Kitabı oku: «Feiern»

Yazı tipi:

Kerstin Hack

Feiern

Das Besondere sehen und zelebrieren



Impressum

Kerstin Hack: Feiern. Das Besondere sehen und zelebrieren

Quadro Nr. 63

© 2021 Down to Earth · Laubacher Str. 16 II · 14197 Berlin

Gestaltung: www.michaelzimmermann.com

Fotos: photocase.com - joto (1), hello_beautiful (6); unsplash.com - Isaac Quesada (14), Francesco Tommasini (22), Matheus Frade (30)

Lektorat: Andrea Specht

ISBN: 978-3-86270-993-9

ISBN E-Book: 978-3-86270-994-6

Viele Titel sind auch als E-Book erhältlich, u. a. unter www.down-to-earth.de/e-books.html

Bezug im Buchhandel oder direkt beim Verlag:

Down to Earth · Laubacher Str. 16 II · 14197 Berlin

Tel: +49 (0)30 - 34 08 94 68

Fax: +49 (0)322 - 23 12 44 93

shop@down-to-earth.de

www.down-to-earth.de

Das Leben – ein Fest

Tipps zur Anwendung

Woche 1: Haltung des Feierns

1.1 Das Leben feiern

1.2 Das Bedürfnis zu feiern

1.3 Wimmelndes Leben

1.4 Dankbarkeit macht stark

1.5 Glück im Unglück

1.6 Denkmuster als Spaßbremse

1.7 Die ersten Male feiern

Woche 2: Feiern im Alltag

2.1 Höhepunkte im Alltag

2.2 Anlässe zum Feiern finden

2.3 Tür auf – aktiv werden

2.4 Freude auskosten

2.5 Etappensiege

2.6 Abenteuer Alltag

2.7 Gemeinsam

Woche 3: Die Höhepunkte des Lebens feiern

3.1 Geburt und Geburtstage

3.2 Das Aufwachsen feiern

3.3 Abschlüsse feiern

3.4 Erfolge feiern

3.5 Das »Ja, ich will« feiern

3.6 Jubiläen zelebrieren

3.7 Abschied feiern

Woche 4: Feste vorbereiten und durchführen

4.1 Die Vision für das Fest

4.2 Feiern und Rituale

4.3 Die Gäste

4.4 Wertschätzung zeigen

4.5 Motto finden

4.6 Perfektionismus ade

4.7 Aufräumen und auskosten

Die acht Lebenselemente


Das Leben – ein Fest

Man darf die Feste feiern, wie sie einem einfallen!

—Kerstin Hack

Auf meinen Geburtstag am 24. April freue ich mich schon Wochen vorher. Es ist einfach wunderbar, meist einen ganzen Tag lang liebe Menschen zu sehen, lecker zu essen und viel Wertschätzung zu bekommen.

Manchmal lasse ich mir ein Thema einfallen – etwa Grün-Schwarz an meinem 30. Geburtstag. Grün sollten sich alle Gäste kleiden, die der Ansicht waren, dass es auch über 30 noch Hoffnung gibt. Die anderen schwarz.

Ich habe auch mal eine Robinson-Crusoe-Party gefeiert, zu der Zeit, als ich meine Magisterarbeit über den Romanhelden verfasste. Im Botanischen Garten holte ich mir abgeschnittene Palmwedel und dekorierte einen Raum als exotische Insel. Nur auf den Sand habe ich verzichtet.

Ich liebe es, besondere Anlässe zu feiern, aber mag es auch, mir im Alltag etwas auszudenken oder aufmerksam dafür zu sein, was ich feiern kann: den Abschluss eines Manuskriptes, eine aufgeräumte Schublade oder die Begegnung mit einem lieben Menschen, den ich eher selten sehe.

Etwas miteinander zu feiern, stärkt die Laune, aber auch die Verbundenheit zwischen Menschen. Feiern braucht nicht immer ein großes Fest zu sein.

Ich habe es für mich so definiert: Feiern heißt, das Besondere zu betonen.

Das kann der ersehnte Auftrag sein, den man nun in der Tasche hat. Oder der erste Tag, an dem man nach langem Winter wieder ein Frühjahrskleid tragen kann. Oder ein tolles Buch, das man zu Ende gelesen hat.

Die meisten Menschen sind relativ gut darin, Höhepunkte zu feiern. Da gibt uns unsere Kultur für wiederkehrende Feste einiges an Ritualen und Traditionen an die Hand. Für andere Anlässe, wie Bälle, Jubiläen oder Vernissagen, bestehen sogar klare Kleiderordnungen und typische Abläufe.

