Kitabı oku: «Passagier auf einem Frachtschiff»
Ingo Schulze
PASSAGIER AUF EINEM
FRACHTSCHIFF
Hamburg, Antwerpen, Le Havre, Sepetiba, Santos, Paranagua, Buenos Aires, Montevideo, Rio Grande, Itapoa, Santos, Tanger, Rotterdam, Tilbury, Hamburg
08. April bis 27. Mai 2013
Engelsdorfer Verlag
Leipzig
2013
Ingo Schulze
08. Februar 1948 in Tangermünde/Stendal geboren
Bäckerkochsmaat auf verschiedenen Frachtern in der Zeit vom 24. März 1966 bis 07. Juni 1969
Reedereien:
„Midsutra Shipping Company“, London
„Hamburg-Südamerikanische-Dampfschifffahrts-Gesellschaft” Kurz: Hamburg-Süd oder HSDG

Dieses Buch soll das Erlebnis und Tagesablauf, 7 Wochen auf einem Containerschiff, beschreiben.
Was kann man auf einem Frachtschiff erwarten und was nicht?
Vergleichbar mit einer Fahrt auf einem Passagierschiff?
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Copyright (2013) Engelsdorfer Verlag Leipzig
Alle Rechte beim Autor
Unterstützung bei der Textbearbeitung, Korrektur: Peter Bartel, Berlin
Fotos © Ingo Schulze
Hergestellt in Leipzig, Germany (EU)
www.engelsdorfer-verlag.de
Inhaltsverzeichnis
Cover
Titel
Über den Autor
Impressum
Vorwort
Hamburg
08. April (00.Tag) HH-Burchardkai und Abschied
09. April (01.Tag) HH-Burchardkai nach Antwerpen - B
10. April (02.Tag) Antwerpen - B
11. April (03.Tag) Antwerpen nach Le Havre - F
12. April (04.Tag) Le Havre - F
13. April (05.Tag) Englischen Kanal, Biskaya
14. April (06.Tag) Nordatlantik
15. April (07.Tag) An Gibraltar vorbei
16. April (08.Tag) Madeira und Kanarischen Inseln vorbei
17. April (09.Tag) In Höhe Mauretanien
18. April (10.Tag) An den Kapverdischen Inseln vorbei
19. April (11.Tag) Alarmübung
20. April (12.Tag) Wir sind auf der südlichen Halbkugel
21. April (13.Tag) Brasilianische Küste, höhe Recife
22. April (14.Tag) Seit zwei Wochen, fern der Heimat
23. April (15.Tag) Vorbereitung für Sepetiba - BR
24. April (16.Tag) Einlaufen in Sepetiba - BR
25. April (17.Tag) „Volle Pulle“ nach Santos - BR
26. April (18.Tag) Santos - BR
27. April (19.Tag) Paranagua - BR
28. April (20.Tag) Paranagua - BR nach Buenos Aires - RA
29. April (21.Tag) Kurz vor Buenos Aires - RA
30. April (22.Tag) Im „Rio de la Plata“ - RA
01. Mai (23.Tag) Buenos Aires - RA
02. Mai (24.Tag) Auf See nach Montevideo - ROU
03. Mai (25.Tag) Montevideo - ROU
04. Mai (26.Tag) Rio Grande - BR im „Marked Channel“
05. Mai (27.Tag) Ab nach Itapoa - BR
06. Mai (28.Tag) Itapoa - BR
07. Mai (29.Tag) Wieder: „Volle Pulle nach Santos“ - BR
08. Mai (30.Tag) Santos - BR, wir sind wieder da!
09. Mai (31.Tag) Abschied von Südamerika
10. Mai (32.Tag) Kurs, entlang der Brasilianischen Küste
11. Mai (33.Tag) Der 2. Ingenieur schmeißt ein Grillfest
12. Mai (34.Tag) Großer „Kammer-Check“
13. Mai (35.Tag) Wieder auf der nördlichen Halbkugel
14. Mai (36.Tag) Das Oberdeck wird auf Vordermann gebracht
15. Mai (37.Tag) Wieder an den Kapverdischen Inseln vorbei
16. Mai (38.Tag) Wale im Nordatlantik
17. Mai (39.Tag) An den Kanarischen Inseln vorbei
18. Mai (40.Tag) Die Afrikanische Küste
19. Mai (41.Tag) Pfingsten in Tanger - MA
20. Mai (42.Tag) Tschüss Tanger, ab nach Rotterdam - NL
21. Mai (43.Tag) Biskaya
22. Mai (44.Tag) Im „Englischen Kanal“
23. Mai (45.Tag) Rotterdam - NL
24. Mai (46.Tag) Tilbury - GB, letzter Landgang
25. Mai (47.Tag) Über die Nordsee in Richtung Heimat
26. Mai (48.Tag) Hamburg und wieder daheim!
Liegezeiten und meine Landgänge im Überblick
Bezeichnungen bei der Seefahrt und deren Bedeutungen
Schlusswort
Vorwort
Warum macht man eine Seereise auf einem Handelsschiff? Ein Kreuzfahrtschiff bietet doch viel mehr! Vor meiner Abreise wurden immer wieder folgende Fragen an mich gestellt: „Ist es auf so einem Schiff nicht langweilig? Was macht man den ganzen Tag? Container zählen? Was wird einem definitiv geboten?“ Es wird einem im Prinzip nichts, aber auch beinahe gar nichts geboten! Es gibt keine Animation oder sonstige Unterhaltung. Man muss sich darüber im Klaren sein, auf was man sich einlässt. Es ist eine Abenteuerreise für Individualisten.
Vom 24. Mai 1966 bis zum 6. Juni 1969 fuhr ich als Bäcker und Koch selbst zur See. Ich war auf der „Al Amin“ der Midsura Shipping Compagnie (London) eingesetzt. Diese fuhr unter der Flagge Libanons, der Heimathafen war Beirut. Das Schiff wurde, nachdem wir einige Zeit vor Hongkong auf Reede lagen, nach Vietnam verkauft. Die Mannschaft, bestehend aus Deutschen, Spaniern und Portugiesen, flog auf Reedereikosten in ihre Heimatländer zurück. Kurz darauf heuerte ich auf der „Cap Domingo“ der Hamburg-Süd an (Hamburg-Südamerikanische-Dampfschifffahrts-Gesellschaft) Kurz: HSDG. Bei dieser Reederei blieb ich bis zum Ende meiner Seefahrt. Es folgten dabei die „Cap Delgado“, die „Cap San Augustin“ und die „Damaskus“. Es war eine schöne Zeit und sie ließ mich beinahe 45 Jahre nicht los. Im Herzen war ich, obwohl nach über 12 Jahren als Soldat und vielen Jahren im Sicherheitsdienst bei Mercedes und nun in Rente, immer noch Seemann.
Im Herbst 2012 besuchte ich meine Schwägerin Maria und Schwager Volker in Hamburg und wie immer meldete ich mich für meine „Erkundungsmärsche“ durch Hamburg ab. Ein Bummel durch die Mönckebergstraße, über den Rödingsmarkt zum Baumwall und zu den Landungsbrücken stand auch diesmal auf meinem Programm. Noch einmal über die Reeperbahn und dann zurück zum Hauptbahnhof. Von dort aus ging es dann noch dorthin, wo ich gerade Lust und Zeit hatte.
