Kitabı oku: «Brauner Zucker»

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Brauner Zucker

Einleitung

Die Sonne entschwand langsam am westlichen Horizont hinter den weit entfernten Bergen. Die letzten Sonnenstrahlen die sie an diesem Herbsttag spendete, brachten die spärlich verteilten Wolken zum Glühen, als würden vereinzelte Feuer am nächtlichen Himmel brennen. Je tiefer die Sonne sank desto glutroter wurden sie, bis endlich die Dunkelheit den Himmel in seinen Besitz nahm und die ersten Sterne zum Vorschein kamen.

*

Das Wohnzimmer sah aus, als hätte ein Orkan darin gewütet. Stühle lagen umher. Zerbrochenes Glas von Gläser und den Alkoholflaschen waren auf dem ganzen Fußboden verteilt. Rundherum der, durch die zerbrochenen Flaschen, vergossene Alkohol. Der seelisch gebrochene Mann ignorierte den penetranten Duft des Alkohols, der ihm in die Nase stieg.

Jean griff nach einem Stuhl. Stellte in direkt vor den Kamin und nahm darauf Platz. Sein Blick war starr in die Feuerstelle gerichtet. Ihm war, als sähe er wie aus einem kleinen Funken ein loderndes Feuer entstand. Vernahm das Knistern des brennenden Holzes und roch den Duft von Rauch. Sah darin, wie das Feuer das Holz umschloss und langsam niederbrannte, um aus seiner Energie die wohltuende Wärme frei zu geben, die den menschlichen Körper erwärmt. Bis schlussendlich nur mehr Kohlenstaub übrig blieb. Die Ofensteine saugten diese Wärme auf. Er fühlte diese ansteigende Wärme, die von dem erwärmten Stein ausging. Spürte wie sein kalter Körper diese Wärme in sich einsog. Doch sein Innerstes erwärmte sich nicht. Sah zu wie die Schwärze von Verbranntem sich über das Holz verbreitete und die Glut den Rest in Asche verwandelte.

Doch es brannte kein Feuer, dort im Ofen, wohin er seine starren Augen gerichtet hielt. Seine Handfläche berührte vorsichtig den vermeintlichen heißen Stein. Doch dieser war eiskalt. So kalt wie sein Körper und Seele, der diese Kälte in sich aufnahm und doch nicht real spürbar wahr. Verbarg das Gesicht in seiner linken Hand. In der rechten hielt er eine Schusswaffe. Die Waffe die sie zurückließ. Seine körperliche Haltung war in sich zusammengesackt.

Tränentropfen liefen über seine Wangenbacken. Aber wirklich geweint hat er nicht.

Binnen weniger Minuten sah er sein ganzes bisheriges Leben wie in einem Film ablaufen. Beobachtete wie die Flammen des Feuers, das er weiterhin im Kamin lodern sah, sein Leben zu versengen drohte. Heißer und größer wuchsen die Flammenzungen, bis er sich davon umzingelt sah und kein Entrinnen mehr für ihn gab. Die Feuerflammen speisten sich von seinem Verdruss. Von seiner zerfleischten Seele. Auch wenn es sich nur um ein metaphorisches Feuer handelte, das ihn in Bann hielt.

Tief drangen die Feuerzungen in ihn ein. Verlor dabei gänzlich seine Besonnenheit. Selbst seine Seele nahm es in Besitz. Ein letzter Versuch sich aus den bildlichen Feuerszungen zu befreien, die seinen Geist umschlungen hielten, scheiterte kläglich. Denn, der ihm zugefügte Schmerz hatte sich bereits zu tief in seiner Seele verankert und gab ihn nicht mehr frei.

Er verlor die reale Einsicht seines nüchternen Denkens und Verhaltens an dieses Feuer, das sich von seinem Schmerz nährte. An das er Stück um Stück sein Ichbewusstsein verlor. Es brannte heiß, tief in seinem inneren. Zehrte ihn aus. Bis es schließlich so machtvoll war und ihn, seinen Geist und Seele, voll und ganz in Besitz hatte.

War es das Ende. Sein Ende. Verbrannt durch die lodernden Feuerzungen, die sie in ihm entfacht hat.

Es schien ihm, als gäbe es nichts mehr für was es zu leben lohnte.

Glutrote Augen starrten ihn aus dem Feuer an, die sich hinter dem schützenden Glas der Feuerstelle formiert hatten. Mehr und mehr formte sich um sie ein schemenhaftes noch nicht erkennbares Gesicht zusammen. Es nahm die Form eines zarten, tugendhaften mit feinen noch mädchenhaften Zügen an. Ein heiteres Gesicht das ihn entgegensah.

Das flackern des Feuers zerstreute das entstandene Gesicht. Dann breitete sich ein dunkler blutroter Fleck darüber aus. Erst klein, der größer und roter wurde. Bis das gesamte Gesicht davon in Besitz genommen wurde, der wiederum wie Blut im Feuer zerfloss.

Wut und Zorn, Verzweiflung und Entsetzen breitete sich im hoffnungslosen Gesicht des Mannes aus. Gefühle die sein Körper ebenso in sich aufnahm.

Was jetzt wohl im Kopf dieses Mannes vor sich ging?

Jähzorn stieg in ihm hoch, der sich seiner bemächtigte. Ein Wutschrei entfuhr seiner Kehle. In dem sich all seine Bitterkeit entlud. Sein Schrei hallte durch den Raum.

Er sah die Vergangenheit und die Gegenwart; doch eine Zukunft sah er nicht mehr.

Sein bisheriges Leben zerbröckelte Stück um Stück. >Isabell<. Nur dies eine Wort wiederholte sich immer und immer wieder in seinen Gedankengang, als hätte es sich mit seinem Geiste verflochten. Bis er diesen Namen selbst in den Mund nahm und ihn aussprach. „Isabell, Isabell.“ Mehrmals und jedes Mal lauter wiederholte er diesen. Bis der Name von ihm herausgeschrien wurde und er der psychischen Ohnmacht nah war.

Der Glanz, der einst seine Augen erhellte war erloschen. Ausdruckslos starrten diese auf die Waffe, die er in der Hand hielt.

Er war in Trance. Realisierte nicht mehr das Geschehen seines automatischen Handelns. Losgelöst von Realität und Sein.

War es ein Reflex, als er die Hand hob? Die, in der er die Waffe hielt. Langsam krümmte sich der Zeigefinger der am Abzug lag. Der Hahn spannte sich. Als dieser durchgezogen war, schlug er auf dem Schlagbolzen auf, der auf die Patrone schlug und die Kugel abfeuerte. Die Kugel bahnte sich den Weg durch den Lauf. Der Knall des Schusses durchbrach die absolute Stille.

Eine ewige Nacht breitete sich in seinem Körper aus, hüllte seinen wandernden Geist mit seinem Mantel ein.

*

Aber was mache ich da. Ich kann doch nicht das Ende der Geschichte zu Anfang erzählen.

Um zu verstehen wie es zu dieser geschilderten Situation kam, muss ich die Zeit zu seinem Anfang zurückdrehen, verehrte Leser. Zurück zum Auftakt der Geschichte. In eine Zeit da alles noch bestens für Jean P. Hegena stand. Dem Autor alle Wege offen standen und er noch ein, wie er es selbst bezeichnen würde, achtbares, vergnügliches und aufrichtendes Leben führte.

Der Auslöser zu dieser Geschichte begann bereits vor knapp achtzehn Monaten. Damals arbeitete Jean an seinem zweiten Buch. ‚Isabell‘. Genau dieses Buch ist der Umstand zu den Geschehnissen dieser Geschichte. Auch möchte ich nicht weiter vorgreifen zum Inhalt jenes Buches und deren Umstände, das Jean P. Hegena in die gegenwärtige Misere gebracht hat.

Lassen sie uns einen Schritt nach dem anderen gehen.

Vorweg möchte ich noch erwähnen, dass nach und nach Begebenheiten aus jener Zeit sich in den Textpassagen einfinden werden und die vorhandenen Umstände zu dieser Geschichte geklärt werden.

Kap. 1

Stille beherrschte den Vorraum von Helen Jesadas Büro.

Lautlos öffnete sich die Türe und genauso lautlos wurde sie wieder von dem eintretenden Herrn geschlossen. Kaum hörbar waren seine Schritte. Doch das leise Geräusch, das die Gummisohlen seiner Schuhe auf den marmornen Boden verursachten, ließ sich nicht vermeiden. Es ließ die junge Dame, die hinter dem Schreibtisch vor Helens Jesadas Bürotür saß, aufsehen. Ihre Gesichtszüge formten sich zu einem freundlichen Lächeln.

„Guten Morgen Herr Hegena“, grüßte sie sehr höflich.

Der sanfte Klang ihrer erotisch weichen Stimme, mit der sie sprach, konnte bei einem Mann so manche verborgene Sehnsucht erwecken.

„Fräulein Felicia! Ich wünsche ihnen auch einen wunderschönen guten Morgen.“ Erwiderte er sehr herzlich ihren Gruß, als er sich nah an ihrem Schreibtisch befand.

Sie vertiefte ihren Kopf wieder in die Arbeit, die vor ihr auf dem Schreibtisch lag.

„Sie sehen bezaubernd aus. Wie immer.“ Fuhr er mit dem Gespräch fort. Und sah sie mit prüfenden Augen an.

Sein Kompliment erregte ihre Gefühle und Röte breitete sich in ihrem Gesicht aus. Verlegen sah sie auf den Schreibtisch nieder, dass er ihre Peinlichkeit und Schamröte nicht bemerkt. Doch er nahm diese bei ihr trotzdem wahr.

Ihre Stimme wirkte sehr unsicher als sie auf sein Kompliment antwortet. „Aa …, ja … Danke sehr. Sie bringen mich in Verlegenheit, Herr Hegena.“

Ihre Beengtheit darüber war so stark, dass sie es nicht wagte ihn offen ins Gesicht zu sehen. Heute geschah es das erste Mal, dass ihr auch noch die Röte ins Gesicht schoss, auf sein so reizvolles Kompliment. Jean hatte immer ein freundliches Wort für sie übrig, wenn er zu Helen Jesada ins Büro kam.

Sie nahm das ansteigende Herzklopfen in sich wahr. Dies bereitete ihr Unbehagen.

Jean ist ein sehr attraktiver Mann und Felicia wusste, was Frau Jesada von ihr, in Bezug zu Herrn Hegena, erwartete. Abgesehen davon lebte sie seit einiger Zeit in einer Beziehung. Was ihr wohl zu der Schamröte verhalf.

Sie kannte Jean Hegena. Ein junger schöner galanter Mann, um die dreißig. Groß, kurze schwarze Haare. Dunkle Augen. Ein makelloses schönes bartloses Gesicht. Nur feine schmale kurzgeschnittene Koteletten, die bis zum Unterkiefer reichten. Immer elegant gekleidet. Das herzige Lächeln, das er ihr immer zeigte, wenn er sie ansprach. Sein Deodorant das nach Moschus duftete. Ein Mann eben, von denen wohl die meisten Frauen träumten und schwärmten.

Seit einigen Wochen schaute er regelmäßig ein-, zweimal in der Woche bei Helen Jesada vorbei. Und jedes Mal hatte er ein liebenswürdiges Kompliment für sie parat.

Sein neuester Roman war vollendet und es galt nur mehr die letzten Arrangements zu besprechen, die für die Veröffentlichung seines Buches bevorstanden. Ebenso wie auch der Termin, wann und wo die Erstpräsentation stattfinden sollte, noch festzulegen war.

„Keine falsche Bescheidenheit Fräulein Felicia. Sie sind eine sehr hübsche, anziehende junge Dame.“

Ihr Alter schätzte er um die zwanzig. Dunkelblonde nackenlange Haare. Große blaue Augen. Eine zierliche Nase und ein kindhaftes Antlitz. Schlank und um einen Kopf kleiner als er. Sie trug eine weiße Bluse und eine pinkfarbene Strickjacke die sie offen trug. An der weißen Bluse haftete eine Brosche in der Form eines kleinen Maikäfers aus Swarowskiglas. Ein Goldkettchen zierte ihren Hals das sie über der Bluse trug. An den Ohren hing je einen Ohrring in Form von je drei Wasserperlen. Nur ihre Finger waren schmucklos. Den roten Rock mit schmalen weißen Streifen den sie heute trug, konnte er nicht sehen. Denn der Schreibtisch verbarg ihm die Sicht darauf.

*

Die liebevolle Art wie er seinen männlichen Charme, bei den weiblichen Mitmenschen einzusetzen wusste, verfehlte nicht seine Wirkung. Kaum eine Frau konnte seinen Schmeicheleien wiederstehen. Denn er wusste genau, wann und wie er diese einzusetzen hatte um an das zu kommen, was ihn an den Frauen reizte.

Seine gefühlvolle Weise mit Frauen zu dialogieren war sanft und einfühlsam, so als würde er die Frauen verstehen. Und doch ging er stets sehr direkt vor, sein Ziel bei einer Frau zu erreichen. War es nun mit Worten, seinem Charme oder Blicken. Alles Dinge die eine Frau an einem Mann sich wünscht.

Das Schwärmen der meisten Frauen beachtete er kaum, denn es war ein ganz bestimmter Typ Frau dem sein Interesse galt. Sei es nun ihm Aussehen, Charakter und Sympathie der jeweiligen Frauen mit denen er zu verkehren pflegte. All dies war ihm bei einer Frau sehr wichtig.

Nur bei wenigen Frauen machte er von diesen seinen Prinzipien eine Ausnahme.

Die Art und Weise wie er bei den Frauen vorging, sollte ihnen zeigen wie Begehrenswert sie für ihn sind. Meistens dauerte aber sein Interesse nur so lange an, bis er das erhielt was er von den Frauen begehrte. Ihre Hingabe der sexuellen Begierde.

Erhielt er diese, so verflog bald schon sein Interesse an ihr. Nur selten geschah es, dass er mit ein und derselben Frau sich öfters seinen sexuellen Interessen hingab. Und wenn dies geschah, dann waren es immer besondere Frauen.

Eine davon befand sich im Raum hinter dieser Türe. Nur in ihrem Fall war die Sachlage anders.

*

„Wie ich sehe haben sie um dekoriert seit meinem letzten Besuch, vor wenigen Tagen“, bemerkte er. „Ein neues Gemälde?“ Es zierte die Wand vor der Felicias Arbeitstisch stand. „Sehr aussagekräftig.“

„Gefällt es Ihnen?“ fragte Felicia errötend.

„Beeindruckend!“

„Es ist von einem Zeitgenössischen Künstler. Es nennt sich ´die Hingabe`.“

„Sehr zutreffend.“ Und blickt die Sekretärin an.

Es füllte die gesamte Wand, von der Ecke bis zum Türrahmen aus und hatte eine Höhe von ca. einhundert cm mal eine Länge von etwa einhundertfünfzig cm. Es war ein sehr lebendiges Bild, mit lebhaften Farben. Man könnte durchaus meinen, dass so eine Situation, die es darstellte, nicht nur aus der Phantasie heraus entstand. Sondern sehr real sein konnte.

Ein nackter jugendlicher Frauenkörper seitlich ausgestreckt daliegend, in einer geöffneten Venusmuschel. Den einen Arm den Kopf stützend, die andere an ihrer Seite mit der Handfläche an der Innenseite der Oberschenkel unterhalb des Intimbereichs. Umgeben von Engelsknaben und -mädchen in ihrem Hintergrund.

Durch die Sprechanlage ertönte die Stimme von Helen Jesada, die das Gespräch der beiden unterbrach.

„Ist Herr Hegena schon da Felicia?“

Helens Sekretärin war erleichtert über diese Störung. Drückte auf den Antwortknopf der Sprechanlage. „Er ist soeben eingetreten.“

„Pünktlich wie immer. Er mag hereinkommen.“

„Sie haben es gehört Herr Hegena.“ sagt sie mit sehr feiner und freundlicher Stimme zu ihm. Sie stand auf, nahm einige Dokumente von Schreibtisch mit und war bereit die Tür zum Büro von Helen zu öffnen. „Wieso immer so förmlich Fräulein Felicia. Wollen sie nicht Jean zu mir sagen.“

Felicia hielt einen Moment inne, bevor sie die Hand auf die Türklinke legte. Sah ihn für einen Sekundenbruchteil an. Wandte ihren Blick sofort wieder ab. Gab ihm aber keine Antwort. Sie drückte die Klinke nach unten und die Türe nach innen auf. „Bitte treten Sie ein.“ und ließ Jean Hegena vorgehen.

„Würden sie nicht mal die Güte haben mit mir ausgehen, Fräulein Felicia.“ fragte er sie beim Vorübergehen so leise wie möglich, dass nur sie es hören konnte, und schenkte Ihr einen kurzen Blick. Ihr Gesicht rötete sich wieder und sah ihm nach, ohne ein Wort darauf zu erwidern. Trat nach ihm ein. Übergab die Dokumente und entfernte sich. Sah Jean aber im vorbei gehen noch mit einem sittsamen Blick an.

„Herr Hegena, bitte nehmen Sie Platz.“ sagte Helen sehr förmlich zu ihm noch hinter dem Schreibtisch sitzend. Jean trat bis nah an den Schreibtisch heran, währenddessen sie aufstand und um den Tisch herum ging und ihm ihre Hand bot. Er nahm sie in die seine und küsste ihren Handrücken.

„Ich möchte nicht gestört werden Felicia.“ Rief Helen Jesada ihr nach, noch bevor sie die Tür von draußen schloss.

„Natürlich Frau Jesada.“ Erwiderte Felicia und schloss die Bürotür.

Auch wenn Helen sehr förmlich mit Jean in Präsenz von Dritten sprach, so wusste Felicia doch, dass zwischen beiden mehr war als nur ein freundschaftliches Verhältnis.

*

Es war damals, als sein erstes Buch von diesem Verlag veröffentlicht wurde.

