Kitabı oku: «Die Invasion»

Yazı tipi:

Hans-Peter Vogt

Die Invasion

und der Kampf um die Herrschaft in der Galaxis

Utopischer Fantasy-Roman

Reihe: Die Wächter des Lebens (Band 1)

Impressum:

Die Invasion

und der Kampf um die Herrschaft in der Galaxis

Utopischer Phantasy-Roman

Reihe: Die Wächter des Lebens (Band 1)

Deutschsprachige Ausgabe / Fassung für e-Book überarbeitet / © vogt multimedia verlag Dr. Hans-Peter Vogt, Erlenweg 18, D - 64354 Reinheim / Umschlagentwurf und e-book-Optimierung: © vogt multimedia design (Deutschland) / Lektorat: Ulrike Kolb, Reinheim

ISBN 978-3-942652-45-2

Format: EPUB Datei. Falls Ihr e-book-Endgerät die Datei nicht automatisch liest, empfehle ich das Programm Calibre, um das Format für Ihren e-book-Reader zu konvertieren.

Empfohlen ab 16 Jahren

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Empfohlene Schriftart für den Reader: Verdana

Inhaltsangabe

Cover

Titel, Autor

Impressum, rechtliche Angaben

Inhaltsangabe

Einleitung

Teil 1. Die Wächter des Lebens

Kapitel 1. Der Planet Cantara

Kapitel 2. Die Krieger der Xorx und der Vernichtungsangriff...

Teil 2. Der Kampf um den Planeten Cantara

Kapitel 1. Die zweite und dritte Angriffswelle …

Kapitel 2. Leise Infiltration …

Kapitel 3. Der Gegenangriff

Teil 3. Reorganisation und die Ausweitung des Kampfes

Kapitel 1. Die Phase der Aufräumarbeiten

Kapitel 2. Die vorläufige Neuordnung des Planeten Cantara...

Kapitel 3. Der Kampf um Robotron…

Teil 4. Die Aufstände der Sklaven

Kapitel 1. Zagan, Wantau und Photron

Kapitel 2. Die Bergwerke von Propagantau

Kapitel 3. Xeranon und die paramilitärische Garde

Kapitel 4. Die Organisation von Aufständen und die Scharfschützen der Xorx

Teil 5. Die entscheidende Phase … und die vorläufige Befriedung

Kapitel 1. Das Ultimatum …

Kapitel 2. Die Kapitulation der Xorx …

Anhang

(A) Die Personen im Buch / Infos

(B) Der Autor

Einleitung

So wie die Galaxis, in der sich unsere Erde befindet, und die “Milchstraße” heißt, so haben auch andere Galaxien Namen.

Das Weltall ist unfassbar groß. Hinter unserer Milchstraße gibt es andere Sonnensysteme, und dahinter noch einmal andere. Es gibt Spiralnebel aus Gasen und einem gefährlichen Gewirr aus Milliarden von Gesteinsbrocken, sowie schwarze Löcher, die Sterne und Planeten einsaugen.

In einigen dieser Galaxien gibt es Leben. Einzeller, Mehrzeller und hochintelligente Lebewesen. Es muss einfach so sein, sagt die Wissenschaft. Wir Menschen haben keinen Plan, wo das ist, und wie diese Lebensformen aussehen.

Diese Sonnensysteme sind so weit von uns entfernt, dass wir wahrscheinlich zu Lebzeiten nie etwas davon sehen werden. Vielleicht sind solche Lebewesen vor vielen hundert Millionen Jahren sogar auf der Erde gelandet und haben den Grundstein gelegt für die Entwicklung unserer Form der Evolution.

Nachweisbar ist das nicht, aber wir können uns das vorstellen. Es gibt ja sogar Menschen, die sich selbst als Wissenschaftler bezeichnen, und die versucht haben nachzuweisen, dass solche fremden Intelligenzien einmal auf der Erde gelandet sein müssen, sonst hätte es in der Antike nie zu solchen Bauwerken, wie den Pyramiden kommen können, denn wir wissen heute noch nicht, wie die alten Ägypter, oder auch die Indianer Südamerikas solche Bauwerke errichten konnten, mit den damals zur Verfügung stehenden Werkzeugen, von denen wir nicht einmal etwas gefunden haben.

Manpower alleine hätte nicht ausgereicht, um solche viele Tonnen schweren Quader zu behauen, zu transportieren und übereinander zu schichten.

Wir können uns auch kaum vorstellen, wie in den Jahren 800 bis 600 v.Chr. die gigantischen Zeichnungen entstanden sind, die als die Nazca Linien bekannt geworden sind. Die Wissenschaft nimmt an, dass Tausende von Indianern diese Linien in den Sand getrampelt haben, um die Götter im Universum auf ihre Notlage hinzuweisen. Immer wieder und immer wieder. Warum es dort allerdings Linien gibt, die auf vielen Kilometern Länge nicht einen Zentimeter abweichen, kann niemand erklären, und offenbar liegen den einzelnen Linien auch komplizierte mathematische Formeln zugrunde.

Es sind viele Fragen offen.

Wir können fragen, was geht uns das an, wenn es irgendwo noch Intelligente Lebewesen gibt, Milliarden von Lichtjahren entfernt. Es geht uns etwas an, und wir werden das noch im nächsten Band 2 noch sehen.

Teil 1

Die Wächter des Lebens

1. Der Planet Cantara

1.

Einige der weit entfernten Galaxien haben nur eine Sonne, andere haben hunderte von Sonnen und Milliarden von Planeten und Monden, die ständig in Bewegung sind. Manche davon sind viele Milliarden von Lichtjahren von unserer Milchstraße entfernt.

In einem dieser Sonnensysteme gibt es einen Planeten, auf dem es Wasser, Sauerstoff und Zellansammlungen gibt, der heißt Cantara.

Der Planet hat zwei Magnetpole und er kreist um eine Sonne, immer im selben Abstand von ca. 8 Lichtjahren, mit minimalen Abweichungen. Aber anders als unsere Erde dreht sich dieser Planet nicht um die eigene Achse, sondern er streckt immer dieselbe Seite in Richtung der Wärmequelle.

Das führt dazu, dass auf der Sonnenseite sehr heiße Temperaturen herrschen, und auf der abgewandten Seite der Sonne gibt es ewiges Eis. Im mittleren Gürtel gibt es hingegen Temperaturen, die ideal sind für die Entstehung von Leben. Entlang der größten Ausdehnung des Planeten, die immerhin 25.000 Km beträgt, gibt es einen Ring aus Vegetation, in ganz unterschiedlichen Stadien und Formen, abhängig von der jeweiligen Temperatur.

25.000 Km Umfang ist eine Menge, aber dennoch ist der Planet erheblich kleiner als die Erde. Der Größenvergleich zeigt das Verhältnis auf. Immerhin ist Cantara so groß, dass man dort, nach der Zeitrechnung unserer Erde, wochenlang unterwegs sein könnte, ohne den Planeten einmal zu umrunden.


Größenvergleich zwischen den Planeten Erde und Cantara

Es gibt eine feste Landmasse, Flüsse, Meere und Seen, Berge und Täler, aber auch aktive Vulkane.

In jeder dieser Zonen gibt es Leben, und was genauso wichtig ist, es gibt für die spätere Geschichte das, was man bei uns als Rohstoffvorkommen bezeichnet, Bauxit, Kohle, Basalt, Erze, Salze, kristaline Formen, Mineralien und Edelmetalle, darunter auch Quecksilber, Gold, Uran und die sogenannten seltenen Erden.

Dieser Planet hat im Innern einen flüssigen Kern, und er besitzt einen erkalteten Mantel. Diese Kruste umschließt den glühenden Kern aus Magma und grenzt ihn vom Weltraum ab, anders als bei einer Sonne, die ein ständiger Feuerball aus glühender Materie und heißen Gasen ist, und die irgendwann in sich zusammenfällt und explodiert, um dann Milliarden Tonnen von Sternenstaub ins Weltall zu schicken. Man nennt das dann eine Supernova Explosion. Dieser Supergau ist eine gewaltige Kernschmelze, bei der aus Wasserstoff neue chemische Elemente entstehen, wie Helium, Sauerstoff, Kohlenstoff, Silizium und Eisen. Aus solchem Sternenstaub entstehen wiederum neue Sterne und eben auch solche Planeten, wie der Planet Cantara, aber das dauert viele Milliarden Jahre. Alle Planeten sind Überbleibsel eines längst erloschenen Sonnensystems. Das klingt jetzt etwas lehrhaft, aber es erklärt das Zeitfenster in dem sich der Planet Cantara befindet und entwickelt.

Der flüssige Kern des Planeten Cantara verschafft sich in bestimmten Zeiten durch Eruptionen Luft, und transportiert immer wieder neue Stoffe an die Oberfläche, die dann erkalten. Gesteine, Erze und Gase. Es gibt Vulkane, die von Zeit zu Zeit ausbrechen, und heisse Quellen, die nicht nur Wasser ausspucken, sondern auch Säuren, gemischt mit Gasen. Lebewesen meiden diese Hotspots.

Zur Entwicklung von Lebensformen auf Cantara hat ganz wesentlich ein Gürtel von Luft beigetragen, der in der oberen Hemisphäre wiederum durch einen Schutzgürtel vom Weltall abgetrennt ist. Wenn man es genau nimmt, so ist Sauerstoff ja ein Abfallprodukt der Photosynthese. Ohne pflanzliches Leben gibt es also auch keinen Sauerstoff. Tatsächlich gibt es auf Cantara Wälder, Auen und Wiesen, Steppen und Wüsten.

So unähnlich ist dieser Planet unserer Erde also nicht, auch wenn die fehlende Rotation um die Achse des Planeten, und das Fehlen eines Mondes, weder Gezeiten noch gigantische Luftströmungen erzeugt. Natürlich gibt es eine Oberflächenverdunstung und Regenwolken. Es gibt elektrostatische Entladungen in Form von Blitzen, Wind und Regenfälle, und wenn der Wind heftig weht, gibt es auf den Meeren sehr hohe Wellen. Ich muss das im Detail jetzt nicht beschreiben.

Anders als bei der Erde dreht sich der Planet Cantara immer im selben Abstand um die Sonne, deshalb gibt es hier keine Jahreszeiten.

Es gibt weder Tag noch Nacht, die sich gegenseitig abwechseln. Auf der sonnenzugewandten Seite ist es immer hell und heiß, und auf der abgewandten Seite ist immer dunkel und kalt. Die Zeitrechnung wird deshalb auch nicht in Tagen oder Jahren gerechnet, sondern richtet sich nach Zyklus der Umrundung der Sonne und nach dem Stand der Sterne.


Die Klimazonen auf Cantara

Die Lebensbedingungen in den mittleren Zonen des Planeten sind ideal. Es gibt Einzeller und Mehrzeller. Pflanzen und Tiere. Eine reiche Artenvielfalt, bei der eine Art von den Anderen lebt, und sie im Gegenzug auch ernährt. Ein Zyklus, der als unaufhörlicher Kreislauf von Leben und Tod gekennzeichnet ist. Bei uns nennt man das ein natürliches Gleichgewicht der Natur.

Wir dürfen uns das nicht so vorstellen, wie ein Abbild des tierischen Lebens auf unserem Planeten. Lebewesen sind das Ergebnis einer Evolution, die viel mehr als eine Millionen Jahre dauert, und so ist es auch auf dem Planeten Cantara. Die dort lebenden Pflanzen und Tiere sind das Ergebnis einer langen Kette aus Veränderungen. Sie sind in ihrem äußeren Erscheinungsbild nicht identisch mit den Lebewesen auf unser Erde, obwohl auch sie nichts anderes sind, als zufällige Zellansammlungen in einer langen Kette der Entwicklung, und auch die Pflanzen unterscheiden sich in ihrer Form gewaltig von denen auf unserer Erde.

Im mittleren Umfang des Planeten gibt es gewaltige Bäume mit vielen Metern Umfang und mehreren hundert Metern Höhe. Auf der Sonnenseite des mittleren Vegetationsrings wachsen kleinere Gehölze mit hitzebeständigen Blättern, und in deren Schatten gibt es Unmengen von Blumen, Blüten und Früchten. Diese Zone geht dann über in eine Vegetation aus Gräsern und trockenem Gebüsch, bevor die glühend heißen Sand- und Gesteinswüsten beginnen, in denen es nur dann zu Blütenteppichen kommt, wenn es hier einmal regnet. Das tut es manchmal, aber äußerst selten, wenn die Abwinde von den Bergen die Wolken in Richtung der heißen Gebiete schicken.

