Kitabı oku: «Gedanken und Erlebtes zu Wald, Wild und Jagd»

Yazı tipi:

Günther Klahm

GEDANKEN UND ERLEBTES

ZU WALD, WILD UND JAGD

Engelsdorfer Verlag

Leipzig

2014

Warum ich Jäger bin!

Geboren wurde ich am 6. Dezember 1952 im saarländischen Niederwürzbach, heute Blieskastel. Die Jagd wurde mir sozusagen über meinen Großvater, einem Forstmann, in die Wiege gelegt. Bevor ich Lesen, Schreiben und Rechnen konnte, kannte ich viele Pflanzen und die Tiere des Waldes und war schon mit der Jägerei vertraut. Eigentlich wollte ich Förster werden, doch mein Lebensweg führte mich in andere berufliche Gefilde, worüber ich heute nicht unglücklich bin. Ich bin gerne Jäger, esse gerne Wildbret, und ich stehe auch öffentlich zur Jagd.

Ich habe nach dem Abitur und kurz vor dem 1. Staatsexamen 1976 bei der Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) in Saarbrücken meine Jägerprüfung abgelegt. Später, 1994, bestand ich dort auch die Prüfung zum Jagdaufseher.

Studium der Biologie, Geografie, Politischen Wissenschaft für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen

Rektor einer Grundschule

Forstliche Praktikas

Journalistische Tätigkeit, darunter bis 2008 Obmann für Medien und Öffentlichkeitsarbeit bei der Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS). Von 1990 bis 2011 Schriftleiter des Mitteilungsblattes „Der Berufsjäger“ des Bundesverbandes Deutscher Berufsjäger (BDB).

Verdienstauszeichnungen in Bronze und Silber durch VJS, DJV und BDB.

Autor zahlreicher Sach- und belletristischer Bücher, darunter „Wie die Jagd so spielt“ (Engelsdorfer Verlag, Leipzig, 2004)

Günther Klahm

Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;

detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Copyright (2014) Engelsdorfer Verlag Leipzig

Alle Rechte bei Günther Klahm

Fotos: Günther Klahm

Zeichnungen: Roman Klahm

Umschlaglayout: Roman Klahm

Hergestellt in Leipzig, Germany (EU)

www.engelsdorfer-verlag.de

Inhaltsverzeichnis

Cover

Titel

Impressum

Vorwort

Teil 1: Gedanken zu Wald, Wild und Jagd 2010 bis 2014

Wald und Wild und sonst nichts!

Vom Bürgerwald, Harvester und Rehen – Ein Drama in 4 Aktenaus Lyonesien

(K)ein Platz für wilde Tiere und Jäger?

Der Luchs im Saarland? – Alles nur Propaganda! meint Nikolaus Hubertus

Genießt das Wild keinen Schutz?

Wenn zwei das Gleiche tun, ist das nicht das Selbe! Oder: Wie der Jäger zum Ochsen gemacht wurde

Teil 2: Jagderlebnisse in heimischen Revieren

Schmetterlinge im Bauch

Der „Winter“-Bock

Ein Heller und ein Ba-a-tzen…

2:0 für Italien, 1:0 für mich

Eigentlich nicht die Rede wert?

Das Handy-Böckchen

§ 1: Der Hund hat immer recht!

Alles hat seine Zeit! Erinnerungen an herrliche Gamsjagden

Potemkinische Hirsche

Usedomer Revierimpressionen

Der Sechser von der Stockmannschen Wiese

„Sie wollten ihn ja zuerst gar nicht haben!“

Waidmannsheil und Pech mit Damwild

Jagdliche Albträume

„Ich sehe kein Geweih!“

Zwei Jahre lang Spießruten gelaufen

Tödlicher Irrtum

Keinen Fehler bei jungem Hirsch?

Teil 3: Jagen unter dem Kreuz des Südens

Jagen unter dem Kreuz des Südens

Fürs Erste Kudu, Oryx und Warzenkeiler

Fürs Zweite dann Impala, Hartebeest und Springbock

Teil 4: Ein wahres Jagd-„Märchen“

Der Weihnachtshasser

Endnote

Vorwort

Genau zehn Jahre sind es nun her, dass ich im Engelsdorfer Verlag mein erstes Jagdbuch „Wie die Jagd so spielt“ veröffentlichte. Neun Jahre hat es sich auf dem Buchmarkt gehalten. Inzwischen wird es bei mehreren online-Buchhändlern gebraucht zu einem Mehrfachen des ursprünglichen Preises angeboten. Danke der Ehre! Schön zu wissen, was mein geistiges Kind meinen verehrten Lesern wert war und ist!

Schon oft wurde ich von dem einen und anderen Leser nach einem neuen Jagdbuch gefragt und sogar dazu aufgefordert. Aber neben hauptberuflichen, familiären und sonstigen Anforderungen an mich musste ich erst mal was Besonderes erleben, worüber es sich in einem Buch zu berichten lohnt. Ich schreibe ein Buch nicht für mich, sondern für meine Leser. Es ist daher vollkommen legitim, dass diese von mir Geschichten erwarten, mit denen sie sich identifizieren können, die sie vielleicht so oder so ähnlich auch schon mal erleben durften oder die sie in dieser Art auch mal erleben möchten oder auch nicht und die ihnen eine mögliche Haltung und einen möglichen Weg zeigen, den sie als Jäger zu gehen bereit sind.

Zehn Jahre sind eine lange Zeit! Eine Dekade, in der ich auch jagdlich vieles erlebt habe, wenn auch nicht alles so spektakulär war, dass sich darüber in einem Buch zu berichten lohnen würde. Man kann nicht aus jedem Pups einen Donnerschlag machen, um es einmal deftig auszudrücken.

Aber so ein paar Dinge stechen doch hervor! Da ist zunächst einmal der Rückgang unserer Reh- und Schwarzwildbestände, zumindest hier im saarländischen Ballungsgebiet. Kommt mir bitte jetzt keiner und behauptet, das Wild wäre heimlicher geworden und käme in einem naturnah bewirtschafteten Wald seltener in Anblick! Nach 40 Jahren Jagd hier und anderswo weiß ich, wovon ich rede und schreibe. ICH bin der, der fast jeden Tag draußen im Revier ist und sehe, was los bzw. nicht los ist. Unser Wald verkommt mehr und mehr zu einem Tummelplatz für alle möglichen „Events“ sowie für Hunde, vor allem für die, ohne Leine, und das alles Tag und Nacht. „Kein Platz für wilde Tiere!“, um mit dem immer noch bekannten Zoodirektor Bernhard Grzimek posthum zu sprechen.