Die Mittagzeit war nah. Felicia wollte bereits Pause machen, als noch ein Anruf kam. Frau Jesada sollte sich umgehend zum Chef begeben. Sie wollte es ihr sofort mitteilen und einige Unterlagen bringen. Ohne vorher anzuklopfen trat sie ein.

Eng umschlungen sah sie die beiden, sich küssend und gegenseitig der Kleider entblößend. Gott sei Dank noch bevor sie ein Wort sagte.

Sofort und leise wie sie geöffnet hatte, schloss sie die Bürotür von draußen wieder. Setzte sich an ihren Schreibtisch, drückte den Knopf der Sprechanlag und gab die Mitteilung weiter. Und erwähnte auch, dass sie jetzt Mittagspause mache.

*

„Frau Jesada, sie sehen wie immer hinreißend aus.“

Nur der Förmlichkeit halber, gegenüber dritten zu wahren, hielt sich der Autor an die gepflegten Umgangsformen.

Jetzt da sie nah beieinander standen und die Türe geschlossen war, legte sie die Arme um seinen Hals. Er die seinen um Ihre Taille. Zog sie dicht an sich heran und drückte ihr sachte einen langen Kuss auf ihre schmalen rot geschminkten Lippen, den sie voller Innigkeit erwiderte.

„Das habe ich sehr vermisst.“

„Schmeichler.“

Sie lösten sich aus der innigen Umarmung. Ohne Umschweife kam Helen auf den Punkt.

„Gefällt dir meine Sekretärin mehr als ich.“

Er sah sich ertappt. Doch musste er darüber beschämt sein, dass er mit ihr geflirtet hat. Weshalb auch!

„Keineswegs!“

„Mir ist nicht entgangen wie du meine Sekretärin ansahst!“

Aus dem Klang Ihrer Stimme erschien es ihm nicht, als würde sie ihm einem Vorwurf daraus machen.

„Sie ist ja auch ein sehr schönes Mädchen.“ Gab er offen zu.

„Da hast du vollkommen Recht. Und ich weiß welche Wirkung schöne Mädchen auf dich haben.“

„Du bist doch sonst nicht so!“

„Wie?“

„Wüsste ich es nicht besser, würde ich sagen Neidisch.“

„Ich möchte, dass du meine Sekretärin in Ruhe lässt!“ sagte sie zu ihm, mit fester und bestimmter Stimme, die keinen Wiederspruch duldete.

„Bist du etwa wahrhaftig Eifersüchtig?“ erwiderte er darauf.

„Ich und Eifersüchtig!“ fast entfuhr ihr ein Lachen. „Mach dich doch nicht lächerlich! Wir sind schließlich nicht zusammen. Und außerdem ist sie fast noch ein Kind. Sie hat doch keine Ahnung.“ Ließ alles weitere dazu unausgesprochen im Raum stehen.

„Ich weiß unsere Beziehung zueinander besteht nur auf der Basis von beiderseitigen sexuellen Intimitäten, wenn wir geschäftlich miteinander zu tun haben.“

„Und so sollte es auch bleiben.“ Schnitt sie im scharf ins Wort. „Du weißt ich genieße unsere sexuellen Spielchen. Es wäre doch schade, wenn wir ihnen entsagen müssten. Denkst du das nicht auch?“

„Die immer wieder sehr verführerisch und erregend sind.“ Fügte Jean bei.

„Dann verstehst du sicher, dass ich dich in dieser kurzen Zeit, in der wir zusammen zu arbeiten haben, für mich alleine haben will! Und dich nicht mit einer anderen Frau zu teilen gedenke. Schon gar nicht mit meiner Sekretärin.“

„Auch mir liegt es fern auf unsere gemeinsame Vereinbarung zu verzichten.“

„Dann begreifst du sicherlich wieso ich darauf bestehe.“

„Aber ja doch.“

„Abgesehen von unserem Arrangement, hast du deine Affären, genauso wie ich die meinen habe.“

„Auch dagegen habe ich genauso wenig einzuwenden. Im Gegenteil, ich schätze unsere Abmachung sehr.“

„Ich nehme mir genauso das von einem Mann, was du dir von den Frauen holst. Nur mit einigen kleinen Abweichungen, aber im Grunde wollen wir doch beide dasselbe. Sex! Bist du nicht derselben Meinung?“

Jean gab darauf keine direkte Antwort. Sondern umschweifte auf seine Art diese Frage.

„Du bist eine sehr attraktive Frau und sehr begehrenswert. Verstehst deine weiblichen Reize voll einzusetzen. Das mag ich sehr an dir. Und ich gestehen, du weißt was du willst. Was ich ebenso zu würdigen weiß. Gerade deshalb ist es mir recht, dass unser Verhältnis, nur auf der Basis des absoluten körperlichen sexuellen Austausches basiert. Schließlich wollen wir beide nicht auf den Genuss der freien Liebe verzichten. Oder.“

„Natürlich nicht. Aber solange wir in den nächsten Wochen beruflich miteinander zu tun haben, wünsche ich nicht, wie schon gesagt, dass du dich mit anderen Frauen abgibst.“

„Aber …“ Versuchte er einen Einwand vorzubringen. Sie schnitt ihm sofort ins Wort.

„Du willst doch in dieser Zeit nicht etwa deine Männlichkeit bei anderen Frauen als mir verausgaben. Es wäre jammerschade. Sogar außerordentlich schade.“ Und langte mit der Hand an seinen Genitalbereich.

Es war kein harter Griff, vielmehr ein Verlangen, das sofort eine Reaktion im Lustzentrum bewirkte. Geschah die Reaktion auf Grund ihrer Berührung, die seine >maskuline< Erregung in ihm auslöste? Selbst durch die Kleidung hindurch nahm er die Wärme wahr, die von ihrer Hand ausströmte.

„Was macht es mit dir, wenn ich ein bisschen mit ihr flirte“, versuchte er nochmals entgegenzusetzen. „Schließlich ist sie ein sehr nettes, verführerisches Mädchen.“

„Gerade, weil sie meine Sekretärin ist, solltest du nicht versuchen sie zu umgarnen. Abgesehen davon, lebt sie in einer Beziehung. Du möchtest doch nicht etwa eine aufblühende Liebe zerstören.“ Die Ironie, die in den Worten lagen und mit der sie sie aussprach war nicht zu überhören. „Auch wenn ich weiß, dass es dir nicht im Geringsten etwas ausmachen würde.“

„Haltest du mich wirklich für so empfindungslos.“

„Nein, eigentlich nicht! Der entscheidende Faktor ist wohl der, ob du mich mit deinen Flirtversuchen ihr gegenüber erniedrigen möchtest.“

Seine Reaktion kam schnell. „Natürlich nicht“, gestand er. „Das käme mir nie in den Sinn.“

„Ein weiterer Grund ist der, dass ich in dieser Zeit ausschließlich mit dir verkehren werde und ich dasselbe auch von dir erwarte. Also wie lautet deine Entscheidung? Oder möchtest du unsere verbale Vereinbarung wiederrufen. Es hängt ganz allein von dir ab.“

„Warum zanken wir uns darüber.“

„Wir streiten nicht. Ich lege dir nur meinen Standpunkt klar vor Augen und ich hoffe du akzeptierst diesen. Wenn nicht ...“ Sprach aber nicht weiter. Sondern wartete, dass Jean sich äußerte.

Ein kurzes Zögern, dann antwortete er, ohne ein weiteres Argument vorzubringen.

„Na gut. Ich werde in dieser Zeit ganz allein dir gehören.“

„Und so sollte es bleiben.“

„Wie wäre es, wenn wir uns angenehmerer Unterhaltung widmen.“

„Mir wäre dies sehr lieb. Da wir uns jetzt über diesen Standpunkt einig sind.“

„Dann können wir ja über das reden, weswegen ich kommen sollte.“

„Das können wir, da diese Sache bereinigt ist.“ Erklärte Helen erleichtert. „Wenden wir uns also der tatsächlichen Angelegenheit zu.“

Beide standen sich wieder gegenüber. In Augenhöhe. Helen war nur geringfügig kleiner als Jean.

*

‚Wie unähnlich diese beiden Frauen doch waren‘, kam es ihm in den Sinn. Lag dies nur an Felicias Jugend?

Helen war allenfalls zwei-drei Jahre älter als er. Schlank. Lange Beine. Die Figur eines Fotomodells. Felicia kaum zwanzig. Zwar auch schlank aber kräftiger an Knochenbau.

Ausgenommen von ihrem Altersunterscheid, waren beide vom Typ Frau, dem seine sexuellen Neigungen galten.

Helen; wenngleich in seinem Alter, der man die Erfahrung ihres Liebeslebens ansah. In Bezug auf ihr Benehmen. Felicia; jung, beschämt und schüchtern hinsichtlich der Ausstrahlung ihrer Erotik. Der noch Erfahrung mangelte.

Jedenfalls hatte Jean diesen Eindruck von ihnen.

Beide Typen Frau waren ihm sehr angetan. Zum einen genoss er die Fertigkeit von sexuell erfahrenen Frauen. Zum anderen begehrte er die Unerfahrenheit sexuell weniger kundigen Damen.

Die Charaktere der Selbstbewussten, starken, zielstrebenden, teils auch herrischen Frau die weiß was sie will, sei es beruflich, aber hauptsächlich in sexueller Hinsicht.

Die Schüchterne, ihrer Emotionen betreffend, zweifelnd. Unsicher, scheu und ängstlich in so mancher Hinsicht aber sehr beeinflussbar. Ist es nun arbeitsmäßig, aber auch im erotischen Standpunkt.

*

Er blickte in ihre wunderschönen großen blauen Augen. Streifte mit dem Daumen entlang ihres Kinns. Schob eine Strähne ihres seidigen Haares aus ihrem Gesicht und sagte: „Es tut mir leid, das eben. Ich wollte dich durchaus nicht kränken.“ Sagte er mit reuevoller Stimme. Versuchte er sich für das Geschehene zu entschuldigen.

„Hast du keineswegs.“

„Auch wenn dies jetzt nicht mehr der vernünftigste Moment dafür ist, so möchte ich dir trotzdem sagen, dass mir gestern Nacht deine wohltuende Wärme sehr gefehlt hat.“ Raunte er ihr ins Ohr.

„Die deine mir auch.“ Murmelte sie ihm ebenso leise ins Ohr.

Sie küssten sich energisch.

„Dein Odeur ist verführerisch, wie immer“, und sog ihren süßen Duft an Parfüm durch die Nase. Es wirkte wie ein Aphrodisiakum auf ihn. „Wie begehrenswert du bist“, gestand er ihr.

Seine beiden Hände hafteten sich an ihr Hinterteil, drückten sie zu sich heran, so dass sein Schenkel sich fest in Ihren Schritt presste.

Leise flüsterte er: „Was trägst du denn darunter?“ ins Ohr. Helen ging auf seine Frage nicht ein. „Wollen wir es nicht herausfinden!“ Fügte er hinzu, als er keine Antwort von ihr erhielt.

Helen wirkte gar nicht erschüttert über seine Worte, sondern erwiderte nur: „Nicht so stürmisch mein Hengst“. - und fuhr mit der offenen Hand über sein bartloses Gesicht – „Nicht hier und jetzt.“ Sagte sie mit gedämpfter aber verführerischer Stimme.

Wie gut es sich anfühlte ihre warme Hand an seiner Wange zu spüren.

Mit dem Daumen entfernte sie ihre Lippenstiftfarbe von seinen Lippen. „Gedulde dich“, fuhr sie fort.

Wie ein Hauch von Zärtlichkeit klang ihre Stimme, als sie dies sagte. Sah auf ihre Armbanduhr. „Es dauert nicht mehr lange bis zur Mittagspause. Außerdem möchtest du sicherlich nicht in eine unangenehme Situation geraten.“ Es entstand eine kurze Pause bevor sie weitersprach. „Das möchtest du doch nicht. Oder!“ hakte sie nochmals nach und sah ihm tief in die Augen.

„Peinlich! Für wen denn?“ entgegnete er ihrer Anspielung.

Sie antwortete nicht darauf, sondern küsste ihn voller Leidenschaft. Dieser Kuss, mit dem sie ihre Lust andeutete, sollte ihm zeigen wie begierig und heiß sie nach mehr war.

Als sie sich von seinen Lippen löste zog sie leicht mit ihren Zähnen an seiner Unterlippe.

„Dies ist nur ein Vorgeschmack auf das was dich nachher erwartet. Du musst dich nur gedulden.“

„Ich habe nicht erwartet, dass es dich stören würde. Immerhin waren wir beide schon in den Genuss gekommen, es hier getrieben zu haben.“

„Es war eine einmalige Situation und die Umstände waren damals anders.“

„Ach ja! Den Eindruck hatte ich damals nicht!“

„Ich wäre meinen Job los, wenn ich in der Arbeitszeit mit Autoren gewissen Spielchen hingeben würde. Obwohl ich sehr geneigt wäre es mit dir hier und jetzt auf diesen Schreibtisch zu treiben“. Und löste sich geschmeidig aus seinem Griff.

„Ich wusste es doch!“ War seine schelmische Antwort.

Helen setzte sich wieder in ihren Stuhl. Währenddessen sie den Akt der Jean betraf durchblätterte, trat er an das Fenster, blickte hinaus. Sah auf die Zimmerpalme und berührte die Blätter mit der Hand. Entfernte den Staub, der an seinen Fingerkuppen haften blieb. Umrundete dann ihren Schreibtisch und lehnte sich nah bei ihr an dem Schreibtischeck.

Indessen hatte Helen den Akt durchgesehen. Dabei handelte es sich um sein Buchprojekt -Begierde, die Macht der Liebe-, seinen neuesten Roman der bereits in Druck ist und in einigen Tagen abgeschlossen sein sollte.

„Also was gibt es noch zu besprechen“, begann er zu fragen, „ich dachte wir hätten diesbezüglich alles besprochen!“

„Es geht noch um den Einband für das Buch.“

„Ich war der Meinung dies wäre bereits erledigt!“

„Hier habe ich einige Muster. Sieh sie dir an.“ Sie stand auf, überreicht ihm einige Blätter die er ihr abnahm und durchsah. Er setzte sich in den Stuhl der genau Helen gegenüber vor dem Schreibtisch stand.

„Du weißt doch, dass ich dir diese Entscheidung überlassen habe.“

Helen erhob sich, schritt an den Schrank mit den Getränken. Nahm zwei Gläser, füllte diese mit rotem Martini und trat zu Jean. Reichte ihm einen und stützte sich an dem Schreibtisch ab.

„Ich weiß. Aber bedenke, dass ich das nicht ohne deine Zustimmung entscheiden kann. Zudem auch noch die Kurzfassung zum Inhalt des Buches angeführt wird. Sowie auch die Erfolge deiner bisherigen Bücher angegeben werden. Dafür brauche ich, wie du weißt, dein schriftliches Einverständnis. Das du mir laut Vertrag bestätigen musst, dass ich es weiterleiten kann.“

Sie nahm einen Schluck, trat um den Schreibtisch herum und reichte ihm das dazu beschrieben Blatt zum Durchlesen.

„Ließ es durch ob es nach deinem Wunsch entspricht. Wenn du mit allem einverstanden bist setze deinen Namen zum Bestätigen darunter.“ Und setzte sich in ihren Stuhl.

Jean überflog kurz den Text, holte seinen Füller aus der Innentasche seines Jacketts und setzte seinen Namen darunter.

„Hier!“ und legte alles vor Helen auf den Schreibtisch nieder. „Können wir uns jetzt einer vergnüglicheren Konversation widmen, oder gibt es noch weiteres zu klären.“

„Ja. Es gibt noch zu bestimmen wann und wo wir mit der Präsentation beginnen wollen.“

„Du weißt, dass ich mit jeder deiner Entscheidung einverstanden bin die du diesbezüglich triffst. Oder verlangst du dafür auch noch eine schriftliche Bestätigung.“

„Nein die benötige ich vorerst noch nicht, das erledigen wir später. Die Produktion läuft und wird spätestens Ende der nächsten Woche abgeschlossen sein.“

„Gibt es sonst noch irgendetwas zu besprechen.“

„Nein, vorerst war´s das.“

„Und was jetzt?“

„Jetzt, lieber Jean! Jetzt gehen wir essen. Oder hast du keinen Hunger? Ich habe drüben im Eden einen Tisch für uns reservieren lassen.“ Sagte sie zu ihm mit einem freudigen, fast lächelnden Ausdruck in ihrem Gesicht. „Nachher mein Lieber, gibt es noch einen ganz besonderen Nachtisch.“

Wie geschmeidig die letzten Worte klangen. Sanft und voller Begehr drangen diese halblauten ausgesprochenen Worte in seine Ohren. Selbst der Ausdruck in ihrem Gesicht war von einem begehrenden Verlangen geprägt. Ihre hellen Augen, die sonst eher dunkel und streng wirkten, glänzten voller Vorfreude.

Er kannte diesen Gesichtsausdruck bei ihr. Schon bei anderen Begebenheiten hatte sie dieselbe Miene. Er wusste, dass dieser besondere Nachtisch für beide der höchste Genuss sein würde. Ein Ausdruck von Glücksgefühl und Lust stieg auch in ihm hoch, der sich auch in seinen Gesichtszügen wiederspiegelte.

Ein Blick auf die Armbanduhr überzeugte Helen, dass es an der Zeit war. „So wir können jetzt gehen.“

Beide erhoben sich aus ihren Stühlen. Er nahm ihre Jacke vom Kleiderständer und half ihr hinein.

Sie sah hervorragend aus in ihrem Anzug, der ihre weiblichen Formen sehr zur Geltung brachte. Sein Blick lag begehrenswert an ihren schlanken, perfekten Körper. Ihr nicht übermäßig großer Busen war straff. Die enganliegende Bluse betonte ihre Oberweite nur noch mehr.

