie blickte über ihre Schulter und sprach. “Sarah, kannst du sie hören?” Die Aufseherin nickte und hörte zu. Sie war dabei, sich mit jemanden auf der anderen Seite des Universums zu unterhalten. Wäre ich nicht in einem Abfertigungszentrum, würde ich glauben, sie sei übergeschnappt. Insbesondere, da ich kein einziges Wort der Frau verstehen konnte. Ihre Stimme war zu weit weg und alles, was ich hören konnte, war die dröhnende Wut in meinen Ohren. “Und wenn etwas schiefgeht?”
Eine tiefe, grölende Stimme war daraufhin durch das Gerät zu hören, sie war sehr viel lauter und gebieterischer. Sie erinnerte mich an die Stimme aus meinem Traum und ein Schauer der wiedererwachenden Bedürftigkeit fuhr über meine Haut. “Wir können uns keine Fehler erlauben. Wenn sie zu uns kommt, dann muss sie die Sache auch durchziehen. Sollte sie versagen, dann ist er tot,” die Stimme dröhnte und ich schreckte auf.
Aufseherin Egara wandte sich mir zu und ich bekräftigte meinen Entschluss. Niemand und damit meinte ich niemand, würde mir das hier zunichtemachen. “Ich werde es nicht vermasseln. Er gehört mir.”
Die Aufseherin nickte und wandte sich wieder dem Bildschirm zu, zu dem großen Atlanen, den ich zwar hören, aber nicht sehen konnte. “Ich glaube ihr, Kriegsfürst. Ich denke, wir sollten ihr eine Chance geben, ihn zu retten.”
“Na schön. Ich möchte den Kommandanten auch nicht aufgeben. Schicken sie sie zu uns. Wir werden sie zu ihm bringen.”
Die Aufseherin Egara verneigte sich, bevor sie antwortete, als würde sie zu einem königlichen Herrscher oder etwas ähnlichem sprechen. “Wie sie wünschen, Kriegsfürst Dax. Wenn sie mir den Transportcode geben, werde ich ihren Transport sofort in die Wege leiten.”
“Der müsste jeden Moment eintreffen.”
Noch während er sprach, begannen die hellblauen Lichter hinter mir zu blitzen und mein Stuhl setzte sich in Bewegung. “Was ist hier los?”
“Erhalten. Vielen Dank. Die Partnerin des Kommandanten wird umgehend eintreffen.” Die Aufseherin beendete die Verbindung und kam mit einem traurigen Lächeln auf dem Gesicht auf mich zu gelaufen. “Alles Gute, Tiffani. Ich sende sie zu Kriegsfürst Dax und Sarah, seiner Partnerin. Sie stammt auch von der Erde und wurde vor kurzem verpartnert. Die beiden werden ihnen dabei helfen, zu ihrem Partner einzubrechen.”
Das hörte sich gar nicht gut an. Es klang gesetzeswidrig, gefährlich.
“Einbrechen? Warum würde ich zu ihm einbrechen müssen?”
“Liebes, er sitzt im Gefängnis. Im Todestrakt, wie wir es nennen würden. Und sie sind weder Atlanerin, noch ein Familienmitglied.”
Das ergab keinen Sinn. Er hatte keine Straftat begangen, außer dass seine genetische Aufmachung jetzt zum Tragen kam. Aber um ihn sehen zu können, musste ich eine Straftat begehen? Ich würde diejenige sein, die sich nicht an die Gesetze hielt?
“Aber ich bin seine Partnerin. Und sie haben gesagt, ich würde von nun an eine Bürgerin des Planeten Atlan sein und keine Erdenbürgerin mehr. Es sollte mir erlaubt sein, ihn zu besuchen. Ich sollte nirgendwo einbrechen müssen.”
Sie nickte. “Sicher, aber Vorschrift ist Vorschrift. Und nur Atlanische Frauen dürfen sich in die Haftanstalt begeben. Viel Glück. Ich hoffe, ihr Versuch wird ausreichen, um sie beide zu retten.” Noch einmal prüfte sie etwas auf ihrem Tablet und ich erlebte eine Art Déjà-vu, als sie den Kopf hob und sprach: “Sie werden auf Atlan aufwachen. Ihre Abfertigung erfolgt in drei … zwei …”
Angespannt wartete ich auf den Countdown und wunderte mich dabei, was zum Teufel ich mir da eingebrockt hatte. Ins Gefängnis einbrechen? Todestrakt? Bestienmodus? Heilige Scheiße.
“Eins.”
Das blaue Licht flackerte und ich wurde in das hellblaue Wasserbad hinabgelassen. Ich kam mir vor wie in einem Ei, als die Tür zum Untersuchungsraum zuging und mich einsperrte. Ich schloss die Augen und wartete, ich fürchtete, was als Nächstes kommen würde, aber je länger ich im Wasser verweilte, desto entspannter wurde ich.
Hatten sie mich auf Drogen gesetzt? Die Idee, ins Gefängnis einzubrechen erschien mir gar nicht mehr so schlimm. Und mein Partner, der halb Bestie war alarmierte mich auch nicht. Ich war … total entspannt.
