Kitabı oku: «Ultra-Marathon: Die Trainingspläne»
Hubert Beck
ULTRA-MARATHON
DIE TRAININGSPLÄNE
Trainingsgrundlagen und -pläne
für 50-km-, 70-km-, 100-km-, 24-h-Läufe
und Trailrunning sowie 100-km-Jahrestrainingspläne


Hubert Beck, Diplom-Ingenieur und ausgebildeter DLV A-Trainer Langstreckenlauf, ist selbst die schwierigsten Ultraläufe gelaufen, wie den Marathon des Sables, Ultra-Trail-Mount-Blanc, Transalpine-Run, Jungle Marathon, Yukon Arctic Ultra, Leadville Trail 100 oder den Spartathlon.
Entstanden ist das Buch aus einer Summe von Erfahrungen und Analysen als Läufer und als Trainer. Sein Trainingssystem ist vielfach erfolgreich erprobt worden.
Trainingsprogramme und Empfehlungen stellen die Meinung und Erfahrung des Autors dar. Sie können eine individuelle Trainingsberatung nicht ersetzen. Eine medizinische Beratung vor dem Beginn intensiver sportlicher Betätigung wird dringend empfohlen. Weder Autor noch Verlag können für eventuelle Schäden, die aus den gegebenen Empfehlungen hervorgehen könnten, in Haftung genommen werden.
www.hubertbeck.de
Bildnachweis:
Transalpine-Run, Pressefotos
Bergauf;
Bergab;
Laufrucksack.
Salomon Pressefotos
Trailschuh mit Gaiters.
Taubertal 100, Pressefotos
50-km-Sieg;
Florian und Friederike;
70-km-Läufer.
Bieler Lauftage, Pressefotos
Birgit Lennartz.
Ultra-Trail du Mont-Blanc, Pressefotos
Elisabeth Hawker.
Diese E-Book-Sonderausgabe ist ein Auszug der 2015 im Copress Verlag erschienenen 2. Printausgabe (ISBN 978-3-7679-1193-2). Sie beinhaltet die Kapitel 3, 5, 6, 7 und 10.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
1. Auflage 2016
© 2016 Copress Verlag in der Stiebner Verlag GmbH, München
Alle Rechte vorbehalten.
Wiedergabe, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags.
Gesamtherstellung: Stiebner, München
ISBN 978-3-7679-2041-5
www.copress.de
Inhalt
Vorwort
1. Das modulare Ultralauf-Trainings- system
2. Ultralauf-Training
3. Trail-Running
Trainingspläne
35-km-Trail (930 Höhenmeter)
50-km-Trail (1.800 Höhenmeter)
70-km-Trail (4.100 Höhenmeter)
100-km-Trail (5.400 Höhenmeter)
4. Regeneration
5. Trainingspläne
50-Kilometer-Lauf
Zielzeit 6:40 Stunden
Zielzeit 6:00 Stunden
Zielzeit 5:20 Stunden
Zielzeit 5:00 Stunden
Zielzeit 4:40 Stunden
Zielzeit 4:20 Stunden
Zielzeit 4:00 Stunden
Zielzeit 3:50 Stunden
Zielzeit 3:40 Stunden
Zielzeit 3:30 Stunden
Zielzeit 3:25 Stunden
Zielzeit 3:20 Stunden
Zielzeit 3:10 Stunden
Zielzeit 3:05 Stunden
70-Kilometer-Lauf
Zielzeit 10:00 Stunden
Zielzeit 9:00 Stunden
Zielzeit 8:00 Stunden
Zielzeit 7:30 Stunden
Zielzeit 7:00 Stunden
Zielzeit 6:30 Stunden
Zielzeit 6:00 Stunden
Zielzeit 5:45 Stunden
Zielzeit 5:35 Stunden
Zielzeit 5:20 Stunden
Zielzeit 5:05 Stunden
Zielzeit 4:50 Stunden
Zielzeit 4:35 Stunden
Zielzeit 4:25 Stunden
100-Kilometer-Lauf
Zielzeit 15:00 Stunden
Zielzeit 13:30 Stunden
Zielzeit 12:00 Stunden
Zielzeit 11:15 Stunden
Zielzeit 10:30 Stunden
Zielzeit 9:45 Stunden
Zielzeit 9:00 Stunden
Zielzeit 8:20 Stunden
Zielzeit 8:00 Stunden
Zielzeit 7:40 Stunden
Zielzeit 7:20 Stunden
Zielzeit 7:00 Stunden
Zielzeit 6:40 Stunden
Zielzeit 6:30 Stunden
