Kitabı oku: «Von den Viken erobert»

Yazı tipi:

Von den Viken erobert
Interstellare Bräute® Programm, Band 14
Grace Goodwin


Inhalt

Willkommensgeschenk!

Interstellare Bräute® Programm

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Epilog

Willkommensgeschenk!

Interstellare Bräute® Programm

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Über Die Autorin

Von den Viken erobert Copyright © 2020 durch Grace Goodwin

Interstellar Brides® ist ein eingetragenes Markenzeichen

von KSA Publishing Consultants Inc.

Alle Rechte vorbehalten. Dieses Buch darf ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis des Autors weder ganz noch teilweise in jedweder Form und durch jedwede Mittel elektronisch, digital oder mechanisch reproduziert oder übermittelt werden, einschließlich durch Fotokopie, Aufzeichnung, Scannen oder über jegliche Form von Datenspeicherungs- und -abrufsystem.

Coverdesign: Copyright 2020 durch Grace Goodwin, Autor

Bildnachweis: Deposit Photos: nazarov.dnepr, magann

Anmerkung des Verlags:

Dieses Buch ist für volljährige Leser geschrieben. Das Buch kann eindeutige sexuelle Inhalte enthalten. In diesem Buch vorkommende sexuelle Aktivitäten sind reine Fantasien, geschrieben für erwachsene Leser, und die Aktivitäten oder Risiken, an denen die fiktiven Figuren im Rahmen der Geschichte teilnehmen, werden vom Autor und vom Verlag weder unterstützt noch ermutigt.

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Interstellare Bräute® Programm

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1


Violet Nichols,

Abfertigungszentrum für Interstellare Bräute, Miami

Das hier konnte nur ein Traum sein. Aber es war so echt. So verdammt echt.

Ich war nackt und hatte die Augen verbunden. Das subtile Stöhnen eines Mannes kam mir zu Ohren und seine Laute überfluteten meine Mitte mit feuchter Hitze. Allerdings brauchte ich kein Augenlicht um zu merken, dass ein paar starke Hände meine Hüften hielten und ich auf dem Gesicht eines Mannes saß, der dabei war meine Muschi auszulecken. Meine Schenkel pressten gegen seine Ohren und er war so verdammt geschickt, dass meine Beinmuskeln nur so zuckten und sich im Takt seiner Zunge verkrampften und wieder entspannten. Dann saugte er meinen empfindlichen Kitzler mit genau dem richtigen Druck in seinen Mund und ließ ihn wieder los. Wieder und wieder. Als er die Spitze meines hochempfindlichen Zipfels schnippte, musste ich stöhnen. Seine Hände waren groß und seine Finger lang genug, um meine schlüpfrigen Falten für den zärtlichen Übergriff geöffnet zu halten. Wieder und wieder brachte er mich zum Erbeben, wechselte er zwischen forderndem Saugen und sanftestem Streichen. Für einen Mann seiner Größe ging er außerordentlich behutsam vor.

Ich konnte ihm aber kein Kompliment dafür aussprechen; ich konnte nur mit einem sexy Stöhnen und verzweifeltem Winseln nach mehr betteln, denn während er sich an mir zu schaffen machte, schob mir ein zweiter Mann seinen Schwanz in den Rachen. Sein dicker Kolben war geschmeidig und zugleich hart wie Stahl. Er lag auf meiner Zunge und ich wirbelte um ihn herum und leckte ihn, dabei spürte ich eine pulsierende Vene, die sich an seinem Schaft entlangschlängelte.

Schließlich zog er zurück, damit meine Zungenspitze den Rand seiner Eichel lecken und ich einmal tief Luft holen konnte, bevor er meine Lippen ein weiteres Mal öffnete und tief in meine Kehle stieß. Sein gefälliges Knurren und die Art, wie seine Hand sich in meinem Haar vergriff, waren der Beweis für mein Geschick. Meine Hand ruhte auf seinem Abdomen, meine Fingerspitzen erkundeten die Definition seiner gestählten Bauchmuskulatur und ich befühlte ihn fordernd, als ob er mir gehörte. Als er innehielt, zurückzog und fast die Kontrolle verlor, ließ ich keineswegs locker, sondern nahm ihn tiefer und schluckte ihn voller Eifer runter, als ob ich das Recht hatte ihn in den Wahnsinn zu treiben. Ich ließ meine Hand nach unten gleiten, umfasste vorsichtig seine Eier und zog ihn näher heran, ohne dabei auf sein warnendes Knurren zu achten. Er gehörte voll und ganz mir, ich ließ ihm keine Chance zu entkommen und wusste zugleich, dass er nirgendwo anders sein wollte als hier.

Und das war noch nicht alles. Sie waren noch gar nicht komplett. Dieser Traum? Hatte noch mehr auf Lager.

Ihn. Der dritte Typ, der mich anfasste. Ich wurde regelrecht belagert, dennoch fühlte ich mich komplett sicher. Nein, mehr als sicher. Triebhaft. Verzweifelt. Als ob ich gleich in eine Million Teilchen zerspringen würde—wollte—und wusste, dass sie mich auffangen würden. Drei Männer, und alle gehörten mir. Einer war dabei meine Muschi auszuessen, einer in meinem Schlund und ein dritter—ich hielt ihn am Schwanz fest, streichelte ihn vom Schaft bis zur Spitze und mit dem Daumen verschmierte ich seinen sickernden Vorsaft.

Nie hatte ich einen derartig langen, derartig dicken Schwanz befühlt; meine Finger umschlossen ihn nicht einmal. Und er kniete nicht einfach nur an meiner Seite, damit ich ihm einen Hand-Job verpassen konnte. Nein, auch er war dabei mich zu befummeln. Seine mächtigen Handflächen umfassten meine Brüste und er zwirbelte und zwackte meine Nippel. Während die anderen beiden überaus sorgfältig vorgingen, so war dieser hier noch fordernder. Er zwickte mich fester als erwartet und zog meine Nippel in die Länge, sodass es leicht weh tat. Diese Geste allein bewirkte, dass ich noch heftiger abging. Er machte es noch besser. Ich stand kurz vorm Finale, kurz vorm Höhepunkt. Gott, ich war so kurz davor.

Dann wanderte seine andere Hand weiter runter zwischen meine Pobacken und sein Daumen begann zart meine Rosette zu umkreisen. Der Schock dieser Berührung ließ mich stöhnend zusammenzucken und ich schob mich noch leidenschaftlicher auf den Mund des ersten Mannes. Ich wollte mehr. Ich brauchte etwas in mir drin. Meine Muschi war leer und sehnsüchtig. Sie schmerzte. Ich wollte sie alle. Sie sollten mich ausfüllen und mir ihren Samen, ihre Ekstase schenken.

Es war ein seltsamer Gedanke, aber ich sträubte mich nicht dagegen. Irgendwie wusste ich, dass ihr Samen Wunder wirkte, dass seine Feuchte auf meiner Haut, sein Aroma auf meiner Zunge mir einen derartig heftigen Orgasmus bescherte, dass mir der Atem wegblieb. Und ich wollte es, sie sollten mir alles geben. Sie sollten mir das Gefühl geben, dass ich ihnen gehörte und sie mir.

Und das macht meine Muschi noch feuchter, denn ich wollte genau … das. Irgendwie wusste der Mann unter mir bestens Bescheid und er leckte, schnippte und kreiste jetzt langsamer, dann schob er seine Zunge in meine Muschi, fickte mich und neckte mich auf eine Art, die einfach nicht genug für mich war.

Ich konnte nicht reden, hatte allerdings andere Kommunikationsmittel zur Verfügung. Ich packte den Schwanz des dritten Mannes noch fester und biss die harte Länge des zweiten mit den Zähnen; nicht so fest, dass es schmerzte, aber eindringlich genug, damit er verstand, dass ich genug hatte von ihren Neckereien. Ich spielte mit ihm. Ich wollte kommen, und zwar so dringend, dass es sich anfühlte, als würde mir gleich das Herz aus der Brust springen.

“Unsere Partnerin hat Ansprüche.” Die Worte waren mit demselben Verlangen verbunden, wie ich es verspürte, aber ein Klacks Humor schwang ebenfalls mit. Hätte mein Schwanz zwischen ein paar kräftigen Beißern gesteckt, dann hätte ich wohl keine Witze gerissen.

“Vielleicht sollten wir ihr klar machen, wer hier das Sagen hat.” Die Hand an meinem Arsch rutschte tiefer und die Daumenspitze des dritten Mannes drang in mich ein. “Und wer nicht.” Er flüsterte mir ins Ohr und sein heißer Atem war so aufregend, dass ich nur noch winseln konnte, während er sich an meinem Arsch zu schaffen machte. Er spielte ein bisschen herum, ließ seinen Daumen rein- und rausgleiten und gab mir unmissverständlich zu verstehen, dass er noch mehr im Repertoire hatte.

Ich wollte sie anflehen, konnte aber nichts ausrichten. Ich war ihnen absolut ausgeliefert und dieser Umstand machte mich ganz wild, ja zügellos.

Meine Güte, er sollte weiter machen. Ich wollte genau da von ihm gefickt werden. Er sollte mich mit seinem Schwanz füllen, während der andere meine Muschi nahm und ich den dritten mit meinem Mund eroberte. Es würde so gut werden. Ich wusste, dass es gut werden würde. Ich erinnerte mich …

Stopp. Was? Das war unmöglich. Das hier war nur ein Traum. Ich war nie mit drei Männern zusammen gewesen. Hatte nie auch nur daran gedacht. Aber das hier war mein Traum und ich konnte tun und lassen, was immer ich wollte. Mit wem auch immer. Oder gleich mit dreien.

Im Traum war es ja wohl erlaubt mit drei Männern zu vögeln. Hier durfte ich schwitzige Forderungen stellen. Mich der Lust hingeben, während meine Nippel sich zu festen Gipfeln aufstellten, die so sensibel waren, dass ich schon vom bloßen Herumgezupfte daran hätte kommen können. Und das Kitzlergesauge erst …

Oh ja, das war die beste Nummer aller Zeiten. Früher hatte ich mich zwar gelegentlich auslecken lassen, aber ich war nie auf einem Gesicht geritten. Nie hatte ein Mann einfach … gewusst, was ich brauchte. Keiner hatte das Gespür dafür gehabt, dass ein Schwanz in meinem Mund mich heiß, unterwürfig und total versaut machen würde. Und ich war weit davon entfernt, mich dafür zu schämen. Es gab keine Schuldgefühle, keine Verurteilungen und keine stirnrunzelnde alte Schabracke, die mich tadeln würde, weil ich so herrlich versaut war. Was gab es Besseres, als regelrecht verehrt zu werden? Angebetet? Mit Wonne überhäuft?

“Komm für uns. Komm für mich und ich gebe dir all das, was du dir wirklich wünschst, Liebling. Ich werde deinen straffen Arsch ficken.” Der Daumen presste tiefer in mich hinein, gerade weit genug, damit ich den Rücken durchdrückte und mich nach hinten schob. Ich wollte mehr, wollte genau das, was er mir versprach. Groß. Hart. Tief.

Die Faust in meinem Haar zog mich nach hinten und zwang mich dazu, den Schwanz in meinem Mund freizulassen. Der Mann unter mir saugte feste meinen Kitzler und schnippte ihn jetzt schneller als zuvor. Ich wurde umzingelt. Dominiert. Ich war ihnen und ihren Gelüsten ausgeliefert und es machte mich geil. Ich liebte es einfach und der Orgasmus überkam mich wie ein Feuerwerk. Ich schrie meine Erlösung heraus, bis meine Ohren rauschten und meine verkrampften Muskeln sich entspannten. Meine Muschiwände aber zogen sich … um nichts zusammen.

“Ist es das, was du brauchst, Liebling?” wurde ich von einer rauen, tiefen Stimme gefragt. Es war der zweite Mann, der Mann, dessen Geschmack auf meiner Zunge lag. Das hitzige Kribbeln seines Vorsafts ergab für mich keinen Sinn, aber voller Enthusiasmus rollte ich das Aroma auf meiner Zunge hin und her. Das hier war zwar mein Traum, aber er blieb vage. Ich kannte ihre Namen nicht, wusste aber, dass sie groß, kräftig und überaus muskulös waren. Entgegen aller Vernunft wusste ich einfach, dass sie mir gehörten. Und das reichte mir.