Nach spätens drei Tagen ist dann dieser Teppich von Blumen wieder verdorrt. Auf der etwas kälteren Seite des Vegetationsrings sind die Bäume etwas kleiner, mit festen Blättern. Es gibt hier dichten Wald und ein dichtes Unterholz, bevor auch hier die Bäume noch kleiner und verkrüppelter werden, und die Landschaft in Grasland übergeht, bis schließlich nur noch schneebedeckte Ebenen und Berge übrig bleiben, zwischen denen sich ewige Flächen aus Eis befinden.

2.

Auf Cantara hatte sich schon vor langer Zeit intelligentes Leben entwickelt. Die am höchsten entwickelte Art ist ein amorphes Gebilde aus Zellen, Nerven und Synapsen.

Es ist ein gleichgeschlechtliches Wesen, das sich über Zellteilung vermehrt. Man braucht bei dieser Gattung keinen Mann und keine Frau mit typischen Geschlechtsmerkmalen. Das dort lebende Volk benennt sich nach seinem Planeten. Es ist das Volk der Cantara. Man kann die gleiche Namensnennung als phantasielos bezeichnen, aber manchmal sind die einfachen Lösungen die Besten.

Genau genommen ist diese Ansammlung von Zellen eine Art riesengroßes Gehirn, aber ohne Gliedmaßen und ohne Körper.

Das Wesen hat keinen Mund, keine Nase oder Ohren. Dennoch gibt es bei dieser Gattung eine Nahrungsaufnahme, die durch Berührung anderer Stoffe geschieht, aber es gibt keinen Magen und auch keinen Darm, der Reststoffe in fester Form von Kot wieder ausscheidet, weil dieses Wesen nur die Stoffe aufnimmt, die es wirklich zum Leben braucht. Ballaststoffe gehören nicht dazu.

Diese Gehirne sind ungeheuer effektiv. Sie haben die Eigenschaft, sich selbst perfekt zu regenerieren und diese Wesen haben deshalb einen Lebenszyklus, der ungleich länger ist, als beim Menschen auf unserer Erde.

Diese Gehirne stehen in ständigem Austausch zu anderen Organismen und Stoffen, und sie setzen sich nicht ungehemmt fort. Sie nehmen das, was sie zum Leben brauchen aus der Umgebung auf, und geben manchmal auch wieder Ausscheidungen ab, die in Form von Zellkulturen oder Energie direkt in Pflanzen oder Tiere zurückwandern.

Oh ja. Solche Tiere gibt es auf Cantara. Insekten, Wirbeltiere, Säuger, Vögel, Fische, Amöben und mikrobiologische Organismen.

Die Cantara haben zu all diesen Zellformen Kontakt. Das geht sogar soweit, dass diese Gehirne zur Photosynthese fähig sind, und ihren eigenen Sauerstoffbedarf selbst herstellen können, den sie zum Überleben brauchen. Dabei haben sie nicht einmal eine Lunge.

Sie können steuern, ob sich eine Art üppiger entwickelt als eine andere Art, ganz gleich ob Pflanze oder Tier.

Die Cantara brauchen keine Häuser, weil sie überall leben können. Angedockt an Bäume oder Tiere. Sie brauchen keine Autos und keine Flugzeuge, weil sie ihre Form selbständig verändern können, und dann so etwas ausbildeten wie Flügel, um durch die Luft zu segeln. Sie können sich problemlos in andere Stoffe verwandeln, in feste Materie oder in flüssige Stoffe. In gasförmiger Form können sie in die Luft steigen, wie eine Wolke. Sie sind manchmal reine Energie, die ihre äußere Form auflöst, und dann in Form elektrophysikalischer Impulse Besitz von Ihrer Umgebung ergreift.

Sie können sogar so etwas ausbilden, wie Hände und Füsse, Augen und Ohren, und sie können sogar Knochen, Gelenke und Schwimmflossen bilden, wenn sie das nur wollen. Auf diese Weise können sie problemlos das Aussehen von Tieren annehmen, oder auch von Baumstämmen, Blättern oder Wasser. Sie können sich natürlich auch in Pilze oder Flechten verwandeln, und dann den Zersetzungsprozess von totem Gehölz, oder den Schalen von herabgefallenen Früchten beschleunigen. Es ist eine Intelligenz, die werden kann, wie Sand oder Fels, und die sich sogar völlig entmaterialisieren kann. Durch solche Verwandlungen können sie für die Tiere sogar Treppen oder Brücken bilden, so dass die Tiere einen steilen Berg oder einen reißenden Fluss problemlos überqueren können. So haben sie dafür gesorgt, dass die Tiere einmal über Korridore die Meere überquert haben, um andere Kontinente auf Cantara zu besiedeln.

Die Cantara sind die Wächter all der Organismen auf diesem Planeten. Sie sorgen für einen gerechten Ausgleich unter den Arten.

Allerdings lieben die Cantara die Wärme, die ihnen von der Sonne gespendet wird. Sie können zwar in die kalten und dunklen Segmente ihres Planeten vordringen, aber das tun sie meist nur in Form reiner Energie. Immerhin haben sie gelernt, zum Schutz gegen extreme Kälte eine Art Panzer um sich zu legen. Der kann sogar den Temperaturen widerstehen, die im Weltraum herrschen, aber dann brauchen sie regelmäßige Zufuhr an fremder Energie, sonst sterben sie.

Es gibt auf diesem Planet keine Erzgruben und keine Fabriken. Es gibt keine Eisenbahnen, Straßen oder Computer. All das wird nicht gebraucht, weil die Cantara diese einzigartige Form gefunden haben, um mit sich und der Natur eins zu sein. Gewiss, sie beherrschen die Natur, und sie können Wachstumsprozesse in anderen Organismen steuern, aber sie brauchen weder Kleidung noch einen Regenschirm.

Wenn es regnet, dann regnet es eben, und der Regen perlt von den äußeren Zellen ab, und wird zum Teil auch aufgenommen, als Feuchtigkeit, welche die Zellteilung fördert, und die Prozesse innerhalb dieses Gehirns nährt.

Weil das so ist, wie es ist, leben die Cantara in einer Synthese mit ihrem Planeten. Die Cantara sind wie ein Medium, das zwischen verschiedenen Interessen und Parteien vermittelt, und Übereinstimmung herstellt.

Sie brauchen keine Bücher und keine Bibliotheken, weil diese Gehirne die Fähigkeit besitzen, alles zu speichern und das Wissen weiterzugeben, sogar über die Luft. Die Cantara haben auch einen eigenen Kalender, und sie sind wahre Rechenkünstler, Chemiker, Physiker und Biologen, um es einmal mit der Sprache der Menschen auf der Erde zu formulieren. Sie wissen, was ein Genstrang ist. Sie können ihn manipulieren. Sie können komplizierte Zellkerne knacken und Veränderungen evozieren, einfach durch Abspaltung eines Elements und Hinzufügung anderer Elemente. Es ist eine Intelligenz, die sich seit Tausenden von Jahren herausgebildet hat und das Wissen um die Vorgänge in ihrer Welt sind in den Erbinformationen aller Cantara gespeichert.

Da die Nachkommenschaft immer nur durch Zellteilung einiger frisch gewachsener Zellen besteht, tragen diese neuen Gebilde alle Erbinformationen der vergangenen Jahrtausende in sich.

Sie brauchen keine Waffen, denn auf diesem Planeten gibt es für die Cantara keine Feinde.

Da sich die Cantara über Zellteilung vermehren, wenn sie die Notwendigkeit dafür sehen, kennen sie so etwas wie körperliche Liebe nicht. Nun ja. Es gibt auf Cantara Tiere, die ein Leben lang zusammenbleiben, wenn sie sich einmal gefunden haben. Ewige Treue kann man ja mit Liebe assoziieren. Ansonsten haben Tiere einen Geschlechtstrieb, der sie antreibt, sich zu vermehren, und sie versuchen auch, sich zu gefallen. Sie reiben die Köpfe aneinander, gurren, oder schlagen mit den Flügeln. Auch das kann man mit Zuneigung beschreiben. Zumindest beim Menschen und bei den Tieren auf der Erde ist das so. Die Cantara sehen also durchaus, dass es so etwas gibt, wie Zuneigung oder Liebe.

Dafür ist ihnen Hass, Rache oder Gleichgültigkeit völlig fremd. Auf ihrem Planeten gibt es das nicht. Wenn ein Tier ein anderes auffrisst, geschieht das nicht aus Hass, sondern es entspringt einzig und allein der Notwendigkeit, zu überleben und sich zu vermehren, und wenn die Männchen miteinander kämpfen, um die stärksten Gene an die Weibchen weiterzugeben, dann ist das biologisch bestimmt. Mit Gefühlen hat das nichts zu tun. Die Funktion der Cantara, als Wächter des Lebens, ist also eine genetisch bestimmte Aufgabe, die der Gattung seit Tausenden von Jahren innewohnt. Auf der Erde würde man sagen, das ist angeboren, aber eine Geburt gibt es ja bei den Cantara auch nicht, außer, wenn man eine reine Zellteilung oder Zellabspaltung, wie bei einer simplen Amöbe, bereits als Geburt definieren würde. Insofern unterscheiden sich die Cantara auch von den Tieren auf ihrem Planeten, wo ein Junges wirklich geboren wird, sei es durch Lebendgeburt, wie bei den Säugern, oder durch das Schlüpfen aus der Eierschale, wie bei Lurchen, Fischen oder Vögeln. Das stellt die Cantara aber nicht auf eine geringer entwickelte Stufe, ganz im Gegenteil.

Das Volk der Cantara verteilt sich über den gesamten Planeten. Auch hier gibt es so etwas wie Anführer. Das sind besonders weise und alte Exemplare, auch wenn das Wissen der Cantara allen zur Verfügung steht. Sie haben so etwas, wie eine Führungsfunktion, sie sind aber auch so etwas wie das Gewissen der Cantara. Sie sprechen sich untereinander ab, und sie bestimmen in manchen Fällen, wohin der Weg gehen soll. Es geht hier aber nicht um Macht. Das Ansehen resultiert allein aus der Erfahrung, denn ein Tausendjähriger hat nun Mal ein anderes Spektrum an Erfahrungen, als ein Zweijähriger, auch wenn dem das gesamte Wissen der Welt der Cantara zur Verfügung steht. Es gibt keine Konkurrenz unter den Cantara. Es gibt auch kein Geld, keine “Herrensitze”, keinen Schmuck, keine Zepter und Kronen, keine Regierung, und auch keinen Präsidenten. Nur der Reichtum an Erfahrungen bestimmt, wer zu diesem “Ältestenrat” gehört. Das können durchaus junge Cantara sein, die nur zweihundert Jahre alt sind. Die Gemeinschaft der Cantara bestimmt darüber, wer zu diesen Anführern gehört.

Gewiss, man könnte sagen, dass dieser Ältestenrat so etwas ist, wie die Regierung des Planeten, aber diese Kennzeichnung würden die Cantara ablehen, denn die Gemeinschaft der Cantara übt gemeinsam Macht über ihren Planeten aus.

Tatsächlich lieben die Cantara ihren Planeten. Nicht nur die Tiere, sondern auch die Pflanzen, die Luft, das Wasser, den Sand, und selbst die heisse Magma, wenn sie eruptiv aus dem Boden hervorschießt, und sie empfinden diese Verantwortung für ihren Planeten als gegenseitige Verpflichtung. Sie sind subjektiv nichts “Besseres” als ein Baum oder ein Käfer, auch wenn ihr Wissen um die Vorgänge, und ihr gelegentliches Eingreifen in die Prozesse der Natur objektiv mit absoluter Macht zu bezeichnen ist.

Mit den Pflanzen sind die Cantara auf vielfältige Weise verwoben. Pflanzen haben Synapsen. Man spricht von pflanzlicher Intelligenz, so dass die Pflanzen Informationen untereinander austauschen, über Wurzeln, über CO2-Ausscheidungen, über die Farbe und Größe der Blätter und Blüten, oder über besonderen Geräusche bei Wind oder bei Regen. Das Volk der Cantara steht mit all diesen Vorgängen in einem engen Austausch.