Täuschte er sich oder spielten ihm seine Sinne einen Streich. Ihm war, als hätte er die Knospen ihrer Brust durch die Bluse hindurch in ihren erregten Zustand erspäht. Trug sie womöglich keinen BH? Oder vielleicht einen der ihr weibliches Organ nur hochhielt. Die Brust selbst aber frei von Schutz des BH-Stoffes war. Außer von dem ihrer Bluse.

Er musste sich bändigen um Ihr nicht schon hier und jetzt an die Wäsche zu gehen. So groß war bereits sein Verlangen nach ihr, wenn er diesen Ausdruck von Lust in ihrem Gesicht erblickte. Ein Ausdruck von Unschuld und sexueller Lüsternheit. Sich zügellos der Ekstase hinzugeben. Bereit all jenes zu tun, was man öffentlich sich nicht gestattet in Worte zu betten.

Kap. 2

Wie lüstern sie an ihrem Essen aß. Mit jedem seiner Blicke hing er an Ihrem Gesicht. Genussvoll, man könnte sagen, ja spielerisch und verführerisch gab sie sich diesem Vergnügen hin. Sein Wunsch, in den nächsten Stunden ihr zu gehören, wuchs mit jeder Minute, in der er sie beim Essen beobachtete.

In seinen Gedanken spielte sich bereits das Szenario ab, was nachher geschehen würde. Seine Muskeln spannten sich, bei dem Gedanken der ihn beherrschte. Er fühlte die Wärme, die von seinem Verlangen ausging und sich bis in die letzte Faser seines Körpers ausbreitete.

Er sah sich bereits im Zimmer des Hotels.

Wie sie ihren Finger an seine Lippen hielt, die ihm Stille gebot. Ihre Hände fuhren unter sein Jackett. Schoben es über die Achseln hinweg, dass es von selbst zu Boden fiel. Legte eine Hand auf seine Brust. Schob ihn um ein zwei Schritte rückwärts, Richtung Bett. Löste den Krawattenknopf und zog sie durch den Hemdkragen. Ließ diese zu Boden fallen. Langsam öffnete sie Knopf um Knopf sein Hemd. Zog es aus der Hose hervor. Machte noch die verbliebenen Knöpfe auf. Streifte das Hemd ebenso über seine Achseln. Drängte Jean weiter zurück, nah an das Bettgestell.

Ein Arm von ihr schlang sich um seinen Hals. Die offene Hand fasste an seinen Hinterkopf. Übte leichten Druck auf diesen aus. Mehr brauchte es auch nicht, denn er neigte selbst den Kopf. Beide pressten sie ihre Lippen auf einander, zu einem intensiven Kus mit Zungenspiel. Mit der anderen Hand fuhr sie über seinen Po und Schritt.

Als sie sich vom Kuss lösten, drängte sie ihn bis an die Kante des Bettes. Ihre Finger hantierten an seinem Hosengurt herum. Öffnete seine Hose.

Ein leichter Druck ihrer Hand auf seine Brust und er ließ sich auf das Bett gleiten. Sie ging in die Knie, ließ sich auf den Teppichboden nieder. Streifte die Schuhe von seinen Füßen und zog ihm die Hose aus.

Ihre Hände glitten über seine spärlich behaarten Oberschenkel bis an die Lenden. Führte sie über seine erregte Männlichkeit, die noch in seinem Boxer Schort im Verborgenen ruhte.

Als er die warme Berührung ihrer Hände an seinen Genitalien spürte, fühlte es sich an als würde seine Manneskraft sich noch mehr steigern.

Dann erhob sie sich. Vollzog vor ihm einen Strip. Entledigte sich gefühlvoll und mit Stil langsam ihrer Kleidungsstücke. Jacke, Hosenrock. Zuletzt die Bluse. Den BH und Schlüpfer sowie die Strapse, die die erotischen Strümpfe hielten, behielt sie noch an.

Voller Lust und Begierde wurde sie dabei von ihm beobachtet, ohne seine Augen von ihr abzuwenden. Genoss die in ihm ansteigende Erregung, die durch seinen Körper floss. Genauso wie seine Lust ihn antrieb, sich mit dieser Frau sexuell zu vergnügen. Auch wenn sie die treibende Kraft des sinnlichen Liebesspieles war.

Seine sexuelle und physische Erregung hatte sich bereits sehr stark in seinem Lustzentrum verankert. In dem Maße, dass er kaum etwas anderes mehr in seinem Umfeld wahrnahm, als nur sie. Selbst die leise Musik, die aus dem Radio kam, war wie ein plätschern von Wasser aus weiter Ferne.

Mit geschmeidigen Bewegungen tänzelte sie vor ihm. Noch bekleidet mit einem offenen schwarzen BH und blutrotem Höschen, den schwarzen Strümpfen und Strapsen. Er sah ihren Händen nach. Wie sie mit ihren Fingern zärtlich und langsam über ihre nackte Haut streichelte. Über ihre Brüste, ihren Bauch, der noch bedeckten Scham. Dann wieder entlang ihres Körpers hoch zum Hals. Ihre Finger fuhren entlang der Ränder des offenen BHs. Berührten die Knospen ihrer Brüste die vor Erregung wuchsen. Glitt sanft über diese hinweg. Ein Prickeln durchzog ihre Haut, die unter ihrer Berührung sich straffte. Umrundete mit den Handflächen die straffen Brüste.

Streifte den einen, dann den anderen Träger über die Achseln und schlüpfte mit den Armen heraus. Mit der einen Hand öffnete sie den Verschluss. Den anderen Arm hielt sie waagrecht, zog den BH langsam über die Brüste hinweg und warf ihn ihm zu. Er fing ihn auf. Sog den Duft, der von ihm ausging, tief in die Nase ein. Der sinnlich und betörend zugleich war. Ihre Brüste, sie waren natürlich und fest, nicht nur vor Erregung. Waren nicht übergroß, sondern proportional zu ihrem Körper genauso, wie sie sein sollten. Die Brustwarzen, sie hingen nicht nach unten, sondern zeigten spitz nach vorne, leicht nach oben hin. Durch die straffe untere Brustwölbung und den leichten flachen oberen Brustansatz.

Sie entledigte sich ihres Höschens. Tanzte noch wie eine Stripperin, die ihr Publikum antörnt. Zuletzt stand sie vor ihm da, mit einem Arm die Brüste bedeckend, die andere Hand vor der entblößten Scham.

Seine Augen gierten nach diesem wohlgeformten Körper.

„Hat es dir gefallen!“

„Richtig scharf hat es mich gemacht.“

„Dann können wir ja weiter machen.“

„Ich hoffe doch, dass es nicht hierbei blieb.“

„Du sollst es nicht bereuen. Wirst schon sehen.“

„Na dann.“

Er wollte sich vom Bett erheben, doch sie hielt ihn mit den Worten - „Bleib sitzen.“ - zurück. Und kam mit geschmeidigem Gang auf ihn zu. Er sah zu ihr hoch. Ihre Hände fassten in seine Haare und pressten seinen Kopf sanft an ihre Lenden. Seine Lippen liebkosten sie sanft. Seine Hände umfassten ihre Pobacken und die Finger verirrten sich in deren Tiefe.

Er vernahm ihren Seufzer den sie ausstieß. „Das gefällt mir sehr, was du da mit deinen Fingern machst.“ Sagte sie voller Lust in ihrem Atem.

„Mir gefällt es auch. Besonders das, was du mir geben willst.“

„Weißt du, was das sein wird?“

„Nein, aber ich weiß auf was es hinausläuft.“

„Bist du dir da so sicher, dass du es weißt. Es könnte ja etwas ganz anderes sein als du dir vorstellst.“

„Es kommt doch nur auf das Resultat an. Und das wollen wir doch beide, nicht wahr!“

„Du sagst es. Leg dich aufs Bett!“ Es klang wie ein Befehl, was sie von ihm verlangte.

Er tat es, legte sich flach und gab sich ihr hin.

Sie kniete vor ihm nieder. Er spürte ihre zarten Hände und Finger, die sie zärtlich über seine Schenkel gleiten ließ. Es fühlte sich an wie ein kalter Hauch von sanftem Wind, der über seine empfindsame Haut blies und seinen Körper frösteln ließ, sodass die Haut sich unter ihrer weichen Berührung straffte. Sie zog ihm seine Boxer Schort runter und ließ diese zu Boden gleiten.

Behutsam berührte sie seine angewachsene männliche Stärke mit ihren sensiblen warmen Händen. Er genoss das Spiel ihrer zarten Finger an seiner erregten Männlichkeit. Fühlte wie seine Erektion, durch ihre delikate Berührung, sich noch mehr steigerte und verhärtete. Sah ihr zu, wie hingebungsvoll sie mit viel Gefühl sich über seine Erregung hermachte. Vernahm ihre Hand an seinem Hoden, am Schaft. Ihre Berührungen waren sanftmütig und steigerten sein Lustgefühl.

Ihre Zunge, wie sie diese um die Eichel bewegte, dann zu saugen begann. Schnell und wieder langsam. Wieder und wieder. Die Angespanntheit seines Unterleibes war bereits nah an der körperlichen und sexuellen Ekstase seiner Erektion. Hielt sich aber zurück um ja nicht bereits jetzt zu kommen. Lustvoller keuchender Atem entfuhr seiner Kehle.

Mit den Worten, „Warte“, unterbrach er ihr hingebungsvolles Spiel. „Noch nicht! Bitte.“ Hielt er sie zurück. „Zuerst möchte ich dich zum Orgasmus bringen. Bevor du es mir besorgst.“

Sie hielt in ihrer Handlung inne. Kam nah über seinen nackten Oberkörper gekrochen. Streichelte mit den flachen Händen über seinen haarlosen Brustkorb. Ihre Hände fühlten sich elektrisierend an, auf seinen angespannten Oberkörper. Seinen vor Erregung festen Brustwarzen. Führte sie hoch zum Hals. Mit den Fingerkuppen strich sie darüber, seinem Kinn. Zeichnete leicht mit ihnen über seinen Mund, den Lippen. Es war ein leichtes kratzen, das sie von seinem ein Tage Bart verspürte.

Dann stützte sie sich mit beiden Händen, in der Höhe seines Halses, auf dem Bett ab. Zögernd näherte sich ihr Kopf dem seinem. Spielte mit der Zunge über seine Lippen. Neckte mit ihr und den Zähnen seine Nase. Dann ein stürmischer lebendiger Kuss.

Sie bäumte sich auf. Glitt mit dem Körper etwas rückwärts. Soweit, dass sie mit dem Kopf auf der Höhe zu seiner Brust kam. Liebkoste mit ihren zarten Lippen seine Brust, die Brustwarzen. Nahm diese leicht zwischen ihren Zähnen und leckte, sog und spielte mit der Zunge an ihnen. Rückte mit dem Körper noch weiter zurück, bis ihr Gesäß auf seinen Lenden zu sitzen kam. Mit den Händen stützte sie sich auf seinen Oberkörper ab. Rieb ihre bereits feuchte Scham darüber. Ließ seinen Stab aber nicht in sich eindringen.

Bedachtsam glitt ihr Oberkörper auf seinen nieder, bis sich ihre Körper berührten. Überschüttete seinen Mund mit Küssen. Ihre Zunge spielte mit der seinen. Sog an seinen Lippen. Nahm diese vorsichtig zwischen ihre Zähne und nagte spielerisch an ihnen, bevor sie sich von seinem Mund löste. Der sanfte Schmerz den er dabei erlebte, erregte ihn nur noch mehr.

Richtete sich wieder auf. Rückte mit ihrem Körper näher an seinen Kopf, bis ihre Scham nah an sein Gesicht reichte. Neigte den Körper nach hinten und stützte sich mit den Händen auf seinen Schenkeln ab.

Er vernahm ihren feuchten, nassen weiblichen Duft, ihrer sauber rasierten Scham. Nur ein sehr schmaler tiefschwarzer kurzgeschnittener Streifen von Schambehaarung, zierte ihren verführerischen Venushügel. Die Schamlippen umhüllten eine sehr hervortretende weibliche Lust Zone. Die Klitoris! Die kaum den Schutz ihrer Weiblichkeit genoss. So Emmens ausgeprägt und groß war sie.

„Küss mich! Spiel mit mir! Zeig es mir.“ Bat sie ihn mit lüsterner Stimme. Und spreizte ihre Beine weit auseinander.

Er fühlte deren Härte, als er mit seiner Zunge an ihr herumspielte. An ihr sog, sie leckte bis Helen vor Erregung zu stöhnen begann. Und sie sich ihren sexuellen Emotionen hingab. Dabei nahm er seine Hände zu Hilfe mit denen er sich an ihren Oberschenkel ab stemmte um mehr Halt und Druck ausüben zu können. Zudem waren sein Finger hilfreich ihren Schambereich zu öffnen.

„Hmm ohhh ja, jaaa.“ Entfuhr es ihrem Munde. Entzücken über den erlebten Orgasmus stand ihr ins Gesicht geschrieben.

Immer fester, eindringlicher und schneller wurden seine Zungenbewegungen über ihre Klitoris und dem Schambereich.

Diese Stimulanz erregte alle ihre hier zusammenführenden Nervenenden, die sie in Ektase versetzte.

„Weiter; ja nicht aufhören. Ich komme gleich.“

Ein heftiges Zittern durchfuhr ihren sehr stark erregten Körper, als ihre sexuellen Reize explodierten und wie die Wogen des Flusses durch ihren gesamten Körper flossen. Ihre Sinne verloren sich in der lustvollen Befriedigung all ihrer weiblichen erogenen Zonen.

Kap.3

Der Tag der bevorstehenden Präsentation war nah. Morgen sollte diese über die Bühne gehen.

Er verspürte eine Nervosität, die in seinem inneren zehrte. Selbst leichte Zweifel drängten sich in ihm hoch. Er kannte dieses Gefühl bereits von seinen früheren Präsentationen. Es hatte nichts zu bedeuten, dass schon am Tage vorher dieses Merkmal an seiner Selbstsicherheit nagte. Er wusste, dass sein Buch gut war. Aber gewisse Zweifel ließen sich eben nicht so ohne weiteres zerstreuen.

Das flaue Gefühl das sich in seiner Magengegend breit machte, war ihm sehr unangenehm. Er kannte dieses Gefühl von seinen vorangegangenen Präsentationen. Dies hatte nichts zu bedeuten, dass am Tage vorher solche Symptome an seiner Selbstsicherheit zehrten.

Vermutlich war sein Buch nicht so gut ein Bestseller zu werden, aber doch gut genug; so hoffte er zumindest, um wieder in den Schlagzeilen der Presse erwähnt zu werden.

Am frühen Morgen betrat er, wie verabredet, pünktlich um neun Uhr das Büro von Helen Jesada. Dort erhielt er von ihr noch die letzten Details, die für den morgigen Tag für ihn wichtig waren.

„Es ist bereits alles organisiert.“ Erklärte Helen Jean.

Unruhig schritt Jean durch das Büro von Helen. Die Nervosität peinigte seine Gefühle.

„Du machst mich nervös mit deinem ständigen umhergehen, Jean. Setz dich und versuch dich zu entspannen. Du wirst sehen, das Buch wird ein großer Erfolg werden.“ Versuchte sie beruhigend auf ihn einzureden.

Er ignorierte ihre Worte sich zu setzen. „Das könnte durchaus der Fall sein, oder auch nicht.“ Seine Stimme klang unsicher und sehr gereizt.

Wenn Jean in diesen Zustand verfiel, was am Tag vor jeder seiner Präsentationen der Fall war, war seine Stimmung im Keller und es war nicht einfach, ihn und seine Emotionen auszuhalten. Doch sie wusste, wie sie mit ihm umzugehen hatte, wenn er sich in dieser Krise befand. Schließlich passierte es nicht das erste Mal, dass sie diese Prozedur mit ihm mitmachte.

Helen spürte wie Jeans miese Laune auf sie übergriff. Trotzdem bemühte sie sich, so gut es ihr möglich war, ihre Missstimmung zu unterdrücken.

Sie erhob sich aus dem Sessel. „Es ist sehr gut geworden“, bestätigte sie ihm nochmals, mit milder Stimme. „Du wirst sehen. Wenn erst der morgige Tag vorüber ist, wird dir dies wie ein böser Traum vorkommen.“

„Ist dies deine aufrechte Meinung?“ Seine Stimme klang einigermaßen ruhiger. Auch seine gereizte Stimmung legte sich etwas.

„Ich kann deine Zweifel nachvollziehen“, fuhr sie mit ebenso ruhiger Stimme fort und trat nah an ihn heran. Legte ihre Hand auf seinen Arm. Sah in sein fragendes Gesicht. „Du kannst mir glauben, wenn ich dir sage; es ist ein sehr gutes Buch geworden.“ Sie küsste ihn. „Denkst du, der Verlag wäre sonst bereit gewesen es zu drücken und herauszubringen, wenn sie darin keinen Gewinn gesehen hätten. Vertrau mir! Vertraue deinem eigenen Instinkt!“ Sie entfernte sich von ihm, und ging zum Schrank, wo sich die Getränke befanden.

„Ich weiß nicht!“, sagte er, immer noch an sich zweifelnd.

„Hättest du das Manuskript zu mir gebracht, wenn du dir über den Erfolg nicht sicher gewesen wärst?“

„Gewiss nicht!“

„Siehst du!“ Inzwischen hatte sie für beide roten Martini eingeschenkt. Sie schritt wieder an ihren Schreibtisch und überreicht einen davon Jean.

„Und jetzt versuche dich zu beruhigen. Es wird alles glatt gehen. Wie es noch bei jeder deiner Präsentation der Fall war! Du wirst sehen.“

Er trank den Alkohol in einem Zug aus, während sie nur daran nippte. Spielte mit dem leeren Glas, bevor er es endlich auf das Tablett bei den Getränken abstellte.

