Kitabı oku: «DIE GUTE ALTE BAYERISCHE KÜCHE VON 1824»

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Heidi Dietzel

DIE GUTE ALTE BAYERISCHE KÜCHE VON 1824

Historische Kochbücher

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Bayrisches Nationalkochbuch

Vorwort

Über das Erlernen der Kochkunst

Von der Einrichtung der Küche

Suppen

Ochsenfleisch gut zu sieden

Gewöhnliches Böflamod (Boeuf a la mode)

Roastbeef oder englischer Braten

Gemüse

Sauerkraut mit einem Hecht gefüllt

Makronen mit Parmesankäse

Schwämme

Große und kleine Pasteten, Krapfeln, Pfanzeln, Wandeln und dergleichen Beispeisen

Fleisch und Geflügel zu Pasteten zuzurichten

Ordinärer Mehlschmarren

Fische, Krebse, Schnecken, Frösche usw.

Gefüllter Aal

Karpfen, Forellen, Rutten, Barben usw. schön blau zu sieden

Kalbfleisch

Kalbsbriese zu kochen

Frikandeau von Kalbfleisch mit Spargeln

Kalbskarbonaden (Kalbskotelett) auf dem Rost

Gewickeltes Hammelfleisch

Schaffleisch mit Kapern

Gefüllte Leber

Gedünstete Lammbrust mit Petersilie

Ragout von Kalbsbriesen mit Trüffel

Eingemachtes Lammfleisch

Rotes Wildbret mit Kapern

Frikandeau

Stafat mit Spargel

Glacierter Lammschlegel auf Kukummern (Gurken)

Eingemachtes Fleisch

Schwarzes Wildbret

Verschiedene Brühen (Saucen)

Glace zum glacieren verschiedener Fleischspeisen

Gebackene Briese

Fleischwürste

Fischwürste zu machen

Krebswürste

Fasten-Fischwürste

Kleine Blutwürste

Gefüllte Kalbsbrust zu braten

Schweinebraten mit Hering

Spanferkel

Zahmes und wildes Geflügel zu braten

Verschiedene Puddings

Schinkenpudding mit Zitronat

Mehrere Gattungen von Eierspeisen

Salate

Schmankel-Mus

Zitronenmus mit Wein

Auflauf von Mehl und Eiern

Auflauf von Vanille

Wein-Striezeln

Hecht-Strietzeln

Ein Pfanzel von geschnittenen Nudeln

Wasserspatzeln von abgebrühtem Teig

Bayrische Nudeln mit Krebsbutter

Eine bessere Art bayrischer Dampfnudeln

Aufgegangene Nudeln mit Krebsbutter

Topfen- (Quark-) Nudeln

Goldene Schnitten

Gebackener Holler (Holunder)

Ordinäre Schmalznudeln

Gebackene Hufeisen

Abgetriebenes Wespennest

Rosen von Schneeballenteig

Gebackene Glace-Krapfen

Fränkischer Gugelhopf

Gugelhopf in Schmalz

Johannisbeerkuchen

Topfenkuchen (Quarkkuchen)

Hohllippen

Kletzenbrot

Hobelspäne

Mädchenzöpfe

Zimtbrezn

Mandelkrapfen in Schmalz

Verschiedene Arten von Torten

Prügel-Krapfen

Sulzen

Grüne Sulze

Verschiedene Cremen

Creme-Nockerln

Mandelkäse

Verschiedene Kompotte

Verschiedene Blanc Manger

Verschiedene Arten von Gefrorenem

Eis zu Bäckereien

Nüsse einzumachen

Johannisbeeren in Essig

Latwerge (Marmelade) von Aprikosen

Quitten-Latwerge (Quittenmarmelade)

Weichseln im Kirschgeist

Hohlbeeren- (Himbeer-) Saft

Melonenschnitzen in Essig

Salzkukummern (Salzgurken)

Kräuteressig zu bereiten

Einen Schinken zu sieden

Eine Braise zu machen

Zervelatwürste zu machen

Latwerge (Marmelade) oder Sulze von Holunder (Holler)

Kalte Schale von Bier

Gebratene Fische, oder Hechte und Karpfen ein zu marinieren

Pomeranzen- oder Limonenschalen einzusieden

Leberwürste zu machen

Bratwürste zu machen

Salamiwürste zu machen

Verschiedene Getränke

Chaudeau

Consume

Anislikör

Einen Hausessig zu bereiten

Schinken einzusalzen

Gute Seife zu sieden

Mostrich (Senf) zu verfertigen

Enten in 14 Tagen fett zu machen

Kapaunen in 14 Tagen fett zu machen

Neue Methode zu waschen

Knödel (Klöße) zu Suppen

Impressum neobooks

Bayrisches Nationalkochbuch

Bayrisches Nationalkochbuch oder die gesamte Kochkunst, wie sie in Bayern ausgeübt wird, für herrschaftliche und bürgerliche Küchen eingerichtet, und so deutlich und verständlich beschrieben, daß Jedermann dieselbe in kurzer Zeit gründlich erlernen kann.

Ein notwendiges Handbuch für Familien, insbesondere für Hausfrauen, Töchter und Köchinnen.

1824, Erstausgabe.( Orginaltexte wurden nicht verändert)

E. A. Fleischmann, München.

Vorwort

Die Bayrische Kochkunst gehört unstreitig unter die vorzüglichsten Deutschlands; dies ist das einstimmige Urteil aller Fremden. Längst war ich Willens, meine Erfahrungen in diesem Fache meinen Landsleuten in einem eigenen Buche mitzuteilen; als mir der Auftrag wurde, das "allerneueste Kochbuch von Cr. Buchnerin", das im Jahre 1814 erschienen, aber seit einem Jahre vergriffen ist, neu zu bearbeiten. Ich habe es daher in diesem bayrischen Nationalkochbuch zum Grunde gelegt, das Mangelhafte oder Fehlerhafte ergänzt und verbessert, eine Menge neuer Speisen eingeschaltet, wobei ich das Beste aus den vorhandenen besten inländischen Kochbüchern, hin und wieder mit den nötigen Abänderungen, mit aufnahm, und neben dem Register nach der Ordnung der Speisen auch noch ein alphabetisches Register angehängt.

Welchen Nutzen ein gutes Kochbuch einer Familie gewährt, ja wie unentbehrlich es ist, brauche ich nicht erst zu sagen.

Nicht der Unterricht allein macht es zum täglichen Gebrauch notwendig, sondern auch als Übersicht und Auswahl zum täglichen Küchenzettel ist es ein Bedürfnis für jede Haushaltung, und die Frage: Was kochen wir heute? wird durch einen Blick in dasselbe beantwortet werden können.

Ich habe die Bereitung der verschiedenen Speisen so deutlich und gründlich beschrieben, daß Hausfrauen und Köchinnen mein redliches Bemühen nicht verkennen werden, und so möge denn dieses Buch den Nutzen stiften, welchen ich durch die Herausgabe desselben beabsichtige.

Über das Erlernen der Kochkunst

Viele Jungfrauen und Jünglinge, welche der Kochkunst sich widmen wollen, bringen nicht immer eine rechte Lust und Liebe hinzu, und denken sogleich auf das an sich selbst ganz achtbare liebe Brot, während sie vorerst nur um die Kunst bemüht sein sollten, welche, einmal erlernt, das Brot schon hervorbringen wird, wie der Baum die Frucht. Nun wird man's in keiner Sache jemals zur Vollkommenheit bringen, wenn es von Haus aus an rechter Lust zur Sache gefehlt hat.

Andere, denen eine gar zu knechtische Verehrung des Meisters eingeprägt wurde, verlieren sich in unnützer Weitläufigkeit und Pedanterie der längst veralteten Kochmanieren, und sind taub gegen alle bessere Einsicht, gegen alle fernere Entwicklung durch eigene Erfahrung und eigenes Nachdenken. Ich habe in der Tat junge Köchinnen Tage lang sich in der Kunst üben sehen, das Salz mit guter Manier an die Speisen zu streuen; zweifle aber, ob sie die Suppe deshalb weniger werden versalzen haben.

Dann kommen endlich die rechten wahren Pilz- und Schwammgewächse unserer Zeit: die Vorwitzigen, Frühalten, Gleichklugen. Mit diesen ist nun ganz und gar nichts anzufangen. Ohne vorerst an Reinlichkeit und Ordnung von Grund aus gewöhnt zu sein, ohne durch fleißiges Zusehen und Hören die Grundbegriffe recht gefaßt zu haben, will das Lehrmädchen heut zu Tage schon in das Handwerk pfuschen, und dem Meister vorgreifen. Das ist durchaus nicht zu dulden.

Oft fehlt es den Köchinnen gar an aller Gründlichkeit der Bildung. Putz- und Modesucht, Romanleserei, verliebte Narrheiten und mehr desgleichen lassen gar keinen rechten Zusammenhang der Begriffe in ihnen aufkommen. Häufig treiben sie heut zu Tage ihr Geschäft mit Unlust. Doch sind sie deshalb nur um so eigensinniger, und lassen sich durch nichts aus ihrer gewohnten Bahn bringen. Vergebens habe ich viele hundert Köchinnen zum Besseren zu leiten versucht. Was ich auch sagen und durch Beispiele belegen mochte, so sahen doch viele Frauenküchen, in die ich morgens hinein trat, jederzeit aus wie ein Waschhaus. Hier ein Napf voll Küchenkräuter, die im Wasser schwammen, dort flutete der künftige Salat, hier laugte das Suppenfleisch, dort der Braten und Fisch in kaltem oder gar in lauem Wasser. Hierin jedoch bewundere ich die Macht deutscher Pedanterie; stände es nur eben so sicher um die altherkömmliche deutsche Redlichkeit. In letzterem Stücke aber glauben die Köchinnen sich alles Herkommens entraten zu dürfen. Prellerei im Einkauf ist leider an der Tagesordnung, seitdem manche Hausfrauen zu faul, zu unwissend, zu sentimental geworden sind, um Vorräte anzulegen; seitdem mithin für jeden Tag des Jahres Auslagen zu machen sind, bei denen die Köchinnen selten sich selbst vergessen. Da nun in bürgerlichen Haushaltungen nicht selten bei vieler Unordnung eine große Knickerei vorhanden ist, so ergeben sich da jene artigen Szenen und häuslichen Kämpfe, welche in den Städten eine unausgesetzte Völkerwanderung der Mägde veranlassen.

Diesen grellen Farben könnte ich manches schöne Bild friedlicher, anspruchsloser Häuslichkeit gegenüber stellen. Treffliche Dienerinnen, gute Hausfrauen sind auch mir erschienen wie hoffentlich einem Jeden, der diese Zeilen liest. Wollte man nun gar sich dahin verstehen, die Köchinnen nach Verdienst zu bezahlen, und sie mit mehr Gerechtigkeit oder weniger Launenhaftigkeit zu behandeln, so würden der vortrefflichen Dienerinnen noch gar viel mehrere sein. Allein es richten sich nur noch wenige Herrschaften nach den Ermahnungen Rumpolts, welcher also anhebt:

"Er - der Obere - soll ihnen - den Untergebenen - zu gebieten haben, sich mit ihnen auch freundlich und gütlich betragen können. Seine Gebote und Befehle sollen nicht mit stolzen, aufgeblasenen, hochtrabenden und unbescheidenen ungestümen Worten, Schelten, Schnarchen und Poltern, sondern mit aller Lindigkeit, Sanftmütigkeit, Freundlichkeit und Bescheidenheit geschehen, also, daß sein Hausbefehl, Anordnen und Anschaffen mehr für ein freundliches Bitten und Begehren, denn für einen harten Befehl gehalten werde. Mit viel ungestümem Schreien, Poltern und Schmähen richtet man wenig aus, vielmehr wird das Gesinde dadurch verirrter, halsstarriger und unwilliger."

Von der Einrichtung der Küche

Das erste Bedürfnis einer zweckmäßig eingerichteten Küche ist eine gewisse Anzahl kleinerer und größerer Spieße, welche sämtlich dem auf mancherlei Weise anlegbaren Bratenwender gehörig angepaßt werden können.

Dem Spieß ist der Rost verwandt. Ich rate, mehrere von verschiedener Größe und von verschiedener Dichtigkeit des Gitterwerkes anzuschaffen, ja selbst zu feineren Zubereitungen den einen und den andern mit Silber belegen, oder doch oberhalb glätten zu lassen. Denn das raue Eisen ist nicht wohl ganz rein zu erhalten.

Demnächst ist ein kupferner oder eiserner Wasserkessel zum Aufhängen, oder an seiner Statt ein umfassender Hafen (Topf) durchaus erforderlich; denn man muß zum Reinigen der Gefäße, zum Abputzen des Geflügels und zu mancherlei anderen Zwecken das siedende Wasser immer zur Hand haben.

Irdene Geschirre von mancherlei Form und Anwendung, als Töpfe, Häfen, Tiegel, Schalen, deren ich nicht insbesondere erwähnen will, weil sie zu den gemeinsten Hausbedürfnissen gehören. Die große Wohlfeilheit der irdenen Geschirre veranlaßt, daß die Köchinnen und Küchenmägde damit sehr fahrlässig umgehen, und jährlich sehr viel davon zerbrechen. Man sehe deshalb fleißig darauf, daß sie die Gefäße dieser Art bedachtsam an ihren Ort stellen, damit sie keine Feinrisse bekommen, die nachher am Feuer zu Sprüngen werden. Auch nehme man beim Ankauf darauf Rücksicht, ob das irdene Geschirr eine Bleiglasur habe, oder nicht, denn diese Art der Verglasung ist der Gesundheit nachteilig, wie ein vortreffliches Buch, "der Tod in den Töpfen", zwar widerspruchslos, jedoch nicht ohne die Gefahr zu übertreiben, ins Licht stellt. Wir bedürfen in Deutschland einer durchgängigen Verbesserung unserer Töpfereien, etwa nach dem Muster der englischen Steingutgeräte. Hie und da kocht man vorzugsweise in diesen, welche man gegen das Zerspringen von Außen her mit Kupfer überzieht. Geräte dieser Art erhitzen sich ungemein langsam, und sind daher nicht für alle Zubereitungen geeignet. Doch gerät die Fleischbrühe, das Dunstfleisch, die Kartoffel, kurzum alles, was langsam und ruhig behandelt werden soll, darin ausnehmend wohl.

Metallenes Gerät ist durchaus erforderlich, wo man, wie so oft, einer schnellen Mitteilung der Hitze bedarf. Man hat das als schädlich verschrieene Kupfergerät mit dem Gußeisen ersetzen wollen. Indessen verkalkt sich auch dieses und wirkt sodann nachteilig auf die Zähne und auf die Verdauung, nicht zu vergessen, daß eiserne Geräte sehr leicht den Geschmack und die Farbe der Speisen verderben. Ich glaube daher, daß man wohlverzinnte Kupfergeräte beibehalten, aber mit großer Reinlichkeit und Vorsicht behandeln sollte.

Eine oder auch zwei kupferne, wohlverzinnte Tortenpfannen, welche jedoch, wenn gleich unvollkommen, durch ein auf dem Herd angebrachtes Rohr ersetzt werden können.

Mehrere eiserne Dreifüße; vorzüglich, wenn es dem Herd an Winkelkaminen fehlt. Mehrere Mörser aus Metall, Stein und Holz.

Eine, auch zwei Kasserollen sind zu verschiedenen Speisen erforderlich, auch diese müssen sehr reinlich gehalten werden.

Einige blecherne Schüsseln dienen zu verschiedenen Zwecken, wie zur Unterlage von allerlei Gebackenem. Es ist besser, die Vertiefungen hineinzuschlagen, weil sie alsdann nicht mit Blei gelötet werden dürfen.

Einige blecherne Puddingformen, die aber mit Zinn und nicht mit Blei gelötet sein müssen. Man kann ihrer jedoch entbehren, und den Pudding in reine Tücher geschlagen absieden.

Einige kupferne, wohlverzinnte Formen und Modelle, um allerlei Mehlspeisen, Gallerte und Anderes darin zu bereiten, oder doch zu gestalten. Ich verstehe nicht, weshalb man nicht schon längst die Formen für den Gallert aus Glas bereitet hat, da sie doch der Hitze nicht ausgesetzt werden, und da man die Farbe, Reinheit und Dichtigkeit des Gallertes in gläsernen Formen viel besser würde beurteilen können, als in den kupfernen oder tönernen.

Eiserne Hafen und Kessel können bloß zum gemeinsten Gebrauche angewendet werden, weil sie den Speisen sehr leicht Geschmack und Farbe mitteilen.

Ein Durchschlag von Messing oder Kupfer und mehrere Haarsiebe, welche, wie sich von selbst versteht, sehr reinlich gehalten werden müssen.

Mehrere Reibeisen von verschiedener Feinheit, damit man nicht jegliches Ding auf demselben Geräte aufzureiben braucht.

Eine geglättete Steinplatte mit hölzerner Rolle, um allerlei Teig, zum Backen und Sieden, darauf zu verarbeiten. In Ermangelung der Marmorplatte bediene man sich eines guten, glatten Brettes.

Ein feiner Hobel, um Trüffel in Spänne zu hobeln. Gröbere, um das Kraut, Äpfel und Anderes aufzuschneiden.

Ein Hackbrett von hartem, wohlausgelaugtem Holze, mit feinen Rändern umher, damit das Gehackte nicht herabfalle. Hierzu gehört ein Wieg-Messer mit gedoppelter oder mehrschneidiger Schneide, ein Hackmesser, ein Stoßmesser mit schlangenförmiger Schneide. Hölzerne Kochlöffel, Küchenmesser und Handbeile; ein großes italienisches Fetthändler-Messer, um Schinken, Salami, Beefsteaks u. a. m. in recht lange Streifen zu schneiden; kleine Hohleisen zum Ausstoßen der Gehäuse des Obstes, oder um allerlei Kleinigkeit in bestimmte Formen auszuschneiden; Krapfenrädchen, blecherne Zangen und Formen, um dem Backwerk bestimmte Gestalten zu geben und Ähnliches.

Alle diese Geräte müssen sehr reinlich gehalten, und gleich nach dem Gebrauche geputzt werden. Da nicht allein die Ehre der Küche, sondern auch der Geschmack der Speisen und die Gesundheit der Herrschaft großenteils davon abhängt.

Zur Ehre meines Vaterlandes muß ich erinnern, daß Fremde oft mit dem größten Lob von der Reinlichkeit der Küchen in Bayern, sowohl in den Städten als auf dem Lande, sprachen. Mögen wir uns befleißen, dieses für uns so schmeichelhafte Lob auch ferner zu verdienen.

Suppen

Bouillon oder ordinäre Suppe

Man setzt ein nicht zu fettes Stück Rindfleisch mit frischem Wasser zu; 4 bis 6 Maß Wasser gehören zu einem Stück von 4 bis 5 Pfund. Die Größe des Hafens richtet sich danach, wenn man eine alte Henne, Kalbsbeine oder Knochen hat. Wenn das Fleisch gut geschäumt hat, so nimmt man ein paar gelbe Rüben, Pastinat, ein kleines Stück Sellerie, etliche Petersilienwurzeln, auch Porree, schabt alles dies rein ab, wäscht es, schneidet es in einige Stücke, bindet es mit einem Faden zusammen und legt es zu dem Fleisch. Hat das Fleisch 2 Stunden gut gesotten, so schöpft man das Fett davon ab. Übrigens muß das Fleisch immer zugedeckt bleiben und ganz langsam sieden, damit die Suppe nicht trüb wird.

Schü- (Jus-) oder braune Suppe

Man legt Fett oder etliche Schnitte frischen Speck in einen Tiegel oder Kasserolle, schneidet etliche Zwiebeln in Scheiben, so daß man den Boden damit auslegen kann, fügt auch eine ganze Zwiebel, mit etlichen Gewürznelken besteckt, hinzu. Dann legt man ein mageres Stück Rindfleisch geschnitten hinein, schneidet etliche gelbe Rüben, Pastinat, Porree, Sellerie ganz klein hinein, läßt dies offen so lange auf der Glut abbraten, bis die Zwiebel auf dem

Boden gleich braun wird. Alsdann gießt man gute Bouillon oder Fleischsuppe daran, und läßt es zugedeckt einige Stunden langsam sieden, damit es nicht trüb wird. Man kann auch Kalbsbeine oder Beine von Geflügel hinzu tun, auch, wenn man es hat, ein kleines Stück Schaffleisch oder Beine. Alle Suppen können mit dieser Suppe gefärbt und sehr schmackhaft gemacht werden, auch ist sie bei vielen Rezepten höchst notwendig. Sie läßt sich einige Tage hindurch aufbewahren.

Eine gute Schü-Suppe (Jus-Suppe) von Kalbfleisch

Man macht ein Schü (Jus) von Kalbfleisch, tut in einen Tiegel auf den Boden etliche fein geschnittene Speckschwarten, legt darauf Zwiebeln in drei Teile geschnitten, und auf diese das Kalbfleisch, dann gelbe Rüben, Sellerie, Pastinat, etwas Porree und Petersilie. Hierauf setzt man es auf ein gelindes Feuer, läßt es etwas anziehen, füllt es dann mit guter Fleischbrühe auf, und läßt es langsam sieden, bis alles mürbe ist. Jetzt seiht man die Schü in ein anderes Geschirr, setzt sie zum Feuer, daß sie warm bleibt, und tut dann, wenn es Zeit zum Anrichten ist, das knusprige Brot hinein.

Braune Fisch-Schüsuppe

Man belegt den Boden eines Tiegels oder einer Kasserolle mit Butter oder Schmalz und vielen Zwiebeln, nimmt etliche in kleine Stücke zerteilte Fische, wie: Schleien, Barben, je nachdem sie vorrätig sind, auch wenn man Köpfe von großen Fischen hat, welche zerhackt werden, etliche gelbe Rüben, Pastinat und Sellerie, tut dies alles in, geschnittenen Stückchen neben Gewürznelken hinein, setzt es auf eine Glut, und läßt es, ohne es aufzurühren, am Boden schön braun werden, füllt es danach mit gutem klaren Erbsensud auf, und läßt es ganz still ein paar Stunden aufsieden, seiht es dann durch ein Sieb, und gebraucht es später wozu man will.

Weiße Schü-Suppe (Jus-Suppe) von Fischen zu Fastenspeisen

Man kocht Erbsen wie zu einer recht dünnen Erbsensuppe. Alsdann dämpft man in einem Stück Butter allerhand Wurzeln, als Petersilie, Sellerie, gelbe und eine weiße Rübe, neben Pastinatwurzeln, wenn diese eine Zeitlang gedämpft haben, so läßt man sie in der Erbsenbrühe kochen. Während dieser Zeit nimmt man zwei Pfund Fische, Karpfen, Schleien oder Nasen, schuppt und wäscht sie recht rein, und schneidet sie in große Stücke. In einer Kasserolle läßt man einen Vierling Butter zergehen, legt die Stücke der Fische hinein, tut Zwiebel und Wurzeln, wie zur vorheriger Suppe dazu, und läßt es auf Kohlen langsam dämpfen, bis es gelb, wie alle Schü (Jus), aussieht. Stäubt ein Löffelchen voll Mehl hinein, läßt es noch eine kurze Zeit dämpfen, rührt es aber nicht um. Treibt dann die Erbsenbrühe durch einen weiten Seiher dazu, und läßt es miteinander eine Stunde kochen. Treibt es noch einmal durch ein Haarsieb, macht die Brühe wieder siedend, und richtet sie über gebackene Erbsen an.

Kaisersuppe

Rindsfett und einige Schnitzeln Speck werden in einem Tiegel aufgesetzt, viele in Scheiben geschnittene Zwiebeln, auch eine ganze, mit Nelken besteckte Zwiebel hinzugetan und ein Pfund mageres Rindfleisch, ein halbes Pfund Kalbfleisch, alles in kleinen Schnitzeln, hineingeschnitten. Hat man guten Schinken oder mageres geräuchertes Fleisch, so kann man hiervon, nachdem es sauber gewaschen, auch ein Viertelpfund hineinschneiden; auch legt man ein paar gelbe Rüben, Pastinat, Sellerie, alles klein geschnitten, dazu, gibt es auf das Fleisch und läßt es sodann auf einer Glut

so lange dünsten, bis es auf dem Boden bräunlich zu werden anfängt. Alsdann wendet man es öfter um, stäubt ein paar Kochlöffel schönes Mehl daran, wendet es damit noch einigemal um, und füllt gute Suppe darauf. Hat man Schü- (Jus-) oder braune Suppe vorrätig, so wird es noch besser, wenn man die Hälfte dazu nimmt, und es noch eine Stunde damit kochen läßt. Sodann schlägt man es durch ein Suppensieb, frikassiert es vor dem Anrichten mit fünf Eidottern, und richtet es über geröstetes Brot für 12 Personen an.

Milzsuppe

In einen Tiegel wird Fett oder Butter gelegt und auf den Boden eine Hand voll geschnittene Zwiebel, hierauf wird eine Milz zu kleinen Schnitzeln samt dem Netz, auch eine gute Hand voll grüner Petersilie und eben so viel Porree und Zwiebelstengel geschnitten. Dieses deckt man zu und läßt es so lange dünsten, bis es auf dem Boden bräunlich wird; dann stäubt man ein paar Löffel voll Mehl daran, rührt es öfter um, backt um 1 Kreuzer Semmelschnitzeln, in Schmalz, und stößt diese samt dem Übrigen im Mörser klein, legt es wieder in den Tiegel und gießt gute Fleischsuppe daran. Auch kann man die Hälfte Schüsuppe (Jus-Suppe), wenn man sie hat, nehmen und damit gut aussieden lassen. Vor dem Anrichten wird es durch ein Sieb geschlagen, und über geröstetes Brot angerichtet, dann nach Belieben Pfeffer hinzugetan.