An einem dieser wenigen Tage in Hamburg zog es mich nach Wedel zum „Willkommenshöft“. Nach einem oder zwei Brötchen mit Bismarckhering und vielen Zwiebeln ging ich zur Verabschiedungs- und Begrüßungsanlage, um dort ein- oder auslaufende Schiffe zu sehen. Just in diesem Moment fuhr ein italienischer Massengutfrachter aus und wurde mit „Muss i denn zum Städtele hinaus“ verabschiedet. Dann gab es durch einen Lautsprecher Einzelinformationen über das Schiff. Der Italiener antwortete mit einem Hupkonzert und die Besatzung winkte von der Reling aus. Das hat mich so ergriffen, dass ich feuchte Augen bekam.
Es wurde auch nach dem zweiten und dritten Schiff nicht viel besser. Es war für mich einfach ergreifend und ich erzählte es am Abend im Familienkreis.
Dass daraus die Planung für eine Seereise entstehen würde, hätte ich nicht für möglich gehalten. Nun denn, jetzt bin ich mit der „MV Santa Rosa“ (MV steht für Motor Vessel.) auf dem Weg nach Südamerika. Ich werde meinen lang gehegten Traum leben. Muss i denn, …!
Der „Willkommenshöft“ ist eine Einrichtung des „Schulauer Fährhauses“ im Wedeler Ortsteil Schulau an der Unterelbe. Begrüßt und verabschiedet werden Schiffe ab 1.000 BRT in der Zeit von 8 Uhr bis 20 Uhr. Beim Einlaufen eines Schiffes wird dieses mit der passenden Nationalhymne begrüßt. Es stehen 152 Hymnen von seefahrenden Nationen zur Verfügung und es existiert eine Datei mit über 17.000 Schiffen. Beim Auslaufen wird meistens „Muss i denn zum Städtele hinaus“ gespielt. Die Schiffe antworten in der Regel mit einem Hupton oder einem kurzen Herunterlassen und wieder Hochziehen der Flagge. Im seemännischen Sprachgebrauch nennt man es dippen. Der „Hupton“ erfolgt durch das Typhon.
Hamburg
Im Jahr 2012 wurden im Hamburger Hafen 140,4 Millionen Tonnen Seegüter umgeschlagen. Zwei Drittel davon in 9,7 Millionen Standardcontainern. Würde man die Container, die in Hamburg zuletzt umgeschlagen wurden, hintereinander aufgereiht stellen, so käme man auf eine Länge von 60.000 km. Hamburg ist der größte Seehafen Deutschlands und der zweitgrößte in Europa. Er bietet 143.000 Arbeitsplätze und ist somit der größte Arbeitgeber der Hansestadt. Der Hafen ist daher nicht nur für Deutschland von großer Bedeutung, sondern er ist die Logistikdrehscheibe für den gesamten Norden Europas.
Auch wenn ein großer Teil der Güter in Containern umgeschlagen wird, so muss doch noch weiterhin viel an Massen- und Stückgut bewegt werden. Etliches wird auch mehr und mehr durch Spezialfirmen übernommen. Dadurch, dass der Hamburger Hafen weit im Binnenland gelegen ist, ermöglicht er eine leistungsfähige Verkehrsanbindung und einen kostengünstigen schnellen Transport, insbesondere über das Straßen- und das Schienennetz in alle Richtungen.
Mit der Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe soll sichergestellt werden, dass auch zukünftig Schiffe mit einem Tiefgang von bis zu 14,50 m auch voll beladen den Hamburger Hafen erreichen und wieder verlassen können.
08. April (00.Tag) HH-Burchardkai und Abschied
Die „MV Santa Rosa“ sollte ursprünglich bereits am 7. April um 10 Uhr in Hamburg sein. Die Ankunft verzögerte sich allerdings, weil im „Englischen Kanal“ (oder auch „Ärmelkanal“) ein Unwetter tobte. Die weiteren Gründe der Verzögerung sind mir nicht bekannt. Laut meiner Information aus dem Internet legte das Schiff am 08. April um 1.15 Uhr am „Burchardkai“ an.
Von meiner Reederei, der „Hamburg-Süd“, will ich wissen, ob sich etwas am Zeitplan geändert hat. Wann kann ich an Bord gehen? Nein, es bleibt beim Zeitrahmen 14 bis16 Uhr am 08. April. Tags zuvor schickte ich noch eine Mail an die Reederei und fragte nach, ob auch meine Nichte, Anna Lina, noch an Bord darf. Schade – Absage. Ich musste dann meine Inge, meine Schwägerin Maria und ihren „Göttergatten“ Volker im Vorfeld mit vollständigen Namen, Geburtsdatum und Ausweisnummer anmelden. Diese Anmeldung ging an den Pförtner am „Burchardkai“. Ohne Anmeldung gibt es keinen Zugang zum Schiff! Das ist keine typische deutsche Bürokratie, wie ich in späteren Häfen feststellen konnte.
Zu meiner Seefahrtszeit war es noch einfacher. Da stand meine Familie bereits an der Pier und kam die Gangway hoch, sobald das Schiff festgemacht hat. Was sollen jetzt die ganzen Umstände? Wenn man aber später vor Ort ist, dann kommt schnell die Selbsterkenntnis, dass es keine „Umstände“ sind! Die Notwendigkeit von Sicherheitsmaßnahmen ist heute viel größer als vor über vierzig Jahren.
Volker machte auf dem Amt etwas früher Feierabend, um uns an Bord zu bringen. Wir fahren dann sofort los und haben alle Zeit der Welt. Es geht durch eine der vier Röhren des Elbtunnels und danach gleich die erste Abfahrt von der Autobahn herunter. Wir haben Glück, dass der Elbtunnel um diese Zeit noch relativ wenig befahren ist. Nach GPS sollen wir nach 11 Minuten am Ziel sein. Wie es aber so ist: Durch den Elbtunnel läuft es prima, was sollte jetzt noch passieren? Die Zufahrt zum „Burchardkai“ und sonstigen Terminals ist jedoch stark befahren. Die Trucks mit ihren mit Containern beladenen Trailern reihen sich hintereinander auf wie an einer Perlenkette. Aus den 11 Minuten wird locker nahezu eine halbe Stunde. Es ist aber nicht schlimm, denn wir haben ja Zeit und stellen fest, dass der Hafen eine eigene und besondere Welt ist. Selbst Volker und Maria, die in Hamburg geboren sind und hier leben, sind von dieser eigenen „Welt“ überwältigt. Es ist eben nicht die Ostdorfer Landstraße. (Kleiner Scherz!)
Am „Burchardkai“ angekommen, wird erst einmal überprüft, ob uns die „Hamburg-Süd“ angemeldet hat. Jawohl, hat sie. Dann füllt jeder ein Anmeldeformular aus. Ein „Shuttle-Bus“ bringt uns zur „MV Santa Rosa“. Das Schiff hätten wir in diesem Gewirr von Containern, Beladefahrzeugen und sonstigen Fahrzeugen niemals gefunden. Man könnte sich ja durchfragen? An wen aber will man sich wenden? Fußgänger gibt es nicht und da halte mal ein schnell vorbeihuschendes Fahrzeug an! Nach knapp fünf Minuten hält der Shuttle vor einer riesengroßen roten Wand an. Das muss die „Santa Rosa“ sein. Bingo – 100 Punkte.

