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Kitabı oku: «Waldröschen III. Matavese, der Fürst des Felsens. Teil 1», sayfa 9

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12. Kapitel

Der Braune war lange Zeit nicht an die Luft gekommen, darum flog der Weg nur so unter ihm hin, und er erreichte Darmstadt in der Hälfte der sonstigen Zeit. In der Wohnung des Oberforstdirektors erfuhr Ludwig, daß derselbe mit dem Großherzog nach dem Jagdschloß Kranichstein gefahren sei, das drei Viertelstunden im Nordwesten der Stadt liegt

Er ritt in Karriere hinaus und stieg vor der Rampe des Schlosses vom Pferd. Ein Stallknecht trat herbei und fragte ihn, was er wolle.

»Ist seine Exzellenz, der Herr Oberforstdirektor hier?« – »Ja, auf einige Tage.« – »Ich muß zu ihm.« – »Oho! Müssen!« – »Ja«, antwortete Ludwig stolz. – »Man muß erst abwarten, ob man vorgelassen wird«, sagte der Stallknecht ebenso stolz. – »Ich bin Kurier!« sagte nun Ludwig noch stolzer. – »Ah, das ist etwas anderes. Von wem?« – »Das ist Geheimnis. Führen Sie mein Pferd in den Stall!«

Ludwig schnallte das Fell ab, das in einen Mantelsack geschlagen war, und stieg die Treppe empor. Der Stallknecht ließ sich verblüffen und nahm sich des Pferdes mit aller Sorgfalt an.

Droben traf Ludwig auf einen Lakaien.

»Wie kommt man zum Herrn Oberforstdirektor Exzellenz?« fragte er diesen. – »Was wollen Sie?« —»Depesche!« – »Von wem?« – »Vom Herrn Oberförster Hauptmann von Rodenstein.« – »So ist es notwendig?« – »Ja, sehr!« – »Hm! Seine königliche Hoheit der Großherzog, sind beim Herrn Direktor, aber da es so notwendig ist, werde ich Sie melden.«

Der gute Ludwig dachte gar nicht, daß seine einfache Sendung nicht unter die Rubrik der notwendigen oder dringlichen Kurierbotschaften fiel. Die Erlegung des Luchses hatte ihn so sehr berauscht.

Der Lakai führte ihn einen Korridor entlang in ein Zimmer, wo er warten mußte. Nach kaum zwei Minuten bereits wurde ihm eine hohe Flügeltür geöffnet. Als er eintrat, war es aber doch, als ob ihm sein Mut entfallen wolle.

Er trat in ein Zimmer, dessen Pracht ihn fast betäubte. Auf kostbaren Fauteuils saßen ein Herr und zwei Damen. Der Herr war der Großherzog Ludwig III., die Damen waren die Großherzogin, eine geborene Prinzeß von Bayern, und die Oberforstdirektorin. Der Oberforstdirektor aber hatte sich erhoben und trat auf den Jägerburschen zu. Er hatte jedenfalls von den hohen Herrschaften die Erlaubnis erhalten, den Kurier in ihrer Gegenwart zu empfangen.

»Sie sind ein Untergebener des Herrn Oberförsters von Rodenstein?« fragte der Oberforstdirektor.

Ludwig stand in Achtung, mit dem Mantelsack unter dem Arm.

»Zu Befehl, Exzellenz«, erwiderte er. – »Und kommen als Kurier von ihm?« – »Zu Befehl!« – »Das muß eine höchst wichtige Angelegenheit sein.« – »Höchst wichtig dahier!« stimmte Ludwig bei.

Der Direktor war über dieses Dahier einigermaßen überrascht, fragte jedoch weiter:

»Welche Angelegenheit betrifft Ihr Ritt?« —»Exzellenz, wir haben den ersten Wolf geschossen!«

Ludwig sagte dies mit möglichst stolzem Nachdruck. Er sprach einstweilen nur von dem Wolf, denn er wollte der Exzellenz so nach und nach zu wissen geben, was für Leute es in Rheinswalden gebe. Leider aber machte die Exzellenz ein sehr enttäuschtes Gesicht. Und über das Gesicht des Großherzogs, der bisher in sichtlicher Spannung dagesessen hatte, zuckte eine gewisse Ironie.

»Mir dies zu sagen, kommen Sie als Kurier?« fragte der Oberforstdirektor. – »Zu Befehl!« – »Hat Ihnen der Oberförster gesagt, daß Sie sich als Kurier melden sollen?« – »Zu Befehl, nein.«

Die Züge des Herrn verfinsterten sich.

»Und warum taten Sie das?« fragte er mit scharfer Stimme.

Der gute Ludwig wurde sehr verlegen.

