Kitabı oku: «Befrei Dich von Nackenschmerzen»
Juliane Vögele
Befrei Dich von
Nackenschmerzen
Warum habe ich Nackenverspannungen?
Wie kann ich meine Nackenschmerzen beseitigen?
Wirksames Nackentraining
mit gezielten Übungen für die Nackenmuskulatur
www.verlag4you.de
© 2019 by verlag4you - Germany
www.verlag4you.de
2. Auflage
ISBN 978-3-936612-89-9 (PRINT)
eISBN 978-3-936612-90-5 (EBOOK)
Buch- und Umschlaggestaltung: Juliane Vögele, Frank Stange
Abbildungen: fotolia.com, Juliane Vögele, Marina Karremann
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Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Inhaltsverzeichnis
Dank
An der Stelle möchte ich meinen Dank an die Personen richten, die mich bei meinem Buch unterstützt haben. Einige seien nachfolgend genannt.
Marina Karremann
„Du bist ein tolles Model!“
Manfred Karremann, Johannes Laidler und Josef Hütter
„Danke für die Fotos!“
fitIn, Bodolz
„Danke, dass wir die Fotos in Eurem Raum machen durften!“
Cornelia Langlois
„Danke für das Korrekturlesen!“
Frank Stange, mein Verleger
„Danke für die Unterstützung!“
Nackenschmerzen
Nacken-Schulter-Arm-Syndrom, Zervikalsyndrom, Zervikobrachial-Syndrom, Zervikozephales Syndrom - all diese Begriffe stammen aus dem Umfeld von Nackenschmerzen.
Sorgen, Belastungen und Anstrengungen des täglichen Lebens sind nur zu verkraften, wenn Menschen durch Freude, Entspannung und Zeit für sich selbst wieder Kraft tanken können.
Leider achten viele Menschen mit funktionellen Beschwerden ihres Hals-Nackenbereichs zu wenig auf diese Botschaft des Körpers. Sie haben verlernt, diese schmerzhaften Signale als einen Hinweis zu verstehen, dass hier Funktionsstörungen bestehen und dies auf Dauer zu Schäden führen kann.
Wenn Nackenschmerzen über Monate und Jahre andauern, in viele Richtungen ausstrahlen, zur "erdrückenden Kreuzlast" werden, muss der behandelnde Arzt zunächst Ursachenforschung betreiben. Viele Schmerzen haben ihre Ursache in der Nackenmuskulatur. Die kleinste Störung auch nur eines Teils des Rückengefüges kann das empfindliche Gleichgewicht stören. Ursachen schmerzhafter Muskelverspannungen sind in den meisten Fällen Nerven-Irritationen in den Wirbelgelenken als Folge einer Fehlbelastung oder auch eines bereits bestehenden Schadens.
Untersucht man die Menschen in Deutschland, die unter Schmerzen leiden, finden sich darunter 70 Prozent mit Rückenschmerzen. Und davon hat ca. jeder Dritte speziell Probleme mit der Hals‐ und Schultergürtelpartie. Meistens entstehen die Nackenschmerzen durch den Beruf. Betroffen sind nicht nur ältere Menschen, bereits vor dem 30. Lebensjahr treten bei vielen Betroffenen erste Verschleißerscheinungen auf.
Auch wenn die Schmerzen sehr stark sind, handelt es sich in den meisten Fällen von "steifem Hals" um Muskelverspannungen und Muskelverkrampfungen, die durch „falsches“ Sitzen oder Liegen entstanden sind.
Oft sind es Menschen, die viel sitzen, die unter Verspannungen im Nackenbereich leiden. So hilft, abgesehen von einer aufrechten Haltung, Entspannungsübungen und einem Schutz vor Zugluft, besonders die Bewegung. Denn Bewegung erhöht die Stabilität der Knochen und kräftigt die Muskulatur. Liegen hingegen verstärkt die Verkrampfung eher. Deshalb sollten Sie selbst bei stärkeren Schmerzen nicht unnötig lange im Bett liegen bleiben.
Möglichkeiten der Einteilung des HWS-Syndroms
Das HWS-Syndrom kann man u. a. nach dem Verlauf einteilen.
Akutes HWS-Syndrom: Hier beschränken sich die Schmerzen auf die Wirbelsäule. Es können aber zusätzlich Schulter- und Nackenschmerzen auftreten.
Chronisches HWS-Syndrom: Hier kann der Betroffene keinen bestimmten Schmerzpunkt erkennen.
Auch nach der Schmerzausstrahlung kann eine Einteilung vorgenommen werden.
• lokales HWS-Syndrom
• pseudoradikuläres HWS-Syndrom
• radikuläres HWS-Syndrom
Radikuläres HWS-Syndrom: Die Nervenwurzel (latein. radix) ist betroffen und die Schmerzen strahlen dementsprechend entlang der betreffenden Nerven aus.
Pseudoradikuläre HWS-Syndrom: Die Nervenwurzel ist nicht betroffen. Es treten Kopfschmerzen, Schwindelattacken und Hör- und Schluckstörungen auf. Die Schmerzen können auch in die Arme ausstrahlen. Dann nämlich, wenn der untere Teil der Halswirbelsäule betroffen ist.
Noch eine Möglichkeit der Einteilung des HWS-Syndroms richtet sich nach der Schmerzlokalisation.
Oberes HWS-Syndrom: Hier befinden sich die Schmerzen im Bereich des ersten oder zweiten Halswirbelkörpers.
Mittleres HWS-Syndrom: Hier befinden sich die Schmerzen im Bereich des dritten, vierten oder fünften Halswirbelkörpers.
Unteres HWS-Syndrom: Hier befinden sich die Schmerzen im Bereich der Halswirbelkörper 6, 7 oder 8.
