Kitabı oku: «Das kleine Schwarzbuch der deutschen Sozialdemokratie», sayfa 2

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Vergeßt nicht das Lied der Matrosen

von Frieden und Freiheit und Brot!

In Kiel, im September siebzehn.

Wer das Lied sang, der ging in den Tod.

Denn die den Frieden wollten,

die wurden Meutrer genannt.

Matrosen sollten sterben durch

Matrosenhand.

Aber ein junger Heizer pfiff leise:

Reise, reise, reise, reise!

Brüder, seid bereit

für unsre Stunde

und unsre Zeit.

Ja's haben die roten Matrosen

zerschlagen dem Krieg das Genick

und sind dann landeinwärts gezogen,

denn sie wollten die Volksrepublik.

Ihr Lied kann nie verklingen,

wie schwer auch die Kämpfe noch sei'n,

denn das Kommando führt

die stärkste der Partei'n!

Vorwärts Genossen, zum Klang unsrer Weise:

Reise, reise, reise, reise!

Brüder, seid bereit!

Heut ist unsre Stunde,

heut ist unsre Zeit.

Worte: Karl-Georg Egel / Paul Wiens

Musik: Wilhelm Neef [5]

1919

Nach der Gründung der KPD (30. Dezember 1918 – 1. Januar 1919) planten die Monopolbourgeoisie und die rechten sozialdemokratischen Führer die revolutionäre Bewegung noch vor den Wahlen zur Nationalversammlung militärisch niederzuschlagen und sie ihrer Führer zu berauben.

Nach Formierung von Freikorps setzten sie am 4. Januar den Berliner Polizeipräsidenten Eichhorn (USPD) ab. Die Berliner Arbeiter antworteten mit Streiks und Massendemonstrationen. Am 5. Januar wurde von Führern der USPD ein provisorischer Revolutionsausschuss, in den auch Karl Liebknecht eintrat, gebildet. Er rief in Verkennung der tatsächlichen Kräftesituation zum bewaffneten Kampf und dem Sturz der Regierung Ebert-Scheidemann auf. Am 6. Januar begannen die bewaffneten Kämpfe.

Am gleichen Tag übernahm der Sozialdemokrat Noske den Oberbefehl über die auf Berlin anrückenden konterrevolutionären Truppen mit den Worten »Einer muss der Bluthund werden!«

In den folgenden Kämpfen erlitt die Arbeiterklasse eine schwere Niederlage. Nach ihrem Sieg herrschten die Freikorps mit brutalem Terror in Berlin. Zahllose Arbeiter wurden ermordet, und gegen die Führer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg wurde eine unglaubliche Hetze entfacht. Verfolgt und gehetzt, fielen sie den vertierten Mordbanditen der Garde-Kavallerie-Schützen-Division in die Hände und wurden am 15. Januar meuchlings ermordet. Noske hatte sein Wort gehalten.

Auf, auf, zum Kampf

Auf, auf, zum Kampf, zum Kampf!

Zum Kampf sind wir geboren.

Auf, auf, zum Kampf, zum Kampf!

Zum Kampf sind wir bereit!

Dem Karl Liebknecht haben wir's geschworen,

der Rosa Luxemburg reichen wir die Hand.

Wir fürchten nicht, ja nicht

den Donner der Kanonen.

Wir fürchten nicht, ja nicht,

die grüne Polizei.

Den Karl Liebknecht haben wir verloren,

die Rosa Luxemburg fiel durch Mörderhand.

Worte: anonym

Weise: nach einem Soldatenlied [6]

Aus Solidarität für die im Kampf gegen die Konterrevolution stehenden Arbeiter Berlins und zu derer Entlastung erzwang der Arbeiter- und Soldatenrat Bremens am 10. Januar gestützt auf Massendemonstrationen auf Initiative der Kommunisten die Auflösung des reaktionären Senats. An Stelle des Senats wurde ein Rat der Volkskommissare (KPD, USPD, Soldatenrat) gewählt. Der Rat erklärte die Freie Hansestadt Bremen zur selbstständigen sozialistischen Republik. Alle Arbeiter- und Soldatenräte in Deutschlands wurden aufgerufen, sich dem Kampf der Bremer Arbeiter anzuschließen. Am 14. Januar versuchten aufgeputschte Teile der Garnison, die Arbeiter der Weser-Werft zu entwaffnen. Die Reichsbank suchte Bremen finanziell zu erdrosseln. Am 4. Februar drang auf Befehl Noskes die Division Gerstenberg in Bremen ein. Auf sich allein gestellt, verteidigten sich die Bremer Arbeiter heldenhaft gegen militärisch weit überlegene Truppen. Am Abend des 4. Februars war Bremen von den konterrevolutionären Truppen besetzt und die Räterepublik niedergeschlagen.