Als meine Augenlider schwer wurden und ich mich unbeschreiblich müde fühlte, wurde mir unmissverständlich klar, dass sie mich mit irgendeiner Gute-Laune-Droge vollpumpten, entweder übers Wasser oder über die Luft und es war mir vollkommen egal.
3

Tiffani, Planet Atlan, Burg des Kriegsfürsten Dax
Ich wachte in einem überdimensionierten, weichen Bett auf, das meine Doppelmatratze von zu Hause wie ein Einzelbett erscheinen ließ. Meine Wange ruhte auf einem seidenweichen Stoff und ich strich über das zarte, cremefarbene Material, während ich mich umschaute. Ich war in mitten in einem verdammten Märchenschloss gelandet. Das Zimmer war größer als meine gesamte Ein-Zimmer-Wohnung zuhause und die Wände sahen aus wie hellblauer und grauer Marmor. Plüschteppiche mit eigenartig bunten Vögeln und Bäumen bedeckten den Fußboden und ein riesiger Baldachin überzog das Bett, sodass ich mir in einem exklusiven Clubhaus vorkam.
Die weiße Stuckdecke war mit aufwendigen Mustern aus goldenen und zinngrauen Strudeln verziert, die den Handschellen aus meinem Traum merkwürdig ähnelten. Und alles, von der Couch bis zum Sessel mit den Kissen am anderen Ende des Raumes war größer als ich es je gesehen hatte. Ich fragte mich, wie groß diese Atlanischen Krieger nun sein mussten. Und wie groß waren die Frauen? Ein Menschenkind würde eine kleine Stufenleiter benötigen, um auf diese Couch zu krabbeln.
“Du bist wach.” Die Stimme klang freundlich, weiblich und sie sprach Englisch. Ich drehte mich um und erblickte eine zierliche Brünette, die mich anlächelte. Sie war mit ihrem wallenden, grün-goldenen Kleid wie eine Prinzessin gekleidet, ihr Haar war zu einem aufwendigen Dutt aufgetürmt, wie ich es wohl nie hinbekommen würde. Ihre Augen waren warm und braun und voller Sympathie als sie mich anblickte. “Wie geht’s deinem Kopf? Diese NPUs können die ersten paar Tage ziemlich brutal sein.”
“NPU?” Ich blinzelte und versuchte, mich aufzusetzen. Als ich mich bewegen wollte, ließ mich ein stechender Schmerz in meiner Schläfe, der sich wie ein Eispickel anfühlte, aufstöhnen.
“Jepp, das habe ich mir gedacht.” Sie grinste und beugte sich mit einer Art leuchtend blauem Stab über mich, den sie dann über meinem Gesicht hin und her schwang. “Halt still. Der ReGen-Stab wird deine Kopfschmerzen lindern.”
“Danke.” Ich hielt still, aber meine Augen folgten der Bewegung des Stabes und ich fragte mich, was zum Teufel sie mit mir machte. Anscheinend aber half es tatsächlich, denn meine Kopfschmerzen verschwanden. Die Übelkeit ließ ebenfalls nach. Und einige Augenblicke später hörte der Raum auf, sich zu drehen. So ein Ding wollte ich auch haben.
“Die NPU ist ein Dolmetscher. Ich spreche offensichtlich Englisch, nicht aber die Atlanen. Du kannst damit alle Sprachen verstehen. Besser?” fragte sie.
Ich nickte und verspürte kein bisschen Schmerz.
Sie zog den ReGen-Stab zurück und schaltete ihn irgendwie aus, dann stellte sie ihn auf eine dekorative, goldbefleckte Nachtkonsole neben dem Bett und reichte mir anschließend die Hand. “Ich bin Sarah.”
“Tiffani.”
“Schön, dich kennenzulernen.” Sie schüttelte mir die Hand, ihr Handgriff war warm aber bestimmt und ich bemerkte die elegant gravierten Goldarmbänder an ihren Handgelenken.
“Du bist also auch mit einem Atlanen verpartnert?”
Ihr breites Lächeln gab mir Hoffnung. “Jepp. Dax gehört vollkommen mir. Wir hatten zwar einen schwierigen Start, aber ich liebe es hier. Also, wie läuft’s auf der Erde?”
Das war eine komische Frage, denn ich war nicht länger auf der Erde. “Ähm, nun, alles beim Alten nehme ich an.”
“Wo kommst du her?”
“Wisconsin.”
Sarah nickte. “Ich bin mit der Armee groß geworden. Wir sind so oft umgezogen, dass ich mich nirgends richtig zu Hause gefühlt habe. Ich sollte die Erde vermissen, das tue ich aber nicht. Mein Platz ist hier und bald wirst auch du hierhergehören.”
Ich rutschte an die Bettkante und blickte an mir herunter. Ich trug ein ähnliches Kleid wie Sarah, aber statt grün und gold war es kräftig burgunderfarben, was den Rotstich in meinen Haaren betonte. Es passte mir wie angegossen und ich musste mich fragen, wo sie das verdammte Ding aufgetrieben hatten. Zu Hause konnte ich nicht einfach Kleider von der Stange anziehen und während ich schlief, war ich sicher nicht auf Atlan eine Runde shoppen gegangen. Im Gegensatz zu Sarah waren meine Handgelenke aber nackt.
