Kitabı oku: «Die Astrologie der Schüssler-Salze»

Alle Angaben in diesem Buch sind von den Autoren sorgfältig erwogen und geprüft worden, dennoch kann eine Gewährleistung jeglicher Art nicht übernommen werden. Ein Haftung für Personen-, Sach- , Vermögens- oder sonstige Schäden ist ausgeschlossen. Personen mit gesundheitlichen Beschwerden sollten alle therapeutischen Maßnahmen mit ihrem Arzt besprechen und auch gegebenenfalls die bei Heilmitteln anzuwendenden Gebrauchshinweise beachten.
Print-ISBN 978-3-937077-42-0
© astronova Tübingen, 2011
eBook-ISBN 978-3-958110-04-5
eBook-Herstellung und Auslieferung:
Brockhaus Commission, Kornwestheim
www.brocom.de
Das gesamte Werk ist im Rahmen des Urheberrechtsgesetzes geschützt. Jegliche vom Verlag nicht genehmigte Verwertung ist unzulässig. Dies gilt auch für die Verwertung durch Film, Funk, Fernsehen, Internet, neue Medien, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger jeglicher Art, elektronische Medien sowie für den Nachdruck und die Übersetzung.
2. überarbeitete Auflage
Druck: SDL Schaltungsdienst, Berlin
Illustrationen und Layout: Peter Steiner und Sabine Tomicich
Buchtitellayout: Andrea Copony
Fotos: Axel Krefting
Nur direkt zu beziehen über:
astronova Versand, Postfach 1250, D-72002 Tübingen
www.astronova.com
Inhalt
Zum Geleit
1. Mineralsalzkunde allgemein
Einleitung
Dr. Wilhelm Schüßler (1821 – 1898)
Wegbereiter und Wegbegleiter
Kurt Hickethier (1891 – 1958)
Antlitzdiagnostik („Sonnerschau“)
Die Zelle und ihre Funktion
Die Mineralstoffe des Körpers
Die Weisheit des Körpers
Das Gesetz des Minimums
Biochemie und Homöopathie
Vorkommen im Körper
Die Wirkungsbereiche der Mineralsalze
Die Herstellung biochemischer Mittel
Dosierung
Wichtige Hinweise für Allergiker und Diabetiker
Die äußerliche Anwendung von Schüßler-Salzen
Biochemische Salben und Cremes
2. Heilkunde und Astrologie
Es war einmal
Allgemeine Erläuterungen
Die Entstehung des Universums
Das Universum und die Astrologie
Das Universum und seine Mineralsalze
Astrologie und Mineralsalze
Die Zuordnung der Schüßler-Salze zu den Tierkreiszeichen
Die Zuordnung der Schüßler-Salze zu den Elementen Feuer, Erde, Luft und Wasser
Das polare Gegenüber
Prinzipien der Tierkreiszeichen unter Berücksichtigung des polaren Gegenübers
3. Möglichkeiten der Einnahme
Einnahme nach dem Biorhythmus
Einnahme nach den Mondphasen
Einnahme nach dem Organzyklus
Ein kleiner Exkurs zum Thema Ernährung („14-Uhr-Diät“)
Ein kleiner Exkurs zum Thema Getränke
Einnahme nach der Astrobiochemie
4. Die zwölf Schüßler-Salze
Nr. 1:Calcium fluoratum (Jungfrau)
Nr. 2:Calcium phosphoricum (Stier)
Nr. 3:Ferrum phosphoricum (Widder)
Nr. 4:Kalium chloratum (Zwilling)
Nr. 5:Kalium phosphoricum (Wassermann)
Nr. 6:Kalium sulfuricum (Waage)
Nr. 7:Magnesium phosphoricum (Löwe)
Nr. 8:Natrium chloratum (Fische)
Nr. 9:Natrium phosphoricum (Skorpion)
Nr. 10:Natrium sulfuricum (Krebs)
Nr. 11:Silicea (Schütze)
Nr. 12:Calcium sulfuricum (Steinbock)
Nr. 13–27: Biochemische Ergänzungsmittel
Register A – Z
Über die Autoren
Literatur
Zum Geleit
Im Jahre 1987 veranlassten mich hartnäckige Ohrenprobleme mehrere Fachärzte aufzusuchen, die mir aber trotz ehrlicher Bemühung nicht helfen konnten. Die Ursache der Beschwerden blieb ungeklärt. Nach zahlreichen Untersuchungen und fehlgeschlagenen Behandlungen schickte mich mein damaliger Hausarzt zu – wie er sagte – „seinem Hausarzt“, dem ortsansässigen Schornsteinfeger, seinesgleichen Mitglied des Biochemischen Bundes in Österreich und Ansprechperson für Ratsuchende. Mittels Schüßler- Salzen und Fußreflexzonenmassage war mein Problem rasch nachhaltig behoben.
In den folgenden Wochen und Monaten sprachen Freunde auf einmal „zufällig“ über Seminare zur Mineralsalzkunde und zur Antlitzdiagnostik, Bücher zu diesem Thema schienen sich in den Auslagen von Buchhandlungen fortan zu stapeln und einschlägige Seminarangebote flatterten wie von Zauberhand reihenweise in meinen Briefkasten. Die Zeit war sichtlich reif, selbst aktiv zu werden, eine Ausbildung zu absolvieren und Familie und FreundInnen freiwillig oder auch unfreiwillig von ihren Mineralsalzmängeln und den möglichen Folgewirkungen schonungslos in Kenntnis zu setzen. Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, muss ich mich wohl bei vielen Menschen für die Penetranz des Vorgehens entschuldigen, aber: Eine Leidenschaft für das Leben war geboren!
Ich begann mich zunehmend mit der Biochemie nach Dr. Schüßler zu beschäftigen und sammelte durch die unterschiedlichsten Erkrankungen mir nahe stehender Menschen viel Erfahrung, die durch weitere Fortbildungen, aber auch autodidaktische Weiterbildung ergänzt wurde. Ein großer Freundeskreis und die Tätigkeit als Wirbelsäulentrainerin gaben mir zunehmend die Möglichkeit, vielen Menschen zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden zu verhelfen. Ihnen allen danke ich für die beständige Aufforderung und Ermunterung, Wissen und Erfahrung weiterzugeben, die Beratungstätigkeit aufzunehmen und Kurse zu den Schüßler-Salzen und der Antlitzdiagnostik anzubieten.
Auf einer Fortbildungsveranstaltung lernte ich den Astrologen Johannes Lipautz kennen, und da ich in persönlichen Lebenskrisen bereits mehrmals Hilfe in der Astrologie gesucht hatte und von den Erkenntnissen über die tiefen Zusammenhänge des menschlichen Seins begeistert war, folgte fast unweigerlich die Idee der Zusammenarbeit. 12 Mineralsalze, 12 Tierkreiszeichen. Ließen sich Verbindungen herstellen? Wir beschafften uns jene Literatur, in der bereits Zuteilungen vorgenommen worden waren, fanden aber teils nur unzureichende, teils sogar unschlüssige Begründungen, die mitunter nach etymologischen, religiösen und numerologischen Gesichtspunkten getroffen worden waren. Vom Ergebnis der Recherche enttäuscht entschlossen wir uns, unter Berücksichtigung anerkannter Literatur zu den Schüßler-Salzen, neue Wege zu gehen.
Biochemische Mineralsalze sind physiologische bzw. grundsätzliche Bestandteile jedes lebenden Körpers und müssen, da anorganisch, dem Körper von außen zugeführt werden. Sie sind mit dafür verantwortlich, die Funktionen des Körpers zu gewährleisten. Unser Leben beschränkt sich aber nicht nur auf die Verarbeitungsprozesse des Körpers, sondern es ist auch unsere Aufgabe, seelisch-geistige Prozesse zu verarbeiten. Die Einflussnahme dieser Verarbeitungsprozesse auf die Befindlichkeit des Körpers ist längst unbestritten. Aus dieser Erkenntnis heraus wandten wir uns also schlussfolgernd der Frage zu, welche Energie-/Schwingungs-potentiale dem jeweils Ratsuchenden zur Verfügung stünden, wo seine persönliche Identität besonders geschützt werden müsse bzw. in welchen Belangen die Gefahr der Entfremdung von sich selbst am größten sei. Die Beobachtungen über physische und psychische Befindlichkeiten von Menschen mit Mineralsalzmängeln deckten sich in erstaunlichem Maße mit jenen körperlichen Anfälligkeiten, die laut Astrologie den einzelnen Tierkreiszeichen zugeordnet werden. Sie ergeben weiters eine schlüssige Ordnung hin zu den Elementen Erde (drei Calcium-Salze), Luft (drei Kalium- Salze), Wasser (drei Natrium-Salze) und Feuer (Ferrum phosphoricum, Magnesium phosphoricum und Silicea).