Falsche Maurachensuppe (Morchelsuppe)

Es werden hierzu etliche Hühnerleber und Mägen roh mit Petersilienkraut klein zusammengeschnitten, mit 2 Eier abgerührt und um 2 Kreuzer Semmelbröseln und etwas Salz und Muskatblüte hinzu gegeben. Von diesem Abgerührten macht man danach lauter kleine Maurachen oder Morcheln,

kehrt jede in einem ausgeklopften Ei um, bestreut es mit Semmelbröseln, backt es in nicht zu süßem Schmalz und gibt es in die Suppe. Man kann ordinäre Suppe oder etwas Schü (Jus) daran geben, läßt es nochmals aufsieden und richtet es an.

Hirnwandelsuppe

Zwei Kalbshirne werden abgehäutet, sauber gewaschen, in der Fleischsuppe aufgewallt, um 2 Kreuzer abgeschälte Semmeln in Milch eingeweicht, dann ausgedrückt, ein Viertelpfund Butter flaumig abgetrieben, das Hirn klein gehackt, und mit den ausgedrückten Semmeln nach und nach darunter gerührt. Dann schlägt man 8 Eier, eines nach dem andern daran, salzt es, schmiert die Wandeln aus und verfährt damit, wie mit der Consume-Suppe und richtet es an.

Gebackene Hachis-Krapfen-Suppe

Man mischt unter einige Schnitzel von Butter- oder mürbem Teig ein wenig Mehl, rollt diesen Teig einen Messerrücken dick aus, macht, wenn man übrig gebliebenes Fleisch hat, ein gutes Hachis (Hackfleisch) davon (siehe Hachis) schlägt ein Ei darein, streicht es einen Messerrücken dick auf den Teig, schlägt ihn doppelt zusammen, und sticht mit einem Löffel kleine Krapfen ab, backt sie in Schmalz, und gibt dann die Suppe daran.

Braune Saftsuppe mit Reis oder Makronen

Man wäscht, auf 6 Personen, ein Viertelpfund Reis so lange mit Wasser, bis nichts Weißes mehr davon geht, setzt ihn mit guter Bouillon oder Fleischsuppe auf, läßt ihn sieden, ohne ihn aufzurühren, bis er schön weiß und aufgegangen ist. Vor dem Anrichten seiht man die noch übrige Suppe davon ab, gibt eine Schüsuppe (Jus-Suppe) daran, richtet es an und salzt es. Eben so werden auch die Makronen zubereitet, nur mit dem Unterschied, daß sie nicht ausgewaschen werden.

Erbsensuppe

Man nimmt Erbsen, klaubt und reinigt sie wohl, setzt sie mit kaltem Wasser zum Feuer, und läßt sie zugedeckt kochen. Anfangs dürfen sie nicht gleich umgerührt werden, da sie sonst gerne hart bleiben. Wenn sie nun eine Zeitlang gekocht haben, schneidet man Sellerie hinein, stäubt etwas Mehl daran, und läßt sie wieder kochen, bis alles weich ist. Danach treibt man sie durch einen Seiher, läßt das Durchgetriebene mit Salz und Pfeffer noch einmal aufsieden, und richtet es über zu Würfel geschnittenes, in Schmalz gelb gebackenes weißes Brot an. Sollte die Suppe zu dick sein, so kann man immer mit siedendem Wasser nachgießen.

Linsensuppe

Man setzt schöne gute Linsen mit frischem Wasser auf, läßt sie weich sieden, und brennt sie mit einem Stück Butter, einem Löffel voll Mehl und ein wenig Zwiebel bräunlich ein, gibt dann noch etwas Salz und Pfeffer und, wenn man will, ein wenig Weinessig hinzu, läßt es gut versieden, und gibt es über gebackene Semmelbrocken, oder man seiht es auch darüber.

Grüne Erbsen-Suppe

Es werden hierzu junge Tauben mit grünen Erbsen zugleich gekocht; die Brühe würzt man mit etwas Petersilie und jungem Majoran. Beim Anrichten legt man geröstete Semmelschnitten in die Schüssel, und richtet die Erbsen und Tauben darüber an.

Gebackene Erbsen in der Suppe

Man macht einen Brandteig und setzt ein Viertelmaß Milch mit Butter oder Schmalz, in der Größe einer Nuß auf das Feuer; wenn es siedet gibt man Mundmehl hinein, bis es ein dicklicher Teig wird. Diesen trocknet man dann auf einer Glut ab, und gibt ihn in eine tiefe Schüssel, schlägt 5 oder 6 Eier daran, welche man vorher in warmes Wasser gelegt hat, streicht diesen Teig auf einen umgekehrten hölzernen Teller, drückt daraus mit einem angemessenem Model, welches eine kleine runde Höhlung hat, kleine Brocken, einer Haselnuß gleich, und legt sie in das Schmalz, welches aber nicht zu heiß sein darf. Hat man deren genug darin, so schüttelt man das Pfännchen immer, damit sie mehr rund und alle braun werden, nimmt sie dann mit einem Seihlöffel heraus auf einen Durchschlag, und behält sie warm. Will man anrichten, so wirft man sie in die Schüssel, und gießt braune Fischsuppe darüber.

Geriebene Gerste

Man schlägt ein oder zwei Eier auf ein Nudelbrett in Mundmehl, macht mit einem Messer einen festen Teig daraus, und reibt ihn an einem Reibeisen so klein als möglich; alsdann läßt man ihn trocknen, und zerreibt ihn noch ein wenig. Wenn man nun die Suppe kochen will, so röstet man ihn in Butter (oder kann ihn auch ungeröstet lassen), setzt Fleischbrühe oder auch nur Wasser zum Feuer, läßt es siedend werden, salzt es, wirft den Teig neben einem Stückchen Butter hinein und läßt es eine halbe Stunde sieden, dann kann man ein wenig Muskatnuß darauf reiben.

Gerstensuppe

Man nimmt gerollte Gerste so viel man braucht, setzt solche, nachdem sie geklaubt worden ist, mit Fleischbrühe zum Feuer, und läßt sie langsam kochen, damit sie nicht

überläuft. Wenn sie eine Stunde gekocht hat, fügt man klein geschnittenen Sellerie und gelbe Rüben hinzu, und füllt sie mit Fleischbrühe auf; oder wer keine Wurzeln mag, kann klein geschnittene Zitronenschalen, neben ein wenig Saft daran tun, und sie wieder kochen lassen. Alle Gerste, sie mag fein oder grob sein, muß wenigstens 3 bis 4 Stunden kochen, sonst gibt sie keinen rechten Schleim.

Weiße frikassierte Reissuppe

Auf 6 Personen wäscht man ein halbes Pfund Reis, siedet ihn in guter Suppe ganz weich, rührt ihn aber öfter um und salzt ihn nach Belieben. Vor dem Anrichten nimmt man 5 bis 6 Eidotter in einen Hafen, gießt einige Tropfen frisches Wasser hinzu, gibt den Reis unter beständigem Quirlen hinein, rührt es etliche Minuten beim Feuer, bis es anfängt dicklich zu werden und richtet es an.

Reissuppe auf italienische Art

Man klaubt den Reis sauber, und läßt ihn ein wenig im Wasser aufkochen, hierauf tut man davon so viel in ein Kasserolle wie man braucht, schneidet Sellerie und Petersilienwurzeln, klein gewürfelt, eine gelbe Rübe, und von einer oder zwei Stauden Porree das Weiße, ebenfalls klein geschnitten, tut diese Wurzeln auch zum Reis, füllt es danach mit guter Fleischbrühe auf, setzt es zum Feuer und läßt es langsam sieden, bis Reis und Wurzeln weich sind; hierauf pflückt man Petersilienkraut blattweise, und läßt es in Salzwasser aufsieden, bis es weich wird, es muß jedoch grün bleiben. Wenn es nun Zeit ist, die Speisen aufzutragen, so tut man das Petersilienkraut in die Reissuppe. Die Suppe muß klar wie Gold sein, und nicht zu dick von Reis.

Reissuppe mit Krebsen

Wenn der Reis rein gewaschen, wird er mit siedendem Wasser aufgesetzt, damit er ein wenig aufschwillt. Alsdannmacht man Krebsbutter, preßt sie durch eine Serviette, und rührt den Reis damit an. Dann werden die gerösteten Krebsschalen in der Fleischbrühe gesotten, durch ein Haarsieb, Tuch oder Seiher gepreßt, zu dem Reis gegossen, Salz und ein wenig Muskatblüte daran getan, und noch eine Stunde lang gekocht. Die Krebsschwänze und Scheren werden mitten, der Länge nach, aufgeschnitten, in die Suppe getan, und auf den Tisch gegeben. Man kann auch Schnittling (Schnittlauch) hinein tun, und Muskatnuß darauf reiben.

Grießsuppe mit Fleischbrühe

Man setzt gute Fleischbrühe in einem Hafen zum Feuer. Wenn solche siedet, so streut man Grieß hinein, und läßt sie eine halbe Stunde lang kochen. Vor dem Anrichten kann man ein ganzes Ei in der Suppenschüssel mit einem Löffel voll Wasser zerschlagen, und die Grieß-Suppe darüber anrichten. Wer will, kann Muskatnuß darauf reiben. Ein wenig Schnittlauch wird auch nichts verderben.

Braune Grieß-Suppe

Diese wird eben so wie die vorhergehende gemacht, nur mit dem Unterschied, daß der Grieß mit einem Stück Butter recht schön gelb geröstet, mit der siedenden Brühe angerührt, eine halbe Stunde länger gekocht, ein wenig Muskatblüte hinzugetan, und so aufgesetzt wird.

Haberschleim-Suppe

Man setze gereinigten und gewaschenen Haberkern mit Fleischbrühe zum Feuer, läßt ihn etliche Stunden kochen. Sollte in der Zeit die Suppe zu dick werden, so füllt man sie mit Fleischbrühe auf, dann treibt man sie durch einen Seiher in die Suppenschüssel, und trägt sie zu Tisch. Am kräftigsten wird sie über geröstete Semmelschnitten angerichtet

sein. Man kann auch den Kern undurchgetrieben lassen, und die Körner mitessen, oder mit Wasser und desto mehr Butter kochen.

Wurzelsuppe

Hierzu werden Sellerie, gelbe Rüben, Wirsing, Petersilien- und Pastinatwurzeln zu länglichen Stücken geschnitten und in Butter mit ein wenig Mehl gedämpft. Dann füllt man es mit guter siedender Fleischbrühe auf, und siedet es weich. Vor dem Anrichten schlägt man ein paar Eidotter mit etwas süßem Rahm ab, rührt ein wenig von der Brühe daran, und richtet es über knusprige Semmelschnitten an.

Klare Suppe von Wurzeln

Man nimmt gelbe Rüben, weiße Rüben, Pastinat, Petersilienwurzeln und Sellerie, aus diesen Wurzeln schneidet man verschiedene Figuren, als Würfel, Sterne usw. hierauf läßt man sie in Wasser übersieden, und richtet sie in eine gute weiße Braise (Schmorsud) ein, setzt es aufs Feuer, läßt es langsam kochen, bis sie weich sind, richtet dann eine gute starke Fleischsuppe her und bereitet das knusprige Brot. Ist es Zeit die Suppe anzurichten, so nimmt man die Wurzeln heraus auf eine reine Serviette, damit das Fett davon geht, tut danach die Wurzeln in die Suppenschüssel, gießt die Fleischbrühe darüber, legt das knusprige Brot ein, und richtet sie an.

Kartoffelsuppe

Man schält Kartoffeln, schneidet sie in feine Scheiben, nimmt einen Tiegel oder Kasserolle mit viel Fett auf dem Boden, gibt Zwiebel und Petersilie, dann die Kartoffel darauf, läßt sie gut zusammen dünsten, stäubt Mundmehl

daran, läßt es kochen, und füllt es dann mit guter Fleischbrühe auf, oder noch besser mit brauner (Schü-) Suppe (Schü = Jus), gibt etliche gebackene Semmelschnitten hinein, und läßt sie gut damit kochen. Vor dem Anrichten wird sie durch ein Sieb geschlagen, und über gebackene, gewürfelte Semmel angerichtet.

Geschnittene Nudelsuppe

Man macht aus Eier und schönem Mundmehl einen nicht gar zu festen Teig an, arbeitet ihn recht gut ab, formt ihn etwas länglich, schneidet mehrere Teile daraus, rollt sodann einen nach dem andern zu ganz dünnen Flecken aus, (denn zur Suppe sind sie je feiner je schöner) den übrigen Teil schlägt man einstweilen in ein Tuch ein, damit er nicht trocken wird, und die ausgerollten Teigflecke läßt man trocknen, dann rollt man sie zusammen, und schneidet sie mit einem guten Messer recht fein. Wenn man sie braucht, so läßt man eine gute Suppe aufsieden, und kocht sie unter beständigem Rühren ein, läßt sie so lange als ein weiches Ei sieden, gibt etwas Schnittlauch darauf, oder statt dessen ein wenig braune Schüsuppe (Jus-Suppe), auch kann man statt Nudeln von diesem Teig kleine Fleckchen schneiden.

Eierfladel-Suppe

Zu einem Löffel voll Mehl wird ein Ei gerechnet. Dieses wird in eine Schüssel getan, gesalzen, vorher mit ein wenig Milch angerührt, und mit Milch dann vollends dünne gemacht, daß der Teig recht läuft. Dann wird Schmalz in einer Back- oder flachen Pfanne heiß gemacht, wieder in ein kleines Pfännlein heraus geschüttet, und nur so viel darin gelassen, daß sich das Flädlein nicht anhängt. Dann gießt man mit einem Schöpflöffel den Teig in die Pfanne und läßt ihn, durch beständiges Drehen und Wenden der Pfanne, überall herumlaufen, daß das Flädlein nur eine

Messerspitze dick ist. Wenn es nun auf der einen Seite gebacken ist, wendet man es um, und läßt es auf der andern Seite auch backen, aber ja nicht braun, sondern nur schön gelb. Danach tut man wieder Schmalz in die Pfanne, und macht es wie vorher, bis der Teig alle ist. Dann werden die Flädlein zusammen gewickelt, und einen kleinen Finger breit geschnitten. Nun wird eine gute Fleischbrühe siedend gemacht, die Flädlein hinein getan, und nur ein wenig aufgesotten.

Suppe von Salzburger- oder Spanischen-Nudeln,

oder von Makronen

Man setzt eine Maß Fleischbrühe, worin zuvor allerlei schmackhafte Wurzeln gesotten wurden, zum Feuer, läßt die Nudeln eine Stunde lang darin kochen (sollen es aber Salzburger-Nudeln werden: so müssen sie zwei Stunden lang kochen), tut ein Stück frische Butter und Muskatblüte hinein. Zu einem halben Pfund Nudeln rechnet man eine gute Maß Fleischbrühe.

Eine Makkaroni-Suppe auf italienische Art

Man schneidet weiße Rüben klein länglich, setzt eine gute Fleischsuppe zum Feuer, tut die Rüben hinein, läßt sie sieden bis sie halb mürbe geworden. Hierauf nimmt man große Fingerdicke Makkaroni -Nudeln, und bricht sie in kleine Stücke. Eine Viertelstunde vor dem Anrichten tut man diese Makkaroni -Nudeln in die Fleischsuppe von den Rüben, wie auch etliche Bratwürste, und läßt es langsam sieden. Sind die Makkaroni und die Rüben weich, so bringt man diese Suppe auf die Tafel und gibt zerriebenen Parmesankäse auf einem besonderen Assiette (Teller) dazu.

Gelbe Rüben-Suppe

Man nimmt schöne, große, saftige gelbe Rüben, wäscht

und schabt sie sauber ab, sodann reibt man sie auf dem Reibeisen, reibt auch um 1 Kreuzer Semmel dazu; dann legt man in einen Tiegel ein gutes Stück Butter oder Rindsfett, legt die Rüben darauf, und läßt sie aufgedeckt auf einer starken Glut stehen, rührt sie öfter mit einem Kochlöffel um, und läßt sie allzeit auf dem Boden wieder bräunlich werden. Sind sie durch und durch bräunlich, so staubt man einen Löffel voll Mundmehl daran, gibt gebackene Semmelschnitten hinein, stößt sie in einem Mörser zusammen, und läßt sie wieder in dem Tiegel, mit guter Fleischsuppe aufgefüllt, eine Weile gut versieden. Man kann auch, um sie noch besser zu machen, ein Stückchen guten Schinken, und einen Kalbsknochen damit versieden lassen, oder ein Stück mageres Kalbfleisch nach Belieben dazu nehmen. Vor dem Anrichten wird alles durch ein Sieb geschlagen, und über geröstete oder gebackene Semmeln angerichtet. Diese Suppe ist sehr gut und kräftig auch für Kranke, wobei aber der Schinken weggelassen werden muß.

Klare Selleriesuppe

Man nimmt schönen Sellerie, schneidet daraus verschiedene Figuren, läßt sie übersieden, tut sie in einen Tiegel oder Kasserolle, gießt gute Fleischbrühe dazu, setzt es auf das Feuer, und läßt es ganz langsam sieden, bis der Sellerie weich ist, dann nimmt man knuspriges Brot dazu, so viel nötig ist, und etwas übersottene Petersilie und richtet sie an.

Braune Suppe von Bayrischen Rüben

Man nimmt ein paar Hände voll kleiner Rüben, wäscht und schabt sie sauber ab, schneidet sie klein, und tut Fett oder Butter in einen Tiegel. Nun legt man die Rüben hinein, deckt sie zu, und läßt sie bei mehrmaligem Umrühren ganz weich dünsten; endlich staubt man ein paar Löffel voll Mehl

daran, und läßt sie damit noch brauner werden, gibt etliche Schnitzel gebackene Semmeln hinein, füllt sie mit guter Fleischbrühe oder Schüsuppe (Jus-Suppe) auf, und läßt sie gut aufsieden; vor dem Anrichten schlägt man sie durch einen Sieb und richtet sie über gebackenem oder geröstetem Brot an.

Zwiebelsuppe

Man schneidet mittlere Zwiebeln, nachdem sie sauber geschält worden, in der Mitte entzwei, legt die zerschnittenen halben Zwiebeln auf einen sauberen hölzernen Teller, und schneidet sie quer so dünn wie möglich, doch so, daß sie auf einer Seite aneinander hängen bleibt. Eben so schneidet man auch schwarzes Brot ganz fein, und belegt den Boden der Suppenschüssel mit einer geschnittenen Zwiebel, dann wieder eine Lage Brot und so fort, bis der ganze Boden voll ist. Dann wird recht stark siedende Fleischbrühe oder gesalzenes Wasser darauf gegossen, alles zugedeckt und auf wenigen Kohlen langsam gekocht, bis die Zwiebeln weich sind. Danach schneide man wieder etliche Zwiebeln zu Würfeln, läßt solche in heißem Schmalze schön gelb werden, gießt sie über die Suppe und schlägt so viel Eier in die Suppe als Personen bei Tisch sind. Man hebt jedesmal, so oft man ein Ei einschlägt, mit einem Löffel die Schnitten ein wenig in die Höhe, damit beim Hineinschlagen das Ei völlig hinunter kommt, und doch ganz bleibt; deckt die Suppe wieder zu, und läßt sie nur ein wenig kochen, damit die Eier nicht zu hart werden; tut ein wenig Pfeffer daran und trägt es zu Tisch.

Kräutersuppe

Man nimmt Wirsing, löst die Dorsten heraus, schneidet ihn fein, nimmt dazu grünen Salat, etwas fein geschnittene Rüben, auch etwas grüne Erbsen, wenn sie zu haben sind; dies alles läßt man in Wasser übersieden, tut

es dann in einen Suppenkessel, nimmt etwas Sauerampfer und Körbelkraut (Kerbelkraut) dazu, füllt es mit guter Fleischbrühe auf, und läßt es langsam sieden bis die Kräuter weich sind, dann schneidet man das Brot dazu, röstet es auf dem Rost oder Ofen, tut es in die Suppe und trägt sie auf den Tisch.

Eine andere Kräutersuppe

Man nimmt Spargel, Körbelkraut (Kerbelkraut), Sauerampfer, Petersilie, Endivien, Spinat, Sellerie, alles rein waschen und klein schneiden, gießt so viel gute Fleischbrühe darauf, als nötig, läßt es wohl zugedeckt von Ferne beim Feuer stehen, daß es nicht kocht, sondern nur zittert, durch dieses zieht sich die Kraft aus den Kräutern und Wurzeln; alsdann seiht man sie durch ein Haarsieb, und kocht geschnittene Nudeln oder Reis darein. Man muß sie aber vorher probieren, ob die Kraft von den Wurzeln wohl ausgezogen ist. Dies ist eine der herrlichsten und kraftvollsten Suppen.

Endivien-, Wirsing- und Sauerampfersuppe

Die Endivien werden hierzu ganz fein länglich geschnitten, wie zum Salat; dann werden sie in Butter oder Fett gedünstet, Mehl daran gestäubt, damit gerührt, und mit Suppe aufgefüllt; übrigens frikassiert wie die Kräuter-Suppe, und über knusprige Schnitten gegossen. Mit Wirsing oder Sauerampfer wird auf gleiche Weise verfahren; nur es zu schneiden steht hier in eines Jeden Belieben, länglich oder klein.

Gewöhnliche Sago-Suppe

Für 4 bis 5 Personen nimmt man ein Viertelpfund Sago, klaubt und wäscht solchen sauber, gießt das Wasser davon ab; brüht ihn danach mit siedendem Wasser an, rührt ihn etlichemal um, läßt ihn eine Viertelstunde stehen, und gießt das Wasser wieder durch einen Suppenseiher davon.

Man brüht ihn noch einmal an, und wenn er wieder eine Viertelstunde gestanden hat, wird er noch einmal abgegossen und mit siedender Fleischbrühe in einem zweimäßigen Hafen zugesetzt. Dann läßt man ihn etliche Stunden kochen, und tut ein wenig Muskatblüte und Salz, wenn noch eins nötig ist, daran. Vor dem Anrichten klopft man ein paar Eidotter mit einem Löffel voll Wasser ab, gießt ein paar Löffel voll Sagobrühe daran, rührt danach alles durcheinander, und richtet es so an. Man kann auch ein paar rein gewaschene Kalbsbriese mitkochen lassen, und danach in Stückchen geschnitten unter die Suppe tun. Selleriewurzeln mitgekocht gibt ihr einen recht guten Geschmack. Man kann auch weiße Butterknödel in Fleischbrühe kochen, sie aus dieser herausnehmen, und in die Sagosuppe tun, wenn sie angerichtet ist.

Spargel- oder Karfiol- (Blumenkohl) Suppe

Der Spargel oder Blumenkohl darf eben nicht vom schönsten sein; er wird ein wenig in Salzwasser übersotten, sodann klein geschnitten, nach Belieben in einem Tiegel mit Butter gedünstet, feines Mehl daran gestaubt, und mit Fleischsuppe angefüllt, gut auf gesotten, sodann vor dem Anrichten frikassiert. Man kann auch ein wenig Champignons und Petersilie darunter schneiden.

Biersuppe

Man gießt weißes Bier in eine rein geputzte messingne oder kupferne Pfanne, setzt es auf das Feuer, schäumt es immer ab, und gibt zuletzt ein Stück Zucker nach Belieben darein, strudelt 6 Eigelb mit einer halben Maß süßen Rahm ab, und gießt das siedende Bier daran, rührt es noch ein wenig auf der Glut ab, und richtet es über knusprige Semmelschnitten an.

Eine gestoßene Suppe

Man nimmt eine alte Henne, oder auch nur eine halbe, stößt sie recht klein in einem Mörser, gießt gute Fleischbrühe daran, salzt und würzt sie, und richtet sie über knusprige Schnitten an.

Suppe mit Butternöckerln

Man nimmt Butter, oder gutes reines Schmalz, rührt es recht flaumig ab, und nimmt so viel Eier als Löffel voll Mehl dazu, salzt es, und läßt es eine Weile gerührt stehen. Zur Vorsorge kann eines probiert, und in siedende Fleischsuppe geschlagen werden; wenn es zerfällt, nimmt man noch ein wenig Mehl dazu, setzt ferner eine Suppe in einem Tiegel auf, und wenn sie siedet, so schlägt man sie mit einem Eßlöffel ein, deckt es zu, und läßt es eine halbe Viertelstunde sieden; dann richtet man es zur Tafel an. Würzen kann man es nach Belieben mit Safran, Muskatblüte oder Pfeffer.

Schneckensuppe

Die Schnecken läßt man samt ihren Häuschen so lange als ein paar harte Eier im Wasser sieden; dann nimmt man sie heraus, zieht die schwarze Haut herab, schneidet den Kopf und den hintern Teil davon, wäscht sie mit warmem Wasser recht ab; wenn man will, kann man sie zuvor mit Salz abreiben; allein sie bleiben kräftiger, wenn man nur mit etlichen warmen Wassern das Schleimige davon abwäscht. Hierauf läßt man die Schnecken noch ein wenig im Wasser oder besser in Fleischbrühe sieden bis sie weich werden, wiegt oder hackt sie recht klein zusammen, einige läßt man ganz. Die gehackten wirft man in einen kleinen Hafen, röstet ein wenig Mehl in Butter ganz gelb, tut es auch dazu, gießt siedende Fleischbrühe darüber, würztsie mit ein wenig Muskatblüte und Pfeffer, läßt sie noch eine Viertelstunde kochen, und richtet sie über weißes knuspriges Brot an. Die noch übrig behaltenen Schnecken legt man mitten auf die Suppe, und deckt sie zu, damit das Brot weich wird. Man kann auch ein wenig fein gewiegte Petersilie mit Mehl rösten und mit der Brühe aufsieden lassen, damit es einen bessern Geschmack bekommt. Für zwei Personen nimmt man 12 bis 13 Schnecken, und eine schwache halbe Maß Fleischbrühe, oder am Fasttage Wasser, nur muß alsdann mehr Butter dazu genommen werden.

