Kitabı oku: «Gelassenheit lernen - Der Weg zu Ausgeglichenheit und innerer Ruhe. Inkl. Meditation»
Gelassenheit lernen
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Der Weg zu
Ausgeglichenheit und innerer Ruhe
1. Auflage
Copyright © 2021 – Konstantin Starke
Alle Rechte vorbehalten.
Inhalt
Einleitung 5
Was ist Gelassenheit? 7
Test: Wie gelassen bist Du? 10
Was ist Stress? 15
Wie kommt es zu Stress? 16
Wie lernst Du Resilienz? 16
Welche Vorteile hast Du, wenn Du gelassen durchs Leben gehst? 19
Welche Stressoren gibt es, wie erkennst Du diese und wie gehst Du diesen aus dem Weg? 21
Wie wirkt sich Stress langfristig auf Dich und Deine Gesundheit aus? 24
Der Burnout – den sollte man nicht so gelassen nehmen 26
Was macht Stress mit Deinem sozialen Umfeld? 28
In welchem Zusammenhang stehen Ängste und Phobien mit Stress? 30
Wie entstehen Ängste und Phobien? 31
Wie wird man Ängste und Phobien wieder los 32
Der ewige Grübler: von Unruhe getrieben 35
Wie ist Deine Selbstwahrnehmung? 38
Wenn man sich selbst in Glaubenssätzen gefangen hält 41
Negative Glaubenssätze in positive umwandeln 47
Das Problem der zu hohen Erwartungen 50
Achtsamkeit 54
Wie wirkt sich Achtsamkeit auf uns aus? 61
Was bringt es Dir den Stress loszuwerden? 62
Wie man die negative Spirale umkehrt 63
Alles zu seiner Zeit 66
Mach mal Pause! 68
Nichts geschieht ohne Grund 70
Meditation lernen 74
Verteidige Deine Grenzen 79
Was ist Gelassenheit? 81
Wie lerne ich Gelassenheit? – 10 Punkte der Soforthilfe 83
Die Lösung finden, nicht das Problem 84
Selbstvertrauen, aber auch Vertrauen in das große Ganze 89
Der 15 Minuten Schlaf: Powernapping 91
Auf die richtige Atmung kommt es an 92
Auf den Hund gekommen: Haustiere helfen gelassen zu werden 94
Seine Berufung finden 98
„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“ 101
Lerne, alleine zu sein 105
Dalai Lama: „Wer alles mit einem Lächeln beginnt, dem wird das meiste gelingen“ 109
Sport hilft, um inneren Frust abzubauen 112
Rückschläge annehmen und überwinden: Wie kann man an Rückschlägen wachsen? 113
Wie Bildung Dich gelassener macht 118
Alles wird gut 121
Blitzentspannung: Wie werde ich sofort gelassener? 123
Fazit 128
Schlusswort 130
Rechtliches 132
Quellen 133
Einleitung
„Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.“
Mahatma Ghandi
Die Welt, in der wir leben, ist der ständigen Veränderung unterworfen. Stillstand gibt es nicht, nicht einmal wie während einer derzeitigen Pandemie. Vielen von uns kommt es so vor, als ob alles immer schneller, hektischer und anspruchsvoller wird. Der Tag sollte manchmal 36 Stunden anstatt 24 haben. Abends fällt man todmüde ins Bett – und kann nicht einschlafen. Der Plan für den nächsten Tag jagt einem durch den Kopf und an einschlafen ist nicht zu denken. Wenn es auch Dir so geht, dass Du einfach nicht zur Ruhe kommst, dann bist Du hier in meinem Buch genau richtig. Es ist immens wichtig, Gelassenheit zu lernen und alles dafür zu tun, mit Ruhe und innerer Stärke an die Anforderungen des alltäglichen Lebens heranzugehen.
Gehörst auch Du zu den ruhelosen Typen, welche krampfhaft versuchen im Multitasking-Stil fünf Dinge auf einmal zu erledigen? Schon morgens quälst Du Dich gerädert aus dem Bett, um dann 8 Stunden lang Deiner Arbeit nachzukommen. Karrieremachen inklusive. Doch, dann ist nicht Schluss. Zuhause angekommen geht der Stress weiter. Die Kinder zerren an Dir und wollen spielen. Der Hund sollte auch mal Gassi geführt werden. Deine Frau braucht dringend das Mineralwasser aus dem Keller und jemanden, der den tropfenden Wasserhahn repariert. Puh, durchatmen – Fehlanzeige. Entspannt und gelassen den Feierabend genießen – nicht möglich. Du bist schon so gestresst, dass Du nicht mehr schlafen kannst. Deine Gesundheit baut mehr und mehr ab und Freude will auch nicht mehr so richtig aufkommen. Nun würdest Du dringend Gelassenheit brauchen. Einfach über den Dingen stehen und mit einer gewissen Lässigkeit die Probleme und Aufgaben handhaben.