Es gab und gibt Politiker, gleich welcher parteipolitischen Couleur, die ihr Mäntelchen gerne in den Wind hängen. Und den lassen-leider-immer mehr wehen, die sich als dazu berufen glauben und sich gerne als fortschrittlich ausgeben, aber von Wald, Wild und Jagd keine Ahnung haben. Da wird der Rehbock (!) zur Frau (!) des Hirschen erkoren. Übrigens: Ich habe nichts gegen die Homo-Ehe. Aber belassen wir sie doch bitte beim Menschen!

Nun denn: Wir hatten hier im Saarland 788 Tage Kampf für Wald und Wild, als die Bündnisgrünen zusammen mit der CDU und der F.D.P von 2009 bis zum 6. Januar 2012 die Regierung bildeten. Mehr dazu später! Der Kampf steckt immer noch in unseren Knochen. Es wird lange dauern, bis sich Wald und Wild und auch wir Jäger davon erholt haben. Da ist so viel Porzellan unnötigerweise zerdeppert worden, und es wird für alle Seiten nicht einfach sein, da wieder zueinander zu finden und eine stabile Basis des Vertrauens zu schaffen. Hoffen wir, dass das zarte Pflänzchen, das der jetzige Leiter des Saarforst-Landesbetriebes, Hans-Albert Letter, gesetzt hat, anwächst und gedeiht! Mehr dazu auf den folgenden Seiten!

Und wenn wir schon gerade dabei sind: Ich komme aus der Forstwirtschaft, und in meinem Herzen schlagen immer Wald und Wild oder, wenn man es so will: Forstwirtschaft und Jagd und sonst gar nichts! Ich fühle mich beiden verpflichtet. Auch dazu später mehr!

Mein Buch richtet sich daher nicht gegen die Förster, denen wie mir Wald und Wild am Herzen liegen, auch wenn sie gegen ihre eigene Überzeugung Dinge tun müssen, die ihnen von oben herab aufgesetzt werden. Sie sind – wie ich – in ihrem Beruf weisungsgebunden.

Ich danke daher allen Förstern, die trotz Weisungsgebundenheit ihr Möglichstes getan haben bzw. tun, und ich danke diesen auch, dass ich bei ihnen jagen durfte bzw. darf. Den gleichen Dank spreche ich auch den privaten Jagdpächtern aus, in deren Reviere ich jagdliches Gastrecht genießen durfte bzw. genießen darf. Schön, dass es euch gibt!

Inzwischen hat sich ein Teil meiner jagdlichen Aktivitäten auch unter das Kreuz des Südens verlagert – nach Namibia! Nicht nur jagdlich ein fantastisches und wundervolles Land! Waidmannsdank den Jagdfarmern und ihren Helfern für die schönen Erlebnisse, Erfahrungen und Jagderfolge, die ich bei ihnen erleben durfte. Ich hoffe und wünsche es mir, dass es mir noch lange vergönnt sein wird, euer Jagdgast zu sein.

Waidmannsdank auch den Förstern und Jägern, die mir meine Unzulänglichkeiten, die ich als Mensch auch habe, und Missgeschicke nachsehen und verzeihen konnten! Wer dies nicht konnte oder kann und frei von diesen ist, der werfe den ersten Stein auf mich. Gerade diesen wünsche ich, dass wenn ihnen mal ein jagdlicher Fauxpas passiert, sie niemals solchen Menschen gegenübertreten, wie sie mir und vielleicht auch Anderen gegenübergetreten sind.

In einigen Beiträgen dieses Buches kommt auch Nikolaus Hubertus zu Wort. Satirisch und mit Biss kommentiert er Politik und gesellschaftliche Entwicklungen um die Jagd. Wir sind uns beide bewusst, dass wir uns mit diesem Buch nicht nur Freunde schaffen. Manche werden ob der Kritik an ihnen vielleicht Gift und Galle spucken und uns Polemik vorwerfen. Wir sind das gewohnt, der Nikolaus Hubertus und ich. Oft sind es die so genannten „Gutmenschen“, die gerne Andersdenkende kritisieren und ihnen ihre Ansichten und ihren Lebensstil per Gesetz aufzwingen wollen und sich im Grundgesetz unseres freiheitlich-demokratischen Staates sicher fühlen.

„Ihr Gutmenschen, das Grundgesetz gilt für alle, auch für die, die eure Ansichten und eurer Tun kritisieren, und das habt auch ihr zu respektieren“, sagen euch Nikolaus Hubertus und ich.

Ich wünsche allen, die mein zweites Jagdbuch nun lesen, eine angenehme, freudige, aber auch mitunter nachdenkliche Lektüre.

Mit Waidmannsheil für Wald und Wild!

Günther Klahm

Im Hornung (Februar) 2014

Teil 1: Gedanken zu Wald, Wild und Jagd 2010 bis 2014
Wald und Wild und sonst nichts!

„Die Kriege waren gestern. Wir reden nicht mehr übereinander, sondern offen miteinander“, beschrieb im Oktober 2013 der Leiter des Saarforst-Landesbetriebs, Forstdirektor Hans-Albert Letter, das neue Verhältnis des Saarforstes zur saarländischen Jägerschaft. Nicht mehr kategorisch „Wald vor Wild“, sondern, wie die für den Saarforst-Landesbetrieb damals zuständige Umwelt-Ministerin Anke Rehlinger (SPD) auf dem Landesjägertag 2013 bereits ankündigte, „Wald und Wild“. Jedoch mit einer Einschränkung: Bei Flächen, auf denen Naturverjüngung auflaufen soll und zu sichern ist, hat der Wald Vorrang vor dem Wild. Diese Flächen seien aber zeitlich und räumlich begrenzt, betonte Letter.

Damit können Jäger und Förster gut leben. Denn die Jäger jagen auch an und auf landwirtschaftlichen Flächen, die durch Wild gefährdet sind. Ich kenne jedenfalls keinen Jäger, dem übermäßige Wildschäden an land- und forstwirtschaftlichen Nutzpflanzen egal sind, auch wenn er für diese Schäden finanziell aufkommen muss. Land- und Forstwirte sind Menschen, die wie der Jäger viel Zeit, Arbeit und Geld auf ihren Flächen investieren. Dies ist zu respektieren.

Es kann und darf aber nicht sein, dass das Wild – gemeint ist in erster Linie das Schalenwild – dafür alle Rechnungen „bezahlen“ muss, damit ja kein Schaden an irgendeinem Bäumchen oder Getreidehalm entsteht. Wild lebende Tiere haben in unserer Kulturlandschaft genauso ihre Existenzberechtigung wie Buchen, Eichen, Rüben, Kohl und Mais. Also keine Maximalforderungen von welcher Seite auch immer, sondern Verständnis füreinander sowie Verständigung und Miteinander!

