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Kitabı oku: «Waldröschen VI. Die Abenteuer des schwarzen Gerard 1», sayfa 13

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18. Kapitel

Gerard war mit André nach der erwähnten Hazienda geritten, und der alte Pirnero hatte nun wieder Ruhe im Haus, denn die beiden deutschen Doktoren waren in den Fremdenzimmern untergebracht, während die mexikanischen Schwestern das Zimmer bewohnten, wo Gerard vor kurzem so gut und lange geschlafen hatte.

Jetzt nun saß Pirnero an seinem Fenster und Resedilla an dem ihrigen. Er trommelte emsig an den Scheiben. Tat er das aus Mißmut über das schöne Wetter? Das war abzuwarten, denn eben jetzt begann er:

»Prachtvolles Wetter!«

Die Tochter antwortete nicht wie gewöhnlich, und darum wandte er sich nach ihrer Seite hin und sagte in strengem Ton:

»Nun? Schönes Wetter!« – »Sehr schön«, stimmte sie bei. – »Aber doch ärgerlich!« meinte er. »Weil er sich sonst eher den Anzug gekauft hätte.«

Die Tochter wußte genau, wen er meinte, fragte aber dennoch: »Wer?« – »Nun, das kannst du dir wohl nicht denken? Der Schwarze Gerard natürlich!« – »Du meinst, er hätte den Anzug eher gekauft?« – »Ja; er sagte es ja selbst! Dann hätte ich auch eher erfahren, wer er war.« – »Aber, Vater, ich denke, du bist Diplomat!« lächelte sie. – »Das will ich meinen. Aber weißt du, mit wem Diplomaten sich beschäftigen?« – »Nun, mit wem denn?« – »Mit Präsidenten, Ministern und Generälen, aber nicht mit liederlichen Jägern. Darum habe ich ihn gar nicht beachtet.« – »Aber dich doch stets mit ihm gezankt!« – »Alle Wetter, ärgere mich nicht, Mädchen! Du weißt, woher ich bin!« – »Aus Pirna!« – »Nun also! Wir aus Pirna ärgern uns nicht gern. Ich möchte wissen, wie es gekommen ist, daß ich ihn sogar für einen französischen Spion gehalten habe! So etwas kann eigentlich nicht einmal dem schlechtesten Diplomaten passieren. Seine schmutzige Jacke hat mich ganz und gar irregemacht.« – »Mich nicht!« – »Ja, du warst dieses Mal klüger als ich, brauchst dir aber darauf nicht etwa viel einzubilden, denn diese Klugheit hast du nur durch die Vererbung vom Vater auf die Tochter. Was sagte er denn, als du mit ihm da draußen im Hausflur standest?« – »Nichts.« – »Er hatte doch deine Hand gefaßt!« – »Ja. Aber muß er denn dazu etwas gesagt haben?« – »Das versteht sich. Wenn ich jemanden bei den Händen, bei den Ohren oder überhaupt bei der Parabel nehme, muß ich doch etwas zu ihm sagen, sonst weiß er ja gar nicht, weshalb ich ihn anfasse. Hat er dir etwa einen Antrag gemacht?« – »Nein.« – »Auch nicht von Liebe gesprochen?« – »Nein.« – »Auch nicht so leise vom Schwiegersohn gemunkelt?« – »Aber, Vater!« – »Oder gesagt, daß du hübsch bist?« – »Auch nicht.« – »Hm! Er ist ein berühmter Jäger, aber ein dummer Kerl! Weißt du nicht, ob die beiden Mexikanerinnen droben Frauen oder Mädchen sind?« – »Jedenfalls Mädchen.« – »Warum denkst du dies?« – »Das sieht man doch sofort.« – »Ja, du hast heute deinen gescheiten Tag. Aber könntest du nicht wenigstens den Kleinen André leiden?« – »Vater, ich bitte dich!« – »Unsinn! Er hat Nuggets!« – »Ich bin größer als er!« – »Er hat Depositen in New York!« – »Er ist sechsunddreißig Jahre alt!« – Aber er kann Bier brauen!« – »So laß dir welches brauen; ich aber brauche keins von ihm!«

Resedilla stand auf und verließ das Zimmer. Er sah ihr mürrisch nach.

»Da hat man es!« murmelte er. »Jetzt habe ich es wieder mit ihr verdorben! Denkt sie denn etwa, der heilige Christ kommt, um sie zu heiraten? Zuletzt muß sie froh sein, wenn ein alter Vaquero anlangt und sie wegnimmt!«

Pirnero hatte trotz des schönen Wetters wieder schlechte Laune bekommen, denn er trommelte so laut an die Fensterscheibe, daß er es gar nicht hörte, wie die Tür sich öffnete und wieder schloß. Doktor Berthold war eingetreten. Er kam, um seinen Wirt kennenzulernen, und setzte sich in dessen Nähe nieder.

