Kitabı oku: «Nächstes Treffen Adria», sayfa 6

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„Ob das in Griechenland auch so wird?“, stellt Lena sich beim Rausgehen laut die Frage. „Hm, vielleicht“, hat ihre Freundin auch schon in die Zukunft gedacht. „Aber für Griechenland hat Jan doch diese Tabelle mitgenommen.“ Ach, ja, Jan!“, erinnert sich Lena daran, wie er ihnen allen stolz diese kleine Karte bei ihrem letzten Vorbereitungstreffen präsentiert hat. Die Umrechnungstabelle, die Beträge von 10 Pfennige über ein, zwei, drei bis zu 100.000 Mark jeweils den entsprechenden Betrag in Drachme gegenüberstellt. Drehte man sie um, fand man das Ganze umgekehrt. Natürlich hatte man auf dem Kärtchen den Wechselkurs zu einem bestimmten Zeitpunkt zugrundegelegt. Durch die üblichen Kursschwankungen konnte da der Betrag, den man am Ende tatsächlich für sein Geld in der anderen Währung bekam, auch mal etwas abweichen von dem, was auf dem Kärtchen stand. Aber man hatte wenigstens einen Anhaltspunkt, etwas, was man zur Hilfe nehmen konnte, wenn man herausfinden wollte, wie viel Geld man in der fremden Währung da eigentlich gerade zumindest in etwa aus den Händen gab. Ja, Jan war echt organisiert, hatte Lena anerkennend gedacht. Was man von Rainer nicht unbedingt behaupten konnte. So wenig wie von ihr, das wusste sie. Gut daher, dass sie sich nicht alleine auf den Weg gemacht hatten, dass sie Tina und Jan dabei hatten!

„Setzt euch doch zu uns“, lädt Martina sie an ihr rundes Tischchen ein, auf den Stühlen Platz zu nehmen, auf denen eben noch zwei der Männer und eine der Frauen gesessen hatten. „Die müssen noch was besorgen“, erklärt Martina ungefragt. „Ich warte noch auf meinen Mann. Dann muss auch ich gehen.“ Tinas und Lenas erstaunte Blicke verwundern Martina nicht. Sie hat fest mit ihnen gerechnet. „Der mit den kurzen Haaren, der hier saß.“ Zeigt sie auf den immer noch leeren Stuhl ihr gegenüber und erwartet eben diese Reaktion. „Du bist schon verheiratet? Wie alt bist du denn?“ „Einundzwanzig“, lächelt sie, denn sie kennt dieses Erstaunen, diese Art Fragen, ist sie doch in beiden Kulturen aufgewachsen, der deutschen und der italienischen. Von klein auf an musste sie lernen, mit den unterschiedlichen Gepflogenheiten und Gewohnheiten der beiden Kulturkreise umzugehen. „Ja, hier in Italien heiratet man nicht so spät wie bei euch in Deutschland“, erklärt sie den beiden jungen Mädchen daher auch wie selbstverständlich. „Mit neunzehn, zwanzig, einundzwanzig - das ist hier ganz normal.“ Heiraten, wird Tina in diesem Moment klar, das ist bei den Leuten, die sie so kennt, so überhaupt nicht angesagt. Und heiraten in dem Alter, in dem Lena und ich jetzt sind? Noch vor Beendigung der Ausbildung, des Studiums? Das scheint Tina gerade absolut undenkbar. „Hast du denn deinen Mann in Deutschland kennen gelernt?“, will Lena wissen und beißt voller Appetit in ihre Stück Pizza. „Ja, aber er war nur zu Besuch dort. Deshalb spricht er eure Sprache auch nicht. Wegen ihm bin ich auch hier hergekommen, hier in diese kleine Stadt. Aber meine Familie, die ist noch in Deutschland.“ - „Wo genau?“, setzt Tina ihre Tasse wieder ab, ohne getrunken zu haben. Zu heiß noch sind der Kaffee und die Milch darin. „Mayen“, schaut Martina sie mit ihren dunkelgrünen Augen sehnsuchtsvoll an. So unwahrscheinlich es auch ist, so hofft sie doch, wenigsten eine von den beiden würde diesen Ort kennen. „In der Nähe von Koblenz“, ergänzt sie auf das Kopfschütteln der beiden hin und macht einen enttäuschten Eindruck. „Deine Eltern arbeiten dort?“ denkt Lena sich. „Ja“, nickt Martina versonnen. „Sie haben dort ein Restaurant.“ Und es klingt, als hätte sie Heimweh.