Dazu der Leiter des Saarforst-Landesbetriebes, Hans-Albert Letter, im Oktober 2013: Mit der natürlichen Verjüngung der Nadelbäume und der Mehrzahl der Laubbaumarten, insbesondere der Buche, habe man nun bei einem Naturverjüngungsanteil von nahezu 95 Prozent dank der angemessenen Bejagung seit 20 Jahren keine Probleme mehr. Lokal gäbe es aber noch welche bei der Verjüngung von Edelbaumarten und Sicherung, insbesondere mit der Eiche. In den geschlossenen Waldungen des Saarkohlenwaldes zwischen Saarbrücken, Neunkirchen und Homburg nach Untersuchungen der Forstlichen Versuchsanstalt Rheinland-Pfalz 2012 sei eine Rehwilddichte von zehn bis elf pro 100 Hektar zu verkraften. Anders sei dies z.B. im Bliesgau mit seinen Feldern, Wiesen und Wäldern. Dort stehe das Rehwild während des Sommers im Feld und im Winter im Wald, wo der Verbiss dann sehr hoch ist. Allein mit der Jagd sei dagegen nicht anzukommen. Hier müssten Verjüngungsflächen auch umzäunt werden.

Zweidrittel der Regiejagdflächen von 38.943 Hektar werden von Pächtern, Pirschbezirksinhabern und weiteren Jagdgästen bejagt. Das Verhältnis zwischen ihnen und den Saarforst-Mitarbeitern sei „in aller Regel sehr gut“. Na also, geht doch! Wald und Wild und sonst gar nichts!

Rückblick:

788 Tage „Saarmaika“ = 788 Tage Kampf für unser Wild!

„Der 6. Januar 2012 war für uns Jäger ein guter Tag“, freute sich der stellvertretende Landesjägermeister Josef Schneider auf der 40. Kreisjägermeister- und Hegeringleitertagung der Vereinigung der Jäger des Saarlandes am 3. März 2012 in Humes. Nun könnte man fragen: „Wen interessiert noch, was damals war? Heute haben wir wieder andere jagdliche Verhältnisse im kleinsten Flächenbundesland.“ Heute! Und morgen? Und in einem anderen Bundesland?

Politische Verhältnisse und Konstellationen können sich ganz schnell ändern, wie wir bereits mehrfach erfahren mussten. Auch Parteien und deren Politiker, von denen die bundesdeutschen Jäger glauben, dass sie ihnen wohl gesonnen erscheinen, können ganz schnell ihr Mäntelchen nach einem anderen Wind ausrichten, wenn dies die „Parteiräson“ erfordert oder es ihnen persönlich nützt. Um mit Bob Dylan zu sprechen: „Du brauchst keinen Wettermann, um zu wissen, woher der Wind weht (1969).“ Der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer (1949 – 1963) soll einmal gesagt haben: „Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern?“

Die folgenden Seiten sind Warnung und Mahnung für alle Jäger, denen Wald und Wild gleichermaßen am Herzen liegen und die sich beiden verpflichtet fühlen und dass bei Politikern gleich welcher parteipolitischen Couleur immer Wachsamkeit und Vorsicht geboten sind. 788 Tage „Saarmaika“ bedeuteten im Saarland 788 Tage Kampf für Wald und Wild!

Was war geschehen?

Nachdem die CDU unter der Führung des damaligen Ministerpräsidenten Peter Müller bei der Landtagswahl 2009 mit einem Minus von rund 13 Prozent ihre absolute Mehrheit verloren hatte, musste sie, um an der Macht zu bleiben, sich Koalitionspartner suchen. Mit der F.D.P allein reichte es nicht. Mit der SPD wollte man nicht bzw. umgekehrt und die Linken schon mal gar nicht. Also blieben nur noch die Bündnisgrünen, die mit 5,9 Prozent und drei Abgeordneten gerade mal in den Landtag eingezogen waren.

Es kam zu einer Koalition zwischen CDU, F.D.P und Grünen. Über das Wie mag ich mich hier nicht auslassen, sondern empfehle die Lektüre des Buches von Wilfried Voigt: „Die Jamaika-Clique-Machtspiele an der Saar“. Zum Verständnis: Die Bezeichnung „Jamaika-Koalition“ bzw. „Saarmaika“ rührt von den Parteifarben der drei Koalitionäre her: Schwarz-gelb-grün.

Mit dem Eintritt der Grünen in die saarländische Landesregierung zogen für die Saarjäger düstere Wolken am jagdlichen Himmel auf, zumal Klaus Borger, als so genannter „Öko-Jäger“ den rund 3.500 VJS-Jägern nicht gerade wohl gesonnen, als Staatssekretär ins Grünen geführte Umweltministerium berufen wurde und dort auch für Forst und Jagd zuständig war.

Wer vielleicht noch glaubte, CDU und F.D.P seien immer Jäger und Jagd freundlich und würden die Grünen sozusagen „in Schach halten“, sah sich schnell bitter enttäuscht. Beide hielten sich in Deckung. Wen wundert das, wenn man, um an der Macht zu bleiben, den kleinen, dreiköpfigen Koalitionspartner braucht? Da wackelte nicht mehr der Hund mit dem Schwanz, sondern der Schwanz mit dem Hund, wie der Koalitionsvertrag zeigte. Was die Jagd betraf ein Desaster! Dazu später mehr!

Da nutzten auch die Rechtfertigungsversuche des F.D.P-Wirtschaftsministers Christoph Hartmann auf der Kreisjägermeister- und Hegeringsleitertagung 2010 und des CDU-Landtagsabgeordneten Hans-Gerhard Jene, beide selbst Jäger(!), auf dem Landesjägertag 2010 nichts. Die VJS-Jäger fühlten sich von den beiden Parteien verraten. Stattdessen entnahmen sie der Haus- und Hofberichterstattung der „Saarbrücker Zeitung“, wie die jagenden Koalitionäre sich „gar lustig der Jägerei“ hingaben (Saarbrücker Zeitung vom 14.12.2010). Interessant!

Die von den Grünen angestrebte Novellierung des saarländischen Jagdgesetzes war durch und durch ideologisch gefärbt. Wäre es wirksam geworden, es hätte den Namen „Antijagdgesetz“ verdient.

Darin hagelte es nur so von Verboten, z.B. Fuchsbejagung und „Geboten“ bei der „Rehwild-Schädlingsbekämpfung“. Nicht nur darin schien sich die Einschätzung des Journalisten und Schriftstellers Wiglaf Droste am 20.10.2010 in der „junge Welt“ zu bestätigen: „Richtig glücklich ist ein Grüner erst, wenn er anderen etwas verbieten kann.“


Der „gute“ Fuchs – das Hätscheltier der Grünen und das „böse“ Reh, das den ganzen Wald auffrisst und daher bejagt werden muss, als wolle man es ausrotten…

Da war z.B. das Verbot vom Staatssekretär, mit bleihaltiger Munition auf Flächen des Saarforst-Landesbetriebes zu jagen. Schriftlich mussten sich Pächter, Pirschbezirksinhaber und alle zeitweiligen Gastjäger erklären, dass sie ab dem 1. Januar 2012 nur noch Blei freie Munition verwenden würden. Wer das nicht tat – es nutzten auch keine gegenteiligen Argumente – dem wurde gekündigt.

