Kitabı oku: «Faszination Outdoor-Küche»

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ISBN 978-3-944 708-27-0

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ISBN 978-3-944 708-29-4 (eBook)


Bilder:Marion Ladich, Bonn (Titelbild); Thomas Brückner, Roding; Heike Hornig, Roding; Markus Hönig, Schäftlarn/Neufahrn; Melanie Reitinger-Hönig, Schäftlarn/Neufahrn
Skizzen:Phillip Lipowsky, Schäftlarn/Neufahrn; Heike Hornig, Roding (Skizzen Eisberge)
Bauzeichnungen und Aquarell:Architekturbüro Hollinger, Carl Hollinger, Architekt, Dipl. Ing. (FH), Roding
Korrektur:Judith Schauer, München
Verlag:ZIEL – Zentrum für interdisziplinäres erfahrungsorientiertes Lernen GmbH Zeuggasse 7– 9, 86150 Augsburg, www.ziel-verlag.de 2. überarbeitete Auflage 2015
Gesamtherstellung:Friends Media Group GmbH www.friends-media-group.de


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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung

1.1 Outdoor-Küche als erlebnispädagogische Methode

1.2 Erlebnispädagogik und Interkulturelles Lernen

2. Bäume und Hölzer

3. Feuertypen

3.1 Das Sternfeuer

3.2 Das Zeltfeuer

3.3 Das Kastenfeuer

3.4 Das Grubenfeuer

3.5 Die Baumfackel

3.6 Rund um’s Feuer

3.6.1 Vorbereitung

3.6.2 Metaphern

3.6.3 Für den Notfall

4. Einrichten einer Feuer- und Kochstelle

5. Ausstattung Outdoor-Küche

6. Hygiene und Vorratshaltung in der Outdoor-Küche

6.1 Lagerung

6.2 Kühlung

6.3 Allgemeine Hinweise

7. Kochtechniken

7.1 Outdoor-Kochen als Programminhalt

7.1.1 Lehmofenbau

7.1.2 Räucherofenbau

7.1.3 Steinbackofenbau

7.1.4 Sammeln und Zubereiten von Wildpflanzen und Wildkräutern

7.2 Aktionsbegleitende Kochtechniken

7.2.1 Braten und Kochen mit der Muurikka

7.2.2 Kochen und Backen im Dutch-Oven

7.2.3 Pizza- und Brotbacktechniken

7.2.4 Räuchern von Fisch und Käse

7.2.5 Garen in Lehm oder Salzteig

7.2.6 Räuchern in der Dose

7.2.7 Kochen mit dem Hobo-Ofen

7.2.8 Märchenarbeit in Verbindung mit Essen

8. Interkulturelle Aspekte der Outdoor-Küche

8.1 Essen und Trinken als Identifikationsmerkmal

8.2 Rituale und Zeremonien

8.3 Essen – Genuss oder Notwendigkeit?

8.4 Essenszeiten – wann und wie oft?

8.5 Internationale Küche

8.5.1 Amerika (Kalifornien), Elisabeth Soulman

8.5.2 Finnland, Tiia Rive

8.5.3 Holland, Dennis – Tjitso Seynen

8.5.4 Japan, Ayano Ikeda

8.5.5 Palästina, Hassan Ezzat

8.5.6 Polen, Marta Glauer

8.5.7 Senegal, Philomène Tine

8.5.8 Spanien, Ester Santamarta Garriga

8.5.9 Tschechien, Ludmilla Eckstein

8.5.10 Uruguay, Marcelo Romero Das Chagas

9. Rezeptsammlung

9.1 Eine Auswahl internationaler und nationaler Lieblings-Outdoor-Rezepte

9.1.1 Süße Gerichte

9.1.2 Herzhafte Gerichte

Literaturverzeichnis

Register

Autorin und Autor

Danksagung

Rezeptkarten

Vorwort

Das vorliegende Buch ist weder ein Survival-Handbuch, noch ein Kochbuch im klassischen Sinne. Es wendet sich auch nicht ausschließlich an PädagogInnen.

Selbst wenn wir uns gleich zu Beginn mit den Begriffen „Erlebnispädagogik“ und „Interkulturelles Lernen“ auseinandersetzen, hoffen wir mit diesem Buch all diejenigen anzusprechen, die Spaß und Freude am geselligen Kochen und Essen im Freien haben.

Unsere persönliche Leidenschaft und unsere Experimentierfreude beim Thema Kochen & Essen hat uns in der erlebnispädagogischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen dazu inspiriert ein besonderes Augenmerk auf gesunde und ausgewogene Ernährung zu legen, die gleichzeitig gut schmeckt!

Immer öfter sind wir dazu übergegangen verschiedenste Methoden zum Kochen mit der Gruppe am Feuer als erlebnispädagogische Aktion einzusetzen. Am Lagerfeuer vor Ort und genauso mobil auf der täglichen Wanderung.

Die Outdoor-Küche ist für uns zu einem wichtigen Medium geworden, das einerseits den TeilnehmerInnen ermöglicht, ihre Beziehung zur Natur und unseren Nahrungsmitteln sowie den Umgang damit neu zu beleuchten. Andererseits eröffnet die Outdoor-Küche ein breites Spektrum an interkulturellen Lernaspekten für kulturell gemischte Gruppen. Gemeinsames Kochen und Essen stellt ein verbindendes Mittel dar, das auch über kulturelle Grenzen und Irritationen hinweghilft. Kulturelle Unterschiede im Umgang mit Nahrungsmitteln sowie in der Zubereitung werden schnell sichtbar und thematisiert. Die Themen reichen vom Vegetarismus über Gesundheit bis zur Religion, zu Ökologie und Umwelt- oder auch Tierschutz und eben auch zum Thema Kultur(en)!

„Eure Liebe zum Detail macht eure Programme so rund!“ „… sogar in den Pausen, beim Essen, sind wir am Thema dran geblieben, das hat mir gefallen!“ „Ich war überrascht, wie viele Möglichkeiten es doch gibt, leckere Essen am Feuer zuzubereiten!“ …

Diese und viele andere Rückmeldungen der TeilnehmerInnen bei unseren Kursen und Workshops haben uns darin bestärkt dieses Buch zu schreiben.

Wir haben verschiedenste Möglichkeiten, Techniken und Methoden zusammengetragen, die das gemeinsame Kochen, Backen, Räuchern und natürlich auch das Essen in der Natur für uns zum faszinierenden und manchmal unvergesslichen Erlebnis werden lassen.

Selbstverständlich haben wir auch einige oft erprobte und für gut befundene Rezepte gesammelt und stellen diese nach dem Motto „zur Nachahmung und Weiterentwicklung empfohlen!“ am Ende des Buches zur Verfügung.

In Kapitel 8 laden wir zu einer kulinarischen und kulturellen Entdeckungsreise durch 10 Länder ein. Wir haben FreundInnen, Bekannte und KollegInnen aus dem Ausland zu ihren Ess- und Kochgewohnheiten befragt. Die Antworten bieten einen spannenden Einblick in die vielfältigen Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Küche, Kochen und Essen in verschiedenen Ländern.

Wir wünschen viel Spaß und Freude beim Ausprobieren der verschiedenen Techniken und Rezepte!


1. Einleitung

1. Einleitung

Kochen ist hipp, Kochen ist Trend! Spätestens seit Jamie Olivers Erfolgen als „naked chief“ ist Kochen wieder richtig angesagt und aus der derzeitigen deutschen Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken. Letztens standen wir in der Münchner U-Bahn neben drei jungen Männern, die sich über ihre erste eigene Wohnung unterhielten. Alle drei befanden sich offensichtlich noch in der Lehre. Einer hatte gerade einen Kredit über 10.000 (!) Euro aufgenommen, um sich unter anderem eine „stylische Küche“ einzurichten! Die anderen beiden bekundeten laut ihre Bewunderung. Die Küche als Statussymbol eines vielleicht 19-jährigen Jungen!

Das Kochen hat in den letzten 20 Jahren den Sprung geschafft von einer anheimelnden Tätigkeit der Hausfrau am Herd hin zu einer Fähigkeit, die in der „peer group“ und der Gesellschaft anerkannt wird. Zugleich verspricht sie Unabhängigkeit von der elterlichen Versorgung und deren Gewohnheiten! Ein guter Koch/eine gute Köchin zu sein, ist attraktiv geworden.

Warum ist dies für uns von Bedeutung?

Weil es uns heute wesentlich leichter fällt, Jugendliche und junge Erwachsene für Kochprojekte zu begeistern.

1.1 Outdoor-Küche als erlebnispädagogische Methode

Essen und Trinken zählen, ähnlich wie Schutz und Wärme, zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Sind diese Grundbedürfnisse nicht ausreichend befriedigt, fällt es uns schwer, uns auf andere Dinge zu konzentrieren oder einzulassen. Aus diesem Grund ist „Essen und Trinken“ wahrscheinlich Thema einer jeden (erlebnis-) pädagogischen Maßnahme, die länger als 5 Stunden dauert. Wir machen die Outdoor-Küche zum Teil des laufenden Prozesses und unserer erlebnispädagogischen Arbeit. Diese wird nach den gleichen Überlegungen konzipiert und ausgewertet wie andere erlebnispädagogische Methoden auch.

Bezugnehmend auf die geforderte Auswertung und die darin enthaltenen Transferleistungen der TeilnehmerInnen, bietet sich das Medium Outdoor-Küche in besonderer Weise an, da kochen keine „exotische“ Situation per se darstellt, aus der heraus eine Übertragungsleistung erfolgen soll. Das alltägliche Kochen verläuft zwar unter anderen Rahmenbedingungen, aber die Grundstrukturen ähneln einander. So sind es gerade die sinnlichen Eindrücke, wie Gerüche oder Geschmäcker, die den TeilnehmerInnen einen erfolgreichen, situativen Abgleich mit ihren bisherigen Erfahrungen ermöglichen.