Durch die neu getroffene Zuordnung der Schüßler-Salze zu den einzelnen Tierkreiszeichen und die daraus folgende Gabe von Mineralsalzen ist es unserer tiefen Überzeugung nach möglich, einen Energie-/Schwingungsausgleich zwischen Mensch und Mineralsalz bzw. Körper, Geist und Seele zu bewirken, der auf natürliche Art und Weise erfolgt und die Homogenität wie auch die Stabilität des Menschen in physischer und psychischer Hinsicht fördert.
Unser großer Dank gilt all jenen, deren Forschung, Erkenntnis und Literatur uns bereichert hat und die unsere Arbeit damit möglich gemacht haben sowie jenen Menschen, die sich uns öffneten und uns Einblick nehmen ließen in ihre tiefsten und persönlichsten Bereiche.
Wir danken Herrn Univ.-Prof. Dr. Erik Adam, der das Lektorat übernahm und Frau Martina Steinbacher, die uns bei der graphischen Überarbeitung der Fotos und Zeichnungen mit viel Geduld zur Seite stand. Beide haben durch ihre beispielhafte Gewissenhaftigkeit und zahlreiche wertvolle Impulse wesentlich zum Gelingen dieses Buches beigetragen!
Besonders aber danken wir unseren Familien und Freunden, die uns in unserem Bestreben mit großem Verständnis und unendlicher Geduld unterstützt haben und uns die Kraft gaben, die Arbeit an diesem Buch zu beenden! Wir hoffen, Ihnen allen ein klein wenig Unterstützung durch dieses Buch zurückzugeben.
Sabine Tomicich
* * *
Ein „Zufall“ wollte es, dass ich durch ein Treffen mit Sabine Tomicich auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht wurde, mit Schüßler-Salzen den Weg zu suchen, „schwingungsentfremdete“ Wesen wieder auf ihre Eigenschwingung zu bringen. Nach einigen Gesprächen konnten wir feststellen, dass unsere geistigen Potentiale annähernd gleich „schwingen“ und so hat es nicht lange gebraucht, gemeinsam die Arbeit für so ein Werk aufzunehmen. Das Ergebnis liegt nun vor.
In meiner langjährigen Beratertätigkeit (astrologische Beratung, Lebensberatung) wurde und werde ich noch immer mit der Thematik konfrontiert, dass Menschen, geschwächt durch ihren körperlichen Zustand, nicht mehr in der Lage sind, ihre volle Wesenhaftigkeit auszuleben. Nach Betrachtung und Auslegung ihres Horoskops konnte ich fast immer feststellen, dass die Ausgangslage dieser Personen gar nicht dem Zustand entsprach, den sie laut ihres Geburtshoroskops haben sollten.
Für nicht astrologisch informierte Personen sei kurz erklärt, was in einem Horoskop grundsätzlich über einen Menschen zu erfahren ist. Da die Sprache der Astrologie eine Sprache der Energie ist, kann durch die Betrachtung eines Horoskops dieses Energiemuster des Horoskopeigners „herausgelesen“ werden. Bei der Geburt eines Menschen, so die Grundvorstellung des astrologischen Wissens, sind die Energien und Energiemuster etabliert. Dieses individuelle Energiemuster eines Neugeborenen ist zum Zeitpunkt der Geburt in Resonanz zu den Energien des Kosmos. Daher auch die Möglichkeit der Astrologin/ des Astrologen, durch Betrachtung des gestirnten Himmels zum Zeitpunkt einer Geburt Rückschlüsse auf die Wesenhaftigkeit eines Menschen zu schließen. Auf diese Art und Weise kann man die dem Menschen innewohnende Dynamik, dargestellt durch die vier Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser, ersehen. Diese Grundelemente stellen Formen von Energie und Bewusstsein dar, die in jedem Menschen wirksam sind. Astrologisch lässt sich aufgrund der Elementeaufteilung über einen Menschen sagen, ob er ein vorwärtsstürmender Willensmensch voller Unternehmungsgeist, Kreativität, Elan und Dynamik ist (überwiegend das Element Feuer im Horoskop), oder ein praktisch orientierter Tatmensch, der Vorhaben ausführt und Dingen eine Form gibt bzw. sie in die Tat umsetzt (überwiegend das Element Erde im Horoskop). Und da gibt es noch den Ideenmensch, der lebendigen Gedankenaustausch pflegt, gern redet und geistige Ziele anstrebt (überwiegend das Element Luft im Horoskop). Als vierter Menschentyp gilt der Romantiker. Er ist der Gefühlsmensch und Träumer sowie der anpassungsfähige, fantasievolle, sensible Mensch (überwiegend das Element Wasser im Horoskop). Aufbauend auf den entsprechenden Menschentyp lässt sich aus dem Horoskop noch ersehen, welche Anlagen ein Mensch für seine Aufgaben in diesem Leben mitbringt, wie seine Verwirkungsmöglichkeiten sind und welche Finalität ihm eigen ist.
In Beratungsgesprächen stellte sich immer wieder heraus, dass die Umstände, in denen diese Rat suchenden Menschen leben mussten, die Umwelt ihrer Kindheit mit den Persönlichkeitsmustern der Eltern und Erzieher, die Wunschvorstellungen der Partner, der eigenen Familie, die Herausforderungen in der Berufswelt sowie die Spielregeln der Gesellschaft sie so weit von ihren angeborenen Wesen (Energiemustern) entfernt hatten, dass entsprechende seelische wie auch körperliche Leiden die Folgen waren. Erklärbar sind diese Folgeschäden für mich so, dass die Einwirkungen obiger schicksalhafter Erlebnisse das Alltagsleben der Leidtragenden derart beeinflusst haben, dass ein harmonisches Reifen zur Ganzheit für sie nicht möglich war.
Diese immer wieder wahrgenommenen Erfahrungen ließen mich einen Weg suchen, einer „verirrten“ Seele (ihrem in Unschwingung geratenen Energiekörper) behilflich sein zu können und sie zu ihrer Mitte (ihrem Energiemuster) zurückzubringen. Prinzipiell, so meine bisherige Erkenntnis, gibt es zwei Wege zu diesem Ziel.
Einerseits geistig, seelisch zu arbeiten, im Sinne von Gesprächen, welche den Ratsuchenden in die Lage versetzen, die Energiemuster wieder selbst aufzubauen. Dies kann geschehen durch geistige Umorientierung der bisherigen Vorstellungswelt, Veränderung der Selbst- und Fremdwahrnehmung usw.
Die Veränderung kann aber andererseits auch über die Materie (Minerale) bewirkt werden, da sie die entsprechenden Energiepotenziale in natürlicher Form zur Verfügung stellen kann. Eine aus der Grundschwingung geratene Person kann sich durch die Einnahme entsprechender Mineralien (über Resonanzwirkung) wieder in Harmonie und Einklang bringen. Diese auf Materie aufgebaute Energiezufuhr kann durch verschiedene „Materialien“ erfolgen: Durch entsprechende Medikamente, durch Schüßler- Salze, homöopathische Mittel oder durch die Kraft von Bachblüten.
Meine Bemühungen trachteten danach, den Zusammenhang Mensch und Kosmos so darzustellen, dass es jedem ehrlich suchenden Menschen möglich wird, durch Eigeninitiative sein Leben so zu gestalten, dass er die Fähigkeit und die Kraft hat, in seinem Alltagsleben Ausgewogenheit und Harmonie zu erfahren und nicht von Unstimmigkeiten und Ängsten geplagt wird.
