Kitabı oku: «Männerbacken»
Katinka Uhlenbrock
Männerbacken
- erotischer Roman -

Katinka Uhlenbrock
Jahrgang 1990, studiert Katinka Uhlenbrock Anglistik und vergleichende Religionswissenschaften – in den USA, wo sie seit ihrem 20ten Lebensjahr lebt. Nach einigen englischsprachigen Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften erscheinen mit »Männerbacken« (2014) und »Dunkle Lust« (2015) gleich zwei ihrer Projekte in ihrer Muttersprache bei Elysion-Books.
»Nebenbei« ist Uhlenbrock den Kurzgeschichten treu geblieben und so erscheinen 2014 in der Weihnachtsanthologie »Türchen öffne dich« und 2015 in der Kurzgeschichtensammlung zum Valentinstag »Statt Blumen« einige ihrer bislang unveröffentlichten Texte (beide Anthologien Elysion-Books).
Katinka Uhlenbrock
Männerbacken

– erotischer Roman –

ELYSION-BOOKS TASCHENBUCH
BAND 4060
1. Auflage: September 2014
VOLLSTÄNDIGE TASCHENBUCHAUSGABE
ORIGINALAUSGABE
© 2014 BY ELYSION BOOKS, LEIPZIG
ALL RIGHTS RESERVED
UMSCHLAGGESTALTUNG: Ulrike Kleinert
www.dreamaddiction.de FOTOS: © Fotolia/Dash LAYOUT & WERKSATZ: Hanspeter Ludwig www.imaginary-world.de Korrektorat und Lektorat: Inka-Gabriela Schmidt www.das-elfenkind.de
ISBN Print 978-3-942602-39-6
ISBN E-Book 978-3-945163-98-6
Mehr himmlisch heißen Lesespaß finden Sie auf:
www.Elysion-Books.com
Inhalt
Backe, Backe Ku…chenmann
Backprinz
Prinzenrolle und Lustkipferl
Nacktgebacken
Traummann zum Anbeißen
Ein Traummann zu früher Stunde
Backmischungen und Querulanten
Absinth-ationen
Töpfe, Woks und die Sache mit dem Deckel
Deckelmänner, Wokfrauen und wo sind die Traummenschen, wenn man sie braucht
Traummänner, Traumprinzen und Schaumträume
Träume für alle … oder: Realität ist, was man daraus macht.
Lügengebilde
Backschwindeleien
Verbacken
Was lange backt …
Maximales Haltbarkeitsdatum
Epilog

Backe, Backe Ku…chenmann
»Das müsst ihr falsch verstanden haben …!«
Einen Moment lang funkelte ich meine Freundinnen mit einer Mischung aus gespielter Empörung und beginnender Schadenfreude an. Dann riss ich mit einem harten Ruck an meiner Bluse. Die Knöpfe sprangen ab und unter den verdutzten Blicken von Lucy, Anja und Rike klaffte das Kleidungsstück auseinander und gab mehr nackte Haut preis, als ich sonst selbst in einem Schwimmbad gewillt war zu zeigen.
Ich konnte spüren, wie sich meine Nippel ob der plötzlichen Kälte aufrichteten. Freudig erregt strahlten sie ein Kribbeln aus, das meinen gesamten Körper in hormonelle Aufbruchstimmung versetzte. Feuchtigkeit sammelte sich zwischen meinen Beinen, dort, wo es plötzlich bedeutend wärmer war, als noch Sekunden zuvor. Selbst meine Schamlippen waren bereits angeschwollen, um mein Innerstes blütenhaft öffnend anzubieten. Mit einem Mal fühlte sich meine hautenge Jeans zu knapp an, rieb gegen meine Labien und spannte sich unter der verführerischen Schwellung an. Etwas, was eigentlich nur Männern passieren sollte.
Aber anscheinend waren auch die frustrierten, absolut notgeilen Ex-heiratswilligen Neu-Singlefrauen betroffen, wenn sie unter akuter Sexabstinenz litten.
Ich verlagerte mein Gewicht auf den anderen Fuß und tatsächlich drückte sich der raue Jeansstoff fester gegen meine Lippen, aus denen neue Lustflüssigkeit quoll. Dank meiner spontanen, absolut ungeplanten Aversion gegen Unterwäsche scheuerte der Stoff bei meiner nächsten unauffälligen Bewegung sogar über meine pochende Klit. Die Begierde zwischen meinen Beinen nahm zu und die Versuchung, mir endlich Abhilfe zu verschaffen, wuchs.
Ich seufzte. Wenn ich nicht vorhatte, die Kontrolle zu verlieren, musste ich jetzt mit den verdammten Bewegungen aufhören! Seit ich keusch und enthaltsam lebte, war kein Verlass mehr auf meine Kontrolle. Und auf keinen Fall wollte ich mich wie eine läufige Hündin direkt vor meinen Gästen selbst befriedigen.
Ein Vorsatz, der leichter gedacht als umgesetzt war, denn mein Körper verlangte nach seinem lustvollen Recht. Ein neuer Schauer des Verlangens kribbelte durch meinen Unterleib, als ich einen Schritt in Richtung meiner Freundinnen machte. Abermals reagierten meine Nippel und zogen sich beinahe schmerzhaft erhärtend zusammen. Sie schienen tatsächlich auf ihren Einsatz zu warten, auf eine Berührung oder wenigstens auf intime Blicke.
Zumindest letzteres bekamen sie für einen kurzen Moment.
»Ich will ficken, nicht backen!«, verkündete ich, nicht ohne einen stolzen Unterton. Mochten alle Alice-Schwarzer-Anhängerinnen dieser Welt bei diesen Worten mit den Augen rollen und verkünden, dass eine echt emanzipierte Frau so etwas niemals denken, sagen oder empfinden würde – ich sah das deutlich anders. Für mich war der höchste Grad der Emanzipation, wenn die Frau ungeniert zugeben konnte, dass sie manchmal (oder meinetwegen auch immer) genauso geil war wie ein Kerl. Und wenn sie sich ficken lassen wollte, dann wollte sie sich eben ficken lassen. Bitte sehr. So simpel war das.
Ich versuchte mich an diesem Gedanken festzuklammern, doch der empörte Gesichtsausdruck meiner Freundinnen war einfach zu herrlich. Unter meinem belustigten Blick schaffte er es bei allen dreien noch empörter zu werden, bevor Lucy als erstes die Beherrschung verlor und in Lachen ausbrach. Anja und Rike begannen stürmisch und in einem Anfall spontaner Zustimmung zu applaudieren.
Mir gelang es gerade noch rechtzeitig, bevor sich die gegenüberliegende Wohnungstür zur Gänze geöffnet hatte, hinter die meine zu hechten.
»Was ist denn hier los?«, erkundigte sich meine Frau Nachbarin neugierig, aber auch mit einem Hauch Tadel in der Stimme. In ihrem Tonfall schwang mit, dass ihre schlechte Laune noch anwachsen konnte, wenn der Grund für das Türöffnen nicht interessant genug war.
Ich spähte durch den Spion und bei dem Anblick verkrümelte sich meine Libido schlagartig. Adelheid Mayer sah heute noch unheimlicher aus als sonst, mit einem weiten, buntflickigen Rock und einer schwarzen Spitzenbluse hätte sie jeder Hexe Konkurrenz machen können.
»Sie kommen gerade richtig, wir wollten gerade ein Geburtstagsständchen bringen.«
»Was?« Mayer krächzte laut. Wie immer hatte die alte Dame Probleme, normale Unterhaltungen zu verstehen. Nur bei geflüsterten Bemerkungen wurde sie zum Luchs.
»Geburtstagsständchen!«, fasste Lucy zusammen und lächelte. Einfach nur ein typisches Lucylächeln, aber es wirkte auch bei der Alten.
»Hat das junge Ding Geburtstag, Lucy?«, erkundigte sie sich deutlich freundlicher als zuvor. War ja typisch. Ich wohnte seit drei Jahren hier, ging täglich ein und aus, und stellte sogar einmal die Woche ihren Müll nach draußen, aber ich war das namenlose junge Ding. Lucy hingegen der charmante Eisbrecher, der auch optisch Ähnlichkeit mit einer Walt-Disney-Prinzessin aufwies: Sie konnte jederzeit als Schneewittchen-Lookalike durchgehen.
Auch charakterlich. Und deswegen nickte Lucy jetzt auch freundlich.
»Hach«, machte Mayer. »Als ich in eurem Alter war, da gab es noch Geburtstagsfeiern … Alkohol, Wein, Weib und Gesang und Tanz.«
»Weib?«, formulierten meine Lippen ohne mein Zutun leise. Und natürlich hörte sie mich.
»Herzlichen Glückwunsch, Frau Nachbarin!«, krächzte die Hexe und spähte so angestrengt zu mir, dass ich mich genötigt sah, um die Tür zu spähen.
»Geht es Ihnen nicht gut?«, erkundigte sie sich und versuchte ihrerseits in meine Wohnung zu blicken. »Ich kann gar keine Party erkennen.«
»Ich wollte keine machen – und habe eigentlich auch niemanden eingeladen.« Streng musterte ich meine Freundinnen, die wie auf Kommando ihre Mitbringsel hoch hielten. Zum Glück hatten sie sich nicht auf ein Geschenk und irgendwas zu backen beschränkt, sondern auch an Sekt gedacht.
»Wir wollen backen«, verkündete Lucy laut genug, damit es auch das restliche Haus hören konnte. Selbst die Nachbarn, die nicht an ihren Türen auf interessante Events im Treppenhaus lauerten.
»Backen? Na hoffentlich keinen Traumprinzen!«, krähte Mayer ebenso laut zurück. Anscheinend hatte sie mit verschiedenen Lautstärken doch keine echten Probleme.
»Wieso?«, erkundigte ich mich mit gerunzelter Stirn. Also wenn schon backen, war ein Prinz doch nun wirklich keine schlechte Wahl. Deutlich besser als ein Muffin.
»Kindchen, Sie brauchen vieles, aber doch keinen Traumprinzen!« Damit verschwand Mayer in ihrer Wohnung. So schnell, dass ich mich ernsthaft fragte, ob sie sich bei ihrer Geschwindigkeit der Magie bedient hatte und eine echte Hexe sein konnte.
