Kitabı oku: «Lieblingsplätze von Koblenz zu Rhein und Mosel»
Lieblingsplätze von Koblenz zu Rhein und Mosel
Jörg Schmitt-Kilian
Impressum
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Lucky Luxem 10; Foto Gauls 14, 20, 30, 54, 82; Bernd Schneider 16; Klaus Sulzbacher 8, 132, 144, 184; Roland Reichel 22; Nina Borowski 24; Stefan Kesselheim 28, 66; York Schmede 32; P!Elmedia 34, 40, 56, 64, 78; Monika Retzmann 48; Hans-Peter Göderz 50/51; Ralf Prestenbach 60, 158; Antonello Cofone 62; Jürgen Wisselmann 68; Ralf Drubel 70; Volker Henk 72; Christian Johann 74; Kai Myller 76, 84; Annika Reich 80; Nowak, Waldhotel 86; Rhein-Lahn-Kreis 88, 140; York Schmede 92, 152; Weidelandschaft Schmidtenhöhe 102; Katja Rombelsheim 106; Mourad Akremi 108; Sepp Gans 110; Höhr-Grenzhausen-Touristik 120; Zoo Neuwied 124; Nicole Anker 126; Geysir Andernach 128; Burg Namedy 130; Vulkanpark 134; Rheinsteig-Büro 146; Jürgen Dedekind 148; Matthias Schmidt, ›mattphoto‹ 150; Elke Bolland 154; Hilde Joppich 160; Artur Lik 162, 164/165; Winningen-Touristik 168; Wolfgang von Canal 170; Löwenstein-Kröber 172; E. Wegner, Stiftung Denkmalschutz Bonn 180; Georg Kehr 182; Andreas Barth 186
Alle Seitenangaben in diesem Buch beziehen sich auf die Seitenzahlen der gedruckten Ausgabe.
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3., überarbeitete Neuauflage 2021
Im Ehnried 5, 88605 Meßkirch
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Lektorat/Redaktion: Ricarda Dück
Herstellung: Julia Franze
E-Book: Mirjam Hecht
Umschlaggestaltung: Benjamin Arnold/Susanne Lutz
unter Verwendung der Illustrationen von © paullouis – stock.adobe.com; © SG-design – stock.adobe.com; © mohamed_hassan – pixabay.com; © Fiedels – stock.adobe.com; © jacartoon – stock.adobe.com; © ratkom – stock.adobe.com; © Katrin Lahmer; © Benjamin Arnold
