Kitabı oku: «Das Hashimoto-Programm»

Yazı tipi:

Izabella Wentz
Das Hashimoto-Programm
Gesund in 90 Tagen


VAK Verlags GmbH Kirchzarten bei Freiburg
Titel der amerikanischen Originalausgabe:

Inhalt

Liebe Leserin, lieber Leser!

Vorwort

Einführung

Teil I Hashimoto – Die Krankheit und ihre Ursachen

Kapitel 1: Meine Hashimoto-Erfolgsgeschichte – und Ihre eigene

Kapitel 2: Symptome, Diagnose und Ursprünge von Hashimoto verstehen

Kapitel 3: Gehen Sie der Ursache auf den Grund, um Ihre Gesundheit wiederzuerlangen

Teil II Die Elementarprogramme

Die Elementarprogramme

Kapitel 4: Das Programm zur Unterstützung der Leber

Kapitel 5: Das Erholungsprogramm für die Nebennieren

Kapitel 6: Das Programm für einen gesunden Darm

Kapitel 7: Erweiterte Suche nach Grundursachen

Teil III Die Erweiterten Programme

Kapitel 8: Programme zur Optimierung der Schilddrüsenhormone

Kapitel 9: Ernährungs- und Nährstoffprogramme

Kapitel 10: Programme zur Bewältigung traumatischer Stressbelastungen

Kapitel 11: Programme zur Infektionsbekämpfung

Kapitel 12: Programme zur Beseitigung von Toxinen

Ein Wort zum Schluss

Danksagungen

Anhang

Rezepteverzeichnis

Weiterführende Informationen und nützliche Adressen

Ausgewählte Literatur

Über die Autorin

Gewidmet meinen geschätzten Leserinnen und Lesern und all jenen, die unermüdlich nach Gesundheit und den zugrunde liegenden Ursachen forschen; mögen Sie Ihre Gesundheit wiedererlangen, sodass Sie Ihre Träume verwirklichen und selbst die Veränderung sein können, die Sie in dieser Welt sehen möchten!

Hinweise des Verlags

Dieses Buch dient der Information über Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge. Wer sie anwendet, tut dies in eigener Verantwortung. Autorin und Verlag beabsichtigen nicht, Diagnosen zu stellen oder Therapieempfehlungen zu geben. Die hier vorgestellten Vorgehensweisen sind nicht als Ersatz für professionelle Behandlung und / oder schulmedizinische Therapie bei ernsthaften Beschwerden zu verstehen.

Wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Therapeuten, bevor Sie Entscheidungen bezüglich Ihrer Gesundheit treffen oder wenn Sie Beratung und Anleitung bei einem speziellen medizinischen Problem benötigen.

Anmerkung der Übersetzerin: Einer der zentralen Begriffe in diesem Buch ist Root Cause, die zugrunde liegende Ursache oder Grundursache. Da die Autorin ihn in vielen Kombinationen als griffiges Schlagwort verwendet, das sich nicht immer mit derselben Kürze und Prägnanz ins Deutsche übertragen lässt, bleibt er manchmal unübersetzt.

Liebe Leserin, lieber Leser!

Wenn Sie dieses Buch zur Hand genommen haben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Ihre Gesundheit zu wünschen übrig lässt und Sie wissen oder vermuten, dass das etwas mit Ihrer Schilddrüse zu tun hat. Vielleicht haben Sie gerade erfahren, dass Sie an der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis leiden und Sie sind auf der Suche nach Antworten auf die Frage, wie Sie wieder gesund werden können. Vielleicht nehmen Sie ja auch schon seit Jahren Schilddrüsenmedikamente ein und es ist Ihnen zu Ohren gekommen, dass es eventuell einen anderen Weg zur Besserung gibt – und nun sind Sie bereit, ihn zu beschreiten.

Viele von Ihnen sind an diesem Punkt angekommen, weil die Liste verwirrender Symptome, deren mögliche Ursache eine Störung der Schilddrüsenfunktion ist, immer länger wurde. Dazu könnten Haarausfall, Angstzustände, Gelenkschmerzen, eine Belastung des Magen-Darm-Trakts, extreme Müdigkeit, Allergien und Säurereflux gehören (um nur einige wenige zu nennen).

Wie auch immer Ihre Hashimoto-Geschichte lautet, hier sind Sie richtig, und ich bin da, um Ihnen zu helfen. Ich habe mehr als zehn Jahre unter Hashimoto-Symptomen gelitten und verbrachte viele davon mit der Suche nach einer Diagnose. Ich verstehe die Frustration, die sich einstellt, wenn es an Antworten und Unterstützung durch das schulmedizinische Denksystem mangelt. Ich weiß auch, wie es ist, wenn man das Gefühl hat, alles selbst herausfinden zu müssen.

Erst als ich meine Ausbildung zur Apothekerin in die Waagschale warf, Tausende von Stunden mit Recherche verbrachte und Selbstver suche machte, gelang es mir, ein Programm für meine Genesung auf die Beine zu stellen. Ich konnte meine Gesundheit wiedererlangen und habe inzwischen einer großen Zahl von anderen Menschen zu einer besseren Gesundheit und damit zu einem glücklicheren, erfüllteren Leben ver holfen.

An welchem Punkt auf Ihrem Weg Sie auch sein mögen, Sie sollen wissen, dass die Dinge besser werden können und dass es Ihnen besser gehen wird, solange Sie engagiert die Verantwortung für Ihre eigene Gesundheit übernehmen und einige Dinge in Ihrem Leben verändern. Dass Sie nun dieses Buch in den Händen halten, ist ein ausgezeichneter erster Schritt, und ich bin sehr glücklich, dass Sie sich Das Hashimoto-Programm ausgesucht haben. Ich fühle mich geehrt, Sie auf Ihrem Weg begleiten zu dürfen!

Izabella Wentz, Apothekerin

Mitglied der Amerikanischen Gesellschaft Beratender Pharmakologen

Vorwort

Die Leitlinie meines Hashimoto-Programms – „Die Gene sind nicht Ihr Schicksal!“ –, ist etwas, woran ich aufrichtig glaube. Ich sage meinen Patienten immer, dass die Genetik das Gewehr lädt, aber die Umwelt den Abzug betätigt. Wie Sie sich ernähren, wie viel Sport Sie treiben, wie Sie mit Stress umgehen und welchen Umwelttoxinen Sie ausgesetzt sind, trägt alles zur Entwicklung und zum Verlauf einer chronischen Krankheit bei.

Mehr als 133 Millionen Amerikaner leiden an einer chronischen Krankheit, davon leben geschätzte 20 Millionen mit einer Form von Schilddrüsenerkrankung. Die Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis und der Schilddrüsenunterfunktion beschränken sich längst nicht nur auf ein geringes Energieniveau, sondern können sich katastrophal auf Ihre Gesundheit auswirken. Die Schilddrüse bestimmt die Geschwindigkeit und beschleunigt die Aktivität jeder Funktion Ihres Körpers. Sie entscheidet über Ihre Stimmung, über die Gesundheit von Haut und Haaren, die Funktion des Herzens, den Blutzuckerspiegel, die Fruchtbarkeit, die Körpertemperatur sowie über die Muskelfunktion und die Funktion Ihrer Hormone, insbesondere derjenigen, die mit PMS (dem prämenstruellen Syndrom) und der Menopause, den Wechseljahren, in Zusammenhang stehen.

Als die Apothekerin Izabella Wentz erstmals die Diagnose Hashimoto erhielt, entdeckte sie schnell, dass eine erhebliche Wissenslücke bestand, was Maßnahmen hinsichtlich der Lebensweise betraf. Angesichts ihrer eigenen Erkrankung untersuchte und testete sie systematisch Genesungsprogramme, um eine Remission ihrer Krankheit zu erreichen. Dann ließ sie die Welt mutig an ihrem Prozess teilhaben und ging voran, damit andere Hashimoto-Patienten in ihren Fußstapfen folgen konnten. Nicht nur, dass Tausende von Patienten ihr erstes Buch Hashimoto im Griff (VAK 2015) gelesen und ihre Forschungsergebnisse erfolgreich angewandt haben, auch in der medizinischen Welt hat sie sich dafür stark gemacht, Hashimoto im Bewusstsein zu verankern und ist für die Methode der funktionellen Medizin eingetreten.

Als starker Verfechter der funktionellen Medizin, die sich um die einer Krankheit zugrunde liegenden Ursachen, statt nur um die Symptome kümmert, bin ich ein Bewunderer von Dr. Wentz’ Elementarprogrammen, mit deren Hilfe Sie durch die Konzentration auf drei Schlüsselbereiche zur Ursache Ihrer Krankheit vordringen.

Erstens senken Sie mit dem Programm zur Unterstützung der Leber Ihre toxische Belastung, unterstützen die körpereigenen Entgiftungswege und werden widerstandsfähiger im Kampf gegen die chemischen Giftstoffe in unserer Umwelt. Umwelttoxine können der gestörten Schilddrüsenfunktion und den damit in Zusammenhang stehenden Krankheiten durch Entzündungen, oxidativen Stress und Schädigung der Mitochondrien Vorschub leisten. Unsere Umwelt wirkt sich auf unsere Gene aus. Der genetische Code selbst kann nicht verändert werden, doch die Welt um uns herum nimmt in hohem Maße Einfluss auf die Art, wie diese Gene exprimiert werden. In den letzten hundert Jahren hat sich unsere Umwelt mehr verändert als in der gesamten bisherigen Geschichte der Menschheit. Das Programm zur Unterstützung der Leber zeigt Ihnen, was Sie tun können. Schritt für Schritt leitet Izabella Wentz Sie an, wie Sie Giftstoffe in Ihrem Haus und Ihrer Ernährung meiden und gleichzeitig die natürlichen Entgiftungswege durch die Hinzunahme von Superfoods (Lebensmittel, die außergewöhnlich nährstoffreich sind und sich dadurch besonders positiv auf die Gesundheit auswirken; Anm. d. Übers.), körperliche Aktivitäten und Nahrungsergänzungsmittel zur Senkung der Giftbelastung des Körpers unterstützen können.

Zweitens zeigt Ihnen das Programm zur Erholung der Nebennieren, wie Sie Ihre Schilddrüsengesundheit verbessern, indem Sie für eine ordnungsgemäße Funktion der Nebennieren sorgen. Als Arzt, der mit funktioneller Medizin arbeitet, weiß ich, dass es bei jedem Patienten mit einer mangelhaften Schilddrüsenfunktion zum Heilungsprozess gehört, sich um die Auswirkungen von chronischem Stress zu kümmern und die Nebennieren zu unterstützen. Izabella Wentz leitet Sie dazu an, mithilfe ihres Programms zur Erholung der Nebennieren Ihre Stresstoleranz zu erhöhen; dabei geht es um Erholung und Stärkung durch Ruhe, Abbau von Stress und die Eindämmung von Entzündungsprozessen, den Ausgleich des Blutzuckers und die Zufuhr fehlender entscheidender Nährstoffe.

Und drittens gibt das Programm für einen gesunden Darm Hashimoto-Patienten das Instrumentarium an die Hand, das sie brauchen, um ihre durchlässige Darmwand auszuheilen und ihre optimale Gesundheit wiederzuerlangen. Patienten mit einem Reizdarmsyndrom oder einem Leaky-Gut-Syndrom (wie eine Barrierestörung der Darmschleimhaut auch genannt wird) kämpfen oft mit belastenden Symptomen wie Blähungen, Magenschmerzen, Durchfällen und Verstopfung. Izabella Wentz präsentiert Strategien, die mit jenen übereinstimmen, die auch ich zur Behebung der Symptome eines Reizdarmsyndroms und zur Wiederherstellung der gesunden Darmfunktion bei den meisten meiner Patienten anwende. Dazu gehört das Meiden von Nahrungsmitteln, die Reaktionen hervorrufen, also nicht vertragen werden, die Wiederherstellung einer ausgewogenen Darmflora und die Supplementierung mit Enzymen und Nährstoffen für den Darm.

Ich bin auch begeistert von der innovativen Forschung in den Erweiterten Programmen, die es Patienten ermöglicht, das Fortschreiten von Autoimmunprozessen zu stoppen, indem sie Auslöser identifizieren und beseitigen und nicht nur den Spiegel der Schilddrüsenhormone mit entsprechenden Medikamenten optimieren, sondern auch einen Umschwung bei der autoimmun bedingten kontinuierlichen Schädigung der Schilddrüse herbeiführen können. Dadurch wird es für viele Patienten möglich, ihre Medikamente unter ärztlicher Aufsicht zu reduzieren und ihr Leben in vollen Zügen zu genießen.

Das Hashimoto-Programm bietet Patienten und Ärzten die Chance, ihre Ansichten über die Behandlung und Genesung von Hashimoto zu ändern. Mit diesem breit gefächerten Ansatz, der sich mit den der Krankheit zugrunde liegenden Ursachen befasst und nicht einfach die Symptome unterdrückt, hat Izabella Wentz Ihnen den Weg zurück zur Gesundheit in einem Zeitraum geebnet, der so realistisch wie möglich ist. Dieses Buch eröffnet Ihnen die Chance, die Verantwortung für Ihre Gesundheit selbst zu übernehmen und stattet Sie dafür mit dem Instrumentarium und dem Wissen aus, das Sie brauchen, um Ihren Heilungsprozess in Gang zu setzen!

Izabella Wentz erinnert Patienten daran, dass sie unter der Leitung eines Arztes, der mit funktioneller Medizin arbeitet, proaktiv an der Beseitigung Ihrer Schilddrüsenprobleme arbeiten und eine Remission Ihrer Autoimmunerkrankung herbeiführen können.

Dr. med. Mark Hyman

Bestseller-Autor, Leiter der Cleveland Clinic für funktionelle Medizin, Gründer und Leiter des UltraWellness Center

Einführung

Auch wenn der Begriff Hashimoto-Thyreoiditis wie eine seltene und exotische Krankheit klingt – Tatsache ist, dass es sich hierbei um die häufigste Autoimmunerkrankung in den USA und weltweit handelt, von der zwischen 13,4 und 38 Prozent der Gesamtbevölkerung betroffen sind. Synthetische Schilddrüsenhormone führen in den USA seit einigen Jahren die Verkaufszahlen bei Arzneimitteln an, und die meisten Menschen, die sie nehmen, haben Hashimoto.

Alle zehn Jahre steigt die Anzahl der Hashimoto-Patienten. Konservativen Schätzungen zufolge erkrankt jede fünfte Frau irgendwann in ihrem Leben an Hashimoto oder einer anderen Schilddrüsenstörung. Viele Betroffene wissen eventuell gar nichts davon, sei es, weil sie nicht richtig darauf untersucht oder weil sie mit der Auskunft abgespeist wurden, dass ihre Schilddrüse „träge“ oder „unteraktiv“ sei (obwohl sie in Wirklichkeit Hashimoto haben). Das soll heißen, wenn Sie Hashimoto haben oder dies vermuten, sind Sie damit ganz sicher nicht allein.

Bei Hashimoto versteht das Immunsystem die Schilddrüse als fremden Eindringling und setzt eine Immunreaktion gegen sie in Gang, als wäre sie ein fremdes Virus, ein Bakterium oder ein anderer Krankheitserreger. Diese autoimmune Zerstörung der Schilddrüse führt schließlich dazu, dass sie nicht mehr in der Lage ist, genügend eigene Hormone zu bilden. Das wiederum führt zu einer Unterfunktion.

Haben Sie Hashimoto, eine Hypothyreose oder beides?

Eine Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) ist als klinischer Zustand definiert, bei dem der Spiegel der Schilddrüsenhormone im Körper zu niedrig ist. Dafür kann es eine Reihe von Gründen geben, zum Beispiel Jodmangel, die operative Entfernung der Schilddrüse, die übermäßige Einnahme von Medikamenten, die die Schilddrüsenfunktion unterdrücken, die Unterdrückung der Hypophysenfunktion (die Hypophyse ist eine Hormondrüse im Gehirn; Anm. d. Übers.) oder eine Schädigung der Schilddrüse (durch äußere Einwirkung oder Krankheit).

Die meisten Hypothyreosefälle sind in den USA, Kanada und Europa sowie in anderen Ländern, die ihr Speisesalz mit Jod anreichern, auf Hashimoto zurückzuführen. Je nach Quelle liegen in den USA die Schätzungen zwischen 90 und 97 Prozent, dass Menschen, bei denen eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert wurde, in Wirklichkeit von Hashimoto betroffen sind.

Obwohl Hashimoto die der Unterfunktion zugrunde liegende Ursache ist, bekommen viele Menschen nach der Diagnose zu hören, sie hätten „lediglich eine Schilddrüsenunterfunktion“. Aber nur sehr wenige erfahren, warum ihre Schilddrüse nicht mehr genügend Hormone bildet oder dass sie an einer Autoimmunerkrankung leiden. Meist wird ihnen erzählt, dass alles in Ordnung sei, solange sie nicht vergessen, für den Rest ihres Lebens täglich morgens ihr synthetisches Schilddrüsenmedikament zu nehmen. Die meisten Menschen kommen gar nicht auf den Gedanken zu fragen: „Warum greift mein Immunsystem die Schilddrüse an?“ Daher wissen sie auch nicht, wie sie das aus dem Gleichgewicht geratene Immunsystem behandeln können und bekommen keine Chance, das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern oder umzukehren. Der Arzt behandelt einfach die Symptome, und der Patient tut genau das, was man uns allen beigebracht hat: Er hört auf den Rat des Fachmanns und versucht, sein Leben weiterzuführen. Es gibt einen anderen Weg.

Viele Ärzte untersuchen ihre Patienten einfach gar nicht auf Hashimoto. Denn in der Schulmedizin unterscheidet sich die Behandlung von autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen nicht von der einer Schilddrüsenstörung durch Nährstoffmangel oder eines angeborenen Schilddrüsendefekts, des angeborenen Fehlens der Schilddrüse oder nach einer operativen Entfernung oder einer Radiojodtherapie des Organs. Die Schulmedizin behandelt alle diese Fälle mit synthetischen Schilddrüsenhormonen. Doch bei all denen, die an Hashimoto leiden, ist das ein Fehler, der ihr Leben verändert.

Gefährdete Bevölkerungsgruppen

Hashimoto tritt in Familien gehäuft auf, Frauen sind 5–8 Mal häufiger davon betroffen und die Erkrankung erreicht tendenziell ihren Höchststand in der Pubertät, in der Schwangerschaft und in der Perimenopause (die Zeit des Klimakteriums 1–2 Jahre vor und nach der eigentlichen Menopause; Anm. d. Übers.) Wenn Sie die Diagnose Hashimoto erhalten haben, drängen Sie bitte darauf, dass sich Ihre Töchter und Schwestern, die Mutter und die Großmutter untersuchen lassen, insbesondere, wenn sie vom Alter her den drei häufigsten Zeiträumen entsprechen, in denen sich Anomalien bei den Schilddrüsenhormonen zeigen. Und nur, weil Frauen häufiger erkranken als Männer, heißt das nicht, dass Männer und Kinder nicht betroffen sind.

Meine eigene Erfahrung mit Hashimoto

Mein Weg mit der Hashimoto-Thyreoiditis begann 2009 mit der Diagnosestellung. Ich wusste über die Erkrankung Bescheid, weil Schilddrüsenstörungen im Pharmaziestudium behandelt worden waren, aber zu der Zeit hatte ich diesem Thema keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Wir hatten eine kurze Vorlesung, in der wir etwas über einige der Symptome bei Hormonstörungen der Schilddrüse erfuhren. Angemerkt wurde auch, dass Frauen mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Unterfunktion bekommen, da sie älter werden und dass die Behandlung der Wahl synthetische Schilddrüsenhormone seien. Wir erfuhren, dass die meisten Hypothyreosefälle aufgrund von Hashimoto autoimmun seien, aber abgesehen davon enthielten meine Vorlesungsnotizen keinerlei wesentliche Informationen (und ich schrieb wirklich immer sehr ausführlich mit!) Mein Interesse an Hashimoto wurde durch meine eigene Diagnose geweckt, die ich im Alter von erst 27 Jahren erhielt, was meine Vorstellung von Hashimoto als Alterserkrankung über den Haufen warf. Die Diagnose war nicht einfach gewesen. Fast zehn Jahre lang hatte ich mit meinen seltsamen Symptomen alle möglichen Ärzte aufgesucht, bis es so weit war (mehr über meine Geschichte in Kapitel 1). Und selbst nachdem die Diagnose feststand, schien mir die Hilfe, die von wohl meinenden Schulmedizinern angeboten wurde, zu kurz gegriffen. Die einzige Empfehlung meines Arztes war ein rezeptpflichtiges Medikament, um die Hormone zu ersetzen, die meine unter dem Angriff durch das Immunsystem stehende Schilddrüse nicht mehr selbst bilden konnte. Es fühlte sich an, als würde noch mehr Wasser in einen löchrigen Eimer gegossen. Warum sollte man nicht – wie es meiner Logik entsprach – versuchen, den Angriff auf die Schilddrüse zu stoppen? Ich wusste, dass es einen besseren Weg geben musste. Also beschloss ich, die Bewältigung der Hashimoto-Thyreoiditis als meine persönliche Lebensaufgabe anzunehmen, und der erste Schritt war, mein eigenes Genesungsprogramm zu konzipieren.

Im Endeffekt war es ein Programm, das bestimmte Veränderungen in der Ernährung, spezielle Nahrungsergänzungsmittel und neuartige Medikamente zur Behandlung der meiner Krankheit zugrunde liegenden Ursachen beinhaltete, durch das es mir besser zu gehen begann und das schließlich im Januar 2013 zu einer Remission führte. (Remission bedeutet die vorübergehende oder dauernde Abschwächung der Symptome bei chronischen Erkrankungen, ohne dass eine Heilung erreicht wird; Anm. d. Übers.)

Während dieses Prozesses hatte ich ein ausführliches Tagebuch geführt, in dem ich meine Untersuchungen und Fortschritte festhielt. Und diese Aufzeichnungen waren die Grundlage für mein erstes Buch Hashimoto im Griff (VAK 2015). Durch den Erfolg dieses Buches wurde mir klar, dass es eine Zielgruppe gab, die nach Lösungen für Hashimoto suchte, genau wie ich es getan hatte.

Ich begann, Hashimoto-Patienten und ihre behandelnden Ärzte zu beraten. Und seitdem habe ich mehr als 500 Erfolgsgeschichten von Lesern, Klienten und Gesundheitsfachleuten gesammelt, die ebenfalls eine enorme Besserung ihrer Symptome, Autoimmunmarker der Schilddrüse und Laborwerte feststellen konnten, wenn sie nach den von mir empfohlenen Richtlinien vorgingen.

Ich hatte das Vergnügen, die brillantesten Köpfe der funktionellen Medizin und der natürlichen Heilweisen kennenzulernen und führte faszinierende Diskussionen über innovative Behandlungsstrategien. Nachdem ich mit mehr als tausend Hashimoto-Patienten gearbeitet hatte, entwickelte ich einen optimierten Ansatz, um Menschen bei der Stärkung ihres Körpers zu helfen und sie Schritt für Schritt auf ihrem Weg durch das Labyrinth der individuellen Auslöser autoimmuner Schilddrüsenerkrankungen und ihrer Erkennung zu begleiten.

Die Dig at it-Methode

In meinem ersten Buch stellte ich die Dig at it-Methode vor, um die mit der Hashimoto-Thyreoiditis einhergehenden Auslöser zu finden. „Graben“ Sie also danach. (Das englische Wortspiel steht nicht nur für die Aufforderung zu graben, es ist auch ein Akronym, das sich aber nicht 1:1 ins Deutsch übertragen lässt; Anm. d. Übers.)

