Kitabı oku: «Erotika Biblion»

Yazı tipi:

Honoré Gabriel Riquetti Graf von Mirabeau

Erotika Biblion

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Impressum

ISBN 978-3-940621-37-5

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Digitalisat basiert auf der Ausgabe von 1919 aus der Bibliothek des Vergangenheitsverlags; bibliografische Angaben:

Honoré Gabriel Riquetti Graf von Mirabeau, Erotika Biblion, Berlin 1919.

Digitalisierung: Vergangenheitsverlag. Bearbeitung: Dr. Alexander Schug

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© Vergangenheitsverlag, 2010

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Einleitendes Essay: Mirabeau – Der Löwe der Revolution

Honoré Gabriel Riquetti wurde am 9. März 1749 im französischen Bignon bei Nemours als erstes von elf Kindern geboren. Sein Vater war Victor Riquetti, ein geachteter Volkswirt und politischer Denker seiner Zeit. Victor war ein Bekannter des großen Staatstheoretikers der Aufklärung Montesquieu und Verfasser des einflussreichen Werkes „Ami des Hommes“, welches ihm seinen Beinamen als der „Menschenfreund“ einbrachte. Später, nach dem Tod seines Vaters, erbte Honorè Gabriel dessen Adelstitel als Marquis de Mirabeau.

Zeit seines Lebens sollte Honoré jedoch versuchen, sich gegen seinen herrischen Vater zu behaupten, aus dessen Schatten zu treten und seinen Respekt zu erlangen. Da der Vater ihm jegliche finanzielle Unterstützung verweigerte, trat der junge Mirabeau 1767 in die Armee ein. Zunächst nutze er seine adlige Herkunft für ein ausschweifendes Leben abseits der Kaserne. Als Mitglied einer der vornehmsten Familien Frankreichs fand er leicht Zugang zu den gehobenen gesellschaftlichen Kreisen. Er beging sogar Fahnenflucht, um einem Eheversprechen zu entgehen. Nachdem er zwischenzeitlich gefasst und eingekerkert worden war, rehabilitierte er sich durch seinen Dienst im Krieg auf Korsika.

Mirabeau war ein Lebemann: Die Verschwendungssucht und sein unsteter Lebenswandel wurden ihm jedoch immer wieder zum Verhängnis. Mit seinem Vater lebte er deswegen in ständiger Auseinandersetzung. Bei diesem fiel er schließlich in Ungnade und wurde auf dessen Geheiß hin (offiziell durch königlichen Befehl) sogar mehrfach gefangen genommen und in verschiedene Gefängnisse geworfen. Während seiner Ausgangszeiten im Gefängnis von Joux nahe Lyon lernte er Sophie de Monnier kennen, eine junge, verheiratete Frau und seine große Liebe. Zusammen planten sie ihre Flucht ins Ausland, die auch gelang. Doch Sophies erboster Ehemann lies ihnen nachstellen, sie gefangen nehmen und getrennt einkerkern. Man verurteilte beide zum Tode, ein Urteil, das jedoch nicht vollstreckt wurde und das Mirabeau dank seines Redetalents annullieren lassen konnte. Seine Haft in Vicennes bei Paris dauerte von 1780 bis 1782, er verbrachte die Zeit damit, zu lesen, erotische Schriften zu verfassen und Sophie zärtliche Briefe zu schreiben. Erst Jahre später sahen sich die beiden wieder, mussten jedoch feststellen, dass die Zeit sie zu sehr gezeichnet hatte, als dass ihre alte Liebe nochmals hätte aufflammen können.

In den 1770er/80er Jahren erlebte Mirabeau eine weitgehende Politisierung. Schon früher war er mit den politischen Theorien Rousseaus, einem der Vordenker der Französischen Revolution, in Kontakt gekommen und hatte eigene Werke gegen Despotismus und Willkürherrschaft verfasst, wie etwa den „Essai sur le despotisme“ von 1776, in dem er dem Volk Widerstandsrechte gegen Monarchen einräumte, wenn dieser die Freiheit bedrohte. 1782 folgte mit „De lettres de cachet et des prisons d'état“ eine Abrechnung mit den willkürlich ausgestellten königlichen Haftbefehlen, deren Opfer Mirabeau selbst war. Dieses Werk wurde 1788 sogar ins Englische übersetzt. Zuvor war Mirabeau 1785 nach London gefahren und hatte Kontakt zu den dortigen liberalen Kreisen aufgenommen. Er entwickelte sich zu einem Anhänger einer konstitutionellen Monarchie nach englischem Vorbild, mit Parlament und König.

Mirabeau sollte durch die Zeitumstände die Chance erhalten, seine politischen Visionen in die gesellschaftlichen Diskurse des späten 18. Jahrhunderts einzubringen. In Frankreich herrschte zu dieser Zeit durch eine Reihe von Kriegen und das ausschweifende Leben bei Hofe eine sehr kritische Finanzlage. Um diese zu beheben, lies König Ludwig XVI. 1789 verkünden, dass die Generalstände einberufen werden sollten. In dieser Versammlung saßen Vertreter aller drei Stände – des Adels, des Klerus und des Dritten Standes, also des einfachen Volkes. Die Sitzverteilung entsprach jedoch nicht den realen Begebenheiten in der Bevölkerung. Der Dritte Stand, der in der Gesamtbevölkerung ganze 95 Prozent ausmachte, hatte lediglich genau so viele Abgeordnete wie Adel und Klerus zusammen. Außerdem sollte die Stimmabgabe einheitlich pro Stand erfolgen, was eine 2:1 Mehrheit für die privilegierten Stände ergab.

Mirabeau lies sich, trotz seiner adligen Herkunft, im Mai 1789 als Abgeordneter des Dritten Standes wählen und nahm an den Sitzungen in Paris teil. Die Verhandlungen bewegten sich von ihrem eigentlichen Ziel, der Konsolidierung des französischen Haushalts, rasch fort und der Ruf nach Systemänderungen und Liberalisierungen wurde lauter. Dabei fiel Mirabeau immer wieder durch seine enormen rhetorischen Fähigkeiten auf. Vehement setzte er sich für die Errichtung einer konstitutionellen Monarchie nach englischem Vorbild ein, in der das Volk den König einsetzt und dieser sich nicht durch Gottesgnadentum, sondern eine Verfassung legitimiert. Mirabeaus Ziel war eine Reform, die den Bürgern mehr Rechte und Freiheiten einräumen sollte, nicht etwa eine Abschaffung des Ancién Regime. Diese Ansicht war weit verbreitet in den Anfängen der kommenden Revolution in Frankreich. Mirabeau war damit ein moderater Vertreter der Aufklärung und des Rufs nach Reformen, die schließlich der absolutistischen Monarchie in einer epochemachenden Revolution ein Ende bereiteten.

Als sich abzeichnete, dass die erhofften Reformen in den Generalständen nicht durchsetzbar waren, erklärten sich die Abgeordneten in einem revolutionären Akt zur Nationalversammlung und schworen im sogenannten „Ballhausschwur“ am 20. Juni 1789 nicht eher auseinander zu gehen, bis Frankreich eine Verfassung habe. Sie widersetzten sich damit eindeutig dem Willen des Königs.

