Kitabı oku: «Wochenend und Radelglück – Kleine Fahrrad-Auszeiten im Münsterland»
KLEINE FAHRRAD-AUSZEITEN IM
-MÜNSTERLAND-

LINDA O’BRYAN, HANS ZAGLITSCH
Exklusiv für Sie als Leser:
MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD
unter: gps.bruckmann.de

INHALT
VORWORT
Willkommen im Münsterland!
Burgen, Schlösser und noch viel mehr
1Mittelpunkt des Münsterlands
Münster
2Tor zum Teutoburger Wald
Tecklenburg
3Unterwegs im Steinfurter Land
Burgsteinfurt
4RadBahn Münsterland
Steinfurt
5Im Osten des Münsterlands
Warendorf
6Romantische Landgüter
Drensteinfurt
7Prachtvolle Schlösserparade
Lüdinghausen
8Naturpark und Seenlandschaft
Haltern am See
9Am Fuß der Baumberge
Billerbeck
10Berge und eine Bahntrasse
Coesfeld
11Natur und Kultur
Borken
12Rosarotes Venn – der Westen
Vreden
13Historische Orte
Legden
14Stadt der Glockengießer
Gescher
15Im Tal der Bocholter Aa
Gemen
Orts- und Sachregister
Impressum

Historische Wassermühle in Nienborg
ZEICHENERKLÄRUNG ZU DEN TOURENKARTEN
| Tour |
| Tourenvariante |
| Richtungspfeil |
| Ausgangs-/Endpunkt der Tour |
| Bahnlinie mit Bahnhof |
| S-Bahn |
| Tunnel |
| Seilbahn, Gondelbahn |
| Bushaltestelle |
| Parkmöglichkeit |
| Hafen |
| Autofähre |
| Personenfähre |
| Flugplatz |
| Kirche |
| Kloster |
| Burg/Schloss |
| Ruine |
| Wegkreuz |
| Denkmal |
| Turm |
| Leuchtturm |
| Windpark |
| Windmühle |
| Mühle |
| Hotel, Gasthof, Restaurant |
| Jausenstation |
| Schutzhütte, Berggasthof (Sommer/Winter) |
| Schutzhütte, Berggasthof (Sommer) |
| Unterstand |
| Grillplatz |
| Jugendherberge |
| Campingplatz |
| Information |
| Museum |
| Bademöglichkeit |
| Bootsverleih |
| Sehenswürdigkeit |
| Ausgrabung |
| Kinderspielplatz |
| schöne Aussicht |
| Aussichtsturm |
| Wasserfall |
| Randhinweispfeil |
| Maßstabsleiste |
DIE ZIELE IM ÜBEREBLICK
Münster
Tecklenburg
Burgsteinfurt
Steinfurt
Warendorf
Drensteinfurt
Lüdinghausen
Haltern am See
Billerbeck
Coesfeld
Borken
Vreden
Legden
Gescher
Gemen
WILLKOMMEN IM MÜNSTERLAND!
Burgen, Schlösser und noch viel mehr