Dig at it steht für (die englischen Begriffe von):

Nährstoffverarmung, Verdauung

Jod, Entzündungen, Infektion, Ungleichgewicht des Immunsystems

Darm, Gluten

Nebennieren, alkalische Phosphatase

Auslöser

Unverträglichkeiten

Umweltgifte

Menschen mit Hashimoto zu helfen, ist nicht nur zu meiner Leidenschaft, sondern zu meiner Vollzeitbeschäftigung und Berufung geworden. Zusätzlich zu meiner Arbeit mit Klienten trete ich auch mit Begeisterung dafür ein, weithin bewusst zu machen, dass es eine Genesung von Hashimoto gibt und betreibe eine Website, habe eine Facebook-Community und einen Newsletter, der sich neuen Strategien für die Überwindung von Hashimoto widmet. Bislang habe ich meine Community (Gemeinschaft) von mehr als 250 000 sogenannten Root Cause-Rebellen – also Menschen, die unermüdlich der Ursache ihrer Erkrankung auf den Grund gehen – befragt, welche Maßnahmen ihnen am meisten geholfen haben.

Ich habe das Problem Hashimoto zwar nicht gelöst, bin jedoch bei mir selbst und bei der Anleitung anderer Hashimoto-Patienten sehr erfolgreich gewesen, sodass sie gesünder sind, weniger Symptome haben und in manchen Fällen den Autoimmunangriff auf den Körper stoppen konnten sowie keine Medikamente mehr brauchen.

Ist Hashimoto heilbar?

Auch wenn Hashimoto nicht heilbar ist, werde ich Sie in diesem Buch ausführlich darüber informieren, wie Sie in nur 90 Tagen gesund werden können.

Ich spreche von der Beseitigung all Ihrer Symptome, der Wiederherstellung Ihres Energieniveaus, dem Ziel, ein gesundes Körpergewicht zu erreichen, davon, dass Ihr Haar nachwächst und dass Sie sich wieder voller Leben fühlen. Sie lernen die potenziellen Auslöser kennen, die dazu geführt haben, dass Sie an Hashimoto erkrankten, und wie Sie diese beseitigen können. Sie lernen Ihre Nährstoffe zu ersetzen und den Spiegel Ihrer Schilddrüsenhormone auf das richtige Niveau zu bringen sowie die Autoimmunangriffe auf Ihren Körper zu stoppen.

Viele von Ihnen werden einen Rückgang der Autoimmunmarker (Antikörper) feststellen und bei manchen wird der Antikörpersuchtest sogar irgendwann negativ ausfallen, wenn Sie sich an die Empfehlungen in diesem Buch halten. Einige wenige von Ihnen können vielleicht sogar Ihr Schilddrüsengewebe regenerieren und die Schilddrüsenmedikamente (unter ärztlicher Aufsicht) absetzen.

Wissenschaftler halten Hashimoto für unheilbar, doch ich glaube, wir haben die Fähigkeit und das Wissen, bei den meisten Menschen eine Remission der Erkrankung herbeizuführen. Jede Autoimmunerkrankung hat eine andere Definition von Remission. Nach meiner Auffassung ist Remission ein Weg, nicht unbedingt ein Zielort. Und das hier sind die reizvollen „Haltestellen“ der Reise:

– Sich besser fühlen,

– alle Symptome beseitigen,

– Schilddrüsenantikörper senken,

• zuerst unter 100 U/ml,

• dann unter 35 U/ml,

– Schilddrüsengewebe regenerieren,

– in Remission kommen.

Die Genesung von Hashimoto sollte schrittweise erfolgen, und wenn es Ihnen nicht gut geht, dann wollen Sie sich wahrscheinlich zuerst darauf konzentrieren, dass es Ihnen wieder besser geht! In vielen Fällen heißt das, die richtigen Schilddrüsenhormone in der richtigen Dosis einzu nehmen.

Ist es Ihnen erst einmal gelungen, Ihre Symptome zu beseitigen, die Schilddrüsen-Antikörper in den Normbereich zu senken (< 35 U/ml) und Schilddrüsengewebe zu regenerieren, haben Sie dann immer noch Hashimoto? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir die Ursprünge einer Autoimmunerkrankung berücksichtigen. Neueren medizinischen Erkenntnissen zufolge müssen drei Faktoren vorhanden sein, damit sich ein Autoimmungeschehen entwickelt:

– Die genetische Prädisposition,

– Auslöser, die die Gene „anschalten“,

– eine durchlässige Darmwand.

Unserer Gene selbst können wir nicht verändern, doch wir können uns um unsere Auslöser und um die Durchlässigkeit der Darmwand kümmern. Und noch spannender ist, dass wir die Expression, also die Ausprägung, von Genen „abschalten“ können, indem wir die Auslöser und die Darmdurchlässigkeit beseitigen, was zur Remission führt.

Es treten keine weiteren Krankheitssymptome auf und es gibt auch keine Autoimmunreaktion gegen die Schilddrüse mehr. Bei manchen Menschen kommt die Schilddrüsenfunktion spontan wieder in Gang, während wir bei anderen dank neuer innovativer Methoden, von denen in Kapitel 8 die Rede sein wird, jetzt über die Möglichkeiten verfügen, die Schilddrüsenfunktion von bis zu 50 Prozent der Hashimoto-Patienten wiederherzustellen.

Wenn wir so weit gekommen sind, dass weder Symptome vorhanden sind, noch eine gegen die Schilddrüse gerichtete Autoimmunreaktion stattfindet und die eigene Schilddrüse wieder Hormone bildet, ohne dass wir weiterhin entsprechende Medikamente nehmen müssen, dann können wir sagen, dass wir eine sogenannte „funktionelle Heilung“ (Remission) erreicht haben. An diesem Punkt haben wir, wie gesagt, keine Zeichen oder Symptome der Krankheit mehr.

Manch einer wird jetzt einwenden, dass man trotzdem immer noch Hashimoto hat und genetisch gesehen stimmt das auch. Es besteht das Risiko, dass sich die Krankheit erneut entwickelt, insbesondere, wenn Sie auf umweltbedingte Auslöser treffen, die, wie die aktuelle Forschung zeigt, die Expression von Genen „anschalten“ können. Eine wiederholte Belastung durch die Auslöser kann ihre Hashimoto-Gene aktivieren und den Autoimmunangriff auf die Schilddrüse erneut entfachen. Aber die Gene sind nicht unser Schicksal.

Schulmediziner beharren darauf, dass es keine Möglichkeit gibt, den Angriff auf die eigene Schilddrüse einzudämmen, aber meine eigene Erfahrung – bei mir selbst und bei meinen Patienten – sowie die Erfahrung zahlreicher Mediziner in meinem Netzwerk, die mit funktioneller und integrativer Medizin arbeiten, hat gezeigt, dass das nicht stimmt.

Als bei mir Hashimoto diagnostiziert wurde, kämpfte ich mit chronischer Müdigkeit, Gewichtszunahme, Haarausfall, Reizdarmsyndrom, Karpaltunnelsyndrom, Gelenkschmerzen, Säurereflux, Konzentrationsproblemen, chronischem Husten, zahlreichen Allergien, Blähungen, Angstzuständen, Herzrhythmusstörungen, blasser Haut, Kälteintoleranz, Akne und vielem mehr. Ich freue mich, sagen zu können, dass alle meine Symptome nach und nach verschwunden sind. Ich habe volles Haar und bin fit im Kopf. Ich bin glücklich, ruhig und energiegeladen und ich kann zu guter Letzt beruflich das tun, wofür ich brenne.

Oftmals sagen Fachleute, einmal Hashimoto, immer Hashimoto, aber das ist so, als würde man sagen, wer einmal eine Harnwegsinfektion hat, hat immer wieder eine Harnwegsinfektion. Harnwegsinfektionen sind behandelbar und natürlich können Sie immer daran erkranken, wenn Sie sich erneut mit Bakterien infizieren. Der Harntrakt einer Frau ist besonders anfällig dafür, ebenso wie eine Schilddrüse und die entsprechende genetische Prädisposition für eine Autoimmunerkrankung dieses Organs das Risiko in sich birgt, an Hashimoto zu erkranken.

Und ebenso, wie wir Vorkehrungen treffen können, um Harnwegsinfektionen zu verhindern – zum Beispiel durch Ansäuern des Urins, die Einnahme vorbeugender Nahrungsergänzungen wie D-Mannose oder Cranberry-Extrakt, entsprechende Hygienemaßnahmen und Enzyme, die den Biofilm (der Bakterien umgibt und sie vor Angriffen durch das menschliche Immunsystem schützen soll; Anm. d. Übers.) zerstören, um Bakterienkolonien im Harntrakt abzubauen, die chronische, immer wieder auftretende Harnwegsinfekte fördern –, können wir auch Hashimoto-Schübe mithilfe von zielgerichteten Strategien verhindern. Denken Sie daran: Die Gene sind nicht unser Schicksal. Die Maßnahmen der Methode zur Erforschung der Grundursachen, die Root Cause-Methode, die ich in diesem Buch empfehle, schulen Sie nicht einfach nur darin, wie Sie Auslöser vermeiden, sondern auch, wie Sie widerstandsfähiger werden.

Warum mein Ansatz ein anderer ist

Auch wenn das Gesundheitswesen auf kranke Menschen angewiesen ist (schließlich beschert dieser Umstand ja Monat für Monat den Kliniken die Patienten und den Apotheken die Kunden), ist es mein Ziel, Ihnen zu zeigen, wie es Ihnen durch die Wahl Ihres Lebensstils und die Behandlung der Ihrer Erkrankung zugrunde liegenden Ursache besser gehen kann, sodass Sie weniger abhängig vom medizinischen System sind. Denn mit Medikamenten kann man zwar eine Krankheit behandeln, doch entsprechende Maßnahmen beim Lebensstil sind der eigentliche Weg zu lebenslangem Wohlbefinden.

Es war mein größter Wunsch, dass mein erstes Buch den Menschen Hoffnung und das Instrumentarium an die Hand geben würde, damit sie wieder gesund werden, und ich bin begeistert von den vielen Erfolgsgeschichten der Menschen, denen es aufgrund der in diesem Buch beschriebenen Vorgehensweise besser geht, die ihre Gesundheit wiedererlangen und eine Remission ihrer Krankheit erleben.

Die Entscheidung, ein weiteres Buch zu schreiben, jenes, das Sie gerade lesen, fiel, nachdem ich Teresa, eine meiner wunderbaren Leserinnen, bei einem Vortrag kennengelernt hatte, den ich 2014 in Chicago hielt. Durch Hashimoto im Griff ging es ihr gesundheitlich ganz erheblich besser, doch Sie hatte ein spezielles Anliegen:

„Ich bin so dankbar für Ihr Buch und ich liebe es, nach meiner eigenen Gesundheit ,zu graben‘. Aber es würde mir eine Menge Zeit sparen und wäre viel einfacher, wenn ich ein spezielles Programm von Ihnen hätte. Welche Nahrungsergänzungen genau sollte ich nehmen? Gibt es Nahrungsergänzungen, die speziell für Hashimoto-Patienten angefertigt wurden? Können Sie mir sagen, was genau ich essen sollte und was nicht?“

Teresas Anliegen spiegelte wider, was ich auch von vielen anderen Lesern hörte. Auch wenn manche Menschen äußerten, wie gerne sie alles über Hashimoto lernen wollten und darüber, wie man nach seiner individuellen Grundursache „gräbt“, fühlten sich viele andere davon überfordert – sie wollten ein fertiges Konzept, ein optimiertes Programm. Und so war die Idee von Das Hashimoto-Programm geboren.

Damals war ich mit der Empfehlung bestimmter Nahrungsergänzungen oder einer speziellen Ernährungsweise sehr zurückhaltend und wollte den Betroffenen die Wahl selbst überlassen. Ich bin schon immer jemand gewesen, der die Dinge gerne selbst herausfindet und wollte den Lesern damit entgegenkommen. Doch durch das Zusammentreffen mit Betroffenen wie Teresa und in der Einzelarbeit mit Klienten erkannte ich, dass es zwar viele Menschen gibt, denen es wie mir geht, andere sich davon aber überfordert fühlen.

Das zu verstehen, war für mich als Gesundheitsapostel zunächst ein wenig schwierig, bis ich einen Pilates-Kurs besuchte, der von einer sehr strengen Trainerin geleitet wurde. Diese Frau war großartig und schien alles über Bewegung und die Physiologie des Menschen zu wissen, doch ihr Wissen war an mich verschwendet. Während unserer ersten Stunde erzählte sie mir alles über jeden Muskel, mit dem bei der jeweiligen Bewegung gearbeitet wurde und gab mir sogar ein Faltblatt mit Pilatesübungen für zu Hause. Dabei wollte ich doch nur eine gute Figur im Badeanzug machen. Auf welcher wissenschaftlichen Grundlage ich das erreichte oder ob ich bei meiner Bewegung den geraden Bauchmuskel oder den großen Gesäßmuskel zusammenpresste, war mir ziemlich egal. Ich war ja nicht angetreten, um Pilates-Expertin werden!

Ich verstehe jetzt, warum Teresa und so viele andere um eine „Anleitung“ baten. Mir wurde klar, wenn ich möglichst vielen Menschen wirklich helfen wollte, musste ich mein Programm weiterentwickeln und perfektionieren. Das Buch, das Sie in Händen halten, ist das Ergebnis von praktischer Übung und klinischer Forschung. Es beinhaltet die aktuellsten wissenschaftlichen Forschungsergebnisse und die innovativsten Behandlungen für Hashimoto – dieses Buch krönt meine Leidenschaft und meine Lebensaufgabe, und ich freue mich, dass Sie daran teilhaben.

Das Hashimoto-Programm bietet spezielle Programme und Schrittfür-Schritt-Anleitungen, Erfolgsgeschichten und Rezepte, die Sie nutzen können, um wieder gesund zu werden. Es wurde in weiten Teilen von meiner Hashimoto-Community der Root Cause-Rebellen gestaltet, da viele von ihnen großzügig die Geschichten ihres Erfolgs zur Verfügung gestellt haben und hoffen, damit anderen Menschen beim Aufdecken ihrer zugrunde liegenden Ursachen zu helfen. All diese Erkenntnisse und Geschichten sind im Laufe des Buches immer wieder eingestreut!

Zusätzlich zu einem Plan, mit dessen Hilfe Sie Ihren individuellen Auslösern nachgehen können, damit es Ihnen besser geht, liegt ein Augenmerk dieses Buches auch darauf, Sie widerstandsfähiger zu machen, sodass Sie weniger anfällig für Hashimoto-Schübe werden, selbst wenn Sie mit zusätzlichen Auslösern konfrontiert werden. Dieses Buch unterstützt Sie bei folgenden Zielen:

– Besseres Befinden,

– Rückgang der Autoimmunangriffe in Ihrem Körper,

– Identifizierung Ihrer individuellen Auslöser,

– Umschwung im Krankheitsverlauf.

Für all jene Wissenschafts- und Gesundheitsfreaks, die das Warum hinter dem Was besser verstehen möchten, gibt es Abschnitte mit wissenschaftlichen Erläuterungen sowie ein umfassendes Programm und Testanleitungen, die es Ihnen ermöglichen, tiefer zu „graben“, wenn Sie das wollen.

Ich freue mich, Sie auf diesem Weg begleiten zu dürfen und bin sehr gespannt, was sich bei Ihrer Gesundheit und in Ihrem ganzen Leben alles verbessert, weil Sie die Verantwortung für Ihre eigene Gesundheit selbst übernehmen. Lassen Sie uns also beginnen, Ihre Erfolgsgeschichte zu kreieren!

Teil I

Kapitel 1
Meine Hashimoto-Erfolgs­geschichte – und Ihre eigene

Als ich 2009 die Diagnose Hashimoto erhielt, arbeitete ich als beratende Apothekerin in einer Einrichtung, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, Menschen mit Behinderungen dabei zu unterstützen, ein möglichst eigenständiges Leben zu führen.

Ich gehörte zu einem Team, das aus Ärzten, Krankenschwestern, Psychologen sowie Fall-Managern bestand und zu dem oft auch ein Verhaltensforscher oder ein Psychiater hinzugezogen wurde. Unser Team hatte die Aufgabe herauszufinden, ob es medizinische, situationsbezogene, verhaltensbedingte, pharmakologische oder psychische Probleme gab, die den gesundheitlichen Belangen unserer Klienten zugrunde lagen beziehungsweise dazu beitrugen.

Die meisten unserer Klienten waren aufgrund ihrer Behinderung nicht in der Lage zu äußern, was mit ihnen los war, sodass wir oftmals nur dann erfuhren, dass sie Schmerzen hatten, wenn sie aggressiv wurden, dies lautstark kundtaten oder sich unkooperativ verhielten. Ich war die einzige Apothekerin im Team und führte während meiner Zeit in der Einrichtung die Fallbeurteilungen für eine sehr große Anzahl von Klienten durch.

Die offizielle Bezeichnung meiner Tätigkeit lautete zwar „Beratende Apothekerin“, doch ich hatte in Wirklichkeit das Gefühl, dass der wichtigste Teil meiner Arbeit darin bestand, für die Menschen mit Behinderung einzutreten, die ihre gesundheitlichen Belange selbst nicht äußern konnten. Ich sorgte dafür, dass sie den größtmöglichen Nutzen von ihren Medikamenten hatten, dass sie nicht zu viele schluckten, dass sie die Präparate bekamen, die ihnen potenziell helfen konnten und dass sie bestmöglich betreut wurden.

Viele meiner Klienten wurden auf schwere Psychopharmaka gesetzt, wenn das Pflegepersonal sie für unkooperativ, aggressiv oder laut hielt. Unsere Aufgabe war es, das zu verhindern.

Ich liebte meine Arbeit und ging jeden Morgen dorthin. Mein Lebensziel, für andere einzutreten, die im Stillen litten, hatte sich erfüllt, doch wie meine Klienten litt auch ich auf meine Weise.

Ich hatte Probleme, die mir peinlich waren und wollte nicht, dass irgendjemand davon erfuhr: Ein Säurereflux, der sich bei den unmöglichen Gelegenheiten (während Zusammenkünften mit Klienten, Vorträgen usw.) als chronischer Husten äußerte, ein Reizdarmsyndrom (RDS), das die Toilette zu meinem „zweiten Büro“ machte, schreckliche Angstzustände, die mich in kalten Schweiß ausbrechen ließen, wenn ich bei Teambesprechungen das Wort ergreifen musste, ständige Krämpfe in den Beinen und Muskelschmerzen – und dass ich jedes Mal von meinem Stuhl aufsprang, wenn jemand an meine Bürotür klopfte. Und damit nicht genug, ich litt in beiden Händen an einem Karpaltunnelsyndrom, das meine Arme plötzlich hochschnellen ließ und so schlimm war, dass ich meine Aufgaben nur mithilfe von Handgelenkschienen erledigen konnte und schließlich alle meine E-Mails und Berichte mithilfe einer Diktiersoftware verfassen musste.

Außerdem fühlte ich mich durch meine 44-Stundenwoche und das Pendeln zwischen Arbeitsplatz und zu Hause erschöpft. Ich träumte davon, mit meinem Mann zum Tanzen zu gehen, mich mit Freunden an den angesagten Orten von Los Angeles zu treffen, eine neue Sprache zu lernen und in meiner Freizeit zu schreiben, doch wenn ich nach Hause kam, konnte ich nur noch essen, fernsehen und auf der Couch einschlafen.

Ich konnte es nicht fassen, dass unsere behinderten Klienten Tagesprogramme absolvieren oder jede Woche 40 Stunden arbeiten konnten. Im Vergleich zu ihnen war ich eine „diensttaugliche“ junge Frau – und musste jeden Abend um 21 Uhr ins Bett gehen, damit ich morgens um 8 Uhr überhaupt aufstehen und von 9 bis 17 Uhr arbeiten konnte.

Und trotzdem sah ich nicht krank aus. Obwohl ich mich aufgebläht und aus der Form geraten fühlte, war ich aus fachlicher Sicht weder über- noch untergewichtig und ich brauchte auch keine Krücken. Ich hatte Haare auf dem Kopf, weder sichtbare Narben, noch Ausschläge oder Verbände, sodass man hätte Schmerzen vermuten können.

Durch die Arbeit mit behinderten Menschen lernte ich die Gesundheit, die ich hatte, zu schätzen, doch gleichzeitig bagatellisierte ich mein eigenes Leiden durch das Mitgefühl, das ich ihnen entgegenbrachte. Ich war schon immer ein Mensch, der seine eigenen Bedürfnisse zugunsten derer von anderen zurückstellte, sodass ich mich natürlich von Heilberufen angezogen fühlte, doch leider führte meine Fürsorge für andere dazu, dass ich die Fürsorge für mich selbst auf die lange Bank schob.

Doch so sehr ich auch versuchte, meine eigenen gesundheitlichen Probleme zu ignorieren, es war eine Tatsache, dass ich täglich Schmerzen hatte, was sich allmählich negativ auf die Arbeit auswirkte, die ich liebte, auf meinen lebenslangen Traum, die Welt positiv zu verändern, und darauf, dass ich nicht die Ehefrau sein konnte, die ich gerne sein wollte.

Meine Symptome nahmen weiter zu. Ich reagierte auf alles allergisch, auch auf meinen niedlichen Hund und alle in Kalifornien heimischen Bäume und Sträucher. Ich fror ständig. Ich ertappte mich dabei, dass ich alle möglichen Medikamente nahm – Hustenstiller, Säureblocker, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) – die allesamt natürlich viele Nebenwirkungen hatten!

Und was am schlimmsten war, mein Gedächtnis ließ mich im Stich. Während meiner Schul- und Studienzeit witzelte ich immer, ich bräuchte nur einen Blick auf ein Stück Papier zu werfen, um mir alles zu merken, was darauf notiert war. Ich war immer flink, hatte ein ausgezeichnetes Gedächtnis und konnte mir Einzelheiten von Gesprächen merken, die Jahre zurücklagen.

Aber jetzt war ich furchtbar vergesslich (das berüchtigte „benebelte“ Gehirn). Wenn ich in ein Zimmer ging, hatte ich vergessen, was ich dort wollte. Ich wusste mitten im Satz nicht mehr weiter („Du weißt schon, das Tier mit dem Fell? Ja, eine Katze!“). Das war ein wirklich unheimliches Gefühl und es wurde so schlimm, dass ich mich untersuchen ließ, um eine Demenz auszuschließen. Es war außerdem anstrengend, meine blamablen Gedächtnisprobleme vor den Menschen in meinem Umfeld zu verbergen. Das gelang mir recht gut, bis mein Mann eines Tages einen Kommentar abgab: „Schatz, ich weiß, was mit deinem Gedächtnis los ist, also habe ich beschlossen, dir Dinge aufzuschreiben, damit du sie später anschauen kannst.“ Ich war am Boden zerstört. Ich fühlte mich, als würde ich mich selbst und meinen Verstand verlieren und nun bemerkten das auch andere.

„Nun ja, Sie werden einfach älter …“

Ich suchte zahlreiche Ärzte auf und hoffte auf konstruktive Antworten, doch die meisten sagten, alle meine Symptome seien „normal“, „keine große Sache“ und manche unterstellten mir sogar: „Vielleicht spielt sich das alles nur in Ihrem Kopf ab.“ Sie verschrieben mir Medikamente gegen die Allergien, den Säurereflux und sogar ein Antidepressivum gegen meine „Angst.“

Eine der amüsantesten Aussagen war: „Nun ja, Sie werden einfach älter. Tendenziell wird unser Gedächtnis schlechter, wir ermüden schneller und nehmen zu, wenn wir älter werden.“ Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich damals 26 Jahre alt war?