Was ist Gelassenheit?
„Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann;
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann; und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
Reinhold Niebuhr
Lass uns einmal genauer den Begriff der Gelassenheit betrachten. Gelassenheit wird auch als innere Ruhe, der Gemütsruhe oder dem sogenannten Gleichmut erklärt. Es ist auf jeden Fall ein Zustand ohne Stress, ohne Aufregung und ohne Ärger. Eine gewisse Ruhe und Stille sind vorhanden. Auch ein Ruhen in sich selbst. Was Gelassenheit auf jeden Fall ist, ist eine innere Einstellung. Das ist die positive Nachricht: innere Einstellungen kann man lernen, auch Du kannst das.
Wir sind hier im emotionalen Bereich des Menschseins angekommen. Sich aufzuregen und wie das HB-Männchen in die Luft zu gehen, ist eine sehr ungesunde Art auf Stress, Unruhe, Nervosität und Ärgernisse zu reagieren. Verwandt mit der Gelassenheit ist die Besonnenheit. Psychologen erklären den Unterschied zwischen Gelassenheit und Besonnenheit relativ einfach: Wer besonnen auf eine Situation reagiert, lässt den Verstand regieren und nicht die Emotion. Nun, ich sehe das doch sehr artverwandt. Du kannst, nachdem Du dieses Buch gelesen hast, Dich durch meine Übungen in nahezu jeder Situation in eine selbstbeherrschte Gelassenheit bringen.
Von der Wortherkunft her ist die Gelassenheit von Gott gegeben. Du hast Dich Gott ergeben und nimmst maßvoll seine Aufgaben und auch manchmal Schicksalsschläge hin. Auch damals schon bedeutete es als Beschreibung eines Charakters, dass die Person ein ruhiges, gleichmütiges Wesen hatte. Heute sieht man die Gelassenheit etwas differenziert. Die seelische Komponente kommt ins Spiel und der Mensch, welcher als gelassen bezeichnet wird, ist beherrscht, ruhig und gefasst. Also das Gegenteil eines Hitzkopfes oder Draufgängers. Weitere Adjektive, welchen den Zustand der Gelassenheit beschreiben, sind: gleichmütig, leidenschaftslos und unerschüttert. Das klingt alles sehr ruhig, altmodisch und fast schon langweilig.
Gelassenheit ist eine Art der Reaktion auf eine ärgerliche oder stressige Situation, welche aus einer inneren generellen Einstellung zum Leben zu tun hat. Es gibt Menschen, welche sich über jeden Fliegendreck an der Wand so sehr aufregen, dass der Notarzt kommen muss. Andere sehen dies nicht mal, weil sie in sich ruhen und wissen, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden. Selbst dann, wenn etwas Wichtiges schiefgeht – was bringt es, herumzuzetern und sich aufzuregen, bis der Arzt kommen muss?
Mir persönlich gefällt das Wort „Entspanntheit“ als Synonym für Gelassenheit am besten. Entspanntheit, entspannt sein klingt so wunderbar ruhig und gesund. Das Wort schließt Hektik und Stress schon in sich aus. Gerade in den südlichen Ländern, zum Beispiel im Mittelmeerraum, kann man dies häufig sehen.
Ein Beispiel: Kroatien. Jedes Jahr reisen um die 2 Millionen Touristen in dieses Land, welches nur 4 Millionen Bürger hat. Eine Szene vor einem Einkaufszentrum. Eine Familie mit Kleinkind. Der Einkauf ist erledigt. Das Kind bringt mit dem Vater zusammen den Einkaufswagen zurück und fällt auf dem Rückweg zum Auto über seine eigenen Beinchen. Das Kind schreit, ist völlig außer sich und knallrot im Gesicht. Der Vater rennt, die Mutter auch. Es gibt viel Geschrei und Tröstversuche. Alle sind aufgeregt und das Kind kommt nicht zur Ruhe – die Eltern auch nicht. Im Gegenteil, es schreit und schreit. Gleiche Szene – kroatische Eltern. Auch hier fällt das Kind über seine eigenen Beinchen. Der Vater nimmt den Kleinen hoch. Streichelt ihm über den Kopf, gibt ihm einen dicken Kuss und sagt: „Na, jetzt gehen wir noch auf den Spielplatz. Hast Du Lust? Oder sollen wir mit dem Ball spielen?“ Das Kind hatte sich kurz überlegt zu weinen. Aber die Gelassenheit des Vaters signalisierte dem Kind, dass nichts Wildes passiert sei. Alles gut. Leben geht weiter. Mir gehts gut. Kinder fallen in dem Alter generell über ihre eigenen Beine. Aber kleine Kinder verletzen sich selten mit schwerwiegenden Folgen.