“Nein,” sprach ich und konnte mir mein höhnisches Grinsen einfach nicht verkneifen. “Das reicht nicht. Ich brauche meine Partner. Ich brauche euch in mir drin.” Es war ein Spiel mit dem Feuer, ich führte sie in Versuchung, pushte sie ans Limit der Selbstbeherrschung. Normalerweise hätte ich jetzt kalte Füße bekommen, aber das hier war mein Traum-Ich und dieses Ich schämte sich weder für seine Triebe, noch für seine Wünsche. Sie brauchte es und ihre Partner würden es ihr besorgen. Dieses Wissen wirkte fast schon wie eine Droge und erfüllte mich mit einem Selbstvertrauen und einer Dreistigkeit, die ich nie zuvor im Bett erlebt hatte. Nie.

“Du notgeiles Ding. Noch nicht einmal gefickt haben wir dich,” sprach der zweite Mann. Eine Hand strich über meine Wirbelsäule. “Du brauchst mehr? Wir sollen dich nehmen? Dich für immer zu unserer Frau machen?”

Bei dieser Aussicht zogen sich meine Muschiwände zusammen. Oh ja, genau das wollte ich. So dringend. “Ja.” Ja! In Gedanken brüllte ich es regelrecht heraus, aber mein Traum-Ich schien mich nicht gehört zu haben, oder sie hatte es einfach zu eilig. Die zügellose Schlampe wusste, dass sie genau das bekommen würde, was sie/ich wollte.

“Ich hoffe, du bist fit. Deine Männer brauchen dich und deine Muschi. Deinen Mund. Diese üppigen Brüste. Diese perfekten Rosette zwischen deinen Arschbacken.” Die Hand an meinem Hintern rührte sich, sodass ihr Daumen in mich eindrang und ich keuchte laut. “Jeder Millimeter gehört uns, oder wird zum Ende dieser Nacht uns gehören.”

Ach du meine …

Angeblich gab es ja Frauen, die im Traum einen Orgasmus haben konnten. Ich war jetzt definitiv auch eine davon. Und da es ein Traum war, beschloss ich, dass ich multiorgasmisch sein konnte. Warum sollte nach einem bereits Schluss sein? Ich war viel zu heiß und aufgegeilt, um jetzt aufzuhören.

“Ich will es. Alles, was ihr mir geben könnt.” Ich war zwar noch nie in den Arsch gefickt worden und hatte auch kaum Erfahrung mit Analspielchen, aber diesen dreien hier würde ich mich nicht vorenthalten. Wenn es irgendjemanden gab, der mich so grundlegend unterwerfen konnte, dann diese hier.

“Ganz richtig.” Der erste Mann sprach und jedes seiner Worte wurde mit einem Kuss auf meinen Kitzler betont, als ob er Hallo sagte. Seine Stimme dröhnte sogar noch tiefer, sein Sprechrhythmus war langsamer, als ob er alle Zeit der Welt hätte … oder zumindest die ganze Nacht und offensichtlich gefiel ihm die Sache. “Der Orgasmus von eben sollte dich nur auf uns einstimmen und sicherstellen, dass deine Muschi schön weich ist. Geschwollen. Feucht.”

Das letzte Wort war halb verführerisch, halb verheißungsvoll und mein gesamter Körper erbebte als Antwort darauf. Ich war eben gekommen, aber mein Körper war dermaßen aufgedreht, dass ich mehr als bereit war zu betteln. “Gebt mir eure Schwänze,” bettelte ich. “Ich will sie. Sofort.”

“Miss Nichols.”

Nein! Nein. Verschwinde. Eine nervige Frauenstimme störte meinen Traum. Ich wollte die Hand heben und sie wegscheuchen, konnte es aber nicht. Ich war festgenagelt. Wie konnte sie es wagen, mich und meine drei Männer zu unterbrechen?

“Miss Nichols,” wiederholte sie.

Ich riss die Augen auf und erblickte den klinischen, sterilen Examensraum im Bräutezentrum. Graue Wände. Weiße Fliesen. Meine Handgelenke waren an den merkwürdigen Untersuchungsstuhl geschnallt und die Fesseln waren so solide, dass selbst ein außerirdischer Krieger sie nicht hätte knacken können. Scheiße.

Ich wollte nicht hier sein. Ich wollte dort sein. Mit meinen drei Männern. Ich wollte mich zum ersten Mal in meinem Leben sexy und ungehemmt und vollkommen frei fühlen. Ich kniff die Augen zu und wollte die Realität ausblenden.

Aber wie immer würde ich wohl enttäuscht werden. Es war nur ein Traum. Ein wertloser, unbedeutender Traum, der mir all das vorgeführt hatte, von dem ich nicht einmal zu träumen gewagt hätte und von dem ich wusste, dass ich es nie bekommen würde.

Trion. Das war mein Ziel. Ich musste meine Schwester, die sich jetzt auf diesem Planeten befand, wieder zur Vernunft bringen. Und da ich wusste, dass diese Trionischen Männer hardcore dominant waren und ihre Frauen nicht teilten, hatte ich mich bereits mit der Vorstellung angefreundet auf diesen abtrünnigen Planeten transportiert und umgehend von meinem neuen Partner gefesselt zu werden, damit er mir den Arsch versohlen konnte. Aber mit drei Männern? Das passte so gar nicht zu Trion. Egal, wie verfickt großartig es gewesen war. Es war ein Traum, mehr nicht.

Großer Gott. Meine Haut war schweißgebadet, meine Muschi nach dem ersten Orgasmus, den sie mir beschert hatten immer noch geschwollen und flattrig. Und genau wie im Traum war ich immer noch aufgeheizt. Bedürftig. Ich brauchte nur die Augen zu schließen und schon konnte ich an meinem Rücken die eindringliche Berührung meiner Liebhaber spüren. Mein fester kleiner Kitzler war gereizt und geschwollen. Meine Nippel schmerzten, nach dem an ihnen herumgespielt worden war. Meine Kiefermuskulatur war nach einem tiefen Blowjob ganz lahm und müde.

Und doch war alles eine Illusion. Totaler Psychomist. Diese Männer waren nicht hier. Aufseherin Egara aber war da. Nicht, dass sie nicht attraktiv war, aber die Frau war einfach nicht mein Typ. Nein. Mit einem großen N.

Ich seufzte resigniert, öffnete die Augen und erblickte die Aufseherin, die mit der Geduld einer verdammten Heiligen auf mich runter starrte. Sie hatte diesen Ausdruck von einer Krankenschwester auf dem Gesicht, nämlich wenn sie darauf warteten, dass man sich mit den eben überbrachten schlechten Neuigkeiten arrangierte. Sehen sie diese gigantische Nadel? Ja? Die muss in ihre Wirbelsäule. Ihr Rückenmark wird sich dabei so anfühlen, als ob es mit einer Faust zerdrückt wird. Tut mir leid, Schätzchen.

Aufseherin Egara hob eine Augenbraue. “Miss Nichols, können sie mir folgen?”

“Ich wette, dass alle Frauen, die sie aus dem Testtraum reißen sie genauso hassen wie ich jetzt gerade,” motzte ich, weil ich sie in diesem Moment einfach verachtete.

Sie beugte sich über mich, ihre Uniform war wie aus dem Ei gepellt, ihr gepflegtes, dunkelbraunes Haar war zu einem ordentlichen Knoten gesteckt und ihre Miene war beinahe streng, ihre grauen Augen aber waren eigenartig traurig, als ob sie das Leid der gesamten Welt auf den Schultern trug. Vielleicht war das ja der Fall, schließlich leitete sie das Match-Making zwischen Erdenbräuten und dem Rest des Universums. Obwohl, meine Äußerung bewirkte, dass sich ihr Mundwinkel leicht nach oben bog. “Wahrscheinlich.”

“Und ich habe nicht drei heiße, gut bestückte Typen um ihre Schwänze angebettelt, sondern sie. Oder? Bitte sagen Sie mir, dass ich das nicht laut gesagt habe.”

Jetzt musste sie lächeln. “Keine Sorge, ich habe schon Schlimmeres gehört.”

Hah! Nicht von mir, das durfte nicht wahr sein. Es war mir so peinlich, ich wollte mich in eine Pfütze auflösen und vom Stuhl fließen. Ich begann hin und her zu rutschen, so gut wie möglich jedenfalls, denn der Stuhl war hart und unnachgiebig und meine Handgelenke waren gefesselt. “Also war mein Test völlig normal? Das war völlig normal?”

Sie nickte, dann trat sie einen Schritt zurück.

“Wenn es normal war, warum haben sie uns dann unterbrochen? Das ist einfach nur gemein. Mädels sollten einen Traum wie diesen auskosten dürfen.”

Die Aufseherin nickte, scheinbar verständnisvoll—aber sie hatte mich immer noch mitten im besten Teil aus dem Testtraum geholt—und setzte sich hinter ihren trostlosen Schreibtisch. “Weil es schon bald kein Traum mehr sein wird. Es kann ihre Realität werden,” verkündete sie. “Wir haben ein Match für sie, Miss Nichols, mit einer Übereinstimmung von siebenundneunzig Prozent, was beachtlich ist.”

Ich nickte. “Deswegen bin ich hier. Ich akzeptiere das Match. Schicken sie mich los. Ich bin bereit.” Es war Zeit von diesem Planeten zu verschwinden und meine andere Hälfte zu finden. Wie konnte Mindy mich einfach hier sitzenlassen? Ich wollte weinen und sie gleichzeitig anschreien. Stattdessen aber blinzelte ich, bis ich meine Emotionen wieder unter Kontrolle hatte und konzentrierte mich auf die Aufseherin. Ich starrte sie an, ohne sie aber wirklich sehen zu können. Meine Gedanken wanderten zu Mindy und zu der Nachricht, die sie auf meiner Mailbox hinterlassen hatte.

Josh hat mich sitzengelassen, dieser Arsch. Ich SCHWÖRE, auf der Erde gibt es keine vernünftigen Männer mehr. Bitte sei mir nicht böse, aber ich habe mich freiwillig als interstellare Braut gemeldet. Ich gehe nach Trion! Wollte dir nur schnell Bescheid geben, damit du dir keine Sorgen machst. Ich muss los … zum Transport. ‘Beam mich hoch, Scottie!’ Ich heirate einen Alien. Ha! Ich hab’ dich lieb, Schwester. Ich melde mich sobald ich kann. Bin so aufgeregt. Ciao.

Schlussmachen per SMS war mir zwar ein Begriff, aber das hier war schlimmer. So viel schlimmer. Meine kleine Schwester—meine drei Minuten jüngere, eineiige Zwillingsschwester—hatte mir eine sinnlose Nachricht aufs Telefon gesprochen, um mir mitzuteilen, dass sie den verfickten Planeten verließ, um mit einem Alien verpartnert zu werden. Einem Trionen. Sie hatte mir von ihrem Vorhaben nichts erzählt. Nein, sie hatte mir erst Bescheid gegeben, als sie kurz davor stand den verdammten Planeten zu verlassen. Als die Sache besiegelt war. Ich wusste überhaupt nichts über Trion, außer, dass die Männer dort groß, dominant und ohne Zweifel abartig waren.

Womit ich mich arrangieren konnte. Denn nachdem ich zwei Monate lang am Boden zerstört gewesen war, würde ich mich auch davonmachen. Ich folgte Mindy, egal, wohin es sie verschlug. Wir waren identisch und auf der ganzen Welt, ja im ganzen Universum gab es niemanden, der mir näher stand als sie. Aber sie war nicht länger auf der Erde. Und ich war immer noch so verdammt wütend auf sie, weil sie mich sitzengelassen hatte.

Wenn sie mir einfach ihren Plan erzählt hätte, dann hätte ich sofort mitgemacht. Wir hätten zusammen hingehen, uns testen lassen und gemeinsam zum neuen Planeten aufbrechen können. Eine Doppelhochzeit. Unsere heißen Alien-Männer hätten sich die Hände schütteln und sich mit der Tatsache abfinden können, dass wir nur im Doppelpack zu haben waren. Zwei für eine. Unzertrennlich.

Nur war es nicht so gelaufen. Sie hatte sich ohne mich davongemacht.

Vom Freund sitzengelassen zu werden war kein Vergleich zum Verrat durch meine rücksichtslose, impulsive, verantwortungslose Schwester. Meine Aufgabe war es auf sie aufzupassen und sicher zu stellen, dass sie sich keinen Ärger einhandelte. Ich war nur ein paar Minuten älter, aber meistens kam es mir vor wie ein paar Jahre.