Die ganze Zeit hielt ich mich in puncto Gesundheit für vorbildlich. Ich aß kaum außer Haus und kochte die meisten meiner Mahlzeiten komplett selbst, entschied mich für Vollkornweizen, fettarme Milch und Milchprodukte und aß nur selten rotes Fleisch. Ich brachte oft eine selbst gemachte Quiche oder Muffins und Kuchen von zu Hause für meine Kollegen mit und backte gerne Vollkornkekse für meinen Mann und sogar spezielle Leckerli aus Vollkornweizen für unseren Hund.

Ich bemühte mich so sehr um meine Gesundheit. Ich verabredete mich mit Kollegen zum Spazierengehen in der Mittagspause, hielt mich zu Hause mit Fitnessvideos auf Trab und ging oft auf dem Heimweg ins Sportstudio (doch all das machte mich nur noch müder). Ich rauchte nicht und beschränkte das Trinken von Alkohol auf seltene gesellschaftliche Anlässe. Ich war zu müde für Geselligkeit, denn die Anforderungen des täglichen Lebens, wie das Einkaufen und der Haushalt, erschöpften mich!

Ich begann zu glauben, das sei eben mein Leben und ich hätte es einfach zu akzeptieren. An mein Reizdarmsyndrom, die Blähungen und die Müdigkeit hatte ich mich gewöhnt. Und auch daran, aufzuwachen, zur Arbeit zu gehen, nach Hause zu kommen, zu essen und schlafen zu gehen, ohne dass Energie übrig blieb für meine Träume vom Reisen, Schreiben, davon, Kontakte zu Mitmenschen zu pflegen, Kurse zu besuchen und die Welt zu verändern.

Als ich 27 war, litt ich bereits seit fast zehn Jahren unter diesen Symptomen und sie hatten sich ständig verschlimmert. Anfangs waren sie geringfügig, kamen und gingen und wirkten sich kaum auf mein tägliches Leben aus, doch inzwischen hatten sie mein Leben verändert. Ich ging zu keinen Ärzten mehr – die meisten von ihnen sagten, ich sei entweder depressiv, gestresst oder litt am Reizdarmsyndrom (RDS) und müsse lernen, mit all meinen Symptomen zu leben. Andere behaupteten, alle Symptome befänden sich nur in meinem Kopf. Ich wusste, dass ich nicht depressiv war, doch mir wurde klar, dass es vielleicht an der Zeit war, das RDS, die chronische Müdigkeit, den Gedächtnisverlust und andere rätselhafte Zustände als Teil meines Schicksals zu akzeptieren. Ich hörte auf, Hilfe zu suchen, und litt still vor mich hin.

Doch dann wurde es noch viel schlimmer. Ich bekam Panikattacken. Wenn mein Mann zum Joggen ging, setzte ich mich nach einer guten Viertelstunde ins Auto, um ihn zu suchen, voller Angst, dass er einen Unfall gehabt oder noch schlimmer, dass er eine andere Frau kennengelernt hatte und mit ihr abgehauen war! Ich wusste, dass all das irrational war, aber ich konnte nicht verhindern, dass ich durchdrehte.

Mein Haar verlor seinen Glanz und fiel büschelweise aus (das fiel mir besonders schwer, denn ich liebte meine Löwenmähne). Meine Haut wurde sehr trocken, ich bekam Falten und hatte geschwollene Augen, mein Gesicht schien immer aufgedunsen zu sein. Ich war in den Zwanzigern, sollte also in der Blüte meiner Jahre sein, doch ich fühlte mich alt und müde.

Es schien, als reagierte ich auf einfach alles allergisch, und mein chronischer Husten weckte mich nachts und trieb mich in den Wahnsinn. Meine Karpaltunnelschienen musste ich täglich rund um die Uhr tragen und Yoga, mein Lieblingshobby, ganz aufgeben. Bei den Fallüberprüfungen der Klienten, die viel Schreibarbeiten und Dokumentationen erforderten, musste ich kürzertreten. Diesen Teil meiner Arbeit hatte ich immer am liebsten gemacht, denn ich traf die Klienten von Angesicht zu Angesicht und musste ihre gesundheitlichen Bedürfnisse umfassend beurteilen.

Irgendwann reichte es mir. Ich war frisch verheiratet und ich hatte das Gefühl, meine Gesundheit und mein Leben gingen in die Binsen. Mein Mann und Familienmitglieder fragten sich, warum es mir immer schlechter zu gehen schien. Der chronische Husten machte mich wahnsinnig. Meiner Kollegin vertraute ich an: „Ich bin schon fast soweit, mir den Kopf abschneiden zulassen, wenn der Husten dadurch aufhört.“ Ich begann, verzweifelt nach Antworten zu suchen.

Können Sie das nachvollziehen?

Ich beschloss, wieder auf „Ärzte-Tour“ zu gehen, doch diesmal war ich geschickter im Umgang mit dem medizinischen System. In meiner Zeit als beratende Apothekerin und Fürsprecherin der Patienten war mir bewusst geworden, dass Ärzte – obwohl sie es meist sehr gut meinten –, nicht alles über meinen Körper wissen konnten. Ich musste für mich selbst eintreten, um meinem Gesundheitszustand auf den Grund zu kommen.

Ich suchte verschiedene Ärzte auf und sprach sie auf diagnostische Tests an, von denen aufgrund meiner Symptome Antworten zu erwarten waren. Manche Ärzte waren äußerst fürsorglich und verständnisvoll, andere völlig abweisend, aber ich ließ mich nicht abschrecken und hörte nicht auf, bis ich meine Antwort gefunden hatte.

Endlich eine Diagnose

Schließlich erfuhr ich, dass ich die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis und dadurch eine subklinische Schilddrüsenunterfunktion hatte, die auch als leichte Störung der Schilddrüse bezeichnet wird. Endlich gab es einen Grund für meinen Haarausfall, meine Gefühlsschwankungen, die Angstzustände, die Müdigkeit und die meisten anderen Symptome. Ich war zwar erleichtert über die Diagnose, doch gleichzeitig auch sehr enttäuscht. Ich war eine junge Fachfrau im Gesundheitswesen, die nach besten Kräften versuchte, gesund zu sein, und trotzdem hinterging mich mein Körper. Immerhin war es nach schulmedizinischem Wissen mein eigener Körper, der sich selbst angriff, nicht irgendein rätselhafter Erreger, und man konnte nichts tun, um den Angriff zu stoppen.

Die ersten Wochen waren von Kummer erfüllt. Ich weinte mich bei meinem Mann, meiner Mutter und meiner besten Freundin aus, äußerte meine Sorgen, dass es mir nie wieder besser gehen würde, ich nie Kinder haben oder mich je wieder hübsch fühlen könnte. (Ich hatte mehr als ein Drittel meiner Haare verloren, färbte sie schließlich blond und ließ mir einen Bob schneiden, um die „Löcher“ dazwischen zu überdecken, aber ich sah sie trotzdem).

Doch dann wachte ich eines Morgens auf und dachte an meine Klienten. Wenn sie mit all ihren Einschränkungen glücklich sein und weitermachen konnten, dann konnte ich das auch. Wenn ich schon ein Mensch mit Hashimoto war, dann wollte ich wenigstens der möglichst gesündeste Mensch mit Hashimoto sein.

Damals verbrachte ich viel Zeit mit Surfen auf der Internetseite von PubMed, der größten amerikanischen Datenbank von klinischen Studien und medizinischen Forschungsartikeln. Viele meiner Klienten hatten seltene Störungen, für die es kein klar definiertes medizinisches Standard-Konzept gab, und das hieß oft, dass man nur aus Fallstudien und Forschungsartikeln hilfreiche Informationen gewinnen konnte. Genauso ging ich vor, um zu finden, was es alles zum Thema Hashimoto und Autoimmunerkrankungen gab.

Ich fing auch an, in Diskussionsforen von Patienten mitzulesen, denn sie sind oft die Ersten, die über positive und negative Erfahrungen mit verschiedenen Behandlungsmethoden von Krankheiten berichten. Ich wusste aus erster Hand, dass Patienten immer die wertvollsten Erkenntnisse hatten, manchmal bereits mehrere Jahre, bevor die Informationen als medizinische Tatsache akzeptiert wurden.

Dankbar für die Erfahrungen, die andere Patienten mit ihrer Krankheit hatten, begann ich meine Recherche über Hashimoto. Zwischen PubMed und Patientenforen hoffte ich, Informationen über innovative Behandlungsoptionen sowie Maßnahmen bezüglich der Lebensweise zu finden. Während meines Pharmaziestudiums betonten die Professoren immer wieder, dass bei chronischen Krankheiten in leichten Fällen vor der Einnahme von Medikamenten immer zuerst Maßnahmen bezüglich der Lebensweise getroffen werden und Medikamente begleitend in fortgeschrittenen Stadien eingesetzt werden sollten. Mit diesem Ansatz arbeitete ich als beratende Apothekerin auch. Mein Team fragte immer erst nach der Lebensweise, bevor wir eine Verordnung von Medikamenten in Betracht zogen.

Bei Depressionen fragten wir vor der Verschreibung von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) immer, wie es denn mit einer Beratung oder Therapie wäre. Und ob jemand von einer Psychotherapie profitieren würde, wenn er schon Medikamente bekam. Vor der Verschreibung von Metformin bei Diabetes vom Typ 2 fragten wir, ob der Betroffene eine Ernährungsberatung bekommen hatte.

Sie verstehen, was ich meine. Für praktisch jede häufige Krankheit gab es eine Empfehlung bezüglich der Lebensweise, doch damals konnte ich für Hashimoto und Autoimmunerkrankungen keine finden. Ich versuchte sogar, wieder meine verlässlichen medizinischen Fachbücher und Texte zum Thema zurate zu ziehen, doch auch sie waren keine Hilfe. Genauso wenig waren es meine Kollegen, meine Ärzte, nicht einmal der Endokrinologe, den ich aufsuchte.

Die Reaktion der meisten Mediziner lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: „Wenn Sie aufgrund von Hashimoto eine Hypothyreose haben, nehmen Sie synthetische Schilddrüsenhormone ein und ersetzen damit die Hormone, die Ihr Körper nicht mehr selbst bildet. Mit zunehmender Schädigung Ihrer Schilddrüse erhöhen wir dann die Dosis. Da Sie jetzt ein höheres Risiko haben, an anderen Autoimmunerkrankungen zu erkranken, werden wir Sie entsprechend überwachen. Wenn Sie eine Autoimmunerkrankung haben, steigt die Wahrscheinlichkeit, von einer weiteren betroffen zu sein.“

Auch wenn sie es sehr gut gemeint haben (manche waren liebe Freunde und Kollegen von mir), klaffte bei ihnen in Bezug auf die Lebensweise bei Hashimoto eine riesige Wissenslücke. Das war der Grund, warum ich mir vornahm, das System zu verändern.

Nachdenken über Grundursachen: Manchmal weiß der Patient selbst am besten Bescheid

Während ich 2006 als Apothekerin im kommunalen Bereich arbeitete, berichtete einer meiner Patienten, dass die generische Version des Antidepressivums Wellbutrin (unter diesem Namen in Österreich, Luxemburg und der Schweiz erhältlich; in Deutschland unter den Namen Elontril und Zyban) nicht so gut wirke wie das Originalpräparat. Ich tauschte das Generikum aus und meldete es der Arzneimittelzulassungsbehörde FDA. Zwei weitere Patienten äußerten sich in diesem Monat genauso, und jedes Mal erstattete ich der FDA Bericht.

Erst drei Jahre später, also im Jahr 2009, drang diese Information zu den klinischen Datenbanken durch und es dauerte bis Oktober 2012, bis die FDA sich schließlich dazu entschloss, das Generikum vom Markt zu nehmen.

Das heißt, dass die etablierte medizinische Welt fast sechs (!) Jahre brauchte, um ein einfaches Problem zuzugeben, das einer meiner Patienten bereits innerhalb weniger Tage nach Einnahme des Medikaments erkannt hatte. Das ist nur ein kleines Beispiel. Es dauert seine Zeit, um in einem so großen System wie unserem Gesundheitswesen eine Veränderung herbeizuführen.

Haben auch Sie schon einmal festgestellt, dass manches in Bezug auf Ihre Gesundheit von der etablierten Medizin ignoriert wurde – und was war das?

Die Suche nach einem neuen Lebensstil ging weiter

Dass das bereits alles sein sollte, überzeugte mich nicht. Da ich beratend im Gesundheitswesen tätig war, wusste ich aus eigener Anschauung, dass Ärzte ganz gewiss nicht alles wussten. Eines von vielen Beispielen war ein kleines Mädchen mit einer Zerebralparese (Bewegungsstörung durch eine frühkindliche Hirnschädigung; Anm. d. Übers.), das wegen aggressiven Verhaltens und Schreiattacken an unser Team verwiesen wurde – die Ärzte wollten der Kleinen Neuroleptika geben, doch mein Team stellte fest, dass sie tatsächlich Schmerzen hatte und empfahl, es zuerst mit Krankengymnastik zu versuchen. Innerhalb von wenigen Wochen war sie wieder das nette und glückliche Mädchen, das wir kannten. Das Verhalten war ihre Art gewesen, ihre Schmerzen auszudrücken, und die Medikamente hätten sie wahrscheinlich nur ruhiggestellt! Vielleicht gab es ja neue Informationen über Hashimoto, die andere Ärzte und Patienten noch nicht kannten.

Ich stürzte mich in die Recherche, um nach Maßnahmen in Bezug auf die Lebensweise zu suchen, die mir bei meiner Schilddrüsenstörung helfen konnten. Ich stieß rasch auf einen vielversprechenden Artikel, der eine Verbindung zwischen Zöliakie und Hashimoto herstellte (ich fragte mich, ob ich vielleicht meine Ernährung umstellen könnte). Ich nahm den Artikel mit zu meinem nächsten Termin beim Endokrinologen (auf den ich fast zwei Monate hatte warten müssen), um sicherzugehen, dass ich alles tat, was ich für mich tun konnte und dabei die richtige Richtung einschlug.

Der Endokrinologe war sehr nett, sagte mir jedoch erneut, dass ich nichts anderes tun konnte, als meine Schilddrüsenhormone mit einem entsprechenden Medikament zu ersetzen. Er sagte sogar, dass die meisten meiner Symptome, auch Haarausfall und meine Stimmung, nichts mit der Schilddrüse zu tun hätten. Und dass die Weichen gestellt seien – mein Immunsystem würde die Schilddrüse weiterhin angreifen und die Dosierung der Medikamente müsse mit fortschreitender Zerstörung des Organs erhöht werden. Das Risiko einer weiteren Autoimmunerkrankung, die potenziell mit ziemlichen Einschränkungen verbunden sein könne, etwa Lupus erythematodes oder Multiple Sklerose, sei erhöht, aber mit der Ernährung habe all das gar nichts zu tun, versicherte er mir. Ich könne einfach nichts weiter für eine Besserung tun. Er sagte mir, das sei nicht meine Schuld, was ich dankbar zur Kenntnis nahm und ihm auch glaubte, doch gleichzeitig fühlte ich mich so ohnmächtig, weil ich einfach nur abwarten und tatenlos zusehen sollte, wie mein Immunsystem den Körper angriff.

Ich ging also mit meinem Rezept nach Hause und brach in Tränen aus. Ich dachte darüber nach, wie es wäre, Lupus zu haben (während des Studiums haben wir uns lange damit beschäftigt), kahlköpfig zu werden und keine Kinder haben zu können, und ich fühlte mich völlig hoffnungslos.

Aber natürlich gab ich nicht auf. Ich forschte weiter und wurde mein eigenes Versuchskaninchen. Ich probierte zahlreiche alternative und innovative Möglichkeiten der Lebensweise und der funktionellen Medizin aus. Ich verfolgte meine Ergebnisse, einschließlich der subjektiven Symptome und der objektiven Schilddrüsenantikörper, kontrollierte Herzfrequenz, Blutdruck und das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH). Ich hackte mich in mein biologisches System wie in einen Computer.

Den größten Teil des Jahres 2010 verbrachte ich damit, verschiedene Behandlungen auszuprobieren, auch immunmodulierendes niedrig dosiertes Naltrexon, individuell für mich zubereitete Schilddrüsenpräparate (eine Möglichkeit, die in den USA in bestimmten Apotheken, den sogenannten Compounding Pharmacies, gang und gäbe ist; Anm. d. Übers.), Dehydroepiandrosteron (DHEA), Progesteron und Pregnenolon (mehr darüber können Sie meinem ersten Buch Hashimoto im Griff entnehmen). Einige meiner Schilddrüsensymptome besserten sich daraufhin – der Süden von Kalifornien erwies sich schließlich auch für mich als warm und es begannen sich Besserungen beim Gedächtnis und bei der Energie zu zeigen. Ich hatte jedoch weiterhin mit Reflux, Reizdarmsyndrom, Blähungen, einem Karpaltunnelsyndrom, Kopfschmerzen und Allergien zu kämpfen. An diesem Punkt erkannte ich, dass ein vermehrt ganzheitlicher Ansatz erforderlich war. Ich ergriff nicht nur eine Maßnahme, damit es mir besser ging – ich ergriff viele, damit es mir besser ging!

Im Jahr 2011 konnte ich schließlich deutliche Verbesserungen in meiner Gesundheit erleben. Mein Vorsatz für das neue Jahr war, dass ich alles tun würde, um wieder gesund zu werden. Ich begann, mit einem Arzt für integrative Medizin zusammenarbeiten, der mich darin bestärkte, Gluten, Milch und Milchprodukte von meinem Speiseplan zu streichen, und es kam zu einer erheblichen Veränderung. Innerhalb von drei Tagen waren der Säurereflux, die Blähungen und das Reizdarmsyndrom verschwunden. Aufgrund meiner eigenen Recherchen und weiterer Anleitung durch andere Fachleute begann ich, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen und meine Ernährung weiter zu modifizieren. Das Karpaltunnelsyndrom verschwand nach einigen Wochen und meine Angstzustände besserten sich im Laufe von nur wenigen Monaten. Das motivierte mich zum Weitermachen.

Im Laufe dieses Weges hatte ich über meine Recherchen und Fortschritte ausführlich Tagebuch geführt. Schließlich macht es ein „benebeltes“ Gehirn einem schwer, sich alles zu merken, und ich wollte sichergehen, dass ich nicht immer nochmals dieselben Informationen las.

Willkommen, liebe Root Cause-Leserinnen und -Leser

Wenn Sie schon mein erstes Buch gelesen haben, fühle ich mich geehrt, dass Sie wieder mit dabei sind und mir zutrauen, dass ich Ihnen noch mehr Orientierungshilfe bieten kann mit speziellen, auf Sie zugeschnittenen Programmen zur Unterstützung der Leber, der Nebennieren und für einen gesunden Darm. Ich hoffe, dass Ihnen das Buch dabei helfen kann, Ihre Ernährung umzustellen, die richtigen Nahrungsergänzungen auszuwählen und Veränderungen in Ihrer Lebensweise anzustoßen, damit Sie all jene gesundheitlichen Herausforderungen meistern können, mit den Sie unter Umständen konfrontiert sind. Wie die meisten meiner Root Cause-Rebellen werden Sie feststellen, selbst wenn Sie sich an die Vorgehensweisen aus meinem ersten Buch gehalten haben, dass der in den Elementarprogrammen enthaltene komplette 90-Tage-Plan in diesem Buch von Nutzen ist. Sollten Ihre Symptome jedoch auch danach noch fortbestehen, wenden Sie sich bitte den Erweiterten Programmen zu und kümmern Sie sich mit deren Hilfe um zugrunde liegende Infektionen, Probleme mit Medikamenten und andere, noch nicht beseitigte Auslöser. Ich freue mich sehr, dass ich weiterhin an Ihrer Reise teilnehmen darf!

Schließlich hatte ich erhebliche Mengen an Material über alle möglichen Maßnahmen bei Hashimoto zusammengetragen und es schien mir zu wertvoll, es für mich allein zu behalten. Von meiner Mutter und meinem Mann (die mich am meisten unterstützten) ermutigt, beschloss ich, aus meinen geordneten Notizen und Tagebucheinträgen einen Patienten-Ratgeber zu machen. Mein Mann hatte bereits zwei Bücher geschrieben, in denen er ausführlich über seine Erfahrungen mit Ultramarathonläufen berichtete und bestärkte mich darin, meine eigenen Erfahrungen zu Papier zu bringen.

Meine Mutter, die Ärztin ist und aus Polen stammt, interessierte sich von jeher für medizinischen Fortschritt und war mir bei der Abfassung des Buches behilflich. Sie gab mir auch manchen liebevollen Schubs, damit es fertig wurde, sodass wir es ins Polnische übersetzen und Verwandten zukommen lassen konnten, die auch an Hashimoto litten.

Bei mir kam es im Januar 2013 zu einer Remission und der Patienten-Ratgeber Hashimoto im Griff wurde am 31. Mai desselben Jahres in den USA veröffentlicht. Schlussendlich hatte ich das Gefühl, als habe der Kampf mit meinen gesundheitlichen Problemen einen tieferen Sinn gehabt. Wenn ich in der Lage war, selbst wieder gesund zu werden, war ich auch in der Lage, die bisherigen Herausforderungen zu meiner Lebensaufgabe zu machen und eine stetig zunehmende Anzahl vom Menschen zu unterstützen und ihnen dazu zu verhelfen, dass sie das auch erreichen konnten.

Meine Hoffnung ist nun, dass es durch die Schritte, die ich Ihnen hier vorstelle, zu einer Wende in Ihrem Leben kommt – durch eine Reduzierung und hoffentlich eines Tages auch zur Beseitigung Ihrer Symptome. Doch so sehr ich versuchen kann, Ihnen all das zu erklären, die Änderungen kann ich nicht für Sie vornehmen – Sie müssen den Plan selbst in die Tat umsetzen. Es wird besser werden, doch die Veränderung muss von Ihnen ausgehen. Lassen Sie uns also schauen, wie Sie sich auf Ihre eigene Erfolgsgeschichte vorbereiten können.

Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen

Der erste Schritt, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen, besteht darin, einen Traum zu haben und sich Ziele zu setzen. Wir richten unser Augenmerk später auf den Punkt, an dem Sie gerade stehen – im Augenblick konzentrieren wir uns darauf, wo Sie lieber stehen möchten. Wenn Sie noch kein Gesundheitstagebuch führen, wäre jetzt eine großartige Gelegenheit, um damit zu beginnen. In ein Tagebuch zu schreiben, ist eine der besten Möglichkeiten, den Überblick über Ihre Fortschritte sowie alle Herausforderungen und Erfolge zu behalten. Wenn Sie technisch auf der Höhe sind, schreiben Sie vielleicht lieber Tagebuch am Computer, wenn Sie es herkömmlich mögen, so wie ich, ziehen Sie eventuell das gute altmodische Notizbuch vor. Wofür Sie sich auch entscheiden, wählen Sie für das Schreiben Ihres Tagebuchs eine Methode, die Sie wahrscheinlich auch beibehalten werden. Denken Sie über die folgenden Fragen nach und schreiben Sie Ihre Antworten auf:

– Welche gesundheitlichen Ziele haben Sie?

– Möchten Sie mehr Energie haben?

– Möchten Sie noch 10 Kilo abnehmen?