Anscheinend konnte sie meine Gedanken lesen. “Oh, ist die Farbe nicht perfekt? Sie hebt deine Augen hervor.”
“Ja. Ich … danke. Aber woher kommt das Kleid?”
Sie stand auf und kam ans Bett gelaufen. Sie schritt auf und ab und machte mich wieder nervös. “Keine Sorge. Wir haben es von Deeks Schwester ausgeliehen. Sie ist etwa so groß wie du, also ziemlich klein für eine Atlanerin, aber bis wir eine Schneiderin für dich auftreiben, wird es ausreichen müssen.”
Klein für eine Atlanerin? Aufseherin Egara hatte es also ernst gemeint.
Ich stand von der Bettkante auf und versuchte, mich auf den Beinen zu halten. Das Kleid war ein bisschen zu groß, stand mir aber richtig gut. Es umrahmte meine großen Brüste, eine goldene Schnürung verzierte mein Dekolleté und von unten wurden sie gut gestützt. Ähnliche Gewänder hatte ich in Fernsehsendungen über römische oder griechische Togas gesehen. “Sie kleiden sich wie griechische Götter in der Antike?”
Sarah konnte sich vor Lachen nicht mehr halten, während ich mein Kleid inspizierte. “Nur die Frauen. Warte, bis du die Jungs in ihren Panzeranzügen siehst. Das sind heiße Kerle, Süße.” Sie wackelte mit den Augenbrauen. “Du wirst nicht mehr die Finger von deinem Mann lassen können.”
Das hörte sich gut an und ich erinnerte mich, warum ich eigentlich hier war. “Was meinen Partner betrifft, Aufseherin Egara sagte, dass er hingerichtet werden soll.”
Das ließ Sarah aufhorchen und sie wandte sich mir zu. “Ja. Dir bleibt nicht viel Zeit, um ihn zu retten. Falls er keine Partnerin nimmt und beweist, dass er die Bestie unter Kontrolle bringen kann, dann wird er in drei Tagen hingerichtet. Dax ist sehr besorgt, denn die beiden sind gut befreundet. Sie haben lange Zeit Seite an Seite gegen den Hive gekämpft. Wahrscheinlich hält er es kaum noch aus. Wir haben ewig darauf gewartet, dass du aufwachst.”
“Wie lange war ich weggetreten?”
“Den halben Tag lang. Die Zeit vergeht hier ziemlich ähnlich. Die Tage haben sechsundzwanzig Stunden, aber ich war schon immer eine Nachteule, die längeren Tage stören mich also nicht.”
“Okay.” Das war im Moment nicht wirklich von Bedeutung, aber ich merkte mir es für später. Ich hatte drei Tage—und großzügigerweise pro Tag zwei Stunden extra—, um meinen Partner zu retten und seine Bestie zu bändigen. Ich wusste noch nicht genau, wie ich das anstellen sollte, aber ich war zu allem bereit. Der Atlanische Krieger gehörte mir und ich würde nicht zulassen, dass ihm etwas zustieß. “Lass uns gehen. Aufseherin Egara sagte, ihr würdet mir helfen, ihn zu besuchen.”
Sarah lief zur Tür und öffnete sie. Ich folgte ihr aus dem luxuriösen Schlafzimmer in einen Flur hinaus, der so aussah, als durfte sich ein royaler Innenausstatter mit unbegrenzten Geldmitteln austoben. Der Gang war mit fremdartigen Artefakten dekoriert, mit Vasen und kunstvoll verschnörkelten Tischen, überall waren Wandgemälde und frische Blumen in allen erdenklichen Farben schmückten den Gang. Ich hatte keine Ahnung, wie diese Gegenstände genannt wurden, aber ich erkannte den offensichtlichen Wohlstand dahinter.
Ich räusperte mich. “Bist du eine Art Prinzessin oder so? Ich komme mir vor wie Zuhause bei Cinderella.”
Daraufhin musste sie lachen. “Ja. Dax ist ein berühmter Kriegsfürst. Wenn die Atlanen aus dem Krieg zurückkehren, behandelt man sie wie Könige. Auf den nördlichen Inseln besitzen wir ein zweites Schloss, ich habe es noch gar nicht gesehen und wir haben mehr Land, Titel und Geld als ich es mir vorstellen kann.”
Hätte sie auf der Erde so zu mir gesprochen, dann hätte ich gedacht, sie wollte angeben, aber sie schien nicht der Typ dafür zu sein.
Nach einem Moment machte sich ein Schock in mir breit. Ich kannte viele Veteranen, die mittellos und ohne ein Dach über dem Kopf aus dem Kampf zurückkehrten. “Wie können sie sich das für alle ihre Kriegsveteranen leisten? Das ist verblüffend.”
Sarah blickte mich über ihre Schulter an, ihre Augen waren voller Trauer, als sie eine andere Tür öffnete. “Nicht viele von ihnen kommen zurück. Sie kämpfen an der Front gegen den Hive, auf dem Boden. Ich weiß, was das bedeutet. Ich war selbst dort, habe selbst für die Koalition gekämpft. Sie kämpfen wie wilde Tiere, aber entweder werden sie im Kampf getötet oder sie verlieren die Kontrolle über ihre Bestie. Diejenigen, die nach Hause zurückkehren sind die stärksten Krieger und werden wie Gottheiten behandelt.”