Eindrucksvoll: Schloss Raesfeld

Erholsam: am Halterner Stausee

Im Radlglück: Wegweiser am Werse-Radweg
Oder wie es auf münsterländischem Platt heißt: »Guëten Dag!« Das Münsterland ist ein Radlerland par excellence mit einem rund 4500 Kilometer umfassenden Radwegenetz. Es zählt zu den abwechslungsreichsten und schönsten Radregionen Deutschlands.
Ob kurze Stadttour oder mehrstündige Tagestour – wir haben von 15 Orten aus startend sehr interessante und abwechslungsreiche Rundtouren zusammengestellt, die Sie zu märchenhaften Wasserburgen, verträumten Schlössern und herrschaftlichen Landgütern bringen und Sie in die knapp 160 Meter hohen Baumberge sowie in die Täler der Flüsschen Stever, Bocholter Aa und Berkel führen. Mal geht es durch kleine Naturschutzgebiete, mal durch Wiesen, Agrarland und Waldstücke oder im Auf und Ab durch den Teutoburger Wald und die Coesfelder Berge und quer durch die reizvolle Parklandschaft des Münsterlands. Die Bezeichnung »Parklandschaft« ist hier im Übrigen ein wenig verwirrend: Es handelt sich dabei nicht etwa um eine künstlich angelegte Landschaft im Sinne eines Parks, sondern um eine kleinteilige, vorwiegend von Landwirtschaft geprägte Kulturlandschaft mit Feldern, Weiden, Blumenwiesen, Obstgärten, Waldstücken, Seen und Streusiedlungen – einfach wunderschön!
UNTERKUNFT
Unsere Tagestouren sind zwischen 30 und 40 Kilometer lang, wobei jeweils bis zu zwei Touren von einem Standort aus beginnen. Da die Orte nicht allzu weit voneinander entfernt sind, können die Touren auch einfach miteinander kombiniert werden, wodurch Sie mehrere Tage kreuz und quer durchs Münsterland radeln können.
Unterkünfte sind in unseren Standorten vorhanden und variieren zwischen einfachen Gasthöfen, Ferienzimmern, modernen Appartements und Hotelzimmern. Bei den Preisen gilt in der Regel: An Wochenenden und Feiertagen sind die Unterkünfte um einiges teurer als an Wochentagen. Vorschläge für Übernachtungen finden Sie am Ende jedes Kapitels unter »Auf einen Blick«. Zudem haben wir dort auch Camping- und/oder Stellplätze aufgelistet, falls Sie mit dem Wohnmobil oder dem Wohnwagen anreisen werden. Auch bei den Campingplätzen gibt es eine breite Auswahl – sie sind zwar häufig auf Dauercamper ausgerichtet, verfügen aber auch immer über Touristikplätze, für Wohnmobile oft vor der Schranke. Da vor allem an Wochenenden und in der Ferienzeit die Nachfrage nach Touristikplätzen groß ist, sollte möglichst eine Reservierung vorab vorgenommen werden. Offizielle Stellplätze für Wohnmobile sind in einigen Orten auch auf öffentlichen Großparkplätzen vorhanden; sie sind in der Regel bis zu 72 Stunden kostenlos nutzbar und verfügen teilweise über einen Stromanschluss (Münzautomaten), können aber in den meisten Fällen nicht reserviert werden.
RADWEGE UND EINKEHRMÖGLICHKEITEN
Auf den Infoseiten »Auf einen Blick« finden Sie zudem viele praktische Informationen zu den Radrouten, wie die Gesamtlänge, die Höhenmeter, den Charakter und den Schwierigkeitsgrad einer Tour. Zur Länge sei noch erwähnt, dass aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen Navigationsgeräten auf dem Markt Ihr Navi geringfügige Abweichungen von unseren Angaben anzeigen kann. Die grobe Richtung aber stimmt!

Fachwerkhaus in Bad Iburg

Haus Vögeding nahe Münster
Ganz wichtig für die Planung sind natürlich der Zustand der Radwege, regional als »Pättkes« bezeichnet, die Beschilderung und was sich sonst noch rund um die Radwege im Münsterland so alles anbietet. Die Radwege sind – generell betrachtet – gut ausgebaut und unterhalten, zu 95 Prozent asphaltiert und auf Bundes- und Landstraßen wegen der Sicherheit auch baulich vom Autoverkehr getrennt. Natürlich kommt es ab und an mal vor, dass sich leichte Schäden an der Asphaltdecke zeigen, was sich aber im Großen und Ganzen in Grenzen hält. In den meisten Fällen sind es Frostschäden oder Baumwurzeln, die die Asphaltdecke leicht anheben. Außer auf ausgewiesenen Radwegen verlaufen unsere Touren auf Neben- und Wirtschaftsstraßen, die ebenfalls gut unterhalten und bestens asphaltiert sind. Nicht geteerte Abschnitte gibt es verständlicherweise in den Naturschutzgebieten wegen der gesetzlichen Bestimmungen, entlang von Flussufern und in Wäldern, da auch Forstwege nicht asphaltiert werden dürfen. Gaststätten und Cafés findet man häufig vor, lediglich die Öffnungszeiten passen sich eventuell nicht immer an die Zeiten der Radtour an, denn Gasthöfe und Restaurants öffnen ihre Türen an Wochentagen oft erst gegen 17 Uhr, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen sind sie meist aber bereits am frühen Nachmittag geöffnet. Cafés, Konditoreien und Bäckereien mit Sitzmöglichkeiten hingegen haben an Wochen- und Samstagen fast den ganzen Tag über geöffnet. Sie sollten jedenfalls immer eine Kleinigkeit zum Essen mit dabeihaben und natürlich auch ausreichend zum Trinken. Gemütliche Holzbänkchen mit Tischen unter schattigen Bäumen oder einfache Bänke in Holzhütten, wo man eine kurze Pause einlegen und sein Mitgebrachtes gemütlich verzehren kann, sind auf fast jeder Route vorhanden.