Erkrankungen / Beschwerden durch Nackenprobleme
Zwischen der Wirbelsäule und den inneren Organen bestehen Verbindungen. Die Nervenbahnen des Rückenmarks (Spinalnerven) tauschen sich ständig mit dem Gehirn aus. Und die Informationen des Gehirns wiederum werden über die Nerven des Rückenmarks an das Organ / Organsystem, mit dem sie in Verbindung stehen, weitergeleitet.
Der erste Teil der Wirbelsäule ist gleichzeitig der beweglichste - die Halswirbelsäule (HWS). Die Wirbelkörper und alle anderen Strukturen sind kleiner als beim Rest der Wirbelsäule, deshalb können hier viele Probleme auftauchen.
Dann ist es möglich, dass Schmerzen im Kopf, den Armen, dem Oberkörper, bis hin zu den Fingern, auftreten. Die Spinalnerven, die aus dem Rückenmark austreten, liegen hier sehr eng beieinander und können, wie im nächsten Kapitel zu lesen, durch Verrenkungen, Muskelverhärtungen, Bandscheibendruck oder knöcherne Veränderungen gequetscht oder gedrückt werden, so dass Schmerzen verursacht werden, die auch „ausstrahlen“ können. Es kann in allen Bereichen schmerzen, aber auch in nur einem Teil, z. B. den Fingern.
Wird die Wirbelschlagader eingeengt, kann es zu migräneartigen Anfällen mit heftigen Kopfschmerzen, Tinnitus, Schwindelgefühl, Seh- und Schluckstörungen kommen.
Funktionsstörungen der Schilddrüse mit Knotenbildung treten manchmal bei Reizungen im unteren HWS-Bereich (meist C7) auf. Eine länger bestehende Fehlstellung eines Halswirbels kann zudem zu Erkältungen, Schleimbeutelentzündungen oder auch einem Tennisarm führen.
Es ist möglich, dass das Tragen einer Halskrause zu chronischen oder zumindest lang andauernden Nackenverspannungen führt, da durch die Ruhigstellung und Entlastung die Haltemuskeln ihre Arbeit quasi „verlernen“. So wird zwar evtl. eine momentane Schmerzlinderung erreicht, aber langfristig das Problem gefestigt.
Sekundäre Beschwerden als Folge von HWS-Problemen
Schulterschmerzen und Armschmerzen können beim Zervikalsyndrom (HWS-Syndrom) auftreten. Hierbei werden zwar die Nerven nicht in Mitleidenschaft gezogen, die Schmerzen können aber dennoch in die Schulter und den Arm ausstrahlen. Ist der Nacken extrem verspannt, kann das auch dazu führen, dass der Kopf nicht mehr bewegt werden kann. Es kommt zum sogenannten „steifen Hals“. Auch beim Zervikobrachial-Syndrom (Hals-Arm-Syndrom) strahlen die Schmerzen in die Schulter und den Arm aus. Selbst Lähmungserscheinungen oder Sensibilitätsstörungen an den Händen können auftreten.
Migräne und Kopfschmerzen werden häufig durch chronische Nackenschmerzen ausgelöst oder verstärkt.
Entzündungen in der Schulter können durch eine Schonhaltung und das Vermeiden von schmerzhaften Bewegungen aufgrund chronischer Nackenschmerzen entstehen.
Bandscheibenprobleme bzw. Bandscheibenvorfälle können durch Nackenschmerzen begünstigt werden. Eine verspannte Muskulatur ist nicht so stark beanspruchbar wie im Normalfall. Deshalb werden dadurch die Wirbelgelenke mehr belastet.
Atemstörungen können durch eine flache, gepresste Atmung entstehen. Da ein „steifer Hals“ sich auf den Brustkorb ausdehnen kann, wird dann die Atmung beeinträchtigt
Sehstörungen, also krankhafte oder fehlerhafte Veränderungen der optischen Wahrnehmung wie Augenflimmern, verminderte Sehschärfe, Gesichtsfeldeinschränkungen oder Doppelbilder, können durch ein HWS-Syndrom verursacht werden. Beispielsweise durch Durchblutungsstörungen des Gehirns, evtl. durch die Einengung einer Arterie im Halswirbelbereich. Dann kommt es auch oft gleichzeitig zu einem Migräne-Anfall mit Lichtblitzen, Gesichtsfeldeinschränkungen oder Augenflimmern.
Schluckbeschwerden können ohne begleitende Schmerzen (Dysphagie) oder mit Halsschmerzen oder aber mit Schmerzen beim Schlucken auftreten (Odynophagie). Es gibt viele Ursachen für Schluckstörungen, u. a. auch ein HWS-Syndrom. Die Verspannungen in der betroffenen Muskulatur oder Blockaden der Halswirbel können Schluckbeschwerden auslösen. Darüber hinaus kann auch ein knöcherner Umbau zwischen den einzelnen Wirbelkörpern (Spondylosis deformans) diese begünstigen und zudem zu erheblichen Einschränkungen der Funktionalität der HWS führen. Manchmal sind auch sogenannte Knochensporne (Osteophyten) an der Halswirbelsäule, die meistens durch Verschleißerscheinungen entstehen, die Ursache für Schluckbeschwerden. Als Begleiterscheinung der Schluckbeschwerden können manchmal auch eine Heiserkeit („Frosch im Hals-Syndrom“) oder auch Schwindel und Ohrgeräusche auftreten.
Tinnitus, also eine krankhafte Wahrnehmung eines Geräusches, Klingelns oder Tons in den Ohren, kann u. a. durch eine akute Blockierung des Kopfgelenks bei einem HWS-Syndrom auftreten. Auch ein Rauschen oder das Wahrnehmen von hohen Tönen kann auf Halswirbelsäulenprobleme hindeuten. Der Tinnitus kann dauerhaft auftreten oder anfallartig immer wieder in kurzen Episoden. Mit dem Tinnitus können auch Symptome wie Tieftonschwerhörigkeit eines Ohres, gesteigerte Hörempfindung (Hyperakusis) und Schwankschwindel in Erscheinung treten.