Jetzt erst bemerkte Pirnero die Anwesenheit seines Gastes, nickte ihm grüßend zu und fragte:

»Wollt Ihr etwas trinken, Señor?« – »Was habt Ihr?« – »Alles, am meisten aber Julep.« – »So gebt mir ein Gläschen.«

Pirnero holte das Getränk und nahm dann seinen Platz wieder ein. Daß er dabei dem Gast den Rücken zukehrte, nahm dieser als ein Zeichen, daß der Wirt keine Lust habe, mit ihm zu sprechen. Er schwieg daher. Dies war aber keineswegs Pirneros Absicht, denn nach einer Weile sagte er:

»Ausgezeichnetes Wetter!« – »Sehr schön«, antwortete Berthold lächelnd. – »Seit heute morgen!« – »Ja, gestern regnete es.« – »Und wie! Fast wie in Pirna, wenn es gießt.« – »Was, Ihr nennt den Namen Pirna?« fragte der Doktor. – »Ja.« – »Kennt Ihr diese Stadt?« – »Das will ich meinen. Und Ihr?« – »Ich war öfters dort.« – »Von Wien aus?« – »Ah, Ihr wißt, daß ich ein Wiener bin?« – »Freilich!« – »Wer hat es Euch gesagt?« – »Der Kleine André.« – »Ah, der kleine Jäger, den wir heute fingen! Ja, ich war einige Male in Pirna, um ärztliche Studien auf dem Sonnenstein zu machen.« – »Sapperlot, Señor, wolltet Ihr etwa verrückt werden?« – »Nein; das war meine Absicht nicht. Aber woher kennt Ihr Pirna?« – »Es ist ja meine Vaterstadt!« – »Zum Teufel, warum sprecht Ihr denn da nicht deutsch, wenn Ihr aus Pirna seid?« – »Kennen denn die Wiener unser Pirnsches Deutsch?« – »Verstehen können sie es auf alle Fälle. Aber wie kommen Sie aus Sachsen hierher in dieses Land, Señor?« – »Das will ich Ihnen erklären. Wissen Sie vielleicht, was ein Diplomat ist?« – »Ich denke.« – »Und ein Politikus?« – »Ja.« – »Nun sehen Sie, ich hatte dazu die größten Anlagen; aber in Pirna fehlte dazu das Feld, die Gelegenheit, meine Politesse an den Mann zu bringen. Ich wollte mein Licht leuchten lassen, und darum bin ich nach Mexiko gegangen.« – »Leuchtet es denn hier?« – »Das will ich meinen. Wenn Sie es jetzt noch nicht sehen sollten, so werden Sie es doch jedenfalls bald merken. Kennen Sie den Kaiser Max?« – »Ja.« – »Den Marschall Bazaine?« – »Ja.« – »Den Präsidenten Juarez?« – »Ja.« – »Nun sehen Sie, mit diesen Leuten beschäftige ich mich. Wäre ich aber in Pirna, so würden sie mich gar nichts angehen; ich wäre ein Spießbürger geblieben und schnupfte aus einer Birkendose und äße Pflaumenmus mit Kartoffeln. Für welchen nehmen Sie Partei?« – »Für keinen.« – »Sapperlot, ist das möglich?« – »Wie Sie sehen!« – »So sind Sie also kein Diplomatikus?« – »Nein.« – »Und kein Politikus?« – »Auch nicht.« – »Aber hören Sie, was soll denn da im ganzen Leben aus Ihnen werden? Sogar Nudelmüller und Breetenborn politisieren im Dorfbarbier, und Sie als Wiener wollen die Weltgeschichte mit Verachtung strafen? Aber halt, jetzt fällt mir ein, was der Grund sein kann! Sind Sie verheiratet?« – »Nein.« – »Da hat man es! Habe ich es mir nicht gleich gedacht? Wer nicht heiratet, aus dem wird nichts Gescheites, nicht einmal ein Diplomat. Sie sind Doktor, wie ich höre?« – »Ja.« – »Was denn für einer? Doktor der Zahnzieherei oder der Medizin?« – »Der Medizin.« – »Da sollten Sie doch eigentlich wissen, daß es Bestimmung der Menschen ist, sich erstens zu verlieben und zweitens zu verheiraten.« – »Das weiß ich allerdings.« – »Warum befolgen Sie es nicht selbst?« – »Bisher habe ich keine Zeit dazu gehabt.« – »Keine Zeit? Mein Gott, wie man nur so reden kann. Zum Verlieben gehört eine einzige Stunde und zum Verheiraten eine halbe, wenn der Pfarrer es kurz genug macht. Anderthalb Stunden werden Sie doch sicherlich erübrigen können!«

Berthold wußte wirklich nicht, was er denken und sagen sollte; darum meinte er, indem er seine Heiterkeit zu verbergen suchte:

»Ist es bei Ihnen denn so schnell gegangen?« – »Das versteht sich! Verlieben Sie sich in Mexiko; da geht alles sehr schnell. Werden Sie in diesem Land bleiben?« – »Wohl nicht.« – »Das ist schade! Sie würden hier eine sehr gute Praxis finden. Wir haben nämlich hier keinen Arzt im Fort und ebensowenig in der Umgebung.« – »Gibt es hier häufig Krankheiten?« – »Freilich. Vor sechs Jahren hatte ich einen Schwären, vor elf Jahren litt meine selige Frau an Fußaderknoten, und vor zwei Jahren hatte sich meine Tochter in den Finger gebrannt Es ist noch gar nicht lange her, da schnitt sich einer meiner Vaquero in die Hand. Er hat wohl ein Viertelpfund Schwamm auflegen müssen, ehe es heilte.« – »Solche Krankheitsfälle, zumal sie so häufig auftreten, sind nun freilich imstande, einen Arzt Veranlassung zu geben, sich hier niederzulassen.« – »Sehen Sie!« – »Ich ziehe mir aber doch die Heimat vor!« – »Nun, ich will Sie nicht bereden, denn wenn Sie sich hier zu sehr anstrengen würden, daß Sie selbst erkrankten, so bekäme ich Vorwürfe. Aber Ihr Freund, ist der nicht auch Doktor?« – »Ja.« – »Der Theologie?« – »Nein, auch der Medizin.« – »Aber wenigstens er ist verheiratet!« – »Nein.« – »Will er etwa ledig bleiben?« – »Ich habe über diesen Punkt noch nicht mit ihm gesprochen.« – »Herrgott, das ist ja der Hauptpunkt im Leben, über den man mit jedem Menschen reden soll! War er noch nie verliebt?« – »Ich habe ihn noch nicht gefragt.« – »So fragen Sie ihn so bald wie möglich, und sagen Sie es ihm, daß es nichts Besseres gibt, als Schwiegersohn zu sein. Ist man Arzt, und der Schwiegervater hat einen Kramladen, so kann man sehr leicht eine Apotheke errichten. Tee wächst im Wald genug, und das Pflaster kann man sich von den Vaqueros sieden lassen.« – »Ich danke, Señor! Sobald ich Zeit finde, werde ich mit ihm sprechen. Adieu.«

Der Arzt kehrte kopfschüttelnd in sein Zimmer zurück, der Wirt aber war ebenso mit ihm unzufrieden. Er hatte überhaupt heute trotz des guten Wetters eine sehr üble Stimmung.

Am Nachmittag kehrte Gerard mit dem Kleinen André von der Hazienda zurück. Er fand die Apachen noch auf derselben Stelle lagernd, wo sie am Vormittag sich versteckt gehalten hatten. Da der Häuptling der Ansicht war, daß sofort aufgebrochen werden sollte, so fand Gerard kaum Zeit, noch einmal nach dem Fort zu reiten, um von Resedilla Abschied zu nehmen. Er traf sie nicht unten im Zimmer und auch nicht daneben in der Küche. Er stieg daher die Treppe empor und klopfte an der Tür ihres Zimmers. Sie öffnete, und als sie bemerkte, daß er es war, überflog ein tiefes Rot ihr schönes Gesicht.

»Verzeihung, Señorita, daß ich es wage, Euch hier aufzusuchen!« sagte er. »Ich muß augenblicklich aufbrechen, wollte dies doch nicht tun, ohne Euch Lebewohl gesagt zu haben.« – »Tretet ein, Señor.«

Er tat dies, und da stand er nun in demselben Raum, wo er sie an jenem Abend gesehen hatte. Auch sie schien daran zu denken, denn ihr Gesicht drückte eine reizende Verlegenheit aus. Aber dabei ruhte ihr Auge mit sichtlichem Wohlgefallen auf seiner hohen Gestalt, die sich in dem neuen Gewand ganz anders ausnahm als in dem alten.

»Ich dachte nicht, daß Ihr das Fort so bald verlassen würdet, Señor«, sagte sie. – »Ich ebensowenig, bis morgen wenigstens glaube ich noch bleiben zu dürfen.« – »Und ich darf wissen, wohin Ihr geht?« – »Ja, denn ich weiß, Ihr werdet mich nicht verraten. Wir gehen nach dem Saladofluß, um einen Transport gegen die Komantschen zu verteidigen.« – »Ihr seid der Anführer?« – »Bärenauge und ich.« – »Oh, so wollt Ihr mir eine Bitte erfüllen. Setzt Euch nicht unnötigerweise den Gefahren aus, die Euch da entgegentreten.« – »Ich werde vorsichtig sein, Señorita. Aber warum wünscht Ihr dies?«