Ich grinste. “Du bist also mit einem Gott verpartnert worden?”
Sie lächelte verrucht. “Ja. Genau wie du.”
Dann hielt sie mir eine Tür auf und ich trat ein in einen langen Speiseraum mit einem Tisch, an dem mindestens dreißig Personen Platz hatten. Die Stühle hatten hohe Lehnen und waren aus einem schwarzen Holz gefertigt, das mir vollkommen unbekannt war. Am Ende des Tisches saß ein Riese.
Er erhob sich und ich stoppte abrupt. Heilige Scheiße, war er groß. Er war reichlich über zwei Meter zehn groß und seine Schultern waren doppelt so breit wie meine. Er trug einen passgenauen, schwarzen Panzeranzug, der jeden verdammten Muskel umrahmte, von den gerippten Bauchmuskeln zu den steinharten Schenkeln und ich wusste, dass mein Mund offen stand, ich konnte ihn aber anscheinend nicht mehr schließen.
Sarah schloss die Tür hinter uns und lief zu ihrem Partner, dessen offene Arme sie offensichtlich erwarteten. Sie war ungefähr eins siebzig groß und wirkte im Vergleich zu ihm fast wie ein Kind.
“Willkommen in unserem Zuhause, Tiffani. Ich bin Kriegsfürst Dax.”
Seine tiefe Stimme dröhnte durch meinen Körper und ich wollte einen Schritt zurück machen, Sarah jedoch schlang die Arme um seine Taille, als wäre er ein großer Teddybär. Obwohl ich davon ausgehen musste, dass er mich mit einem festen Griff seiner Hand vernichten konnte, musste ich ihm den Vorzug des Zweifels gewähren. Er sprach nicht in Englisch, aber in dem Moment, als es mir auffiel, übersetzte der eigenartige Prozessor den sie mir eingepflanzt hatten seine Worte direkt in meinem Kopf, wie einen Gedanken. Unglaublich. “Ich bin Tiffani Wilson. Schön, sie kennenzulernen.”
Er machte mir Zeichen, mich zu setzen, aber ich war viel zu aufgeregt. Ich wollte meinen Partner sehen. Seinetwegen war ich hier und seit Sarah mir mitgeteilt hatte, dass ihm nur noch drei Tage blieben, fühlte es sich so an, als säße ich auf einer tickenden Zeitbombe. Drei Tage waren nicht besonders viel Zeit.
Vor ihm auf dem Tisch lagen vier goldene Armbänder, zwei davon ähnelten den Bändern an Sarahs Armen, die anderen beiden waren sehr viel größer. Ich musterte den Kriegsfürsten und mein Verdacht bestätigte sich. Er trug dieselben Armbänder wie Sarah, nur waren sie größer.
Er bemerkte meinen Blick. “Die Schwester von Kommandant Deek hat diese vorbeigebracht, als sie uns das Kleid gegeben hat. Sie sind mit den Initialen des Hauses Deek versehen.”
“Deek ist sein Name?” wollte ich wissen. Es war das erste Mal, dass mir sein Name zu Ohren kam und ich wollte mehr über ihn erfahren.
“Ja, er ist ein Atlanischer Bodenkommandant auf dem Schlachtschiff Brekk. Er hat zehn Jahre lang gedient und ich habe mit ihm gedient. Mehr als einmal hat er mir das Leben gerettet und ich möchte nicht zusehen, wie er zugrunde geht.”
Beeindruckend. Das faszinierte mich nur noch mehr.
Ich trat an den Tisch heran und hob das nächstgelegene Armband auf. Dunkle, zinnfarbene Spiralen bildeten ein kompliziertes Muster auf dem massiven Goldband. Darunter befand sich ein mit bloßem Auge kaum sichtbarer Computerschaltkreis. Verwirrt schaute ich nach oben und erblickte Sarah und Dax, die mich aufmerksam beobachteten.
“Ich dachte, das hier sei eine Art Hochzeitsring. Aber sie stecken voller Technologie. Was genau machen diese Armbänder?”
Sarah antwortete zuerst. “Sobald ihr beide die Handschellen anlegt, binden sie dich an den Kommandanten. Du wirst dich nicht mehr weit von ihm entfernen können, ohne dabei extreme Schmerzen zu erleiden.”
“Was?” Das klang vollkommen hirnrissig. “Wie eine Leine?”
Sarah rollte mit den Augen. “Es gibt keine Schnur oder so, aber glaub mir, du wirst in seiner Nähe bleiben. Solltest du dich zu weit entfernen, dann wird es sich wie ein Elektroschock anfühlen.”
Ich wollte protestieren, aber Kriegsfürst Dax schnitt mir das Wort ab.