Seine Zweifel waren nicht zur Gänze, von ihren beruhigenden Worten, getilgt worden. Aber was konnte er noch Großes tun. Es geht, wie es eben geht.

Durch den Konsum des Alkohols, hatte sich seine physische Angespanntheit halbwegs gelöst. Die Wärme des Alkohols hatte dies in seinem Körper bewerkstelligte.

Helen saß vertieft in ihrer Arbeit wieder hinter dem Schreibtisch. In der momentanen herrschenden Stille hätte man selbst das summen einer Fliege vernommen, wäre da eine im Zimmer umhergeflogen.

Jean sah zu ihr hinüber. „Darf ich mir noch einen nehmen“, fragte er sie. Wartete aber nicht erst ihre Antwort ab. Drehte sich um und schenkte sich noch einen ein. „Magst du auch noch einen.“

„Ich habe noch.“ War ihre Antwort. Sie sah zu ihm hinüber. Ließ für kurze Zeit ihren Blick auf ihn ruhen. Bevor sie sich mit den Worten, „Wieso gehst du nicht ein bisschen durch die Stadt“, an ihn wandte.

Durch ihr Aufstehen schob sie den Sessel nach hinten und verursachte dabei ein quietschendes Geräusch. Gemächlich ging sie zu Jean, der noch am Getränkeschrank stand und den zweiten Drink genoss. „Ich habe dir alles mitgeteilt was du für den morgigen Tag wissen musst.“ Die Stimme klang süßlich, sanft und verführerisch. Ihre Hände liebkosten mit Bedacht seinen Oberkörper. „Sollten sich Änderungen ergeben... “ Sie drückte sich geschmeidig an seinen Körper. Küsste ihn leidenschaftlich. „Wir treffen uns ja um halb eins drüben im Restaurant.“ Abermals gab sie ihm einen Kuss voller Leidenschaft, so dass er nicht sofort antworten konnte.

„Du schmeißt mich raus!“ Lautete seine kühle Bemerkung.

Das Bedürfnis nach mehr süßen Küssen, war noch nicht gestillt. Er küsste sie, hingebungsvoll.

Dann sagte Helen: „Wie ich sehe hast du deinen Humor wiedergefunden.“ Sie löste sich aus seinen Armen. Blieb aber dicht bei ihm stehen. „Sieh es nicht als rausschmiss.“

„Sondern!“

„Als Gelegenheit in dich zu gehen. Wieder deine seelische Ruhe zu finden.“ Ein weiterer Kuss voller Hingabe folgte.

„Ich weiß. Du hast ja Recht.“ Stimmte Jean ihr bei, als er wieder bei Atem war.

Da nicht er es sein wollte, der als erster den liebevollen Austausch der Zärtlichkeiten beendete, gab er ihr den Kuss wieder zurück.

„Das reicht vorerst. Ich habe schließlich noch zu arbeiten!“ Löste sich ganz von seinem Körper und kehrte an den Schreibtisch zurück. Er sah ihr nach, wie geschmeidig sie zu dem Schreibtisch schritt. Ihr Gang war aufrecht, fast schon wie der eines Modells auf dem Laufsteg. „Wir sehen uns um halb eins.“

„Also gut. Was bleibt mir schon anderes übrig.“

„Guter Junge.“

Jean ging nochmals zu ihr an den Schreibtisch. Helen hatte sich bereits in den Stuhl gesetzt. Sie sah zu ihm hoch, als sein Schatten auf den Schreibtisch fiel. Sagte nichts, hob den Kopf und sah ihm in die Augen, als wollte sie fragen, „was denn noch!“

„Gibst du mir noch einen mit auf den Weg?“

„Alle die, die ich dir bereits gegeben habe, sind dir nicht genug?“

„Nur einen.“

„Du bist ein Nimmersatt.“

„Stimmt.“

„Na dann komm her. Dies ist aber der letzte. Du musst dann damit auskommen.“ Sagte sie mit eindringlicher lächelnder Stimme. „Sonst werde ich bis Mittag nicht mit meiner Arbeit fertig.“

Sie erhob sich aus dem Stuhl. Beide umschlangen sich in ihren Armen. Küssten sich innig.

Als sie sich aus der intimen Umarmung lösten sahen sie sich noch einmal tief in die Augen. Sie legte eine Hand an seine Brust. Sagte: „So das muss jetzt wirklich reichen. Vielleicht gibt es nachher ja noch mehr.“ Lust lag in diesen Worten. Mit ernsten Worten fügte sie noch hinzu. „Jetzt muss ich aber arbeiten.“

„Ich bin schon weg.“ An der Tür hielt er noch mal inne. Sah zurück. Sagte: „Um halb eins im Restaurant?“

„Halb eins.“ Bestätigte sie ihm.

Lautlos öffnete er die Tür. Wagte noch einen Blick zu Helen, bevor er die Tür von draußen schloss.

Felicia sah auf als Jean nah an ihrem Schreibtisch stand.

Ein Lächeln formte sich in seinem Gesicht. Er sah in ihre glühenden Augen, die sie schnell wieder von ihm abwandte. Felicia wurde rot. Unbehagen breitete sich in ihr aus, wegen seiner Gegenwart. Bedrückend war die herrschende Ruhe.

Sie versuchte ihrer Arbeit nachzugehen, aber seine Anwesenheit und ihr Missbehagen waren störend für sie. Felicia wartete, dass er etwas sagen würde, doch sein Mund blieb stumm. Nur sein Blick blieb auf sie gerichtet. Felicia wagte nicht zu ihm aufzusehen.

Kein erlösendes Wort von Jean, kam über seine Lippen. Die Zeit verstrich und nichts geschah. Ihr war, als bereite es ihm Vergnügen sie in dieser unangenehmen Lage zu wissen. Nichts geschah, das Felicia aus dieser erdrückenden Situation erlöste.

Eine vielleicht zwei Minuten hatte dieser peinliche Zustand angedauert. Sie war bereit das Wort zu ergreifen um sich aus der misslichen Lage, in der sie sich befand, zu befreien. Gerade in diesen Moment öffnete sich die Tür. Der Botenjunge des Hauses trat lautstark in den Raum und befreite Felicia aus den Zwängen von Jean Hegena.

„Hallo Felicia. Ich habe Post für dich. Hast du welche die ich weiterleiten muss?“

Noch bevor sie ihm antwortete ergriff Jean das Wort. „Felicia, ich wünsche ihnen noch einen schönen Tag.“ Verabschiedete Jean sich hastig. Das Kompliment, das ihm auf der Zunge lag, verkniff er sich, in Anwesenheit des Fremden auszusprechen. Diese Gelegenheit hatte er verpasst und das ärgerte ihn sehr. Hätte er es nur gleich gewagt, als er mit Felicia alleine im Raum war.

Die Sekretärin war von dieser Störung erleichtert, die sich befreiend auf ihr Gemüt auswirkte. „Wiedersehen Herr Hegena.“ Rief sie ihm noch nach, bevor er durch die Tür verschwand.

„Was war das eben?“, fragte der Botenjunge Felicia. Sie wurde rot von dieser Frage. Fasste sich aber schnell wieder. Sah den Botenjungen an. Gab ihm aber keine Antwort. Stattdessen griff ihre Hand nach dem Stapel Unterlagen, der sich ganz an der Seite von ihrem Schreibtisch befanden und reichte diese dem Jungen.

„Hier. Nimm.“ Sagte sie.

Währenddessen hatte Jean Hegena das Verlagshaus verlassen. Schlenderte ziellos der Innenstadt entgegen. Hin und wieder blieb er vor dem einen oder andern Schaufenster kurz stehen. Betrachtete diese, im Geiste völlig abwesend.

Ging weiter, bis er an einem Lokal vorbeikam. Er wollte an diesem vorbei gehen. Doch ein Drang in ihm, zwang ihn gerade in diese Gaststätte einzutreten.

Er bestellte sich ein Bier. Die Barkeeperin hinter dem Tresen war nicht grad eine Schönheit. Dies fiel ihm sofort auf. Auch wenn sie sich die größte Mühe gemacht hatte, wie eine auszusehen. Sie war aufpoliert wie eine Frau die sich für gewisse Dienste bezahlen ließ. War sicherlich Mitte fünfzig, hatte schwarze nackenlange Haare. Augenbrauen hatte sie keine, war nur mit schwarzer Schminke bestrichen. Hatte aufgesetzte Wimpern die voll von Wimpertusche waren.

Ihr Gesicht war rundlich, voll und breit. Hatte ein Wahrzeichen von Nase und große volle Lippen. Ihre Wangen waren übertrieben stark geschminkt, genauso wie die Lippen.

Hatte ein Doppelkinn und große Ohren. An ihnen hingen zwei Ringe, fast so groß wie Armreife. Aber schmal und dünn in ihrer Form.

Ihre Statur war breit, fest und rundlich. War mehr als einen Kopf kleiner als Jean.

Er bedauerte, gerade dieses Lokal gewählt zu haben, sich einen Drink zu genehmigen. Ebenso wenig konnte er es sich erklären, wieso es ihn gerade in dieses Lokal gezogen hatte.

Diese Frau versuchte Jean geradezu in ein Gespräch zu verwickeln, aber Jean gab sich wortkarg. Gab nur kurze unbedeutende Antworten auf ihre Fragen und Bemerkungen. Er wollte ja nicht unhöflich erscheinen.

Die Aufdringlichkeit von dieser Frau konnte er einfach nicht leiden.

Er liebte das zierliche und grazile, die natürliche Schönheit der Frau. Nicht dieses pompöse herausgeputzte. Schon gar nicht von Frauen wie die, die hinter dem Tresen ihrer Arbeit nachging.

Er trank schnell aus. Bezahlte und verabschiedete sich. Die Barkeeperin sah ihm unfreundlich nach, als er durch die Tür schritt.

„Nicht gerade ein gesprächiger Mensch.“ Sagte sie mehr zu sich selbst, als zu dem Mann der am Ende des Tresens am Fenster saß. Der ebenso Jean nachschaute als, dieser das Lokal verließ.

„Es sind eben nicht alle so wie du Molly.“ Sagte der Gast zu ihr. Es war ein sehr passender Name für die Dame hinter der Bar.

Es blieb ihm noch genügend Zeit bis er sich mit Helen treffen würde. Wie sollte er diese nutzen!

Kap. 4

Die Stunde des Feierabends rückte näher. Jean sah auf die Uhr.

Er hatte mit Helen ausgemacht, dass sie sich um achtzehn Uhr dreißig in der Hotelbar treffen würden. Also machte er sich auf den Weg dorthin.

Nach der Begrüßung und einem Getränk begaben sie sich auf das Zimmer.

*

Wie leicht ihre Brüste in seinen warmen Händen lagen. Seine Zeigefinger spielten mit ihren Brustwarzen die bereits hart und fest waren. Sanft streichelte er mit seinen Händen über Ihre Brüste. Von unterem Ansatz zur Mitte hin, darüber und von der Seite wider zum Anfang. Er wiederholte diese Streicheleinheiten mehrmals. Übte jedes Mal ein wenig mehr Druck auf ihre Brust aus.

Ihr Stöhnen drang in sein Ohr. Seine Erektion wuchs und festigte sein Geschlecht.

Langsam bewegte sie sich auf und nieder. Ihre Handflächen stützen sich auf seiner Brust ab. Bewegte diese in kleinen Kreisen. Ihre Fingernägel pressten sich kurz in seine Haut und lösten sich wieder.

Ein kurzer zuckender Schmerz durchzog seine Brust.

Ihre Bewegungen wurden rhythmischer und schneller. Dann wieder langsam. Bei jeder ihrer Bewegungen spürte sie den genussvollen Kontakt ihrer Klitoris mit seinem Glied.

Die Ekstase beherrschte sie beide, bis sie sich entlud und er sich in ihr ergoss. Schweißbedeckt lösten sie sich voneinander.

Es war kurz nach zwanzig Uhr, als sie den Zimmerservice riefen und das Abendessen aufs Zimmer bringen ließen.

*

Beide saßen in der Hocke auf dem Bett. Er hinter ihr. Sie mit dem Gesäß auf seinem Schoß. Sie spürte seine Erektion zwischen Ihren Pobacken. Die fest und hart war.

„Dring noch nicht in mich ein. Streichle mich. Du weißt, wie ich es mag! “

Seine Hände fuhren sanft aber intensiv über ihren heißen und begehrenswerten Körper. Liebkoste mit Küssen ihren Nacken und Schultern; auf der einen und anderen Seite. Seine Lippen sogen die salzigen Schweißperlen von ihrem Körper auf.

Sein Gesicht drängte er fest an die Seite Ihres Kopfes, den sie weit nach hinten neigte.

-Spürte Ihr seidiges Haar in seinem Gesicht.- Fing an, am Rand ihres Ohrs mit der Zunge zu lecken und knabberte sanft an dem Ohrläppchen. Zuerst am einen dann auch am anderen. Sog ihren berauschenden Duft mit seinem Atem ein.

„Ich mag deinen Duft. Er ist so betörend.“

Wie automatisch drangen seine Hände weiter vor. Hinunter an die Taille bis zu dem Felsen des Schambeins. Übte leichten Druck mit den Fingerkuppen darauf aus. Dann weiter über ihre Schenkel um tiefer an ihnen wieder hoch zu streichen.

So gut es möglich war, spreizte sie die Beine auseinander. Presste ihren schweißbedeckten Körper an den seinen.

Wie geschmeidig das Vorgebirge ihrer Schamlippen sich dem leichten Druck seiner Finger fügte. Spürte ihre Nässe, als er mit den Fingern über ihr weibliches Geschlechtsteil fuhr und mit ihnen behutsam in sie eindrang.

„Wie nass du bereits bist.“ Sagte seine Stimme, die keuchend und heiß aus seinem Munde drang.

Mit den Fingerkuppen fuhr er den Konturen der äußeren Schamlippen nach, ohne wieder in sie einzudringen. Seine Zeigefinger drangen vor zur Insel der Klitoris. Öffnete sanft die schützende Vorhaut und mit langsamen, sanften kleinen runden Bewegungen stimulierte er ihre weibliche Genitale. Auch die Schamlippen kamen in den Genuss seiner zärtlichen und innigen Streicheleinheiten. Eine Stimulanz von Erregung durchzog ihren ganzen Körper. Ein Zittern der Erektion durchfuhr ihren Körper. Heftiges Stöhnen entfuhr ihrer Kehle.

„Ja.“ Sie zog dieses Wort in die Länge. Bis sie sich der Ekstase völlig hingab.

*

Helen erwachte, öffnete ihre Augen. Durch das Fenster sah sie den Morgen ergrauen. Es war das Vogelgezwitscher, das sie aus dem leichten Schlaf erweckte. Jean lag mit dem Rücken zu ihr gewandt. Das Laken bedeckte ihn nur bis zur Lende. Sie bemerkte die lange Narbe an seiner linken Seite, die von der Achselhöhle bis hinunter zur Nierenhöhe reichte. Sanft und kaum berührend streifte sie mit der Fingerkuppe entlang der Narbe, über seinen straffen Körper. Die Sensoren ihrer Fingerkuppe vernahm noch die Härte der Narbe. Sie hatte ihn einmal danach gefragt, doch Jean gab sich schweigsam über ihre Herkunft.

Es fühlte sich an wie ein Kitzeln, das seinen Körper durchfloss. Diese Stimulanz erweckte ihn aus dem leichten Schlaf. Ein schmunzeln formte seinen Mund zu einem freundlichen Zug. Er drehte sich zu ihr um, öffnete seine Augen, sah in ihr zufriedenes Gesicht. Mit dem Zeigefinger fuhr sie seinen schmalen Lippen nach. Als neck versuchte er nach ihrem Finger zu schnappen, den sie schnell zurückzog.

Sah lange in seine Augen. Sie lächelte und ließ den Kopf langsam sinken bis sich ihre Lippen vereinigten. Sie küssten sich. Zuerst sanft bis er sehr intensiv wurde.

Ihre warmen Brüste berührten seinen Oberkörper. Ihre nackten Körper, getrennt durch das dünne Leinentuch der Bettwäsche. Es reichte ihr über die Brüste. Trotzdem spürte er ihre festen Brustwarzen auf seiner Haut.

Sie löste sich von seinen Lippen. „Ich gehe dann mal ins Bad.“ Nackt wie sie war, zeigte sie ihm ihren Rücken und ging Richtung Badezimmer. Ihr leicht birnenförmiges Hinterteil schwang mit jedem ihrer geschmeidigen Schritte mit.

Er sah ihr nach. „Eine sehr schöne Aussicht, die du mir da präsentierst.“

„Macht dich das Belvedere, das du auf mich hast an!“

„Und wie!“

„Na dann!“ und zwinkerte ihm zu.

‚Wenn dies so ist, -war sein Gedankenspiel- werde ich wohl mitspielen‘. Er erhob sich vom Bett und betrat ebenfalls das Bad. Sie hatte den Wasserhahn der Dusche bereits geöffnet. Die Wassertropfen prasselten in die Duschwanne. Der Dampf des warmen Wassers begann sich bereits am Glas der Duschwand anzusetzen.

Bevor sie sich in die Duschwanne begab, sah sie ihn eindringlich und verführerisch mit einem Blick an der ihm zuflüsterte. ‚Würdest du mir den Rücken einseifen‘.

Nur einen kurzen Augenblick verharre er. Der Wasserstrahl nässte bereits ihren Körper. Die Duschtüre hatte sie nicht zugezogen. Er hatte ihr nicht ausgesprochenes Begehren verstand, das er in ihren leuchtenden Augen lodern sah und trat, ohne ein Wort zu sagen ihr nach und zog die Glaswand zu. Sie griff nach dem Duschgel und reichte es ihm.

Die warmen Wassertropfen rannen an ihrer samtseidigen Haut herab.