Heute fühlte es sich an wie zwanzig.

Mindys Coup war vernichtend und selbst jetzt musste ich angesichts dieser bitteren Zurückweisung die Tränen unterdrücken. Es war schlimmer als jede gefloppte Beziehung. Schlimmer, als unsere Eltern uns vor dem Haus unseres Cousins abgeliefert hatten und nie mehr zurückgekommen waren. Schlimmer als die Absage vom College meiner Träume. Schlimmer sogar als Mindy sich geweigert hatte sich bei einem College zu bewerben und stattdessen entschlossen hatte Zahnarzthelferin zu werden.

Ich hasste Zähne. Hasste den Zahnarzt. Ich wollte Architektin werden, aber wegen meinem dürftigen Notendurchschnitt und meiner sehr durchschnittlichen Punktezahl bei der Aufnahmeprüfung hatten sich die großen Universitäten nicht gerade darum gerissen mich mit Stipendien zu überhäufen. Als Mindy sich geweigert hatte, überhaupt irgendeine Bewerbung zu verschicken, hatte ich mich mit dem Unvermeidbaren abgefunden und war zur Berufsschule gegangen. Jetzt machte ich technische Zeichnungen für eine Gruppe fünfzigjähriger, bierbäuchiger Männer, deren übellaunige Ehefrauen und pubertierende Kinder mich bei ihren Bürobesuchen wie eine Bedienstete oder ihr Liefermädchen behandelten.

Mindys Fortgang war für mich wie der Tod. Ein Teil von mir lag im Sterben und es tat so verdammt weh, dass ich kaum noch klar denken konnte. Der andere Teil von mir war so unglaublich wütend, dass ich auf sie einprügeln wollte, sobald ich sie auf Trion wiedersehen würde. Ich wollte sie anschreien. Ihr eine Ohrfeige verpassen und eine Erklärung verlangen. Hasste sie mich wirklich so sehr?

Mein unbekannter Alien-Mann würde sich damit abfinden müssen, dass die Suche nach meiner Schwester für mich oberste Priorität hatte. Sobald ich mich vergewissert hätte, dass es ihr gut ging und nachdem ich sie erschlagen hätte, könnten wir zur Sache kommen. Dann würde ich den heißen Traum Realität werden lassen und mit einem sexy Alien-Feger ein paar—hoffentlich—atemberaubende Orgasmen bekommen.

Ich war nicht gewalttätig. Noch nie. Ich hatte nie jemanden geschlagen, war nie in eine Prügelei verwickelt. Das war Mindys Spezialgebiet. Ich war die Ruhige. Die Verantwortungsbewusste. Die Selbstbeherrschte. Diejenige, die immer zwei oder drei oder zehn Schritte im Voraus dachte. Sie brachte uns in Schwierigkeiten und ich holte uns wieder heraus.

Diesmal aber fürchtete ich, dass ich sie nicht wieder rausreißen konnte. Ich fürchtete, dass ich sie für immer verloren hatte. Ich hatte einfach nur Angst.

Ich wollte nicht allein bleiben. Vollkommen allein. Ich war noch nie allein gewesen. Meine Schwester hatte mich immer gebraucht. Immer. Und jetzt? Jetzt fühlte ich mich nutzlos. Ich war verloren.

Und natürlich hatte sie mir die Nachricht während meines wöchentlichen Meetings gesendet, sodass ich sie unmöglich aufhalten konnte. Jetzt ließ ich mich selber testen, genau acht Wochen und zwei Tage nach Mindy. Und ich hatte Riesenschiss. Nachdem ich mich endlich entschlossen hatte, war ich ins Auto gesprungen und losgefahren. Es war eines der wenigen wirklich verantwortungslosen Dinge, die ich je getan hatte. Ich hatte weder meine Wohnung gekündigt und meine Sachen verkauft noch meinen Handyvertrag stillgelegt.

Sollten sie sich doch nach meiner Abreise selber damit herumschlagen. Ich wollte weg hier, meine Schwester wiedersehen.

Ich durfte jetzt nicht zu viel darüber nachdenken—oder auch nur etwas mehr, als ich sowieso schon tat—, denn dann würde sich mein Entschluss zu endgültig und beängstigend anfühlen und ich würde wohl die Nerven verlieren.

Bald würde ich auf Trion sein, jetzt, da ich das Match akzeptiert hatte. Ich würde sie aufspüren und ihr einen wohl verdienten Arschtritt verpassen. Oder sie eigenhändig umbringen—und sie dann umarmen, um sicher zu gehen, dass wir wirklich wieder vereint waren. Nicht, dass unsere Eltern uns je in die Arme genommen oder sich irgendwie für uns verantwortlich gefühlt hätten. Wir mussten gegenseitig auf uns aufpassen, und zwar schon immer.

“Sehr gut.” Die Aufseherin klang zufrieden, wischte mit dem Finger über ihr kleines Tablet und redete weiter, “Nicht immer sind die Bräute so entschlossen wie sie. Besonders die Frauen im Knast melden sich nicht besonders gern als Freiwillige.”

“Also ich bin keine Verbrecherin, aber definitiv bereit. Meine Schwester ist bereits verpartnert worden.”

Sie blickte kurz auf. “Wie schön.” Ihrem Tonfall nach war diese Tatsache vollkommen irrelevant. Als ob. “Wir müssen noch ein paar Standardfragen durchgehen, bevor ich Sie für den Transport vorbereiten kann.”

“Legen Sie los,” entgegnete ich. Je schneller, desto besser.

“Sagen Sie mir ihren Namen.”

“Violet Nichols.”

“Sind Sie rechtskräftig verheiratet?”

Aber klar doch. “Nein.”

“Haben Sie biologische oder adoptierte Kinder?”

“Soll das heißen es gibt Frauen, die ihre Kinder zurücklassen?” fragte ich, ohne die Frage zu beantworten.

“Das wird durch diese Frage ausgeschlossen,” erklärte sie, obwohl so etwas bestimmt schon mal vorgekommen sein musste.

“Nein. Keine Kinder.”

“Stimmen Sie dem Match aus freien Stücken zu?”

Ich nickte. “Ja, tue ich. Wo muss ich unterschreiben?”

“Wir benötigen nur ihr mündliches Einverständnis, Violet, denn alles wird aufgezeichnet und archiviert. Vielen Dank.”

Dass sie meinen schlüpfrigen Traum aufzeichneten, sagte mir nicht besonders zu, aber die Aufseherin hatte mir versichert, dass ich nicht die einzige Frau war, die vollkommen aufgegeilt und irritiert aus dem Testtraum aufgewacht war. Ich war nur ein weiteres Gesicht für sie. Ein weiterer Test, ein weiterer Transport. Und bald würde ich auf Trion sein. Die Erde und dieses Testzentrum lägen dann sehr weit hinter mir.

“Toll.” Meine nackten Füße wippten auf dem harten Stuhl auf und ab, ich war plötzlich ganz euphorisch. Vielleicht war es der heiße Orgasmus aus meinem Traum, der mich so anspornte. Ich würde meine Schwester zurückbekommen und meinen neuen, rattenscharfen Alien-Partner treffen.

“Wunderbar. Das war die letzte erforderliche Frage.” Sie trat zurück und in der Wand tat sich ein Spalt mit einem hellblauen Licht auf. Der Spalt öffnete sich zu einer Art Kammer und der Stuhl bewegte sich seitwärts und genau darauf zu. Heilige Scheiße. Ich war unterwegs nach Trion. Jetzt. Sofort.

Ich schloss die Augen, bis ich genau hinterm Ohr einen Piekser spürte. Ich schrie kurz auf, aber Aufseherin Egara beruhigte mich umgehend. “Violet, das ist die neurale Prozessionseinheit, damit sie ihre Sprache verstehen. Kein Grund zur Sorge.”

Ich atmete tief aus und entspannte die Schultern. Das hier war echt. Ich war unterwegs zu Mindy. “Schicken sie mich einfach nach Trion und alles ist bestens.”

Sie blickte verwundert. “Trion?”

Ich wollte meine Handgelenke reiben, obwohl sie nicht weh taten. Ich wollte herumfuchteln, mir das Haar hinters Ohr klemmen, auf dem harten Pseudo-Zahnarztstuhl hin und her rutschen. Dieser Stich hinters Ohr war im Vergleich zu einer Novokain-Spritze ein Klacks. Bisher war es hier sehr viel angenehmer als beim Zahnarzt. Nichts als Träume mit sexy Männern. “Ja, Trion. Dort, wo ich hingesendet werde.”

Die Aufseherin musste blinzeln, dann neigte sie den Kopf zur Seite. “Warum glauben sie, dass sie Trion zugeteilt wurden?”

“Meine Schwester ist dort, also werde ich auch dorthin geschickt.” Ich war felsenfest überzeugt davon. Wir waren Zwillinge. Identisch. Wo die eine hinging, würde die andere folgen. Immer.

“Wie schön für ihre Schwester,” sagte die Aufseherin unparteiisch, als ob sie diese geschmacklosen Worte schon zu anderen Geschwistern gesprochen hatte. “Aber Trion ist nicht ihr Match.”

Meine Kinnlade klappte runter und ich starrte sie mit weit aufgerissenen Augen an. “Natürlich ist es das. Ich gehe nach Trion.”

Sie begann, langsam den Kopf zu schütteln. “Nein, Miss Nichols. Sie wurden mit Viken gematcht. Zu siebenundneunzig Prozent, was ziemlich außergewöhnlich ist, wenn man berücksichtigt, dass sie drei Kriegern zugeordnet wurden.”

Heilige Scheiße. Drei? Hatte sie eben drei Krieger gesagt?

Nein. Unmöglich. Sicher, der Traum war ziemlich geil gewesen. Rattenscharf. Unglaublich. Aber es war nicht das, was ich brauchte. Ich musste nach Trion gehen. Jetzt war ich diejenige, die verwundert dreinblickte.

“Viken? Wo zur Hölle ist Viken? Von diesem Planeten habe ich noch nie gehört.” Ich fing an, an den Handfesseln zu zerren und war plötzlich mehr als gewillt von diesem verfluchten Stuhl herunterzukommen, bevor Aufseherin Egara einen magischen Knopf drückte und mich auf den falschen Scheiß-Planeten sendete. Auf gar keinen Fall würde ich nach Viken gehen. Mindy war auf Trion. Trion!

“Viken ist ein kleiner Planet und bekannt für seine—”

Ich funkelte sie an. “Viken ist mir scheißegal.” Ich zerrte noch fester und fluchte, als die Fesseln mir ins Fleisch schnitten. Ich schwang meine Beine zur Seite, strampelte herum und versuchte verzweifelt aufzustehen. “Nein. Ich will nicht nach Viken.”

“Warum nicht? Der tiefenpsychologische Test hat ergeben, dass das ihr bestes Match ist.”

Ich stellte die Hände zu einer Stoppgeste auf, obwohl meine Handgelenke fixiert waren. “Auf keinen Fall. Ich weigere mich.”

“Das Match ist bereits gemacht worden,” entgegnete sie. “Sie haben das Match akzeptiert, mündlich und für die Aufzeichnungen. Mir sind leider die Hände gebunden.”

Oh ja, genau wie meine. Erneut zerrte ich an den Fesseln.

“Laut Protokoll muss ich sie an den Ort schicken, wo die Wahrscheinlichkeit für ein erfolgreiches Match am größten ist, und das ist Viken.”

Ich schüttelte den Kopf. Das hier war falsch. So falsch. Aber sie suchten händeringend nach Bräuten, oder? Das Bräute-Programm machte überall Werbung. Im Fernsehen. Online. Auf Bussen. Sie mussten verzweifelt sein, oder? Also würden sie mich dorthin senden, wo ich auch hinwollte. Das mussten sie. “Nein. Ich bedaure, Aufseherin. Wenn ich nicht nach Trion kann, dann gehe ich wieder nach Hause.”

“Miss Nichols, das ist leider eine Premiere.” Ihre Augen blickten nicht länger traurig, schlimmer, jetzt waren sie voller Mitleid. “Violet, sie verspielen gerade ihre Chance auf wahres Glück. Ich kann sie nicht nach Trion schicken. Die Verpartnerungsprotokolle sind sehr spezifisch. Da sie bereits zugeordnet worden sind, kann ich nichts mehr daran ändern. Ich kann sie nicht einfach auf einen anderen Planeten schicken. Sie werden dort unglücklich sein.”