Ich wuchte meinen 24 kg schweren Koffer sowie den Alu-Koffer aus dem Fahrzeug und sehe ein Problem auf mich zukommen. Ich fühle mich mit meinen 65 Jahren wohl noch stark und knackig. Aber meinen Koffer die Gangway hoch schleppen? Bevor ich mich dieser Kraftprobe unterziehe, gehe ich die Gangway erst einmal allein hoch und vielleicht habe ich Glück, dass es einen Kran gibt. Es sind ja immerhin 55 abgerundete steile Stufen. Und das mit einem Koffer? Oben erwartet mich der 1. Offizier oder „Chief Mate“ (Kurz: „Chief“), wie er auf dem Schiff angesprochen wird. Mit unschuldiger Miene sage ich ihm, dass ich noch einmal herunter muss, um meinen Koffer zu holen. Ein kräftiger Matrose hat sich inzwischen meinen Koffer auf die Schulter gepackt und marschiert die Gangway hoch, als trüge er Inges Handtasche.
Anschließend werde ich dem Kapitän (hier: „Master“) vorgestellt. Er ist Pole und fährt seit 12 Jahren zur See. Ich würde sagen, dass er die 30 Jahre mal gerade überschritten hat. Er entschuldigt sich, dass er als Kapitän nicht zu erkennen ist. Der Grund dafür ist, dass er selbst gerade erst an Bord gekommen ist und seine allererste Fahrt auf der „Santa Rosa“ macht. Er spricht nur Polnisch und Englisch, aber ich komme gut mit ihm klar. Nachdem er meinen Reisepass und meinen Impfpass entgegengenommen hat, mache ich mich wieder vom Acker, denn ich merke, dass er zu tun hat. Die Reederei hatte mir schon vor Tagen empfohlen, möglichst rechtzeitig an Bord zu kommen, denn man hat vor dem Auslaufen wenig Zeit für einen Passagier. Nun, ich habe auf einem Frachter angeheuert und auf keinem Kreuzfahrtschiff! Auf einem Frachter geht das Ladegut vor, auf einen Passagier kann man da nur bedingt Rücksicht nehmen.

Dann wird uns meine „Behausung“ für die nächsten sieben Wochen gezeigt. Es ist die Kammer des „Super Cargo“. Wir sind angenehm überrascht. Die Kammer (ohne Koje) misst 4,50 m x 4,50 m= 20,25 m2, der Nassbereich noch ein-mal 1,20 m x 2,00 m= 2,4 m2. Auf Frachtern spricht man von „Kammern“ statt von „Zimmern“ und diese hier verfügt über Fernseher, Radio, Videogerät, Sofa, Schreibtisch, Kühlschrank und viel Stauraum.
Im Hafen, so sagt der 1. Mate, sollte die Kammer stets verschlossen sein. Er zeigt uns die Brücke. Sie ist riesig und mit Technik vollgestopft. Danach ist der Maschinenraum interessant. Mann, Maschinenraum? Dieser geht über acht Stockwerke und ist von seiner Größe kaum zu beschreiben. Der 1. Mate will mit uns eine lange steile Treppe hinuntergehen. Inge und Maria streiken. Volker und ich folgen ihm. Er saust in einem Tempo herunter, dass wir kaum nachkommen. Er ist eben über 35 Jahre jünger als wir!

Wir gehen dann noch allein durch alle Decks. Angefangen vom „upper deck“ (Das sog. „Oberdeck“.), auf welchem wir das Schiff zuerst betreten haben, über die Decks von A bis G. Dann kommt noch das Navigationsdeck, das „Wheelhouse“ oder auch „Brücke“ oder „Kommandobrücke“, wie auch immer man diese Einrichtung nennen will. Meine Kammer befindet sich auf dem F-Deck. Wenn ich zum Essen gehe, dann muss ich vier Decks runter zum B-Deck. Es gibt auf den einzelnen Decks viel zu sehen. Das Schiff verfügt über zwei Fitnessräume und einen Innenswimmingpool. Er ist klein, aber fein! Außerdem gibt es eine Waschküche mit der Möglichkeit zum Bügeln, eine Sauna sowie einen Raum für Tischtennis und für Tischfußball.

Die Zeit des Abschieds ist gekommen. Wir gehen die Gangway hinunter, machen einige Fotos und dann, nun ja: „Gute Reise!“. Mit leichtem Bauchweh verabschiede ich mich von Schwager und Schwägerin. Der Abschied von Inge dauert etwas länger. Als sie sich mit dem Shuttle von mir entfernen, bekomme ich leicht schwitzige Augen. Sollte ich wirklich sieben Wochen für mich allein sein? Es ist nun zu spät und die Würfel sind gefallen. Ich muss nun an Bord und meine Zeit so genießen, wie Inge es von mir möchte. Soll ich mich jetzt schon auf das Wiedersehen freuen? Knallhart gesagt: Jetzt geht es nach Belgien, Frankreich, Brasilien, Argentinien, Uruguay, Brasilien, Marokko, Holland, England, auf der Elbe am „Willkommen-Höft“ vorbei und dann bin ich wieder bei meiner Inge, den Söhnen, den Enkelkindern und in meiner alten Umgebung.
Morgen früh legt das Schiff ab. Ja, mir ist flau im Magen und ich habe leichte Schuldgefühle, die mir meine Inge die letzten Tage ausreden wollte. Sie hat aber Recht: „Ingo, es ist ein Jahrzehnte währender Traum. Wenn nicht jetzt, wann dann? Mensch Ingo, in sieben Wochen bist du ja wieder da!“
Zwischen 17.30 und 18.30 Uhr ist „Dinner Time“. Mit dem Kapitän sitze ich allein in der Offiziersmesse. Nach einem kurzen Gespräch muss er an Deck. Die letzten Tage habe ich mich nur von Fischbrötchen ernährt, obwohl Schwägerin Maria stets etwas Leckeres in der Pfanne hatte. Es ist aber nun einmal so: Wenn ich in Hamburg bin, dann schaue ich mir die Innenstadt und den Hafen an. Dann trödele ich an den Landungsbrücken vorbei und schlappe noch einmal über „de RRReeperbahn“, die immer mehr zu einem Ort des Abgewöhnens wird. Dann geht es noch ein Mal über die Mönckebergstraße und zur Innen- und Außenalster. Zwischendurch werden einige Heringsfischbrötchen oder eine dicke Bockwurst, der sog. „Hamburger Lümmel“ konsumiert.

Bei meinen Hamburg-Touren bin ich in der Regel zwischen sechs und acht Stunden unterwegs. Es war auch schon mal länger, aber niemand kommt auf die Idee, deswegen eine Vermisstenanzeige aufzugeben. Maria und Volker können es wohl nicht immer nachvollziehen, dass man so lange freiwillig durch die Botanik schleicht. Aber auch sie kennen es inzwischen von mir nicht anders. Immerhin waren wir bereits drei Mal gemeinsam im Urlaub. Volker ist inzwischen infiziert. Auch er schlappt mit mir inzwischen zwei oder gar drei Stunden auf Mallorca durch die Gegend. Wenn ich erst wieder zurück in Hamburg bin, werde ich tief durchatmen und dann fliegen wir anschließend für 14 Tage auf diese „Putzfraueninsel“. Volker übernimmt inzwischen die Planung für diese Reise und sucht die Ziele aus, zu denen wir dann hinmarschieren werden.