– Möchten Sie, dass Ihr Haar nachwächst?

Denken Sie bitte wirklich darüber nach, warum Sie gesund werden möchten. Vielleicht haben Sie bestimmte Gründe. Möchten Sie, dass Ihre Haare nachwachsen, damit Sie auf der Hochzeit Ihrer Cousine großartig aussehen? Möchten Sie genug Energie haben, um eine Viertelstunde mit Ihren Kindern spielen zu können, ohne müde zu werden, oder um Sport zu treiben, ohne dass Sie sich danach tagelang ausgelaugt fühlen?

Verurteilen Sie sich wegen Ihrer Antworten nicht und haben Sie auch kein schlechtes Gewissen. Es ist in Ordnung und ganz normal, einfach nur schönes Haar haben zu wollen oder genügend Energie für einen Einkaufsbummel auf der Shoppingmeile, ohne müde zu werden, oder sich zu wünschen, dass das aufregende Kleid endliche wieder passt. Sie brauchen keine großen Visionen zu haben, etwa die Welt zu retten, sobald Sie wieder gesund sind. Beginnen Sie bei sich, sehen Sie zu, dass Sie vorankommen und es wird nicht lange dauern, bis Sie der Welt von sich aus mehr Gutes tun wollen.

Der Weg des „Verwundeten Heilers“

Schon als kleines Mädchen habe ich davon geträumt, anderen Menschen zu helfen. Nachdem ich in der Grundschule etwas über wissenschaftliches Arbeiten gelernt hatte, ließ mich das Thema nicht mehr los und ich überlegte oft, mein Leben ganz in den Dienst der Wissenschaft zu stellen, so wie Marie Curie, mein Vorbild und die erste Frau, die den Nobelpreis erhielt.

Im Gymnasium begann ich mich für Pharmakologie zu interessieren und ich las in meiner Freizeit oft die medizinischen Lehrbücher meiner Mutter. Ich wollte ein Heilmittel für eine Krankheit finden, sodass ich anderen Menschen helfen konnte, und be schloss, Apothekerin zu werden. Anfänglich dachte ich daran, mich auf die psychische Gesundheit zu konzentrieren (ich hatte selbst in jüngeren Jahren aufgrund einer unerkannten Schilddrüsenerkrankung an Depressionen gelitten), doch dann verlor ich nach einer Mononukleoseerkrankung (Pfeiffersches Drüsenfieber) den Mut und konnte mich nicht mehr auf meine Studien konzentrieren.

Seit dieser Infektion ging es mit meiner Gesundheit ständig bergab, und ich versank in Selbstmitleid. Warum ich? Warum musste ich so leiden und so viel durchmachen?

Ich konnte keinen Sinn darin erkennen, bis ich eines Tages mit einem hervorragenden Arzt, der schon im Ruhestand war, über meine Vergangenheit sprach. Er erzählte mir, dass er im Laufe seines Berufslebens so vielen Menschen helfen konnte, denen vorher niemand hatte helfen können. Er schrieb den Erfolg bei seinen Patienten nicht seinem Können zu, sondern eher dem Umstand, dass er sein eigenes Leiden ertragen musste. Sein Leiden zwang ihn, alles Erdenkliche zu lernen, damit er sich bestens um seine Patienten kümmern konnte.

Für manche Menschen wäre das vielleicht entmutigend gewesen – doch für mich war es sehr erhellend. Damals erkannte ich, dass ich eine Aufgabe hatte und mit gesundheitlichen Problemen zu tun bekam, damit ich sie überwinden und anderen Menschen dabei helfen konnte, ihre Schwierigkeiten ebenfalls zu überwinden. Das war mein Weg, der Weg des „Verwundeten Heilers“ (einer der Archetypen bei C. G. Jung; Anm. d. Übers.). Mein eigenes Leiden und meine Schmerzen hatten mich zu Lösungen geführt, sie erinnern mich an die Schmerzen und das Leiden, das meine Klienten und Leser durchmachen und helfen mir, besser helfen zu können. Als ich meinen Weg als verwundeter Heiler annahm, dessen Aufgabe es war, eigene Probleme zu überwinden und anderen zu helfen, half mir das seltsamerweise auch, meine eigene Genesung zu beschleunigen und schneller wieder glücklich zu werden.

Wenn Sie Ihren derzeitigen Gesundheitszustand und Ihre Hashimoto-Thyreoiditis betrachten, können Sie einen möglichen Sinn für Ihr Leben darin erkennen? Vielleicht ist Ihre Krankheit ein Zeichen Ihres Körpers, dass Sie kürzer treten und mehr Zeit mit Ihren Kindern oder einem alternden Elternteil verbringen sollten. Vielleicht ist sie aber auch ein Zeichen, dass Sie Ihre Bestimmung im Leben noch nicht gefunden haben.

Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst

Die meisten von uns haben mehr zu tun als je zuvor und das bedeutet, sie haben weniger Zeit, um sich selbst etwas Gutes zu tun. Die überwiegende Mehrheit der Mütter nimmt sich zum Beispiel keine Zeit für sich selbst. Sie wachen morgens zeitig auf, machen ihre Kinder für die Schule fertig oder kümmern sich um die kleineren Geschwister und rennen ihnen hinterher; sie versuchen, ihre bessere Hälfte, ihre Eltern und die Schwiegerfamilie bei Laune zu halten; sie erfüllen die Forderungen (egal, wie schwierig sie sind), die Vorgesetzte, Klienten und Kollegen an sie stellen, sie begleiten die Aktivitäten der Kinder und besuchen die Partys von Freunden, auch wenn sie erschöpft und am Ende ihrer Kräfte sind.

Ihre „freie Zeit“ verbringen sie damit, das Haus sauber zu halten und – wenn sie Glück haben –, um sich ein wenig zu pflegen, damit sie noch halbwegs salonfähig aussehen, bevor sie fix und fertig ins Bett fallen und am nächsten Tag wieder von vorne anfangen.

Aber der Punkt ist der: Egal, ob Sie verheiratet sind oder allein leben, ob Sie Kinder haben oder nicht, ein Heilungsprozess kann nicht stattfinden, wenn Sie ständig auf Notstrom laufen, und das wirkt sich nicht nur negativ auf Ihre Gesundheit aus, sondern auch auf Ihre Kraft, sich um andere zu kümmern. Subtile Anzeichen, zum Beispiel, dass Sie sich gestört fühlen, wenn Ihr Partner oder Ihre Partnerin, die Kinder, Freunde, der Chef oder die Eltern etwas brauchen, sind ein Hinweis darauf, dass Sie nicht entsprechend auf sich achten.

Denken Sie daran, mit einer leeren Tasse kann man keine andere füllen. Sie müssen zuerst Ihre eigene „Tasse“ auffüllen, und ich möchte Sie darin bestärken, sie mit so viel Selbstfürsorge aufzufüllen, dass Sie, wenn Sie sich Zeit für andere nehmen, völlig mühelos etwas von Ihrem Überfluss abgeben können. Deshalb möchte ich, dass Sie sich, wenn Sie dieses Buch lesen und ganz besonders, wenn Sie mit den Programmen beginnen, täglich mindestens eine Stunde Zeit für sich nehmen. Ich weiß, dass das nicht einfach sein wird und dass eine Stunde wie eine Ewigkeit klingt, aber bitte versuchen Sie Ihr Bestes. Nehmen Sie sich diese Zeit für sich und für das, was Sie tun möchten. „Aber wie soll das gehen?“, fragen Sie sich wahrscheinlich. Schreiben Sie zuerst einmal alles auf, was Sie an einem bestimmten Tag auf Trab hält. Suchen Sie dabei nach Dingen, die zeitraubend und ineffizient sind. Hier sind einige Fragen dazu, bitte beantworten Sie sie:

– Gehen Sie jeden Tag erneut einkaufen, weil Sie etwas vergessen haben, anstatt eine Einkaufsliste zu schreiben und einen Speiseplan für vier bis sieben Tage zu machen?

– Verbringen Sie täglich zwei Stunden mit Kochen und Aufräumen, anstatt am Wochenende vier Stunden vorzukochen?

– Bleiben Sie täglich vier Stunden vor dem Fernseher oder im Internet hängen, anstatt sich auf Sie selbst konzentrieren?

– Überweisen Sie Ihre Rechnungen einzeln, anstatt sie abbuchen zu lassen?

– Machen Sie noch Post auf anstatt auf E-Mail-Korrespondenz umzustellen?

– Überprüfen Sie Ihre E-Mails laufend, anstatt jeden Tag nur zu bestimmten Zeiten?

– Putzen Sie das ganze Haus allein, anstatt eine Reinigungskraft zu beschäftigen oder Familienmitglieder zu bitten, mit anzupacken?

– Stehen Sie jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit und auf dem Heimweg im Stau, anstatt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren oder zu fragen, ob sie in Gleitzeit arbeiten können?

Ich könnte die Liste fortsetzen, doch ich hoffe, Sie verstehen, was ich meine. Diese Übung soll Ihnen eine Geisteshaltung vermitteln, die Sie selbst an die erste Stelle oder zumindest ziemlich weit oben auf die Liste setzt. Beginnen Sie, sich selbst als lieben Freund oder als Familienmitglied zu betrachten, für den oder das Sie sich immer Zeit nehmen und alles stehen und liegen lassen, um zu helfen. Sind Sie willens, das auch für sich zu tun?

Mitgefühl kontra Logik

Ein weiterer wichtiger Schritt zur Besserung ist, sich mit seinem Verhältnis zur Trauer zu befassen. Haben Sie getrauert, als Sie Ihre Diagnose erhielten? Haben Sie zu viel Zeit damit verbracht? Es ist nach einer solchen Diagnose normal, dass man trauert, doch die Forschung sagt, dass zu viel Selbstmitleid die richtigen und logischen Maßnahmen blockiert. Eine Studie der Case Western Reserve University von 2012 ergab, dass sich Mitgefühl und logisches Denken gegenseitig ausschließen. Das heißt, wenn Sie sich selbst bemitleiden, treffen Sie vielleicht nicht die besten logischen Entscheidungen für Ihre Gesundheit. Sie tun eventuell aus Verzweiflung etwas, das Ihnen potenziell schaden könnte. Oder Sie denken, dass Ihnen gar nicht mehr geholfen werden kann und es sinnlos ist, überhaupt irgendetwas zu versuchen – eine Diät, Nahrungsergänzungen oder ein Programm. Oder Sie fühlen sich machtlos und suchen nach einem Retter, ohne zu erkennen, wie viel Macht sie selbst wirklich haben.

Andererseits ist Mitgefühl für jeden Kranken wichtig. Daher rufe ich Sie dazu auf, dass Sie, egal, ob Sie Ihre Diagnose gestern oder vor 20 Jahren bekommen haben, sich eine gewisse Zeit der Trauer zugestehen, anstatt Ihre entsprechenden Emotionen zu unterdrücken. Zeigen Sie ebenso viel Mitgefühl für sich selbst, wie Sie für Ihre Mutter, Ihre Schwester oder eine enge Freundin oder einen Freund aufbringen würden – Sie haben es verdient. Nehmen Sie sich die Zeit, sich zu trösten, und nehmen Sie sich selbst an auf diesem Weg, den Sie gehen. Und dann machen Sie sich behutsam bereit, um etwas zu unternehmen.

Ich weiß, dass es schwer sein kann, seine Gefühle und seine Gesundheit voneinander zu trennen, doch es gibt Zeiten, in denen das hilfreich und sogar notwendig sein kann. Haben Sie ausreichend getrauert, ermuntere ich Sie dazu, sich nach Kräften zu bemühen, mit Ihrer Krankheit wie ein objektiver Wissenschaftler umzugehen, Strategien umzusetzen, Fortschritte zu verfolgen und dabei, wenn nötig, Veränderungen vorzunehmen. Arbeiten Sie daran, dass es Ihnen besser geht – und es wird Ihnen besser gehen.

Stehen Sie für Erfolg?

Bei der Arbeit mit Klienten habe ich in den letzten Jahren bei all jenen, die sich schließlich unter die Hashimoto-Erfolgsgeschichten einreihen, im Vergleich zu jenen, die sich weiterhin abmühen, mehrere Gemeinsamkeiten festgestellt. Menschen, die sich quälen, zeigen oft folgende Verhaltensweisen:

– Sie hängen einem Dogma an, das sie daran hindert, dass es ihnen besser geht (Ich stelle meine Ernährung nicht um, nehme keine Medikamente und Nahrungsergänzungen ein oder lasse irgendwelche Untersuchungen machen).

– Sie sind nicht bereit, Geld für sich oder nötige Behandlungsalternativen auszugeben (Ich gehe zu keinem Arzt, den meine Versicherung nicht bezahlt, und ich komme nicht selbst für diesen teuren Test oder die Nahrungsergänzung auf).

– Die „Ärzte-Tour“ (Sie holen sich viele Meinungen bei vielen Ärzten ein, halten sich jedoch an keine Empfehlungen oder versuchen, viele einander widersprechende Empfehlungen umzusetzen).

– Perfektionismus und unrealistische Erwartungen (Nach 20 Jahren Hashimoto möchte ich ganz auf Medikamente verzichten können und meine Schilddrüsen-Antikörper sollen sich innerhalb eines Monats nach den Umstellungen normalisieren).

– „Kranksein“ als Teil seiner Identität anzunehmen, ist eine Möglichkeit, Aufmerksamkeit von anderen zu bekommen oder sich andere unbefriedigte Bedürfnisse zu erfüllen. (sogenannter „sekundärer Krankheitsgewinn“; Anm. d. Übers.)

– Paralyse durch Analyse (Das ist die Strategie von jemandem, der unendlich viel Zeit darauf verwendet, seine Krankheit zu erforschen, aber nichts dagegen unternimmt. Ein solcher Mensch weiß alles über die Paläo-Ernährung, Selen und Darminfektionen, hat es jedoch weder mit dieser Ernährung versucht, noch Nahrungsergänzungen gekauft oder seinen Darm untersuchen lassen).

– Soziale Isolation und kein unterstützendes Netzwerk.

Dagegen zeigen die Menschen, die eine erfolgreiche Wende bei ihrer Gesundheit herbeigeführt haben, meist folgende Verhaltensweisen:

– Sie haben eine positive, zupackende Haltung.

– Sie akzeptieren die Unterstützung eines liebenden Ehepartners, Freundes, Familienmitglieds oder unterstützenden Netzwerks (Wir halten zusammen, Schatz!).

– Sie sind dankbar für kleine Schritte und Verbesserungen und feiern kleine Erfolge (Ja! Mein Haarausfall ist gestoppt!).

– Sie haben große Träume (Es muss mir besser gehen; ich muss ein Buch schreiben, auf Berge steigen, Kinder erziehen und kleine Hündchen retten).

– Sie haben Hobbys, die Stress abbauen (Yoga, Schreiben, Sport, Stricken).

– Sie sind bereit, Geld für sich auszugeben, weil sie es sich wert sind.

– Sie weigern sich, nicht mehr am Leben teilzunehmen, nur weil sie Hashimoto haben.

– Sie bitten andere um Hilfe.

– Sie versuchen nicht, die Situation zwanghaft zu kontrollieren.

– Sie ruhen sich aus, wenn sie Ruhe brauchen.

Ein weiterer wesentlicher Teil des Erfolges, den ich bei Mitgliedern meiner Community gesehen habe, ist die richtige Geisteshaltung, das heißt, die eines Rebellen, nicht die eines Kriegers. Was ist da der Unterschied? Lassen Sie es mich erklären.

Seien Sie ein Rebell, kein Krieger

Ich höre zum Beispiel viele Menschen Dinge sagen wie „Ich leide an der Krankheit X“, „Ich bin [Name der Krankheit]-Patient“ und sogar „Ich kämpfe gegen [Name der Krankheit]“. Ich finde, dass man sich mit solchen Äußerungen sehr schwächt; schließlich setzen Kämpfen und ein „Krieger“ zu sein voraus, dass man einen ständigen Kampf führt.

Ich sehe meine erfolgreiche Schilddrüsen-Community und mich lieber als Root Cause-Rebellen, als Menschen, die der Ursache auf den Grund gehen wollen. Diese „Rebellen“ treten für ihre eigene Gesundheit ein und tun, was für sie am besten ist, egal, was die Gesellschaft, Pessimisten und das aktuelle medizinische System davon halten mögen.

Sie verstehen sich als Individuen, die Veränderungen vornehmen müssen, damit es ihnen gesundheitlich besser geht. Sie wissen, dass jedes System für die Erzielung von Ergebnissen konzipiert ist, und dass die Veränderung aus ihnen selbst kommen muss. Sie treffen Entscheidungen bezüglich ihrer Gesundheit und der Veränderungen ihrer Lebensweise selbst und sie laufen nicht mit der Masse mit. Sie stellen weder ihr Wissen oder ihre Bedürfnisse infrage, noch, dass jeder wieder gesund werden kann.

Diese Root Cause-Rebellen können Menschen sein, bei denen Hashimoto oder eine andere Autoimmunerkrankung diagnostiziert wurde und die der Ursache ihrer Erkrankung auf den Grund gehen wollen. Es können aber auch Medizinier sein, die wissen, dass man bei Hashimoto und anderen Autoimmunprozessen mehr tun kann, als den Patienten nur Medikamente zu verschreiben, und die den Wert der funktionellen Medizin und von Veränderungen der Lebensweise bei der Wiederherstellung der Gesundheit kennen.

„Rebellen“, die der Ursache auf den Grund gehen wollen, sind bereit, dem Status quo Paroli zu bieten, und äußern sich folgendermaßen:

„Ich esse nicht, was alle anderen essen, und ich tue nicht das, was alle anderen tun, weil ich andere Ergebnisse haben möchte als alle anderen.“

„Ich möchte fit, gesund und glücklich sein. Ich lasse mich von der Werbung nicht dazu zwingen, Junkfood zu essen.“

„Ich lasse mir nicht sagen, dass ich nichts wert bin, weil ich mein Gesicht und meinen Körper nicht mit Chemie zukleistere.“

„Rebellen“ wissen, welche Rolle sie bei ihrer eigenen Genesung spielen. Wenn Menschen nach einer Hashimoto-Diagnose zum ersten Mal meine Internetseite besuchen, ist ihre erste Frage oft: „Wo finde ich einen Arzt, der mir helfen kann?“ Das ist eine kluge Frage, denn ein Arzt, der einen unterstützt und einem zuhört, ist sehr wichtig, daher bin ich gern bei der Suche nach „Dr. Right“, dem richtigen Arzt, behilflich, doch zunächst möchte ich das Konzept für Sie ein wenig umdeuten.

Bevor Sie sich auf die Suche nach einem Arzt machen, der Ihnen hilft, fragen Sie sich zunächst einmal: „Was kann ich tun, um mir selbst zu helfen?“ Schließlich kennen Sie sich selbst am besten, Sie leben in Ihrem Körper und hören seine subtilen Botschaften – niemand anderes versteht ihn wirklich. Es liegt allein in Ihrer Macht, Ihre Ernährung umzustellen, Ihre Nahrungsergänzungen und Medikamente einzunehmen, sich auszuruhen, wenn Sie müde sind und um Hilfe und Unterstützung zu bitten, wenn Sie sie brauchen. Und Sie sind es auch, die oder der die Anleitung annimmt, die ich Ihnen in diesem Buch anbiete und sie umsetzt (oder nicht).

Welcher Arzt ist der richtige?

Wäre es nicht großartig, wenn wir den Arzt schlechthin fänden, der uns eine Wunderpille geben könnte, wodurch sich alle unsere Probleme in Luft auflösen würden? Wir würden abnehmen, das Haar würde nachwachsen, wir hätten wieder Energie … Das klingt wie ein Märchen, doch es kann tatsächlich passieren und es passiert auch vielen Menschen, die zu Beginn der Behandlung die richtigen Schilddrüsenhormone in der richtigen Dosierung verschrieben bekommen. (Sehen Sie in Kapitel 8 nach, wie Ihre Medikamente optimiert werden können.)

Ich empfehle jedem Hashimoto-Patienten, einen Fachmann aufzusuchen. Selbst wenn Sie sehr bewandert oder selbst Fachmann sind, hilft es, einen kompetenten, objektiven Menschen zu haben, mit dem man Ideen austauschen kann. Wir alle haben Vorurteile und Vorlieben, die unser Urteilsvermögen in Bezug auf unsere eigene Gesundheit trüben können – daher lege ich Ihnen ans Herz, sich einen Fachmann zu suchen, der offen für die Zusammenarbeit mit Ihnen ist und bereit, Ihnen dabei zu helfen, die potenziellen Auslöser Ihrer Erkrankung zu finden und zu beseitigen.

Damit Sie die besten Ergebnisse erzielen, empfehle ich Ihnen, mit einem Arzt zusammenzuarbeiten, der in funktioneller Medizin erfahren ist. Solche Ärzte arbeiten ganzheitlich; sie konzentrieren sich nicht nur auf die Schilddrüsenhormone. Viele Patienten sind oft enttäuscht nach dem Besuch bei einem Schulmediziner, der ihnen sagt, dass man gegen den Autoimmunangriff auf die Schilddrüse nichts machen könne, außer ein bestimmtes Schilddrüsenhormon zu verschreiben, es dann auch noch falsch dosiert und sie ihrem Elend überlässt.

Wenn Sie nach einem Arzt suchen, der Ihnen bei Hashimoto helfen kann, sollten Sie einige Dinge abklären:

1. Verschreibt dieser Arzt individuell angefertigte Schilddrüsenpräparate (in den USA können Medikamente individuell auf den Patienten zugeschnitten verschrieben werden und Apotheken, sogenannte Compounding Pharmacies, bereiten diese Medi kamente nach der Rezeptur des Arztes zu; Anm. d. Übers.) oder Trockenextrakte natürlicher Schilddrüsenhormone vom Schwein wie Armour Thyroid oder Nature-Thyroid u. a.? (Schweineschilddrüsenextrakt ist in Deutschland nicht mehr zugelassen, kann aber nach Verordnung durch einen in Deutschland niedergelassenen Arzt auf Privatrezept über internationale Apotheken, z. B. aus den USA, besorgt werden; Anm. d. Übers.)

2. Verschreibt dieser Arzt niedrig dosiertes Naltrexon? (Weitere Informationen s. Seite 261.)

3. Veranlasst er einen Speicheltest für die Nebennieren?

4. Arbeitet er mit Labors zusammen, die nach den Standards der funktionellen Medizin analysieren? (Informationen zu Analysen von Genova Diagnostics aus den USA finden sich im Internet unter www.umweltmedizin.org; Anm. d. Übers.)

5. Veranlasst er einen Test auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

Obwohl diese Laboruntersuchungen äußerst wichtig sein können, um der Ursache Ihrer Erkrankung auf den Grund zu kommen, sind sie nicht Teil des Leistungskataloges vieler Krankenversicherungen. Unter Umständen übernehmen die gesetzlichen Versicherungen diese Leistungen gar nicht und die privaten Versicherungen ebenfalls nicht oder nicht in voller Höhe; daher werden sie von vielen Ärzten auch nicht angeboten. Eine Anfrage bei Ihrer Krankenversicherung ist in jedem Fall empfehlenswert.

Ich betrachte diese Untersuchungen als Investition in die Gesundheit. Viele von uns geben Geld für eine Tasche oder ein Paar Schuhe aus, und wir steigern damit kurzfristig unser Wohlbefinden, doch Geld, das wir aus eigener Tasche für eine Laboruntersuchung ausgeben, könnte unsere Gesundheit langfristig dramatisch verbessern.