Sie blickte zu Boden und antwortete nicht. Da ergriff er ihre Hand und fragte:

»Zürnt Ihr mir, daß Euer Vater uns heute überraschte?« – »Nein«, antwortete sie leise. – »Und auch nicht, daß ich ihn zurückwies, als er Euch mir zuführen wollte?« – »O nein, Señor. Wenn Vater doch anders sein wollte!« – »Ich verstehe Euch. Ihr habt da manche Kränkung zu erdulden. Jetzt aber muß ich scheiden, Señorita. Darf ich wiederkommen?« – »Ich bitte Euch darum.« – »Und bald?« – »Ja.«

Gerard blickte ihr in die Augen, die sich mit Tränen zu füllen begannen. Er zog die geliebte Maid eng an sich, und sie widerstrebte nicht. Ihr Busen ruhte warm an seinem Herzen; ihre Hand lag auf seiner Schulter. Er aber führte die andere Hand an seine Lippen und flüsterte:

»Darf ich an Euch denken, Resedilla?« – »Oh, bitte, tut es, und recht oft!« antwortete sie. – »Und Ihr?« – »Ich werde Euch keinen Augenblick vergessen!« – »Ist dies wahr?« – »Oh, Ihr dürft es mir schon glauben, Señor!« versicherte sie leise.

Da zog er sie noch inniger an sich, küßte ganz leicht ihr Haar und sagte:

»Gott segne Euch für dieses Wort, Señorita! Ihr macht mich unendlich glücklich damit. Nun gehe ich getrost den Komantschen entgegen, denn ich kenne einen Mund, der vielleicht für mich beten wird.«

Er hörte, daß sie ein Schluchzen unterdrückte; sie antwortete:

»Ja, ich werde für Euch beten, Señor, darauf könnt Ihr Euch verlassen!« – »So lebt wohl, Señorita!« – »Lebt wohl!«

Gerard ging. Sie sah durch das Fenster, wie er zu Pferde stieg. Wie sah er heute doch so ganz anders aus! Ihr Herz klopfte vor Stolz und Freude, und dennoch mußte sie weinen. Worüber? Daß er von ihr gegangen war? Ja. Aber es gab noch einen anderen Grund. Es trägt ein jedes Mädchen ein Ideal in seinem Herzen. So war es auch mit Resedilla gewesen. Sie hatte an demselben treu festgehalten und alle Bewerber abgewiesen. Und nun endlich derjenige kam, in dem ihr Ideal sich verkörpert zu haben schien, da riß er sie aus ihrem Entzücken durch das offene, aber unvorsichtige Bekenntnis, daß er ein Verbrecher gewesen sei.

Sollte sie da nicht weinen? Hatte ihr Ideal nicht den Glanz, den Nimbus, die Reinheit verloren? Oh, sie hatte diesen Gerard lieb, unendlich lieb, und dennoch mußte sie weinen, weinen, weinen!

19. Kapitel

Drei Tage später ritt ein sehr langer Reiterzug von den Bergen des Puercosflusses nach Osten, den Höhen entgegen, zwischen denen ein Arm des Saladoflusses dahinströmte. Der Trupp bestand aus den fünfhundert Apachen, an deren Spitze sich Bärenauge, Gerard und der Kleine André befanden, der letztere als Führer.

Die Leute ritten einer hinter dem anderen; darum glich der Zug einer riesigen, fünfhundertgliedrigen Schlange, die sich durch das Terrain dahinwand.

Die Gegend war teils bewaldet, teils von offenen Präriestellen durchzogen. Gelangten die Vordersten des Zuges an eine solche Stelle, so machten sie stets halt, um sie genau zu überblicken.

So eben auch jetzt, als Bärenauge sein Pferd anhielt, um den Blick über eine weite Grasebene streifen zu lassen, die sich vor ihnen öffnete.

»Der Häuptling der Apachen sieht keinen Feind«, sagte er. – »Wir können getrost weiter!« stimmte André bei.

Da schüttelte Gerard den Kopf.

»Wie lange reiten wir noch zum Lager?« fragte er den Kleinen. – »Bei Sonnenuntergang werden wir es erreichen«, lautete die Antwort. – »Und jetzt ist es Mittag? Hm! Sagtest du nicht, daß die Komantschen Späher ausgesandt hätten?« – »Ich habe sie selbst gesehen.« – »So steht zu erwarten, daß dies Lager auch jetzt beobachtet wird.« – »Jedenfalls.« – »Vielleicht ist bereits ein Komantschentrupp eingetroffen, um es zu belagern und zu erstürmen. Was meinst du, André?« – »Das ist sehr leicht möglich.« – »Nun, in diesen beiden Fällen wird der Feind die Augen offenhalten und uns nahen sehen, wenn wir durch die offene Prärie reiten.« – »So meinst du, daß wir sie längs des Waldes umreiten sollen?« – »Ja.« – »Das ist ein großer Umweg.« – »Er führt uns aber sicherer zum Ziel. Übrigens können wir ja schärfer reiten.« – »Mein weißer Bruder hat ganz recht«, entgegnete Bärenauge.