Ich kniff die Augen zusammen. “Aufseherin Egara, ich werde nicht nach Viken gehen.” Ich schloss den Mund, knirschte mit den Zähnen und spuckte es aus, “Entweder ich gehe nach Trion, zu meiner Schwester, oder nirgendwo hin.”

“Aber—”

“Lassen sie mich bitte hier raus. Ich gehe wieder nach Hause.”

Die Aufseherin starrte mich eine ganze Minute lang an, offensichtlich überlegte sie, was sie mit mir tun sollte. Kam es denn niemals vor, dass Frauen ihr Match ablehnten? Ich hätte angenommen, dass sie ständig ‘Nein’ sagten. Es war doch ganz nachvollziehbar in diesem Moment kalte Füße zu bekommen, oder?

Oder war ich hier die Dumme? Die Chance auf wahres Glück einfach ausschlagen? Nein. Ohne meine Schwester gab es für mich kein Glück. Sie war meine andere Hälfte. Ich brauchte keinen Mann—oder drei. Ich musste wissen, dass sie in Sicherheit war. Glücklich. Ohne diese Gewissheit könnte ich niemals glücklich werden. Ich schwöre, mich um sie zu kümmern musste wohl in meine DNA eingebrannt sein.

“Wenn sie mich nicht gleich von diesem Stuhl lassen, dann werde ich schreien.”

Sie kam auf mich zu und blickte mir in die Augen. “Violet, sie machen einen Fehler.”

“Nein, tue ich nicht. Ich kann nicht nach Viken gehen.”

Ihr Seufzen war so eindringlich, dass es mir fast in die Knochen fuhr und es fuhr mir definitiv ins Gemüt. “Na schön.”

Der Stuhl glitt zurück in den Untersuchungsraum, die komische Wandtür verschloss sich wieder und das blaue Licht erlosch. Dann sprangen wie von Zauberhand die Handfesseln auf, sie verschwanden in den Armlehnen und ich sprang so überstürzt vom Stuhl, dass ich sie dabei fast umrempelte. Ich rieb den wunden Punkt hinter meinem Ohr, der jetzt mit einem seltsamen, schmerzenden Knubbel versehen war. Es war kein Fehler. Ich würde nur einen anderen Weg finden müssen, um nach Trion zu gelangen.

Es musste einen anderen Weg geben.

2


Calder, Viken United, Transportstation 4b

Gleich würde sie da sein. Meine Partnerin. Götter, endlich. Mein Herz hämmerte wie verrückt und ich atmete tief durch, um mich wieder einigermaßen zu beruhigen. Zwei Jahre. Zwei verfluchte Jahre hatte ich auf sie gewartet. Sie war die ganze Zeit lang irgendwo da draußen gewesen, eine Fremde, die nicht einmal ahnte, dass sie mein Match war. Zu siebenundneunzig Prozent perfekt. Die restlichen drei Prozent? An denen würden wir arbeiten. Und zwar sofort nach ihrer Ankunft.

Ich starrte auf die leere Transportfläche, eine in einer langen Reihe aus fünfzehn auf dieser Transportstation. Es war die größte in Viken United, und die geschäftigste. Kämpfer, Garden, Partner, alle wurden sie hier ein- und ausgeschleust, von fernen Planeten wie der Erde, wo meine Partnerin herkam, andere wurden in die Kampfgruppen entsendet. Ich blickte die Reihe entlang und sah, wie ein Pärchen materialisiert wurde, händchenhaltend. Er trug die schwarze, mit einem Pfeil versehene Uniform vom Sektor Zwei, sie trug das einfache Gewand einer Viken Braut.

Blanker, heftiger Neid überkam mich. Ich wollte meine Partnerin an der Hand halten, auf alle erdenklichen Weisen mit ihr zusammen sein. Ich wollte sie sicher und an meiner Seite wissen, wissen, dass sie mir gehörte. Mir.

Ungeduldig tippelte ich mit dem Fuß. Vor drei Stunden hatte man mich herbestellt, mit der Nachricht, dass sie endlich mein Match gefunden hatten. Wie lange würde es dauern, bis sie eintraf? Die Erde war Lichtjahre entfernt, aber war den Transporttechnikern denn nicht klar, dass jede einzelne Sekunde, die ich hier rumstand und wartete mir das Herz rausriss? Meine Partnerin. Es war offiziell. Sie hatte das Match akzeptiert und war bereits auf dem Weg. Sie gehörte mir.

Mir!

“Calder, schön dich zu sehen.”

Ich drehte mich um, erblickte ein bekanntes Gesicht. “Meinerseits. Zed, richtig?” ragte ich. Der hochgewachsene Vike nickte kurz und sein welliges Haar fiel ihm dabei über die Stirn.

“Ja, ist schon eine Weile her. Die Mission im Sektor siebenundzwanzig, wenn ich mich recht erinnere.”

Ich dachte zurück an die Zeit, als wir uns kennengelernt hatten, als wir gemeinsam gekämpft hatten. “Ungefähr vor drei Jahren. Das war ein verfluchtes Chaos. Zum Glück sind wir dort heil rausgekommen.” Ich wollte nicht an das Massaker denken, das wir überlebt hatten. Unsere Kampfgruppe war von allen Seiten von den Hive umzingelt worden. Mehr als zwei Wochen lang mussten wir uns zusammenraufen, Kampfgeschwader wie Geheimdienstleute. Bis die Verstärkung endlich eintraf, hatten die Hive bereits unglaublich viele Leute getötet oder assimiliert. Wir saßen in der Falle, hatten uns gegenseitig auf den Zahn gefühlt. So etwas konnte nur der Krieg bewerkstelligen; Bindungen schaffen, die mit keinen anderen Beziehungen vergleichbar waren.

Sein finsteres Gesicht verriet mir, dass auch er gerade an diese Zeit zurückdachte. “Sechs Monate später bin ich ausgeschieden.”

Er trug die schwarze Uniform des zweiten Sektors, genau wie ich ihn in Erinnerung hatte. Das rote Band an seinem Arm hatte dieselbe Farbe wie meine Armbinde. Ich trug meinem Sektor entsprechend braun, aber ich war Teil der royalen Garden. Die roten Bänder trugen nur diejenigen unter uns, die direkt den Königen dienten. Zed war mir auf Viken United aber nie über den Weg gelaufen. Ich gehörte zu den Privatgarden der Königin und war völlig vernarrt in die kleine Prinzessin Allayna. Ich liebte es einfach, die drei Könige zusammen mit ihrer Partnerin und Tochter zu sehen, aber es wurde auch jeden Tag unerträglicher. Die Einsamkeit war dabei mich zu vergiften. Ich brauchte meine Partnerin. Ich brauchte eine eigene Familie, die ich beschützen und verwöhnen konnte. Familie war das einzige, was zählte und ich hatte keine. Bis heute.

Meine Partnerin müsste jeden Moment eintreffen und es fiel mir schwer ein ernstes Gesicht aufzusetzen. “Ich bin vor zwei Jahren aus dem Koalitionsdienst ausgeschieden. Ich bin jetzt hier auf Viken United bei den Garden stationiert. Der VSS mag uns zwar hin und wieder Ärger machen, aber er ist kein Vergleich zu den Hive, den Göttern sei Dank.”

Ein unaufgeregtes Leben sagte mir viel eher zu, das einfache Leben auf Viken. Umgeben von der Natur, auf dem Land. Für das Leben im Weltraum war ich einfach nicht gemacht, auf meinem Heimatplaneten fühlte ich mich viel wohler. Mit festem Boden unter den Füßen, Bäumen und üppigen Blättern über dem Kopf. Frieden. Ich hatte meine Zeit als Kämpfer abgesessen und ich hatte mir das Recht auf eine Braut verdient. Und endlich, nach dieser langen Wartezeit war sie da. Sie würde kommen. Ich würde all das bekommen, was ich mir immer gewünscht hatte.

Daraufhin lächelte er. “Ganz meiner Meinung.” Er neigte den Kopf zur Seite. “Ich bin oben beim IQC.” Das interstellare Quantenkommunikationsfeld befand sich am Nordpol des Planeten, inmitten von Schnee, Eis und Felsen. Es war eine Einöde, in der nur die widerstandsfähigsten Tiere überleben konnten. Und die zähsten Krieger.

“Arschkalt dort,” merkte ich an. Während ich die urbaneren Wohngegenden von Viken United vorzog, stand das IQC für Einsamkeit. Er war zwar nicht allein auf dem Außenposten, aber der Standort war verdammt isoliert. Seiner ruhigen, besonnenen Art nach zu urteilen schien er ganz zufrieden damit zu sein.

Er zuckte die Achseln. “Man gewöhnt sich dran.” Er lächelte verhalten. “Und mit meiner Partnerin wird es nachts im Bett auch nicht mehr so kalt sein.”

Die Vorstellung, wie ich mit meiner eigenen Partnerin das Bett teilte, ließ umgehend meinen Schwanz hart werden. Ich verlagerte meine Haltung. “Du bist wegen deiner Partnerin hier?”

Er grinste. “Vor ein paar Stunden habe ich gehört, dass sie ein Match für mich haben.” Er plusterte stolz die Brust raus und ich verspürte denselben Übermut. “Ich kann’s kaum erwarten.”

Ich klopfte ihm kumpelhaft auf die Schulter. “Gratuliere. Ich bin auch für meine Partnerin hier. Sie muss nur noch transportieren.” Ich seufzte. “Oh Mann, ich kann dich verstehen. Mein Schwanz wird steinhart, wenn ich daran denke mein Bett und mein Leben mit meiner eigenen Frau zu teilen.”

Er nickte zustimmend, “Wir vom Sektor Zwei stehen auf Bondage. Ich kann’s kaum erwarten sie an mein Bett zu fesseln.” Er lehnte sich an mein Ohr, obwohl es ihm wohl kaum etwas ausmachte, sollte irgendjemand mithören. Die sexuellen Vorlieben in den einzelnen Sektoren waren bei weitem kein Geheimnis. “Ich werde sie erst wieder losmachen, wenn sie mindestens fünfmal gekommen ist. Zum Teufel, selbst dann werde ich sie wohl nicht in Ruhe lassen.”

Die Vorstellung meine Partnerin ans Bett zu fesseln gefiel mir ebenfalls. Nicht, weil ich auf Fesselspielchen stand, sondern weil sie dann nicht mehr entwischen konnte. Nein, ich würde wohl lieber mit ihr angeben wollen. Zum Kennenlernen würde ich sie privat ficken und sobald meine dringlichsten Triebe befriedigt waren, würden wir nach draußen auf einen öffentlichen Platz gehen und allen zeigen, wie wunderschön sie war, wenn sie kreuz und quer auf meinem Schwanz kam. Meine Partnerin. Ich würde sie zur Schau stellen und alle sehen lassen, wie ich sie mit meinem Samen markierte. Sie würden verstehen, dass keiner sie anrühren durfte und dass meine Erdenfrau mir und nur mir allein gehörte.

Beim Gedanken, dass ein anderer sie anrühren könnte, musste ich knurren. Dann blickte ich auf die Transportfläche. Wo zum Teufel steckte sie? Erwartungsvoll blickte ich kurz zu Zed. “Also, nochmals herzlichen Glückwunsch. Ich will dich nicht länger von deiner Partnerin abhalten.”

“Gleichfalls. Du machst dich besser auf den Weg. Du willst doch ihre Ankunft nicht verpassen, oder?”

Ich runzelte die Stirn. “Das werde ich nicht. Sie wird hier ankommen.” Ich deutete auf die Plattform, auf der sie gleich materialisieren würde. Und zwar jede verfickte Sekunde.

“Nein, meine Partnerin kommt hier an. Transportfläche Nummer drei, oder?”

Wir beide wandten uns dem Transporttechniker hinter der Steuerkonsole zu. Hinter jedem der Terminals saß jeweils ein Techniker, fünfzehn insgesamt. “Plattform drei,” bestätigte er.

“Da muss ein Irrtum vorliegen,” sprach ich.