Versuchen Sie, einen Arzt zu finden, der mit funktioneller Medizin arbeitet. Das Internet unterstützt Sie bei Ihrer Suche, aber eventuell müssen Sie dafür einen längeren Anfahrtsweg in Kauf nehmen. Es gibt auch Labors, die Test-Kits an Patienten selbst versenden; sehen Sie sich im Internet nach entsprechenden Möglichkeiten um.

Meiner Meinung nach sollte jeder Patient einen Arzt finden können, der mit ihm zusammenarbeitet. Sie brauchen jemanden, der Sie anleiten kann und für Sie und Ihre Belange ein offenes Ohr hat. Sie brauchen jemanden, der bereit ist, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, und der erkennt, dass die Regelversorgung für Sie vielleicht nicht ganz ausreicht.

Das Hashimoto-Programm und die Arbeit mit diesem Buch

Ich hoffe, dass dieses Buch Ihnen hilft und Sie darin schult, mit Hashimoto umzugehen, dass Sie lernen, welche potenziellen zugrunde liegenden Ursachen es gibt und welche Faktoren die wichtigsten für eine Genesung sind. Die Programme sind ein wesentlicher Teil des Buches und so konzipiert, dass sie in der Reihenfolge ihrer Darstellung befolgt werden können. Die Elementarprogramme, die aus dem Programm zur Unterstützung der Leber, zur Erholung der Nebennieren und für einen gesunden Darm bestehen, erfordern einen 90-tägigen Einsatz von Ihnen. Hier finden Sie die einzelnen Programme im Überblick:

Programm zur Unterstützung der Leber: Zwei Wochen

1. Meiden von potenziell symptomauslösenden Nahrungsmitteln

2. Ergänzen von unterstützenden Nahrungsmitteln

3. Reduzierung der toxischen Belastung

4. Unterstützung der Entgiftungswege

Programm zur Erholung der Nebennieren: Vier Wochen

1. Ausruhen

2. Stress abbauen

3. Entzündungen eindämmen

4. Blutzuckerspiegel regulieren.

5. Nährstoffe und Adaptogene ergänzen (biologisch aktive Pflanzenstoffe, die dem Organismus helfen sollen, sich erhöhtem Stress anzupassen; Anm. d. Übers.)

Programm für einen gesunden Darm: Sechs Wochen

1. Nahrungsmittel meiden, die eine Reaktion auslösen

2. Einnahme von Enzymen

3. Die Darmflora ins Gleichgewicht bringen

4. Den Darm richtig ernähren

Neunzig Tage für ein Behandlungsprogramm mögen zwar lang erscheinen, doch Sie sollten bedenken, dass sich Ihre Erkrankung auch nicht über Nacht entwickelt hat und Ihr Körper eine gewisse Zeit braucht, um zu genesen. Die gute Nachricht ist, dass es Ihnen wahrscheinlich schon innerhalb von zwei Wochen besser zu gehen beginnt. Da Sie nun einen Eindruck davon bekommen haben, wie Sie Ihre eigene Erfolgsgeschichte schreiben können, sollten Sie damit beginnen!

Nachdenken über Grundursachen: Bereit zum Einsatz

Welche gesundheitlichen Ziele haben Sie?

Welche Lebensziele haben Sie?

Warum möchten Sie gesund sein?

Warum möchten Sie alle diese gesundheitlichen Ziele erreichen?

Beispiel: Ich möchte wieder das Gefühl haben, schön zu sein. Ich möchte für meine Kinder da sein. Ich möchte strahlen, wie ich strahlen sollte. Ich möchte befördert werden.

Wie wird sich Ihr Leben zum Besseren verändern, wenn Sie gesund werden?

Beispiel: Ich werde voller Energie aufwachen und das wird mir dabei helfen, das Buch zu beenden, das ich schon seit Jahren schreiben möchte.

Was würden Sie tun, wenn Sie wieder gesund wären?

Beispiel: Ich würde noch ein Kind bekommen. Ich würde zum Skifahren gehen. Ich würde für einen Marathon trainieren. Ich würde mir ein aufregend aussehendes rotes Kleid kaufen. Ich würde eine Afrika-Reise machen.

Was müssen Sie in Ihrem Leben tun, um diese gesundheitlichen Ziele zu erreichen?

Was müssen Sie loslassen, um Ihre Ziele zu erreichen?

Kapitel 2
Symptome, Diagnose und Ursprünge von Hashimoto verstehen

Jetzt ist der richtige Augenblick, um uns eingehender mit Hashimoto und den häufigsten und verwirrendsten Symptomen, dem der Diagnose vorausgehenden Prozess und den autoimmunen Ursprüngen der Krankheit zu befassen, bevor wir uns voll und ganz dem Programm widmen.

Zu Beginn möchte ich Ihnen die Schilddrüse erklären, sodass Sie besser verstehen, was in Ihrem Körper vor sich geht und wo das Problem seinen Ursprung hat. Sie wissen bereits, dass Hashimoto eine Autoimmunerkrankung ist, die die Schilddrüse angreift, doch schauen wir uns an, warum dieses kleine, schmetterlingsförmige Organ so wichtig ist und Störungen in seiner Funktion sich negativ auf so viele Funktionen im ganzen Körper auswirken können.

Die Schilddrüse – klein, aber oho

Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ und befindet sich am Hals unterhalb des Kehlkopfes vor der Luftröhre. Diese wichtige Drüse bildet die Schilddrüsenhormone, die für zahlreiche entscheidende Funktionen im Körper unerlässlich sind. Sie unterstützen die Regulierung der Herzfrequenz, der Atmung, des Stoffwechsels, des Blutdrucks, des Menstruationszyklus, der Körpertemperatur und vieles mehr. Genau genommen gibt es keine einzige Körperzelle, die nicht in irgendeiner Weise auf Schilddrüsenhormone angewiesen ist. Mit anderen Worten: Schwierigkeiten in diesem Bereich können praktisch überall zu Schwierigkeiten führen.

Mittels einer komplexen chemischen Reaktionskette bildet die Drüse ihre Hormone, die über den Körper verteilt werden. Schilddrüsenstörungen treten auf, wenn zu wenig (Hypothyreose, Unterfunktion) oder zu viele Hormone (Hyperthyreose, Überfunktion) gebildet werden. In beiden Fällen kann es zu unterschiedlichen Symptomen kommen.

Die Hypothyreose ist ein Mangel an Schilddrüsenhormonen

Einige der häufigeren Hypothyreosesymptome wirken sich verlangsamend auf den Körper aus, zum Beispiel wird der Stoffwechsel träge, was zu Gewichtszunahme, Müdigkeit, Vergesslichkeit, Kälteempfindlichkeit, Depressionen, Hauttrockenheit, Verstopfung, Verlust der Zielstrebigkeit, Haarausfall, Muskelkrämpfen, Steifigkeit, Gelenkschmerzen, psychischer Labilität, Verlust des äußeren Drittels der Augenbrauen, unregelmäßiger Menstruation, Unfruchtbarkeit und körperlicher Schwäche führt.

Die Hyperthyreose ist ein Überschuss an Schilddrüsenhormonen

Dagegen hat die Hyperthyreose eine stimulierende Wirkung auf den Körper. Zu den klassischen Symptomen gehören Gewichtsabnahme, Herzrhythmusstörungen, Angstzustände, Augenprobleme, Zittern, Reizbarkeit, Menstruationsbeschwerden, Müdigkeit, Hitzeintoleranz und vermehrter Appetit. Die Patienten haben auch oft Haarausfall (total unfair, ich weiß).

Wenn Sie die Diagnose Hashimoto erst kürzlich bekommen haben, könnte es sein, dass Sie die Aufzählung dieser Symptome ein wenig verwirrt, denn es ist recht gut möglich, dass Sie einige Ihrer Symptome in beiden Aufzählungen finden. Oder Sie könnten Symptome haben, die nicht zu der Schilddrüsenstörung passen, die Sie erwartet haben. Ich weiß, dass ich schockiert war, als meine Diagnose Hypothyreose und nicht Hyperthyreose lautete. Außer dass ich immer fror, vergesslich und müde war (klassische Unterfunktionssymptome), war ich auch dünn, ängstlich und reizbar und hatte Herzrhythmusstörungen, was alles auf zu viele Schilddrüsenhormone und nicht auf zu wenige hinwies. Aufgrund der autoimmunen Natur hat Hashimoto jedoch eigene Regeln – die nicht nur Betroffene verwirren können, sondern auch Ärzte.

Die Individualität von Hashimoto

Als ich meine Diagnose bekam, war mir nicht klar, dass Hashimoto im Vergleich zu einer nicht-autoimmunen Hypothyreose ein ganz individuelles Symptombild hat. Es kann bei den Patienten zu Schwankungen zwischen hypothyreoten und hyperthyreoten Symptomen kommen und sie können für eine gewisse Zeit sogar Symptome beider Erkrankungen gleichzeitig haben.

Bei Hashimoto ist die Schilddrüse nicht träge, was die Freisetzung von Hormonen betrifft; es ist vielmehr so, dass das Immunsystem die Schilddrüsenzellen für fremde oder schädliche Substanzen hält und Antikörper gegen diese Zellen bildet. Der Angriff führt zu Entzündungen und Schäden in den hormonbildenden Zellen. Bei diesem Angriff und der Zerstörung der Schilddrüsenzellen durch das Immunsystem werden die Hormone, die meist in den Zellen gespeichert sind, in den Kreislauf freigesetzt und führen zu einem Hormonüberschuss. Das wiederum verursacht eine vorübergehende Hyperthyreose und kann sogar zu einem toxischen Spiegel an Schilddrüsenhormonen im Körper führen (sogenannte Thyreotoxikose oder Hashitoxikose). Schließlich werden die zusätzlichen Hormone aus dem Körper ausgeschieden und der Betroffene wird hypothyreot, da die geschädigte Schilddrüse nun Schwierigkeiten hat, genügend Hormone zu bilden.

In diesem Fall können Sie anfangs Symptome wie Reizbarkeit, Angst und Unruhe (Hyperthyreose) empfinden, und sobald die zusätzlichen Hormone ausgeschieden sind, kann es zu Gefühlen von Apathie und Depressivität (Hypothyreose) kommen. Und das kann immer wieder vorkommen, sodass sich ein Betroffener wie auf einer Achterbahn fühlt!

Zusätzlich zu den Symptomen einer Hypo- und Hyperthyreose haben die meisten Hashimoto-Patienten auch vielerlei Entzündungssymptome wie das Reizdarmsyndrom (RDS), Säurereflux, Durchfall, Blähungen, Hautausschläge, Allergien, Schmerzen und andere unspezifische Symptome. Nährstoffmangel, Anämie, eine durchlässige Darmwand, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Zahnfleischprobleme, geringe Stresstoleranz und Unterzucker können ebenfalls auftreten. Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass viele dieser zusätzlichen Symptome oder Zustände auch bei anderen Autoimmunerkrankungen vorkommen.

Was geschieht bei Hashimoto?

Die Schilddrüse gehört zu einem komplizierten Körpersystem und existiert nicht für sich in einem „luftleeren Raum“. Oft zeigen Hashimoto-Patienten mannigfaltige systemische Symptome zusätzlich zu jenen, die für eine Hypothyreose typisch sind. Der Körper verharrt in einem chronischen Zustand, in dem das Immunsystem überlastet ist, es zu Abweichungen bei den Nebennierenhormonen, einer Darmdysbiose, Verdauungsstörungen, gestörten Entgiftungsvorgängen, Entzündungen und Abweichungen bei der Freisetzung von Schilddrüsenhormonen kommt. Dies ist ein sich selbst erhaltender Zyklus, der nicht aufhört, weitere Symptome zu verursachen, solange nicht ein Faktor von außen eingreift und ihn unterbricht.

Wenn man diesem Symptom-Reigen einfach nur ein synthetisches Schilddrüsenmedikament wie L-Thyroxin hinzufügt, führt das bei den meisten Hashimoto-Patienten leider nicht zu einer vollen Genesung. Es kann die zugrunde liegende Entzündung, die das Ungleichgewicht des Immunsystems aufrechterhält und zu anderen chronischen Krankheiten führt, sogar noch verschleiern.

Bei mir war es die gestörte Darmfunktion, die den ersten Hinweis darauf gab, dass es eine Verbindung zwischen meiner Autoimmunerkrankung und der Gesundheit (oder der mangelnden Gesundheit) meines Darms geben könnte. Schnell fand ich heraus, dass der Darm das Immunsystem beeinflusst und die meisten Autoimmunerkrankungen in einem direkten Zusammenhang damit stehen, wie es um die Gesundheit des Darms bestellt ist. Deshalb enthalten die Elementarprogramme hier auch ein eigenes Programm für einen gesunden Darm – einer der Schlüssel zur Genesung der Schilddrüse ist die Wiederherstellung der Darmgesundheit. Sie hat sich für die Genesung von vielen anderen Autoimmunerkrankungen ebenfalls als wesentlich erwiesen.

Nicht so offensichtlich, aber gleichermaßen wichtig ist die verminderte Entgiftungsfähigkeit des Körpers bei Hashimoto. Ein beeinträchtigtes Entgiftungssystem ist häufig für die meisten Symptome verantwortlich und verhindert, dass es den Betroffenen besser geht, selbst wenn sie die anderen Programme aus diesem Buch durchführen. Die Leber ist unser wichtigstes Entgiftungsorgan, und daher beginnen die Elementarprogramme mit dem Programm zur Unterstützung der Leber.

Ein dritter grundlegender Teil der Genesung ist die Unterstützung einer gesunden Stressreaktion.

Nachdenken über Grundursachen: Wie sich Hashimoto anfühlt

Ich weiß, dass Hashimoto zu einem Gefühl führen kann, als stünde man ganz alleine da und würde sich darin verlieren. Viele der Symptome können verwirrend sein, andere geradezu verheerend. Manchmal klingen die Symptome so klinisch-nüchtern, dass man keinen Bezug zu sich selbst herstellen kann, also bat ich meine Patienten, mit ihren eigenen Worten zu schildern, welche Gefühle Hashimoto bei ihnen ausgelöst hat. Hier sind ihre Antworten:

– „Hashimoto zu haben, fühlt sich an, als würde man eine Lüge leben; als würde man zwischendurch für ein paar Stunden sein ,öffentliches‘ Gesicht aufsetzen, nachdem man sich den ganzen Tag gefühlt hat, als würde man von einer schweren Wolldecke erdrückt, und man hofft, dass einen niemand dabei erwischt, wie man bis 10 Uhr morgens schläft, um 14 Uhr ein Nickerchen macht und sich an nichts von all den Dingen erinnert, die zu erledigen sind. Man schämt sich für sich selbst und das macht einen ganz fertig.“

– „Ich fühle mich innerlich gefangen. Allein in einem dunklen Käfig mit meinen Träumen, aber ohne Energie, um meine Träume in die Welt zu tragen.“

– „Es ist eine Art außerkörperliche Erfahrung, bei der ich nicht mehr weiß, wer ich bin oder wie es so weit kommen konnte. Wenn ich müde bin, habe ich das Gefühl, als würde ein Gewicht auf meinem Körper lasten und mich daran hindern, mich zu bewegen.“

– „Ich fühle mich, als würde ich neben meinem Leben sitzen und jeden dabei beobachten, wie er seines genießt, und ich frage mich, ob ich jemals meine Freude am Leben zurückbekomme.“

– „Wie ein Hamster im Rad.“

– „Einer unsichtbaren Krankheit schutzlos ausgeliefert, keine Kontrolle über meine Stimmung und keine verständliche Erklärung für meine Familie, warum ich grundlos in der Waschküche weine.“

– „Das Schlimmste an dieser Krankheit ist, dass ich meine Ärzte davon zu überzeugen versuche, wie schlecht es mir geht, und sie mir erzählen, dass ich weniger essen, mehr Sport treiben und ein Antidepressivum nehmen soll, denn mein TSH-Spiegel sei im Normbereich. Dass man mir im Grunde sagt: Das spielt sich alles nur in Ihrem Kopf ab. Ihre Blutuntersuchungen sagen, dass alles in Ordnung ist. Tatsächlich sind Sie einfach nur unzufrieden mit Ihrem Leben sind und das hat nichts mit Ihrer Schilddrüse zu tun.“

– „Verwirrend, zum Verzweifeln, wie betäubend, anstrengend. Es ist so unglaublich schwer für die Betroffenen, genauso wie für diejenigen, die uns lieben. Es ist schwer, die Gefühle zu erklären, die Verzweiflung, die Gewichtszunahme, die fehlende Vertrautheit mit denjenigen, die das nicht selbst kennen. Es ist einfach nur schwer.“

Ich richte meine Aufmerksamkeit zwar lieber auf Lösungen als auf die vielen, mit Hashimoto einhergehenden Symptome, doch ich hoffe, dass die Erfahrungen von anderen das eine oder andere bestätigen können, was Sie selbst erleben. Nehmen Sie sich die Zeit, sich zu trösten und seien Sie gütig mit sich selbst in Bezug auf das, was Sie durchmachen. Mir liegt daran, dass Sie verstehen, dass Sie nicht verrückt werden, dass viele Ihre Symptome mit Hashi moto zusammenhängen können und dass es besser werden kann!

Seien Sie ehrlich, welche Gefühle löst Hashimoto in Ihnen aus?

Wie Hashimoto und andere Auto­immun­erkrankungen entstehen

Damit es zu einer Autoimmunität kommt, müssen die „richtigen“ Dinge zum „richtigen“ Zeitpunkt zusammentreffen. Dr. Alessio Fasano, Direktor des Center for Celiac Research and Treatment (Zentrum zur Erforschung und Behandlung von Zöliakie) in Massachusetts, stellte fest, dass drei Faktoren vorhanden sein müssen, damit sich ein autoimmunes Geschehen entwickeln kann:

1. Spezifische Gene, die einen Menschen empfänglich für eine Autoimmunerkrankung machen.

2. Spezifische Auslöser, die diese Gene anschalten.

3. Die Durchlässigkeit der Darmwand (Leaky-Gut-Syndrom), sodass sich das Immunsystem nicht mehr selbst regulieren kann. (Letzteres mag überraschend und in keinem Zusammenhang miteinander zu stehen scheinen. Sie werden jedoch bald erfahren, dass das Immunsystem in hohem Maße auf einen gesunden Darm angewiesen ist).

Ein Mensch, der genetisch für Hashimoto prädestiniert ist, doch nicht mit den Auslösern belastet ist, erkrankt nicht daran. Und wer die entsprechenden Gene hat und mit den Auslösern belastet ist, aber keine Barrierestörung der Darmschleimhaut hat, wird ebenfalls nicht krank. Die neue Forschung über Autoimmunerkrankungen legt nahe, dass einem Autoimmungeschehen immer eine Durchlässigkeit der Darmwand vorausgeht.

Wer sowohl eine durchlässige Darmwand hat als auch mit den Auslösern belastet ist, aber genetisch nicht prädestiniert dafür ist, erkrankt ebenfalls nicht an Hashimoto-Thyreoiditis. In diesem Fall kommt es eventuell überhaupt nicht zu Symptomen oder, je nach genetischem Hintergrund, zu einer anderen Autoimmunerkrankung.

Fazit ist, dass alle drei Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit es zu einer Autoimmunerkrankung kommen kann.

Manche Menschen glauben, dass die Gene ihr Schicksal sind, doch eine neue wissenschaftliche Disziplin, die sogenannte Epigenetik, zeigt, dass dem nicht so ist. Es handelt sich tatsächlich um eine Kombination aus unseren Genen und der Umwelt (die für die Auslöser sorgt), die darüber entscheidet, ob wir krank werden oder gesund bleiben. Die Epigenetik hat nachgewiesen, dass es durch Korrekturen unserer Lebensweise in unserer Macht steht, in welcher Weise unsere Gene exprimiert (also an- oder abgeschaltet) werden.

Bei Hashimoto spielt die Umwelt eine wesentlich tiefer greifende Rolle als die Gene. Als Nachweis können wir eineiige Zwillinge heranziehen. Wir wissen, dass ihre DNS identisch ist und sie genetisch gesehen zu 100 Prozent übereinstimmen. Das bedeutet, dass von einem hundertprozentig genetisch bedingten Merkmal oder einer Krankheit ent weder beide Zwillinge betroffen wären oder keiner. Was Hashimoto betrifft, geht man jedoch davon aus, dass die Übereinstimmung etwa bei 50 Prozent liegt. Das heißt, wenn ein Zwilling an Hashimoto erkrankt, besteht beim anderen nur ein 50-prozentiges Risiko, ebenfalls daran zu erkranken. Der individuelle Lebensstil oder die jeweiligen Lebensumstände des anderen Zwillings tragen zur Entwicklung der Krankheit bei.

Die neue Forschung unterstützt auch die Tatsache, dass ein Autoimmungeschehen umkehrbar ist. Wird einer der drei Faktoren beseitigt, zeigt ein Mensch keine Autoimmunerkrankung mehr. Wissenschaftler haben das erstmals anhand der Zöliakie demonstriert, bei der Gluten sowohl Auslöser als auch Urheber einer durchlässigen Darmwand ist. Sobald Gluten gemieden wird, regeneriert sich das geschädigte Dünndarmgewebe, welches das Merkmal einer Zöliakie ist. Solange es bei dem Betroffenen keine zusätzlichen Auslöser für eine durchlässige Darmwand gibt, verschwinden alle Symptome und die Autoimmunmarker der Zöliakie.

Bei Hashimoto ist es zwar hinsichtlich der zahlreichen innerhalb und außerhalb des Darms befindlichen Auslöser ein wenig komplizierter, doch ich habe immer wieder spektakuläre Besserungen der Symptome und Remissionen bei Klienten und Lesern gesehen, die ihre Auslöser beseitigt und die Barrierestörung der Darmschleimhaut ausheilen konnten. In Ihrem Fall bedeutet das, dass Sie, obwohl Sie Ihre Gene nicht verändern können (zumindest jetzt noch nicht), Hashimoto in den Griff bekommen können, indem Sie sich um die Auslöser kümmern und Ihr Leaky-Gut-Syndrom in Ordnung bringen. Ich helfe Ihnen dabei.

Warum man „Läuse und Flöhe“ haben kann

Wer die Diagnose Hashimoto erhält, hat ein höheres Risiko, an weiteren Autoimmunerkrankungen wie Diabetes vom Typ 1, Zöliakie, Multiple Sklerose, Rheumatoide Arthritis, Morbus Crohn, Lupus erythematodes, Morbus Addison (Erkrankung der Nebennierenrinde), Vitiligo (Weißfleckenkrankheit), perniziöse Anämie und vielen anderen zu erkranken. Das liegt daran, dass der jeder Autoimmunerkrankung zugrunde liegende Krankheitsmechanismus derselbe ist und ein Autoimmunprozess progredient sein kann – sobald das Immunsystem begonnen hat, ein Organ anzugreifen, können auch andere Organe ins Visier genommen werden. Manche Wissenschaftler gehen sogar so weit zu sagen, dass alle Autoimmunerkrankungen gleich und lediglich gegen unterschiedliche Zielorgane gerichtet sind. Das ist wichtig zu wissen, denn in vielen Fällen wird den Hashimoto-Patienten gesagt, dass sie lediglich Schilddrüsenhormone nehmen müssen, damit es ihnen gut geht, doch Schilddrüsenhormone allein stoppen das Fortschreiten des Autoimmungeschehens nicht. Die gute Nachricht ist, dass die Programme in diesem Buch so konzipiert sind, dass sie ein Fortschreiten des Autoimmunprozesses verhindern, und falls Sie noch andere Autoimmunerkrankungen haben, werden Sie wahrscheinlich eine Besserung bei allen feststellen!