24-Stunden-Lauf
Zielleistung 125 km
Zielleistung 140 km
Zielleistung 160 km
Zielleistung 170 km
Zielleistung 180 km
Zielleistung 195 km
Zielleistung 210 km
Zielleistung 215 km
Zielleistung 225 km
Zielleistung 235 km
Zielleistung 245 km
Zielleistung 257 km
Zielleistung 270 km
Zielleistung 277 km
Ultralauf-Jahrestraining
100 km mit Doppel-Periodisierung von Null auf 13:30 h
100 km mit Doppel-Periodisierung von 13:30 h auf 11:15 h
100 km mit Doppel-Periodisierung von 11:15 h auf 9:45 h
100 km mit Doppel-Periodisierung von 9:45 h auf 8:20 h
100 km mit Doppel-Periodisierung von 8:20 h auf 7:40 h
100 km mit Doppel-Periodisierung von 7:40 h auf 7:00 h
100 km mit Doppel-Periodisierung von 7:00 h auf 6:30 h
Vorwort
Dieses E-Book beinhaltet einen Auszug aus der umfassenden Printausgabe »Das große Buch vom Ultra Marathon«.
Der Schwerpunkt des Inhalts bezieht sich hierbei auf das ambitionierte Lauftraining für die Distanzen 50, 70, und 100 Kilometer, sowie dem 24-Stunden-Lauf.
Das E-Book bietet dazu ein Grundwissen sowie eine Vielzahl an feinstufig gegliederten Trainingsplänen.
Ultralauf-Anfänger als auch Spitzenathleten werden in den Trainingsplänen eine geeignete Orientierung finden, die zu einer zielgerichteten Gestaltung des Lauftrainings führt. Meine Trainingspläne für den 50-km-, 70-km-, 100-km- und 24-Stunden-Lauf sind in den Zielzeiten/Leistungen äquivalent zueinander gestaltet, so dass ein Läufer innerhalb seines Leistungsniveaus, in den unterschiedlichen Distanzen wechseln und sich verbessern kann.
Hinzu kommt das Jahrestraining, mit Trainingsplänen die eine ganzjährige Leistungssteigerung ermöglichen.
Hubert Beck(www.hubertbeck.de)
1. Das modulare Ultralauf-Trainingssystem
Mein modulares Ultralauf-Trainingssystem basiert auf mehreren Erfolgskriterien, die sich wechselseitig beeinflussen. Wenn alle Kriterien ausreichend berücksichtigt werden, ergibt sich daraus ein maximaler Trainingserfolg. Wie möglichst individuell trainiert werden kann, geht aus den Trainingsplänen und aus dem Inhalt dieses Buches hervor.
Lauf-Umfang: Ein hoher Trainingsumfang ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg bei einem Ultralauf. Je größer die Ultra-Leistung sein soll, desto mehr Laufumfang wird dazu benötigt. Der überwiegende Anteil des Trainings wird dabei als langsamer Dauerlauf absolviert, d. h. bei geringer Intensität, um so die Ausdauer und den Fettstoffwechsel zu verbessern. Die empfohlenen Laufumfänge sind in den Kapiteln »Ultralauf-Training« und »Trainingspläne« für die jeweiligen Leistungsziele dargestellt.
Willenskraft, emotionale Stärke, Spiritualität: Neben der Ausdauerfähigkeit sind die Willenskraft, die emotionale Stärke und die Spiritualität entscheidend für den Ultralauf-Erfolg. Der Verstand ist der sogenannte »innere Schweinehund«. Der Wille kämpft gegen den Verstand an, um Krisen zu überwinden und das Ziel zu erreichen. Die emotionale Stärke beeinflusst den Willen mit einer Kraft, die aus dem Unterbewusstsein kommt. Die Willenskraft und die emotionale Stärke ermöglichen ein Widerstehen bei auftretenden Krisen.