“Richtig, das muss ein verdammter Fehler sein.” Wir erblickten einen weiteren Viken. Er kam direkt auf uns zu, hinter ihm schloss sich gerade die Tür zur Transportstation. “Meine Partnerin wird auf Transportfläche drei erwartet.”

Er trug die graue Uniform mit dem Speer-Abzeichen vom Sektor Drei. Seine rote Armbinde wies ihn als Mitglied der royalen Garden aus, aber seine dunklen Augen und dieser verbissene Kiefer—zusammen mit den geballten Fäusten—deuteten darauf hin, dass er durch und durch Krieger war. Ich hatte ihn bereits zuvor gesehen. Bei den Garden der Königin. Nachtwache. Ich war morgens im Einsatz und es war nicht ungewöhnlich, dass wir nie miteinander geredet hatten. Es gab dutzende royale Garden und wir bewohnten kein gemeinsames Quartier. Und da Zed keine Anstalten machte, schienen die beiden sich ebenso wenig zu kennen.

“Deine Partnerin?” fragten Zed und ich im Chor.

“Meine Partnerin,” erwiderte er und klopfte sich dabei auf die Brust.

Irgendetwas lief hier gehörig falsch. Alle drei wandten wir uns dem Techniker zu. Er war schmächtig, fast einen Kopf kürzer als wir und unter unseren bohrenden Blicken riss er die Augen auf. Er schluckte sichtlich, als wir uns über ihm auftürmten.

“Wir haben ein Problem und Sie müssen es uns klären,” sprach ich und legte meine Hand auf die Steuerkonsole. Ich war es gewohnt, Befehle zu erteilen—nicht, dass die anderen das nicht waren—, aber ich hatte am längsten gewartet und meine Geduld war jetzt am Ende. Sollte es irgendein Problem geben, dann würde ich zur Atlanischen Bestie werden. Ich wollte meine Partnerin, und zwar sofort. “Prüfen Sie die Plattformnummern für unsere Partnerinnen. Erwarten Sie hier in den nächsten Minuten drei Frauen?”

“Mein Name ist Axon. Sektor Drei. Ich stimme zu. Finden Sie sofort unsere Partnerinnen.”

Zed verschränkte die Arme vor der Brust, sagte aber nichts anderes als seinen Namen.

Der Techniker schluckte, dann blickte er auf seine Konsole und machte sich an die Arbeit. Geschwind huschten seine Finger über den Flachbildschirm. Er kannte sich offensichtlich aus, aber es gab da irgendeinen kolossalen Irrtum, den er mit seinen Vorgesetzten klären müsste. Dass zwei Leute aus Versehen an der gleichen Plattform warteten war denkbar, aber gleich drei?

Eine Schlamperei, mit der sich sein Team befassen müsste. Später. Nachdem sich meine Partnerin in meinem Bett und unter mir befinden würde. In Sicherheit. Vielleicht lag Zed mit seiner Idee sie festzubinden gar nicht so daneben. Sie würde auf dem Bauch liegen, mit ausgestreckten Armen und ich würde ihr ein Kissen unter die Hüften schieben und ihren Arsch anheben, damit sie in perfekter Position war, um meinen Schwanz in ihre enge Scheide gleiten zu lassen. Sie würde vor Lust kreischen, noch bevor ich abspritzen würde. Die Macht meines Samens würde—

“Es gibt keinen Fehler,” erklärte er und riss mich aus meinen schmutzigen Gedanken, als er schließlich zu uns aufblickte, erkannte ich Furcht seinen Augen.

“Erklären,” zischte Zed und dieses eine Wort schlug ein wie ein Ionenblitz.

“Eine Partnerin für den royalen Elitegarden Calder, den royalen Elitegarden Zed und den royalen Elitegarden Axon wird auf Transportfläche drei erwartet.”

“Drei Frauen mit unterschiedlichen Standorten können nicht gleichzeitig transportiert werden,” konterte ich, obwohl er das selber hätte wissen müssen.

Sein Kopf zuckte. “Ja, Sir. Dessen bin ich mir bewusst. Aber nur eine Frau wird erwartet.” Er blickte wieder auf seine Anzeige runter und las sich die Einzelheiten durch. “Sie kommt von der Erde, vom Bräutezentrum in Miami.”

Zed und Axon nickten etwas betreten. Auf einmal wurde mir ganz mulmig. Meine Partnerin kam vom erwähnten Standort. Warum also nickten Zed und Axon voller Zustimmung?

Der Techniker musterte uns einen nach dem anderen. “Ähm, Sie wurden herbestellt, weil die Braut, die gleich eintrifft, Ihnen dreien zugewiesen worden ist.”

“Was?” fragte Zed mit donnernder Stimme. Häupter drehten sich zu uns um.

“Uns allen dreien?” fragte ich, dann blickte ich zu den anderen beiden. Offensichtlich hörten sie das wie ich zum ersten Mal. Die drei neuen Könige von Viken hatten zwar mit der Mode begonnen die drei Sektoren zu vereinen, indem drei Krieger gemeinsam eine Frau teilten, allerdings hatte ich weder darum gebeten, noch einer solchen Abmachung zugestimmt. Und dem überrumpelten Ausdruck auf Axons und Zeds Gesichtern nach zu urteilen, hatten sie das ebenso wenig getan. Für mich ging Familie über alles. Absolut alles. Und diese Männer, auch wenn es sich um ehrbare Krieger handelte, waren nicht meine Brüder, noch nicht einmal Freunde von mir. Sie waren Nebenbuhler um die Frau, die für mich bestimmt war.

“Prüfen sie das noch einmal,” befahl Axon und deutete auf die Konsole.

Der Techniker zuckte nur die Achseln. “Ich kann Aufseherin Egara auf der Erde eine Nachricht senden und ihr sagen, dass sie das Match nicht annehmen wollen.”

“Nein!” Wir brüllten im Gleichtakt und obwohl ich enttäuscht war, dass die anderen beiden Männer keinen Rückzieher machten und mir meine Partnerin ließen, so war ich doch positiv überrascht darüber, dass sie wie wahre Krieger bereit waren, um sie zu kämpfen. Genau wie ich. Meine Partnerin an einen Typen zu verlieren, der ihrer nicht würdig war, hätte ich nämlich niemals toleriert.

Der Techniker senkte den Blick und wischte mit dem Finger über den Bildschirm, diesmal noch schneller als zuvor. Nach einer Minute biss er sich auf die Lippe. “Ähm, Gentlemen, es gibt da eine Änderung.”

Ich entspannte mich und bemerkte, wie die anderen ebenfalls lockerer wurden.

“Sie kommt nicht. Sie hat den Transport verweigert.” Der Techniker blickte nicht zu uns auf, offensichtlich fürchtete er, von nicht einem verschmähten Partner getötet zu werden, sondern dreien. Und dazu noch Koalitionsveteranen. “Das Match ist vollzogen worden. Hier steht eindeutig, dass sie das Match akzeptiert hat, aber sie verweigert den Transport. Aufseherin Egara hat notiert, dass sie den Transport nach Viken abgelehnt und das Gebäude verlassen hat.”

“Wo ist sie hin?” wollte ich wissen und begann, auf und ab zu schreiten. Zed rührte sich keinen Millimeter vom Fleck. Axon schlug mit der Faust gegen die nächste Wand und hinterließ eine Delle im ionisierten Metall.

Der Techniker wich zurück, als er mir antwortete. “In ihr Quartier? Ich weiß es nicht, Sir. Ich, ähm … bin mit dem Leben auf der Erde nicht vertraut.”

Sie hat sich geweigert? Sie wollte mich nicht? Oder uns? Das war lächerlich. Die Übereinstimmung lag bei siebenundneunzig Prozent. Wir waren perfekt füreinander. Aber wie konnte sie für die anderen beiden ebenfalls perfekt sein?

Mein männliches Ego bekam definitiv einen Knacks. Und ich war wütend. Zornig. Wie konnte sie es wagen, etwas so Kostbares wie ein Match zu verwerfen?

“Ich werde zu ihr gehen,” sprach ich, und zwar schneller, als ich denken konnte. “Sie gehört mir. Ich werde nicht zulassen, dass sie das Match verweigert. Wenn sie nicht zu mir kommen will, dann werde ich zu ihr gehen und ihr beweisen, dass wir perfekt füreinander sind.” Ich stieg auf die Transportfläche und verschränkte die Arme vor der Brust. “Techniker, geben Sie die Gegenkoordinaten ein.”

“Du wirst sie nicht bekommen,” rief Axon und kam ebenfalls auf die Plattform gestürmt. Er wollte sich wohl mit mir anlegen. Er mochte stinksauer sein, aber ich war kein Feigling. Ich wich nicht einen Millimeter zurück, sondern war bereit, ihm falls nötig eine zu verpassen.

“Und ob. Sie wurde mir zugeteilt.”

“Mir wurde sie genauso zugeteilt,” entgegnete er. “Wenn du gehst, dann gehe ich auch. Sie soll sich ihren Partner aussuchen.” Er drehte sich um und ging neben mir auf der Transportfläche in Position. Ich ignorierte Zed und hoffte entgegen aller Wahrscheinlichkeit, dass er einfach aufgeben würde. Die Erdenfrau gehörte mir. Meine Partnerin. Wenn sie wirklich mit Axon und Zed gematcht worden war—was die Aufseherin im Bräutezentrum auf der Erde mir erst noch beweisen musste—, dann würde ich das Protokoll respektieren und ihr freie Wahl lassen.

Stand das aber überhaupt zur Debatte? Unser Match war beinahe perfekt. Sie würde mich wählen. Ich nickte zuversichtlich. Axon war wütend, aber ich ließ mich von der Herausforderung seiner Präsenz weder einschüchtern noch verunsichern. Ich war kein unerfahrener Jüngling. Ich war kampferprobt, genau wie er. Erbittert. Entschlossen. Und sehr geschickt, wenn es darum ging eine Frau zu verwöhnen. Unsere Partnerin würde sich für mich entscheiden. Und wenn er mir dazwischenfunken würde? Eher würde ich ihm den Kopf abreißen.

Die Transportfläche fing an zu Wummern, die elektromagnetische Ladung kribbelte wie verrückt und genau in diesem Moment stieg Zed ebenfalls auf die Plattform und stellte sich an meine andere Seite. “Sie gehört mir, meine Partnerin. Sie wird sich zwischen uns dreien entscheiden müssen. Ich werde nicht zulassen, dass ihr ohne mich geht. Das Testergebnis sagt, dass sie zu uns allen passt. Also werde ich sie ebenfalls von mir überzeugen.”

Axon und ich starrten Zed an, nach einem Moment nickte Axon.

“Bereit zum Transport, Gentlemen. Die Erde hat den Transport zum Bräutezentrum in Miami bewilligt. Aufseherin Egara wird sie dort erwarten und sie mit den Gegebenheiten auf der Erde vertraut machen,” rief uns der Techniker zu. Er hatte es sichtlich eilig uns so weit wie möglich aus seiner Reichweite zu schaffen.

“Was für Gegebenheiten meinen sie?” fragte ich.

Er blickte skeptisch, während das Energiefeld immer stärker wurde. Mir standen sprichwörtlich alle Haare zu Berge. “Die Erde ist ein provisorisches Mitglied der Koalition. Es ist eine rückständige Welt. Keiner Alienspezies ist es gestattet, sich mit der Bevölkerung dort zu vermischen. Aufseherin Egara wird ihnen die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen erläutern.”

Axon wandte sich mir und Zed zu. “Na schön, lasst uns zusammen gehen. Aber eine Sache muss klar sein, unsere Partnerin wird für ihre törichte Verweigerung bestraft werden, und zwar bevor sie kommen darf. Erst wenn ihr Arsch knallrot leuchtet, darf sie sich einen Partner raus picken.”

“Absolut,” willigte Zed ein. “Wir werden sie gemeinsam dafür bestrafen.”

Ich blickte zu den anderen beiden Viken. Wir waren gemeinsam in diese Sache geschlittert und befanden uns jetzt in einem neuen Krieg. Dem Krieg um unsere Partnerin. Einer von uns würde ihr Herz gewinnen, und zwar ich. Ich würde alle meine Verführungskünste einsetzen. Ich würde sie umwerben. Sie dazu bringen, sich in mich zu verlieben. Ich würde ihr unbekannte Dimensionen an Komfort und Schutz anbieten, ihr nie gekanntes Vergnügen bereiten. Ich würde mich um sie kümmern. Sie beschützen. Sie verführen. Sie gehörte mir.