Johannes Lipautz
* * *
In jedes Menschen Gesichte
steht seine Geschichte,
sein Hassen und sein Lieben
deutlich geschrieben.
Sein innerstes Wesen,
es tritt hier ans Licht –
doch nicht jeder kann's lesen,
versteh'n jeder nicht.
Friedrich Martin von Bodenstedt
1. Allgemeine Mineralsalzkunde
Einleitung
„Es steht dir ins Gesicht geschrieben!“ Aber nicht nur …
Durch die Jahrzehnte unseres Lebens ziehen sich Spuren durch unser Gesicht, die vom Leben erzählen, das wir hinter uns haben: Von all seinem Glück und seinen Freuden, aber auch von all den Anstrengungen und Schicksalsschlägen, die wir in der Vergangenheit haben bewältigen müssen.
Täglich schauen wir in die Gesichter der Menschen, die uns begegnen. Aber „sehen“ wir sie? Sehen wir ihr Leben im Gesamten, in all seiner Individualität, Vielfalt und Besonderheit? Sehen wir, was unser Gegenüber so unmittelbar mit sich herumträgt, vor sich her trägt, zeigt?
„Imago est animi vultus“ – Das Gesicht ist das Abbild der Seele (Marcus Tullius Cicero).

Wir sehen nur, wenn wir schauen!
• Der einschlägig ausgebildete Fachkundige findet anhand physiognomischer Merkmale Hinweise auf körperliche Schwächen und Krankheiten (Pathophysiognomie).
• Antlitzdiagnostiker können anhand von Schatten, Falten, Porenerweiterungen und Ausschwitzungen im Gesicht erkennen, welche Mineralstoffmängel u.a. auch schon für bestehende Krankheitsbilder verantwortlich sind.
• Der Irisdiagnostiker vermag durch genaues Betrachten der Regenbogenhaut den Gesundheitszustand eines Patienten zu beurteilen und kann feststellen, wo die Ursachen für allfällige Beschwerden liegen könnten,
• und auch Diagnoseformen wie die Kilianfotografie, Puls- und Zungendiagnostik haben längst Einzug in die (Alternativ-) Medizin gehalten.
So, wie wir den Körper in seinem Zustand erkennen können, kann aber auch das Leben im Gesamten erkannt werden.
• Und so werden Astrologen fündig, indem sie über Geburtsort und Geburtsstunde den Wesenskern eines Menschen, seine Anlagen, Verwirklichungsmöglichkeiten und seine Lebensausrichtung erkennen;
• Kundige des Handlesens (Chirologen) erkennen die Wesenszüge und Begabungen des Gegenübers, indem sie in dessen Hände schauen (Handlesen);
• Und jemand, der es versteht, mit dem Herzen zu schauen, sieht in die Augen seines Gegenübers und liest auch darin wie in einem Buch.
Die Möglichkeiten zu sehen sind vielfältig. Aber gleichgültig, welcher Informationsquelle wir uns bedienen: Die Informationen, die wir nur abzulesen brauchen, sind uns nur dann zugängig, wenn wir die „Sprache“ erlernen, in der sie ausgedrückt werden.
Mitunter sehen wir Menschen, von denen wir schlagartig den Eindruck haben, dass das Leben sie „gezeichnet“, Spuren in ihren Gesichtern hinterlassen hat. Sie zeigen einen starken Ausdruck, haben eine ausgeprägte Mimik und Gestik; sie sind in ihrem gesamten Erscheinungsbild auffallend und „interessant“. Andere Menschen wiederum zeigen Spuren, die das Leben hinterlassen hat, nur wenig. Aber auch sie haben Lebenserfahrungen und Lernprozesse hinter sich, die Spuren im Gesicht hätten zeichnen können.
Wenngleich mitunter familiäre bzw. genetische Komponenten für derlei Unterschiede mitverantwortlich gemacht werden können, finden wir auch in Familien mit günstigen Erbfaktoren Menschen, die deutlich älter aussehen, als sie es in Wirklichkeit sind und umgekehrt. Längst ist bekannt, dass das biologische Alter mit dem eigentlichen Alter keinesfalls übereinstimmen muss. Aber woran liegt es dann, dass der eine wesentlich älter aussieht, und ein anderer wiederum hört: „Du hast dich aber gut gehalten“?
Das folgende Buch will einen „Grundwortschatz“ zur Mineralsalzkunde nach Dr. Schüßler sowie der Antlitzdiagnostik („Sonnerschau“) nach Dr. Hickethier vermitteln und aufzeigen, welchen vordergründigen Bedarf an Mineralsalzen Sie aufgrund Ihrer eigenen persönlichen astrologischen Komponenten bereits ins Leben mitgebracht haben. Denn:
Mit zwanzig Jahren hat jeder das Gesicht, das Gott ihm gegeben hat, mit vierzig das Gesicht, das ihm das Leben gegeben hat und mit sechzig das Gesicht, das er verdient.
Albert Schweizer
Dr. Wilhelm Schüßler (1821 – 1898)

Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüßler wurde am 21. August 1821 in Zwischenahn (Großherzogtum Oldenburg) geboren. Er war der Sohn einer Kaufmannsfamilie und kam aus sehr bescheidenen Verhältnissen, weshalb es ihm auch nicht gegönnt war, das Gymnasium abzuschließen. Ohne eine entsprechende schulische Ausbildung erlernte er aufgrund seiner Sprachbegabung autodidaktisch mehrere Fremdsprachen (vorrangig Englisch, Italienisch, Spanisch und Französisch). Er besaß allerdings auch umfangreiche Kenntnisse in Griechisch sowie Latein und beschäftigte sich in späteren Jahren sogar mit Sanskrit, der klassischen Sprache der Brahmanen sowie der ältesten indischen Literatur, den Veden, die vor allem im Hinduismus eine wesentliche Rolle spielen. Er verdiente sich in diesen Jahren seinen Lebensunterhalt als Sprach- und Hauslehrer. Bereits zu dieser Zeit entwickelte Schüßler eine große Begeisterung für die Homöopathie und setzte alles daran, homöopathischer Laienbehandler zu werden. Sein Bruder erkannte seine medizinische Begabung, ermunterte ihn, seine Kenntnisse zu vertiefen und unterstützte sein Medizinstudium an der Medizinischen Fakultät der Universität von Paris, die einen hervorragenden Ruf genoss. Gebunden an die Auflage des Bruders, sich der Homöopathie zuzuwenden, vertiefte Schüßler sein Studium in Prag und in Berlin, wo er – nachhaltig beeinflusst von Rudolf Virchow und Jakob Moleschott – den Umbruch der naturphilosophischen Medizin hin zur naturwissenschaftlichen Medizin erlebte.
Schüßler begann sein Studium mit über 30 Jahren und schloss es bereits nach zweieinhalb Jahren mit dem Doktortitel ab. Da er jedoch in seiner Jugend das Gymnasium vorzeitig abgebrochen hatte, musste er nun – nach abgeschlossenem Studium – erst einmal das Abitur (Matura) nachholen. So kam es auch zu der aus heutiger Sicht humorigen Anekdote, dass Schüßler sein Reifezeugnis in Oldenburg mit den Worten erhielt: „Herr Doktor, Sie haben Ihr Examen mit „sehr gut“ bestanden!“
Schüßler erhielt seine Approbation als praktischer Arzt mit 36 Jahren und ließ sich in Oldenburg nieder, wo er sich – dem Wunsch des Bruders entsprechend – vorrangig der Homöopathie verschrieb, die ihm allerdings alsbald zu kompliziert in der Diagnostik und daher auch zu reich an Fehldiagnosen erschien. Sein Ziel war eine wesentlich einfachere Heilweise.
Wegbereiter und Wegbegleiter
Der holländische Physiologe Jakob Moleschott (1822–1893), den Schüßler während seiner Studienzeit in Berlin kennenlernte, stellte fest, dass eine Zelle nur dann gesund bleiben kann, wenn sie die nötigen Mineralstoffe im richtigen Verhältnis besitzt: „Der Bau und die Lebensfähigkeit der Organe sind durch die notwendigen Mengen der anorganischen Bestandteile bedingt.“1
Ergänzend hierzu beeinflusste der Mediziner und Pathologe Rudolf Virchow (1821–1902) Schüßler während seiner Studienzeit in Berlin maßgeblich mit der Publikation „Cellular-Pathologie“2, wonach „das Wesen der Krankheit die krankhaft veränderte Zelle ist“.