Bei diesen Worten lenkte er mit der ihm eigenen Entschlossenheit nach links ein, anstatt hinaus auf die offene Prärie zu reiten. Die anderen folgten.

Auf dieser linken Seite zog sich der Urwald in einer beinahe geraden Linie dem Osten entgegen. Die Apachen lenkten unter die Bäume hinein und ritten nun längs des Randes so rasch wie möglich vorwärts. Kein Mensch sprach ein Wort, kein Pferd ließ einen Laut hören. Nur das dumpfe Stampfen der Hufe auf dem weichen Boden war zu vernehmen.

So mochte man bis gegen vier Uhr geritten sein, als Bärenauge plötzlich sein Pferd anhielt und den Boden scharf betrachtete.

»Was erblickt mein roter Bruder?« fragte Gerard. – »Die Spur eines Fußes«, antwortete der Apache.

Bärenauge sprang vom Pferd und bückte sich nieder. Gerard tat dasselbe.

»Sieht mein weißer Bruder die Halme des Grases, die sich noch nicht wieder aufgerichtet haben?« fragte der Häuptling. – »Ich sehe sie. Hier ist ein Mensch gegangen.« – »Vor ungefähr zwei Stunden«, fügte André hinzu, der auch abgestiegen war. »Wohin führt die Spur?« – »Hier am Rand des Waldes entlang. Meine Brüder mögen mir folgen.«

Mit diesen Worten ergriff der Häuptling die Zügel seines Pferdes und schritt zu Fuß der Fährte nach.

Nach einiger Zeit fanden sich eine zweite, eine dritte und endlich noch mehrere dazu. Zuletzt hob Bärenauge die Spitze eines Pfeiles auf, die er aufmerksam betrachtete.

»Uff!« sagte er. »Die Komantschen sind in der Nähe. Sie sind auf die Jagd gegangen, denn dies ist die Spitze eines Jagdpfeiles. Es sind mehr als zehn Fährten; diese Jäger hatten also für viele Leute Fleisch zu schaffen. Meine Brüder müssen vorsichtig sein.«

Jetzt konnte man beinahe mit Gewißheit sagen, daß man einige hundert Komantschen vor sich habe. Darum wurde der Weg mit außerordentlicher Vorsicht fortgesetzt.

Man durfte sich ganz auf die gefundene Spur verlassen. Sie führte deutlich genug nach der Richtung, wo der Feind zu finden war.

So mochte es noch eine halbe Stunde vor Untergang der Sonne sein, als der Zug wieder stockte. Die drei Anführer hatten ihre Pferde pariert.

Sie befanden sich jetzt am Ausgang des Waldes. Vor ihnen breitete sich eine Art kleiner Hochebene aus, von deren Mitte ein Bach herniederfloß. Da droben sah man Zelte stehen und angepflockte Tiere.

»Das Lager!« sagte André. – »Aber eingeschlossen«, fügte Gerard hinzu.

Und er hatte recht. Unten nämlich weideten mehrere hundert Mustangs im saftigen Gras, und ringsum waren bewaffnete Indianer zu erblicken, die die Hochebene umgaben. Letztere hatte ein schwarzes, verbranntes Aussehen, es stand da kein Grashalm mehr.

»Die Komantschen!« sagte Gerard. – »Sie haben das Gras angebrannt«, fügte Bärenauge hinzu, »damit die Pferde unserer Brüder kein Futter finden können und zugrunde gehen!«

Es war klar, daß die Geldkarawane von den Wilden belagert wurde. Mehrere Leichen, die man liegen sah, bewiesen, daß bereits Kämpfe stattgefunden hatten. Die Zahl der Belagerer konnte derjenigen der Apachen gleichen, nämlich fünfhundert, vielleicht auch noch mehr.

Jetzt galt es, sich zu beraten. Bärenauge zog seine Leute in den Wald zurück, wo sie nicht bemerkt und überrascht werden konnten. Dort setzte man sich nieder, um das Kalumet anzustecken, ohne das der Indianer keine wichtige Besprechung unternimmt. Einige kluge Apachen waren fortgeschickt worden. Bis zu ihrer Rückkehr war man zu warten gezwungen.

Endlich, nach Verlauf von über einer Stunde, kamen sie wieder.