ISBN 978-3-8392-6396-9
Inhalt
Impressum
Stadt zwischen zwei Flüssen
Vorwort: Eine Einladung
Stadt Koblenz
1 Ein Schloss öffnet seine Pforten
Koblenz: Kurfürstliches Schloss
2 Mit den Füßen im Fluss entspannen
Koblenz: Schlosstreppe am Rhein
3 Rheinische Fröhlichkeit
Koblenz: Weindorf am Rhein
4 Verliebt in die Stadt
Koblenz: Kaiserin-Augusta-Anlagen am Rhein
5 Im Glashaus den Rhein genießen
Koblenz: Pegelhaus und Alter Rheinkran
6 Orte der Stille und inneren Einkehr
Koblenz: Basilika St. Kastor und Paradiesgarten
7 Zeig mir den großen Daumen
Koblenz: Ludwig-Museum im Blumenhof
8 Die Rückkehr des Kaisers
Koblenz: Deutsches Eck zwischen Rhein und Mosel
9 Nicht von der Stange
Koblenz: Wasserspielplatz am Deutschen Eck
10 Wer streckt da die Zunge raus?
Koblenz: Florinsmarkt
11 Wer die Wahl hat, hat die …?
Koblenz: Mitten in der Altstadt
12 Die Huckeweiber vom Markt
Koblenz: Münzplatz
13 Als »Butze« noch in Die Kneipe ginge
Koblenz: Schutzmann Otto an der Davidswache
14 Küsschen für die ganze Welt
Koblenz: Koblenzer Schokoladen
15 Ob dat wirklich alles wohr iss?
Koblenz: Originale in Bronze und Stein
16 Sehen und gesehen werden
Koblenz: Am Plan
17 Altes Brauhaus neu eröffnet
Koblenz: Altes Brauhaus
18 Südliches Flair in der Altstadt
Koblenz: Jesuitenplatz und Glockenspiel
19 Wer spuckt denn da?
Koblenz: Schängelbrunnen und Schängellied
20 Ein Brunnen erinnert an 2.000 Jahre
Koblenz: Görresplatz und Historiensäule
21 Wo sich Prominente verewigen
Koblenz: Restaurants zwischen Görresplatz und Rheinufer
22 Hier gibt’s was auf die Ohren
Koblenz: Circus Maximus
23 Pasta, Bücher und Erinnerungen
Koblenz: Obere Löhr
24 Eine der ältesten Bühnen im Land
Koblenz: Deinhard-Kellermuseum und Stadttheater
25 Kreuz und quer durch schmale Gassen
Koblenz: Organisierte Stadtführungen
26 Die Nase im Wind
Koblenz: Stadterkundung auf dem Segway
27 Spektakuläres Sightseeing
Koblenz: Stadterkundung per Hotrod-Tour
28 Mit Volldampf in die Vergangenheit
Koblenz: DB-Museum
29 Ein Museum (nicht) nur für Jecke
Koblenz: Rheinisches Fastnachtsmuseum
30 Wenn der Himmel über Koblenz brennt
Koblenz: Feuerwerk Rhein in Flammen
31 Musikalische Rheinromantik
Koblenz: Mittelrhein Musik-Festival
32 Eine Stadt ganz Ohr
Koblenz: Koblenzer Literaturtage
33 Kuriose Gestalten und Artisten
Koblenz: Internationales Gaukler- und Kleinkunstfestival
34 Bühnenkunst für Jung und Alt
Koblenz: Kulturfabrik und Jugendtheater
35 Eine Oase der Ruhe hoch über der Stadt
Koblenz: Naherholungsgebiet und Wildpark Remstecken
36 Mit der Goethe nach Rüdesheim
Koblenz: Mit dem Schiff auf dem Rhein
Auf und um Ehrenbreitstein
37 5.000 Jahre lebendige Geschichte
Koblenz: Festung Ehrenbreitstein
38 Eine spannende Zeitreise
Koblenz: Führungen auf Festung Ehrenbreitstein
39 Dem Himmel ein Stückchen näher
Koblenz: Aussichtsplattform und Seilbahn auf Festung Ehrenbreitstein
40 Sport, Spiel, Spaß für Jung und Alt
Koblenz: Adventure-Golf und Spielplatz auf Festung Ehrenbreitstein
41 Ludwig van Beethoven war nie im Tal
Koblenz: Mühlental und Mutter-Beethoven-Haus in Ehrenbreitenstein
42 Taurusrinder und Konikpferde
Bei Koblenz: Weidelandschaft Schmidtenhöhe
Am Rhein entlang
43 Kindheitserinnerungen
Urbar: Hofgut Besselich
44 Sundowner-Stimmung wie am Meer
Urbar/Vallendar: Restaurants mit Terrassen am Rheinufer
45 Eine kleines Eiland als Domizil
Niederwerth: Dorfgemeinde auf der Rheininsel
46 Erwacht aus dem Dornröschenschlaf
Bendorf-Sayn: Schloss und Burg Sayn
47 Wer tanzt mir auf der Nase rum?
Bendorf-Sayn: Garten der Schmetterlinge
48 Mit Prominenten in einem Raum
Bendorf-Sayn: »Mamarazza«-Fotos im Schloss Sayn
49 Im Kannenbäckerland der Euler
Höhr-Grenzhausen: Keramikstadt, Hotel Heinz und Hüttenmühle
50 Serengeti Jenseits von Afrika
Heimbach-Weis: Zoo Neuwied
51 Jeder Stein ist Andenken
Andernach: Literarische Stadterkundung
52 Spüren Sie die Urgewalt der Natur!
Andernach: Kaltwasser-Geysir
53 Kulturelle Begegnungsstätte mit Flair
Andernach: Burg Namedy
54 Sind Blubberbläschen gefährlich?
Glees: Laacher See
55 Eyplosive Vergangenheit
Plaidt/Mendig: Vulkanmuseum Lava-Dome und Vulkanpark
Weltkulturerbe oberes Mittelrheintal
56 Wo der Adel verwöhnt wurde
Bad Ems: Kurstadt an der Lahn und auf der Höhe
57 Flusswandern wie Lederstrumpf
Bad Ems: Im Kanu auf der Lahn
58 Nie erobert – immer besucht
Braubach: Marksburg
59 nicht nur des Müllers Lust
Braubach: Wanderung Rheinsteig und Ruppertsklamm
60 edle Ritter und gesellige Politiker
Kamp-Bornhofen: Burg Sterrenberg und Burg Liebenstein
61 In vino veritas
Spay: Weingut Matthias Müller
62 Der Inbegriff der Rheinromantik
Koblenz: Schloss Stolzenfels
63 Per pedes die Rheinburgen erobern
St. Goar: Rheinburgenweg nach Oberwesel
Entlang der Mosel
64 Urlaubsidylle mitten in der Stadt
Koblenz: Stadtstrand stattStrand in Metternich
65 Lieblingsplatz eines Weltmeisters
Koblenz: Moselstausee in Metternich
66 Am Wasser die Seele baumeln lassen
Koblenz: Hotel-Restaurant Fährhaus
67 Kultur und prämierte Weine
Koblenz: Café Hahn und Weingut Toni Müller in Güls
68 ältestes Winzerfeste
Winningen: Das schönste Weindorf
69 Griechischer Sekt von der Mosel?
Winningen: Weingut von Canal
70 Schmetterlinge auf Bergterrassen
Winningen: Terrassenmosel und Weingut Heymann-Löwenstein
71 mystischer Ort mit Aussicht
Kobern-Gondorf: Wanderung zur Matthiaskapelle
72 Hier ist die Zeit stehen geblieben
Münstermaifeld: Schrumpftal ab Metternich
73 Ein WASSERFALL UND eine ALTE MÜHLE
Roes: Burg Pyrmont
74 Der Inbegriff einer Märchenburg
Münstermaifeld: Burg Eltz
75 FEURIG Kämpfe und ZARTE KLÄNGE
Brodenbach: Ehrenburg und Ehrbachklamm
76 EIN FERIENHAUS an der Burgmauer
Alken: Burg Thurant und Ort Alken
77 Beim Kellermeister von Günther Jauch
Niederfell: Weingut Lubentiushof
Wördaboch für Hergeloffene
Koblenz-ABC: Wörterbuch für Zugereiste
Karte 1
Karte 2

Stadtstrand Koblenz
Stadt zwischen zwei Flüssen
Vorwort: Eine Einladung
Mehr als 3,5 Millionen Menschen besuchten 2011 die Bundesgartenschau in Koblenz und waren von der Stadt zwischen den zwei Flüssen begeistert. 69 Prozent wollen wiederkommen – irgendwann, mit mehr Zeit, spätestens 2029 zur BUGA im Mittelrheintal.
Ich möchte Ihre Neugierde wecken, Koblenz, das Mittelrheintal und die Terrassenmosel näher kennenzulernen. Ich habe Orte meiner Erinnerungen ausgewählt, Orte, an denen wir gefeiert und gelacht haben, aber auch Plätze der Stille, an denen ich entspannen konnte und die ich immer wieder gerne aufsuche. Da es persönliche Lieblingsplätze sind, erhebt das Buch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. »Neu entdecken, erinnern und noch einmal bewusst erleben«, war mein Motto bei der Zusammenstellung. Ich würde mich freuen, wenn Sie (und Ihre Kinder) sich auch an diesen Plätzen wohlfühlen.