Dies zu einer Zeit, in der Schüßler sich bereits durchaus kritisch mit den Grenzen der Homöopathie auseinandersetzte und Wege neuer, einfacherer Heilverfahren suchte. Schüßler und Virchow stimmten darin überein, dass die Grundursache aller Lebensvorgänge, sowie die Ursache der Veränderungen von Organen und Geweben in der Erregbarkeit der Zelle zu suchen und dass somit die Entstehung und das Wesen einer Krankheit im Wesentlichen auf die Tätigkeit der Zellen zurückzuführen sei.
Sich auf diese Theorien beziehend begann Schüßler also den Aufbau seines biochemischen Heilsystems. Neue Untersuchungsverfahren ermöglichten erstmals, die Asche verbrannter Leichen chemisch zu analysieren. So isolierte er – in der Reihenfolge der heute noch verwendeten Nummerierung – zunächst elf Mineralsalze.
Gestützt auf die herrschende Anschauung von Liebig, Virchow, Moleschott und Benecke meinte er, dass alle Krankheiten, die auf medikamentösem Weg heilbar sind, mit diesen 11 Mineralsalzen geheilt werden könnten. Wenngleich aber die Verabreichung von Mineralsalzen die richtige Vorgehensweise gegen viele Krankheitsbilder darstellt, so weiß man heute doch, dass auch der Wirkung von Mineralsalzen Grenzen gesetzt sind. (Das von Schüßler später entdeckte Salz Nr. 12, Calcium Sulfuricum, wurde von Schüßler in seiner Bedeutung wohl unterschätzt und daher von ihm auch von der Liste der „Funktionsmittel“ gestrichen. Zu Unrecht, wie sich später herausstellen sollte, und so wurde der Mineralstoff in späteren Jahren wieder in die Liste der Funktionsmittel aufgenommen.) So schrieb er:
„Mein Heilverfahren ist aber kein homöopathisches, denn es gründet sich nicht auf das Ähnlichkeitsprinzip, sondern auf die physiologisch-chemischen Vorgänge, welche im menschlichen Organismus sich vollziehen.“3
Um dem Körper die Aufnahme der Mineralsalze zu erleichtern, führte Schüßler diese in potenzierter Form zu und erzielte spontan erstaunliche Erfolge, die sich alsbald herumsprachen und sich aufgrund ihrer Einfachheit und ihrer geringen Kosten in der Welt verbreiteten, so u.a. sogar bis nach Indien, wo der Rechtsanwalt B. S. Darbari durch seinen großen persönlichen Einsatz zu Gunsten der armen Bevölkerung für die Verbreitung der Schüßler’schen Heilweise sorgte.4
Schüßlers Lehrsätze können kurz zusammengefasst werden:
• Krankheiten entstehen durch einen Mangel an lebensnotwendigen Mineralstoffen.
• Durch Zuführung dieser Mineralstoffe kann Krankheiten vor gebeugt werden.
• Die Mineralstoffe müssen so aufbereitet werden, dass ihre Moleküle die Schleimhaut von Mund und Rachen durchdringen und ins Blut gelangen.
Der Begriff „Biochemie“ setzt sich zusammen aus
„bios“ = „Leben“ und
„Chemie“ = „Die Lehre von den stofflichen Zusammensetzungen der Körper und ihren zur Lebensbejahung notwendigen Stoffumwandlungen und Stoffergänzungen.“
Der Begriff „Biochemie“ bedeutet nach Schüßler somit das Wissen um die chemischen Vorgänge im Organismus. Das biochemische Mittel wird zur Gewährleistung der biochemischen Vorgänge eingesetzt.
Schüßlers Therapie, welche heute 12 Funktions- sowie 12 Ergänzungsmittel umfasst, hat sich aufgrund ihrer Einfachheit und Wirksamkeit seit über 100 Jahren bewährt. Es werden natürliche Mineralsalze verwendet, so ist die Therapie nebenwirkungsarm.
Kurt Hickethier (1891 – 1958)

Kurt Hickethier wurde am 22. Oktober 1891 in Nebra (Sachsen-Anhalt) geboren, jenem Ort, an dem auch die berühmte astronomische Himmelsscheibe gefunden wurde, die aus der Zeit um 1600 v. Chr. stammt und einen ersten Blick der Menschen auf "Sonne, Mond und Sterne" zeigt.
Während seines Militärdienstes im 1. Weltkrieg mit Malaria infiziert und später an Morbus Bechterew erkrankt, interessierte er sich aufgrund eigener Beschwerden und des Scheiterns schuldmedizinischer Heilweisen für die Naturheilkunde und lernte so die Biochemie nach Dr. Schüßler kennen. Entgegen ärztlicher Prognosen verbesserte sich sein Gesundheitszustand durch die Einnahme der Mineralsalze erheblich, und er entwickelte zunehmend Begeisterung für die Mineralstoffkunde nach Dr. Schüßler.
Dem Rat Schüßlers folgend, wandte er sich insbesondere der Antlitzdiagnostik zu. Seine außergewöhnliche Beobachtungsgabe und sein unbändiger Wille, eine diesbezügliche Systematik auszuarbeiten, führten schließlich zum gewünschten Erfolg. Hickethier arbeitete in diesen Jahren als Polizeisekretär im Staatsdienst.
Sein Rat war alsbald sehr gefragt und aufgrund seiner Erfolge und des regen Zustroms an Patienten entschloss er sich im Jahre 1926, den Dienst zu liquidieren und ein „Schüßlerheim“ zu gründen (Ellrich/Thüringen). Dabei blieb es aber nicht und so folgte einige Zeit später die Gründung des „Kurhauses Hickethier“ auf Schloß Clettenberg, ebenfalls in Thüringen. Beide Häuser dienten sowohl der Betreuung Kranker als auch der Ausbildung zum „Sonner“ (Antlitzdiagnostiker).
Für seine Verdienste um die Naturheilkunde erhielt Hickethier 1926 das Ehrendoktorat bzw. den Titel “Dr. of Naturopathy” der Universität von Pittsburgh, dem College of Pittsburgh of Naturopathy (USA), verliehen.
Wenngleich Hickethier während des 2. Weltkriegs die Enteignung seiner Kurhäuser sowie die Einstampfung seiner Literatur erdulden und nach Westdeutschland fliehen musste, war es ihm dennoch gegönnt, beruflich hier neu Fuß zu fassen und sowohl den Kur- als auch den Lehrbetrieb wieder aufzubauen und seine Bücher neu aufzulegen. Die Aufnahme des Kurbetriebs in Kemmenau, dem heutigen Zentrum der Schüßler-Salz- Kunde und Antlitzdiagnostik, erlebte Kurt Hickethier nicht mehr. Er verstarb im Alter von 67 Jahren.
Antlitzdiagnostik („Sonnerschau“)
Diagnostik bedeutet im eigentlichen Sinn:
• „Lehre von der Erkennung der Krankheiten“ oder
• „Lehre von den Krankheitszeichen“
Die Antlitzdiagnostik ist die Lehre von den Krankheitszeichen im Gesicht. Hickethier prägte den Begriff der „Sonnerschau“, Antlitzdiagnostiker nannte er „Sonner“; diese Termini konnten sich jedoch nicht durchsetzen.

„Lest es vom Gesicht ab, was Euch
und Euren Lieben fehlt“5
… war die Botschaft Hickethiers, und sein größtes Bestreben war es, sein Wissen zum Wohle der Menschheit zu verbreiten. Dies galt sowohl der Vorbeugung als auch der Bekämpfung von Krankheiten.
Hickethier erforschte und erkannte in Ergänzung der Erkenntnisse Schüßlers, dass mit zunehmendem Abbau der Reserven Mineralsalzmängel insbesondere im Gesicht anhand von strukturellen Veränderungen, Verfärbungen, Glanz auf der Haut, Ausschwitzungen etc. diagnostiziert werden können. Anhand dieser Farben, Falten, Höhlen, Einbuchtungen, Schwellungen, Glanz und Oberflächenbeschaffenheit sowie der Ausscheidungen der Haut, vornehmlich im Gesicht, wird der Mangel an Mineralstoffen ablesbar.
