Kitabı oku: «Wochenend und Wohnmobil - Kleine Auszeiten im Dreiländereck D/NL/B»

Der Österreicher HANS ZAGLITSCH lebt seit 30 Jahren in den Niederlanden, wo er sich auf Texte und Bilder für Bücher rund um Reisen, Freizeit und Architektur spezialisiert hat. Auf seinen Touren kreuz und quer durch West- und Südeuropa ist er fast immer mit Rad, Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs, bevorzugt Stell- und Campingplätze als Ausgangspunkte für die Recherche. Für den Bruckmann Verlag hat er zahlreiche Wohnmobilführer publiziert. Durch die grenznahe Lage seines Wohnortes zum Westen Deutschlands und zu Belgien, ist er häufig zwischen Niederrhein, Maas und belgischer Weser unterwegs.

ZIELE IM ÜBERBLICK
Maastricht
Maas und Maasplassen
Valkenburg
Wurm- und Broichbachtal
Südlimburg
Vaals
Aachen
Stolberg
Düren
Lüttich
Aubel
Eupen
Botrange
Roetgen
Monschau
Nationalpark Eifel
KLEINE AUSZEITEN IM
-DREILÄNDERECK-
DEUTSCHLAND · NIEDERLANDE · BELGIEN


INHALT
EINLEITUNG
Grenzenlos
Zwischen Maastricht, Aachen und Lüttich
1Historisch, lebhaft und burgundisch
Maastricht
2Am Grenzfluss
Maas und Maasplassen
3Mergelhöhlen, Brauereien und Schlösser
Valkenburg
4Burgen und Bergbau
Wurm- und Broichbachtal
5Fast wie in der Toskana
Südlimburg
6Am Schnittpunkt dreier Länder
Vaals
7Kaiserresidenz und Domstadt
Aachen
8Kupfer und Kohle
Stolberg
9Idyllisches Rurtal
Düren
10Kunst, Kultur und Architektur
Lüttich
11Durchs Herver Land
Aubel
12Belgisches Wesertal
Eupen
13Im Naturschutzgebiet Hohes Venn
Botrange
14Durchs Vennvorland
Roetgen
15Im Monschauer Land
Monschau
16Natur pur
Nationalpark Eifel
Orts- und Sachregister
Impressum
Ein absolutes Highlight im Dreiländereck: der Nationalpark Eifel
GRENZENLOS
Zwischen Maastricht, Aachen und Lüttich

Boudewijn-Turm

Burg Stolberg

Krönungssaal im Aachener Rathaus
Seit Jahrzehnten sind die Landesgrenzen in der Europäischen Union verschwunden, ebenso das lästige Geldwechseln und die zeitraubenden Passkontrollen. Der Reisepass wird kaum noch benötigt, doch sollte er trotzdem immer dabei sein. Das Reisen innerhalb der Europäischen Union – und damit auch im Dreiländereck – ist dadurch viel einfacher, viel leichter, viel bequemer geworden. Lediglich die Sprache in den unterschiedlichen Kulturräumen bildet noch ab und an ein kleines Hindernis, aber eher ein sehr kleines.
Mit Deutsch kann man sich in touristischen Bereichen im niederländischen Südlimburg und im Nordosten Belgiens problemlos verständigen. Je weiter man von Ostbelgien Richtung Lüttich reist, desto mehr wird Französisch gesprochen. Mit Englisch kann man sich dort nur vereinzelt verständigen. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, auch mal über die Grenze bis nach Lüttich, ins Herver Land um Aubel oder ins Wesertal zwischen Eupen und Chaudfontaine zu blicken, wo Belgien sehr bezaubernde Seiten hat.
SCHÖNES IM DREILÄNDERECK
Dieser Wohnmobilführer zeigt Ihnen 16 schöne und interessante Ziele im Dreiländereck. Er führt Sie durch historische Städte, beschauliche Dörfer und zu interessanten Sehenswürdigkeiten und zeigt Ihnen Möglichkeiten, um Naturschutzgebiete, Flusstäler, Moor- und Heidelandschaften zu Fuß oder mit dem Rad zu erkunden. Am Ende jedes Highlights gibt es Informationen mit Adressen von Informationsstellen, einer Übersicht der Highlights, die Sie keineswegs verpassen sollten, sowie Praktisches zu Stell- und Campingplätzen. Im Infoblock werden auch Vorschläge für die Aufenthaltsdauer gemacht. Dies sollte aber nur als ein grober Anhaltspunkt betrachtet werden, denn zwei Tage, drei Tage oder doch eine ganze Woche unterwegs zu sein, ist durch das Angebot an Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten kein Problem. An den vorgeschlagenen Zielen lässt es sich tagelang aushalten und die einzelnen Highlights lassen sich durch oft kurze Distanzen zudem auch gut verbinden. Das Netz an Verkehrswegen ist gut, ebenso der Zustand der Straßen. Staus kommen eher an Werktagen während der Hauptverkehrszeit in den Ballungsgebieten vor.
WISSENSWERTES ZU WOHNMOBILSTELL- UND CAMPINGPLÄTZEN
Die Anzahl der Wohnmobilstell- und Campingplätze ist flächendeckend, lediglich in Belgien ist das Angebot etwas dünner gesät. Die Ausstattung der Campingplätze variiert zwischen klein, einfach und zweckmäßig sowie groß mit kompletter Infrastruktur. Campingplätze sind häufig auf Dauercamper ausgerichtet, verfügen aber auch über einige Touristikplätze für eine Nacht, oft auch vor der Schranke. Da es öfter vorkommt, dass Stellplätze wegen hoher Auslastung zeitlich begrenzt geschlossen sind, ist eine Reservierung – wenn möglich – immer anzuraten.
Parkplätze für Wohnmobile sind in einigen Städten am Rande des Zentrums vorhanden, allerdings nur für kleinere Camper, weshalb die Anreise für eine Besichtigung mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad empfehlenswerter ist.
Während in Deutschland eine Infostelle als Touristeninformation hinlänglich bekannt ist, heißt sie in den Niederlanden VVV, Vereniging voor Vreemdenlingenverkeer, eine Organisation, die den regionalen Tourismus fördert und Besucher mit den notwendigen Informationen für die Region versorgt. In Belgien macht dies in den Orten der Infopunt.