»Hm«, sagte er, »weil ein Wolf doch immerhin eine ganz verteufelte Bestie ist dahier!«

Der Direktor warf einen überraschten Blick auf ihn und dann einen forschenden auf den Großherzog; da er aber auf dem Gesicht desselben ein belustigtes Lächeln bemerkte, so beruhigte er sich auch seinerseits und fragte:

»Was haben Sie denn hier?« – »Das Fell, Exzellenz!«

Da ließ sich ein leises, kurzes, goldenes Lachen hören. Es war die Großherzogin Mathilde, der es komisch vorkam, daß man ein Wolfsfell per Kurier sende. Dieses Lachen gab dem Oberforstdirektor seine gute Laune wieder.

»Was soll ich denn mit dem Fell?« – »Hm, das geht mich nichts an, dahier. Exzellenz haben es verlangt« – »Ich weiß nichts davon.« – »So ist es Seine königliche Hoheit, der Herr Großherzog selbst gewesen.«

Da warf die Exzellenz einen fragen Blick auf den Großherzog. Dieser meinte mit sehr heiterer Miene:

»Wie kommen Sie zu dieser Ansicht?« – »Ich habe doch den Brief gehört«, antwortete Ludwig mutig. – »Welchen Brief?« – »Den, den der Herr Hauptmann heute aus der Oberforstdirektion erhalten hat. Er hat ihn uns vorgelesen, und da stand darunter Ludwig der Dritte.«

Die beiden Damen konnten ihr Lachen kaum verbergen. Der Großherzog ahnte eine komische Szene und erhob sich.

»Ah, diese Zuschrift!« sagte er. – »Ja, zu Befehl, Hoheit!« – »Und da ist in Rheinswalden sofort der erste Wolf geschossen worden?« – »Zu Befehl!« – »So zeigen Sie nur das Fell«, sagte er freundlich.

Dem guten Ludwig kam bei der guten Laune der Anwesenden seine ganze Verlegenheit abhanden. Er fühlte sich als Held der Situation und wickelte mit wichtiger Miene den Mantelsack auf.

»So, da ist das Fell!« sagte er und breitete es ganz ungeniert auf dem getäfelten Boden aus.

Die Damen hatten sich jetzt auch erhoben, aber alle vier zeigten eine große Überraschung, als sie das Fell erblickten, und der Großherzog meinte:

»Ah, was wollen Sie denn? Das ist ja das Fell eines Luchses, aber nicht eines Wolfes!«

Das war dem braven Ludwig zu viel. So dumm hatte er sich diese Herrschaften doch nicht gedacht Er trat in höchster Entrüstung einen Schritt zurück, machte mit der Hand eine Bewegung der Überlegenheit und platzte heraus:

»Na, das versteht sich doch Gottstrambach ganz von selber dahier!«

Die Herrschaften sahen ihn zunächst ganz erstaunt an; als sie aber seine tragikomische Entrüstung bemerkten, konnte sich der Großherzog nicht halten; er brach in ein schallendes Gelächter aus, die Großherzogin folgte ihm, und nun brauchten sich die beiden anderen auch keinen Zwang mehr aufzuerlegen; es erscholl ein munteres, herzliches Lachquartett in dem Zimmer, wie es hier vielleicht noch nicht gehört worden war.

»Sagen Sie einmal, Mann, wie heißen Sie?« fragte der Großherzog, noch immer lachend. – »Ich bin der Ludwig Straubenberger dahier«, lautete die Antwort. – »Ludwig Straubenberger? Den Namen muß man sich merken.« – »Zu Befehl, Hoheit!« antwortete der Gehilfe ganz verkehrt.

Ein erneutes Lachen erscholl, und dann fragte der Großherzog weiter:

»Wie lange dienen Sie bereits?« – »Fünfzehn Jahre.« – »Und sind noch nicht Förster?« – »Ich mag nicht dahier, denn ich habe den Herrn Hauptmann zu lieb. Wir passen so gut zusammen, und so mag ich nicht von ihm fort.«

Über dieses »Wir passen so gut zusammen« lachten die Herrschaften abermals, und dann fragte der Großherzog weiter:

»Ist Ihnen denn bereits ein Avancement angeboten worden?« – »Das versteht sich. Bereits dreimal dahier.« – »Und Sie haben es abgeschlagen?« – »Ja.« – »Hm, das spricht sehr für Ihre Treue und Anhänglichkeit. Aber sagen Sie, haben Sie denn nicht Schriftliches von dem Herrn Oberförster?«

Jetzt erst besann sich Ludwig auf das Schreiben.

»Sapperment«, meinte er, »so albern bin ich in meinem ganzen Leben noch gar nicht gewesen dahier! Hier ist der Brief!«

Er griff in die Tasche, zog das Schreiben hervor und hielt es den Herren entgegen. Der Großherzog langte danach, aber da zog Ludwig die Hand zurück und sagte:

»Halt, nein! Es ist nur für den Herrn Oberforstdirektor Exzellenz.« – »Exzellenz wird mir gestatten, es zu öffnen!« versetzte der Großherzog.