Sensible Störungen (z. B. Kribbeln in den Armen) entstehen im Rahmen eines HWS-Syndroms aufgrund der mechanischen Kompression der Nervenwurzeln, die aus der Halswirbelsäule austreten (z. B. durch einen Bandscheibenvorfall oder eine knöcherne Einengung durch Veränderungen an den Wirbelkörpern). Eine Reizung des Armplexus, (Nervengeflecht durch Zusammenschluss der einzelnen Nervenwurzeln) zeigt sich oft in einem bohrenden, ziehenden oder dumpfen Schmerz, der vom Nacken in die Schulter, den Arm und die Hand ausstrahlt. Es kann zu Missempfindungen (Taubheitsgefühl), Reflexausfällen, Sensibilitätsstörungen (Kribbeln) bis hin zu Lähmungserscheinungen kommen.
Ein erhöhter Blutdruck, gesteigerte Herz- und Atmungsaktivität, Pupillenweitstellung und eine vermehrte Schweißabsonderung sind Begleiterscheinungen, die wegen der Reizung der Nervengeflechte und Nervenknoten des sympathischen Nervensystems (Teil des unwillkürlichen, vegetativen Nervensystems) auftreten. Durch diese Reizung läuft der Organismus ständig auf höchstem Niveau. Ein sogenannter Sympathikusstress (Sympatikotonie) entsteht, der zu Verdauungsstörungen, dem Wahrnehmen von Ohrgeräuschen, Störungen des Gedächtnisses (z. B. Konzentrationsstörungen), Schlafstörungen, Sehstörungen usw. führt.
Hautsegmente (Dermatome):
Die Rückenmarksnerven entspringen paarig aus den Zwischenwirbellöchern. Sie versorgen jeweils bestimmte Hautbezirke, die als Hautsegmente oder Dermatome bezeichnet werden. Auf der Körperrückseite bilden diese Dermatome eine lückenlose Folge. Auf der Körpervorderseite ist es etwas komplizierter, da einige Dermatome in die Extremitäten verlagert sind.
Da ein Segment immer „als Ganzes“ reagiert, kommt es vor, dass bei einer Reizung von Rezeptoren der Eingeweide (Schmerzrezeptoren) der Schmerz nicht (oder nicht nur) im betroffenen Organ, sondern (auch) als Schmerz im zugehörigen Dermatom an der Körperoberfläche empfunden wird. Eine solche Fehllokalisation wird umgangssprachlich als „Ausstrahlen“ des Schmerzes bezeichnet, medizinisch wird er „übertragener Schmerz“ genannt. Die „Übertragung“ erfolgt immer in den Abschnitt der Peripherie, der von demselben Rückenmarksegment wie das betroffene Organ versorgt wird. Der Schmerz kann unter Umständen auf Nachbarsegmente oder die ganze Körperhälfte übergreifen (Generalisation).
Diese als Head-Zonen bekannten Beziehungen können eine wichtige diagnostische Hilfe darstellen.
Innersegmentale Verschaltungen:
Nerv, Hautsegment, Muskel, Gefäß, Eingeweide und Knochen sind innerhalb eines Segments verschaltet.
So kann ein Problem am Neurotom (Nerv), z. B. eine Reizung durch eine Bandscheibenvortreibung, dazu führen, dass durch die innersegmentale Verschaltung ein Schmerz im zugehörigen Viszerotom (Organ/Eingeweide), im Angiotom (Gefäßanteil) oder auch Myotom (Muskel) auftritt. Oft schmerzt natürlich auch der Rücken dabei, aber nicht immer. Manchmal schmerzen nur die innersegmental betroffenen Komponenten, also nur das Organ, nur der Muskel, nur der Knochen usw..
Übersichtstabelle (Aus: Die Cross-Methode, Lilo Cross)

Ursachen von Nackenschmerzen
Es gibt zahlreiche Ursachen von Nackenschmerzen, von denen ich die wichtigsten Hintergründe nachfolgend erwähnen möchte.
Das Zivilisationsproblem - Bewegungsmangel
Unsere technisierte Welt nimmt uns fast alle Bewegungen ab. Sie soll uns entlasten. Aber: Bewegung und Veränderung bedeuten Leben. Überall in der Natur finden wir sie. In der Bewegung des Wassers in einem Fluss, in der Veränderung der Natur bei den Jahreszeiten, die Erde selbst bewegt sich um sich selbst und im Universum gemeinsam mit dem Mond um die Sonne. Wir sehen abwechselnd Phasen der Aktivität und der Ruhe. Beispielsweise legen Tiere nach der anstrengenden Jagd eine lange Ruhephase ein. Im Winter haben die Pflanzen ihre Ruhezeit, um im Frühjahr wieder Blüten zu treiben. Bewegung und Veränderung zeigen uns Lebendigkeit. Stagnation und Starre hingegen deuten auf Krankheit und Tod. Blut und Lymphe bewegen sich im Körper, die Peristaltik hilft bei der Verdauung, und auch der Bewegungsapparat ist auf Bewegung und Veränderung ausgerichtet – z. B. Fortbewegung oder die ständige Veränderung der Position – wie Sitzen, Stehen, Gehen, Liegen usw.. Aber auch den Wechsel zwischen Spannung und Entspannung, Wachen und Schlafen. Bewegung ist Leben - wir sind von Natur aus für Bewegung mit wenigen Ruhepausen gemacht. Ein Bewegungsmangel schadet uns. Nicht nur dem Bewegungsapparat, sondern einer ganzen Reihe von Organen. Aber die Wirbelsäule ist, was ihre Funktionstüchtigkeit angeht, von einem ausreichenden Bewegungsangebot abhängig.