“Ihm wird es genauso ergehen, Tiffani. Nur die Nähe zu unserer Partnerin kann die Bestie unter Kontrolle halten. Zu wissen, dass unsere Partnerin immer da ist, beruhigt uns. Sobald ihr vollständig miteinander verpartnert seid und das Paarungsfieber überwunden ist, kannst du dir aussuchen, ob du die Handschellen tragen willst oder nicht. Aber am Anfang sind sie ein notwendiger Schutz. Falls du es schaffst, sie ihm anzulegen, dann stellen sie deine beste Möglichkeit dar, ihm das Leben zu retten.”
Ohne einen Moment länger zu überlegen legte ich die kleinere Handschelle an mein Handgelenk und machte den Verschluss zu, ein Gefühl der Endgültigkeit legte sich über meine Schultern, als sich das Armband von selbst versiegelte. Es gab keine sichtbare Fuge, was es mir unmöglich machte, die Fessel wieder abzulegen.
Es war zu spät, um es sich anders zu überlegen. Ich war quer durch das halbe Universum gereist, um meinen Partner zu retten. Ein paar Handschellen würden mich nicht davon abhalten können. Ich legte die zweite Handschelle um mein anderes Handgelenk und hob das größere Paar auf. “Okay. Wie werde ich ihm die hier anlegen?”
Kriegsfürst Dax nahm einen tiefen Atemzug. “Mit äußerster Vorsicht.”
Ich nickte. “Okay. Lasst uns gehen. Ich bin soweit.”
Sarah verschwand für einen Moment und kehrte mit einem weiten Kapuzenmantel zurück. “Hier, zieh das über.”
Ich legte den schweren, burgunderroten Mantel über meine Schultern und zog ihn vorne zusammen. Sie nickte energisch. “Gut. Jetzt zieh die Kapuze über.”
Ich zog mir die Kapuze über den Kopf und sie ragte um fünfzehn Zentimeter über mein Gesicht hinaus.
Kriegsfürst Dax berührte meine Schulter. “Ausgezeichnet. Versteck deine Handschellen, bis du drin bist. Und was auch immer du tust, du darfst niemanden ansehen und du darfst nicht den Mantel ablegen, bis wir dir ein Zeichen machen.”
“Was für ein Zeichen?”
Sarah hüpfte vor lauter Aufregung praktisch auf und ab. “Dax hat drinnen einen Kumpel. Er hat ebenfalls unter dem Kommandanten gedient. Er wird das Überwachungssystem in Deeks Zelle abschalten, damit ihr beide allein sein könnt.”
“Wir werden in der Haftzelle bleiben?” Das war mir nie in den Sinn gekommen. Als die Aufseherin Egara etwas von ‘einbrechen’ erwähnte, war ich davon ausgegangen, dass mein Partner danach auch wieder ausbrechen würde.
Sarah nickte.
“Komm. Es wird Zeit.” Kriegsfürst Dax eilte aus dem Raum, während ich Mühe hatte, die großen Handschellen so zu verstauen, damit sie niemand zu Gesicht bekam.
Sarah trat an mich heran, nahm mir die Handschellen ab und zeigte mir, wo sich die Taschen befanden. Die Handschellen verschwanden umgehend in den tiefen Seitentaschen des Mantels. “Hör zu, Dax ist es unangenehm, mit dir darüber zu reden, aber wenn du Deek retten willst, dann musst du bereit sein, alles dafür zu geben.”
Genau deswegen war ich hierhergekommen. “Ich bin quer durchs Universum gereist, um einen zum Tode Verurteilten für mich zu beanspruchen. Ich denke, das beweist, dass ich zu allem bereit bin.”
Sarahs Hand landete auf meiner Schulter und sie spähte unter der Kapuze meines Umhangs zu mir hinauf. “Gut. Du musst es nämlich schaffen, ihm diese Handschellen anzulegen, damit er mit dir eine Verbindung eingehen kann, damit seine Bestie dich spüren und sich langsam wieder einkriegen kann. Und das ist nur möglich, wenn du dich wirklich nahe an ihn heranwagst.”
Ich biss meine Lippe. “Wird er mir weh tun?”
Sarah schüttelte den Kopf. “Das weiß ich nicht. Nicht unter normalen Umständen. Kein Atlanischer Krieger würde je einer Frau etwas antun. Aber wenn das Paarungsfieber wütet, dann weiß ich nicht, wie er sich verhalten wird.”
“Also ist es meine Aufgabe, ihn zu beruhigen?”
Ihr Grinsen war ansteckend und ich hätte es erwidert, wäre ich nicht zu Tode erschreckt gewesen. “Fick ihn um den Verstand. Biete dich ihm an und lass dich von seiner Bestie durchficken, bis sie zufrieden ist. Dann, wenn er es nicht erwartet, schnallst du ihm die Handschellen um. Keine Sorge, die Bestie wird dich mit oder ohne Handschellen als seine Partnerin erkennen.”
Ihre bildhafte und sinnliche Beschreibung ließ mich die Stirn runzeln, aber Dax rief uns zu, dass wir uns beeilen sollten. Sarah packte meine Hand und zog mich davon.
“Mach die keine Sorgen, Tiffani. Sie werden zwar so groß wie Hulk, aber sie werden auch wieder ganz normal … danach.”
Na toll. Ich hatte seit fünf Jahren mit keinem Mann mehr geschlafen und wie es aussah, würde ich in einer Gefängniszelle wieder auf den buchstäblichen Zug aufspringen. Im Weltraum. Mit einem gigantischen Alien im Bestienmodus. Warum ließ der Gedanke meine Nippel steif werden?