„Wisst ihr, woran ich erkannt habe, dass ihr aus Deutschland seid?“, findet sie nach einer Weile zurück an den Tisch. Für Tina und Lena aber stellt sich diese Frage doch gar nicht, wenn Martina doch in Deutschland aufgewachsen ist. „An euren Klamotten!“ erwartet Martina erneut verblüffte Gesichter. „Ja, daran erkennt man Deutsche sofort!“, behauptet sie und zeigt wie zum Beweis auf ihr Kleid. „Ja“, fährt sie fort, weil Tina und Lena schweigend an ihren Cappuccini nippen. „Hier in Italien können sich auch Menschen Mode leisten, die nicht so viel Geld haben. Mode ist sehr wichtig bei uns. Nicht wie in Deutschland, wo modische Kleidung nur für die reichen Leute ist.“ So wie Martina das sagt, wirkt es nicht, als wolle sie Tina und Lena beleidigen. Trotzdem klingen Tinas Worte ein wenig nach Verteidigung. „Mode interessiert mich aber auch echt so gar nicht!“ - „Ja, aber genau das meine ich!“, muss Martina grinsen. „Hier in Italien ist sie wichtig. Bei euch in Deutschland eben nicht. Oder zumindest nur für einige.“ - „Gilt das denn auch im Umkehrschluss?“, will Tina wissen. „Erkennt man die Italiener auch an dem, was sie anhaben?“- „Ich finde schon!“, ist Martina überzeugt und wiegelt dann ab. „Macht euch mal keine Sorgen! Ist ja nicht so schlimm! Und bei den Frauen fällt es eh nicht so sehr auf. Aber wie die deutschen Männer sich in ihrer Freizeit oder im Urlaub kleiden, das würden Italiener sich niemals trauen.“ - „Du meinst mit kurzen karierten Schlabberhosen und einem Hawaihemd?“, hat Tina sofort ein ganz bestimmtes Bild vor Augen. „Ja, genau so!“ lacht Martina nun von Herzen. „Genau so!“

Möglichst unmerklich mustern Lena und Tina nun die Anwesenden und alle, die an ihnen vorbeigehen, studieren, was sie an ihren Körpern tragen. Zugegeben, das entspricht schon dem, was jetzt Mode ist. Die Kleider, die Hemden und Hosen, ja selbst die Farben sehen angesagt aus, und bringt sie dazu zu glauben, dass es ja vielleicht tatsächlich so ist, dass man aufgrund der Kleidung, die Menschen tragen, erkennen kann, aus welchem Land sie kommen. Ein wenig so wie früher eben, als die verschiedenen Trachten und Kopfbedeckungen ein Zeichen dafür waren, aus welcher Region die Menschen stammten.

„Habt ihr denn schon Ferien?“, reißt Martina die Mädchen aus ihren Gedanken. „Es ist doch erst Anfang Juni!“ - „Schleswig-Holstein ist doch immer sehr früh dran“, erinnert Lena Martina daran, dass in Deutschland ja jedes Bundesland zu einem anderen Zeitpunkt in die sechswöchige Schulpause geht. „Und ich“, hat Tina sich gerade den letzten Bissen Pizza in den Mund geschoben „arbeite schon. Also Ausbildung. Erstes Lehrjahr.“ - „Hm“, lächelt Martina etwas müde. „Ich könnte ja jetzt raten, aber ich glaub, ich hab für heute genug davon.“ - „Krankenschwester“, nickt Tina ihr verständnisvoll zu. „Und du?“, würde sie gerne herausfinden, warum Martina und ihr Mann hier tagsüber im Café herumsitzen können. „Krankenschwester?“, ist Martina voller Anerkennung. „Das ist sicher kein einfacher Beruf. Find ich voll cool, dass du das machst!“ Tina, die nun ihrerseits diese Art Reaktionen schon kennt, lächelt nur. „Ach so! Ich?“, begreift Martina endlich. „Ich arbeite in einem Restaurant. Aber nur abends! Dort hinten“, zeigt sie schräg hinter sich, „am Strand.“ - „Ist der Strand nicht da?“, wundert Tina sich und zeigt in die andere Richtung. Herzlich, wie Martina jetzt lacht. „Strand ist hier doch überall. Die ganze Adria entlang - rauf und runter.“ Klar, durchfährt es Tina, dumm von mir! Aber wenn man denn auch so gar keine Orientierung hat!

Hastig kommt der junge Mann mit den kurzen Haaren von der Straße auf sie zu. „Komm!“, scheint er Martina schon von weiten immer wieder aufzufordern. Sie ruft ihm etwas auf Italienisch entgegen. Nervös bleibt er vor Tina und Lena stehen. „Das ist mein Mann!“, stellt Martina ihn erneut vor. „Roberto.“ Roberto aber nickt nur kurz. Dann wirft er leicht genervt den Kopf zur Seite. „Ich muss los“, sagt sie schon im Stehen. „Vielleicht sehen wir uns später noch!“ Und sie folgt ihrem Mann, der hastig zurück zu der Seitenstraße eilt, aus der er eben gekommen ist, als hätte er dort etwas sehr Wichtiges zu erledigen.