Erst mit einiger Verspätung schlugen ihre Worte in meinem Verstand auf und dröselten sich dort auseinander. Ihrem Sinn entsprechend. Ich schnappte nach Luft. »Was soll denn das heißen, keinen Traumprinz? Ich will aber einen!«
»Ja, einen, der dich ficken kann! – Wenn du geil bist, wirst du zur Diva!«, meinte Lucy trocken und erntete dieses Mal die empörten Blicke.
»Wir verdienen einander«, lachte ich und umarmte meine Lieblingsfreundin. Auch, wenn das bedeutete, meine nackten Titten an sie zu pressen und Sekt und Geschenk zu gefährden.
»Und schön, dass ihr hier seid!«, verkündete ich und schmiss mich in einem Anflug von Anschmiegsamkeit auch den beiden anderen an den Hals.
»Auch wenn wir uns dafür selbst einladen mussten«, meinte Anja und versuchte mir trotz Geschenk auf den Rücken zu klopfen, als spürte sie, dass ich zwischen Lust, Freude und Verzweiflung schwankte. Schließlich hatte ich mich an meinem letzten Geburtstag in einer wilden Sause verlobt, da wäre ein wenig Trauer von meiner Seite aus ja durchaus angebracht.
Die Phase hatte ich übersprungen. Wegen eines Arschlochs würde ich weder heulen, noch melancholisch werden. Höchstens wütend. Zumindest war das der Plan. Also meiner.
»Und Sekt mitbringen mussten«, ergänzte Rike und hielt eine Tüte hoch. »Viel Sekt!«, betonte sie unter meinem fragenden Blick und warf ihre roten Locken schwungvoll nach hinten.
»Mädels, ich liebe euch!«, entfuhr mir, weil mir in dem Moment klar wurde, dass die drei die besten Freundinnen waren, die Frau sich nur wünschen konnte. Ich kicherte. Vielleicht sollten wir in einer Daily Soup mitspielen: Die vier von der Tankstelle. Lucy als Vorstadt-Schneewittchen, Rike als feurige Hexe, Antja mit ihren raspelkurzen braunen Haaren und ich mit den obligatorischen langen, blonden Locken und den nackten Titten. Apropos … möglichst würdevoll verknotete ich mein Hemd so, dass es als gewollt bauchfrei durchgehen konnte. Immerhin war ich Bauch-frei, also keine Gefahr für den guten Geschmack – und meine Brüste waren auch wieder ganz jugendfrei bedeckt.
»Trotz des Backens?«, neckte Lucy, die mein Strahlen fehlinterpretierte.
»Vielleicht können wir nackt backen, uns mit Mehl einsauen und erste lesbische Erfahrungen machen«, schlug ich hoffnungsvoll vor und tat so, als beäuge ich neugierig die Körper und primären Geschlechtsorgane meiner Freundinnen, um ihre sexuellen Fähigkeiten auszuloten.
»Kein Grund, dich ohne Schwanz zu vergnügen, Baby!« Grinsend schob mich Lucy weiter Richtung Küche. »Wir backen dir einen.«
»Einen was?«, fragte ich, in dem verzweifelten Versuch, gleichzeitig das Gleichgewicht zu wahren, mich gegen das Backen zu sträuben und Lucys Worten geistig zu folgen.
»Dabei hat sie noch nicht mal Sekt getrunken«, kicherte Anja, kramte aber schon in meinem Schrank nach den passenden Gläsern. »Natürlich ganz hinten«, motzte sie, nutzte aber gleich die Gelegenheit, die Rührschüssel raus zu räumen.
»Ihr meint das Ernst?« Anscheinend war ich genau da angekommen, wo Lucy mich haben wollte, denn der Druck in meinem Rücken verschwand genauso wie ihre Hände.
»Jep«, meinte Anja, aber ihre Zustimmung wurde vom »Plopp« der Sektflasche fast übertönt.
»Shit!«, fluchte Rike und schaffte es gerade noch rechtzeitig, ihre Lippen um den Flaschenhals zu legen und das sprudelnde Nass zu trinken.
»Super, der Mixer ist auch da!« Anja klang begeistert über das, was ich bisher nur als Chaos gewertet hatte. Küchenchaos.
»Die Schnapsgläser auch?!«, verlangte Rike, die sich wieder vom Sekt gelöst hatte, und zauberte eine weitere Flasche aus ihrem Beutel. »Lakritzlikör.«
»Likör.« Lucy verdrehte die Augen. »Ist reiner Wodka, aber mit Lakritze.«
»Und Absinth haben wir auch.« Rike schien unter die Schnapshexen gegangen zu sein, denn abermals wurde eine Flasche hervorgezaubert und noch eine. »Und Blutwurz.«
Ich runzelte die Stirn, weil der Beutel kleiner war, als die Flaschen vermuten ließen, was mich wieder auf »Magie« brachte. Ein Wort, das für Rike wie geschaffen schien. Obwohl sie wirklich eine ganz bezaubernde Hexe war.
»Ihr seid ekelhaft!«, behauptete ich trotzdem.
»Nein, noch nicht – schaffen wir aber heute Abend noch«, meinte Anja, die schon ein wenig verwuschelt wirkte. Wie Annie Lennox nach einem Hurrican, dachte ich verwirrt und nahm leicht überfordert den Sekt, den sie mir entgegen hielt und Sekunden später auch den Blutwurz von Rike.
»Warte«, befahl Rike. »Feuerzeug!«
»Ich rauche nicht«, informierte ich. Auch wenn mir inzwischen der Kopf qualmte.
Ihre gerunzelte Stirn veranlasste mich, in der Schublade zu kramen und zu meiner eigenen Überraschung besaß ich vier Feuerzeuge. Eines davon funktionierte sogar. Ein Geburtstagswunder.
Ich reichte es meiner Freundin und sah zu, wie sie mein Getränk anzündete. »Und jetzt nicht das Falsche trinken«, riet sie und prostete mir mit Flöte zu. Ich kippte den Sekt auf ex, sah zu, wie die anderen es mir gleich taten, löschte gleichzeitig mit ihnen den kleinen Brand und trank auch den heißen Schnaps.
»Wow.« Ich hustete. »Wie viel Umdrehungen hat denn das Zeug?«
»Genug.« Rike lachte. Sie arbeitete nebenbei in meiner Lieblingsbar und saß dort direkt an der Alkohol-Quelle. Ab und zu mixten sie und ihr Chef Mario sogar selbst Kreationen wie Himbeergeist (sie nannten ihn Himbeerbooh und auf der Flasche befand sich ein himbeerfarbener Geist, dessen Fröhlichkeit mich jedes Mal davon abhielt, das »Booh« zu trinken) oder eben Lakritzschnaps (keine Ahnung, wie sie den nannten, nach dem zweiten war ich immer zu betrunken, um nachzufragen).
»Und jetzt Absinth!«, verlangte Lucy.
»Ihr seid …« Ich verstummte und überlegte, welches Adjektiv oder welche Beschreibung angebracht war, um die drei Verrückten in meiner Wohnung zu beschreiben.
»Die besten Freundinnen, die man sich wünschen kann?«, riet Anja. Ich nickte sicherheitshalber, da sie irgendwo in meinem Küchenchaos das Nudelholz gefunden hatte und immer noch in der Hand hielt.
Immerhin war es nicht nötig, mich damit zu einem weiteren neuen und absolut unbekannten Getränk zu nötigen.
»Himmel, Herrgott und eins«, keuchte ich nach dem freiwillig geschluckten Absinth. »Ich glaube, der Alkohol ist schon in meiner Blutbahn.«
»Gut, dann fangen wir an!«, befahl Lucy.
»Womit?« Ich hatte jetzt schon das Gefühl, alle Farben in meiner Küche hätten an Intensität zugenommen. Kleine Noten tanzten durch die Luft und sogar die Wahrnehmungsfähigkeit von Gerüchen schien sich nicht mehr bloß auf meine Nase zu beschränken. Beinahe eine bewusstseinserweiternde Erfahrung.
Benommen sah ich mich um und stellte fest, dass sich alle anderen deutlich schneller bewegten als ich. Auf jeden Fall hielt Lucy plötzlich einen Zettel in der Hand und allein Gott wusste, wo sie auf einmal den Stift hergezaubert hatte, der noch vor Sekunden nicht dagewesen war. Ich schwöre!
»Optik!«, befahl Lucy.
»Was?«, blaffte ich, in einem Versuch ihren geistigen Sprüngen zu folgen und ihr wenigstens eine verbale Erklärung abringen zu können.
»Raus aus meiner Freundin, Frau Mayer«, verlangte Lucy.
»Was?« Ich blinzelte, konnte jedoch keinen Zusammenhang zwischen mir und Lucys Worten finden, was hatte ihr Satz mit meinem »Was?« zu tun und … »Oh!«
»Was?«, kicherten die drei unisono, als sich auf meinem Gesicht anscheinend langsam die Erkenntnis abzuzeichnen schien.
»Wie bitte?«, korrigierte ich mich höflich. »Wessen Optik?«
»Na, die von deinem Traummann«, erklärte Lucy, als sei das das Selbstverständlichste der Welt. »Den backen wir nämlich jetzt!«
Rike schwenkte eine Backmischung.
»Ist eine Spezialanfertigung.«
»Sieht aber aus wie bei Amazon bestellt!«, meinte ich skeptisch.
»Nein, ist absolut einmalig!«, bestätigte Anja. »Haben wir von einer Hexe.«
Ich kicherte, weil mein Blick ungewollt zu Rike glitt und dann ein zweites Mal, da mir ein weiterer Gedanke kam.
»Frau Mayer stellt Backmischungen her?« Ich konnte es nicht fassen. Die nette alte Frau Mayer.
»Quatsch!«, maulte Lucy. Genervt davon, dass ich mich ablenken ließ. »Wir haben die Adresse von einer Freundin bekommen, und der Hexe haben wir ein Foto von dir geben müssen und eine Charakterliste und einige Details zu deinem Leben.«
»Intime Details?«, hakte ich entsetzt nach.
»Natürlich nur die sexistischen.« Lucy grinste freundschaftlich-gehässig.
»Dann ist ja gut!«, behauptete ich. »Dann passt ja wenigstens auch der Traummann zu meinem Charakter.«
»Komisch! Das hat die Hexe auch gesagt«, nickte Anja und fuhr mit den Fingern durch die braune Annie-Lennox-Frisur, was für noch mehr Haarchaos auf ihrem Kopf sorgte. Nur mühsam gelang es mir, mich nicht ablenken zu lassen, sondern bei der Hexe, dem Traummann und meinem Charakter zu bleiben.