Die Spiritualität kommt aus der Seele des Läufers. Sie kann eine sehr große verborgene Energie freisetzen.
Eigenmotivation und Zielsetzung: Ohne eine tiefgehende Motivation, die vielerlei gut begründete Antworten auf die Frage bereit hält, warum ein bestimmter Ultralauf absolviert werden soll, können weder das Ultralauf-Training noch der Ultralauf selbst durchgestanden werden.
Bestimmung des eigenen Leistungsstandes: Mit dem aktuellen Leistungsniveau eines Läufers, z. B. die Marathon-Zeit oder Ultralauf-Leistung, lässt sich eine äquivalente Leistung für einen Ultralauf mit anderer Laufstrecke oder Laufdauer hochrechnen, die dann als realistisches Leistungsziel für diesen Lauf gelten kann.
Auswahl des richtigen Trainingsplans: Ein definiertes realistisches Leistungsziel führt auch zur Auswahl des passenden Trainingsplans, so dass der Athlet weder überfordert noch unterfordert trainiert. Wird dieser Plan eingehalten, so fördert dies das Selbstvertrauen und die Gewissheit, dass die Zielvorgaben für Training und Wettkampf realistisch sind. Die Äquivalenzen bestimmter Ultra-Leistungen mit der aktuellen Marathonzeit oder einer anderen Ultralauf-Leistung sind in dem Kapitel »Ultralauf-Training« dargestellt.

Pulskontrolliertes Training: Die Kontrolle der Laufintensität über die Pulsmessung macht die richtige Dosierung des Trainingsreizes möglich. Das pulskontrollierte Training zählt zu den Grundlagen des Leistungssports im Ausdauerbereich und ist in meinem Buch »Das große Buch vom Marathon« ausführlich beschrieben.
Superkompensation: Eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit kann durch ein Training mit den richtigen Belastungsreizen erreicht werden. Meine Trainingspläne sind so strukturiert, dass sie eine fortlaufende Superkompensation bewirken.
Regeneration: Ein Ultralauf-Training muss wegen der erforderlichen hohen Laufumfänge stets von wirksamen Maßnahmen zur Regeneration begleitet sein. Meine Trainingspläne tragen dem Rechnung.
Im Kapitel »Regeneration« sind zusätzlich Möglichkeiten beschrieben, diese zu intensivieren.
Zeitmanagement: Um den Trainingsplan für das Ultralauf-Training einhalten zu können, ist fortlaufend ein nicht unbeträchtlicher Teil der Freizeit dem Laufsport zu »opfern«. Im Kapitel »Ultralauf-Training« gibt es Vorschläge, wie man dieses Problem angehen kann.
Stretching: Stretching erhöht die Elastizität des Bewegungsapparates, es beugt Verletzungen an Muskeln, Bändern und Sehnen vor und reduziert die Anfälligkeit für Muskelkrämpfe. Das Stretching ist von grundlegender Bedeutung für den Ausdauersport. In meinem Buch »Das große Buch vom Marathon« wird es ausführlich beschrieben.
Semi-Training: Alternative Ausdauersportarten ergänzen das Ultratraining, ohne dabei den für das Lauftraining benötigten Bewegungsapparat zu belasten. In geringer Intensität durchgeführt, leistet ein derartiges »Semi-Training« einen großen Beitrag zur Regeneration. Das Semi-Training hat daher seinen Platz in meinen Trainingsplänen. In den Kapiteln »Regeneration« und »Ultralauf-Training« wird näher darauf eingegangen.
Krafttraining: Die erfolgreiche Teilnahme an einem Ultralauf erfordert einen ganzheitlich trainierten und damit höchst belastbaren Körper. Ein Krafttraining kann eine erhebliche Verbesserung der Kraftausdauer beim Ultralaufen bewirken. Daher rechne ich auch das Krafttraining zu den Grundlagen des Ausdauersports und beschreibe es ausführlich in meinem Buch »Das große Buch vom Marathon«.