Axon hatte allerdings recht. Bevor sie sich entscheiden durfte, würde sie unsere glühenden Handflächen kennenlernen. Ein Match abzulehnen war völlig unakzeptabel. Es war unehrenhaft. Koalitionskrieger mussten lange und erbittert gegen die Hive kämpfen, um sich eine Braut zu verdienen. Unsere Partnerinnen waren die ultimative Belohnung, das wertvollste Geschenk. Unseren Bräuten wurde der allerhöchste Respekt, die allerhöchste Ehre entgegengebracht. Sie wurden verehrt. Angebetet. Beschützt.

Ihrem Partner einfach eine Absage zu erteilen, ohne ihm die nötigen dreißig Tage Zeit zu geben, um ihre Zuneigung, ihr Vertrauen für sich zu gewinnen? Eine Beleidigung für jeden Krieger, der darum kämpfte, die Erde und alle anderen Koalitionsplaneten zu beschützen.

Wenn sie keine Braut werden wollte, dann hätte sie sich nicht erst freiwillig melden sollen. Dann hätte sie weder den Test durchlaufen, noch das Match akzeptieren dürfen. Niemals hätte sie ihren neuen Partner mit der Aussicht auf Glück, eine Familie und der Hoffnung auf eine Zukunft ködern dürfen, wenn sie nur die Absicht hegte, ihn grausam zurückzuweisen.

Mich zurückzuweisen.

Axon hatte recht. Unter dem Schmerz ihrer Zurückweisung brodelte es nur so vor Zorn. Sie kam von der Erde, genau wie unsere Königin. Königin Leah war als interstellare Braut gekommen und sie liebte ihre Partner, die drei Könige. Sie respektierte sie. Sie liebte Viken und alle seine Bewohner.

Es ging jetzt aber nicht um Viken, es ging um meine Partnerin und ihre Geringschätzung für einen starken, ehrenhaften Krieger, der sie vergöttern würde. Ganz egal, für wen sie sich auch entscheiden würde, unsere Partnerin würde von Anfang an die Gepflogenheiten eines Vikenschen Kriegers kennenlernen.

3


Violet, Vero Beach, Florida

Ohne meine Schwester fühlte sich das Apartment an wie ein Mausoleum. Ihr Zimmer sah aus wie immer, Anime und Poster von koreanischen Popgruppen zierten die Wände, Bettwäsche mit Leopardenmuster und ein wildes Durcheinander aus erotischer Unterwäsche säumte den Fußboden, durcheinandergewürfelt mit bunten Schwesternkitteln, die sie auf der Arbeit in der Zahnarztpraxis trug. Diese waren ebenso ausgefallen wie lächerlich, neongrün bis pink und mit allen möglichen Motiven bedruckt, von kleinen Quietscheentchen bis zu glitzernden Zahnfeen, die mit ihren winzigen Zauberstäben wedelten. Nach zwei Schritten wäre ich fast über ihre überdimensionierten Praxis-Clogs gestolpert und kreuz und quer auf ihrem Schreibtisch und um den Papierkorb herum lag halb geöffnete Post.

Sie hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, ihre schmutzige Wäsche einzusammeln. Und sie liebte ihre Dessous. Nie zog sie ein Set aus BH und Höschen an, dass nicht hübsch und spitzenverziert war und perfekt zueinander passte.

Mein Zimmer im Gegensatz dazu war pikobello aufgeräumt. Meine Steppdecke war aus Gänsedaunen, die eine Seite war ein prächtiges Grün, das sich zu einem beruhigenden Beige wenden ließ und mich an einen Sandstrand erinnerte. Die Laken und Kissen waren einfach und zweckmäßig und ganz in Weiß, sodass ich sie bei Bedarf bleichen konnte. Meine Schuhe waren an der Rückseite meiner Schlafzimmertür ordentlich in Hängetaschen sortiert. Mein Arbeitstisch war leer, alles war in den vorgesehenen Schubladen verstaut. Mein Lieblingskugelschreiber und Zeichenstift ruhten Seite an Seite auf meinem Arbeitstisch. Und letzte Nacht hatte ich meine gesamte Wäsche gewaschen, also war auch mein blöder Wäschekorb leer.

Ihr Zimmer sah aus, als wäre sie schnell in den Supermarkt gerannt und würde in zehn Minuten wieder da sein.

Meines sah aus, als ob es gänzlich unbewohnt war. Was einfach nur deprimierend war.

Mindy genoss das Leben und ich … organisierte es.

Vielleicht war ich ja die Verrückte unter uns beiden. Vielleicht war ihre Entscheidung dem Planeten Erde Lebewohl zu sagen und mit einem Alien verpartnert zu werden die beste Idee, die sie gehabt hatte.

Und ich war mehr als entschlossen gewesen, ihr zu folgen. Außer, dass es unmöglich war. Laut dieser verbohrten Aufseherin Egara war ich mit Trion nicht kompatibel. Nein. Ich hatte drei Männer bekommen, nicht einen, auf einem kleinen Planeten, von dem ich noch nie gehört hatte. Viken. Was zur Hölle war ein Vike? Wie sahen die Typen dort aus? Waren sie lila oder blauhäutig, wuchsen ihnen riesige Hörner aus dem Schädel? Über Trion hatte ich mich schlau gemacht und alles, was ich finden konnte, gegoogelt. Die Männer dort waren dominant, im Schlafzimmer forderten sie die totale Kontrolle—was mich verwunderte, war meine Schwester doch eher wild und impulsiv—und sie sahen aus wie aufgepimpte griechische Götter. Zumindest auf den Fotos in der Werbung sahen sie aus wie Sex am Stiel. Kein Wunder, dass sie in ihrer letzten Nachricht so aufgeregt klang.

Aber Viken? Drei Männer? Was sollte es damit bitte auf sich haben? Schlimmer noch, ich hatte überhaupt keine Ahnung, wie sie aussahen, weil mir in diesem Traum oder dieser Abfertigung oder was immer für Psychospielchen Aufseherin Egara da mit mir veranstaltet hatte die Augen verbunden waren. Der Traum ergab jetzt Sinn. Irgendwie. Aber welcher Teil meines Unterbewusstseins—schließlich hatte ich es mir nie bewusst ausgemalt—wollte bitte drei Männer? Von flotten Dreiern hatte ich schon gehört. Wer nicht? Aber mit drei Typen? Und ich mittendrin? Das war der Teil der Gleichung, der mein Gehirn qualmen ließ. Ich. Mit drei Männern. Viken. Aliens.

Ach du Scheiße.

Und nun? Ich wollte es nur ungern zugeben, aber ich war feige. Ich wagte es nicht sie auszuchecken. Ich wollte keine griechischen Götter—denn dann würde mein Urteilsvermögen sich vielleicht von meinen Trieben leiten lassen und auf Eroberungsfeldzug gehen. Und wenn sie grauenvoll aussahen, wenn sie Hörner hatten? Nun, dann wäre die erotische Endlosschleife in meinem Kopf total ruiniert und ehrlich gesagt war dieser Traum das Aufregendste, was mir seit Monaten in puncto Sexleben untergekommen war. Und es war nur ein Traum, was es noch deprimierender machte.

Ich war nicht prüde, aber drei Männer auf einmal mussten es nun auch nicht sein. Ich mochte Sex. Gott, ehrlich gesagt liebte ich Sex. Aber nur, wenn er gut war. Und einen Mann zu finden, der aufmerksam war und meine Bedürfnisse erfüllte, war fast unmöglich. Zumindest fühlte es sich so an.

Egal. Viken war nicht gleich Trion. Und Mindy war auf Trion. Also war es nicht wirklich von Bedeutung, dass mein Körper jedes Mal kribbelte, wenn ich an den Traum zurückdachte—was etwa alle fünf Minuten vorkam. Die Tatsache, dass meine Muschi immer noch ganz feucht und fickrig war und dass ich vergangene Nacht selber Hand anlegen musste, um überhaupt einzuschlafen? Irrelevant. Dieser Traum, die drei Liebhaber, der bevorstehende Mega-Orgasmus? Irrelevant.

Ich schlug die Tür zu Mindys Schlafzimmer zu und blickte strafend im Flur in den Spiegel. “Vergiss es, Violet. Du gehst nicht nach Viken, basta.”

Plötzlich vibrierte mein Telefon. Mindy? Eilig zog ich es aus meiner Manteltasche und erblickte eine Textnachricht von einer unbekannten Nummer. Nicht Mindy. Natürlich nicht. Sie war auf Trion.

Miss Nichols, hier ist Aufseherin Egara. Bitte seien Sie nicht beunruhigt, aber Ihre Partner sind zur Erde gekommen, um Sie zu erobern. Den Vereinbarungen zwischen der Erde und der interstellaren Koalition entsprechend haben sie dreißig Tage lang Zeit Sie zu umwerben, bis Sie sie offiziell ablehnen können. Da Sie dem Match zugestimmt haben, sind mir die Hände gebunden. Rechnen Sie mit Besuch. Es sind ehrwürdige Krieger, Violet. Sie werden Ihnen nicht weh tun. Sie haben mein Wort.

Oh. Mein. Gott.

Wie eine Geisteskranke blickte ich an mir herunter. Ich hatte mir nach dem Frühstück die Zähne geputzt, aber das war’s auch schon. Ich trug immer noch das spitzenbesetzte, rosafarbene Trägerhemd und die passenden Pyjamashorts von letzter Nacht. Meine Haare waren ungekämmt und zu einem liederlichen Knoten gebunden, damit mein Nacken frei war. Ich stand barfüßig auf dem Fliesenboden und hatte keine Unterwäsche an. Meine Zehennägel waren neonpink lackiert, aber ich hatte keinerlei Make-up aufgelegt. Keinen Schmuck. Kein Parfüm.

Nichts meiner gewöhnlichen Aufmachung. Nix. Ich ging nie aus dem Haus, ohne mich vorher tadellos zurechtzumachen. Nie.

Ich sah aus, als wäre ich eben aus dem Bett gefallen und als hätte ich mir meinen knielangen, schwarzen Seidenmantel über den Pyjama geworfen, um wie ein Vampir durchs Haus zu schlurfen.

Und so war es auch. Vor einer Stunde ungefähr. Die Rollos waren unten. In meiner Fledermaushöhle war es an diesem Morgen kühl und dunkel. Trübselig mit einer Tasse Kaffee in der Hand und einem Stück Toast in der anderen herumzugeistern erforderte auch nicht viel Einsatz—oder modische Kleidung. Oder Schuhe.

Ich atmete tief durch und las mir die Nachricht noch einmal durch, nur um sicher zu gehen, dass ich nicht verrückt geworden war. War ich nicht. Dieselben Worte. Ich schrieb zurück.

Wann?

Sie antwortete binnen Sekunden.

Jetzt. Sie wollten Sie nicht erschrecken.

Jetzt? So wie jetzt gleich?

Ist das ein Witz?

Ihre Antwort brachte mein Herz kurz ins Stolpern.

Machen Sie die Tür auf, Miss Nichols.

Unmöglich. Nie und nimmer standen gerade drei Aliens auf meiner Türschwelle. Ich musste mich fragen, ob das hier ein Traum war.

Ich ließ mein Handy auf dem Küchentisch liegen und schlich auf Zehenspitzen in Richtung Tür. Wie benommen öffnete ich die Tür und meine Atmung setzte aus.

“Heilige Scheiße.”

Drei riesige Typen standen vor der Tür und sie sahen aus, als ob sie ihre gesamte Kleidung in einem billigen Florida-Souvenirshop eingekauft hatten. Baseballkappen von den Florida Marlins, blumige Hawaiihemden, pastellfarbene Bermudashorts und sogar Flip-Flops. Sie sahen lächerlich aus. Es fehlte nur noch der Fotoapparat um ihre Hälse und der Sonnenbrand. Waren sie etwa so aufgemacht, um nicht aufzufallen? Die Outfits hätten vielleicht einen durchschnittlichen Menschen am Strand normal aussehen lassen, aber diese drei? Es war offensichtlich, also zumindest für mich, dass sie alles andere als menschlich waren. Alle drei waren mindestens zwei Meter groß und gebaut wie Verteidiger einer Footballmannschaft, aber aus reinen Muskeln. Das einzige Mal, an dem ich irgendetwas Vergleichbares gesehen hatte — minus der lächerlichen Aufmachung—, war in einer Fernsehsendung über Wikinger. Große Wikinger. Diese drei waren nicht gerade unauffällig. Hünen aus purer Alien-Muskelmasse.