Super. So weit war es also schon mit mir gekommen. Ich war notgeiler Single, dabei mir einen eigenen Traummann zu backen und bekam Zustimmung von Hexen. Als nächstes würde ich dann wohl meine Seele für einen anständigen Fick verkaufen.
»Und? Wie back ich ihn?«, erkundigte ich mich. »In Teilen? Erst den Kopf oder erst das beste Stück?«
Ich formte einen schönen, großen Penis in der Luft und erntete ein belustigtes Kichern.
»Und da soll mal einer sagen, es käme nicht auf die Größe an«, kommentierte Lucy trocken.
»Alles Lüge!«, stimmte ich zu. Zu meiner Überraschung schluckte Lucy und meinte dann: »Uh! So genau hatte ich das eigentlich gar nicht wissen wollen.«
»Ha …!«, verkündete Rike, die sich einen Spaß daraus machte, unappetitlich-sexistisch-erotische Fakten zu sammeln: Wieder ein Punkt für »99 Dinge, die ich nicht über Sex hatte wissen wollen – aber gezwungen wurde zu erfahren.«
»Bitte?«, hakte ich nach.
»Na, ist doch ganz klar!«, erklärte Rike. »Meine Freundinnen haben nur aus einem einzigen Grund Doppelbetten. Weil sie billiger sind!«
»Genau!« Ich verdrehte die Augen. »Und an Gänseblümchen denken hilft gegen sexuelle Gelüste.«
»Ihr kennt doch den Film American Pie, oder?«, meinte Lucy unschuldig und lockte das Niveau noch ein wenig tiefer.
Aber ich würde es nicht, nie und niemals mit einem Stück Kuchen treiben, egal, wie lecker er roch!
Ich vertrieb meinen unanständigen Gedanken an körperwarmen Teig mit einem weiteren Schluck Sekt und hoffte, dass sich meine Libido geschlagen gab.
»Du backst in einem Stück«, befahl Lucy resolut und kramte die Form des Mannes aus der Packung.
»Super!« Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. »Wächst der auch noch?«
Ich schielte auf das einzige Teil, was mich im Moment wirklich interessierte. Zwei Monate Abstinenz hatten schließlich Spuren hinterlassen. Außerdem war ich kein Kind von Traurigkeit, bin ich nie gewesen. Ich hielt Sex für einen wichtigen Bestandteil des Lebens. Nicht nur in der Werbung oder in Frauenzeitschriften. – Nein, in echt. Ich fand Sex toll!
Dazu kam, dass ich nie verstanden habe, warum andere Frauen immer von der großen Liebe sprachen, oder davon, dass sie Sex nur mit Männern »die was bedeuten« hatten. Sex ist geil. Punkt. Da muss man doch nicht lange drüber diskutieren, oder sich rechtfertigen, oder?
Und warum sollen sich nur Männer so ungezwungen amüsieren dürfen? Und Frauen werden gleich als Schlampe tituliert?
Egal, was soll’s? Dann bin ich halt die freundliche, verfickte Schlampe von nebenan.
Ich füllte den Fertigteig in die Form und sah zu, wie sich das klebrige Zeug langsam ausbreitete, das wichtigste Teil ausfüllte und dann in die Höhe wuchs. Und auf einmal war der Geruch des Teigs verlockend. Es mochte an dem Alkohol liegen oder an meiner Dauergeilheit, aber es roch nicht mehr nach Essen, es roch nach Mann.
Hatte die Hexe Pheromone dazugegeben?
Ich grummelte leise und dippte meinen Finger in den Teig, um ihn anschließend abzulecken. Er war weich und warm und eine Mischung aus würzig und salzig und schmeckte eindeutig nach Penis.
Grundgütiger! Es fehlte mir. Der Geschmack, die Fülle und besonders der Gesichtsausdruck, wenn ich meinem Freund – meinem Exfreund! – sein bestes Stück bis zum Ende geblasen hatte.
Wieder begann es zwischen meinen Beinen verdächtig zu pochen und nur, weil ich mir noch einen Absinth gönnte, gelang es mir, nicht mehr an Porno zu denken, an nackte Körper, verschwitzte Bettwäsche und heiße Sexorgien.
»Und jetzt gucken wir uns Stars an und machen eine Liste, wie dein Traummann aussehen und sein soll!«, befahl Lucy. »Schließlich musst du den Typen morgen und die nächsten sieben Tage lang ertragen.«
Sie zog mich fort von der salzigen Köstlichkeit und meiner Fantasie – um mich direkt in die nächste zu stoßen.

Backprinz
Ich saß aufrecht im Bett und das Rauschen des Blutes in meinen Ohren verdrängte jedes andere Geräusch. Angst ließ mein Herz so laut klopfen, dass man es sicher im ganzen Haus hören konnte.
Da war ein Geräusch gewesen!
Obwohl ich nichts außer dem Blut und meinem Herzschlag hören konnte, war ich mir hundertprozentig sicher, von etwas geweckt worden zu sein.
Nicht sicher war ich mir, ob ich vielleicht geträumt hatte. Und wenn ja, von was. Vermutlich von dem gebackenen Traumprinzen.
Doch trotz dieses beruhigenden Gedanken blieb das nagende Gefühl bestehen und zog weiterhin vehement an meinen Nerven. Etwas stimmte nicht!
Ich schlug die Decke zurück und schwang die Beine über die Bettkante. Während ich mich aufsetzte, rechnete ich beinahe damit, dass jemand, der unter meinem Bett lag, nach meinen Füßen griff.
Als wäre ich ein Kleinkind und keine frischgebackene Dreißigjährige!
Meine kurze Erleichterung hielt nicht lange. Sowohl mein Telefon als auch mein Handy lagen im Wohnzimmer und damit auf der anderen Seite der Tür.
Meine gereizten Nerven und die Kopfschmerzen von dem aphrodisierenden Backschnaps ließen meinen Verstand wissen, dass sie einschließen für eine gute Lösung hielten.
Und obwohl ein Teil meiner Logik ihnen Recht gab, bestand der andere darauf, dass es kein Geräusch und keine Gefahr gab oder gegeben hatte.
Also verhielt ich mich genauso leichtsinnig, wie die Frauen in den Horrorfilmen – die, die zu blöde zum Leben sind – und drückte leise die Klinke nach unten und schob die Tür vorsichtig auf. Jederzeit bereit, sie zuzuschlagen und abzuschließen.
Friedlich und genauso wie ich es verlassen hatte, lag mein Wohnzimmer in der Dunkelheit vor mir. Chaotisch, aber eindeutig chaotische Normalität!
Erleichterung strömte wie eine Welle durch meine Adern, vertrieb die Angst und die Kopfschmerzen und mit einem Mal kam ich mir unglaublich blöde vor.
Natürlich würde ich trotzdem das Handy mitnehmen und mich, Geräusch hin oder her, in meinem Schlafzimmer einschließen bis es hell war.
Das plötzliche Poltern aus meiner Küche brachte meinen Herzschlag ins Stolpern. Adrenalin rauschte durch meine Blutbahn und schärfte meine Sinne. Trotz der sommerlichen Hitze trat kalter Schweiß auf meine Stirn.
Mit zitternden Fingern wählte ich die 110.
»Miau!« Ein großer, dunkler Schemen hetzte an mir vorbei und mein Herz setzte endgültig aus, als die verdammte Katze meiner noch verdammteren Nachbarin in meiner Küche verschwand.
Vor Erleichterung drohten meine Knie nachzugeben und ich musste gegen einen Lach- und einen Weinkrampf gleichzeitig kämpfen.
Schon wieder diese Katze!
Wild entschlossen betrat ich die Küche und knipste das Licht an.
Der Mann, der in ihr stand, war genauso erschrocken wie ich.
Und nackt!
Ich vergaß meine Angst, vergaß die grüne Anruftaste zu drücken und vergaß die Katze.
Ich vergaß alles, außer ihn wie gelähmt anzustarren, während sich mein Gehirn und meine Knie in Pudding verwandelten.
Yummy!
Dunkle Augen blitzten mir unter schwarzen Locken entgegen, ein Dreitagebart in einem sehr markanten, attraktiven Gesicht. Die Nase ein wenig schief, so als habe er sie sich als Kind gebrochen und als sei sie dann nicht ganz gerade zusammengewachsen.
Wie von selbst glitt mein Blick weiter und nahm jeden Zentimeter seiner leicht gebräunten Haut wahr. Die kleinen, dunkelbraunen Brustwarzen, der schmale Luststreifen, der sich auf seinem muskulösen Bauch kringelte und der hinab reichte bis zu …
Er verdeckte sich nicht und schien sich seiner Nacktheit nicht einmal wirklich bewusst zu sein!
… seiner leichten Erektion.
Doppelyummi!
Ich griff nach dem Türpfosten.
Eindeutig war ich leicht zu manipulieren! Man gebe mir einen gut aussehenden Kerl und mir war plötzlich egal, ob er ein Mistkerl, ein Einbrecher oder ein Traumprinz war – Hauptsache anwesend!
Mein Blick fiel auf die leere Backform und unwillkürlich dachte ich an meine Auflistung, die ich bei der Zeremonie verlesen hatte.
Kein Grund, an Märchen zu glauben, nur weil Mr. Sex seine Verpackung vergessen hatte!
Unbewusst schüttelte ich den Kopf.
Nicht möglich!
Mr. Supersexy-Doppelyummi trat einen Schritt vor und grinste. Er wirkte eindeutig vertraut und sein Grinsen eindeutig intim.
Ich stoppte ihn mit einer Geste.
»Was machst du hier?«, meine Stimme klang vom Schlaf und vom Schock belegt. Trotzdem beharrte ein Teil von mir weiterhin auf der einfachen Logik von 1 plus 1, registrierte erneut die leere Backform und ließ nur Verwirrung, keine Angst zu.
Er zuckte mit den Achseln und ich kam in den Genuss des Spiels seiner Muskeln. Großer Gott! Wer hatte denn den gebacken?
Verzückt starrte ich ihn an. Er hatte nicht gesprochen, oder? Wenn er nicht sprechen konnte, wäre er wirklich ein Mister Perfect!
»Ich weiß es nicht!«
Ich revidierte meine Meinung. Allein von dieser Stimme würde ich schon zum Orgasmus kommen können. Dazu würde es reichen, ihn neben meinem Bett sitzen zu haben.