»Was habt ihr gesehen?« fragte der Häuptling. – »Zehnmal sechsmal zehn Komantschen mit ihren Pferden.« – »Uff! Und wieviel Weiße?« – »Es waren hier viermal zehn und acht.« – Donnerwetter«, meinte André, »so sind bereits zwölf gefallen.« – »Es werden ihrer in dieser Nacht noch mehr fallen«, sagte einer der Kundschafter. – »Weshalb?« fragte Gerard. – »Weil die Söhne der Komantschen gegen Morgen das Lager stürmen wollen.« – »Woher weißt du das?« – »Ich habe es gehört.« – »Von wem?« – »Von zwei Kriegern, die unter den Bäumen standen, mich aber nicht sahen.« – »Es ist gut! Man wird ihnen den Sturm versalzen.« – »Es scheint, die Kameraden sind bereits sechs Tage belagert«, meinte André. – »Hatten sie Vorräte?« – »Nicht viel.« – »So ist schleunige Hilfe höchst nötig. Was sagt mein roter Bruder?« – »Sobald die Komantschen unsere weißen Brüder überfallen, werden die Apachen jene Hunde von hinten anfassen und töten.« – »Sollte das klug sein?« – »Kennt mein weißer Bruder etwas Besseres?« – »Ich denke, daß man sie gar nicht zum Angriff kommen lassen darf. Wenn wir sie in diesem Fall auch besiegen, so werden doch viele unserer Brüder fallen.« – »Was denkt mein Bruder sonst?« – »Wir warten, bis es völlig dunkel ist. Dann geben wir unsere Pferde in Obhut und umzingeln den Feind. Auf ein Zeichen machen wir uns dann über ihn her, ohne Flinten, ohne Geschrei, ganz still, nur mit Tomahawk und Messer. Auf diese Weise ist die eine Hälfte getötet, ehe die andere es merkt.«

Bärenauge dachte einige Augenblicke lang nach und erwiderte:

»Mein weißer Bruder hat das beste geraten. Was soll das Zeichen sein?« – »Ein Feuerbrand, der im Lager unserer Freunde emporgeworfen wird.« – »Wie können sie dieses Zeichen geben, da sie doch nicht wissen, daß wir hier sind?« – »Sie werden es von mir erfahren.« – »Uff! Mein Bruder will sich zu ihnen hindurchschleichen?« – »Ja«, antwortete Gerard. – »Das ist zu gefährlich!« warnte André. – »Pah! Für mich nicht!« entgegnete Gerard. – »Mein weißer Bruder ist wie die Schlange, die des Nachts kein Mensch sieht und hört, bis sie sticht«, stimmte der Apachenhäuptling bei.

Der Kleine André versuchte, noch einige Einwände zu erheben, doch vergebens. Gerard dachte zwar an Resedillas Bitte, sich in keine unnötige Gefahr zu begeben, aber er war so gewandt im Anschleichen, daß er fast gar keine Gefahr bei diesem Unternehmen sah.

Als es vollständig dunkel geworden war, ging er ans Werk, gebot jedoch vorher, daß man versuchen solle, sich der Pferde der Feinde zu bemächtigen.

Droben auf der kleinen Anhöhe lagen die Belagerten um ein Feuer.

Der Anführer, General Hannert, stocherte mit einem Ast in der Glut herum, halblaute Flüche in den Bart murmelnd. Einige Offiziere saßen bei ihm, aber schweigend. Sie sahen aus, als wenn der Hunger ihnen den Mund verschließe.

Weiter seitwärts saßen Soldaten und Westmänner beisammen, und noch weiter entfernt sah man die Posten stehen, die das Lager vor einem Überfall zu bewahren hatten. Unweit des Feuers lagen viele Packsättel, und dabei standen Körbe, in denen man, wenn man sie geöffnet, kleine Beutel gefunden hätte, die mit klingender Münze gefüllt waren.

Der übrige noch freie Raum war mit angepflockten Tieren angefüllt, die vergebens der den Boden deckenden Grasasche einen Halm zu entreißen versuchten. Es herrschte eine traurige Stille über diesem Lager.

Da endlich hörte man eine Unterbrechung:

»Goddam!« sagte der General laut. »Was ist nur mit diesem André geschehen?« – »Ob man ihn unterwegs weggefangen hat?« – »Möglich! Dann aber sind wir verloren!« – »Wir noch nicht, General.« – »Aber unsere Fracht, unser Geld.« – »Warten wir noch bis morgen!« – »Bis morgen? Pah, da fallen unsere Tiere um, wenn sie uns tragen sollen!« – »Aber was sonst, General?« – »Ich kenne nur ein Mittel: Morgen früh werden die roten Schufte uns einen abermaligen Besuch machen wollen. Wir aber kommen ihnen zuvor.« – »Wir besuchen sie?« – »Ja.« – »Und schlagen uns durch?« – »Ja.« – »Ohne das anvertraute Geld?« – »Nein, sondern mit demselben.« – »Aber unsere Tiere sind zu schwach.« – »Wir holen uns da unten bei den Komantschen andere. Mein Plan ist nämlich der: Es nimmt jeder einen Teil des Geldes an sich. Wir bilden eine Phalanx und schlagen uns bis zu den Pferden der Komantschen durch. Erreichen wir diese, so sind wir gerettet.« – »Ein verzweifelter Plan.« – »Wer weiß einen besseren?« – »Ich!«

Aller Augen wandten sich nach der Seite, von der diese Antwort erschollen war. Dort stand ein hoher, starker Mann mit dichtem Vollbart, beide Hände auf die Büchse gestützt. Niemand kannte ihn. Es war ein Weißer. Wie war er hergekommen? Durch die Posten der Komantschen und ihre eigenen?