In dieser Atmosphäre blutigen Terrors, die KPD ihrer Führer beraubt, fanden am 19. Januar die Wahlen zur Nationalversammlung statt. Die Spaltung der Arbeiterklasse durch die rechten SPD-Führer, ihr Verrat an der Revolution und der Terror gegen die Arbeiterklasse führten dazu, dass die bürgerlichen Parteien in der Nationalversammlung die Mehrheit besaßen.

Die Niederlage der Novemberrevolution war besiegelt. Sie war das Ergebnis des Verrats der rechten Führer der SPD, der USPD und der Gewerkschaften, die im Lager der Konterrevolution standen und des Fehlens einer revolutionären Kampfpartei.

Büxensteinlied

Dieses Lied schildert den Kampf der revolutionären Arbeiter im Januar 1919 um das von ihnen besetzte Berliner Zeitungsviertel. Auch große Druckereibetriebe wie Büxenstein wurden gegen die Noske-Truppen verteidigt.

Im Januar um Mitternacht

ein Spartakist stand auf der Wacht.

Er stand mit Stolz, er stand mit Recht,

stand kämpfend gegen ein Tyrann'geschlecht.

Und donnernd dröhnt die Artill'rie,

Spartakus hat nur Infanterie.

Granaten schlagen bei ihm ein,

die Noskehunde stürmen Büxenstein.

Und wofür kämpft der Spartakist?

Damit ihr's alle, alle wißt:

Er kämpft für Freiheit und für Recht,

nicht länger sei der Arbeitsmann ein Knecht.

O Spree-Athen, o Spree-Athen!

Viel Blut, viel Blut hast du gesehn.

In deinem Friedrichshaine ruht

so manches tapfere Spartakusblut.

Worte: Richard Schulz [7]

Nachdem die preußische Regierung am 3. März über Berlin den Belagerungszustand verhängt hatte, erhielt Reichswehrminister Gustav Noske (SPD) die vollziehende Gewalt. Durch eine Provokation schaffte sich General Walther Freiherr von Lüttwitz den Vorwand für den Einmarsch seiner Truppen in Berlin, die am 6. März mit Artillerie gegen die Republikanische Soldatenwehr vorgingen. Die rechten Führer der SPD spalteten die einheitliche Streikfront.

Dadurch sahen sich die Berliner Arbeiter gezwungen, am 8. März den Generalstreik abzubrechen. Einige hundert Mitglieder der Republikanischen Soldatenwehr und Arbeiter setzten den bewaffneten Widerstand gegen die Freikorps fort. Die bürgerliche Presse und der »Vorwärts« verbreiteten auf Anweisung des Stabes der Noske-Truppen Falschmeldungen über angeblich von Arbeitern verübte Gräueltaten (Lichtenberger Beamtenmord) und lieferten Noske damit den Vorwand zur Verhängung des Standrechts am 9. März. Über 1000 Arbeiter, Matrosen und Soldaten wurden von der Soldateska umgebracht, Tausende misshandelt und in die Gefängnisse geschleppt. Am 10. März wurde Leo Jogiches, Mitglied der Zentrale der KPD, ermordet. Am 11. März wurden 28 Matrosen der Volksmarinedivision in der Französischen Straße 32 in Berlin erschossen.