Erleben Sie jahrtausendealte Geschichte auf dem Ehrenbreitstein, und wenn der Festungssoldat bei einer szenischen Führung schreit: »Ich habe geschworen, dass nichts vergessen wird«, läuft Ihnen mit Sicherheit ein Schauer über den Rücken. Auf den Schlossstufen können Sie am Lieblingsplatz von Thomas Anders entspannen und den Blick auf die Festung genießen. Lassen Sie im Schmetterlingsgarten von Fürstin Gabriela zu Sayn-Wittgenstein die Seele baumeln, besuchen Sie Prinzessin Heide von Hohenzollern auf Burg Namedy oder Deutschlands Märchenburg Eltz. Probieren Sie Rheinwein bei Matthias Müller, dem Winzer des Jahres 2011, oder Moselweine im Weingut Toni Müller und beim Kellermeister von Günther Jauch. Entspannen Sie auf der Terrasse im Fährhaus am Stausee oder dem Sonnendeck eines Ausflugsdampfers. Wer es sportlich mag, wandert auf Schusters Rappen über einen Traumpfad oder tritt in die Pedale auf den Radwegen an Rhein, Mosel und Lahn.
Wer in die jüngere Vergangenheit Koblenz eintauchen möchte, dem empfehle ich begleitend den historischen Kriminalroman Rheinlandbastard von Dieter Aurass über die Situation nach dem Ersten Weltkrieg unter französischer Besatzung. Mich können Sie wiederum für eine »kriminelle Wanderung« zu einigen meiner Lieblingsplätze buchen (schmitt-kilian@onlinehome.de), und ich werde Ihnen an realen Tatorten einige Stories erzählen. Dramatisch. Manchmal lustig. Meist unglaublich, aber wahr!
Das Buch ist in fünf Regionen gegliedert und möchte eine erste Planung für den Besuch Ihrer persönlichen Lieblingsplätze erleichtern. Im ersten Kapitel führe ich Sie durch die schmalen Gassen der Altstadt mit liebevoll restaurierten historischen Gebäuden und lauschigen Plätzen. Flanieren Sie durch die Rheinanlagen oder wandern Sie durch das Wildfreigehege am Forsthaus Remstecken.
Im zweiten Kapitel (ent-)führe ich Sie auf die gegenüberliegende Rheinseite. Fahren Sie mit der Seilbahn hoch zur Festung Ehrenbreitstein und genießen vom Plateau den atemberaubenden Blick. Wandern Sie in das Mühlental und zum Naturschutzgebiet Schmidtenhöhe, wo Konikpferde und Taurusrinder in freier Wildbahn leben.
Im dritten Kapitel (rheinaufwärts bis Neuwied und Andernach) empfehle ich eine Rundwanderung auf der Insel Niederwerth und einen Sundowner in Gretchens Garten. Besuchen Sie den Neuwieder Zoo, bestaunen Sie in Andernach ein Weltwunder und machen Sie einen Abstecher zum Laacher See und in den Vulkanpark.
Das vierte Kapitel führt Sie ins Obere Mittelrheintal. Erleben Sie den Grand Canyon der Rheinromantik, wenn bei einer Schifffahrt mächtige Höhenburgen und romantische Winzerorte vorbeiziehen.
Im fünften Kapitel lernen Sie schließlich die Terrassenmosel und das unbekannte Maifeld kennen. Wandern Sie durch das Schrumpftal und bummeln Sie durch einen der idyllischen Winzerorte.
Ich würde mich freuen, wenn dieser Reisebegleiter Ihre Neugierde weckt und auch »Kowelenzer« die Plätze aufsuchen und Erinnerungen auffrischen. Der Koblenzer an sich ist ein geselliger Mensch. Lassen Sie den Tag nach dem Besuch Ihrer Lieblingsplätze in einer der Weinstuben, Bierlokale, Kneipen oder Gaststätten in der Altstadt ausklingen. Wenn Sie mit Einheimischen ins Gespräch kommen, wird ein Funke der sprichwörtlich bekannten »rhein-moselländischen Fröhlichkeit« überspringen.
Doch wenn Sie es lieber ruhig mögen, noch ein Tipp: in der Abenddämmerung eines lauen Sommerabends am Stadtstrand auf einem Liegestuhl eine Auszeit genießen … Lassen Sie sich von dem Foto auf der vorhergehenden Seite inspirieren.
Jörg Schmitt-Kilian
Stadt Koblenz

1 Ein Schloss öffnet seine Pforten
Koblenz: Kurfürstliches Schloss
Bis April 2011 war das Kurfürstliche Schloss ein schmuckloser Behördensitz. Erst seit der BUGA können Besucher das Gebäude auch von innen besichtigen. Jetzt freuen sich Koblenzer und Touristen über die direkte Verbindung vom Schloss zum Rhein, wo man auf der Flusstreppe einen Hauch von Rheinromantik genießen kann. Der ehemals verwilderte Bereich wurde nach Plänen von Peter Lenné in eine traumhafte Gartenanlage verwandelt.
Die ehemalige Residenz des letzten Erzbischofs und Kurfürsten von Trier, Clemens Wenzeslaus, wurde von 1777 bis 1786 erbaut und gehört heute zu den bedeutendsten Schlössern des französischen Frühklassizismus in Südwestdeutschland. Das Schloss mit seinen Zirkularbauten wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die Außenmauern sind jedoch historisch.