6 Augenblicke

Lena ist, als käme ein Licht auf sie zu, direkt auf sie zugefahren. Ein Licht, das hell leuchtet, aber nicht grell ist, sondern ganz warm. Ein Licht, das sie so fesselt, dass sie nirgendwo anders hinsehen kann, selbst wenn sie es noch so gerne wollte. Aber sie will auch nicht. Nicht in etwas anderes hineinschauen als in dieses Paar leuchtende Augen, das unaufhörlich, neugierig und zielstrebig in diesem grünen Vespa-Dreirad auf sie zugefahren kommt. „Die wollen was von uns“, feixt Tina verschmitzt.

Auch der junge Mann, der die Biene lenkt, hat das Gefühl, auf ein Licht zuzufahren. Es sind die orange-roten Haare von Lena, die hier und da die Sonnenstrahlen reflektieren, die durch die Blätter der Baumkronen über ihr fallen.

Augen, die nicht aufhören, in die ihren zu strahlen, nicht als das knatternde Dreirad vor ihnen am Rand des Bürgersteigs zum Stehen kommt und auch nicht als sie aus dem Führerhäuschen steigen und die wenigen verbleibenden Schritte zu ihr tun. Eingerahmt von einem Lächeln, das sie noch mehr zum Leuchten bringt. Was für ein Blick! Wie hypnotisiert ist sie, das spürt sie, obwohl sie es auch kaum aushalten kann so direkt in die immer näher kommenden Augen dieses Jungen zu schauen. Nun, da er unweit vor ihr stehen bleibt, ist ihr, als könne sie direkt in diesen Fremden hineinsehen, durch das helle Braun seiner aufschwingenden Augen hindurch, sein tiefstes Inneres erblicken.

Vorsichtig nähert sich der junge Mann dem Mädchen mit den leicht gewellten, feuerroten Haaren. „Ich glaube, wir sind willkommen“, raunt er seinem Freund zu, der sein Gesicht hinter seinen dichten, dunklen Locken versteckt. Sie sind größer als die seinen, diese Locken seines Freundes und von festerer Struktur. Was aber soll man jetzt sagen, überlegt er mit Blick auf die Mädchen dort am Boden. Dann kommt eine Frage aus seinem interessierten Gesicht. Das, freut Lena sich, kann man wenigstens an der Betonung erkennen, dass es eine Frage ist und am Gesichtsausdruck und am leichten Anheben des Kinns, welche mit den Worten einhergehen. Die Worte aber machen weder für Lena noch für Tina Sinn. So lachen sie aus reiner Hilflosigkeit und die beiden jungen Italiener mit ihren langen, dunklen Haaren, so ganz ohne Argwohn, ganz unbedarft, sie lachen mit.

Ein wenig verlegen, den Blick fest auf Lenas orangefarbene Haare gerichtet, versuchen es die leuchtenden Augen noch einmal: „Parlate Italiano?“ - „No!“, schütteln die Mädchen jedoch so sicher ihre Köpfe, dass den beiden Jungen kaum eine Hoffnung bleibt, sich in ihrer Sprache auch nur ein wenig mit ihnen verständigen zu können. „Niente?“, zweifelt der mit den großen Locken noch. - „Niente!“, ist aber nun doch ein Begriff, den Lena und Tina verstehen. „Boooh!“, wenden sich die kleinen, strahlenden Augen enttäuscht zum Lockenkopf. „English?“, bietet Tina einmal wieder an, ermuntert von dem anziehenden Lächeln der zwei. Doch nun sind es die jungen Männer, die ein wenig beschämt, wenn auch immer noch lächelnd, ihre Köpfe von links nach rechts bewegen. Ratlosigkeit herrscht nun, Schweigen. Schon fürchtet Lena, die beiden könnten womöglich gleich wieder verschwinden und mit ihnen natürlich auch diese leuchtenden, hellbraunen Augen. Die aber bleiben. Denn sie spüren, dass das Lachen der jungen Frauen dort vor ihnen auf dem Boden Unsicherheit verbirgt und das schreckt sie nicht ab. Im Gegenteil! Sie empfinden es als angenehm. Sie lachen mit, fühlen sich eingeladen und setzen sich im Schneidersitz zu den Mädchen auf den Bürgersteig. Tina und Lena entgeht aber nicht, dass sie sich zuvor noch einmal kurz umsehen, so als wollten sie sicher gehen, dass sie nicht beobachtet werden. Oder vielleicht auch, dass sie niemanden stören.