Leistungserfassung: Um die Fortschritte des Ultralauf-Trainings darstellen und analysieren zu können, sollten die Ergebnisse der Trainingseinheiten protokolliert werden.
Grundausdauertraining: Durch den in den Trainingsplänen am häufigsten vorkommenden langsamen und langen Dauerlauf GA1 erarbeitet man sich die für einen Ultralauf notwendige Grundausdauer.
Kraftausdauertraining: Der in den Trainingsplänen enthaltene lockere Dauerlauf GA2 bewirkt die für den Ultralauf erforderliche Kraftausdauer.
Ultralauf-Erfolg: Auch beim Ultralaufen gilt der Grundsatz: Wissen – Wollen – Können. Dieses Buch vermittelt das Wissen über ein Ultralauf-Training und über spezielle Ultraläufe. Das Wollen resultiert aus der inneren Motivation für die Teilnahme an einem bestimmten Ultralauf. Das Können ergibt sich aus der persönlichen Leistungsfähigkeit und den Vorbereitungsmaßnahmen zur Teilnahme an einem Ultralauf.
Mit meinem modularen Trainingssystem ist es möglich, nach drei Monaten Training an einem Ultra-Marathon, z.B. über 100 Kilometer, einem Landschaftslauf oder einem Etappenlauf erfolgreich teilzunehmen. Voraussetzungen dazu sind eine Marathon-Zeit unter vier Stunden (ältere Läufer ab ca. 55 Jahre entsprechend langsamer) und die erfolgreiche Absolvierung eines 5-wöchigen Test-Trainings (siehe Kapitel »Ultralauf-Training«).
Die Trainingspläne sind so aufgebaut, dass ein Läufer mit einer geeigneten Ausgangsleistung behutsam an die Belastung und die Intensität des Ultralauf-Trainings herangeführt wird. Die Leistungsfähigkeit entwickelt sich dabei kontinuierlich, ebenso die Regenerationsfähigkeit.
Weil die Menschen sehr unterschiedlich sind, muss jeder individuell für sich klären, wie er mit dem vorgeschlagenen Trainingsplan zurechtkommt, und ob es nicht angebracht wäre, einen Plan individuell zu modifizieren. Ein Beispiel: Ein Ultralauf-Training birgt auch Verletzungsrisiken. Daher gilt es, während eines Trainings und danach seine Körpersignale sensibel wahrzunehmen. Falls erforderlich, müssen dann Intensität und/oder Laufumfang entsprechend reduziert oder Ruhetage eingelegt werden.
2. Ultralauf-Training
Um ein Ultralauf-Training mit guten Erfolgsaussichten beginnen zu können, halte ich eine umfangreiche Marathonerfahrung mit einem aktuellen Leistungsniveau von möglichst unter 4 Stunden für erforderlich. (Wer es als Angehöriger der Generation 55 Jahre + versuchen möchte, sollte wenigstens 4:30 h drauf haben.) Weiterhin braucht man dazu eine hervorragende Gesundheit sowie eine sehr gute Regenerationsfähigkeit.
Nicht jeder Marathonläufer eignet sich zum Ultraläufer. Um sich selbst zu prüfen, ob man für ein Ultramarathon-Training begabt ist, sollte man zunächst ein 5-wöchiges Testtraining absolvieren.
Wer den rechts gegenüber stehenden 5-Wochen-Plan ohne erhebliche Probleme bewältigen kann, der wird auch in der Lage sein, einen für das aktuell äquivalente Leistungsniveau entsprechenden Trainingsplan einzuhalten, der ihn für die 100 km, die 24 Stunden oder einen Landschafts-Ultralauf fit machen soll.
Mit dem Test-Trainingsplan werden die Umfänge über fünf Wochen kontinuierlich erhöht. Einzige Ausnahme ist die vierte Woche, welche für die Regeneration vorgesehen ist.
Das begleitende Semi-Training soll die Regeneration beschleunigen. In der Abschlusswoche gibt es dann mehrere lange langsame Dauerläufe. Gleich zwei von ihnen sollten an oder über die 4-Stunden-Marke reichen. Wer bei diesen Einheiten stark ermüdet, kann sich mit kurzen, schnellen Geheinlagen helfen.