Bestens unterhalten: der Wohnmobilstellplatz in Monschau

Einfach mal Pause machen und die stille Natur genießen
AKTIV IM DREILÄNDERECK
Das Radwegenetz im Dreiländereck ist gut und die Beschilderung (fast) perfekt, sodass Sie unterwegs nicht unbedingt ein Navi benötigen werden. Die ausgeschilderten Radrouten verlaufen teils auf separaten asphaltierten Radwegen, meistens aber auf verkehrsarmen Nebenstraßen und Wirtschaftswegen, wobei am Rand der Landstraßen oft ein Farbstreifen mit Sperrlinie für die Radler angelegt wurde. Entlang von Flüssen, in Wäldern und Naturschutzgebieten sind die Radwege nicht asphaltiert und oft mit Kies oder Sand befestigt. In einigen Altstadtkernen mindert das Kopfsteinpflaster den Radgenuss. Egal, ob Sie eine Radtour planen oder nicht: ein Rad sollte immer mitgenommen werden. Der Drahtesel ist schon wegen dem größeren Aktionsradius ein Muss. Zum Radeln empfiehlt sich übrigens ein stabiles, mehrgängiges Tourenrad oder besser noch ein Elektrofahrrad, denn das Dreiländereck kennt viele hügelige Ecken. Die beste Reisezeit zum Radeln ist der Frühling und Frühsommer, wenn die Natur zu neuem Leben erwacht ist und die Temperaturen zum Radeln angenehmer als in den heißen Sommermonaten sind. Für Heidegebiete ist der August farblich am interessantesten, für Moorgebiete März und April, wenn das Wolfsmilchgras blüht.
Fast wie in der Toskana: die Landschaft im Süden der Provinz Limburg
Für Wanderungen gelten die gleichen Monate als beste Reisezeit wie beim Radeln. Die Wandermöglichkeiten im Dreiländereck sind groß. In den meisten Touristeninformationen und/oder auf den Webseiten der Orte gibt es informative Broschüren für die Wanderungen in der Umgebung, wie etwa in Roetgen über die Sternrouten Roetgen (roetgen.sternrouten.de). Neben klassischen Wandertouren gibt es in einigen Orten auch außergewöhnliche Touren wie im niederländischen Noorbeek. Dort werden Weingarten-Wanderungen veranstaltet, natürlich auch mit anschließender Verkostung des Rebensafts. In Kreuzau wurde ein 22 Kilometer langer Wassererlebnispfad entlang der Rur angelegt, und Außergewöhnliches zu Fuß bietet das Haus Ternell im belgischen Hohen Venn, etwa 20 Kilometer südlich von Roetgen. Dort werden kleine Touren unter dem Motto »Bewusstes Gehen in der Natur« und »Waldbaden für Anfänger und Fortgeschrittene« mit speziellen Themen wie »Die heilende Kraft des Waldes« und »Waldatmosphäre einatmen« angeboten. Auf eigene Faust in die Natur eintauchen kann man auf dem Wildnis-Trail im Nationalpark Eifel, ein rund 85 Kilometer langer, anspruchsvoller Wanderweg mit vier Tagesetappen zwischen 18 und 25 Kilometern, auf dem man viel über Flora und Fauna lernt und sich fernab der Zivilisation bewegt, sodass sich Natur und Ruhe äußerst positiv auf Geist und Körper auswirken werden.
Wer Spaß am Klettern hat: Klettermöglichkeiten, egal ob für Groß oder Klein, gibt es unter anderem im Hürtgenwalder Hochseilgarten (hochseilgarten-huertgenwald.com) und auf dem Abenteuer-Trail im niederländischen Kerkrade.
Liebhaber des Wassersports fahren in den Niederlanden am besten ins Maastal, vor allem nördlich von Maastricht, wo es mit den künstlichen Maasplassen hervorragende Wassersportgebiete gibt, die für jeden etwas in petto haben. In Belgien steuert man am besten den See von Robertville an und in Deutschland den Stausee Obermaubach, den Alsdorfer Weiher und den Rursee, wo auch Schiffsrundfahrten angeboten werden. Ob mit Kanu oder Kajak, mit Tret- oder Ruderboot, ob surfend oder stehend paddelnd – an den erwähnten Orten findet man auch den passenden Vermieter, falls man sein eigenes Gefährt nicht mitbringt.

Blick auf die Monschauer Altstadt

Wanderweg im Nationalpark Eifel

Blick vom Krawutschketurm gen Westen
MIT KINDERN AN BORD
Jede Stadt, jede Region bietet auch immer etwas für die Jüngsten an. Abenteuerspielplätze, Freizeitparks mit Fahrgeschäften, Skaterbahnen, Minigolfanlagen und Streichelzoos. Von den klassischen Zoos in den Städten des Dreiländerecks ist der Aachener Euregiozoo mit einem Lehrpfad für Kinder zur umweltfreundlichen Energiegewinnung und einem Kinderbauernhof hervorzuheben. Hier können die Kids den ganzen Tag mitmachen, füttern, pflegen, ausmisten und nach getaner Arbeit mit Ponys reiten. Die Betreuung der Haustiere findet mit geschulten Pädagogen statt. Kinderbetreuung pur den ganzen Tag. Spiel, Spaß und jede Menge Unterhaltung bietet auch der Kerkrader Park Mondo Verde mit Tiergehege, Dinosaurierpark, Fahrgeschäften und Kinderspielplatz.
Interaktiv und für Kinder pädagogisch wertvoll ist auch die Ausstellung Wildnis(t)räume im Besucherzentrum Vogelsang IP inmitten des Nationalparks Eifel. Hier können die Kleinsten, aber auch die Großen an verschiedenen Stationen Dinge aus der Natur anfassen, ausprobieren, schnuppern, lauschen und vieles mehr. Ein Leitsystem erleichtert die Erkundungstour durch die Ausstellung, die auch mit Kinderwagen bequem zu befahren ist. Zudem gibt es eine umfangreiche Dokumentation über die einstige NS-Ordensburg Vogelsang, einen Shop für Mitbringsel und Gastronomie fürs leibliche Wohl.