Nein! Der junge Mann mit den leuchtenden Augen und den kleineren Locken, dessen Haare beinahe schwarz schon bis kurz über seine Schultern fallen denkt ganz und gar nicht an Aufgeben. Viel zu sehr hat ihn das Lächeln des fremden, rothaarigen Mädchens in seinen Bann gezogen. Sanft stupst seine rechte Hand mit dem Schlüssel der Ape darin, an seinen eigenen Brustkorb, wobei die vielen ledernen Armbänder von seinem Handgelenkt hinunter in Richtung seines Ellenbogens gleiten. Seine andere Hand, die freie, klopft flach auf den Boden. „Italia“, kann Lena seine Stimme nun nah bei sich hören. „E voi?“ Angenehm, durchzuckt es sie, der Klang dieser Stimme. Ganz warm. Ja, so warm wie das Licht seiner Augen. Tina und Lena überlegen. “Germany”, entfährt es dann beiden. Das bringt Glück, wenn Menschen exakt zur selben Zeit exakt dasselbe sagen, meinen auch die Italiener, wie sich leicht an ihren Blicken erkennen lässt. „Ah, Germania“, hat der mit den gelockten Haaren verstanden. „Und von wo aus Deutschland?”, will er auch gleich in seiner Sprache erfahren. Die Mädchen, was sollen sie machen, sie lachen, aber sie antworten nicht. “Die verstehen echt gar nichts!”, grinst er seinen Freund mit seinen mandelförmigen, kastanienbraunen Augen an. „Denen könnten wir jetzt alles erzählen.“ - „Ja!“, ist sein Freund ganz seiner Meinung. Aber genau das reizt ihn eben auch jetzt. Schon stupst er sich wieder mit der Schlüsselhand an die Brust. „Io“, und die Hand macht eine kreisende Bewegung in die Umgebung, „di questa città. E voi?“, zeigt die Hand nun auf die Mädchen und so voller Hoffnung ist jetzt sein schmales Gesicht. “Woher wir kommen vielleicht?“, meint Lena seinen Gesten zu entnehmen. „Schleswig-Holstein“, kann sie Tina auch gleich sagen hören. „Come?“, versteht er aber nun seinerseits nicht. “Schleswig-Holstein”, spricht Lena ganz langsam nach, woraufhin die Jungs mit vorgeschobenen Unterlippen ihre Köpfe erneut verneinend hin und her bewegen. „Hamburg“, versucht Tina es dann wieder mit einer großen Stadt, die ja wohl jeder kennen sollte. „Amburge“, wiederholt der hinter den Locken das Wort, in der Hoffnung, es könne ihm so mehr sagen. Und tatsächlich! „Ah, Amburgo!“, scheint ihm dann möglich zu sein und er freut sich sehr über das Nicken der Mädchen.

Geht doch, stellen alle fest. Der Anfang jedenfalls ist gemacht. Bleibt, sich einander vorzustellen. „Io, Luca.“ geht die Hand des Jungen mit den strahlenden Augen erneut an seine Brust und schon folgt die von „Andrea“ an die seine. Das aber löst erneut ein Lachen bei den Mädchen aus, wenn auch ein ungewolltes. Irritiert schauen Andrea und Luca sich an. Was mag jetzt daran so lustig gewesen sein? „Andrea?“, hakt Tina noch einmal ungläubig nach. „Sì“, kommt die Antwort von dem Ahnungslosen mit den großen Locken und warum denn auch nicht, fragen seine Augen. „In Germania“, hat Tina sich die italienische Bezeichnung für ihr Heimatland gemerkt, „Andrea is for girls“, und zeigt auf sich und Lena. „No!“, gehen augenblicklich zwei Zeigefinger hoch, einer von Luca und einer von Andrea, und wackeln verneinend in der Luft. „In Italia no!“ Dass in Italien auch Männer deutsche Frauennamen tragen, hatte Martina ihnen ja nicht verraten. Die Jungs aber, das ist sicher, haben sie nicht auf den Arm genommen. „Tina“, zeigt Tina erst auf sich, dann auf „Lena“. „Ciao“, grinsen die beiden Italiener und das noch mehr, als die Mädchen ebenfalls „Ciao!“ sagen.

Eine eins und eine acht schreibt Luca in die Luft und Andrea macht ihm diese Geste sogleich nach. Sie werden ihr Alter meinen, denken die Mädchen, und schreiben die gleichen Zahlen in die Luft. Ein wenig ungläubig schauen die Jungen jedoch. Sie werden doch nicht alle hier tatsächlich dasselbe Alter haben! Da Lena und Tina aber weiterhin nicken, „Sì, eighteen! Like you“ sagen und dabei auf alle zeigen, ist es wohl so.