Die Outdoor-Küche stellt in Bezug auf die Prozessbegleitung besondere Anforderungen an die TrainerInnen:

Es handelt sich um ein zeitlich befristetes Projekt, an dessen Ende ein vorab definiertes Produkt steht. Unweigerlich werden wir die Erfahrung machen, dass manche Produkte nicht der anfänglichen Definition entsprechen.


Foto:verbrannte Zimtschnecken

Schwieriger werden Situationen jedoch dann, wenn der Prozess einen Verlauf nimmt, der kein Produkt, sprich Essen, mehr ermöglicht, wir dieses Produkt jedoch benötigen, um ein Grundbedürfnis der Gruppe zu befriedigen.

Arbeitet eine Gruppe 3 Stunden oder länger an der Bewältigung einer Problemlöseaufgabe und schafft diese nicht, sollte das für die TrainerInnen in der Begleitung keine Relevanz und in der Auswertung keine Konsequenz haben.

Entsteht aber bei der Outdoor-Küche über einen längeren Zeitraum kein Produkt, läuft die Gruppe Gefahr, durch das Nichtbefriedigen eines Grundbedürfnisses ihre Lernfähigkeit zu verlieren, und der „Druck“ auf die LeiterInnen einzugreifen wächst. Die Schwierigkeit wird sein, den richtigen Zeitpunkt für das Eingreifen zu wählen, ohne den Lern- und Erfahrungsprozess zu gefährden.

„Es ist leichter als man glaubt, Teilnehmer abhängig zu machen. Und es ist bedauerlich, dass solche Abhängigkeit so oft einfach daraus erwächst, dass der Kursleiter hilfreich und unterstützend sein möchte.“ (Stephen Bacon in „Die Macht der Metaphern“)

„Aber dann ist ja jede Art des Kochens Erlebnispädagogik!“, mag jetzt eine kritische Stimme einwerfen.

JA! Solange sie bei den TeilnehmerInnen keine strukturgleichen, sondern lediglich strukturidentische, sprich isomorphe, Situationen schafft – lautet unsere Antwort. Dies ist mit der Outdoor-Küche bei europäischen TeilnehmerInnen zumeist der Fall. Wie wir in dem Interview von Philomène aus dem Senegal (vgl. Kapitel 8) erfahren, würde die Technik des Outdoor-Kochens bei ihr nicht als erlebnispädagogische Methode greifen. Für sie ist es alltäglich am offenen Feuer zu kochen und es wäre für sie eine deutlich größere Herausforderung, sich mit den Gerätschaften einer modernen Küche auseinander setzen zu müssen. JA! Wir würden das Indoor-Kochen am Induktionsherd mit Mikrowelle bei einer entsprechenden Zielgruppe als erlebnispädagogisches Medium, vergleichbar dem City Bound, bezeichnen!

Da die „Outdoor-Küche“, neben dem „Outdoor-Kochen“, aber noch eine Vielzahl anderer Lern- und Erfahrungsbereiche (Hygiene, Ressourcen, Riten und Gebräuche, …) anbietet, ist erlebnispädagogisches Arbeiten mit TeilnehmerInnen, die kochen am offenen Feuer als strukturgleich erleben, dennoch möglich.

1.2 Erlebnispädagogik und Interkulturelles Lernen

Politische, wirtschaftliche und mediale Entwicklungen lassen interkulturelles Lernen zu einem Erfordernis unserer Zeit werden, zu dem es kaum eine Alternative gibt. Multikulturalität und Diversität sind unser Alltag geworden.

Eine Aufgabe der Pädagogik ist es daher sicherlich, dazu beizutragen, dass Menschen aus unterschiedlichen Kulturen gleichberechtigt zusammenleben und ihren gemeinsamen Alltag erfolgreich gestalten können. Die Erlebnispädagogik gestaltet ungewohnte Situationen und ermöglicht durch sie authentische Lernerfahrungen. Die Grenzen des Gewohnten und Bekannten werden aufgeweicht und geöffnet. Neue und ungewohnte Erfahrungen eröffnen neue Lernräume, sofern die Grenzen nicht zu weit überschritten werden.

Wenn wir davon ausgehen, dass eine Gruppe Menschen mit unterschiedlichsten Herkunftskulturen keine sehr große gemeinsame Basis an kollektiv akzeptierten und bekannten Ursprungsregeln und Gewohnheiten inne hat, ist nachvollziehbar, dass die Öffnung der Grenzen sehr behutsam erfolgen muss. Es bedarf niederschwelliger Methoden, um konstruktives Lernen zu ermöglichen.

Insbesondere zur Förderung eines interkulturellen Lernprozesses stellt gemeinsames Kochen und Essen, als Methode eingesetzt, ein hervorragendes Medium dar. In der Gruppe zu kochen und zu essen verbindet und hilft auch über kulturelle Grenzen und Irritationen hinweg. Kulturelle Unterschiede im Umgang mit Nahrungsmitteln sowie in der Zubereitung werden schnell sichtbar und thematisiert.

Wie bereits erwähnt stellt „Essen“ ein gemeinsames Grundbedürfnis dar, welches es zu befriedigen gilt, bevor andere Bedürfnisse sichtbar werden und bearbeitet werden können. Auch Lernen ist erst dann möglich, wenn die Grundbedürfnisse des Menschen (Essen, Trinken, Schlafen, Wärme und Schutz) gestillt sind. Mit dem Einsatz von „Outdoor-Küche“ als erlebnispädagogische Methode können wir dementsprechend „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen!“. Während und mit der Befriedigung eines Grundbedürfnisses kann das Verständnis für Unterschiede und Gemeinsamkeiten verschiedener Kulturen gefördert werden.

Nicht zuletzt schafft gemeinsames Kochen und Essen den idealen Rahmen für lebendige Kommunikation. Jedes erfreuliche und auch unerfreuliche Ereignis wird in vielen Gesellschaftsformen mit Essen zelebriert und gefeiert. Sei es die Taufe des Kindes, die Hochzeit aber auch der Tod eines geliebten Menschen. Zu allen Festtagen (religiösen und anderen Festen) gehören Festessen einfach dazu!

Hier wird sich ausgetauscht, werden Geschichten erzählt, es wird gemeinsam gelacht und auch geweint.

„Wie zart schmiegt sich der Geburt eines Menschen der Taufschmaus an! Wie bedeutend berührt sich das Brautbette und die Tafel des Hochzeitmahls! Wie tröstend wird selbst der bittere Schmerz tief betrübter Trauergäste durch süße Torten und Kuchen und herzerquickende Weine gemildert und beschwichtigt! Das kleinste Familienereignis wie die wichtigste weltgeschichtliche Begebenheit, eine Verlobung wie eine Krönung, eine gewonnene Schlacht wie eine verlorene Doktordisputation, der Ausbau einer Kleinkinderschule wie eines Ständehauses, eine silberne oder goldene Hochzeit wie ein Friedensschluss, ein Reichstag wie ein Meisterwerden – wie wird, wie kann alles das anders zelebriert, ja überhaupt festlich verwirklicht werden, als durch Essen? Hält doch selbst der Ärmste einen Festtag ohne Braten für einen Widerspruch. >Vor Tisch und nach Tisch< nennt man schön und passend die zwei Hälften des Tages als der Zeit, in welcher der Mensch wacht, wirkt und isst. Mit dem Abendessen nimmt der Mensch vom Tage wie vom Essen Abschied, und der Schlaf wird deshalb auch mit Recht Bruder des Todes genannt.“ (Anthus, Antonius [= Blumröder, Gustav] 1802 – 1853 – zitiert in Die anständige Lust: von Esskultur und Tafelsitten, hrsg. von Ulrike Zischka, München, 1993)

Im Kapitel 8 des vorliegenden Buches werden die interkulturellen Aspekte der Outdoor-Küche bei erlebnispädagogischen Projekten intensiver beleuchtet und mit Beispielen aus „aller Welt“ veranschaulicht.

Wir freuen uns, wenn dieses Extrakapitel (ab Seite 125) Appetit auf mehr Interkulturalität macht!


2. Bäume und Hölzer

2. Bäume und Hölzer


Zu fällen einen schönen Baum braucht’s eine halbe Stunde kaum, zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenkt es, ein Jahrhundert.

Eugen Roth

Wälder, Bäume und Hölzer nehmen im Outdoor-Bereich an sich eine bedeutende Rolle ein, ob sie uns nun als Schattenspender, Regenschutz oder Orientierungshilfe in unserer Mitwelt begegnen. Im Bereich der Outdoor-Küche dienen sie uns allerdings auch noch als Brennmaterial für unsere Feuer- und Kochstellen.

Brennholz sammeln, um anschließend ein Feuer zu entfachen, wird zu einer Möglichkeit, uns Respekt vor unserer Mitwelt zu lehren und Kenntnisse in Ökologie und Umweltschutz zu vermitteln. Unterschiedliche Holzarten weisen zudem verschiedene Brenneigenschaften (Energiewert, leicht entzündlich, …) auf. Das Wissen darüber erleichtert uns die Auswahl der richtigen Holzart und des richtigen Feuertyps für die geplante Kochtechnik.