Outletcenter Maasmechelen Village

Erlebnismuseum Lernort Natur

Angelspaß für Groß und Klein in den Maasplassen

Infozentrum in Dilsen-Stokkem
Besichtigung der Fluweelengrot in Valkenburg
Auch das Erlebnismuseum Lernort Natur in Monschau ist für Kids bestens geeignet. Auf rund 200 Quadratmetern werden rund 1000 Tierpräparate ausgestellt, man kann hinter einer Glasscheibe ein emsiges Bienenvolk beobachten, eine Wolfs- und Bärenhöhle bestaunen, in Fühlkästen den Tastsinn und an Fellen den Geruchssinn aktivieren, ein Tierpräparat streicheln oder mit Tierpfoten hübsche Abdrücke in Ton als Souvenir machen – ein perfekter Ort für die Kleinen, aber auch für die Eltern, um einen verregneten Tag zu überbrücken.
Alles in allem lässt die Vielseitigkeit des Dreiländerecks kaum Langeweile aufkommen. Es gibt für jeden Geschmack, jedes Interesse und fast jedes Bedürfnis etwas. Dabei kommt auch das Entschleunigen nicht zu kurz, denn zwischen bewaldeten Hügeln, bunten Wiesen und Feldern gibt es jede Menge Orte, an denen man die Seele einfach baumeln lassen kann. Vielleicht mal im Ambiente eines Thermalbads? Dann sind Sie in der Aachener Carolustherme an der richtigen Stelle. Und wenn Ihr Wohnmobil auch noch auf dem Stellplatz in Bad Aachen steht, erhalten Sie Ermäßigung bei der Nutzung der Therme.
HISTORISCH, LEBHAFT UND BURGUNDISCH
Maastricht

Bootsanlegestelle und Bogenbrücke Sankt Servatius in Maastricht
1
Mittelalterliche Sakralarchitektur, kopfsteingepflasterte Altstadtgassen, verschwiegene Ecken, schattenreiche Plätze mit gemütlichen Kneipen sowie viel Kunst und Kultur zeichnen das auf römischen Fundamenten errichtete Maastricht aus. Die Stadt beidseitig der Maas ist pulsierendes Herz der Provinz Limburg, Universitätsstadt und Wiege des Euro. Viele Niederländer bezeichnen sie als »Perle des Südens«, für viele ist das lebhafte Maastricht aber auch eher untypisch für das sonst kalvinistisch geprägte Land, was unter anderem an der burgundischen Lebensart und dem bunten Karnevalstreiben liegt.
Der Wohnmobilstellplatz am Bosscherweg (siehe Auf einen Blick) liegt am Nordrand der rund 120 000 Einwohner zählenden Stadt, etwa drei Kilometer vom Zentrum entfernt. Das Wohnmobil sollten Sie wegen Parkplatzmangel in der Stadt allerdings stehen lassen. Es gibt einen sehr guten Radweg beim Stellplatz, der entlang der Straße direkt ins Zentrum von Maastricht um den Marktplatz führt. Auffallend am Westrand des Marktplatzes ist das Standbild des niederländischen Wissenschaftlers Johannes Petrus Minckeleers. Er hat das Leuchtgas und die Gaslampe erfunden, woran die stets brennende Fackel in seiner linken Hand heute noch erinnert. Gemütliche Terrassencafés säumen den Marktplatz, in dessen Mitte sich das historische Rathaus erhebt. Das hübsche Gebäude wurde Mitte des 17. Jahrhunderts von Pieter Post erbaut und präsentiert Spuren unterschiedlicher Machthaber. Der linke Trakt etwa zeigt niederländischen Klassizismus, während die rechte Hälfte deutliche Einflüsse aus dem französisch geprägten, fürstbischöflichen Lüttich aufweist. Wandteppiche aus Flandern, italienisches Stuckwerk und französisches Mobiliar ergänzen die Mischung. Ab 1664 bis weit in das 19. Jahrhundert hinein war das Rathaus samt Platz der Mittelpunkt der Stadt.
Tipp
Ein paar Schritte hinter dem Rathaus befindet sich das Einkaufszentrum Mosae Forum, wo sich im Keller gute Essgelegenheiten und der interessante Frischmarkt Mosae Gusto mit nationalen und internationalen Delikatessen und Spezialitäten befindet (mosaeforum.nl).
MAASTRICHT KULINARISCH
Überhaupt ist die kulinarische Seite der Stadt äußerst interessant. Die Restaurant-Szene ist sehr vielfältig, abwechslungsreich und von vielen internationalen Küchen beeinflusst. Maastricht wird deshalb auch als die kulinarische Hauptstadt der Niederlande angesehen. Wer bei Restaurants nach Köchen mit Michelin-Sternen sucht, wird unter anderem im Rantrée (rantree.nl), im Beluga Loves You (belugalovesyou.com) und im Tout à Fait (toutafait.nl) fündig. Die Preise sind dementsprechend aber auch im obersten Bereich angesiedelt.
Gegenüber dem Rathaus führt die Grote Gracht, später nach links die Helmstraat direkt zum Vrijthof, dem heutigen Mittelpunkt der Stadt. An der Ostseite des rechteckigen Platzes reihen sich unter schattigen Bäumen verschiedene Cafés und Kneipen mit gemütlichen Terrassen aneinander, die bei den ersten Sonnenstrahlen stark frequentiert sind. An der Nordseite prunkt das neoklassizistische Generalshuis von 1809, das ursprünglich Haus De Ceulenmeer genannt wurde und seit Beginn der 1990er-Jahre als Theater dient. Das Gebäude wurde auf den Fundamenten eines Frauenklosters errichtet, wovon einige Bauelemente im Theaterfoyer noch heute sichtbar sind.