4

Tiffani, Bundar-Sicherheitsverwahrung, Block 4, Zelle 11
Ich zog mir meine Kapuze tiefer übers Gesicht und achtete darauf, die Handschellen, die sich wie ein tonnenschweres Gewicht an meinen Handgelenken anfühlten, nicht zu offenbaren. Tatsächlich waren sie gar nicht so schwer, aber ich konnte nicht aufhören an sie zu denken oder an das, was sie bedeuteten. Wir befanden uns irgendwo im Block 4. Ich hatte keine Ahnung, wie viele Gefangenenblöcke das Gefängnis hatte; die meisten Zellen, an denen wir vorbeiliefen, waren leer.
Aber nicht diese hier.
Nackige Riesen lungerten in den Zellen herum und mit jeder weiteren Gefängniszelle steigerte sich meine Wut. Ich kam mir vor wie im Zoo. Die Atlanischen Krieger waren allesamt riesig, ihre Schultern waren genauso breit wie die des Kriegsfürsten Dax, als ich ihm durch die sterilen, cremefarbenen Korridore folgte. Einige waren so groß wie Dax, andere aber mussten im Bestienmodus einsitzen. Sie waren etwa zwanzig Zentimeter größer und ihre Muskeln standen derartig prominent hervor, dass sie unwirklich erschienen. Ihre Körper waren prachtvoll, ihre gekräuselten Muskeln waren dermaßen gut definiert, ich konnte den Umriss jeder einzelnen Sehne und Verbindungsfaser mit bloßem Auge erkennen. Sie sahen wahrhaftig göttlich aus, aber ihre Gesichter? Sie hatten grimmige, raubtierhafte Augen, lange spitze Zähne und als ich an ihnen vorbeilief, stierten sie mich dermaßen intensiv an, dass ich aufschreckte und fast zu Boden fiel, sobald einer von ihnen knurrend an die Vorderseite seiner Zelle preschte.
Kriegsfürst Dax war zum Glück da, er verhinderte, dass ich stürzte und hob mich jedes Mal wieder auf die Beine. Alles was mich von den Wilden in ihren Zellen trennte, war eine Art leuchtendes Energiefeld. Es blitzte grell und blau, wenn eines der Biester mich anspringen wollte. Die Kraft der Barriere schleuderte den Angreifer vor Schmerzen schreiend in den hinteren Teil der Zelle zurück, wo er sich gleich einem Tier zusammenkauerte und mir hinterherblickte.
Ich war sicher, geschützt von einer unsichtbaren Wand. Die Technik war besser als die Gitterstäbe einer Gefängniszelle auf der Erde, zuverlässiger.
Himmel, das also war es, was mir bevorstand? Von mir wurde erwartet, dass ich mich so einem Atlanen als Partnerin zur Verfügung stellte? Ich sollte darauf vertrauen, dass er mich nicht verletzten würde? Oh Scheiße.
“Ist er das?” flüsterte ich.
Dax ließ mich los und fast wünschte ich, er hätte es nicht getan, denn die sanfte Wärme seiner riesigen Hände verhinderte, dass ich panisch wurde. “Nein.”
Sarah schüttelte den Kopf und fasste zügig nach meiner Hand. Ich war erleichtert, dass sie mitgekommen waren. Worauf hatte ich mich nur eingelassen? Wieso hatte ich mir gedacht, ich könnte meinen Partner mal einfach so aus dem Bestienmodus herausficken? Offensichtlich hatte ich eine falsche Vorstellung davon, was es mit dem Bestienmodus überhaupt auf sich hatte. “Pssst,” entgegnete Sarah. “Denk dran, er ist in Zelle Nummer elf.”
Ja, jetzt erinnerte ich mich. Dax lief weiter und ich fiel hinter ihm zurück, Sarahs Arm war in einer Geste der moralischen Unterstützung mit dem meinen verhakt, sie bot mir die Unterstützung, die ich so dringen brauchte. Vielleicht hielt sie mich auch fest, damit ich es mir nicht anders überlegte und davonrannte. Mein Partner war schließlich auch ihr Freund und sie wollten seine Hinrichtung verhindern. Wenn nur ich ihn retten konnte, würden sie mich, wenn nötig, höchstwahrscheinlich auch an den Haaren diesen Korridor entlang schleifen.
“Er wird nicht so sein. Unmöglich. Versprochen,” gelobte Sarah.
Ein Schauer lief mir über den Rücken und ich kaute auf meiner Unterlippe herum. Wenn sich die Atlanen so aufführten, nachdem sie die Kontrolle über ihre Bestie verloren hatten, einem wilden … Ungetüm in ihrem Inneren, dann ergab die Sache mit der Hinrichtung plötzlich viel mehr Sinn. “Woher willst du das wissen? Wann hast du ihn das letzte Mal gesehen?”