„Frag`, was sie hier machen?“, fordert Luca Andrea auf. „Ich?“, muss der wieder lachen. „Wie soll ich das anstellen, eh?“ Die Tatsache, dass er sich seine großen Locken aus dem Gesicht gestrichen hat, verrät Luca, dass sein Freund nun seine anfängliche Schüchternheit überwunden hat. Jetzt kann jeder seine markanten Gesichtszüge betrachten, sein spitz zulaufendes Kinn. Doch mit der Annahme, Andrea beherrsche die englische Sprache auch nur ein wenig besser, als er selbst, hat Luca sich mächtig vertan. Andrea hat nicht die leiseste Idee, wie er sich den fremden Mädchen mit Worten verständlich machen kann. „What....?“, mehr fällt ihm einfach beim besten Willen an englischen Worten nicht ein. Sprachlos zeigen die beiden jungen Männer daher auf die Rucksäcke der Mädchen, klopfen immer wieder auf den Boden, ziehen ihre Schultern nach oben und strecken fragend die Innenseite ihrer Hände nach außen. Noch einmal kommt ein „What..?“ aus Andrea, aber es wollen partout keine weiteren Worte folgen. „Was haben wir eigentlich in der Schule gelernt!“, prustet er daher in Lucas Richtung. „Die wollen wissen, was wir hier machen“, hat Tina aber auch so verstanden. „Na, dann versuch` mal, ihnen das zu erklären!“, strahlt Lena sie an, erneut davon angetan, wie kontaktfreudig sich ihre Freundin immer wieder zeigt. Seit ein paar Minuten nun schon spürt Lena, dass ihr Herzschlag gestiegen ist. Und sie ahnt, dass das nicht mehr die Folge des Cappuccinos ist, den sie eben vor der Bar genossen hat, zumindest nicht nur.

Tina zeigt mit einer Hand erst auf sich und dann auf Lena und hält den Jungs mit der anderen Hand vier ihrer schmalen Finger hin. Was soll das nun bedeuten, schauen sich Luca und Andrea wieder einmal fragend an und verweisen schließlich auf die Rucksäcke, von denen es offensichtlich ja nur zwei hier gibt. Ebenso wie ja auch nur zwei Mädchen. Lena nimmt daher Tinas Vierfingergeste auf, klappt zwei Finger immer hoch und runter und streckt ihren anderen Arm mit dem hoch erhobenen Tramperdaumen aus: „We are waiting for our friends. Rainer and Jan.“ Unsicher schaut Luca sie jetzt mit seinen hellbraunen Augen an. Dass diese Mädchen hier auf zwei andere warten, ist jetzt klar. Aber was sind das für welche, diese anderen? Mädchen? Jungen? Ihre Partner vielleicht? „Djan?“, versucht Luca herauszufinden, ob das nun ein Frauen- oder ein Männername ist. „Jan“, wiederholt Tina lachend den Namen, den sie so gerne hat. „Djan!“, versucht es nun Andrea und Luca nickt, denn das hat auch er verstanden. „No!“, sagt Tina fast ein wenig zu streng und legt die Betonung auf den ersten Buchstaben, als sie den Namen noch einmal ganz deutlich spricht. Aber es hilft nichts. Den beiden Jungen vor ihnen gelingt nur das dj wie in Jeans, ganz gleich, wie oft sie es auch probieren. „And Rainer!“, fährt Tina also fort. „Reina“, wiederholt Andrea, überzeugt, dass er es diesmal richtig macht, mit einem siegessicheren Lächeln in seinem hübschen Gesicht. „No!“, versucht nun Lena mit der Betonung auf der letzten Silbe Andreas Aussprache zu korrigieren. „Rainer!“ Forschend schauen sie die beiden Jungen an. Wie gehörige Schüler, die alles richtig machen wollen. „Rainere“, hört Lena Lucas warme Stimme sagen und muss schrecklich lachen, auch wenn sie es gar nicht will. Ungläubig wackelt sein Kopf mit den dichten, schwarzen Haaren vor ihr hin und her und seine hellbraunen Augen leuchten sie an. Er möchte doch nichts, als endlich erfahren, was es mit diesen beiden Namen auf sich hat. Tina aber malt mit dem Finger ein e und ein r auf die Steinplatten des Bordsteins vor ihren übereinander gekreuzten Beinen. Auch diese bildhafte Darstellung der Buchstaben aber löst nicht das Problem. Ob Luca, ob Andrea, sobald sie das er am Ende sprechen, hängen sie automatisch immer noch ein e hinten dran. Wörter, die auf einem Konsonanten enden, scheinen für sie so unaussprechbar zu sein wie ein „J“ vor einem Vokal. „Kein e“,. gibt Lena den beiden mit Hilfe des wackelnden Zeigefingers zu Lucas Leidwesen auch noch zu verstehen. „Come no e?“, blickt Luca sie nun an, als wolle sie ihn verschaukeln und zeichnet noch einmal die Buchstaben auf den Boden, die Tina zuvor auf ihn geschrieben hat. „E? No?“, sucht er ihre Bestätigung mit einem bittenden Grinsen. „Eins“, zeigt Lena ihm einen ausgestreckten Finger, „no zwei“, während sich ein weiterer Finger hinzugesellt. Verständnislos schauen die leuchtenden braunen Augen seinen Freund an. „Begreifst du das? Ich nicht! Rainere. Oder?“ - „Er“, erklärt Lena noch einmal lachend, „no ere!“, auch wenn sie nun eingesehen hat, dass die beiden so lernwilligen Italiener stets versuchen werden, unmelodisch klingenden Wörtern eine Melodie zu geben. „Err“, ist dann auch Lucas letztes Wort zu dieser Ausspracheübung und Tina und Lena halten ihm anerkennend den hochgestreckten Daumen entgegen. Erleichtert lachen nun alle Vier. Und alle scheinen sich darüber zu freuen, wie viel man doch lachen kann zusammen mit Menschen, die man gar nicht kennt. Doch es ist Andrea und Luca auch lachend anzusehen, dass sie etwas im Schilde führen. Sie tuscheln die Jungs und grinsen und rücken dann mit einem „Giu“ heraus, das die deutschen Mädchen, das ist klar, nun doch bitte mal richtig nachsprechen sollen. Enttäuscht schaut Luca zu Andrea und Andrea zu ihm, weil es den Mädchen so einfach fällt und schon sinnen sie nach einer weiteren Vokabel. „Antidolorifico“ wirft Andrea mit Blick auf die Apotheke auf der anderen Straßenseite den Mädchen hin und seine Augen funkeln wie Kastanien, die in der Sonne liegen. „Antidolorifico“, wiederholen Tina und Lena makellos und warten amüsiert auf das nächste Wort. Auch das bereitet ihnen keine Schwierigkeiten. Auch das aber lässt sich viel zu einfach sagen. „Solange man nicht weiß, welche Buchstaben die in ihrer Sprache anders aussprechen! Da kann das doch endlos gehen!“, findet Andrea aber dieses Spiel schon nicht mehr sonderlich spannend. „Versuchen wir es!“, lacht Luca mit frechem Grinsen, aber Andrea kennt ihn lange genug, um zu wissen, dass sein Freund zwar hartnäckig ist, es aber nicht ausreizen wird jetzt, nicht bis zum bitteren Ende.