Pferdekoppel im Warendorfer Land
E-BIKE ODER TOURENRAD?
Im Prinzip brauchen Sie kein Elektrorad für das Münsterland. Die Routen führen größtenteils durch flaches oder sanft gewelltes Gelände, lediglich die Route im Teutoburger Wald, über den Schöppinger Berg, in den Baumbergen und in der Seppenrader Schweiz weisen kraftraubendere Steigungen auf. Ein Mountainbike ist aber auch dort keineswegs notwendig. Da die meisten unter Ihnen sicher keine Neueinsteiger sind, werden Sie einiges an Erfahrung mitbringen, Ihr vertrautes Rad wählen, um Ihre Kondition wissen und Ihr Tagespensum bestens kennen. Steht einmal kein Rad zur Verfügung, gibt es in den meisten Orten Fahrradverleihe, bei denen Sie sicher ein passendes »Leeze«, so nennen die Münsteraner das Gefährt, finden werden. Dazu wenden Sie sich am besten an die Tourist-Informationen.
Wir hoffen, dass Sie einfach schon nach dem ersten Durchblättern dieses Radbuchs Lust auf das Münsterland bekommen haben, um es per Rad zu erkunden. Und dass es Ihnen genauso viel Spaß machen wird wie uns, kreuz und quer durch diese Region zu radeln und ihre kulturelle und landschaftliche Vielfalt vom Sattel aus zu erkunden. Denn wo sonst in Deutschland kann man in einer Region, die gerade mal doppelt so groß ist wie das Saarland, u. a. Flamingos in freier Natur beobachten, viele märchenhafte Schlösser, opulente Herrensitze und architektonisch hinreißende Landgüter bestaunen, bei einer Kneippkur die Füße erfrischen oder auf den Spuren historisch wichtiger Persönlichkeiten radeln?
An dieser Stelle möchten wir uns auch bei allen Tourist-Informationen, Museen, privaten Institutionen und Einrichtungen recht herzlich für die Unterstützung bedanken, denn ohne ihre Hilfe, ihre Tipps und Genehmigungen zum Fotografieren wäre dieses Buch nicht zustande gekommen. Und schon vorab bereits ein herzliches Dankeschön an alle Radlerinnen und Radler, die uns in Zukunft mit Tipps und aktuellen Informationen zu den einzelnen Radrouten versorgen werden, damit das Buch stets auf dem neuesten Stand bleibt.
Viel Spaß beim Radeln, stets Luft im Reifen und immer Rückenwind beim Entdecken des Münsterlandes wünschen Ihnen
Linda O’Bryan und Hans Zaglitsch

Rosengarten in Seppenrade

Fast wie aus dem Bilderbuch: Radelvergnügen rund um Burgsteinfurt
MITTELPUNKT DES MÜNSTERLANDS
Münster

Das Münsteraner Schloss
1
Münster ist der Nabel der Region, ist administratives und kulturelles Zentrum und eine quirlige Universitätsstadt. Dank der vielen Studierenden herrscht ein entspannter Lebensstil inmitten vieler geschichtsträchtiger Bauwerke. Es gibt kaum einen besseren Weg, diese Stadt zu erkunden, als den im Sattel. Und die fahrradfreundliche Stadt macht es dank hervorragender Radwege auch sehr einfach.
Münster ist aber auch eine renommierte Museumsstadt mit einer großen Vielfalt an Themen: Kunst, Stadtgeschichte, Architektur, Naturkunde, Archäologie und noch vieles mehr. Die Stadt beherbergt über 20 Museen. Hervorzuheben sind hierbei das Kunstmuseum Pablo Picasso, das einzige seiner Art in Deutschland, das außergewöhnliche Museum für Lackkunst und das Mühlenhof-Museum mit historischen Bauernhöfen, Speichern und Schuppen, die in ländlichen Gegenden des Münsterlands abgetragen und hier wieder aufgebaut wurden. Und nicht zuletzt sollten Sie auch einen Blick in den Friedenssaal im historischen Rathaus werfen. Informationen zu den Museen finden Sie u. a. auf der Webseite museen-in-muenster.de.

GELEGENHEITEN ZUM ESSEN gibt es in der Stadt genug. Nach einer Sightseeing- oder Radtour lässt man aber am besten den Tag am Aasee ausklingen – die Auswahl an Einkehrmöglichkeiten ist hier groß, das Ambiente stimmungsvoll, es herrschen milde bis sommerliche Temperaturen, und spektakuläre Sonnenuntergänge verleihen dem See ein mediterranes Flair (aaseepark.de).