Weiße, gestoßene Suppe

Hat man etwas Übriggebliebenes von einem gebratenen Kapaun, Hühnern, Indian, oder auch, wenn man nichts anderes hat, ein Stück schönen weißen Kalbsbraten, so wird von diesem alle braune Haut abgelöst, und das Fleisch im Mörser klein gestoßen, auch eine Handvoll abgezogene Mandeln und 4 hart gesottene Eier dazu getan. Wenn alles dieses klein gestoßen ist, legt man ein wenig Rindsfett oder ein Stück Butter in einen Tiegel, gibt einen Löffel voll schönes Mehl dazu, läßt es anlaufen, tut das Gestoßene hinein, rührt es einige mal um, füllt den Tiegel mit guter Fleischsuppe auf, und läßt es eine gute Stunde kochen. Man kann auch ein wenig Muskatnuß hinzufügen; vor dem Anrichten schlägt man es durch ein Haarsieb, oder feinen Durchschlag, und richtet es über geröstetem Brot an.

Suppe mit Bechamel-Nöckerln

Man macht ein Bechamel, aber ganz fest, trocknet es ab wie einen Brotteig, läßt es ein wenig auskühlen, treibt es mit einem Viertelpfund Butter ab, und schlägt 8 Eidotter daran, und von 4 Eier den Schnee; übrigensschlägt man es in gute siedende Fleischbrühe, wie die Butternöckerln, und verfährt wie mit selben damit.

Krebssuppe

Es werden 15 kleine Krebse mit ein wenig Salz gesotten, die Schwänze herausgemacht, die Galle davon getan, das Weiße neben an den Füssen weggeputzt, und sie dann klein gestoßen, in ein Viertelpfund Butter mit einer in vier Teile geschnittenen Zwiebel geröstet, und wenn die Butter schön rot ist, ein Kochlöffel voll Mehl darein gerührt, noch ein klein wenig geröstet, danach in siedende Fleischbrühe getan, und eine halbe Stunde lang gekocht, dann streut man Schnittlauch über gebackene Semmel, und richtet jene Brühe durch einen engen Suppenseiher darüber an; rührt etliche Eidotter mit etwas süßem Rahm ab, und wenn die Suppe ein wenig auf Kohlen angezogen hat: tut man die abgerührten Eidotter hinzu, reibt, wenn man will, Muskatnuß darauf, legt die Krebsschwänze darüber, und trägt sie auf. Bei dieser Suppe können die Eidotter auch weggelassen werden, und wenn Spargel zu bekommen ist, so kann klein geschnittener abgebrühter Spargel daran getan werden.

Baumwollen-Suppe

Man schüttet in ein Hafelein 5 Eßlöffel voll Mundmehl, rührt mit süßer Milch einen Teig, gleich einer Traufsuppe an, schlägt sodann 5 oder 6 Eier daran, rührt sie noch gut ab, und läßt sie in siedender Fleischsuppe ein, und rührt sie dabei beständig um, bis sie ganz dicklich wird. Würzen kann man sie nach Belieben beim Anrichten.

Lebersuppe

Für 6 bis 8 Personen nimmt man eine halbe Kalbsleber, hackt solche mit einem Achtelpfund frischen Speckrecht fein, dann läßt man in einem Tiegel einen halben Vierling Butter zergehen, dämpft das Gehackte mit fein geschnittenen Schalottenzwiebeln eine Viertelstunde lang, sie wird hierauf mit heißer Fleischbrühe aufgefüllt, Sellerie und Petersilien-Wurzeln dazu getan, und miteinander eine gute halbe Stunde gekocht, durch ein Haarsieb oder nicht ganz engen Seiher getrieben; Salz und Muskatblüte daran getan, und noch ein paar Wall darüber gehen lassen; danach geschnittenes und in Schmalz gebackenes Milchbrot mit gehackter Petersilie und Schnittlauch bestreut und darüber angerichtet.

Weinsuppe

Man nimmt halb Wein und halb Wasser, Zucker und Zimt nach Belieben, ferner ein Stück frische Butter, worin ein wenig Mehl gelblich geröstet worden ist, dann nimmt man Eidotter mit einigen Tropfen frischem Wasser in einen Hafen, gießt den auf gesottenen Wein und das Wasser unter beständigem Strudeln darein, und richtet es über knusprige Semmelschnitten zur Tafel an.

Schokoladensuppe

Man setzt eine halbe Maß gute Milch oder süßen Rahm zum Feuer, (man kann auch Wein oder weißes Bier nehmen) nimmt es, so wie es zu sieden anfängt, vom Feuer weg, und rührt 3 bis 4 Löffel voll geriebene Schokolade, und etwas Zucker hinein, und läßt es unter langsamem Umrühren noch ein wenig sieden. Indessen nimmt man 2 bis 3 Eidotter, zerschlägt sie mit ein wenig Wasser, damit sie nicht gerinnen. Hierauf nimmt man die Schokolade vom Feuer, rührt das Eidotter damit an, und gießt es über knusprige Semmelschnitten. Oder macht von einem Ei, einigen Löffeln voll Wein, ein wenig Zucker und Mehl einen festen Teig, wie zu geschnittenen Nudeln, rollt ihn einen

Messerrücken dick, und schneidet nicht gar zu kleine Nudeln daraus; backt solche schön gelb, vermittels heißen Schmalzes, und gebraucht sie statt den Schnitten.

Einbrenn-Suppe

Man macht mit einem guten Stück Schmalz und drei Löffel voll Mehl ein recht dunkelbraunes Einbrennen, gibt ein wenig Kümmel daran, gießt, wenn alles braun ist, so viel man braucht, siedendes Wasser oder Fleischbrühe daran, salzt es und läßt es zusammen gut und ganz dicklich einkochen. Will man anrichten, so seiht man es durch ein Sieb, und gießt es über klein gewürfelte Semmel oder Hausbrot in die Schüssel.

Hühnersuppe

Man wiegt das Fleisch von einer gesottenen halben Henne ganz klein, stößt danach die Beine samt dem gewiegten Fleisch, 10 bis 12 Mandelkerne, und ein paar hart gesottene Eidotter in einem Mörser, tut dieses neben einigen schön gelb gebähten Semmelschnitten in ein Hafelein, gießt von der Hühnerbrühe daran, und läßt es eine Stunde lang mit Sellerie- und Petersilien-Wurzeln kochen. Treibt es durch ein Haarsieb, tut Muskatblüte und ein Stückchen frische Butter daran, läßt es noch einmal aufsieden und richtet es über geröstetem weißem Brot oder allerlei Knödel an.

Banadel-Suppe von geriebener Semmel

Man reibt drei Kreuzer-Semmeln ab, röstet sie in einem Tiegel mit einem Stück Butter und etwas fein geschnittenem Petersilienkraut; füllt gute Fleischsuppe darauf, und läßt sie gut sieden. Vor dem Anrichten frikassiert man sie mit 4 Eidottern und richtet sie an.

Coulis-Suppe von Rebhühnern

Man brät ein, oder, nachdem man mehr oder weniger Suppe zu machen hat, zwei alte Rebhühner halb, stößt sie in einem Mörser fein, tut sie in eine Kasserolle oder Tiegel, und schneidet mehrere Wurzelarten, eine Zwiebel, etwas Thymian, und ein klein wenig Basilikum mit ein wenig frischer Butter dazu, setzt es an ein gelindes Feuer, und läßt es anlaufen, füllt es dann halb mit guter Fleischsuppe, halb mit Schü (Jus) und läßt es langsam sieden. Man backt dann etliche Schnitten Semmel dazu, und wenn alles verkocht ist, treibt man es durch ein Haartuch, setzt sie zu einem mäßigen Feuer bis zum Anrichten, dann richtet man das im Butter ausgebackene und wohl auf gesottene Brot hinzu, und gießt das Durchgetriebene darüber.

Suppe mit Consume

Zum Consume ist am Besten, wenn man Knochen oder Rückenmark von ausgelöstem Geflügel, wie Hühnern, Kapaunen, oder wenn man nichts anders hat, eine ganze Henne nimmt. Wenn diese sauber geputzt und ausgenommen ist, stößt man sie mit einem halben Pfund gebratenem Kalbfleisch in einem Mörser klein zusammen, dann weicht man eine Semmel in einer guten Fleischbrühe und stößt sie gleichfalls damit; sodann nimmt man 12 Eidotter, 4 ganze Eier, und stößt sie auch damit eine Zeitlang, dann gießt man eine halbe Maß gute Fleischbrühe daran, rührt es gut damit ab, seiht es durch ein Tuch, preßt es gut aus, salzt es, gibt ein wenig Muskatnuß daran, schmiert sodann 12 mittlere blecherne Wandeln mit Butter aus, füllt jedes mit Consume an, und läßt es in heißem Wasser ganz langsam zusammengehen; das Wasser darf aber nicht viel sieden; dann stellt man die Wandeln in einen Tiegel, tut so viel Wasser hinzu, daß sie noch einen Fingerbreit über das Wasser reichen, damit, wenn es siedet, das Wasser nichthinein dringt. Ist das Consume zusammen gegangen, so stürzt man es heraus in die Suppenschüssel, gießt gute Fleisch- oder Schüsuppe (Jus-Suppe) daran, und richtet es an. Man kann auch nach Belieben geröstete Semmelschnitten dazu geben.

Mandelsuppe mit Fleischbrühe

Es wird ein wenig Fett von gestandener Fleischbrühe mit ein paar Eßlöffel voll Fleischbrühe in einen Tiegel getan, etliche Stückchen fingerdick geschnittenes Kalbfleisch, mit Sellerie, Petersilie und Pastinatwurzeln darein gelegt, und so lange gedämpft, bis es weich ist, und ein klein wenig gelblich wird. Alsdann schüttet man guteFleischbrühe daran, und schneidet zu einer Maß ein Viertel von einem Kreuzerbrot, oder auch ein halbes, je nachdem man es dick oder dünn gekocht haben will, während dem man nun dieses kochen läßt, stößt man eine Handvoll abgezogene Mandeln, mit ein paar nicht zu hart gesottenen Eidottern recht fein, wirft es in ein Haarsieb, und treibt es mit der gekochten Brühe durch. Zuletzt tut man auch die Wurzeln hinein, und treibt es mit noch ein wenig siedender Brühe durch, läßt es unter beständigem Umrühren noch ein wenig aussieden; tut Salz und Muskatblüte nach Belieben daran, und richtet es über fein geschnittene Semmel-Schnitten an.

Kraftsuppe für Kranke

In einem Hafen von 2 Maß frischem Wasser wird ein mageres Stück Rindfleisch von 2 Pfund, ein Kalbsknochen, ein Stück Schaffleisch von 1 Pfund, oder Schaffüße zum Feuer gesetzt, und eine alte Taube dazu gegeben, die, wo möglich, geschossen oder erdrosselt werden sollte, damit das Blut darin bleibt. Ist alles verschäumt, so tut man 2 Petersilienwurzeln, 2 gelbe Rüben, 2 Pastinat, 2 Selleriestöcke, Porree und eine schöne ganze Zwiebel dazu; nun läßt man es bei einer Glut braten, dann steckt man einige ganze Gewürznelken darein, gibt zu selben in die Suppe auch ein paar Zehen Knoblauch und ein Lorbeerblatt; dann wird der Hafen mit einem gut passenden Deckel zugedeckt. Man kann auch den Deckel mit schlechtem Teig verpichen. Alles läßt man nun, gut bedeckt, 3 Stunden sieden, seiht es dann ab und gibt des Tags zweimal eine Schale davon zur Anfeuchtung zu trinken. Man salzt es nach Belieben.

Eine Suppe mit französischem weißen Fasch

Man nimmt eine halbe Henne, oder einen Kapaun, löstdie Brust davon heraus, legt es auf ein Schneidbrett und schabt die Brust mit dem Messer, damit die kleinen Häutchen wegkommen; hierauf schneidet man den Fasch (Füllung aus Gehacktem) fein mit dem Wiegemesser, tut ihn in einen Mörser, stößt ihn recht fein, legt ihn wieder aufs Brett, durchsucht ihn nochmals mit dem Messer, damit kein Häutchen darin bleibt, und treibt ihn durch ein Haarsieb, hierauf kommt er wieder in den Mörser, neben zwei gesottenen kalten Kalbseutern, ein wenig fein geschnittener Petersilie, etwas Zwiebeln, Schalotten, Basilikum und Thymian, ein wenig Muskatnuß und Salz. Ist dies alles fein gestoßen, so weicht man die Mollen von einer Semmel in Rahm oder Milch ein, drückt sie aus, und tut sie neben einem kleinen halben Pfund Butter zu diesem Fasch. Stößt noch einmal alles recht fein zusammen, schlägt danach einen Schnee von 4 Eiklar, tut ihn auch zu diesem Fasch, stößt alles untereinander, bestreut hierauf ein Nudelbrett mit ein wenig Mundmehl, tut den Fasch darauf und rollt ihn sauber und rund mit der Hand aus, schneidet ihn in kleine runde oder längliche Stückchen, legt ihn auf eine Schüssel, und setzt ihn an einem kühlen Ort auf die Seite, bis es Zeit ist anzurichten. Nun richtet man in der Kasserolle eine gewöhnliche Fleischsuppe auf dem Windofen, damit sie siedet. Soll angerichtet werden, so tut man den Fasch hinein, und deckt es zu; wenn es vier Minuten gesotten hat, tut man die gute Fleischsuppe in die Suppenschüssel, nimmt danach den Fasch mit einem Schaumlöffel heraus, und legt ihn in die klare Fleischsuppe, so daß letztere hübsch klar bleibt.

Eiergersten-Suppe

Von drei Semmeln reibt man die Rinde fein ab, treibt ein wenig Butter in einem Tiegel ab, schlägt 6 Eier daran, rührt dies gut untereinander, und gießt gute siedende Fleischbrühe darauf; dann läßt man sie unter beständigemSchütteln ein wenig aufsieden, bis sie ganz dicklich wird, und richtet sie so zur Tafel an, sie kann auch nach Belieben gewürzt werden.

Deutsche Suppe

In einen hohen Hafen schlage man 5 Eier, tut neben einem Stückchen Butter, Salz, Muskatblüte, eine kleine halbe Maß gute Fleischbrühe, und wer es gelb haben will, ein wenig Safran hinzu. Der Hafen wird zugebunden und in kochendes Wasser gesetzt. Wenn es eine Stunde gesotten hat, schneidet man die Masse in dünne Stückchen, rührt das Gelbe von einigen Eiern und klein geschnittenen Schnittlauch neben Petersilie in Fleischbrühe, und richtet es darüber an.

Braune gehackte Suppe

Für 6 bis 8 Personen werden zwei große Hände voll Mehl auf ein Nudelbrett getan, und in die Mitte zwei Eier geschlagen, dies mengt man mit einem Messer nach und nach untereinander, und hackt es ganz klein, nur nimmt man sich in Acht, daß man es nicht durch zu vieles Mehl zu dicht macht; dann wird ein Viertelpfund Butter in einer Kasserolle oder Pfanne zerlassen, das Gehackte gelb geröstet, und mit kaltem Wasser oder Fleischbrühe abgelöscht, das Übrige gießt man heiß darauf, tut klein geschnittene Petersilie und etwas Muskatnuß daran; damit die Suppe nicht knollig werde, muß sie fleißig gerührt werden.

Bröseln-Suppe

Man reibt für vier Kreutzer altgebackene Semmel zu Bröseln, läßt einen Vierling Butter oder Abschöpffett in einem Tiegel zergehen, tut die Bröseln hinein, läßt sie unter beständigem Umrühren kastanienbraun werden, gießt dann siedende Fleisch- oder braune (Schü-) Suppe (Schü = Jus) daran,

salzt es, wiegt Petersilie und Muskatblüte dazu, und gibt es auf den Tisch.

Gehäck-Suppe

Man nimmt ein Stückchen übriggebliebenen Braten, wiegt ihn mit Petersilie und Zitronenschalen ganz fein, tut ein Stück Butter oder Abschöpffett in einen Tiegel, läßt sie zergehen, gibt einen kleinen Löffel voll Mundmehl darein, läßt es gelblich werden, legt das Gewiegte hinein, schüttet gute Fleischbrühe daran, salzt es, und richtet es über knusprige Semmelschnitten an.

Gewöhnliche Reis-Suppe

Man klaubt und wäscht einen halben Vierling Reis, gießt siedende Fleischbrühe daran, tut Zitronenschalen, Muskatblüte, in Würfel geschnittenen Sellerie, Petersilie, und Salz dazu, läßt ihn anderthalb Stunden sieden, rührt ihn öfters um, damit er sich nicht anhängt. Vor dem Anrichten nimmt man die Zitronenschalen und Muskatblüten wieder heraus, und richtet die Suppe an.

Bechamel-Suppe

Man nimmt Zwiebeln, etliche gelbe Rüben, Speck, Nelken, Lorbeerblätter und ein Stück Butter und läßt es ein wenig anlaufen. Dann nimmt man zwei Löffel voll Mundmehl, gießt Milch oder Rahm daran, doch darf es nicht zu dünn werden, läßt es ein wenig kochen, treibt es durch ein Haarsieb in eine Schüssel, schlägt 10 Eier daran, rührt es gut untereinander, schüttet es in ein viereckiges Blech, tut es in siedendes Wasser, doch so, daß es nicht darüber hingeht, und läßt es kochen, doch so, daß es nicht zu fest wird. Hierauf schneidet man es viereckig und tut es in die siedende Suppe.

Weiße Fisch-Schüsuppe (Jus-Suppe)

Ein Tiegel wird mit Butter, geschnittenen Zwiebeln, gelben Rüben, Pastinat, Sellerie, etlichen Gewürznelken bedeckt und etliche Stücke guten Fisch darauf gegeben. Wenn dieses zusammen ein wenig angelaufen ist (ganz braun darf es nicht werden) füllt man es mit gutem hellen Erbsensud auf, läßt es ein paar Stunden damit kochen, seiht es gut ab und macht den beliebigen Gebrauch davon.

Weiße gestoßene Fischsuppe

Wenn man etliche Stücke Fisch in Salzwasser gesotten hat, löst man die größten Gräten davon ab, und stößt das Fleisch mit 2 hart gesottenen Eier, einer Hand voll gestoßener Mandeln und einer abgeschälten, in Milch eingeweichten und wieder ausgedrückten Kreutzersemmel in einem Mörser klein zusammen, legt ein Stück Butter, einen Löffel voll schönes Mehl neben dem Gestoßenen in einen Tiegel und läßt es ein wenig anlaufen. Dann gibt man von der weißen Fisch-Schüsuppe (Schü = Jus) daran und läßt es damit gut aufkochen. Beim Anrichten treibt man es durch einen Sieb und gibt knusprige Semmelschnitten darein.

Saure Rahmnöckerln zur Suppe

Ein Maß saurer Rahm wird mit 8 Eidotter abgerührt, das Weiße von 6 Eier zu Schnee geschlagen, und neben etwas fein geschnittenem Schnittlauch und Petersilienkraut darunter gerührt, dann 8 Eßlöffel voll schönem Mehl dazu gegeben, alles recht gut verrührt, gesalzt, eine Reine mit Butter ausgeschmiert, das Gerührte darein gegeben, im Rohr gebacken oder oben und unten Glut gegeben. Wenn es ausgebacken ist, werden mit einem Löffel Nöckerln herausgestochen, in die Schüssel gelegt, braune Fisch-Schüsuppe (Schü = Jus) darüber gegossen und angerichtet.

Fasten-Banadelsuppe

Geriebene Semmel oder Hausbrot wird mit Butter oder Schmalz ganz bräunlich geröstet, mit klarem Erbsensud aufgefüllt und gut aufgesotten. Vor dem Anrichten werden 4 Eidotter mit ein paar Löffel voll saurem Rahm abgequirlt und unter beständigem Rühren in die Suppe gegeben; dann ist sie fertig.

Tropfsuppe

In einen kleinen Hafen werden 5 Eier geschlagen, Mehl so viel dazu gegeben, das es ein fein rinnender Teig wird. Diesen schlägt man mit dem Löffel recht fein ab, läßt Wasser in einem Hafen gut aufsieden, und diesen Teig sehr fein hineinlaufen. Wenn er zu dick ist, so gibt man noch ein Eidotter nach. Geht das Eingelassene in die Höhe, so nimmt man es mit dem Schaumlöffel heraus, gießt kaltes Wasser daran und seiht dieses wieder gut ab. Vor dem Anrichten gibt man siedendes Wasser mit Salz oder Erbsensud daran, läßt es damit aufsieden, richtet es an und schmalzt es mit in Butter gelblich gerösteten Semmelbröseln oder fein geschnittenen Zwiebeln auf.

Ochsenfleisch gut zu sieden

Das Fleisch wird, von welchem Stück es auch ist, recht geklopft und mit kaltem Wasser zugesetzt. Wenn es zu sieden anfängt, wird es fleißig abgeschäumt, bis es gereinigt ist. Hierauf salzt man es, tut eine ganze Zwiebel, von allen Arten Wurzeln, Kohl, ein wenig Borasch (Borretsch) daran, und läßt es nun immer langsam kochen. Ist die Brühe fett, so wird sie abgeschöpft, ehe man die Wurzeln einlegt.

Böflamod (Boeuf a la mode)

Hierzu nimmt man vom Schweifstück, wo möglich vom inneren, so viel man nötig hat, dieses muß wohl geklopft werden, hierauf schneidet man halbe Finger große Stückchen Speck, kehrt solchen in gestoßenen Nelken, Pfeffer, Ingwer, gewiegten Petersilie, Zitronenschalen und Salz um, und spickt das Fleisch wohl damit. In das Geschirr, worein das Fleisch kommt, legt man etliche Speckscheiben unten hin, zwei große Hände voll geschnittene Zwiebeln darüber, tut ein paar Lorbeerblätter, Kettelkraut, gelbe Rüben in Scheiben geschnitten, und eine halbe Zitrone dazu, legt das Fleisch darauf, und auf dasselbe wieder eine Handvoll Zwiebeln, tut ein Stück Brotrinde, so groß wie eine starke Hand, eine Viertelbouteille (Viertel-Flasche) Wein, eben so viel Essig, überdies aber so viel Fleischbrühe dazu, bis es halb über das Fleisch geht, deckt es wohl zu, und läßt es kochen, bis das Fleisch mürbe ist, alsdann wird es herausgenommen, die

Sauce durchgetrieben, das Fett rein abgeschöpft, und wieder an das Fleisch getan, neben einem halben Quart saurem Rahm, etwas kleinen Kapern und etlichen Scheiben frischen Zitronen, hierauf läßt man es langsam bis zum Anrichten fortkochen. Wer sparsam sein will, kann Rahm und Kapern weg lassen, es schmeckt doch gut.

Gewöhnliches Böflamod (Boeuf a la mode)

Ein mageres Stück Rindfleisch salzt man und würzt es mit Nelken, Pfeffer und verschiedenen Gewürzen, tut es mit ein wenig Zwiebel, gelben Rüben und einigen Lorbeerblätter in einen Tiegel, gießt Essig darauf, und läßt es zugedeckt weich kochen; vor dem Anrichten tut man ein wenig braune Einbrenne daran, oder läßt eine gute Handvoll geriebene Brotrinde damit verkochen, wenn es gut gekocht ist, gibt man es zu Tisch.

Roastbeef oder englischer Braten

Man nimmt ein Stück Lendenbraten von 6 bis 8 Pfund, läßt ihn im Winter 8 Tage und im Sommer 4 Tage im Keller stehen. Will man ihn brauchen, so schabt man ihn mit einem Messer ab, salzt und pfeffert ihn, läßt ihn eine Stunde stehen, und brät ihn entweder im Bratofen oder am Spieß. Drei- viertel Stunde vor dem Anrichten wird etwas Mundmehl darauf gestäubt, und ein Glas roter Wein darüber gegossen. Wird das Roastbeef im Bratrohr gebraten, so muß der Boden des Bratbeckens mit Zwiebeln und gelben Rübenscheiben bedeckt werden.

Roastbeef oder engl. Braten auf eine andere Art

Man nimmt ein Stück Lendenbraten so groß man es braucht, je größer das Stück genommen werden kann, desto saftiger wird es. Dieses wird wohl geklopft, ein halbes Lot Nelken und eben so viel Pfeffer gestoßen, eine starkeHandvoll Salz darunter gemengt, in dem Fleisch hin und wieder, doch ziemlich dicht zusammen, mit dem Messer Öffnungen gemacht, von dem Gewürz hinein gestreut, und außen wohl eingerieben, an einen Spieß gesteckt, mit ein paar, zuvor mit Butter bestrichenen Bögen Papier umbunden und langsam gebraten. Wenn der Braten vom Feuer angezogen ist, begießt man ihn so fleißig als möglich mit seiner eigenen Sauce aus der Bratpfanne, worin noch außer dem Wasser zwei ganze Zwiebeln, zwei Lorbeerblätter, etliche Wachholderbeeren, eine halbe geschnittene Zitrone, und einige ganze Nelken sein müssen. Wenn der Braten 8 Pfund schwer ist, so muß er 3 Stunden lang gebraten werden. Eine halbe Stunde vor dem Anrichten wird das Papier abgenommen, damit der Braten Farbe bekommt. Die Hauptsache seiner Güte ist das fleißige Begießen, damit er recht saftig wird.