Kleine Anmerkung dazu: Bei einer Blutuntersuchung bat ich meinen Arzt, mein Blut auch auf Bleirückstände zu untersuchen, da ich damals seit 59 Jahren regelmäßig und oft Wildbret genieße, ja bereits mit der Muttermilch aufgesogen habe. Das Ergebnis: 4,6μg/ l! Für erwachsene Männer gelten in Deutschland als Obergrenze 90μg/ l, für Frauen 70μg/ l. Mein Arzt und ich lachten, obwohl uns ob des Tobens der grünen Männchen und Frauchen nicht zumute war.

Aber wenn‘s halt der Wahrheitsfindung dient, hatten und haben die Saarforst-Jäger selbstverständlich immer Blei freie Munition bei sich!

Beim 1. Saarforst-Jägertag des Herrn Borger im November 2011 ging es hauptsächlich um das Lieblingsthema der Grünen: Es gäbe zu viele Rehe, und die verbeißen den ganzen Wald. Also weg mit diesen Schädlingen. Ein Forstdirektor und Anhänger Borgers verstieg sich sogar in der Forderung: „Wir müssen die Rehe so bejagen, als ob wir sie ausrotten wollen.“ Viele Jäger waren geschockt, so etwas aus dem Munde eines Beamten zu hören.

Selbiger Forstgrüne geriet wohl in Panik, als ihm bei einer Revierfahrt drei Rehe über den Weg wechselten. Da musste, aber zacko, eine „Waldschutzjagd“ – wie mehrfach anderenorts auch – durchgeführt werden. Da nutzten auch die Argumente der dortigen Jäger nichts, die ihren Abschuss (1 Stück Rehwild pro 10 Hektar) stets erfüllt haben und das in einem Stadtrandrevier, in dem sich mehr Zweibeiner mit allen nur denkbaren Aktivitäten und noch mehr Hunde tummeln, mit und noch mehr ohne Leine. Die dortigen Jäger sitzen sich buchstäblich den „Spiegel“ wund, bis sie ein Reh in Anblick bekommen, geschweige denn erlegen können.

Auch ihre Frage, wo denn nun der große Verbiss sei, wurde von dem Forstgrünen abgetan. Basta! Dass sogar auf Flächen, wo das meiste Rehwild erlegt worden war, die Eichenverjüngung ohne weiteren Schutz hoch kommt!


Auf Kosten der Steuerzahler Drückjagdsitze aufgestellt und das Umfeld frei geschlagen – alles für die Katz’! So viel kann ein Reh gar nicht verbeißen!

Stattdessen wurden über 20 Drückjagdsitze in einem Revierteil aufgestellt. Was die und die Arbeit den Steuerzahler wohl gekostet haben mögen? Aber bitte: Das waren doch wohl nur „Peanuts“! Das Saarland hat es ja dicke!

Die „Waldschutzjagd“ wurde an einem Samstagmorgen im Dezember 2011 anberaumt. Dazu wurde der gesamte Revierteil von ca. 250 Hektar für den Publikumsverkehr gesperrt. Sehr zur „Freude“ der „Bürger im Bürgerwald“, die auf Schildern bei Androhung mit einer Geldbuße in Höhe von 5000 Euro gewarnt wurden. Selbst der Versuch wäre geahndet worden.

Zwei der dort seit Jahrzehnten jagenden Waidmänner boykottierten das Spektakel. Mehr war es nämlich nicht! Angeblich wollen die Drückjagdsitzer und ihre Drücker 20 Rehe gesehen haben. Fünf Schüsse fielen, erlegt wurde keiner der „Waldschädlinge“. Das schlechte Wetter sei daran schuld gewesen, hieß es. Und dafür der ganze Aufwand an Personal, Zeit und Material – auf Kosten des Steuerzahlers! Aber wie oben gesagt: „Peanuts“! Im bettelarmen Saarland konnte man sich das leisten. Man gönnte sich ja sonst nichts!


Vorsicht! Waldschutzjagd! Lebensgefahr! Vor wem oder was soll den hier der Wald geschützt werden?

Jetzt war Schluss! Jetzt war das Ende der Fahnenstange erreicht! Um Wald und Wild und um ihr Land Verantwortungsbewusste schrieben an die Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und an die damalige Oppositionspolitikern Anke Rehlinger (SPD) und forderten sie auf, diesem Treiben des Herrn Borger und seiner Lakaien ein Ende zu setzen. Darüber hinaus wurde der Landesrechnungshof von dieser Verschwendung von Steuergeldern informiert.

Annegret Kramp-Karrenbauer hat im August 2011 Peter Müller im Amt beerbt. Dieser schien wohl gemerkt zu haben, was er sich da an Koalitionären eingebrockt hatte und wohl schon längst nicht mehr das Heft in der Hand hatte. Sichtlich gelangweilt spielte er sogar während einer Landtagssitzung auf seinem Laptop Schach. Da wird ihm das Lob an das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gerade recht gekommen sein …


Der stellvertretende Landesjägermeister, Josef Schneider, dankte der Ministerpräsidentin, Annegret Kramp-Karrenbauer, für ihren mutigen Schritt am 6. Januar 2012, auch zum Wohle für Wald, Wild und Jäger.

Es waren wohl nicht (allein) die Jäger, sondern der Koalitionär F.D.P, der sich selbst zerfleischte und damit für die Ministerpräsidentin kein zuverlässiger Partner in der Regierung mehr war. Am 6. Januar 2012 verkündete sie das Ende der Jamaika-Koalition, ein mutiger Schritt dieser Frau. Nicht nur bei den Jägern knallten die Sektkorken! 788 Tage Kampf für Wald und Wild waren vorläufig zu Ende. Selbst der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Hubert Ulrich, musste gegen über den Medien einräumen, dass sie während dieser Zeit alle ihre Vorhaben umsetzen konnten, nur nicht ihr Jagdgesetz. Ein Horrido!

Ausblick

Das Saarland wird jetzt von einer großen Koalition aus der CDU und SPD regiert. Der Jagdgesetz – Entwurf mit grüner Handschrift wanderte in den Papierkorb. Dennoch: Es wird am Bestehenden und Bewährten herum „gedoktert“. So genannte „Tierschützer“, die auf zwei Mann geschrumpfte Grünen-Fraktion und auch die neu in den Landtag eingezogenen „Piraten“ machen „Dampf“. Wildernde Hunde und streunende Katzen sollen nicht mehr erlegt werden dürfen. Als seien die Jäger nur darauf aus!