Gemütliches Terrassencafé in der Altstadt von Maastricht

Schön verziertes Haupttor der Servatius-Basilika
KIRCHEN UND SCHATZKAMMERN
Die Westseite wird von der katholischen Servatius-Basilika (Servaasbasiliek) dominiert, der ältesten noch erhaltenen Kirche der Niederlande. Die dreischiffige romanische Kirche hat als Basis ein Holzkapelle, die zum Gedächtnis an den 384 in Maastricht verstorbenen Servatius über seinem Grab errichtet wurde. Mitte des 6. Jahrhunderts wurde das Holz durch Stein ersetzt, Ende des 10. Jahrhunderts wurde ein umfangreicher Neubau geplant, der wegen des permanent anwachsenden Zustroms von Pilgern notwendig wurde. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurde die Basilika stets umgebaut und erweitert. In den 1980er-Jahren wurde sie schließlich einer grundlegenden Renovierung unterzogen, die zwölf Jahre dauerte. 1993 beschloss man, die renovierte Kirche nochmals zu weihen. In einem Nebengebäude der Basilika ist die Schatzkammer untergebracht, mit kunsthistorisch wertvollen Gegenständen, darunter mittelalterliche Textilien, das Servatius-Kreuz, der Servatius-Schlüssel und der Servatius-Schrein.
Links von der Basilika erhebt sich die protestantische Johanneskirche (Sint-Janskerk), die 1218 erstmals in Schriften auftauchte. 150 Jahre später brach während eines heftigen Sturms der Turm zusammen. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der 79 Meter hohe Turm wieder aufgebaut und blieb bis heute unverändert, bis auf seine charakteristische rote Farbe, die er 1984 erhielt und mit der er sich von den umliegenden Bauten deutlich abhebt.

Neoklassizistische Fassade des Generalshuis am Vrijthof

DASS DIE UHREN IN DEN NIEDERLANDEN manchmal anders ticken, zeigt sich unter anderem an der zweckentfremdeten Bestimmung von religiösen Bauwerken. Die gotische Kruisheren-Kirche zum Beispiel wurde in ein Luxushotel mit Glasaufzug im Inneren umgebaut, in einer Kirche beim Bonnefantemuseum wurde ein Hörsaal der Maastrichter Universität eingerichtet und die Dominikanerkirche im Stadtzentrum hat in ihrem Schiff laut der englischen Zeitung The Guardian »die schönste Buchhandlung der Welt«. Auch wenn Sie kein Buch kaufen möchten, lohnt der Blick in die Buchhandlung.
MUSEEN UND MEHR
An der Südseite des Vrijthofs befindet sich das privat geführte Museum am Vrijthof, früher bekannt als Spaans Gouvernement, das 1333 zum ersten Mal erwähnt wurde und damit zu den ältesten Häusern in Maastricht zählt. Das Museum ist seit einer grundlegenden Renovierung seit 2012 geöffnet und springt durch die rote Fassade sofort ins Auge. Seine Sammlung besteht aus Kunst und Antiquitäten, die vom Ehepaar Wagner-De Wit vor allem in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zusammengestellt wurde. Neben Gemälden holländischer und flämischer Meister vom 16. bis zum 18. Jahrhundert und orientalischer Kunst sind unter anderem auch mittelalterliche Skulpturen, Möbel aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie Kunstobjekte aus Glas und Kristall zu bewundern. Eine Ausstellung widmet sich zudem der über 500 Jahre alten Maastrichter Industrie, in der vor allem Keramik, Silber, Glas und Zinn verarbeitet wurden. Außerdem werden regelmäßig Schauen zu nationalen und internationalen Fotografen abgehalten.
Etwa zehn Gehminuten südöstliches des Museums am Vrijthof liegt direkt am Maasufer der zum Verweilen einladende Stadtpark mit herrlichem Blick auf die Maas. Unterwegs kann man in der katholischen Liebfrauen-Basilika (Onze lieve vrouw-basiliek) noch einen Stopp einlegen. Bereits zur Römerzeit befand sich an dieser Stelle ein religiöses Bauwerk. Das heutige Gebäude datiert aus dem 11. Jahrhundert mit Erweiterungen und Fertigstellungen bis etwa Ende des 12. Jahrhunderts. Das Holzgewölbe des Kirchenschiffes wurde im 15. Jahrhundert durch eine robustere, gotische Steindecke ersetzt, die wiederum im 18. Jahrhundert erneuert wurde. Ende des 18. Jahrhunderts hat man im Zuge der Annektion Maastrichts durch die Franzosen das an die Basilika angeschlossene Stift aufgehoben und die Kirche zu weltlichen Zwecken genutzt. 1837 kaufte die Maastrichter Katholikengemeinde die Kirche und funktionierte sie wieder um.

Unterschiedliche Baustile in der Maastrichter Altstadt
Ein paar Schritte südlich der Basilika erstreckt sich im dem nach dem Fluss benannten Jekerviertel der Stadtpark mit dem runden Vinckturm aus dem 14. Jahrhundert, dem Pesthaus – einer ehemaligen Wassermühle aus dem 18. Jahrhundert zur Herstellung von Papier, die ihren Namen vom einst nahegelegenen Lager Pestkranker erhalten hat – und dem Helpoort, ein Stadttor aus der ersten mittelalterlichen Stadtmauer. Das Tor datiert aus dem 13. Jahrhundert und ist eines der ältesten noch erhaltenen Stadttore in den Niederlanden.
MAASTRICHT UNTERIRDISCH
Zu den Highlights der Stadt zählen zweifelsohne die Führungen durch die am Stadtrand gelegenen Mergelhöhlen und unterirdischen Gänge. Ohne Führung sind die Höhlen und Labyrinthe nicht zu besuchen (siehe Auf einen Blick). Im Waldeckpark am südwestlichen Rand des Zentrums wurden zur Verteidigung der Stadt die Kasematten mit unterirdischen Gängen angelegt. Die Höhle Zonneberg am Westufer der Maas gegenüber der Marina Maastricht diente im Zweiten Weltkrieg als Schutzkeller. Und am südlichen Stadtrand liegen tief im Inneren des Pietersbergs die Höhlen Noord. Am höchsten Punkt des Bergs thront das Fort Sint Pieter, das ab dem 17. Jahrhundert Maastricht gegen Angriffe schützte. Anlass für den Bau der fünfeckigen Befestigung war der Angriff durch die Truppen des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. im Jahr 1673. Mehr als 100 Jahre später standen wieder französische Truppen vor den Toren der Stadt. Sie probierten, das Fort zu sprengen, scheiterten aber an der massiven Bauweise. Auch wenn man das Fort nicht besichtigen möchte, lohnt sich der Ausflug hierher, denn von hier oben hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt und die Umgebung. Am Fuße des Bergs gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz, der für nicht allzu große Wohnmobile geeignet ist.