Es gibt in dieser Galaxis aber noch andere Kreaturen, dort ist das anders als auf Cantara, und eine dieser Gattungen hat schon mehrfach versucht, den Planeten Cantara zu übernehmen, um sich der einzigartigen Vorkommen an Rohstoffen zu bemächtigen.

Die Cantara haben deshalb schon vor vielen Jahrhunderten um die äußere Schutzschicht des Planeten einen zweiten Ring aus Energie gelegt, der das Eindringen fremder Kulturen verhindert, um dieses einzigartige Biotop von Leben auf Cantara zu schützen.

Sogar der immer wieder vorkommende Hagel aus Meteoriten wird dadurch aufgehalten. Das Eindringen eines Metoriten hat es schon lange nicht mehr gegeben.

3.

In diesem Sonnensystem gibt es gleich mehrere Planeten, die intelligentes Leben hervorgebracht haben. Sie alle kreisen um die Sonne, etwa im gleichen Abstand, wenn auch viele tausend Km, und manchmal viele Lichtjahre voneinander entfernt. Alle diese bewohnten Planeten liegen aber auf der gegenüberliegenden Seite in der Umlaufbahn, also sehr weit von unserem Planeten Cantara entfernt.


Die Lage der Planeten im Sonnensystem

Die Xorx bevölkern den Planeten Robotron, der in der Luftlinie fast 20 Lichtjahre von Cantara entfernt ist.

Die Lebensbedingungen auf dem Planeten der Xorx sind allerdings in den letzten 1000 Jahren immer schwieriger geworden, und so haben sie sich schon vor langer Zeit auf den Weg gemacht, um andere Gestirne zu besiedeln, die ihnen bessere Lebensbedingungen ermöglichen.

Die Xorx waren schon immer ein Kriegervolk. Sie sind aber auch hochintelligent, haben Wisssenschaftler, Ingenieure, Hochschulen und Lehrer und eine ausgefeilte Infrastruktur.

Sie haben die Lebewesen anderer Planeten unterjocht und versklavt. Sie lassen sie in Bergwerken arbeiten, oder experimentieren mit lebenden Organismen. Sie betreiben sogar Farmen, um eines dieser besiegten Völker zu züchten, zu schlachten und zu Nahrung in Dosen zu verarbeiten.

Die Xorx haben inzwischen zwanzig Planeten unter ihre Kontrolle gebracht, und sie haben sich enorm vermehrt. Sie sind im Besitz einer gigantischen Weltraumflotte, und haben sogar dutzende von Lebewesen gezüchtet, die ihnen als Transportmittel bei ihren Waffengängen dienen, Panzerechsen, Flugsaurier, und intelligente, künstliche und elektronikstrotzende Riesen aus Metall.

Sie haben schon mehrfach versucht, den Planeten Cantara zu übernehmen, aber sie sind bisher stets am äußeren Verteidigungsring gescheitert.

Weil sie über ein großes Spektrum von Sichtgeräten verfügen, wissen sie, was ihnen Cantara zu bieten hat, und die Xorx haben sich seit mehreren Jahren erneut zu einem Angriff gerüstet, auch wenn die Entfernung zu Cantara für die Krieger der Xorx gigantisch groß ist.

Die Cantara wissen das. Sie können voraus denken, und sie haben aus der Vergangenheit gelernt. Die Xorx hatten in den letzten Jahrhunderten immer neue hochgerüstete Flotten geschickt, mit noch besserer Ausrüstung. Irgendwann würden sie vielleicht einen Weg finden, um den äußeren Verteidigungsring zu durchbrechen. Das würde ein langer Kampf werden, denn die Cantara sind wegen ihrer besonderen Eigenschaften nur schwer zu besiegen. Man muss ihnen schon die Nahrungsquellen dauerhaft wegnehmen, die der Regeneration dienen. Dann aber muss man alles auf ihrem Planeten verbrennen. Das wiederum wissen die Xorx nicht. Sie sehen zwar, dass es dort auf Cantara Leben gibt, aber von der Existenz des Volkes der Cantara haben sie nur deshalb eine vage Ahnung, weil dieser Energiegürtel um den Planeten atypisch ist, und mit rein astronomischen Wissenschaften nicht begründbar ist. Es muss also so etwas geben, wie intelligentes Leben, das diesen Gürtel zum eigenen Schutz aufgebaut hat. Gesehen haben die Xorx diese Wesen noch nie, auch nicht mit ihren äußerst feinen Such- und Messinstrumenten, die in den Weltraum schauen.

Allerdings ist so eine Invasion auch ein Wagnis, allein durch die schiere Entfernung von weit über 20 Lichtjahren, denn die Xorx müssen wegen der großen Hitze der Sonne in der Umlaufbahn fliegen, sonst verbrennen sie, und sie müssen auf ihrem Flug auf anderen bewohnten Planeten Zwischenstation machen, um Nahrungsmittel, Wasser und Energie aufzunehmen.

4.

Die Cantara sind kein Kriegervolk. Auf ihrem Planeten haben sie diese Eigenschaften nie gebraucht, und nur durch ihre besonderen Fähigkeiten haben sie es bisher stets verhindern können, Opfer eines Angrifffs von außen zu werden.

Die Cantara haben dennoch schon vor langer Zeit für den Ernstfall vorgesorgt. Sie haben in den letzten Jahrtausenden immer wieder Mitglieder ihrer Sippe ausgesandt, um im Universum nach anderen Planeten zu suchen, die ihnen im Notfall ein Exil gewähren könnten. Die meisten dieser Gesandten waren nie zurückgekommen, aber einer hatte von einem Planeten berichtet, dessen Bewohner ihn Erde nennen, und der in der weit entfernten Galaxie der Milchstraße um eine Sonne kreist, so wie ihr eigener Planet. Auch dieser Planet ist bewachsen mit vielerlei Pflanzen und es gibt dort eine Unmenge von Tieren. Es gibt dort eine Gattung, die sich Mensch nennt und die über Krieger in eisernen Rüstungen verfügt, die mit einfachen Schlag- und Stichwaffen aufeinander losgehen. Das ist Tüneff. Mit dieser Gattung und mit diesen Waffensystemen ist für die Cantara leicht umzugehen. Die Menschen würden den Cantara nicht gefährlich werden, anders als die Xorx, die äußerst wirksame hochtechnologische Waffensysteme benutzen.

Die Nachricht von dem Planeten Erde ist schon über tausend Jahre alt (gemessen in der Zeitrechnung der Erde). Der Gesandte der Cantara hatte sich auf seiner Reise vermehrt, und eines seiner Enkelkinder (nennen wir es so in der Sprache der Menschen) war auf den Heimatplaneten zurückgekehrt und hatte von dieser Erde berichtet. Es war eine lange Reise durch den Raum gewesen. Die Cantara hatten diese Information gespeichert, wie alles, was in ihrem Leben geschieht, und sie hatten sich die Koordinaten und die Reiseroute gemerkt. Sie würden diesen Planeten finden, wenn es ihn nach so vielen Jahrhunderten überhaupt noch gibt. Die Abweichungen der Position, die sich durch die ständige Bewegung der Gestirne im Weltall ergeben, sind unwesentlich, weil die Cantara über ein gigantisches Wissen über diese rotierenden Bewegungsabläufe besitzen. Sie würden diesen Planeten finden, wenn es wirklich notwendig wird, Cantara einmal zu verlassen.

Vorerst gibt es hierfür keine Notwendigkeit.

Weil die Cantara aber ein friedliebendes Volk sind, haben sie bisher nie an so etwas gedacht, wie einen Kriegszug gegen die Xorx. Auch nicht präventiv.

Manchmal kann so ein Denken fatale Folgen haben.

2. Die Krieger der Xorx und der Vernichtungsangriff auf das Volk der Cantara

Auch die Krieger der Xorx haben vorgesorgt. Sie wollen diesen Planeten unbedingt erobern, und sie wollen ihn ausbeuten. Verbrannt wird er ihnen nicht viel nützen. In den letzten Jahrzehnten hatten sie neue Waffen entwickelt, um jeden Widerstand zu ersticken. Sie sind sich jetzt auch sicher, den äußeren Schutzwall knacken zu können.

Sie sind für einem Eroberungsfeldzug gerüstet.

Sie kommen mit einer gewaltigen Flotte aus Kriegsschiffen.

Sie bilden einen Ring um den Planeten Cantara und sie setzen ihre Angriffswaffen auch unmittelbar und überraschend ein, noch bevor ein erwarteter Gegenangriff durchgeführt werden kann.

Diesmal setzen sie akkustische Waffen ein.

Die Schallwellen treffen den äußeren Schutzgürtel mit ungeheurer Macht und in mehrfach aufeinanderfolgenden Stößen.

Man weiss ja, was passiert, wenn ein Flugzeug die Schallwelle durchbricht, oder wenn eine Bombe explodiert. Es wird ein gewaltiger Knall ausgelöst und die Schallwellen haben eine vernichtende Wirkung. Verglichen mit dem Lärm, der durch den Beschuss des Planeten Cantara ausgelöst wird, sind solche Geräusche harmlos, die wir von Kriegen kennen, die auf unserem Planeten ausgefochten, oder die heute beim Aufspüren von Erzvorkommen auf dem Meeresboden ausgelöst werden. Der Lärm macht den Cantara nichts. Sie haben ja keine Ohren, aber die Schallwellen lösen gewaltige Erschütterungen aus, wie bei einem heftigen Beben. In der Folge entstehen gewaltige Stürme und Mörderwellen. Es gibt abbrechendes Gestein und einen gigantischen Ionenfluss.

Bäume werden entwurzelt und entlaubt. Tiere werden durch die Luft gewirbelt. Sie werden geradezu zerfetzt.

Es ist für das Volk der Cantara schmerzhaft. Viele von ihnen werden durch die Druckwellen erfasst und durch die Luft geschleudert. Sie kollidieren mit den zersplitternden Bäumen, oder mit umherfliegenden Felsbrocken. Viele von ihnen werden geradezu aufgespiest.

Ein Teil der Cantara wird durch die Druckwellen unmittelbar getötet, andere sind wie gelähmt. Die Cantara sind direkt mit dem äußeren Verteidigungsgürtel vernetzt. Der Schutzgürtel bröckelt. Die Kommandanten der Xorx-Flotte sehen auf ihren Geräten die abnehmende Energie, und nehmen das als Einladung, um die Reste des äußeren Walls zu überwinden und in die Athmosphäre vorzudringen.

Einige Cantara sind so klug gewesen, die Verbindung zum Schutzgürtel rechtzeitig zu kappen, und sich sofort in einige Höhlen zurückzuziehen. Sie bleiben dabei unsichtbar. Sie kapseln sich ein, und sie schalten das Verbindungssystem ab, das sie mit ihren Artgenossen verbindet. Sie können jetzt zwar die Signale ihrer Artgenossen nicht mehr “hören“, aber sie sind nur schwer aufspürbar.

Die Xorx schicken weitere Schallwellen auf die Planetenoberfläche. Sie schicken elektromagnetische Impulse, um eventuell bestehende Kommunikationsstrukturen zu stören, und sie töten innerhalb von wenigen Stunden einen Großteil der Cantara.

Nicht nur das. Auch Großtiere sterben, die durch die Schallwellen taub und orientierungslos geworden sind. Nur kleinwüchsige und biegsame Gehölze, Grase und Moose können den Druckwellen widerstehen. Auch Kleinstlebewesen, Insekten, Viren und Einzeller überleben. Die Xorx haben das einkalkuliert. Der Wald wird nachwachsen. Auf die Großtiere können sie verzichten. Sie haben ihre eigenen. Erst einmal muss das Volk der Cantara ausgelöscht werden. Sie wissen, dass es so etwas gibt, auch wenn sie diese Lebewesen noch nie gesehen haben.

Sie werden Arbeiter, Aufseher und Maschinen einsetzen, um den Wald wieder aufzuforsten und Kulturen anzulegen. Sie werden damit beginnen, die Vorkommen von Erzen, Uran, seltenen Erden und Gas auszubeuten. Sie werden hier eine Kolonie gründen.