„In jedem Gesicht steht das Rezept geschrieben, das wir nur abzulesen brauchen.“6
Die Beschwerde bzw. Krankheit entwickelt sich sodann in dem Maße zurück, wie der fehlende Stoff im Blut durch die biochemischen Gaben aufgefüllt wird: Die kranken Zellen decken ihren Bedarf und ermöglichen erneut die korrekte Zellfunktion bzw. die Genesung des aus der natürlichen Ordnung laufenden Organs.
Die antlitzdiagnostischen Zeichen entwickeln sich parallel zum Rückgang des Krankheitsbildes und mit Auffüllen der Speicher im Körper ebenfalls zurück. Hierbei gibt es allerdings altersbedingte Einschränk – ungen zu beachten, wie dies z.B. bei den Salzen 1 und 11 zu beobachten ist: Wohl ist eine erhöhte Spannkraft der Haut bzw. des Gewebes zu verzeichnen, bereits bestehende Falten wie z.B. im Augenbereich bzw. vor den Ohren, Glatzen etc. verschwinden allerdings nicht mehr.
In vielen Fällen wurde erstaunt berichtet, dass neben jenen Krankheiten, die maßgeblich für die Einnahme der Mineralsalze waren, auch andere Auffälligkeiten und Beschwerden zurückgegangen bzw. verschwunden sind.
Der Grund ist ein denkbar einfacher: Das Mineralsalz wird dem Körper zugeführt und ihm zur beliebigen Verwendung überlassen. Wo der Körper das Mineralsalz am dringendsten benötigt, weiß der Körper selbst und selbstverständlich wird er es dort auch vorrangig einsetzen.
„Gewähre dem Krankheitsstoff das, was er zu seiner Sättigung erheischt, und er wird friedlich von Dannen ziehen!“7
Mit zunehmend aufgefülltem Mineralstoffhaushalt bilden sich auch andere Symptome zurück, die gar nicht Grund für die Einnahme der Salze waren.
Beispiel: Eine Kursteilnehmerin, die sich der Mineralsalzkunde nach Dr. Schüßler mit besonderem Enthusiasmus zuwandte, berichtete, dass sie ihrer Schwester, die zu chronischen Eiterungsprozessen neigte, u.a. Kalium sulfuricum anriet. Diese nahm dieses und andere Salze über einen langen Zeitraum gewissenhaft ein. So wie Stirn- und Nebenhöhleneiterungen in weiterer Folge ausblieben, verschwand gleichzeitig eine auffallende und vor allem sehr großräumige Pigmentstörung im Gesicht! Ähnliches wird oft berichtet und berührt auch nach jahrelanger Überzeugung von der Wirkung der Mineralsalze immer wieder besonders.
Mit der Ausbildung zur Mineralsalzkunde bzw. Antlitzdiagnostik geht bedauerlicherweise aber oftmals auch einher, dass Menschen, die bislang von ihrer Gesundheit völlig überzeugt waren, mitunter den Eindruck gewinnen, „Mängelwesen“ zu sein: Mit der Diagnose mehrerer Mineralsalzmängel nehmen sie sich schlagartig als gesundheitlich höchst gefährdet wahr. Jedes kleine Symptom, jede Auffälligkeit wird schlagartig zur Beschwerde. Dies erscheint immer wieder sehr bedauerlich, und so gilt es, diesen Eindrücken relativierend entgegenzuwirken.
Ja, – ein erhöhter Mineralstoffmangel fördert die Entwicklung von Krankheiten. Und auch jemand, der sich gesund fühlt, kann einen Mangel an Mineralstoffen haben.
Aber: Sich gesund zu fühlen ist ein Geschenk und mit großem Wohlbefinden verbunden. Das Bewusstsein über Mineralsalzmängel sollte daher vom Gesunden nicht mehr – aber auch nicht weniger – als eine Chance zur Gesundheitsprophylaxe sein und so wahrgenommen werden.
Die Zelle und ihre Funktion
Grob umrissen besteht die Zelle aus der Zellwand (Hülle, Membran), der Zellflüssigkeit, dem Zellkern und dem Zentralkörper. Die Zelle ist dabei Ausdruck noch kleinerer Elemente, nämlich der Moleküle (die sich wiederum aus Protonen, Neuronen und Elektronen zusammensetzen und noch weiter teilbar sind). In diesem molekularen Bereich finden jene Prozesse statt, die lebenswichtig sind.

Die Zellmembran ist fein durchlöchert und daher in der Lage, Stoffe aus der die Zelle umgebenden Zellzwischenflüssigkeit aufzunehmen und auch abzugeben. Die Mineralstoffkonzentration der Zellzwischenflüssigkeit kann sehr unterschiedlich zu jener innerhalb der Zelle sein. Mineralsalze übernehmen die Steuerung der Konzentrationsunterschiede innerhalb und außerhalb der Zellen und gewährleisten so den Transport dorthin, wo Mineralstoffe dringend benötigt werden.
Schüßler ging davon aus, dass zu hohe Konzentrationen die Zellmembran nicht passieren dürfen, das heißt die Zelle ihre Öffnungen verschließt, da sie an der Konzentration zugrunde gehen bzw. verbrennen würde beziehungsweise und in ihrer Arbeit überfordert wäre. Auch Störungen im Elektrolythaushalt8 beeinflussen die Fähigkeit der Zelle, Mineralstoffe über die Zellmembran auszutauschen.
Der Mineralstoffgehalt sämtlicher Zellen ist durch die Gabe von Mineralstoffen nach Dr. Schüßler ideal aufzufüllen, da diese durch ihre Potenzierung (Verdünnung) auf Molekulargröße gebracht werden. Die Zelle erkennt den Stoff als ihresgleichen und lässt ihn passieren.
Jede Zelle hat ihren spezifischen Aufgabenbereich. Die eine ist zuständig für die Blutbildung, die andere für den Knochenaufbau, wieder eine andere für die Übermittlung von Informationen oder deren Speicherung usw.
Die Mineralstoffe des Körpers
„Die Erkenntnis, dass die normale Zelltätigkeit von einem normalen Gehalt an anorganischen Salzen abhängig ist, war für Schüßler der konsequente Schritt zum Ausbau seiner biochemischen Therapie. Die Abweichung vom Normalgehalt an anorganischen Nährsalzen, insbesondere den Mangel an diesen, bezeichnete er als Ursache der Krankheit. Dieses Defizit gilt es durch medikamentöse Zufuhr der anorganischen Stoffe auszugleichen.“9
Bei den Mineralsalzen handelt es sich um anorganische Salze, deren Herstellung dem Körper selbst nicht möglich ist. Er ist daher auf eine Zufuhr von außen angewiesen. Sie sind in jedem lebenden Organismus enthalten, so auch im menschlichen Körper; sowohl im Blut als auch in den Zellen sämtlicher Organe. In harmonischer Ausgewogenheit sind sie für alle Körperfunktionen und somit für die Gesundheit unerlässlich. Harmonie ist der springende Punkt. Ist sie nicht gegeben, so ist der Nährboden für verschiedenste Krankheiten bereitet.