Ludwig XVI. lies befehlen, dass die Generalstände sich auflösen sollten, um die Forderungen nach politischen Reformen im Keim zu ersticken. Nun schlug die Stunde des Marquis: Er widersetzte sich dem königlichen Abgesandten, indem er vor dem versammelten Plenum das Wort ergriff, und den Befehl zurückwies. Diese Tat sollte noch lange in Erinnerung bleiben. So legte der deutsche Schriftsteller Heinrich von Kleist Mirabeau später in seinem Essay „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken im Reden“ die folgenden heroisch anmutenden Worte (gegenüber dem königlichen Abgesandten) in den Mund:

„Was berechtigt Sie, uns hier Befehle anzudeuten? Wir sind die Repräsentanten der Nation. Die Nation gibt Befehle und empfängt keine. So sagen Sie Ihrem Könige, daß wir unsere Plätze anders nicht als auf die Gewalt der Bajonette verlassen werden.“ (Kleist wollte zeigen, dass Gedanken aus einer Sprechsituation heraus entstehen und dieses Beispiel erschien im angemessen, da Mirabeau die Gunst der Stunde nutzte.)

Der König gab schließlich nach und die Nationalversammlung konnte weiter tagen. In der Folge blieb Mirabeau einer der Anführer der beginnenden Revolution. Der Zorn des Volkes von Paris entlud sich schließlich am 14. Juli 1789 im Sturm auf die Bastille, einem Gefängnis und Symbol des Ancién Regime (in welchem zu diesem Zeitpunkt allerdings gar keine politischen Gefangenen mehr inhaftiert waren). Mirabeau nahm an diesem Ausbruch der Gewalt nicht teil, da sein Vater am selben Tag verstarb. Mit diesem hatte Mirabeau sich mittlerweile ausgesöhnt. Er half in der Folge wichtige Reformen voranzutreiben. Die Revolution zog immer weiter ihre Kreise und Schritt für Schritt wurden der König und die alten Eliten entmachtet und dadurch ein Systemwechsel eingeleitet. 1791 wurde Mirabeau sogar zum Präsidenten der neuen Nationalversammlung gewählt.

Noch im selben Jahr starb er allerdings überraschend am 2. April – ob es sich dabei um einen natürlichen Tod oder um Mord handelte, konnte nie geklärt werden. Er erhielt als erster ein Staatsbegräbnis im Pariser Pantheon, einer ehemaligen Kirche, die nun zur zentralen Gedenkstätte Frankreichs für verdiente Persönlichkeiten und Revolutionäre wurde.

Durch die Radikalisierung der Revolution nach seinem Tod und der Aufdeckung von Mirabeaus Kontakten zum Hof Ludwigs XVI. fiel er beim Volk jedoch postum in Ungnade und seine Gebeine wurden wieder aus dem Pantheon entfernt. Karl Marx war von der Person Mirabeaus derart angetan, dass er ihn in seinem Werk „Das Kapital“ jedoch ehrfurchtsvoll den „Löwen der Revolution“ nannte.

Erotika Biblion – Ein Meisterwerk der pornographischen Literatur?

Der Marquis de Mirabeau verfasste eine ganze Reihe von Werken, meist rein politischen Charakters. Im Geheimen verfasste er jedoch auch erotische Geschichten, die anonym publiziert wurden. Die bekanntesten sind „Le Rideau levé, ou l'Education de Laure“ (Der gelüftete Vorhang oder Lauras Erziehung) von 1786 oder „Erotika Biblion“. Der Schriftsteller Henry Marchand nannte dieses in seinem Werk „The erotic history of France“ „eines der seltsamsten Bücher, das jemals geschrieben wurde“.

In der Einsamkeit und Trennung von seiner Geliebten Sophie hinter den Gefängnismauern von Vicennes ist das Buch entstanden und wurde 1783 anonym und mit dem fiktiven Erscheinungsort „A Rome de l‘ Imprimerie du Vatican“ veröffentlicht.

Auf den ersten Blick handelt es sich um ein erotisches und – für die damalige Zeit – pornographisches Werk: Mirabeau geht auf unterschiedlichste Aspekte der menschlichen Sexualität ein. Er skizziert diese in den einzelnen Kapiteln des Buches, die mit Kunstworten überschrieben sind. So werden zum Beispiel Themen wie Homosexualität (überschrieben mit „Thalaba“), Tribadismus („Andrandine“), Beschneidungen („Akripodie“) oder Nymphomanie („Kadhesch“) abgehandelt. Genüsslich führt er dabei aus, wie „verdorben“ die Völker der Antike in Wahrheit gewesen seien, die immer wieder als die Vorbilder in Sachen Vernunft, Ethik und Religion dargestellt wurden. Verschont werden dabei weder die Philosophen des antiken Griechenlands, noch das biblische Volk Israel, dessen sexuelle Ausschweifungen anhand von Zitaten aus der Bibel beschrieben werden. Der Leser erfährt so von Inzucht, Sodomie und Masturbation in der Heiligen Schrift. Der starke Fokus auf das „heilige Buch“ gab Mirabeaus Buch schließlich auch den Titel.

Derart anzügliche Werke sind in dieser Epoche keine Seltenheit. Der Marquis de Sade, der für ungleich pornographischere Schriften berühmt wurde, war ein Zeitgenosse Mirabeaus. Die beiden begegneten sich sogar, als sie zeitgleich in Vicennes eingesperrt waren, ein Treffen, das allerdings von starker gegenseitiger Abneigung geprägt gewesen sein soll. Das Spielen mit erotischen Themen stellte für die Zeitgenossen einen Ausbruch aus den althergebrachten Normen dar. Die Werke spiegeln den Willen zu Neuerung und Auflehnung wider.

Zeitgenössische Rezensenten nannten das Buch das Werk eines armen Sünders, der die Abscheu eines jeden Christen verdiene, voll von Lastern und Unflätereien. Die Kirche setzte es auf den Index Librorum Prohibitorium, das Verzeichnis der durch die Inquisition verbotenen Bücher. Von der Erstauflage sind gerade einmal 14 Exemplare erhalten. Das Buch wurde als pornografisches Machwerk abgetan, dabei wurde jedoch seine politische Dimension verkannt.

Schon im ersten Kapitel („Anagogie“ – die planetarische Erzählung) findet sich ein Plädoyer für den Fortschritt der Wissenschaft und die Freiheit. In diesem Abschnitt wird von den fiktiven Bewohnern des Saturns erzählt. Diese seien wissenschaftlich sehr weit fortgeschritten und der Austausch ihres Wissens stelle ihr höchstes Gut dar. Sie würden in vollkommener Freiheit und Frieden leben, Künste wären hoch angesehen. Mirabeau erzählt von ihnen, um eine idealtypische, utopische Welt zu entwerfen. Für die Menschheit erhofft er sich, dass sie diesem Ideal nachstreben und sich ähnlich entwickeln. Es handelt sich letztlich um ein Plädoyer für Wissenschaft und Meinungsfreiheit. In den folgenden Kapiteln illustriert er den Fortschritt, den die Menschheit und der menschliche Verstand allerdings bereits gemacht haben. Die Verderbtheit der antiken Völker unterscheide sich schließlich bereits massiv von den Gepflogenheiten der Zeitgenossen Mirabeaus – die Menschheit sei also grundsätzlich zum Fortschritt fähig, so die Botschaft. Diese Einstellung spiegelt den Optimismus des Humanismus wider, die treibende Idee hinter der Epoche der Aufklärung. Die humanistische Lehre betonte den Wert jedes einzelnen Menschen und seine Fähigkeiten (Vernunft, Werte, Friede etc.). Derartige Ideen waren seit der Epoche der antiken Philosophen in Vergessenheit geraten – der einzelne Mensch zählte zu Zeiten Mirabeaus dagegen nur so viel, wie sein Stand es zuließ.