Münsteraner Zwinger

Mühlenhof-Museum
CITYTOUR – MIT DEM LEEZE DURCH DIE STADT
Rund um die Innenstadt verläuft eine autofreie Promenade mit schattigen Wander- und Radwegen, die auf dem ehemaligen Stadtwall angelegt wurden. Mit dem Bahnhof im Rücken folgen Sie der Promenade im Uhrzeigersinn bis zur Ampel. Dort überqueren Sie die Straße und radeln links zum Südufer des Aasees, einem beliebten Erholungsgebiet mit Liegewiesen, Gastronomie und Wassersportmöglichkeiten. Das Baden ist hier allerdings verboten! Sie folgen gemütlich dem gut ausgebauten Radweg entlang des Südufers. Nach dem Segelclub radeln Sie rechts über die Münstersche Aa zum anderen Ufer und erreichen kurz darauf das Mühlenhof-Museum. Danach folgen Sie dem Nordufer, vorbei am modernen Segelclub. Am Ende halten Sie sich links und gelangen mit einer Kurve zurück auf die erhöht liegende Promenade, der Sie bis zum Schloss Münster folgen. Hier wird die Promenade von der weitläufigen Schlossanlage unterbrochen.
SCHLOSS UND INNENSTADT
Der Radweg führt direkt am Schlossplatz entlang und bietet so einen schönen, freien Blick auf die Hauptfassade des Schlosses, das zu den markantesten Denkmälern der Stadt zählt. Gebaut wurde es im 18. Jahrhundert im Barockstil und als Residenz für den Fürstbischof von Münster. Heute dient es der Wissenschaft. Das Schloss ist Hauptgebäude der Westfälischen Wilhelms-Universität und deshalb nur von außen zu bewundern. Frei zugänglich ist der Schlossgarten, der hinter dem Schloss als Landschaftspark angelegt wurde – eine grüne Oase inmitten der Stadt mit darüber hinaus noch einem netten Café und einem über 200 Jahre alten Botanischen Garten zum Zwecke der Forschung und Lehre.


Turm der Lambertus-Kirche

Eingang zum Picasso-Museum
Nach dem Schloss radeln Sie auf der anderen Straßenseite rechts wieder auf der grünen Promenade weiter. Unterwegs passieren Sie ein rundes Bollwerk. Es ist der Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Eine Informationstafel erläutert die Geschichte des Turms. Der Promenade folgend, gelangen Sie mit einem Bogen zum Museum für Lackkunst. Kurz danach biegen Sie beim Kreisverkehr rechts in die Ludgeristraße zur Innenstadt ein. Sie folgen der Straße bis zum kleinen, gemütlichen Adolph-Kolping-Platz. Hier können Sie Ihr Rad abstellen und die Innenstadt weiter zu Fuß erkunden. Dabei sollten der imposante Dom, der Prinzipalmarkt mit seinen Giebelhäusern und das gotische Rathaus mit dem Friedenssaal nicht fehlen.
Tipp
Die alte Pleistermühle an der Werse ist noch gut erhalten und war ursprünglich Eigentum der Bischöfe von Münster. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts kam sie in Privatbesitz. Der Müller betrieb damals eine Gaststätte für Flößer und Münsteraner, die gern Ausflüge zur Werse unternahmen. Sie kamen zum Schwimmen zum Badehaus am Ufer, zum Rudern, für eine Bootsfahrt mit einem Dampfschiff, für ein Picknick im Schatten oder nur für einen Kaffee in der Gaststätte. Daran hat sich bis heute wenig geändert (pleistermuehle.de).
ENTLANG DER WERSE – IDYLLISCHE FLUSSLANDSCHAFT UND HISTORISCHE ORTE
Los geht die Tour bei der Pleistermühle an der Werse. Sie folgen dem linken Werseufer nach Süden auf einem schmalen, unbefestigten Waldweg durch das Naturschutzgebiet Stapelskotten mit einem beeindruckenden Auenwald. Hier schafft der Fluss sein Bett noch selbst und zeigt eine ursprüngliche Landschaft am Rand der Großstadt. Nach Stapelskotten unterqueren Sie die Bundesstraße und radeln die nächsten Kilometer gemütlich am Fluss entlang; die Landschaft rundum wird hier landwirtschaftlich genutzt. Angelmodde ist das erste historische Dorf. Nach den ersten Häusern halten Sie sich links und folgen den Radschildern zur Landstraße, an der es links zur Ortsmitte geht. Angelmodde präsentiert sich klein, aber fein mit einem hübschen Kirchplatz. Dieser wird geprägt von einer romanischen Dorfkirche, eine der ältesten Kirchen Münsters, und einigen Fachwerkhäusern. Bemerkenswert sind die Alte Schule und schräg gegenüber das Gallitzinhaus, das an die Gräfin Amalia von Gallitzin erinnert: Die Fürstin kam ursprünglich aus Berlin, übersiedelte mit ihrem Mann, einem russischen Botschafter, nach Den Haag und wählte nach ihrer Scheidung Münster als neue Heimat. Das Gallitzinhaus ist heute ein Kulturzentrum.