Der Direktor verbeugte sich, nahm das Schreiben und hielt es ihm entgegen. Der Herzog öffnete und las, dann sagte er, zu den Damen gewandt:

»Unser guter Rodenstein bleibt doch der Alte, er hat immer etwas Originelles für uns. Erst sendet er uns diesen braven Ludwig Straubenberger, und dann schreibt er uns einen Brief, den ich Ihnen vorlesen muß.«

Er las folgendermaßen:

»Schloß Rheinswalden, den .....

An die hohe Großherzogl. Oberforstdirektion zu Darmstadt

Trotzdem ich nicht viel Zeit habe, teile ich einer hohen Oberforstdirektion mit, daß ich einen Knaben besitze, fünf Jahre alt und einige Monate. Er schießt, reitet, schwimmt, haut und sticht und heißt Kurt Helmers, ein tüchtiger Kerl! Ist heute in den Wald gelaufen, schießt den ersten Wolf und nachher sogar den Luchs und sagt doch, es sei eine alte Katze.

Ich sende sofort den Ludwig Straubenberger. Ist auch ein guter Kerl, versteht das Forstwesen aus dem Fundament, fast besser als ich, hat zwei Ohren und ein Fell, worüber ich mir Quittung und Prämie ausbitte.

Sollten wir noch mehr Wölfe schießen, so schicke ich ihn mit noch mehr Ohren, was ich wünsche, ihm gut zu bekommen, da er ein Freund vom Trinkgeld ist.

Wünsche noch allerseits bestes Wohlsein und Betragen und zeichne mich selbst so wie auch mit Untertänigkeit

Kurt von Rodenstein

Hauptmann a. D.,

Oberförster.«

Natürlich brachte dieses Schreiben eine abermalige Heiterkeit hervor, die jedoch in Rücksicht auf die Stellung des Schreibers möglichst unterdrückt wurde. Dann suchte der Großherzog sich aufzuklären.

»Was ist es mit diesem Knaben?« fragte er. – »Das ist der Kurt«, antwortete Ludwig. »Sein Vater ist der Steuermann Helmers.« – »Er wohnt auf Rheinswalden. Der Knabe ist, wie es scheint, der Liebling des Herrn Oberförsters?« – »Oh, er ist allen ihr Liebling dahier, Hoheit!« – »Wirklich erst fünf Jahre alt und soll einen Wolf geschossen haben, auch den Luchs dazu?« – »Ja.« – »Das ist ein Irrtum oder eine Mystifikation!« – »Ein Irrtum ist es nicht, von dieser Mystifikation weiß ich nicht, was das Wort bedeutet dahier.« – »Ich meine eine Fopperei.« – »Das ist es nicht. Der Kurt foppt uns nicht und läßt sich auch nicht foppen.« – »Aber es ist doch unglaublich!« – »Wir wollten es auch nicht glauben, aber er hat es bewiesen.« – »Ist er ein solcher Schütze?« – »Er schießt die Schwalben.« – »Ah, das wäre ja ein Wunderkind! Aber dennoch, ein Wolf, ein Luchs!« – »Na, Hoheit, ich dächte doch, ein Wolf oder ein Luchs wären leichter zu treffen als eine Schwalbe dahier.« – »Ja«, lachte der Großherzog, »aber die Angst, die Angst vor einem solchen Tier!« – »Angst? Oh, die kennt der Bube nicht! Da kürzlich ging ein wilder Eber auf unseren Doktor Sternau und unsere Gräfin Rosa los, und den hat der Junge sofort erschossen.« – »Doktor Sternau? Hm! Dieser Name …«

Da fiel ihm die Großherzogin in die Rede:

»Erlaube! Doktor Sternau ist der berühmte Arzt, über den uns Geheimrat Belling kürzlich referierte.« – »Ah, ja! Doktor Sternau wohnt bei euch und auch jene spanische Gräfin Rodriganda?« – »Ja, Hoheit.«

Der Großherzog tat einige Schritte auf und ab. Endlich sagte er zu Ludwig:

»Wird der Herr Oberförster morgen zu Hause sein?« – »Jedenfalls, Hoheit.« – »Doktor Sternau und die Gräfin auch?« – »Ich denke.« – »Und dieser Kurt Helmers auch?« – »Der ist auch da, wenn er nicht im Wald herumläuft dahier.« – »Sie reiten heute noch nach Rheinswalden zurück?« – »Zu Befehl!« – »So grüßen Sie den Herrn Oberförster von uns, und sagen Sie ihm, daß wir ihn morgen mittag Punkt zwölf Uhr besuchen würden.« – »Sapperlot!« rief Ludwig erschrocken. – »Und daß wir mehrere Herren und Damen mitbringen.« – »Kreuzdonnerwe… Ah, Verzeihung dahier, Hoheit!« – »Wir wollen uns selbst überzeugen, ob es wahr ist, was er uns über diesen Knaben berichtet.« – »Es ist wahr; ich gebe mein Wort darauf!«

Der Großherzog lächelte und fuhr fort:

»Und ob Sie wirklich ein Fell und zwei Ohren haben, für die wir Quittung und Prämie geben sollen.« – »Da liegt es ja! Und die Ohren – heiliges – na, die habe ich ganz vergessen!« – »Sie haben die Ohren vergessen?« – »Ja, bisher. Aber sie stecken glücklicherweise noch in der Tasche. Hier sind sie.«

Ludwig zog die Wolfsohren hervor und überreichte sie dem Großherzog. Dieser nahm sie und legte sie auf den Tisch. Dann sagte er:

»Sie bemerken ferner dem Herrn Oberförster, daß wir wünschen, er stelle uns den Herrn Doktor Sternau und dessen Verlobte vor.« – »Das wird richtig besorgt dahier, Hoheit!« – »Und nun zur Hauptsache, mein Lieber! Der Herr Oberförster ist so fürsorglich, uns auf ein Trinkgeld aufmerksam zu machen.« – »Hm!«

Ludwig zuckte verlegen die Schultern.

»Sind Sie auch seiner Ansicht?«

Die Augen der Herrschaften glänzten vor Vergnügen. Ludwig antwortete endlich beherzt:

»Na, Hoheit, Sie können es ja auch noch lassen dahier!« – »Ah!« – »Ja. Sie kommen ja morgen nach Rheinswalden!«

Jetzt brach ein erneutes Lachen los. So köstlich hatte man sich seit langer Zeit nicht amüsiert

»Ich habe also Kredit bei Ihnen?« scherzte der Großherzog.

Ludwig fühlte sich so wohlig und animiert daß er sofort antwortete:

»Na, wenn Sie nicht, wer denn sonst dahier!«

Das Lachen setzte sich fort. Der Herzog griff in die Tasche und zog seine Börse.

»Sagen Sie dem Herrn Oberförster, daß wir die Prämien morgen persönlich zahlen werden«, meinte er. »Wie hoch schätzen Sie das Fell?« – »Hm, es ist hier eine Seltenheit«, erwiderte Ludwig langsam. – »Ha, Sie werden Geschäftsmann; Sie machen die Ware teuer!« – »Nein, Hoheit. Es stand in dem Brief, daß das Fell bezahlt werden soll?« – »Allerdings.« – »Na, ein sibirischer Luchsbalg kostet bis fünfzehn Taler und taugt nichts.« – »Das wissen Sie so genau?« – »Ja, die Haare brechen. Dieser hier wird nicht viel billiger sein. Geben Sie, was Sie gutwillig dranwenden wollen dahier!« – »Sind zwanzig Taler genug?« – »Ich wäre schon zufrieden, wenn ich sie kriegte; aber sie gehören dem Herrn Hauptmann oder unserem Kurt« – »Beide werden zufrieden sein. Hier sind nun noch fünf Taler für Sie. Ist‘s genug?« – »Sapperment, das versteht sich!« rief Ludwig erfreut. »Der Herr Hauptmann hat mir für den Ritt einen Taler gegeben, und ich dachte, das wäre schon nobel dahier!«

Da nahm auch der Oberforstdirektor das Wort:

»Die Sendung war eigentlich an mich gerichtet. Gestatten Hoheit einen Beitrag?« – Ja, aber ja nicht weniger als ich!« lautete die Antwort. – »Ich gehorche gern. Also, hier sind noch fünf Taler!«

Ludwig griff schmunzelnd zu.

»Danke!« sagte er. »Ich wollte, es gäbe alle Tage einen solchen Luchs dahier!« – »Und wir Frauen?« fragte die Großherzogin. – »Oh, bitte«, meinte Ludwig bescheiden, »Das wäre doch ungalant von mir!« – »Na, nehmen Sie; es sind nur drei Taler!« – »Zehn und drei macht dreizehn! Sapperlot, ich werde noch ganz zu Geld!« – »Und zwei macht fünfzehn!« sagte die Oberforstdirektorin. »Ich habe nicht mehr bei mir.«

Ludwig nahm das Geld und nickte ihr freundlich zu.

»Lassen Sie sich darüber keine grauen Haare wachsen, Madame Exzellenz«, sagte er. »Ich bin nicht habsüchtig, ich bin mit allem zufrieden dahier.« – »Na, so sind wir also einig«, lachte der Großherzog. »Richten Sie unsere Aufträge gut aus. Wir werden uns gern an Sie erinnern. Leben Sie wohl!«

Er machte die Handbewegung der Entlassung, aber Ludwig blieb stehen und sagte:

»Hoheit, es muß erst noch etwas von meinem Herzen herunter, ehe ich gehe!« – »Sprechen Sie!« nickte der Großherzog leutselig. – »Meine Herrschaften, ich freue mich zwar auch über das Geld, aber die Hauptsache ist doch die Freundlichkeit. Man hat immer einen gewissen Respekt für solche Leute, und wenn es zum Treffen kommt, so sind sie vielleicht besser, als andere Menschen dahier. Sie haben mir nichts übelgenommen, und ich Ihnen auch nicht; das ist die Würze des Lebens, und darum wollte ich, daß Sie so glücklich wären wie ich in dieser Stunde dahier. Adieu!«

Ludwig machte eine sehr tiefe Reverenz, hob dabei seinen Mantelsack vom Boden auf und ging. Hinter ihm erscholl noch ein herzliches Lachen.