Hoch über der Stadt: Fort Sint Pieter

Blickfänger: das Maastrichter Rathaus

Bogenbrücke Sankt Servatius über die Maas
AM OSTUFER DER MAAS
Vom Stadtpark, dort wo das Flüsschen Jeker in die Maas mündet, gelangt man über die Fußgängerbrücke Hoge Brug ans Ostufer der Maas und in die jüngeren Stadtbezirke. Von der Brücke aus hat man einen herrlichen Blick auf die Altstadt am Westufer, die historische Bogenbrücke Sankt Servatius im Norden und das südlich liegende Bonnefantenmuseum mit einem auffallenden Rundturm. Das Museum beherbergt alte und zeitgenössische Kunst und wurde 1884 als Geschichts- und Archäologiemuseum der Provinz Limburg gegründet. Seinen Namen hat das Museum übrigens vom Frauenkloster Couvent des bons enfants (Kloster der guten Kinder), in dem es zwischen 1951 und 1978 untergebracht war.
Abendstimmung am Ostufer der Maas
Nach der Fußgängerbrücke geradeaus weiter trifft man auf das Centre Céramique, ein Kulturzentrum in hypermoderner Architektur. Auf der dritten und vierten Etage befindet sich die Bibliothek, wo auch Objekte aus der Stadtgeschichte permanent zur Schau gestellt werden. Die Ausstellungsstücke kommen aus den Bereichen Archäologie, Ton- und Glaskunstwerk. Zudem gibt es zwei Modelle vom römischen Maastricht und von der Stadt um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Zeitgenössische Fotografie und wechselnde Ausstellungen runden das Programm ab.

IN DER BIERBRAUEREI BOSCH wird seit 1758 Bier gebraut, seit 1827 durch den neuen Eigentümer, Nicolaas Bosch, von dem auch der Name stammt. Bosch und seine Nachfolger machten aus der Brauerei eine der größten in Maastricht. Auf einer rund einstündigen Führung durch die Brauerei inklusive Verkostung werden den Besuchern das Brauen und seine Geschichte auf eindrucksvolle Weise vermittelt. Die Brauerei ist übrigens Industriedenkmal, völlig intakt und zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Informationen über die Führungen und Verkostungen gibt es unter brouwerijbosch.nl/de.
AUF EINEN BLICK
Info
STADT/REGION: Maastricht, Provinzhauptstadt von Limburg
BESTE REISEZEIT: Ganzjährig
OPTIMALE REISEDAUER: 2–3 Tage
TOURISTINFO: Kleine Straat 1, 6211 ED Maastricht, Tel. +31(0)43/325 21 21, besuchemaastricht.de/entdecken/vvv-maastricht
SEHENSWÜRDIGKEITEN
RATHAUS: Markt 78, 6211 CL Maastricht, maastrichtportal.nl
MOSAE FORUM: Mosae Forum 163, 6211 DT Maastricht, mosaeforum.nl
GENERALSHUIS: Vrijthof 47, 6211 LE Maastricht, Tel. +31(0)43/350 55 44, theateraanhetvrijthof.nl
SERVATIUS-BASILIKA UND SCHATZKAMMER: Keizer Karelplein 4, 6211 TC Maastricht, Tel. +31(0)43/321 20 82, sintservaas.nl
JOHANNESKIRCHE: Vrijthof 24, 6211 LD Maastricht, stjanskerkmaastricht.nl
MUSEUM AM VRIJTHOF: Vrijthof 18, 6211 LD, Maastricht, Tel. +31(0)43/321 13 27, fotomuseumaanhetvrijthof.nl
LIEBFRAUEN-BASILIKA: Onze Lieve Vrouweplein 7, 6211 HD Maastricht, Tel. +31(0)43/321 38 54, sterre-der-zee.nl

Roter Turm der Johanneskirche

Terrassencafés am Vrijthof
MAASTRICHT UNTERIRDISCH: verschiedene Startpunkte für eine Führung, zu finden unter exploremaastricht.nl/de/maastricht-underground
BONNEFANTENMUSEUM: Avenue Ceramique 250, 6221 KX Maastricht, Tel. +31(0)43/329 01 90, bonnefanten.nl
CENTRE CÉRAMIQUE: Avenue Ceramique 50, 6221 KV Maastricht, Tel. +31(0)43/350 56 00, centreceramique.nl/home
WOHNMOBILSTELLPLATZ MAASTRICHT
ADRESSE: Bosscherweg 35, 6219 ND Maastricht, Tel. +31(0)6/15 10 30 85, camperplaatsnederland.nl
ANFAHRT: Auf der A2 Ausfahrt Maastricht-Centrum Noord, danach dem Viaductweg folgen und nach der Noorderbrug über die Maas (Nordbrücke) und die Ausfahrt Lanaken-Maasmechelen nehmen, wodurch man direkt auf den Bosscherweg kommt.
GPS: 50.875000, 5.680278
Großer Wohnmobilstellplatz mit rund 100 Stellplätzen auf befestigtem Untergrund, direkt am Maasufer gelegen. Sehr gute Infrastruktur mit Münzautomaten für Frischwasser, gratis Entsorgung von Grauwasser und Chemietoilette, doch haben nur zwei Drittel der Stellplätze Stromanschluss (16A). Sanitäranlage mit Duschen, Toiletten und Waschbecken vorhanden. Radweg und Haltestelle für Bus ins Zentrum in unmittelbarer Nähe. Gehobene Preiskategorie!