Vom Bezirk Halle-Merseburg ausgehend breitete sich Ende Februar ein Generalstreik über ganz Mitteldeutschland aus. Im März traten oberschlesische Arbeiter in den Generalstreik, wenig später die Bergarbeiter des Ruhrgebietes. Anfang April entbrannten heftige Kämpfe in Dortmund, Essen und Mühlheim. Die Arbeiter erlitten in den opferreichen Kämpfen gegen die brutal vorgehenden Noske-Truppen Niederlagen, weil die Kämpfe isoliert waren und weil das Bündnis der rechten Führer der SPD und der Gewerkschaften mit der imperialistischen Reaktion den einheitlichen Kampf der Arbeiterklasse verhinderte.

Am 7. April proklamierten verschiedene Parteien in München die Räterepublik in Bayern. Dem schlossen sich etliche Städte in Bayern an. Leider taten sie fast nichts, um die Konterrevolution zurückzudrängen. Ein Militärputsch sollte am 12./13. April die Räterepublik dennoch stürzen. Der Putsch wurde niedergeschlagen und eine neue Räterepublik, an der sich auch die KPD beteiligte, wurde am 14. April konstituiert. Am gleichen Tag proklamierte der Vollzugsrat einen zehntägigen Generalstreik und ordnete Bewaffnung der Arbeiter an. In kurzer Zeit stellte man unter Führung des Kommunisten Rudolf Engelhofer eine Rote Armee auf.

Viele revolutionäre Maßnahmen wurden beschlossen. Die Konterrevolution verhängte über das Gebiet der Räterepublik die Blockade. Noske-Truppen und Freikorps besetzten nach Brechung heftigen Widerstandes die Städte, die sich zur Räterepublik bekannten. Durch die Haltung auch schwankender USPD-Führer wurden etliche revolutionäre Maßnahmen zurückgenommen. Die Kampffront der Arbeiter wurde geschwächt. Die Rote Armee leistete den am 1. Mai in München eindringenden weißen Truppen bis zum 3. Mai erbitterten Widerstand.

Am 4. Mai kapitulierte sie, ihre Führer wurden erschossen. Über München wurde das Standrecht verhängt. Hunderte Arbeiter und Soldaten fielen dem weißen Terror zum Opfer. 2200 Personen wurden zu Zuchthaus, Gefängnis und Festung verurteilt, der kommunistische Führer Eugen Leviné am 3. Juni zum Tode verurteilt und am 5. Juni ermordet.

Der junge Tambour

Ein beliebtes Arbeiterlied aus den Kämpfen um die Bayrische Räterepublik 1919.

Auf, junger Tambour, schlage ein, schlage ein!

Nach München, da wollen wir marschieren.

Nach München wollen wir hinein, ja, hinein,

die Orgesch* soll unsre Waffen spüren.

Am Wege rot die Röslein blühn,

wenn Rotgardisten nach München ziehn.

Und sollten wir nicht siegreich sein,

von dem Schlachtfeld, da wollen wir nicht weichen!

Und kehren wir als Sieger heim, Sieger heim,

dann laßt, Brüder, uns die Hände reichen.

Und schießt uns so ein Bluthund tot,

wir sterben für die Fahne rot.

*Orgesch = Organisation Escherich – para­militätischer »Selbstschutzverband«, vor allem in Bayern

Worte: anonym

Weise: nach einem Soldatenlied [8]

Ein besonderes Kapitel ist die Politische Polizei der Weimarer Republik. Oft wurde sie geleitet von Beamten, die das SPD-Parteibuch trugen. In Berlin war es zwar als Stellv. Polizeipräsident ein Mitglied der DDP, aber sein Präsident, wie Albert Grzesinski, war Mitglied der SPD. Die Politische Polizei begnügte sich nicht nur mit Erkenntnissen der eigenen Beamten, sondern setzte gezielt verdeckt arbeitende Ermittler (Geheime Vertrauensleute) ein, um über interne Vorgänge in der KPD ständig unterrichtet zu sein. Nicht nur in Berlin gelang es der Politischen Polizei V-Leute als Funktionäre getarnt im ZK der KPD zu platzieren, sondern auch in Bremen, Württemberg oder Westfalen. Die V-Leute erhielten aus einem Geheimfonds, beispielsweise im Staatshaushalt Preußens enthalten, ein Honorar. Zur Bilanz der Politischen Polizei zählten bis 1932 zeitweilige KPD-Verbote 1919 und von November 1923 bis Februar 1924, Überfälle auf legal tagende Funktionärstagungen, Beschlagnahme von schriftlichem Material zur Erlangung von Daten über Funktionäre der KPD und ihre Arbeitsmethoden, mehrfache Durchsuchungen der KPD-Zentrale des Karl-Liebknecht-Hauses am Bülow-Platz und Überfall auf das Heim Elgersburg der Roten Hilfe.