Drunten ging er nach dem Stall, in dem er den Reitknecht bei seinem Pferd fand.

»Fertig?« fragte dieser. – »Ja.« – »Waren die Herrschaften gnädig?« – »Gnädig?« fragte Ludwig mit wichtiger Miene. »Die Herrschaften sind mit mir stets gut dran. Haben Sie dem Pferd etwas Heu und Wasser gegeben?« – »Ja.« – »So sagen Sie mir, wieviel Sie gewöhnlich Trinkgeld bekommen, wenn Sie das Pferd eines Offiziers oder Grafen einstellen.« – »Hm, Trinkgeld! Meist nichts. Diese Leute sind am knickrigsten. Zuweilen bekomme ich zehn Groschen. Man denkt, wir haben Gehalt genug.« – »Hm! Welches war Ihr höchstes Trinkgeld?«

Der Reitknecht hatte während dieser Unterhaltung das Pferd aus dem Stall geführt, und Ludwig stieg auf.

»Das höchste war ein Taler, den bekam ich von einem englischen Lord.« – »Wie hieß dieser Lord?« – »Lord Wellesfield.« – »So. Hier haben Sie zwei Taler. Und wenn Sie nach meinem Namen gefragt werden, ich bin der Forstgehilfe Ludwig Straubenberger. Adieu dahier!«

Er sprengte davon.

13. Kapitel

Unterdessen hatte in Schloß Rheinswalden eine ernste Unterredung stattgefunden. Kaum nämlich war Ludwig fort, so fuhr ein Wagen in den Schloßhof. In demselben saß jener Staatsanwalt, der sich Doktor Sternaus so warm angenommen hatte.

»Ist der Herr Hauptmann zu Hause und auf seinem Zimmer?« fragte er den Burschen, der herbeigekommen war, um die Pferde zu halten. – »Jedenfalls.«

Er stieg die Treppe empor und traf zufällig mit Sternau zusammen, der aus seinem Studierzimmer trat.

»Ah, das trifft sich gut, Herr Doktor«, sagte er. – »Willkommen! Sie wollen zu mir?« – »Zu Ihnen, ja. Vorher aber stand ich im Begriff, den Herrn Hauptmann zu begrüßen.« – »So kommen Sie.«

Der Staatsanwalt wurden von Rodenstein herzlich willkommen geheißen.

»Sie bringen Nachricht?« fragte der letztere. »Nehmen Sie Platz!«

Nachdem man sich eine Zigarre angebrannt hatte, begann der Beamte:

»Sie wissen, daß ich mich nach dem Schiff ›La Pendola‹ und dem spanischen Kapitän Henrico Landola erkundigen wollte.« – Allerdings wollten Sie die Güte haben«, meinte Sternau. – »Nun, ich habe es getan. Ich habe Verwandte und auch sonstige Verbindungen in dem Auswärtigen Amt in Berlin. Ein Freund von mir ist bei der Gesandtschaft in London angestellt. Ich habe da nun alle Minen springen lassen und heute eine Depesche erhalten.« – »Günstig?« fragte Rodenstein. – »Man hat von Berlin und London aus an verschiedene Konsulate telegrafiert, und das Ergebnis ist die Nachricht, daß die ›Pendola‹ vorige Woche auf Sankt Helena angelegt hat, um Wasser einzunehmen. Dann ist sie nach Kapstadt gegangen, wo sie jetzt noch vor Anker liegt.« – »Das ist allerdings eine günstige Nachricht!« rief Sternau erfreut. »Man weiß ja nun, wo man den Mann zu suchen hat!« – »Weiß man bloß das?« fragte der Hauptmann. »Nein, man weiß weit mehr, und zwar, wo man ihn zu suchen und wo man ihn festzuhalten hat!«

Der Staatsanwalt schüttelte den Kopf.

»Das geht nicht, Herr Hauptmann.« – »Donnerwetter, warum nicht?« – »Erstens sind keine genügenden oder vielmehr keine erwiesenen Gründe vorhanden, um die Polizei zum Einschreiten zu bewegen.« – »Ah! Und zweitens?« – »Zweitens ist Landola ein Spanier, und wir sind Deutsche. Das soll sagen, daß, selbst wenn die angeregten Gründe vorhanden wären, es doch verschiedene Formalitäten zu erfüllen gibt, die für uns sehr fatal sind.« – »Warum fatal?« – »Weil sie ihm Zeit geben, zu entkommen.«

Der Hauptmann rückte zornig auf seinem Stuhl hin und her.