»Gehören wir zusammen?« Sein Blick glitt über mich und verriet mehr als in der Frage impliziert war. Die Besitzhoffnung darin hatte eine verheerende Wirkung auf meinen Unterleib und meinen Verstand. Feuchtigkeit benetzte die Innenseite meiner Oberschenkel und ließ mich wissen, dass mein Körper mehr als bereit für ein Zusammengehören war.
Was würde passieren, wenn ich »Ja« sagte?
Voller Vorfreude begann meine Klit zu pochen.
Ich brauchte zwei Anläufe, um meine Sprache wiederzufinden. Ein Umstand, den er grinsend zur Kenntnis nahm.
Ich räusperte mich und versuchte mich an meine Logik zu erinnern. »Woher kommst du und wieso bist du nackt?«
»Keine Ahnung und wieder keine Ahnung.« Sein Lächeln wurde noch intimer. Beinahe wie eine körperliche Liebkosung. Eine verheißungsvolle Gänsehaut jagte über meine Haut und ließ mich darüberhinaus nun wissen, dass all meine Sinne nach diesem Mann verlangten.
»Aber war das ein »Ja« oder ein »Nein«?« Er trat einen Schritt näher.
Und ich einen zurück.
Sein Lächeln erlosch jäh. Mein Innerstes zog sich schmerzhaft zusammen. Es war, als hätte jemand alle Wärme aus meiner Küche vertrieben und mich in einem lieblosen Raum allein zurückgelassen.
Es mochte an meinen Hormonen liegen, aber der Verlust seiner Fröhlichkeit und seiner unbeschwerten und auf mich gerichteten Verführungskraft schmerzte beinahe körperlich.
»Bist du böse auf mich?« Seine Stimme klang belegt.
Wieder warf ich einen Blick auf die Backform. Hatten wir den Kuchen aufgegessen? Ich konnte mich nicht erinnern. Aber es konnte ja ohnehin nicht sein, oder?
»Ich kenne dich überhaupt nicht!«, gab ich zu, konnte aber nicht verhindern, dass meine Stimme kleinlaut klang.
Auf seinem Gesicht zeichnete sich Verwirrung ab, die ihn verletzlich wirken ließ. Es machte ihn noch attraktiver – und irgendwie menschlicher.
Mitleid verdrängte meine vehement auf ihrem Recht pochende Libido. Mal abgesehen von unglaublich sexy, wahnsinnig attraktiv und verdammt nackt war er auch noch wirklich süß!
Und ich starrte ihn immer noch an!
»Hast du einen Namen?«, versuchte ich mich mit einer harmlosen Frage.
Interessiert dich das wirklich? Meinem Verstand gelang es in der stillen Kammer meiner Logik ein unschuldiges Pfeifen von sich zu geben, während meine Hormone befahlen: Ran an den Mann!
»Damon!« Die Antwort, wieder gesprochen mit dieser beinahe magischen Stimme, kam wie aus der Pistole geschossen.
Unter meinen Blicken war seine Erektion härter geworden. Beinahe so, als reagiere sein Schwanz bereits auf diese Kleinigkeit. Verführerisch!
Das plötzlich einsetzende Pochen zwischen meinen Beinen verdrängte mein Mitleid.
Wieder benetzte ein kleiner Schwall Feuchtigkeit meinen Slip und die Muskeln in meiner Möse zogen sich probehalber zusammen.
Ein neuer Schauder lief über meine Haut; wie eine unsichtbare Streicheleinheit und versetzte meine Nerven in Aufruhr. Das Pochen wurde vehementer, fordernder.
Mein Körper begann zu kribbeln, als stünde er unter elektrischer Spannung oder als nehme er Dinge jenseits der bewussten Wahrnehmung war.
Pheromone, ganz klar!
Nervös fächelte ich mich Luft zu. »Heiß hier, oder?«
Großer Gott, das habe ich nicht wirklich gesagt! Was Besseres fällt dir nicht ein? Da steht dein Traummann nackt in deiner Küche, du bist spitz wie Nachbars Lumpi und du fächelst dir Luft zu?
Hey, ich habe Anstand!, behauptete mein Verstand. Er schaffte es gerade noch, mich am sabbern zu hindern.
Nein, hast du nicht!, meine Libido wusste es besser.
Zum Glück nahm Mister Supersexy Damon mir die Entscheidung und die Initiative ab!
Plötzlich stand er vor mir. Sein intensiver Geruch nach Zimt und dem aphrodisierenden Schnaps war verführerisch und beinahe hypnotisierend. Er betäubte selbst die Anklänge meines Gewissens.
Mein Blick glitt wie von selbst an ihm herab.
Seine Erektion war inzwischen nicht mehr bloß leicht. Seine Haut spannte um den Schaft, die Vorhaut hatte sich zurückgeschoben und gab die rötlich glänzende Spitze preis, die dick und prall nach oben ragte.
Ein einladender Anblick!
Ich ging in die Knie und nahm die saftige Eichel in den Mund.
Geil, weich und warm!
Damon warf den Kopf in den Nacken und sein Seufzen war der verführerischste Laut, den ich seit langem gehört hatte.
Er riecht sogar hier nach Naschwerk!
Neckend löste ich mich von seinem Prachtstengel und leckte einmal über seine volle Länge. Von der Peniswurzel über den geäderten Schaft, hinauf bis zu seiner Eichel und wieder zurück, bis er von meiner Feuchtigkeit glänzte und unaufhörlich zuckte.
Genießerisch tastete sich meine Zungenspitze wie von selbst vor, leckte über die Äderchen, bis zum wulstigen Rand seiner Eichel. Er schmeckte nach Zimt, Mehl und Likör.
Dann konnte ich nicht länger widerstehen und nahm ihn abermals in den Mund. Er war wahnsinnig groß und diese Fülle versprach wahrhaft himmlische Stunden im Bett!
Mit den Lippen Druck ausübend hielt ich seinen Schwanz zwischen meinen Lippen gefangen und glitt an dem zuckenden Schaft hinauf und hinunter.
Langsam und immer bis zur Spitze, dann nach unten. Einige kleine, neckische Zungenschläge gegen sein empfindliches Schwanzband austeilend und wieder zurück.
Schließlich ging sein Seufzen in ein genießerisches Stöhnen über und er griff in meine Haare, um mir sein Tempo vorzugeben.
Etwas, was ich sehr mochte, verriet es doch, wie und wann ein Mann die Kontrolle über sich verlor.
Trotzdem löste ich mich aus seinem Griff und schob mich ein Stückchen zurück.
Heute wollte ich spielen!
Ich fuhr mit meiner Zunge über sein Bändchen, erhöhte das Vakuum in meinem Mund und nutzte meine Finger, die ich zu einem »O« formte, um seinen Schaft zu massieren.
Es schien unmöglich, doch sein Schwanz wurde noch härter und die Ader an seiner Unterseite begann zu pulsieren.
Ohne sich abzusprechen, schienen sich unsere Körper in Einklang gebracht zu haben, denn denselben Takt hatte mein Unterleib angenommen.
Immer wenn ein Beben durch seinen Schwanz lief, zuckte auch meine Klit, jedesmal wenn er stöhnte, zogen sich meine inneren Muskeln als Äquivalent zusammen.
Plötzlich überrumpelte er mich und zog mich hoch.
Noch während er mein Nachthemd hoch schob, fegte er die leere Backform auf den Boden und setzte mich auf meinen Küchentisch. Bevor ich einen klaren Gedanken fassen konnte, war er in mir.
Wow!
Selbst mein Stöhnen klang animalisch und nun übernahm endgültig meine Libido die Kontrolle über mich.
Schneller, harter Sex war genau das, was ich jetzt wollte und brauchte!
Mit einer Hand drückte Damon meinen Oberkörper nach hinten, so dass ich flach auf dem Tisch zu liegen kam. Ein Winkel, der es mir unmöglich machte, mich zu verweigern oder selbst aktiv zu werden.
Mit der anderen Hand kniff er durch den Stoff des Nachthemdes hindurch in meine Brustwarze.
Der Schmerz schoss wie ein bittersüßer Schock durch meine Adern und brachte meine Muskeln zum Zucken. Sie schlossen sich fester um seinen Schwanz, versuchten ihn zu halten und wurden doch immer wieder ihres Besitzes beraubt und abermals gedehnt.
Ich stöhnte im Takt der sinnlichen Stöße und wollte mich gegen Damon stemmen, um endlich zu kommen.
Aber er ließ mich nicht, hielt mich mit einer Hand unten, während er meine Brüste knetete.
Immer wieder kniff er in meine Nippel, brachte mich wieder zurück vom Rand des Orgasmus und sorgte dafür, dass sich meine Endladung verzögerte.
Aber nicht nur!
Durch das Spiel mit den lustvollen Schmerzen türmte sich meine Erregung immer höher, wuchs meine Lust immer mehr.
Die abgehackten Schreie konnten unmöglich von mir sein? Lange würde ich nicht mehr aushalten!
Schon jetzt schwappte ein Schwall meines Lustsaftes aus mir heraus, quoll an seinem Schaft vorbei und bildete eine kleine Lache unter meinem Po.
Ich schlang meine Beine um Damon und versuchte ihn zu schnelleren Stößen zu animieren und das Tempo zu bestimmen.
Aber er machte mir einen Strich durch die Rechnung.
Seine Hände verließen meinen Oberkörper und hoben meine Beine an, legten meine Knöchel auf seine Schultern und hielten sie dort fest.
Nun war ich ihm und seinem Rhythmus vollständig ausgeliefert!
Empört wollte ich protestieren, bekam aber keinen einzigen menschlichen Laut mehr über meine Lippen, als er seine Geschwindigkeit steigerte.
Einzig ein gutturales Stöhnen im Takt seiner Stöße verließ meine Lippen.
Immer mehr Feuchtigkeit benetzte seinen Schwanz und meinen Tisch, während ich in hilfloser Erregung gefangen Stoß um Stoß aufnahm.
Aber auch Damon kämpfte nun gegen seinen lustgeprägten Trieb an und versuchte sich zurückzuhalten, bis ich kam.
Ich stöhnte, als er meine Beine noch mehr anhob und den Winkel veränderte.
Immer höher wurden die Wellen in meinem Inneren, immer schneller pochte meine Klit, jagte immer intensivere Schauer der Lust durch meine Adern.