Die bei uns heimischen Baumarten lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: Nadelhölzer und Laubhölzer, wobei sich Letztere durch die unterschiedliche Anordnung der Transportröhren in ihren Stämmen nochmals in ringporige und zerstreutporige Laubhölzer unterteilen. (Bayer. Staatsforstverwaltung 2004)

Beispiele:

Nadelhölzer: Fichte, Kiefer, Tanne, Lärche,

Eibe (geschützte Baumart)

Ringporige Laubhölzer: Eiche, Esche, Ulme

Zerstreutporige Laubhölzer: Buche, Ahorn,

Nussbaum

Ein weiteres Unterscheidungskriterium ist die Unterteilung in sogenannte Harthölzer (beispielsweise Lärche, Eibe, Buche, Eiche) und Weichhölzer (Fichte, Tanne, Pappel, Birke). Während sich Letztere als Brennmaterialien besonders gut zum Anzünden eines Feuers eignen, da sie sich schneller entzünden, sind Harthölzer eher zum Nachlegen geeignet, wenn man eine lange und anhaltende Glut erhalten möchte.


Die Auswahl der richtigen Baumart als Brennmaterial spielt beispielsweise beim Brotbacken im Steinbackofen eine ganz zentrale Rolle. Viele Bäcker und Bäckerinnen haben über die Jahre ein sehr genaues Gespür dafür entwickelt, wie viele Scheite einer Baumart sie benötigen, um die richtige Temperatur im Ofen zu erzeugen und die Brote nicht zu verbrennen. Buchenholz zum Beispiel weist im Volumen einen wesentlich höheren Brennwert auf als Fichtenholz.

Um zu verdeutlichen, wieviel Energie in Holz steckt, möchten wir folgenden Vergleich der Bayerischen Staatsforstverwaltung heranführen. Demnach enthält ein Raummeter Laubholz 1800 kWh Energie und ersetzt damit 210 Liter Heizöl oder 262 kg Steinkohle.

Birkenholz dagegen weist einen anderen interessanten Aspekt in Bezug auf seine Verwendung als Brennmaterial auf.

Wer bei regnerischem Wetter ein Lagerfeuer entfachen möchte, sollte dies mit Birkenrinde tun. Das Holz der Birke besitzt einen hohen Teergehalt, so dass es auch im nassen oder frischen Zustand gut brennt. Birkenteer wurde früher auch zum Abdichten von Gefäßen oder Desinfizieren von Wunden verwendet. Heute stellt Birkenholz, neben der Buche, ein beliebtes Holz zum Räuchern dar, da der Teer dem Rauch einen besonderen Geschmack verleiht.


Neben den verschiedenen Eigenschaften der Hölzer als Brennmaterial, sind wir in der Outdoor-Küche natürlich auch von lokalen Ressourcen abhängig. So sind nicht alle Baumarten in den jeweiligen Regionen zu finden und auch die Häufigkeit ist unterschiedlich verteilt.

Die tatsächlich vorhandene Baumartenzusammensetzung weicht allerdings erheblich von der potentiell natürlichen Zusammensetzung ab. Von Natur aus wären 67 % der Landfläche Deutschlands von Buchenmischwäldern, 21 % von Eichenmischwäldern, 9 % von Auwäldern oder feuchten Niederungswäldern, 2 % von Bruchwäldern und 1 % von reinen Nadelwäldern bedeckt (Meister u. Offenberger, Zeit des Waldes, 2001).

Die jetzige Baumartenverteilung in Deutschland liegt bei:1

28.2 % Fichte

23.3 % Kiefer

14,8 % Buche

9,6 % Eiche

1.5 % Tanne

15,7 % andere Laubbäume

4.5 % andere Nadelbäume.

Der große Anteil von Fichten und Kiefern liegt zumeist in den forstwirtschaftlichen Praktiken der vergangenen 150 Jahre begründet, da diese Baumarten schnellwüchsig und anspruchslos sind und daher insbesondere im 19. Jahrhundert häufig zur Aufforstung verwendet wurden.

In Bayern 2, dem Bundesland, in dem die meisten unserer Outdoor-Küchen-Projekte stattfinden, ist diese Verteilung noch etwas extremer: 64 % der Waldfläche bestehen aus Fichten und Tannen, Buchen sind lediglich mit 16 % vertreten.

Das bedeutet für uns, dass wir uns bereits im Vorfeld von geplanten Kochprojekten darüber informieren, welche Hölzer zur Verfügung stehen und falls wir aus irgendwelchen Gründen eine Baumart für unverzichtbar halten, dieses Holz gegebenenfalls selbst mitbringen müssen. Zumeist kann man aber alle Kochtechniken so einsetzen, dass sie mit den regionalen Ressourcen realisierbar sind. Ist kein Buchen- oder Birkenholz zum Räuchern von Fisch oder Käse vorhanden, ersetzen wir es beispielsweise durch Obstbaumhölzer. Diese treten natürlich in unseren Regionen sehr selten „wild“ auf, meistens müssen wir bei Privatpersonen um ein paar trockene Äste nachfragen.

1 Quelle: Zweite Bundeswaldinventur des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz; www.bundeswaldinventur.de

2 Internetauftritt des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten http://www.forst.bayem.de/forstpolitik/wald_in_zahlen/28097/index.php


3. Feuertypen

3. Feuertypen


„Wir machen ein kleines Feuer, setzen uns dicht dazu und halten uns warm, die Weißen machen ein großes Feuer und halten sich warm, indem sie nach Brennholz rennen.“

Indianisches Sprichwort

Leider saßen und sitzen wir während unserer Arbeit oder privat immer wieder selbst an Lagerfeuern, deren ursprünglicher Nutzen irgendwann verloren ging, da das Feuer meist zu groß, selten zu klein und oft viel zu lang brennt.

Wir plädieren daher dafür, im Vorfeld für sich einige Fragen zu beantworten, um die Wahl des geeigneten Feuertyps treffen zu können:

 Benötigen wir das Feuer als Lichtquelle, Wärmequelle oder Kochstelle?

 Wieviele Personen sollen um das Feuer sitzen oder arbeiten?

 Wieviel und welches Brennholz steht uns zur Verfügung, ohne „Raubbau“ an der Natur zu betreiben?

 Wieviel Zeit und Material steht uns zur Verfügung, um die Feuerstelle anzulegen?

Im Folgenden stellen wir eine kleine Auswahl von Feuertypen vor, die eine geeignete Antwort auf die gestellten Fragen geben können. Manchmal macht es auch Sinn zwei Feuertypen nebeneinander zu verwenden, da wir Glut zum Kochen und eine Flamme als Lichtquelle benötigen.

In der Rezeptesammlung (Kapitel 9) weisen wir übrigens auch auf den Feuertyp hin, den wir für die Zubereitung des entsprechenden Gerichts empfehlen würden.

3.1 Das Sternfeuer


Dieses Feuer erhielt seinen Namen durch die sternförmige Anordnung des verwendeten Brennholzes.

Um ein Sternfeuer zu entfachen, legen wir mehrere kleine, nicht zu dicke Äste sternförmig über das Feuernest, 3 so dass sich lediglich die Astspitzen entzünden. Droht das Feuer zu klein zu werden oder gar auszugehen, schieben wir die brennenden Äste von außen nach.

Um der Flamme den „Sprung“ aus dem Feuernest auf die Astspitzen zu erleichtern, empfiehlt es sich, diese vorher mit einem scharfen Messer oder einer Axt anzuspitzen.

Verwendetes Brennmaterial:

Zumeist Äste von Nadelhölzern, deren Dicke die eines Unterarms nicht überschreiten sollten. Andernfalls die Äste nochmal spalten.

Vorteile:

 relativ leicht und schnell zu entzünden

 geringer Holzverbrauch, da lediglich die Spitzen brennen

 durch „Nachschieben“ oder „Rausziehen“ der Äste einfach zu regulieren

 schnell einsatzbereit, um darauf zu kochen

 schnell und einfach zu löschen

Nachteile:

 relativ kleine Feuerfläche

 bei nassem oder feuchtem Holz manchmal sehr starke Rauchentwicklung

 bei Kochen in der Dunkelheit schlecht als Hitze- und Lichtquelle zu nutzen

Fazit:

Das Sternfeuer ist ein sehr vielseitig einsetzbarer Feuertyp. Da der Wechsel zwischen Flamme und Glut leicht zu regulieren ist, eignet es sich sowohl zum Braten/Schmoren in der Pfanne, als auch zum Kochen mit dem Hordentopf am Dreibein. Bei der Verwendung als Glutfeuer bietet das Sternfeuer jedoch eine relativ kleine Glutfläche, sodass es selten von mehr als zwei KöchInnen gleichzeitig genutzt werden kann.


Foto:Sternfeuer mit Topf

3.2 Das Zeltfeuer


Das Zeltfeuer, auch Tipi-Feuer genannt, erhielt seinen Namen von den verwendeten Ästen und Stöckchen, die zeltförmig über dem Feuernest gegeneinander gelehnt werden.

Um ein Zeltfeuer zu entfachen, lehnen wir einige etwa daumendicke Äste so aneinander, dass ein Aufbau entsteht, der dem Gestänge eines Indianertipis ähnelt. Anschließend beginnen wir, die bestehenden Lücken durch Anlegen etwa bleistiftdicker Stöckchen zu schließen. An der dem Wind zugewandten Seite lassen wir jedoch eine kleine Öffnung, durch die wir nun das Feuernest in das entstandene Zelt stopfen und entzünden.

Die Flammen springen üblicherweise zügig auf das Zelt über und das Feuer beginnt sehr heiß und mit hoher Flamme zu brennen. Da das Zelt sehr bald durch die Flammen in sich zusammenstürzen wird (oder seitlich „wegkippt“ – Vorsicht!), ist es wichtig, dass wir bereits im Vorfeld genügend Brennmaterial an die Feuerstelle gebracht haben. Ansonsten beginnt jetzt die Hektik und das eilige Laufen nach Feuerholz!