»Sie wollten wohl sagen, daß wir ihn durch die Organe der Regierung niemals fassen werden?« – »Wie die Sachen jetzt liegen, ja. Herr Doktor, haben Sie mir über Ihre Verhältnisse alles mitgeteilt?« »Alles!« beteuerte Sternau. »Selbst das Geringste.« – »Und es gibt nichts, das Sie vergaßen oder mir verheimlichten?« – »Ich weiß wirklich nichts.« – »Nun, so bin ich sicher, daß wir das Material noch nicht besitzen, diesen Seekapitän gefangenzunehmen. Darum habe ich die nötigen Schritte getan, um mehr solches Material zu sammeln.« – »Darf ich fragen, worin diese Schritte bestehen?« – »Sie sagten, daß Henrico Landola in Barcelona anzulegen pflegt?« – »Ja.« – »Nun, so bald er dort ankommt, wird er sich festrennen. Ich habe nämlich einen unserer gewandtesten Polizisten dort stationiert.« – »Wie freundlich und umsichtig! Die Kosten trage natürlich ich!« – »Darüber sprechen wir später. Dieser Polizist hat zugleich die Aufgabe, Schloß Rodriganda genau zu überwachen.« – »Das ist gut, das kann von großem Vorteil sein.« – »Einen Erfolg habe ich schon zu verzeichnen.« – »Welchen?« fragte Rodenstein neugierig. »Er telegrafierte mir, daß Graf Alfonzo nach Frankreich verreist sei. Ich setzte mich sofort mit Paris in Verbindung und habe da bereits erfahren, daß er sich in Orleans einen Diener genommen hat und mit demselben in Paris angekommen ist. Dort ist er aber spurlos verschwunden.« – »Man wird ihn finden.« – »Ich hoffe es. Ich ahne, daß diese Reise mit Ihnen in Verbindung steht. Ferner teilt mir jener Polizist mit, daß man gesonnen ist, Ihre Flucht aus dem Gefängnis in Barcelona zu ignorieren.« – »Das erwartete ich«, sagte Sternau. »Ich hatte nichts begangen.« – »Er hat ferner noch andere Schritte getan. Er teilt mir mit, daß man nicht mehr gewillt ist zu bestreiten, daß die Dame, die sich hier befindet, die Gräfin Rosa de Rodriganda sei.« – »Daraus folgt also, daß man ihr das Recht zuspricht, ihr Erbe zu beanspruchen?« – »Allerdings. Ich habe gerade in dieser Beziehung auch mit dem spanischen Gesandten in Berlin korrespondiert und Depeschen gewechselt Er ist gewillt das Möglichste zu tun.« – »Ich bin Ihnen wirklich zu sehr großem Dank verpflichtet.« – »Sie sehen, daß in dieser kurzen Zeit bereits sehr viel geschehen ist. Weiter habe ich mich hier an den Geheimrat Belling gewandt« – »In Darmstadt?« – Ja. Er besitzt großen Einfluß bei Hof. Ich habe ihm das Nötigste mitgeteilt und er hat mir versprochen, dahin zu wirken, daß der Großherzog sich für Sie interessiert. Geschieht dies, so haben Sie hier festen Grund gefunden. Ich erwarte stündlich seine Resolution.« – »Dann würde es ja geraten sein, mich ihm einmal vorzustellen.« – »Tun Sie das. Sie haben zunächst die Aufgabe, Ihre Braut zu Ihrer Gemahlin zu machen, und hierbei fällt die Gunst des Hofes bedeutend in die Waagschale. Übrigens kann uns jeder Tag Neues bringen. Ich lebe der schönen Hoffnung, daß alles sich schnell zum besten lenken lassen wird.« – »Halten Sie noch fest an Ihrer früheren Meinung, daß jener spanische Kapitän nur zur See gefangen werden kann?« – »Es ist noch jetzt meine Überzeugung. Sie müssen wissen, wohin er Ihren Freund, jenen Husarenleutnant Alfred de Lautreville, entführt hat. Sie müssen ferner wissen, welche Bewandtnis es mit dem Mann hat, der in Mexiko aufgeladen und als Sklave nach Harar – heute Harer – transportiert wurde. Das alles erfahren Sie nur dann von ihm, wenn Sie sein Meister werden, wenn Sie, Gewalt gegen Gewalt, ihn in Ihre Hände bekommen.« – »So ist es beschlossen, daß ich eine Dampfjacht kaufe und nach dem Kap gehe, um ihn zu verfolgen.« – »Ich rate Ihnen dazu. Vorher aber stellen Sie Ihre hiesige Existenz fest. So, das wäre, was ich Ihnen für heute bringe. Darf man die Damen sehen?« – »Ich bitte darum.« – »Ich möchte sie begrüßen, und wir können ja in ihrer Gegenwart noch weiter über unser Thema verhandeln.«

Man begab sich also nach dem Salon, wo der Hauptmann, Sternau, der Anwalt, Gräfin Rosa und die beiden Damen Sternau bis über die Dunkelstunde hinaus beisammensaßen.