Ursachenforschung: Die Entstehung von Autoimmunität und meine Sicherheitstheorie

Wissenschaftler haben bezüglich der möglichen Auslösung einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung zahlreiche Theorien entwickelt. Darunter die Folgenden:

Die Theorie von der molekularen Mimikry legt nahe, dass die Zellen von Krankheitserregern und jener unserer Schilddrüse einander so ähnlichsehen, dass sie das Immunsystem verwirren und zu einem Angriff auf die Schilddrüse führen.

Der „Zuschauer“-Effekt beruht auf der Theorie, dass eine Infektion in der Schilddrüse vorliegt und das Immunsystem das Organ in dem Versuch angreift, den Infekterreger zu vernichten.

Die Theorie von der durch die Schilddrüse ausgelösten Autoimmunreaktion besagt, dass jede Art von Schaden an der Schilddrüse dazu führt, dass das Organ Schaden-assoziierte molekulare Muster (DAMP, von engl. damage-associated molecular patterns) sezerniert, die entzündungsfördernde Zellen „rekrutieren“ und in die Schilddrüse schleusen, sodass es zu weiterem Schaden an der Drüse kommt.

Ich möchte Ihnen auch gerne die Izabella-Wentz-Sicherheitstheorie von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse vorstellen. Sie beruht auf den obigen Theorien, meiner Arbeit und meinen Beobachtungen bei Hashimoto sowie der adaptiven Physiologie (erworbene Immunantwort).

Die adaptive oder erworbene Immunantwort beschreibt die Entwicklung von chronischen Krankheiten beim Menschen, um sich an die Umwelt anzupassen. Diese Krankheiten dienten einst dazu, eine schützende Rolle beim Überleben unserer Spezies zu spielen; in unseren modernen Zeiten kam es jedoch zu einer Fehlanpassung.

Zu Zeiten des Höhlenmenschen war der Körper daran angepasst, umweltbedingte Bedrohungen als Signale aufzufangen, die ihm vermittelten, dass die Welt ein gefährlicher Ort und die Zeit gerade nicht optimal für Abenteuerlust oder Fortpflanzung sei und man seine Ressourcen schonen müsse.

In gewisser Weise ist Hashimoto und die daraus resultierende Schilddrüsenunterfunktion vielleicht ein solcher adaptiver Mechanismus, der sich entwickelt hat, damit die Menschen ihre Ressourcen schonen und in Zeiten von Hunger, Krieg, kaltem Wetter oder Epidemien überleben konnten, da sie dadurch in einen Winterschlaf-ähnlichen Zustand versetzt werden und sich deshalb eher in ihre Höhlen zurückziehen sowie weniger Kalorien und weniger Energie verbrauchen, weil sie mehr schlafen.

In unseren modernen Zeiten können Nährstoffverarmungen, entzündungsfördernde Nahrungsmittel, Stress, Toxine, eine durchlässige Darmwand und Infektionen dasselbe Gefahrensignal an den Körper aussenden und eine Autoimmunkaskade in der Schilddrüse auslösen.

Wie können wir dieses Signal außer Kraft setzen? Einfach ausgedrückt: Wir müssen die Dinge beseitigen, die unser Immunsystem glauben lassen, dass wir uns in Gefahr befinden und unsere Energie und Ressourcen schonen müssen.

Ich habe festgestellt, dass es ganz allgemeine, auf meiner Sicherheitstheorie beruhende Dinge gibt, die jeder Hashimoto-Patient tun kann, damit es ihm besser geht. Diese Theorie ist das Leitmotiv dieses Buches – die Elementarprogramme und die Erweiterten Programme wirken darauf hin, durch die Beseitigung von wahrgenommenen Bedrohungen Sicherheitssignale an Ihren Körper auszusenden.

Es gibt scheinbar zusammenhangslose rätselhafte Zustände, ganz besonders die chronische Nesselsucht und Schwindel, die mit Hashimoto in einen engen Zusammenhang gebracht wurden. Obwohl Ihr Arzt Ihnen wahrscheinlich sagt, dass all das nichts miteinander zu tun habe und schwierig zu behandeln sei, kann ich Ihnen versichern, dass das Gegenteil der Fall ist. Es hat sehr viel mit Hashimoto zu tun hat und ich habe bei der Behandlung der Grundursachen, bei der Root Cause-Methode, ausgezeichnete Ergebnisse gesehen.

Wer an Hashimoto leidet, erkrankt mit größerer Wahrscheinlichkeit an chronischer spontaner Urtikaria (chronische Nesselsucht), eine Hautkrankheit, die sich durch ausgedehnte, juckende und geschwollene Hautausschläge äußert. Im Laufe der letzten Jahre habe ich festgestellt, dass Menschen mit Hashimoto und chronischer Nesselsucht oft den Parasiten Blastocystis hominis im Darm haben und dass mit der Beseitigung des Protozoons (Einzellers) auch die Nesselsucht, das Reizdarmsyndrom und sogar Hashimoto verschwinden. Bosnische Wissenschaftler haben diesen Zusammenhang erstmals im Jahr 2015 veröffentlicht, ich beobachte das klinisch jedoch schon seit 2013.

Ein Zusammenhang zwischen Gleichgewichtsstörungen wie Schwindel und einem Autoimmunprozess der Schilddrüse steht auch zur Diskussion. In einer Forschungsstudie zeigten 52 Prozent der Hashimoto-Patienten eine Veränderung bei der Vestibulärfunktion, die das Gleichgewicht beeinträchtigen und zu Schwindel und Übelkeit führen kann. Je mehr Schilddrüsen-Peroxidase-Antikörper vorhanden sind, desto mehr verändert sich die Gleichgewichtsfunktion und erhöht das Risiko für Schwindel. Man nimmt an, dass die Schilddrüsen-Antikörper mit Teilen unseres Gleichgewichtssystems kreuzreagieren. Die gute Nachricht ist: Sobald Sie mithilfe der Strategien aus diesem Buch die Angriffe auf Ihre Schilddrüse reduzieren, bessert sich auch Ihr Schwindel.

Eine endgültige Diagnose

Angesichts der vielfältigen und zahlreichen Symptome, die direkt oder indirekt durch Hashimoto verursacht werden können, könnten Sie glauben, dass es schwierig sei, eine endgültige Diagnose zu bekommen – und damit hätten Sie auch recht. Das Ganze wird dadurch noch komplizierter, dass viele Schilddrüsensymptome sehr unspezifisch sind und daher im Anfangsstadium von Ärzten oft übersehen werden. Es kommt nicht selten vor, dass Patienten mit der Diagnose Depressionen, Stress oder Angstzustände mit einem Rezept für ein Antidepressivum oder Anxiolytikum, einem angstlösenden Mittel, weggeschickt werden, ohne dass das Thema Schilddrüse überhaupt erwogen wird. Manche Patienten wurden sogar mit einer bipolaren Störung (früher als manisch-depressive Störung bezeichnet; Anm. d. Übers.) oder Schizophrenie diagnostiziert und ins Krankenhaus eingewiesen, während in Wirklichkeit ihre Schilddrüse aus dem Gleichgewicht geraten war.

Es kommt auch häufig vor, dass wohlmeinende Ärzte Patienten auf eine Schilddrüsenerkrankung testen lassen, doch die Laborergebnisse „unauffällig“ sind. Denn in vielen Fällen hat der Arzt nicht alle Werte bestimmen lassen oder er hat sie nicht richtig interpretiert. Daher sage ich meinen Klienten immer, sie sollen von ihrem Arzt spezifische, umfangreiche Untersuchungen verlangen und sich eine Kopie der Laborergebnisse geben lassen, um sicherzugehen, dass die Diagnose stimmt. Im folgenden Abschnitt geht es um die richtigen Untersuchungen zur Diagnose von Hashimoto.

Die wichtigsten Schilddrüsen­untersuchungen

Bluttests, ein Ultraschall der Schilddrüse und Biopsien (Gewebeproben) der Schilddrüse sind alle zur Diagnose von Hashimoto geeignet. Bluttests werden bei den meisten Menschen am ehesten durchgeführt und sie können oft eine Schilddrüsenerkrankung aufdecken, wenn die richtigen Untersuchungen gemacht werden.

Die meisten dieser Untersuchungen werden von der Krankenversicherung bezahlt. Falls Ihr Arzt keine Untersuchungen veranlassen will, können Sie, in diesem Fall jedoch auf eigene Kosten, direkt in einem Labor alle Schilddrüsenwerte auch selbst bestimmen lassen; hierfür wird Ihnen dann dort direkt Blut abgenommen und Sie erhalten das Ergebnis persönlich.

TSH

Das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH) wird in einem Screening-test zur Überprüfung der Schilddrüsenfunktion bestimmt. Diese Untersuchung gibt Ihr Arzt normalerweise in Auftrag, wenn Sie sich über Schilddrüsenprobleme beklagen. TSH ist ein Hypophysenhormon, welches das Signal zur verstärkten Bildung von Schilddrüsenhormonen sendet, wenn der Spiegel im Blut zu niedrig ist. Bei einer unbehandelten Hypothyreose werden Sie schließlich einen abnorm erhöhten TSH-Wert haben, wohingegen er bei einer unbehandelten Hyperthyreose abnorm niedrig ist. Diese Untersuchung kann eine ausgezeichnete Möglichkeit sein, um lange bestehende Anomalien der Schilddrüse zu entdecken, doch leider „erwischt“ sie Hashimoto nicht immer, außer in sehr späten Stadien, wenn es schon zu einem erheblichen Schaden gekommen und die Schilddrüse nicht mehr zur Kompensation in der Lage ist.

Im Frühstadium von Hashimoto kann der TSH-Wert zwischen beiden Extremen schwanken und zeitweise sogar normale Werte zeigen. Sie könnten trotz unangenehmer Schilddrüsensymptome jahrelang einen TSH-Wert im Normbereich haben. Ich habe oft Klienten, die bei ihrem Arzt seit Jahren über Symptome wie Gewichtszunahme, Müdigkeit und Haarausfall klagen, deren Schilddrüsenuntersuchungen jedoch immer wieder normal ausfielen.

Manche der Probleme mit diesem Test gehen auf die Zeit zurück, als Wissenschaftler erstmals den Normbereich von TSH für gesunde Menschen festsetzten. Sie bezogen irrtümlich auch ältere Patienten und Menschen mit einer beeinträchtigten Schilddrüsenfunktion in die Berechnung ein, was zu einem viel zu weit gefassten Referenzbereich führte. Aufgrund dieser verzerrten Normwerte bekamen Menschen mit einem Schilddrüsenhormonmangel oft zu hören, die Ergebnisse seien normal.

In vielen Labors wird noch immer mit einem Referenzbereich von 0,5 bis 5,0 mU/l gearbeitet, sodass alle Werte innerhalb dieses Rahmens in den Laborberichten an die Ärzte als unauffällig gilt. Die meisten Ärzte achten nur auf Werte, die außerhalb des Normbereichs liegen und kennen die neuen Richtlinien vielleicht gar nicht. Infolgedessen werden viele Patienten mit einem erhöhten TSH übersehen. Das ist ein Grund, warum Sie Ihren Arzt immer um eine Kopie der Laborberichte bitten sollten.

Die gute Nachricht ist, dass im Zuge besserer Erkenntnisse über die Schilddrüsenfunktion eine Veränderung des TSH-Referenzwertes ansteht. In den letzten Jahren hat die (amerikanische) National Academy of Clinical Biochemistry (Staatliche Akademie für Klinische Biochemie) darauf hingewiesen, dass 95 Prozent aller Menschen ohne Schilddrüsenerkrankung eine TSH-Konzentration von unter 2,5 mU/l haben und vom American College of Clinical Endocrinologists (Amerikanisches Kollegium Klinischer Endokrinologen) wurde der neue Referenzwert auf 0,3 bis 3,0 mU/l festgesetzt. Ärzte, die mit funktioneller Medizin arbeiten, haben ihn für einen gesunden Menschen, der keine Schilddrüsenmedikamente nimmt, zwischen 1,0 und 2,0 mU/l verortet.

Doch selbst mit all diesen neu definierten Normbereichen für den TSH-Wert wird immer nur das letzte Stadium von Hashimoto erfasst, da der Körper in den Anfangsstadien der Schilddrüsenfunktionsstörung immer noch zur Kompensation in der Lage ist. Außerdem: Normbereiche berücksichtigen die Durchschnittswerte von 95 Prozent der Bevölkerung, wenn Sie also zu den 5 Prozent der sogenannten „Ausreißer“ gehören, können Sie Symptome einer Hypo- oder Hyperthyreose haben, auch wenn Ihr TSH-Wert im Normbereich ist. Kein Arzt kommt in seiner Ausbildung an der Binsenweisheit vorbei, dass der Patient behandelt werden soll, nicht die Laborwerte, doch leider scheinen sich nur wenige Schulmediziner an diesen Rat zu halten.

Mir wurde gesagt, dass meine Schilddrüse – bei einem TSH von 4,5 mU/l – in Ordnung sei, obwohl ich erschöpft und vergesslich war, jede Nacht im südlichen Kalifornien 12 Stunden lang unter zwei Bettdecken schlief und meine Haare büschelweise ausgingen. Ich kämpfte fast zehn Jahre mit sich stetig verschlimmernden Schilddrüsensymptomen, bevor ich eine Diagnose erhielt. Und ich fragte mich oft, ob ich wohl dabei war, verrückt zu werden.

Ich wünsche mir, ich hätte damals gewusst, was in meinem Körper vor sich ging – dass ich eine Autoimmunerkrankung hatte, die meine Schilddrüse unablässig beschädigte, und dass die richtige Behandlung und Lebensweise nicht nur die Symptome gebessert, sondern auch weiteren Schaden verhindert hätten. Doch es sollte noch fast zwei weitere Jahre dauern, bis Hashimoto festgestellt wurde, nachdem ein anderer Arzt meine Schilddrüsen-Antikörper bestimmt und festgestellt hatte, dass sie im Bereich von über 2 000 U/ml lagen!

TPO- und TG-Antikörper

Zur Feststellung von Hashimoto bestimmt man im Blut am besten die Schilddrüsen-Antikörper, die auf eine Autoimmunreaktion gegenüber der Schilddrüse hinweisen. Die beiden Antikörpertests mit erhöhten Werten bei Hashimoto sind:

– Schilddrüsen-Peroxidase-Antikörper (TPO-AK)

– Thyreoglobulin-Antikörper (TG-AK)

Bei vielen Hashimoto-Patienten sind beide oder auch nur einer erhöht. Und je mehr Antikörper vorhanden sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, eine deutliche Hypothyreose und möglicherweise weitere Autoimmunerkrankungen zu entwickeln. Patienten mit Morbus Basedow (Hyperthyreose) und Schilddrüsenkrebs können ebenfalls erhöhte Antikörper haben, auch gegen TPO und TG sowie gegen die TSH-Rezeptoren (TRAK).

Bei Menschen ohne Schilddrüsenerkrankung können zwar auch Antikörper in geringen Mengen vorliegen, doch erhöhte Werte sind ein Hinweis darauf, dass das Immunsystem auf die Zerstörung der Schilddrüse abzielt. Sie sind im Wesentlichen für den Krankheitsprozess bezeichnend: je mehr Antikörper, desto aggressiver der Angriff auf die Schilddrüse.

Schulmediziner lassen – außer bei einem erhöhten TSH-Wert – vielleicht gar keine Antikörper bestimmen, was problematisch ist, denn sie können bereits jahrzehntelang erhöht sein, bevor eine Veränderung des TSH-Wertes zu sehen ist. Bei Menschen, die erhöhte Antikörper, aber noch keinen erhöhten TSH-Wert hatten, zogen Ärzte in der Regel eine dieser beiden Schlussfolgerungen: Wahrscheinlich hatten sie keine entsprechenden Symptome und es gab auch nichts, was man für sie hätte tun können. Heute wissen wir, dass sie in beiderlei Hinsicht falsch lagen. Die neuere Forschung zeigt, dass vorhandene Antikörper zu Symptomen wie Angstzuständen, Müdigkeit und generellen Befindlichkeitsstörungen führen können und Veränderungen in der Lebensweise nachweislich sowohl die Symptome verringern als auch die Antikörper senken.

Laut aktueller medizinischer Berichte lassen sich bei 80 bis 90 Prozent der Hashimoto-Patienten TPO-Antikörper nachweisen. Allerdings haben Forscher an der Multidisciplinary Thyroid Clinic (Interdisziplinäre Klinik für Schilddrüsenerkrankungen) der University of Wisconsin festgestellt, dass nur die Hälfte der Patienten Schilddrüsen-Antikörper aufwiesen, bei denen eine zytologische Untersuchung (hierzu gleich mehr) in Bezug auf Hashimoto positiv ausfiel. Gegenwärtigen Schätzungen der Volksgesundheit zufolge liegt Hashimoto in den USA zwar im Bereich von 1 bis 2 Prozent, doch Forscher gehen davon aus, dass in Wirklichkeit 13,4 Prozent der Bevölkerung davon betroffen sind und das mit moderneren Diagnosemethoden auch festgestellt werden könnte.

Ultraschall der Schilddrüse

Sind im Blut keine Schilddrüsen-Antikörper nachweisbar, kann ein Ultraschall der Schilddrüse zur Diagnose herangezogen werden. Kliniker haben festgestellt, dass die mit Hashimoto übereinstimmenden Veränderungen (wie winzige Knötchen und charakteristische Veränderungen der Dichte des Schilddrüsengewebes) im Ultraschall sichtbar gemacht werden können, auch wenn der Antikörpersuchtest nicht positiv ausgefallen ist.

Ja, das bedeutet genau das, was Sie denken – es gibt auch Hashimoto-Patienten, die „Antikörper-negativ“ sind. Forscher waren in der Regel der Annahme, dass 90 Prozent der Hashimoto-Patienten erhöhte TPO- und 80 Prozent erhöhte TG-Antikörper aufweisen. Die neuere Forschung legt aber nahe, dass sich bei 10 bis 50 Prozent eventuell keine Antikörper nachweisen lassen. In diesem Fall könnte bei diesen Menschen eine weniger aggressive Variante vorliegen, der sogenannte Antikörper-negative oder seronegative Hashimoto.

In vielen Fällen wird Hashimoto auch im Ultraschall entdeckt, wenn ein Antikörpertest nicht positiv ausfällt. Der Ultraschall ist jedoch auch nicht immer eindeutig.

Zytologie

Bei einer zytologischen Untersuchung wird zur Entnahme von Zellen eine sehr dünne Nadel durch die Haut am Hals in die Schilddrüse eingeführt. Diese werden unter dem Mikroskop genau untersucht, wobei entdeckt werden kann, ob die Zellen Zeichen von Hashimoto zeigen. Da diese Diagnosemethode viel invasiver ist als eine übliche Blutuntersuchung, ist sie normalerweise zur Bestimmung von Schilddrüsenknoten vorbehalten (gutartig oder kanzerös) und dient nicht zur Diagnose von Hashimoto. Zudem kann selbst durch diese Methode eine Hashimoto-Thyreoiditis übersehen werden, weil dabei nur eine begrenzte Anzahl von Zellen entnommen wird und unter Umständen nicht jede Zelle Anzeichen von Hashimoto zeigt.

Mein Freund Dr. Alan Christianson, ein angesehener Schilddrüsenarzt, sagt: „Bei allen Tests kann Hashimoto übersehen werden. Man kann die Erkrankung nicht völlig ausschließen, es sei denn, man könnte jede einzelne Schilddrüsenzelle unter einem Mikroskop untersuchen. Deshalb ist es wirklich wichtig, dass man zuhört, was der Patient sagt.“ Also, obwohl Labortests ihren Wert haben, bestärke ich jeden Patienten darin, mit einem Arzt zusammenzuarbeiten, der auch die individuellen Symptome berücksichtigt.

Freies T3 und freies T4

Die Schilddrüse bildet verschiedene Hormone, inklusive T1, T2, T3, T4 und Kalzitonin. Die aktivste Form ist Trijodthyronin (T3), danach kommt gleich Thyroxin (T4). Wenn diese Hormone aktiv sind und im Blut kreisen, werden sie als freies T3 und freies T4 bezeichnet und können durch eine Blutuntersuchung bestimmt werden. Sind die Werte niedrig, liegt der TSH aber noch im unteren Normbereich, könnte Ihr Arzt den Verdacht auf eine seltene Art der Schilddrüsenunterfunktion haben, die sogenannte sekundäre (manchmal auch: zentrale) Hypothyreose. (Hier liegt die pathologische Veränderung in der Hypophyse; Anm. d. Übers.) Diese Hormonuntersuchungen sind manchmal hilfreich für die Diagnose und oft hilfreich, um die richtige Dosierung von Schilddrüsenmedikamenten zu bestimmen. Genaueres zur Bedeutung dieser Untersuchungen finden Sie in Kapitel 8.

Die fünf Stadien von Hashimoto

Idealerweise würde die Diagnose Hashimoto vor der Diagnose Hypothyreose gestellt werden – dann kennt man das Hypothyreoserisiko und es besteht die Chance, die den Angriffen des Immunsystems auf die Schilddrüse zugrunde liegenden Ursachen festzustellen. Hashimoto entwickelt sich in fünf Stadien, das bedeutet, auf diesem Weg gibt es mehrere Punkte, an denen die Krankheit abgefangen werden kann, bevor es zu einer Unterfunktion kommt. Im Folgenden beschreibe ich die fünf Entwicklungsstadien und die zu erwartende schulmedizinische Behandlung:

– Stadium 1: Es besteht lediglich die genetische Prädisposition zu Hashimoto, aber es gibt keinerlei Anzeichen der Erkrankung. Es bestand keine Belastung mit den erforderlichen Autoimmunauslösern und daher ist die Schilddrüsenfunktion optimal, ohne Hinweis auf einen Immunangriff auf das Organ. Es gibt keine Schilddrüsensymptome und Hashimoto kann, abgesehen von der genetischen Prädisposition, im Grunde nicht nachgewiesen werden. Gestützt durch Belege, die ich in Kapitel 4 vorstelle, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass bis zu 80 Prozent der Menschen genetisch zur Entwicklung von Hashimoto prädestiniert sind, wenn sie zusätzlich mit den spezifischen Auslösern in Berührung kommen. Obwohl manche der prädisponierenden Gene bereits von der Wissenschaft identifiziert wurden, muss darauf hingewiesen werden, dass der Identifizierungsprozess der krankheitsauslösenden Gene noch nicht abgeschlossen ist und dass die Gene unser Schicksal eben nicht alleine bestimmen.

– Stadium 2: Das ist das Anfangsstadium des Autoimmunangriffs auf die Schilddrüse. Obwohl die Schilddrüsen-Antikörpersuchtests in diesem Stadium positiv sein können, liegen alle anderen Schilddrüsenwerte noch im Normbereich. Allerdings kann ein Mensch in Stadium 2 bereits hochgradig symptomatisch sein. Ärzte, die nicht mit modernen Testmethoden arbeiten, stellen in diesem Stadium oft Fehldiagnosen wie Angstzustände oder Depressionen oder stempeln Betroffene als Hypochonder ab.