Verwendetes Brennmaterial:

Zum Aufbau des Tipis daumen- bzw. bleistiftdicke Nadelhölzer, als weiteres Brennmaterial können alle Brennmaterialien verwendet werden. Diese sollten wir möglichst früh zum Trocknen ringförmig um das brennende Tipi legen oder in einem weiteren, größeren Zelt darüber aufrichten.

Vorteile:

 relativ leicht und schnell zu entzünden

 brennt schnell mit hoher Flamme (Grillen am Stock, Klamotten trocknen o.Ä.)

 Holzreserve kann gut am Rand getrocknet werden

 Glutfläche kann beliebig groß gestaltet werden

 gibt eine gute Lichtquelle für Vorbereitung der Zutaten

Nachteile:

 relativ langes Flammenfeuer nötig, bis die Glut genutzt werden kann

 brennt anfangs oft zu hoch, um in der Nähe davon zu kochen

 Gefahr von unkontrolliertem Funkenflug, wenn ein (zu großes) Tipifeuer „einstürzt“

 durch den schnellen Erfolg eines großen und hellen Feuers sind TeilnehmerInnen oft schwer zu motivieren sich nochmals auf die Suche nach Feuerholz zu begeben.Tipp: Das Zeltfeuer erst entfachen, wenn ausreichend Holz gesammelt ist, um das Feuer auch nach dem Einsturz des „Zelts“ zu nähren

Fazit:

Der „klassische“ Feuertyp ist eigentlich niemals verkehrt und für alle Gelegenheiten einzusetzen, wenn man etwas Zeit hat.

Der Moment, in dem das „Zelt“ einstürzt, sollte von der verantwortlichen Person im Auge behalten werden (brennendes Material außerhalb der Feuerstelle, Funkenflug, Ersticken der Flammen, …).


Foto: Zeltfeuer im Schnee

3.3 Das Kastenfeuer


Von den bisher Genannten dürfte das Kastenfeuer im Outdoor-Alltag wohl am wenigsten gebräuchlich sein, da es einiges an Zeit beansprucht. Seinen Namen erhielt dieses Feuer durch seine prägnante Kastenform. Hüfthoch aufgeschichtet ist es uns auch unter dem Namen „Altarfeuer“ bekannt.

Bei einem Kastenfeuer werden zwei dicke Holzscheite parallel und in Windrichtung in die Feuerstelle gelegt. Sie bilden die sogenannten Auflager für die später folgenden Holzscheite. Da das Auflager möglichst lange bestehen bleiben soll, schadet es nicht hierfür grünes oder feuchtes Holz zu verwenden. Zwischen diesen beiden dicken Holzscheiten entzünden wir ein kleines Zeltfeuer, das wir, nachdem es ordentlich angefacht ist, in die Länge ziehen. Über dem Feuer schichten wir anschließend mehrere Lagen dicker Holzscheite zu der, bereits oben erwähnten, Kastenform auf (Lagen über Kreuz legen!).

Wichtig ist, dass die aufgelegten Scheite das Feuer nicht „erdrücken“ und genügend Zugluft unter die Scheite gelangt. Auf diese Weise erhalten wir nach einiger Zeit ein nach allen Seiten stark wärmendes Feuer.

Verwendetes Brennmaterial:

 für das Zeltfeuer: ein Feuernest und kleinere Äste

 für das Kastenfeuer: 2 große, möglichst feuchte Auflagerhölzer, große Holzscheite aus Nadel- oder Laubholz

Vorteile:

 nach einiger Zeit enorme Hitzeentwicklung

 nach dem Durchbrennen der Scheite sehr viel Glut

 lang anhaltende Glut

 Kochmöglichkeit für mehrere Personen gleichzeitig

Nachteile:

 relativ hoher Brennholzverbrauch

 lange Zeit, bis die Scheite durchgebrannt sind

 anfänglich oft starke Rauchentwicklung (wenn das Holz nicht völlig trocken ist)

 aufgrund der großen Hitze Schüren des Feuers nur noch mit Eisenschaufel o.Ä. möglich

Fazit:

Das Kastenfeuer ist eine ideale Möglichkeit, um mit mehreren Pfannen und Töpfen gleichzeitig an einer Feuerstelle zu arbeiten. Der große Gluthocker ist auch ideal, um Lehm- oder Salzteigkugeln ordentlich einzugraben.

Da das Kastenfeuer aber einiges an Zeit erfordert, ist es meist nur relevant, wenn der Aktionsinhalt für sich gesehen werden kann oder wenn man für das eigentliche Vorhaben sowieso ein großes Feuer benötigt. Ein Beispiel dafür wäre das Erhitzen von Steinen für eine Schwitzhütte. Aufgrund seiner hohen und lang anhaltenden Hitzeentwicklung ist es auch ein ideales „Winterfeuer“.

3.4 Das Grubenfeuer


Beim Grubenfeuer handelt es sich, wie der Name schon sagt, um ein Feuer, das in einer Grube entzündet wird. Das Feuer ist dadurch vor Wind geschützt und strahlt seine Wärme lediglich nach oben ab. Ein Luftkanal in Windrichtung sorgt für ausreichende Sauerstoffversorgung und kann bei Bedarf wieder verschlossen werden.

Falls wir keine natürliche Geländeformation vorfinden, die uns dafür dienen kann, heben wir eine ca. 30 cm tiefe Grube mit einem Spaten aus. Die ausgestochene Grasnarbe heben wir vorsichtig ab, verwahren sie an einem schattigen Platz in der Nähe, wässern sie gelegentlich, um beim Verlassen der Feuerstelle die Grube wieder mit der ursprünglichen Bodenvegetation bedecken zu können. Die Ränder der Grube können wir mit feuchten oder nassen Holzstücken „auskleiden“, auf diese Weise werden sie mit der Zeit getrocknet und wir verhindern ein Nachrutschen der Grubenränder. Sollte der Boden der Grube sehr nass sein, können wir ihn mit Kies oder kleinen Steinen aus der Umgebung bedecken, um ein „Absaufen“ des Feuers zu verhindern.

In Windrichtung der Grube legen wir einen Windkanal an, der die Sauerstoffversorgung unseres Feuers sicherstellt und eine unnötige Rauchentwicklung verhindert. Dieser Kanal gleicht einer etwa handbreiten Rampe, die vom Boden der Grube zur Oberfläche verläuft.

Ist der Wind zu stark oder wird das Feuer nicht mehr benötigt und wir wollen die Glut für das Frühstück am nächsten Morgen aufbewahren, verschließen wir den Windkanal mit einem Stein oder etwas Erde.

Im Gebirge oder auf steinigen Kiesbänken von Flüssen kann der Effekt eines Grubenfeuers auch erzielt werden, indem wir Steine zu einem etwa 30 cm hohen Ring aufschichten und die Ritzen mit nassem Sand oder Erde verschließen. In Windrichtung lassen wir wiederum einige Schlitze frei.

Verwendetes Brennmaterial:

 nicht zu dicke Äste und Stöckchen von Nadel- oder Laubhölzern

 Holz so kürzen, dass beim Kochen kein Brennmaterial über den Rand der Grube herausragt

Vorteile:

 Hitze strahlt sehr fokussiert nach oben ab

 nahes und langes Arbeiten direkt am Feuer möglich

 Feuer gut vor Wind geschützt

 die Flammen sind nicht besonders weit sichtbar

 die Feuerstelle ist gut gegen das Verblasen von Glutresten gesichert

Nachteile:

 lange Bauzeit für die Grube

 bei Inversionswetterlage (die Luft drückt den Rauch nach unten) kommt das Feuer nur schlecht in Gang

 in feuchten Gegenden oder Gebieten mit hohem Grundwasserspiegel ist der Boden der Grube oft sehr feucht/nass

Fazit:

Beim Grubenfeuer handelt es sich um ein gutes Kochfeuer, da die Hitze lediglich nach oben abstrahlt und die Beine und Knie der KöchInnen nicht in Bedrängnis bringt. Die abgestrahlte Wärme kann nahezu vollständig für die Zubereitung der Speisen verwendet werden und liefert somit eine gute „Energiebilanz“. Lediglich die zeitaufwendige Anlage der Feuerstelle oder die Bodenbeschaffenheit verhindert manchmal die Verwendung dieses Feuertyps. Da das Grubenfeuer kaum Licht und Wärme in seine Umgebung abstrahlt, ist oft ein weiteres Feuer als Licht- und Wärmefeuer für die KöchInnen und die Gruppe nötig.

3.5 Die Baumfackel


Bei der Baum- oder Schwedenfackel handelt es sich um keine „klassische“ Feuerstelle, sondern um eine Technik, einen Baumstamm zu präparieren und zu entzünden. Baumfackeln erfreuen sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit und sind in Miniaturformat fast in jedem Baumarkt zu kaufen. Sie eignen sich nur bedingt zur Zubereitung von Speisen, erzeugen aber schnell eine angenehme, gemütliche Atmosphäre. Ideal ist ihre Verwendung als Wärmequelle im Winter, wenn ein reguläres Feuer im Schmelzwasser der Schneedecke erlöschen würde. Noch einen kleinen Topf Tee, Glühwein oder eine Pfanne Maroni oben drauf gestellt, und wir haben einen gemütlich warmen Pausenplatz während einer Winteraktivität geschaffen. Der Bau einer Baum- oder Schwedenfackel bedarf jedoch eines professionellen Umgangs mit der Motorsäge und ist für Kinder und Jugendliche nicht geeignet! Wir empfehlen daher, die Fackeln bereits im Vorfeld anzufertigen oder anfertigen zu lassen.