Hier beginnt auch unsere Erkundung des »magischen Dreiecks« zwischen den zwei Flüssen. Von der Neustadt (Tiefgarage am Schloss) wandern Sie durch die Grünanlagen, gehen durch das Schloss und schlendern nach einer kurzen Besichtigung weiter Richtung Rhein. Verweilen Sie am berühmten Denkmal von Vater Rhein und Mutter Mosel. Beim Blick zum Rhein erkennen Sie ein Monument, das 1928 zu Ehren des Koblenzer Publizisten Joseph Görres errichtet wurde, der 1776 in der Rheinstraße geboren wurde. Er war einer der führenden Köpfe der revolutionären Jugend. Der Jüngling auf dem Sockel zeigt alle Finger seiner erhobenen Hand und soll das deutsche Volk zum Kampfe für Freiheit und Recht mahnen. Koblenzer Gymnasiasten kämpfen heute eher um gute Noten. Einige sollen sich am Denkmal treffen, wenn mal wieder eine Klassenarbeit mit Fünf bewertet wurde. Anderen wiederum hat man als Kind erklärt, der Mann auf dem Sockel bestelle auf der gegenüberliegenden Rheinseite fünf Bier. Stadtführer Manfred Gniffke hat mit Hinweis auf die Beamtenstadt eine weitere Erklärung parat: Die ausgestreckten Finger der rechten Hand stellen den deutschen Beamtengruß dar: »Heute noch keinen Finger krumm gemacht.«
Parken Sie in der großzügigen Tiefgarage unter dem Schloss: citynah und 24 Stunden geöffnet. Skateranlage und Spielplatz für große und kleine Kinder vor dem Schloss.

1
Kurfürstliches Schloss
Neustadt 24
56068 Koblenz
Koblenz-Touristik GmbH
Bahnhofplatz 7
56068 Koblenz
0261 303880
www.koblenz-touristik.de
2 Mit den Füßen im Fluss entspannen
Koblenz: Schlosstreppe am Rhein
Er schreibt Songtexte, komponiert Lieder, moderiert Fernsehsendungen, ist Musikproduzent und mit 120 Millionen verkauften Tonträgern einer der erfolgreichsten deutschen Stars mit weltweitem Bekanntheitsgrad. Seine Leidenschaft für Koblenz spüre ich zum wiederholten Male, als ich mit dem berühmtesten lebenden Bürger unserer Stadt zu seinem persönlichen Lieblingsplatz spaziere, um von dort den Blick auf den Rhein, die Festung und den Stadtteil Ehrenbreitstein zu genießen.
Die 105 Meter lange, 13,90 Meter breite und 7 Meter hohe Schlosstreppe wurde erst 2011 gebaut und ist heute der begehrteste Lieblingsplatz der Koblenzer. Von den Rheinstufen schwärmt auch Thomas Anders, mit dem ich die Leidenschaft für diese Stadt uneingeschränkt teile:
»Als ich diese Treppe zum ersten Mal sah, war ich total fasziniert. Jetzt haben wir endlich eine direkte Verbindung vom Schloss an den Rhein. Koblenz begeistert mich immer wieder von Neuem und seit der BUGA kommen das Schloss und andere historische Gebäude noch mehr zur Geltung. Diese Stadt erdrückt dich nicht, denn sie bettet sich idyllisch in die herrliche Natur zwischen Rhein und Mosel ein. Früher konnte man auf dem Clemensplatz parken und direkt ins Theater gehen, aber wenn ich nun an dieser Stelle die Grünanlage und Bäume betrachte, benutze ich gerne die neue Tiefgarage und gehe die paar Meter zu Fuß. Bei der BUGA-Abschlussveranstaltung habe ich gesagt, dass es Autofahrer oft ärgert, wenn man an einer Ampel lange warten muss. Aber heute genieße ich in der Wartephase den Blick auf das renovierte Schloss. Koblenz ist meine Heimat, und nach meinen Welttourneen komme ich immer wieder gerne zurück. Ich werde hier auch nicht ständig angesprochen, denn für die Koblenzer bin ich einer von ihnen und sie respektieren mein Recht auf Privatsphäre. Das erlebe ich in anderen Städten nicht. Die Treppenanlage ist ein idyllischer Platz, wo man mit Blick auf den Fluss und die Festungsanlage nicht nur die Seele, sondern auch die Füße im Wasser baumeln lassen und richtig gut entspannen kann.«
Rollstuhlfahrer können auf ein Podest fahren und mit einer Doppelschiene am linken Treppengeländer bis zur mittleren Ebene gelangen.

2
Mit Thomas Anders an den Schlossstufen
56068 Koblenz
Koblenz-Touristik GmbH
Bahnhofplatz 7
56068 Koblenz
0261 303880
www.koblenz-touristik.de
3 Rheinische Fröhlichkeit
Koblenz: Weindorf am Rhein
Das Weindorf ist ein Treffpunkt für traditionsbewusste Einheimische und Touristen. Hier findet man sie noch manchmal, die sprichwörtlich bekannte rheinische Fröhlichkeit. Bei der Criminale 2006, dem größten deutschen Krimifestival, war das Weindorf die Zentrale des Syndikats. Das ist kein Mafia-Clan, sondern die Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren (Jacques Berndorf, Nina George, Ingrid Noll, Sebastian Fitzek, Frank Schätzing, Arno Strobel u. v. a.).
Im Koblenzer Weindorf haben die Krimiautorinnen und Krimiautoren unter den alten Bäumen der Innenterrasse das besondere Flair und unsere heitere Lebensart genossen. Hier können Sie im Schatten der hohen Kastanien einen guten Riesling von Rhein oder Mosel trinken, und den Tag mit Musik und Tanz ausklingen lassen. Die Gebäude des Weindorfs wurden 1925 für die Reichsausstellung Deutscher Wein gebaut und weckten bereits damals das Interesse von Autoren und Journalisten an der Stadt und den an Rhein und Mosel angebauten Weinen. Reichspräsident von Hindenburg schickte ein Glückwunschtelegramm zur Eröffnung, und die Welt entdeckte damals die Koblenzer Kellereien. Da sich das Weindorf während der Ausstellung großer Beliebtheit erfreute, betrieb man die Gastronomie weiter. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurden die Häuser in den 50er-Jahren wiederaufgebaut.
Hinter dem Weindorf wird auf einem Schuttberg Wein angebaut, der sogenannte Schnorbach Riesling. Josef Schnorbach war der erste Oberbürgermeister von Koblenz. Der schattige Weindorf-Innenhof wird von vier typischen Winzerhäusern aus verschiedenen Weinanbauregionen eingegrenzt. Hier können Touristen als Abschluss eines Koblenz-Besuchs bei einem deftigen Abendessen (etwa einem Rheinischen Sauerbraten) einen guten Tropfen Wein genießen.