Ob das neue Jagdgesetz auch tierschutzrechtliche Bestimmungen für das Wild gegen wildernde Hunde bzw. das Verhalten ihrer Besitzer enthalten werde, beantwortete der jagdpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Jäger, Günter Heinrich, „klar mit Ja“. Welche diese genau sein sollten, teilte er trotz Nachfrage bislang nicht mit.

Die VJS-Jäger fühlten sich erneut verraten und demonstrierten vor dem Landtag gegen den Entwurf.

Ob sich Günter Heinrich wohl noch an seine Anzeige – zusammen mit seinen Fraktionskollegen, Dagmar Heib und Hans-Gerhard Jene, übrigens auch Jäger, in der VJS-Zeitschrift „Saarjäger“ vom Frühjahr 2012 erinnern kann? Darin verkündeten die Drei: „Das bestehende, bewährte Jagdgesetz bleibt auch in Zukunft im Saarland ein verlässlicher Partner von Jagd und Naturschutz.“ Wie sagte doch sein politischer Großvater Adenauer: „Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern!“

Der Grüne Hubert Ulrich lamentierte gebetsmühlenartig von einer „antiquierten Jagd“ (Saarbrücker Zeitung vom 7./ 8.12.2013). Dass von ihm nichts Anderes kommen kann, wissen die Saarjäger schon und könnten es unter „ferner liefen“ abtun. Aber im gleichen Blatt prangert der Naturschutzbund (Nabu) Saarland „enorm überhöhte Schalenwild-Beständen, (die) in vielen Jagdgebieten eine Naturverjüngung verhinderten“, an. Da frage ich doch: „Ja, ihr lieben Nabu-Leute, wann ward ihr denn zum letzten Mal im Wald gewesen und habt euch den „Verbiss“ angeschaut? Wenn ihr dann immer noch dieser Meinung seid, komme ich gerne und helfe beim Abschuss mit. Aber ich fürchte, ich muss da wohl sehr lange auf eure Einladung warten.“ Ach, waren das noch Zeiten, als sich in der Nabu-Vorgängerorganisation, dem Deutschen Bund für Vogelschutz (DBV), die Mitglieder, darunter auch viele Jäger, um die Vögel kümmerten! Die hatten Ahnung!

Ich will nicht über jeden Politiker von vornherein den Stab brechen, aber ich bleibe wachsam und kritisch. Und das rate ich jedem Jäger. Daran ändern auch nichts die wohl feilen Grußworte und Reden auf den Kreis- und Landesjägertagen. Den Worten müssen Taten folgen, und zwar so, wie sie verkündet wurden und zeitgleich. Ich habe Respekt vor Politikern mit Rückgrat!


Ausblick: Jäger, seid wachsam und kritisch, damit die Jagd auch künftig möglich sein wird!

Vom Bürgerwald, Harvester und Rehen – Ein Drama in 4 Akten aus Lyonesien.
Von Nikolaus Hubertus


Irgendwo am Rande einer großen Republik liegt das kleine Land Lyonesien. Eigentlich ein sehr schönes Fleckchen Erde mit viel Wald und einem liebenswerten Völkchen. Doch gerade dieses Völkchen erhielt Ende der 2000er Jahre eine Regierung, die sie eigentlich so wohl gar nicht beabsichtigt hatte, nämlich eine solche aus einer großen und zwei kleinen Parteien.

Frau Mi gehört einer der kleinen Parteien an. Sie wurde Umweltministerin und ihr Parteifreund, Herr Mo, ihr Vize, also Staatssekretär. Und dann soll es da noch einen fast vergessenen Herrn aus der Forstgeschichte von Lyonesien gegeben haben, der als Souffleur fungierte.

So weit zum einführenden Verständnis des folgenden Dramas!

Um Missverständnisse von vornherein auszuschalten: Dieses Drama spielt NICHT gegen die Forstunternehmer und untergegebenen Förster, die gegenüber Frau Mi und Herrn Mo weisungsgebunden waren und ungeachtet ihrer persönlichen Meinung die Weisungen ausführen mussten, um ihr Brot zu verdienen.

Aus dem Off:

Herbei! Herbei! Heran!

Hört gut zu und schaut es euch an!

Von Leuten, die ihr habt gewählt,

wird euch ein Drama aus dem Wald erzählt.

Frau Mi und Herr Mo, ihr Stellvertreter

waren wahrlich keine Leisetreter.

Unermüdlich propagierten die Beiden:

Harvester und Rehe mögen sie nicht leiden!

Immer wieder hörte man sie fluchen:

“Die haben im naturnahen Wald nichts zu suchen!

Denn die machen den Wald kaputt,

und das ist nicht gut!“

So tönten sie in Lyonesien hinaus!

Doch die Praxis sah ganz anders aus!

Herbei! Herbei! Heran!

Hört nun und schaut es euch selber an!

Vorhang auf

1. Akt

Herr Mo vermochte in einem Fachblatt für die Holzwirtschaft keinen Unterschied zwischen einer während des Krieges gefallenen Nation und einem gefallenen Wald zu erkennen. Der Bomberpilot und der des Vernichtungsprozessor (Gemeint waren wohl die Harvester.) führten gefühllos die Befehle zum Massenmord aus. Weiter hieß es, dass die Einsatzziele der Harvester Beute machen und Zerstörung seien und durch die Hochmechanisierung der Waldarbeit Energie verschwendet würde. Also wieder Rückepferde in den Wald!

„Eine unappetitliche Geschichte! So etwas geht gar nicht!“, reagierte da Herrn Mos Chefin, die Umweltministerin, Frau Mi, in der Presse und drohte ihrem Vize, Herrn Mo, mit „sofortiger Entlassung“ im Wiederholungsfall.

2. Akt: Presse-(Spiel-) Ball

„Herr Mo will den Wald fit machen – Staatssekretär kündigt Verbesserung der Böden an – Weniger schwere Erntemaschinen“ titelte die einzige Tageszeitung in Lyonesien Anfang 2010.

Und das gleiche Blatt zitierte Herrn Mo im Herbst 2010: „Künftig dürfen bei der Holzernte nur noch Verfahren angewandt werden, die den Waldboden nicht schädigen. Der Einsatz hoch mechanisierter Verfahren soll auch aus arbeitspolitischen Gründen nach und nach durch andere Verfahren ersetzt werden. Unter anderem sollen wieder verstärkt Pferde zum Einsatz kommen.“



Zwischen Anspruch (Rückepferde) und Wirklichkeit (Holzerntemaschinen)

Es eigenlobte Frau Ministerin Mi in ihrer Presse-Mitteilung „die vorbildliche Bewirtschaftung des Staatswaldes“ in ihrem Ländchen Lyonesien, auch im Hinblick auf den Artenschutz.