Benötigtes Material:

Neben einer Motorsäge (es geht auch mit einer Handsäge, dies ist aber äußerst mühsam!), einem Hammer und einem Stemmeisen benötigen wir einen halbwegs trockenen, ungefähr tischhohen Holzstamm mit einem Durchmesser von 20 – 30 cm. Wichtig ist beim Verhältnis der Höhe zum Durchmesser lediglich, dass die Fackel auch sicher steht und nicht umkippt!

Zum Entzünden der Fackel empfehlen wir eine Kerze oder unsere selbstgefertigten Grillanzünder (vgl. Seite 35)

Verwendetes Holz:

 Nadelhölzer (sind leichter zu bearbeiten)

 Laubhölzer (brennen länger)

Bauanleitung:

Den Baumstamm vollständig entasten und eventuell schälen. Den Stamm dreimal mit der Motorsäge sternförmig der Länge nach etwas über die Hälfte einschneiden. Etwa 10 cm freilassen und anschließend den Stamm in der Flucht der Schnitte mit der Schwertspitze ein- bzw. durchstechen. Die Stiche enden ca. 10 cm vor dem Ende des Stammes (dem Boden der Fackel), werden aber innen bis zu den 3 Längsschnitten durchgestoßen, um einen Kamineffekt zu erzeugen. Der nicht eingeschnittene Teil des Stammes dient der Stabilisierung, so dass die Fackel nicht zerfällt.

Steht keine Motorsäge zur Verfügung, können die Längsschnitte auch mit der Hand gesägt werden. Die Säge sollte dabei mehrmals auf und ab geführt werden, um die Schnitte zu verbreitern (verbesserter Luftzug!). Die „Durchstiche“ der Motorsäge können mit einem Stemmeisen herausgearbeitet werden, was allerdings äußerst mühsam ist. Statt der Durchstiche können die 3 sternförmigen Längsschnitte auch fast bis zum Boden der Fackel (mind. 10 cm stehen lassen!) durchgezogen werden, dann haben wir jedoch öfter ein frühes „Auseinanderbrechen“ der Fackel erlebt.

Die Fackel auf einen ebenen Untergrund stellen und mit dem Stemmeisen die oberen Schnitte etwas ausnehmen, so dass die Fackel auch noch gut zieht, wenn ein kleiner Topf darauf steht. Je nachdem wie breit die Durchstiche ausgefallen sind, können wir auch einen davon mit dem Stemmeisen etwas ausarbeiten. Diese Seite drehen wir anschließend in Windrichtung, um den Kamineffekt zu unterstützen.

Zum Entzünden der Fackel stecken wir unsere selbstgefertigten Grillanzünder in die Durchstiche. Zusätzlich können wir von oben noch etwas flüssiges Wachs in die Schnitte laufen lassen. Fertig!

VORSICHT ! Wir möchten an dieser Stelle nochmal darauf hinweisen, dass die oben beschriebenen Arbeiten nur von Personen durchgeführt werden dürfen, die entsprechende Erfahrungen/Ausbildungen im Umgang mit einer Motorsäge besitzen und die entsprechende Schutzbekleidung tragen. Großes Verletzungsrisiko!

Vorteile:

 schöne Lagerfeuerromantik im Hochformat

 es wird wenig Bodenfläche verbrannt

 gute Wärmequelle, da die Glut nicht nur am Boden ist, sondern im kompletten Stamm verläuft

 „ertrinkt“ nicht leicht im nassen Boden (Schnee)

Nachteile:

 viel Vorbereitungsarbeit

 Herstellung bedarf handwerkliches Können (Verletzungsrisiko!)

 ist nur bedingt zum Bau mit TeilnehmerInnen geeignet

 bietet wenig Möglichkeit zum Kochen

Eine schöne Möglichkeit ist jedoch das Zubereiten von heissen Maroni auf der fertigen Baumfackel.

3.6 Rund um’s Feuer

„In der Ruhe liegt die Kraft!“

Selten lässt sich dieses Sprichwort so eindrucksvoll unter Beweis stellen wie beim Entfachen eines Feuers. Selbst wenn es uns noch so drängt, mit dem Kochen zu beginnen oder die nasse Kleidung zu trocknen, jede Minute, die wir in der Vorbereitung zu wenig investieren, verbraucht später um ein Vielfaches mehr Zeit oder bringt die kleine Flamme zum Ersterben.

Wir sollten uns also alles Notwendige bereitgelegt haben, bevor wir das Feuer entzünden, um uns eine spätere, lästige Rennerei zu ersparen. Zusätzlich kann man bereits im Vorfeld einige Vorbereitungen treffen, die man zur Arbeitserleichterung aus dem Rucksack zaubert, wenn’s drauf ankommt.

3.6.1 Vorbereitung

 Feuerzeug und Streichhölzer gegen Nässe immer in Plastiktüte einwickeln (ist uns mit der Zeit zur Gewohnheit geworden).

 Im Vorfeld Birkenrinde sammeln und in kleinem Tütchen mitnehmen.Hat kaum Gewicht, erleichtert aber das Entfachen eines Feuernests bei Nässe ungemein.

 Ein paar Tampons haben wir auch immer im Gepäck.

Wenn man die wasserdicht eingepackte Zellulose auseinanderzupft, ergibt das ein wunderbares Brennmaterial zum Anfachen eines Feuers.

Herstellen selbstgemachter Grillanzünder aus Wachs und Sägemehl:


Benötigtes Material:

 Kerzenreste

 einen alten Topf

 möglichst feines Sägemehl (Schreinerei, Pferdehof, zur Not selbst raspeln)

 zwei Holzbrettchen

 einen Löffel

 ein Messer

Herstellung:

Wir erhitzen die Kerzenreste im Topf bis diese schmelzen und rühren anschließend so lange Sägemehl unter, bis dieses alles Wachs aufgesogen hat und eine teigige Masse entsteht. Mit einem Löffel geben wir die „Wachs-Holzmehl-Masse“ auf eines der Brettchen, lassen das Ganze ein wenig auskühlen und pressen anschließend das andere Brettchen so oben drauf, dass wir eine ca. 1 cm dicke Platte erhalten. Die ausgehärtete Platte schneiden wir mit dem Messer in die gewünschte Größe und lagern die fertigen Grillanzünder in einer Plastiktüte. Wir haben unsere letzten Grillanzünder mal probeweise in die direkte Sonne gelegt und waren erstaunt, wie wenig sie geschmolzen sind, trotzdem würden wir eine möglichst schattige Verwahrung im Gepäck empfehlen.

3.6.2 Metaphern

„Alle […] Anzündhilfen, wie Brennglas, Luntero, Feuerstein und Stahl, MagnesiumFeuerstarter oder gar Feuerbohrer sind eine Spielerei. Wer nicht dazu imstande ist, seine Streichhölzer trocken zu halten oder auf sein Feuerzeug aufzupassen, der wird erst recht nicht geschickt genug sein, um nur mit zwei Holzstückchen ein Feuer zu entzünden!…“ (Höh, Rainer, 2000)

Auch wenn wir diesem Plädoyer von Rainer Höh grundsätzlich beipflichten, haben wir doch stets Magnesium-Starter im Gepäck.


Foto: Feuer mit Feuerstein

Eine, auf diese Weise „erarbeitete“, Flamme macht uns und unseren TeilnehmerInnen während erlebnispädagogischer Projekte die archaische Bedeutung des Feuers eindrucksvoll bewusst und erleichtert uns den Einstieg in die Arbeit mit Metaphern:

 Wärme, Schutz, Geborgenheit

 Reinigungsrituale, Mystik, Religion

 Mutproben

 Grundbedürfnisse (Bedürfnispyramide)

 Anthropologischer Versammlungsplatz

 Fortschritt, Entwicklung, etc.

Besonders bei der Outdoor-Küche mit Jungen und jungen Männern bewährt sich die Kombination mit Feuermachen durch entsprechende Arbeitshilfen. Appelliert das Feuermachen an die scheinbar männlichen Instinkte, sieht Stephen Bacon seinen Archetyp der „Mutter“ gerade beim Kochen besonders angesprochen. Er ruft dazu auf, „die Teilnehmer dazu anzutreiben, der Mutter in ihrer Fülle gegenüberzutreten“, was bei männlichen Jugendlichen besonders wichtig sei, deren Fähigkeiten, mütterliche Qualitäten auszudrücken, notorisch unterentwickelt seien. (Bacon in der Übersetzung von Schödlbauer, 1998).

Genauso gut lassen sich Anzündhilfen aber auch in gemischt-geschlechtlichen Projekten einsetzen. Bei einem erlebnispädagogischen Projekt vor einigen Jahren, in dem die TeilnehmerInnen den Anforderungen an Tom Hanks in dem Film „Cast away“ aktiv begegneten, bildeten das Anfachen eines Feuers und das Zubereiten von Speisen neben dem Bau eines Floßes die zentralen Aufgaben.

3.6.3 Für den Notfall

Neben der speziell abgestimmten Erste-Hilfe-Ausrüstung (vgl. Seite 48), sollte man bei der Outdoor-Küche auch stets auf das Löschen außer Kontrolle geratener Feuerstellen vorbereitet sein.

Hierzu gehört, dass stets ein geeignetes Löschmittel bereitgehalten wird! Meist reicht für den ersten Moment ein Eimer Wasser, der zugleich zum groben Reinigen der Hände benutzt werden kann. Dieses erste, gezielte Löschen sollte ausreichen, um Zeit für ein weiteres, planvolles Vorgehen zu gewinnen (Gluthaufen auseinanderziehen und löschen, Boden im Umkreis der Feuerstelle wässern, Inkrafttreten des eigenen Notfallplans).