Auf der BUGA war die ständige Ausstellung mit ihren Gärten eine der Hauptattraktionen. Hinter dem Weindorf erhebt sich die Rhein-Mosel-Halle, die 2012 nach jahrelangen Bauarbeiten neu eröffnet wurde.
Ich empfehle Ihnen einen Spaziergang durch die Kaiserin-Augusta-Anlagen über die Mozartbrücke und einen Rundgang auf der Insel Oberwerth mit Freibad und alten Villen.
[no image in epub file]
3
Weindorf Koblenz
Julius-Wegeler-Straße 2
56068 Koblenz
0261 1337190
www.weindorf-koblenz.de
4 Verliebt in die Stadt
Koblenz: Kaiserin-Augusta-Anlagen am Rhein
Die Koblenzer verdanken Kaiserin Augusta (1811–1890) den nach ihr benannten Abschnitt der Rheinanlagen, den viele als den schönsten zwischen Basel und Rotterdam bezeichnen. Zu Ehren der großzügigen Stifterin der Kaiserin-Augusta-Anlagen wurde bereits 1896 ein Marmor-Monument errichtet: ein großes Rondell, in dessen Mitte die Kaiserin thront, flankiert von Seitenpfeilern, auf denen sich Löwenköpfe und Vögel befinden.
Die etwa dreieinhalb Kilometer lange Promenade am linken Rheinufer unterteilt sich in das Konrad-Adenauer-Ufer (Richtung Deutsches Eck) und die Kaiserin-Augusta-Anlagen (Richtung Oberwerth). Der geniale preußische Gartenbaumeister Peter Lenné gestaltete im Auftrag der Gattin von Kaiser Wilhelm I. diese Anlagen. Die beliebte Regentin lebte von 1850 –1858 im Kurfürstlichen Schloss und »schenkte« der Koblenzer Bevölkerung das Rheinufer. »Es soll dem Volke […] geboten werden, ein Aufenthalt außerhalb der kleinen Wohnung und Gasse für Frau und Kind, des Wirtshauses für den Mann: als ›reine Luft‹ in jedem Sinne, Auf dass die gottgesegnete Gegend auch die Menschen zu erhöhtem und warmen Daseinsgefühle erhöbe.«
An der Uferpromenade entstanden eine Trinkhalle, kleine Tempel, ein Observatorium, Springbrunnen, Pflanzen- und Figurengruppen, Laubengänge und zahlreiche Kunstdenkmäler und Plastiken. Mit der Mischung aus Promenade, Volks- und Vergnügungspark setzte sich die Kaiserin selbst ihr schönstes und dauerhaftestes Denkmal.
Zu Ehren von Kaiserin Augusta feiern die Koblenzer jedes Jahr am ersten Wochenende im Juni das Augusta-Fest. Wenn Frauen und Männer in historischen Gewändern auf der Promenade flanieren, fühlt man sich in die guten alten Zeiten zurückversetzt. Neben Kutschfahrten, Führungen, künstlerischen und musikalischen Darbietungen werden historische Hofspiele, Fechtszenen mit Edelleuten, Schlosstänze, Kindertheater und Märchenerzählungen angeboten.
Kurzer Abstecher Richtung Hauptbahnhof zum Geheimtipp Im Süden – kleine, aber feine mediterrane Küche. Stammkarte mit wechselnde Zusatzgerichten. Feinkosttheke mit eigenen Kreationen und guten Weinen.

4
Kaiserin-Augusta-Anlagen
56068 Koblenz
www.koblenz-touristik.de
Im Süden
Markenbildchenweg 30
56068 Koblenz
0261 29670990
www.imsüden-feinkost-kochbar.de
5 Im Glashaus den Rhein genießen
Koblenz: Pegelhaus und Alter Rheinkran
Mit dem Ausbau der Moselwerft verlor der alte Rheinkran aus dem Jahr 1611 zunehmend an Bedeutung. Das markante Gebäude wurde später als Pegelhaus genutzt und ist heute ein Restaurant. Im Jahre 2011 wurde das alte Schieferdach abgerissen und durch ein Glasdach ersetzt. Die Gäste können beim Dinieren in der Glaskuppel nun einen Rheinblick der besonderen Art in alle Himmelsrichtungen genießen.
Wenn uns im Frühjahr die ersten Sonnenstrahlen verwöhnen, sitze ich gerne am hintersten Tisch auf der Terrasse des Pegelhäuschens. Ich hänge den linken Arm über das Geländer, beobachte die Schiffe, und mein Blick wandert bis zur Halbinsel Oberwerth.
Am achteckigen Gebäude des Pegelhäuschens sind die Hochwasserstände der vergangenen Jahre markiert und man gewinnt eine Vorstellung, wie hoch die Stadt überflutet wurde. Direkt neben dem Pegelhäuschen findet sich die Anlegestelle der kleinen Personenfähre nach Ehrenbreitstein. Von 1819 bis 1945 konnte man an dieser Stelle den Rhein über eine Pontonbrücke überqueren und heute noch kann man Überreste der Verankerung erkennen. Die Brückenhäuser werden als Souvenirläden und Imbisse genutzt. Auf der anderen Straßenseite steht das imposante ehemalige preußische Regierungsgebäude, heute Sitz des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB), aufgrund einiger Affären auch Bundesamt für Wehrtechnik und Bestechung genannt. Am Prachtgebäude, das in der Epoche der Wilhelminischen Romantik erbaut wurde, sind meisterliche Steinmetzarbeiten zu sehen. Über dem Portal schmücken drei Bronzefiguren die Fassade: Der Mann verkörpert den Fischfang und die Schifffahrt, die Frau Ackerbau und Weinbau. Über beiden thront als Symbol der Macht der heilige Georg, der Drachentöter. Rechts daneben steht der Koblenzer Hof, ein ehemaliges Grandhotel. Dieses Gebäude wurde bis November 2011 vom BWB genutzt, kürzlich umbenannt auf BAAINBw (Bundesamt für Ausrüstung, Information und Nutzungstechnik der Bundeswehr).