Camping Oosterdriessen

Gepflegt: der Maastrichter Stellplatz
Am Stellplatz Maastricht

Buchhandlung in der Dominikanerkirche
WOHNMOBILSTELLPLATZ MARINA MAASTRICHT
ADRESSE: Hoge Weerd 20, 6229 AM Maastricht, Tel. +31(0)6/46 41 22 89, maastrichtmarina.nl
ANFAHRT: Auf der A2 Ausfahrt 56 Gronsveld, danach Richtung Maastricht-Eijsden. Nach ca. 500 Metern rechts auf den Kobbesweg und nach etwa einem Kilometer rechts auf die Hoge Weerd.
GPS: 50.824167, 5.703889
Direkt am Jachthafen von Maastricht gelegener Wohnmobilstellplatz mit 24 Stellplätzen. Gute Infrastruktur mit unter anderem Elektroanschluss, Entsorgung von Grauwasser und Chemietoilette, WC und Duschen. Wegen großer Nachfrage ist eine Reservierung anzuraten. Gehobene Preiskategorie! Ab dem Stellplatz kann man übrigens mit dem Rad (ca. 15 Minuten), dem Bus (ca. 30 Minuten) und je nach Saison mit dem Wassertaxi (ca. 20 Minuten) ins Zentrum von Maastricht fahren.
CAMPING DE BOSRAND
ADRESSE: Moerslag 4, 6265 NC Sint Geertruid, Tel. +31(0)43/409 15 44, campingdebosrand.nl
ANFAHRT: Auf der A2 Ausfahrt 57 Oost-Maarland (aus nördlicher Richtung) bzw. Ausfahrt 58 Eijsden nehmen und dann der Ausschilderung Mariadorp-Moerslag-Sint Geertruid folgen.
GPS: 50.785865, 5.748159
Schön gelegener Campingplatz, etwa elf Kilometer vom Maastrichter Zentrum entfernt und bestens geeignet, wenn man die Stadt, das südliche Maastal und Süd-Limburg kombinieren möchte. Neben den üblichen Standardplätzen gibt es mittlerweile auch vier befestigte Stellplätze für Wohnmobile. Komplette Infrastruktur vorhanden. Reservierung für die speziellen Camperplätze ist anzuraten.
AM GRENZFLUSS
Maas und Maasplassen

Bootsanlegestelle in einem Seitenarm der Maas
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Die Maas trennt auf etwa 50 Kilometer nördlich und südlich von Maastricht die Niederlande von Belgien. Beidseitig des Grenzflusses liegen historische Dörfer in einer sehr variierten Landschaft aus verzweigten Flussarmen, uralten Auen, Obstgärten, Grasland, Kuhweiden, Kies- und Sandbänken sowie einem Kanal, um die Maas schiffbar zu machen. Die jahrzehntelange Förderung von Kies, Grind und Sand ist auch der Grund für die Entstehung der Maasplassen – künstliche Seen, ein paar Kilometer nördlich von Maastricht.
Die Maasplassen sind heute teils Schutzzonen für Vögel, teils Freizeitoasen für Wassersportler, Wanderer, Radler und Sonnenanbeter. Hier lässt sich die Auszeit wunderbar gestalten, hier kann man segeln, tauchen, surfen, angeln, schwimmen, Rundfahrten mit Ausflugsschiffen unternehmen oder einfach nur die Füße hochlegen. Sandstrände gibt es unter anderem in Ohé en Laak, Stevensweert, Roermond, Panheel und im belgischen Geistingen. Bootsrundfahrten werden unter anderem in Maasbracht, Wessem, Roermond und Thorn angeboten. Radwege gibt es entlang beider Maasufer mit einer Handvoll Brücken und einer Radfähre vom niederländischen Ohé en Laak ins belgische Ophoven. In Ohé en Laak befinden sich auch zwei gute Ausgangspunkte: der Wohnmobilstellplatz Maasterp im gleichnamigen Hafen oder der nahegelegene Campingplatz Maashoeve (siehe Auf einen Blick).
Und wenn Sie genug von einer aktiven Auszeit, Besichtigungen oder relaxen am Maasufer haben, dann lohnt sich ein Ausflug nach Roermond, ein hübsches Städtchen mit gemütlichem Zentrum und einigen sehenswerten Bauwerken, allen voran die Christopherus-Kathedrale aus dem 15. Jahrhundert. Doch die meisten Besucher kommen nicht wegen der Sehenswürdigkeiten hierher, sondern wegen des Designer Outlet Roermond am Nordrand des Zentrums. 2001 eröffnete dieses rund 46 000 Quadratmeter große Einkaufszentrum mit etwa 200 Geschäften. In dieser Shopping-Walhalla haben sich fast alle großen Namen gefestigt, von A wie Adidas über K wie Calvin Klein und P wie Puma bis hin zu Z wie Zara. »Shop till you drop« ist hier eher Regel als Ausnahme. Es gibt einen riesengroßen, kostenpflichtigen Parkplatz, auf dem auch Wohnmobile Platz haben.
LINKS UND RECHTS DER MAAS
Kultur, Geschichte und gepflegte Dorfkerne: Zwischen den Maasplassen und Maastricht liegen beidseitig des Flusses historische Dörfer, die sich mit dem Wohnmobil oder dem Rad bestens erkunden lassen. Ein paar Kilometer nördlich vom Wohnmobilstellplatz in Ohé en Laak liegen Wessem mit einer sehenswerten Altstadt um die Sint-Medardus-Kirche und Maasbracht mit einem kleinen Binnenschifffahrtsmuseum und einer sehr beeindruckenden, riesigen Schleuse im Julianakanal. Highlight ist allerdings die Festungsstadt Stevensweert zwischen Maas und Oude Maas. Der historische Kern ist klein, zu Fuß leicht zu erkunden und wird von einer Wehranlage dominiert, die 1633 von den Spaniern während des Achtzigjährigen Kriegs mit den Niederlanden errichtete wurde. Die Befestigung ist teilweise rekonstruiert und begehbar. Kern der Altstadt ist der Marktplatz, um den sich hübsche historische Gebäude gruppieren. Es gibt am Platz einen Parkplatz, allerdings nur für kleinere Wohnmobile. Richtung Süden, ein paar Kilometer vor Maastricht, lohnt sich ein kurzer Stopp im niederländischen Elsloo mit einem interessanten Museum über die Region. Etwa vier Kilometer weiter südlicher trifft man auf ein Unikum: eine Whiskey-Destillerie in Moorveld (mworvelddistillery.com).

Historischer Kern in Oud-Rekem, Belgien
Mit dem Wohnmobil im Zentrum von Stevensweert
Auf belgischer Seite sollte man Maaseik besuchen, einer der malerischsten Flecken in Ostflandern mit historischen Gebäuden um den Marktplatz (Grote Markt) und einer Handvoll Museen. Nach Dilsen-Stokkem kommen die Besucher vor allem wegen des wunderschönen Naturschutzgebiets an der alten Maas, wo sich auch das Informationszentrum De Wissen mit interessanten Daten und Fakten zum Fluss, zu seinen Bewohnern und zur Natur am Ufer befindet, während Maasmechelen mit dem Outletcenter Maasmechelen Village lockt. Wer im Design Outlet Roermond nicht fündig wurde, kann hier sein Glück versuchen.
Kurz vor Maastricht lohnt sich noch ein Blick in den historischen Kern von Oud-Rekem mit dem privaten Schloss d‘Aspremont-Lynden. Vom Wohnmobilstellplatz in Ohé en Laak bis nach Maastricht sind es übrigens etwa 35 Kilometer.