Rindfleisch auf italienisch

Ein fleischiges Stück Ochsenfleisch von 5 bis 6 Pfund, wie man's sonst auch zum Böflamod (Boeuf a la mode) nimmt, wird wohl geklopft, und mit kleinen Stückchen Speck durchzogen. Zu einem Stückchen Speck wird in eine Öffnung eine ganze Nelke, in die andere ein Stückchen Zimt, in die dritte ein ganzes Pfefferkorn getan, und so durchaus gespickt, dann mit Salz eingerieben, in einen Tiegel gelegt, so viel Wein daran gegossen, bis er an die Hälfte des Fleisches geht, ein passender Deckel darüber gesetzt, neben an den Deckel noch ein mit einem Teig bestrichenes Papier fest herum gelegt, auf Kohlen gesetzt, auf welchen man es über Nacht dämpfen läßt, dann Morgens etwas mehr Kohlen darunter getan, und so lange darunter gelassen, bis es recht weich ist. Dieses Fleisch kann kalt und warm gegeben werden.

Rindfleisch auf russisch

Ein Bruststück gutes Ochsenfleisch setzt man in einem, so klein wie möglichen Gefäß zum Feuer, und läßt es sieden bis es anfängt lind zu werden, dann tut man Wurzeln, drei ganze Zwiebeln, wovon die eine mit 4 Nelken gespickt wird, ein wenig Muskatblüte und ein Lorbeerblatt dazu, und setzt es auf einen Dreifuß, worunter Glut sich befindet, schütte zwei Maß süßen Rahm daran, von der Fleischbrühe darf nichts genommen werden, läßt es alsdann einsieden, bis das Fleisch lind ist; beim Einsieden beobachtet man, daß das Fleisch nicht ganz drei Finger hoch auf dem Boden bleibt; ehe man es zu Tisch gibt, wird es garniert mit Petersilie.

Rostbraten auf Wiener Art

Hierzu nimmt man das dazu geeignete Fleisch von der Rippe, schneidet davon so viel, als man nötig hat, ab, klopft es wie Karbonaden (Kotelett), spickt es mit Knoblauch, salzt und pfeffere es, tut es auf den Rost, läßt es auf beiden Seiten über starken Kohlen braten, betropft es mit Butter und gibt es zu Tisch.

Rostbraten auf Münchener Art

Man nimmt 3 Pfund von der Rippe oder vom Lendenbraten, schneidet Stücke daraus in der Größe wie Karbonaden (Kotelett), salzt sie, und streut ein wenig Pfeffer darauf, läßt sie eine Stunde stehen, legt sie in einen Tiegel, setzt diesen auf eine starke Glut, und läßt es dämpfen. Die dadurch entstandene Brühe wird aus dem Tiegel heraus geseiht, das Fett abgeschöpft, ein wenig Mehl an das Fleisch gestäubt, klein geschnittene Zitronenschalen hinzugetan, die abgeseihte Brühe daran gegossen, der Tiegel noch eine halbe Stunde auf die Kohlen gesetzt, bis das Fleisch hinlänglich weich ist.

Gewickeltes (gerolltes) Rindfleisch

Von einem 2 Pfund großen fleischigen Stück Rindfleischschneide man handbreite und zwei quer Finger lange Streifen, klopfe sie recht stark und wasche sie rein, streue auf die eine Seite fein geschnittene Schalotten, gewaschene, ausgegrätete und geschnittene Sardellen, ein wenige getrocknetes und geriebenes Basilikum, gestoßenen Pfeffer und etwas Muskatblüte neben Salz, dann schneidet man fingerförmige Stückchen Speck, legt sie dahin, wo man das bestreute Fleisch anfängt aufzurollen, so daß der Speck beim Aufrollen auf der bestreuten Seite in die Mitte kommt. Dann fängt man an, auf der Seite wo der Speck liegt, aufzurollen, umwickelt die Rolle mit Zwirn, salzt sie ein wenig und legt sie mit einem Lorbeerblatt in einen Tiegel, worin vorher ein Stück Butter zergangen, läßt es auf Kohlen langsam kochen, wende sie mehrmals um, damit sie auf allen Seiten gelb werden. Dann werden sie heraus genommen, und in dem Fett einige Löffel voll Mehl ganz dunkelgelb geröstet, nur soviel heiße Fleischbrühe nachgießen, damit die Brühe nicht zu dünne wird, ein wenig Zitronenschalen, und wenn man das Saure liebt, auch ein wenig Saft oder Essig neben Kapern daran tun. Dann wird der Zwirn von den Rollen abgenommen, diese wieder in die Sauce gelegt, und noch so lange gekocht, bis sie weich sind. Dann trägt man sie, mit Zitronenschalen belegt, zu Tisch. Dieses Rindfleisch kann auch mit Füllung (Farce) zubereitet werden.

Rindfleisch auf niederländische Art

Einen Tiegel belegt man mit einigen dicken Stückchen Speck, und mit mehreren Scheibchen Schinken, Petersilienwurzeln, gelben Rüben, einer großen Zwiebel, und legt ein schönes wohl gesalzenes Stück Rindfleisch hinein, gießt Wein, Essig und Wasser von jedem gleichviel hinzu, und dämpft es langsam auf nicht zu starken Kohlen, wenn es weich ist, so nimmt man es heraus, gießt die Sauce bisauf ein wenig ab, das Grüne und der Speck muß in dem Tiegel bleiben, und braun anlaufen, dann stäubt man zwei Löffel voll Mehl daran und dünstet es, danach gießt man die herunter genommene Sauce darauf, schöpft das Fett ab, gießt wenn die Sauce zu wenig sein sollte, noch etwas Fleischbrühe zu, läßt es gut sieden, seiht es durch ein Sieb in einen anderen Tiegel, tut Zitronenschalen und Kapern daran, legt das Rindfleisch hinein, gießt etwas sauren Rahm darüber, läßt es noch ein wenig auf dünsten und richtet es an.

Rindfleisch mit Sellerie

Zu einem Pfund Fleisch wird eine große Staude gerechnet, also zu 4 Pfund 4 große Stauden, diese werden wie Apfelschnitze geschnitten und etliche gelbe Rüben dazu genommen. Von der Butter, welche man zu diesem Zweck in einem Tiegel zergehen läßt, wird ebenfalls für jede Staude ein halbes Ei großes Stück bestimmt, dann der zerschnittene Sellerie leicht darin gedämpft, so daß er weiß bleibt, ein Löffel voll Mehl daran gestäubt, und noch eine kurze Zeit gedämpft. Dann gießt man eine halbe Maß siedende Fleischbrühe daran, tut ein wenig Muskatblüte hinzu, und läßt es so lange kochen, bis die Wurzeln weich sind, danach richtet man es über gesottenes Rindfleisch an.

Rindfleisch mit Kräutern

Wenn ein Stück Rindfleisch halb gesotten hat, und lind wird, nimmt man fein geschnittene Schalotten, Petersilie, Zwiebeln, Thymian, Basilikum, Bertram und Kapern, tut sie in ein dem Fleisch anpassendes Geschirr, brenne sie mit frischer Butter ein, dann legt man das Fleisch hinein, und läßt es auf gelindem Feuer, wenn man es gesalzen und gepfeffert hat, dünsten, bis es ganz lind ist, wenn eszu sehr einkochen sollte, so gießt man braune Schüsuppe (Jus-Suppe) oder etwas gute Fleischsuppe nach; vor dem Anrichten nimmt man 4 Löffel voll guten Senf und ein wenig Bertramessig oder Zitronensaft, vermengt es, und richtet es mit der Sauce zu Tisch an. Sauce darf überhaupt nur wenig sein.

Rindfleisch mit Kartoffeln

Halb gesottenes Rindfleisch mit etwas Speck, Schinken, Petersilie, gelbe Rüben, Kalbfleisch, etliche Körner Pfeffer, Muskatblüte, Salz und zwei Schöpflöffeln voll Rindsuppe, setzt man in einen Tiegel auf Kohlen, und läßt es langsam dünsten. Ist die Sauce eingetrocknet, so gießt man einige Löffel voll Rindssuppe nach, damit es im Saft bleibe. Dann werden die Kartoffeln gesotten und gereinigt, in einen Tiegel ein Stück Butter zerlassen, ein Löffel voll Mehl darin gelb werden lassen, die Kartoffeln hinein gelegt, etwas gedünstet, ein wenig von der Fleischbrühe und Sauce darauf gegossen, und kochen lassen, dann richtet man die Kartoffel in eine Schüssel an, legt das Rindfleisch darauf, und gießt die Sauce darüber.

Abgebräunter (gegrillter) Brustkern mit Kartoffeln

Man nimmt ein fettes Stück Brustkern, kocht es in einer guten Braise (Schmorsud) weich, dann nimmt man es heraus, beschmiert es gut mit Butter, salzt und bestreut es mit Semmelbröseln, brät es auf beiden Seiten auf dem Roste. Sodann schält man lauter gleich runde Kartoffeln ab, und kocht sie in dieser Braise (Schmorsud), worin die Brust gekocht hat, weich, gibt das darauf befindliche Fett dazu, richtet sie auf die Schüssel und die Brust darauf an.

Übersottenes (blanchiertes) Rindfleisch

In der Größe eines kleinen Fingers geschnittenen Speckkehrt man in Salz und anderem gestoßenen Gewürz um, zieht ihn an verschiedenen Orten durch das Fleisch, salzt dasselbe, belegt einen Tiegel mit Speck und legt das Fleisch darauf, tut Kettelkraut, Lorbeerblätter, eine Zwiebel, zwei Zehen Knoblauch, Sellerie, gelbe Rüben, Petersilienwurzeln, einige Gewürznelken, Pfeffer und Ingwer daran, gießt zu gleichen Teilen Wein, Essig und Wasser so viel daran, daß es nicht ganz über das Fleisch weggeht, deckt es zu, und siedet es weich, dann legt man das Fleisch auf eine Schüssel heraus, läßt die Sauce braun werden, stäubt etwas Mehl daran, damit sie nicht zu dünn wird, rührt sie um, und wenn sie genug versotten ist, seiht man sie durch ein Sieb über das Fleisch, läßt es noch einmal aufsieden, und legt dann länglich geschnittene Zitronenschalen darauf.

Gemüse

Wirsing in Buttersauce

Der Wirsing wird wie gewöhnlich geputzt, und mit siedendem gesalznem Wasser zugesetzt. Überhaupt ist es bei allem grünen Gemüse Hauptsache, daß sie mit keinem anderen, als mit siedendem Wasser zugesetzt werden; wenn nun der Wirsing weich ist, wird er in einen Seiher getan, und mit kaltem Wasser übergossen. Für 6 Personen legt man hierauf einen halben Vierling Butter in einen Tiegel, röstet zwei starke Kochlöffel voll Mundmehl dunkelgelb darin, hierauf wiegt man Zitronenschalen und Petersilie, gibt sie ins Eingebrannte, tut gute Fleischbrühe, Salz, und wenn man will, auch Muskat daran, den abgeseihten Wirsingdarein, und läßt ihn auf Kohlen langsam kochen. Nur ist dabei, wie bei allem grünen Gemüse zu bemerken, daß es nicht zu dünne wird, und nicht viel Brühe haben darf. Für Personen welche den Knoblauch lieben, kann man 3 bis 4 fein gehackte Zehen mit der Butter und Mehl in dem Tiegel für sie dämpfen lassen, wodurch der Wirsing einen besonders guten Geschmack erhält.

Wirsing auf eine andere Art

Drei bis vier sauber geputzte Wirsingköpfe werden zu Vierteln geschnitten und aus frischem Wasser wohl gewaschen, dann gesalzen, mit siedendem Wasser zugesetzt, und bis sie weich sind, zugedeckt gekocht. Dann läßt man das Wasser vermittelst eines Seihers davon ablaufen, und flößt sie mit frischem Wasser wieder ab. Alsdann werden in einen halben Vierling zerlassene Butter, zwei Löffel voll Mehl ganz weißgelb geröstet, Fleischbrühe darauf gegossen, und ein wenig gestoßene Muskatblüte und Salz daran getan. Der Wirsing wird im Seiher gedrückt, daß das Wasser davon abläuft, dann in die Brühe getan und noch eine halbe Stunde gekocht. Im Fall der Wirsing mit Butter gekocht wird, so gibt ihm ein wenig süßer Rahm eine Viertelstunde vor dem Anrichten einen guten Geschmack. Man kann ihn aber auch mit Gänsefett kochen, ein wenig Bratenbrühe dazu tun, und ihn beim Anrichten mit Karbonaden (Koteletts) oder Bratwürsten belegen. Will man den Wirsing noch besser machen, so überstreut man ihn, nachdem er angerichtet worden ist, mit Semmelbröseln, belegt ihn mit dünnen Schnitten Butter, und stellt ihn auf einen Dreifuß auf ein wenig Kohlen, macht eine Kohlenschaufel ganz glühend, hält sie etlichemal darüber her, daß der Wirsing ganz gelbbraun wird, und gibt ihn so auf den Tisch. Gefüllter Wirsing

Die Wirsingköpfe werden entzweigeschnitten, die äußern unreinen Blätter davon abgenommen, das Innere bis auf 4 bis 5 Blättchen herausgeschnitten, und die Höhlung mit einer beim gefüllten Weißkraut vorkommenden Füllung ausgefüllt, und dann die beiden Teile der Köpfchen hübsch passend aufeinander gelegt, mit Zwirn fest gebunden und in siedender Fleischbrühe gekocht. Eine Stunde vor dem Anrichten röstet man einige Löffel voll Mehl schön gelb, tut es neben gestoßener Muskatblüte, ein wenig Pfeffer und Salz daran, und läßt es vollends auskochen. Dann werden die Fäden abgenommen, und die Brühe darüber angerichtet.

Gekochte Endivien zu Gemüse

Vom Endivien werden die Stengel herausgeschnitten, weil sie bitter sind, die Blätter sodann rein gewaschen, in gesalzenem Wasser übersotten, abgeschwenkt und gut ausgedrückt, einigemal durchschnitten, sodann in Butter oder Fett gedünstet, nur sehr wenig Mehl daran gestäubt, etwas gute Fleischsuppe dazu geschüttet, und ein kleines Stückchen Zucker damit verkocht. Man kann, wenn man will, vor dem Anrichten ein paar Eidotter, mit einigen Tropfen Wasser abgerührt, dazu nehmen, und die Endivien damit frikassieren.

Kohlrabi braun gedünstet

Über in kleine Würfelchen geschnittenen Kohlrabi wird siedendes gesalzenes Wasser gegossen, damit der scharfe Geruch weggeht; hierauf gießt man das Wasser davon ab, legt Butter oder Fett in einen Tiegel, läßt es ganz lichtbraun werden, tut die Kohlrabi darein, und dünstet sie bis sie anfangen weich zu werden, dann stäubt man unter mehrmaligem Umrühren ein wenig Mehl daran, gießt etwas Fleisch-oder Schüsuppe (Jus-Suppe) dazu, salzt sie, und läßt sie langsam, bis sie weich sind, einkochen.

Kohlrabi auf gewöhnliche Art

Im Frühjahr, wenn die Kohlrabis noch klein sind, brüht man die geschnittenen Köpfe und auch das Grüne der Kohlrabis, jedes besonders in Salzwasser, kocht jeden Teil auch besonders in der Butterbrühe, nur darf die Brühe wenig sein, und nicht viel Mehl daran kommen. Wenn dies so gemacht ist, tut man das Grüne zuerst auf die Schüssel, rings auf den Boden herum, in die Mitte aber die Kohlrabis selbst. Was von Karbonaden (Koteletts) oder anderem Fleisch auf das Gemüse bestimmt ist, wird alsdann um das Grüne herum gelegt. Auf diese Art hat es ein besseres Aussehen, besonders wenn die Kohlrabis noch selten sind. Den jungen Kohlrabi ganz unter dem Grünen zu sieden, ist deshalb nicht gut, weil der grünelnde Geruch von den Blättern sich ganz in die Köpfe zieht.

Gefüllter Kohlrabi

Hierzu müssen zarte Kohlrabis in der Größe einer oberen Kaffee-Schale genommen werden. Oben, wo das Herz ist, wird ein Deckel abgeschnitten; das Herz muß aber an den Deckel bleiben. Die Kohlrabenköpfe bohrt man ein wenig aus, und schabt die Höhle mit einem kleinen blechernen Löffel aus, daß sie einen starken Messerrücken dick bleiben. Wenn sie alle auf diese Art zubereitet sind, werden sie samt dem Deckel in ein Geschirr mit siedendem Wasser gesetzt, und bis sie weich sind, gesotten, doch dürfen sie nicht zu weich werden, weil sie gern zerfallen. Hierauf gießt man das siedende Wasser ab und kaltes daran, nimmt sie aus dem Wasser heraus, und stürzt sie auf ein Brett, das sie ablaufen. Alsdann verfertigt man eine Farce (Füllung) von zwei Kalbsbriesen und zwei Eutern, welche man, so wie

einige Maurachen (Morchel) in Salzwasser siedet, und wenn man nur 10 bis 12 Krebse hat, so nimmt man auch die Schwänze davon; dies alles wird neben ein wenig Petersilie zusammen klein gehackt, man darf auch von dem Ausgeschnittenen der Kohlrabenköpfe sieden, und darunter wiegen. Wenn alles klein ist, wird es zusammen mit vier Eidotter angerührt, Salz und Muskatblüte daran getan; statt Kalbsbrieseln und Euter kann man auch von einer Kalbsniere nehmen. Nun werden die Kohlrabis in einem mit Butter bestrichenen Tiegel gestellt. Jeder Kohlrabenkopf wird mit der Füllung eingefüllt, den Deckel darauf getan, und mit einem Hölzchen angeheftet, damit kein Deckel abfällt, Fleischbrühe daran gegossen, bis sie halb darüber geht, zugedeckt und langsam gekocht. Kommen Krebse dazu, so werden die Schalen gestoßen, in einem kleinen Stück Butter abgedämpft, mit Fleischbrühe durchgetrieben, und statt der andern Fleischbrühe an die Kohlrabi gegossen. Eine halbe Stunde vor dem Anrichten, läßt man einen kleinen Löffel voll Mehl in Butter gelblich werden, und tut es an die Brühe. Wenn die Kohlrabis angerichtet, und ganz in eine Schüssel gelegt sind, werden sie mit gebackenen jungen Hühnern oder Kalbsbriesen belegt.

Blaues Kraut mit Kastanien

Die äußern Blätter werden weggeworfen, und die übrigen, wenn die Stengel herausgeschnitten sind, so fein, wie möglich, geschnitten, und dann in einen Tiegel getan, worin man vorher etwas Fett oder Butter, und fein geschnittene Zwiebel gelegt hatte, dann streut man ein wenig Salz daran, gießt nach und nach unter mehrmaligem Umrühren ein wenig gute Fleischbrühe hinzu, und dann ein Stückchen Zucker, ein Glas Wein, oder nach Belieben Weinessig, nur wird es von letzterem rot statt blau. Wenn es weich ist, wird Mehl daran gestaubt, dann läßt man es noch eine

halbe Stunde kochen. Die Kastanien werden zuvor gebraten, dann abgeschält, und noch ein wenig mit dem Kraut aufgekocht, und dann damit angerichtet.

Blaues Kraut auf eine andere Art

Zwei große Köpfe blaues Kraut werden für 5 bis 6 Personen gerechnet und wie zum sauren Kraut geschnitten, dann macht man in einem Tiegel einen halben Vierling halb Gans- halb Rindsfett heiß, wirft eine in kleine Stückchen geschnittene Zwiebel dazu, und lege das geschnittene Kraut darauf, salzt es, und dämpft es zugedeckt auf Kohlen langsam, nur verhütet man das Anbrennen. Nachdem es eine gute halbe Stunde gedämpft hat, wird ein Glas Wein neben einem Löffel voll Weinessig daran gegossen, und noch eine halbe Stunde gedämpft. Hierauf streut man einen Löffel voll Mehl darauf und rührt es um; wenn es nun mit dem Mehl angezogen hat, gießt man noch ein wenig Fleischbrühe dazu, und kocht es dann ein, bis keine Brühe mehr vorhanden. In diesem Kraut kann man gebratenes oder halb geräuchertes Schweinfleisch kochen, oder halb gebratene gespickte Stückchen von einem Hasen oder Ente hinein legen, und vollends darin auskochen.

Blumenkohl (Karfiol) in einer Krebssauce

Der Karfiol wird geschält. Ist die Rose groß, so macht man sechs Teile daraus, siedet ihn in Salzwasser, aber nicht zu weich, gießt das Wasser ab und kaltes daran, daß man ihn mit der Hand herausnehmen und auf eine Schüssel legen kann. Auf eine große Schüssel zu 8 Personen rechnet man 25 Krebse, 2 Kalbsbriesen, 2 Euter und eine Hand voll Maurachen (Morcheln). Die Briesen und Euter werden zuvor in Salzwasser übersotten, wie auch die Maurachen, dann die Krebse gesotten, die Schwänze heraus getan, die Schalen mit ein wenig Butter gestoßen, in nichtganz einem Vierling Butter gedämpft, ein paar Schöpflöffel voll Fleischbrühe daran gegossen, und wenn sie gekocht haben durchgepreßt, alsdann läßt man in einem Stückchen Butter einen Kochlöffel voll Mehl anziehen, tut die durchgepreßte Krebsbrühe dazu (von welcher aber zuvor die Butter abgenommen, und bis zum Anrichten des Karfiols aufbehalten werden muß, weil durch zu vieles Kochen die Krebsbutter die Farbe verliert), klein geschnittene Petersilie und etwas Muskat darein, schneidet die Krebsschwänze der Länge nach von einander, und macht aus einem Briesen, so wie auch aus jedem Euter drei Teile; sind die Maurachen (Morcheln) groß, so werden sie auch zerschnitten. Dies alles wird zusammen in der Brühe gekocht, der Karfiol auf eine Schüssel gelegt, so daß die Köpfe alle auswärts sehen, und gleich in die Rundung kommen, die Sauce nun darauf anrichten, und den Ragout in die Mitte getan, dann deckt man ihn zu, und läßt ihn noch ein wenig auf Kohlen kochen. Der Karfiol kann auch in einer gewöhnlichen Buttersauce gegeben, und mit gebackenen Briesen oder jungen Hühnern belegt werden; auch kann man eine Zitronensauce daran machen, wie bei den Artischocken.

Karfiol (Blumenkohl) auf gewöhnliche Art zu kochen

Mit einem spitzen Messer schält man alle harte Schalen und schwarze Fleckchen ab, neben den Blättchen, welche zwischen den Stengeln sich befinden, und wäscht ihn recht sauber, dann brüht man ihn mit gesalzenem heißen Wasser an, und läßt ihn am Feuer, bis er etwas weich zu werden anfängt, gießt das Wasser davon ab, tut Butter in einen Tiegel, rührt sie mit einem Löffel voll Mehl, neben 3 Eidotter gut ab, schüttet Fleischbrühe hinzu, tut ein Stückchen Butter neben ein wenig gestoßene Muskatblüte und Salz daran. Wenn es kocht, legt man den abgebrühten Karfiol hinein, und läßt ihn noch eine Viertelstundekochen, ehe man ihn anrichtet. Man kann auch Zitronensaft darein drücken.

Spinat mit Milch gekocht

Schöne große Spinatblätter übersiedet man in Salzwasser, drückt sie gut aus, wiegt oder hackt sie klein und dünstet sie mit Butter und ein wenig feinem Mehl in einem Tiegel, dann nimmt man eine halbe Maß süßen Rahm oder Milch, und läßt es gut damit verkochen.

auf gewöhnliche Spinat Art

Wenn der Spinat geklaubt ist, wird er gebrüht, dann eine Zeitlang ins kalte Wasser gelegt, fest ausgedrückt und gewiegt. Für 8 Personen nimmt man einen halben Vierling Butter in einen Tiegel, läßt ihn lichtgelb anziehen, tut hierauf eine klein geschnittene Zwiebel darein, nachdem den gewiegten Spinat dazu, und läßt ihn wohl dämpfen, dann kommt Salz und Fleischbrühe daran. Beim Anrichten können gebackene oder verlorene Eier darauf gelegt werden auf folgende Art gemacht: man läßt in einer messingnen Pfanne Wasser siedend werden, schlägt ein Ei in einen Schöpflöffel, setzt diesen Löffel mit dem Ei in das siedende Wasser, daß das Wasser darüber geht, läßt es etliche Wall darüber tun, bis sich das Weiße über das Gelbe gezogen hat, alsdann wird das Ei mit einem Eßlöffel herausgehoben und auf das Gemüse gelegt. Auf diese Art macht man so viele Eier fertig, als man benötigt. Oder man macht in einer breiten Pfanne Wasser siedend, und schlägt so viele Eier, als nötig sind, nebeneinander langsam hinein. Das Wasser darf nur darüber gehen. Sie werden, so bald sie fertig sind, mit einem Eßlöffel auf eine Serviette getan, und dann erst auf das Gemüse gelegt.