Im Kontrast dazu stand das monarchische System. Dieses System, in dem Mirabeau selbst aufwuchs und sozialisiert wurde, stützte sich auf Despotismus und Aberglaube. Adel und Priester hielten die Monarchie aufrecht, das Volk wurde dadurch gleichsam in Fesseln gelegt. Die Menschheit, so Mirabeaus These, sei nur deshalb noch nicht vollkommen, weil ihre Regierungen, deren eigentliche Aufgabe es sei, die Freiheit zu sichern, dies verhindern würden.

Mirabeau selbst schrieb über das Erotika Biblion an seine geliebte Sophie, es seien „amüsante Themen, sie werden zwar ernsthaft, dafür aber nicht weniger grotesk und doch dezent behandelt.“ Die Unterscheidung zwischen einem anzüglichen und einem ernsten Werk gilt für Mirabeau nicht – er stellt sein Werk in den Dienst der Sache. So ist das Erotika Biblion ein philosophisches und revolutionäres Werk. Es betont das Naturrecht der Menschen, die aufgeklärte Vernunft. Durch diese soll die Menschheit erkennen, auf welche Art der Despotismus sie unterdrückt. Dabei bedient sich Mirabeau spielerisch sexueller und teils pornographischer Diskurse und Anekdoten, um die scheinbar überlegene Moral der alten Eliten, wie Adel und Kirche, zu diffamieren. Das Buch „ist ein Kampf für die Philosophie und ein Kampf für die Freiheit.“

Autor: Benjamin Koerfer

[5]

Anagogie

[7] Bekanntlich[1] ) haben unter den zahllosen Ausgrabungen der Altertümer von Herkulanum die Handschriften die Geduld und den Scharfsinn der Künstler und Gelehrten erschöpft. Die Schwierigkeit besteht in dem Aufrollen der seit zweitausend Jahren durch die Lava des Vesuvs halbvernichteten Schriften. Sowie man sie berührt, zerfällt alles in Staub.

Indessen haben ungarische Mineralogen, die geduldiger und gewandter als die Italiener sind, Vorteile aus den Erzeugnissen, die der Mutterschoß der Erde darbietet, zu ziehen, der Königin von Neapel ihre Dienste angeboten. Die Fürstin, eine Freundin aller Künste, die den Wetteifer geschickt anzufeuern versteht, hat die Künstler liebenswürdig aufgenommen: sie aber stürzten sich auf diese unsäglich schwierige Arbeit.

Zuerst kleben sie eine dünne Leinwand über eine dieser Rollen: wenn das Leinen trocken ist, hängt man es auf und legt gleichzeitig die Rolle auf einen beweglichen Rahmen, um ihn unmerklich zu senken, je nachdem die Abwicklung vor sich geht. Um sie zu erleichtern, streicht man mit einem Federbart einen [8] Faden Gummiwassers auf die Rolle, und allmählich lösen sich Teile davon ab, um sich unverzüglich auf die ausgespannte Leinewand zu leimen. Diese mühselige Arbeit nimmt soviel Zeit in Anspruch, daß man im Laufe eines Jahres kaum einige Blätter abrollen kann. Die Unannehmlichkeit, nur allzu oft Handschriften zu finden, die nichts enthalten, hätte auf dieses schwierige und mühselige Unternehmen verzichten lassen, wenn so viele Anstrengungen nicht schließlich durch die Entdeckung eines Werkes belohnt worden wären, das bald den Scharfsinn von einhundertfünfzig Akademien Italiens herausgefordert hat[2] ).

[9] Es handelte sich um eine mozarabische Handschrift, die geschrieben ist in den fernen Zeiten, wo Philippus [10] von der Seite des Eunuchen von Candacia fort geraubt wurde[3] ); wo Habacuc, an den Haaren[4] ) emporgetragen, Daniel das Mittagbrot fünfhundert Meilen weit trug, ohne daß es kalt wurde, wo die beschnittenen Philister sich Vorhäute machten[5] ), wo Hintern von [11] Gold Hämorrhoiden heilten[6] ) … Ein gewisser Jeremias Shackerley, ein Rechtgläubiger laut der Handschrift, nutzte die Gelegenheit für sich aus.

Er war gereist, und von Vater auf Sohn war nichts in der Familie, einer der ältesten auf der Welt, verloren gegangen, da sie nicht unzuverlässige Überlieferungen aus dem Zeitabschnitt aufbewahrte, wo die Elefanten die kältesten Teile Rußlands bevölkerten, wo Spitzbergen wundervolle Orangen hervorbrachte, wo England nicht von Frankreich getrennt war, wo Spanien noch am Festland von Kanada hing durch das große, Atlantis geheißene Land, dessen Namen man kaum bei den Alten wiederfindet, das uns aber der scharfsinnige Herr Bailly so gut zu schildern weiß.

Shackerley wollte auf einen der entferntesten Planeten, die unser System bilden, gebracht werden[7] ) [12] , doch setzte man ihn nicht auf dem Planeten selber nieder, sondern lud ihn auf dem Ring des Saturn ab. Dieser ungeheure Himmelskörper war noch nicht in Ruhe. Auf seinen niedrig gelegenen Teilen gabs tiefe und stürmische Meere, reißende Sturzbäche, strudelnde Gewässer, beinahe immerwährende Erdbeben, die durch das Einsinken von Höhlen und häufige Vulkanausbrüche hervorgerufen wurden, wirbelnde Dampf- und Rauchsäulen, Stürme, die unaufhörlich durch die Erschütterungen der Erde und ihren wütenden Anprall gegen die Gewässer der Meere erregt wurden, Überschwemmungen, Austreten der Flüsse, Sintfluten; Lava-, Erdpech-, Schwefelströme, die die Gebirge verheerten und sich in die Ebenen stürzten, wo sie die Gewässer vergifteten; das Licht aber war durch Wasserwolken, durch Aschenmassen, durch glühende Steine, die die Vulkane auswarfen, verdunkelt … Also sah es auf diesem noch ungestalten Planeten aus. Einzig der Ring war bewohnbar. Sehr viel dünner und [13] mehr abgekühlt erfreute er sich bereits seit langem der Vorteile der vollkommenen, empfänglichen, weisen Natur; aber man erblickte von dort aus die furchtbaren Vorgänge, deren Theater der Saturn war.