KEINE LUST ZUM KOCHEN? Stattdessen wollen Sie sich lieber kulinarisch verwöhnen lassen? Neben einer Vielzahl an einfachen und gehobenen Restaurants zwischen Roermond und Maastricht gibt es hier auch eine Handvoll Top-Restaurants mit einem Michelin-Stern und größtenteils französischer Küche. In Neerharen hat das La Source (restaurantlasource. be) und in Roermond das Sabero (sabero.nl) mittlerweile zwei Sterne. Das Da Vinci in Maasbracht (restaurantdavinci.nl) und das Vivendum in Dilsen-Stokkem (restaurant-vivendum.com) können mit einem Stern aufwarten, ebenso das One in Roermond (restaurantone.nl).
Schloss Eijsden im Maas-Renaissancestil
SÜDLICH VON MAASTRICHT
Ein paar Kilometer südlich von Maastricht erstreckt sich der See Grindgat in Oost-Maarland mit dem Campingplatz Osterdriessen, einem guten Ausgangspunkt, um die Region bis über die belgische Grenze zu erkunden, wie das geschichtsträchtige Fort Eben-Emael. Bei Eijsden, rund drei Radkilometer vom Campingplatz entfernt, gibt es eine Radfähre, die Sie ans andere Ufer nach Lanaye bringt. Ab hier sind es etwa fünf Kilometer bis zum Fort. Eben-Emael ist ein riesiger, größtenteils unterirdischer Komplex. Bis zu 45 Meter unter der Erdoberfläche befinden sich Maschinenräume, Offiziersmesse, Krankenstation, Kaserne für 1200 Mann, Unterkünfte für Offiziere und Werkstätten, die mit Gängen verbunden sind. Die Gesamtlänge der Gänge beträgt rund fünf Kilometer, der Umfang des militärischen Geländes betrug 75 Hektar. Der militärische Komplex kann mit oder ohne Führung besichtigt werden.
Eijsden ist die südlichste Gemeinde der Niederlande und aus touristischer Sicht der interessanteste Ort in der Gegend. Seine Geschichte reicht bis weit ins Mittelalter zurück. Reste von Fundamenten einer Burg aus dieser Zeit wurden bei der Martinuskirche ausgegraben. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts gehörte Eijsden zum Herzogtum Limburg. Ende des 13. Jahrhunderts kam es zum Herzogtum Brabant. Danach wechselten sich die blaublütigen Besitzer ab und es festigten sich Kaufmannsleute, die Eijsden zur Blütezeit verhalfen. Ende des 18. Jahrhunderts machten die Franzosen dem wirtschaftlichen Aufschwung Eijsdens ein Ende und annektierten es. Seit 1839 gehört die Stadt zu den Niederlanden.
Entlang der Maas gibt es gemütliche Terrassencafés und Restaurants, die zum Verweilen einladen und um den Platz Vroenhof gruppiert sich der hübsche Kern, der jedes Jahr am zweiten Sonntag nach Pfingsten für zwei bis drei Tage Schauplatz einer spektakulären Prozession ist. Mitten im Ort erhebt sich Schloss Eijsden, das Mitte des 17. Jahrhunderts im sogenannten Maas-Renaissancestil errichtet wurde. Kennzeichnend für diesen regionalen Stil ist unter anderem der Mix aus Backstein und Naturstein aus den umliegenden Steinbrüchen. Das Schloss kann aber nicht besichtigt werden.
Tipp
Der Name ist Programm im Spaßtal Fun Valley am Grindgat mit herrlichem Sandstrand samt Liegewiese und Beachbar, einem Tretbootverleih, einem Abenteuerwald und Spielplätzen für die Kinder. Die Großen können sich beim Paintball austoben, ein taktisches Spiel, bei dem sich die Gegner mit Farbkugeln markieren. Der Getroffene muss dann die Spielwiese verlassen. Mehr Informationen über die Möglichkeiten im Spaßtal gibt es unter funvalleymaastricht.nl.

Gastronomiemeile am Maasufer bei Eijsden
AUF EINEN BLICK
Info
STADT/REGION: Maastal, Provinz Limburg
BESTE REISEZEIT: Mai–September
OPTIMALE REISEDAUER: 2–3 Tage
TOURISTINFOS
MAASPLASSEN: VVV Roermond, Markt 17, NL-6041 EL Roermond, +31(0)475/33 58 47, hartvanlimburg.nl/de/dagje-uit/maas-seen
WESSEM: hartvanlimburg.nl/de/locatie/fuehrung-durch-die-historische-maasstadt-wessem
MAASBRACHT: Markt 36, NL-6051 Maasbracht, Tel. +31(0)475/85 25 00, gemeentemaasgouw.nl/home/deutsch_42336
STEVENSWEERT: Jan van Steffeswertplein 1, NL-6007 BZ Stevensweert, Tel. +31(0)475/55 02 36, hartvanlimburg.nl/de/festungsstadt-stevensweert
ELSLOO: elsloo.info/toerisme
MAASEIK: Markt 45, B-3680 Maaseik, Tel. +32(0)89/81 92 90, visitmaaseik.be/de
DILSEN-STOKKEM: Negenoordlaan 2, B-3650 Dilsen-Stokkem, Tel. +32(0)89/75 21 71, toerisme-dilsen-stokkem.be
MAASMECHELEN: Zetellaan 35, B-3630 Maasmechelen, Tel. +32(0)89/76 98 88, visitmaasmechelen.com/de
OUD-REKEM: Kanaalstraat 11, B-3621 Rekem, Tel. +32(0)89/72 24 67, lanaken.be/visitlanakende
FORT EBEN-EMAEL: Rue du Fort 40, B-4690 Eben-Emael, Tel. +32(0)4/286 28 61, fort-eben-emael.be/de
WOHNMOBILSTELLPLATZ MAASTERP
ADRESSE: Dijk 3, NL-6109 RB Ohé en Laak
ANFAHRT: Auf der A2 Ausfahrt 45 Echt, Ohé en Laak, dann der Ausschilderung Ohé en Laak folgen, im Ort in die Burgermeester Minkenberglaan einbiegen und nach etwa 600 Metern der Ausschilderung Brasserie Maasterp folgen.
GPS: 51.110497, 5.819317
Camping Maashoeve