ACHTUNG ! Brennendes Fett oder Wachs nicht mit Wasser löschen!!

Da Fett oder Wachs sich erst bei mehreren 100 °C entzünden, verdampft dazugegebenes Wasser blitzschnell. Da das Wasser jedoch einige Sekundenbruchteile benötigt, um im heißen Fett oder Wachs zu verdampfen, dringt es vorher unter die Oberfläche ein, bevor es explosionsartig sein Volumen um mehr als das tausendfache vergrößert und dabei brennendes Fett oder Wachs meterweit herausschleudert. Man spricht in diesem Fall von einer Fettexplosion!

In diesen Fällen darf lediglich durch den Entzug von Sauerstoff (Deckel drauf, mit Sand überdecken) oder mit einem speziell dafür geeigneten Feuerlöscher der Brandklasse F gelöscht werden. Die deutsche Berufsgenossenschaft Nahrung und Gaststätten rät auch von der Verwendung einer Löschdecke ab, da sich diese eventuell mit kondensiertem Fettdampf vollsaugen und wie ein Docht durchbrennen kann.

Bei größeren und längeren „Lagerküchen“ sollte ein geeigneter Feuerlöscher obligatorisch sein.


Foto: Notfall

3 Feuernest = ein kleines „Nest“ aus leicht entflammbaren Materialien, wie Reisig, Birkenrinde, Stroh, Flechten, Späne oder ähnlichem. Das Feuernest bildet meist das anfängliche Zentrum eines jeden Feuertyps.


4. Einrichten einer Feuer- und Kochstelle

4. Einrichten einer Feuer- und Kochstelle


Foto: Grubenfeuer mit Grillrost

Wissen wir einmal, dass wir geeignetes Brennmaterial vorfinden und haben wir uns für einen, unseren Bedürfnissen entsprechenden, Feuertyp entschieden, gilt es letztendlich noch, den geeigneten Platz für unser Feuer und Kochvorhaben auszuwählen.

Befinden wir uns an einem Platz, wo bereits eine Feuerstelle existiert, sollte es selbstverständlich sein, diese auch zu benutzen, da wir nicht mehr als nötig in die Natur eingreifen möchten. Auch ein noch so kleines Feuer zerstört nun mal die Bodenvegetation und die darauf lebenden Lebewesen. Wir selbst kochen oder nächtigen auch nicht gerne an Plätzen, an denen schon ein Dutzend Feuerplätze die Landschaft „verschandeln“. Natürlich werden wir die Feuerstelle gemäß unseren Bedürfnissen modifizieren.

Finden wir keine Feuerstelle vor oder möchten wir aus pädagogischen Gründen mit unserer Gruppe bevölkerte Plätze vermeiden, vermittelt das neue Anlegen einer Feuerstelle meist intensivere Erlebnisse. Es hat seinen ganz eigenen Reiz, einige Dinge werden jedoch auch komplizierter.

Das Entzünden eines Feuers in der offenen Landschaft ist länderweise im Naturschutz- bzw. Waldgesetz geregelt. In Gegenden, wo das Feuermachen nicht sowieso grundsätzlich verboten ist 4, bedarf es beim Unterschreiten folgender Mindestabstände einer Genehmigung von Kreisverwaltungsbehörden und/oder Gemeinden:

 mind. 100 Meter von einem Wald

 mind. 100 Meter von leicht entzündbaren Stoffen

 mind. 5 Meter von Gebäuden aus brennbaren Stoffen (vom Dachvorsprung ab gemessen)

 mind. 5 Meter von sonstigen brennbaren Stoffen

ACHTUNG ! Diese Bestimmungen können sich beim Inkrafttreten einer der 5 Waldbrandwarnstufen ändern.

44 % der Waldfläche Deutschlands befinden sich in Privatbesitz.5

Hier bedarf es zusätzlich der Erlaubnis des Besitzers.

Ist diese Hürde überwunden und spricht von offizieller Seite nichts gegen das Anlegen einer Feuerstelle, gibt es noch einige praktische Dinge, auf die wir während unserer Aktivitäten achten bzw. auf die wir Wert legen:

Da wir möglichst wenig Spuren unserer Anwesenheit in der Natur hinterlassen möchten, befindet sich unser Feuerplatz idealerweise auf einem sandigen oder felsigen Untergrund.

Ist dies nicht möglich, stechen wir mit einem Klappspaten oder ähnlichem die Grasnarbe vorsichtig aus, lagern sie an einem schattigen Platz, wässern sie regelmäßig und setzen sie beim Verlassen der Feuerstelle vorsichtig wieder ein. Waldigen Boden reinigen wir vor dem Anlegen der Feuerstelle von allem brennbaren Material und tragen die oberste humose Schicht vorsichtig ab.6


Foto: Grasnarbe und Steine

Herbeigeschafftes, nicht benötigtes Brennholz verteilen wir bei unseren Projekten ebenso wieder in der Landschaft, wie die Steine, die wir zur Einfassung der Feuerstelle benutzt haben. Eine Ausnahme dabei bilden bereits bestehende Feuerplätze. Hier stapeln wir das überschüssige Brennholz an einem möglichst trockenen Plätzchen, um unseren NachfolgerInnen eine kleine Freude zu machen.

Um aus unserer Feuerstelle nun eine Kochstelle zu machen, braucht es ein paar zusätzlicher Überlegungen bzw. Vorbereitungen.

Die besten Parties steigen erfahrungsgemäß in der Küche und auch in der Outdoor-Küche ist dementsprechend die Kochstelle gleichzeitig der Versammlungsplatz der Gruppe. Neben der „Arbeit“ sollte die Feuerstelle also auch noch Platz genug für nicht beteiligte Personen bieten. Wir legen hierzu meist eine längliche Feuerstelle an, an deren einen Seite ein kleines Kochfeuer (z.B. Stern- oder Grubenfeuer) die „Arbeitsstelle“ bildet, die durch ein benachbartes Zeltfeuer erhellt und erwärmt wird. Ein angenehmer Nebeneffekt: Die Nähe zum „Arbeitsplatz der KöchInnen“ hält andere TeilnehmerInnen zugleich davon ab, das Zeltfeuer überdimensional groß zu machen und damit unnötig viel Holz zu verschwenden.


Foto: Licht- und Glutfeuer

Foto: Topfsäge

Je nach Art des gewählten Feuertyps und unserer Kochtechnik, brauchen wir nun noch eine Vorrichtung, damit sich unsere Töpfe oder Pfannen möglichst komplett über der Hitzequelle befinden. Müssen wir nicht ständig umrühren, weitere Zutaten unterheben oder die Gerichte wenden, verwenden wir meist im Abstand variable Hängevorrichtungen wie Dreibein oder Topfsäge.

Der Ausspruch: „Leg mal einen Zahn zu!“ stammt übrigens Überlieferungen zufolge aus der Verwendung der Topfsäge über einem Herdfeuer und fordert den Koch oder die Köchin dazu auf, den Topf einen Zahn tiefer zu hängen, damit das Gericht schneller fertig wird.

Bei den „arbeitsintensiveren“ Gerichten versuchen wir, unsere Pfannen oder Töpfe auf ein möglichst stabiles Auflager zu stellen, um nicht immer mit einer Hand den hängenden und schwankenden Topf festhalten zu müssen.

Daneben stellen wir in Kapitel 7 noch eine Reihe von Kochtechniken vor, die keine eigene Kochvorrichtung am Feuer benötigen wie zum Beispiel das Kochen, Braten und Backen auf der Muurikka, dem Dutch-Oven, das Räuchern in der Dose, etc.

4 In Bayern beispielsweise ist sogar das Rauchen in den Wäldern in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober verboten, vgl. hierzu BayWaldG Art 17 (3)

5 Zweite Bundeswaldinventur des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz; www.bundeswaldinventur.de

6 „Eine Hand voll humose Walderde enthält ungefähr soviele Lebewesen, wie Menschen auf der Erde leben. Diese Bodenlebewesen zersetzen auf einer etwa fußballfeldgroßen Fläche im Buchenwald jährlich 25 Mio Blätter, das sind rd. drei bis vier Tonnen Laub.“ Vgl. Bayer. Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten (2004) IV B


5. Ausstattung Outdoor-Küche

5. Ausstattung Outdoor-Küche

Je nach geplantem Programm und den Orten, die dabei aufgesucht werden, kann die Outdoor-Küche eher schlicht und spartanisch oder auch üppig luxuriös ausgestattet sein.

Steht das Outdoor-Kochen an sich im Mittelpunkt des Projekts, kann z.B. die Herstellung von Besteck und Geschirr aus Naturmaterialien schon ein erster Teil des Programms sein. Dann genügt ein gutes Taschenmesser zum Schnitzen und Aushöhlen von Holz und ein Feueranzünder, um das Lagerfeuer zu entfachen.

Aus Holz können wir uns Löffel und Gabeln schnitzen. Aus Lehm können wir Schüsseln, Schalen und Teller formen, die wir im Lagerfeuer brennen. Flache Steine, die wir ins Feuer legen und darin 1 bis 2 Stunden heiß werden lassen, dienen uns als Pfannen. Als Teller können wir große, kräftige Blätter verwenden, z.B. von Walnuss- oder Kastanienbäumen.

Kürbisse werden zu Suppenschüsseln verarbeitet. Aus Kalebassen können wir gute Trinkgefäße und Trinkflaschen herstellen. Sie werden ausgehöhlt und getrocknet, und können zusätzlich mit heißem Bienenwachs ausgeschwenkt werden, um sie dicht zu machen. Man erhält ein leichtes und stabiles Trinkgefäß, das durch seine Wuchsform (unten breit und nach oben hin Flaschenhalsform) ideal für den Outdoorbereich geeignet ist. Auch bei Erschütterungen schwappt aus einer Kalebasse so schnell keine Flüssigkeit heraus! Allerdings bricht sie relativ leicht, wenn sie runterfällt oder zu hart aufgesetzt wird.