Spinat auf eine andere Art

Sauber geputzter und gewaschener Spinat wird wie Kohl gebrüht, wenn er weich ist durch einen Seiher abgegossen, und wieder kaltes Wasser daran getan, dann ausgedrückt, fein gewiegt, Mehl in Butter fein geröstet, ein wenig fein geschnittene Zwiebeln dazu gedämpft, so daß die Zwiebeln nicht gelb werden. Alsdann wird der Spinat gleichfalls damit gedämpft, heiße Fleischbrühe darauf gegossen und mit ein wenig Muskatblüte und Pfeffer noch eine halbe Stunde gekocht. Wenn er angerichtet wird, werden gebackene Eier oder sonst etwas darauf gelegt.

Spargel mit Buttersauce

Der Spargel wird wohl gereinigt, etwas gleich abgeschnitten, büschelweise mit Zwirn zusammen gebunden, und in einer kupfernen oder messingnen Pfanne in Salzwasser weich gesotten, danach wird er über das Kreuz oder mit den Köpfen aufeinander in der Rundung auf die Schüssel gelegt und die Buttersauce darüber gegossen.

Spargel in Zitronensauce

Der Spargel wird wie gewöhnlich gesotten. Auf die Schüssel, worauf er kommt, legt man ihn in Ordnung, gießt einen Schöpflöffel voll Fleischbrühe darüber, und erhält ihn auf dem Dreifuß warm. Darauf nimmt man einen halben Vierling Butter in einen Tiegel, zerknetet einen kleinen Kochlöffel voll Mehl darin, und tut 4 Eidotter, etwas Muskat und von einer Zitrone den Saft daran. Dies alles wird wohl untereinander gerührt, ein Schöpflöffel voll Fleischbrühe langsam darauf gegossen, und auf den Kohlen unter beständigem Rühren aufgekocht. Die Sauce muß ziemlich dick sein, sollte sie aber zu dick werden, so wird etwas Brühe von dem Spargel daran gegossen. Kurzvor dem Auftragen wird die Sauce über die Spargelköpfe mit einem Löffel so angerichtet, daß die Stiele von der Sauce unberührt bleiben. Auf diese Art kann er ohne Zulage aufgetragen werden. Soll er aber belegt werden, so kann es mit nichts anderem als mit gebackenen Briesen oder jungen gebackenen Hühnern geschehen. Wer den Zitronensaft nicht liebt, kann denselben weglassen.

Spargel-Brockeln

Hierzu nimmt man dünnen Spargel. So weit solcher weich sind, wird er nicht ganz eines Gliedes lang geschnitten, im Salzwasser weich gekocht und in einen Seiher getan, daß er ablaufen. Hierauf schneidet man ein Stückchen mageren Schinken und ein wenig Schnittlauch klein, verrührt 6 Eier ganz in einem Hafen, tut 4 Eßlöffel voll süßen Rahm, den geschnittenen Schinken und Schnittlauch neben etwas Muskat dazu, alsdann zerläßt man 6 Lot Butter in einem Tiegel, tut das Verrührte darein, und läßt es unter beständigem Rühren ein wenig anziehen, nimmt den abgelaufenen Spargel dazu, und rührt ihn noch etliche mal mit um, bis es einander angenommen hat, dann wird er auf eine Schüssel angerichtet und zu Tisch gebracht.

Weiße Rüben mit Zucker gedünstet

In einen Tiegel tut man ein Stück Butter oder Abschöpffett, und ein gutes Stück

Zucker dazu, läßt es kastanienbraun werden, und tut schöne weiße in kleine längliche Stückchen geschnittene Rüben hinein, dünstet sie durch und durch braun, stäubt ein wenig Mehl daran, und gießt, wenn es nötig ist, etwas Fleischbrühe dazu, läßt es kurz einkochen, salzt es nur ein wenig und gibt sie zu Tisch.

Bayrische Rüben

Man schabt die Rüben, wäscht sie ab, setzt sie mitguter Fleischsuppe, einer schwarzen Brotrinde, etwas Salz, und allenfalls mit ein paar Schweinfüßen zum Feuer, und läßt sie sieden bis sie weich sind, Jetzt tut man einen halben Vierling Butter oder besser Gänsefett in einen Tiegel, röstet damit einen Löffel voll Mehl braun, tut eine Handvoll schwarzes geriebenes Brot dazu, und läßt es mit rösten, schüttet die Rüben samt der Brühe darein, läßt sie aufkochen und gibt sie auf den Tisch.

Gelbe Rüben

Wenn sie geschabt sind, werden sie lang oder rund geschnitten, und nachher erst gewaschen, dann schneidet man etwas Petersilie klein, tut 4 Lot Butter in einen Tiegel, die gelben Rüben darein, streut die Petersilie darüber, deckt sie zu und läßt sie dämpfen, gießt hierauf Fleischbrühe daran, und tut Salz dazu. Eine halbe Stunde vor dem Anrichten werden zwei kleine Kochlöffel voll Mehl halb gelb in einem Stückchen Butter geröstet, und an die gelbe Rüben getan. Sie müssen kurz eingekocht werden. Man kann darauf geben, was man will.

Kartoffeln gedünstet und frikassiert

Gute Kartoffeln werden roh geschält und in Schnitzeln geschnitten, ein wenig übersotten, und vom Wasser befreit, dann wird in einem Tiegel Butter oder Fett zerlassen, und die Kartoffeln neben fein geschnittenen Zwiebeln und Petersilie darein getan, gesalzen und gepfeffert, ein wenig Suppe darauf gegossen, und verkocht. Vor dem Anrichten frikassiert man es mit etlichen Eidottern.

Kartoffeln in einer Buttersauce

Sie werden geschabt, in vier Schnitze geschnitten, und in Salzwasser gesotten, es muß aber wohl Acht gegebenwerden, daß sie nicht versieden. Im Sieden bekommen sie einen starken Schaum, welcher abgeschöpft werden muß. Wenn sie weich sind, werden sie in einen Seiher geschüttet, und mit kaltem Wasser abgegossen. Hierauf zerläßt man ein Stückchen Butter in einem Tiegel, gibt einen Kochlöffel voll Mehl darein, tut klein gehackte Petersilie dazu, einen großen Schöpflöffel voll Fleischbrühe neben etwas Muskat daran, und die Kartoffeln darein, kocht sie langsam auf Kohlen, und rührt sie nicht viel, sondern rüttelt nur das Geschirr. Wenn sie beim Versuchen ihr gehöriges Salz haben, werden sie angerichtet. Ist die Sauce noch dünn, so werden zwei Eidotter daran getan. Man belegt sie mit Ripplein. Sie haben einen Artischockengeschmack.

Kartoffeln als Zugemüse

Man schneide in Salzwasser gesottene und dann reinlich geschälte Kartoffeln in Scheibchen, läßt in einem Tiegel Butter heiß werden, röstet geschnittene Zwiebel darin, salzt und pfeffere die Kartoffeln, legt sie hinein und dünstet sie, bis sie gelb werden, stäubt dann etwas Mehl daran, gießt etwas Fleischbrühe hinzu, rührt sie um, und läßt sie kochen.

Geröstete Kartoffeln mit saurem Rahm

Man siedet Kartoffeln, schält sie ab, schneidet sie zu Schnitzen, tut in einen Tiegel ein Stück Butter, legt klein gewiegte Zwiebeln hinein, röstet sie ein wenig, tut die Kartoffeln neben fein gewiegter Petersilie und Salz dazu. Eine halbe Stunde vor dem Anrichten gießt man ein halbes Gazel sauren Rahm darüber, und läßt sie noch ein wenig rösten.

Geröstete Kartoffeln

Wenn sie gut sein sollen, dürfen sie weder zu weichgesotten noch zu mehlig sein. Man schneidet sie etwas dicker als zu einem Salat, vermengt sie auf einer Schüssel mit Salz und ein wenig Kümmel, setzt in einem etwas breiten Geschirr (für 8 Personen) einen Vierling Butter oder Gänsefett auf Kohlen, und tut die vermengten Kartoffeln hinein. Sie werden, wenn sie auf einer Seite gelb sind, mit einer Gabel umgewendet, und sobald sie auf beiden Seiten rösch sind, angerichtet. Für Liebhaber können fein geschnittene Zwiebeln oder Petersilie mit geröstet werden, auch läßt sich ihr Geschmack dadurch verbessern, wenn man einen geschnittenen Hering darunter tut.

Schnittkohl

Wenn derselbe geklaubt, gewaschen und gebrüht ist wird er wie ein anderes grünes Gemüse ausgedrückt und zerschnitten. Hierauf tut man nicht ganz ein Viertelpfund Butter in einen Tiegel, läßt einen starken Kochlöffel voll Mehl darin anziehen, dämpft eine kleine fein geschnittene Zwiebel darin, tut den geschnittenen Kohl dazu, kehrt ihn etlichemal um, dann wird gute Fleischbrühe, Salz, Muskat daran getan, und bis zum Anrichten gekocht,

Gedämpftes Weißkraut

Mit diesem wird eben so wie mit dem Wirsing verfahren. Weil aber das Kraut größer ist, können mehr Teile der Schnitze aus einem Kopf gemacht werden. Man läßt es nur langsam kochen, und darf auch ein wenig Kümmel daran tun.

Gefülltes Weißkraut

Von zwei Köpfen werden die Dorschen oder Sterzen herausgeschnitten, das Kraut wird in einem Hafen mit Salzwasser weich gekocht, herausgenommen, und kaltes Wasser darüber gegossen, daß es abläuft, inzwischen aber

die Füllung gemacht. Hat man übrig gelassenen Braten, so nimmt man solchen, samt dem Speck, weicht zwei Kreuzersemmeln in Wasser ein, und wiegt das Fleisch neben einer Zwiebel und etwas Petersilie klein. Hat das Fleisch kein Fett, so wird ein Stückchen Speck dazu genommen. Wenn es kleingewiegt ist, wird das Brot ausgedrückt, und mit 6 Eiern neben Salz, Muskaten und ein wenig Pfeffer in eine Schüssel angerührt. Hierauf wird das Kraut auf einem Teller, wie es in der Größe werden soll, geplättet. Die Blätter breitet man darauf aus, legt sie dicht zusammen, und streicht von der Füllung darüber, aber nur so groß der Boden vom Teller ist, dann kommt wieder ein Belag von Blättern darauf, aber nur soweit die Füllung reicht, denn die unteren Blätter müssen über den Teller hinausreichen, daß sie am Ende darüber geschlagen werden können; hierauf wird eine Belegfüllung darüber gestrichen, und sofort gemacht, bis die Füllung aufgebraucht ist. Oben bedeckt man es wieder mit Blättern, schlägt die unteren neben herauf, und macht nun das Kraut auf Kohlen fertig. Zu diesem Ende wird ein Tiegel mit Butter bestrichen, das Kraut darin umgestürzt, ein Schöpflöffel voll Fleischbrühe daran gegossen, auf Kohlen gesetzt, und ein Deckel mit Kohlen darauf getan. Es muß nur immer langsam kochen, und unten darf ja keine starke Kohle sein. Will man zwei Stöckchen (Holz) oder ein kleines Stück frischen Speck unten in den Tiegel legen, so ist man wegen des Anbrennens sicherer. Wenn es fertig ist, muß Acht gegeben werden, daß es ganz aus dem Geschirr kommt. Nun gießt man eine gute Buttersauce darüber, und läßt es aufkochen. Es können Bratwürste oder gebackene Kalbsbriesen, auch Lamm-Karbonaden (Lammkoteletts) neben herum gelegt werden. Gibt man es einfach, so zerschlägt man 2 bis 3 Eier, tut ein wenig süße Milch, klein geschnittenen Schnittlauch oder Petersilie und ein wenig fein geschnittenen

Speck dazu, rührt es untereinander, backt ein Omelett daraus, und legt es auf das Kraut.

Sauerampfer mit Frikandeau

Wohlgereinigter Sauerampfer wird fein geschnitten oder gewiegt, in Butter oder Fett, wie den Spinat gedünstet, Salz daran getan, und mit guter Fleischbrühe begossen, dann aus einem Kalbsschlegel ein braten Stück geschnitten und handbreite etwas längliche Frikandeau daraus geformt, die Haut und Nerven müssen abgezogen, die Stücke ein wenig blanchiert, und dann auf jeder Seite mit feinem Speck gespickt werden; nun werden sie in eine Braise (Schmorsud) gelegt, bis sie darin weich gekocht sind; darauf werden sie herausgenommen, auf einen Teller gelegt, damit das Fett abtropft, mit einer Glace überzogen und auf den Sauerampfer gelegt.

Fasten-Sauerkraut

Während Sauerkraut auf gewöhnliche Art gedämpft wird, werden aus einem Hecht und einem ausgewässerten Hering kleine schmale Stückchen geschnitten, gesalzen und im Mehl umgewendet, in Schmalz neben einigen kleinen Semmelschnitten gebacken, in einen Tiegel Butter, Milch und Gewürz getan, mit einer Lage von dem gedünsteten Kraut, und dann einer Lage gebackenen Hering- und Hecht-Stücken neben Semmelschnitten belegt, und so abwechselnd fortgefahren, bis alles verbraucht ist, alsdann auf Kohlen auf gesotten, Eier gebacken, einem Pickelhering die Haut abgezogen, derselbe in kleine Stückchen geschnitten, diese in Butter gedünstet, und vor dem Auftragen zwischen das Kraut und die gebackenen Eier oben aufgelegt.

Sauerkraut mit Stockfisch

Das Kraut wird gut gekocht. Hierauf macht man bis 4 Stückchen Stockfisch in heißem Wasser fertig, häutetsie und grätet sie aus, putzt einen Hering, und schneidet ihn neben einer Zwiebel klein, dann wird eine Handvoll Semmelbröseln in einem Vierling Butter gelb geröstet, und den geschnittene Hering und Zwiebel darin gedämpft. Dies alles nimmt man bis auf etwas weniges, das in dem Tiegel bleibt, heraus, tut von dem geputzten Stockfisch einen Teil in den Tiegel, von dem herausgenommenen Hering und Semmelbröseln wieder einen Teil darein, und sofort bis beide Teile gleich verteilt sind. Darauf gießt man einen halben Schöpflöffel voll Fleischbrühe oder Erbsensud, stellt es auf heiße Asche, deckt es zu, und läßt es bis zum Anrichten stehen. Alsdann tut man von dem gekochten Kraut einen Teil auf die Schüssel, einen Teil von dem Stockfisch darüber, und macht so fort, bis genug auf der Schüssel ist, welche dann aufgetragen wird. Auf dieses Kraut kommt nichts von Fleisch. Gebratene Heringe können noch dazu gegeben werden, man macht sie auf folgende Art: die Heringe werden 3 Tage täglich mit frischem Wasser gewässert, alsdann mit einem Faden am Schwanz aufgehängt, daß sie über Nacht trocknen. Hierauf verfertigt man eine Kapsel von Papier, welche einen zwei Finger breiten Rand hat, bestreicht solche wohl mit Butter, stellt das Papier auf den Rost, legt die Heringe darauf, streut klein gehackte Petersilie darüber, brät sie langsam, bestreicht sie oben mit einem Butterpinsel, wendet sie ein paarmal um, und gibt die Heringe samt dem Papier auf einem Teller zum Kraut.

Sauerkraut mit einem Hecht gefüllt

Das Sauerkraut wird gut gekocht oder gedämpft, ein zweipfündiger Hecht auf dem Rost gebraten, das Fleisch rein von den Gräten gesäubert, einen breiten Tiegel wohl mit Butter bestrichen, und mit Semmelbröseln bestreut. Alsdann tut man ein Gelege Kraut darein, von dem Hecht darüber, ein paar Stückchen frische Butter, und 4 Eßlöffelguten sauren Rahm dazu, wieder ein Gelege Kraut darauf, streut ein wenig Semmelbröseln dazwischen, und macht so fort, bis das Kraut und der Hecht verteilt sind; das Kraut ist das letzte oben, dieses wird noch mit saurem Rahm bestrichen, mit Semmelbröseln bestreut, frische Butter darauf geschnitten, auf heiße Asche gesetzt, ein Deckel mit Kohlen darüber getan, und langsam fertig gemacht, oder auch in ein heißes Rohr gestellt. Wenn es gelb ist, muß im Herausnehmen Achtung gegeben werden, daß es nicht zerfällt.

Sauerkraut mit Zwiebeln und Schinken

Man legt Butter und ein Stück Zucker in einen Tiegel, dünstet es, und legt, wenn der Zucker anfängt braun zu werden, eine Handvoll länglich und fein geschnittene Zwiebeln hinein; sind diese gleichfalls weich, so wird rohes Sauerkraut dazu getan und recht lange damit gedünstet, ein wenig Mehl hinzu gestäubt, ein wenig Fleischbrühe darauf gegossen, und nach Gutdünken in längliche, feine Stückchen geschnittenen Schinken darauf getan, und, ehe man es zu Tisch gibt, mit dem Kraut noch gut verkocht.

Sauerkraut mit Fasan

Drückt das Wasser von gutem Sauerkraut aus, dämpft letzteres mit Bratenfett oder Butter, streut etwas Mehl und fein geschnittene Zwiebeln daran, gießt etwas Fleischbrühe darauf, und läßt es gut verkochen. Danach werden die Fasanen recht saftig gebraten, deren Fett an das Kraut gegossen, sie dem Kraut zugegeben, und mit demselben, ehe man es zu Tisch gibt, noch recht gut aufgekocht.

Sauerkraut auf gewöhnliche Art

Zu altes, und mithin zu stark sauer gewordenes Sauerkraut, wird vor dem Zusetzen einigemal in frischem Wasser abgewaschen, dann mit Fleischbrühe zugesetzt, und mit einem

Stück Butter oder Bratenfett gekocht. Wenn es einige Stunden gekocht hat, wird eine klein geschnittene Zwiebel in heißem Gänse- Schweine- oder Rindsfett gedämpft, ein Löffel voll Mehl darin nicht zu gelb geröstet und an das Kraut getan, dann ein Glas Wein daran gegossen, und noch eine Stunde damit gekocht. Wenn man das Kraut recht kurz zusammengekocht haben will, so läßt man es den Tag zuvor einige Stunden kochen.

Erddorschen mit Schweinfleisch

Mit heißem Wasser werden die in kleine längliche Würfelchen geschnittenen Erddorschen neben etwas Salz zugesetzt, und wenn sie bald weich sind, ein Stück Zucker mit ein wenig Fett in einem Tiegel gebräunt, die Dorschen hinein getan, ein wenig Mehl daran gestäubt, Fleischbrühe darauf gegossen, und recht zusammen verkocht, angerichtet, und frisches gesottenes Schweinfleisch dazu auf den Tisch gesetzt.

Kropfsalat

(Kropfsalat = Kopfsalat) Von den Stauden werden die Blätter abgenommen, die Rippen neben dem Grünen ausgeschnitten und wohl gewaschen, mit Wasser und Salz abgebrüht; wenn er etwas weich ist, vom Wasser befreit und ausgedrückt, dann macht man in einem Tiegel Butter heiß, rührt etwas Mehl darein, gießt Fleischbrühe darauf, tut den Salat hinein, und läßt ihn eine halbe Stunde langsam kochen, daß er nur ein wenig Brühe behält. Dann wird ein halbes Quart süßer Rahm (für 4 Personen gerechnet) daran gegossen und noch einmal vor dem Anrichten aufgekocht. Auf dieselbe Art wird mit den Endivien verfahren. Zu beiden kann man Tauben oder Kalbfleisch geben, wenn sie in Butter gedämpft oder in Fleischbrühe gesotten sind.

Gefüllter Salat mit Gehacktem

Ungesottenes Kalbfleisch mit frischem Fett und etwas Grünes darunter wird klein gewiegt, ein wenig gesalzen und Eidotter dazu gerührt, dann taucht man ein wohl gereinigtes Salathäubchen in siedende Fleischbrühe ein, nimmt es heraus, löst es von einander, fängt in der Mitte bei dem Herzen an zu füllen, so daß auf jedes Blatt schön dünn aufgestrichen wird, und dann wieder zusammengelegt, daß es die Form einer Kugel bekommt. Dann wird er in ein Tuch gebunden, und beinahe eine Stunde in der Fleischbrühe gesotten, dann herausgenommen, die Schüssel mit Butter bestrichen, der Salat darauf gelegt, 5 bis 6 Teile daraus gemacht und rund um die Schüssel gelegt. So wird auch der Wirsing und der Krautkopf behandelt, nur muß letzterer grün, in der Mitte schön rund aufgeschnitten, gefüllt und gesotten werden.

Selleriegemüse mit Kartoffeln

Die Selleriestauden werden geputzt, gewaschen, in Stücke geschnitten, in Salzwasser weich gesotten und dieses dann davon abgeseiht. Dann wird eine gleiche Quantität Kartoffeln halb weich gesotten und ebenfalls in Stücke geschnitten. Hierauf legt man ein gutes Stück Butter oder Fett in einen Tiegel, tut dazu klein geschnittene Zwiebeln und Petersilienkraut und darauf die geschnittenen Sellerie und Kartoffeln und läßt es noch ein wenig dünsten, gibt aber Acht, daß es beim Umrühren nicht zerrührt wird, nun gibt man ein wenig Fleischsuppe oder noch besser Bratensauce daran, kocht es kurz ein und richtet es an. Man kann gebratenes oder gedünstetes Kalbfleisch daran geben.

Rübenkraut mit Schweinsfüßen

Man siede es in Wasser, und wenn es zu sauer ist,

so wird es dann abgegossen, mit Fleischbrühe aufgefüllt, und mit jungen Schweinsfüßen gesotten, danach wird von schönem Mehl und Wasser ein dünner Teig gemacht, an das Kraut gerührt, neben klein geschnittenen, in Butter gelb gedämpften Zwiebeln, läßt es zusammen gut verkochen, und richtet es neben den Schweinsfüßen mit fein geschnittenem Schnittlauch bestreut an.

Schwarzwurzeln oder Skorzoneren

Diese werden nach dem Schaben gleich rot, daher müssen sie sogleich in eine Schüssel gelegt werden, worin siedendes Wasser ist, in dessen Ermangelungsfall wird ein Kochlöffel voll Mehl mit kaltem Wasser glatt gerührt, und so viel daran geschüttet, daß die geputzten Wurzeln Platz haben. Man darf sie unmittelbar nach dem Schaben auch nur in Wasser, mit etwas Essig vermischt, legen, auf diese Art bleiben sie noch weißer. Wenn sie nicht dick sind, werden sie nicht zerspalten, im Gegenteil aber finger- lang zerschnitten und in Salzwasser gesotten. Sobald sie weich sind, flößt man sie mit kaltem Wasser ab, verfertigt eine Buttersauce mit Petersilie und Muskatnuß, und tut die ab geflößten Wurzeln darein. In die Sauce können zuvor junge Hühner, Tauben, Briesen oder Stückchen Kalbfleisch getan werden. Dann wird alles zusammen angerichtet.

Blaukohl oder Brockeln

(Brockeln = junger Blaukohl) Von 4 bis 6 schönen Stauden Kohl (zu 2 bis 3 Personen) werden die Blätter abgenommen, vom Stengel und den Rippen befreit, und dann mit einigem Wasser gewaschen, mit siedendem Wasser und Salz zum Feuer gesetzt, und gekocht, bis sie weich sind. Dann läßt man das Wasser wohl davon ablaufen, und gießt kaltes darauf, drückt es fest aus, hackt oder wiegt es etwas grob, dann werden zwei Kochlöffel voll Mehl in einem halben Vierling

Butter gelb geröstet, hierauf tut man den Kohl hinein, dann gießt man siedende Fleischbrühe neben etlichen Messerspitzen voll Pfeffer dazu, reibt ein wenig Muskatnuß daran, und läßt es noch kochen. Der Kohl muß öfters umgerührt werden, damit er sich nicht anhängt. Wenn der Kohl mit Fleischbrühe gekocht wird, so ist ein Löffel voll Gänse- oder ein wenig Bratenfett gut daran. An Fasttagen muß desto mehr Butter genommen werden, weil der Kohl hart und trocken ist. Auch Kastanien schmecken sehr gut darin. Der Kohl muß ganz dick gekocht, ohne Brühe auf den Tisch kommen.

Gefüllte Artischocken mit Krebsen

Von einem Viertel (25) gesottenen Krebsen werden die Schwänze herausgenommen, und mit ein wenig Petersilie neben einigen übersottenen Maurachen (Morcheln) zusammen klein gewiegt. Alsdann weicht man die Hälfte von einer Kreutzersemmel in Milch ein, tut das Gewiegte und die ausgedrückte Semmel in eine Schüssel, Salz und Muskat daran, und rührt es mit 4 Eidottern an. Die Schalen werden klein gestoßen, in einen Vierling Butter gedämpft, zwei Schöpflöffel voll Fleischbrühe daran gegossen, durch ein Haarsieb getrieben, und zwei Eßlöffel voll von der Krebsbutter auch noch an die Füllung gerührt. Von dieser Füllung können 6 Artischocken gefüllt werden. Die Füllung streicht man hierauf auf die Käse, stellt die herausgenommenen Blätter darauf, macht von der durchgetriebenen Krebsbrühe eine Buttersauce, stellt die Artischocken darein, deckt sie zu, und läßt sie auf Kohlen langsam kochen. Ehe sie angerichtet werden, zieht man 3 Eidotter mit der Sauce ab. Wenn die Artischocken auf der Schüssel sind, wird die Sauce darüber gegossen.