Die Männer alle waren förmlich erschrocken, als sie ihn erblickten. Der General faßte sich am schnellsten. Er musterte den Fremden und fragte ihn:

»Herr, wer sind Sie? Wie kommen Sie hierher?« – »Der Kleine André schickt mich«, antwortete der Gefragte. »Ich habe mich durch alle Posten geschlichen, bis hierher.« – »Donnerwetter, das bringt nur ein echter, tüchtiger Jäger fertig!« sagte der General im Ton der Bewunderung. »Sie sind nicht bemerkt worden?« – »Weder von den Komantschen, noch von Ihren Leuten«, entgegnete der Mann. – »Dann haben Sie ein Meisterstück gemacht. Wer sind Sie?« – »Der, den Sie erwarten.« – »Der, den ich erwarte? Ah, ich erwarte allerdings einen, der ganz und gar der Kerl ist, sich durch alle Vorposten der Welt hindurchzuschleichen!« – »Wie heißt der Mann?« – »Es ist der Schwarze Gerard.« – »Der bin ich, General.«

Diese Worte wurden in einem höchst einfachen, bescheidenen Ton gesprochen, aber sie hatten doch eine ganz besondere Wirkung. Der General sprang auf, und auch die anderen schnellten, freudig überrascht, vom Boden empor und traten näher.

»Wie? Was? Sie sind Gerard?« fragte der erstere. – »Ja, ich bin es.« – »Gott sei Dank. Willkommen, Master! Wir befinden uns in einer nichts weniger als angenehmen Lage; aber Ihr Erscheinen bringt mir die Hoffnung, daß wir gerettet werden. Der Kleine André hat sie getroffen?« – »Gewiß.« – »Im Fort Guadeloupe?« – »Ja.« – »Er ist in der Nähe?« – »Ja. Wir stecken seit einigen Stunden da unten im Wald.« – »Warum ist er nicht mitgekommen?« – »Hm, General, das Schleichen durch sechshundert Komantschen, die sich auf dem Kriegspfad befinden, ist nicht jedermanns Sache. Übrigens war es auf alle Fälle besser, er blieb bei den Apachen zurück.« – »Bei den Apachen? Sie haben Apachen bei sich?« – »Ja. Volle fünfhundert.«

Da blickte der General mit freudeglänzenden Augen im Kreis umher und sagte:

»Kinder, Gott sei Dank; jetzt sind wir gerettet!« – »Ich hoffe es«, meinte Gerard. »Ich habe bereits mit Bärenauge die geeigneten Maßregeln getroffen, Sie von den Komantschen zu befreien.« – »Wer führt die Apachen an? Bärenauge selbst?« – »Ja.« – »Oh, da ist das Gelingen sicher! Wo Bärenauge seine Hand im Spiel hat, da kann von einem Mißerfolg gar keine Rede sein. Aber wie sind Sie zu ihm gekommen?« – »Wir sind schon längst Freunde. Übrigens hat er mit Juarez einen Vertrag abgeschlossen, infolgedessen er die Komantschen und Franzosen als Feinde betrachtet.« – »Also er lauert mit fünfhundert Mann unten im Wald? Was für Maßregeln haben Sie mit ihm verabredet?« – »Er wird sich bereits jetzt nicht mehr im Wald befinden, sondern mit seinen Leuten aufgebrochen sein, um die Komantschen zu umzingeln.« – »Ah, jetzt bereits? Wäre der Anbruch des Morgens nicht eine passendere Zeit gewesen?« – »Nein. Das Morgengrauen wollen jedenfalls die Komantschen benützen, um Sie zu überfallen. Das würde Ihrerseits dann doch einige Opfer kosten, denn wir würden den Feind zwar überraschen, aber ihn auch kampfbereit finden. Jetzt sitzen sie ahnungslos bei ihren Feuern und erwarten von außen her keine Störung. Als ich ihre Linie durchschlich, bemerkte ich, daß sie zwar nach dieser Höhe hin, also nach innen, Wachen aufgestellt haben, nicht aber jenseits nach dem Wald und der Prärie zu. Die Apachen schleichen sich an sie heran und fallen, sobald ich mit einem Feuerbrand das Zeichen gebe, über sie her. Ein jeder wählt seinen Mann. Es genügt eine einzige Minute, um fünfhundert Komantschen das Leben zu nehmen, und für die übrigen werden zwei weitere Minuten hinreichen.« – »Ah, das ist gut! Wir werden helfen!« – »Ich bitte Sie, dies zu unterlassen, da es für unsere Verbündeten gefährlich werden könnte. Ich weiß nicht, ob Sie und Ihre Soldaten imstande sein werden, im Dunkel der Nacht einen Apachen von einem Komantschen zu unterscheiden. Ein Irrtum könnte hier sehr verhängnisvoll werden.«