In der Mineralstoffkunde nach Dr. Schüßler übt jedes Mineralsalz einen bestimmten Einfluss auf die Funktionen der Körperorgane aus. Man nennt sie deshalb „Biochemische Funktionsmittel“. In der Reihenfolge ihrer Entdeckung, die als Nummerierung beibehalten wurde, sind das:
| Nr. 1: | Calcium fluoratum | Flussspat | |
| Nr. 2: | Calcium phosphoricum | Kalziumphosphat | |
| Nr. 3: | Ferrum phosphoricum | Eisenphosphat | |
| Nr. 4: | Kalium chloratum | Kaliumchlorid | |
| Nr. 5: | Kalium phosphoricum | Kaliumphosphat | |
| Nr. 6: | Kalium sulfuricum | Kaliumsulfat | |
| Nr. 7: | Magnesium phosporicum | Magnesiumphosphat | |
| Nr. 8: | Natrium chloratum | Kochsalz | |
| Nr. 9: | Natrium phosphoricum | Natriumphosphat | |
| Nr. 10: | Natrium sulfuricum | Glaubersalz | |
| Nr. 11: | Silicea | Kieselsäure | |
| Nr. 12: | Calcium sulfuricum | Gips |
In späteren Jahren wurden diese durch verbesserte Analyseverfahren um die Liste der “Ergänzungsmittel” erweitert. Diese sind:
| Nr. 13: | Kalium arsenicosum | Kalimarsenit |
| Nr. 14: | Kalium bromatum | Kaliumbromid |
| Nr. 15: | Kalium jodatum | Kaliumjodid |
| Nr. 16: | Lithium chloratum | Lithiumchlorid |
| Nr. 17: | Manganum sulfuricum | Mangansulfat |
| Nr. 18: | Calcium sulfuratum | Kalziumsulfid |
| Nr. 19: | Cuprum arsenicosum | Kupferarsenit |
| Nr. 20: | Kalium aluminium sulf. | Kalium-Aluminiumsulfat |
| Nr. 21: | Zincum chloratum | Zinkchlorid |
| Nr. 22: | Calcium carbonicum | Kalziumkarbonat |
| Nr. 23: | Natrium bicarbonicum | Natriumbikarbonat |
| Nr. 24: | Arsenum jodatum | Arsentrijodid |
| Nr. 25: | Aurum chloratum natronatum | |
| Nr. 26: | Selenium | |
| Nr. 27: | Kalium bichronicum |
Die im Zusammenhang mit der Schüßler-Salz-Kunde zur Anwendung kommenden Ergänzungsmittel werden in Teil 4. behandelt. Da es aber zu den Ergänzungsmitteln nur in wenigen Fällen antlitzdiagnostisch gesicherte Zeichen gibt, werden sie im vorliegenden Buch inhaltlich nur gestreift.
Selbst heute konnten noch nicht alle Mineralsalze, die im menschlichen Körper vorkommen, isoliert werden, und so bleibt es zunächst bei der Vermutung, dass deren Zahl sich auf über 80 erhöhen könnte.
Die Weisheit des Körpers
In bewundernswerter Präzision baut der Körper, wenn notwendig, die Vorräte an Mineralsalzen in logischer Reihenfolge ab: Die Bedeutung der verschiedenen Körperteile bzw. Organe, die vom Mangel betroffen sind, werden nach ihrer grundsätzlich lebenserhaltenden Funktionen bewertet. Alle über die unmittelbare Lebensfunktion hinausgehenden Funktionen werden als nachrangig angesehen und daher nur dann gewährleistet, wenn ausreichend Mineralstoffe im Körper vorkommen.
Zwei Beispiele:
1. Der Mangel an Calcium phosphoricum (Anwendungsgebiete
siehe Teil 4) wird zunächst einen Abbau der Knochen- und Zahnsubstanz bewirken. Erst bei fortschreitendem Mangel werden Auswirkungen in der Funktion der quergestreiften Muskulatur auftreten (Krampfneigung in der willkürlichen Muskulatur: Waden-, Fußkrämpfe u.a.). Zu guter Letzt erst wird die Blutbildung vom Mangel an diesem Salz betroffen sein (Anämie).
2. Da Kalium phosphoricum (Anwendungsgebiete s. Teil 4) u.a. im zentralen und vegetativen Nervensystem gespeichert wird, wird sich zu Beginn der Mangelerscheinungen voraussichtlich ein Abfall der Leistungsfähigkeit bemerkbar machen. Wenn Stoffwechselgifte nicht mehr in ausreichendem Maße abgebaut werden können, kommt es zu einer merklich verlängerten Rekonvaleszenzzeit. Erst bei weit fortgeschrittenem Mangel wird sich die Problematik eventuell sogar bis zur Herzschwäche steigern.

So werden Mangelzeichen erstmals deutlich an Körperstellen sichtbar, die an der unmittelbaren Lebenserhaltung nicht beteiligt sind. Haare und Nägel werden brüchig, die Haut wird faltig und fahl, Müdigkeit stellt sich ein. Erhöht sich der Mangel in der Folge, leiden der Stoffwechsel, die Verdauung u.a. Erst in letzter Konsequenz leidet die Funktionalität der Organe und sie können ihre Aufgaben nicht mehr vollwertig erfüllen. Die Lebenserhaltung ist nicht mehr nachhaltig gewährleistet.
Mit anderen Worten: Der Körper “warnt” uns zunächst mit Unpässlichkeiten und kleineren Beschwerden. Er macht uns so auf einen Mangel an einem oder mehreren Mineralsalzen aufmerksam. Das Ziel des Körpers bleibt aber immer, die lebenserhaltenden Funktionen möglichst lange aufrechtzuerhalten.
„Krankheit ist die erforderliche Arbeit zur Wiederherstellung der aus den Fugen geratenen Ordnung des Organismus.“10
Nach obigen Erkenntnissen ist es umso wesentlicher, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zu erkennen, wie es um die Beschaffenheit der Mineralstoffspeicher im Körper steht. Als solches gilt es, sämtliche Diagnoseverfahren zur Erhebung von Mineralstoffmängeln zu hinterfragen.

Es gilt daher zu beachten:
- Die Antlitzdiagnostik zeigt uns den Zustand der SPEICHER im Körper.
- Die Blutanalyse zeigt uns den Mineral-stoffgehalt des BLUTES. (Was eine Blutanalyse keinesfalls zeigt, ist der Zustand der Speicher!)
- Das Blut hat aber die Aufgabe, sämtliche Organe des Körpers mit Nährstoffen aller Art zu versorgen. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, wäscht das Blut Mineralstoffe aus allen Speichern bei Bedarf heraus.
Daraus folgt:
- Ist ein Mangel an einem Mineralsalz daher bereits im Blut nachweisbar, ist dies untrüglich ein Anzeichen für bereits sehr stark abgebaute Speicher!
In diesem Zusammenhang muss daher nochmals die Bedeutung einer möglichst frühen Erkennung von Mineralstoffmängeln betont werden!
An dieser Stelle sei ergänzend auch auf das Buch von Thorwald Dethlefsen und Rüdiger Dahlke KRANKHEIT ALS WEG hingewiesen. Die beiden Autoren haben ihre jahrzehntelangen Erfahrungen zur Psychosomatik ausgewertet und andere Aspekte des Krankseins in den Vordergrund gerückt: “Symptome zeigen sich (…) als körperliche Ausdrucksformen psychischer Konflikte und sind durch ihre Symbolik in der Lage, das jeweilige Problem des Patienten zu entlarven.”11
Sowohl gesundheits-psychologische, spirituelle wie auch astrologische Sichtweisen können zahlreiche ergänzende Hinweise auf Krankheitsanfälligkeiten aufzeigen. Achten Sie daher immer auf die Wesenserscheinung des Ratsuchenden und auf ihren intuitiven Eindruck von der Gesamtsituation!
Das Gesetz des Minimums
Hickethier verwendet in seinem LEHRBUCH DER BIOCHEMIE den von Justus von Liebig 1855 festgegten Begriff „DAS GESETZ DES MINIMUMS“. Dieses besagt, dass derjenige Stoff, der am geringsten vorhanden ist, das Wachstum einer Pflanze begrenzt. Anders gesagt: Wenn ein Wachstumsfaktor fehlt, wird auch eine optimale Versorgung mit allen anderen Faktoren nicht das gewünschte Wuchsergebnis erbringen.

Anschaulich wird das Gesetz des Minimums durch das von Hickethier verwendete Bild einer Tonne, bei der eine Fassdaube (Planke) kürzer ist als die anderen. Man kann noch so viel Wasser in das Fass gießen, – das Fass kann nur so weit aufgefüllt werden, wie die kürzeste Fassdaube es erlaubt.
Übertragen auf die Biochemie bedeutet dies, dass jener Stoff, der im Körper am wenigsten vorhanden ist, die Funktionalität des gesamten Organismus hemmt.