Form und Bildung dieses Ringes erschienen Shackerley so ungewöhnlich, wie ihm nichts auf dem Erdboden gleich seltsam erschienen war. Erstens machte unsere Sonne, die auch für die Bewohner dieses Landes die Sonne ist, für sie kaum den dreißigsten Teil von dem aus, den sie für uns darstellt. Für ihre Augen erzeugte sie die Wirkung, die bei uns der Morgenstern hervorbringt, wenn er im höchsten Glänze steht. Merkur, Venus, Erde und Mars können von dort aus nicht unterschieden werden, doch vermutet man ihr Vorhandensein. Einzig der Jupiter zeigt sich dort, und zwar etwas näher, als wir ihn sehen, mit dem Unterschiede, daß er Wandlungen durchmacht, wie sie die Mondscheibe uns zeigt. Er war ebenfalls einer seiner Trabanten, und aus diesem Zusammentreffen gleichmäßiger Veränderungen ergaben sich seltsame und nützliche Erscheinungen. Seltsame: indem man den Jupiter im Wachsen und seine vier kleinen Monde bald im Wachsen, bald im Abnehmen, oder die einen zur Rechten und die anderen sich mit dem Planeten selber vermischen sah? Nützliche, indem Jupiter manchmal die Sonne mit seinem ganzen Gefolge passierte, was eine Menge von Berührungspunkten, nacheinander folgende Eintauchungen und Austritte mit sich brachte, die für die ganz regelmäßigen Beobachtungen nichts zu wünschen übrig ließen.

Ebenso war die Deduktion der Parallaxen aufs genaueste berechnet worden, dergestalt, daß trotz der Entfernung des Ringes oder des Saturns oder der Sonne, welche nach dem gelehrten Jeremias Shackerley [14] nicht viel weniger als dreihundertdrei Millionen Meilen beträgt, man seit unzähligen Jahrhunderten dort mehr Fortschritte auf dem Gebiete der Astronomie als auf der Erde gemacht hatte.

Die Sonne wirkte schwach; doch das Fehlen ihrer Wärme wurde durch die des Saturnballes ausgeglichen, der sich noch nicht abgekühlt hatte. Der Ring empfing von seinem Hauptplaneten mehr Licht und Wärme, als wir hier unten erhalten, denn schließlich hatte der Ring ja in sich selbst, in seinem Zentrum, den Saturnglobus, der neunhundertmal größer als die Erde ist, und war fünfundfünzigtausend Meilen von ihm entfernt, was dreiviertel der Entfernung des Mondes von der Erde ausmacht.

Um den Ring herum, in großen Zwischenräumen, sah man fünf Monde, die manchmal alle auf derselben Seite aufgingen. Nach Shackerleys Behauptung ist es unmöglich, sich einen hinreichenden Begriff von diesem glänzenden Schauspiele zu machen.

Der so gut gelegene Ring bildete gleich einer Hängebrücke einen kreisförmigen Bogen, man konnte ihn auf seinem ganzen Umfange bereisen, ebenso vermochte man von Ferne um den Saturnball zu reisen, dergestalt aber, daß der Reisende diesen Ball stets auf der gleichen Seite behielt.

Die Breite des Ringes beträgt nicht weniger als den Durchmesser unseres Erdballs, ist aber gleichzeitig so dünn, daß dieser Durchmesser für den, der ihn von der Erde aus wahrnehmen will, unsichtbar ist. Darum gleicht er einer Messerklinge, deren dünne Schneide man von weitem aus betrachtet. Shackerley kannte die Erscheinungen, die man hier unten feststellen kann, sehr genau, erwartete aber, sich wenigstens rittlings auf der Schneide dieses Ringes fort - [15] bewegen zu können. Wie überrascht war er jedoch, als er sah, daß dieser so geringe Durchmesser, der unserem Auge entgeht, eine ebenso große Entfernung wie die von Paris nach Straßburg ausmachte, denn dieses Beispiel wird schneller und genauer den Begriff der Ausdehnung geben als die Wegmessungen, die Shackerley vornahm, für die es einige tausendseitiger Erklärungen bedürfte, bis man sie unbestreitbar abgeschätzt hätte. Folglich könnte es auf dem unteren konkaven Rande kleine Königreiche geben, welche die Politiken unseres Erdballes, wenn er ihnen zur Verfügung stünde, herrlich in ein blutiges und durch zahllose ruhmreiche Ränke denkwürdiges Theater verwandeln könnten. Die Bewohner dieses Teiles, die man die Antipoden des äußeren Ringrückens nennen kann, die Bewohner des Inneren, sage ich, hatten den ungeheuren Saturnball zu ihren Häupten aufgehängt; der Ring aber bewegte sich wieder über diesen Ball hinweg und über den Ring hin strebten die fünf Monde.

Kurz, die Bewohner des Inneren sahen ihre rechte und linke Seite, wie wir die unsrigen auf der Erde sehen; der Horizont aber von vorn, ebenso wie der von hinten, waren sehr verschieden von denen, die wir hier unten erblicken. Auf zehn Meilen verlieren wir auf Grund der Biegung unseres Erdballes ein Schiff aus den Augen; auf dem Saturnring aber geht diese Biegung in entgegengesetzter Weise vor sich, sie erhebt sich, statt sich zu senken; da aber der Ring den Saturn in einer Entfernung von fünfzigtausend Meilen umgibt, folgt daraus, daß dieser Ring in der Form eines Wulstes einen Umkreis von mindestens fünfhunderttausend Meilen hat. Seine Biegung erhebt sich also unmerkbar. Der Horizont, der sich auf unserer [16] Erde senkt, erscheint dort auf einige Meilen Entfernung dem Auge eben, dann erhebt er sich ein weniges, die Gegenstände verkleinern sich; anfangs noch erkenntlich, verwischen sie sich schließlich: man erblickt nur noch die Massen; kurz, diese Erde erhebt sich in der Entfernung zu ungeheuren Weiten, indem sie kleiner wird. So sehr, daß dieser Ring, der durch die Täuschungen der Optik in der Luft endigt, für das Auge den Umfang unseres Mondes erhält und kaum in dem Teile gewahr wird, der sich über dem Haupte des Beobachters befindet, denn er macht für ihn mehr als die doppelte Entfernung des Mondes von der Erde aus, das heißt, fast zweihunderttausend Meilen.

Ich will nicht von den vermehrten Phänomenen reden, die alle diese an ihren beiderseitigen Eklipsen aufgehängten Körper hervorrufen; Shackerley kannte sie schon auf der Erde und hatte sie recht beurteilt.

Ihr Himmel war wie unserer, in allen Sternbildern gab es keine Verschiedenheit, aber eine Unzahl Kometen erfüllte den ungeheuren und unschätzbaren Zwischenraum, der zwischen Saturn und den Sternen bestand, von denen man die nächsten ahnte.

Da die Anziehungskraft des Saturnglobus teilweise die des Ringes im Gleichgewicht hielt, war die Schwerkraft dort sehr vermindert; man marschierte ohne Anstrengung, und die geringste Bewegung schaffte die Masse fort. Wie eine Person, die badet, nur das gleiche Volumen des Wassers, das sie einnimmt, verdrängen kann, bewegt man sich dort durch unfühlbaren Antrieb.