Sehenswert ist die 1887 errichtete blaue Pegeluhr neben dem Gebäude, die nicht die Uhrzeit, sondern den jeweiligen Wasserstand des Rheins anzeigt.

5
Pegelhaus
Konrad-Adenauer-Ufer 1
56068 Koblenz
0261 91489644
www.pegelhaus.eu
6 Orte der Stille und inneren Einkehr
Koblenz: Basilika St. Kastor und Paradiesgarten
Nur einen Steinwurf entfernt vom Deutschen Eck steht die älteste Kirche in Koblenz. Die von Papst Johannes Paul II. 1991 zur basilica minor erhobene Kastorkirche ist wegen ihres umfassend erhaltenen romanischen Baubestandes und der zum großen Teil originalen Ausstattung besonders sehenswert. Die Kirche wurde dem heiligen Kastor geweiht, der im 4. Jahrhundert in Karden an der Mosel in der Nähe von Koblenz als Missionar wirkte.
Der Paradiesgarten direkt neben der Basilika St. Kastor ist Tatort im erfolgreichen BUGA-Krimi von Gabriele Keiser. Die Autorin hat während der Bundesgartenschau an Originalschauplätzen Lesungen angeboten. Wollen wir hoffen, dass der Paradiesgarten weiterhin ein friedlicher Ort bleibt, an dem nicht wirklich jemand ermordet wird, und man sich in diese Oase der Stille zurückziehen und die Seele baumeln lassen kann.
»Franca sah auf den Mann, der mit ausgebreiteten Armen und Beinen zu ihren Füßen lag. Wie ein Schneeengel, schoss es ihr durch den Kopf. So haben wir als Kinder früher im Schnee Engel geformt. Nur dass der Mann nackt war und nicht auf einer Schneedecke lag, sondern auf kahler Erde, die sich wie ein abgestorbener Kreis inmitten eines rechteckigen Blumenbeetes abhob, das von niederen Buchsbaumpflanzen eingerahmt war und in dem die Farben Blau und Weiß dominierten. Als Paradiesgarten wurde dieses hübsch angelegte Areal neben der Kastorkirche bezeichnet. Davor befand sich ein lang gezogenes Wasserbecken, in dessen Seitenwände Sprüche und Psalmen eingemeißelt waren. Es war noch kühl an diesem Morgen im April. Zwischen hohen Bäumen zur Rheinseite hin ragte das raupenartige Dach der Talstation der Kabinenseilbahn hervor. Unermüdlich fuhren die Gondeln ein und wieder aus. Dahinter floss der Rhein, auf dem gerade ein Frachter geräuschvoll flussaufwärts tuckerte.« (Gabriele Keiser: Engelskraut, Gmeiner-Verlag).
Vor der Basilika steht der Kastorbrunnen. Die Stabsonnenuhr im Kirchgarten zeigt Uhrzeit und Datum an.
Probieren Sie im Schatten der Winninger Weinstuben einen Rebensaft und/oder auf der Terrasse vom Ankerplatz leckere Burger an der erhöhten Uferpromenade (www.anker-platz.com).

6
Basilika St. Kastor
Kastorhof
56068 Koblenz
0261 31550
www.sankt-kastor-koblenz.de
Winninger Weinstuben
Rheinzollstraße 2
56068 Koblenz
0261 38707
winninger-weinstuben.de
7 Zeig mir den großen Daumen
Koblenz: Ludwig-Museum im Blumenhof
Von den Bauten des deutschen Ritterordens ist im romantischen Blumenhof noch das Deutschherrenhaus erhalten. Das historische Gebäude beherbergt heute das Ludwig Museum mit Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst. Das Museum zwischen der Basilika und dem Deutschen Eck ist eines von insgesamt fünf Museen in Deutschland, die das Sammlerehepaar Ludwig durch großzügige Schenkungen gefördert hat.
Der in Koblenz geborene Kunstsammler Peter Ludwig (1925–1996) stattete das nach ihm benannte Museum großzügig mit Leihgaben und Schenkungen aus. Das Museum pflegt enge Beziehungen zur französischen Kunstszene und daher gehören zum Fundus viele französische Kunstwerke. Neben der Dauerausstellung werden Sonderausstellungen für Freunde zeitgenössischer Kunst sowie Programme und Projekte für Kinder angeboten. So haben wir auch im Rahmen der Criminale zahlreiche Lesungen für junge Leseratten durchgeführt.
Im Hof des Ludwigmuseums empfängt ein überdimensionaler Bronzedaumen des Bildhauers César die Besucher; ein Kunstwerk, das bei den Touristen als Fotomotiv sehr beliebt ist.
An der Mauer neben dem westlichen Eingang zum Blumenhof stehen alte, wertvolle Grabplatten, die sich früher auf dem Kirchhof von St. Kastor befanden. In die Mauer zur Moselseite hat der Architekt von Canal geschickt einen modernen Glasbau in Würfelform integriert. Innerhalb des Architektenbüros kann man noch Überreste der alten Bruchsteinmauer erkennen. Besonders reizvoll ist diese Kombination zwischen Historie und Moderne, wenn das Gebäude bei Dunkelheit angestrahlt wird. Gehen Sie auf dem kleinen Weg neben dem Büro in die zweite Etage bis zur Installation der Stätte der Erinnerung und des Vergessens von Anne und Patrick Poirier, die diese Arbeit eigens zur Museumsgründung für diesen Ort entwickelt haben. Von hier oben haben Sie einen selbst Einheimischen oft nicht bekannten Blick rund um das Deutsche Eck.
Verbinden Sie eine Wanderung rund um das Deutsche Eck und den Besuch des Ludwig-Museums mit einem Besuch im Restaurant Gerhards oder im Café Deutsches Eck im Blumenhof.