Biochemie und Homöopathie
Vereinfacht beschrieben sind Mineralsalze Fundament und Stützpfeiler des menschlichen Organismus bzw. Körpers. Durch Unausgewogenheiten im Mineralstoffhaushalt kommt es zu Instabilitäten, organische Disfunktionen und Krankheiten können entstehen.

Bei zumindest halbwegs ausgeglichenem Mineralstoffhaushalt, also relativ stabilem Fundament, kann die Homöopathie ihre volle Wirksamkeit erlangen und auf den Körper – das Haus – helfend und regulierend einwirken. Sie stößt an ihre Grenzen, wenn das Fundament des Körpers, der Mineralstoffhaushalt, zu sehr geschwächt ist. So wie ein Haus, das keine Festigkeit und keinen Schutz mehr bieten kann und den brüchigen Fundamenten allmählich nachgibt.
In meiner langjährigen Beratungstätigkeit bin ich immer wieder auf Menschen gestoßen, die bereits nach kurzer Einnahme von Mineralsalzen eklatante Verbesserungen ihres Gesundheitszustandes erreichten und so die oftmals langjährige erfolgslose Suche nach Hilfe in den unterschiedlichsten schul- wie auch alternativ-medizinischen Ausrichtungen beenden konnten.
Vorkommen im Körper
| Mineralsalz | Speicher |
| Nr. 1Calcium fluoratum | Zahnschmelz, Knochen, Muskel-, Binde- und Stützgewebe, Augen, Gehirn, Nieren, Lunge, Herz |
| Nr. 2Calcium phosphoricum | Knochen, Zähne, Muskeln, Blut |
| Nr. 3Ferrum phosphoricum | Gefäßsystem, Darm, Blut |
| Nr. 4Kalium chloratum | Drüsen, Bronchien |
| Nr. 5Kalium phosphoricum | Psyche, zentrales und vegetatives Nervensystem, Milz, Muskeln (vor allem Herzmuskel) |
| Nr. 6Kalium sulfuricum | Haut, Schleimhäute, Bauchspeicheldrüse, Leber |
| Nr. 7Magnesium phosphoricum | Knochen, Nerven, glatte Muskulatur (z.B. Darm), Blut, Drüsen, Herz |
| Nr. 8Natrium chloratum | Knorpel, Schleimhäute, Nieren, Blut |
| Nr. 9Natrium phosphoricum | Gewebe, Nerven-, Gehirn- und Muskelzellen, Magen, Lymphgefäßsystem |
| Nr. 10Natrium sulfuricum | Galle, Leber |
| Nr. 11Silicea | Knochen, Nägel, Haare, Haut, Bindegewebe, Nerven |
| Nr. 12Calcium sulfuricum | Muskeln, Galle, Leber u.a. |
Die Wirkungsbereiche der Mineralsalze
| Wirkungsb ereich | Mineralsalz | Aufgabe |
| Knochen (Zähne) | Calcium fluoratum | Festigkeit der Knochenhülle und des Zahnschmelzes |
| Calcium phosphoricum | Hauptbestandteil der Knochen, für die Bildung von Knochenzellen verantwortlich | |
| Magnesium phosphoricum | Bestandteil der festen Knochenhülle | |
| Natrium chloratum | Beziehung zum Knorpelgewebe | |
| Silicea | bes. in den Zähnen und Haaren | |
| Bänder | Calcium fluoratum | Elastizität von Sehnen und Bändern |
| Silicea | gibt dem Bindegewebe Festigkeit und Widerstandsfähigkeit | |
| Muskel | Magnesium phosphoricum | unterhält die automatische Tätigkeit der Muskeln; glatte Muskulatur |
| Calcium phosphoricum | gewollte Muskeltätigkeit; quergestreifte Muskulatur | |
| Ferrum phosphoricum | Sauerstoffzufuhr, daher gegen Muskelermüdung | |
| Kalium sulfuricum | Übertragung des Sauerstoffs | |
| Kalium phosphoricum | regt die Muskeltätigkeit an; bei Muskelkater | |
| Blutgefäße | Calcium fluoratum | Bau- und Betriebsstoff der elastischen Fasern |
| Ferrum phosphoricum | liefert Energie durch Sauerstoffübertragung | |
| Silicea | Bestandteil des Bindegewebes | |
| Magnesium phosphoricum | regt ungewollte, automatische Tätigkeit an (Weitertransport von Stoffen) | |
| Blut | Calcium phosphoricum | Blut bildend |
| Natrium chloratum | Blut bildend | |
| Kalium phosphoricum | Blut erhaltend, verhindert den Zerfall der Zelle | |
| Ferrum phosphoricum | Blut erhaltend, weil Sauerstoffüberträger und weil es beginnende Entzündungen beseitigt | |
| Natrium phosphoricum | Blut erhaltend, weil entsäuernd | |
| Natrium sulfuricum | Blut erhaltend, weil für die Ausscheidung der abbauwürdigen Materialien verantwortlich | |
| Kalium chloratum | macht Gifte unschädlich | |
| Schutzorgane | Kalium sulfuricum | Bildung von Oberhautzellen |
| Silicea | Hauptbestandteil der Haare | |
| Calcium fluoratum | bei Austritt überflüssigen Hornstoffs (Schwielen) | |
| Natrium chloratum | Gewährleistung des Feuchtigkeitshaushaltes der Haut | |
| Fäulnis verhütend | Kalium phosphoricum | verhütet Gewebszerfall (Antiseptikum) |
| Natrium chloratum | Wiederaufbau; Zellteilung | |
| Magnesium phosphoricum | Abbau der Fäulnisprodukte, Austreibung der durch Fäulnis entstehenden Gase | |
| Drüsen | Magnesium phosphoricum | gewährleistet automatische Tätigkeit der Drüsen |
| Kalium chloratum | Tilgung von Fremdstoffen | |
| Natrium phosphoricum | verhindert die Gerinnung von Eiweißstoffen der Lymphe, zerlegt Säuren, verhindert so Eiterungen | |
| Calcium fluoratum | Hält die Drüsen weich; Erweichung verhärteter Drüsen | |
| Nerven | Kalium phosphoricum | Nervenschwäche, Abstumpfung |
| Natrium chloratum | Nervenschwäche, Abstumpfung | |
| Magnesium phosphoricum | Innere Unruhe | |
| Natrium phosphoricum | Überempfindlichkeit, gereizte Nerven | |
| Silicea | Funktion der Nervenfäden, gereizte Nerven, Überempfindlichkeit | |
| Entzündungen | Ferrum phosphoricum | Hitziges Stadium, zu Beginn aller Krankheiten |
| Kalium phosphoricum | Macht Entzündungsgifte unschädlich und scheidet die Gifte aus | |
| Kalium sulfuricum | Wiederherstellung; „Großreinemachen" über die Leber |
Grundsätzlich sind.
| Phosphate | | Energie liefernd |
| Sulfate | | ausleitend und reinigend |
| Chloride | | transportierend |
Die Einnahme von Mineralsalzen bewirkt:
- dass Mineralstoffspeicher aufgefüllt werden,
- ein Reiz ausgelöst wird, welcher die Zellen in die Lage versetzt, die für sie lebenswichtigen anorganischen Salze wieder vermehrt aus der Nahrung aufzunehmen,
- und dass Konzentrationsunterschiede im Mineralstoffhaushalt innerhalb und außerhalb der Zelle ausgeglichen werden.
Die Herstellung biochemischer Mittel
Wenn sich Schüßler auch immer mehr von der Homöopathie und dem Ähnlichkeitsprinzip entfernte, blieb er in der pharmazeutischen Praxis bei den homöopathischen Herstellungstechniken, die er aus jahrelanger Erfahrung gut kannte. Hier wie dort kommt es auf gezielte Reize durch Arzneimittel an, die das Heilbestreben des Körpers in angemessener Weise unterstützen oder anregen. Dazu sind nur kleinste Stoffmengen in feinster Verteilung fähig, wie sie auch den Konzentrationen in Blut und Gewebe des Menschen entsprechen.