Foto: Kürbisschale

Rüdiger Nehberg gibt in seinem Buch „Survival-Abenteuer vor der Haustür“ auch noch zusätzliche Ideen zur Eigenproduktion der nötigen Ausrüstung, so z.B. zur Herstellung eines Messers: „Wer sich sein Messer selbst basteln will, braucht nur einen der großen Zimmermannsnägel von ca. 20 cm Länge. Je länger, desto besser. Er hält ihn mit einer Kombizange fest und macht ihn glühend, klopft ihn auf einer Eisenplatte langsam mit dem Hammer gleichmäßig flach. Sobald er erkaltet, wird er erneut glühend gemacht, bis er die gewünschte Stärke hat. (…) Danach erglüht ihr ihn abermals und taucht ihn zunächst mit der Spitze und dann ganz in Öl oder Wasser. Damit habt ihr das Eisen zu „Stahl“ gehärtet. Ihr braucht nur noch einen Griff zu schnitzen, ihn anzubringen und das Messer zu schärfen.“ (Nehberg R., 1999)

Für dieses Buch haben wir selbstverständlich auch diese Technik ausprobiert. Allerdings konnten wir dafür auf eine Steinkohleesse zurückgreifen, um unseren Nagel zu schmieden. Als Griff haben wir den metallenen Schaft mit einem Lederband umwickelt.


Foto: Nagel und Messer

Diese Eigenproduktion eines Messers kann bei einem Standortprojekt für Jugendliche als interessantes und spannendes Erlebnis gestaltet werden. Für Wanderprojekte, die mit wenig Material auskommen wollen, ist es sicher praktikabler ein gutes Messer mitzunehmen anstatt eines Nagels, einer Kombizange, eines Hammers und einer Eisenplatte.

In aller Regel werden wir jedoch ein wenig Material für unsere Outdoor-Küche einpacken, welches sich als hilfreich und sinnvoll herausgestellt hat.

Das Kochgeschirr sollte insbesondere für Wanderprojekte aus leichtem Material (Alu) und ineinander stapelbar sein. 2 – 3 Töpfe unterschiedlicher Größe dürften in den meisten Fällen ausreichen. In den kleinsten der Töpfe passen dann noch ein Topfgreifer, das Taschenmesser, ein Reinigungsschwamm und ein Leinentuch.

Als Pfanne dient meist der Topfdeckel des größten Topfes, der auch das Gesamtpaket verschließt. Als sehr platzsparend hat sich ein zusammensteckbares Kombi-Besteck, bestehend aus Löffel, Gabel und Messer (welches oft zusätzlich mit Dosen- und Flaschenöffner versehen ist) erwiesen. Die Gabel ist dann auch gleichzeitig Ersatz für einen Schneebesen, mit der sogar Milch für einen Cappuccino aufgeschäumt werden kann. Auch eine nicht zu kleine tasse (mindestens 1/4 Liter Fassungsvermögen) kann mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Neben der Funktion als Trinkgefäß dient sie uns als Suppenteller, Messbecher und Schöpfkelle. Gut ist eine Tasse aus Metall, dann kann sie auch noch als Ersatzkochtopf für kleine Mengen verwendet werden.

Beim Kochen, Backen und Braten am offenen Feuer sind feuerfeste Arbeitshandschuhe eine wertvolle Hilfe und sollten nicht im Gepäck fehlen! Zusätzlich darf natürlich auch in der Outdoor-Küche die Erste-Hilfe-Ausrüstung nicht fehlen! Diese sollte neben der üblichen Normausstattung eine entsprechende Spezialisierung auf Schnitt- und Brandverletzungen aufweisen. Eine kleine Löschdecke sollte hier auch dabei sein, da auf Grund von Stichflammen-Gefahr beim Kochen und Braten mit heißem Fett oder Öl nicht mit Wasser gelöscht werden soll (vgl. hierzu 3.6.3 „Für den Notfall“)!

Während Standortprojekten, bei denen Gewicht und Größe des Materials keine Rolle spielen, dürfen in unserer Outdoor-Küche nie der Dutch-Oven und die Muurikka (siehe Kapitel 7) fehlen. Auch die gute Email-Kaffeekanne der Cowboys ist dann mit dabei.

Der Kaffee aus dieser Kanne schmeckt umso besser, je länger er im Feuer steht und vor sich hin köchelt. Wird er mit der Zeit bitter, wird einfach ein bisschen kaltes Wasser nachgegossen und somit die verdampfte Flüssigkeit ersetzt.

Eine Kohlenzange, eine lange Gabel und eine Schöpfkelle mit langem Stiel erleichtern uns außerdem die Arbeit an der Feuerstelle. Zusätzlich haben wir dann auch Schneidebretter und verschiedene Schüsseln zur Zubereitung von Teig und Salat dabei. Unterwegs ersetzen die Töpfe diese Funktionen, komfortabler ist es jedoch, wenn man nicht nach jeder Aktion den Topf gleich wieder abwaschen muss.

Foto: Cowboykanne

Apropos „Abwasch“: In der Outdoor-Küche können wir gut auf Spülmittel verzichten! Mit Wasser und Sand werden alle Essensreste genauso gut beseitigt, selbst Angebranntes in Töpfen oder Pfannen ist damit leicht wegzuscheuern. Wollen wir unter keinen Umständen auf Spülmittel verzichten, dann sollte es auf alle Fälle ein zu 100 % biologisch abbaubares sein.

Ob unterwegs oder vor Ort – eine Rolle Schnur sollte auf keinen Fall in der Outdoor-Küche fehlen. Die Schnur dient zum Einwickeln, Aufhängen und Befestigen und kommt recht häufig zum Einsatz. Gut ist hier eine etwas dickere Paketschnur zu verwenden, da Schnüre oder Seile mit Plastikanteilen schmelzen können.

Außerdem haben sich kleinere und mittelgroße Plastikdosen mit Verschluss bewährt, um Gewürze, aber auch Essensreste aufzubewahren und zu transportieren. Für die Gewürze z.B. lohnt es sich, die nach und nach rar werdenden Filmdosen für Kleinbildfilme zu sammeln. Im Zeitalter der Digitalbilder verschwinden diese kleinen schwarzen oder durchsichtigen Plastikdöschen mit Deckel leider immer mehr von der Bildfläche. Leider, da diese Kleinstbehälter, so viele wunderbare Funktionen in der Wiederverwendung erfüllen können. Hier als luftdichte und trockene Aufbewahrung von Gewürzen und Kräutern, aber auch als ideal zu transportierendes Material für unterschiedliche Kooperationsaufgaben.

Wie einleitend bereits erwähnt, kann es an dieser Stelle keine vollständige Liste der benötigten Materialien für eine Outdoor-Küche geben, da dies von zu vielen Faktoren und auch vom jeweils eigenen Gusto des Outdoor-Kochs abhängen wird. Die oben genannten Materialien sollen der Anregung dienen und können die individuell zu erstellende Materialliste nicht ersetzen, die auch vom jeweiligen Speiseplan geprägt sein wird.

Da wir natürlich keinen Müll an unserer Koch- und Lagerstelle hinterlassen wollen, empfehlen wir, für den entstandenen Abfall reißfeste Mülltüten mitzunehmen. Organische Abfälle, die sich zum Kompostieren eignen, können wir etwas abseits unseres Lagers mit einem Klappspaten vergraben. Andere organische Abfälle, die sich nicht gut kompostieren lassen (wie beispielsweise Orangen- oder Bananenschalen) und gekochte Essensreste verbrennen wir nach dem Essen in einem heißen Lichtfeuer.


6. Hygiene und Vorratshaltung in der Outdoor-Küche

6. Hygiene und Vorratshaltung in der Outdoor-Küche

In der erlebnispädagogischen Arbeit mit Gruppen sind wir für die psychische und physische Sicherheit unserer TeilnehmerInnen verantwortlich. Im Sinne der physischen Sicherheit bedeutet das für uns speziell in der Outdoor-Küche auch die Förderung und Erhaltung der Gesundheit. Dabei spielt das Thema „Hygiene“ selbstverständlich eine wichtige Rolle.

Wärme, Feuchtigkeit und Sauerstoff in Verbindung mit Lebensmitteln sind ideale Brutstätten für Pilze und Bakterien. Ohne Kühlung beziehungsweise trockene Lagerung können Lebensmittel schnell verderben und es besteht die Gefahr, dass wir an Übelkeit oder Durchfall erkranken. Wer schon einmal eine leichte, mittlere oder gar schwere Lebensmittelvergiftung erlitten hat, weiß, dass diese nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist.

Wir haben daher im Folgenden Tipps und Tricks zusammengetragen, die dabei helfen sollen auch in einer Outdoor-Küche für möglichst hygienische und saubere Verhältnisse zu sorgen.

Allem voran steht hier erst mal das Thema „sauberes, keimfreies Wasser“. Unser Körper verliert regelmäßig Flüssigkeit durch Ausscheiden, Schwitzen und Atmen. Wir müssen daher unseren Flüssigkeitshaushalt immer wieder auffüllen.

Um leistungsfähig zu bleiben, benötigt unser Körper mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag (besser noch mehr!).

Insbesondere durch Schwitzen verlieren wir zusätzlich noch eine ganze Menge Mineralien (in erster Linie Kalium und Calcium), die es ebenfalls aufzufüllen gilt. Wenn es uns nicht gelingt diese Mineralien wieder angemessen aufzufüllen, dann kann es zu Wadenkrämpfen, Schwindelgefühl und Beeinträchtigung unseres Reaktionsvermögens kommen.