Eben erhob sich der Anwalt, um aufzubrechen, als ein Reiter in den Hof galoppierte.

»Wer mag das sein?« fragte er. »Vielleicht ein Bote nach mir. Ich werde erwartet.« – »Nein, den Schritt dieses Pferdes und die Art und Weise dieses Reiters kenne ich«, versetzte Rodenstein. »Es ist mein Ludwig.«

Er hatte im Lauf der Unterhaltung dem Anwalt die Heldentat Kurts erzählt und auch gesagt, daß er den Burschen nach Darmstadt geschickt habe. Darum kannte dieser die Angelegenheit und sagte, sich wieder niedersetzend:

»So bleibe ich noch eine Minute. Ich möchte doch sehen, was der Oberforstdirektor zu unserem kleinen Nimrod gemeint hat.«

Es dauerte gar nicht lange, so trat Ludwig ein.

»Eingetroffen, Herr Hauptmann!« meldete er. – »Du warst länger, als ich dachte«, sagte der Oberförster. – »Der Herr Oberforstdirektor war gar nicht in Darmstadt dahier«, entschuldigte sich der Bursche, »sondern in Kranichstein.« – »Und da bist du hinaus? Nun, wie ging es?«

Ludwig trat mit stolzen Schritten an den Tisch und zählte das Geld auf denselben.

»Dahier!« sagte er. »Das ist für den Balg.« – »Zwanzig Taler? Ah, das ist viel. Das hätte ich dem Oberforstdirektor nicht zugetraut«, meinte der Oberförster. – »Es ist auch gar nicht von ihm, vielmehr von der Hoheit selbst.« – »Von der Hoheit? Du meinst doch nicht etwa von dem Großherzog?« – »Ja, gerade den meine ich dahier!« – »Bist du toll?« – »Nein, aber reich.«

Ludwig lachte mit dem ganzen Gesicht, griff in die Tasche und klimperte mit seinem Geld.

»Mensch, das klingt ja nach lauter harten Talerstücken!« rief der Hauptmann. »Von wem sind sie?« – »Ich hätte sogar noch zwei Taler mehr; aber die habe ich dem großherzoglichen Stallknecht als Trinkgeld gegeben, weil er mir den Braunen versorgt hat.« – »Zwei Taler?« fragte Rodenstein. »Du bist wohl übergeschnappt?« – »Nein. Ich gab sie, weil der Kerl mich erst über die Schulter ansah dahier, und geben konnte ich sie, weil ich fünfzehn Taler Trinkgeld erhalten habe.« – »Fünfzehn … Ah, Halunke, du hast einen Rausch!« – »Das wäre gar kein Wunder, wenn man vor lauter Freude einmal besoffen würde.« – »Wer gab dir denn das Trinkgeld?« – »Ich will es erzählen, Herr Hauptmann. Vom Großherzog fünf Taler …« – »Mit dem Großherzog hast du gesprochen?« fragte der Hauptmann überrascht. – »Ja, mit ihm habe ich gesprochen, und zwar so wie mit mir selbst. Er hat mich ›unsern guten Straubenberger‹ genannt dahier! Also von ihm fünf Taler, von dem Oberforstdirektor fünf Taler, macht zehn …« – »Mir bleibt der Verstand stillstehen!« sagte der Hauptmann.

Ludwig fuhr fort:

»Von der Frau Großherzogin drei, macht …« – »Alle Teufel!« fuhr Rodenstein auf, »auch mit der hast du gesprochen?« – »Ja. Von ihr drei, macht dreizehn, und von der Frau Oberforstdirektor zwei, macht fünfzehn dahier.« – »Aber Mensch, wie kommst du denn zu dem Glück, mit dem Großherzog zu reden?« – »Oh, dazu kann mancher kommen, Herr Hauptmann. Zum Beispiel Sie, und schon morgen.« – »Morgen?« Rodenstein sprang auf. »Was willst du damit sagen, Kerl?« – »Morgen kommt der Großherzog, der Oberforstdirektor und noch eine ganze Menge anderer Herren, alle mit ihren Weibern dahier.« – »Kerl, ich schlage dich tot, wenn du es etwa wagst, dir einen Spaß zu machen!« rief der Oberförster außer sich vor Überraschung. – »Sie kommen, weiß Gott, sie kommen, Herr Hauptmann!« beteuerte der Bursche. – »Herrgott, ist‘s möglich! Welch eine Überraschung! Und so viele, mit ihren Damen?« – »Ja.« – »Na, das wird eine schöne Prosit die Mahlzeit! So etwas muß man doch viel länger vorher wissen! Weshalb nur gerade morgen?« – »Den Kurt wollen sie sehen! Ja, und den Herrn Doktor und die gute Gräfin Rosa; und die Prämien will der Großherzog bringen, hundertzwanzig Taler in Summa dahier.«