Radweg am Ufer der Werse
DURCH WOLBECK
In Angelmodde verlassen Sie zunächst den Werse-Radweg und folgen stattdessen der 100-Schlösser-Route Richtung Wolbeck. Sie radeln vom Kirchplatz in Angelmodde geradeaus auf der Hauptstraße weiter, überqueren die Gleise und halten sich links. Den Gleisen folgend, gelangen Sie nach Wolbeck, wo der Radweg links über die Gleise und dann rechts zur Ortsmitte führt. Bei der Ampel an der T-Kreuzung erblicken Sie links den imposanten Drostenhof, einen sogenannten Burgmannshof. Er ist hier im Ort der Letzte seiner Art von einer Reihe von Höfen, die ab dem Mittelalter um eine Burg angelegt wurden. Der Drostenhof, ein gutes Beispiel der Renaissance-Baukunst in Westfalen, wurde um 1545 von Dirk von Merveldt erbaut, einem Grafengeschlecht, das bis heute noch im Besitz des Hofs ist. Nach unterschiedlichen Verwendungszwecken ist der Hof wieder bewohnt und deshalb nur von außen zu besichtigen.

Infotafel im Tiergarten Wolbeck

Werse-Radweg

Pleistermühle an der Werse bei Münster
Nach dem Drostenhof biegen Sie rechts in die Hofstraße ein und verlassen dabei die 100-Schlösser-Route. Sie radeln jetzt zum Wolbecker Tiergarten. Nachdem Sie die Feuerwehr passiert haben, biegen Sie neben den großen Parkplatz rechts auf den Radweg durch den Tiergarten ein. Eine herrliche, breite Allee führt Sie nun quer durch das Naturschutzgebiet. Der Wolbecker Tiergarten war jahrhundertelang das Jagdgebiet der Bischöfe von Münster, und die Route führt direkt am fürstbischöflichen Jagdhaus vorbei. Das gut erhaltene hübsche Haus datiert aus dem 18. Jahrhundert und ist in Privatbesitz. Gegenüber dem Haus steht ein barocker Gehaegestein, womit die Bischöfe ihr Jagdgebiet markierten. Es ist übrigens das einzige Exemplar im Münsteraner Umland.
Sie folgen weiter der Allee, ignorieren die Radwegweiser und den rechts abbiegenden Weg, der zur stark befahrenen Bundesstraße führt. Stattdessen radeln Sie immer geradeaus weiter, auch wenn der Weg etwas schmaler wird. Am Waldrand geht er über in einen Pfad, der über einen Acker führt und nach ca. 250 Metern an der Landstraße endet, wo wieder ein befestigter Radweg nach rechts wartet. Sie biegen dann den ersten Weg (Tiergartenheide) links Richtung Albersloh ein.
Unterwegs in Angelmodde

RÜCKWEG ENTLANG DER WERSE
Die Route verläuft nun zurück zur Werse und über eine ruhige Nebenstraße nach Albersloh. Am Ende der Straße biegen Sie scharf rechts in den schattigen Geschermannsweg ein. In der Ortsmitte von Albersloh radeln Sie rechts an der Kirche entlang und geradeaus vorbei an einer Bäckerei, wonach Sie die Werse auf einer schmalen Brücke überqueren. Sie folgen jetzt rechts wieder dem Werse-Radweg zurück Richtung Münster. Unterwegs passieren Sie noch einen historischen Waschplatz, an dem bis in die 1930er-Jahre hinein Wäsche gewaschen wurde. Danach gelangen Sie zu ein paar Stromschnellen und einem Aussichtsturm.
Zurück in Angelmodde überqueren Sie die Werse wieder, der Sie nach einer scharfen Linkskurve weiter folgen. Sie unterqueren die Gleise und treffen geradeaus wieder auf die Dorfkirche. Hier halten Sie sich links und biegen dann rechts auf den Alten Postweg ein. Nach etwa einem Kilometer biegen Sie rechts auf den Weg Am Hofkamp zur modernen Radbrücke ab. Nun folgen Sie dem Fluss rechts bis zur Bundesstraße, wo Sie zur Straße hochradeln und diese gleich nach links Richtung Campingplatz und Freibad verlassen. Die Werse begleitet Sie nun auf den letzten Metern zurück zur Pleistermühle – hier können Sie einkehren oder ein Kanu mieten, falls Sie noch Lust und Laune haben, die Landschaft vom Wasser aus zu betrachten.
Tipp
Noch Zeit und Lust zum Radeln? Dann ist vielleicht die Route »Auf den Spuren von Annette von Droste-Hülshoff« westlich von Münster das Richtige für Sie, die einigen Stationen im Leben der Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff folgt. Unterwegs passieren Sie u. a. das barocke Rüschhaus, in dem Droste-Hülshoff lebte, und Haus Vögeding, das die Familie Droste-Hülshoff im 19. Jahrhundert erwarb, um es zu vermieten. Der Höhepunkt der Route aber ist der Familiensitz Burg Hülshoff, ein beeindruckendes Wasserschloss mit weitläufigem, frei zugänglichem Landschaftspark und dem Droste-Museum. Die Schriftstellerin wurde hier geboren, verbrachte in der Burg die Hälfte ihres Lebens und unternahm viele Spaziergänge im Burggarten. Die reich ausgestatteten Wohnräume der Adelsfamilie sind jetzt ein Museum (burg-huelshoff.de).