Da nahm ein alter Jäger, der in der Nähe stand, das Wort:

»Oho! Man wird doch einen Komantschen erkennen! Sollten wir etwa ruhig zusehen, daß diese Kerle von anderen den Lohn empfangen, den sie an uns verdient haben? Mir juckt es in allen Fingern, gehörig mitzutun!«

Gerard nickte und antwortete:

»Ich habe nur von den Soldaten, nicht aber von den Jägern gesprochen. Diese letzteren mögen mithelfen, denn sie werden genau wissen, was ein Apache oder Komantsche ist. Darüber brauche ich mir keine Sorge zu machen.« – »Gut! Wann soll die Geschichte losgehen?« fragte der Alte. – »Vor Ablauf einer Stunde nicht. Der Kreis, den der Feind um die Höhe bildet, ist sehr ausgedehnt, und Ihr werdet nur zu gut wissen, welche Geduld und Sorgfalt erforderlich sind, um unbemerkt so nahe an den Mann zu kommen, daß man ihn beim ersten Zeichen sofort erreichen kann. Eine Übereilung könnte uns doch nur Schaden bringen. Ich mache den Vorschlag, nur erfahrene Jäger gegen die Komantschen als Posten aufzustellen. Sie mögen mit losbrechen, sobald unten der Kampf beginnt.« – »So mag es sein«, entschied der General. »Ich werde sogleich die nötigen Befehle geben, und dann wollen wir über das andere sprechen.«

Er zog diejenigen Posten, die Soldaten waren, ein und stellte erfahrene Jäger an ihre Stelle. Dann wurde wieder am Lagerfeuer Platz genommen.

Die Ankunft Gerards hatte das ganze Lager mit neuem Mut erfüllt, und als er jetzt neben dem General saß, um ihm Rede und Antwort zu stehen, kamen die Männer alle herbei, um zu hören, was er diesem letzteren zu berichten hatte.

»Was haben«, sagte dieser, »die Apachen zu tun beschlossen, wenn sie die Komantschen besiegt haben?« – »Sie werden Ihren Transport begleiten«, antwortete Gerard. – »Das ist mir natürlich sehr erwünscht; aber sie werden Geduld haben müssen, denn wir können diesen Ort nicht eher verlassen, als bis sich unsere Tiere wieder erholt haben. Sie haben mehrere Tage lang zwar Wasser, aber kein Futter gehabt.« – »Lassen Sie sich das nicht anfechten. Wir müssen sofort aufbrechen, vielleicht noch heute nacht, aber es ist…« – »Heute nacht! Unmöglich!« unterbrach ihn der General. – »Die Schwachheit Ihrer Pferde und Maultiere ist kein Hindernis. Ich habe dafür gesorgt, daß uns die Pferde der Komantschen in die Hände fallen; das ist mehr als hinreichend. Sie lassen einfach Ihre Tiere in der Prärie zurück. Wir müssen aus Vorsicht immer annehmen, daß unsere Spuren bemerkt worden sind. Fünfhundert lassen auch bei der größten Sorgfalt eine Fährte zurück. Wir können sehr leicht bereits Verfolger hinter uns haben; wir dürfen sie hier nicht erwarten.« – »Wir gehen nach Fort Guadeloupe, um das Geld dort niederzulegen?« – »Nein. Dieser ursprüngliche Plan hat nicht Stich gehalten. Wir werden das Geld direkt zu Juarez bringen.« – »Das ist außerordentlich gefährlich. Welchen Weg wir da auch einzuschlagen haben, er wird immer ein bedeutender Umweg sein oder geradezu durch das Gebiet der Komantschen führen. Dies aber könnten wir nur mit sehr guten und frischen Pferden wagen.« – »Für letztere ist gesorgt. Es werden uns verbündete Apachen am südlichen Arm des roten Flusses mit frischen Tieren erwarten.« – »Das ist sehr vorteilhaft. Wir könnten dann das feindliche Gebiet im Galopp durcheilen und das Land der Mescalero-Apachen erreichen, ehe sich die Komantschen entschlossen hätten, einen Angriff auf uns zu machen.«

Yaş sınırı:
12+
Litres'teki yayın tarihi:
30 ağustos 2016
Hacim:
410 s. 1 illüstrasyon
Telif hakkı:
Public Domain