Sie drückte meinen Arm, als Dax um eine Ecke herum zur letzten Zelle lief. “Vor zwei Tagen. Damals redete er noch und sah fast ganz normal aus.” Sie ließ meinen Arm los, umarmte mich kurz und seufzte. “Ich drücke dir die Daumen, Tiffani. Gib nicht auf. Deek ist nicht nur ein großartiger Kommandant, sondern auch ein hervorragender Kriegsfürst. Ein feiner Atlane. Du wirst das schaffen.”
Darauf entgegnete ich nichts, denn ich folgte Dax und erblickte zum allerersten Mal meinen Partner.
Er kauerte inmitten seiner Zelle, erwartete uns, als hätte er uns kommen hören. Weder knurrte noch fauchte er, aber seine dunklen Augen inspizierten uns mit raubtierhafter Aufmerksamkeit und ich spürte, wie meine Hände zu zittern anfingen. Heilige Scheiße.
Er war gutaussehend und sogar noch größer als Dax, zumindest jetzt. Während die anderen Bestien mich Momente zuvor mit ihrem Zähnefletschen zu Tode erschreckt hatten, schien Deeks Bestie irgendwie ruhiger zu sein und er schien seinen Körper unter Kontrolle zu haben. Ich konnte mir mühelos vorstellen, wie er auf dem Schlachtfeld seine Feinde mit bloßen Händen in Stücke riss. Mit einem Kilt und einem Breitschwert über den Rücken geworfen, würde jede Frau auf der Erde bei seinem Anblick vor Lust keuchen, trotz der abschreckenden Zähne, die ich in seinem Mund erblickte, als er den Blick auf mich wandte um mich zu inspizieren.
Ich wusste, dass er nicht viel von mir erkennen konnte, nicht mit dem gigantischen Umhang, der mich fast gänzlich verhüllte, aber selbst als Dax an das Energiefeld herantrat, wandte er seinen Blick nicht mehr von mir ab. Er blickte hinauf in die nächste Ecke der Zelle, wo eine Überwachungskamera angebracht war. Sie war winzig, nicht größer als eine Zehncentmünze zu Hause, aber Sarah hatte mir gesagt, dass die Kamera alles, was in der Zelle vor sich ging, sehen und hören konnte.
“Ich grüße sie, Herr Kommandant.”
“Dax.” Daraufhin rührte sich die Bestie, sie erhob sich aus ihrer Hockstellung und richtete sich zu ihrer ganzen Größe auf. Sie schritt vorwärts, immer näher, bis die beiden Krieger sich mit dem Energiefeld in ihrer Mitte gegenüberstanden. Eine Mischung aus Staunen und Nervosität ließ mich einen Schritt zurückweichen. Er war beinahe einen Kopf größer als Dax, aufgerichtet war er um die zwei Meter vierzig groß. Auch er war nackt und beim Anblick seiner massiven Brust und strammen Schenkel musste ich praktisch geifern. Sein riesiger Schwanz war zur Schau gestellt, er war vollständig aufgerichtet und einsatzbereit.
Oh Gott! Er war bereit für mich. Ich war schließlich seine Partnerin und dieses Teil war für mich bestimmt! Die Vorstellung bewirkte, dass sich meine Pussy zusammenzog und die Bestie erstarrte, sie schnaubte, als könne sie meine Erregung riechen. Konnte sie das etwa?
Dax atmete tief ein, als wolle er etwas sagen, aber mein Partner schnitt ihm das Wort ab und wandte sich mir zu. Ich fühlte mich nackt und transparent, trotz meines schweren Mantels.
“Wer?” Er schien Mühe zu haben, dieses eine Wort zu formulieren, aber er machte in seiner Zelle einen Schritt zur Seite und trat näher an mich heran. Je mehr er sich annäherte, desto rasanter pochte mein Herz. Wie ein Reh im Scheinwerferlicht erstarrte ich, meine Pussy war von einem einzigen Wort bereits klatschnass. Der Klang seiner Stimme ließ meine Nervenenden kribbeln und meine Brüste wurden schwer. Gott, er war scharf. Gewaltig. Furchteinflößend. So stark, er konnte mich mühelos zerrupfen. Und das erregte mich. Ich wollte ihn stärker, als irgendjemand anderes zuvor. Mein Verlangen für ihn war unmittelbar und übereilt.
Ich sollte mich ihm, einem völlig Fremden, anbieten. Jetzt sofort. Und ich sollte ihm die Handschellen überstülpen, wenn er nicht hinsehen würde. Ich kam mir vor wie ein sechs Wochen altes Kätzchen, das es mit einem ausgewachsenen Tiger aufnehmen würde. Gegen ihn konnte ich unmöglich gewinnen.
Sarah legte erneut ihre Hand auf meine Schulter und sie beugte sich vorwärts. Ich erschrak und atmete tief durch, denn wenn ich das durchziehen wollte, musste ich mich zuerst beruhigen.
“Vertrau mir. Er interessiert sich bereits für dich. Siehst du, wie er dich anschaut? Er ist dein Partner. Er gehört dir. Und du gehörst ihm. Seine Bestie wird dich erkennen, vielleicht weiß sie es bereits, auch wenn er es noch nicht versteht. Du schaffst das.”