Und ihr Herr Staatssekretär, Herr Mo, wusste es in seiner Presse-Mitteilung genau, wo die Schuldigen für die Waldmisere zu finden sind: Vor allem gelte es, im Wald Wildschäden weitestgehend zu vermeiden. Frühere und aktuelle Verbissgutachten belegten eine alarmierende Reduzierung der Baumarten-Vielfalt …

Besonderen Wert lege sie, die Frau Ministerin Mi, darauf, dass künftig im lyonesieschen Wald noch naturverträglicher gewirtschaftet werden soll. Der Einsatz von größeren Maschinen werde künftig nur noch dort erfolgen, wo die Böden tragfähig sind, ließ Frau Mi, die Umweltministerin, in einer Presse-Mitteilung verlautbaren.

Bald darauf ließ Herr Mo, ihr Staatssekretär, die Presse über das Drama im lyonesieschen Forst wissen: Die Vielfalt der Baumarten und der gesamten Waldvegetation würden in diesem Ländchen dramatisch sinken. Damit verbunden seien nicht nur ökologische, sondern auch erhebliche volkswirtschaftliche Schäden, wetterte er. Millionen müssten in der gesamten Republik inzwischen für den Bau von Zäunen ausgegeben werden, um die jungen Bäume zu schützen.

Deshalb Herrn Mos Appell an die Jäger: „Noch mehr Rehe schießen, die die Hauptverursacher der Misere sind!.“

Vorhang zu und Denkpause

Zaunbau im Wald? Rehe fressen den Wald auf? Waldsterben von unten? – Das hatten wir doch schon einmal in Lyonesien. Damals, Mitte der 1980er Jahre, als mit dem „Napoleon von Lyonesien“ der kam, wie hieß er noch? Na, Sie wissen schon, der, der den lyonesieschen Steuerzahler heute noch sehr viel Geld kostet und von zwei Ministern aus dem Amt geschasst wurde …

Ja, genau der, der die vielen Zäune im Forst bauen ließ, die die Lyonesier ebenfalls viel Geld kosteten und dann erst die Beseitigung!

Komisch! Der lyonesiesche Forst wächst immer noch!

Es musste sich da wohl um ein Gerücht handeln, dass selbiger „Zaunkönig“ als Souffleur bei Herrn Mo tätig war. Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt!

3. Akt

Als ein Erfolg im Kampf um die Baumarten-Vielfalt tönte es in der einzigen Tageszeitung von Lyonesien, als auf einer Fläche von „nur“ 450 Hektar bei einer von Herrn Mo anberaumten „Waldschutzjagd“ 33 Rehe auf der Strecke lagen.

Und erneut schallte Herrn Mos Gebetsmühle, dass die systematische Inventur und Dokumentation von Wildschäden ein wichtiges Instrument sei, jagdliche Strategien zu entwickeln, die dazu dienen würden, die Schalenwildbestände auf ein waldverträgliches Maß zu reduzieren. Den Rest kennen wir!

Mit viel Schnee und Frost stellte sich der Winter zum Monatswechsel November/ Dezember 2010 ein. Eigentlich normal! Oder doch nicht? Herr Staatssekretär Mo gelobte gegenüber der Presse: Das oberste Gebot bestehe nun darin, unsere Wildtiere (Zur Erinnerung: Dazu zählen auch Rehe!) in ihren Einstandsgebieten nicht zu stören, denn Störung bedeute Fluchtverhalten und Fluchtverhalten bedeutet Energieverbrauch. Eine solche Rücksichtnahme wirke besser als Futter …

Könnten Wildtiere denken und sprechen wie wir Menschen, hätten sie den Herrn Staatsekretär Mo in den höchsten Tönen gelobt und ihn bei der einzigen Tageszeitung als „Lyonesiens Besten“ und beim Rundfunk Lyonesiens als „Engel des Jahres 2010“ nominieren lassen. Toll! Wer hätte das gedacht? Welch ein Triumph!


Holzerntemaschine bei Schnee und Frost am Naturschutzgebiet. Wie passte das zusammen?

Und zum Jahresende setzt seine Chefin, Frau Ministerin Mi, sogar noch eins drauf: Mit der Änderung beim Forstbetrieb Lyonesiens in der Organisation und bei den Bewirtschaftungsgrundsätzen solle der Forst noch naturverträglicher arbeiten … Hierfür werde zusätzliches qualifiziertes Personal benötigt…“

Entschuldigung, Frau Ministerin Mi, nur zum besseren Verständnis: „Ist Ihr bisheriges Personal nicht qualifiziert?“ War ja nur mal so eine Frage – damals, als Sie noch Ministerin waren!

Umzug zur Waldbühne am Rand eines Naturschutzgebietes

4. Akt

Lyonesierinnen und Lyonesier sorgen sich um ihren Bürgerwald, so die offizielle Bezeichnung von Frau Mi und Herrn Mo für den Staatsforst von Lyonesien.

Also: Lyonesierinnen und Lyonesier klagten ob der Schwachholzernte am Rande eines Naturschutzgebietes bei der Presse. Dort war im Dezember 2010 ein Harvester zu Werke.


Was soll man dazu noch sagen?

Die Fotos sprachen für sich und gegen die vollmundigen und wohl feilen Erklärungen von Frau Umweltministerin Mi und ihres Staatssekretärs, Herrn Mo.

Die Bürgerinnen und Bürger kratzten sich vor Ort am Kopf und fragten, ob ein Reh oder zwei oder drei oder wie viele in ihrem recht kurzen Leben von drei bis vier Jahren, wenn überhaupt, so viele Schäden anrichten kann wie dieser Harvester in einem Monat und in einer Forstabteilung, dazu noch direkt neben dem Naturschutzgebiet.

Ob auf diesen tief aufgewühlten und verdichteten Rückegassen so schnell nochmals Gras wächst und das Bodenleben zur Normalität zurück findet? Bis dahin blasen wohl Frau Umweltministerin Mi und ihr Staatssekretär, Herr Mo, dank ihres „wohl verdienten“ Ruhestandsgehaltes, das die meisten der Lyonesierinnen und Lyonesier auch nach 45 Jahren harter Berufstätigkeit nicht erreichen werden, Federn in die Luft.

Vorhang zu! Schluss dieser Vorstellung

Es sagte Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer (1949 bis 1963): „Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern.“

Fortsetzung folgt? Hoffentlich nie wieder!

(K)ein Platz für wilde Tiere und Jäger?

(K)ein Platz für wilde Tiere? Da fällt den Älteren, zu denen ich nun auch gehöre, sofort der ehemalige Frankfurter Zoodirektor, Prof. Dr. Bernhard Grzimek (1909 – 1987) ein. Wie haben wir als Kinder immer gespannt vor dem Fernseher gesessen, wenn er in der ARD von 1956 bis 1980 eben für einen Platz für wilde Tiere warb.