Und plötzlich legt sich Sorge auf Lucas Gesicht. Was, wenn diese Namen, die er und Andrea nicht richtig aussprechen können, nun die festen Freunde dieser beiden Mädchen sind? Schnell kreuzt er den Mittelfinger seine Armbandhand über den Zeigefinger derselben. „Boyfriend?“, kann Andrea seine Geste in Worte fassen und muss gleich wieder lachen. „Schon das zweite englische Wort, das mir heute einfällt, eh!“ - „No“, lachen Tina und Lena weiterhin mit, auch wenn sie Andreas Worte nicht verstanden haben. „Nooo?“ Langsam entspannt sich Lucas Gesicht. Aber so herzhaft lachen wie Andrea, das kann er noch nicht. Er muss es jetzt ganz sicher wissen. „No, just friends”, versucht es Lena, die spürt, was Luca so wichtig ist, noch einmal auf Englisch, wobei sie den Zeige- und den Mittelfinger der linken Hand ausgestreckt auseinandergehen lässt. „Solo amici?“, wird wohl auch Luca meinen, so, wie seine Augen nun wieder strahlen, direkt in Lenas hinein. „Solo amici“, sprechen Lena und Tina nickend nach und blicken in die erleichterten Gesichter der Jungs, die nun wieder ganz sorglos erscheinen. „Hätten wir jetzt gesagt, dass wir mit denen zusammen sind, die wären glatt abgehauen“, raunt Lena ihrer Freundin zu. Was aber wird jetzt geschehen? Nun, da geklärt ist, dass keine Gefahr ausgeht, von denen, die ja noch gar nicht da sind. Nun, da sicher ist, dass alle frei sind hier. Denn das, macht Lena sich bewusst, ist ja nun wohl ebenfalls deutlich geworden. Auch Luca und Andrea werden wohl grad keine festen Freundinnen haben. „A che ora?“, tippt Lucas Finger auf sein rechtes Handgelenk, die nicht vorhandene Armbanduhr. „Boooh!“, interpretiert Luca das Schulterzucken der Mädchen und auch sie haben sogleich verstanden. „Booooh!“, machen daher auch sie, denn sie können nun mal keine Ahnung haben, wann Rainer und Jan hier eintreffen werden.