Er nahm es ihr ab. Ließ einiges an Duschgel in die Hand laufen. Es roch nach Jasmin. Seine Handflächen verbreiteten das Gel mit sanften gleitenden Bewegungen über ihrem Rücken bis hinunter zum Hinterteil und zwischen ihren Pobacken wieder hoch. Den leisen Seufzer, in dem Erregung mitschwang, überhörte er trotz des Wassers nicht. Auch ihre Vorderseite kam in den Genuss seiner schaumigen Hände. Von hinten fuhr er mit ihnen über ihre festen Brüste. Schmiegte sich dabei ganz an ihren nassen Körper an. Sein erregtes Glied presste sich an die Falte der beiden Pobacken.

„Oh." Entkam ihr der Ausruf. Und sah dabei über ihre Schulter.

Über die Rundungen der Brust, nahm er die Erektion ihrer Brustwarzen wahr. Kreiste um diese herum. Nahm sie zwischen die Finger und spielte mit ihnen. Schob seine Hände hoch bis zum Hals und wieder hinunter über ihre Brüste. Weiter hinab zum Venushügel. Berühre ihre nasse Schambeharrung. Noch etwas weiter. Nahm die weichen Teile ihrer Scham wahr. Stimulierte diese durch zarte Berührungen. Drang mit dem Finger weit in ihr weibliches Geschlechtsteil ein. Ihr Stöhnen drang in sein Ohr und übertönte dabei das prasseln des Wassers. Ein leichter Druck seiner freien Hand auf ihren Rücken und sie stützte sich mit den Händen an der gefliesten Duschwand ab. Spreizte ihre Beine und ging etwas in die Hocke. Noch immer befriedigte seine Hand ihre Vagina. Gefühlvoll drangen seine Finger dabei immer wieder in sie hinein. Der Daumen stimulierte dabei den Punkt über ihre Klitoris. Ihr Stöhnen würde heftiger und eindringlicher. Er spürte die Verengung ihrer inneren Muskulatur des Vaginalbereiches. Sie war nah an ihrem Orgasmus.

Ihm dröhnte der Verstand sie so nah an dem Orgasmus zu haben. Durch ihr heftiges Stöhnen spannte sich sein eigener Körper und der Druck auf seine eigene Erektion stieg um ein Vielfaches.

Er zog seine Finger noch nicht aus ihr zurück, sondern verlangsamte nur den Rhythmus der Bewegungen. Drang auch nicht mehr so weit in sie hinein. Seine Bewegungen wurden langsamer. Nur die Intensität behielt er bei.

Sein Verlangen sie zu nehmen verstärkte sich von Sekunde zu Sekunde, denn der Druck auf seine Erektion war bereits am Höhepunkt angelangt.

Sie stützte sich nur mehr mit einer Hand von der Wand ab. Die andere fand den Weg über ihre Scham, seiner stimulierenden Hand bis zu seinem stark erregten Glied. Streifte ihre warme Hand über den Hoden und Schaft, auf und nieder.

Die Berührung ihrerseits seiner Genitalien entlockte ihm einen lustvollen Seufzer. Und ließ ihn in seinen stimulierenden Bewegungen kurz innehalten.

Sie richtet sich auf, drehte sich zu ihm um. Ihre Hand griff nach seinem Glied. Umfasste es. Bewegte die Hand auf und nieder. Langsam.

Er musste sich beherrschen, wollte er nicht jetzt sich der sexuellen Erlösung hingeben.

Sie sah ihm ins Gesicht, nur einen kurzen Moment. Bemerkte seine Reaktion. Hielt mit der Hand inne. Beugte ihren Körper nach vorne nieder, küsste seine Erektion. Spielte mit der Zunge um seine Eichel, nahm ihn in den Mund, begann vorsichtig zu saugen und gleichzeitig mit der Zunge über die Eichel zu gleiten. Intensiver und heftiger wurde ihr Spiel mit Mund und Zunge an seiner Erektion. Er übte leichte Bewegungen mit seinem Becken aus.

Es war für ihn wie eine Tortur, aber eine der liebenswertesten Art. Sein Atem ging heftig. Den Druck verspürte er nicht nur in seinem Geschlechtsteil, oh nein. Auch sein Geist verspürte denselben. Den der völligen angespannten sexuellen Ekstase, die sich auch an der Vorderfront seiner Stirn manifestierte. Alles um ihn herum verdrängte sich in den Hintergrund. Nahm nur mehr die Stimulanz seiner Erektion und die elektrisierende Vibration an seiner Stirn wahr, die sich über sein Gesicht verbreitete. Bis er sich nicht mehr zurückhalten konnte und sich, mit einem Lustschrei, in ihrem Mund ergoss.

„Wow!“ War seine einzige Reaktion, als er sich von der Erleichterung des sexuellen Drangs erlöst fühlte.

Kap. 5

Der entscheidende Tag, der Jean die Wahrheit bringen sollte, brach an.

Die Sonne schien bereits in sein Zimmer. Jean P. Hegena trat an das Fenster und sah hinaus. Sein Blick war starr auf die gegenüberliegende Straßenseite gerichtet, als hätte er etwas gesehen, das ihn schaudern ließ. Für Sekunden war er tief in seinen Gedanken versunken ohne das Geringste um sich herum wahrzunehmen. Erst der lauter werdende Lärm, der draußen arbeitenden Menschen brachte ihn ins jetzt zurück. Ihr Geschrei drang selbst noch durch das geschlossene Fenster in sein Schlafgemach ein. Gegenüber seinem Zimmer, auf der anderen Straßenseite, waren Männer und Frauen beschäftigt ihre Stände für den heutigen Markt aufzubauen.

Ein Blick auf seine Armbanduhr sagte ihm, dass es Zeit war sich fertig zu machen. Er begab sich ins Bad. Sah in den Spiegel und ein stoppelbärtiges Gesicht starrte ihm entgegen. Für einige Sekunden sah er in dieses ungepflegte betrübte Angesicht und versuchte dessen Gedanken zu ergründen. Aber was gab es da schon zu erforschen, was er nicht bereits selbst wusste. Schließlich war dieses Gesicht, das ihn fixierte, sein eigenes Spiegelbild.

Er griff nach dem Rasierschaum. Cremte sich ein. Nahm die Rasierklinge zu Hand und begann seinen drei Tage Bart ab zu rasieren. Nachher begab er sich unter die Dusche.

Als er fertig war und wieder in sein Ebenbild blickte, sah er in ein gepflegtes, zufriedenes und zuversichtliches Gesicht. Er war bereit den bevorstehenden, für ihn so wichtigen Tag, zu meistern. Verwendete noch ein After Shave. Das Deodorant das er benutzte duftete nach Citrus.

Die Nervosität, die ihn am Vortag übermannt hatte, war jetzt wie verflogen. Keine Bedenken und Zweifel waren mehr in ihm vorhanden. Fühlte sich zuversichtlich, den heutigen Tag mit Erfolg zu krönen.

Er holte den Anzug aus dem Kleiderschrank. Es war ein dunkelgrauer Anzug, weißes Hemd und eine ebenso dunkle Krawatte und kleidete sich an.

Zuletzt schlüpfte er noch in die sauber polierten italienischen Designerschuhe. Begutachtete sich im Spiegel und ordnete noch die letzten Kleinigkeiten an seinem Anzug. Rückte seine Krawatte zurecht. Griff nach der Armbanduhr. Unüblich für einen Mann, legte er sie an sein rechtes Handgelenk. Nahm Brieftasche und Handy an sich. Beides verschwand in die Innentaschen seines Sakkos.

Sah sich noch mal im Zimmer um und begab sich dann in den Frühstücksraum.

An zwei Tischen saßen bereits Hotelgäste beim Frühstück. An einem saß ein älteres, am anderen ein sehr junges Pärchen.

Er begab sich an den Tisch, der in der Ecke für eine Person gedeckt war. Von dort hatte er einen freien Blick zur Eingangstüre und über den gesamten Raum hinweg. Wie er es seit geraumer Zeit zu seiner Eigenheit gemacht hatte, pflegte seine Umgebung im Blickfeld zu haben um zu sehen, was um ihn herum geschah. Zu beobachten, waren es auch nur die geringsten Kleinigkeiten. Die Schaffensgabe in seinen Büchern hängte von seiner Beobachtungsgabe ab.

Er ließ sich, von der jungen Bedienung, Kaffee bringen und genoss sein Frühstück. Wie gewöhnlich mit Brot und Marmelade; Müsli mit Obst und Nüssen, Jogurt sowie ausgepressten Orangensaft.

Der Frühstücksraum füllte sich langsam mit den Gästen vom Hotel. Die einen kamen, die anderen gingen. Die meisten davon waren Pärchen. Nur zwei Personen waren ohne Begleitung, zwei Damen.

Eine davon schätzte er Mitte dreißig ein. Sie hatte ein schönes zierliches Gesicht, halblange rötlich blonde Haare. War einen halben Kopf kleiner als er. Schlank, lange Beine. Mit sehr weiblichem Aussehen, denn die Fülle ihrer Oberweite war für ihren grazilen Körper doch beträchtlich. Sie trug eine sehr eng anliegende olivgrüne Hose, eine weiße Bluse und eine ebenso olivgrüne Jacke. Ihre Kleidung prägte sehr ihren weiblichen Körper. Die kleine Handtasche, in Farbe, die zu ihrem Outfit passte, trug sie in der Hand.

Gerade eben betrat diese Person den Frühstücksraum. Sie blickte Jean im Vorübergehen an. Lächelte diskret, als sie an seinem Tisch vorbeischritt, um an den ihren zu gelangen. An den, ihm gegenüber, ebenso in der Ecke befindenden Tisch. Sie wählte die Sitzbank als Platz, um freies Blickfeld zu dem angelächelten jungen Mann zu haben.

Kurz darauf kam die zweite durch die Türe. Ihr Alter schätzte er Ende dreißig. Sie ging zu demselben Tisch, an dem die rotblonde Frau saß. War etwas kleiner als die Rotblonde und ihrer Statur war korpulenter. Die Haare waren strohblond, lang und zu einem Pferdeschwanz gebunden. Das Gesicht war rundlicher, als das ihrer Tischgenossin. Trug Ohrringe in der Form von silbrigen kleinen Tannenzapfen. Ihr Kleid war marinefarbig mit einem tiefen Ausschnitt. Darüber trug sie ein ebenso marinefarbiges Jäckchen. Von ihrer Schönheit war Jean nicht sonderlich beeindruckt, auch wenn man sie nicht als reizlos bezeichnen konnte. Sie hatte eben eine andere Facette von Schönheit.

Sie wollte sich der Rotblonden gegenüber niedersetzen. Wurde aber von dieser gebeten, ihr nicht die Sicht zu dem Mann zu versperren, der ihr gegenübersaß. Die Blondine blickte zu dem Mann hinüber, den ihre Freundin meinte. Sah wiederum die Freundin an. Setzte sich aber doch zu ihrer rechten nieder.

Jean bemerkte den herausfordernden Blick der Rotblonden. Hielt diesem stand. Lächelte zurück. Ihre sinnliche Avance wirkte besitzergreifend. Er beäugte auch die Blondine, die von ihrer Freundin nicht begeistert schien, dass diese so augenscheinlich den ihr gegenübersitzenden Mann zu bezirzen versuchte. Argwohn bemerkte er im Gesicht der strohblonden Frau, als sie einmal mehr zu ihm her blickte. Diese sprach leise auf die Rotblonde ein, die aber nicht zuzuhören schien, denn ihr Augenspiel weichte nicht von Jeans Antlitz. Dieses Verhalten versetzte die Blonde nur noch mehr in Neid. Jean bemerkte an ihr die Eifersucht die sie ausstrahlte, als diese wieder einmal zu ihm hersah.

‚Vermutlich ist es ein lesbisches Paar‘. Dachte sich Jean. ‚Die Rotblonde steht wohl auch auf Männer. Nicht nur auf Frauen‘, da sie Jean schöne Augen machte. Einigermaßen wurde ihm die Situation doch zu peinlich, auch wenn er sich dies nicht anmerken ließ.

Die Zeit verstrich für Jean langsam. Die Zeiger standen auf halb neun, als er auf die Uhr sah. Es brachte nichts noch weiter hier am Frühstückstisch zu verweilen, bis es Zeit war in den Buchhandel zu gehen.

Kap. 5

Um die größtmögliche Verbreitung des bevorstehenden Ereignisses anzukündigen, hatte man es durch Zeitung und Presse verbreiten lassen. Selbst die Buchhandlung, in der die Präsentation stattfand, betrieb schon seit Tagen Werbung für dieses Ereignis. Ein großes Plakat zierte die Eingangstür, um die Präsentation anzukündigen.

Der Buchhandel, wo die Präsentation stattfand, befand sich nicht weit entfernt vom Hotel. Zwei Straßen weiter in Richtung Innenstadt. Der Verlag in der entgegengesetzten Richtung vom Hotel.

Sollte er sich zum Verlag begeben um Helen abholen? Jean überlegte sich dies noch, als er das Hotel verließ. Sie hatten sich darüber nicht abgesprochen. Es wäre natürlich eine freundliche Geste seinerseits, würde er es tun. Zumindest könnte er doch nachfragen, ob sie es wünscht, dass er sie abholt, um gemeinsam zum Buchhandel zu gehen.

Doch er ließ es sein. Schlenderte stattdessen durch die Marktstände auf der gegenüber liegender Straßenseite. Vertrieb sich die Zeit im Bestaunen der Stände und Waren. Er ließ sich Zeit dabei, denn er hatte noch reichlich davon, bis zum Beginn der Präsentation. Es war erst kurz nach neun Uhr.

Die Zeiger seiner Armbanduhr zeigten auf zehn Uhr als er wieder einmal die Zeit kontrollierte, dass er ja nicht zu spät im Buchladen aufkreuzte. Es war an der Zeit, sich auf den Weg zu machen. Da er keine besonders große Eile hatte, ging er zu Fuß. Es war nicht sehr weit bis dorthin.

*

Der Raum des Buchladens füllte sich mit Menschen, die gekommen waren um die Präsentation zu Jeans neuestem Buch beizuwohnen. Noch war Zeit, denn der Beginn war erst auf zehn Uhr dreißig angesetzt. Seine Aufregung stieg.

Helen war noch nicht erschienen. Aus dem hinteren Teil des Ladens, der nur für das Personal zugänglich war, betrachtete er aufmerksam die anwesende Menschenmenge.

Mit Argusaugen spähte er durch den Spalt des Vorhanges. Schätzte die anwesenden Menschen ab. Waren es solche die echtes Interesse an seinem Buch zeigten, oder nur Schaulustige die einfach dabei sein wollten.

Die Zeiger der Uhr rückten immer näher an die Zeit des Beginns der Präsentation. Ungeduldig wartete Jean darauf, dass Helen endlich erschien. Sekunden vergingen, daraus wurden Minuten, doch für ihn schien es, als würde eine Ewigkeit verstreichen. Die Ungeduld in ihm wuchs und zehrte an seiner Geduld, denn Helen sollte bereits hier sein.

Immer großer wurde die Zahl der Menschenmenge die den Raum des Buchladens füllten.

Wie bereits bei seinen vergangenen Präsentationen, hatte sich seine Agentin dazu bereit erklärt, teilweise das Vorlesen für ihn zu übernehmen. Denn seine Schwierigkeit bestand darin: je länger er vor Publikum lesen sollte, wuchs seine innere Erregung. Darunter litten Stimme und Aussprache. Die Stimme wurde unsicher und die Aussprache fehlerhaft. Deshalb zog er es immer vor, nur eine kurze Passage selber vorzulesen. Das verbleibende las dann seine Agentin. Dies war eine vertragliche Vereinbarung, die er mit dem Verlag und dem Einverständnis seiner Agentin abgeschlossen hatte.

Jean Hegena war ein hervorragender Autor aber kein geübter Leser.

Er holte sein Handy aus der Jackentasche und sah nach ob nicht eine Nachricht von ihr eingegangen war. Nichts.

Tippte bereits die ersten Ziffern ihrer Nummer. Die Eingangstüre öffnete sich und er sah Helen eintreten.

Nur wenige Minuten fehlten noch, bis die Präsentation beginnen sollte.

„Endlich bist du da. Ich dachte schon du ...“, sagte er zu ihr, als sie an ihm vorbeischritt.

Seine Ungeduld war nicht zu übersehen. „Tut mir leid“, viel sie ihm rasch ins Wort. „Es kam leider etwas dazwischen.“

„Ich wollte dich soeben anrufen, wo du nur bleibst.“

„Beruhige dich. Jetzt bin ich ja da.“

„Aber spät. Es fehlen nur mehr ein paar Minuten. Machen wir alles wie abgesprochen?“

„Natürlich.“ Stimmte sie ihm bei.

Eben trat der Leiter des Buchladens in den hinteren Bereich ein, wo Jean und Helen sich aufhielten und miteinander sprachen.

„Können wir anfangen“, wandte er sich an beide.

Jean und Helen nickten und er begab sich zurück in den Ladenbereich. Hielt eine kurze Ansprache.

„Bist du bereit.“

„Ja, das bin ich.“ Und entledigte sich des grauen Mantels, den sie trug. Jean war ihr dabei behilflich. Darunter kam ein wunderschönes Kleid zum Vorschein.

Jean war sprachlos. Sie sah sehr sinnlich in dem Kleid aus. Überrascht blickte er sie von Kopf bis Fuß an. Ihr langes braunes lockenreiches Haar hatte sie hochgesteckt. Ihre jugendliche Ausstrahlung kam dadurch noch mehr zum Ausdruck.

Seitdem er sie kannte, hatte er sie noch nie in einem Kleid gesehen.

„Was ist?“ lautete ihre Frage, als sie sich ihm zuwandte und seinen starren Blick auf sich ruhen sah.