Ich laufe auf der Pier von achtern zum Bug und mache einige Fotoaufnahmen. Von verschiedenen Decks aus beobachte ich später die Verladung. Danach schaue ich nochmals ins Internet und nasche dabei eine Tüte Süßigkeiten.
Nach zehn Minuten ist mir schlecht, worauf ich einen Rotwein trinke. Um 22 Uhr falle ich müde in die Koje. Morgen früh sollen wir um 5 Uhr auslaufen.
09. April (01.Tag) HH-Burchardkai nach Antwerpen - B
Die „Santa Rosa“ legt um 6.10 Uhr am Burchardkai ab. Langsam werden wir von den Schleppern in die Fahrrinne gezogen und geschoben. 45 Minuten später passieren wir die Begrüßungs- und Verabschiedungsanlage am „Willkommen-Höft“. Die sonst übliche Verabschiedung mit: „Muss i denn zum Städtele hinaus …“ wird uns leider nicht zuteil. Schade, aber es ist noch zu früh. Ob wir nach sieben Wochen begrüßt werden? Es kommt auf die Einlaufzeit an!
Mit einer Geschwindigkeit von 9 und 13 Knoten fährt das Schiff in Richtung offene See. Der Kurs bewegt sich zwischen 285° und 290°, also in westlicher Richtung. Es ist allerhand los auf der Elbe und der Hafenlotse macht zwischendurch Frühstück. Die „AIDAstella“ begegnet uns. Es ist ein AIDA-Kreuzfahrtschiff, das Träume wahr werden lässt. Das Schiff hat wirklich nach außen hin Balkone. Bisher überlegte ich bei Reiseausschreibungen immer, wo denn wohl Balkone sein sollen? Nach einigen Tagen lese ich in einer Bordzeitschrift der „Hamburg-Süd“, dass die „AIDAstella“ 253 m lang ist. Sie hat 71.304 BRT. Am 11. März 2013 übergab die „Meyer Werft“ den Passagierriesen offiziell an die „Kussmund Reederei“. Sie wird gern so genannt, weil auf dem Bug ein riesiger Kussmund gemalt ist.
Der Steward kommt gegen 10 Uhr, um für Ordnung und Reinigung in meiner Kammer zu sorgen und ist bei mir schnell fertig. Meinen Tagesbericht habe ich bereits geschrieben. Es ist der erste von am Ende 49 Tagen Seefahrt auf der „Santa Rosa“. Ich begebe mich zwei Decks höher auf die Brücke. Der Hafenlotse wurde inzwischen durch den Elblotsen abgelöst. Nun stelle ich dem Lotsen die dumme Frage, ob wir schon auf dem offenen Meer sind? „Nee, immer noch auf der Elbe!“ So dumm war meine Frage eigentlich gar nicht, denn
die Elbe ist hier so breit, dass man wirklich davon ausgehen könnte, diese liege bereits hinter uns und wir befänden uns auf dem offenen Meer.
Ich werde auf der Brücke kaum wahrgenommen und betrete diese zunächst noch recht ehrfürchtig. Kontakt hatte ich bisher kaum mit der Mannschaft. Ich lasse es auch langsam angehen, denn die Besatzung hat hier etwas Besseres zu tun, als sich mit dem Passagier zu befassen. Unter uns aber: Ein kurzes Kopfnicken würde mir derzeit auch genügen. Das wird sich aber sicher alles noch ergeben. Zurzeit komme ich mir aber etwas hilflos vor!

Der Koch stammt aus der mikronesischen Republik Kiribati. Zum Mittag gibt es eine Pilzcremesuppe, danach Fischfilet mit Brechbohnen und Reis oder Kartoffelchips. Der Steward ist sehr nett und im Moment auch einer der wenigen Besatzungsmitglieder, zu dem ich etwas Kontakt habe. Der Kapitän nimmt seine Mahlzeit wortlos und sehr schnell ein. Er muss wieder auf die Brücke. Nach gut fünf Stunden ist die Nordsee erreicht.
In der Offiziersmesse hat jeder seinen eigenen Platz. Am Nebentisch sitzen der 2. und der 3. Offizier, der 2. und 3. Ingenieur sowie der Elektriker. An meinem Tisch sitzt mir gegenüber der Kapitän, rechts der 1. Offizier und links der polnische „Chief Engineer“.
Die Mahlzeiten werden zu folgenden Zeiten eingenommen: Frühstück von 7.30 bis 8.30 Uhr, Mittagessen von 11.30 bis 12.30 Uhr, Abendessen von 17.30 bis 18.30 Uhr. Zusätzlich gibt es um 10 Kaffee und um 15 Uhr Tee. Um mein Gewicht zu halten, werde ich, wenn ich die Decks wechsele, dieses stets zu Fuß machen. Es gibt wohl einen Fahrstuhl, der benutzt werden kann, wenn sich das Schiff nicht gerade über 10 Grad nach Backbord oder Steuerbord neigt. Aber ich werde von Deck zu Deck jeweils die 18 Stufen laufen. Vom Oberdeck bis zur Brücke kommen damit 144 Stufen zusammen. Komme ich von Land, so laufe ich erst einmal die 55 Stufen der Gangway hoch und dann die 6 Decks zu meiner Kammer mit 108 Stufen.

Die Wellen haben kaum Schaumkronen, aber dennoch schaukelt das Schiff merklich. In meiner Kammer ist ein kleiner Lautsprecher für Durchsagen und Alarmierungen angebracht. Aus dem Ding fängt es lang anhaltend zu tuten an. Ich kann damit nichts anfangen. Also: Abwarten! Ich begebe mich zum Oberdeck. Die Luft ist angenehm frisch. Ich mache meinen Decksspaziergang in Richtung Back. Dort angekommen werde ich vom 3rd Mate angehalten. Er hat drei Leute bei sich, die offenbar wie ich neu auf dem Schiff sind. Er führt eine Sicherheitseinweisung durch. Das Signal in meiner Kammer war also ein Probealarm!
Wir werden in den Gebrauch der Rettungswesten, der Sauerstoffmasken usw. eingewiesen und laufen das Schiff von der Back bis achtern durch und überall wird etwas erklärt. Der Maat schließt eine Tür auf und bittet darum, dass ich draußen bleibe. Es ist in dem Bereich sehr ölig und schmierig und er hat erkannt, dass mein Pullover noch neu ist. Ich stehe direkt über der Welle des Schiffspropellers. Müsste ich hier etwas schreiben, so sähe es aus, als stünde ich unter Strom. Am Ende der Sicherheitseinweisung werden wir noch fotografiert und müssen eine Unterschrift leisten. In meiner Kammer befinden sich auch Unterlagen, was die Sicherheit anbelangt. Ich werde sie wohl oder übel studieren müssen. Bei Alarmierungen muss ich mich auf dem B-Deck auf der Backbordseite einfinden.