7
Ludwig-Museum
Danzinger Freiheit 1
56068 Koblenz
0261 3040412
www.ludwigmuseum.org
Gerhards Genussgesellschaft
Danziger Freiheit 3
356068 Koblenz
0261 91499133
www.gerhards-genussgesellschaft.de
8 Die Rückkehr des Kaisers
Koblenz: Deutsches Eck zwischen Rhein und Mosel
»Er radelte am Rhein entlang. Die Sonne schien von einem strahlend blauen Himmel. Tom hatte das Gefühl, dass nicht er auf Koblenz, sondern die Stadt auf ihn zufuhr. Wie der Bug eines riesigen Dampfers teilt die Spitze des Deutschen Ecks die beiden Flüsse Rhein und Mosel. Über dem Reiterdenkmal glitzerten die spitzen Kirchtürme von St. Florin, Liebfrauen und der Basilika St. Kastor.« (Jörg Schmitt-Kilian: Leichenspuren, Imprimatur-Verlag 2017).
Einer meiner Lieblingsplätze, die sich großer Beliebtheit erfreuen, ist das weltweit bekannte Deutsche Eck. Nach einem kurvenreichen Lauf fließt hier die ruhige Mutter Mosel in den stärker strömenden Vater Rhein. Zwischen den Flüssen breitet sich eine der ältesten Städte Deutschlands aus. Ich erinnere mich noch an das Deutsche Eck ohne »Kaiser Willem«. So nannte mein Opa Jakob ihn, wenn er – mein Opa – in seinen historischen Büchern blätterte, die so schwer waren, dass ich sie nicht tragen konnte. Als Junge war ich fasziniert von den bunten Uniformen und den Bildern der Schlachtfelder. So ändern sich die Zeiten.
Das 1897 zur Erinnerung an die Einigung des Deutschen Reiches errichtete, 350 Zentner schwere Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nur den Kopf des Originals kann man noch vor dem Mittelrheinmuseum besichtigen. Auf dem riesigen Steinsockel stand lange lediglich ein Mast mit der deutschen Fahne, und erst 1993 wurde die Nachbildung auf den Sockel gehoben. Das 37 Meter hohe Denkmal war bis zur Wiedervereinigung Deutschlands als Mahnmal der Deutschen Einheit bekannt und lockt nach wie vor Touristen aus aller Welt an den Zusammenfluss von Rhein und Mosel.
Übrigens liegt das ursprüngliche Deutsche Eck nicht an dieser Stelle, sondern am Eckturm in der Mauer des Blumenhofes. Hier befindet sich das Kreuz des Deutschen Ritterordens, der sich 1216 an dieser Stelle ansiedelte. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts führte ein schmaler Leinpfad an dieser Mauer vorbei. Diese Ecke wurde »Ecke der Teutschen« genannt.
Steigen Sie die 107 Stufen hinauf zum oberen Aussichtsring und genießen Sie den Blick auf die Festung Ehrenbreitstein und das Rheintal bis zur Insel Niederwerth.

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Deutsches Eck
Reiterstandbild Wilhelm I.
Konrad-Adenauer-Ufer
56068 Koblenz
Königsbacher Biergarten am Deutschen Eck
Danziger Freiheit 2
56068 Koblenz
0261 9142323
www.koenigsbacher-biergarten.de
9 Nicht von der Stange
Koblenz: Wasserspielplatz am Deutschen Eck
Für die Bundesgartenschau wurden vier Spielplätze für Kinder verschiedener Altersstufen angelegt. Das Besondere: Koblenzer Kinder konnten die Spielplätze – etwa die Tritt- und Sitzsteine als »Inseln« in der Wasserfläche – mitgestalten. Der Wasserspielplatz am Deutschen Eck gehört zu den Anziehungspunkten für Familien. Die Kleinen planschen und die Eltern sitzen im Biergarten und erfrischen sich auf andere Weise.
Eine besondere Attraktion für Kinder ist der Wasserspielplatz hinter dem Deutschen Eck. Koblenzer Kinder haben ihre Vorstellungen von Wasserwelt vor der Planung miteinbringen können. Der Wasserspielplatz bietet nicht nur reines Plansch-Vergnügen, er soll Kinder auch dazu anregen, mit Wasser zu experimentieren. An sieben Spielstationen erleben Kinder das Element Wasser in ruhigen Wasseroberflächen, kräftigen Springquellen, Stauwehren und Wasserrädern. Zudem können sie die Fließrichtung des Wassers beeinflussen und als Schleusenwärter arbeiten.
Der Spielplatz am Kurfürstlichen Schloss hingegen wurde ganz im Zeichen seiner klassischen Kulisse errichtet. Das Schmuckkästchen der Kaiserin Augusta lädt mit überdimensionalen Spiegeln und Haarnadeln als Schaukel und Wippe zum Spielen ein. Die Skaterbahn auf der anderen Seite durften Koblenzer Jugendliche mitentwerfen. Koblenzer Kinder wachsen quasi mit den Spielplätzen auf: als Kleinkinder auf dem Wasserspielplatz oder im Schmuckkästchen der Kaiserin Augusta, im Grundschulalter auf dem abwechslungsreichen Bleidenberg und später als Jugendliche auf der Skaterbahn.
Ein schöner Fußweg in die Stadt führt an der Mosel entlang zum Deutschen Kaiser. Bis zur Renovierung des Gebäudes spielte ich mit meinen Freunden in der urigen Atmosphäre des alten Gasthauses mit seinen spätgotischen Gewölben regelmäßig Skat. Dann zog es sich aufgrund zahlreicher Differenzen zwischen Eigentümern und Stadt Jahre hin, bis das Gebäude saniert und baulich erweitert wurde. Das traditionsreiche Gebäude aus dem Jahre 1521 in der Form eines Wohnturms hat als einziges Haus in diesem Bereich der Altstadt die Luftangriffe auf die Stadt heil überstanden.
Während Ihre Kinder spielen, entspannen Sie im Biergarten am Rhein oder an der Langen Tafel vor dem Schloss.