Heiße, feuchte Luft blies mir von draußen ins Gesicht und in die klimatisierte Kühle meines Wohnzimmers hinein. Mein Seidenmantel flatterte an meinen Beinen. Ich bemerkte, dass ich ihn nicht einmal zugebunden hatte und da stand ich nun, halb nackt, drei Aliens gegenüber. Drei Fremden, die dachten, dass sie ein Recht auf meinen Körper hatten. Auf mein Leben. Meine Zukunft. Mein … alles. Es waren die Männer, die mir zugeteilt worden waren. Auf Viken. Hier, in Florida. In meinem Treppenhaus.

Meine Nervosität wandelte sich Handumdrehen in wild schäumende Wut.

“Geht wieder nach Hause, Jungs. Ich bin nicht in Stimmung.” Ich knallte die Tür zu, oder versuchte es jedenfalls, denn der vordere Typ, mit eisblauen Augen und einem Kiefer, der so quadratisch war, dass ein Tischler damit wohl rechte Winkel hätte ausmessen können, hob die Hand und stoppte eiskalt die Tür.

“Violet, du bist atemberaubend. Ich bin Zed, dein Partner und du wirst uns nicht aussperren, nicht, nachdem wir tausende Lichtjahre weit gereist sind, um dich kennenzulernen. Das wäre unehrenhaft, Frau, und völlig inakzeptabel.” Er neigte den Kopf zur Seite und blickte zu mir herunter, bis ganz runter, und zwar mit einem Funkeln in den Augen, das mir zu verstehen gab, dass er es ernst meinte, egal, was ich tun oder sagen würde.

Ich hätte wütend bleiben sollen. Stattdessen aber wurden meine Nippel steif und meine Muschi zog sich beim Klang seiner Stimme, diesem gebieterisch bissigen Tonfall begierig zusammen. Verflixt nochmal.

Sein Blick wanderte über meinen Körper, die Reaktion meiner Nippel war ihm durch den dünnen Stoff meines Oberteils nicht entgangen und ich zog eilig meinen Seidenmantel zusammen. Zu spät, sein wissendes Grinsen war das erste Indiz. “Du gehörst definitiv mir.”

Seine Worte ließen mich zusammenzucken, meine Knie wurden weich und ich musste einfach seinen Mund anstarren. Warum war er nicht lila mit Reißzähnen und Hörnern auf dem Kopf? Nicht, dass mit einem gehörnten Alien irgendetwas nicht in Ordnung wäre, aber das war nicht so mein Typ.

Aber er? Die Drei? Verdammt. Ich steckte in Schwierigkeiten. Alle waren schlichtweg umwerfend. Besser als der Trione auf dem Poster, den ich auf dem Weg zum Bräutezentrum gesehen hatte.

Er hatte nicht ganz unrecht. Sie waren hier. Sie hatten einen weiten, weiten Weg hinter sich. Eigentlich hatte ich weit bessere Manieren. Und nur weil ich sie rein ließ, musste das nicht heißen, dass ich zu irgendetwas mein Einverständnis gab.

Aufseherin Egara hatte mir versichert, dass sie mir nicht wehtun würden. Und nach dem, was ich übers Programm für interstellare Bräute gelesen hatte, behandelten die Alien-Krieger ihre Bräute wie Göttinen …, wenn man dem Hype glauben wollte. Und da sie mich nicht direkt von meinem Wohnzimmer aus von der Erde transportieren konnten, könnte ich sie ruhig zu Wort kommen lassen, ihnen die Sache mit meiner Schwester verklickern und sie dann nach Hause schicken, damit sie sich eine andere Braut besorgten. Oder Partnerin. Was auch immer.

Er hatte recht, ich schuldete ihnen diesen einen Gefallen.

Ich ging einen Schritt zurück und streckte einladend den Arm aus, damit sie hereintraten und Platz nahmen. Einer nach dem anderen stapften sie an mir vorbei und meine Alarmglocken schrillten auf höchster Stufe, als der Traum von der Abfertigung sich mit voller Wucht wieder in mein Bewusstsein drängte.

Aber jetzt konnte ich der Fantasie die passenden Gesichter zuordnen. Jetzt konnte ich den Traum mit prallen Muskeln und bohrenden Blicken würzen. Was mir nicht dabei half die Ruhe zu bewahren. Im Gegenteil, ich war aufgeregter als je zuvor. Sogar noch aufgebrachter, als ich die wahnwitzige Nachricht meiner Schwester abgehört hatte.

Diese Aliens waren meinetwegen gekommen. Sie wollten mich. Sie wollten mich ficken, mich für sich beanspruchen und mich auf ihren Planeten bringen. Mich!

Ich schluckte, fest. Was hatte ich nur getan?

Ich machte die Tür zu und presste kurz mit der Stirn dagegen, ich hoffte, dass das kühle Metall das Zittern stoppte, das von meinem gesamten Körper Besitz ergriffen hatte. Ich schloss die Augen, zählte in Gedanken bis zehn und versuchte mich wieder zusammenzureißen. Mein Verstand war in hellster Aufruhr, er schrie regelrecht ich sollte sie zum Teufel nochmal vor die Tür befördern. Aber mein Körper? Gott, alle Versuche mich zusammenzureißen schienen zum Scheitern verurteilt. Ich konnte sie sogar riechen. Sie rochen nach Mann und Moschus und irgendetwas so verdammt Süchtigmachendem, dass ich fast nicht mehr denken konnte.

Da mein Körper und Verstand nicht exakt einer Meinung waren, würde wohl mein Herz das letzte Wort haben und zum Teufel mit dem geschundenen Organ, sollte es sich nicht wie ein gekränktes Häufchen Elend in mir zusammenrollen und stattdessen von mir verlangen, dass ich auf das verheißungsvolle Angebot dieser Aliens einging. Ein Heim. Familie. Liebe. Sicherheit. Atemberaubenden Sex, von dem ich gar nicht mehr genug bekommen würde. Ich wusste einfach, dass es so war. Aufseherin Egara hatte das gleiche gesagt, nachdem ich es mir anders überlegt hatte.

“Scheiße.”

“Solch ein Wort ziert sich nicht für eine so hübsche Frau wie dich.” Das war wieder der Eismann, Mister blaue Augen. Zed. Ich wusste nicht warum, aber ich hatte das Gefühl, dass er der dickste Brocken war. Der Dominanteste. Derjenige, dessen Wort Gesetz war, und der keine Widerworte duldete. Die anderen aber mussten überhaupt erst noch etwas sagen, überhaupt erst noch irgendetwas anderes tun, als mich anzustarren, als wollten sie mich über die Schulter werfen und zur nächstgelegenen horizontalen Oberfläche schleppen.

“Entschuldige bitte.” Meine Güte. Warum bat ich ihn um Entschuldigung? Es stimmte aber. Ich fluchte sonst nie. Meine Schwester? Hatte ein Vokabular wie ein Seemann, also überließ ich im Allgemeinen ihr das Reden, wenn die Situation es … erforderte. Und warum konnte ich sie verstehen? Ihre Münder machten merkwürdige Laute, sie sprachen eindeutig kein Englisch, dennoch verstand ich sie einwandfrei.

Das Pochen in meinem Kopf wanderte zu dem Knubbel hinter meinem Ohr und ich runzelte die Stirn. Die seltsame Technik, die die riesige Nadel in meinen Schädel verpflanzt hatte, schmerzte immer noch. Aber wenigstens funktionierte sie. Wenn sie nur unverständlichen Nonsens von sich gegeben hätten, dann wäre ich jetzt wohl am Ausflippen.

Wenigstens wusste ich, dass sie jedes Wort verstanden hatten, nämlich vom Moment an, als ich sie vor die Tür gesetzt hatte.

Ich drehte mich um und trotz angestrengter Zurückhaltung machte sich angesichts des Panoramas ein fettes Lächeln auf meinem Gesicht breit. Drei gewaltige Aliens, Schulter an Schulter und die immer noch aussahen wie ein paar Wikinger im Urlaub, saßen höflich aufgereiht auf unserer winzigen Ikea-Couch. Sie sahen aus wie Erwachsene, die sich im Kindergarten auf Plastikstühle zwängten, die für Vierjährige gedacht waren. Mit eng angewinkelten Knien und von sich gestreckten Armen, damit sie überhaupt nebeneinander Platz hatten. “Einer von euch kann sich doch auf den Sessel setzen.”

Der Polstersessel war nicht viel besser und jeder von ihnen würde den Sitz regelrecht verschwinden lassen, aber selbst das müsste wohl bequemer sein, als ihre gegenwärtige Sardinenbüchse.

“Nein.” Alle drei antworteten im Chor, also zuckte ich nur die Achseln und setzte mich selbst in den Sessel, genau gegenüber. Etwas verlegen zog ich meinen Umhang in die Länge und so weit wie möglich über meine Knie, damit meine Schenkel so gut wie möglich bedeckt wurden.

“Warum nicht?”

“Weil dann einer von uns im Kampf um deine Gunst einen taktischen Nachteil haben würde.” Er neigte leicht den Kopf in meine Richtung. “Ich bin Calder. Dein Partner.” Der Mann mit dunkelbraunen Augen sprach jetzt und seine Stimme war tief, jedoch nicht so rau wie die von Zed. Er klang ruhig und verführerisch. Mein Körper reagierte darauf genau wie auf Zeds Befehl, nämlich mit einer Hitzewelle und noch mehr Feuchtigkeit zwischen meinen Beinen, worauf ich begann mich hin und her zu winden.

Bloß nicht!

Der Abfertigungstraum wollte mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen. Ständig stellte ich mir vor, wie ich zwischen diesen drei Kriegern lag. Was für vorzügliche Exemplare der männlichen Spezies. Alle drei von ihnen.

Ich lehnte mich zurück und verschränkte die Arme. “Einen taktischen Nachteil? Seid ihr etwa im Krieg oder so?”

“Ja. Im Krieg um dein Herz.” Das war der dritte Mann und sein Lächeln war mühelos, charmant. “Ich bin Axon. Und ich werde dir unvorstellbares Vergnügen bereiten.” Er war der am wenigsten bedrohlich wirkende der drei, obwohl sie alle gleich groß waren. Seine Augen waren grün, seine schwarzen Augenbrauen bildeten einen faszinierenden Kontrast zu seiner Augenfarbe. Er war, mit einem Wort, umwerfend. Einem griechischen Adonis ebenbürtig. Ich stellte mir vor, wie er von zwischen meinen Beinen zu mir aufblickte, während seine geschickte Zunge mich wieder und wieder zum Höhepunkt brachte.

Gott. Was zum Teufel war nur los mit mir? Ich war wie ein brünstiges Tier, nicht in der Lage, meine niedersten Triebe zu kontrollieren. Ich wollte sie sehen. Sie wirklich sehen.

“Nehmt eure Hüte ab,” befahl ich.

Das taten sie auch, jeder hielt sein Baseballcap im Schoß, während ich in aller Ruhe meine Partner vom Planeten Viken inspizierte. Der erste Mann, Zed, hatte hellblondes, kurz geschorenes Haar, wie bei der Armee. Seine Lippen waren schwülstig, hellrosa und seine Mundwinkel zogen sich leicht nach oben, als ob er genau wusste, was ich dachte, als ob er wusste, warum ich mich hin und her wand. Vielleicht tat er das ja. Seine Augen waren hellblau, wie Laser und so eindringlich, kaum hatte ich ihn angeschaut, musste ich meinen Blick schon wieder von ihm abwenden.

Der zweite, Axon, war der griechische Adonis. Sein schwarzes Haar war gerade lang genug, um sich auf dem Kragen seiner Jacke nach oben zu wellen und über seine geschwungenen Brauen zu streifen. Olivenhaut. Grüne Augen, satt wie Pinienbäume. Er lächelte freundlich, nicht bedrohlich. Ich konnte ihn mir gut dabei vorstellen, wie er sorglos am Strand lag und einen Margarita schlürfte. Oder in einem Armani-Anzug in Los Angeles, in Begleitung eines Supermodels oder mit einer Schauspielerin.