Diese Nachricht brachte eine ungeheure Aufregung in der Versammlung hervor. Die Anwesenden alle erhoben sich von ihren Plätzen und drangen mit Fragen auf Ludwig ein. Der Oberförster wehrte aber ab und sagte:

»Halt, meine Herrschaften! Das muß ordentlich gehen, nicht alles durcheinander! Laßt mich allein fragen, dann kommen wir schneller zum Ziel.« Und sich nun wieder zu dem Jägerburschen wendend, erkundigte er sich: »Zu welcher Zeit wollen sie kommen?« – »Punkt zwölf Uhr mittags.« – »Und wie viele wollen kommen?« – »Sehr viele. Weiter weiß ich nichts dahier.« – »So erzähle, wie es dir in Kranichstein ergangen ist.« – »Nun, ich übergab mein Pferd dem Stallknecht und sagte einem Diener, zu wem ich wollte dahier. Er sagte, daß der Großherzog bei dem Oberforstdirektor sei, daß er mich aber anmelden werde, weil ich ein Kurier sei.« – »Donnerwetter, du hast dich für einen Kurier ausgegeben?« – »Ja.« – »Bist du gescheit oder nicht, Kerl?« – »Ich bin gescheit; das wird sich gleich zeigen.« – »Da bin ich doch neugierig! Na, ich werde eine schöne Nase erhalten, wenn morgen die Herrschaften kommen! Erzähle weiter.« – »Der Lakai meldete mich, und ich kam nun in ein Zimmer, wo es Gottstrambach schöner war als im Himmel dahier. Da saßen der Großherzog und der Oberforstdirektor mit ihren Weibern.« – »Wem gabst du den Brief?« – »Hm, den kriegte jetzt einstweilen noch niemand.« – »Niemand? Aber Mensch, den mußtest du doch sofort abgeben!« – »Das fiel mir gar nicht ein, denn ich hatte es vergessen. Sie fragten mich zunächst, wer ich bin dahier, und warum ich mich wegen eines Wolfes als Kurier ausgeben könne …« – »Da hat man‘s! Meine Nase werde ich ganz sicher bekommen, daß ich so einen Dummhut geschickt habe!« – »Dummhut, Herr Hauptmann? Das dürfen nur Sie mir sagen, einen anderen würde ich zu Boden schlagen, daß ihm die Seele aus der Haut fahren sollte dahier! Ich habe keine Dummheit begangen, sondern mit den Herrschaften gesprochen, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Sie sind auch ganz prächtig mit mir einverstanden gewesen, und ich mit ihnen auch. Ich habe ihnen sogar tüchtig vor die Zähne gesprochen, als ich ihnen das Fell ausbreitete, und sie dachten, es wäre eine Wolfshaut.« – »Eine Wolfshaut?« fragte der Hauptmann ungläubig. – »Ja.« – »Unmöglich. Der Großherzog und der Oberforstdirektor wissen schon eine Wolfshaut von einem Luchsbalg zu unterscheiden!« – »Es ist aber doch so. Sie hatten es für eine Wolfshaut angesehen, bis sie dann selber einsahen, daß es ein Luchsfell war. Und da konnte ich mich nicht halten, da habe ich ihnen die Paten gesteckt.« – »Sapperlot, du bist doch nicht etwa unvorsichtig gewesen?« – »Nein, nicht im geringsten.« – »Was hast du gesagt?« – »Hm! Der Großherzog sagte: Das ist doch ein Luchsbalg. Und da sagte ich: Na, das versteht sich doch Gottstrambach ganz von selber!« – »Himmelheiligeskreuz …! Bist du denn geplatzt, Halunke?« – »Nein, Herr Hauptmann.« – »Haben sich dich denn nicht gleich arretieren lassen?« – »Nein.« – »Was haben sie denn gemacht?« – »Gelacht haben sie, weiter nichts.« – »Da hat man‘s! Das ist noch schlimmer! Meinen Boten haben sie ausgelacht; das ist gerade so gut, als ob sie mich selber ausgelacht hätten.« – »Ausgelacht, Herr Hauptmann? Das ist nicht wahr! Vor Vergnügen haben sie gelacht, vor Freude über mich dahier. Dann haben sie mich gefragt, wie lange ich diene und warum ich keine Försterstelle annehme, und als ich sagte, daß ich nicht von dem Herrn Hauptmann weg wolle, da haben sie mich gelobt, und der Großherzog hat gemeint, daß er an mich denken wolle dahier. Und als ich nachher den Brief hingab, da hat ihn der Großherzog laut vorgelesen…« – »Die anderen und auch die Damen haben ihn gehört?« erkundigte sich der Hauptmann ganz stolz. – »Ja.« – »Nun, was sagten die denn zu einem solchen Brief?«

Yaş sınırı:
12+
Litres'teki yayın tarihi:
30 ağustos 2016
Hacim:
440 s. 1 illüstrasyon
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