Mit großem Erfolg, wie wir heute wissen! Es gibt sie wieder, die Plätze für wilde Tiere – in Afrika, Asien und Amerika. Wir alle, Jäger wie Nichtjäger, haben uns dafür stark gemacht. Sogar wir Kinder haben damals unser bescheidenes Taschengeld dafür gespendet. Politiker standen gut da, wenn sie sich, mehr oder weniger diplomatisch, bei ihren Kollegen in diesen fernen Ländern dafür stark machten, die dortigen Tiere und ihre Lebensräume zu schützen. Manchmal sogar zu „überschützen“!

Das Geschrei in unseren Landen ist riesengroß, wenn z.B. eine Elefantenpopulation so stark angewachsen ist, dass sie nicht nur ihren eigenen Lebensraum gefährdet, sondern auch den der dortigen Menschen, die eben von den Früchten ihrer Felder leben müssen. Statt einzelne Elefanten gegen Entgelt zur Jagd freizugeben, um damit Einnahmen und Schutz der Lebensräume zu erzielen, werden die Dickhäuter vom Hubschrauber aus mit Maschinengewehren erschossen. Mit Jagd hat das nach unserem Verständnis nichts zu tun!

(K)ein Platz für wilde Tiere? Wir brauchen gar nicht erst mit dem Finger auf ferne Länder zu weisen. Schauen und kehren wir mal vor unserer eigenen Haustür!

Zumindest im Ballungsgebiet sind unsere Reviere zum Rummel- und Tummelplatz für alle möglichen Aktivitäten oder, wie das so schön jetzt heißt „Events“ verkommen. Tag für Tag, Nacht für Nacht: Waldspaziergänger, Jogger, Walker, Nordic-Walker in den Variationen classic, Night-Nordic-Walker und Nackt-Nordic-Walker, Reiter, Mountain-Biker, Open-Air-Events auch im Winter, Hunde mit und ohne Leine, Lenkdrachenfliegen, Paintballspiele, private Holzwerber, Pilzesammler, und, und, und… und die alle gleich en masse, immer mehr, immer neue Aktivitäten und immer ausgedehnter.

Jeder Jäger, der im Ballungs- und in den angrenzenden Gebieten seine Waffe spazieren fährt, um dann möglichst von den vielen Aktivisten ungesehenen mit ihr auf den Hochsitz zu gelangen, um sie dann bis zum Abbaumen links oder rechts vor sich hinzustellen, kennt das und ist damit wohl gelitten.

Doch wo ist das Wild, weswegen er hier ansitzt? Gute Frage! Wo soll es denn auch sein und wie viele noch, wenn sich Heerscharen von Zwei- und kläffenden Vierbeinern Tag und Nacht im „Revier“ tummeln? Wenn Premium-Wanderwege und Moutainbike-Strecken durch seine Einstände gelegt werden. Wenn des Nachts lautstark „Lichter“ durch Wald und Feld trampeln? Ob das Wild wohl in der Dickung bleibt und zur lautstarken Musik von der Hütte am Weiher im Landschaftsschutzgebiet rockt?

Das mag jetzt polemisch klingen, entspricht aber meinen Erfahrungen. Und wer das als Nichtjäger für übertrieben hält, ist herzlich eingeladen, sich davon zu überzeugen. Ich habe während eines Winters bei Schnee und eigentlich bestem Jagdwetter mit Nichtjägern die Probe aufs Exempel gemacht. An einem herrlichen Samstagnachmittag rund um eine Forstabteilung, die einmal wildmäßig das Filetstück war.

Wir haben während des etwa zweistündigen Rundgangs einen „herrlichen Rummel“ der oben genannten Aktivisten erlebt, bei 20 Hundespuren in und aus den Dickungen aufgehört weiterzuzählen und waren ganz „stolz“, doch noch zwei Rehfährten und eine Fuchsspur entdeckt zu haben. Noch Fragen?

Meine nichtjagenden Begleiter schluckten, und sie schluckten noch mehr, als wir uns bei Anbruch der Dunkelheit aus dem Wald zum Kaffee und Tee machten, während uns in Richtung Wald lautstark, tipptapp und klackklack „Lichter“ mit und ohne Stöcken begegneten. Wie sagt man da auf gut Saarländisch: „Na dann ge’ Naacht, Katsche!“.

Ja, und dann höre ich diese Dummschwätzer (Heinz Becker lässt grüßen!) und lese diese Dummschreiber, die uns Jägern lauthals vorführen wollen, als läge es an uns, dass kaum noch ein Stück Wild zu sehen sei und deshalb für uns „Kein Platz mehr in unserer Zivilisation“ sei. So jedenfalls die Meinung eines Lesers der Saarbrücker Zeitung (SZ) vom 16.12.2009.

Gut, lieber SZ-Leserbriefschreiber! Kein Platz für wilde Tiere und kein Platz für Jäger in unserer Zivilisation! „Gehen“ wir halt dorthin, wo für Wild und Jäger noch Platz ist! Während ihr hier, frei nach dem Bonmot, das dem letzten sächsischen König Friedrich August III. von Sachsen zugeschrieben wird: „Machd doch eiern Drägg alleene!“ euch überlegen könnt, woher ihr das Geld aus den nicht mehr vorhandenen Jagdpachten hernimmt. Von Wildschäden verhüten (Die Landwirte schnauben schon.), Tierseuchen verhindern und noch so einiges mehr, rede ich schon gar nicht mehr.

Seit einigen Jahre reise und jage ich dort, wo ich als Jäger willkommen bin, stets Wild im Anblick habe und für mein Geld auch das bekomme, was ich gerne möchte, ohne mich mit Dummschwätzern, keifenden Aktivisten, kläffenden und hetzenden Kötern und irgendwelchen Politfuzzis herumärgern zu müssen.

Das müssen noch nicht einmal ferne Jagdgründe sein. Es gibt sie auch noch bei uns, die Reviere, in denen ich mich auch tagsüber am Anblick von Wild erfreuen kann. Alles auf der Welt hat seinen Preis, auch die Jagd! Zahlen muss ich so oder so. Aber soll ich mein Geld für etwas ausgeben, wovon ich nichts oder kaum etwas habe, während alle anderen Naturnutzer kostenlos ihrer Leidenschaft frönen können?

Nicht etwa, dass ich irgendjemanden seine Leidenschaft missgönnen würde. Es sind nur zu viele, die sich da tummeln! Fragte mich doch vor ein paar Jahren der 1. Beigeordnete einer Stadt, ob ich gerne den städtischen Eigenjagdbezirk pachten möchte. „Aber gerne doch, lieber Herr Beigeordneter, wie viel bezahlt mir denn die Stadt, wenn ich es tue?“

Es hatte sich tatsächlich ein Pächter gefunden, der heilfroh war, als der Pachtvertrag neun Jahre später am 31. März auslief und er sich nicht mehr herumärgern und kein Geld mehr für nichts bezahlen musste.