Das gehört abgesprochen, findet Luca und wendet sich mit vielen Worten an seinen Freund. Während dieser mit ihm die Frage klärt, ob sie die deutschen Mädchen einladen sollen, und wenn ja, wohin, tauschen Tina und Lena begeisterte Blicke. Wie angenehm es ist, Ablenkung zu haben! Wie schön es ist, sich mit diesen beiden Italienern zu unterhalten, die in ihrem Alter sind und so viel Geduld und Freude daran haben, sich mit ihnen zu verständigen. Zwei junge Männer, die von hier kommen, aus dieser Gegend, wenn nicht sogar aus diesem Ort. Das fühlt sich ganz anders an als mit Martina vorhin vor dem Café. Und das wohl nicht nur, weil die beiden Jungen sind. Martina, so wurde Tina und Lena jetzt klar, hatten sie als Deutsche kennen gelernt. Sie war keine richtige Italienerin mehr. Und sie kam nicht von hier. Diese beiden dunkelhaarigen jungen Männer hier hingegen geben Tina und Lena das Gefühl, angekommen zu sein an diesem Ort, angekommen zu sein in Italien.

„Faciamo un giro?“, zeigt Luca beschwingt erst auf Andrea und sich, dann auf sein grünes Vespa-Dreirad und erkennt sogleich, dass weder die Frau mit den strohblonden Haaren noch die mit den feuerroten ihn versteht. „Brmm, brmm“, macht er daher und sorgt so erneut für allgemeine Erheiterung. Luca aber hat nun keine Scham mehr, sich aller nur erdenklichen Geräusche und Gesten zu bedienen, damit die beiden Mädchen ihn verstehen. Zu freundlich schauen ihn Lenas dunkelblaue und Tinas Augen, die fast die gleiche Farbe haben wie die seinen, immer wieder an. Zu bemüht wirken die beiden deutschen Frauen auf ihn, stets herauszufinden, was Andrea und er ihnen sagen wollen. Schon zeigt seine Hand mit dem Schlüssel darin auf alle vier und sein Mund macht aus brmm, brmm eine Frage. Unsicher schauen Tina und Lena sich an. „Können wir hier einfach abhauen?“ - „Echt, keine Ahnung! Aber wenn die wirklich kommen, wenn wir weg sind, können die beiden ja auch mal ein bisschen auf uns warten. Oder?“ Da Andrea und Luca begriffen haben, was die beiden Frauen zurückhält, versuchen sie mit Hilfe von brmm-brmm und der imaginären Armbanduhr, Tina und Lena zu versichern, dass sie nicht allzu lange bleiben, sie bald wieder auf den Platz zurückbringen werden. „Ja, tausend mal besser, mit den Jungs zu fahren, als hier weiter rumzuhängen“, steht Tina auf und Lena ist doppelt froh. Sie kann fühlen, dass ihre Freundin bereits eine Ahnung davon hat, was passiert ist zwischen Luca und ihr. Aber es kommt kein Neid, keine Eifersucht, keine Ablehnung. Es wirkt fast, als freue sich Tina darüber, als sei sie gespannt darauf zu erleben, wie sich das hier nun weiter entwickeln wird.

Auch Andrea hat gleich kapiert, dass es seinen Freund soeben vollends erwischt hat. Er hat es nicht sehr mit der Religion. Das zwischen Luca und Lena aber, das schien ihm göttlich gewollt zu sein. Die beiden, findet er, hatten nicht die geringste Chance, sich dagegen zu wehren.

Kaum, dass sie sich alle erhoben haben und Lena neben Luca und Tina neben Andrea stehen, muss Tina einmal kurz ihren Blick abwenden, um nicht wieder ein Lachen zu lachen, dass von den Jungen missverstanden werden könnte. Während Lena und Luca etwa die gleich Größe haben und damit schon fast einen Kopf kleiner sind als sie, zeigt sich, dass Andrea noch viel kleiner als sie. Auch er neigt seinen Blick zu Boden angesichts der eineinhalb Köpfe Größenunterschied, die zwischen Tina und ihm bestehen, stupst dann aber doch vergnügt seinen Freund an und zeigt zu Tina hoch. „Grande, eh?“, hält er ihr anerkennend den ausgestreckten Daumen entgegen, so dass nun alle Vier über das lachen können, was gottgegeben ist. „Big!“, fällt Andrea da sogar noch das dritte englische Wort an diesem sonnigen Tag ein und er ist stolz auf sich.