Ebenso brauchten die Körper, um sich zu vereinigen, sich nur zu streifen. Sie näherten sich ohne Druck, alles war beinahe luftig. Die zartesten Empfindungen dauerten fort, ohne die Organe abzustumpfen.

[17] Man kann sich denken, daß diese Art zu sein, großen Einfluß auf die moralische Kraft der Bewohner dieses planetarischen Bogens hatte. So war denn eines der Wunder, das Shackerley am meisten überraschte, die Vervollkommnungsfähigkeit der Lebewesen, die den seltsamen Ring bewohnten. Sie erfreuten sich sehr vieler Sinne, die uns unbekannt sind; die Natur hatte zu große Vorteile in das System all dieser großen Körper gelegt, als daß sie sich bei der Zusammensetzung derer, die sie bestimmt hatte, sich all dieser Schauspiele zu erfreuen, mit fünf Sinnen hätte zufrieden geben können.

Hier steigert sich Shackerleys Verwirrung ins Ungeheure. Er besaß Kenntnisse genug, um die großen Wirkungen dieser verschiedenen und schwebenden Körper zu verstehen und zu schildern. Er scheiterte aber, als er die Lebewesen beschreiben wollte. So findet man denn in dem mozarabischen Manuskript nicht all die Klarheit, all die Einzelheiten, wie man sie sich in dieser Beziehung gewünscht hätte. Wenigstens haben die Abbandonati in Bologna, die Resvegliati in Genua, die Addormentati in Gubio, die Disingannati in Venedig, die Adagiati in Rimini, die Furfurati in Florenz, die Lunatici in Neapel, die Caliginosi in Ancona, die Insipidi in Perugia, die Melancholici in Rom, die Extravaganti in Candia, die Ebrii in Syracus und alle, die man um Rat befragt hat, darauf verzichtet, die Übersetzung klarer wiederzugeben. Wahrlich, die bürgerliche und religiöse Untersuchung wird sich vielleicht in etwas in solche Schwierigkeit hineinversetzen können.

Indessen muß man gerecht sein, nichts ist schwieriger zu erklären, als ein Sinn, der uns fremd ist. Man hat Beispiele Blindgeborener, die mit Hilfe der Sinne, [18] die ihnen blieben, Wunder in ihrer Blindheit verrichtet haben. Nun gut! Einer von ihnen, ein Chemiker und Musiker, der seinen Sohn Lesen lehrt, kann keine andere Erklärung für einen Spiegel wie folgende geben: „er ist ein Gegenstand, durch den die Dinge außerhalb ihrer selbst erhaben hervortreten können.“ Seht, wie abgeschmackt dennoch diese Definition ist, die die Philosophen, die sie ergründet haben, sehr scharf und gar erstaunlich fanden[8] ). Ich kenne kein Beispiel, das geeigneter wäre, die Unmöglichkeit zu zeigen, Sinne, mit denen man nicht versehen ist, auszudrücken; indessen stammen alle Gefühle und moralischen Eigenschaften von den Sinnen ab, folglich könnte man sich bei dem, was es über die Moral der [19] Wesen einer von unserer so verschiedenen Art zu sagen gäbe, nur auf Beobachtungen stützen, die sich auf sie beziehen.

Im übrigen steht zu hoffen, daß die Gewohnheit, die uns unsere Reisenden und Geschichtsschreiber aufgezwungen haben, sie das, was nur von Sitten, Gesetzen und Gebräuchen handelt, vernachlässigen und sogar gänzlich außer Acht lassen zu sehen, unsere Leser, Shackerley gegenüber, nachsichtig machen wird, der immerhin den Freipaß eines hohen Alters für sich hat, ohne welchen man vielleicht kein Wort von dem, was er gesagt, glauben würde. War er doch für seine Zeitgenossen — und in vieler Hinsicht ist er es auch für uns – in der Lage eines Mannes, der nur einen oder zwei Tage lang gesehen hat und sich in einem Volk von Blinden aufhält; er müßte gewißlich schweigen oder man möchte Ihn für einen Narren halten, da er eine Menge geheimnisvolle Dinge verkünden würde, die es in Wahrheit nur für das Volk wären; aber so viele Menschen sind „Volk“ und so wenige Philosophen, daß man durchaus nicht sicher geht, nur für die zu handeln, zu denken und zu schreiben.

Shackerley hat indessen einige Beobachtungen gemacht, deren ungewöhnlichste hier folgen sollen:

Er bemerkte, daß das Gedächtnis bei den Lebewesen des Saturn sich niemals trübte. Die Gedanken teilten sich bei ihnen ohne Worte und ohne Zeichen mit. Keine Sprache gabs, infolgedessen nichts Geschriebenes, nichts Ausgesagtes; wie viele Tore waren den Lügen und den Irrtümern verschlossen! Die verschwenderischen, unzähligen Kleinigkeiten, die uns entnerven, waren ihnen unbekannt. Sie hatten alle nur denkbare Bequemlichkeit, um ihre Gedanken zu Übertragen, um ihrer Ausführung eine erstaunliche [20] Schnelligkeit zu geben, um alle Fortschritte ihrer Kenntnisse zu beschleunigen; es schien, daß bei dieser bevorzugten Art sich alles durch Instinkt und mit der Schnelligkeit des Blitzes vollzog.

Da das Gedächtnis alles behielt, lebte die Überlieferung mit unendlich viel größerer Treue, Genauigkeit und Bestimmtheit fort als bei den verwickelten und unendlichen Mitteln, die wir anhäufen, ohne irgendeine Art von Sicherheit erreichen zu können. Jeder Körper hat seine Ausströmungen; die der Erde sind ganz nutzlos. Auf dem Ringe bilden sie eine stets auf beträchtliche Entfernungen hin wirksame Atmosphäre; und diese Emanationen, von denen Shackerley nur einen Begriff geben konnte, indem er sie mit den Atomen verglich, die man mit Hilfe von Sonnenstrahlen, die in ein dunkles Zimmer eingeführt werden, unterscheidet, diese Emanationen, sage ich, antworteten auf all die Nervenbüschel des Gefühls des Individuums. Ähnlich den Staubfäden der Pflanzen, den chemischen Verwandtschaften strömten sie in die Emanationen eines anderen Individuums über, wenn die Sympathie sich da begegnete; was, wie man sich leichtlich denken kann, die Sensationen, von denen wir uns nur ein sehr ungenaues Bild machen können, ins Unendliche vervielfältigte. Zum Beispiel geben sie die Wonnen zweier Liebenden wieder, ähnlich denen des Alphaeus, der, um sich der Arethusa zu erfreuen, welche Diana eben in einen Quell verwandelt hatte, sich in einen Fluß verzauberte, um sich noch inniger mit seiner Geliebten zu vereinigen, indem er seine Wogen mit ihren vermischte.

Diese lebhafte und fast unendliche Kohäsion so vieler fühlbarer Moleküle brachte notwendigerweise in diesen Wesen einen Lebensgeist hervor, den [21] Shackerley durch ein mozarabisches Wort ausdrückt, das die Akademie der Innamorati mit dem Worte elektrisch übersetzt hat, obwohl die Phänomene der Elektrizität in diesen zurückliegenden Zeiten noch nicht bekannt waren.