Lieber Waidgenosse! Vielen herzlichen Dank für deine Einladungen an mich. Ich weiß, du hast es gut mit mir gemeint und wolltest mir Freuden bereiten. Das weiß ich sehr zu schätzen!

Aber ich wollte dir nicht das letzte Reh wegschießen, so denn eins gekommen wäre!

Frei nach den Gebrüdern Grimm biete ich dir an: „Komm mit! Etwas Besseres wie Ärger und Abzocke in deinem Noch-Revier findest du dort, wo noch Platz für wilde Tiere und Jäger ist!“

Der Luchs im Saarland? – Alles nur Propaganda! meint Nikolaus Hubertus


„Das Umweltministerium will den Luchs, das Wildtier 2011, wieder im waldreichen Saarland ansiedeln.“, untertitelte Saarbrücker Zeitung in ihrer Ausgabe vom 22./ 23. Januar 2011 ein eindrucksvolles Konterfei von Pinselohr.

„Upps!“, stieß es mir auf. Wo will denn diese herrliche, aber scheue Großkatze in dem kleinen Flächenbundesland mit gerade mal 2570 km2, aber 1.071.500 Einwohnern überleben?

Bei durchschnittlich 417 Einwohnern/ km2, im Ballungsgebiet sogar über das Zehnfache?

Bei der enormen Straßen- und Verkehrsdichte? Bei den vielen Freizeitaktivitäten in den Wäldern Tag und Nacht?

Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger (Die Grünen) frohlockte schon in seiner Presse-Mitteilung: „Der Luchs ist wohl der beste Weiser für intakte, naturnahe Waldlandschaften“ und sah oder sieht es sogar noch zum „Symbol des Waldlandes Saarland“ werden.

Ach, lieber Herr Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger, heute a.D.!, sagte ich mir. Wäre und würde es doch nur so! Ich hätte beileibe nichts dagegen und würde Pinselohr sogar persönlich hier an der Saar begrüßen. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn er ein paar Rehe reißt. Schließlich muss auch er gelebt haben.

Aber ich frage auch: „Wo, bitteschön, soll denn der Luchs in unserem dicht besiedelten Saarland überleben?“. Ob er nun von den Vogesen über den Pfälzer Wald zu uns einwandert oder von der Eifel und dem Hunsrück, an den vielen Straßen lauert der Tod. Aber selbst wenn er einen guten Schutzengel hat, der ihn sicher über alle Straßen leitet, wo, bitteschön, findet er in dem so gerne propagiertem „Bürgerwald“ mit seinem Tag- und Nacht-Multi-Freizeit-Betrieb mit Jubel, Trubel, Heiterkeit der Bürger sowie der Vielzahl von Kötern, die im Bürgerwald zusätzlich ihre Privatjagden veranstalten, seine nötige Ruhe?

Und wo, bitteschön, soll er die „vielen Rehe – Entschuldigung: Waldschädlinge“, wie selbst ernannte Luchsschützer den Bürgern und Bürgerinnen gerne weiß machen wollen, jagen? Ja, ja ich weiß schon: Nach deren Lesart stolpern die zweibeinigen Jäger im Bürgerwald buchstäblich über die Rehe.

Die sind halt so blöd, um sie zu sehen! Der Luchs wird’s schon zu richten wissen!

Und ich frage selbige „Naturschützer“ noch etwas: „Wenn sich Ihrem Wunsche nach der Luchs sich wieder im Saarland frei bewegen darf, warum denn nicht auch das Rotwild?“

„Armer Luchs!“, sage ich mir da. „Bleibe bis auf weiteres dort, wo du bist! Etwas Besseres als den Tod auf der Straße oder durch Herzinfarkt wegen des permanenten Stresses findest du dort, wo du jetzt noch bist, alle mal!“

Denke bitte nicht, frei nach den Comics unserer keltischen Vorfahren, Asterix und Obelix: „Deliranti iste saarli! (Die spinnen, die Saarländer!)“. Das sind nur wenige, auch wenn sie ihre Ideologien lautstark ins Land hinaus posaunen. Ihr Geplärre verhält sich umgekehrt proportional zu ihrem Verstand.

Ich vertraue auf deine sprichwörtliche Klugheit und dass du dich nicht durch die Propaganda von Ideologen vor- und verführen lässt. Die Steuergelder seiner Bürgerinnen und Bürger, die an einen angeblichen „Luchs-Experten“ bezahlt wurden, um „die Wälder zu analysieren“, hätte sich das Saarland sparen können. Man braucht kein Experte zu sein, um zu analysieren, dass du, Pinselohr, dich hier im Saarland nicht wohl fühlen wirst, auch wenn gerade mal so um die 50 Männlein und Weiblein eines Jagdverbandes, der sich „ökologisch“ nennt, lautstark tönen, dass das Saarland „zu einem entscheidenden Bindeglied unter dem Leitbegriff ›Saar-Lor-Luchs‹ werden“ könnte. Alles nur Propaganda!

Sollte sich die Situation hier für dich mal zum Besseren wenden und ich das noch erleben darf, freue ich mich schon sehr darauf, dich hier begrüßen zu dürfen.

Genießt das Wild keinen Schutz?

Sehr geehrte Tierschützer!

Ich habe da eine Frage an Sie: „Sie schreiben den Schutz von Hunden (Gemeint sind wohl die wildernden Hunde in Wald und Feld!) vor den Jägern dick auf Ihre Fahnen. Ich unterstelle mal „in Ordnung“! Aber dann muss Ihnen als Tierschützer doch wohl auch der Schutz wild lebender Tiere vor wildernden Hunden genauso am Herzen liegen, oder?

Kein Jäger erschießt leichtfertig einen wildernden Hund, und nur um den geht es! Und der Abschuss muss das letzte aller Mittel sein. Aber ich war schon oft genug Zeuge, wo wildernde Hunde Rehe bei lebendigem Leib gerissen haben. Glauben Sie mir nicht? Kein Problem! Sie können sich gerne bei mir weitere Fotos anschauen oder noch besser: Sie können sich das nächste Mal bei mir selbst davon überzeugen. Sie sind mir herzlich willkommen. Lange wird es wohl nicht dauern, bis wir uns zu einem solch unerfreulichen und widerlichen Ereignis treffen könnten. Vielleicht finden wir dann eine bessere Lösung, mit der allen, auch Hunden und wild lebenden Tieren, geholfen sein wird. Darf ich auf Sie hoffen?

Anmerkung: Bis jetzt vergeblich!


Leben und Unversehrtheit der wild lebenden Tiere müssen den gleichen Schutz genießen wie der frei laufender Hunde, verehrte Tierschützer!


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22 aralık 2023
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9783957442147
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