Artischocken in einer Zitronensauce

Von den Artischocken schneidet man den Stiel ab, undschneidet sie mit einem großen Messer gerade durch, so daß die Spitzen alle gefaßt werden. Dann werden die Artischocken ins Wasser gelegt, auf einem hölzernen Brette so verkehrt ausgeklopft, daß nichts Unreines zwischen den Blättern bleibt, und in Salzwasser so lange gekocht, bis sich ohne Mühe ein Blatt herausziehen läßt, dann gießt man das Wasser ab, legt sie ins kalte Wasser, zieht die innersten Blättchen, deren es ungefähr 6 bis 8 sein können, auf einmal mit der Hand so heraus, daß sie nicht zerfallen, und stellt sie bei Seite. Auf dem Käs der Artischocken befindet sich Haar, welches von dem Käs losgeschält werden muß. Hierauf tut man ein wenig Muskat und Salz auf den Käs, stellt die heraus genommenen Blätter hinein, setzt die Artischocken in einen Tiegel, gießt einen Schöpflöffel voll heiße Fleischbrühe daran, und läßt sie so auf heißer Asche stehen, daß sie nur immer heiß bleiben. Sodann nimmt man 5 Lot Butter in einen Tiegel, verknetet einen Kochlöffel voll Mundmehl darin, rührt es mit 6 Eidotter, Muskat, Salz und dem Saft von einer halben Zitrone wohl untereinander, gießt einen Schöpflöffel voll Fleischbrühe daran, und läßt es unter beständigem Rühren aufkochen. Nun setzt man die Artischocken auf eine Schüssel und gießt die Sauce darüber.

Artoffeln

Vermittelst einer Bürste wohl gereinigte Artoffeln werden im Weine so lange, bis sie weich sind, gekocht, und dann ohne Sauce zur Tafel gegeben. Einige Löffel voll dieses Weines, worin sie gekocht wurden, können besonders zugegeben werden. (Artoffeln = Kartoffeln ?)

Trüffel zu kochen

Nachdem sie gut geschält und in feine Blättchen aufgeschnitten sind, werden sie in Butter gedämpft, ein wenig

Mehl daran gestäubt, und ehe man sie zu Tisch gibt, muß man sie gut verkochen lassen.

Erdbirnen in Buttersauce

Die Erdbirnen, welche den Kartoffeln ähnlich sind, werden gesotten und abgeschält, die großen in etliche Stücke geschnitten, die kleinen aber ganz gelassen, hierüber eine Buttersauce gemacht und darin aufgekocht.

Weiße kleine Zwiebeln mit Schaffleisch

Man schält kleine Zwiebeln so daß sie im Zubereiten nicht zerfallen, in frisches Wasser, blanchiert sie in vielem Wasser, und läßt sie dann ein wenig aufsieden, und wieder in frisches Wasser tun dann in einer Braise (Schmorsud) ganz langsam gekocht, damit sie weiß bleiben, danach schneidet man gutes Schaffleisch in ganz kleine Stückchen, und macht eine weiße Sauce daran. Wenn das Fleisch lind ist, werden die Zwiebeln aus der Braise genommen, und an das Fleisch getan, dieses läßt man zusammen aufkochen, belegt es mit Eier, drückt den Saft von einer Zitrone darauf und richtet es an.

Grüne Bohnen

Wenn die Bohnen noch kleine Kerne haben, werden sie länglich geschnitten und gewaschen. Ist es ein großer Tiegel voll, so tut man einen Vierling Butter daran, dämpft die Bohnen darin, und streut Petersilie und Salz darüber. Wenn sie wohl zusammen gedämpft sind, wird Fleischbrühe daran gegossen, etwas Pfeffer und Muskat dazu getan, für Liebhaber des sogenannten Bohnenkrauts oder Isops kann man auch einen Stengel hinein legen. Dann schneidet man eine Zwiebel, röstet zwei Kochlöffel voll Mehl dunkelgelb in einem Stückchen Butter, dämpft die geschnittenen Zwiebeln darin, und tut sie an die Bohnen.

Sie werden kurz (bis auf wenig Brühe) eingekocht, und mit Hammelfleisch oder Ripplein belegt. Noch besser ist es, wenn gleich beim Zusetzen der Bohnen etliche Stückchen Hammelfleisch darein gelegt und mit gekocht werden.

Bohnen auf andere Art

Grüne noch weiche Faseolen (Schminkbohnen) putzt man wie Zuckererbsen, schneidet sie länglich, siedet sie in Salzwasser weich, gießt das Wasser ab, und schwenkt sie mit frischem ab, legt sie dann neben einem Stück Fett, fein geschnittenen Zwiebeln und Petersilienkraut in einen Tiegel, und dämpft sie damit, stäubt ein wenig Mehl, Salz und Pfeffer daran, gießt ein wenig Fleischbrühe darauf, und läßt es zusammen kurz einkochen. Wem es beliebt, der kann es mit ein wenig Essig säuern.

Eingemachte Bohnen

Sind sie mit Salz eingemacht, so werden sie über Nacht eingewässert, und mit siedendem Wasser zugesetzt, dasselbe wird einmal ab- und wieder anderes daran gegossen. Wenn sie weich sind, gießt man sie in einen Seiher, kaltes Wasser darüber, tut sie in einen Tiegel, und Fleischbrühe neben Petersilie, Muskat und etwas Pfeffer daran. Vor dem Anrichten wird wie bei den grünen Bohnen Mehl in Butter geröstet, eine klein geschnittene Zwiebel und Knoblauch darin abgedämpft, und an die Bohnen getan, welche nun vollends ausgekocht werden. Man kann Hammelfleisch-Karbonaden (Koteletts) oder Bratwürste dazu geben. Viele Bohnen werden weicher, wenn sie mit kaltem Wasser zugesetzt werden.

Gedörrte Bohnen

Die Bohnen, wenn sie zuvor über Nacht eingeweicht worden sind, werden im frischen Brunnenwasser ganz weich gesotten, und das Wasser abgeseiht. Dann läßt man Fett oder Butter mit fein geschnittener Zwiebel und

Petersilie anlaufen, gibt die Bohnen mit etwas guter Fleischbrühe daran, läßt sie ein wenig unter mehrmaligem Aufschütteln aufkochen, nimmt vor dem Anrichten etliche Eidotter mit ein wenig Weinessig abgerührt, frikassiert die Bohnen damit und richtet sie an.

Saubohnen

Die Saubohnen von der rechten Art müssen daumenbreite Kerne haben. Sind sie noch zart und klein, so werden sie wie andere Bohnen abgezogen, gewürfelt geschnitten, in Salzwasser weich gesotten, abgegossen und mit kaltem Wasser ab geflößt. Alsdann läßt man in einem Stückchen frischer Butter drei Messerspitzen voll Mehl anziehen, tut eine halbe Maß süßen Rahm und etwas Muskatblüte daran. Wenn die Saubohnen noch ein wenig darin gekocht haben, klopft man 3 Eidotter mit ein paar Eßlöffel voll Rahm ab, nimmt die Bohnen vom Feuer weg, daß sie nicht mehr kochen, und rührt die Eidotter langsam daran. Haben sie etwas Salz nötig, so wird es erst beim Anrichten daran getan.

Grüne Auslöserbsen mit jungen Hühnern

Noch nicht zu groß und hart gewordene grüne Erbsen werden von den Schalen befreit und neben grüner mit Zwirn zusammen gebundener Petersilie in einen Tiegel getan, worin zuvor ein Stück Butter zerlassen wurde, ein wenig Mehl daran stäuben, Fleischbrühe darauf gießen, ein Stückchen Zucker hinzulegen, und kurz einkochen. Dann werden einige junge Hühner in Fleischbrühe weich gekocht, und auf die Erbsen schön herum gelegt. Bei Bedarf können die Hühner auch mit Krebsschwänzen garniert, und die Erbsen mit ein paar Eidotter belegt werden.

Erbsen mit Speck durchgetrieben

Erbsen setzt man wie gewöhnlich mit Wasser zu, zum Auffüllen aber nimmt man Fleischbrühe, legt verschiedeneklein geschnittene Wurzeln, ein wenig Basilikum und Thymian, neben Bohnenkraut darein; wenn die Erbsen lind sind, treibt man sie durch ein Haartuch, schneidet ein Stückchen Speck in kleine Würfelchen, läßt es auf dem Feuer zergehen und gelb werden, und gießt es auf die Erbsen, dann schneidet man ein Stückchen gesottenes, geräuchertes Fleisch in kleine Stückchen, legt es auf den Erbsen herum, und bestreut es mit Petersilie.

Zuckererbsen

Werden sie mit gelben Rüben gekocht, so schneidet man die letzteren klein in die Länge, nimmt von jedem Teil die Hälfte, wäscht sie, verdampft sie in einem Stückchen Butter, tut klein geschnittene Petersilie, Salz und etwas Muskat darüber, und gießt gute Fleischbrühe daran. Sobald sie weich sind, werden drei Messerspitzen voll Mehl in einem Stückchen Butter lichtgelb geröstet und an die Zuckererbsen getan. Sind sie kurz eingekocht, so richtet man sie an, und belegt sie mit gebackenen jungen Hühnern oder Tauben.

Zuckererbsen auf eine andere Art

Wenn sie abgezogen und gewaschen sind, dämpft man sie in einem Stückchen Butter, gießt sie mit Fleischbrühe auf, und tut klein geschnittene Petersilie und Muskat daran. Sind sie weich, so wird ein Kochlöffel voll Mehl in einem Stückchen Butter halb gelb geröstet, an die Zuckererbsen getan, das Geschirr wohl geschüttelt, und nicht viel gerührt, damit die Erbsen ganz bleiben, man legt Hammelfleisch oder Kälberkarbonaden (Kotelett) darauf.

Linsen mit Rebhühnern

Mit frischem Brunnenwasser werden schöne, große Linsen zugesetzt, gesalzen und gekocht, das Wasser, wenn sie weich sind, wieder abgegossen, Fett und klein geschnittene Zwiebeln in einen Tiegel getan, und die Linsen damit gedünstet. Die Rebhühner können mit Speck, Limonen, Zwiebeln und

etwas Wein gedünstet oder gebraten, und die Sauce der einen oder anderen Art an die Linsen gegeben werden. Danach läßt man die Rebhühner mit den Linsen noch ein wenig aufkochen, und richtet sie von den Linsen ganz bedeckt an. Auch gestoßene Nelken und Pfeffer können daran getan werden.

Linsen mit geselchtem Schweinefleisch

Die Linsen werden wie bei dem Vorstehenden gekocht, dann ein Stück geselchtes Fleisch halb abgesotten, zu den Linsen neben ein zusammengebundenes Büschelchen Wurzeln und Kräuter gelegt, und wenn sie lind sind, läßt man etwas davon durchpassieren, nimmt die Wurzeln und Kräuter davon weg, und tut das Durchgetriebene wieder zu dem Ganzen, damit letztere nicht zu dick wird. Vor dem Anrichten schneidet man das Geselchte in kleine Stückchen, legt es auf die Linsen und streut Schnittlauch darauf.

Makronen mit Parmesankäse

Man tut die Nudeln in viel gesalzenes siedendes Wasser und läßt sie, bis sie etwas lind sind, sieden, dann gießt man kaltes Wasser hinzu, und wenn es eine Zeitlang gestanden, wird das Wasser gut ausgeseiht, dann streut man eine Handvoll geriebenen Parmesankäse in das Gefäß, worin man es haben will, dann eine Lage Makkaroni und ein paar Löffel voll recht starke gute Schüsuppe (Jus-Suppe), dann wieder Käse und so fort, bis man genug hat, stellt danach den Tiegel auf Kohlen, läßt sie dämpfen, bis sie recht heiß werden, und gibt es zu Tisch. Ein Schälchen fein geriebener Parmesan zum beliebigen darauf streuen wird mit aufgesetzt.

Schwämme

Bei der Auswahl derselben ist gute Kenntnis und Vorsicht nötig, damit man nicht giftige erwischt; schöne junge Schwämme (Pilze) werden wohl geschält, geschnitten und gewaschen, dann mit einem Stück Butter zugesetzt. Die Sauce, welche

sie geben werden, läßt man kurz einkochen, stäubt ein wenig Mehl daran, neben einer Handvoll geschnittener Petersilie, etwas Salz und Pfeffer, und läßt es damit noch gut verkochen, und richtet es zu Lamm- oder Kalbfleisch an.

Frische Maurachen (Morcheln) als Gemüse

Zu diesem nimmt man gewöhnlich die großen Maurachen. Wenn die Stiele weg sind, übersiedet man sie in Salzwasser, drückt sie fest aus kaltem Wasser aus, schneidet sie dann rund, aber nicht ganz klein, und tut ziemlich geschnittene Petersilie dazu. Sind es viele, so tut man ein gutes Stück Butter in einen Tiegel, die geschnittenen Maurachen, neben der Petersilie darein, streut so viel Mehl darauf, als zwischen vier Finger gefaßt werden kann, legt Muskaten und Salz dazu, dämpft solche wohl, und gießt gute Fleischbrühe daran. Sobald sie in kurzer Sauce eingekocht sind, werden sie angerichtet, und mit geklopftem Kalbfleisch belegt.

Große und kleine Pasteten, Krapfeln, Pfanzeln, Wandeln und dergleichen Beispeisen

Butterteig

Man nimmt ein halbes Pfund Butter, ein halbes Pfund Mehl und 2 Eier, vom Mehl wird ein wenig zum Abstäuben zurück gelassen, macht mit Wasser und ein wenig Salz einen

Teig wie der von geschnittenen Nudeln, rollt ihn dick aus, wäscht die Butter, trocknet sie mit einem Tuch ab, legt sie auf den Teig, und schlägt ihn darüber, rollt ihn einmal ganz dünn aus, schlägt ihn noch zweimal zusammen, und rollt ihn dann dicker aus. Nun wird er zum vierten Male gerollt, und ist dann zu allen Torten und Pasteten zu verwenden.

Butterteig auf eine andere Art

Um Krapfeln, kleine Torten oder Pastetlein zu machen, nimmt man eben so viel Mehl als Butter, von ersterem aber wird ein wenig zum Abstäuben übergelassen. Zu einem halben Pfund Mehl werden 2 Eidotter und süßer Rahm genommen, ein Teig wie zu geschnittenen Nudeln daraus geformt, dann wird er doppelt so breit als die in Scheiben geschnittene Butter ist, ausgerollt, die eine Hälfte mit den Butterscheiben belegt, und die andere darüber hergelegt, dann drückt man den Teig so über die Butter, daß nichts von selbiger mehr zu bemerken ist, dann rollt man ihn so dünn, als wie nur möglich, aus, schlage ihn dreimal zusammen, rollt ihn nochmals so dünn, und fahre so fort drei- bis viermal, dann wird er an einem kühlen Ort eine Viertelstunde stehen gelassen. Die Bearbeitung des Teigs muß sehr geschwind von Statten gehen, damit die Butter nicht unter der Hand zergehe, und der Teig beim Umwenden jedesmal mit ein wenig Mehl bestreut werden, das Transportieren dieses Teigs kann am leichtesten vermittelst einem Walcher geschehen.

Blätterteig zu Pasteten oder Krapfeln

Auf ein Brett nimmt man 1 Pfund schönes Mehl, ein viertel Pfund reines Abschöpffett, bröselt dies unter das Mehl, nimmt dann 4 Eidotter, etwas Salz und soviel Wasser oder weißen Wein, daß man einen Teig von

der Festigkeit eines weißen Brotteigs machen kann und arbeitet diesen unter der Hand gut ab, bis er recht fein wird; dann läßt man ihn ein wenig ruhen. Alsdann rollt man ihn zu 4 gleichen dünnen Fleckchen aus, läßt noch ein halbes Pfund Abschöpffett zergehen, bis es sich mit einer Feder aufstreichen läßt, überstreicht dann jeden ausgerollten Fleck damit, legt sie alle 4 aufeinander, schlägt sie im Ganzen noch einmal zusammen, und läßt diesen Teig eine Stunde lang an einem kühlen Orte stehen. Dann rollt man ihn auf dem Brett wieder um, schlägt ihn noch zweimal dreifach zusammen und macht daraus hohle ausgefütterte Pasteten, Farce-Pasteten, kleine Fasch-Pasteten oder gibt ein beliebiges Eingemachtes darein. (Anmerkung: Farce = Füllung im Allgemeinen als Oberbegriff, Fasch = Füllung aus Gehacktem)

Geschnittene Nudeln-Pasteten

Man macht einen geschnittenen Nudelteig von 4 Eiern, rollt die Blätter aus, wie zu geschnittenen Nudeln, und schneidet sie wie abgetrocknete Nudeln, setzt Wasser auf, blanchiert die Nudeln, seiht sie ab, tut kaltes Wasser daran, seiht es weg, tut die Nudeln in ein Kasserolle, schüttet ein Gazel sauren Rahm daran, einen Vierling Parmesankäse und einen Löffel voll Abschöpffett. Hierauf macht man einen mürben Teig, streicht einen Model gut mit Butter, tut den Teig hinein, bestreicht den Rand oben mit Eier, tut die Nudeln darein, rollt den übrigen Teig aus, tut ihn auch auf die Nudeln, bestreicht den Teig oben mit Eier, stellt den Model in den Ofen, und backt sie recht schön.

Olla Potrida Pastete

Mit einer Füllung von Karpfen- und Aalfleisch, Artischockenböden, Champions, Karpfenmilchner, Krebsfleisch aus den Scheren und Schwänzen, guter Butter, Salz, Pfeffer, Nelken und Fischwürsten wird eine Pastete im Ofen

gebacken und eine weiße Sauce mit Zitronensaft daran gegossen.

Jagdpastete

Man nimmt von allen Sorten Fleisch, als: Kalb-, Rind-, Hammelfleisch und rotes Wildbret, von jedem 2 Pfund, häutet solches, schneidet das Fett rein davon, und alles Fleisch zu zwei Finger breiten und einen Finger langen Stückchen, klopft es wohl mit dem Messerrücken, legt die Stückchen in eine Schüssel, macht eine viertel Maß Essig siedend, tut Basilikum, Dragun (Estragon), Zitronenkraut, einige Lorbeerblätter, etwas Salz und Zitronenscheiben darein, läßt den Essig, wenn er gesotten hat, wieder erkalten, gießt ihn an das geschnittene Fleisch, läßt es über Nacht stehen, und macht dann einen mürben Teig, von einem Pfund Mehl, einem halben Pfund Butter, einem Ei und Wasser. Zur Füllung braucht man 2 Pfund mageres Kalbfleisch, 4 Lot Kapern, 4 Lot Sardellen, eine ganze Zitrone mit Schale und Mark, und eine Zwiebel, dieses hackt man zu einer feinen Füllung, vermengt es in einer Schüssel mit Salz und Muskatnuß, nimmt etliche Eßlöffel von dem Essig, worin das Fleisch gebeizt ist, dazu, rollt dann den Teig der Länge nach ganz aus, legt etliche dünne Schnitten frischen Speck in die Mitte, auf diesen die Hälfte des ein gebeizten Fleisches, auf solches die ganze gehackte Füllung, und das übrige ein gebeizte Fleisch vollends darauf, es muß aber der Länge nach wie ein Wecken-Brot gelegt werden, hierauf tut man wieder ganz dünne Schnitten Speck auf das Fleisch, bestreicht mit einem Ei ringsum das Fleisch, überschlägt dann den Teig wieder recht fest gegen einander, macht eine Form daraus, wie ein Wecken-Brot, bestreicht 3 bis 4 Bögen weißes Papier, jeden besonders mit Butter, schlägt einen um den andern fest um die Pastete, macht oben durch das Papier zwei Öffnungen in den Teig, daß der Dampfheraus kann, bestreicht ein Blech mit Mehl, legt die Pastete darauf, und läßt sie 2 Stunden im Ofen backen. Wenn sie fertig ist, wird sie samt dem Papier an einem kühlen Ort aufbehalten, bis sie kalt ist. Die Sulz darein wird wie bei der gesulzten Feldhühner-Pastete verfertigt, dann das Papier davon losgemacht, und die Sulz, wenn sie zuvor ganz abgekühlt ist, langsam durch die Öffnung darein gegossen; sobald solche fest darin ist, kann sie gebraucht werden. Wenn man sie schneidet, wird sie wie eine Wurst zu Scheiben geschnitten. Auf der Jagd sind diese, wegen des Packens, die besten Pasteten.

Eine Kasserolle-Pastete

Ein halber Vierling Schmalz und ein Vierling Butter werden flaumig abgerührt, dann ein halbes Pfund Mundmehl dazu getan, und alles mit einander gut abgerührt, 2 Eidotter und ein ganzes Ei dazu genommen, und so viel saurer Rahm dazu gegeben als zum Flüssigwerden nötig ist; dann wird der Teig gesalzen und etwas geschwinder und fester als der Butterteig zusammen gemacht und ausgerollt, dann wird eine Kasserolle mit Schmalz ausgeschmiert, mit Semmelbröseln bestreut, mit Teig ausgefüttert, und die innere Ausfütterung mit Papier, wie bei der Braise angeführt ist, gemacht, dann deckt man sie von oben wieder mit diesem Teig zu, bestreicht sie mit Eiern, ziert sie mit Teig nach Belieben, und backt sie in einem nicht gar zu heißen Ofen, stürzt sie aus der Kasserolle heraus, nimmt den Deckel und die Ausfütterung ab, und füllt sie mit in Blut gedünsteten Hühnern oder Tauben. Der Teig zu dieser Pastete muß sehr dünn mit der Hand in die Form und Rundung eines Regenwurms gedrückt werden, und in die Mitte des Bodens der wohl ausgeschmierten Kasserolle ganz fest, und Schnecken- oder Wachsstock ähnlich, dicht neben einander gelegt, und so fortgefahren werden,

bis die Kasserolle ganz belegt ist, dann wird eine Fütterung von Papier gemacht, ein glatter dünn ausgerollter Deckel darauf gelegt und auf diesen gleichfalls wieder von dem ausgedrehten Teig künstliche Lagen, so wird sie die Form eines Wachsstockes bekommen. Beim Backen und Füllen wird wie bei dem Artikel Braise angeführt ist, verfahren.

Gerührte Pastetlein

Ein halbes Pfund Butter wird flaumig abgerührt, hierauf schlägt man 3 ganze Eier und von 3 andern den Dotter hinein, weicht von 4 Kreutzersemmeln die Mollen in Milch ein, drückt sie wieder fest aus, und rührt sie mit der Masse noch eine halbe Stunde, tut Salz und Muskatblüte dazu, bestreicht sodann kleine Formen mit Butter, bestreut solche mit Semmelbröseln, und tut etwas weniges von dem Teig darein. Das Ragout darf verfertigt sein, von was er will, doch ist er von Briesen und Eutern am besten. Wenn er kalt ist, wird davon in die Formen getan, und solche oben mit Teig überstrichen. Alsdann werden sie im Ofen gebacken.

Eine Kasserolle-Pastete mit Makkaroni

Man mache die Makkaroni, wie bei der Pastete von Makkaroni mit Parmesankäse angeführt ist, nur wird statt dem Rahm gute klare Schüsuppe (Jus-Suppe) genommen, bei dem Übrigen aber auf gleiche Weise verfahren.

Eine Kasserolle-Pastete auf italienische Art

Man nehme hierzu mit süßen Rahm gemachte Makkaroni, neben einigen in kleine Schnitzen geschnittene Kalbsbrieseln, Kalbseuter, kleine Lammbriesen, Hühnerlebern, Trüffel und Maurachen (Morcheln), läßt alles mit den Makkaroni anlaufen, und stäubt ein wenig Mehl daran, zum Füllen nimmt man etwas geriebenen Parmesankäse. In den Pastetenteig muß etwas Zucker genommen werden, die Pastete wird in einer Tortenpfanne gebacken, und oben mit Eier bestrichen, damit sie eine schöne Farbe bekommt.

Kartoffel-Wandeln

Man siedet gute mehlige Kartoffeln, schält und reibt sie auf dem Reibeisen, treibt 8 Eidotter mit einen Vierling feinen gestoßenen Zucker in einem Hafen ab, schlägt von dem Eiklar einen Schnee, und tut ihn zu dem zuvor eine halbe Stunde gerührten Eidotter, rühre es noch ein wenig, und tut ein halbes Pfund von den geriebenen Kartoffeln, und ein wenig Zimt darein, vermengt alles wohl, und füllt mit Butter beschmierte und Semmelbröseln bestreute Wandeln nicht ganz voll damit an, und backt sie langsam in der nicht zu heißen Röhre. Sind sie gebacken, so werden sie umgestürzt, und warm oder kalt, mit ein wenig Zucker bestreut, zu Tisch gegeben.

Pastete von Butterteig mit gehackter Füllung

Es wird ein feiner Butterteig gemacht, und einen starken Messerrücken dick ausgerollt. Es gehören kleine blecherne Formen dazu, so groß diese sind, werden Blättchen ausgestochen und in die Formen gelegt. Alsdann macht man eine Füllung von einem übriggebliebenen Stückchen Kalbsbraten, 2 Lot Sardellen, Kapern für 2 Kreutzer, einer Zwiebel, ein klein wenig Petersilie, die Schalen und das Mark von einer halben Zitrone; dies alles zusammen hackt man klein, tut ein Stückchen Butter in eine Kasserolle oder Tiegel, röstet zwei Messerspitzen voll Mehl gelb darin, dämpft das Gehackte ein wenig, tut ein Glas Wein neben Salz und ein wenig Muskatnuß daran. Wenn es ein wenig gekocht

hat, schüttet man's auf einen Teller, und läßt es erkalten, als dann wird in jede Form ein wenig von der gekochten Füllung gelegt, von eben dieser Größe ein Deckel darauf getan, neben ein wenig zugedrückt, in die Mitte ein kleiner Schnitt gemacht, mit einem verrührten Ei bestrichen, dann gelb im Ofen gebacken, und warm auf den Tisch gebracht.