Nun denkt man sich, wie die Xorx es geschafft haben, ganze Herden von lebenden Tieren über so eine weite Strecke mitzunehmen, um sie dann auf dem Planeten anzusiedeln und zu züchten. Die Tiere selbst, die vielen Tonnen an Futter und vielen Hektoliter von Wasser müssen doch eine Menge Platz kosten. Viel mehr, als in den Raumschiffen vorhanden ist.

Das ist richtig, jedenfalls klappt das nicht über einen Zeitraum von 20-25 Jahren. Die Xorx haben deshalb jeweils einige weibliche Tiere mitgenommen, und sie haben die Samen der männlichen Tiere tiefgefroren. Während der Reise werden die Weibchen regelmäßig besamt. So kommt es zu neuen Populationen. Die Männchen werden recht schnell nach der Geburt geschlachtet und bereichern den Speiseplan. Die Weibchen werden großgezogen, bis sie das geschlechtsreife Alter erreicht haben, Dann wandert ein Teil in den Kochtopf, ein anderer Teil darf leben, um wieder Nachkommen zu zeugen.

Es ist ein System, das die Xorx schon vor vielen Jahrhunderten entwickelt und kultiviert haben.

2.

Artemis ist einer der Führer der Cantara. Ihm und dreißig weiteren Cantara gelingt der Rückzug, noch bevor der Beschuss beginnt. Sie warten die Entwicklung in einer Höhle ab. An einen offenen Kampf ist nicht zu denken. Nicht unter diesen Bedingungen. Sie spüren die Erschütterungen. Die Höhle bricht von den Schallwellen teilweise ein. Zum Glück wird niemand verletzt.

Dann schicken sie einen Späher, der unsichtbar bleiben soll.

Er kommt nicht zurück. Ein paar Tage später schicken sie einen weiteren Freiwilligen. Er berichtet, dass das Feuer aus Schallwellen und elektromagnetischen Impusen eingestellt worden ist.

Die Xorx setzen jetzt Luftlande- und Bodentruppen ein, um jeden Cantara aufzuspüren. Sie werden über kurz und lang ihre Höhle entdecken. Es ist auf diesem Planeten nicht mehr sicher.

In diesem Moment fasst Artemis einen Entschluss. Er versammelt die verbliebenen Cantara um sich, und verbindet sich mit ihnen zu einer gemeinsamen Masse. Dann durchforsten sie in aller Eile die unmittelbare Umgebung der Höhle, nehmen soviel Nahrung auf, wie sie können, und suchen sich einen Weg durch die Flotte der Raumschiffe hinaus zum Weltraum. Sie schalten ihre Energie weitgehend ab, um nicht aufgespürt zu werden, und sie fliehen in unbekannte Welten. Zurück bleibt ein verwüsteter Planet.

Die Cantara um Artemis sind auf dem Weg in die Weiten des Weltraums, auf der Suche nach dem Planeten Erde im Sonnensystem der Milchstraße. Die Weltraumtemperatur ist kalt. Sehr kalt. Minus 270 Grad. Die Cantara haben gelernt, damit umzugehen. Sie haben sich zu einer Kugel verbunden, um den geringsten Widerstand zu bieten und sie bewegen sich zunächst auf ihre Sonne zu, um ein letztes Mal diese wärmenden Strahlen in sich aufzunehmen.

Es ist wie bei einer Herde Pinguine, die in einem Wintersturm ausharren. Ein Ring aus Pinguinen mit einem warmen Kern aus Energie. Immer wieder werden die äußeren Tiere durch andere ersetzt, und in die Mitte genommen. So kann die Herde in eisigem Sturm lange überleben, ohne Verluste.

Auch die Cantara wenden diese einfache Methode des Überlebens an, und sie haben noch etwas entwickelt, was eine Herde Pinguine nie könnte, weil diese an ihre physische Form gebunden sind, die Cantara aber nicht. Die Cantara können beliebige Planeten anfliegen, um dort Spuren von Granit, Metallen, Silikaten und diversen Elementen aufzunehmen. Auf ihrem Weiterflug können sie eine Schicht aus Stein und Erzen um sich legen, und sie werden auf diese Weise ähnlich wir ein Komet, der unbeschadet durch den Weltraum fliegen kann, solange er nicht mit anderen umherfliegenden Teilen im Weltraum kollidiert. Sie haben diese Stoffe schon aufgenommen, bevor sie ihren Planeten verlassen haben, und sie sind in dieser Hülle gut geschützt.

Die Cantara haben das Ziel als Erbinformation in sich gespeichert. Es wird auf dem langen Weg andere Sonnen geben, und sie werden deren Nähe suchen, um Wärme und Energie zu tanken. Energie in Form von Gasen, die von Sonnen ins Weltall geschleudert werden. Energie in Form von Licht, das die Photosynthese ermöglicht, Chlorophyl und Sauerstoff erzeugt. Nur so kann man im Weltraum überleben, ohne ein schützendes Raumschiff.

Die Energie der Sonnen werden sie nutzen, um ihre Fortbewegung gewaltig zu beschleunigen. Sie werden irgendwann langsamer werden, je weiter sie sich von einer Sonne entfernen, und auch, weil sie mit ihrer Energie haushalten müssen. Sie werden jede Sonne ansteuern, um neue Energie zu tanken, und wieder Fahrt aufzunehmen, auch wenn das gewaltige Umwege bedeutet, aber Sonnen gibt es in den Galaxien genug.

Der Weg zu dieser Erde ist sehr weit. Die Reise wird einige Jahrhunderte dauern, aber die Cantara haben die Eigenschaft entwickelt, sich mit vielfacher Lichtgeschwindigkeit fortzubewegen. Nur so können sie solche gewaltigen Strecken aus vielen Millionen von Lichtjahren bewältigen, und der Älteste von ihnen ist weit über 3000 Jahre alt geworden.

Es ist eine enorme Leistung, zu der wohl noch nie ein anderes Volk gefunden hat. Auch die Xorx nicht. Seit Artemis das eigene Sonnensystem verlassen hat, ist er vor einer Verfolgung der Xorx sicher. Sie werden ihn trotz ihrer Hochtechnologie nie mehr aufspüren können, nicht mit ihrer vergleichsweisen Langsamkeit der Fortbewegung.

3.

Auf Cantara gibt es noch andere Gruppen, die den Erstschlag der Xorx überlebt haben. Auch sie waren so vorsichtig gewesen, ihre Energie weitgehend abzuschalten, um nicht aufgespürt zu werden. Auch sie hatten sich in mehreren Höhlen verschanzt.

Eine dieser Gruppen besteht aus 70 Mitgliedern unter der Führung von Mendez. Nachdem der Erstschlag vorüber ist, befiehlt auch Mendez die Flucht.

Anders als die Gruppe um Artemis machen sie sich auf den Weg in das heiße Wüstengebiet, das der Sonne am nächsten liegt.

Auch sie schalten ihre Energie weitgehend ab. Sie nehmen die Form und Farbe von Erde, Gras und Blättern an. Der Sturm, der über Cantara hinweggefegt war, hatte Millionen von Bäumen entwurzelt oder zerbrochen. Die Gruppe um Mendez schlüpft durch dieses Gewirr aus Ästen und Blättern, nimmt dann die Gestalt des Graslandes auf, das die fruchtbare Zone von der Wüste abgrenzt, und macht sich auf in die glühend heiße Zone, die für die Xorx gefährlich ist, weil die sich gegen die Strahlen und die Hitze nicht ausreichend schützen können.

Die Cantara wissen das bereits. Auf ihrer Reise nehmen sie alles an Nahrung auf, was sie unterwegs finden, und sie füllen ihre Speicher.

Die Gruppe nimmt die Gestalt von Sand an und gräbt sich schließlich mehrere Meter unter der Oberfläche ein, wo die Hitze erträglich ist. Sie werden dort unter dieser Schicht aus Sand wochenlang ausharren können. Selbst der Sand dient ihnen jetzt als Nahrungsquelle, weil er diverse mineralische Stoffe enthält.

Es wird wohl eine Weile dauern, bis die Xorx mit ihren Spezialfahrzeugen in die Wüstengebiete vordringen, um dort nach Überlebenden und nach Mineralien zu suchen. Wenn sie ihre Truppen erst einmal auf die Oberfläche des Planeten geschickt haben, werden sie auch ihre tödlichen akkustischen Waffen nicht mehr einsetzen können, ohne der Wirkung selbst zu erliegen.

Die Gruppe von Mendez ist erst einmal in Sicherheit. Sie hat Glück gehabt, und genau das Zeitfenster erwischt, wo die Xorx die Schallwellen abgeschaltet haben. Vielleicht lag auch die Höhle in einem toten Winkel, so dass die Xorx sie mit ihren Wärmebildkameras nicht erfassen konnten.

4.

Fünf andere Gruppen haben eine andere Strategie. Nachdem die akkustischen Wellen aufgehört haben, wagen sie sich ins Freie.

Sie “sehen”, wie die Flotte in den äußeren Gürtel eindringt.

Sie sehen, wie die Schiffe landen. Sie sehen, wie tausende von Soldaten mit Unterstützung von gepanzerten Maschinen und Echsen die Transportschiffe und die Zerstörer verlassen, um den Planeten endgültig in ihren Besitz zu nehmen, und alles zu zerstören, was sich ihnen in den Weg stellt.

Teil 2.

Der Kampf um den Planeten Cantara

1. Die zweite und dritte Angriffswelle der Xorx

1.

Protaxa sitzt in der Kommandozentrale seines Raumschiffes. Er ist verantwortlich für den Erfolg der Operation und für die Besiedlung des Planeten.

Die Xorx haben schon seit Jahrzehnten Sichtgeräte auf den Planeten Cantara gerichtet. Sie wissen sehr gut, was dort alles zu finden ist. Sie haben hochauflösende Wärmebild- und optische Kameras. Sie verfügen über Sonare und elektromagnetische Messgeräte.

Die Xorx wissen, dass es auf diesem Planeten eine intelligente Lebensform gibt, aber sie haben bisher nur mit Hilfe der Wärmebildkameras und der elektromagnetischen Messgeräte diese Ansammlungen von Zellen sehen können, die sich ständig verändern, und manchmal komplett von den Bildschirmen verschwinden. Das ist für die Xorx bisher nicht erklärbar.

Der erste Angriff ist erfolgreich verlaufen. Die Xorx haben auf ihren Monitoren verfolgen können, wie eine der Wärmequellen nach der anderen erlischt. Protaxa ist hoch zufrieden. Jetzt gilt es, alles aufzuspüren, was dort unten den Weg in Verstecke gefunden hat. Noch wissen die Xorx nicht einmal, wie diese intelligente Lebensform aussieht, und von ihren gewaltigen Fähigkeiten haben sie auch keinen Schimmer.

2.

Die Xorx sind Zweibeiner, mit Händen und Füssen und einem überdimensionalen Kopf. Das Gehirn ist nur durch eine Art Lederhaut geschützt, die gut durchblutet ist. Das ist einer der Schwachpunkte der Xorx, und so benutzen sie seit Jahrhunderten eine Art Helm, der mit Elektroden an das Gehirn angeschlossen ist, um Steuerungsimpulse direkt in die Armierungen an den Händen zu senden.

In Kriegszeiten - so wie jetzt - tragen die Xorx einen Panzer.

An Brust, Rücken und Hüfte gibt es zusätzliche Feuerwaffen, die sie durch Gehirnströme aktivieren können.

Die Xorx sind furchteinflösende Gegner. Zu den Trainingsmethoden der Krieger gehören neben der körperlichen Ertüchtigung auch Unterricht in Strategie, Waffentechnik, und digitalen Verfahren. Die Feuerwaffen sind effektiv. Zu der regulären Ausrüstung gehören Laserpistolen, aber sie können auch Explosionsmunition einsetzen.

Ihre Raumschiffe sind technikstrotzende Killer.