Alles war in diesen Gegenden ohne Pflege im Überfluß und derartig vorhanden, daß der Besitz dort ebenso nutzlos wie lästig geworden wäre. Man fühlt, daß, wo es keinen Besitz gibt, auch sehr wenige Ursachen zu Zwistigkeiten und Feindschaften vorliegen können, und daß die vollkommenste politische Gleichheit herrscht, vorausgesetzt, daß solche Wesen eines politischen Systems bedürfen. Ich weiß nicht, was ihre Ruhe trüben könnte, da ihre Bedürfnisse mehr im Vorbeugen als im Befriedigen liegen, wenn der Geschmack des Verlangens ihnen nicht abgeht und sie das Gift des Überdrusses nicht zu fürchten haben.

Auf dem Saturnringe übertragen sich die Kenntnisse durch die Luft auf sehr beträchtliche Entfernungen hin, auf demselben Wege, auf dem sich das Sonnenlicht fortpflanzt, das bekanntlich in sieben Minuten zu uns kommt. Eine Einatmung, oder anders ein gemäßigter Hauch genügt, um einen Gedanken mitzuteilen. Davon geht der bewunderungswürdige Wettstreit unter den unendlichen Völkern aus, die dieses Verständnisses und dieser auf dem ganzen Ringe allgemein verbreiteten Harmonie zufolge sich nur mit ihrer gemeinsamen Glückseligkeit beschäftigen, die niemals im Widerspruch mit der eines einzelnen Individuums gestanden hat.

Diese, besonders für die Menschheit so seltsamen Wesen erfreuten sich also eines ewigen Friedens und eines unwandelbaren Wohlbefindens. Die Geschicklichkeiten, die auf das Glück und die Erhaltung [22] der Art abzielten, waren so vervollkommnet, wie man sie sich nur denken und sich selber wünschen kann, und man hatte dort nicht den geringsten Begriff von den verheerenden, durch den Krieg erzeugten Kunstgriffen. So hatten die Ringbewohner nicht die Wechsel von Vernunft und Wahnsinn durchzumachen, die unsere Gemeinschaften so verschwenderisch mit Gut und Böse vermischt haben. Die großen Talente in der furchtbaren Wissenschaft, diese hervorzubringen, waren, weit entfernt davon, bei ihnen bewundert zu werden, dort nicht einmal bekannt. Die unfruchtbaren oder künstlichen Vergnügungen herrschten dort ebensowenig wie der falsche Ehrbegriff, und ihr Instinkt hatte die glückseligen Wesen mühelos gelehrt, was die traurige Erfahrung so vieler Jahrhunderte uns noch vergeblich anzeigt, ich will sagen, daß der wahre Ruhm eines intelligenten Wesens Kenntnisse sind und der Friede sein wahres Glück ist.

Das ist alles, was eine rasche Lektüre von Shackerleys Reise mir zu behalten erlaubte, den Habacuc am Ende seiner Fahrt bei den Haaren ergriff und in Arabien niedersetzte, wo er ihn aufgehoben hatte. Wenn das Auseinanderfalten und die Übersetzung dieses kostbaren Manuskripts vollendet sein wird, will ich dem weisen Europa eine nicht minder authentische Ausgabe als die des heiligen Buches der Brahmanen vorlegen, die Herr Auquetil ganz gewiß von den Ufern des Ganges hergebracht hat, denn ich schmeichle mir, die mozarabische Sprache beinahe ebenso gut zu können, wie er den Zent oder den Pelhvi versteht.

[23]

Die Anelytroide

[25] Ohne Widerspruch ist die Bibel eines der ältesten und seltsamsten Bücher, das es auf Erden gibt.

Die meisten Einwände, auf die sich Leute stützen, die nicht zu glauben vermögen, daß Moses ein göttlicher Ausleger gewesen ist, scheinen mir sehr unzureichend. Nichts ist zum Beispiel mehr ins Lächerliche gezogen worden als das Sinnliche der heiligen Bücher, das einen tatsächlich als sehr mangelhaft anmutet. Aber man zieht den Zustand dieser Wissenschaft in den ersten Menschenaltern gar nicht in Erwägung, für die das Buch ja schließlich verständlich sein mußte.

Das Sinnliche war damals das, was es heute noch sein würde, wenn der Mensch niemals die Natur erforscht hätte. Er sah den Himmel für ein Azurgewölbe an, auf welchem Sonne und Mond die wichtigsten Gestirne zu sein schienen; erstere brachte stets das Tageslicht, letzterer das der Nacht hervor. Man sah sie erscheinen oder sich auf einer Seite erheben und auf der anderen verschwinden oder untergehen, nachdem sie ihren Lauf vollendet und ihr Licht einen bestimmten Zeitabschnitt über hatten leuchten lassen. Das Meer schien von derselben Farbe wie das Azurgewölbe, und man glaubte, daß es den Himmel berühre, wenn man es von weitem betrachtete. Alle diesbezüglichen Gedanken des Volkes halten oder können sich nur an diese drei oder vier Eindrücke halten; und wie fehlerhaft sie auch sein mögen, man muß sich nach ihnen richten, um sich zu seinem Standpunkt herabzulassen.

[26] Da das Meer sich in der Ferne mit dem Himmel zu vereinigen schien, mußte man sich natürlich einbilden, daß es obere und untere Gewässer gäbe, deren eine den Himmel anfüllten, die anderen das Meer. Und um die oberen Gewässer zu halten, gab es ein Firmament, will sagen, eine Stütze, eine starke und durchscheinende Wölbung, durch die man die azurnen oberen Gewässer erblickte.

Hier ist nun, was der Text der Genesis sagt:

„Es werde eine Feste zwischen den Wassern, und die sei ein Unterschied zwischen den Wassern. Da machte Gott die Feste, und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und Gott nannte die Feste Himmel... Und alle unter der Feste versammelten Wasser nannte er Meer.“

Klar ist, daß man auf diese Ideen beziehen muß:

1. die Katarakte des Himmels, die Türen und Fenster des festen Firmaments, die sich auftun, wenn die oberen Gewässer auf die Erde fallen sollen, um sie zu überschwemmen,

2. den gemeinsamen Ursprung von Fischen und Vögeln, erstere durch die unteren Wasser hervorgebracht, die Vögel durch die oberen Gewässer, weil sie sich auf ihrem Fluge der Azurwölbung nähern, von welcher das Volk glaubt, daß sie nicht viel höher ist als die Wolken.