Ohne Belastung werden die Wirbelkörper, die die tragenden Elemente darstellen, porös (Osteoporose), die bewegenden Muskeln verkümmern (Muskelinsuffizienz mit mangelnder Stabilität), die stabilisierenden Bänder werden schlaff (Instabilität im Bewegungssegment zwischen zwei Wirbelkörpern), die Bandscheiben, die von Be- und Entlastung leben, "verhungern" und werden brüchig (Bandscheibenvorfall), die Wirbelgelenke, die die Wirbel miteinander gelenkig verbinden, werden unbeweglicher, ihre schrumpfenden Gelenkkapseln beginnen zu schmerzen (Spondylarthrose), die Durchblutung der Bausubstanz der Wirbelsäule verschlechtert sich, die Steuerung der Wirbelgliederkette durch die Nervengeflechte verebbt ohne regelmäßige und ausreichende Beanspruchung ("Blockierungen", "Funktionskrankheit").
Zu geringe Bewegungsreize lassen sämtliche Bauteile der Wirbelsäule verkümmern, ein angemessenes Bewegungsangebot optimiert die Belastbarkeit der "Säule", ein gezieltes Bewegungstraining beugt nicht nur Rückenschmerzen vor, sondern "heilt" bereits vorhandene Wirbelsäulenstörungen in allen Lebensabschnitten.
Quelle: Dr. med. Bernd Reinhardt, Orthopäde - Sportmedizin - Chirotherapie - Badearzt, Bad Aibling, Erstellt: Mai 2001
Fehlbelastungen
Fehlende Körperwahrnehmung oder angelerntes, falsches Verhalten führt oft zu Fehlbelastungen. Es werden Muskeln beansprucht, die für diese Situation gar nicht benötigt werden, dafür werden andere vernachlässigt und verkümmern. So kommt es zu einem Ungleichgewicht der Muskelzüge, die den Kopf im Gleichgewicht halten sollen.
Fehlbelastungen entstehen meist durch Fehlhaltungen, die ein häufiger Grund für oft sehr schmerzhafte Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich sind. Langes Sitzen, Tragen von schweren Taschen, verdrehtes Schlafen oder schlechte Bewegungstechnik beim Sport begünstigen den sogenannten „steifen Nacken“. Diese Fehlhaltungen können durch äußere Faktoren, wie z. B. zu tiefe oder zu hohe Sitze, eine zu tiefe, zu hohe oder zu weit entfernte Arbeitsplatte und/oder falsch stehende Monitore, falsche Brillen usw. begünstigt oder ausgelöst werden. Viele Menschen verbringen heutzutage die meiste Zeit des Tages in sitzender Haltung (oft über viele Stunden in derselben Sitzposition). Meist wird hierbei der Kopf nach vorne gestreckt (so sind die Nackenmuskeln immer in Spannung). Auf lange Sicht führt dies zu Verspannungen, Nackenschmerzen oder auch Kopfschmerzen am Hinterkopf.
Auch die Eitelkeit begünstigt muskuläre Verspannungen. Insbesondere die Vermeidung eines Doppelkinns. Hierfür wird der Kopf in den Nacken gelegt, damit es weniger zu sehen ist. Dieses Schwinden des ungeliebten Doppelkinns wird allerdings mit Nackenverspannungen bezahlt.
Manche Sportarten können ungünstig für die Nackenmuskulatur sein. Muss der Kopf länger in den Nacken gelegt werden (z. B. Brustschwimmen oder Radfahren), kann das Verspannungen fördern. Es ist möglich, Brustschwimmen gesund auszuführen. Allerdings werden dann die Haare nass. Der Kopf bleibt in der Verlängerung der Wirbelsäule und der Kopf bzw. das Gesicht taucht immer wieder unter Wasser. Auch beim Radfahren kann der Lenker so hoch eingestellt werden, dass auf den Armen kein Gewicht mehr ist. Der Kopf liegt ausbalanciert auf der Wirbelsäule, so dass er nicht von extrem angespannten Nackenmuskeln gehalten werden muss.
Eine Angewohnheit von großen Menschen (vor allem Frauen) ist es häufig, sich nach vorne zu beugen und den Kopf dementsprechend nach hinten in den Nacken zu legen. Diese gebeugte Haltung kann bewusst eingenommen werden, um sich etwas kleiner zu machen (und so nicht so sehr aufzufallen) oder unbewusst, weil z. B. die Türen, Tische und Stühle zu niedrig sind oder der Blickkontakt zu den kleineren Menschen aufrecht erhalten werden soll. Diese dauernde gebeugte Haltung fördert wieder Nackenverspannungen.
Unsicherer Gang
Normalerweise sieht niemand auf seine Füße beim Gehen. Wir spüren sie, ohne sie anzuschauen. Ältere Menschen oder einfach Menschen, die etwas wacklig auf den Beinen sind, blicken aber oft automatisch auf ihre Füße, weil sie unbewusst versuchen, sie mit den Augen und nicht mit dem Körpergefühl zu kontrollieren. Dadurch werden die Nackenmuskeln ständig angespannt, was zu Schmerzen führen kann.
Einseitige Nackenschmerzen können durch den lange oder oft zur Seite geneigten Kopf entstehen. Der eingeklemmte Kopfhörer ist hier ein Paradebeispiel.