Zum Abendessen soll es Chopsuey mit Pasta oder Reis geben. Nachdem ich den Speisenplan auch für die nächsten Tage studiert habe, gehe ich in die Kombüse. Der Koch schneidet gerade das Fleisch für das Abendessen. Die Brötchen waren heute Morgen warm, schmeckten und sahen auch gut aus. So gut habe ich sie früher nicht hingekriegt. Oder lag es auch an meinem Ofen? Ich frage den Koch, wie er die schönen Brötchen hinbekommen hat. Er muss lachen. Die Brötchen wurden in Hamburg gekauft und lagern im Gefrierraum. Ich studiere daraufhin die Mannschaftsliste: Es gibt gar keinen Bäcker!
Ich frage den Chief Mate, ob Extrawünsche bezüglich der Speisenzubereitung geäußert werden können. Als Veranstalter von Mehrtagesläufen kenne ich das Problem mit Vegetariern. Seit das Schiff am 10. Oktober 2011 in Dienst gestellt wurde, gab es bisher einen einzigen zu verköstigenden Vegetarier. Und das ist nun schon über 16 Monate her. Zu meiner Seefahrtszeit hatte man damit noch keine Probleme. Vegetarier waren eine absolute Randgruppe und kaum bekannt. Bei unserem Koch bestehen Zweifel, ob er ein rein vegetarisches Gericht überhaupt zubereiten kann. In seiner Heimat dürften Vegetarier absolute Exoten sein.
Die Außentemperatur ist angenehm und die Sonne lacht. Mein Fenster steht seit dem frühen Morgen offen. Die sogenannten „Bullaugen“ sieht man auf den modernen Schiffen kaum noch. Mein „Fenster“ kann mit vier Flügelschrauben fest verschlossen werden. Das Schiff wiegt sich leicht in den Wellen. Die Sicht zum Horizont ist neblig, um nicht zu sagen, dass der Horizont kaum als solcher auszumachen ist. Ich werde mal nach einem geeigneten Platz Ausschau halten, wo ich in Kürze einen Liegestuhl aufstellen kann.
10. April (02.Tag) Antwerpen - B
Um 6.48 Uhr legen wir in Antwerpen an. Die Gangway wird für die Zollbehörde usw. ausgelegt. Sie ist sehr steil. Es ist neblig, feucht und sehr ungemütlich. Ich gehe zum Frühstück. Sollte ich einmal eine Mahlzeit verschlafen, so muss ich auch nicht verhungern, denn der Steward sorgt stets dafür, dass der Kühlschrank gut gefüllt ist.
Es gibt Schinken mit viel gebratenen Zwiebeln. Mit dem Steward, genauer „Chief Steward“, Kaotinteue Tekura unterhalte ich mich eine Weile. Er kommt vom Inselstaat KIRIBATI. Dieser Inselstaat ist einer von vielen in Mikronesien und Polynesien, Gebieten nördlich und südlich des Äquators. Der Staat ist seit Juli 1979 unabhängig und hat rund 103.000 Einwohner. Das ganze Jahr über herrschen dort Tagestemperaturen zwischen 25 und über 30°C. Ursprünglich war Kiribati durch die Datumsgrenze (=180. Längengrad) geteilt, wodurch es in diesem Kleinstaat unterschiedliche Tagesdaten gab. Diese Teilung wurde 1995 aufgehoben. Es war die bisher größte Verschiebung der Datumsgrenze.

Zum Mittag gibt es „Fried Chicken Wings“, Reis und Gemüse. Bevor ich mich aus der Messe verabschiede, sehe ich, dass jemand Salzkartoffeln auf dem Teller hat. Ich justiere meine Brille neu und schaue auf die Speisekarte. Da steht „Rice/Pot“. Oh Mann! Und ich überlege die ganze Zeit, was POT bedeutet. Ein POT ist für mich ein Topf oder eine Kanne und ich grübelte über den Zusammenhang zwischen POT und RICE. Der Steward fragte mich auch: „Would you like RICE or POT?“ Es ist doch klar, dass ich mich dann für Rice entscheide, wenn ich nicht weiß, was POT ist. Demnächst also POT, das steht für „potatoes“!
Die Offiziere und Ingenieure kommen mit einem kurzen und nüchternen „Good evening!“ oder „Mahlzeit!“ in die Messe. Und so verlassen sie diese auch wieder. Dazwischen sind kaum Gespräche zu vernehmen. Ich empfinde die Atmosphäre noch als recht unangenehm und versuche mich daran zu gewöhnen.
Ich habe die Berichte von Jürgen Schwieger gelesen. Er hat schon zwei Frachtschiffreisen mitgemacht und über seine letzte Reise ein 100 Seiten umfassendes Buch mit dem Titel „12.000 Kilometer mit dem Containerschiff“ geschrieben. Er fuhr bis Buenos Aires mit und stieg dort aus, um noch eine Woche in Argentinien zu bleiben. Er machte die gleiche Erfahrung wie ich. Diese karge Kommunikation hat manchmal etwas Bedrückendes.
Ich gehe auf die Brücke, um meinen Landgang abzuklären. Der 2. Offizier Falk Stier (=2. Steuermann =2nd Mate) ist dort allein. Er dreht die Musik etwas leiser. Was er aber nicht hätte tun müssen, denn es waren schöne alte deutsche Schlager. Diese Art Musik habe ich im Bord-DVD-Player auch. Gerade hörte ich Paul Kuhn mit seinem Lied aus den frühen 60ern: „Geben Sie dem Mann am Klavier, noch ein Bier, noch ein Bier …“ Ich habe Glück und kann mir mein Englisch sparen, denn er ist Deutscher.
Das habe ich schnell feststellen können: Ohne ein Wort Englisch findet man nur schwer Kontakt. Mein Englisch ist nicht gerade rühmlich, aber ich benötige für die Artikulation keine Hände und Füße. Nach drei organisierten Europaläufen und mehreren Mehrtagesläufen mit internationaler Beteiligung habe ich das auch ausreichend außer Frage stellen können.
Gerade will ich fragen, warum noch nicht be- und entladen wird. Die Frage hat sich aber erledigt, denn wir müssen eventuell den Pier wechseln. Da ist man sich aber noch nicht sicher. Außerdem erfahre ich von Falk Stier, dass er, wie auch etliche andere Besatzungsmitglieder, erst in Hamburg zugestiegen ist. Das erklärt natürlich so einiges: Ein Großteil der Mannschaft ist neu; man kennt sich noch nicht; es muss jeder noch seine eigene Ordnung schaffen, denn jeder arbeitet bekanntlich anders; es wird noch einige Tage dauern, bis man alles auf die Reihe gebracht hat.
Mein Landgang hat sich in Antwerpen erledigt. Das Wetter zeigt sich von seiner schlechtesten Seite. Mit dem Taxi müsste ich 30 km fahren und wäre eine knappe Stunde unterwegs. Das Taxi kostet angeblich für eine Fahrt 40 Euro. Ich weiß nicht, ob ich mir das antun muss. Da schnattere ich mir einen ab, nur um in der Stadt einen Kaffee zu trinken? Wären wir jetzt in Brasilien bei angenehmen 25°C und mehr, herrlichem Sonnenschein und Ingo in kurzer Hose, dann wäre es etwas anderes.