Homöopathische Arzneien – so auch Schüßler-Salze – werden am Markt in verschiedenen Formen angeboten, sowohl in flüssiger Form (als Dilutionen, also in flüssiger Form, in vorzugsweise rechtsdrehendem Wasser bzw. Alkohol gebunden), als auch in Form von Globuli (Streukügelchen auf Rohr- oder Traubenzuckerbasis), als Trituration (Verreibungen mit Milchzucker in Pulver form) bzw. daraus gepressten Pastillen. Zur äußerlichen Anwendung stehen Salben, Cremen und Gels zur Verfügung.
Die Mineralsalze nach Dr. Schüßler werden üblicherweise aus Milchzucker in Tablettenform (Biopastillen) nach den Regeln der Homöopathie potenziert bzw. hergestellt, wobei dem Milchzucker zur Pressbarkeit je nach Hersteller Weizen- bzw. Kartoffelstärke und fallweise auch Magnesiumstearat zugesetzt wird.

Das Verfahren garantiert größte Aufgeschlossenheit der Wirksubstanzen, verbunden mit höchster Reaktionsfähigkeit der einzelnen Stoffe untereinander. Die biochemischen Mittel erreichen dabei etwa Molekülgröße und können in dieser Form, als Ionen, die Zellmembran passieren. Störungen der Molekularbewegung, wie sie für kranke Zellen typisch sind, werden durch die gleichartigen Mineralsalzmoleküle beseitigt. Damit wird die Hemmung des Stoffaustausches zwischen Zelle und extrazellulärem Gewebe aufgehoben. Die Zelle kann sich biologisch-biochemisch regenerieren.
Fazit: Die biochemischen Mittel bewirken also die Wiederherstellung des zum normalen Funktionsablauf der Zelle notwendigen Ionengefälles.
Die Dezimalpotenzen (Potenz = Kraft) bzw. Verdünnungsgrade werden in der Homöopathie mit einem vorangestellten „D“ bzw. „C“ gekennzeichnet. Sie stammen aus dem homöopathischen Sprachgebrauch und deuten arithmetisch auf eine bestimmte Stoffkonzentration hin:
„D“ wie „decem“ (lateinisch „zehn“) steht für einen Verdünnungsfaktor von 1:10. „C“ wie „centum“ (lateinisch „hundert“) für einen Verdünnungsfaktor 1:100. Die nachgestellte Zahl hinter dem Buchstaben gibt an, wie oft diese 1:10 – bzw. 1:100 -Verdünnungsschritte getätigt wurden. Somit entspricht:

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Konzentration des Mineralstoffgehalts der Zellen unseres Körpers: Sie entspricht exakt jener des Wassers im Meer und jener der Erdkruste. Sämtliche dieser Mineralstoffverdünnungen decken sich mit der Verdünnung der Potenz D6, also einer Verdünnung von 1 : 1.000.000!
Daher gilt D6 als gängigste Potenz, weil sie von der Zelle als Gleiches erkannt und daher gut aufgenommen wird. Als Ausnahmen gelten die Salze Calcium fluoratum, Ferrum phosphoricum und Silicea, die von Schüßler in D12 verabreicht wurden, wobei er andere Potenzierungen nicht ausschloss.
Die Funktionsmittel sind als Tabletten zu 0,25g in den Potenzen D3 (1 : 1.000), D6 (1 : 1.000.000) und D12 (1 : 1.000.000.000.000) erhältlich; die Ergänzungsmittel in den Potenzen D6 und D12.
„Dies scheint eine unglaublich geringe Menge zu sein. Eine Tablette einer D6- Potenz von 0,25g enthält jedoch immer noch 2,6 Billiarden Moleküle der betreffenden Mineralsubstanz. Bei Einnahme einer Tablette entfallen damit rein rechnerisch 26 Moleküle auf jede unserer Körperzellen“12
Dosierung
Am besten nimmt man die Salze nicht unmittelbar vor oder nach dem Essen bzw. nicht unmittelbar nach dem Zähneputzen ein. Ein neutraler Geschmack im Mund ist der beste Hinweis auf eine optimale Aufnahme.
Qualitativ hochwertige Tabletten lösen sich im Mund rasch auf, schmecken gut und werden von den Mundschleimhäuten rasch aufgenommen.
Die Einnahme der Tabletten erfolgt einzeln. Sie werden im Mund belassen, bis sie sich auflösen und möglichst vollständig von den Schleimhäuten resorbiert werden. Je größer der Mangel, desto geringer die Speichelentwicklung und umso vollständiger die Aufnahme über die Mundschleimhäute, ohne dass der Impuls entsteht, schlucken zu müssen.
In akuten Fällen können alle Altersgruppen im Abstand von 3-5 Minuten eine Tablette einnehmen.
Bei chronischen Erkrankungen nehmen Erwachsene und Jugendliche 4-8 Mal täglich eine Tablette bis zur Besserung bzw. bis zum Rückgang der antlitzdiagnostischen Zeichen.
Zum präventiven Auffüllen des Mineralhaushalts bzw. aus Gründen der Prophylaxe ist die Gabe von 3 bis 4 Tabletten täglich ausreichend. Säuglinge und Kinder:
- Säuglinge nehmen 1-2-mal täglich 1 Tablette (mit etwas Wasser zu einem Brei aufgelöst auf die Lippen geben),
- Kinder zwischen 2 und 8 Jahren nehmen 2-3-mal täglich 1 Tablette,
- Kinder von 9 bis 13 Jahren nehmen 3-mal täglich 1 Tablette.
Es ist aber auch möglich, die Tabletten in Wasser aufzulösen und dieses dann schluckweise zu trinken. Hierbei kann durchaus auch die Tagesdosis von einander ergänzenden Mineralsalzen gleichzeitig aufgelöst werden; das Wasser wird schluckweise über den Tag verteilt getrunken. Zu achten ist dabei allerdings auf die in Teil 4. angeführten „Kombinationsmöglichkeiten“.
Oftmals wird berichtet, dass zu Beginn der Behandlung mit Schüßler- Salzen ein großes Verlangen nach diesen entsteht und die empfohlene Tagesdosis intuitiv vom Patienten erhöht wird. Dem spricht nichts entgegen. Das erhöhte Bedürfnis deutet viel mehr darauf hin, wie ausgeprägt der Mangel sich bereits manifestiert hat; mit fortschreitender Behandlung geht auch das Bedürfnis nach oftmaligen Gaben zurück.
Stellt sich ein Widerstand gegen die Einnahme ein, sollte die Dosierung abgeschwächt, eventuell auch vorübergehend abgesetzt werden. Gründe hierfür sind mitunter eine falsche Diagnostik bzw. auch Überdosierung, aber auch, dass ein anderer Mineralstoffmangel dem angestrebten veränderten physiologischen Ablauf entgegenwirkt. So z.B. können die durch Calcium fluoratum gelösten Stoffe durch den Mangel von Kalium chloratum und Natrium phosphoricum nicht ohne Störung bewältigt werden.
Wichtige Hinweise für Allergiker und Diabetiker
Milchzuckerintoleranz:
Personen, bei denen eine Milchzuckerunverträglichkeit vorliegt, sollten auf homöopathische Globuli ausweichen. Fünf Globuli entsprechen ca. einer Tablette.
Diabetes:
Milchzucker ist als Kohlenhydrat zu berechnen, wobei 12g Kohlenhydrat einer Broteinheit (BE) und damit 48 Tabletten entsprechen.
Für Allergiker und Diabetiker
empfiehlt es sich daher, auf flüssige Dilutionen auszuweichen bzw. die Mineralsalze in Wasser aufzulösen und abzuwarten, bis der Milchzucker sich gesetzt hat. Nach Absetzen des Milchzuckers kann die Flüssigkeit – ohne nochmaliges Aufrühren (!) – getrunken werden. Es gilt jedoch zu beachten, dass Lactose dennoch geringfügig aufgenommen wird.
Phosphatallergie:
Insbesondere Kinder, die unter einer Phosphatallergie leiden (zeigt sich u.a. durch Hyperaktivität), sollten im Falle des Bedarfs an Calcium phosphoricum auf das Salz Nr. 22 Calcium carbonicum ausweichen. Auch die anderen an Phosphor gebundenen Mineralsalze sollten mit Vorsicht eingesetzt werden.
Ücretsiz ön izlemeyi tamamladınız.