Kartoffelpastete auf holländische Art

Gesottene, geschälte und in Scheiben geschnittene Kartoffeln werden in Fett mit ein wenig klein geschnittenen Zwiebeln geröstet, 2 Eier daran geschlagen und mit einem Viertelmaß sauren Rahm wohl untereinander gemengt, dann ein Model mit Butter bestrichen und mit Semmelbröseln besät, in die Form eine Lage Kartoffeln und darauf eine Lage hart gesottener Eier und blattweiß geschnittener Heringe oder Sardellen, dann wieder eine Lage Kartoffeln und so weiter bis der Model voll ist, dann wird der äußere Ring der Form mit Butter bestrichen, mit Semmelbröseln bestreut, und das Ganze bei guter Hitze im Rohr gebacken.

Ein aufgelaufenes Pastetlein

Mit Mehl, Krebs- oder anderer Butter macht man einen nicht gar zu festen Teig, der noch läuft, schneidet das Fleisch von Kalbsbraten oder gebratenem Geflügel ganz klein, salzt es, reibt ein wenig Muskatnuß daran, schmiert einen Model mit Butter, legt ein wenig Teig auf den Boden, dann gedämpfte Hühner oder Tauben darein, einen anderen Teig darauf, und backt es im Rohr aus.

Gehackte (Haché) Pastete

Ein Stück Fett oder Butter läßt man in einem Tiegelheiß werden, läßt klein geschnittene Zwiebeln darin anlaufen, wiegt ein Stück übriggebliebenen Braten mit Petersilie, tut ihn hinein, stäubt einen Löffel voll Mundmehl daran, salzt es, gießt ein wenig Fleischbrühe darauf, und läßt es ein wenig kochen, dann nimmt man es vom Feuer weg, schlägt 7 Eier daran, gießt einen Viertelmaß sauren Rahm hinzu, wirft klein geschnittenen Petersilie und Schnitthauch darein, bestreicht eine Form mit Butter, besät sie mit Semmelbröseln, tut die Pastete darein, und backt sie im Ofen.

Kleine Pastetlein mit süßem Rahm

Etwas tiefe, kleine, kupferne Modelchen belegt man mit dünn ausgerollten Teig, und drücke ihn in jede Fuge nach der Form, den übrigen Teig kann man wieder zusammen wirken, und etwas davon in die Form legen, damit der Deckel darauf hält, den letzteren bestreicht man mit Eidotter. Nachdem dies im Ofen schön gebacken, nimmt man sie aus der Form heraus, tut die Deckel herunter und den hineingelegten Teig heraus; schneidet hierauf das weiße von der Haut befreite Fleisch von schön gebratenem Geflügel in feine längliche Stückchen, und tut es neben einer Bechamel von süßem Rahm in einen Tiegel oder Kasserolle, salzt es, und macht es warm. Dann werden die zuvor etwas warm gemachten Pastetlein damit gefüllt, die Deckel darauf gesetzt und warm auf den Tisch gegeben. Auf diese Art läßt sich von jeder Gattung Geflügel Pastetlein machen.

Farce-Pastete

Man bereitet eine gute Kalbsfarce (Farce = Füllung) und verrührt sie mit ein paar Eiern. Eben so macht man ein Ragout von Breis und Euter, frikassiert es mit ein paar Eidotter Zitronensaft, macht einen mürben Teig, nimmt eine Pastetenschüssel, belegt den Boden derselben mit fingerdickemTeig, gibt sodann in die Mitte die Hälfte von der Farce darüber, formt es ganz rund, rollt vom übrigen Teig fingerbreite Streifen mit dem Krapfenrädchen aus und legt sie über die Farce, gleich einem Gitter, daß noch überall die Farce dazwischen heraus sieht, bestreicht es mit Eier und backt es im Rohr.

Kleine Butterpasteten mit Hachis (Gehacktem) oder Ragout

Man macht einen Butterteig, rollt ihn einen starken Messerrücken dick aus, sticht dann mit einem Glas oder Pastetenstecher runde Blätter ab, legt sie zur Hälfte auf ein Blech, bestreicht sie mit Eier, und sticht sie zur andern Hälfte neuerdings aus. Von den nach diesen ausgestochenen kleinen Blättchen zurückgebliebenen Rändern legt man auf jedes der größten Blätter einen, damit es hier den Rand und in der Mitte eine Höhlung bildet, bestreicht sie wieder mit Eier, und backt sie schön in einem gut geheizten und abgestandenen Rohr, die ganz kleinen Blättchen backt man auch besonders zu Deckeln, macht ein gutes Haschi oder ein Ragout, füllt es in die Höhlung der Pastetchen und bedeckt jedes derselben mit dem dazu gehörigen Deckel.

Pastete von Makkaroni mit Parmesankäse

Ein Pfund fingerdicke Makkaroni Nudeln siedet man in vielem gesalzenen Wasser lind, und gießt das Wasser wieder davon ab, dann schneidet man ein Stück gekochten Schinken ganz fein, läßt ihn mit einem Stück Butter in einem Tiegel anlaufen, tut die Nudeln hinein, läßt es ein wenig anziehen, rührt sie um, gießt süßen oder sauren Rahm zu, läßt es aufsieden, nimmt es vom Feuer weg, und läßt es erkalten. Dann belegt man einen mit Butter bestrichenen Model mit Teig, belegt dies wieder mit einem dünn ausgerollten Blatt, bestreicht es mit Eier, tut ein halbes Pfund fein geriebenen Parmesankäse neben ein wenig Pfeffer und Salz in die Nudeln, und füllt die Pastete damit, bedeckt sie mit einem mit Eiern bestrichenen Deckel, worin in der Mitte sich ein kleines Loch befinden muß, ziert ihn auf beliebige Weise, läßt die Pastete anderthalb Stunden backen, und stürzt sie, ehe sie zu Tisch gegeben wird, auf eine Schüssel.

Einen mürben Strudel mit Weinbeeren und Zibeben

Aus Nieren, Kälberbraten, Zibeben, Weinbeeren und feinen Zitronenschalen wird ein Gehäck (Haschi) gemacht. Wenn alles fein geschnitten wurde, läßt man es mit Butter anlaufen, schlägt ein paar Eier daran, und macht einen Teig wie bei der Kasserolle-Pastete, rollt einen länglichen Messerrücken dicken Fleck aus, tut das Gehäck (Gehackte) auf der einen Seite nach der Länge darauf, und schlägt die andere Seite darüber her, beschmiert die äußeren Seiten mit Eier, drückt den Daumen wohl an, formt den Teig zu einer Schlange oder Schnecke, tut ihn auf ein mit Butter bestrichenes Blech, backt ihn in der Röhre und gibt ihn warm zu Tisch.

Überzwerger Butterteig

Man tut ein halbes Pfund Mehl in eine Schüssel, schneidet einen Vierling Butter darauf, rührt dies neben ein wenig Salz, 4 Eidotter und etlichen Eßlöffeln voll Wasser zu einem Teig zusammen, nimmt denselben auf ein Nudelbrett, wirkt ihn ab, und rollt kleine, eines Tellers große Flecke, so dünn und gleich als möglich daraus. Wenn alle beisammen sind, wird ein Vierling Butter zerlassen, jeder Fleck mit dem Pinsel davon überstrichen, bis die Butter alle ist, und ein Fleck auf den andern gelegt. Ist dies geschehen, so werden die Flecke ganz fest zusammengerollt, über Nacht auf einem Nudelbrett oder einer zinnernen Schüssel in den Keller getan, den andern Tag ein Stückchen eines Messerrücken dick abgeschnitten, sobald solche beisammen sind, überzwerg gerollt, mit einem guten Ragout gefüllt, wie

Kräpflein übergeschlagen, auf ein mit Mehl besätes Blech gelegt, und ohne bestrichen zu werden, im Ofen gebacken. Sie können mit einem klein geschnittenen Ragout, wie solche öfter angezeigt sind, gefüllt, und als Pasteten gegeben werden.

Hachiswandeln

Man macht einen Butter- oder andern mürben Teig, schmiert kleine kupferne oder blecherne Wandeln oder Model gut mit Fett oder Schmalz und füttert sie mit diesem Teig aus. Hierauf macht man ein gutes Hachis (Hackfleisch) von Kalbsbraten oder Gedünstetem mit Zwiebeln, Limonenschalen und Kapern, verbindet es mit ein paar Dottern und einigen Löffeln voll saurem Rahm, füllt die Wandeln damit ein, deckt sie wieder mit Teig zu, backt sie eine halbe Stunde in einem Rohr, stürzt sie aus den Wandeln, stellt die obere Seite auf die Höhe und gibt sie zur Tafel.

Schnepfen-Pastete

Die Schnepfen werden ausgenommen, wenn sie vorher über einer Glut trocken gesengt und gereinigt worden sind, der Schnepfendreck auf ein Schneidbrett gelegt, die Schnepfen dressiert. Hierauf wird Speck und Schinken klein länglich geschnitten, Grünes, Pfeffer und Salz darunter gemischt, und die Schnepfen damit gespickt. Dann werden auf den Boden eines Tiegels einige Speckschwarten gelegt, auf diese die Schnepfen; diese werden gesalzen und gepfeffert, ein Glas roter Wein, eine Zwiebel und ein Lorbeerblatt dazu getan, der Tiegel zugedeckt und auf ein mäßiges Feuer gesetzt; wenn sie halb gedünstet sind, werden sie herab genommen, damit sie kalt werden. Zu dem Schnepfendreck nimmt man Speck, Schalotten, Thymian, Trüffel, Champignons, Pfeffer, Salz und etwas Petersilie, und wiegt alles klein. Zum Teig nimmt man ein halbes

Pfund Mundmehl, einen Vierling Butter, 2 Eidotter, sauren Rahm. Vom angemachten Teig rollt man ein Blatt aus, und leget es auf ein Blech, danach tut man die Füllung darauf, legt die Schnepfen in gehöriger Ordnung; bedeckt sie mit Speck, tut den von den Schnepfen im Tiegel gebliebenen Saft auch dazu, und deckt es mit einem anderen Blatt von Teig zu, macht als dann Zierraten nach Gutdünken darauf, bestreicht sie mit Eier, und läßt sie anderthalb Stunden im Rohr backen. Zur Brühe nimmt man ein wenig gute Schü (Jus), läßt sie kochen, und drückt den Saft von einer Zitrone hinein. Vor dem Anrichten schneidet man den Deckel auf, tut den Speck und den herumsitzenden Teig weg, gießt die Brühe darüber, schöpft das zum Vorschein kommende Fett ab, und gibt sie zu Tisch.

Pastete von Fasanen

Die Fasanen werden trocken gerupft, über eine Glut gehalten und gesengt, dann ausgenommen und mit kleinen Stückchen Schinken und Speck gespickt, übrigens wie die Schnepfen behandelt; zur Füllung nimmt man Kalbfleisch, Speck, feine Kräuter, Salz und Pfeffer, läßt es anlaufen, bis das Fleisch weiß wird, dann wird es mit der rohen Leber von Fasanen klein gewiegt. Hierauf wird wie bei der Schnepfen-Pastete verfahren, doch nimmt man frische blätterweise geschnittene Champignons zu der Brühe. Auf eben diese Art wird auch die Rebhühner-Pastete bereitet.

Eingeschlagene Pastete mit Wildbret

In eine Kasserolle legt man Schnitzen von Leber, Fett, in Blätter geschnittene Zwiebeln, Lorbeerblätter, Kettelkraut, Limonenschalen, Gewürz und etwas Speck, läßt dies alles wohl kochen, bis es lind ist, dann weicht man die Mollen von 2 Kreuzersemmeln in Milch ein, wiegt die Leber ganz klein neben der Semmel, legt das Gewiegtein die Kasserolle, tut Fett und gute Fleischbrühe dazu, läßt es nochmals aufkochen und dann kalt werden (dies wird auch Leber-Fasch genannt), dann wird ein mürber Teig gemacht, ausgerollt, ein Model mit Butter bestrichen, mit Teig ausgelegt, und mit dem Fasch ausgefüllt, dann auf der Seite hinauf gestrichen, danach gekochtes Wildbret hineingelegt, mit dem Fasch zugedeckt, und auf selbiges ein Deckel von mürbem Teig gelegt, man läßt es langsam backen, bestreicht den Deckel mit Eier, und macht in die Mitte ein kleines Loch.

Kleine Ragout-Pastetlein von Krebsen

Vier gesottene Kalbsbriese, eine Handvoll abgesottener Maurachen (Morcheln), gesottenes Kalbseuter, und die Leber oder Mägen von Hühnern werden ganz klein geschnitten, dann macht man von 15 kleinen Krebsen einen starken Vierling Krebsbutter, behält von selbiger einen starken Eßlöffel voll auf, läßt das Übrige in einem Tiegel oder Kasserolle zergehen, dämpft zuerst einen Löffel voll fein geschnittene Petersilie, dann erst das obige kleingeschnittene Fleisch, neben den klein geschnittenen Krebsschwänzen darin, tut etwas später einige Löffel voll gute Fleischbrühe, ein wenig Muskatblüte, Semmelbröseln und Salz daran, läßt es noch eine Viertelstunde kochen, und nehme es dann vom Feuer. Indessen werden von geblättertem Butterteig zwei runde Fleckchen, etwas größer als eine Kaffeetasse, gemacht, in das eine, welches zum Deckel bestimmt ist, wird ein rundes Loch, in der Größe eines Vierundzwanzigers, in die Mitte gemacht, dann legt man beide Fleckchen aufeinander, bestreicht sie mit Eier, und läßt es im Ofen schön gelb backen. Wenn sie noch heiß sind, werdensie mit dem übergelassenem Eßlöffel voll Krebsbutter bestrichen, ein Löffel voll Ragout hinein gelegt und zu Tisch gegeben. Einige abgesottene recht fein geschnittene Artischockenböden können ebenfalls zu dieser Füllung genommen werden. An Fasttagen nehme man statt Kalbsbriesen Fischmilch.

Fleischpastetlein auf eine geschmackvolle Art

Man siedet ein halbes Pfund Kalbfleisch nur ganz wenig in guter Fleischbrühe, nimmt es dann heraus und wiegt es neben einem Stückchen Mark, und einem halben Vierling Nierenfett ganz klein. Schneidet dann von einer Semmel die Rinde ab, siedet sie gleichfalls ein wenig in Fleischbrühe, wiegt sie dann auch unter das Fleisch, tut klein geschnittene Schalotten, Salz und ein wenig Muskatblüte dazu, und rührt alles wohl untereinander, belegt kleine Modelchen mit dünnem Butterteig, füllt diesen Fasch (Füllung aus Gehacktem) damit, legt auf jedes ein Stück Mark und einen Deckel von Teig darauf, bestreicht solchen mit Eier und läßt es backen.

Pastetlein von frikassiertem Aal

In kleine flache Model werden Blättchen von Butterteig gelegt. Alsdann wird ein Aal von einem Pfund abgestreift und ausgenommen, zu kleinen Scheiben geschnitten, ein wenig Essig darüber gegossen, ein Stückchen Butter in einem Kasserolle zerlassen, und ein ganz kleiner Löffel voll Mehl daran getan. Wann es ein wenig angezogen hat, tut man einen kleinen Schöpflöffel voll Fleischbrühe, Salz, klein geschnittenen Petersilie, Muskaten, klein geschnittene Zitronenschalen, und für einen Kreuzer Kapern dazu, nimmt den Aal aus dem Essig, und legt ihn in die Brühe. Wenn er ein wenig gekocht hat, läßt man ihn wieder erkalten, füllt dann in jeden Model 2 bis 3 Stückchen, deckt ihn wieder mit einem Blättchen Butterteig zu, macht eine Öffnung darein, bestreicht sie mit einem verrührten Ei, und backt sie in schneller Hitze in einem Rohr. Die Brühe muß ganz kurz eingekocht sein.

Ragoutwandeln

Von 2 Kreuzersemmeln wird die Rinde in kleine Würfelchen geschnitten, 8 Eier in einer Maß süßen Rahm ab gestrudelt, und auf die Semmelbröckeln gegossen, dann macht man von 2 gut übersottenen Eutern und Kalbsbriesen einen Ragout, und meliert es unter das Andere. Bei Bedarf können auch Spargel, Karfiol und klein geschnittene Krebsschwänze darunter getan werden. Dann werden die mit Butterteig gefütterten Wandeln damit angefüllt, mit einem Deckel von eben diesem Teig bedeckt, und wie gewöhnlich im Rohr gebacken, dann umgestürzt zu Tisch gegeben.

Krebspasteten

Wenn die Krebse gesotten, nimmt man die Schwänze heraus, befreit sie von dem Bitteren, und stößt sie im Mörser klein, dann werden sie mit einem Stück Butter so fein wie möglich nochmals gestoßen, und mit ein wenig Wasser aufgekocht, dann durch ein Tuch wohl ausgepreßt und an einen kühlen Ort gestellt, daß es stockt, alsdann weicht man die Mollen von 6 Kreuzersemmeln in Milch ein, drückt sie wohl aus, trocknet sie am Feuer, rührt in die Krebsbutter 3 ganze Eier und drei Eidotter, eins nach dem andern, recht flaumig hinein, und von 6 Eiklarden Schnee. Nun rollt man einen mürben Teig aus, bestreicht einen Reif mit Butter, bestreut ihn mit Semmelbröseln, setzt ihn auf den Teig, und füllt das Abgerührte hinein, dann schneidet man gesottenes Kalbseuter blattweise, läßt es mit weißer Sauce aufkochen, und frikassiert sie, läßt es abkühlen, tut es in die Mitte der Pastete, deckt es wieder mit dem Abgerührten zu, so daß der Reif nicht zu voll wird, und läßt es langsam backen.

Kleine süße Pastete von Krebsen

Während man die Rinde von 3 Kreuzersemmeln in Milch weichen läßt, werden 25 kleine Krebse, wie gewöhnlich, in Salzwasser abgesotten, die Schwänze und Scheren abgeschält und klein geschnitten, dann von dem Übrigen, wenn die Galle herausgenommen ist, eine Krebsbutter gemacht, die Semmeln ausgedrückt, ein wenig in Rosenwasser gestoßene Mandeln, neben einer halben auf Zucker abgeriebenen Zitrone und etwas Zucker dazu getan, wohl untereinander gemengt, und die mit Butter bestrichenen und mit Semmelbröseln bestreuten Formen damit gefüllt, oder von geblättertem Butterteig beliebige Formen und Pastetlein daraus gemacht.

Mürbe Pasteten

Von einem Pfund Mehl, einem halben Pfund Butter und etwas Salz wird ein Teig recht gearbeitet, dann schlägt man in einen Hafen zwei ganze Eier, verrührt sie wohl mit 3 Kochlöffel voll gutem Rahm, 6 Eßlöffel voll Wein, und 4 Löffel voll Wasser, arbeitet es gut unter den Teig, und läßt ihn dann ruhen. Dann rollt man ihn recht dünne aus, schlägt ihn auf zwei Teile zusammen,

schneidet ihn in der Mitte quer von einander, rollt einen Teil aus, legt ihn auf ein Blech mit einem Rand, schmiert ihn rund herum mit einem abgeschlagenen Ei, rollt den andern Teil ebenfalls aus, schneidet einen fingerbreiten Streifen daraus, legt ihn auf das Geschmierte, dann macht von mit Zwiebeln und Speck gedünsteten Kalbfleisch, 3 ausgelösten Sardellen, Zitronenschalen und Kapern; wenn alles recht fein geschnitten, eine Füllung, bestreicht den Boden mit Eier, tut auf den Teig am Rande die Hälfte von der Füllung, dann legt gedämpfte Tauben oder sonst etwas Beliebiges hinein, und die andere Füllung darüber, legt den Deckel darauf, ziert sie nach Belieben, bestreicht sie mit geschlagenen Eiern, läßt sie eine starke Stunde im Rohr backen, und wenn sie fertig ist, wird vor dem Auftragen eine gute Sauce daran gegeben.

Eine Pastete von kleinen wilden Enten

mache man wie die Fasanenpastete, nur läßt man sie etwas länger im Ofen stehen, weil die Enten härter sind.

Zu Pastetlein von Schü (Jus)

wird ein Stück Butter in einen Tiegel getan. Hierauf schneidet man ein Pfund mageres Ochsenfleisch, ein Pfund Kalbfleisch, und ein Stückchen Schinken ohne Fett zu Schnitzeln, dämpft sie in Butter gelb, schneidet von jeder Art Wurzeln zwei, und tut solche neben ganzer Muskatblüte und 4 ganzen Nelken dazu. Dann gießt man gute Fleischbrühe daran, und läßt es so lange kochen, bis das Fleisch weich ist, und nur noch ein halb Maß Schü (Jus) übrig bleibt, darauf wird das Fleisch durch ein Tuch gepreßt. Auf eine halbe Maß Schü rechnetman 12 Eidotter, verrührt solche wohl, tut die Schü (Jus) nach und nach daran, und läßt es wieder durch ein Haarsieb laufen. Hat man keine blecherne runde Model von der Größe einer oberen Kaffeeschale, so nimmt man Schalen, bestreicht sie mit frischer Butter, füllt sie von der angerührten Schü halb voll, setzt sie in kochendes Wasser, das bis an die halbe Höhe der Schale geht, tut einen Deckel mit Kohlen darauf, und läßt sie kochen, bis sie fest sind. Dann stürzt man sie auf eine Schüssel, zerhackt ein Stückchen magern Schinken mit ein wenig Petersilie, bestreut die Pastetlein stark damit, und gibt sie auf den Tisch. Kann von übriggelassenen Lerchen, Schnepfen oder Krammetsvögeln nur etwas Weniges zu der Schü genommen werden, so bekommt sie einen bessern Geschmack.

Markkrapfeln

Von sechs Lot Mehl und einer welschen Nuß großem Stück Butter, einen halben Löffel voll gestoßenen Zucker und zwei Eidotter, wird ein dünner Teig, wie zu geschnittenen Nudeln, ausgerollt, dann werden ein halber Vierling fein geschnittenes Mark, eine kleine Handvoll klein gestoßener Mandeln, anderthalb Lot Zucker und etwas Zimt mit zwei Eidotter abgerührt, der ausgerollte Fleck mit Eiklar überstrichen, hin und wieder mit einem Kaffeelöffel voll von dem Abgerührten darauf gelegt, die andere Hälfte Teig darüber geschlagen, und mit dem Krapfenrädchen kleine Krapfeln ab geradelt, dann eine Schüssel gut mit Butter ausgeschmiert, die Krapfeln darein gelegt, ein Maß süßer Rahm abgesotten, siedend daran gegossen, und nochmals mit Zucker bestreut, Markwandeln

Während man die Mollen von 2 Kreuzersemmeln in Milch weichen läßt, kocht man ein halbes Pfund Mark in einer halben Maß Milch so lange, bis letztere ganz eingekocht ist, dann drückt man es durch ein feines Sieb, damit die beinigen Splitter zurückbleiben, dann wird die Semmel ausgedrückt, in einer Pfanne auf Kohlen wie ein Brandteig abgetrocknet, dann mit dem Mark, bis es fein und kalt wird, abgerührt, schlägt dann 8 Eidotter und 6 Eiklar, nimmt ferner 4 Lot klein gestoßene Mandeln, 6 Lot gestoßenen Zucker und 2 Lot klein geschnittenen Zitronat, rührt alles wohl untereinander, und füttert die Wandeln mit Butterteig aus, füllt sie mit dem Gerührten an, backt es langsam in nicht zu heißem Ofen und gibt es warm zu Tisch.

Reispastete mit Krebsbutter

In der Fleischbrühe wird, so viel man braucht, Reis weich gekocht, dann vom Feuer genommen, 5 ganze Eier daran, geschlagen und Krebsbutter darein gerührt, eine Form gut mit Butter beschmiert, und mit Semmelbröseln bestreut, die Hälfte des Reises hinein gelegt, in die Mitte Briesen oder Hasche, und die andere Hälfte des Reises darüber gelegt und im Ofen ausgebacken.

Stockfischpastete

Von gutem Stockfisch schneidet man die Haut ab, zieht die Gräten alle heraus, setzt ihn in einem Hafen mit

warmem Wasser zum Feuer, und läßt ihn anziehen, indessen weicht man die Bröseln von weißem Brot in Milch ein, schneidet Petersilie und Schalotten ganz klein, dämpft sie in Butter, tut das ausgedrückte Brot dazu, schlägt Eier daran, rührt es auf dem Feuer noch etlichemal um, schneidet und stößt im Mörser etwas vom Stockfisch recht fein, tut es neben Salz, Muskatblüte und noch einigen Eiklar zum Andern, rühre es wohl untereinander und läßt es stehen. Alsdann läßt man das Wasser vom Fisch durch einen Seiher wohl ablaufen, legt den Butterteig zur Pastete zurecht, röstet fein geschnittene Zwiebeln in einem guten Stück Butter, legt auf den Boden der Pastete etwas von der Füllung, dann eine Lage Stockfisch neben den gerösteten Zwiebeln mit Butter, streut ein wenig Pfeffer darauf, und fährt so abwechselnd fort bis es alle ist. Nun legt man den Deckel darüber, und wenn die Pastete gebacken ist, schneidet man den Deckel auf, und gibt sie mit einer süßen Rahm- oder Buttersauce auf den Tisch. Auf diese Art kann man von allen Fischen große Pasteten machen.

Markpastetlein

In ein Vierling von Splittern gereinigtes und gut abgetriebenes Mark werden ein halber Vierling klein gestoßene Mandeln, Zucker, Zitronenschalen und 7 Eier verrührt, dann kleine Pasteten- Modelchen mit Butter beschmiert, mit Semmelbröseln besät, mit dem Verrührten gefüllt, im Rohr gebacken, dann herausgenommen, und mit Zucker bestreut aufgesetzt.