Werse-Brücke in Albersloh

Rüschhaus (auch Droste-Haus)
AUF EINEN BLICK
Info
STADT/REGION: Münster
BESTE REISEZEIT: Mai bis September
OPTIMALE REISEDAUER: 2–3 Tage
TOURISTINFO: Altes Rathaus, Prinzipalmarkt 10, 48143 Münster, Tel. 0251/492 27 24, stadt-muenster.de
SEHENSWÜRDIGKEITEN
AASEE: beliebtes Naherholungsgebiet, aaseepark.de
MÜHLENHOF-MUSEUM: Freilichtmuseum mit historischen Bauernhöfen, Speichern und Schuppen, muehlenhof-muenster.org
KUNSTMUSEUM PABLO PICASSO: Sammlung von über 800 Grafiken des weltberühmten Malers, kunstmuseum-picasso-muenster.de
SCHLOSSGARTEN UND BOTANISCHER GARTEN: Landschaftspark hinter dem Schloss, stadt-muenster.de/tourismus/sehenswertes
ALTSTADT: stadt-muenster.de
ÜBERNACHTUNG
FACTORY HOTEL: An der Germania Brauerei 5, 48159 Münster, Tel. 0251/418 80, factoryhotel-muenster.de €€€
LANDGASTHOF PLEISTERMÜHLE: Pleistermühlenweg 196, 48157 Münster, Tel. 0251/13 67 60, pleistermuehle.de €€
JUGENDGÄSTEHAUS AASEE: Bismarckallee 31, 48151 Münster, Tel. 0251/53 02 80, nordsee-sauerland.jugendherberge.de €–€€
CAMPING/STELLPLATZ: Camping Münster, Laerer Werseufer 7, 48157 Münster, Tel. 0251/31 19 82, campingplatz-muenster.de €
CITYTOUR
DAUER: 1 Std.
HÖHENMETER: 22 Hm
LÄNGE: 12 km
SCHWIERIGKEIT: Leicht
AUSGANGS-/ENDPUNKT: Hauptbahnhof in Münster, Bahnhofstr. 20
TOURENCHARAKTER: Rundtour auf asphaltierten, teils schattigen Radwegen im Stadtgebiet

Historische Bauernhöfe im Mühlenhof-Museum

Der Friedenssaal im historischen Rathaus von Münster

Aussichtsturm am Werse-Radweg
BESTE JAHRESZEIT: Ganzjährig
EINKEHR UNTERWEGS: Seerestaurant Moro 112 am Aasee mit italienischer Küche (moro112.de); Restaurant Kleiner Kiepenkerl mit westfälischer Küche und historischem Ambiente (kleiner-kiepenkerl.de)
ENTLANG DER WERSE
DAUER: 3 Std.
HÖHENMETER: 74 Hm
LÄNGE: 37 km
SCHWIERIGKEIT: Leicht
AUSGANGS-/ENDPUNKT: Parkplatz bei der Pleistermühle, Pleistermühlenweg 196, 48157 Münster
TOURENCHARAKTER: Rundtour durch die Flusslandschaft auf asphaltierten Nebenstraßen und ungeteerten Radwegen entlang des Ufers
BESTE JAHRESZEIT: Frühjahr und Sommer
EINKEHR UNTERWEGS: Pleistermühle, beliebtes Ausflugslokal mit bodenständiger Küche und gemütlichem, schattigem Biergarten (pleistermuehle.de)
TOR ZUM TEUTOBURGER WALD
Tecklenburg