Im besten Fall nehmen wir uns ausreichend Wasservorräte in Trinkwasserqualität mit. Das geht aber natürlich nur begrenzt, je nachdem, wie lange wir unterwegs sind, bis wir wieder an neue Trinkwasserquellen herankommen.

Apropos mitnehmen: Zum Transport eignen sich Wassersäcke besonders gut. Auf eine Wanderung nehme ich zum Beispiel bevorzugt einen spanischen Ledertrinksack mit, der das Wasser lange kühl hält und sich gut im Rucksack verstauen lässt, da er nicht so starr ist wie eine Flasche oder ein Kanister.

Wenn wir unterwegs Wasser aus Bächen, Flüssen oder Seen verwenden müssen, dann ist Abkochen immer noch die beste Methode, um es keimfrei zu bekommen. Dazu sollte das Wasser ca. 10 Minuten sprudelnd kochen. Oder aber wir benutzen chemische Entkeimungsmittel und/oder im Handel angebotene Filter.

Auf jeden Fall ist schnell fließendes, kaltes Wasser aus einer möglichst quellnahen Entnahmestelle zu bevorzugen. Auch ein reiches Tierleben im Wasser spricht für eine gute Wasserqualität. Die Angler unter uns kennen Tricks, die ihnen zur Bestimmung einer guten Wasserqualität verhelfen. So ist es beispielsweise für sie ein sicheres Zeichen für sauberes, sauerstoffhaltiges Wasser, wenn sie Steine in einem Bach umdrehen und daran die Larven von Wasserfliegen entdecken.


Dass die Hygienebedingungen einer Outdoor-Küche während einer erlebnispädagogischen Aktivität meist nicht den häuslichen Bedingungen entsprechen, versteht sich von selbst. Aber gerade aus diesem Grund verlässt man mit den TeilnehmerInnen ja deren gewohnte „Komfortzone“, um in ein neues und ungewohntes Lern- und Erfahrungsfeld einzutreten. Die allgemein gültigen Hygienevorschriften müssen hier reduziert werden, dürfen aber natürlich keinesfalls die psychische oder physische Sicherheit der TeilnehmerInnen gefährden!

Deshalb gilt grundsätzlich:

 nur frische (oder sachgemäß konservierte) Lebensmittel verwenden

 lange Lagerung vermeiden

 Lebensmittel möglichst sachgemäß lagern

 bei Unsicherheit keine selbstgepflückten Beeren, Pilze oder Kräuter verwenden

 Wasser bei Unsicherheit abkochen, filtern oder chemisch behandeln

6.1 Lagerung

Lebensmittel sollten grundsätzlich für Kleintiere oder nächtliche „Besucher“ unzugänglich aufbewahrt werden. Im Idealfall besteht die Möglichkeit sie in einem Sack an den Ast eines Baums zu hängen, bzw. an einem Seil zwischen zwei Bäumen mehrere kleine Pakete festzubinden.

Fliegen und andere Krankheitsüberträger werden abgehalten, indem man die Nahrungsmittel mit einem Tuch oder Netz bedeckt, wobei kein Kontakt zu den Nahrungsmitteln entstehen sollte.

Um Schimmelbefall bei Nahrungsmitteln wie Käse, Brot oder Speck zu vermeiden, kann man diese in ein Tuch einwickeln, das man zuvor mit Essig getränkt und wieder getrocknet hat. Auf keinen Fall sollte man sie in Plastiktüten aufbewahren, in denen sie „schwitzen“ und einen hervorragenden Nährboden für Schimmelpilze und dergleichen bieten.

Salz und andere Gewürze sollten im Vorfeld in luftdicht verschließbare Plastikdöschen verpackt werden, sonst kleben sie nach kürzester Zeit zu einem Klumpen zusammen und sind praktisch unbrauchbar.

6.2 Kühlung

Zum Kühlen eignen sich am besten wasserdichte Packsäcke oder reißfeste Plastiktüten, die in ein kaltes Gewässer gehängt werden (gut festbinden!). Ansonsten besteht auch die Möglichkeit die Lebensmittel mit feuchten Tüchern zu bedecken und so die entstehende Verdunstungskälte zu nutzen. Auch dabei sollte kein Kontakt zu den Lebensmitteln bestehen. Am besten also nimmt man ein Behältnis (Topf, Korb o.Ä.), befüllt dieses mit den Lebensmitteln, deckt das Ganze mit einem feuchten Tuch ab und hängt es dann in den Wind. Oder man bedeckt die Schüssel mit Lebensmitteln mit einem feuchten Tuch und hängt die Enden des Tuches ins Wasser.

Diese Kühlungsmöglichkeit durch Verdunstung hat man sich auch schon in den Zeiten zu Nutze gemacht, als es noch keine Kühlschränke gab, bzw. sich nicht jede/r einen Kühlschrank leisten konnte. In einem Kochbuch von 1941 haben wir mehrere wertvolle Tipps zur Aufbewahrung von Lebensmitteln gefunden, die wir im Outdoorbereich gut nutzen können.

„Butter muß man gegen die Luft schützen, damit sie nicht ranzig wird, man drückt sie daher in eine Schale und bedeckt sie mit einem Leinwandfleck, der in scharfes Salzwasser getaucht wurde. Wird sie einmal ranzig, so legt man sie über Nacht in Wasser, in welchem etwas Soda aufgelöst wurde. (…) Käse wickelt man in ein Leinwandtuch, daß in Salzwasser getaucht wurde und legt ihn auf ein Brett in den Keller. – Stark gesalzenen Käse in ein Tuch, daß öfter mit Bier befeuchtet wird. (…) Wer Milch aufbewahren will, um guten, süßen Rahm (Obers, Sahne) zu bekommen, muß sie an einem kühlen Ort in eine weite Schüssel zugedeckt aufstellen. Stürzt man im Sommer eine zweite größere Schüssel darüber, bedeckt dieselbe mit einem groben, nassen Tuch, dessen Enden links und rechts in ein Gefäß mit Wasser reichen, so trocknet dasselbe nicht ab und hält die Schüssel kühl. Nach 12 Stunden nimmt man den Rahm mit einem Löffel ab.“ (H. Lamprecht, München 1941)

Insbesondere dieses zuletzt genannte Prinzip können wir vielfältig in der Outdoor-Küche als Kühlungseffekt verwenden. Alles, was gut kühl bleiben soll, mit einem nassen Tuch abdecken und die beiden Enden als Zipfel zusammengefasst ins Wasser hängen. So bleibt das Tuch immer feucht und trocknet nicht zu schnell ab.


Basierend auf dem gleichen Prinzip beschreibt auch Rainer Höh in seinem Buch „Wildnis Küche“ die Socke als Kühlschrank: „Wandersocken lassen sich zum Kühlschrank umfunktionieren, indem man sie einweicht, über eine Trinkflasche stülpt und die überhängende Zehenspitze in einen Wasserbehälter taucht. Das Gewebe saugt das Wasser wie ein Docht nach oben zur Flasche, wo es verdunstet und den Flascheninhalt kühlt. Je luftiger der Ort, desto mehr Wasser verdunstet und desto besser funktioniert die Kühlung.“ (Höh, 4. Auflage 2006)

Wenn man jedoch etwas länger an einem Ort bleibt, kann man sich auch das Prinzip des Erdkellers zu Nutze machen und ein Erdloch ausheben, welches dann als Kühlschrank fungiert. Wichtig ist natürlich, dass auch hier darauf geachtet wird, keine Naturschäden zu hinterlassen. Das heißt, wenn die Kühlgrube ihren Dienst getan hat, wird sie wieder zugeschüttet und mit der vorher abgestochenen Grasnarbe bedeckt, genauso wie bei der wilden Feuerstelle auch!

6.3 Allgemeine Hinweise

Konservierung:

Gemüse und Obst lassen sich ansonsten auch, wenn es wenige oder keine Kühlmöglichkeiten gibt, gut haltbar machen, indem man sie einkocht, einlegt bzw. einmacht. So werden die frisch gepflückten Beeren zur Marmelade oder die Tomaten, Pflaumen und Äpfel zum Chutney (siehe Rezepte!).

Zubereitung:

Prinzipiell sollten die Hände und alle verwendeten Materialien gewaschen oder zumindest möglichst sauber abgeputzt sein. Wenn die Hände den bekannten „Rubbeltest“ (Handflächen aneinander reiben und beobachten, ob Dreckkugeln entstehen) überstehen, sollte dies genügen. Übrigens: Ein kleines Stückchen Butter ersetzt, bei dreckig oder gar ölig verschmierten Händen, die Seife! Durch das Einreiben der Hände mit Butter werden sie sauber und noch dazu gepflegt!

Auf die Zubereitung von Nahrungsmitteln und Speisen sollte jedoch verzichtet werden, wenn sich Wunden oder tiefere Risse an den Händen befinden und diese nicht großzügig mit einem wasserfesten Pflaster abgedeckt werden können.

Fleisch auf Verfärbungen und ungewöhnlichen Geruch hin untersuchen und falls unterwegs tiefgefrorenes Fleisch eingekauft wurde, das mittlerweile aufgetaut ist, unbedingt den Fleischsaft abgießen und das Fleisch mit klarem Wasser abspülen.

Außerdem ist Vorsicht geboten, wenn man sich bei der Definition und Zuordnung wild wachsender Pilze, Beeren und Kräuter nicht sicher ist oder die Gefahr des Fuchsbandwurmbefalls besteht. In diesen Fällen verzichtet man besser auf deren Zubereitung.

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