Würden die Eltern nicht überreagieren, würde das Kind nicht mal auf die Idee kommen zu weinen und zu schreien. Du siehst also, es kommt auf die innere Einstellung an, wie man mit Stress und sogar Unfallsituationen umgeht.
Test: Wie gelassen bist Du?
Bitte beantworte die nachfolgenden Fragen und notiere Dir die Antworten, die Deinem Verhalten am nächsten kommen. Am Ende des Tests findest Du die Auswertung.
Wie gut kannst Du mit Kritik umgehen? Siehst Du dies als die Meinung eines anderen, welcher Du zustimmen oder es auch ablehnen kannst?
A: ja
B: eher ja
C: eher nein
D: nein
Wie reagierst Du in einem Streitgespräch? Wirst Du schnell verletzend oder bleibst Du sachlich kühl in Deiner Argumentation?
A: gar nicht verletzend
B: wenig verletzend
C: verletzend
D: schnell verletzend
Kannst Du anders Denkende respektieren? Auch wenn Du ihrer Meinung nicht zustimmen kannst?
A: ja
B: eher ja
C: eher nein
D: nein
Jemand rempelt Dich im Supermarkt an. Wie reagierst Du?
A: Du entschuldigst Dich für Deine Unachtsamkeit.
B: Du ignorierst das Geschehene.
C: Du rempelst zurück.
D: Du forderst eine Entschuldigung.
Du sitzt im Restaurant und der Kellner kommt nicht. Auch auf das Essen musst Du schließlich über Gebühr warten. Wie wirkt sich dies auf Dein Trinkgeld aus?
A: Du gibst wie gewohnt Trinkgeld.
B: Du gibst weniger Trinkgeld.
C: Du gibst keinerlei Trinkgeld.
D: Du beschwerst Dich beim Geschäftsführer.
Dein Chef hat Mist gebaut – schiebt ihn aber Dir in die Schuhe. Wie reagierst Du darauf?
A: Du nimmst die Sache hin, da Du gegen den Chef eh nichts ausrichten kannst.
B: Du stellst die Sache kühl argumentierend richtig.
C: Du kochst innerlich vor Wut: das wird er Dir noch büßen.
D: Du bist so aufgebracht, dass Du gar nichts sagen kannst und rennst aus dem Zimmer.
Du gehst im Park spazieren. Ein paar Jugendliche kommen Dir entgegen und pöbeln Dich herabwürdigend an. Wie reagierst Du?
A: Du ignorierst die Kids.
B: Du hast einen flotten Scherz auf den Lippen, um die Situation zu entspannen.
C: Du stellst die Jugendlichen zur Rede, was das soll.
D: Du bist so verängstigt, dass Du Dich umdrehst und wegrennst.
Denk mal bitte nach: Gibt es eine Situation, in welcher Du in Gefahr kommen könntest, dass Du jemanden ins Gesicht schlägst? Dir also die Hand „ausrutscht“?
A: Wenn Dich jemand bedroht.
B: Wenn Dich jemand blöd anmacht.
C: Wenn Dich jemand zum wiederholten Mal mit Absicht bis aufs Blut reizt.
D: Wenn Dein Partner Dir seine Untreue eingesteht.
Stell Dir vor, Du bist am Arbeiten, egal ob im Geschäft oder zuhause und nichts will so wirklich an dem Tag gelingen. Immer wieder schleichen sich kleine Fehler ein. Wie reagierst Du darauf?
A: Du bewahrst innere Ruhe.
B: Du fängst an zu fluchen und machst Deinem Ärger Luft.
C: Du bist kurz angesäuert, fängst Dich aber schnell wieder.
D: Du bist schnell und lange verärgert.
Kannst Du Menschen vergeben, welche zu Dir ungerecht waren?
A: ja
B: eher ja
C: eher nein
D: nein
Auswertung des Testes:
Nimmst Du nahezu immer die Antwort A, dann gehörst Du zu der Kategorie: Opferlamm: Von Dir kommt kaum Widerspruch. Du denkst, der Klügere gibt nach. Dabei frisst Du alles in Dich hinein. Das tut weder Dir noch Deiner Gesundheit auf Dauer gut. Versuche Deine Position wenigstens zu verteidigen und für Dich einzustehen.