Elektrisierende Schauer jagten über meine Haut, brachten die Schwärze hinter meinen Augenlidern zum Flirren und explodierten schließlich in einem anhaltenden Zusammenziehen all meiner Muskel- und Nervenfasern.
Mein Schrei hallte durch das ganze Haus, vertrieb die einbrecherische Nachbarkatze und entriss Damon auch die letzte Kontrolle.
Sich stöhnend in mir ergießend, verharrte er mit geschlossenen Augen.
Dann brach er, mich umarmend, über mir zusammen. Seine vor Anstrengung verschwitzte Haut verlieh der Situation neue Realität. Ebenso sein wild pochendes Herz und das verzückte Grinsen, mit dem er mich küsste.
»Du bist der reine Wahnsinn!«
Er küsste mich abermals und ich erwiderte den sehr zärtlichen Kuss.
Ganz offensichtlich war ich das! Wenn das hier nicht gerade ein ganz verflixt intensiver Traum war, war ich tatsächlich wahnsinnig.
Auf jeden Fall wahnsinnig genug, um trotz des gerade erlebten und immer noch in mir nachhallenden Orgasmus und meiner schmerzenden Kehrseite erregt zu sein.
»Das nächste Mal sollten wir unbedingt ins Schlafzimmer wechseln!«, meinte ich deswegen.
»Aber auf jeden Fall!«
Grinsend hob mich Damon hoch und bevor ich protestieren konnte, machte er Anstalten, meinen Wunsch in die Tat umzusetzen.

Prinzenrolle und Lustkipferl
Normalerweise gehöre ich zu den Leuten, die langsam wach werden und sich danach erst einmal eine halbe Stunde lang wie ein Zombie fühlen. Meistens bis zum ersten Kaffee. Außerdem fand ich mich unausstehlich. Ebenfalls bis zum ersten Kaffee.
Dieser Morgen war also bereits in drei von drei Fällen eine Ausnahme: Ich war wach, mein Herz raste. Ich fühlte mich kein bisschen wie ein Zombie, eher wie eine Sexgöttin. Und ich hatte gute Laune. Entsetzlich gute Laune. So gute Laune, dass ich mich zusammenreißen musste, um nicht vergnügt vor mich hin zu summen.
Mochten im Absinth auch keine bewusstseinsverändernden Drogen mehr sein, aber der Traum war wirklich abgefahren gewesen. Noch jetzt war mir, als rieche ich überall Traumprinzteig und mir war auch immer noch warm und wohlig und … Eine Hand legte sich vertraulich auf meine Schulter und aus »wach« wurde panisch.
Mit einem Sprung war ich aus meinem Bett und hatte mich zum Besitzer der Hand umgedreht. Der Dunkelhaarige lag lang ausgestreckt in meinem Bett und grinste mich über mein Kissen hinweg an. Schelmisch. Entzückt stellte ich fest, dass er ein Grübchen auf seiner linken Wange hatte. Eine Tatsache, die mir gestern Abend entgangen sein musste.
Gestern Abend?
Schlagartig fiel mir alles wieder ein: vom Feiern, über das Backen bis hin zum atemberaubenden Sex – kein Traum.
Aber, aber … machte mein Verstand, verstummte dann aber, denn das leckere Kerlchen auf der anderen Seite des Doppelbettes war nun wirklich nicht wegzuleugnen.
»Kommst du jetzt wieder ins Bett, oder was?«, erkundigte er sich. Seine Stimme klang noch tiefer und rauchiger als in der Nacht. Ein Umstand, der am Schlaf liegen konnte – oder daran, dass ich nackt im Raum stand. Verschlafen, aber hellwach.
»Eher oder was«, murmelte ich, obwohl meine Libido sofort wieder Feuer und Flamme war, und versuchte wie ein gehirnfressendes Alien meinen Körper zu kontrollieren und wieder in die Waagerechte zu kommen. Oder die Horizontale oder wie auch immer … Hauptsache auf diesen tollen Typen.
»Na, komm schon«, lockte er. »Wann hast du schon mal Gelegenheit direkt nach dem Aufwachen über das hier zu verfügen.« Er deutete auf sich und strich mit beiden Händen über seinen Körper und dabei das seidige Laken nach unten, um mir seine Nacktheit zu präsentieren.
Sein Grinsen wurde noch breiter, unverschämt selbstbewusst und provozierend, während sein Schwanz allein von der kurzen, neckischen Spielerei und dem Gedanken an mich wieder hart wurde.
»Mumpf«, machte ich, als sich ein weiterer Teil meines Gehirns verabschiedete. Trotzdem versuchte ich, hart zu bleiben und ihn mir vom Leib zu halten. Auch, wenn ich dafür schnippisch werden musste. »Wir sind ja gar nicht von uns selbst überzeugt, oder?«
»Erst seit gestern Nacht.« Er zwinkerte mir zu und schien beinahe zu glühen. »Ich glaube, mir hat noch nie eine Frau so deutlich gezeigt, dass sie mich heiß findet.«
Mir auch nicht, dachte ich und bemühte mich, nicht auf seinen erigierten Schwanz zu starren, der mich immer noch verlockte. Die Eichel dunkelrot, die Ader an der Unterseite deutlich sichtbar und deutlich pochend, und versuchte mich zu konzentrieren.
Er glaubte … wusste es aber nicht mehr? Ich zog meine Augenbraue hoch, sagte aber nichts. Diese Aussage passte in seine Geschichte und im Großen und Ganzen in das Traummann-Backen. Behagte es mir? Kein bisschen.
Ich entschloss mich, die Stimmung kaputt zu machen. »Was ist deine erste Erinnerung?«
»Ich weiß nicht«, behauptete mein mysteriöser Liebhaber. Er wirkte deutlich enttäuscht, dachte dann aber über meine Frage nach. »Ich glaube …«, er schloss die Augen und auf seiner Stirn entstand eine kleine, entzückende Falte, »… da war Zimtgeruch.«
»Zimtgeruch?« Beinahe hätte ich gekichert. Also wirklich! Ein gebackener Märchenprinz mit Zimtgeruch!
»Du wirkst nicht glücklich«, meinte er. Etwas, was mich veranlasste, meine Augen wieder zu öffnen und mich zu wundern, weil ich das Schließen gar nicht bemerkt hatte. Und ich wunderte mich gleich noch einmal, denn mein geheimnisvoller Gefährte der Nacht stand direkt vor mir und sah mich nachdenklich an. Mit einem Hauch Melancholie in seinem Blick. Er hob seine Arme und strich mit den Händen über meinen Körper.
Obwohl seine Berührungen eher tröstlich als erregend wirken sollten, stellten sich die Härchen auf meinen Armen auf und ein Schauer rannte über meine Haut.
Dieses Mal umspielte nur ein kleines, feines Lächeln seine Lippen. »Aber ich weiß definitiv, was das Erste war, was ich gestern Abend in deiner Küche gedacht habe …« Damon zog mich vorsichtig in seine Arme und ich ließ ihn. Sekunden, nachdem er sich sicher war, das für mich Richtige zu tun, wurde sein Griff fester, bestimmender. »… dass ich dich glücklich machen will. Unbedingt!«
Sein Mund legte sich auf meinen und sein Kuss schmeckte nach Zimt und Teig und Absinth und wie frisch gebacken. Sekundenlang hoffte ich, dass ich trotz des Schlafes auch halbwegs erträglich schmeckte, dann vergaß ich diesen Gedanken und verlor ich mich in seinen Lippen, ertrank in dem Kuss und gab mich dem Genuss seiner Zunge hin.
Sein Geschmack war betörend, prickelte über meine Lippen, strahlte von Zelle zu Zelle und sammelte sich in meinem Unterleib, der plötzlich ein Eigenleben zu entwickeln schien. Er pochte sogar im Rhythmus des Kusses und Damons Namen. Ich atmete durch ihn, lebte durch ihn, liebte durch ihn und das Pochen kannte keine Gnade. Wollte ihn, wollte ihn in sich spüren, von ihm ausgefüllt werden, tief und vollkommen.
Doch sein Schwanz drückte lediglich gegen meine Hüfte, hart und fest und fordernd, aber weit entfernt von der Feuchtigkeit, die sich in meiner heißen Spalte sammelte und meine Oberschenkel benetzte, klebrig und nass.
Und dann war plötzlich auch der Mund weg, ich entlassen in die Kälte und die Lustlosigkeit meines normalen Lebens. Verwirrt blinzelte ich.
»Heute bist du dran!«, behauptete Damon und hockte sich vor mir auf den Boden, nur um mich so heftig zu sich zu ziehen, dass meine Verwirrung und mein Protest im Keim erstickten. Seine beiden Arme besitzergreifend um mich geschlungen, einen um meinen rechten Oberschenkel und einen um meinen Po, hielt er mich an Ort und Stelle, während er sein Gesicht zwischen meinen Beinen vergrub und mich dazu nötigte, sie zu spreizen. Etwas, was koordinationstechnisch am frühen Morgen mit einer Zunge an der Klit gar nicht so einfach war.
»Mmm…«, protestierte ich jetzt doch, da ich versuchte gleichzeitig das Gleichgewicht zu halten, als auch breitbeinig stehend zu genießen.
»Ich halte dich!«, behauptete Damon und grinste schelmisch und vollkommen ungeachtet seines nassen Gesichtes zu mir nach oben. Sekunden später hatte er sich wieder in mir vergraben und leckte meine Spalte der Länge nach aus. Einmal, zweimal. Meine Beine gaben unter mir nach, aber tatsächlich hielt mich sein Griff in einer stabilen Position. Bequem war es trotzdem kein bisschen. Eher … geil … absolut dominant und besitzergreifend.
Wieder gaben meine Beine nach.
»Wirst du wohl still stehen?!«, befahl Damon, aber sein Grinsen konnte ich deutlich an meiner Möse spüren.
»Mmh…«, machte ich zustimmend und versuchte unter seinen geschickten Zungenstreichen mein Gleichgewicht zu finden und zu halten.
»Und lass die Hand weg!« Dieses Mal war der Befehl in Damons Stimme eindeutig. »Ich sorge für dich!«
Unter leisem Protest zog ich meine Finger weg, die sich über meinen Unterleib geschoben und in das kleine Haarnest zwischen meinen Schenkeln gegraben hatten. Es war zu viel, es war zu langsam. »Ich kann nicht mehr!«, behauptete ich, wurde aber nicht erhört. Im Gegenteil. Damons Griff wurde fester und verhinderte auch die kleinste Bewegung. Ich war ihm ausgeliefert.