Allerdings haben die Xorx auch ein paar Schwächen. Ihr Lebenszyklus ist auf 50-60 Jahre begrenzt. Um sich zu vermehren, müssen sie ihre Rüstung größtenteils ablegen und werden dann verwundbar. Ihre Raumschiffe können zwar mit knapper Lichtgeschwindigkeit unterwegs sein, aber Angriffe auf weit entfernte Ziele sind durch die Lebenserwartung der Krieger begrenzt. Sie können zwar Ziele in Entfernungen von 20 oder 30 Lichtjahren angreifen, aber dann müssen sie sich unterwegs vermehren, um ihre Kinder oder Enkel auf ihren Planeten zurückzuschicken. Ein einzelnes Leben reicht für einen solchen Kriegszug nicht aus.

So hatten die Xorx bisher nur Planeten erobern können, die in relativer Reichweite von ihrem Heimatplaneten liegen.

Cantara ist für sie bereits ein weit entfernter Planet. Die erwachsenen Krieger würden die Heimat nicht lebend wiedersehen. Die Kleinkinder, die sie beim Antritt ihrer Reise eingeladen haben, sind bereits im Mannesalter. Sie wurden unterwegs durch die Xorx erzogen und ausgebildet. Sie haben auch Frauen an Bord und neue Kinder, die sie auf Ihrer Reise gezeugt haben. So lange hat die Reise nach Cantara gedauert. Es gibt sogar Lehrer, welche die Kinder auf der Reise unterrichtet haben.

Die Xorx werden sich auf Cantara niederlassen, dort wieder neue Kinder zeugen, sie in ihrem Sinne erziehen und manche von ihnen später auf ihren Heimatplaneten zurückschicken.

Die Kommunikation mit dem Heimatplaneten ist kein Problem. Die Xorx haben ein einmaliges System gefunden, Informationen mit vielfacher Lichtgeschwindigkeit zu verschicken. Sie sind ein Volk, das weit intelligenter ist, als wir Menschen auf unserer Erde.

Die Großraum-Flotte, die von Protaxa kommandiert wird, besteht nicht nur aus 20 Kriegsschiffen, sondern sie umfasst auch dreissig Fracht- und Versorgungsschiffe, die Nahrung und Gerätschaften mit sich führen, sowie die Wohntrakte für Frauen und Kinder an Bord haben. Sogar eine Schule gibt es.

Die Lehrer sind mit den anderen Raumschiffen vernetzt über ein digtales System aus Computern, Kameras und Hologrammen. Natürlich gibt es auch Gehege für die verschiedenen Tiere, sowie Labore und Schlachträume. Sogar eine Abfüllanlage gibt es, um Schlachtfleisch in Behälter abzupacken.

Zunächst gilt es, diesen Planeten zu erobern. Für Protaxa und seine Crew ist das lebensnotwendig. Für einen Rückweg der kompletten Flotte haben sie nicht genug Nahrung an Bord und schon gar nicht den erforderlichen Treibstoff, obwohl die Flotte mit Sonnensegeln bestückt ist. Sie werden diesen Planeten also zunächst besiedeln müssen, um Nahrungsmittel anzubauen, und um selbst zu überleben. Erst dann können sie damit beginnen, die Rohstoffvorkommen von Cantara auszubeuten, um sie mit ferngelenkten Transportschiffen zu ihrem Heimatplaneten zurückzusenden, wo diese Rohstoffe dringend gebraucht werden, um die Infrastruktur und die Produktion am Laufen zu halten. Sie wissen auch, dass bereits einige Frachtschiffe auf dem Weg sind, die in fünf oder zehn Jahren auf Cantara landen werden, um weitere Rohstoffe aufzunehmen.

3.

Protaxa hat an den Bildschirmen verfolgt, wie der äußere Energieschirm des Planeten zusammenbricht. Jetzt befiehlt er, dass die Zerstörer in die Athmosphäre des Planeten eindringen.

Sie finden keinen Widerstand. Sie verteilen sich in einem Gürtel rund um die fruchtbare Zone. Sie richten ihre Messsuchsysteme auf den Planeten. Da gibt es kein Leben. Dennoch sind die Kapitäne vorsichtig.

Sie öffnen die Schleusen und schicken Dutzende von bemannten Flugobjekten aus, um jede noch so kleine Bewegung auf der Oberfläche zu registrieren.

Sie schicken Luftlandetruppen und Wissenschaftler, um die Zerstörungen an der Oberfläche zu untersuchen. Sie erhalten bald die Rückmeldung, dass die Späher Hunderte von graubraunen und leblosen Zellansammlungen entdeckt haben. Außerdem gibt es Zehntausende von verendedeten Tieren. Zweibeiner, Vierbeiner, Vögel und Fische in allen Formen und Größen.

Protaxa ordnet an, einige der graubraunen Zellansammlungen einzusammeln und in die Labore zu schaffen. Die Untersuchungen bestätigen, dass es sich hierbei um tote Lebewesen einer bisher unbekannten Gattung handelt. Diese pfannkuchenartigen Gebilde aus Schleim bestehen aus hochentwickelten Zellen und Synapsen, und sie sind um ein vielfaches größer als die Gehirne der Xorx-Krieger.

Die Wissenschaftler an Bord bestätigen den Verdacht. Das hier waren die Bewohner, die den äußeren Ringwall um den Planeten gezogen hatten. Mit ihrem Tod war der Ringwall aus Energie zusammengebrochen.

Die Wissenschaftler hatten den Planeten längst grob vermessen, und in verschiedene Sektoren aufgeteilt. Nach drei Tagen finden die Wärmebildkameras in Sektor B 321 die erste neu aufkeimende Energie.

Protaxa befiehl die Quelle sofort auszuschalten.

Die Flieger aktivieren ihre Laserkanonen und beschiessen den Sektor B 321, bis die Energiepunkte von den Wärmebildkameras verschwinden. Auch dann halten sie nicht inne. Sie verbrennen den kompletten Sektor mit einer chemischen Verbindung, die sich in Kontakt mit Sauerstoff selbst entzündet.

Sie setzen erneut Luftlandetruppen ein und der Sektor wird gründlich untersucht. Diesmal werden frische Leichenteile entdeckt. Zerstückelte und verbrannte Teile dieses Schleims, den die Wissenschaftler in den Laboren bereits analysiert hatten. Auch diese Teile werden in die Labore gebracht.

Protaxa bespricht sich mit seinen Offizieren, dann beordert er die Frachtschiffe in die Athmosphäre. Sie suchen sich Landeplätze, und sie spucken jetzt hunderte von Kriegern und Kriegsmaschinen aus. Sie werden jetzt jeden Quadratkilometer der Oberfläche innerhalb des fruchtbaren Gürtels von Cantara durchkämmen, Proben nehmen, und alles Leben auslöschen, das nur entfernt an eine geelartige Masse erinnert, sofern ein Weg in die Sklaverei unwahrscheinlich erscheint.

Die Zerstörer bleiben in der Luft. Die Kampfflieger bleiben in Bereitschaft. Sie werden in Abständen von mehreren Stunden zurückbeordert, aufgetankt und wieder in die Athmosphäre geschickt, um auf jedes neue Aufflammen von Energie zu reagieren.

Eins ist den Wissenschaftlern inzwischen klar geworden. Diese graubraunen Zellansammlungen sind von ihrer puren Größe nicht nur ein Vielfaches eines der Gehirne der Xorx-Krieger, sie müssen zu ihren Lebzeiten auch ungeheuer effektiv gewesen sein. Das sind Gegner, die man nicht einschätzen kann, und so fällt die Entscheidung, wenn da noch etwas am Leben ist, dann muss das sofort ausgelöscht werden.

4.

Solange ist einer der Unteranführer der Cantara. Auch er hat Zuflucht in einer Höhle gefunden. Die Höhle ist durch die Schallwellen zum großen Teil eingestürzt und sie hat dreißig seiner Cantara unter sich begraben. Zwanzig Cantara haben überlebt, und Solange gibt jetzt Anweisung sich sehr vorsichtig an die Oberfläche zu begeben, um Nahrung aufzunehmen, und neue Energie zu tanken. Noch sind die Blätter des zerstörten Waldes grün. Es gibt Käfer, die überlebt haben, und getötete Tiere, die man verwerten kann. Auf unserer Erde würde man von Aas sprechen, aber für die Cantara sind das Zellformen, die man verwerten kann, ganz gleich, ob es da noch Leben gibt oder nicht.

Solange gibt die Anweisung, mit möglichst wenig Energie zu fahren und sich sofort zu verteilen, um als Angriffsziel möglichst unsichtbar zu bleiben.

Die Cantara “sehen” die Zerstörer in der Luft. Sie “sehen” die Kampfflieger. Sie suchen Schutz zwischen Steinen, umgefallenen Bäumen und unter verdorrendem Laub, aber sie können nicht verhindern, dass die anwachsende Energie bei der Nahrungsaufnahme auf den Wärmebildkameras der Xorx sichtbar wird.

Solange und seine Cantara werden das Opfer des nächsten Angriffs.

Wieder setzen die Flieger Laserkanonen ein. Der Wald geht in Flammen auf. Es ist eine gewaltige Feuersbrunst. Einige der Cantara verwandeln sich in ihrer Not in Steine, um dem Feuer zu widerstehen, aber es hilft ihnen nichts. Die spröde gewordene Materie explodiert unter dem Beschuss der Laserkanonen in tausend Stücke. Andere verbrennen zu Asche. Dann befiehlt Protaxa zur Sicherheit Ultraschallwellen einzusetzen. Jeder noch überlebende Cantara im Sektor C 564 wird atomisiert. Auch Solange überlebt diesen Angriff nicht.

Wie Solange ergeht es in den nächsten Tagen auch den anderen Gruppen der Cantara, sobald sie sich an die Oberfläche des Planeten trauen.

Übrig bleiben zwei Gruppen, die sich weiter verschanzt halten, aber auch die überleben nicht.

Die Bodentruppen haben Anweisung, jede noch so kleine Höhle sofort unter Feuer zu nehmen, sobald sie entdeckt wird. Die Kameras und Sonare führen sie auf die Spur.

Nur Mendez und seine Gruppe sind noch übrig. Mendez, der rechtzeitig die Flucht in die heiße Wüste angetreten hat, um sich dort unter Bergen von Sand zu vergraben.

5.

Vierzehn Tage nach dem ersten Angriff befiehlt Protaxa die Landung aller Schiffe auf dem Planeten. Er befiehlt, dass alle Frauen im gebährfähigen Alter sofort geschwängert werden, um neues Leben zu produzieren, das die Art langfristig erhält.

Er befiehlt, dass alle weiblichen Tiere erneut besamt werden, er befiehlt, dass die Bodentruppen jeden Quadratmeter untersuchen, und er befiehlt schließlich, dass die mitgebrachten Arbeiter sofort einige Areale räumen müssen, um an die fruchtbare Erde unter dem verrottenden Geäst der Bäume zu kommen. Leichen der Tiere auf dem Planeten werden gezielt gesuch und bestattet. Auf den Transportern gibt es genug Geräte, um Gruben auszuheben. Verbrennen wäre schneller gegangen, aber die Wissenschaftle haben Protaxa davor gewarnt. Es sei für den Boden langfristig besser, wenn die Leichen auf natürlichem Weg zerfallen und dem Boden zurückgeben, was er an Stoffen braucht. Diese Beerdigung sei auch eilig, damit keine Seuchen entstehen, und damit das Trinkwasser nicht durch Tierkadaver ungenießbar wird.

Die Wissenschaftler odnen an, auch mit den umgefallenen Bäumen und Blättern so zu verfahren, um ausgewählte Areale urbar zu machen. Dort, wo die Xorx Felder anlegen wollen, werden die Pflanzen also in gigantische Häcksler gesteckt und fein zermahlen. Das Schrot wird auf große Haufen geschüttet und wird nach einigen Monaten einen hervorragenden Humus ergeben, um die neuen Felder zu düngen. In solchen Dingen muss Protaxa seinen Wissenschaftlern vertrauen. Die Anweisung ist klar. Er ist für den militärischen Erfolg zuständig, die Biologen, Chemiker, Agrarspezialisten, Bergbauingenieure und Ärzte sind für den wirtschaftlichen Erfolg der Mission verantwortlich. Protaxa ist einerseits “nur” der militärische Kommandant, aber er ist zugleich der Oberbefehlshaber der gesamten Operation.