Doch den meisten fällt es schwer, besondere Momente im Alltag wahrzunehmen und zu zelebrieren.

Deshalb handelt der erste Teil dieses Quadros davon, wie man eine Haltung des Feierns und einen Blick für Besonderes entwickeln kann.

In Teil zwei geht es dann darum, mitten im Alltag mehr zu feiern. Kleine Erfolge, schöne Begegnungen – es gibt genügend Anlässe, die man hervorheben kann.

Das kann sogar ein Zahnarztbesuch sein. Mein Zahnarzt zum Beispiel ist auch dann noch nett, wenn ich Dummheiten mache.

Wie etwa, als ich die Schiene zur Kieferkorrektur beim Telefonieren in die Hosentasche steckte und sie dann zerbrach. Sekundenkleber half nicht. Er reparierte sie kostenlos.

Zur Entschuldigung und zur Feier seiner Freundlichkeit brachte ich ihm beim nächsten Mal ein Geschenk mit. Für mich ist Freundlichkeit nicht selbstverständlich. Ich feiere sie als etwas Besonderes.

Feiern macht nicht nur Freude, sondern stärkt uns auch. Coaches wie Steve de Shazer und Christine Carter haben einen vielleicht eher ungewöhnlichen Ansatz dazu. Sie empfehlen, bewusst das zu feiern, von dem man mehr sehen will: gute Leistung oder auch Loslassen. In diesem Sinne darf man auch sich selbst und seine Erfolge feiern.

Das dritte Kapitel behandelt die Frage, wie du die einzelnen Lebensabschnitte gut markieren und zelebrieren kannst – vom ersten Tag im Kindergarten bis hin zu Hochzeiten und Jubiläen. Es schenkt Klarheit und Freude, markante Lebensabschnitte zu feiern.

Und schließlich geht es im vierten Teil ganz praktisch darum, wie du Feste so gut planst und vorbereitest, dass es für dich und deine Gäste ein Genuss ist. Hier stehen vor allem gutes Planen und Organisieren im Zentrum. Aber auch, sich etwas Besonderes für das jeweilige Fest und die Gäste einfallen zu lassen.

Ich hoffe, dass dieses Quadro dich inspiriert, mehr und genussvoller zu feiern. Du kannst lernen, besondere Momente immer besser wahrzunehmen. Und dein Leben und seine Höhepunkte als Fest zu gestalten und zu genießen! Das wünsche ich dir von Herzen!


—Kerstin Hack


Tipps zur Anwendung

Dieses Quadro ist in 28 Kapitel mit vier Oberthemen aufgeteilt, die jeweils einen zentralen Aspekt des Feierns behandeln.

Du kannst vier Wochen lang täglich einen Abschnitt lesen und umsetzen. Du kannst es der Reihe nach lesen oder mit dem Thema beginnen, das dich gerade besonders anspricht.

Am Ende jedes Kapitels findest du Fragen. Nimm dir Zeit, darüber nachzudenken und sie ehrlich zu beantworten.

Ich empfehle dir, die Fragen schriftlich zu beantworten. Was schriftlich wird, wird konkret.

Du kannst für die Notizen ein klassisches Notizbuch verwenden oder Mein Quadro, das wir speziell für diese Serie entwickelt haben.

Wer nur passiv konsumiert, bleibt passiv. Frage dich nach jedem Lesen: Was hat mich besonders berührt? Wenn ich jemand anderem davon erzählen sollte, was ich gelesen habe: was würde ich erzählen?

Erzähle einem Menschen – oder wenn du gläubig bist auch Gott –, was dich besonders bewegt hat.

Bleib nicht bei der Theorie. Probiere Sachen aus. Entdecke, was zu dir passt.

Lies das Quadro mit deinem Partner, mit Freunden oder mit einer Gruppe von Menschen, mit denen du gern mehr feiern möchtest. Tauscht euch aus. Gemeinsam könnt ihr entdecken, was Feiern für euch ausmacht und wie ihr noch mehr und schöner miteinander feiern könnt. Sicher entwickelt ihr weitere Ideen.

Lass dich allein oder gemeinsam mit andern auf Neues ein. Entdecke im Alltag mehr Gelegenheiten, zu feiern. Erfinde neue Fest-tage, Rituale und Feier-Routinen. Probiere Tipps und Impulse bei Festen aus.

Mache eine Liste der Ideen aus dem Quadro, die du gern umsetzen willst. Überlege, wann und mit wem du das machen kannst.