Ich knurrte, erreichte aber immerhin, dass er nun auch seine Hände einsetzte. Seine Rechte strich über meinen Schamhügel, knetete das weiche Fleisch, bis schließlich ein Finger in meine feuchte Spalte glitt. Dann der zweite. Ich stöhnte wieder, doch Damon kannte keine Gnade. Von meinem vorangegangenen Protest animiert, liebkoste er das heiße Fleisch, fand die kleine Knospe und umspielte sie mit der Zunge.
Unwillkürlich versuchte ich mich Damons Griff zu entziehen – und ihm gleichzeitig näher zu kommen. Zu mehr Geschwindigkeit zu animieren. Vergeblich.
Ich konnte ihm nicht entkommen, war seinem Massieren, Zupfen und Verwöhnen ausgeliefert. Und es gab seine Geschwindigkeit, nur seine. Wieder entrang sich ein Stöhnen aus meinem Mund und wieder versuchte ich mehr zu bekommen.
Damons Lippen schlossen sich um meine Knospe und sogen. Gleichzeitig stieß sein Finger in meine Mitte, bis sie schmatzte. Rein und raus und ein zweiter Finger und ein dritter Finger. Ich warf meinen Kopf in den Nacken und wimmerte, die Augen vor Lust verdreht.
Ich konnte spüren, wie immer mehr Flüssigkeit aus mir herauslief, Damons Finger benetzte, seine Hand. Immer fester stieß er zu, immer fester saugte sein Mund. Es dauerte eine Sekunde, bis ich begriff, dass das animalische Geräusch aus meinem Mund kam. Es war zu viel. Zu schnell und zu viel und …
Ich kam und kam und kam auch noch, als ich aufs Bett gedrückt wurde und Damon mit einem tiefen, erleichternden Stoß in mich glitt. Instinktiv klammerte ich mich an ihn, umschlang ihn mit Armen und Beinen und kam ihm trotzdem Stoß für Stoß entgegen. Es gab kein Denken mehr, keine Ratio, nur noch ein Verlangen, heiß und glühend und alles andere überflutend. Es wollte erfüllt werden. Erfüllend und tief und immer tiefer ritt mich mein Liebhaber, trieb mich von Gipfel zu Gipfel, Höhepunkt zu Höhepunkt, bis er sich schließlich ebenfalls in einem finalen Augenblick in mir ergoss.
Erst nach Minuten gelang es mir, in die Wirklichkeit zu kommen – und dann noch einmal eine weitere, um genug Luft zu sammeln, um Damon auf den Rücken zu klopfen. Er war mindestens so verschwitzt, wie ich mich fühlte und sein Besitzer begann unter dem Trommeln meiner Handflächen zu kichern. Erleichtert, euphorisch und immer noch leicht ekstatisch.
»Runter von mir!«, befahl ich trotzdem und gab ein Husten vor. In einer einzigen, eleganten Bewegung drehte sich Damon von mir und mich auf sich.
»So herum besser?«, erkundigt er sich durch meine langen Haare hindurch.
»Luft!«, stöhnte ich. »Endlich.«
Dann prustete ich los. War das geil! Meine Güte!
Damon scheint etwas Ähnliches zu denken oder zu empfinden, denn seine Arme schlangen sich einen Moment lang um mich. Wieder sehr besitzergreifend, dann sanfter und schließlich strich er mir mit den Handflächen sanft über den Körper.
Mir meine blonden Haare aus dem Gesicht pustend, erkannte ich endlich das glückselige Strahlen auf seinem Gesicht. Er wirkte sehr stolz. Auf mich, auf sich, auf die Gesamtsituation. Noch vor seinen Worten: »Wow, du bist Multiorgasmus-fähig!«
»Ja, das sollte unbedingt in meine Charakterbeschreibung hinein«, lachte ich, »Ist leichtsinnig, leidenschaftlich und fähig einen multiplen Orgasmus zu bekommen.«
»Hey!« Damon rollte mich mit sich und endete in der dominanten Position, mir abermals die Luft nehmend. »Werte das nicht so ab!«
»Tue ich nicht«, grollte ich leicht. Nicht wegen akuten Luftmangels, sondern weil Damons Gewicht meine Libido zum Klingen brachte. Schon wieder. Musste an ihm liegen. Normalerweise war ich zwar geil, aber nicht dauergeil und genau in solch einem Moment müsste ich eigentlich total glücklich und befriedigt sein statt angeturned.
Damon gab mir einen kleinen, neckischen Kuss, dann strich er sanft meine Gesichtskonturen nach und das Funkeln in seinen dunklen Augen wurde tiefer, liebevoller. Eine Sekunde lang hatte ich die widersinnige Idee, dass es wirklich schön wäre, ihn zu behalten. Aber nein, was dachte ich denn da? Ich war Single und froh darum. Meine drei Haupteigenschaften wollten ja schließlich ausgelebt und nicht mit dem erstbesten dahergelaufenen Traummann befriedigt werden. Egal, wie frischgebacken er war.
Damon schien zumindest den ersten Teil meiner Gedanken aufgeschnappt zu haben, denn aus dem neckenden Zusammenspiel unserer Lippen wurde etwas ungleich tieferes, intimeres und Sekunden nachdem ich über meine Aversion einer festen Beziehung gegenüber nachgedacht hatte, hörte ich auf zu denken. Für sehr, sehr lange Zeit.

Nacktgebacken
»Was meinst du mit: Ich hab nichts anzuziehen?«
»Genau das, was ich gesagt habe.« Damon schüttelte den Kopf. »Ich habe nichts anzuziehen. Nichts, nada.«
Ich starrte den gut gebauten Kerl vor mir an und nickte schließlich einsichtig. Klar hatte er nicht ein einziges Kleidungsteil. Er war ja auch splitterfasernackt in meiner Küche aufgetaucht. Das kommt davon, wenn man schamloserweise seinen Traumprinzen ohne Klamotten backt – wenigstens ein Königsmantel und eine Krone hätten doch nun wirklich drin sein können. Wie von selbst wanderte mein Blick über meinen neuen Liebhaber und nahm jede noch so kleine Kleinigkeit war – über die nicht vorhandenen Socken, bis hin zur genauso nicht anwesenden Unterhose. Ich hätte ihn schon wieder anfallen können.
Aber er hatte Recht. Wenn ich irgendwann einmal etwas anderes mit ihm machen wollte, dann würde er Kleidung benötigen. Ich seufzte, als ich mir vorstellte, diese Sahneschnitte unter Stoff zu verstecken. Doch was moralisch Recht war, sollte auch moralisch Recht bleiben und nur weil ich ihn gebacken hatte, konnte ich ihn nicht nackt in die Öffentlichkeit zerren. Schade eigentlich.
»Welche Größe hast du?«
»Größe?«, fragte Damon unschuldig und klimperte dermaßen mit seinen langen Wimpern, dass ich versucht war, ihm sein Unwissen abzukaufen.
»Ach vergiss es!« Ich riss mich von seinem Anblick los und marschierte Richtung Ausgang. »Bin in ein paar Minuten wieder da.«
Leise öffnete ich die Tür, schlich hindurch und schloss sie hinter mir wieder leise, um meiner Nachbarin keinen Grund zu geben, ihre Tür ebenfalls zu öffnen und mich in ein Gespräch zu verwickeln. Vorzugsweise darüber, wie laut ich gewesen war.
Ich seufzte; in den paar Minuten würde ich zwar nichts für die Ewigkeit kaufen können, aber es würde reichen, ihn soweit einzukleiden, um anschließend mit Damon vernünftig shoppen gehen zu können.
Zehn Minuten und einen Woolworthbesuch später war ich stolze Besitzerin einer schwarzen Männertrainingshose mit elastischem Bund, einem schwarzen T-Shirt in XL, schwarzen Socken und schwarzen Slippern in Größe 43. Mit schwarz machte man generell nie etwas falsch. Mit Größen leider schon. Gott sei Dank war das Elastikbändchen regulierbar, und Größe L … nun ja … Damon hätte auch in einem Kartoffelsack toll ausgesehen, nur dass dieser Kartoffelsack eben schwarz war und deutlich mehr Geld gekostet hatte.
»Und jetzt gehen wir einkaufen!«, befahl ich nicht nur aus diesem Grund. Wenn er schon angezogen war, dann doch bitte hübsch angezogen. Hübsch genug, um mit ihm anzugeben.
Ich verkniff mir ein Kichern, weil ich daran dachte, dass sich normalerweise nur Kerle Betthäschen hielten. Und jetzt hatte ich meinen eigenen nacktgebackenen Bett-boy. Prima!
»Hör auf so blöde zu grinsen«, muffelte Damon und sah an sich herab, als könne er einen Grund für meine gute Laune finden.
»Sorry, ich musste nur gerade daran denken, dass du jetzt so etwas wie mein Lustknabe bist.« Ich konnte spüren, wie mein Grinsen noch breiter wurde, war aber außerstande etwas daran zu ändern.
Damon runzelte die Stirn und beäugte mich misstrauisch. »Ist das gut oder schlecht?«
»Für dich oder für mich?«, hakte ich nach.
»Hey?!«, protestierte er gespielt empört und warf ein Kissen nach mir. »Wenn du frech wirst, zeig ich dir gleich, was ein Lustknabe mit dir macht!«
»Das, was du meinst, ist aber ein Lustmolch!«, kicherte ich und wich einem zweiten Kissen aus. Leider traf mich das dritte direkt und mit dem vierten stand Damon bereits vor mir, um mich an die Wand zu drücken und seinen Mund auf meinen zu pressen, als hinge sein Leben von meinem Kuss ab. Und wer weiß? Vielleicht stimmte es sogar.
Meinen Widerstand aufgebend schlang ich meine Arme um ihn und zog ihn näher, versuchte gleichzeitig zu zerfließen und mit ihm zu verschmelzen – bis ich ihm das Kissen unauffällig entwunden hatte und gleichzeitig zur Seite sprang und ihn mit meinem weichen Schlagmaterial traf.
»Oh!«, japste er. »Wie unfair!«
»Betrachte es als Vorspiel!«, schlug ich vor, hechtete aber sicherheitshalber ums Bett Richtung Ausgang.
Leider war ich die einzige Person in diesem Raum, die Rücksicht auf das Mobiliar nahm, denn Damon sprang auf das Bett und war mit drei Schritten auf der anderen Seite und schnitt mir den Weg ab.