Protaxa legt ein enormes Tempo vor. Drei Wochen nach dem ersten Angriff werden bereits die ersten Felder bestellt. Sie haben das Saatgut mitgebracht. Die Wissenschaftler haben von idealen Anbaubedingungen gesprochen, und auch die ersten Bodenproben haben dasselbe Ergenis gebracht.

Den Arbeitern geht es nicht so gut. Sie müssen schuften bis zum Umfallen. In den Ruhepausen schlafen sie in Zelten. Sie werden bewacht von Xorx-Kriegern in bewaffneten Maschinen, und von Panzerechsen, die für die Aufsicht programmiert sind. An eine Flucht ist nicht zu denken. Sie wären auch sofort von den Wärmebildkameras aufgespürt worden, denn Protaxa hat angeordnet, dass fünf der Zerstörer in der Luft bleiben, um die Situation aus der Vogelperspektive zu beobachten. Er selbst bleibt mit seinem Zerstörer außerhalb der Athmosphäre. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, bis Gewissheit herrscht, dass die Lage völlig sicher ist.

Erst sechs Wochen nach dem Erstschlag scheint klar, dass keine Gefahr mehr droht. Protaxa befiehlt die Landung aller Zerstörer, und auch er selbst fliegt jetzt in die Athmosphäre, und sucht sich einen sicheren Landeplatz, um die Resourcen an Treibstoff zu schonen.

Noch sind die Bodentruppen unterwegs, um die Oberfläche des Planeten zu untersuchen, und sie werden damit wohl noch einige Wochen und Monate beschäftigt sein. Eine absolute Sicherheit wird es nicht geben, aber es ist bereits jetzt äußerst unwahrscheinlich, dass da noch irgendwo fremdes Leben ist, das nicht von den Kriegern der Xorx kontrolliert werden kann.

Die Xorx hatten auch mit Insekten, Milben und Kleintieren gerechnet, die sich im Boden verkriechen, und die Überträger von Viruserkrankungen sein können. Es wird die Aufgabe der Biologen, Genetiker und der Ärzte sein, eventuelle Auswirkungen auf die Gesundheit der Mannschaften unter Kontrolle zu bringen.

2. Leise Infiltration

1.

Mendez läßt sich Zeit. Seine Gruppe ist vorerst sicher, solange sie keine äußerlich sichtbare Energie absondert. Die Verständigung mit den Artgenossen kann mit einem Minimum an Energie erfolgen. Die Cantara können hierfür sogar die Fähigkeiten von Microorganismen nutzen, wie z.B. von Sandflöhen und den Larven von Heuschrecken, die es hier in großer Anzahl gibt.

Die Cantara haben die Vibrationen der Flugzeuge gespürt. Sie haben die Detonationen der Einschläge der Laserkanonen gespürt, sie haben gespürt, als die Raumschiffe landeten, und sie wissen, dass die Xorx im Moment mit anderen Dingen beschäftigt sind, als ausgerechnet in der heißen Zone nach möglichen Überlebenden zu suchen.

Mendez hatte in den letzten Wochen genügend Zeit, um sich einen Plan zurechtzulegen. Wenn sie überleben wollen, dann müssen die Cantara um ihren Planeten kämpfen. Die Gruppe von 70 Mitgliedern ist den Xorx zwar zahlenmäßig weit unterlegen, aber die Xorx wissen nichts von ihrer Existenz, und sie haben keine Ahnung, mit welcher Form der Intelligenz sie sich eingelassen haben.

Entscheidend wird sein, dass die Cantara ihr Versteck zunächst unbemerkt verlassen können. Erst dann, wenn die Wärmebildkameras weitgehend abgeschaltet sind, kann dieses Versteckspiel aufhören. Unbegrenzt Zeit haben die Cantara nicht, um sich zu formieren und einen Gegenangriff zu beginnen.

Sie haben keine Waffen, aber sie haben Fähigkeiten, die denen der Xorx weit überlegen sind. Es kommt also nur auf das Zeitfenster an, in dem es möglich ist, den Gegenangriff unerkannt zu beginnen, und um die richtige Strategie zu wählen.

2.

Mendez ist sich mit seinen Cantara einig. Er schickt zunächst zwei Späher, die sich in eine Gaswolke verwandeln, um als Energieform ungesehen zu bleiben. Sie kommen nach zwei Tagen zurück, und geben das Signal zum Aufbruch.

Diesmal verwandeln sich die Cantara in ein Gemisch aus unterschiedlichen Gasen, bestehend aus Kohlenwasserstoffen, Lach-, und Faulgasen, Wasserdampf und Stickstoffverbindungen.

Überall in dem ehemals grünen Gürtel um den Planeten steigen solche Gase jetzt durch die verfaulenden Blätter und Tierkadaver auf. Die Cantara sind in dieser Form völlig unverdächtig, und sie lassen sich mit dem heißen Wind treiben, der in Richtung des Landesinneren weht, und Verdunstung erzeugt, die sich zu Wolken verdichtet. Die Cantara sind in dieser Form nicht von den andern Wolken zu unterscheiden, und sie bleiben unsichtbar.

Schon nach einem Tag entdecken sie die ersten Krieger der Xorx. Die durchforsten das Gestrüpp am Boden, auf der Suche nach Leben.

Es gibt zehn Fahrzeuge, die sich auf Ketten vorwärts bewegen, und alles niederwalzen, was ihnen in den Weg kommt, gesteuert von einem Krieger in einer Kanzel. Diese Maschinen haben Greifarme mit aufmontierten Schusswaffen.

Dann gibt es noch eine andere Maschine. Eine Art überdimensionaler Mensch aus Eisen, auf zwei stämmigen Beinen, mit gewaltigen Armen. Statt eines Kopfes gibt es auch hier eine Kanzel, in der ein Krieger sitzt. Sein Gehirn, seine Beine und seine Arme sind direkt mit den Gliedern des Metallriesen vernetzt. Er kann vorwärts und rückwärts gehen, sich drehen, sich bücken, springen und rennen. Auch dieser Koloss ist mit Greifarmen und Waffen versehen. Auch hiervon gibt es zehn Stück.

Schließlich gibt es noch Saurier. Das sind Riesentiere mit gewaltigen Beinen und kleinen Armen. Die Hände sind mit spitzen Krallen bewehrt. Sie sind gesattelt und auf ihnen reiten Krieger der Xorx in Panzerkleidern. Auch davon gibt es zehn Stück.

Diese 30 Krieger sind die kleinste Formation der Kampfeinheiten der Xorx. Wenn sie wollen, können sie sofort Luftunterstützung anfordern.

Sie sind so mit der Durchsuchung des Unterholzes beschäftigt, dass sie nicht auf den Luftraum achten. Mendez gibt Anweisung an vier seiner Cantara, sich an die Maschinen und die Krieger anzudocken und sie zu entern. So werden die Cantara eins mit den Maschinen. Wenn sie jetzt ihr Energiefeld anzünden sind sie für Wärmebildkameras nicht mehr von den Kriegern der Xorx zu unterscheiden.

Mendez hat die Losung ausgegeben, die Truppen nur zu infiltrieren. Seine Cantara sollen Informationen sammeln. Sie sollen lernen, wie so ein Krieger denkt. Sie sollen die Maschinen verstehen und lernen, wie man die Elektronik steuert und programmiert. Unsichtbar für die Krieger der Xorx.

Die Kampfformation wird gefolgt von einer Einheit aus Aufräumfahrzeugen, um Wege anzulegen.

Das sind Raupenfahrzeuge und Kipplastwagen. Sie sammeln totes Gehölz auf und schichten es zu großen Haufen. Sie sammeln Kadaver, und laden sie auf die Kipper. Von Zeit zu Zeit wird eine Grube ausgehoben, um die Kadaver mit Erde und Sand zu bedecken. Es gibt auf diesem Planeten genug Käfer, welche den Supergau überlebt haben, und die jetzt die Arbeit des Zerkleinerns übernehmen werden.

Diese Fahrzeuge werden von Arbeitern gesteuert, die von einer Einheit von fünf Aufsehern begleitet werden, die Anweisungen geben, und dafür sorgen, dass keiner der Arbeiter seine Pflicht vernachlässigt.

Auch hier gibt Mendez die Anweisung an zwei seiner Cantara, je einen der Arbeiter und einen der Krieger zu besetzen. Sie docken sich an. Sie kriechen in die Körper ihrer Widersacher.

Sie beginnen zu lernen, wie diese Wesen ticken.

Der Großteil der Cantara zieht in gasförmiger Form weiter.

Nach zwei weiteren Tagen stoßen sie auf ein freigeräumtes Gelände, das an einem See gelegen ist. Sie finden eines der Kampfschiffe, einen Transporter und ein Versorgungsschiff. Es ist nur eine der Großeinheiten der Kampftruppen, aber für die Cantara ist diese Einheit das vorläufige Ziel ihrer Reise durch die Luft.

Sie docken sich an die Maschinen an. Sie nehmen Besitz von den Kriegern und dem Kommandanten. Sie werden lernen, wie man solche Kampfschiffe steuert oder sabotiert. Sie werden lernen, wie man die Elektronik beeinflusst und umprogrammiert.

Sie werden lernen, wie die Kommunikationskanäle und die militärischen Strukturen aufgebaut sind. Sie werden von den Gehirnen der Gegner Besitz ergreifen.

Sie werden den Xorx nichts tun. Noch nicht. Sie werden beobachten, sich kurzschließen, und ihre Informationen austauschen, um sie als Erbinformationen an ihre Nachkommen weiterzugeben.

All das geschieht unbeobachtet und völlig unerkannt. Die Gruppe um Mendez hat instinktiv die richtige Tarnung gewählt, um einen Teil der Flotte in einem Handstreich zu übernehmen.

Es ist wie ein Kampf David gegen Goliath. Dieses Mal haben die Cantara die besseren Karten, weil sie unterschätzt werden, und weil sie genau das Zeitfenster erwischt haben, um diesen Posten der Xorx unbemerkt zu übernehmen.

Zwar sind die Kampfeinheiten mit Infrarotsuchgeräten, Sensoren und Wärmebildkameras ausgerüstet, aber die durchforsten nur das Unterholz. Es gibt weitere solcher Einheiten. Sie sind in einem großen Radius um die Raumschiffe herum aktiv. Sie erscheinen auf dem Sonar und den Wärmebildkameras in der Kommandozentrale der Kampfeinheit, aber die Cantara selbst sind jetzt unsichtbar, weil sie sich mit der Energie der Kämpfer und der Maschinen verschmolzen haben, auch dann, wenn sie ihr Energiefeld anzünden, etwa, um Informationen mit ihren Artgenossen auszutauschen.

Es ist die ideale Tarnung.

3.

Mendez hat sich in der Kommandozentrale des Zerstörers breit gemacht. Er hat sich geteilt. Er ist in den Körper des Kapitäns geschlüpft, in den Körper des Steuermanns und der Offiziere. Er sitzt jetzt in den Köpfen der Funker, und er hat sich an die Maschinen angedockt.

Mendez hat noch nie vorher etwas von dieser Elektronik und dieser Mechanik gesehen, aber er lernt schnell. Sehr schnell.

Schon nach wenigen Tagen kann er dieses Raumschiff steuern und es bedienen. Er überwacht den Funkverkehr und sämtliche Beobachtungsgeräte.

Seine Cantara haben auch Besitz von diesen bemannten Kampfjets ergriffen, welche die Bodentruppen manchmal begleiten, und die den Luftraum überwachen. Sie lesen die verschlüsselten Codes. Sie lernen, wie man eine Laserkanone bedient. Sie lernen, wie diese Schallwellen entstanden sind, die einen Großteil ihres Volkes ausgelöscht haben.

Die Cantara hören zu. Sie beobachten und sie lernen weiter.

Sie begleiten auch die Krieger zu ihren Schlafstätten. Die Cantara selbst brauchen keinen Schlaf. Sie können in eine Art Ruhephase verfallen, in der die Energie total heruntergefahren wird, aber Schlaf ist ihnen fremd. Im Schlaf sind diese Krieger der Xorx verwundbar.

Sie begleiten die Krieger in die Schlafräume. Sie sehen, dass hier zweigeschlechtliche Wesen gibt. Mann und Frau. Sie beobachten diesen Akt der Paarung, den der Flottenkommandant Protaxa angeordnet hat. Sie schlüpfen in die Körper der Frauen, und sehen, was dort geschieht. Die Frauen haben eine Gebärmutter, und sie haben Eileiter. Die Männer hingegen haben einen Hoden, in dem Samenzellen entstehen.