– Stadium 3: Hier sehen wir den Beginn eines Schilddrüsenversagens; es wird als subklinische Hypothyreose bezeichnet. Die Schilddrüse kann die Autoimmunangriffe nicht mehr kompensieren, also sind sogar bei den herkömmlichen Schilddrüsentests Veränderungen messbar – vor allem kommt es allmählich zu einem leicht erhöhten TSH-Wert. Der schulmedizinische Ansatz besteht in diesem Stadium darin, zu beobachten und abzuwarten, bis die Schilddrüse sich völlig verausgabt hat, außer die betroffene Person ist hochgradig symptomatisch, schwanger oder versucht, schwanger zu werden, oder es werden bereits, falls der Arzt fortschrittlicher orientiert ist, Schilddrüsenhormone verschrieben. Bei Frauen, die ihre fruchtbaren Jahre bereits hinter sich haben, ist eine Behandlung in diesem Stadium am wenigsten wahrscheinlich, da angenommen wird, dass das TSH natürlicherweise mit dem Alter ansteigt.

– Stadium 4: An diesem Punkt geht das offenkundige Versagen der Schilddrüse mit Hashimoto einher. Sie kann nicht mehr genügend Hormone bilden und ist aufgrund der fortgeschrittenen Schädigung nicht in der Lage, das zu kompensieren. In diesem Stadium kommt es bei den meisten Menschen anhand ihrer offenkundigen Symptome und der nicht mehr im Normbereich befindlichen Laborwerte zur Diagnose. Der TSH-Wert ist erhöht, T3 und T4 sind erniedrigt. Die meisten Patienten erhalten wahrscheinlich ein Rezept für synthetisches Levothyroxin (wie L-Thyroxin, Euthyrox, L-Thyrox usw.).

– Stadium 5: In diesem Stadium kommt es zum Fortschreiten weiterer Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythemathodes, Rheumatoide Arthritis, Sjögren-Syndrom und andere.

Im Idealfall würden Patienten bereits in Stadium 2 diagnostiziert, damit das Fortschreiten der Krankheit mithilfe von Veränderungen in der Lebensweise und mit Schilddrüsenhormonen verhindert und rückgängig gemacht sowie die Symptome behandelt werden können. Studien haben ergeben, dass Schilddrüsen-Antikörper, die auf Hashimoto hinweisen, wie erwähnt, bereits zehn Jahre lang vorhanden sein können, bevor es beim Betroffenen zu einer gestörten Schilddrüsenfunktion kommt. Ich vermute, dass sie auch noch viel länger erhöht sein können und dass es eventuell mehrere Jahrzehnte dauert, bis ein Patient erfährt, dass er eine Hypothyreose hat, weil der TSH-Wert falsch interpretiert wird.

Die Bedeutung einer frühen Diagnosestellung

Idealerweise möchte man Schilddrüsen-Antikörper feststellen, bevor das Schilddrüsengewebe in erheblichem Maß geschädigt wurde. Auf diese Weise kann man nach den Ursachen des Autoimmungriffs auf die Schilddrüse suchen, ihn verlangsamen und sogar verhindern.

Wenn Sie Ihre Auslöser ermitteln, können Sie eine autoimmune Zerstörung der Schilddrüse reduzieren und in manchen Fällen sogar stoppen. Das erspart viele Jahre, in denen es Ihnen schlecht geht, in denen Sie auf Schilddrüsenmedikamente angewiesen sind und möglicherweise zusätzliche Autoimmunerkrankungen entwickeln.

Manchen Menschen ist es zwar gelungen, Schilddrüsengewebe zu regenerieren und ihre Medikamente wieder abzusetzen, doch wie schnell es zu einer Geweberegeneration kommt, ist nicht immer vorhersehbar und natürlich ist es immer leichter, einen Schaden zu verhindern, als ihn zu beheben.

Wenn man von einer Autoimmunerkrankung betroffen ist, besteht, wie Sie wissen, das Risiko, dass weitere hinzukommen; kümmert man sich also um die Grundursache von Hashimoto, verhindert man damit auch die Entwicklung anderer Autoimmunerkrankungen. Außerdem haben mehrere Studien gezeigt, dass die Senkung der krankheitsauslösenden Antikörper potenziell auch Schilddrüsenkrebs verhindern kann.

Behandlungs­möglichkeiten bei Hashimoto

Wie bereits besprochen ist die Einnahme von Schilddrüsenhormonersatzpräparaten der Therapiestandard bei Hashimoto. Levothyroxin ist in einem fortgeschrittenen hypothyreoten Stadium das am häufigsten verschriebene Medikament. Dabei handelt es sich um ein im Labor hergestelltes Schilddrüsenhormon, welches das von der eigenen Schilddrüse nicht mehr ausreichend gebildete Hormon ersetzt.

Levothyroxin kann zwar bei vielen Menschen und ihren Symptomen hilfreich sein, doch es kann die der Erkrankungen zugrunde liegenden Ursachen nicht beseitigen. Oft werden diese synthetischen Hormone von Ärzten falsch dosiert, von Patienten falsch eingenommen oder vom Körper nicht in vollem Umfang verwertet (wegen der Schwierigkeiten, die der Körper damit hat, das in den Präparaten vorliegende T4 in das physiologisch aktive T3 umzuwandeln). Daher haben viele Menschen auch nach Beginn der Einnahme von Hormonen weiterhin mit Schilddrüsensymptomen wie Haarausfall, Konzentrationsschwäche, Gewichtszunahme, Depressionen und Müdigkeit zu kämpfen.

Als Fachfrau auf diesem Gebiet und approbierte Apothekerin möchte ich Ihnen einige optimale Vorgehensweisen vorstellen, um bestmöglich von Ihren Schilddrüsenmedikamenten zu profitieren. Strategien zur Optimierung Ihrer aktuellen Medikamente sowie einige weniger bekannte, aber oft hilfreiche Methoden werden in Kapitel 8 besprochen.

Während Menschen mit einer fortgeschrittenen Schilddrüsenschädigung meist Schilddrüsenhormonersatzpräparate verschrieben bekommen, rät man eventuell jenen, die sich in einem Frühstadium von Hashimoto befinden, zu beobachten und abzuwarten; die Hormone werden ihnen verweigert, obwohl diese bereits in Stadium 2 die Symptome reduzieren und die Funktion des Organs erhalten würden. Stattdessen werden zum Beispiel Antidepressiva (für die Stimmung und gegen die Müdigkeit) oder Stimulanzien (bei Konzentrationsschwäche, Übergewicht und Müdigkeit) empfohlen. Nochmals, diese Medikamente dringen nicht zur Grundursache vor, sie sind im Gegensatz zu Schilddrüsenhormonen oft unnötig und können unerwünschte Nebenwirkungen haben.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass die in diesem Buch beschriebenen Programme nicht als Ersatz für Schilddrüsenmedikamente und den Therapiestandard gedacht sind, sie sollten vielmehr als komplementärer Ansatz für Ihr größtmögliches Wohlbefinden betrachtet werden, solange Sie mit Ihrem Arzt an der Optimierung und hoffentlich möglichen Reduzierung Ihrer Medikamente auf ein Minimum arbeiten. Haben Sie viele Symptome aufgrund eines schwankenden Schilddrüsenhormonspiegels – das ergibt sich aus dem Bewertungsbogen am Ende des Kapitels –, sollten Sie sich mit Kapitel 8 befassen, in dem Sie weitere Anleitungen zur Optimierung der Schilddrüsenhormone gemeinsam mit Ihrem Arzt finden können.

Operation als Option bei Hashimoto?

Gegenwärtig (zum Zeitpunkt, da ich dieses Buch schreibe) läuft ein klinischer Versuch, ob die Entfernung der Schilddrüse bei Hashimoto-Patienten mit einer besseren Lebensqualität einhergeht. Sie führt zwar dazu, dass keine weiteren Schilddrüsen-Antikörper gebildet werden und der Angriff auf die Schilddrüse aufhört, doch es gibt keine Garantie dafür, dass das Immunsystem dann nicht ein anderes Organ angreift. Schließlich wird das Ungleichgewicht des Immunsystems, das die Ursache des Angriffs auf die Schilddrüse ist, selbst durch deren Entfernung nicht beseitigt. Außerdem müssen danach lebenslang Hormone eingenommen werden. Da so viele Menschen durch die Veränderungen ihrer Lebensweise erfolgreich eine Remission der Krankheit herbeiführen konnten, würde ich die Entfernung der Schilddrüse als Ultima Ratio, als letzte Option, betrachten.

Die nächsten Schritte

Da wir nun viele Hashimoto-Symptome besprochen haben, lassen Sie uns eine Bestandsaufnahme Ihrer eigenen Beschwerden machen. Wenn Sie diesen Beurteilungsbogen ausfüllen, bevor Sie mit den Programmen beginnen, können wir Ihre Fortschritte während der Umsetzung der Veränderungen in Ihrer Lebensweise verfolgen. Die Elementarprogramme erweisen sich bei den meisten dieser Symptome als hilfreich. Die Müdigkeit, die Stimmungs- und Magenprobleme sind eventuell die ersten Beschwerden, die verschwinden, während das Nachwachsen der Haare und die Gewichtsabnahme eher ein allmählicher Prozess sind.

Beurteilung der Schild­drüsen­symptome
Welche der folgenden Schilddrüsensymptome haben Sie?

Beurteilen Sie Ihre Symptome auf einer Skala von 1 bis 10. Die Zahl 1 bedeutet, dass Sie das Symptom gar nicht haben und 10, dass es Ihr Leben drastisch beeinträchtigt, n. z. steht für nicht zutreffend. Ich empfehle Ihnen die Wiederholung dieser Beurteilung nach Abschluss jedes Programms, damit Sie die Verbesserungen verfolgen können.



Falls Sie weitere Symptome haben, halten Sie bitte auch für diese Symptome fest, wie sehr sie Sie beeinträchtigen (hierfür sind die freien Zeilen).

Ein Genesungsplan

Da Sie nun eine Bestandsaufnahme Ihrer Symptome gemacht haben, ist die Zeit reif für einen Genesungsplan. In Kapitel 3 wird erläutert, wie der hier vorgestellte Behandlungsansatz Ihnen helfen kann, nicht nur Ihre Symptome zu beseitigen, sondern dadurch auch eine Wende bei Ihrer Erkrankung einzuleiten.

Kapitel 3
Gehen Sie der Ursache auf den Grund, um Ihre Gesundheit wiederzuerlangen

Es kann zwar schwierig sein zu verstehen, wie Hashimoto entsteht – wieder gesund zu werden, ist es aber nicht unbedingt. Eine der wichtigsten Lektionen, die ich im Laufe der Jahre gelernt habe, ist die Tatsache, dass Hashimoto zwar bei jedem Menschen anders verläuft, es jedoch Strategien gibt, die nachweislich auf breiter Front zum Erfolg führen. Das Hashimoto-Programm beinhaltet diese bewährten Strategien und zeigt Ihnen einen klaren und einfachen Weg zur Verringerung und Beseitigung vieler häufiger Symptome auf.

Im Laufe der letzten Jahre habe ich mich ausschließlich auf Hashimoto-Fälle konzentriert und diese eingeschränkte Ausrichtung ermöglichte es mir, die Methode der Ursachenfindung zu vereinheitlichen, seit ich sie in meinem ersten Buch vorstellte. Je mehr ich über Hashimoto gelernt habe, desto mehr wurde mir klar, dass die Symptome in erheblichem Maße gebessert werden können, wenn man sich in einer bestimmten Reihenfolge um die zugrunde liegenden Probleme kümmert, beginnend bei den allgemeinen Schwachstellen wie der beeinträchtigten Entgiftungsfähigkeit der Leber, den Schwankungen der Stresshormone und den Verdauungsstörungen, und man danach zu den individuellen Auslösern wie Infektionen und Toxinen übergeht.

Zuerst müssen wir uns damit beschäftigen, was ich als Ihre „Achillesferse“ oder Schwachstelle im Körper bezeichne. Solche Schwachstellen können entstehen, wenn der Körper nicht richtig ernährt und übermäßigem Stress oder Toxinen ausgesetzt wird. Dadurch kommt es zu einer Nährstoffverarmung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Entzündungsprozessen und einer gestörten Immunreaktion, einer Unfähigkeit, mit Toxinen umzugehen, einer durchlässigen Darmwand und schließlich dazu, dass der Körper seine Regulations- und Reparaturfähigkeit verliert. Daher liegt der Schwerpunkt meiner Elementarprogramme auf einer unterstützenden und stärkenden Ernährung, bei gleichzeitiger Beseitigung häufiger, alltäglicher Stressfaktoren und Entzündungsquellen, um die Kraft und die Widerstandsfähigkeit zu fördern. Den meisten Menschen geht es dadurch innerhalb von kurzer Zeit deutlich besser.

Nachdem wir uns mit den Schwachstellen befasst haben, gehen wir zu den Erweiterten Programmen über, die darauf ausgerichtet sind, die eindeutigen und oft individuellen Auslöser festzustellen und zu beseitigen, den Spiegel der Schilddrüsenhormone zu optimieren und bei Bedarf die Ernährung und die Stressreaktion weiter anzupassen.

Obwohl es wichtig für Sie ist, die potenziellen Auslöser von Hashimoto zu kennen, kommen wir zu diesem Thema erst in einem späteren Kapitel. Meine Erfahrung mit Hashimoto-Patienten hat gezeigt, dass die Konzentration auf die vielen Auslöser bei einem Betroffenen dazu führen kann, dass er durch die Auseinandersetzung mit allen potenziellen Möglichkeiten sowie durch den Versuch, sie zu erfassen und zu erschließen, in eine Art Schockstarre gerät, die die Genesung manchmal eher verzögert als beschleunigt. Die Verlockung ist zu groß, sich lieber ganz auf das „Graben“ als auf das Handeln zu konzentrieren, und es ist ja gerade das Handeln, das für eine schnellere Besserung sorgt. Daher möchte ich, dass Sie mit der Umsetzung der vielen, nachweislich funktionierenden Lösungen beginnen, anstatt sich mit den möglichen Problemen zu befassen.

Wenn wir bei den Erweiterten Programmen angekommen sind, kümmern wir uns eingehender um die Suche nach Auslösern, und für Sie gibt es eine Reihe von Bewertungsbögen auszufüllen, deren Ergebnisse Ihnen Aufschluss darüber geben, ob Sie mit den späteren, spezielleren Programmen arbeiten sollten.

Die Aussicht auf individuelle Auslöser mag erschreckend erscheinen, doch ich habe festgestellt, dass man sie im Allgemeinen in drei Hauptkategorien einteilen kann: Stress, Infektionen und Toxine.

Nicht bei jedem Hashimoto-Patienten liegen Infektionen zugrunde, die man beseitigen muss, bevor es zu einer Genesung oder Remission kommen kann. Doch wenn das der Fall ist, können ein wenig Detektivarbeit, oft auch die Konsultation eines Arztes, spezielle Laboruntersuchungen und die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungen erforderlich sein. (Leider werden diese Bemühungen in der Regel nicht von den Versicherungen übernommen, weil sie außerhalb des erstattungsfähigen Therapiestandards liegen; Anm. d. Übers.)

Nachdenken über Grundursachen: Was ist in Ihrem Leben vorgefallen, bevor Sie krank wurden?

Mit jedem neuen Klienten führe ich zunächst ein Anamnesegespräch, um potenzielle Auslöser und belastende Faktoren aufzudecken, die der Krankheit vorausgegangen sind. Ziel ist es, herauszufinden, wo im Leben „falsch abgebogen“ wurde, damit wir beginnen können, die Richtung des Weges zur Erzielung von Wohlbefinden zu korrigieren.

In einer Umfrage, die ich 2015 bei den Hashimoto-Patienten unter meinen Lesern durchführte, befasste sich eine Frage damit, was vorgefallen war, bevor es gesundheitlich bergab zu gehen begann. Ich wollte sehen, ob aus diesen Informationen die häufigsten prädisponierenden Auslöser zu erschließen waren. Bei den mehr als 2 000 Antworten schien Stress die häufigste Antwort zu sein, doch es gab andere Komponenten und Erfahrungen, die vorausgingen und möglicherweise auch zu einer Hashimoto-Diagnose beitrugen. Ich stelle diese Liste zur Verfügung, um Ihnen zu helfen, um Ihren eigenen prädisponierenden Auslösern auf die Spur zu kommen. Leser berichteten von folgenden Ereignissen in ihrem Leben, die stattfanden, unmittelbar bevor es zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung kam:

69 % viel Stress

23 % Geburt eines Kindes

20 % Umzug in ein neues Haus

17 % Tod eines Angehörigen

11 % Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber), verursacht durch das Epstein-Barr-Virus

11 % Toxinbelastung

8 % umfassende Zahnbehandlungen

6 % Autounfall

5 % Renovierungsarbeiten am Haus

4 % Lebensmittelvergiftung (potenzielle Darminfektion)

4 % mögliche Belastung durch Borrelien (Bakterien, die durch einen Zeckenbiss Lyme-Borreliose verursachen)

2 % Operation zur Brustvergrößerung

Wie Sie sehen, gibt es zahlreiche Faktoren, die bei genetisch entsprechend prädisponierten Menschen eine Autoimmunreaktion auslösen können. Alle diese Auslöser mögen zwar unterschiedlich aussehen, mit ein wenig Abstand betrachtet, haben sie jedoch alle mit Stress, Toxinen oder Infektionen zu tun. Aus ganzheit licher Sicht sind das die drei hauptsächlichen Wege, die zu einer Krankheit führen.

Was war in Ihrem Leben los, als Sie krank wurden?

Jeder Mensch ist bis zu einem gewissen Grad mit Toxinen belastet. Unsere moderne Welt ist voll davon, man kann sich ihnen also praktisch nicht entziehen. Der Unterschied zwischen tolerierbaren und schädlichen, also nicht tolerierbaren Toxinen besteht in einigen wenigen unterschiedlichen Faktoren. Einer der ausschlaggebenden Faktoren ist, wie viele Toxine sich bereits im Körper befinden. Je höher unsere toxische Last ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dadurch unsere Immun- und Hormonfunktion gestört wird. Der andere Faktor ist unsere individuelle Empfindlichkeit in Bezug auf das Toxin. Ist ein Mensch genetisch oder beispielsweise aufgrund von Vorerkrankungen für eine extreme Toxinempfindlichkeit prädisponiert, können bereits geringe Mengen im Körper oder in der Umgebung des Betreffenden zur Erkrankung führen.

Ich habe Ihr Augenmerk absichtlich auf die Schwachstellen gelenkt, bevor wir uns um Infektionen und Toxine kümmern, denn wenn Sie diese Schwachstellen in Ordnung bringen, erleichtert das manchmal die Beseitigung der individuellen Auslöser ohne zusätzliche Intervention. Überspringt man die grundlegenden Dinge und beschäftigt sich sofort mit den Auslösern, kann es außerdem zu einer erneuten Einschleusung von Toxinen in den Kreislauf und zu einer Reinfektion kommen. Die Elementarprogramme konzentrieren sich zuerst auf die „Reparatur“ von Schwachstellen, danach können Sie den „Feinschliff“ machen und sich um die Auslöser kümmern. Jeder Hashimoto-Patient kann ungeachtet seiner Krankheitsursache von den Verbesserungen an der Basis profitieren, die mit dem Abschluss der drei Elementarprogramme geschaffen ist.

Elementar­programme

Der erste Teil der hier vorgestellten Methode, um den Ursachen auf den Grund zu gehen – die Elementarprogramme –, ist darauf ausgerichtet, Ihren Körper zu stärken, sodass seine Selbstheilungskräfte wirksam werden können. Das erreichen wir durch eine Ernährung mit „echten“ Nahrungsmitteln (also ohne Junkfood oder Ähnlichem), das Meiden von unverträglichen Nahrungsmitteln, die Zugabe von Mineralstoffen und Vitaminen, die Ihrem Körper eventuell fehlen, durch Herbeiführen eines entspannten, genesungsfördernden Zustands sowie durch die Unterstützung der körpereigenen, natürlichen Prozesse und der Abwehrfähigkeit.

Diese Maßnahmen bedeuten Veränderungen in der Lebensweise. Sie mögen zwar etwas mehr Geld für qualitativ hochwertige Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungen ausgeben müssen, doch diese Interventionen sind relativ kostengünstig umzusetzen, erfordern allerdings ein wenig Einsatz und Engagement von Ihrer Seite. Die großartige Nachricht ist, dass es den meisten Menschen bereits unmittelbar, nachdem sie mit den Veränderungen ihrer Lebensweise begonnen haben, viel besser geht, und manchen von ihnen gelingt es sogar, allein durch die Unterstützung der Selbstheilungskräfte ihres Körpers eine Remission bei Hashimoto herbeizuführen.

Ihr Körper wird nachhaltig gestärkt, wenn Sie sich an diese drei Programme halten:

– Programm zur Unterstützung der Leber: Dieser zweiwöchige Auftakt zeigt Ihnen, wie Sie verborgene Giftstoffe aus Ihrem alltäglichen Leben entfernen und wie Sie Ihre Leber bei der Verarbeitung der eventuell in Ihrem Körper befindlichen Toxine unterstützen können. Beides sind wichtige Schritte für all jene, die Probleme mit Nahrungsergänzungen haben oder mit aktuellen Symptomen kämpfen. Die meisten Menschen erleben einschneidende Veränderungen allein dadurch, dass sie diesen Schritt abschließen.

– Programm zur Erholung der Nebennieren: Hier lernen Sie, Ihre „Stresshormonfabrik“ zu unterstützen und neue Methoden zum Stressabbau zu erlernen, die einen Regenerationsprozess in Ihrem Körper einleiten, durch den Sie stärker und widerstandsfähiger werden.

– Programm für einen gesunden Darm: In diesem letzten Elementarprogramm erfahren Sie, wie Sie die Gesundheit Ihres Darms optimieren und das bakterielle und mikrobielle Gleichgewicht wiederherstellen können, sodass eine Genesung von innen erfolgen kann.

Sie fragen sich vielleicht, warum wir mit der Leber beginnen, wenn doch der Darm bei Hashimoto-Patienten immer ein Problem darstellt. Ich selbst habe zwar nicht mit der Unterstützung der Leber angefangen, noch habe ich das zu Beginn meiner Arbeit mit den Hashimoto-Programmen bei Klienten gemacht, doch ich habe im Laufe der Zeit festgestellt, dass es tatsächlich am wirkungsvollsten ist, genau damit zu beginnen.

Ich suchte immer nach den offensichtlichsten zugrunde liegenden Ursachen und Ungleichgewichten und kümmerte mich zuerst um diese, doch manchmal dauerte es lange, bis es zu Verbesserungen kam. Sobald ich bei meinen Klienten jedoch begann, die Leber zu unterstützen, ging es den meisten von ihnen innerhalb einiger Wochen besser, selbst jenen, die monate- und jahrelang mit anderen Behandlern zusammengearbeitet hatten. Das Programm zur Unterstützung der Leber führte zu tiefer greifenden Verbesserungen bei Multipler Chemischer Sensitivität (MCS), Hormonschwankungen, Hautausschlägen, Gelenkschmerzen, Stimmungsschwankungen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen, als ich sie je gesehen hatte, als sich meine Klienten noch monatelang hauptsächlich auf die Feststellung der Auslöser konzentrierten.

Inzwischen beginnt jeder meiner Hashimoto-Patienten zuerst mit dem Programm zur Unterstützung der Leber, bevor etwas anderes angegangen wird. Es hat sich zu meinem Geheimrezept entwickelt und bei den meisten meiner Klienten dazu geführt, dass es ihnen innerhalb einer Woche deutlich besser ging.