„Nichts! Ich habe dich nur noch nie in einem Kleid gesehen. Du …, du siehst so hinreißend …, so ambrosisch darin aus“, war seine erstaunte Antwort.

„Also begrüßen sie mit mir den Autor Jean P. Hegena und seine Agentin Helen Jesada.“ Kündigte der Sprecher beide an.

Sie kam nicht mehr dazu ihm eine Antwort zu geben, denn in diesen Augenblick hörte man bereits das Klatschen der Anwesenden vorne im Laden. Das kraftvolle applaudieren hallte durch den Raum. Beide begaben sich nach vorne in den Ladenbereich.

„Sehr geehrte Anwesende, meine Damen, meine Herren.“ Ergriff Helen das Wort. „Danke dass ihr so zahlreich erschienen seid. Als erstens möchte ich mich in Namen meines Verlages bei Herrn Fabien Merasin bedanken, dass er zustimmte die Präsentation in seinem Buchladen zu veranstalten. Danke. Natürlich auch im Namen des Autors Jean P. Hegena, aus dessen Feder das Buch stammt, welches heute hier seine Erstpräsentation hat. Ich möchte euch nicht länger auf die Folter spannen und bitte hiermit den Autor eine Kostprobe aus seinem neuesten Buch -Begierde, die Macht der Liebe- vorzutragen.“

Helen warf ihm einen auffordernden Blick zu. Sagte: „Herr Hegena bitte.“

„Bevor ich beginne auch meinerseits ein Dankeschön, dass ihr euch die Zeit nahmt dieser Präsentation beizuwohnen.“

Kap. 7

Nach der kurzen Ansprache seiner Agentin und seiner eigenen Dankesworte setzte sich Jean Hegena in einen der zwei Stühle am Tisch. Auf ihm lagen ein paar Bücher seines neuesten Romans. -Begierde, die Macht der Liebe- war auf dem Titelblatt zu lesen.

Auf den anderen Stuhl nahm Helen Jesada Platz.

Ein Lesezeichen markierte die Seite des Kapitels, das er zum Besten geben wollte.

Jean hatte bereits angefangen zu lesen, als sich die Türe des Buchladens öffnete und eine Frau eintrat. Sehr attraktiv. Rotschwarze lange Haare; sehr straffgezogen und zu einem einzigen Zoff, nach afrikanischer Art zusammengebunden. Etwa eins siebzig groß und schlank. Und noch sehr jung. Sie trug ein weißes Kleid.

Noch waren Jeans Augen in dem Text vertieft, den er vorlas.

*

…. Vorlesen. Es war bereits nach Mitternacht. Die Uhr der naheliegenden Kirche schlug einmal. Der dumpfe Ton der Glocke drang durch das offene Fenster.

Auf dem Bett lag ein blutjunges Mädchen, fünfzehn – sechszehn Jahre alt, das der Erforschung ihres Körpers nachging. Sie sah wesentlich älter aus als sie tatsächlich war.

Aus dem Nebenzimmer vernahm sie das lustvolle Stöhnen ihrer Mutter, die sich mit ihrem derzeitigen Partner dem gemeinsamen sexuellen Vergnügen hingab. Sie versuchte zwar ihre Liebeslust nicht in zu lautenstarken Tönen auszudrucken, doch sie vermochte ihre Lustschreie nicht zur Gänze zu unterdrücken. Ihre sexuellen Emotionen war sie gewöhnt starken Ausdruck zu verleihen, besonders bei sehr erfahrenen Liebhabern. --

*

Die letzten Worte des gelesenen Absatzes, aussprechend, blickte er hoch und bemerkte die vorhin eingetretene junge Frau, die genau ihm gegenüber hinter der letzten sitzenden Reihe stand. Kurz weilte sein Blick auf ihr, dass eine kurze Pause in seinem Lesen entstand, doch er fasste sich schnell wieder und las weiter.

*

…. Vorlesen. Das Mädchen befand sich in dem Alter, in dem man beginnt sich für das andere Geschlecht zu interessieren und die eigene Sexualität zu erkunden. - Es ist ja nicht mehr so, dass man mit dieser auf sich allein gestellt ist. Die biologische Seite der Vereinigung lernt man in der Schule. Von Vernunft bewussten Eltern wird man heutzutage aufgeklärt. - Doch was bleibt, ist der Drang der Selbsterfahrung. Den eigenen Körper zu erkunden und seine Bedürfnisse in dieser Hinsicht zu erfassen. Dem ging sie in diesen Moment nach. Sie spielte mit sich selber. In Gedanken an das, was im Schlafzimmer ihrer Mutter stattfand.

Sie hatte geblutet. War jetzt eine junge Frau.

Es gab für sie noch keinen Jungen, dem sie ihre Jungfräulichkeit hingegeben hatte, aber sie fühlte sich bereit zu diesem Schritt. Es sollte aber nicht irgendeiner sein, nein. Er sollte es sein! Er, den sie seit geraumer Zeit liebt. Noch wusste er nichts von ihrer Liebe zu ihm.

Immer wenn sie sich in seiner Nähe aufhielt, spürte sie wie ihr Puls anstieg und die Schmetterlinge in ihrem Bauch zu flattern begangen. --

*

Des Öfteren hoben sich Jeans Augen und suchten den Kontakt zu jener Frau von vorhin. Sie hatte sich auf einen freien Stuhl in der letzten Reihe gesetzt, der in einer Linie zum Leser stand und freies Blickfeld zu ihm bot. Je länger er las, desto nervöser und unsicherer wurde seine Stimme, auch wenn es den Zuhörern noch nicht so sehr auffiel.

Jean fühlte den Blick dieser jungen Schönheit, als würde er sich tief in ihn hineinbohren.

Seine Konzentration schwand durch die Anwesenheit dieser Frau, -das registrierte Jean an sich-, genauso wie auch die Festigkeit seiner Stimme nachließ.

Dies gewahr sehr wohl auch seine Agentin. Ein kurzer Augenkontakt von beiden, als er den Absatz beendete, nahm Helen wahr und fuhr mit dem Lesen des Textes fort.

Jean fühlte sich dadurch erleichtert.

*

…. Vorlesen. Es geschah vor noch nicht allzu langer Zeit, da erblickte das Mädchen ihren Angebeteten hüllenlos. In aller Pracht seiner Männlichkeit. Schlank, muskulös ein Adonis von einem Mann. Er hatte sie nicht bemerkt. Wenn doch, dann wäre er nach der Sauna sicherlich nicht so freizügig durch den Wohnbereich gegangen. Glaubte sie zumindest.

Neugierig wie sie war, ging sie ihm nach. Achtete darauf ja keinen Laut zu verursachen und sich nicht von ihm sehen zu lassen.

Sie war noch zu unerfahren in Sachen Liebe, doch von diesem Tag an, war sie wie ausgewechselt. Mit ihren Freundinnen redete sie kaum noch von Jungs. Auch das Getue von ihnen über Jungs, war ihr nicht mehr angetan. Sie hatte es als ein Spiel betrachtet.

Seit dem besagten Tag, hatte sie versucht so viel Zeit wie möglich in seiner Nähe zu verbringen. Fragte ihn nach Rat. Bat ihm um Hilfe, wenn es um Schulaufgaben ging, oder sie andere Probleme hatte, bei denen er ihr helfen konnte.

Bemühte sich, so unauffällig wie möglich, dass es ja nicht ihre Mutter mitbekam, mit ihm zu flirten. Versuchte mit dieser Taktik sein Interesse an ihr wecken. Entweder war er immun dagegen, oder er erkannte nicht die Zeichen die sie ihm zu senden versuchte.

Er verhielt sich immer korrekt und freundlich ihr gegenüber. Anfangs begnügte sie sich damit. Doch jetzt, als junge Frau wollte sie mehr. Sie wollte, dass er sie als Frau betrachtete und mit ihr intim wurde. --

*

Während Helen las, wanderten seine Blicke immer wieder zu dieser jungen braunhäutigen Frau. Irgendetwas war an ihr. Etwas Magisches, dem er nicht imstande war sich zu entziehen. Obwohl er versuchte sie nicht anzustarren, weilten seine Blicke immer öfter und länger an ihr. Beäugte sie. Folgte ihren Bewegungen, wie ihr überschlagen der Beine. Es schien, als würde sie seine Begutachtung ihrer Person nicht wahrzunehmen. Oder etwa doch? Und wenn, dann ließ sie es sich nicht anmerken. Tat völlig teilnahmslos als würde sie konzentriert dem Lesen folgen.

Aber auch sie fixierte ihn, mit ihren scharfen Augen. Zogen ihn in ihren Bann. Ließen ihn nicht los.

Dies geschah dermaßen Unauffällig, dass Jean es nicht bemerkte.

*

.… Vorlesen. Sie hatte vor es ihm zu sagen. Dem einen, für den ihr Herz schlug. Bald schon. Sie liebte.

Ihr Geburtstag war nicht mehr fern. An diesem Tage sollte es geschehen. Würde ihm sagen, dass sie ihn liebt. Wollte für ihn ihre Jungfräulichkeit opfern. Doch in einem Punkt war sie sich noch nicht sicher. Wie sie es bewerkstelligen sollte.

Mutter wird an diesem Tage daheim sein. Sie würde es ihr nicht entgehen lassen, für ihre geliebte Tochter zum Geburtstag eine kleine Familienfete zu organisieren. Gab es denn keine Möglichkeit, dass sie nicht zu Hause sein würde! Wie konnte sie es in die Tat umsetzen, dass Mutter aus dem Haus musste! Dass sie mit ihm allein sein konnte. --

*

Immer weniger nahm Jean von dem Gelesen in sich auf. Seine Gedanken und Sinne beschäftigten sich fast gänzlich mit der Frau da hinten, die Weiß trug. Wer mag sie wohl sein? Es schien, als ginge etwas Vertrautes von ihr aus. Was dieses Vertrauliche an ihr war, das konnte er sich nicht erklären. Auf unerklärbarer Weise fühlte er sich zu Ihr hingezogen, als würde er sie bereits kennen. Aber dieses Gesicht! Sein Geist forschte in seiner Vergangenheit. Nein … er kannte es nicht, davon war er überzeugt. Und dennoch war ihm, als strömte etwas Bekanntes von ihm aus das er schon einmal irgendwo sah. Aber wo. Er fand keine Erklärung für sein Gefühl.

*

…. Vorlesen. „Alles Gute zum Geburtstag, mein Schatz.“ Kam ihre Mutter in der Frühe dieses Tages, in ihr Zimmer gestürmt. Was sonst kaum der Fall war. Entfernte die zerzausten Haare aus dem noch verschlafenen Gesicht ihrer Tochter. Küsste sie auf beide Wangen. „Heute Abend werden wir gebührend feiern Schatz.“ Sagte sie zu der Tochter. „Jetzt muss ich aber gehen. Habe dir alles für dein Frühstück vorbereitet. Erik ist bereits gegangen. Er wird heute Abend ebenfalls dabei sein.“ Vicki war noch halb verschlafen und nahm nur die Hälfte von dem auf was ihre Mutter zu ihr sagte. Doch als sie seinen Namen erwähnte, war sie mit einem Schlag hellwach. Ihr Herz pochte schneller.

Er wird also auch da sein. Sie sehnte sich den Abend herbei.

Noch im Pyjama, begab sie sich nach unten. Am Tisch saß noch Erik. Sie konnte ihn nicht sehen, da seine Person von der Mauer verdeckt war. Erik nahm Präsenz der Tochter seiner Freundin erst wahr, als sie an ihn vorbei ging und sich vom Herd einen Tee holte. Er sah sie an, ihren Rücken, denn sie drehte sich nicht zu ihm um.

Erik hatte sein Frühstück beendet. In der Tasse war noch ein Rest von lauwarmen Kaffee. Lautlos nahm er diese in die Hand, trank aus, erhob sich aus dem Stuhl. Ging auf Vicki zu und stellte die Tasse ab. Fasste sie an der Schulter.

„Vicki.“ Ihr stockte fast der Atem, als sie seine Hand auf ihrer Schulter spürte. Wagte aber nicht sich zu ihm umzudrehen. „Alles Gute zum Geburtstag.“ Sie fühlte die Wärme seiner Hand durch den Stoff.

Sie vermochte nicht sich für die Glückwünsche zu bedanken. So paralysiert fühlte sie sich von seiner Gegenwart. --

*

Diese exotischen Züge die ihr Gesicht formten, die trotz allem sehr europäisch wirken. Ihre vollen Lippen. Die bronzene Farbe der Haut. Das rotschwarze lange Haar, als Zopf getragen. Ihr schlanker Körper. Die straffen Brüste. Selbst ihre großen Augen bemerkte er aus dieser Entfernung.

Das weiße Kleid das sie trug; das geschmeidig am Körper und an ihren wohlgeformten festen Busen lag, gab ihr ein sehr auffallendes und provokatives Aussehen. Ebenso die netzförmigen weißen Stümpfe, die an ihren langen bronzefarbenen Beinen zu kleben schienen. Dazu noch die Crem weißen Schuhe an den zierlichen Füßen.

So verführerisch wie sie auf ihn wirkte, war auch Ihr Geben.

*

…. Vorlesen. In ihr flatterten die Schmetterlinge. Sie fühlte sich weich in den Knien. „Magst du dich nicht zu mir umdrehen Vicki. Wenn ich dir schon gratuliere.“ Ihr wurde heiß und kalt zugleich. Seine Stimme klang so liebevoll, sanft und erotisch.

„Ich …, ich bin erst aus dem Bett gestiegen.“ Brachte sie stockend hervor.

Vicki wollte sich ihm nicht so zeigen. Mit zerzaustem Haar und ohne die morgendliche Pflege.

Wieso hatte Mutter gesagt, dass er bereits gegangen sei, wenn er noch da ist. Sie war sehr verärgert darüber.

„Ich muss gleich gehen. Wollte dir aber vorher noch gratulieren. Komm dreh dich zu mir um. Es ist nicht höflich einen Gratulanten den Rücken zu zeigen.“

Sehr zögernd drehte sie sich zu ihm um, wagte nur äußerst schüchtern zu ihm aufzuschauen.

„Siehst du, es ist doch gar nicht so schlimm. Du siehst trotzdem sehr schön aus.“

Röte stieg ihr ins Gesicht.

„Also nochmal, alles Gute zum Geburtstag.“ Küste sie auf die Wangen. „Ich muss jetzt leider los, aber wir sehen uns heute Abend.“

Sie sog den Duft seines After Shave durch die Nase ein. Es roch nach Citrus. --

*

Ihre Zunge spielte mit den Lippen. Befeuchtete sie. Als wollte sie ihm mitteilen: -ich will dich; nimm mich-.

Provozierte sie ihn, mit dem was sie tat, oder war es nur unbewusstes Handeln von ihr. Grübelte sein Verstand. Wie auch immer.

Ihre provokante Handlungsweise erregte ihn so stark, dass es seine Männlichkeit in Wallung brachte. Das erwachte lasterhafte Gefühl durchzog seinen Unterleib. Ein Geschehnis, das er auf diese Art und Weise noch bei keiner Frau je verspürt bekam. Dieses sexuelle ansteigende Gefühl vermisste er schon seit langer Zeit. Besonders bei attraktiven Frauen wie sie eine war. Sie war wunderschön, man konnte sagen eine Aphrodite. Wie kaum eine Ihresgleichen, dies ihr Eigen nennen konnte.

All ihre Provokationen, die sie ausführte um sein Interesse zu erwecken, prägten sich tief in sein Gedächtnis ein.

Seine Gedanken fingen bereits an ihm Streiche zu spielen.

*

…. Vorlesen. „Danke“, rief sie ihm nach. Noch ehe er den Raum verlassen hatte.

Erik blickte zu ihr zurück, lächelte sie an. „Bis heute Abend.“ Sagte er nochmals zu ihr. Nahm die Autoschlüssel von der Kommode im Eingangsbereich und verließ das Haus. Kaum eine Minute später vernahm sie das Geräusch des startenden Autos. Sie blickte durch das Fenster und sah den abfahrenden Wagen hinterher.

Ihr Herz war voller Freude. Das Gesicht strahlte. Sie konnte es kaum fassen. Er hatte sie geküsst. Wenn auch nur auf die Wange. Und schön bin ich auch, sagte er.

‚Natürlich bin ich schon‘, meldete sich ihr Unterbewusstsein. Was glaubt er denn eigentlich.

Aber er, er ist so gutaussehend, sexy und jung. Um einiges jünger als Mutter.

Am Anfang konnte sie es nicht verstehen, wieso Mutter sich mit einem viel jüngeren Mann eingelassen hatte. Sie war nicht gerade begeistert davon, als sie ihn das erste Mal zu Gesicht bekam. Doch mit der Zeit gewöhnte sie sich daran. Nein nicht nur das. Es entstand sogar mehr für sie. Liebe!

Er strebte, ihr gegenüber, nie in eine Vaterrolle zu schlupfen. Benahm sich vielmehr wie ein älterer Bruder.

Es war auch nicht so, dass er gleich bei ihnen einzog. Was jetzt auch noch nicht der Fall ist. Nur manchmal übernachtete er bei ihnen zuhause, was in letzter Zeit des Öfteren geschah. --

*

Jean, dessen Gedanken sich mit dieser Schönheit befassten, befand sich mit ihr in einem Zimmer. Nur eine Deckenlampe spendete spärliches Licht unter dem sie regungslos dastand. Der Raum rundum war fast gänzlich in Dunkelheit gehüllt. Etwas hinter ihr befand sich ein französisches Bettgestell.

Langsam schritt er auf sie zu. Der Klang den seine Schritte erzeugten, entstanden von dem marmornen Boden, vibrierte sanft durch den Raum. Beides war für kurze Zeit das einzige Geräusch, das zu hören war.