Sie arbeiten auch mit Agents provocateurs und gefälschten Dokumenten, die den Kommunisten untergeschoben wurden. Der Politischen Polizei von Preußen war es maßgeblich zu verdanken, dass der Gestapo im Februar und März 1933 eine fast vollständige Liste der kommunistischen Funktionäre in die Hände fiel, und zur Verhaftung vieler Kommunisten führte. [9]

1920

Das Jahr 1920 sollte gleich mit der Verabschiedung des reaktionären Betriebsrätegesetzes im Reichstag beginnen. Am 13. Januar protestierten in Berlin vor dem Reichstagsgebäude über 40.000 Arbeiter und Angestellte für umfassende Kontroll- und Mitbestimmung von revolutionären Betriebsräten und gegen die Annahme des Gesetzes. Ein Feuerüberfall der unter dem Kommando des General Lüttwitz stehenden Sicherheitswehr auf die unbewaffneten Demonstranten forderte 42 Tote und 105 Verletzte. Die Verantwortung für das Blutbad trugen der sozialdemokratische Reichswehrminister Gustav Noske und der preußische Minister des Innern Wolfgang Heine (SPD).

Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) verhängte den Ausnahmezustand über das Reich mit Ausnahme von Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden. Noske übernahm die vollziehende Gewalt für Berlin und die Mark Brandenburg. Die »Rote Fahne« und die »Freiheit« wurden verboten. Am 18. Januar nahm die Nationalversammlung das Betriebsrätegesetz in dritter Lesung mit 215 gegen 63 Stimmen der USPD und der Deutschnationalen Volkspartei an. [10]

Obwohl die bürgerlichen Parteien in der Nationalversammlung eine Mehrheit hatten, versuchten die extremsten deutschen Imperialisten und Militaristen das bürgerlich-parlamentarische Regime der Weimarer Republik zu stürzen und durch eine offene Diktatur zu ersetzen. Zu Beginn des Jahres nahmen Putschpläne immer konkretere Gestalt an. Obwohl der sozialdemokratische Reichspräsident und die Reichsregierung genau wie die Öffentlichkeit darüber informiert waren, unternahmen sie nichts, um den Putsch zu verhindern. So marschierte am 13. März die Marinebrigade Ehrhardt in Berlin ein. Die Reichsregierung floh. Die Putschisten bildeten eine Regierung unter Führung von Wolfgang Kapp. Im Zeichen des Antikommunismus, Revanchismus und des imperialistischen Kampfes gegen den Versailler Vertrag sollten die Errungenschaften der Novemberrevolution beseitigt, die Arbeiterklasse völlig niedergeschlagen und die offene Militärdiktatur errichtet werden. Über 12 Millionen Arbeiter traten in den Generalstreik. Ihnen schlossen sich Angestellte und Beamte an. Der Generalstreik legte Industrie, Verkehr und Nachrichtenwesen fast überall in Deutschland still. Vor allem in Berlin und Umgebung, in Mitteldeutschland, in Mecklenburg und im Senftenberger Gebiet entwickelten sich aus dem Generalstreik bewaffnete Kämpfe. Sie wurden erstmalig auch von Landarbeitern und Kleinbauern unterstützt. Die Kapp-Regierung war gelähmt. Drei Tage Generalstreik genügten, um den Spuk hinwegzufegen. Kapp floh am 17. März aus Berlin.