Gestaltung von Trainingsreizen
Auch bei einem Ultralauf-Training gilt das Prinzip der Superkompensation. Dabei wird durch gezielt dosierte und variierte Belastungsreize eine Leistungsverbesserung angestrebt. Ziel dieses Ultra-Trainings ist es, den Athleten systematisch physisch und psychisch auf die gewünschte Ultradistanz vorzubereiten.
Das Kernstück des Trainingsprogramms ist der lange langsame Lauf. Begleitend kommen der lockere Dauerlauf und das Fahrtspiel hinzu.
Schwellenläufe und Intervalltraining bedeuten sehr hohe Belastungen und entsprechend längere Regenerationszeiten. Diese Trainingseinheiten werden daher auf ein Minimum reduziert oder auf die Regenerationswochen gelegt. Nur Trainingspläne für Leistungssportler, die besonders resistent sind bzw. sein müssen, enthalten ein regelmäßiges Intervalltraining.

Typische Intensitätsanteile bei einem Ultralauf-Training
Ultralauf-Training bedeutet, überspitzt ausgedrückt, so zu trainieren, dass man extreme Trainingsumfänge verkraftet. Dazu darf die Intensität des Trainings nur so hoch sein, dass am nächsten Tag noch problemlos weitertrainiert werden kann. Training mit zu hoher Intensität führt zu Ermüdung und Leistungsrückgang oder gar zu Verletzungen.
Von größter Bedeutung ist es, jegliche Verletzung durch fehlerhaftes Training zu vermeiden. Der gesamte Trainingserfolg und das geplante Ultra-Lauferlebnis sind mit einer ernsten Verletzung verloren. Daher ist die Regeneration besonders wichtig.
Die Trainingspläne sind nur Vorschläge für ein zielgerichtetes Training. Die individuelle Verträglichkeit der aufeinanderfolgenden Trainingseinheiten muss jeder für sich selbst bewerten. Sobald ein Gefühl der Überlastung vorliegt, muss das Training entsprechend reduziert oder sogar pausiert werden.
Superkompensation

1/2:Belastung durch einen erhöhten Muskelreiz mit der Zielrichtung Ausdauer oder Intensität
2/3:Abnahme der Leistungsfähigkeit durch die Belastung
3/4:Beginn der Regenerationsphase
4/5:Wiedererreichung der Ausgangsleistung, danach erhöhte Leistungsfähigkeit
5:Phase des maximalen Leistungszuwachses aufgrund des vorangegangenen Trainingsreizes durch Superkompensation
Einstiegstest für das Ultralauf-Training
5-Wochen-Plan


Langsamer Dauerlauf: 70-75% HF max.
Lockerer Dauerlauf: 76-80% HF max.
Schwellentempo: 87% HF max.
Trainingsintensität
Die in den Trainingsplänen definierten Trainingseinheiten und deren Intensität:

Der lange langsame Lauf
Das Kernstück des Ultralauf-Trainings bildet der langsame Dauerlauf. Die Belastungszeit beim langsamen Dauerlauf ist wichtiger als die Belastungsdistanz. Mit dem langsamen Dauerlauf werden vorwiegend die Grundausdauer und der Fettstoffwechsel trainiert. Um den Fettstoffwechselprozess möglichst stark zu aktivieren, sollte bei einer Belastungszeit unter vier Stunden keine Energie zugeführt werden. Das Fettstoffwechseltraining führt zu einer Erhöhung des aeroben Leistungspotenzials und zu einer Zunahme der verfügbaren freien Fettsäuren.
Der lange Lauf über 4 oder 5 Stunden fördert neben der Ausdauer die emotionale Stärke und die Willenskraft, insbesondere bei mehrfachen Wiederholungen innerhalb einer Woche. Es kann für einige Ultraläufer hilfreich sein, die Laufdauer über 5 Stunden hinaus zu verlängern. Für die meisten Läufer ist es jedoch effizienter, wenn die langen Läufe mit 4 bis 5 Stunden Dauer in den Gipfelwochen über mehrere Tage wiederholt werden. Muskulatur, Sehnen, Bänder und Gelenke sowie die Willenskraft werden damit ausreichend belastet und passen sich an. Ohne Kontrolle durch ein Pulsmessgerät ist die Belastung beim langsamen Dauerlauf dann richtig, wenn man ohne deutlich spürbaren Fußabdruck läuft, wenn man also nur locker abrollend trabt, fast ohne Krafteinsatz.