Langsam und mit Hingabe streifte er den Träger des Kleides von der rechten Schulter. Ging um sie herum. Von hinten streifte er den von der anderen Schulter ab. Das weiße Kleid sank ihr bis zur Taille hinunter.

Fasste mit beiden Händen an die Seite der Schultern. Küsste diese, die linke und auch die rechte. Liebkoste ihren Nacken und ließ eine Hand vorsichtig an ihre Brust gleiten, mit der anderen drängte er nach ihrem Intimbereich.

Ein halterloser weißer BH bedeckte die Brüste. Zärtlich behielt er mit den Fingern Körperkontakt. Trat wieder vor sie hin. Ihre Augen waren auf den Fußboden gerichtet. Die geöffnete rechte Hand, unter ihrem Kinn haltend, hob sanft ihren Kopf an. Jean wollte in ihre Augen blicken können. Sie hob ihre Augenlider. Es waren schöne große, dunkle Augen in die er sah. Ihr unsicherer Blick starrte in sein prüfendes Gesicht dem sie nur kurz standhielt. Sie senkte wieder die Augenlider.

Jean ging um sie halb herum. Legte seine warmen Hände auf ihre nackten Schultern. Sanft streiften seine Fingerkuppen über ihren Rücken hinab, bis die Finger an den Verschluss ihres BH` s kamen.

Als die Exotin seine Hände spürte, die sich bemühten den Verschluss zu öffnen, hoben sich automatisch die Arme, die sie leicht an ihre Brust drückte und so sein runterfallen verhinderte.

Tiefer fuhren seine Hände hinab. Öffnete den Reißverschluss des Kleides, das es noch um die Taille hielt, und jetzt zu Boden fiel. Sie trug einen weißen Tangaslip und Strapse mit Strumpfbändern, an denen die ebenso weißen Strümpfe befestigt waren. Diese waren rautenförmig und gaben ihr eine sexy Ausstrahlung.

Erneut trat er vor sie. Sah auf ihre Arme, die den BH an ihre Brüste drückte, dann in ihr Gesicht. Hob seine eigenen Hände und legte sie auf die ihrigen. Worauf sie ihren Kopf unmerklich anhob und in seine begehrenden Augen sah. Langsam ließ sie ihre Arme sinken und der Büstenhalter fiel zu Boden. Ein leiser dumpfer Ton entstand. Danach herrschte wieder Stille im Raum.

Er spürte seine sexuelle Erregung im Lendenbereich und sein Puls raste. Er trat zwei Schritte zurück. Begutachtete ihren Körper. Umrundete sie dabei, wie ein Raubtier seine Beute, das jederzeit bereit ist den todbringenden Sprung auf seinen Fang zu wagen.

Ein Hauch von Wärme durchströmte ihren Körper und spannte ihre zarte Haut; die strammen runden Brüste, deren Brustwarzen sich in erregten zustand befanden.

Sie war wie eine Knospe in ihrer schönsten Blüte. Jung und rein. Makellos von aller Verderbnis, erschien sie ihm, so wie sie vor ihm stand. Jugendhaft, fast noch wie ein Kind sah sie aus. Doch sie war eine junge reizvolle Frau. War sicher kaum älter als ein- vielleicht zweiundzwanzig. ‚Ob sie noch Jungfrau war‘? Sicherlich hatte sie bereits ihre sexuellen Erfahrungen mit gleichaltrigen Jungs‘? Fragte er sich. Es fiel ihm schwer dies zu beurteilen. Aber so wie sie sich gab, war das letztere wohl eher der Fall. Sicherlich war die Reihe ihrer potenziellen Verehrer lang.

Jäh wurde er aus seinem Gedankengang gerissen.

*

…. Vorlesen. Vicki frühstückte. Danach begab sie sich ins Bad, machte die morgendliche Toilette.

Nachher ging sie in ihr Zimmer und kleidete sich an. Als Vicki damit fertig war, rief sie ihre beste Freundin an. Verabredete sich für später mit ihr. Nach dem Telefonat mit der Freundin eilte sie in den Wohnbereich hinunter. Sie hörte die Haustür in den Türrahmen fallen. Dies müsste Carmen sein, das Dienstmädchen.

„Bist du es Carmen.“ rief sie durch den Raum.

Sie war nur einige Jahre älter als Vicki und farbig.

„Ja.“ Vernahm sie Carmens Antwort.

Nachdem das Hausmädchen die Putzarbeiten im Haus erledigt hatte, begab sie sich in die Küche. Die Zeit schritt nämlich auf Mittag zu. Die Haushalthilfe beschäftigte sich damit, das Mittagessen vorzubereiten. Vicki hatte sich in der Zwischenzeit wieder in ihr Zimmer zurückgezogen und saß hinter den Büchern um für die bevorstehende Abschlussprüfung zu lernen. Es war ihr letztes Schuljahr, bevor sie sich in das Berufsleben stürzen, oder womöglich weiter studieren würde. Sie war sich noch nicht sicher, für was sie sich nach diesem Schuljahr entscheiden würde.

Nach dem Essen verschwand sie wieder in ihrem Zimmer um weiter zu pauken. Als es an der Zeit war sagte sie Carmen Bescheid, dass sie zu ihrer Freundin ging.

Es war kurz vor halb drei Uhr als sie am Haus ihrer Freundin klingelte. ----

*

Zu diesem Zeitpunkt konnte Jean natürlich nicht erahnen, dass diese Frau es sein würde, die sein zukünftiges Leben grundlegende Veränderungen zufügen wird. Veränderungen die seine schlummernden Ängste nach und nach aus ihrem Schlaf erweckte. Ängste die noch tief verborgen in ihm ruhten. Ängste dessen er nicht einmal bewusst war, in sich zu tragen. Dass diese Schönheit es sein wird, die diese Grauen aus seinem tiefsten inneren, Stück um Stück an die Oberfläche seiner Erkenntnis holen wird. Die wachsen und gedeihen werden. So sehr, dass er ihrer nicht mehr gewachsen sein wird.

*

…. Vorlesen. „Heute ist ein besonderer Tag.“ Sagte Vicki zu ihrer Freundin.

„Ich weiß schon. Dein Geburtstag. Ich habe dir schließlich gratuliert.“ Ihre Stimme klang etwas überschwänglich.

„Nicht nur deshalb.“

„Was willst du damit sagen?“

„Ich werde es tun.“ Rückte sie sehr zaghaft mit der Sprache heraus.

„Du meinst …, du wirst ...“ Sie sprach es nicht aus. Vicki wusste auch ohne Worte, was sie sagen wollte.

„Ja, heute werde ich meine Unschuld verlieren. Mein erstes Mal.“ Ihre Stimme klang jetzt selbstsicherer als vorhin.

Die Neugierde von Loreen, Vickis Freundin, war geweckt.

„Du hast einen Freund und hast mir nichts gesagt! Ich müsste eigentlich böse auf dich sein.“

Vicki ließ sie ihm Glauben, dass sie einen Freund hatte. Auch wenn es nicht der Wahrheit entsprach.

„Du willst es wirklich tun! Wer ist es! Einer von der Schule! Wie heißt er?“

„Hey!“ und schubste sie leicht an die Schulter.

„Ist dir nicht mulmig zumute bei diesem Gedanken.“

„Doch, schon.“

„Erzähl mir von ihm. Wie ist er so?“

„Er ist groß, breite Schultern, muskulös und sieht sehr scharf aus.“ Schwärmte sie von ihm. „Und er hat eine sexy Stimme.“ Beide lachten.

„Kenn ich ihn?“

„Du hast ihn schon ein paarmal gesehen.“

„Wo denn?“

„Bei mir zuhause.“

„Du meinst doch nicht etwa…“ Loreen erinnerte sich, wie sie beide damals zusammen tuschelten und heimlich lachten. Verstohlen zum Freund von Vickis Mutter sahen. Ihn anhimmelten, weil er so sexy aussah und ihnen sehr gefiel.

Vicki wurde knallrot. „Ja.“

„Und du willst das wirklich durchziehen, mit dem Freund deiner Mutter!“ Gab sie ihr zu bedenken.“

„Du wirst niemandem etwas verraten. Verstanden!“ Sagte sie, mit einem Ton in der Stimme die keinen Wiederspruch duldete.

„Und deine Mutter?“

„Sie wird es nie erfahren!“

„Ich meine, wird sie nicht zuhause sein, heute Abend.“

„Mir fällt schon noch was ein, dass ich mit ihm allein sein werde.“ Doch guter Rat war teuer, da sie noch keine brauchbare Idee hatte, wie sie es anstellen soll mit ihm allein zu sein. --

*

War es nun Fügung oder reiner Zufall. Wie man es auch immer nennen mag. Die Mühlen des Schicksals hatten bereits begonnen sich zu drehen. Nicht erst jetzt begann sein Schicksal Realität anzunehmen. Nein schon damals, als er an seinem vorherigen Buch >Isabell< arbeitete, hatten sich die Fäden seines Schicksals ihren Weg gebahnt. Ein Schicksal, das sie beide eng verbinden sollte. In einer Art und Weise, die erst die Zeit mit sich bringen würde.

Aber heute, am Tag der Präsentation zu seinem Buch, begann der erste Tag seines zukünftigen Schicksals und der Angst, der er sich zu stellen hatte. Einer Angst dessen Samen bereits damals in ihm gesät worden war, aber erst heute begannen die Wurzeln dieser Furcht zu gedeihen, die bald schon nach ihn zu greifen werden. Tag um Tag der vergeht, wird die Frucht der Angst in ihm wachsen und Form annehmen. Bis zu dem Tag, an dem sie groß genug sein wird, sich seiner zu bemächtigen.

*

…. Vorlesen. Das Sonnenlicht wich der anbrechenden Dunkelheit. Vicki verabschiedete sich von ihrer Freundin.

Mit ihren Gedanken war sie bereits daheim, bei der Feier zu ihrem Geburtstag und an ihn. Und dem Problem, das es noch zu bewältigen gab. Mutter! Sie hatte noch keine Lösung gefunden dies zu umgehen.

Sie schlenderte die Straße entlang heimwärts. War weiterhin in Gedanken vertieft. Ein Auto fuhr langsam an ihr vorbei.

Erik erkannte Vicki, die Tochter seiner Freundin. Er hielt an. Fuhr die Fensterscheibe herunter und rief ihr zu. Vicki kam näher ans Auto. „Hay.“

„Willst du einsteigen?“ fragte er sie.

„Ich geh das kleine Stück zu Fuß. Danke trotzdem.“ Sie musste sich noch mit einigen Gedanken befassen und dies konnte sie nicht, wenn sie neben ihm saß.

„Na gut. Bis nachher.“

Als sie zu Hause ankam, hatte sie noch keinen Einfall; wie sie es anstellen konnte mit Erik allein zu sein. Sie stieg die Treppe hoch und wollte in ihr Zimmer gehen. Dazu musste sie am Badezimmer vorbei gehen. Gerade in diesen Moment öffnete sich die Tür und Erik kam heraus. Sie stießen zusammen. Er sah Vicki nicht kommen, da er mit dem Handtuch sich die nassen Haare trockenrieb. Das Badetuch das er um die Hüfte trug löste sich und fiel zu Boden. Einen Bademantel hatte er sich nicht angezogen.

Sie sahen sich an. Unweigerlich sah Vicki seine Mannespracht und wurde daraufhin knallrot. Auch Erik war für kurze Zeit wie gelähmt, da er Vicki noch nicht daheim erwartet hatte.

Ihm machte es anscheinend weniger aus, dass Vicki ihn nackt sah, als ihr selber. Die schleunigst in ihr Zimmer verschwand. Und sich auf das frisch bezogene Bett warf.

>Wie peinlich. < Sie verspürte ein flaues Gefühl bei dem Gedanken an sein großes Ding, das sie soeben sah. Und in sie einführen wird, wenn sie gemeinsam Sex haben werden. Ein kleiner Funken von Bedenken entsprang ihrem Gewissen.

In der Zwischenzeit hatte Erik das Badetuch vom Boden aufgehoben. Band es sich wieder um die Hüften und begab sich ins Elterliche Schlafzimmer. Trocknete sein noch teils nassen Oberkörper und kleidete sich sauber an. Ging ins Bad zurück, föhnte sein halblanges dunkles Haar.

Nachher ging er zu seinem Auto, nahm das Geburtstaggeschenk das er für Vicki besorgt hatte und wollte wieder ins Haus gehen. Noch bevor er die Haustüre erreicht hatte, parkte seine Freundin, Vickis Mutter ihren Wagen vor der Garage. Er wartete auf sie. Gingen nach einem Begrüßungskuss gemeinsam hinein. Auch Vickis Mutter hatte ein Geschenk für ihre Tochter besorgt. --

*

Ein Zeitpunkt, der noch in der Ferne lag, doch der kommen wird, dass sich Jeans Schicksal erfüllen wird. Wie dieses Schicksal aussehen wird, lag für Jean noch in der Dunkelheit der fernen Zukunft die, die braune Venus mitbestimmen wird, die dort ganz hinten sitzt. War sich Jean dessen bewusst! Eines wusste er auf jeden Fall. Dass er sie begehrte, diesen braunen Zauber von Schönheit. Er wollte sie. Sei es auch nur für eine einzige Nacht.

Und Blanka? Spürte auch sie sein Verlangen, sein Begehr nach ihrem Körper, von diesem eklatanten Mann, der da vorne neben der Leserin sitzt. Auf jeden Fall hatte der Mann, da am Lesetisch, ihr Interesse an ihm geweckt. Er war schön, schien sehr gebildet zu sein und er strahlte eine Aura aus, die es ihr angetan hatte. Dies war etwas das sie sich nicht erwartet hatte, als sie den Auftrag annahm Jean Hegena für die Literaturpresse zu interviewen, als sie sich bei dieser für einen Job bewarb.

*

…. Vorlesen. „Ist Vicki da?“

„Sie wird oben in ihrem Zimmer sein.“

„Schätzchen ich bin wieder da. Habe dir auch was mitgebracht.“ Rief sie nach oben.

„Wie war dein Tag?“ fragte Erik.

„Stressig. Und deiner?“

„Anscheinend besser als der deinige. Ich freue mich schon auf heute Abend.“ Schlang seinen Arm um sie. Presste sie an sich und gab ihr einen zärtlichen Kuss. In dem er seine gesamte Sehnsucht nach ihr hineinlegte.

Vicki kam die Treppe herunter gestürmt. Ihre Eile stoppte, als sie ihre Mutter in seinen Armen sah, wie sie sich küssten. Sah verstohlen Erik an.

-Wird er zu mir auch so liebevoll sein wie zu Mutter-, dachte sie in diesem Moment. Da sie, die beiden so eng umschlungen sah. Röte färbte ihr Gesicht.

Ihre Mutter löste sich von ihm. Schloss ihre Tochter in die Arme und küsste sie auf die Wangen. „Nochmals alles Gute zum Geburtstag, mein Schatz. Hier habe ich auch ein Geschenk für dich.“ Und schüttelte leicht das Päckchen vor ihren Augen.

„Darf ich es aufmachen?“

„Noch nicht. Nachher, wenn wir feiern. Hat Carmen die Torte abgeholt?“

„Die müsste im Kühlschrank stehen.“ Gab Vicki zur Antwort.

„Ach übrigens, wir müssen die Feier etwas vorverlegen. Ich muss später noch weg.“

-Wow,- dachte Vicki. –Ohne dass ich mir etwas einfallen lassen musste.- Sie fühlte sich erleichtert und ihr Herz machte einen Luftsprung. Denn bisher hatte sie keinen guten Plan gefunden, wie sie es selber hätte bewerkstelligen können, dass dies geschieht.

Erik sah sie erstaunt an. „Ich hatte gehofft, dass wir den Abend gemeinsam verbringen werden.“

„Tut mir leid mein Schatz. Meine Schwester hat mich angerufen und gebeten ob ich nicht für ein paar Stunden auf ihre Kinder aufpassen kann. Ihre Schwiegermutter liegt im Krankenhaus und es schaut nicht besonders rosig aus. Wir holen den Abend nach, versprochen.“

Während sie sprach war sie in den Küchenbereich gegangen, den Kühlschrank geöffnet und die verpackte Torte herausgenommen um diese zu begutachten.

„Ich hoffe die ist so gut wie sie aussieht.“

Holte ebenso das vorbereitete Essen von Carmen heraus und stellte es zum Wärmen auf den Herd.

„Deckst du bitte den Tisch Vicki und pass auch auf das Essen auf. Ich geh nur schnell unter die Dusche.“ Und stieg bereits die Treppe hoch. --

*

Sein bisheriges Leben gehörte nicht nur einer Frau; dazu sah er sich nicht mehr bestimmt. Nein er wollte mehr. Die Vielfältigkeit der weiblichen Wesen auskosten. Sich ihren unkeuschen Lüsten hingeben und genießen. Sie mit seinem eigenen sexuellen Vorleiben konfrontieren und beglücken. Blümchensex, sowie auch die verschiedensten, lasterhaften Neigungen und Fantasien erleben. Bis auf gewisse Ausnahmen.

Stets waren ihm Aussehen und Status der Frauen, mit denen er sich auf sexueller Basis einließ, wichtig. Es gab nur wenige, bei denen er von seinen Prinzipien eine Ausnahme machte.

Auch wenn Empfindungen für die jeweilige Frau mit der er sich vereinigte da waren, so war es doch nie die vollkommene Liebe die er für sie verspürte.

Er wusste seine sündhafte Leidenschaft zu stillen. War es nun mit Helen seiner Agentin, gelegentliche one Night Stands, oder aber mit Schönheiten wie die, die ihm gegenüber in der letzten Reihe auf dem Stuhl saß, die mittels Körpersprache eindeutige Avancen aussandte. Jean nahm diese an ihr sehr wohl wahr.