Schlechte Angewohnheiten
Immer wieder sieht man Menschen, die die Schultern hochziehen, wenn sie die Arme anheben. Manchmal schon, wenn ein Glas angehoben wird, ein Schraubverschluss aufgedreht wird oder beim Arbeiten am PC. Auf lange Sicht sind die Schulterblatthebemuskeln und der Trapezmuskel dadurch in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt (früher sagte man: verkürzt). Das führt zu Schmerzen, da die Muskeln an den Halswirbeln ziehen, die Nerven beeinträchtigen und die Durchblutung stören. Der Deltamuskel (Schultermuskel) reicht völlig aus, um den Arm in die Waagerechte anzuheben.
Kurzsichtigkeit
Viele kurzsichtige Menschen tragen keine Sehhilfe. Manche von ihnen versuchen, um besser zu sehen, das, was sie sehen möchten (z. B. ein Buch), näher zu sich heranzuholen. Andere aber versuchen, die Augen näher an das Buch (oder die Handarbeit usw.) zu bringen und strecken dabei den Kopf nach vorn. Wird diese Position länger gehalten, folgen Verspannungen und Schmerzen im Nackenbereich.
Gleitsicht- und Bifokalbrillen
Meist ist es so, dass automatisch der Kopf in den Nacken gelegt wird, wenn man durch die untere Abteilung der Gläser schaut. Muss man nun aus irgend einem Grund sehr oft durch den unteren Teil schauen, verspannt die sensible Nackenmuskulatur und das kann wieder zu Schmerzen führen.
Psychische Belastungen
Auch längere Zeiten von Stress, Leistungsdruck und ängstlicher Erwartung können eine Nackenverspannung auslösen, so wie man sich umgekehrt gestresster fühlt, wenn der Nacken verspannt ist und sich in einer Fehlhaltung befindet.
Nacken-, Rücken- und Kreuzschmerzen wurzeln auch oft in der Psyche, oder die Psyche verstärkt irgendwann den Schmerz. Dass seelische Faktoren mitentscheiden, ob ein Rücken- oder Nackenschmerz chronisch wird, ist seit langem bekannt. Aber die Gedanken sind nicht immer bewusst. Es gibt psychische Erkrankungen, wie z. B. (larvierte) Depressionen, bei denen die Schmerzen am Bewegungsapparat das einzig wahrnehmbare Symptom sind. Die tatsächliche Störung, die Depression, bleibt dabei getarnt.
Auch sogenannte „psychisch geprägte (psychogene) Weichgewebeschmerzen“ werden, wie der Name schon sagt, durch die Psyche verstärkt. Oft sind zwar krankhafte Veränderungen objektiv vorhanden, können aber die subjektiv sehr stark erlebten Schmerzen nicht wirklich erklären. Unter dem Weichgewebe versteht man Sehnen, Muskeln, Nerven (Neuralgien) und Bindegewebe.
In psychisch belastenden Situationen wird das HWS-Syndrom oft von Sehstörungen begleitet. Gleichzeitig zeigen sich dann oft:
• Schmerzen
• Ohrgeräusche
• Übelkeit
• Erbrechen und
• anfallsartiges Hinfallen
Außerdem verspannen sich die Schulter- und Nackenmuskeln sehr schnell bei Stress und dies kann nicht nur zu Nackenschmerzen, sondern auch zu Kopf-, Gesichtschmerzen, Schwindel und Tinnitus führen.
Übrigens gilt vor allem Liebeskummer nicht selten als Auslöser von Nackenschmerzen.
Immer wieder wird vermutet, dass Menschen mit Rückenbeschwerden charakteristische Persönlichkeits- bzw. Verhaltensmerkmale aufweisen, die die Entstehung von Schmerzen im Rücken begünstigen.
In der modernen Stressforschung unterscheidet man zwischen Stressoren, Stressreaktionen und Stressbewältigung (= "Coping"). Stressoren sind z. B. Lärm, Zeitdruck, (befürchtetes) Versagen in Leistungssituationen, Streitigkeiten in der Familie oder im Berufsleben. Diese Stressoren haben aber nicht auf jeden Menschen dieselbe Wirkung. Abhängig von der inneren Einstellung werden sie unterschiedlich bewertet und so auch individuell erlebt.
Die Stressreaktion ist nun die Verhaltensweise, mit der eine Person auf einen Stressor reagiert. Sie kann sich auf der physiologischen Ebene (z. B. erhöhte Anspannung der paraspinalen Muskulatur), auf der kognitiv-emotionalen Ebene (z. B. Gefühl der Hilflosigkeit) oder auf der Verhaltensebene z. B. (Aggression) äußern.
Eine eindeutige Rückenschmerzpersönlichkeit gibt es bislang noch nicht. In einigen Untersuchungen werden aber Menschen mit "hohem Leistungsanspruch", "übertriebener Hilfsbereitschaft, ohne selbst Unterstützung annehmen zu können", und "mangelnder Konfliktfähigkeit" als typisch für chronische Rückenschmerzpatienten angesehen.
Quelle:Dr. Anne B. Flothow, Diplom-Psychologin, Hamburg, Erstellt: Mai 2001
Ernährung
(Falsche) Ernährung und Körper-(Über-)gewicht beeinflussen den gesamten Bewegungsapparat des Menschen und die statische Belastung von Wirbelsäule und Gelenken. (Mehr dazu finden Sie im Kapitel „Ernährung“.)
Muskelzerrungen
Die Stabilität des Nackens ist sehr gering aufgrund der enormen Beweglichkeit. Unkontrollierte, schnelle Bewegungen führen daher oft zu einer reflexhaften Überspannung (als Schutzreaktion) oder sogar zu Zerrungen. Hier finden wir auch das Schleudertrauma.
Beschädigte Bandscheiben
Man kennt die Bandscheibenvorfälle vor allem aus dem Lendenwirbelbereich. Relativ häufig kommen sie aber auch in der Halswirbelsäule vor. Auch eine Bandscheibenentzündung (Diszitis) kann die Ursache von Nackenschmerzen sein.