Hoch über der Stadt: Burg Bad Iburg
2
Auf einem Bergrücken des Teutoburger Walds breitet sich das malerische Städtchen Tecklenburg aus. Mit einem mittelalterlichen Marktplatz, hübschen Gassen, historischen Fachwerkhäusern und Stadttoren versprüht das Kleinstädtchen einen außergewöhnlichen Charme – und es ist das Tor zum Teutoburger Wald.
Die Tourist-Information am Marktplatz hält einen Plan für einen Stadtspaziergang bereit, der Sie u. a. zu den interessantesten Bauwerken bringt, wie z. B. zum Torhaus Legge von 1577, zur mittelalterlichen Schlossbastion, zur Burgruine mit Wehrturm, zur Freilichtbühne und zu den Fachwerkhäusern Krummacherhaus und Schiefes Haus. Nach einem Rundgang durch die Altstadt wieder zurück am Marktplatz, warten hier gemütliche Terrassencafés auf Sie, die zu einer Verschnaufpause einladen.
DURCH DEN TEUTOBURGER WALD
Vom Alten Bahnhof folgen Sie links der Bahnhofstraße und radeln nach dem Restaurant Fabula rechts Richtung Haus Marck. Die Tour führt auf der Königstraße am Wasserschloss Marck vorbei. Kurz nach dem Campingplatz und einem alten Fachwerkbauernhaus verlassen Sie Tecklenburg geradeaus auf dem Exterheider Damm und folgen dieser leicht ansteigenden Nebenstraße unter der Autobahn hindurch nach Leeden. Die Strecke führt in leichtem Auf und Ab über die Ausläufer des Teutoburger Walds und bietet schöne Fernblicke. In Leeden den Radschildern folgend, kommen Sie zur Rückseite des ehemaligen Damenstifts Leeden aus dem 13. Jahrhundert. Sowohl die Stiftskirche als auch das Stiftshaus sind gut erhalten geblieben. Hier treffen Sie am Dorfteich auf eine frei zugängliche Kneippanlage, und die Route führt nach rechts Richtung Natrup-Hagen auf einem separaten Radweg weiter.

IN DER STIFTSCHÄNKE IN LEEDEN speisen Sie mit Blick auf das alte Damenstift (stiftschaenke-schwermann.de). Im Restaurant Zum Forellental in Hagen gibt es Forellen aus eigener Zucht in verschiedenen Variationen. Auf der Speisekarte finden sich aber auch Fleischklassiker (restaurant-zum-forellental.com).
RÜCKFAHRT ÜBER BAD IBURG
In Natrup-Hagen biegen Sie bei der modernen Kirche links in die Straße In den Fleeten ein. Sie überqueren einen Bach und nehmen kurz danach rechts den Lotter Weg. Jetzt folgt eine schöne Strecke nach Hagen am Teutoburger Wald. Sie stoßen in Hagen auf ein hübsches Fachwerkhaus, wo Sie links zur spätgotischen Kirche, dem Wahrzeichen des Ortes, radeln. Die Route geht beim Kreisverkehr vor der Kirche rechts weiter Richtung Bad Iburg. Bald führt das Radschild Sie rechts in die Bergstraße und allmählich aus Hagen hinaus. Sie passieren das Restaurant Zum Forellental und die Forellenzucht Kasselmann, radeln danach links hoch Richtung Erikasee und immer geradeaus weiter bis zur Kreuzung. Hier biegen Sie links auf die Straße Am Heidhorn ab. Am Ende geht es rechts auf den Amtsweg nach Bad Iburg hinein. Die Strecke von Hagen nach Bad Iburg ist landschaftlich sehr reizvoll, aber auch kräfteraubend. Die Anstrengung wird mit schönen Aussichten und mit dem Besuch Bad Iburgs entlohnt, einem traditionsreichen Kurort mit Charme, Geschichte und vielen Sehenswürdigkeiten sowie einem KneippErlebnispark zum Entspannen.
Ab Bad Iburg geht es ohne Steigungen am Rand des Teutoburger Walds zurück nach Tecklenburg. Sie verlassen dazu Bad Iburg beim Kreisverkehr auf dem Charlottenburger Ring nach Süden und radeln dann rechts auf der Münsterstraße weiter, die Sie bei der Ampel wieder nach rechts verlassen. Nun den Radwegweisern immer folgend, gelangen Sie über Lienen und Lengerich wieder zurück zum Startpunkt am Alten Bahnhof.