Reflektiere: Wenn du etwas ausprobiert hast, dann überlege hinterher, wie es war. Was hat zu dir gepasst? Was eher weniger? Was willst du wiederholen? Und feiere natürlich, was gut geklappt hat. Denn feiern kann man nie genug!

Woche 1 Haltung des Feierns



1.1 Das Leben feiern

Lebe jeden Tag so, als ob du dein ganzes Leben lang nur für diesen einen Tag gelebt hättest.

—Wassilij W. Rosanow

In der deutschen Sprache taucht das Wort feiern häufig und in ganz unterschiedlichen Kontexten auf. Es werden fröhliche Anlässe gefeiert: Abitur, Richtfest, Geburt, Hochzeit, Beförderung. Auch bei traurigen Ereignissen sprechen wir von Feiern: Abschiedsfeier, Beerdigungsfeier.

Religiöse Feiertage, die im Englischen holidays, also heilige Tage heißen, werden bei uns Feiertage genannt. Und anders als in anderen Sprachen, wo die Zeit nach Dienstschluss schlicht »nach der Arbeit« heißt, gibt es bei uns den – manchmal lang ersehnten – Feierabend.

Ich finde es spannend, dass uns das Wort »feiern« in so vielfältiger Weise begegnet. Doch gerade die Vielfalt macht es schwerer zu verstehen, was genau das Feiern ausmacht.

Wie schon erwähnt, meine einfache, aber umfassende Definition lautet: Feiern bedeutet, etwas Besonderes zu betonen.

Man nimmt etwas – eine Begebenheit, Beziehung oder Geste – als besonders wahr und wählt dann einen angemessenen Ausdruck dafür.

Auch Leistungen sind eine Feier wert. Das erhöht auch die Motivation, sich weiter einzusetzen.

Durch Feiern wie Geburtstage, Hochzeiten und sogar Beerdigungen wird die Verbindung zwischen Menschen vertieft und gefördert. Im religiösen Kontext stärken Feiern den Glauben und den Zusammenhalt der Gläubigen und binden sie ein in eine lange Tradition.

Feiern sind ein Weg, dem Leben Orientierung und Halt zu geben und Markierungen zu betonen. Wie zum Beispiel das Ende von etwas Altem und der Beginn von etwas Neuem.

Denk mal

Was denkst du über die Feste in deinem Leben? Was geben sie dir?

Mach mal

Erinnere dich an ein Fest, das für dich besonders bedeutungsvoll war.


1.2 Das Bedürfnis zu feiern

Ein Leben ohne Feste ist wie eine Reise ohne Gasthaus.

—Demokrit

Psychologen sprechen von verschiedenen menschlichen Grundbedürfnissen.

Da gibt es ganz grundlegend das Bedürfnis nach dem Erhalt des Lebens: durch Nahrung, Sicherheit und Schutz.

Daneben haben wir soziale Bedürfnisse, wie etwa nach Liebe, Wertschätzung und Nähe zu anderen Menschen.

Und auch den Wunsch danach, etwas zu leisten und zu erreichen, Freude und Spaß zu haben und das Leben zu feiern. Zu guter Letzt ist es wichtig zu erleben, dass wir Sinn finden und stiften.

In meinem Swing-Konzept (s. S. 38) habe ich die elementaren Bedürfnisse für erfülltes Leben so formuliert:

 Vision und Kreativität

 Ordnung und Struktur

 Produktivität und Sinn

 Höhepunkte und Feiern

 Energie und Lebensfreude

 Reflexion und Ausrichtung

 Beziehungen und Nähe

 Ruhe und Regeneration

Höhepunkte zu feiern, ist ein Grundbedürfnis des Menschen – wir brauchen es für ein starkes und ausgewogenes Leben.

Die Schöpfungsgeschichte bietet uns wunderbare Bilder für diese verschiedenen Bedürfnisse. Gott macht nicht an jedem Tag das Gleiche. Er versucht nicht, alles auf einmal zu schaffen, sondern setzt jeden Tag Schwerpunkte. Und er feiert am Ende jedes Tages, was er gemacht hat.

Tipp: Überlege dir, für welche der Bedürfnisse du bereits gut sorgst. Finde einen Weg, das zu feiern!

Denk mal

Welchen Stellenwert hat Feiern als Bedürfnis in deinem Leben?

Mach mal

Überlege jetzt, was vom heutigen Tag du feiern könntest.


1.3 Wimmelndes Leben

Der Mensch wird geboren, um zu leben, und nicht etwa, um sich auf das Leben vorzubereiten.