Verletzungen der Wirbelsäule
Natürlich führen Verletzungen der Wirbelsäule auch zu Nackenschmerzen. Insbesondere bei einem schweren Schleudertrauma können Bänder oder Knochenteile an den Wirbelkörpern verletzt werden. Abgesehen von den starken Nackenschmerzen, folgen daraus oft Bewegungs- oder Gefühlsstörungen der Schulter- und Armmuskeln.
Gehirnhautentzündung
Nackenschmerzen sind manchmal auch „nur“ ein Symptom für eine andere Erkrankung, die nichts mit dem Nacken an sich zu tun hat. Beispielsweise bei der Gehirnhautentzündung sind sie ein häufiges Symptom. Der Kopf kann dann nicht mehr nach vorne zur Brust gebeugt werden. Begleitet wird dies dann noch von Kopfschmerzen und Übelkeit. Es muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
Schiefe Wirbelsäule
Menschen, die eine (meist angeborene) Skoliose (Schiefstand der Wirbelsäule) haben, bekommen oft Nackenschmerzen durch den Versuch, diese Asymmetrie auszugleichen.
Morbus Scheuermann
Auch der ausgeprägte Rundrücken verursacht durch Fehlhaltung Probleme im Nackenbereich.
Arthrose
Der Gelenkverschleiß, der früher nur die alten Menschen betroffen hat, tritt nun nicht selten auch bei jüngeren Menschen auf. Der Grund sind statische Fehlhaltungen. Häufig finden wir wegen der speziellen Anatomie der Wirbelkörper im Hals die „Uncovertebralarthrose“. Sie betrifft die sogenannten Uncovertebralgelenke, spezielle Gelenke zwischen den Halswirbeln, die die Wirbelkörper miteinander verbinden.
Spondylose
Hier entsteht eine Versteifung der Wirbelsäule, von der vor allem ältere Menschen betroffen sind. Ein steifer Nacken, stechende Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind die Folge.
Zervikale Spinalkanalstenose
Das ist eine Verengung des Wirbelkanals, in dem das Rückenmark verläuft. Die Symptome sind Nackenschmerzen, Taubheitsgefühle im Arm bis hin zu Lähmungserscheinungen.
Zervikozephales Syndrom (Barré-Lieou-Syndrom)
Veränderungen und Abnutzungserscheinungen im Bereich der Halswirbelsäule führen neben Nackenschmerzen oft auch zu Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen oder Ohrensausen. Die Beweglichkeit des Halses ist eingeschränkt und sogar Schluckstörungen können auftreten.
Osteoporose (Knochenschwund)
Sie betrifft vor allem Frauen nach den Wechseljahren und macht sich am gesamten Körper bemerkbar.
Osteomalazie/ Bei Kindern: Rachitis
Dabei tritt durch einen Vitamin-D-Mangel eine Störung des Knochenwachstums auf, die den ganzen Körper betrifft.
Chronische Schmerzkrankheit (Fibromyalgie)
Das ist eine sehr komplexe Krankheit, bei der starke Müdigkeit, Konzentrationsmangel und Schlafstörungen im Vordergrund stehen. Aber auch Nackenschmerzen können als Symptom auftreten.
Tumore im Halsbereich
Selten können Nackenschmerzen auch durch Tumore verursacht werden. Dann nämlich, wenn sie sich z. B. an der Schilddrüse, einem Wirbelkörper oder anderen Strukturen im Halsbereich bilden. Benachbarte Lymphknoten sind dann meist auch vergrößert und lassen sich ertasten.
Übertragungsschmerz
Erkrankungen innerer Organe wie Herz, Leber, Gallenblase oder Magen können sich als Schmerzen im Nacken zeigen. Möglich ist dies vermutlich, weil bestimmte Körperareale durch Nervenwurzeln aus dem Rückenmark versorgt werden. Aber auch Muskelverhärtungen, die druckschmerzhaft sind, können diese übertragenen Schmerzen verursachen.
Probleme UNTERHALB des Nackens (körperlich)
Der Auslöser für Rückenprobleme liegt oft in anderen Körperregionen, z. B. bei den Füßen. Durch Fehlstellungen der Füße, Beinlängendifferenzen, Schonhaltungen bei Kniegelenksschmerzen versucht die Wirbelsäule als Achse des Körpers, die Asymmetrien auszugleichen. Dies passiert bis in die oberste Region der Wirbelsäule. Dort entstehen dann Ausweichbewegungen und Zwangsstellungen. Als Folge treten Schmerzen, aber auch teilweise Schwindel, Kopfschmerzen, Tinnitus, Leistungsabfall, Hörstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten bis hin zu depressiven Verstimmungen auf.
Probleme OBERHALB des Nackens (körperlich)
Das Kiefersystem braucht die Nackenstrecker als Stabilisator. Finden sich im Kiefergelenk Probleme und Behinderungen, können sich diese auf die Nackenmuskulatur auswirken und nicht nur Verspannungen, sondern sogar Gleichgewichtsstörungen auslösen.
Von der Schonhaltung zum Schmerzgedächtnis
Um Schmerz zu vermeiden, wird die Statik eines schmerzenden Bewegungssegmentes der Notlage angepasst. Beispielsweise die typische, seitlich gekrümmte Schonhaltung bei „Ischiasbeschwerden“. Diese Schonhaltungen können jedoch wiederum zu schmerzhaften Verspannungen führen.