Am Pier herrscht emsiges Treiben. Um 14 Uhr beginnen die Verladearbeiten. Riesige Kräne schnappen sich die Container und befördern sie an den Pier. Die „Straddle-Carrier“ bringen die Container zu ihrem vorgesehenen Zwischenlager. „Straddle-Carrier“ sind hochbeinige Fahrgeräte. In etwa 11 Meter Höhe lenkt ein Fahrer dieses wendige Fahrzeug. Die Container werden von diesen Fahrzeugen aufgenommen und dann zwischen ihren „Beinen“ transportiert, um sie an ihrem Bestimmungsort abzustellen. Es muss eine wahnsinnige Logistik dahinterstecken.
Die Verantwortung, dass die Container richtig entladen oder beladen werden, liegt in den Händen der Terminalmitarbeiter im Hafen. Der Kranführer hat einen Plan, wie die Container verstaut sind. Er kann von seinem Platz aus die Containernummer (z.B. SUDU 582771 0) über einen Monitor ablesen. Es ist eine Kamera so angebracht, dass diese direkt auf die Nummern ausgerichtet ist. Diese befinden sich an den Stirnseiten des Daches und den Längsseiten. Unter der SUDU Nummer befindet sich eine weitere, wie etwa 45G1. Es handelt sich hier beispielsweise um einen 2-TEU-Container. 1 TEU Container oder andere Größen haben entsprechend andere ID-Nummern. Verantwortliche Mitarbeiter am Kai überprüfen die Richtigkeit der Ladung. Eine Falschverladung soll deshalb nahezu ausgeschlossen werden. Die Schiffsführung ist weitgehend aus der Verantwortung.
Die Containernummern, die etwa lauten 45R1, sind Kühlcontainer. Die Bordelektriker überwachen ständig die Temperaturen in den Containern. Fällt irgendwo mal die Kühlung aus, dann heißt es schnell handeln. Da ist es dann egal, ob Nacht, Wochenende oder Feiertag ist! Die Ladung hat in jedem Fall Vorrang.
Jede Reederei hat ihre eigene Abkürzung an den Containern angebracht. Die Hamburg-Süd hat die Abkürzung SUDU, die Hapag-Lloyd die Abkürzung HLXU, die Cronos Reederei CRTU usw..

Es sind 26 Leute auf der „Santa Rosa“: Kapitän Remigiusz Wilk, der 1st, 2nd und der 3rd Mate. Der 1st, 2nd und 3rd Engineer, zwei Electricians (Elektriker) und der Bosun (Bootsmann). Es sind mit dem Bootsmann sieben Leute an Deck. Im Maschinenraum sind es mit den Elektrikern neun Leute. Dann ist da noch der Smutje (Koch) und der Chief Steward. Um auf die 26 Leute zukommen, gibt es noch Ingo Schulze. Ich bin der einzige Passagier an Bord. Es sind 4 Nationen vertreten: 4 Deutsche, 8 Polen, 1 Kroate und 13 Kiribatier.
Einige technische Daten zur „MV Santa Rosa“
| 85.676 | BRT (1 BRT= 100 Kubikfuß= 2,8316 m3) |
| 42.501 | Netto Tonnage |
| Light Ship | 29.427 t |
| 93.405 | TDW (tons dead weight) 1 Deadweight Tonne entspricht 1.016 kg. Diese Maßeinheit gibt die Tragfähigkeit eines Schiffes an. Man stelle sich vor, dass man das gesamte Schiff inkl. Ladung, Treibstoff und Personen aus dem Wasser hebt und auf eine Waage stellt. Das dort festgestellte Gewicht ist das „Totgewicht“ und die Tragfähigkeit des Schiffes. |
| 299,95 | Meter lang |
| 42,80 | Meter breit |
| 13,50 | Meter Tiefgang |
| 6.600 Volt getrennt) | Stromspannung (E-Werk im Maschinenraum ist streng |
| Gesamthöhe | 62,94 m (vom Kiel bis zur Brücke) |
| Entfernungen | Ab Brücke nach Achtern: 73,0 m, zur Back: 227,0 m |
| 1 Ft | entspricht 3,281 m |
| 7.114 | TEU (bzw. 3.557 Container à 2 TEUs) TEU (Twenty-foot Equivalent Unit). Container mit den Abmessungen: lg. 6,058 m (20 Fuß), ho. 2,60 m und br. 2,44 m werden TEUs genannt. FEUs sind 40 Fuß Container (fourty-foot equivalent unit). Ein FEU oder 2 TEU. Diese sind 12,192m lg., ho. und br. Wie 20 Fuß. Man kann weiter spinnen, denn ein 20-40 Fußcontainer hat 1,5 TEU und Container über 40 Fuß sind 2,25 TEU. |
| 1.600 | incl. Kühlcontaineranschlüsse |
| 22,5 km/h) | Knoten Höchstgeschwindigkeit (22,5x1.853 m/h= 41,7 |
| 45.760 | kW Leistung (62.234 PS) |
| 65-70 Millionen € | Kosten der „Santa Rosa“? |
Das Schiff fährt unter der Flagge von LIBERIA mit Heimathafen MONROVIA. Benannt wurde die „MV Santa Rosa“ nach der gleichnamigen argentinischen Stadt in der Provinz La Pampa. Taufpatin war am 10. Oktober 2011 Frau Sabine Vespermann, Ehefrau von Dr. Arnt Vespermann, Mitglied der Geschäftsführung der Hamburg-Süd. Die „Santa Rosa“ war das sechste Schiff von insgesamt zehn dieser Bauart. Seit Auslieferung bei der Daewoo Ship Building & Marine Engineering Co. Ltd. (DSME) in Korea im Juni 2011 fährt die „Santa Rosa“ im Dienst der Hamburg-Süd zwischen Asien und Südafrika/Südamerika Ostküste (New Good Hope Express).
Ich komme gerade vom Abendessen. Es gab „Chilli con Carne“. Dazu hätte ich ein Bier trinken müssen. Es war gut, aber recht scharf. Vom Essen des kiribatischen Kochs ist nicht jeder erbaut, aber für mich ist es in Ordnung. Kritik übers Essen kenne ich zuhauf. Als ehemaliger Schiffsbäcker und Koch musste ich sie über mich ergehen lassen. Hatte ich bei der Bundeswehr, als Dienstgrad, Aufsicht in der Kantine, dann wurde ständig genörgelt. Und auch als Veranstalter von über 14 internationalen Mehrtagesläufen kenne ich dieses Verhalten zur Genüge. Essen ist ein schier unerschöpfliches Thema, sodass man sich immer wieder fragt, was die Leute eigentlich daheim essen.
11. April (03.Tag) Antwerpen nach Le Havre – F
Um 4.24 Uhr haben wir in Antwerpen abgelegt. Nun geht es nach Le Havre. Das Wetter ist weiterhin regnerisch und ungemütlich, sodass ich mit meinem Morgenspaziergang an Deck noch etwas warte. Es geht mit mäßiger Geschwindigkeit die Schelde abwärts. Der Lotse muss aufpassen, denn die Schelde hat viele Krümmungen und Untiefen. Es ist daher ein ständiger Kurswechsel nötig. Es kommt noch hinzu, dass die Schelde stark befahren ist. Die Fahrt ins offene Meer dauert gute sechs Stunden.
Beim Frühstück sitze ich mit dem Chief Mate, Jonas Moegel, allein in der Messe. Er ist ein sehr sympathischer Mensch und hat für meine Fragen stets ein offenes Ohr. Er war es auch, dem ich als Erstes an Bord begegnete und der uns das Schiff zeigte. Es hat ihn, durch seine Freundin, nach Ostfriesland verschlagen.