Der lockere Dauerlauf
Der lockere Dauerlauf soll die Kraftausdauer fördern. Er wird in einem mittleren Tempo gelaufen. Der hohe Umfang eines Ultralauf-Trainings wird vorwiegend durch Trainingseinheiten im langsamen und lockeren Dauerlauf erreicht. Ohne ein Pulsmessgerät sollte man den lockeren Dauerlauf so absolvieren, dass dabei ein deutlicher, aber nicht zu starker Fußabdruck entsteht.
Das Fahrtspiel
Das Fahrtspiel ist ein Semi-Intervalltraining mit einer höheren Laufintensität, welches relativ schonend belastet. Die Gefahr einer Verletzung ist dabei am geringsten.
Je nach Tagesform werden die unterschiedlich hohen Laufgeschwindigkeiten nach Gefühl dosiert. Bei Müdigkeit infolge härteren Trainings an den Vortagen, kann auch schon ein einzelner schneller Dauerlauf als Belastungsspitze ausreichen.
Zwischen den Belastungen erfolgt eine Erholungsphase im langsamen Dauerlauf.
Als Beispiel sei das 1-2-3-2-1 km Fahrtspiel genannt: Dieses bedeutet, dass nacheinander die entsprechenden Zahlen von Kilometern im schnellen Dauerlauf zurückgelegt werden. Nach jeder Belastung bewegt man sich im regenerierenden langsamen Dauerlauf, bis der Puls zumindest auf 110 abgeklungen ist. Für Trail-Läufer ist schon das mehrfache Bergauf- und Bergablaufen im Wechsel ein sehr gutes Fahrtspiel.
Für den Läufer ohne Pulsmessgerät ist der sehr starke Fußabdruck das Kennzeichen des schnellen Dauerlaufs.

Schwellentraining
Beim Schwellenlauf handelt es sich um einen schnellen Dauerlauf, der bei ca. 4,0 mmol/l Laktat bzw. 87-89% HFmax. gelaufen wird, was einer Intensität der anaeroben Belastungsgrenze entspricht. Beim Schwellentraining werden die maximale Sauerstoffaufnahme und die anaerobe Ausdauer trainiert. Die Leistungsfähigkeit wird dadurch in der Weise verbessert, dass im aeroben Bereich bei gleicher Pulsbelastung mit höherer Grundgeschwindigkeit gelaufen werden kann.
Intervalltraining
Intervall-Läufe bestehen aus einem mehr oder weniger kurzen (400 m bis 2000 m), aber sehr schnellen Lauf, bei einer Intensität über 90% HFmax. Nach der Belastung erfolgt ein sehr langsamer Dauerlauf, der so lange beibehalten wird, bis sich der Puls auf 75% HFmax reduziert hat. Das Intervalltraining verbessert die Kraftausdauer, die maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit, die Grundgeschwindigkeit sowie die Regenerationsfähigkeit. Die Belastung während der Intervalle sollte von der ersten bis zur letzten Lauf-Einheit die gleiche sein.
Das Intervalltraining bewirkt durch die starke Fuß-Abduckkraft auch eine Verbesserung des Laufstils, der beim Ultralauf-Training durch die vielen langsamen Dauerläufe leicht etwas kraftlos wird. Leider erfordert das Intervalltraining eine entsprechende Regenerationszeit und kann außerdem zu Überlastungs-Verletzungen führen. Am Folgetag eines Intervalltrainings sollte kein langer Lauf auf dem Programm stehen, um eine Verletzung zu vermeiden.