—Boris Leonidowitsch Pasternak

Gott sprach: Im Wasser soll es von Leben wimmeln. Wimmeln – was für ein schönes Wort! Schon im Klang des Wortes vibriert das Leben.

In der Schöpfungsgeschichte kommt das am fünften Schöpfungstag zum Ausdruck: Da werden Vögel und Fische geschaffen.

Es blubbert, flattert, hüpft und springt. Pure Lebensfreude. In einem Psalm heißt es sogar, dass Gott große Fische schuf, um mit ihnen zu spielen (Psalm 104,26)! Für mich sind das kraftvolle Bilder für Kreativität, Feiern und Lebensfreude.

Ich fände es logisch, dass wir als Geschöpfe diese fast kindliche Freude und Verspieltheit auch erleben und ausstrahlen. Die Realität sieht häufig anders aus.

Auf alten Gemälden der Schöpfungsgeschichte wirken Adam und Eva so, als müssten sie am nächsten Tag ihre Steuererklärung abgeben: steif, gedämpft. In ihrem Gesichtsausdruck und ihrer Körpersprache spiegeln sich wenig Begeisterung über die paradiesische Welt. Leider ähneln wir ihnen allzu häufig.

Der Mangel an Genuss hat oft mit unserem Selbst- oder Gottesbild zu tun. Wer denkt, dass der Sinn des Lebens in Arbeit besteht, wird sich kaum Zeit für Genuss und Feiern nehmen.

Wer glaubt, dass wir gestalten dürfen, aber auch geschaffen sind, um die Herrlichkeit der Welt zu genießen, wird feiern.

Das kann verschieden aussehen: in wilder oder stiller, emotionaler und körperlicher Bewegung, in Leidenschaft, Begeisterung, Kreativität und Freude. In dieser Welt darf es vor Leben wimmeln!

Denk mal

Wann fühlst du dich besonders lebendig, glücklich und frei?

Mach mal

Spüre, wie lebendig du bist, und mache heute etwas, das du besonders gern tust und wobei du dich lebendig fühlst.


1.4 Dankbarkeit macht stark

Dankbare Menschen sind wie fruchtbare Felder, sie geben das Empfangene zehnfach zurück.

—August von Kotzebue

Eine Form des Feierns ist Dankbarkeit. Sie macht uns stark. Wer dankbar für das ist, was er hat, schafft Raum für weitere Entwicklung.

Warum sollte das Leben uns neues Schönes geben, wenn wir nicht einmal das anerkennen, was wir bereits bekommen haben?

Dankbar zu sein, bedeutet, wertschätzend auf das zurückzuschauen, was man geschenkt bekam – vom Leben oder von anderen Menschen. Wir können aber auch dankbar und stolz auf das sein, was wir erreicht haben. Auch das macht uns stark.

Ich mag es, dass Gott sich in der Schöpfungsgeschichte am Ende jedes Tages sein Werk ansieht und sagt: »Das war gut!«

Wir machen das oft anders, hetzen von einem Punkt unserer To-do-Liste zum nächsten und sind auf das fixiert, was wir noch nicht geschafft haben. So entwickeln wir einen Lebensstil des Getriebenseins, der immer auf das Nichterreichte sieht. Mit einer solchen Haltung findet man wenig Ruhe und Kraft. Es stärkt uns, wenn wir einen wertschätzenden Rückblick auf das von uns Geleistete halten.

Ganz praktisch mache ich das so: Ich streiche die Punkte auf meiner To-do-Liste nach Erledigung nicht durch, sondern markiere sie grün – die Farbe von Wachstum und Leben.

So sehe ich: Ich habe etwas geschaffen oder wachsen lassen. Das ist gut.

Es ist o.k., sich für erbrachte Leistung zu loben. Das heißt nicht, dass wir uns arrogant etwas auf uns einbilden. Sondern es bedeutet lediglich, dass wir dankbar anerkennen und innerlich ein bisschen feiern: Ich konnte etwas gut machen. Juhu!

Tipp: Feiere gleich etwas, das du gemacht hast.

Denk mal

Was hast du heute erreicht, worauf du stolz sein kannst?

Mach mal

Besorge einen grünen Stift. Markiere auf deiner To-do-Liste grün, was du erledigt hast. Sprich dir Anerkennung dafür aus.

Ücretsiz ön izlemeyi tamamladınız.

₺221,68

Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
0+
Hacim:
60 s. 41 illüstrasyon
ISBN:
9783862709946
Yayıncı:
Telif hakkı:
Bookwire
İndirme biçimi:

Benzer kitaplar