Wenn ich zu den Mahlzeiten gehe, dann schaue ich immer mal in die Kombüse rein oder der Koch ruft mir einen Gruß hinterher. Heute ist Donnerstag, also „Seemannsonntag“. Zu meiner Zeit gab es am „Seemannsonntag“ Kuchen zum Kaffee. Mal sehen, ob es diese Tradition noch gibt? Ja, es gibt sie noch! Nur nicht mehr ganz so, wie ich es kenne. Der Kuchen oder das Gebäck ist nicht frisch, sondern in Hamburg eingekauft und wird bei Bedarf aufgetaut.
Der Koch beginnt morgens um 6 Uhr mit seiner Arbeit. Er hat dann um 9 Uhr für 20 Minuten Pause und eine zweite Pause über weitere 20 Minuten um 15 Uhr. Spätestens um 19 Uhr macht er seine Kombüse dicht. Meine Arbeitszeit sah damals etwas anders aus. Spätestens 5.30 Uhr fing mein Dienst an, um frische Brötchen zu backen. Dann half ich bei der Frühstückszubereitung. Anschließend musste ich Brot backen und zwischendurch auch noch das Mittagessen mit vorbereiten. Der Nachtisch war mein Ding. Da musste ich mir immer wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Heute gibt es meist ein Stück Obst – basta!
Nach dem Abendessen war in tropischen Gewässern mindestens einmal in der Woche Kakerlaken-Jagd angesagt. Da hatte ich so manches Mal erst gegen 21 Uhr Feierabend. Die Mittagspause abgezogen, kam ich bequem auf tägliche 12 Stunden. Da heute nur der Koch in der Kombüse arbeitet und seine Arbeitszeit eingeschränkt ist, fehlt ihm die Zeit, um noch einen großartigen Nachtisch und sonstige Leckereien zuzubereiten.

Wir haben Windstärke 4 bis 5 und das Schiff schaukelt mehr oder weniger arg vor sich hin. Empfindliche Leute bekämen dabei bereits die „Seekrankheit“. In Anführungszeichen deshalb geschrieben, weil es ja keine wirkliche Krankheit ist. Es ist ein Problem der Gleichgewichtsorgane. Diese „Krankheit“ ebbt in der Regel nach spätestens 48 Stunden ab. Dann sollte man wieder „gesund“ sein! Soeben überholen wir einen Bulkcarrier mit japanischer Flagge. Für „Landratten“: Ein „Bulkcarrier“ ist ein Massengutfrachter oder auch Schüttgutfrachter und lädt Schüttladungen wie Kohle und Getreide. Es gibt auch sogenannte „Feeder Schiffe“. Bei einem Feeder Schiff handelt es sich um ein kleineres Containerschiff, welches in sogenannten Zubringerdiensten eingesetzt wird. Davon begegnen uns immer wieder welche.
Der Steward kommt in meine Kammer, um mein Bett zu machen. Anschließend kümmert er sich um den Nassbereich. Ansonsten hat er bei mir nicht viel zu tun, denn Ordnung halte ich selbst und eigentlich müsste auch mein Bett nicht gemacht werden. Ich ordne es täglich selbst, aber er zieht immer hier und da noch etwas am Laken, bis es wirklich glatt ist. Gern würde ich ihm sagen, dass er bei mir nichts machen muss, aber es ist sein Job.
Ich gehe auf die Brücke und treffe dort den belgischen Lotsen. Er begrüßt mich mit „Guten Morgen“. Das freut mich und wir kommen schnell ins Gespräch. Zwischendurch sagt er dem Rudergänger (Ausguck) „two six seven“. Der Rudergänger, einer von der Decksmannschaft, weiß dann, dass er den Kurs auf 2670 ändern muss. Später auf dem offenen Meer wird auf „Autopilot“ umgestellt. Zurzeit befinden wir uns aber auf „Revierfahrt“. Von Hamburg nach Antwerpen waren es 252 sm/467 km (1 Seemeile =1.853 m). Es liegen von Antwerpen nach Le Havre 186 sm bzw. 345 km vor uns. Dann geht es über den „großen Teich“ nach Sepetiba/Brasilien über 5.135 sm, also 9.515 km.
Das Lotsenboot nähert sich mit hoher Geschwindigkeit der „Santa Rosa“ und kommt längsseits an die Backbordseite. Der Lotse verabschiedet sich mit den Worten „two, three, zero“ und verlässt die Brücke, um dann über die Jakobsleiter ins Lotsenboot zu steigen. Die „Jakobsleiter“ ist eine Leiter mit Holzsprossen. Das ist eine äußerst wackelige Angelegenheit und nicht für jedermann geeignet. Man nennt sie auch „Lotsentreppe“. Der Lotse trägt dabei stets, aus Sicherheitsgründen, eine Schwimmweste.
Der Kapitän übernimmt wieder das Kommando und wiederholt die Position „two, three, zero“. Auch der Rudergänger wiederholt diese stets, damit klar ist, dass er alles richtig verstanden hat.
Die „Schelde“ führt uns für kurze Zeit in die Nordsee und dann in den Englischen Kanal. Wir passieren die Kanalenge zwischen Dover und Calais. Das Schaukeln wird etwas heftiger und es ist ein dumpfes Stampfen zu vernehmen. An Geräusche dieser Art werde ich mich wieder gewöhnen müssen.
Wie habe ich mir die Reise vorgestellt? Als Langstreckenläufer wollte ich jeden Morgen etliche Male auf dem Deck hin- und herlaufen. Pustekuchen! Das geht nicht. Der Gang ist zu schmal und es stehen überall Klappen, die der Entlüftung des Laderaumes dienen, offen. Wenn ich da mit dem Kopf gegen eine Klappe laufe, brauche ich anschließend ein neues Passbild. Die Klappen wurden von mir während der Reise einmal gezählt und ich kam, zusammen mit denen auf der Back- und der Steuerbordseite, auf 172. Sollten diese aus irgendeinem Grund mal schnell geschlossen werden, so kommt man sicherlich ins Rotieren. Denn die Klappen müssen herunter-geklappt werden und werden dann jeweils mit zwei Flügelmuttern angezogen.
Ich marschiere mehrmals am Tag von Steuerbord über das Achterschiff und über Backbord wieder zurück oder in ent-gegengesetzter Richtung über die Back. Will man sich weitere Bewegung verschaffen, so gibt es dafür noch zwei Räume, in denen man sich auf dem Laufband, mit Hanteln und an der Tischtennisplatte austoben kann. Außerdem steht auch noch der Miniswimmingpool zur Verfügung. Er ist mit Meerwasser gefüllt, das regelmäßig ausgetauscht wird. Wir haben nichts so sehr im Überfluss wie Meerwasser.
Vom Oberdeck zu meiner Kammer auf dem Deck F sind es jedes Mal 96 Stufen. Will ich auf die Brücke, dann sind es noch einmal 32 mehr. Komme ich vom Landgang, dann muss ich die Gangway über 55 hochlaufen und dann gleich 96 weitere bis zu meiner Kammer. Das Schiff hat wohl einen Fahrstuhl, aber da laufe ich immer dran vorbei. Ich habe mal nachgedacht, wie oft ich am Tag die Treppen rauf und runter laufe. Es kommen täglich etwa 600 Stufen zusammen. Eher mehr! Bei meiner 49-tägigen Reise komme ich so auf ca. 30.000 Stufen, die ich rauf und runter gewetzt bin.