Pastete von alten Hasen

Einen Hasen beizt man einen Tag zuvor, spicke ihnmit grobem Speck, und läßt ihn auf dem Feuer dünsten, dann kann man ihn in kleine Stückchen schneiden oder das Filet auslösen, und übrigens wie mit andern Pasteten der Art verfahren.

Krebspastetlein zur Fastenzeit

Die Krebsbutter wird auf die weiter unten gemeldete Art verfertigt, und wie die andere Masse gerührt. Von einem halben Pfund Krebsbutter gibt es 18 Pastetlein. Zum Ragout dämpft man ein paar Schalottenzwiebeln und ein wenig Petersilie in einem guten (ziemlichen) Stück Butter, schlägt hierauf 4 Eier daran, und rührt so lange darin, bis die Eier fest zusammen sind. Dann tut man's in eine Schüssel, schneidet die Krebsschwänze zu kleinen Bröckchen, eben so eine Handvoll übersottene Maurachen (Morcheln), tut Muskatblüte und Salz, neben zwei Eßlöffeln voll guten süßen Rahm dazu, rührt dies mit zwei Eidotter wohl untereinander, füllt die bestrichenen und mit Semmelbröseln bestreuten Model von der gerührten Masse halb voll, tut von dem Ragout etwas darauf, deckt sie wieder von der Masse zu, und backt sie nun schnell, damit sie nicht austrocknen.

Nierenwandeln

werden mit einem Bechamel gemacht, dann sechs Eidotter und ebensoviel Eiklar recht flaumig abgerührt, eine fette gebratene Kalbsniere würflig geschnitten, Salz und fein geschnittene Zitronenschalen darunter gemengt, alles wohl untereinander gerührt, die Wandeln mit Butterteig ausgefüttert, oder mit Butter bestrichen und mit Semmelbröseln besät, dann mit dem Gerührten ausgefüllt, übrigens wie gewöhnlich behandelt. Rissolen von Butterteig

Während man einen Vierling frische reine Butter im kalten Wasser liegen läßt, macht man von einem Vierling Mehl, einem Ei, ein wenig Butter und Wasser einen Teig, und arbeitet ihn so gut, daß er nicht mehr an den Fingern kleben bleibt, dann trocknet man den Vierling Butter mit einem Tuch ab, wendet es im Mehl um, rollt den Teig rund aus, legt die Butter darein und wieder Teig darüber, schlägt ihn recht stark, rollt ihn dünn aus, und fährt so viermal fort, dann rollt man ihn ganz dünn aus, bestreut den Fleck mit Eiklar, legt ein Haschi (Gehacktes) darauf, schlägt den einen Teil der Teigscheibe darüber, schneidet sie mit einem Krapfenrädlein in Stücken, bestreicht sie mit Eier, und backt sie im Ofen auf einem Blech.

Kleine Pasteten von Austern

Man belegt kleine flache Modelchen mit dünnem Butterteig; macht die Austern auf und läßt den Saft davon in ein kleines Geschirr laufen, putzt die Austern gut, und legt in jedes Modelchen 2 Austern, einen Kaffeelöffel voll von dem Saft, eben so viel Butter, ein wenig Muskatblüte und fein geschnittene Petersilie, bestreut ein jedes mit ein wenig fein geriebenem weißen Brot und backt es im heißen Ofen schnell. Bei Bedarf können in die Pastetlein auch noch kleine Stückchen abgesottener Kalbsbrieslein zu den Austern gelegt werden. In Ermangelung kleiner flacher Modelchen können die unteren beiden Austernschalen sauber geputzt, innen mit Mehl bestäubt und mit Butterteig belegt werden, wenn man von außen einen Rand von Butterteig formt und selbigen mit Eiernbestreicht, in diesem Falle werden sie mit den Schalen aufgesetzt. An Fasttagen kann statt der Briese abgesottener Fischmilchner genommen werden.

Saure Pastete

Ein halbes Pfund Butter schneidet man in kleine Stücke, arbeitet sie mit einem Dreißiger Mehl gut ab, schlägt dann 4 Eier daran, tut 2 Löffel voll süßen Rahm und 4 Löffel voll Wein dazu, macht den Teig mit frischem Wasser an, wie einen Strudelteig, rollt ihn einen halben Finger dick aus, schlägt ihn zweimal dreifach und zweimal vierfach, wie einen Butterteig, ab, und läßt ihn ruhen. Indessen schneidet man 6 wohl geputzte Tauben in vier Stücke, salzt und dünstet sie in einem Tiegel mit halb Essig halb Wasser, Lorbeerblätter, Rosmarin, Kettelkraut, Zwiebeln und Gewürz, läßt sie abkühlen, nimmt sie heraus, weicht in dieser Sauce schwarzes Brot; macht eine dichte Sauce von Sardellen, Kapern und Zwiebeln, neben gutem Gewürz über die Tauben in die Pastete, legt den Deckel darauf und backt sie schön im Ofen.

Hirschpastete

Man löst das Filet von einem Ziemer oder Hirschschlegel aus, häutet ihn ab, durchspickt das Filet mit grobem Speck, Schinken und feinen Kräutern, und läßt es einen Tag in Marinade beizen, dann legt man das Filet in einen Tiegel mit Speck, einem Quart roten Wein, Zwiebeln, Lorbeerblatt, Salz und Pfeffer, und läßt es dünsten bis es halb gekocht hat, die Füllung (Fasch) hierzu wird wie bei andern Pasteten gemacht, nur statt Kalbfleisch, Hirschfleisch, ein wenig Kapern und drei Sardellengenommen. Zur Sauce nimmt man Butter in einen Tiegel oder Kasserolle, brennt sie mit einem Löffel voll Mehl gelb, gießt ein wenig roten Wein und Schü (Jus) hinzu, läßt es gut verkochen, und seiht es dann durch ein feines Sieb. Ehe man sie zu Tisch gibt, legt man eine Zitronenschale hinein, damit sie den Geruch davon annimmt, drücke ein wenig Zitronensaft hinzu, nimmt kurz vor dem Auffetzen die Schale wieder weg, und gießt die Sauce in die Pastete. Auf die nämliche Art wird eine Rehpastete bereitet.

Weinteig

Man schlägt 6 Eidotter in eine Schüssel, tut ein halbes Quart guten Wein, eine Handvoll gestoßenen Zucker und feines Mehl dazu, rührt dies zusammen so lang in der Schüssel ab, bis der Teig fest wird, nimmt ihn dann erst auf ein Brett, und wirkt ihn nur noch ein wenig, damit er nicht zu warm wird. Weil junge Leute gewöhnlich heiße Hände haben, so muß der Teig mit dem Kochlöffel so lang in der Schüssel abgeschlagen werden, daß man ihn auf dem Brett nicht mehr viel zu wirken braucht. Alsdann wird er halb dick ausgerollt, auf den halben Teil ein Pfund Butter geschmiert, die andere Hälfte darüber geschlagen, und das erste Mal so dünn als möglich gerollt. Bei dem Zusammenlegen des Teigs und mit dem zweiten Ausrollen verfährt man auf die nämliche Art, wie solches bei dem gewöhnlichen, Butterteig angezeigt ist. Dieser Teig ist zu allen Gebackenen und auch zu süßen Torten zu verwenden.

Creme-Wandeln

Wenn 12 bis 14 Wandeln gut mit Butter ausgeschmiertwurden, werden sie mit Butterteig ausgefüttert, weiches Papier so zusammen gelegt, daß es den inneren Raum der Wandeln ausfüllt, der Deckel von gleichem Teig darüber getan, mit Eier bestrichen und gebacken. Danach wird der Deckel ab und das Futter herausgenommen, dann eine Limonen-Creme dazu gemacht von einer Maß süßen Rahm, worin 10 Eidotter mit 4 Löffel voll Mundmehl abgerührt, und ein auf vier Zitronen abgetriebener Vierling Zucker darein getan, dies rührt man auf einer Glut ab, bis es anfängt dick zu werden, füllt dann die ausgebackenen Wandeln damit, deckt sie mit dem Deckel zu, läßt sie noch einige Minuten in einer Röhre, bis die Creme ganz dick geworden, und gibt sie zu Tisch. Statt der Limonen-Creme kann auch Schokolade oder Vanillecreme darein getan werden. Bei ersterer werden, anstatt den Zucker mit Limonen abzureiben, zwei Schokoladentafeln fein aufgerieben und darunter gerührt, bei letzterer nur ein Stengel Vanille fein gestoßen und mit der Creme verkocht.

Fasch-Pastete

Einen Model belegt man wie gewöhnlich mit Butterteig, legt etwas von einem beliebigen Fasch hinein, dann in die Mitte gedünstetes Lammfleisch, und wieder mit Fasch (Füllung aus Gehacktem) aufgefüllt, den Deckel von obigem Teig darauf, und wie gewöhnlich verfahren.

Kleine Kalbfleischpastete

Kalter Kalbsbraten wird ganz fein gewiegt, in einen Tiegel oder Kasserolle, worin man zuvor ein Stück Butter zerließ, getan, dann einige Löffel voll Braten- odergute Fleischbrühe hin zugegossen, einige fein geschnittene Schalotten, Zitronenschalen, Kapern, ein wenig Muskatblüte und Salz dazu getan, dann drückt man Zitronensaft daran, schlägt entweder ein Ei daran, oder ein wenig süßen Rahm, rührt alles wohl untereinander, dann macht man von geblättertem Butterteig, vermittelst eines großen Trinkglases, runde Blättchen, bestreicht sie mit Eier, legt in die Mitte des Einen einen Löffel voll Füllung, und legt das Andere darauf, macht da, wo sie zusammenpassen, mit dem Messer kleine Querschnitte, bestreicht sie mit Eier, und läßt sie schön gelb backen. Von dieser Füllung können auch kleine oder große Pasteten-Model gefüllt werden.

Kleine englische Pastetlein

Kaltes gebratenes Kalbfleisch wird ganz klein gehackt, und neben Wein, Weinbeeren, Kapern, gehackten Zitronenschalen, Zitronensaft, gestoßener Muskatblüte, Butter, etwas geriebener Semmel in einem Tiegel oder Kasserolle eingekocht und wieder kalt werden lassen, dann kleine mit guten dünn ausgerollten Butterteig belegte Model damit gefüllt, am Rande und oben der Deckel von Teig mit Eiern bestrichen und gebacken. Im Fall man sie mit Krebsen füllen will, werden diese in Salzwasser gesotten, die Galle davon geschnitten, das Fleisch herausgenommen, ganz klein gehackt, Krebsbutter, Eier, geschälte und gestoßene süße Mandeln, in süßen Rahm eingeweichte Semmelmollen, und ein wenig Semmelbröseln wohl untereinander gemischt, die Model damit gefüllt und gebacken.

Gehackter Weinteig

Man nimmt ein halbes Pfund Mehl auf ein Wiegebrett, macht in der Mitte einen Ring, tut 4 Eidotter 3 Eßlöffel voll Zucker, 6 Eßlöffel voll Wein, 2 Eßlöffel voll sauren Rahm darein, und wiegt dies alles mit dem Wiegemesser untereinander; bis der Teig zum Wirken recht ist, wenn derselbe gut gearbeitet ist, wird er gewogen. Zu einem Pfund werden 24 Lot Butter genommen. Alsdann wird der Teig halb dick ausgerollt, die Butter auf den halben Teil geschnitten, wohl eingeschlagen, und wie ein anderer Butterteig zweimal ausgerollt; dieser Teig ist zum Weingebackenen am besten zu verwenden.

Ein süßes Nudelpfanzel

Ein Vierling feine Makkaroni oder gewöhnliche geschnittene Nudeln werden in guter Milch so gekocht, daß von letzterer noch etwas übrig bleibt, dann auf eine Schüssel herausgetan und abgekühlt. Man treibt sodann einen Vierling Krebsbutter ab, schlägt nach und nach 6 Eier daran, tut, so viel man will, Zucker, Zimt und einige klein geschnittene Krebsschwänzchen dazu, schmiert einen Model mit Krebsbutter aus, bestreut sie mit Semmelbröseln, und füllt sie lagenweise immer abwechselnd mit dem Gerührten und den gekochten Nudeln, backt sie in der Röhre und gibt es trocken zu Tisch.

Reispastete mit Lammfleisch

Den Reis läßt man mit Speck und 4 Nelken in Fleischsuppe lind kochen, tut ihn in eine Schüssel, gibt 2 Löffel voll Fett daran, und schlägt 5 Eier darein, schneidet gesottenes Lammfleisch in einen Tiegel, worin Fett zergangen, stäubt einen Löffel voll Mehl daran, gießt ein wenig Fleischbrühe zu, bindet mit Zwirn Limonenschalen,

Lorbeerblätter, Kettelkraut, Nelken und Petersilie zusammen, legiert es mit 4 Eidotter, bestreicht den Model mit Butter, bestreut ihn mit Semmelbröseln, füllt den Reis hinein, legt das Lammfleisch in die Mitte, bedeckt es wieder mit Reis und backt es.

Stockfischpastete

Klein geschnittene Schalotten und Petersilie werden in einem Tiegel mit einem Stück Butter gedünstet, und mit einigen hinein geschlagenen Eiern und den zuvor in Milch eingeweichten und dann ausgedrückten Semmelmollen umgerührt, dann in eine Schüssel herausgenommen, noch einige Eier daran geschlagen, ein wenig Salz und Muskatblüte hinzugetan und kalt werden lassen, dann belegt

man den Boden einer aufgesetzten Pastete mit der Hälfte des Fasches (Füllung aus Gehacktem), tut abgekochten Stockfisch darauf, gießt zu einer Pastete für 4 Personen ein Gazel süßen Rahm auf den Stockfisch, legt die andere Hälfte des Fasches darauf, und backt es wie die andere.

Pastete mit gemischten Hühnern

In einen Tiegel oder Kasserolle werden Hühner gliederweise geschnitten und übersotten, dann mit frischer Butter, klein gewiegter Petersilie, in kleine Stückchen geschnittene Kalbsbriese, Kalbseuter, Ochsengaumen, ein wenig Trüffel, Maurachen (Morcheln) und Salz gedünstet, dann tut man Coulis und etwas gute Fleischbrühe dazu, oder statt dessen stäubt man ein wenig Mehl daran, füllt es mit Schü (Jus) an, drückt den Saft von einer Limone darauf, und verfährt wie schon erwähnt worden. Bei Bedarf kann man sie auch weiß einbrennen, mit guter Fleischbrühe auffüllen, und mit Eidotter frikassieren.

Krebspastete

Man siedet 100 Krebse, löst die Schwänze davon ab, stößt die Schalen klein, dämpft solche in einem halben Pfund Butter, gießt ein paar Eßlöffel voll gute Fleischbrühe daran, preßt es wohl durch ein Tuch, und stellt das Durchgepreßte über Nacht in den Keller; zum Butterteig wird ein Ei, nicht ganz ein Quart saurer Rahm und ein wenig Salz genommen, feines Mehl daran gewirkt, derselbe wie ein anderer Butterteig abgearbeitet, halb dick ausgerollt, die Hälfte von der Krebsbutter auf einer Serviette abgetrocknet, und auf den halben Teil des Teiges gelegt, das Leergelassene darüber geschlagen, und zweimal ausgerollt, dann bleibt der Teig liegen. Zur Füllung nimmt man das Innere von einer Kreutzersemmel, weicht solches in ein Glas süßen Rahm ein, ferner zwei abgesottene Briesen, zweiEuter, eine Handvoll abgesottene Maurachen (Morcheln), und wiegt diese drei Stücke zusammen klein neben ein wenig Zitronenschale, Petersilie und Schnittlauch. Die übrig gelassene Krebsbutter wird hierauf mit 3 Eidotter abgerührt, die eingeweichte Semmel ganz leicht ausgedrückt, und neben dem Gehackten an die gerührte Butter getan. Die Krebsschwänze werden nur von einander geschnitten, und neben Salz und Muskat auch darein genommen. Von dem verfertigten Butterteig wird nun der halbe Teil, so groß die Pastete werden soll, ausgerollt, das Blatt auf ein Backblech auf Papier gelegt, die gerührte Masse darauf gefüllt, der übrige halbe Teil ebenfalls zu einem runden Fleck gerollt, darüber gelegt, nach Gefallen ausgeschnitten, mit einem Ei bestrichen und gelb gebacken.

Markmelone

Ein Vierling geschälte Mandeln und ein Vierling Zucker werden ganz fein gestoßen, in einen Hafen getan, und mit 8 Eidotter eine halbe Stunde lang gerührt; dann nimmt man 6 Eiklar, rührt ihn neben einem halben Vierling in kleinen Würfelchen geschnittenen Mark, und drei Lot fein geschnittenen Zitronat gleichfalls darunter, schmiert einen Melonenmodel mit Butter aus, belegt ihn mit Butterteig, füllt ihn mit der Masse nicht gar zu voll an, und backt es in einem abgekühlten Ofen oder Röhre.

Kleine Fasch-Pastetlein

Man macht aus gleichviel Mehl, wie Butter, 2 Eiern und etwas Wasser einen nicht zu festen Butterteig, formt beliebige kleine Pastetchen, legt von einem Fasch (Füllung aus Gehacktem) ein wenig hinein, belegt es mit einem Butterteigdeckel, bestreicht es mit Eiern, und backt es in einem nicht zu kalten Ofen aus. Fleckeln-Pastete mit Schinken

Von einem nicht gar zu dünn ausgerollten Nudelteig werden ein halbes Zoll große viereckige Fleckchen geschnitten, in gutem süßen Rahm beinahe ganz eingekocht, dann mit klein gewürfeltem Schinken, einigen Eidottern, etwas Salz, Muskatblüte und zerlassener Butter wohl untereinander gerührt. Dann wird ein Becken mit Butter ausgestrichen, mit Semmelbröseln bestreut, und von einem ausgerollten mürben Butterteig drei lange Streifen über das Kreuz in die Form gelegt, dann das Becken mit dem Teig ganz ausgefüttert, mit dem Gerührten angefüllt, der Deckel von Teig darüber getan, mit einem Ei bestrichen, in denselben vermittelst einer Gabel einige Löcher gestoßen und dann gebacken.

Dieselbe auf eine andere Art

Man schneidet aus dem Teig gewöhnliche Nudeln, kocht dieselben ein wenig in Wasser oder Fleischbrühe, läßt dann durch einen Seiher das Wasser davon ablaufen, und rührt sie mit Butter und Eier neben Salz und Muskatblüte gut ab. Hierauf vermischt man sie, wenn sie kalt sind, mit klein gewürfeltem Schinken, und füllt das mit Butter bestrichene Becken damit. Bei Bedarf kann auch geriebener Parmesankäse auf die Nudeln gegeben, und statt der Nudeln, Fleckeln oder abgesottene Makkaroni genommen werden.

Pastete von gefüllten Hühnern

Man sengt die Hühner ganz leicht, wenn sie gut geputzt sind, nimmt sie aus, und füllt sie mit weißem Fasch (Füllung aus Gehacktem), näht sie mit weißem Faden zu, und läßt sie in einer weißen Braise (Schmorsud) aussieden. Hierauf macht man die Sauce dazu von ein wenig frischer Butter, einer Zwiebel und ein wenig Mehlgießt gute Fleischbrühe hinzu, und läßt es kochen, dann wird klein geschnittener übersottener Spargel, einige Krebsschweife und Kalbsbriese mit der Sauce verkocht. Vor dem Auftragen werden die Hühner aus der Braise (Schmorsud) genommen, das Fett zurückgelassen, die Hühner in die Pastete gelegt, die Sauce darüber gegossen, und warm zu Tisch gegeben.

Kalbsbriespastete

Man übersiedet vier Brieslein und vier Euter in Wasser, siedet eine Handvoll Maurachen (Morcheln) besonders, schneidet die Brieslein und Euter zu Fingers dicken Schnitzen, die ausgedrückten Maurachen ebenfalls, ein wenig Petersilie, etliche Blätter Basilikum und ein Stückchen Zitronenschalen auch klein, röstet einen Kochlöffel Mehl lichtgelb in einem Stückchen Butter, dämpft das geschnittene Grüne darin, gießt so viel gute Fleischbrühe daran, daß es eine kurze Sauce gibt, tut die geschnittene Briesen und Maurachen, den Saft von einer halben Zitrone dazu, und läßt es, wenn es aufgekocht hat, erkalten, der verfertigte Butterteig wird, nun ausgerollt, die Hälfte davon auf ein Blech gelegt, der abgekühlte Ragout darein gefüllt, von der andern Hälfte ein Deckel darüber gemacht, ausgeschnitten, mit einem Ei bestrichen und im Ofen gebacken. Auch kann eine Buttersauce mit Zitronensaft und drei Eidotter frikassiert, und besonders dazu aufgestellt werden.

Kalbskopf-Wandeln

Man löst das Fleisch von einem abgesottenen Kalbskopf ab, schneidet es in kleine Würfelchen, rührt ein Gazel sauren Rahm in einer Schüssel ab, schlägt 8 Eidotter darein, schlägt von 4 Eiklar einen Schnee, stäubt während dem Umrühren 4 Löffel voll Mundmehl, klein geschnittene Petersilie und Schnittlauch dazu, rührt das Kalbfleisch wohl damit um, und füllt mit Butterteig ausgefütterte Wandelndamit, läßt sie eine Stunde lang in der Röhre offen backen und gibt es zu Tisch.

Gebackener Reis

Mit weißer Fleischbrühe, Speck und Nelken wird, so viel man nötig hat, Reis lind gekocht, dann kalt werden lassen, 4 ganze Eier und 2 Eiklar daran gerührt, dann ein Gazel sauren Rahm, danach fein geriebener Parmesankäse, und endlich fein gewiegtes Fleischfett darein gerührt, es gesalzen, der mit Butter beschmierte und mit Bröseln bestreute Model damit gefüllt und im Ofen gebacken.

Kalbsfasch-Pastete

Aus der schon mehr erwähnten Kalbsfasch (Füllung aus Kalbsgehacktem) werden runde oder lange Knödel in guter Fleischbrühe gesotten, in einem Tiegel oder Kasserolle getrocknet, gute Coulis daran gegeben, sie damit aufgekocht, den Saft von einer Limone dazu gedrückt, sie in die Pastete eingerichtet und zu Tisch gegeben.

Kalte Pastete von Rebhühnern oder Schnepfen

Drei Rebhühner werden gerupft, die Köpfe und Flügel ungerupft davon geschnitten, die Hühner ausgenommen, rein gewaschen, mit Salz, Pfeffer und Nelken eingerieben. Zum Haschi (das ist Gehacktes) nimmt man ein halbes Pfund grünen Speck, eben soviel Brotbröseln, welches nach dem Abwiegen in Wasser eingetaucht wird, ein halbes Pfund Kalbsleber, 4 Lot Kapern, 4 Lot Sardellen, oder in deren Ermanglung einen Hering, eine Zwiebel, etliche Stückchen Knoblauch, zwei Zitronen, Basilikum, Zitronenkraut und ein wenig Kettelkraut, bei Schnepfen auch das Eingeweide außer den Mägen. Alles dieses wiegt man zusammen klein, nimmt das Gehackte in eine Schüssel, Salz und Muskatnuß dazu, und mengt es mit einem Kochlöffelvoll Semmelbröseln, und 3 Eßlöffeln voll Essig und Zitronensaft wohl untereinander. Der Teig hierzu wird also verfertigt: Man nimmt anderthalb Pfund Mehl auf ein Nudelbrett, macht einen Ring darin, schneidet 3 Vierling Butter darein, tut 2 Eier, 3 Eßlöffel voll sauren Rahm, Salz und das übrige Wasser dazu. Der Teig muß recht fest zusammengewirkt, zweimal ausgerollt und überschlagen werden, dann macht man zwei Teile daraus, rollt sie rund oder oval (länglich rund), bestreicht einen Bogen Papier mit Butter, legt den Teig darauf, tut die Hälfte von dem Haschi (Gehacktem) auf den Teig, und breitet ihn so groß aus, daß die drei Rebhühner dicht nebeneinander darauf liegen können; ist aber die Pastete oval, so legt man sie der Länge nach dicht aneinander, und den übrigen Haschi vollends darauf. Nun wird der andere Teil des Teigs gerollt, der untere Teil am Haschi mit einem Ei wohl bestrichen, dann der obere Teil darüber gelegt, neben herum ganz fest zugedrückt und mit der Hand mehr in die Höhe getrieben. Hierauf wird die Pastete gleich herum beschnitten und mit einem Ei bestrichen. Beide Teile des Teigs schlägt man wie einen breiten Saum ein, und wendet einen Ranft. Wenn die ganze Pastete bestrichen ist, wird in der Mitte eine Öffnung, wie ein kleiner Finger gemacht, daß der Dampf im Backen aus der Pastete kann, und sie nicht aufreißt. Das Übrige von dem Teig rollt man, schneidet davon drei Sterne auf die Pastete, befestigt sie mit kleinen Hölzchen und bestreicht sie ebenfalls. Von steifem Papier werden endlich handbreite Streifen geschnitten, mit Butter bestrichen, und mit starken Stecknadeln ganz fest um die Pastete herum befestigt; sie muß zwei Stunden im Backofen stehen. Will man sie auftragen, so werden die Stöcklein herausgenommen, und dagegen frische hinein gesteckt, dann die ungerupften Köpfe in die Stöcklein (Hölzchen) gesetzt, und jedem etwas Grünes in den Mund gegeben.

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