»Mach ich doch glatt!«, behauptete er und deutete auf das Bett, als sei ich ein braves, folgsames Hündchen.
»Wenn du etwas Vernünftiges zum Anziehen willst, müssen wir jetzt Schluss machen!«
»Ich will aber nicht«, nörgelte Damon und sein Blick ließ mich genau wissen, was er stattdessen lieber machen wollte. Sein Verlangen ließ mich erröten und schickte Hitze durch mein gesamtes System. Schlagartig war mir heiß und ich fühlte mich, als könne ich gleichzeitig verglühen als auch gen Himmel schweben.
»Ich will auch nicht«, gab ich zu und hoffte, dass ich nicht so rot war, wie sich meine Wangen anfühlten.
»Aber die Vernunft …«, meinte Damon missbilligend. Es gelang ihm, eine Schnute zu ziehen, ohne dabei doof auszusehen. Für einen erwachsenen Mann war das eine reife Leistung. Vor allem, weil er mir vor Augen hielt, dass ich manchmal zu vernünftig war. Von der permanenten Dauergeilheit und der spontanen Adoption gebackener und belebter Märchenprinzen einmal abgesehen.
»Genau, die Vernunft!«, gab ich zu und zählte in Gedanken bis zehn, um der Versuchung des schlecht gekleideten Traummannes nicht nachzugeben. Damon benötigte Kleidung. Kleidung bekam man in einem Geschäft und Geschäfte hatten heute nur noch neunzig Minuten lang auf. So einfach war das.
Ich verdiente einen Nobelpreis.
Einen eigenen, der eigens nach mir benannt wurde.
Dafür, dass ich tatsächlich nicht über Damon hergefallen war – und auch nicht zugelassen hatte, dass er über mich herfiel. Ganz schön blöde eigentlich. Ganz schön gut hingegen war, dass ich es abermals geschafft hatte, aus meiner Wohnung und nach draußen zu gelangen, ohne im Treppenhaus eines der eigentlich unvermeidlichen Treffen mit meiner notorisch neugierigen Nachbarin Hexe Mayer zu haben. Was sie wohl zu mir und Damon gesagt hätte? Oder besser: über uns (also anschließend, wenn wir es nicht hören konnten).
Ich sah auf die Uhr und zog meinen grummelnden Begleiter hinter mir her in den Laden. Ein Herrenausstatter, den ich nur vom Vorbeigehen kannte. Mein Ex war immer ohne mich einkaufen gegangen. Wahrscheinlich hatte er seine doofe neue Tussi auch genau da kennengelernt, dachte ich, verwarf den Gedanken aber sofort wieder. Schließlich war ich diejenige mit dem Traummann an der Seite. Dem selbstgebackenen Traumprinzen. Mit dem Halbbarkeitsdatum von sieben Tagen. Also heute noch sechs. Und genau so lange würde ich genießen und Damon vorzeigen. Und zwar jedem, der ihn sehen oder eben auch nicht sehen wollte.
»Kann ich Ihnen helfen?«, erkundigte sich eine Stimme, die so klang als wolle sie hinzufügen: Ihnen ist ohnehin nicht zu helfen.
Ich drehte mich um und versuchte mir nicht anmerken zu lassen, wie fehl ich mich am Platze fühlte. In einem Herrenfachgeschäft.
»Will ich hoffen«, entgegnete ich mit einer Betonung, die trotz meines Lächelns eine Spitze enthielt. Also den Friedensnobelpreis konnte ich mir so schon mal von der Backe putzen.
Die große Brünette, mit der Figur, um die sie jedes Model beneiden würde – selbst Giselle Bündchen – musterte mich von oben bis unten. Ich runzelte die Stirn, da ihre Gedanken offensichtlich waren. Sie glaubte, ich hätte mich verlaufen.
Irritiert drehte ich mich um, doch da war kein Damon.
»Ich könnte schwören, mein Freund wäre direkt hinter mir gewesen«, meinte ich. War Damon nicht nur ein Traumprinz, sondern auch unsichtbar? Wie in einem Hollywoodfilm? Mittlerweile wollte ich selbst das nicht mehr ausschließen. Schließlich war ich mit kitschigen Filmen groß geworden und wenn ich an das eine glauben konnte, dann auch an das andere.
Ja, dachte mein Verstand, aber du glaubst es ja gar nicht, oder?
»Ich habe niemanden gesehen?!« Die Frau trat einen Schritt näher an mich heran, vielleicht weil sie dachte, dass sie mich mit Gewalt würde entfernen müssen. Dann erst sah ich, dass sie gar nicht mehr mich ansah, sondern etwas hinter mir. Jemanden.
»Grundgütiger!«, murmelte sie und ich drehte mich wider besseren Wissens um. Gerade als Damon den Laden betrat.
»Okay«, meinte ich, und drehte mich wieder zu der Modelmaus, die mich immer noch nicht beachtete. »Wir brauchen zwei Hosen,«
»Eine«, korrigierte Damon.
»Drei Hemden,« fuhr ich ungerührt fort.
»Eines«, korrigierte Damon auch dieses Mal.
»Ein Paar Schuhe«, und auch dieses Mal ignorierte ich ihn, »eine Jacke und einen Gürtel.
»Welche Größe?«, erkundigte sich die Verkäuferin – über meinen Kopf hinweg.
Ich trat einen Schritt zurück, weil ich mich auf einmal vollkommen überflüssig fühlte. Vielleicht war mein Ex tatsächlich genau in diesen Laden gegangen. Gut möglich, dass Miss Skrupellos, die meinen – meinen! – Damon von Kopf bis Fuß beäugte, als wolle sie ihn verschlingen, das bei allen Männern so machte.
»Ich habe keine Ahnung«, meinte Damon und trat neben mich, als spüre er, wie unscheinbar und unbedeutend ich mich mit einem Mal fühlte.
»Dann schauen wir doch mal«, schlug die Verkäuferin vor und kramte ein blaues Hemd von einem Ständer, um es Damon anzuhalten.
»Schwarz!«, befahl meine Backmischung mit mir unisono.
Möchtegern-Giselle blinzelte verwirrt, fügte sich dann aber in den Wunsch und tauschte die blaue Version gegen eine schwarze.
»Die Hose bitte auch in Schwarz!«, meinte Damon und kam mir damit zuvor.
»Sind Sie Model?«, erkundigte sich die Verkäuferin und schob sich beim Maßnehmen für die Hose zwischen mich und das Objekt ihrer Begierde.
»Nicht, dass ich wüsste«, kommentierte Damon trocken und nur ich wusste, wie er es meinte. Etwas, was mich beschwichtigte. Aber nur ein bisschen.
»Sie hätten genau die Figur dafür!«, erklärte die Giselle-Version und musterte ihn abermals ungeniert. »Und auch ansonsten …« Sie ließ ihren Satz offen und hob die schwarzen Sachen. Nicht ohne mir einen bösen Blick zuzuwerfen, meinte sie: »Es sei denn, jemand ist gestorben.«
»Mir steht schwarz!«, behauptete Damon und warf mir ein Lächeln zu, das meinen Blutdruck in die Höhe trieb. »Aber ich ziehe es nur an, wenn du gleich das Kleid im Schaufenster gegenüber anprobierst.«
»Welches Kleid?« Ich drehte mich um und wusste plötzlich ganz genau, warum ich Damon vor dem Laden verloren hatte, obwohl er sich eigentlich in meinem Schlepptau befunden hatte.
»Das Kleid?« Die Verkäuferin sah mich an und musterte mich noch einmal von oben bis unten. Und obwohl ich ihren Blick dreist fand, musste ich ihr geistig zustimmen. Dieses Kleid konnte ich unmöglich tragen. Genau wie ungefähr 99 % aller anderen Frauen.
Aber weil sie mich musterte als sei ich eine Kakerlake, der es gelungen war, sich in einem Fünf-Sterne-Restaurant zum Chefkoch zu machen, nickte ich. »Deal!«
»Soll ich Ihnen das Kleid holen?«, bot die Verkäuferin an und überrumpelte mich.
»Würde das denn gehen?«, fragte ich geistlos.
»Selbstverständlich!« Sie rümpfte ihre Nase, als wolle sie mich noch einmal auf meinen faux pas hinweisen. In noblen Boutiquen war so etwas anscheinend Service – oder Gehässigkeit, denn sie erkundigte sich: »In welcher Größe darf ich es holen?«
»38«, meinte ich, und erntete ein neues Naserümpfen.
»Gerne!«, behauptete Giselle und ließ uns mit der älteren Verkäuferin zurück, die gerade einem Pärchen half ihren Spross einzukleiden.
»Bist du irre?«, fuhr ich Damon an, der in eine der Garderoben geflüchtet war. Hatte ich mich eben noch wohl gefühlt, gut aussehend und irgendwie … richtig, so kam ich mir nun vor wie ein rosa Elefant im Tutu. Ein rosa Elefant im Tutu, der im Begriff war sich etwas lila Getupftes als Kopfbedeckung zu suchen.
»Du wirst bezaubernd darin aussehen«, meinte er mit einem Blick hinter dem Vorhang hervor und korrigierte sich dann mit einem spitzbübischen Grinsen: »Heiß.«
»Leck mich!«
»Gerne auch das!«
Trotz seiner Behauptung verschwand Damon wieder hinter dem Stoff. Genau in dem Moment, in dem Giselle neben mich trat und mir stolz zwei Kleider präsentierte.
»Der Besitzer hatte es in 38 und 40. Ich habe beide mitgebracht.«
Sie lächelte mich an und warf dann einen sehnsüchtigen Blick in Richtung der Umkleidekabine.
»Danke!«, sagte meine gute Erziehung aus meinem Mund und meine Geduld ließ mich nach einer zweiten, freien Kabine Ausschau halten, denn sie war am Ende.
»Oh, wir haben nur eine Kabine.«
»Die ist aber groß genug für zwei!«, meinte Damon und zog den Vorhang zurück.
»Wow! Schwarz ist tatsächlich definitiv Ihre Farbe!«, flirtete die Verkäuferin und trat einen Schritt zur Seite.
»Die Hose könnte eine Nummer größer sein.«
»Auf keinen Fall, die sitzt perfekt und betont den Po hervorragend.«
Damon warf mir einen fragenden Blick zu, aber ich musste zustimmen. »Sie ist toll!«
»Aber das Hemd …«
»Sollte blau sein und eine Nummer größer?«, riet ich, obwohl Giselle mich ignoriert hatte.