Und der dritte? Calder. Sein Haar war ein sattes Rotbraun und ich wollte mit den Händen hindurchfahren und herausfinden, ob es genauso weich und warm war, wie es aussah. Sein Haar war lang, es reichte ihm bis über die Schultern und er hatte es mit einer Art Bändchen im Nacken zusammengebunden. Seine Lippen waren schmaler, aber sein Blick unterschied sich deutlich von dem der anderen. Er schaute mich an, als ob ich bereits ihm gehörte. Als ob er mich schon tausendmal geküsst hätte. Als ob er mein Partner wäre.

Oh Mann. Ich steckte gewaltig in der Scheiße. Alle waren groß, dominant—geradezu eklatant—und alle wollten sie mich. Mich! Ich rutschte einmal mehr auf meinem Sessel herum.

Ich räusperte mich, beugte mich vor und stützte die Ellbogen auf den Oberschenkeln ab. Ich musste mich konzentrieren. Mindy. Trion. Ich hatte einen Plan. Ich würde es irgendwie bis nach Trion schaffen und dort einen Mann finden. Wie schwierig konnte das wohl sein?

Diese drei waren umwerfend. Attraktiv. Perfekt. Sie dürften keinerlei Probleme haben eine andere Partnerin zu finden, die gewillt war … ähm … klar. Ich konnte diesen Gedanken jetzt gerade nicht zu Ende denken, weil, wollte ich wirklich, dass all diese atemberaubenden männlichen Energien sich auf eine andere Frau fokussierten?

Ich musste wieder schlucken und leckte meine plötzlich ganz ausgetrockneten Lippen. “Versteht doch, ich schätze es sehr, dass ihr meinetwegen hierhergekommen seid. Wirklich. Ich fühle mich geschmeichelt. Aber Aufseherin Egara hätte euch die Wahrheit sagen müssen. Ich kann nicht nach Viken. Tut mir leid. Ich muss nach Trion.”

“Warum?” fragte Zed und sein eisiger Blick duldete nichts als die Wahrheit.

Zumindest zeigten sie sich verständnisvoll. “Weil meine Schwester dort ist. Wir waren noch nie in unserem Leben getrennt. Keinen einzigen Tag, bis jetzt, bis sie sich vor acht Wochen freiwillig als Braut gemeldet hat und dorthin verpartnert wurde. Wo sie hingeht, folge ich ihr. Ich muss sie finden und sicher gehen, dass es ihr gut geht. Ich muss zu ihr, nach Trion, nicht nach Viken. Tut mir leid.”

Das war‘s. Ich hatte ihnen reinen Wein eingeschenkt. Jetzt konnten sie wieder gehen. Was eigenartig enttäuschend klang, aber ich würde schon damit klarkommen.

Ich stand auf, lief zur Tür und legte meine Hand an den Türknauf, bereit, sie wieder nach Hause zu schicken. Die lächerlichen Klamotten könnten sie als Andenken für ihren Besuch mit nach Viken nehmen.

Calder erhob sich, packte sein Hemd an der Leiste und riss es auf, die Knöpfe flogen in alle Richtungen, klimperten gegen die Wand und auf den Fliesenboden, dann zog er sich das Stoffstück von den Schultern und ließ es schließlich in seiner Hand herunterbaumeln.

Mir blieb die Luft weg. Heilige Scheiße. Muskeln Narben. Mann. Ohne das lachhafte Hemd sah er großartig aus. Anders als jeder Tourist, der mir bisher untergekommen war.

“Ich bin Calder, dein Partner. Wenn du mich wählst und vollständig beansprucht worden bist, werde ich dich nach Trion bringen, um deine Schwester zu finden. Ich gebe dir mein Wort.” Ohne zu zögern gelobte er mir diese Worte und ich wusste, dass er es auch so meinte.

Ich ließ den Saum meines Mantels los und machte einen Schritt auf ihn zu. Er konnte mich nach Trion bringen? Ich kannte ihn nicht, wusste nicht, wie er drauf war, aber Aufseherin Egara hatte gesagt, das Match war zu siebenundneunzig Prozent perfekt. Das war verdammt viel und wenn er mich zu meiner Schwester bringen konnte, dann schien es das Risiko wert zu sein. “Ich—”

Ich konnte meinen Satz nicht mehr beenden, denn Zed und Axon standen ebenfalls auf und rissen sich ebenfalls ihre lächerlichen Hawaiihemden vom Leib, sodass noch mehr Knöpfe kreuz und quer durchs Wohnzimmer flogen. Wenn sie das unten am Pool abgezogen hätten, dann wäre wohl jemand vor lauter Staunen ins Wasser gefallen. Das hier war ihre wahre Seite. Keine Verkleidungen, kein Verstecken.

Ihre Hemden fielen zu Boden fielen und mein Verstand setzte aus. Drei ultrascharfe Männer standen halb nackt vor mir, und zwar mit einem Blick in den Augen, der nichts mehr mit Worten zu tun hatte sondern nur noch mit Sex. Atemberaubendem, mit endlosen Orgasmen gesegnetem Sex. Mit drei Männern. Ihre Shorts endeten kurz überm Knie und waren pastellfarben, aber ich konnte ihre Farbe nicht ausmachen, denn alles, was ich sah, waren die dicken Beulen ihrer Schwänze unter dem Baumwollstoff. Sie waren lang und dick, wie Rohre. Oh. Mein. Gott. Die Aliens waren mit Riesenschwänzen bestückt. Wie konnten sie mit solchen Dingern überhaupt rumlaufen? Die größere—ja, das Wortspiel war Absicht—Frage war … würden sie in meine Muschi passen?

Ich musste mich zurechtrücken und diesmal waren meine Schenkel klitschnass, meine Pyjamashorts waren hinüber, weil meine Muschi beschlossen hatte jedem von ihnen eine Chance zu geben.

Ich wollte es. Sie. Ihre Schwänze. Alle drei Alien-Exemplare großer, dicker Männlichkeit. Meine Muschi kreischte und verlangte, dass ich mich auszog und auf den Boden legte und alles mit mir machen ließ. Mein Körper wollte den Traum voller lustvoller Verheißungen, mit denen ich auf dem Teststuhl geneckt worden war. Es mit drei Männern zu treiben war mir davor nicht einmal in den Sinn gekommen. Aber jetzt? Jetzt war es das Einzige, woran ich denken konnte, besonders als sie vor mir standen und mir ein stillschweigendes Angebot machten.

Als Zed und Axon denselben Schwur gelobten, war ich wie erstarrt. Ich war fassungslos. Verwirrt. Was zum Teufel war hier los? Und warum sollte ich einen von ihnen auswählen? Sollten sie nicht eigentlich alle zu mir gehören? Drei Partner. Das waren die Worte der Aufseherin. Drei. Nicht einer von dreien. Weil, im Ernst, wer könnte sich denn entscheiden? Das wäre schlichtweg grausam und für jede Frau eine absurde Strafe. Drei riesige, halb nackte Krieger boten sich mir an und jeder von ihnen war sexyer als jeder Typ, den ich je gesehen hatte. Und ich sollte mir einen aussuchen?

Wie unfair.

“Was soll das heißen, wenn ich dich wähle?” fragte ich. “Aufseherin Egara hat gesagt, dass ihr alle mir gehört.”

Sie starrten mich an und ich versuchte, mir einen Reim auf die Szene zu machen.

Zeds blaue Augen glühten vor Lust. Purer, animalischer Lust.

Axon wirkte neugierig, als ob ich ihn überrascht hätte, seine schwarzen Augenbrauen flogen nach oben.

Und Calder? Er kniff seine braunen Augen zusammen, als ob er wütend war und seine helle Haut wurde leicht rötlich. Arme verfluchte Rotschöpfe, wurden sie doch bei jeder Kleinigkeit gleich rot im Gesicht.

Sie schwiegen.

Ich stützte die Hände auf die Hüften. “Jetzt erklärt mir das bitte. Mir wurde gesagt, dass ich drei Partner vom Planeten Viken habe. Wenn ich einwillige, und da mir drei Partner zugewiesen wurden, sollte mich nicht entscheiden müssen. Ich kenne euch überhaupt nicht. Wie soll ich mir da einen von euch aussuchen? Ich meine, die Übereinstimmung lag bei siebenundneunzig Prozent, richtig? Ich nehme an, dass der Prozentsatz mit jedem von euch dreien gleich sein muss.”

Ich brauchte keine drei Männer. Aber wie sollte ich mich für einen entscheiden? Mich nach nicht einmal fünf Minuten vor die Wahl zu stellen erschien mir nicht gerade fair. Vielleicht brauchte ich sie nicht alle—drei schien mir doch etwas exzessiv—, aber mein Körper wollte sie. Sie alle. Genau wie im Traum. Und jetzt in der Realität.

Calder räusperte sich. “Der Brauch drei Partner zu nehmen ist neu für Viken. Keiner von uns hat den Test durchlaufen und dabei die Absicht gehabt, diesem neuen Brauch zu folgen. Wir wollen lieber—” Jetzt wurde er knallrot.

Axon beendete seine Ausführung. “Sie wollen nicht teilen.”

Ich blickte zu ihm. “Du aber schon?”

Er zuckte die Achseln und in seinen Augen blitzte erneut der Playboy hervor. “Du bist wunderschön, Violet.” Er durchbrach die lähmende Atmosphäre, die uns regelrecht paralysierte und bewegte sich langsam auf mich zu, als ob er fürchtete, ich könnte zurückschrecken. Er näherte sich mir und ich legte den Kopf in den Nacken, damit ich ihm in die Augen blicken konnte. Er hob die Hand an meinen Hinterkopf und lockerte den Knoten in meinem Haar, dann kämmte er mit den Fingern meine langen Strähnen nach vorne und über meine Schultern. “Haar wie schwarze Seide.” Seine Fingerspitzen strichen über meinen Unterkiefer. “Blütenzarte Haut.” Er beugte sich vor und seine Nase nahm einen tiefen, langsamen Zug. “Du riechst süß und lieblich und”—seine Lippen berührten mein Ohr, die Glut seiner Worte ließ mich erschaudern—“und sehr, sehr feucht, Liebes. Bereit für meinen Schwanz.”

Beim letzten Wort sprangen die anderen beiden sofort auf, aber Axon streckte mahnend die Hand aus, um ihnen Einhalt zu gebieten. “Im Moment gehört sie mir. Wir hatten eine Abmachung.”

Zed und Calder hielten inne, aber Zeds lodernde Augen setzten mich regelrecht in Flammen, als sie gebannt jede von Axons Regungen verfolgten. Er sah zu und aus irgendeinem Grund machte mich das heiß. Ich wollte ihn verführen, ihn anstacheln. Ihn an seine Grenze bringen. Er sollte es sich anders überlegen und mich teilen … denn ich hatte es mir, was eine Nummer mit drei Aliens anging, bereits anders überlegt.

Calder ballte immer wieder die Hände zu Fäusten, als ob er dem Krieger, der mich anfasste, eine verpassen wollte.

Seine Eifersucht ließ meine Nippel hart werden. Ich fühlte mich … begehrt. Schön. Und keiner von ihnen war wie ein Typ von der Erde, der mich zum Essen einlud und ins Kino ausführte, nur um in mein Höschen zu kommen. Natürlich wollten sie in mein Höschen, daran gab es keinen Zweifel. Aber sie wollten mich. Verzweifelt. Sie waren den ganzen Weg von Viken zu mir gereist. So verzweifelt wollten sie mich.

Ich wusste nicht, was ich tun sollte, aber Axon hatte recht. Mein Körper war bereit für ihn. Für sie. Nach zwei Monaten der ununterbrochenen Sorge um meine Schwester hatte ich kein bisschen Selbstbeherrschung übrig. Warum sollte ich mich beherrschen wollen? Diese drei waren mein Match. Aufseherin Egara hatte es mir in ihrer Nachricht bestätigt. Sie waren keine Widerlinge von der Erde. Sie hatten andere Bräuche, andere Lebensweisen, andere Sitten, die vorsahen, dass ich mich in ihrer Mitte wiederfand … hoffentlich.

Ich war es allen Frauen auf der Erde schuldig, das Angebot dieser Männer und alles, was sie mir zu geben hatten anzunehmen. Ich schuldete es meiner selbst.

Also drehte ich mich um, stellte mich auf Zehenspitzen und schlang die Arme um seinen Hals. Ich vergrub meine Finger in seinem Haar und zog ihn für einen Kuss nach unten.

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