Mit den Rucksäcken der Mädchen ist die Ladefläche der kleinen Ape quasi schon voll beladen. Tina und Lena versuchen sich auf ihr Gepäck zu hocken. Doch Luca ist nicht einverstanden, weist Andrea an, die Rucksäcke aufrecht an das Führerhäuschen zu stellen. Lena und Tina sollen sich an diese anlehnen, die Schultergurte vorsichtshalber überziehen, damit die Säcke nicht zur Seite kippen können. So klemmen die Mädchen dann endlich nebeneinander zwischen ihren Rucksäcken und der Ladeflächenklappe am hinteren Ende. Der junge Mann mit den leicht gelockten, fast schwarzen Haaren und den leuchtenden Augen läuft trotzdem immer wieder lachend um den hinteren, längs wie quer nicht mehr als einen Meter und zwanzig messenden Teil seines kleinen Gefährtes herum, rückt hier noch mal was zurecht und dort. Er und Andrea werfen sich Sätze zu, skeptische Blicke, ein Lachen. Ein bisschen Show ist wohl auch dabei, denken die Mädchen sich, bis Luca endlich zufrieden ist. Da spürt Lena Lucas Hand ganz sanft auf der ihren. Sie fühlt sich angenehm an, weich. Sacht hebt er ihre Hand und legt sie neben Lena auf den Rahmen, wo er sie mit leichtem Druck auffordert, sich festzuhalten. „Brava“, lächelt er sogleich Tina an, als sie automatisch mit ihrer Hand an den Rand der Biene auf ihrer Seite greift. Durch einen winzigen Spalt zwischen den Rucksäcken können die jungen Frauen aus den Augenwinkeln erhaschen, wie Luca sich noch einmal nach hinten umschaut, bevor er den Motor startet und den Griff am Lenker in seiner rechten Hand leicht von sich wegdreht. Knatternd überqueren sie den Platz, von dem aus Luca scharf links auf die Straße hinaus muss. „Ich glaub, das kann schneller kippen als man denkt!“, begreift Tina in diesem Moment nun doch die Sorgen der jungen Männer, die sie so freundschaftlich eingeladen haben, mit ihnen zu fahren, wohin auch immer. „Gut festhalten, damit sich das Gewicht nicht verlagern kann, war ja wohl auch die Anweisung, oder?“ ist Lena ebenfalls gewiss, dass das hier auch schiefgehen kann, als Luca um die nächste Ecke biegt und ihr ist als spüre sie erneut seine Hand.

Langsam fährt Luca um den Park herum, die Straße hinunter, am Meer entlang. „Schau, da hinten ist der Hafen!“, zeigt Lena auf die mauerartige Befestigung, die sich durch das Wasser zieht und die vielen weißen Masten, die dahinter in den blauen, wolkenlosen Himmel ragen. Linker Hand ziehen die Strandbuden an ihnen vorbei, eine nach der anderen. „Ob das wirklich die ganze Adria entlang so geht?“, erinnert sich Tina an Martinas Worte. „Keine Felsen, nur Strand und Meer und diese Buden?“ Lena ist noch bei Lucas Hand. Wie vorsichtig er die ihre genommen hat! Behutsam und doch bestimmt. „Du meinst, bis zur Fähre nach Griechenland?“, lächelt sie Tina versonnen an. „Unvorstellbar, oder?“ Ja, denkt auch Lena, unvorstellbar bei so einem langen Land.

Plötzlich wird Luca langsamer. Die Straße führt hier nun weg vom Strand. Schlagartig werden Tina und Lena mit dem Gewicht ihrer Körper an ihre Rucksäcke gedrückt. Ein ohrenbetäubendes Getöse geht über sie hinweg, während sie für einen Moment lang beinahe totale Dunkelheit umgibt. Das war der Zug, denkt Tina, der da gerade über uns hinweggefahren ist. Und schon muss sie ihre Füße auch wieder fest gegen die Ladeklappe hinten stemmen, denn ruckartig verlagert sich das Gewicht erneut und drückt den Mädchen die Rucksäcke in den Nacken, den Rücken und an den Hinterkopf. Die kleine Biene müht sich, aus der Unterführung wieder hinaufzukommen. Dann aber fahren sie schon wieder eine ebene Straße entlang, scheinbar in die Richtung aus der sie gekommen sind, und biegen auch bald rechts in eine kleine Straße ein. „Wo wollen die bloß hin mit uns?“, wundert Lena sich, da sie ja nicht wissen kann, dass es die vielen Einbahnstraßen sind, die Luca daran hindern, den kürzesten Weg zu nehmen. Erneut drücken den Mädchen die Rucksäcke in ihre Rücken. Es geht einen Hang hinauf, vorbei an vielen Einzelhäusern, die umgeben von großen Gärten zu beiden Seiten stehen. Der Blick zurück auf die roten Ziegeldächer weiter unten und auf das blau schimmernde Meer dahinter gefällt Lena und Tina sehr. Doch sie drohen nun auch unaufhörlich auf ihren Hintern in Richtung dieser schönen Aussicht zu rutschen. Mit aller Kraft stützen die beiden sich mit den Füßen ab, während die Ape immer langsamer wird. Sie fiebern mit, als Luca sich müht, alles aus seinem Dreirad herauszuholen. Er versucht es mit wenig Gas und auch mit mehr, aber seine Ladung ist einfach zu schwer für diesen Hang, der immer steiler wird. Fast säuft sie ab, die kleine Biene, bevor er sie zum Stehen bringt.

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