Sie runzelte die Stirn, als erinnere sie sich erst jetzt daran, dass ich ja auch noch da war.
»Genau!«, musste sie mir zähneknirschend beipflichten.
»Dann ziehe ich mich mal wieder aus«, meinte Damon unter ihrem förmlich verschlingenden Blick und wollte in die Umkleide gehen. Ich kam ihm zuvor.
»Hey, hier ist ja tatsächlich noch Platz für mich.« Ich sah mich in der Kabine um. Sie war wirklich unverschämt groß.
»Aber doch nicht zu zweit!«, protestierte Giselle, die ihre Felle davonschwimmen sah, als Damon zu mir trat.
»Wen stört es?«, meinte ich und zog den Vorhang zu.
»Nehmen Sie erst die 40!«, rief sie, aber ihre Stimme machte klar, dass sie sich entfernte.
»Das war ziemlich dreist, meinst du nicht auch?«, erkundigte sich Damon belustigt.
»Wie sie dich angehimmelt hat? Fand ich auch!«, motzte ich.
»Ich meinte das mit der Umkleide!« Sein Lächeln wuchs in die Breite und er strich mir über den Rücken, um seinen Worten die Schärfe zu nehmen.
»Und ich meinte die Tussi! Für wen hält die sich denn?« Ich warf einen Blick in den Spiegel. Also wirklich! Ich sah zwar nicht aus wie Giselle Bündchen und an mir gab es Kurven, aber ich sah definitiv nicht schlecht aus. Sogar halbwegs gut.
»Du bist ja eifersüchtig?!«, lachte Damon und folgte meinem prüfenden Blick mit den Händen.
»Quatsch!«, protestierte ich. »Ich bin nicht eifersüchtig. Ich bin beleidigt.«
»Aber du weißt, dass ich dich in diesem Kleid sehen will – nicht die Verkäuferin?« Damon strich wieder die Kurven entlang, dieses Mal in die andere Richtung.
Ich beäugte das Teil skeptisch. Es war eindeutig weniger Kleid, als ich normalerweise trug, und besaß gerade genug Stoff, um als Bikini durchzugehen.
»Das werde ich niemals anziehen!«, behauptete ich, obwohl ich mich ja bereits eindeutig in der Umkleidekabine befand, um genau das zu tun, wogegen ich protestierte.
»Du sollst es ja nicht anziehen!« Damon griff nach dem Saum meines Pullis und zog ihn hoch und mir über den Kopf. »Manche Sachen holt man sich, um sie auszuziehen.«
»Ja, aber zuerst zieht man sie ja trotzdem an!«, gab ich zu bedenken, ließ mir aber auch den BH ausziehen.
»Nicht den Slip!«, befahl ich, wurde aber ignoriert, bevor mir das Kleid über den Kopf gezogen wurde.
»Passt doch perfekt!«, meinte Damon und strich den Stoff auf meinem Körper an die Stellen, an die er gehörte, bevor er mich aus der Umkleide entließ. Einen Moment lang fühlte ich mich betrogen, hatte ich doch mit wenigstens einem sexuellen Übergriff gerechnet, aber das Gefühl verflog in der Sekunde, in der ich mich im Spiegel sah. Ich stellte mich auf Zehenspitzen und drehte mich ein wenig, wobei ich ein kleines bisschen posierte.
»Sieht toll aus!«, meinte die Verkäuferin, die sich inzwischen mit einigen Krawatten beschäftigte und diese dekorativ auf einer Säule drapierte. Zum ersten Mal, seit wir den Laden betreten hatten, wirkte sie … nett. Zwar immer noch eifersüchtig und sehr von sich selbst eingenommen, aber immerhin.
»Ich denke, das wirst du nur für mich und zu Hause tragen«, behauptete Damon und umarmte mich von hinten, um sein Kinn auf meine Schulter zu legen und so – Gesicht an Gesicht – in den Spiegel gucken zu können.
Wie ein echtes Pärchen, dachte ich und musste wider besseren Wissens grinsen.
»Ich denke, da könntest du recht haben!«, gab ich zu. Mein Geständnis brachte mir ein Lächeln ein, das mir Röte auf die Wangen zauberte.
»Kaufst du es mir?« Damon hatte die Augenbrauen hochgezogen und schaffte es mit ihnen zu »winken«. Etwas, was ihn wie Milhouse von den Simpsons wirken ließ.
»Dir kaufe ich doch alles«, schleimte ich und gab ihm einen Bussi, bevor ich mit einem koketten Augenaufschlag in seine Richtung in die Umkleidekabine huschte. Zum Glück verstand er den Wink und folgte mir.
»Schenkst du mir auch Naturalien?«, erkundigte er sich, nachdem er den Vorhang wieder zugezogen hatte und schmiegte sich abermals an meine Rückseite.
»Schon möglich«, ich drehte mich in seinen Armen, »an was hattest du denn gedacht?«
»Erst einmal würde ich mich mit einem Kuss zufriedengeben«, raunzte er und nahm meinen Mund in Beschlag, ohne eine Antwort abzuwarten.
»Und dann …?«, erkundigte ich mich.
»Denke ich, werde ich das Kleid seiner Bestimmung zuführen.«
»Die da wäre?«
»Hast du mir eigentlich zugehört?« Damon schob mich nach hinten, bis ich mit dem Rücken zur Wand stand.
»Ausziehen?«
»Ausziehen!«, befahl er, doch statt mich von dem Stoff zu befreien, schob er ihn mit forschen Händen nach oben, bis ein kleiner Wust auf meiner Hüfte lag.
»So gefällt mir das aber auch gut!« Damon glitt nach unten und hatte meine Beine gespreizt, bevor ich reagieren oder gar protestieren konnte. Unverschämt zielstrebig tauchte seine Zunge zwischen meine Schamlippen, fand meine Klitoris und flatterte leicht über die empfindliche Knospe.
Es verschlug mir die Sprache. Das hier war weit mehr als der erotische Übergriff, den ich im Sinn gehabt hatte, brachte mich mit wenigen Bewegungen an den Rand meiner Beherrschung und nur mit Mühe konnte ich verräterische Laute zurückhalten.
Verwirrt versuchte ich seinen Kopf wegzudrücken, doch er klammerte sich an meinem Hintern fest, umschlang meine Oberschenkel und zwang mich, seine Liebkosungen weiterhin zu empfangen.
Ein leises Stöhnen entkam meinem Mund und ich biss mir auf die Lippen, als sich Damon an meinem Kitzler festsaugte.
Ich konnte spüren, wie der erste Schwall Feuchtigkeit in mir aufstieg, aus mir herausfloss, meine inneren Lippen entlang – um von Damons Zunge abgefangen zu werden. Wie von selbst schob sich meine Hüfte mehr in seine Richtung, eine Bewegung, die dafür sorgte, dass sich mein Innerstes noch mehr öffnete, mehr von mir preisgab, sich ihm darbot und zu intimeren Berührungen einlud.
Ein Finger schob sich in mich. Wieder stöhnte ich leise auf.
»Du bist verrückt!«, behauptete ich mit zusammengebissenen Zähnen. Jede Sekunde würde Giselle vor der Kabine stehen und uns rauswerfen. Das gesamte Umgeziehe wäre für die Katz und Damon wieder genauso kleidungslos wie zuvor.
»Ja, nach dir, meine kleine Backfee!«, behauptete Damon und sog abermals meine Klit ein.
»Mmmh…«
»Irgendwelche Beschwerden oder Einwände?«, erkundigte sich Damon, während er an mir nach oben glitt und aufstand.
»Mmmh…«, machte ich, weil sich inzwischen jeder einzelne klare Gedanke verabschiedet hatte. Und die anderen folgten, als Damon seine Hose öffnete und, ohne sie nach unten zu ziehen, seinen harten Schwanz befreite.
»Spreiz die Beine«, befahl er leise.
»Hier? Wirklich?«
Halbherzig legte ich ihm die Hände an die Brust, brachte aber nicht mal einen halbwegs abwehrenden Druck zustande. Denn im Grunde hatte ich mir seit dem ersten Auftritt von Miss Model nichts anders gewünscht. Außerdem war ich heiß. Nicht nur wegen der oralen Verwöhnminuten, sondern, weil Damon mich heiß fand. Mich, nicht Giselle oder eine andere Perle.
»Angst erwischt zu werden?«, erkundigte sich Damon mit einem diabolischen Lächeln. Ich erwiderte es, bekam aber keinen Ton hervor. Dazu war mein Mund viel zu trocken. Mein Gehirn zu abwesend und mein Körper zu willig.
Damon schien diesen Umstand zu durchschauen, denn er drückte mit einem Knie meine Beine weiter auseinander. Dann umfasste er seinen Schwanz mit der Rechten und drückte ihn langsam zwischen meine Schamlippen und in meine Möse, tief und tiefer hinein in die enge Hitze, bis es schmatzte.
Ich kam ihm entgegen und drückte meinen Rücken durch, schob mein Becken nach vorne und nahm jeden seiner harten Stöße auf, versuchte nicht mit dem Rücken gegen die Wand zu stoßen und keinen Laut von mir zu geben. Die ersten kleinen Wellen der Lust liefen durch meinen Körper, flossen durch meine Adern und schienen sich in meinem Unterleib zu brechen, zu verstärken. Wurden höher und höher und immer noch blieb ich still.
Dann drückte Damon meinen Nippel!
Ich konnte spüren, wie sich mein Mund öffnete, sich der Laut tief in meinem Innersten bildete. Ein Widerhall der Gefühle in meinem Unterleib.
Damons Mund legte sich auf meinen, seine Lippen umschlossen mich, seine Zunge stahl die Töne, trank sie aus mir, berauschte sich an ihnen und fickte mich im selben Rhythmus, den sein Schwanz benutzte. Hart und tief und ohne Rücksicht auf unsere Umgebung.
Die Lust schwappte über, floss aus mir heraus, in ihn hinein, aus ihm und in mich, ein Kreislauf, der sich höher und höher katapultierte, der mich an ihn kettete, mich an ihn klammern ließ, während alles um mich herum pulsierte, in mir und durch mich hindurch, bis ich explodierte und in vielen kleinen Einzelteilen wieder zusammengespült wurde, zitternd, von kleinen Wellen geschüttelt und an Damon geklammert – als gäbe es keinen anderen Ort auf der Welt, als seine Arme.
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