Wohnmobilstellplatz Maasterp
Ruhige, großräumige Stellplätze am West- und teils am Nordufer des Jachthafens Maasterp sowie am Ufer des Dilkensplas. Kleines, einfaches Häuschen mit der notwendigen Infrastruktur wie WC und Duschen, aber etwas älteren Datums. Freundliches Personal. Der Campingplatz Maasterp verwaltet den Wohnmobilstellplatz (maasterp.nl).
CAMPING MAASHOEVE
ADRESSE: Moeder Mgdalenastraat 13A, NL-6109 RC Ohé en Laak, Tel. +31(0)475/55 82 00, maashoeve.nl
ANFAHRT: Auf der A2 Ausfahrt 45 Echt, Ohé en Laak, dann der Ausschilderung Ohé en Laak folgen und immer auf der Durchfahrtsstraße bis zur T-Kreuzung beim Hotel/Restaurant Laakerhof fahren (ca. 4,5 Kilometer ab der Autobahn). Danach geht es links zum Campingplatz (ca. 700 Meter).
GPS: 51.117248, 5.817878
Sehr ruhiger, gepflegter Campingplatz nur für Erwachsene mit großräumigen, durch Hecken umgebene Plätze. Saubere Sanitäranlagen, Entsorgung für Grauwasser und Chemietoilette.
ALTERNATIVEN
An der Ortseinfahrt von Ohé en Laak gibt es noch den Campingplatz De Sangershoeve (sangershoeve.nl), wo allerdings Hochspannungsleitungen über den Platz führen. Wenn Sie im südlichen Abschnitt des Maastals stehen möchten, finden Sie Platz auf dem Camping De Oosterdriessen (oosterdriessen.nl) oder auf jenen in Maastricht (siehe Highlight 1).
MERGELHÖHLEN, BRAUEREIEN UND SCHLÖSSER
Valkenburg

Wunderschöne Aussicht von der Burg Valkenstein
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Dass die Niederlande nicht überall flach sind, beweist die Provinz Zuid-Limburg um das hübsche Städtchen Valkenburg. Die knapp 17 000 Einwohner zählende Stadt ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts der Touristenmagnet in dieser Region. An manchen Tagen quillt die Stadt von Besuchern über, vor allem im milden Frühling und bunten Spätsommer tummeln sich die Besucher in der romantischen Altstadt. Dies sollte Sie allerdings nicht davon abhalten, das äußerst charmante, malerisch an der idyllischen Geul gelegene Städtchen für ein paar Tage zu besuchen.
Am Südrand von Valkenburg liegt über der Stadt der Campingplatz Den Driesch (siehe Auf einen Blick), ein guter Ausgangspunkt für die Besichtigung des mittelalterlichen Städtchens zu Fuß und die Umgebung mit dem Rad. Von der historischen Bausubstanz erhalten sind noch Reste der mittelalterlichen Stadtmauer, zwei kleine Stadttore, die Zugang zur romantischen Altstadt geben mit der für Wohnungen genutzten Burg Den Haldern, direkt an der Geul gelegen. Wahrzeichen der Stadt ist die aus Mergelgestein errichtete Burg Valkenstein. Sie erhielt ihr heutiges Aussehen im 17. Jahrhundert und entstand aus einem Verteidigungsturm der Stadtbefestigung, der im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde. Die Basis der Stadt war allerdings Schloss Genhoes. Die Herren dieses Wasserschlosses verlegten ihren Sitz im 11. Jahrhundert auf den Heunsberg, wo eine Befestigungsburg errichtet wurde. Heute ist Valkenstein – eine der wenigen Höhenburgen der Niederlande überhaupt, da alle anderen als Wasserburgen zu Buche stehen – als Ruine erhalten und der Ausblick auf die Stadt von hier oben ist wunderschön.
Im Gemeindegebiet gibt es weitere Adelssitze, die heute meistens als Hotels genutzt werden. Besuchermagneten von Valkenburg sind die Mergelhöhlen, keine natürlich entstandenen Grotten, sondern Gänge in den ehemaligen Steingruben. Im Zweiten Weltkrieg dienten die Höhlen als Luftschutzbunker. Die Fluweelengrot und die Gemeentegrot sind dabei die am meisten besuchten unterirdischen Labyrinthe, können aber nur mit Führung besichtigt werden. Das touristische Angebot wird unter anderem abgerundet von einer nachgebauten Steinkohlenmine, den originalgetreu nachgebauten römischen Katakomben mit frühchristlichen Kunstwerken, einem Märchenwald, dem Freizeitpark Valkenier, einer Sommerrodelbahn und einem Aussichtsturm, der mit einer Seilbahn erreicht werden kann. Im ehemaligen Rathaus gibt es zudem ein kleines Museum mit Informationen über die Geschichte der Stadt und der Region, sowie mit Kunstwerken einheimischer Künstler, die nicht nur an verregneten Tagen einen Besuch lohnen.
Tipp
Die meisten unter Ihnen werden die eigenen vier Wände des Wohnmobils kaum gegen eine Übernachtung eintauschen wollen, allerdings eine Nacht in einer stets zwölf Grad kalten Mergelhöhle ist schon etwas ganz besonderes und eine einzigartige Erfahrung, die man nicht so schnell vergessen wird. Die Höhlenluft soll übrigens gut für die Atemwege sein und einst hatte man auch die Idee, aus den Höhlen sogenannte Luftkurorte zu machen, was allerdings aus verschiedenen Gründen scheiterte. In der Höhle können bis zu 50 Personen eine Nacht unter einfachsten Umständen verbringen. Es gibt allerdings nicht täglich das Angebot einer Übernachtung. Mehr Informationen dazu unter cave-experience.nl.
Rundgang in der Fluweelenhöhle in Valkenburg
Valkenburg aus der Vogelperspektive
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