Erweiterte Programme

Der Schwerpunkt der zweiten Programmgruppe liegt auf der Identifizierung und Behandlung Ihrer individuellen Auslöser. Im Gegensatz zu den Aussagen von Menschen, deren Berichte Sie im Internet gesehen haben mögen, dass die Unverträglichkeit von Gluten ihre einzige Grundur sache sei, liegen bei den meisten Betroffenen vielfältige Ur sachen zugrunde. Hashimoto ist oft eine Kombination aus Nahrungsmittelunverträglichkeiten, beeinträchtigter Stresstoleranz, gestörter Ent giftungskapazität, einem Leaky-Gut-Syndrom, einem Schilddrüsenhormonmangel, Infektionen und einer Nährstoffverarmung. Wichtig ist, und das wissen unter Umständen nicht alle Patienten, dass der Körper gestärkt werden muss, damit er sich effektiv mit den Auslösern befassen kann.

Genesung von Grund auf

Kurz gesagt, wir werden uns darauf konzentrieren, während der Durchführung der Elementarprogramme die Nahrung als Medizin einzusetzen (oder Ernährungspharmakologie betreiben, wie ich das gerne nenne), verbunden mit gezielten Nahrungsergänzungen und Veränderungen in der Lebensweise zur Wiederherstellung der Gesundheit.

Die Elementarprogramme beinhalten gezielte Maßnahmen, die im Laufe der Durchführung modifiziert und bei denen Ihre Nahrungsergänzungen und die Ernährung innerhalb jeder der drei Phasen des Programms angepasst werden. Sie lernen drei Ernährungsprogramme kennen (die Root Cause-Intro-Diät, die Root Cause-Paläo-Diät und die Root Cause-Autoimmun-Diät), die mit den Programmen Hand in Hand gehen. Auch wenn jedes der Programme eigenständig ist, stimmen sie in den folgenden Grundkonzepten überein:

– Unverträgliche und verarbeitete Nahrungsmittel wie Gluten, Milch und Milchprodukte, Soja, Koffeinhaltiges und Zucker werden eingeschränkt.

– Sie enthalten viel Gemüse – Mahlzeiten sollten zu 25 Prozent aus Fleisch und zu 75 Prozent aus Gemüse bestehen, und Sie sollten es sich zum Ziel setzen, täglich sechs Tassen Obst und Gemüse zu sich zu nehmen.

– Es wird besonders auf Nahrungsmittel mit einem niedrigen glykämischen Index zugunsten eines ausgeglichenen Blutzuckerspiegels und der Probleme mit den Nebennieren geachtet, was bei Hashimoto oft eine Rolle spielt. Dazu gehört, dass Obst auf weniger als zwei Portionen pro Tag beschränkt wird.

– Es wird eine Vielfalt von Nahrungsmitteln empfohlen, die man variieren kann. Wenn Sie unter einem Leaky-Gut-Syndrom leiden, führt der ständige Verzehr derselben Nahrungsmittel dazu, dass Sie sie nach einer gewissen Zeit nicht mehr vertragen. Mit Nahrungsmitteln abzuwechseln oder, wie man auch sagt, zu rotieren, ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, neue Unverträglichkeitsreaktionen zu verhindern und die Nährstoffversorgung zu verbessern.

– Im Vordergrund steht die Bedeutung der Nährstoffdichte. Setzen Sie es sich zum Ziel, ein Maximum aus Ihrer Nahrung herauszuholen, die aus Fleisch und Gemüse, grünen Smoothies, grünen Säften, Knochenbrühe, Leber, milchsauer vergorenen (fermentierten) Nahrungsmitteln und Gelatine, jeweils in Bioqualität, besteht.

– Der Verzehr von Meeresalgen sollte wegen ihrer Fähigkeit zur Immunmodulation und ihrem hohen Jodgehalt eingeschränkt werden.

– Zur Unterstützung der Gesundheit von Haut und Haaren sowie eines ausgeglichenen Blutzuckerspiegels werden Sie daran erinnert, Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, die reich an guten Fetten sind.

Hier folgt nun ein kurzer Blick auf den Inhalt der Erweiterten Programme (mit folgendem wichtigen Hinweis: Diese Programme werden „nach Bedarf“ durchgeführt – nicht jeder muss jedes einzelne Programm vollständig abschließen, damit es ihm besser geht):

– Programme zur Optimierung der Schilddrüsenhormone: Ich gehe die wichtigsten Laboruntersuchungen und ihre Interpretation Schritt für Schritt mit Ihnen durch. Außerdem befasst sich dieses Programm mit dem Einsatz von Medikamenten, und, worum ich häufig gebeten werde, ich nenne sie auch und sage Ihnen, wie, wann und in welcher Dosierung sie eingenommen werden und wie man Dosierungen umrechnen kann. Wir befassen uns auch mit Maßnahmen zur Geweberegeneration Ihrer Schilddrüse. Wenn Sie noch keine Schilddrüsenhormone einnehmen und eine hohe Punktzahl im Bewertungsbogen der Schilddrüsensymptome erzielt haben, sollten Sie die vorrangige Umsetzung der Maßnahmen in diesem Kapitel in Betracht ziehen.

– Ernährungs- und Nährstoffprogramme: Wir werden uns eingehender mit Ernährung und Nährstoffen befassen, alle eventuell noch vorhandenen Unverträglichkeiten oder Mangelzustände feststellen und die richtigen Nahrungsergänzungen besprechen.

– Programme zur Überwindung einer posttraumatischen Stressbelastung: Wir beschäftigen uns mit Gründen für Funktionsstörungen durch Stress, wie man sie identifiziert und schließlich beseitigt.

– Programme zum Umgang mit Infektionen: Wir werden uns eingehend mit chronischen Infektionen beschäftigen – die Hashimoto oft durch eine molekulare Mimikry auslösen –, wie man sie identifiziert und behandelt. Ich stelle Ihnen natürliche, pflanzliche, ernährungsbedingte und medikamentöse Alternativen vor, die bei meinen Klienten erfolgreich waren.

– Programme zur Toxinausleitung: Ich helfe Ihnen festzustellen, welche Toxine in der Nahrung und in Ihrer Umgebung Sie eventuell noch immer beeinträchtigen. Wir suchen auch nach dentalen Ursachen und wie man mit ihnen umgeht. Probleme im Zahnbereich werden häufig übersehen und sind doch so wichtig!

Den Ursachen erfolgreich auf den Grund gehen

So wie ich Ihnen empfohlen habe, den Fortschritt Ihrer Maßnahmen und Besserungen schriftlich in einem Tagebuch festzuhalten, so habe ich im Laufe der Jahre die Fortschritte meiner Klienten ebenfalls protokolliert, um festzuhalten, welche Maßnahmen am wirksamsten waren – und nach eben diesen Ergebnissen werden Sie sich richten, wenn Sie im nächsten Kapitel mit den Programmen beginnen.

Doch ich bin noch auf andere erfolgreiche Richtlinien gestoßen, die ich Ihnen vorstellen möchte, bevor Sie beginnen. Sie beziehen sich auf Vorschläge zur geistigen Einstellung und sind allgemeine Vorschläge, die ich für hilfreich halte.

Nutzen Sie, was Sie brauchen können, und lassen Sie die restlichen Dinge einfach beiseite. Ich habe dieses Buch als Empfehlung und auch als Genesungsprogramm geschrieben und dabei die Hilfe für möglichst viele Hashimoto-Patienten im Blick gehabt. Für manche von Ihnen bedeutet das, dass es mehr bietet, als Sie brauchen, und für andere, dass das, was es bietet, noch nicht ausreicht. Die meisten Menschen müssen nicht jede einzelne Empfehlung umsetzen, trotzdem empfehle ich allen, sich an die Elementarprogramme zu halten.

Ich habe einige Forschungen und Studien in diesem Buch bewusst nicht berücksichtigt. Ich hätte mühelos tausend weitere Seiten zum Thema Hashimoto füllen können, doch ich wollte, dass es überschaubar bleibt. Mein erstes Buch Hashimoto im Griff geht ausführlich auf Forschung und Theorie ein und bietet einen umfassenderen Blick darauf. Dieses Buch ist nun einfach thematisch zu umfangreich, um all das auch noch zu ergänzen und es zugleich benutzerfreundlich zu halten!

Ich möchte eine Art Bindeglied sein. Sie wissen wahrscheinlich schon, dass ich eine Apothekerin bin, deren Methode sich nicht auf pharmazeutische Präparate verlässt. Der hauptsächliche Grund ist, dass es der Schulmedizin nicht gelungen ist, einen Umschwung bei meiner Hashi moto-Thyreoiditis herbeizuführen, sodass ich meine Lösung stattdessen auf Grundlage der naturmedizinischen Methoden entwickelte. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch für Medikamente die richtige Zeit, den richtigen Platz und die richtige Verwendung gibt. Tatsächlich können die Methoden der konventionellen, natürlichen, integrativen und funktionellen Medizin bei der Wiedererlangung der Gesundheit eine wichtige Rolle spielen. Wichtig ist, dass Sie für alles offen sind, was bei Ihnen funktionieren könnte.

Ich war nicht immer unvoreingenommen. Ich war skeptisch gegenüber Ernährungsformen und Diäten, Nahrungsergänzungsmitteln und Testverfahren, die von der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA nicht zugelassen waren; ich dachte, die FDA sei allwissend. Doch die Jahre, in denen ich im öffentlichen Gesundheitswesen arbeitete, Selbstversuche machte und beobachtete, dass es Menschen mit „nicht anerkannten“ Methoden tatsächlich besser ging, haben mein Denken völlig verändert.

Doch ich habe auch manche gefährliche Praktiken der Naturheilkunde gesehen. Ich habe erlebt, dass Behandler ihren Patienten empfahlen, in potenziell lebensbedrohlichen Situationen auf Medikamente zu verzichten und behaupteten, wenn jemand einfach fest davon ausgehe, dass er nicht krank sei, würde er auch geheilt. Und ich habe erlebt, dass unverantwortliche und potenziell gefährliche Ernährungsvorschläge, Nahrungsergänzungsmittel und Methoden mit dem Anspruch vermarktet wurden, ein Allheilmittel zu sein.

Ich schließe mich keinen Dogmen an. Ich glaube vielmehr, dass Dogmen gefährlich sind. Ich sage meinen Klienten sogar oft, sie sollen sich nicht zu Märtyrern einer allgemeingültigen Heilphilosophie machen. Meiner Erfahrung nach ist eine integrative und patientenorientierte Methode meist am wirksamsten (und am wohlwollendsten, denn sie verlängert kein unnötiges Leiden). Das bedeutet, dass Sie einen Behandler immer infrage stellen sollten, der behauptet, es gebe nur eine Möglichkeit zur Besserung, seien es „nur Medikamente“, „nur die Ernährung“ oder „nur Nahrungsergänzungen“. Die Wahrheit ist, dass es für jeden einzelnen Menschen nicht nur einen Weg zur Besserung und Genesung gibt. Jeder ist anders und mag andere Maßnahmen bei seinem Heilungsprozess brauchen.

Auf vielfachen Wunsch habe ich spezielle Ernährungsprogramme, Rezepte, Nahrungsergänzungsmittel, Untersuchungen und Medikamente zusammengestellt, die sich bei meinen Klienten als sehr hilfreich erwiesen haben. Das heißt aber nicht, dass andere, von anderen Behandlern entwickelte Programme nicht funktionieren, aber ich empfehle Ihnen, sich nur von einem Behandler anleiten zu lassen, dem Sie vertrauen und der bereits Erfolge bei Hashimoto-Patienten nachweisen kann.

In meiner Arbeit und bei all dem, was Sie diesem Buch entnehmen können, habe ich mir alle Mühe gegeben, als Bindeglied zwischen der Schulmedizin und der Naturheilkunde zu wirken und Ihnen das Beste aus beiden Bereichen an die Hand zu geben, damit Sie so sicher und wirksam wie möglich selbst dafür sorgen können, dass es Ihnen besser geht. Ich würde gerne das Bindeglied zwischen Ihnen und Ihrer Genesung sein!

Die Motivation muss von Ihnen ausgehen. Dieses Buch, ein Arzt oder ein Berater in gesundheitlichen Fragen kann Ihnen zwar genau sagen, was Sie tun müssen, damit es Ihnen besser geht, doch Sie müssen selbst zur Umsetzung motiviert sein. Ich habe das Buch so gestaltet wie die Arbeit mit meinen Klienten und wie mein bei vielen der Patienten sehr erfolgreiches zwölfwöchiges Hashimoto-Selbstmanagement-Programm. Jeder meiner Root Cause-Rebellen hat nach der Besprechung des Programms alle notwendigen Informationen für eine Remission von Hashimoto erhalten, doch die wirklichen Erfolgsgeschichten schreiben jene, die die hier besprochenen Veränderungen auch umsetzen.

Geduld und Ausdauer sind gefragt. Ihre Gesundheit verändert sich nicht, weil Sie ein Buch lesen, einen Kurs besuchen oder sich beraten lassen. Sie verändert sich nur dadurch, dass Sie sich ständig darum bemühen und unablässig „graben“. Das beginnt damit, dass Sie sich für Ihre Gesundheit einsetzen. Wenn Sie sich an die in diesem Buch skizzierten Programme halten, geht es nicht nur Ihnen selbst besser, sondern auch den Menschen in Ihrem Umfeld. Es ist wichtig, nochmals darauf hinzuweisen, dass es bei den meisten Hashimoto-Patienten vielerlei zugrunde liegende Ursachen gibt, nicht nur eine einzige. Das bedeutet, dass man oft eine ganze Weile nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ arbeiten und Schicht für Schicht abtragen muss, um zum Kern des Problems vorzudringen. Die Programme leiten Sie durch diesen „Häutungsprozess“, doch Sie müssen Geduld und Ausdauer aufbringen. Beides ist wichtig, damit Ihre individuelle Hashimoto-Geschichte zum Vorschein kommen kann.

Denken Sie daran, Sie kennen sich selbst am besten und nur Sie können der mündige Patient sein. Es liegt nun an Ihnen, Ihre Symptome, Maßnahmen und Nebenwirkungen zu verfolgen und kein Blatt vor den Mund zu nehmen, wenn Sie Veränderungen feststellen, die mit einem Arzt besprochen werden müssen. Das gilt insbesondere dann, wenn es um Medikamente geht, die Sie eventuell einnehmen. Denken Sie daran, Sie kennen sich und Ihren Körper am besten; setzen Sie bitte Ihren gesunden Menschenverstand ein. Wenn Sie denken, dass etwas, was Ihr Arzt Ihnen empfiehlt, nicht wirkt, dann sagen Sie es ihm! Wenn es Ihnen durch die Programme in diesem Buch schlechter statt besser geht, hören Sie auf Ihren Körper und machen Sie nicht weiter mit etwas, das Ihnen nicht nützt.

Beginnen Sie mit den Elementarprogrammen und nehmen Sie die Erweiterten Programme erst dazu, wenn Sie so weit sind. Die Elementarprogramme sind so konzipiert, dass Sie damit eine gute Basis für die Genesung belegen und sie können in vielen Fällen zu einer völligen Remission der Symptome und der Krankheit führen. Wenn Sie glauben, dass Ihr Krankheitsgeschehen schon fortgeschritten ist, können Sie die Erweiterten Programme bereits während der Arbeit mit den Elementarprogrammen einsetzen. Beachten Sie jedoch bitte, dass die Elementarprogramme Voraussetzung sind, wenn Sie mit den Erweiterten Programmen zur Entgiftung beste Ergebnisse erzielen wollen.

Den Traum von Gesundheit wahr werden lassen

Vielleicht kennen Sie dieses Sprichwort: „Ein gesunder Mensch hat hundert Träume, ein kranker nur einen.“ Ich weiß nicht, welche speziellen Symptome Sie haben oder wie lange Ihr Leiden schon dauert, aber ich weiß, dass man sich mit Hashimoto fühlen kann, als sei man allein mit seinen Träumen in einer tiefen Höhle gefangen, ohne Ausgang und ohne die Energie, um seine Träume in die Welt zu tragen. Ich möchte, dass Sie wissen: Es gibt Licht am Ende des Tunnels. Sie müssen nicht leiden und das Gefühl haben, dass Sie Ihr Leben verpassen. Zwar kennen Sie nun schon einige Statistiken über Besserungen, doch ich möchte Ihnen noch von Klienten berichten, die wieder gesund wurden und ihre Träume verwirklichten!

Unterstützung bekommen: Ihr Behandlerteam

Ich glaube ganz fest, dass jeder Hashimoto-Patient selbst für seine Gesundheit eintreten muss, doch das ist viel einfacher, wenn man dabei unterstützt wird! Folgende Personen sollten zu Ihrem Team gehören:

Sie selbst: Als aufgeklärter und mündiger Patient sind Sie der wichtigste Teil Ihres Teams.

Ein Arzt: Ein aufgeschlossener und unterstützender Arzt, der Ihren Zustand überwachen und Medikamente verschreiben kann, ist unverzichtbar.

Ein Behandler, der mit funktioneller Medizin arbeitet: Das könnte ein Arzt, gegebenenfalls spezialisiert auf Naturheilverfahren, oder ein Heilpraktiker sein, die auch in Akupunktur und Ernährungsheilkunde geschult sind. Dieses Teammitglied kümmert sich um einen ganzheitlichen Ansatz.

Ein Apotheker, der Medikamente nach Rezeptur des Behandlers herstellt: In den USA sind die sogenannten Compounding Pharmacies gang und gäbe, es gibt aber inzwischen auch in Deutschland Apotheken, die nach diesem Prinzip arbeiten.

Ein biologisch arbeitender Zahnarzt: Er versteht besser als ein schulmedizinisch tätiger Zahnarzt, dass die Gesundheit im Mund die Gesundheit des ganzen Körpers beeinflussen kann.

Ein unterstützendes Netzwerk: Die Menschen, die Sie unterstützen, sind für Sie wichtig, egal, ob Sie erst seit Kurzem oder schon länger an Hashimoto erkrankt sind. Ihr Netzwerk kann aus Familienmitgliedern, Freunden, einem Therapeuten oder einer Gruppe bestehen.

Ich!: Ich hoffe, dieses Buch und, wenn Sie gut Englisch sprechen, meine Facebook-Seite und mein Blog können Ihnen ebenfalls Unterstützung bieten. Ich habe auch eine Reihe von zusätzlichen Möglichkeiten speziell für Menschen mit Hashimoto erarbeitet, von denen später noch die Rede sein wird.

Eine dieser Geschichten davon handelt von meiner Klientin Susan, die im Alter von 46 Jahren bereits ein zehnjähriges Leiden an Multipler Chemikaliensensibilität (MCS) hinter sich hatte und seit drei Jahren an der Genesung von Hashimoto arbeitete. Nachdem sie die beiden Wochen des Programms zur Unterstützung für die Leber hinter sich hatte, war die MCS um die Hälfte zurückgegangen! Zum ersten Mal seit fast fünf Jahren konnte sie mit ihren Teenagertöchtern Weihnachtseinkäufe im Kaufhaus machen. Sie war begeistert, dass sie endlich an einem Geschäft für Duftkerzen vorübergehen konnte, ohne dass es ihr schlecht ging.

Eine andere Geschichte handelt von einer Frau namens Leslie. Sie war 33 Jahre alt, als sie sich meinem Selbstmanagement-Programm für Hashimoto anschloss. Die Teilnehmer füllten ein Aufnahmeformular aus, schrieben Berichte über ihre Fortschritte und hatten Beratungstermine bei mir, um sicherzustellen, dass sich ihre Gesundheit auch besserte. Leslies erstes Aufnahmeformular enthielt eine ellenlange Liste von Symptomen, darunter das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS, eine vielschichtige Funktionsstörung der Eierstöcke), Schlafapnoe (Atem aussetzer im Schlaf), Depressionen, Ekzeme, Reizdarmsyndrom (RDS), Haarausfall und einen 15 Stunden andauernden Nachtschlaf.

Als es Zeit für unser Beratungsgespräch war, verschob Leslie den Termin immer wieder, und ich machte mir schon Sorgen, dass sie vielleicht mit dem Programm nicht zurechtkam oder mit ihren Symptomen zu kämpfen hatte. Es stellte sich heraus, dass sie immer noch dabei war, das Programm selbst durchzuarbeiten, und große Fortschritte machte!

Als wir uns schließlich sechs Monate später trafen, freute es mich sehr zu hören, dass ihre Probleme mit dem Darm, den Eierstöcken und Ekzemen, die Schlafapnoe und der Haarausfall verschwunden waren! Ihre Depressionen hatten sich ebenfalls gebessert (sie hatte die Hilfe eines Therapeuten in Anspruch genommen), und sie war nach neun Stunden Schlaf voller Energie und benötigte keine 15 Stunden mehr. Ihre Schilddrüsen-Antikörper waren im Remissionsbereich und ihr Haar hatte begonnen nachzuwachsen. Ich sah mir die Symptomliste an und sah, dass all das, was sie seinerzeit notiert hatte, entweder verschwunden oder auf dem Weg der Besserung war.

„Nun, womit kann ich Ihnen noch helfen?“ fragte ich.

Sie antwortete: „Ich hätte nie gedacht, dass ich mit all meinen Gesundheitsproblemen Mutter werden könnte, doch jetzt glaube ich, der Traum könnte wahr werden. Können Sie mir ein gutes Pränatal-Vitaminpräparat empfehlen und mir sagen, was ich beachten muss bei der optimalen Dosierung von Schilddrüsenhormonen während einer Schwangerschaft?“ Mein Herz floss über vor Freude, nicht nur darüber, dass er ihr besser ging, sondern auch, dass sie nun einen ihrer Lebensträume verwirklichen konnte!

Hunderte von Menschen haben mir von ihrem Erfolg mit meinen Programmen berichtet. Bei den Absolventen meines 12-Wochen-Kurses (der die Grundlage dieses Buches ist), die im Anschluss an einer Umfrage teilnahmen, kam es zu den nachfolgend zusammengefassten Ergebnissen:

97 % verbesserten ihr Wissen über Hashimoto,

81 % erlebten eine Besserung oder das Verschwinden ihrer Depressionen,

80 % hatten weniger Magenschmerzen,

75 % hatten weniger Gelenkschmerzen,

74 % waren weniger müde,

73 % erlebten eine Senkung TSH-Wertes,

71 % erlebten eine Besserung des Säurereflux,

65 % hatten eine Besserung der Symptome nach der Leberreinigung,

62,5 % berichteten über eine bessere Konzentration (weniger „Nebel“ im Gehirn),

61 % waren weniger reizbar,

58 % waren weniger vergesslich,

56 % hatten weniger TPO-Antikörper,

54 % hatten weniger Herzrhythmusstörungen,

53 % konnten besser abnehmen,

52 % hatten morgens mehr Energie,

50 % schwitzten nachts weniger,

45 % hatten weniger Haarausfall,

45 % schliefen besser,

44 % hatten weniger TG-Antikörper,

42 % waren weniger nervös und ängstlich.

Susans und Leslies Geschichten sowie die Umfrageergebnisse sind nur eine kleine Auswahl der Erfolgsgeschichten von Menschen, die Hashimoto mithilfe der von mir entworfenen Programme überwinden konnten. Viele meiner Klienten waren komplizierte Fälle mit einer Vielzahl von Symptomen und viele von ihnen sind genesen und haben ihre Träume verwirklicht. Es war mir eine Ehre, sie auf diesem Weg zurück zu ihrer Gesundheit (und zu dem Gefühl, wieder sie selbst zu sein) begleiten zu dürfen! Da Sie sich nun auf den Start dieser Programme vorbereiten, hoffe ich, dass Sie sich mit großer Hoffnung, mit Optimismus und mit Begeisterung auf den vor Ihnen liegenden Weg begeben.

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