Wenn Schmerzreize immer wieder auftreten, können sie das Schmerzempfinden verändern. Bei einigen Betroffenen kommt es zu einer Überempfindlichkeit gegenüber Schmerzen. Unter anderem geschieht dies deshalb, weil die Schmerzrepräsentanzen im Rückenmark und Gehirn bei ihnen so etwas wie ein Schmerzgedächtnis ausgebildet haben. Selbst das Gehirn hat sich verändert. Darum müssen diese negativen Schaltkreise so bald wie möglich durchbrochen werden. Sonst wird evtl. ein sogenanntes „Schmerzgedächtnis“ aktiv und sorgt dafür, dass die Schmerzen chronisch werden und so auch viel schwerer zu beherrschen sind.
Kissen und Matratzen fast nie die Ursache
Morgens sind Nackenschmerzen oft schlimmer als während des Tages. Deshalb liegt natürlich die Vermutung nahe, dass die Ursache in der Schlafposition, der Matratze oder beim Kopfkissen liegt. Diese Verschlimmerung am Morgen resultiert jedoch aus dem Umstand, dass die Muskulatur und das Bindegewebe sich in der Nacht um etwa 7 % zusammenziehen (am ganzen Körper). Vermutlich, weil man sich nachts fast nicht bewegt. Bei den Muskeln, die bereits verspannt sind, wirkt sich diese Verkürzung natürlich sehr schmerzhaft aus. Die Verspannung nimmt noch zu und lockert sich erst durch Bewegung oder eine warme Dusche wieder.
Zugluft und Verkühlung
Sie sind meist nur die Auslöser, aber nicht die Ursachen für die Beschwerden. Frische Luft tut gut! Menschen, die bereits eine (leichte) Verspannung haben, können jetzt aber durch einen Aufenthalt neben dem offenen Fenster oder an einem windigen Ort Nackenschmerzen bekommen. Durch den sogenannten „Zug“ werden die oberflächlichen Hautnerven im Halsbereich gereizt und die Muskeln unbewusst verkrampft. Verstärkt wird dieses Phänomen noch, wenn die Zugluft auf einen verschwitzten Hals (z. B. beim Training) trifft.
Die innere Haltung
Damit meine ich nun nicht die Einstellung zu bzw. den Umgang mit dem Schmerz, oder den Stress, dem man sich ausgeliefert hat. Das finden Sie in einem anderen Kapitel. Ich meine hiermit, dass der Rücken ein Spiegel der Seele ist.
Beispielsweise sagt uns unsere Wirbelsäule, wie viele Jahre wir "auf dem Buckel haben", oder ob uns das Leben "gebeugt" hat. Wir können sogar unsere Persönlichkeit in gewisser Weise an unserem Rücken ablesen. Gehen wir aufrecht durchs Leben, zeigen wir uns stolz, elegant oder demütig? Die Körperhaltung beeinflusst unser Empfinden, und unser Empfinden drückt sich im Gegenzug in der Körperhaltung aus. Wenn wir uns stark und selbstbewusst fühlen, zeigt sich das in der aufrechten Körperhaltung. Andererseits fühlt man sich automatisch stärker, wenn man sich gerade aufrichtet. Unser Gehirn kennt nämlich den Zusammenhang zwischen Empfindung und Körperhaltung und stellt die Verbindung in beide Richtungen her.
Unser Rücken wird beeinflusst davon, "ob wir uns zuviel aufbürden", "ob uns etwas niedermacht" usw.. Wenn wir uns zum Beispiel immer wieder zuviel auflasten, kann das daran liegen, dass wir uns selbst versichern möchten, wie stark wir sind, weil wir uns unbewusst schwach fühlen.
Oder ein Rundrücken kann entstehen, wenn ein Kind in der Erziehung immer wieder "runtergemacht" wird, wenn sein Wille gebrochen wird.
Der Psychotherapeut Rüdiger Dahlke ist sich sicher, dass die Thematiken der Rückenbeschwerden zwischen (Un-) Aufrichtigkeit und der Last der Existenz liegen.
In der Wirbelsäule zeigen sich Gegensätze, Yin und Yang, die im Gleichgewicht sein müssen. Verlieren wir unser inneres Gleichgewicht, zeigt sich das auch im äußeren. Yin und Yang zeigen sich in der Wirbelsäule in den harten Wirbelkörpern und den weichen Bandscheiben oder in der Doppel-S-Form, also der "Schlangenform" des Rückens.
Bedeutung einzelner Abschnitte und Beschwerden lt. Rüdiger Dahlke
Bandscheiben
In der Entspannung können die Bandscheiben sich mit Flüssigkeit füllen. Das kann man gut daran erkennen, dass wir morgens ca. 1 - 2 cm größer sind als abends. Übertragen können wir sagen, dass wir unter der Last des Tages kleiner, also demütiger geworden sind. Hat sich die Demut im Bewusstsein entwickelt, muss der Körper nicht so sehr zusammensinken, um auf den Mangel an Demut hinzuweisen.
Halswirbelsäule und Schulter-Arm-Syndrom
Hier zeigt sich meist der belastende Kleinkram des Alltags. Viele kleine Aufgaben, die sich häufen und irgendwann zu einer Überlastung führen. Zudem ist die Halswirbelsäule für die Beweglichkeit unseres Kopfes, der Zentrale, verantwortlich. Wenn die Wirbel hier nicht mehr richtig zueinander stehen, gibt es das sogenannte "Scheuklappenphänomen". Bestimmte Dinge können nicht mehr gesehen werden, weil der Kopf sich nicht mehr in eine Richtung drehen lässt. In diesem Zusammenhang spricht man dann auch von der archetypisch weiblichen linken Seite und der archetypisch männlichen rechten Seite. Welche Seite kann nun nicht mehr gesehen oder gelebt werden, bzw. soll eben gelebt oder gesehen werden? Bereits die Haltung zeigt an, wo das Problem liegen könnte. Nach links geneigter Nacken zeigt Milde, nach rechts geneigter Strenge, hängender Kopf zeigt manchmal Hartnäckigkeit, in den Nacken geworfener Kopf eine Hochnäsigkeit. Anzustreben ist das Gleichgewicht in allen Empfindungen und so auch in der Halswirbelsäule.