Ultralauf-Äquivalenz mit Trainingsumfang und Intensität für den 50-, 70- und 100-km-Lauf, den 6-, 12-, 24- und 48-Stunden-Lauf und den 6- und 10-Tage-Lauf

Anmerkung: Renntempo: in min/km, Renntempo 48 h-Lauf: bei 2 h Schlaf (46 h Laufzeit), 6 Tagelauf: bei 6 h Schlaf/Tag (186 h Laufzeit), 10 Tagelauf: bei 6 h Schlaf/Tag (186 h Laufzeit)
Berechnung der Zielzeiten

Beispiel für die Hochrechnung der möglichen 24-h-Leistung
24-h-Leistung in km = 1800 / 100-km-Zeit in h
Welt-Bestleistung im 100-km-Lauf = 6:13:33 h = 6,2255 h (= WR von Sunada Takahiro)
Welt-Bestleistung im 24-h-Lauf = 290,221 km (= WR von Yiannis Kouros)
Verhältnis: 24,0 h / 6,2255 h = 3,86
3,86 x Distanz 100 km = 386 km = theoretische Leistung ohne Ermüdung
Ermüdungsfaktor:
Beste 24-h-Leistung = 290,221 km
Theoretische Bestleistung 100 km Lauf = 386 km
Ermüdung = 290,221 / 386 = 0,75
24-h-Streckenleistung = 100 km x (24 h / 100 km Zeit in h) x Ermüdungsfaktor 0,75
= 1800 / 100-km-Zeit in Stunden
Beispiel:
100-km-Zeit : 6:13:32h = 6,2255 h
24-h-Streckenleistung = 100 km x (24 h / 6,2255 h) x 0,75 = 289 km
= 1800 / 6,2255 = 289 km
Semi-Training
Ein Ausdauertraining, das in alternative Sportarten bei niedriger Intensität (unter 70% HFmax) erfolgt, wird als Semi-Training bezeichnet. Zum Ultralauf-Training eignen sich die Alternativ-Sportarten Radfahren, Schwimmen, Skilanglauf oder ähnliches sehr gut. Der Bewegungsapparat wird dabei anders belastet und die Laufmuskulatur geschont. Das Semi-Training ist bei meinen Trainingsplänen fast wöchentlich vorgesehen. Es führt zu einer verbesserten Regeneration sowie zu einer Belebung der Sinne durch die leichte, sportliche Abwechslung. Es ist dabei wichtig, dass die Alternativ-Sportart dem Athleten Freude macht.
Training des Schlafmangels
Einige Ultralaufveranstaltungen lassen keinen oder nur wenig Schlaf zu.
Der Schlafentzug kann trainiert werden, indem z. B. eine Nacht lang nicht geschlafen und am Morgen danach, ohne Frühstück, ein sehr langer Lauf absolviert wird.
Äquivalenz der Wettkampfzeiten
Ausgehend von der aktuellen Marathonleistung oder einer gelaufenen Ultra-Distanz kann bestimmt werden, zu welcher Wettkampfleistung man auf einer anderen Ultra-Distanz vermutlich fähig sein könnte, wenn das entsprechende Training dafür erfolgreich bewältigt wurde.
Meine Matrix ermöglicht es, einen geeigneten Trainingsplan für den 24-h-Lauf oder 100-km-Lauf auszuwählen, bezogen auf die aktuelle Leistung im Marathon oder eine andere Ultra-Distanz.
Die Abschätzung einer möglichen Laufleistung ist als theoretisch zu betrachten. In der Praxis haben die mentale Stärke, die Renntaktik, die Stoffwechselfähigkeit und die Grundlagenausdauer großen Einfluss auf die tatsächliche Leistung, so dass diese bei ähnlichen Voraussetzungen doch sehr unterschiedlich ausfallen kann. Hinzu kommen noch die äußeren Umgebungsbedingungen. Eine Abweichung der Werte zur Praxis von +/-10% ist daher realistisch.
Als Basis für die Matrix dienen die Marathonzeiten der verschiedenen Leistungsklassen, die jedoch bei einer Leistung von 2:25 h enden. Yiannis Kouros, der Meister aller Distanzen jenseits von 100 Meilen, lief im Marathon nie schneller als 2:25 h (andere Ultralauf-Athleten auch nicht). Eine bessere Leistung beim Ultralaufen kann nicht mit einer noch größeren Kondition erzielt werden, sondern nur über höhere Willenskraft, emotionale Stärke und Spiritualität.
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