Es ist jetzt 11 Uhr. Bevor ich zum Mittagessen gehe, mache ich noch meinen morgendlichen Spaziergang auf dem Oberdeck. Ich muss das Gleichgewicht halten und aufpassen, dass ich mir nicht den Schädel anschlage, sonst brauche ich, wie gesagt, doch noch ein neues Passbild. Der Wind ist ziemlich heftig und bläst mir die Falten aus dem Gesicht. Die vorn gestraffte Haut flattert dann am Hinterkopf. Da auch ich ein wenig eitel bin, habe ich eine Mütze auf. Dann sieht man die flatternden Hautfalten nicht so sehr.
Vor dem Essen unterhalte ich mich noch mit dem 2nd Engineer und frage, ob wir schon im Kanal sind. Er hebt nur die Schultern und sagt: „Kann schon sein, in der Maschine bekomme ich davon nichts mit.“ Die Aussage war lustig! Es gibt eine Gemüsesuppe, Steak, Mischgemüse und Reis. Ich hätte auch Kartoffelchips haben können, aber ich entschied mich für Reis. Morgen habe ich dann wieder die Auswahl zwischen Reis und POT – also POTatos. Dann werde ich mich für POT entscheiden. Jetzt kenne ich ja die Abkürzung! Zum Nachtisch gibt es Eiscreme. Ich glaube, dass ich heute mal aufs Laufband muss.
Der Nebel ist dichter geworden. Man kann von den Achteraufbauten noch nicht einmal bis zur Back schauen. Meinen Laptop kann ich nur noch schlecht auf dem Schoß halten und muss wohl auf den Tisch ausweichen, denn das Ding knallt mir sonst herunter.
Uns begegnet ein „Ro-Ro“-Schiff (Roll on/Roll off). Dieser Schiffstyp wird häufig im Fährverkehr eingesetzt. Ro-Ro-Schiffe haben mindestens eine Bugoder Heckklappe, über die die Fracht ein- und ausgerollt (aus- und eingeladen), werden kann. Selten sieht man sogenannte Semi-Container. Diese Schiffe haben Container und Stückgut geladen. Zudem verfügen sie oft über eigenes Ladegeschirr. Stückgutfrachter, wie ich sie noch kenne, hatten grundsätzlich eigenes Ladegeschirr. Aber das ist heute nicht mehr Standard.
Das Schaukeln wird immer heftiger und das Schreiben macht keinen Spaß mehr. Daher mache ich einen Deckspaziergang und besuche die Brücke. Ob ich noch auf das Laufband gehe? Das Ding hat links und rechts einen Handlauf zum Festhalten. Mal sehen! Am frühen Nachmittag bessert sich das Wetter wieder und es scheint sogar zeitweise die Sonne. Auch das Meer hat sich später beruhigt und ich kann wieder ungestört schreiben.
Was darf eine siebenwöchige Reise auf einem Frachter kosten? Es ist kein Geheimnis, denn man muss sich nur die Unterlagen von der „Hamburg-Süd“ zukommen lassen. Die HSDG hat ein Reisebüro, welches von der Lufthansa betrieben wird.
Also Fakten: 5.090 Euro. Hinzu kommt die Hepatitis- und die Gelbfieberimpfung mit 125 Euro, eine Reiseversicherung mit 125 Euro und eine (freiwillige) Rücktrittsversicherung mit 244 Euro. Die Höhe des Taschengeldes für Landgänge usw. hat jeder selbst zu entscheiden. Es gibt auch die sogenannte DEVIATIONS-VERSICHERUNG, aber diese ist im Fahrpreis enthalten. Diese Versicherung ist notwendig, wenn wegen eines Notfalls, die der Passagier zu verantworten hat, außerplanmäßig ein Hafen angelaufen werden muss. 6.000 Euro für eine solche Fahrt müssen einkalkuliert werden. Das ist genau die Summe, die meine Europaläufer an „Ingo-Tours“ zahlen mussten. Dafür durften sie sich 64 Tage lang die Füße vertreten.
Ich komme gerade von der Brücke. Der Kapitän fragt mich, ob ich schon in der Maschine war. Dieses verneine ich, denn ich will noch abwarten, bis wir Le Havre verlassen haben und auf hoher See sind. Genau das wollte der Käpt’n mir eigentlich sagen. Mich fasziniert das kleine Steuerrad, das so groß ist, wie das eines „bobby cars“ (Kinderfahrzeug). Das fotografiere ich. Der Chief sagt: „Fotografieren Sie doch auch den Joystick, mit dem man auch steuern kann.“ Da wird der Hund in der Pfanne verrückt! Da kannst du einen Dampfer mit über 300 m Länge mit solch einem „Spielzeug“ steuern!
Noch fahren wir aber mit Autopilot und dieser hält den Kurs exakt auf 240°. Wir brauchen noch etwa drei Stunden bis Le Havre und sind mit 22,5 kn unterwegs. Der Käpt’n gibt Vollgas, denn für den Dampfer wird eigentlich eine Höchstgeschwindigkeit von nur 22,2 kn angegeben. Im Fahrzeugschein meines Autos ist aber auch eine maximale Geschwindigkeit angegeben und ich kann leicht etwas schneller fahren.
Wir haben zurzeit 4.871 TEUs in etwa 2.400 Container an Bord. Es sind fast nur 2 TEU-Container. In Le Havre werden wir wohl so ziemlich vollgemacht, maximal kommen noch 2.243 TEUs hinzu. Im Laderaum türmen sich acht Container übereinander. Dann kommt das Oberdeck, und hier können noch einmal bis zu sieben Container übereinander gestapelt werden. Das bedeutet, dass bis zu 15 Container, jeder mit einer Höhe von 2,60 m, mit einer Gesamthöhe von 39 m übereinander stehen können. In der Reihe sind es auf dem Oberdeck 17 Container mit 3.896 TEUs.
Unter Deck können 3.218 TEUs geladen werden. Gesamt kämen wir also wieder auf 7.114 TEUs, inklusive 890 TEU Kühlcontainer unter Deck und 710 TEU auf dem Oberdeck. Für die Kühlcontainer stehen 1.600 Kühlcontaineranschlüsse zur Verfügung. Container, die ganz oben gestapelt werden, sind überwiegend Leercontainer.
Die „Santa Rosa“ kann also bis zu 7.114 TEUs laden. Hierbei handelt es sich um 1 TEU-Container. Bei 2 TEU-Containern wären es 3.557 Stück. Stellt man diese bei einer Einzellänge von 12,192 m hintereinander auf, so kommt man auf 43,367 km. Die Länge der gesamten Container beträgt etwa mehr als die Marathondistanz von 42,195 km.

Um 21.12 Uhr machen wir in Le Havre fest. Beim Einlaufen in den Hafen scheint noch die Sonne und die Temperatur lässt sich aushalten. Kurz nach dem Festmachen, fängt es in Strömen an zu regnen. Was soll‘s, ich bin um 21.45 Uhr schlafen gegangen und daher störte mich der Regen recht wenig.
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