Springbrunnen in Lengerich

Traum in Weiß: Kirschblüten-Zeit

Fachwerkkirche im Teutoburger Wald

Im historischen Zentrum von Tecklenburg
AUF DEN SPUREN DES WESTFÄLISCHEN FRIEDENS
Diese Radroute führt entlang der geschichtsträchtigen Orte Tecklenburg, Ladbergen und Lengerich, den Schauplätzen der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden. Die erste Etappe verläuft durch eine sanfte Landschaft aus Feldern, Wäldern und Seen.
Vom Alten Bahnhof folgen Sie rechts der Bahnhofstraße bis zum Kreisverkehr, radeln geradeaus weiter und biegen gleich links in die Brochterbecker Straße ein. Nach einem Gasthof nehmen Sie rechts den Weg Am Steinernen Kreuz und überqueren die Autobahn. Danach folgen Sie dem Radweg nach rechts Richtung Ladbergen. Unterwegs passieren Sie den Sonnenhügelsee, den Aldruper Mühlenbach und den Buddenkuhlesee. In Ladbergen folgen Sie den Radschildern bis zum Kreisverkehr, radeln dann auf der Mühlenstraße weiter Richtung Hotel Zur Post, biegen aber zunächst nach rechts zur malerischen Wassermühle ab. Von dort geht es über die Alte Mühlenbachbrücke zur Kirche. An der Dorfstraße bei der Kirche stehen einige sehenswerte alte Fachwerkhäuser – ihr weißschwarzer Baustil ist typisch für Ladbergen. Die schönsten Beispiele dieser traditionellen Architektur sind die Alte Schule und das Gasthaus Zur Post, ein Schauplatz der Friedensvorverhandlungen.
NACH LENGERICH UND WIEDER ZURÜCK
Sie verlassen Ladbergen beim Gasthof Zur Post auf der Dorfstraße Richtung Osten, radeln beim Kreisverkehr geradeaus weiter und biegen sofort links auf den Schulenburger Weg ein. Ab nun folgen Sie den Radwegweisern Richtung Kattenvenne bis zur T-Kreuzung. Hier nehmen Sie links die Nebenstraße, die an der restaurierten, denkmalgeschützten Getreidemühle Erpenbeck vorbeiführt. Danach halten Sie sich rechts und stoßen am Ende auf eine Landstraße, wo die Route links auf dem Radweg weiter Richtung Lengerich verläuft. Bei der Gabelung nehmen Sie links den Vortlager Damm, an dessen Ende ein Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert und gegenüber das historische Haus Vortlage stehen. Nach der Unterquerung des Südrings halten Sie sich beim Kreisverkehr links und biegen gleich wieder rechts ab auf die Münsterstraße, die geradeaus ins Zentrum von Lengerich führt, ebenfalls ein Schauplatz der einstigen Friedensverhandlungen. Sie radeln beim Brunnen links über den Platz und unter dem Römer, einem alten Torhaus, hindurch und halten sich jetzt schräg links an die Wegweiser Richtung Ladbergen. Den Radschildern folgend, überqueren Sie auf dem Sonnenhügeldamm den Südring und radeln wieder am Sonnenhügelsee entlang zurück Richtung Tecklenburg. Vor dem Gasthof Prigge biegen Sie rechts ab und genießen die nun folgende wunderschöne Strecke entlang des Königsteichs und des romantischen Wasserschlosses Marck; hier fanden 1643 ebenfalls Vorverhandlungen zum Westfälischen Frieden statt, der den Dreißigjährigen Krieg beenden sollte. Nach dem Schloss biegen Sie zweimal links ab und Sie sind wieder zurück am Alten Bahnhof in Tecklenburg.


LUST AUF REGIONALE SPEZIALITÄTEN? Dann sind Sie im familiengeführten Gut Erpenbeck an der richtigen Adresse. Im Hofladen erhalten Sie an der Schinkentheke u. a. den hausgemachten Westfälischen Knochenschinken, luftgetrocknet oder aus der eigenen Räucherei. Im Laden werden zudem natürlich weitere regionale und saisonale Produkte angeboten, wie z. B. frischer Spargel und Erdbeeren aus eigenem Anbau (gut-erpenbeck.de).

Wassermühle in Ladbergen

Am Buddenkuhler See
Maibaum am Tecklenburger Marktplatz
Tipp
In der Region rund um Tecklenburg gibt es noch einige Radrouten, etwa nach Osnabrück oder zu den Dörenther Klippen. Beide Routen sind ausgeschildert – allerdings empfehlen wir, die ausgeschilderte Route zu den Klippen kurz nach dem Alten Bahnhof nicht zu nehmen (holpriger Waldweg!), sondern etwas weiter südlich den Nebenstraßen parallel zum Bergrücken zu folgen. Bei den Klippen gibt es einen Parkplatz beim Campingplatz. Ab hier sind es ca. 500 Meter bis zum kurzen, aber steilen Anstieg zum Felsen Hockendes Weib, den man besteigen kann. Von oben bietet sich ein schöner Panoramablick über die Parklandschaft des Münsterlands.
AUF EINEN BLICK
Info
STADT/REGION: Tecklenburg
BESTE REISEZEIT: Mai bis Oktober
OPTIMALE REISEDAUER: 2–3 Tage
TOURISTINFO: Markt 7, 49545 Tecklenburg, Tel.05482/938 90, tecklenburg-touristik.de
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