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Wasserspielplatz am Deutschen Eck
Danziger Freiheit
56068 Koblenz
Historisches Restaurant Deutscher Kaiser
Kastorstraße 3
56068 Koblenz
0261 91481420
www.restaurant-deutscher-kaiser.de
10 Wer streckt da die Zunge raus?
Koblenz: Florinsmarkt
Manchmal tauchen die Bilder auf: eine laue Sommernacht. Der Mann klettert auf das Gerüst zum Kirchturm der Florinskirche und will sich hinunterstürzen. Ein junger Polizist verfolgt ihn mit schlotternden Knien. Ich weiß nicht, wie ich den Mann überreden konnte. Vermutlich waren es nicht meine Worte, sondern er spürte, wie ich mit jedem Meter stärker zitterte. So nahm der Einsatz für uns beide ein glückliches Ende.
Ebenso die Alarmierung zu einem Einbruch mit dem Verdacht, dass der Täter sich noch in der Wohnung befindet. »Im ersten Stock ist ein Einbrecher«, teilt der Anrufer aufgeregt mit. Als wir durch die unverschlossene Tür die Wohnung in dem Eckhaus am Florinsmarkt betreten, springt uns ein mittelgroßer Affe entgegen. Der Besitzer hatte weder Eingangstür noch Käfig abgeschlossen. Nun muss ich aufhören, in den Erinnerungen zu schwelgen, aber beim Schreiben fallen mir Geschichten ein aus der Zeit, als die heute liebevoll restaurierten Häuser der Altstadt eher abbruchreifen Ruinen glichen.
Der Florinsmarkt wird durch vier prachtvolle Bauten geprägt. Im Bürresheimer Hof war von 1851 bis zur Reichspogromnacht die Synagoge der Koblenzer Juden. Im Alten Kauf- und Danzhaus aus dem 14. Jahrhundert war das Mittelrhein-Museum untergebracht, das 2013 ebenso wie die Stadtbibliothek in das Forum Confluents umgezogen ist. Unter der Uhr auf der Südseite befindet sich die Maske des Raubritters Johann Lutter von Kobern, der »Augenroller«. Der grimmige Ritter verdreht dauernd die Augen. Zur vollen Stunde streckt er entsprechend der Uhrzeit die Zunge heraus, zur halben Stunde nur einmal. Der Raubritter wurde am 14. Oktober 1536 auf dem Plan enthauptet. Vorher soll er den Ratsherren und den zahlreichen Zuschauern die Zunge herausgestreckt und furchtbar mit den Augen gerollt haben. Das für die Stadtschöffen 1528 errichtete Schöffenhaus hat einen Erker auf der Moselseite und vier Ecktürme. Die ehemalige katholische Stiftskirche St. Florin aus dem 12. Jahrhundert wird heute von den Koblenzer Protestanten genutzt.
Kehren Sie am Florinsmarkt im Weinhaus Hubertus (www.weinhaus-hubertus.de) oder in der Burgstraße 7 bei Shay Dwyer im Irish Pub (www.irishpubkoblenz.de) mit Livemusik ein.

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Altes Kauf- und Danzhaus
Florinsmarkt
56068 Koblenz
Weinhaus Hubertus
Florinsmarkt 6
56068 Koblenz
0261 31177
www.weinhaus-hubertus.de
11 Wer die Wahl hat, hat die …?
Koblenz: Mitten in der Altstadt
Beginnen Sie den Tag mit einem Frühstück in einem der gemütlichen Cafés zwischen Münzplatz und Gemüsegasse. Für Nachtschwärmer, Langschläferinnen und Langschläfer bietet das Pfefferminzje sogar bis 17 Uhr ein Frühstück an. Neben den hier genannten Lokalitäten finden Sie in der Altstadt zahlreiche weitere Einkehrmöglichkeiten. Traditionsliebende werden sich im Café Werrmann am Münzplatz wohlfühlen.
An der Ecke zum »Paradies« befindet sich die Koblenzer Antwort auf Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre: die Kaffeewirtschaft von David Richard. Ich musste lange recherchieren, bis ich – mal wieder – von Manni Gniffke erfahren habe, woher der Name »Paradies« stammt: An dieser Stelle befand sich früher ein kleiner Garten, in dem tagsüber die Stadtsoldaten mit Pfeil und Bogen auf runde Zielscheiben schossen, um ihre Treffsicherheit zu verbessern. Außerhalb des Schießtrainings und in den sommerlichen Abendstunden entspannten die Altstadtbewohner in dem Paradiesgärtlein.
Die Kaffeewirtschaft an der Ecke Paradies / Münzplatz ist eine Symbiose aus rheinischer Lebensart und Kaffeehaus. Der besondere Charme des Jugendstilraumes ergibt sich aus einer geglückten architektonischen Verbindung der historischen Substanz mit modernen Bauelementen. Auf der kleinen Bühne haben Alt-Oberbürgermeister Schulte-Wissermann, Manni Gniffke und ich beim Sonntagsfrühstück »Kowelenzer« Geschichten erzählt: eine kleine Talkrunde unter Altstädtern über Lokalpolitik. Unter der geschützten Freiterrasse in dem Arkadengang kann man auch bei schlechtem Wetter – besonders an Markttagen – das Treiben auf dem Münzplatz beobachten.
Bei unserer Freundin Vera im Altstadtlokal Dormonts spiele ich mit meinen ältesten Freunden (seit 40 Jahren!) Skat. Unsere Wanderungen planen wir an einen meiner Lieblingsplätze aus diesem Buch. Das Stadtflair gegenüber ist ebenfalls bei Einheimischen sehr beliebt.
Gehen Sie durch den Torbogen ins »Paradies«, die Treppe an der alten Burg hinunter zum Moselufer und wandern Sie bis zum Reiterstandbild Deutsches Eck.

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Pfefferminzje
Mehlgasse 12
56068 Koblenz
0261 2017777
www.pfefferminzje.de
Dormonts
Gemüsegasse 5
56068 Koblenz
0261 3002110
www.dormonts.de
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