Die Cantara finden das hochinteressant. Es ist so, wie bei den Säugern, die es auf ihrem Planeten gegeben hat, bevor sie durch den Beschuss der Xorx ausgelöscht wurden. Sie beobachten diesen Prozess der Befruchtung. Sie beobachten die Zellteilung, und sie spüren die Genstränge und die Chromosomen auf. Diese Xorx sind auf einmal für die Cantara durchsichtig wie Glas, und sie werden manipulierbar.

Die Cantara finden heraus, wie schnell der Alterungsprozess bei diesen Wesen fortschreitet, im Vergleich zu ihrem eigenen Leben. Die Xorx brauchen diese ständige Vermehrung durch den Akt der Zeugung, um die Art am Leben zu erhalten. Das ist für die Cantara die Chance, mittel- und langfristig auf die Art Einfluss zu nehmen, indem sie die Genstränge manipulieren. Die Cantara brauchen nur einen oder mehrere Bausteine bei der Zellteilung im Mutterleib zu verändern, um völlig neue Wesen hervorzubringen.

Nicht nur das. Die Cantara beobachten die Prozesse des Körpers. Die Nahrungsaufnahme und -verwertung. Das Immunsystem. Die Nervenbahnen und die Entstehung von roten und weißen Blutkörperchen. Diese Wesen sind sehr komplex, und sie sind sehr anfällig, wenn man nur einen dieser Vorgänge im Rückenmark, in den Innereien, oder in der Hirnrinde verändert. Es ist ein Leichtes, diese Wesen auszuschalten, erst recht, weil sie Luft atmen und Wasser trinken, das sie auf Cantara vorfinden.

Im Wasser gibt es Millionen von Microben. Die Nahrung kann verderben. Sie ist der Nistplatz für Pilze und Bakterien. Bakterien wiederum brauchen die Xorx für ihre Verdauungsprozesse. Es ist einfach, in diesen Kreislauf einzugreifen, um die Xorx außer Gefecht zu setzen. Durch Durchfälle, Fieberanfälle und Epidemien.

Die Cantara finden auch schnell heraus, dass in den Körpern der Xorx ein ständiger Kampf zwischen verschiedenartigen Viren stattfindet. Stört man dieses Gleichgewicht, werden die Xorx krank und kampfunfähig.

Die Cantara hingegen sind durch solche Veränderungen nicht gefährdet. Sie sind der Wächter dieser Prozesse. Sie haben weit über eine millionen Jahre Erfahrung in der Steuerung solcher Vorgänge, die es auch in den Tieren gegeben hat, die bis vor wenigen Wochen auf Cantara gelebt hatten.

Die Cantara waren auf ihrem Planeten stets der Herr über alles Leben. Sie haben in den letzten Tagen bereits die Fäulnisprozesse im Unterholz beobachtet. Sie haben herausgefunden, dass es dort junge Sprösslinge und Samen gibt. Wenn man den Wald läßt, so wird er sich in wenigen Jahren erholen und zu einem neuen Urwald heranwachsen.

Ein größeres Problem ist das Aussterben von Großtieren.

Die Cantara haben die Berge von Fischleichen gesehen, die von den Arbeitern der Xorx aus dem Wasser gefischt worden sind. Sie haben die Leichen gesehen, die von den Arbeitern an Land aufgesammelt und begraben werden. Das Gleichgewicht der Natur ist zunächst einmal nachhaltig gestört, weil ein wichtiger Baustein im Kreislauf der Arten fehlt.

Die Xorx haben aber auch eigene Tiere mitgebracht.

Verschieden große Säuger und Vögel, die sie züchten, um sie zu melken, oder zu essen. Diese Tiere sind auf Cantara Fremdkörper. Sie gehören hier nicht hin. Sie sind mit eigenen Bakterien- und Virenstämmen behaftet. So etwas kann für eine fremde Umgebung tödlich enden. Die Cantara müssen auf diese Zellkulturen Einfluss nehmen. Sie müssen die Ausscheidungen beobachten. Sie müssen die Fortpflanzung regulieren. Auf die wenigen übriggebliebenen Cantara warten eine Fülle von neuen Aufgaben, wenn sie ihren Planeten erhalten wollen.

Sie sind jetzt nur auf einem dieser Flottenstützpunkte. Sie haben eine begrenzte Einflussnahme.

Allerdings besteht zwischen den einzelnen Posten nicht nur ein reger Funkverkehr, sondern auch ein Austausch von Material und Personal.

So gibt Mendez die Anweisung an alle seine Cantara heraus, sich mehrfach zu teilen und die Nachkommen mit den Jagdflugzeugen in die anderen Stützpunkte zu tragen.

Alle Nachkommen sind im Besitz der Erbinformationen der Cantara, und sie können sich über Energieströme untereinander austauschen. Sie müssen nur weiter unsichtbar bleiben.

Innerhalb der nächsten drei Wochen nehmen die Cantara hunderte von Zellteilungen vor, und sie verteilen sich auf dem Planeten, angedockt an Maschinen, oder in den Körpern der Xorx.

Es ist die totale Infiltration. Ein Alptraum für die Xorx, die davon nicht einmal etwas wissen. Nicht ein kleinster Anhaltspunkt ist zu sehen. Nicht, solange die Cantara die Genstruktur der Xorx nicht verändern. Nicht solange die Augen- und Fingerkuppenscans dasselbe Bild der Träger zeigen, nicht solange der Schweiß und der Atem derselbe ist, wie vor der Infiltration, und die Cantara vermehren sich weiter. Sie sitzen jetzt in den Gehirnen aller Offiziere und Kommandanten. Sie sitzen jetzt in den Computern. Sie sitzen in den Aufsehern der Arbeiter und in einigen der Arbeiter selbst. Sie sitzen inzwischen auch in vielen der Tiere, welche die Xorx mitgebracht haben.

Es ist für die Cantara ein Leichtes, diese Tierkörper wieder zu verlassen, wenn sie zur Schlachtbank getrieben werden. Die Cantara springen dann rechtzeitig auf die Treiber über. In ihrer gewählten Tarnung sind die Cantara unbesiegbar.

Nur ein weiterer Angriff aus dem All mit Schallwellen könnte sie töten, dann aber wären auch all die Xorx ein Opfer ihrer eigenen Vernichtungsstrategie.

Die Cantara haben die Funksignale unter Kontrolle. Sie wissen, was in den Signalen an den Heimatplaneten der Xorx steht. Sie wissen, dass keine anderen Kriegsflotten unterwegs nach Cantara sind. Sie wissen, wieviele Jahre es dauert, um eine solche Flotte nach Cantara zu manövrieren. Vorerst besteht also keine Gefahr für einen weiteren Angriff aus dem All.

Was die Cantara gerade tun, ist ein Alptraum für jeden Sicherheitsoffizier, weil sie bereits alle Sicherheitscodes der Xorx entziffert haben, aber, wie gesagt, die Xorx haben keine Ahnung von dieser Gefahr.

4.

Die Xorx unterscheiden sich nicht nur durch ihre äußere Gestalt von den Cantara. Das, was man soziale Struktur nennt, ist von einer strengen Hierarchie, und oft genug von einer skalaren Ordnung bestimmt, die sich durch subtile Ausübung von Macht manifestiert. Das ist eine strenge Befehlskette von oben nach unten, und die Xorx lernen schon von klein auf, sich in dieses System einzuordnen.

Nichtsdestotrotz gibt es Wünsche, möglichst schnell in dieser Ordnung aufzusteigen, um mehr Macht zu erlangen. Die Xorx haben hierfür viele Methoden, die ihnen zur Verfügung stehen, von Bissigkeiten über verbale und körpersprachliche Tricks, und das Einschleimen bei Vorgesetzten, bis zu roher Gewalt und die Fähigkeit, Andere gegeneinander auszuspielen. Die Kinder lernen schon sehr früh, sich durchzusetzen. Es gibt Gewinner und Verlierer auf dieser Skala der Macht.

Für die Cantara ist das neu, weil es soviel subtiler abläuft, als Rangkämpfe innerhalb des Tierreichs. Also studieren die Cantara das Verhalten der Xorx, denn man kann hieraus nur lernen, um diese Gattung zu steuern und um sie zu benutzen und gegebenenfalls gegeneinander auszuspielen.

Die Arbeiter sind der Macht und der Willkür der Xorx ausgeliefert. Sie erleben diese Übermacht der Xorx bereits in jungen Jahren. Sie lernen, sich unterzuordnen, um nur nicht negativ aufzufallen und negative Sanktionen zu riskieren.

Aber auch innerhalb der Sklavenkaste haben sich dieselben Mechanismen breit gemacht, die bei den Xorx herrschen. Es ist ein Teil der Überlebensstrategie, in diesem System bestmöglichst durchzuschlüpfen, und Vergünstigungen zu erhaschen, die dem Einzelnen das Leben erleichtern können.

So entsteht ein System des gegenseitigen Mißtrauens, des Verrats, und auch der Unterwerfung von vermeintlich Schwachen unter die vermeintlich Starken.

Es ist ein angeborenes System, das es den Xorx leicht macht, die unterdrückten Völker gegeneinander auszuspielen.

Die Cantara beobachten auch das. Es wird nicht leicht sein, diesen Lebewesen den Weg in eine Zukunft zu weisen, die von Harmonie geprägt ist, aber zunächst haben die Cantara die Aufgabe, all diese Strukturen kennenzulernen, um diese Creaturen schließlich dafür zu benutzen, die Kontrolle über den eigenen Planeten zurückzugewinnen.

Zunächst einmal sind die Cantara nur in Beboachtungsposition, und sie tauschen sich ständig über die Erfahrungen aus, damit sie zum Allgemeingut werden, oder anders gesagt, damit sie ein Teil des historischen Wissens der Cantara werden.

5.

Protaxa ist zwar der oberste Feldherr dieser Flotte, aber die Kolonialisierung steht unter dem Befehl einer zivilen Gruppe von Administratoren und Wissenschaftlern. Sie haben die Kompetenz, den Planeten unter ihre Kontrolle zu bringen, wenn der militärische Teil der Arbeit abgeschlossen ist.

Zur Zeit gibt es eine Art Parallelregierung. Protaxa ist für die Sicherungsaufgaben zuständig, und der Zivile Rat aus acht Personen, ist für die Besiedlung des Planeten, und die Ausbeutung der Rohstoffe verantwortlich.

Protaxa hat den Nachkommen der Cantara einen erfahrenen und altbewährten Cantara zur Seite gestellt. Callan wird vorerst die Kontrolle über die Zentrale des Flottenkommandanten übernehmen. Zwar tragen die durch Zellteilung entstandenen neuen Wesen alle Erbinformationen in sich, aber es fehlt ihnen die Erfahrung, die ein Tausendjähriger mit sich bringt.

Zwar verfügen die Youngster über das historische Wissen aller Cantara, aber erst die Erfahrung lehrt, Vorgänge zu kombinieren, und über den Tellerrand zu gucken, so dass wirklich weise Entschlüsse entstehen. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass die Youngster in solche Abenteuer nicht ohne einen erfahrenen Lehrmeister geschickt werden.

Auch diese heimliche Okkupation vollzieht sich geräuschlos und unsichtbar. Callan hat sich im Gehirn von Protaxa eingenistet, und auch in den Köpfen des Zivilen Rates sitzen jetzt die Nachkommen der Cantara.

Callan hört jetzt auch den Funkverkehr ab, der regelmäßig zwischen dem Kommandanten und der Zentrale auf dem Heimatplaneten hin- und hergeht.

Die Meldungen sind eindeutig. Die Xorx haben in den letzten Wochen keine weiteren Ansammlungen von intelligentem Leben mehr gefunden. Die Krieger werden zur Kontrolle den Planeten weiter durchkämmen, begleitet von den Jagdfliegern, aber der Planet gilt jetzt als übernommen. Er kann jetzt systematisch besiedelt und ausgebeutet werden. Step by step. So ist der Befehl.

Der Rat hatte schon seit langem Pläne in der Schublade, wie diese Besiedlung vonstatten gehen soll.