Ich schaffe das. Ich schaffe das. Ich schaffe das. Im Stillen wiederholte ich diese Worte, ich warf alle anderen Gedanken über Bord und zwang mich, ruhig zu bleiben. Ich achtete nicht weiter auf seine Größe, sondern betrachtete nur seinen prachtvollen Körper. Sein Schwanz war lang und dick—größer als alles, was ich zuvor gesehen hatte—, er war dunkelviolett, mit einer breiten, ausgestellten Spitze. Eine dicke Vene wölbte sich an seinem Schaft entlang. Ich stellte mir vor, wie er mir näherkommen wollte, mich füllen wollte. Ich stellte mir vor, wie dieser kolossale Körper mich wie ein Spielzeug anhob und gegen die Wand presste, mich bis zur Besinnungslosigkeit fickte, mich kommen ließ. Diese Kreatur gehörte mir. Laut irdischem Recht, laut Atlanischem Recht und laut jener abgefahrenen, futuristischen Wissenschaft, die das Bräute-Zentrum anwandte, um sicher zu stellen, dass wir miteinander kompatibel waren. Er gehörte mir und ich würde nicht zulassen, dass sie ihn abschlachteten, nur weil ich mich zu sehr fürchtete, mich von ihm ficken zu lassen.
Ich schaffe das.
Deek kam einen weiteren Schritt näher, ich hob meinen Kopf und schaute ihn an. Sein Blick hatte sich von dem eines Jägers, der kurz davor stand, tödlich zuzuschlagen, zu etwas sehr viel Interessanterem gewandelt, wenn auch bei weitem nicht weniger Intensivem.
Ich hob meine Hände und blickte zum Kriegsfürsten Dax, damit der mir grünes Licht gab. Er schaute auf die Überwachungskamera, die jetzt merkwürdig gelb blinkte, dann nickte er mir zu. “Nur zu, Tiffani. Die Kamera ist aus.”
“Tiffani.” Deeks Stimme war rau und tief, sie erinnerte mich an den verzerrten Klang einer Stimme aus einem Basslautsprecher.
Ich nahm meine Kapuze ab und wandte mich meinem Partner zu. “Hallo Deek.”
Er antwortete nicht verbal, sondern ein tiefes, dröhnendes Knurren erfüllte den Raum, das Geräusch war so laut, es hallte in meiner Brust wieder, wie das Wummern der Bässe in einem Nachtklub. Er starrte mich an und ich konnte meinen Blick nicht mehr abwenden, egal, wie sehr ich es auch wollte. Ich war wie hypnotisiert.
Als wir uns einfach nur in die Augen starrten, war mein Herz kurz davor, aus meiner Brust zu springen und Dax schritt schließlich ein. “Sollen wir sie reinlassen, Herr Kommandant? Sie haben alle anderen abgelehnt.”
Mein Partner beantwortete die Frage, indem er sich von dem Energiefeld entfernte und mein Herz sank. Verdammt. Er war groß und furchteinflößend, aber er wollte mich nicht. Selbst dem Fieber erlegen und mit seinem Hinrichtungstermin vor Augen weigerte er sich.
Ganz hinten in seiner Zelle angekommen, neben einem großen Bett, drehte er sich um, dann legte er die Hände über den Kopf und flach gegen die Wand. Ich wandte mich Dax zu. “Was macht er da?”
Dax lächelte unverfälscht und ich entspannte mich. “Er muss sich mit erhobenen Händen an die hintere Zellenwand stellen, bevor ich das Energiefeld deaktivieren kann. So verlangt es das Protokoll zum Schutz der Wachen und Besucher.” Daxs Lächeln verschwand, als er zu Deeks muskelbepackter Statur und wieder zu mir blickte. “Vorsicht, Tiffani. Er ist kein Mensch. Er wird dir nicht weh tun wollen, das weiß ich, aber sei lieb zu ihm.”
“Lieb?” Sollte das ein Scherz sein? Ich? Lieb sein?
Sarah hüpfte aufgeregt umher. “Schnell, lass sie rein!”
Ich schaute zu Sarah und die Frage, die Dax einen Moment früher an Deek gerichtet hatte, drang schließlich in meinen vor Lust und Angst wie vernebelten Verstand vor. “Welche anderen hat er abgelehnt?”
Sie verdrehte die Augen. “Haufenweise Frauen waren hier, haben sich ihm angeboten. Wenn ein Atlane zur Bestie wird, werden ihm willige Frauen wie bei einer Modenschau auf den Laufsteg vorgeführt. Sollte er auf eine davon reagieren, werden die Frauen in seine Zelle gelassen, damit sie ihn als Partner beanspruchen können.”
Ich drehte mich wieder um und beobachtete Deek, seine Hände waren zu Fäusten geballt gegen die Wand gepresst, als würde er darum ringen, die Beherrschung nicht zu verlieren. “Und das funktioniert?”
“Hin und wieder. Aber nicht im Falle des Kommandanten. Er hat mindestens zwanzig Frauen verschmäht, einschließlich seiner Verlobten.”
“Seiner was?” Hatte ich richtig gehört? Er hatte eine Verlobte? Wut und Eifersucht kamen in mir auf, als ich ihn weiter musterte. Er gehörte mir und nicht irgendeiner Verlobten. Diese ganze bestialische Geilheit gehörte verflucht nochmal mir.
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