Es geschah nicht aus Liebe zu diesen Frauen, dass er mit ihnen Sex hatte, oh nein. Ihm ging es vielmehr um seine sexuellen Fantasien und Bedürfnissen wegen. Eine Lust die Männer wohl stärker beherrscht als Frauen. Mit gewissen Ausnahmen.

Genauso wie mit Helen. Er mochte sie, sehr sogar. Aber eine feste Beziehung. Nein nach dem verlangte es ihn nicht. Genauso wenig wie sie keine mit ihm eingehen wollte. Was sie ihm klipp und klar kundtat, als sie sich über ihr sexuelles Arrangement einigten. Beide begnügten sich mit der Situation, so wie diese zwischen ihnen bestand.

Dieser Vergleich der ihm jetzt durch den Kopf ging, während sie las, ließ ihn innerlich erschrecken. Trotzdem verzog er dabei keine Mine und verhielt sich ruhig. Sah nur kurz Helen von der Seite an. Nichts an ihm verriet seinen derzeitigen Gedankengang. Er gab sich so, als würde er sehr gespannt der Lektüre folgen.

*

…. Vorlesen. -Alleine. Mit ihm. Heute Abend. Was ich mir sehnlichst gewünscht habe.- Sie sprach diese Gedanken nicht verbal aus. Es war ihre innere Göttin, die es zu ihr sagte. Ihr war heiß. Die Beine fühlten sich weich an. Spürte wie sich die Schmetterlinge in ihrem Bauch regten. Das Spannen von Muskeln, von denen sie keine Ahnung hatte, dass sie die besaß. Ihr war schummerig Zumute, bei diesen Gedanken.

Erik saß auf dem Diwan vor dem Fernseher und sog sich die heutigen Nachrichten rein. Vicki hatte den Tisch gedeckt und passte auf, dass die Suppe nicht überkochte. Das restliche Essen befand sich im Backrohr zum Aufwärmen.

Knapp zwanzig Minuten später kam ihre Mutter die Treppe herunter. Geduscht und umgezogen. Trat an den Herd und kostete von der Suppe die leicht dampfte. „Sehr gut.“ Und wagte einen Blick in den Ofen.

„So wir können essen.“ Stellte den Suppentopf auf dem Tisch ab.

„Du bist heute aber still Vicki.“ Bemerkte ihre Mutter nach einiger Zeit. „Ist dir nicht gut? Du isst ja kaum!“

„Ich bin nicht sehr hungrig.“

„Ist etwas geschehen? Hast du dich mit deiner Freundin gestritten?“

„Es ist alles in Ordnung Mutter. Ich habe nur keinen großen Hunger.“ Ihre Stimme klang unruhig und schüchtern. Wagte kaum die Mutter anzusehen. Als wäre sie bei etwas ertappt worden, das eine Strafe mit sich zog.

Nach dem Essen gab es die Geburtstagtorte.

„Wünsch dir etwas.“ Sagte die Mutter zur Tochter.

Ein heimlicher Blick zu ihm, dem Angebeteten. Sie schloss die Augen und blies die Kerze aus, als sie sie wieder öffnete, gratulierten ihr beide und übergaben die Geschenke.

Eine halbe Stunde später.

„Ich muss jetzt leider los. Habt noch einen schönen Abend zusammen.“ Drückte ihre Tochter. „Ich hoffe dein Wunsch geht in Erfüllung.“ Und streifte mit ihrer Hand durch die Haare der Tochter.

-Das ersehne ich mir auch.- und sah insgeheim zu Erik.

Erik stand auf und begleitete Vickis Mutter bis zur Haustür. Sie nahm die Autoschlüssel an sich und küsste ihn zum Abschied. „Tut mir leid, dass ich dir den Abend verdorben habe.“

„Mach dir keine Gedanken darüber.“ Und streichelte mit dem Finger über ihre Wangenknochen. „Fahr vorsichtig.“

„Was hast du heute noch vor Vicki?“ Fragte Erik, als er wieder in den Wohnbereich zurückkam.

„Ich weiß nicht. Wir könnten was spielen.“

„An was hast du dabei gedacht.“

„Wie wäre es mit einem Kartenspiel?“

„Ok. Wieso nicht. Holst du die Karten.“

„Kannst du Pokern?“ fragte sie, als sie mit den Karten wiederkam.

„Möchtest du, dass ich es dir beibringe?“

„Ist es schwer.“

„Wenn man erst die Regeln kennt, nicht mehr.“

„Wir könnten es doch mal probieren.“

„Ich hoffe du spielst es nachher nicht mit deiner Mutter!“

„Wieso?“

„Sie würde es nicht gutheißen, dass ich es dir beigebracht habe.“

„Von mir erfährt sie es bestimmt nicht, Erik.“

Er nahm sie scharf in Augenschein. Nicht weil sie dies sagte, sondern wie sie es sagte. Es erweckte ein Gefühl der Vorsicht in ihm. Sein Instinkt warnte ihn, dass in ihren Worten mehr dahinter verborgen schien, als sie wahrhaftig sagen wollte. Der Klang in ihrer Stimme war sehr rätselhaft. Nicht so, als würde man mit natürlicher Stimme sprechen. Es lag so viel mehr darin, etwas das er noch nicht zu deuten wusste. Er nahm sich vor, sie im Auge zu behalten.

„Es gibt mehrere Spielvarianten des Pokerns. Die lassen wir erst mal beiseite. Das grundlegendste des Spiels sind die Kartenkombinationen. Das heißt: Ein Paar, zwei Paare, drei gleiche, Straße fünf hintereinander folgende Karten verschiedener Farbe, Flush fünf Karten einer Farbe, Full House ist ein Drilling und ein Paar, vier gleiche und eine beliebige Karte, Straight Flush oder Royal Flush ist die Kombination einer Straße und einem Flush. Die höchste Karte ist das Ass, König, Dame, Junge, Zehn bis hinunter zur Zwei. Bei der Straße und dem Straight Flush kann das Ass eine Ausnahme machen. Da sie als eins zählen kann. Sofern man ohne Joker und wilden Karten spielt. Kannst du mir soweit folgen.“

„Ja.“

Bei jeder aufgezählten Kombination zeigte er sie ihr anhand der Karten, damit sie sah was mit den Kombinationen gemeint war.

„Also ich mische mal die Karten. Jeder erhält fünf Karten.“ Er mischte sehr professionell und teilte aus.

„Wichtig, immer nur eine Karte geben und immer die oberste zuerst. Nicht von unten. Wer das tut ist ein Falschspieler. Falschspieler sind meist solche Typen die mit den Karten zu gut umgehen können und man bemerkt es nicht einmal, dass sie falschspielen, wenn man nicht selbst ein geübter Spieler ist.“

„Ok.“

„Der Grundeinsatz erfolgt ohne, dass man vorher die Karten gesehen hat. Dann erst nimmt man die Karten zur Hand. Man prüft sie, ob die Aussicht besteht mit dem Blatt zu gewinnen. Sieh mir zu, wie ich es mache.“ Sie heftete ihre Augen auf seine Hände.

„Sehr gut.“ Als sie es ihm nachmachte.

„Dann wird geboten. Versuch es mal. Was glaubst du ist dein Blatt wert. Am besten ist immer klein anzufangen. Denn du musst wissen, spielt man zu mehreren ist das was man bietet und dann aussteigt verloren. Das heißt du kannst es nicht zurückverlangen.“

„Verstehe.“

„Hier, nehmen wir die Damesteine. Du die weißen, ich die schwarzen. Also einer ist der Grundeinsatz.“ Hob einen hoch und legte ihn hin. Auch Vicki legte einen von ihnen hinzu.

„Wie gesagt: Wie gut das Blatt ist sollte man setzen. Anfangs nicht zu hoch, dass andere Spieler auch mitgehen. Wir sind nur zu zweit da macht es nichts aus. Nur dass du begreifst.“

„Einen.“

„Gut. Also ich setze deinen einen und lege noch einen drauf. Jetzt musst du theoretisch meinen, um den ich erhöht habe um einen ausgleichen.“ Sie warf einen hin.

„Das waren zwei Wettrunden. Es ist nicht immer so, dass nach der ersten Wettrunde bereits Karten gekauft werden. Es hängt davon ab wie viele Spieler erhöhen, wenn mehr als zwei spielen. In der zweiten Wettrunde hättest du wiederum erhöhen können und ich müsste es ausgleichen, um im Spiel zu bleiben. Jetzt kommt man zum Kartenkauf. Hat man mit den fünf Karten eine fünfständige volle Kartenkombination braucht man keine Karten zu Kaufen. Das gilt für die Straße, Flush, Full House, Straight oder Royal Flush.“

„Brauchst du Karten oder genügen dir die, die du in der Hand hast. Kartenkauf gibt es nur einmal im Spiel.“

„Ich weiß nicht.“

„Es ist gleich ob du einen Fehler machst. Die Kombinationen hast du verstanden. Ich kläre dich nachher auf. Versuch es einfach mal.“

„Zwei Karten.“

„Du musst zwei von deinen, die du glaubst nicht gebrauchen zu können verdeckt ablegen.“ Sie machte das. „Diesmal gibt man dem Spieler so viel Karten wie er kauft.“ Er schob ihr die zwei hin.

„Ich nehme nur eine“

„Jetzt kommt die nächste Wettrunde. Das heißt du kannst erhöhen oder das halten was bereits im Pott liegt.“

„Ich halte nur.“

„Um es nicht noch mehr komplizierter zu machen, halte ich auch nur. Theoretisch könnten wir unzählige Wettrunden machen bis einer passt oder sehen will. Passt einer braucht der andere seine Karten nicht sehen zu lassen. Wenn nicht decken beide die Karten auf und das höhere Blatt gewinnt.“

„Verstehe.“

„Dann zeige mir mal deine Karten.“

„Sieh mal einer an, du hast ein Full House.“

„Habe ich gewonnen.“

„Ich fürchte nicht. Ich habe auch ein Full House. Drei Damen und zwei neuner. Meiner ist leider besser. Gegen deine drei zehnen und zwei Jungen. Zeig mal die Karten die du weggelegt hast.“ Sie drehte die Karten um. „Du hattest bereits drei gleiche?“

„Ja.“

„Ein besonders wichtiger Aspekt beim Pokern ist der, die anderen Spieler immer zu beobachten. Wer gut Verhaltungsregeln deuten kann, kann leicht erkennen ob jemand gute Karten hat oder nur zu Bluffen versucht. Es ist nicht leicht sich so gleichgültig wie möglich zu geben, wenn man gute oder schlechte Karten hat. Wenn man selber bluffen will, sollte man wissen wie weit man gehen kann. Er könnte auch nach hinten losgehen.“

Das Telefon klingelte. Vicki sprang hoch und ging ran. „Ja.“

„Hallo mein Schatz, was macht ihr?“

„Wir spielen Karten.“

„Hör mal es könnte länger dauern. Geh nicht all zu spät ins Bett.“

„Werde ich schon nicht.“

„Gibst du mir noch Erik.“

„Mutter möchte dich noch sprechen.“ Und reichte ihm den Hörer, als er bei ihr stand.

„Hallo.“

„Hay… Meine Schwester rief an und bat mich ob ich eventuell über Nacht bleiben kann. Sie möchte ihren Mann in dieser Situation nicht alleine lassen.“

„Verstehe.“

„Tut mir leid.“

„Du kannst ja nichts dafür. Wir kommen schon klar.“

„Wer gewinnt?“

„Was glaubst du wohl! Deine Tochter ist im Kartenspielen unschlagbar.“

„Gib ihr einen Kuss von mir.“

„Werde ich.“

„Machen wir ein Spiel?“ bat Vicki ihn nachdem er den Hörer aufgelegt hatte.

„Dann misch mal die Karten.“

„Grundeinsatz.“ Beide legten einen Damenstein hin. Vicki teilte die Karten aus. Beide hoben ihre Karten auf und prüften sie. Erik beobachte sein gegenüber. Ihm entging nicht ihr leichtes Schmunzeln.

„Ich setze einen.“

„Deinen einen und zwei.“

„Die zwei und noch einen dazu. Wenn du halten willst musst du einen hinlegen.“ Sie tat es.

„Ich nehme drei Karten.“ Und legte drei beiseite. Erhielt dafür drei neue Karten.

„Ich nehme eine.“ Sagte Vicki, zog die oberste ihrer Karten und legte diese ab.

Beide sahen sich die Karten erneut an. Erik zögerte. Nahm Vicki ins Visier. Überlegte. Rieb sich den Daumen und Zeigefinger der rechten Hand.

„Drei setze ich.“ Legte diese zu den anderen und nahm Vicki scharf in Augenschein.

Vicki fühlte sich in einer ungewöhnlichen Weise in die Enge getrieben, von seinem Blick. Verunsichert darüber beließ sie es bei den gesetzten drei und sagte: „Sehen.“

„Hat dich mein Blick eingeschüchtert?“

„Ja schon ein bisschen.“ Gestand sie

„Dies gehört zum Pokern dazu. Obwohl du bessere Karten hast als ich, hast du dich von meinem Blick verunsichern lassen.“

„Woher weißt du das.“

„Das hat mir dein Gesichtsausdruck verraten. Ich habe nur ein Pärchen und du.“

„Drei gleiche.“

„Ich sehe du hast das Spiel verstanden. Du bist eine gelehrige Schülerin.“

Am Rande des Tisches, an der Seite wo Erik saß, befand sich sein noch halbvolles Glas… Vicki bemerkt dies. Ihre Überlegung dauerte nur kurz an. Das war die beste Möglichkeit ihren Plan, die Verführung von Erik einzufädeln. Sie fühlte eine innere Nervosität und Unsicherheit, wie diese an ihrem Gewissen nagten. Doch sie war geneigt dies jetzt durchzuziehen. Sie wollte schließlich nicht als Versagerin vor ihrer Freundin dastehen. Er sollte es sein der ihr die Jungfräulichkeit nahm. Kein anderer!

Sie schritt um den Tisch herum. Und wie aus purem Zufall stieß sie an das Glas, das umkippte und einen Teil des Inhalts auf sein Beinkleid spritzte.

Er griff schnell nach dem Glas, das auf dem Boden zu fallen drohte. Mit seiner Schnelligkeit verhinderte er, dass dies geschah.

„Tut mir leid. Wie ungeschickt von mir.“ Entschuldigte sich Vicki.

Erik wollte aufstehen. Vicki beugte sich vor, und stießen mit ihren Köpfen aneinander. Beide gaben einen Schmerzlaut von sich. Sie sahen sich an, standen dicht beieinander. Das war die Gelegenheit. Vicki hob sich auf die Zehenspitzen und drückte ihm einen kindlichen Kuss auf den Mund.

Dies hatte Erik wahrlich nicht erwartet. Er war verblüfft über Vickis Verhalten. Für einige Sekunden war er sprachlos und sah sie nur an. Fixierte ihr Gesicht. Sie hielt seinem scharfen Blick nicht stand und senkte den Kopf.

Seine Hand bewegte sich wie von selbst. Seine Finger langten nach ihrem Kinn und hoben ihren Kopf sachte an. Sah ihn nur einen kurzen Augenblick in sein Gesicht. Entzog sich schnell seinem Blick, indem sie auf den Boden blickte. Sie wagte nicht ihn anzusehen.

„Bitte, sieh mich an Vicki.“ Seine leise Stimme klang nicht fordernd. Sondern war mild und verständnisvoll. Sie hob die Augenlieder und sah in seine milden Augen. „Weshalb gabst du mir einen Kuss?“ Sie erkannte ein funkeln in seinen Augen.

„Ich …“ brachte jedoch kein weiteres Wort hervor.

„Atme erst mal durch.“ Er vernahm hörbar ihr Atmen. „Hast du je einen Jungen geküsst?“ Fragte er sie.

Sie verneinte nur mit einem Kopfschütteln. Standen weiterhin noch eng beieinander.

Sein Kopf neigte sich näher an den ihren. -Was machte er jetzt.- Dachte sie noch. Im nächsten Moment fühlte sie seine Lippen auf den ihrigen, die sich behutsam auf ihrigen pressten. Sie verspürte seine Zunge an ihren Lippen, an den Zähnen die leicht geöffnet waren. Sie ließ es geschehen, wie seine Zunge weiter in ihren Mund vorstieß. Sich mit ihrer berührte und umschlang.

Die Sekunden verstrichen wie im Nu, doch für Vicky schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Endlich lösten sie sich von dem Kuss. Sie war außer Atem und fühlte sich wie im siebten Himmel. Ihre Beine schwächelten. Die Nervenenden bebten und ihr Körper vibrierte.

Diese körperliche Verbindung blieb auch bei Erik nicht ohne Folgen. Auch Vicki nahm diese Tatsche zur Kenntnis, da sie eng beisammenstanden. Sie vernahm die Härte seines Gliedes, wie dieses an ihre Lende drückte.

Ihr Gesicht wurde auf der Stelle rot und der Puls duplierte sich. Für Sekunden herrschte eine unangenehme Stille zwischen beiden.

Dann sagte Erik: „Deine Mutter hatte mich gebeten, dir einen Kuss von ihr zu geben.“ Und lächelte sie dabei an.

„Aber sicherlich nicht einen wie diesen eben.“ Meinte sie zögerlich und doch mit Freude.

„Nein, mit so einem wäre sie allerdings nicht einverstanden gewesen!“

Für kurze Zeit trat die reinste Stille ein.

„Aber du hast ihn dir gewünscht. Nicht wahr.“

Sie senkte ihren Blick. Wagte nicht ihn anzusehen und spürte wie es ihr wieder die Röte ins Gesicht trieb und heiß wurde.

„Hattest du dir noch etwas anderes zum Geburtstag gewünscht?“ fragte Erik nach.

Sie schwieg darauf. In Gedanken wollte sie sich von ihm abwenden, tat es aber nicht. Eine innere Kraft hielt sie davon ab. Leise drang ihr sinnliches „Ja“, in seine Ohren.

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