Anlegung von Feldern. Systematische Erzeugung von natürlichem Dünger. Kontrolle des Trinkwassers. Aussetzung der Tiere in eingezäunten Arealen. Aufbau einer Infrastruktur und schließlich der Bau von Wohnungen für die Besatzer.

Der Zeitrahmen für die erste Phase der Kolonialisierung ist auf ein Jahr begrenzt worden. Dann werden die Xorx daran gehen, systematisch nach Bodenschätzen zu suchen, um sie auszubeuten, zu verladen und in die Heimat zu schicken.

Vorerst geht es darum, das Leben auf Cantara mittel- und langfristig zu sichern. Dazu gehören auch regelmäßige Gesundheitschecks, die von Ärzten durchgeführt werden. In einem der Begleitschiffe gibt es ein Labor, und sogar ein voll ausgestattetes Krankenhaus, in dem Operationen durchgeführt werden können. Krankenstationen gibt es aber in allen Basen. Zu ihren Aufgaben gehört auch die regelmäßige Ausgabe von Medikamenten.

6.

Auf einem der Versorgungsschiffe gibt es einen Konferenzraum. Normalerweise werden Konferenzen bei den Xorx via Telefonleitung durchgeführt, aber heute hat der Zivile Rat zu einer persönlichen Aussprache gebeten.

Die acht Räte sind bereits in fortgeschrittenem Alter. Die lange Reise hat Spuren hinterlassen. Sie haben Monitore vor sich, die in den Konferenztisch integriert sind, und aufgeklappt werden können. Sie brauchen keine Tastatur. Die Aufnahme ist sprachdigitalisiert, und sie können Dokumente auch per Spracheingabe abrufen.

Solche Konferenzen dauern manchmal etwas länger, wenn sie persönlich erfolgen, und so haben die Räte auch Getränke vor sich stehen. Der Rat ist paritätisch besetzt. Aus vier Frauen und vier Männern, und gerade geht die Türe auf. Protaxa betritt mit zwei seiner Offiziere den Raum.

Es gibt eine kurze Begrüßung, dann eröffnet der Flottenkommandant die Runde.

“Zunächst einmal lassen Sie mich sagen, dass meine Truppen gute Fortschritte machen. Wir haben schon mehrere Dutzend Sektoren durchgekämmt und wir haben kein Leben mehr gefunden. Unsere Jäger haben die Gebirge überflogen. Sie haben alle Höhlen, die sie erfasst haben unter Beschuss genommen, und auch sie haben keine hochentwickelten Lebensformen mehr entdeckt. Wir haben zwar nicht einmal 1/10 der besiedelbaren Fläche untersucht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir nichts mehr finden werden. Unsere Truppen werden die nächsten Monate weitersuchen, aber ich halte das für eine überflüssige Aufgabe. Dennoch werden wir diesen Auftrag erfüllen. Die Anordnungen von Zuhause sind in diesem Punkt eindeutig.”

Chariba nickt zu diesen Worten. Sie ist die wissenschaftliche Leiterin, der auch alle Versuchslabors unterstehen. “Wir haben diese teigähnlichen Gebilde untersucht. Das sind ungeheuer leistungsfähige Organismen von der 20-50 fachen Menge unser eigenen Gehirne. Wir selbst können ungefähr 15% unserer Gerhirnmasse steuern. Nehmen wir im ungünstigsten Fall einmal an, dass diese Lebewesen hundert Prozent ihrer Gehirnmasse unter Kontrolle haben, dann kann ich nur annähernd vermuten, zu was diese Zellkultur fähig war, die wir da ausgelöscht haben. Wir wissen aber nicht einmal, wovon diese Lebewesen gelebt haben. Wir haben in unseren Labor etwa 1200 dieser Gehirne untersucht, wir wissen also, dass diese schleimigen Gebilde hochintelligente Wesen waren, aber wir haben auf Cantara nichts gefunden, wass auch nur annähernd an eine Stadt, an Straßen, an Felder, an Maschinen oder an eine Verwaltung erinnert.

Vielleicht gibt es unterirdisch irgendwelche geheimen Verstecke und hochentwickelte Städte. Vielleicht haben sich da noch etliche dieser Wesen verschanzt, sofern diese Höhlen durch den Beschuss nicht eingebrochen sind. Ich weiß es nicht. Soweit ich weiß, gibt es aber auch auf den Wärmebildkameras und Sonaren keinerlei Aufzeichnungen, die bestätigen können, dass da irgendwo noch Leben ist.”

Sie seufzt. “Ehrlich. Ich habe Angst davor, was passiert, wenn von dieser seltsamen Wesen noch einige Exemplare übrig sind. Immerhin haben sie unseren Truppen jahrhundertelang widerstanden. Erst mit Hilfe unserer Schallwellenkanonen haben wir den Energiegürtel um Cantara knacken können.”

Der medizinische Leiter des Rates, ihre Excellenz Katakomba, der aus der Führungsriege ihres Heimatplaneten abstammt, der senkt bestätigend den Kopf. “Auch meine Leute haben diese Zellkulturen untersucht. Sie zersetzen sich, wie jede andere tote Zellform, aber wir sind sicher, dass es dort zu Lebzeiten keine Bakterien und keine Viren gegeben hat. Auch wir haben keine Ahnung, wie und wovon diese Zellkulturen gelebt haben, aber sie haben definitiv gelebt. Es gibt Synapsen und eine Art Nervensystem. Ich rege an, dass jede Zellkultur, die von den Kriegern und den Arbeitern aufgefunden wird, sofort in die Labore gebracht wird. Sollte es tatsächlich noch lebende Organismen geben, so würde ich gerne mit diesen Lebewesen Kontakt aufnehmen, um sie in Arbeit zu sehen, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich das wirklich will. Wenn die Annahme meiner Kollegin zutrifft, dann ist diese Lebensform für uns von einer völlig unberechenbaren Gefahr.”

“Gut”, sagt Protaxa. “Ich gebe Anweisung, die Suche fortzusetzen. Wir werden daran gehen, Höhlen zu untersuchen. Vielleicht gibt es irgendwo Eingänge zu unterirdischen Katakomben. Ich habe Anweisung aus Colofenia-Stadt, jede intelligente Lebensform auszulöschen, um den Planeten in unserem Sinne zu kolonialisieren, sofern sich diese Wesen unserem Willen nicht beugen. Die Regierung in Colofenia will kein Risiko eingehen. Wir brauchen diese Rohstoffe. Lieber gestern als heute. Und nun zu den Einzelheiten der Besiedlung.”

Filomena, die Rätin für Landwirtschaft wirft ein, “inzwischen haben die Arbeiter über 50 Quadratkilometer an Feldern bestellt. Die mitgebrachten Tiere vermehren sich bereits. Sie finden in Gräsern und Büschen ausreichend Nahrung. Sie werden fett. Die Labors haben außerdem künstliche Befruchtungen vorgenommen, um den Prozess der Vermehrung zu beschleunigen. Allem Anschein nach vertragen die Tiere das Wasser und die Nahrung gut. Sie scheinen gesund zu sein. Bei einer ordentlichen Ausweitung der Zucht wird der Bedarf für die neue Bevölkerung von Cantara gedeckt sein.”

Der Kommandant dankt. “Gibt es irgendetwas, was ich dazu wissen muss? Sind die Laboruntersuchungen eindeutig? Ich muss das wissen. Schließlich hängt das Überleben unserer Mission hiervon ab.”

Filomena wiegelt ab, “da ist nichts. Auch unsere Pflanzkulturen wachsen gut an. Wir haben Bewässerungsgräben gezogen, um die Felder ständig mit Frischwasser zu versorgen. Unsere Arbeiter haben aus den Süsswasserseen die toten Fische geborgen, und sie gemäß unserer Verordnung in Massengräbern bestattet und mit Erde zugedeckt. Wir konnten sie nicht mehr verwenden. Schade darum. Wir hätten unsere Verpflegung locker aus den Tierbeständen von Cantara decken können. Wir haben auch das Wasser von Flüssen und Seen untersuchen lassen. Wir haben keine nennenswerten Ansammlungen von Krankheitskeimen gefunden. Wir haben Glück gehabt, weil wir so schnell reagiert haben. Der Zersetzungsprozess der Kadaver war noch nicht fortgeschritten. Vielleicht gibt es Krankheiten, die uns noch unbekannt sind, und die wir noch nicht aufgespürt haben, aber bisher ist da nichts.”

Der Rat für Bergbau hingegen seufzt. “Wir haben derzeit keine Kapazitäten, um den Planeten auf Vorkommen von Erzen, Öl und so weiter zu untersuchen. Ich habe nur ein kleines Team. Wir katalogisieren bisher die verschiedenen Planquadrate. Unsere Jagdflieger liefern uns Messungen, die sie mit Ultraschall und Sonar machen. Da ist noch viel zu tun.

Vorerst beschränken wir uns auf den Grüngürtel, den wir ja weitgehend vernichtet haben. Selbst das Holz ist nicht mehr zu verwenden, weil es völlig zersplittert ist. Wir könnten allenfalls Pressplatten daraus machen, aber dafür haben wir hier keine Maschinen. In die heiße und die extrem kalte Zone von Cantara werden wir erst in den nächsten Jahren vordringen können. Wer weiß, was dort noch alles lagert.

Immerhin sind einige der Aufnahmen aus den Jagdfliegern vielversprechend. Durch die Zerstörung von Felsformationen können wir sagen, dass es dort gewaltige Granit- und Sandsteinvorkommen gibt, aber auch Erze. Die Jäger haben die Randgebiete der heißen Zone überflogen und sie sind sicher, dass sich dort unter dem Sand Kohle und Erdöl befindet. Ich bitte darum, für uns eine Abteilung abzustellen, um solche Untersuchungen aus der Luft systematisch durchzuführen, um den Planeten noch viel genauer zu vermessen, und um Fundstellen durch Farbbeutel und elektronische Signalabgeber zu markieren, damit wir so schnell wie möglich mit Probegrabungen beginnen können.”

7.

Die Cantara haben dieser Konferenz beigewohnt. Anders als die Militärs sind die Räte nicht bewaffnet. Entsprechend ihrer Position sind sie mit einer Robe bekleidet, einem schillernden Umhang, der die Attribute der jeweiligen Fachrichtung trägt.

Darunter tragen sie einen praktischen Zweiteiler und eine Art Würdenkette, wie man sie auf der Erde im Mittelalter vorfand, aber diesmal aus Gold, verschiedenen Edelsteinen und Titan, mit einem Mittelteil für Sprechfunk. An den Handgelenken tragen sie wertvolle Uhren mit Brillantverzierungen und einem digitalen Kompass. Auch sie tragen einen ultraleichten Helm, der innen mit einem leichten Material ausgepolstert ist, damit er nicht drückt, denn die Gehirne der Xorx sind sehr empfindlich. Auf Wunsch kann dieser Helm mit einer Sauerstoffmaske verbunden werden, wobei die Flasche dann wahlweise auf dem Rücken oder an der Hüfte getragen wird.

Auf Cantara ist dies aber nicht erforderlich, weil es hier genug Sauerstoff gibt, und weil die Luft klar und sauber ist.

Wie sich das entwickeln wird, jetzt, wo der Wald vernichtet ist, und wo die Blätter keine Photosynthese mehr leisten, ist allerdings unklar. Darüber haben sich die Xorx wohl noch keine Gedanken gemacht. Sie haben das ökologische Gleichgewicht des Planeten nachhaltig gestört. So etwas muss Folgen haben.

Die Militärs tragen hingegen eine feuerfeste Uniform aus Stretch-Material, die sich den Körperveränderungen anpassen kann. Sehr praktisch. Sie tragen Rangabzeichen auf der Schulter und an der Brust, und auch die hohen Militärs tragen diese Armierungen an Armen, Händen, Brust und Rücken. Sie können damit Laserstrahlen abschießen oder Ultraschallwellen. Sie sind über ein Kehlkopfmikrophon mit ihrer Leitstelle verbunden und können das über ein Stimmsignal aus- und einschalten. Es gibt auch Frauen in der Armee, sehr gute Kampffliegerinnen und Aktive im Sanitärbereich.

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22 aralık 2023
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251 s. 3 illüstrasyon
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9783942652452
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