Ebenso glaubt dies Volk, daß die Sterne, die wie Nägel in die Wölbung geheftet, viel kleiner als der Mond, unendlich viel kleiner als die Sonne seien. Es unterscheidet die Planeten von den Fixsternen nur durch den Namen: die umherschweifenden Sterne. Zweifelsohne werden aus diesem Grunde die Planeten in der ganzen Schöpfungsgeschichte nicht erwähnt. Alles dies ist in Rücksicht auf den gewöhnlichen Men- [27] schen dargestellt worden, bei dem es sich nicht darum handelt, ihm das wirkliche System der Natur zu erklären, sondern für den die Belehrung dessen hinreichte, was er dem höchsten Wesen schuldete, indem man ihm dessen Erzeugnisse als Wohltaten zeigte. All die erhabenen Wahrzeichen der Weltorganisation, wenn man so sagen kann, dürfen nur mit der Zeit sichtbar werden, und das oberste Wesen sparte sie sich vielleicht als das sicherste Mittel auf, den Menschen an sich zu gemahnen, wenn sein Glaube, von Jahrhundert zu Jahrhundert sich vermindernd, kraftlos, schwankend und fast zunichte geworden wäre; wenn er entfernt von seinem Ursprung, ihn schließlich vergessen würde, wenn er an das große Schauspiel des Weltalls gewöhnt, aufhören sollte, dadurch gerührt zu sein und wagen würde, den Schöpfer nicht kennen zu wollen. Die großen aufeinander folgenden Entdeckungen festigten und vergrößerten den Gedanken an dies unendliche Wesen in dem Menschengeiste. Jeder Schritt, den man in der Natur tut, erzeugt diese Wirkung, indem er einen dem Schöpfer näher bringt. Eine neue Wahrheit wird ein großes Wunder, ein größeres Wunder zum höheren Ruhme des hohen Wesens als alle, die man uns aufführt, weil die, selbst wenn man sie gelten läßt, nur Glanzlichter sind, die Gott unmittelbar und selten aufsetzt. Statt wie bei den andern, bedient er sich des Menschen selbst, um die unbegreiflichen Wunder der Natur zu entdecken und kund zu tun, die in jedem Augenblick hervorgebracht, zu jeder Zeit und für alle Zeiten zu seiner Betrachtung aufgezählt, den Menschen unaufhörlich, nicht allein durch das gegenwärtige Schauspiel, sondern mehr noch durch die aufeinander folgenden Entwicklungen an seinen Schöpfer gemahnen müssen.

[28] Das ist's, was unsere unwissenden und dünkelhaften Theologen uns lehren müßten. Die große Kunst besteht darin, immer die Kunde von der Natur mit der der Theologie zu vermischen, nicht darin, heilige Dinge und Vernunft, Glaubenstreue und Philosophie unaufhörlich gegeneinander auszuspielen.

Eine der Quellen des Mißkredits, in den die heiligen Bücher gerieten, sind die gewaltsamen Auslegungen, die unsere so hochfahrende, so abgeschmackte, mit unserem Elend so übereinstimmende Eigenliebe allen Stellen zu geben wußte, die wir uns nicht zu erklären vermögen. Von da sind die bildlichen Bedeutungen, die ungewöhnlichen und unschicklichen Gedanken, die abergläubischen Übungen, die seltsamen Gebräuche, die lächerlichen oder ungereimten Entscheidungen, ausgegangen, in denen wir untergehen. All die menschlichen Narrheiten stützen sich auf Stellen, die den Auslegern Widerstand entgegensetzen, die sich abplagen, hartnäckig sind und nichts wissen, wie wenn das höchste Wesen dem Menschen nicht die Wahrheiten zu geben vermocht hätte, die er nur in künftigen Jahrhunderten kennen lernen, wissen und ergründen sollte. In dem Augenblick, wo wir gelten lassen, daß die Bibel für den Weltkreis geschaffen worden ist, soll man erwägen, daß man heute sehr viel mehr Dinge tut, die man – vierzig Jahrhunderte sind inzwischen verstrichen – damals nicht kannte, und daß man in vierhundert weiteren Jahren Geschehnisse kennen wird, die wir nicht wissen. Warum also vorgreifend urteilen wollen! Kenntnisse erwirbt man stufenweise fortschreitend, und sie erschließen sich nur in unmerklichem Vorwärtsgehen, welches die Umwälzungen der Reiche und der Natur verzögern oder beschleunigen. Nun heischt das Verständnis der [29] Bibel, die seit einer so großen Zahl von Jahrhunderten vorhanden ist – gibt es doch wenige Dinge von einem ebenso hohen Alter anzuführen – vielleicht noch eine lange Periode von Anstrengungen und Nachforschungen.

Einer der Artikel der Genesis, die dem Menschenverstande ungewöhnlich zugesetzt hat, ist der Vers siebenundzwanzig des ersten Kapitels:

„Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib.“

Es ist sehr klar, und es ist sehr augenscheinlich, daß Gott Adam als Zwitter geschaffen hat; denn nach dem folgenden Verse sagt er zu Adam:

„Seid fruchtbar und mehret euch, und füllet die Erde.“

Dies wurde am sechsten Tage bewerkstelligt. Erst am siebenten Tage schuf Gott das Weib. Ungeheures tat Gott zwischen der Erschaffung des Mannes und der des Weibes. Er ließ Adam alles kennen lernen, was er geschaffen hatte: Tiere, Pflanzen usw. Alle Tiere erschienen vor Adam.

„Adam[9] ) bemerkte sie alle; und der Name, den Adam jedem der Tiere gegeben hat, ist sein wirklicher Name.“

„Adam[10] ) gab also einem jeglichen Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen usw.“

Bis dahin ist das Weib noch nicht erschienen; es ist unerschaffen. Adam ist immer Zwitter. Er hat allein fruchtbar sein und sich vermehren können.

Und um die Zeit zu verstehen, während welcher Adam die beiden Geschlechter in sich hat vereinigen [30] können, genügt es, darüber nachzudenken, was diese Tage, von denen die Schrift spricht, sein können, diese sechs Tage der Schöpfung, dieser siebente Tag der Ruhe usw.

Es kann wirklich nur niederschmetternd wirken, daß beinahe alle unsere Theologen, alle unsere Mucker den großen, den heiligen Namen Gottes mißbrauchen; jedesmal ist man verletzt, daß der Mensch ihn herabwürdigt, daß er die Idee des ersten Wesens schändet, indem er ihr die des Hirngespinsts seiner Meinungen unterschiebt. Je tiefer man in den Busen der Natur eindringt, desto höher ehrt man ihren Schöpfer.

Eine blinde Ehrfurcht aber ist Aberglaube; einzig eine aufgeklärte Ehrfurcht gebührt der wahren Religion. Um in lauterer Weise die ersten Taten zu verstehen, die uns der göttliche Interpret hat zuteil werden lassen, muß man, wie es der beredte Buffon tut, mit Sorgfalt die Strahlen auffangen, die von dem himmlischen Lichte ausgegangen sind. Anstatt die Wahrheit zu verdunkeln, kann ihr das nur einen neuen Grad von Glanz hinzufügen.