Höhepunkt der Kämpfe zwischen Reichswehr- und Freikorpstruppen und bewaffneten Arbeitern lag im Ruhrgebiet. Unter Führung der KPD und USPD bildeten die Arbeiter des Ruhrgebietes eine 100.000 Mann starke Armee, die Rote Ruhrarmee, in Aktionseinheit von Kommunisten, Sozialdemokraten, Christen und Parteilosen. Sie bereiteten der Konterrevolution eine schwere Niederlage und befreiten die Nation von der drohenden Gefahr der Militärdiktatur. Zur weiteren Demokratisierung in Deutschland trat der Vorsitzende des ADGB Carl Legien für die Bildung einer Regierung aus SPD, USPD und Gewerkschaften ein. Während die Zentrale der KPD dies unterstützte, verweigerten sich rechte Führer der USPD. Sie begünstigten dadurch die Bemühungen der SPD-Führung, die alte Koalitionspolitik fortzusetzen. Am 18. März rief die SPD-Führung zum Abbruch des Generalstreiks auf. Geködert von Versprechungen der Regierung Bauer (Mitwirkung der Gewerkschaften an der Regierungsbildung, Demokratisierung der Verwaltung, Heer, Justiz usw., Sozialisierung des Bergbaus und der Energieversorgung, Übernahme des Sicherheitsdienstes durch organisierte Arbeiter) stimmten auch am 22. März die USPD und am 23. März die Generalversammlung der revolutionären Betriebsräte Groß-Berlins dem Abbruch des Generalstreiks zu. Keine der Forderungen wurde danach erfüllt. Unter der am 27. März gebildeten Regierung des Sozialdemokraten Hermann Müller erfolgte Anfang April die blutige Niederschlagung des Ruhrproletariats und anderer Kämpfer in vielen Orten Deutschlands. Die verräterische Haltung der rechten Führer der SPD und der USPD betrog die deutschen Werktätigen erneut um die Früchte ihres Sieges.

Im Ruhrgebiet, da liegt ein Städtchen

Ein schlichtes Lied aus den Kämpfen im Ruhrgebiet während des Kapp-Putsches 1920.

Im Ruhrgebiet, da liegt ein Städtchen,

das kennt ein jeder schon.

Im Ruhrgebiet, da liegt ein Städtchen,

das kennt ein jeder schon.

In diesem kleinen Städtchen

liegt eine Garnison

voll lauter Roten Gardisten,

ein ganzes Bataillon.

Im Jahre neunzehnhundertzwanzig

grub man ein Massengrab.

Da senkt man all die Rotgardisten

zu Tausend hinab.

Es bliesen drei Hornisten

im allerschönsten Ton:

Wir sind die drei allerletzten

vom Roten Bataillon.

Worte: anonym

Weise: nach einem Wanderlied [11]

Der Mord von Mechterstädt

Das Gedicht entstand aus Anlass der grausamen Ermordung von 15 revolutionären Arbeitern durch ein konterrevolutionäres Marburger Studentenkorps, das als sogenannter »Reichswehrzeitfreiwilligenverband« nach dem Scheitern des Kapp-Putsches im März 1920 durch Thüringen zog und kaltblütig diese Gräueltaten auf der Chaussee von Sattelstädt nach Gotha verübte.

Nach Ehre und Pflicht – o blutiger Hohn! –:

sie schlagen, sie würgen, sie töten!

Karl, Rosa, Leo und Tausende schon!

Gute Zeiten für Mörder, Proleten!

Wann schlagen wir los? Dann breche, was bricht!

Den Mördern, den Richtern ein jüngstes Gericht –

und die Fahnen flattern rot, rot, rot –

noch sind unsre Toten nicht tot !

Worte: Edwin Hoernle [12]

Feldfrüchte

Sinnend geh ich durch den Garten,

still gedeiht er hinterm Haus;

Suppenkräuter, hundert Arten,

Bauernblumen, bunter Strauß.

Petersilie und Tomaten,

eine Bohnengalerie,

ganz besonders ist geraten

der beliebte Sellerie.

Ja, und hier –? Ein kleines Wieschen?

Da wächst in der Erde leis

das bescheidene Radieschen:

außen rot und innen weiß.

Sinnend geh ich durch den Garten

unsrer deutschen Politik;

Suppenkohl in allen Arten

im Kompost der Republik.

Bonzen, Brillen, Gehberockte,

Parlamentsroutinedreh…

Ja, und hier –? Die ganz verbockte

liebe gute SPD.