Lendenwirbelsäule
Hier kommt das ganze Gewicht des Körpers zusammen und dort zeigen sich auch existenzielle Probleme.
Steifigkeit des Rückens
Der weiche, anpassungsfähige Teil geht verloren. Es kann nicht mehr "gewirbelt" werden, sondern nur noch getragen oder gar ertragen werden. Betroffene brauchen mehr Struktur und Klarheit, aber auch mehr Konsequenz in den zentralen Themen, um die sich das Leben dreht.
Runder Rücken oder extrem gerader Rücken
Wer sich "krumm legt", "verbiegt sich" und verliert seine Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit. Andererseits hat auch der extrem aufrecht wirkende Mensch seine Mitte verloren, hier zeigt sich ein Hagestolz. Das Fließende fehlt, es gibt keine Zwischentöne mehr im Leben. Auch sogenannte "Prinzipienreiter", denen es an Demut fehlt, zeigen sich so.
Ergebnis der inneren Haltung
Unsere innere Haltung trägt also wesentlich dazu bei, ob und wie sich Rückenprobleme zeigen. Lassen wir uns verbiegen, oder bleiben wir uns treu? Wenn unsere innere Haltung nicht gelebt werden darf, zeigen sich die Schmerzen im Außen. Schon Edward Bach hat erkannt, dass Krankheit und Schmerz da entstehen, wo der Mensch nicht im Einklang mit seiner inneren Stimme, seiner Seele lebt. Krankheit soll auf den Missstand aufmerksam machen.
So sind die Beschwerden im Grunde ein Zeichen, dass wir den Geboten unserer Seele nicht folgen. Gäbe es sie nicht, würden wir nicht auf unseren Fehler aufmerksam werden, also können wir die Krankheit auch positiv sehen. Wenn wir lernen, auf unseren Rücken zu hören, können wir reagieren und unseren Lebensweg finden und gehen, so dass Schmerzen nicht mehr nötig sind.
Hilfe bei Nackenschmerzen
So, wie es viele Ursachen für Nackenschmerzen gibt, gibt es natürlich auch viele verschiedene Möglichkeiten der Hilfe. Es geht immer darum, die Schmerzen zu verringern, einer Chronifizierung entgegenzuwirken und zu verhindern, dass sich das Schmerzgedächtnis bildet. Bettruhe schwächt die Muskulatur und ist in den seltensten Fällen angezeigt, sondern kann die Schmerzen sogar noch verschlimmern. Aktiv zu werden ist die beste Therapie, natürlich ohne schweres Heben oder andere extreme Belastungen.
Die meisten Nackenschmerzen verschwinden innerhalb weniger Tage von selbst wieder und sind harmlos. Dauern sie länger als zwei Wochen, sollten Sie die Schmerzen von einem Arzt abklären lassen. Insbesondere, wenn noch Symptome hinzukommen wie
• Schwächegefühl
• Taubheitsgefühle in den Armen
• Kribbeln
• Lähmungserscheinungen in den Armen
• Schmerz verstärkt sich bei Bewegungen, z. B. beim Niesen oder Husten
• Fieber, Krämpfe und Kopfschmerzen
• Schmerzen beim Beugen des Kopfes in Richtung Brust
• Bewusstseinsstörungen
Das sind Warnhinweise, die unbedingt von einem Arzt untersucht werden müssen.
Der Arzt wird nach Möglichkeit die Ursache der Beschwerden behandeln, also zum Beispiel den Bandscheibenvorfall, die Lungenentzündung oder die Gehirnhautentzündung.
Oder er kann beispielsweise Ergotherapie, manuelle Therapie (beziehungsweise Mobilisation), Massagen oder auch eine kognitive Verhaltenstherapie (bei Vorliegen von psychosozialen Risikofaktoren) verschreiben.
Sie selbst können aber auch viel gegen Ihre Nackenschmerzen tun und es eventuell auch mit alternativen Heilmethoden versuchen. Bewährt haben sich dabei z. B. Homöopathie, Akupunktur, Magnetfeldtherapie, Bioresonanztherapie, Phytotherapie u. a..
Vermeiden Sie eine Schonhaltung
Bei chronischen Rückenschmerzen besteht die Gefahr, in eine Schmerzspirale zu kommen. Wenn man z. B. aufgrund der Rückenschmerzen bestimmte Bewegungen meidet oder manche Aktivitäten ganz unterlässt, können sich die Schmerzen wegen der Schonhaltung noch verstärken.
Besuchen Sie eine Rückenschule
Hierunter werden sogenannte Gesundheitskurse verstanden, in denen die Teilnehmer über die richtige Körperhaltung und rückenfreundliche Bewegungsabläufe aufgeklärt werden, wie z. B. richtiges Bücken, Heben und Tragen. Der Kursinhalt ist oft, je nach Anbieter, verschieden. Bisherige Erkenntnisse lassen mittlerweile darauf schließen, dass die Rückenschule vor allem dabei helfen kann, Nacken- und Rückenschmerzen vorzubeugen. Bei akuten Beschwerden ist sie dagegen nicht ganz so wirksam, wie man lange gedacht hat.
Arbeitsplatz ergonomisch gestalten
Richten Sie sich Ihren Arbeitsplatz nackenfreundlich und rückenfreundlich ein. Das heißt, Ihr Arbeitsplatz sollte ergonomisch gestaltet sein - also so, dass die Arbeit nicht mit der Zeit zu Problemen, wie z. B. schmerzhaften Verspannungen in Nacken- und Schulterbereich oder Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, führt.
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