Worauf kann man, wenn man dies voraussetzt, aus den sechs Tagen, die Moses so genau bezeichnet, indem er sie einen nach dem anderen zählt, schließen, wenn nicht auf sechs Zeitspannen, sechs dauernde Zwischenräume? Diese mangels anderer Ausdrücke durch den Namen Tag angezeigten Zeitspannen können nicht mit unseren wirklichen Tagen in Verbindung gebracht werden, da drei dieser Tage nacheinander verstrichen sind, bevor die Sonne erschaffen worden ist. Diese Tage waren demnach unseren nicht ähnlich, und Moses zeigt das klar an, indem er sie von Abend bis Morgen rechnet, während man die Sonnentage von Morgen bis Abend rechnet und rechnen muß. [31] Diese sechs Tage waren also weder den unsrigen ähnlich, noch untereinander gleich, sie waren der Arbeit angemessen. Es waren demnach nur sechs Zeitspannen. Wenn also Adam den sechsten Tag als Zwitter erschaffen und das Weib erst am Ende des siebenten hervorgebracht worden ist, so hat Adam all die Zeit über, die es Gott gefallen hat, zwischen diese beiden Zeitpunkte zu legen, in sich selber und durch sich selber erzeugen können.

Dieser Zustand der Androgeneität ist weder den Philosophen des Heidentums und seinen Mythologien, noch den Rabbinern unbekannt gewesen. Die einen haben behauptet, Adam sei auf der einen Seite als Mann, auf der anderen als Weib erschaffen worden, aus zwei Körpern zusammengesetzt, die Gott nur zu trennen hatte. Die anderen, wie Plato, haben ihm eine runde Figur von ungewöhnlicher Kraft gegeben; so wollte denn auch das Geschlecht, das von ihm ausging, den Göttern den Krieg erklären. — Jupiter in seinem Zorn wollte es vernichten. — Gab sich aber damit zufrieden, den Menschen zu schwächen, indem er ihn spaltete, und Apollo dehnte die Haut aus, die er am Nabel zusammenband. Davon geht die Neigung aus, die ein Geschlecht nach dem anderen hinzieht, dank dem sehnsüchtigen Wunsche sich zu vereinigen, den beide Hälften verspüren, und die menschliche Unbeständigkeit infolge der Schwierigkeit, die jede Hälfte empfindet, seinem ihm entsprechenden Teile zu begegnen. Erscheint uns ein Weib liebenswürdig, so halten wir es für die Hälfte, mit der wir erst ein Ganzes ausmachen. Der Herr sagt uns: die da, die ist's; bei der Prüfung aber, wehe, ist sie's zu oft nicht.

Zweifelsohne behaupten auf Grund einiger dieser Ideen die Basilitier und die Carpocratier, daß wir [32] in dem Zustande der unschuldigen Natur so wie Adam im Augenblicke der Schöpfung geboren werden und infolgedessen seine Blöße nachahmen müssen. Sie verabscheuen die Ehe, behaupten, die eheliche Vereinigung würde ohne die Sünde niemals auf Erden stattgefunden haben, halten den gemeinsamen Genuß des Weibes für ein Vorrecht ihrer Wiedereinsetzung in die ursprüngliche Unschuld, und setzen ihre Dogmen in einem köstlichen, unterirdischen Tempel in die Tat um, der durch Öfen erwärmt ist, und den sie, Männer und Weiber, ganz nackt betreten. Da war ihnen alles bis zu Vereinigungen erlaubt, die wir Ehebruch und Blutschande nennen, sobald der Älteste oder das Haupt ihrer Gemeinde die Worte der Genesis: „seid fruchtbar und vermehret euch“ ausgesprochen hatte.

Tranchelin erneuerte diese Sekte im zwölften Jahrhundert; er predigte offen, Hurerei und Ehebruch wären verdienstvolle Handlungen; und die berühmtesten dieser Sektierer wurden in Savoyen die Turlupins genannt. Mehrere Gelehrte leiten den Ursprung dieser Sekten von Muacha her, der Mutter Afas, des Königs von Juda, der Hohenpriesterin des Priapus: wie man sieht, heißt das zu weit zurückgreifen.

Diese doppelte Kraft Adams scheint noch in der Fabel vom Narziß angedeutet zu sein, der, von Liebe zu sich selber trunken, sich seines Bildes erfreuen will und schließlich einschlummert, da er bei dem Werke scheitert[11] ).

[33] Alle diese Zweifel, alle diese Untersuchungen über Genüsse, die unserer wirklichen Natur zuwiderlaufen, haben zu einer großen Frage Veranlassung gegeben, zu wissen: an imperforata mulier possit concipere? „Ob ein verschlossenes Mädchen heiraten kann?“

Man kann sich denken, daß gelehrte Jesuiten, wie die Patres Cucufa und Tournemine, dieser Frage auf den Grund gegangen, und daß sie für die Bejahung gewesen sind. „Gottes Werk,“ sagen sie, „kann auf keinen Fall in einer Weise vorhanden sein, die jenseits der Grenzen der Natur steht; ein scheinbar der Vulva beraubtes Mädchen muß also im Anus Mittel und Wege finden, um dem Triebe der Fortpflanzung, der ersten und unzertrennlichsten der Funktionen unserer Existenz, genug zu tun.“

Cucufa und Tournemine sind angegriffen worden; das mußte sein. Der Spanier Sanchez aber, der „auf einem Marmorstuhle sitzend“ dreißig Jahre seines Lebens über diese Fragen nachgedacht hat, der niemals weder Pfeffer noch Salz noch Essig zu sich nahm, der, wenn er zu Tische saß, stets seine Füße in die Luft streckte[12] ), Sanchez hat seinen Mitbrüdern mit einer Beredtsamkeit, die man nicht glauben möchte, das Nachdenken über eine derartig empfindliche Materie verboten. Nichtsdestoweniger ist die Eifersucht gegen die Jesuiten so mächtig gewesen, daß die Päpste einen [34] für junge Mädchen, die diesen Weg in Ermangelung eines anderen betreten lassen wollten, aufgesparten Fall daraus gemacht haben. Bis Benedikt XIV., aufgeklärt durch die Entdeckungen der Pariser Fakultät, den aufgesparten Fall aufgehoben und den Gebrauch der „Hinterpost“ im Sinne der Patres Cucufa und Tournemine erlaubt hat.

Tatsächlich hat Herr Louis, ständiger Sekretär der chirurgischen Akademie, im Jahre 1755 die Frage über die Verschlossenen behandelt; er hat bewiesen, daß die Anelytroiden empfangen könnten, und die in seiner mit Vorrecht gedruckten These angeführten Fälle beweisen es. Trotz dieser Urkundlichkeit unterließ es das Parlament nicht, die These des Herrn Louis als gegen die guten Sitten verstoßend anzugreifen. Der große und nicht minder scharfsinnige und boshafte Chirurg mußte seine Zuflucht zur Sorbonne nehmen; und bewies dann leichtlich, daß das Parlament eine Frage beurteile, die seine Zuständigkeit ebensowenig angehe wie die Beurteilung eines Brechmittels. Und auf diese Erklärung hin gab das Parlament keinerlei Antwort.

Aus all diesem ergibt sich eine für die Fortpflanzung der menschlichen Art sehr wichtige und nicht weniger eigentümliche Wahrheit für den großen Haufen der Leser: daß nämlich viele junge unfruchtbare Frauen darauf angewiesen sind und sogar nach bestem Wissen und Gewissen beide Wege versuchen dürfen, bis sie sich der wahren Straße, die der Schöpfer in sie hineingeführt hat, vergewissert haben.

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