Hermann Müller, Hilferlieschen

blühn so harmlos, doof und leis

wie bescheidene Radieschen:

außen rot und innen weiß.

Kurt Tucholsky [13]

1921

Nach der Gründung der Vereinigten Kommunistischen Partei Deutschlands (VKPD) Ende des Jahres 1920, erstarkte, sehr zum Leidwesen der herrschenden Bourgeoisie und besonders der SPD, die kommunistische Bewegung in ganz Deutschland. Jetzt halfen ihnen nur noch organisierte Provokationen, auf die die VKPD mit ihrer »Offensivtheorie« zum bewaffneten Kampf reagieren sollte. Diese ließen nicht lange auf sich warten. Wieder waren es rechte Führer der SPD und ihre Provokation richtete sich bewusst gegen die stärkste Bastion der Kommunisten in Halle-Merseburg, wo die VKPD mit 29,8 % der Wählerstimmen zur stärksten Arbeiterpartei bei den Preußischen Landtagswahlen am 12. Februar wurde. Der sozialdemokratische Oberpräsident der Provinz Sachsen Otto Hörsing erteilte am 15. März unter dem Vorwand »wilde Streiks und Plünderungen« zu verhindern, den Befehl, starke Polizeikräfte in das Industrierevier zu entsenden. Die schwer bewaffnete preußische Schutzpolizei marschierte unter dem Befehl von Otto Hörsing und begleitet vom »Zivilkommissar« Richard Krüger (Reichstagsabgeordneter der SPD) vom 19. März an in das mitteldeutsche Industrierevier ein und besetzte bis zum 22. März von Eisleben bis Ammendorf das gesamte Revier. Am 19. März beschloss die Hamburger VKPD eine Solidaritätsbewegung mit den mitteldeutschen Arbeitern, und rief zu einer Protestkundgebung am 23. März auf dem Heiligengeistfeld auf.

Der Forderung nach Einstellung von Erwerbslosen bei Blohm & Voß und der Vulkanwerft widersetzten sich Werkleitung und SPD-Wortführer. Die Schupo riegelte die Werften ab. In den Mittagsstunden verhängte der Hamburger Senat den Ausnahmezustand und mobilisierte die Schupo. Als die Arbeiter auf ihren Weg nach Hause durch den Elbtunnel mussten, empfing sie die Schupo unter Führung des sozialdemokratischen Polizeisenators Karl Hense und schoss in die Menge der Arbeiter. Es gab mehrere Tote. Die Schupo jagte unbewaffnete Werftarbeiter von der Blohm & Voß-Werft. Auch hier fielen Gewehrschüsse. Viele empörte Arbeiter protestierten dagegen auf dem Heiligengeistfeld und wurden von der Schupo eingekreist. Als ein Schuss fiel, schoss die Schupo Salven auf die Menge. Die Hamburger Polizeimassaker kosteten an diesem Tag 22 Arbeiter das Leben. Es wurde blindlings verhaftet, die »Hamburger Volkszeitung« verboten, die Druckerei besetzt und Thälmann mit Zustimmung des Betriebsrates aus dem Arbeitsamt entlassen. [14]

Erst am 24. März rief die VKPD zum Generalstreik auf, in Verkennung der Tatsache, dass der Höhepunkt des Widerstandes längst überschritten war. So hatte der Aufruf wenig Wirkung.

So konnte der sozialdemokratische Preußische Innenminister Carl Severing neue Polizeikräfte gegen den mitteldeutschen Industriebezirk aufmarschieren lassen. Nach der Erstürmung der Leunawerke am 29. März durch die Schupo mussten die revolutionären Arbeiter ihren Kampf einstellen. Der Preis für den tapferen Abwehrkampf der Arbeiter war hoch. Es waren durch den von der SPD geführten Polizeiterror 150 Arbeiter getötet worden, es gab unzählige Verletzte und über 6000 Verhaftete. Der Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) verfügte über den Artikel 48 der Weimarer Verfassung die Einsetzung von Sondergerichten, die über 3550 Terrorurteile mit insgesamt 2500 Haftjahren fällte. Die Betreuung der Verurteilten war die Geburtsstunde der Roten Hilfe Deutschlands.

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22 aralık 2023
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9783939828914
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