Ist Deine Antwortmöglichkeit überwiegend B, dann bist Du der Kopflastige. Aggressivität lehnst Du kategorisch ab und zwar immer. Du versuchst das konstruktive Gespräch und die kühle Klärung von Dingen. Es fehlt Dir etwas an Zivilcourage, da Du zu viel nachdenkst. Dies ist generell nicht schlecht, nur die Spontanität fehlt.
Antwortest Du meistens mit der Antwort C, dann bist Du der Temperamentvolle. Du zeigst häufig Zivilcourage. Nur von Deiner Familie lässt Du Dir auf der Nase herumtanzen. Bemerkst Du aber, dass Gewalt gegen Schwächere ausgeübt wird, dann verstehst Du keinen Spaß mehr und es kann sein, dass Dir die Sicherungen durchbrennen. Das kann ins und aufs Auge gehen. Hier musst Du mehr an Dir arbeiten und die Zivilcourage mit einem kühlen und klugen Kopf angehen.
Antwortest Du meistens mit der Antwort D, dann bist Du ein wirklicher Hitzkopf. Du gehst schon bei der kleinsten Kleinigkeit wie das HB Männchen an die Decke. Das kann auch in Gewalt ausarten und dies kann Dich in Schwierigkeiten bringen. Du musst lernen, das Gespräch zu suchen und zu finden, um Probleme gewaltfrei zu lösen.
Was ist Stress?
Lass uns nun das Gegenteil von Gelassenheit anschauen: Was ist eigentlich Stress und wie wird dieser im Allgemeinen erklärt? Stress wird als erhöhte seelische und körperliche Anspannung, welche durch äußere Reize verursacht wird, beschrieben. Dieser Stress führt anschließend zu zahlreichen Reaktionen im Körper. Was ist Dir bei dieser Beschreibung aufgefallen? Das Wort Anspannung? Genau!
Stress kann alles sein. Jeder Mensch reagiert auf Stress anders. Selbst Du reagierst auf die
immer gleiche Stresssituation nicht immer gleich.
Ist Dir dies auch schon mal aufgefallen? Stress ist eine Belastungssituation. Es passiert etwas Unvorhergesehenes. Du bekommst noch eine Akte und weil es so schön ist, noch eine weitere kurz vor dem Feierabend vom Chef vor die Nase geknallt. Super, der Feierabend oder das Wochenende rückt weiter in die Zukunft. Was wird Dein Partner sagen, wenn Du wieder nicht pünktlich von der Arbeit nach Hause kommst? Wer soll die Kinder von der Schule abholen? Wirst Du im Supermarkt so spät noch alles bekommen? Dein Körper schießt eine Ladung Adrenalin in Deine Adern und Deine Herzfrequenz steigt. Jetzt kommt Hektik auf. Wie sollst Du dies alles schaffen? Wer kann schon zwei Herren dienen? Nun denkt sich Dein Körper: jetzt noch eine Prise Cortisol und dann funktioniert das schon mit dem Stress. Ja, leider ist genauso die Vorgehensweise Deines Gehirns, wenn Du in Stress gerätst.
Wie kommt es zu Stress?
Wir sind in unserer heutigen schnelllebigen Zeit ständig verfügbar. Das Handy ist 24 Stunden angeschaltet und der Emaileingang quillt über. Die Reizüberflutung des Internets und der sozialen Medien tun ein Übriges dazu, damit wir nicht mehr wirklich abschalten können. Uns wird ein Druck aufdiktiert, welchem viele nicht mehr standhalten wollen und können. Schon Jugendliche können davon ein Lied singen. Die Schule ist eine Sache, aber wehe Du bist nicht hipp und „in“, dann fliegst Du ganz schnell aus der angesagten Clique. Schon Jugendliche und sogar Kinder klagen über schlechten Schlaf. Gerade der ist aber notwendig, um Stress abbauen zu können, neue Kraft zu tanken und innere Stärke aufbauen zu können.
Der Mensch ist so konstruiert, dass wir leider stressige Situationen ganz anders wahrnehmen und auch verarbeiten als schöne und angenehme Ereignisse. Stress gräbt sich in unser Unterbewusstsein ein und wir möchten diesen vermeiden. Es kommt aber immer und immer wieder zu Stress – selbst dies stresst uns schon. Wir müssen lernen dem Stress zu entkommen und wenn dies nicht gelingt, dann müssen wir damit umgehen können, so dass er uns nicht schadet.
Wie lernst Du Resilienz?
Was ist überhaupt Resilienz? Resilienz ist Deine eigene Widerstandskraft mit schwierigen und herausfordernden Ereignissen im Leben zurechtzukommen und diese so zu überstehen, dass Du weder an Leib noch Seele Schaden dadurch nimmst.
„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“
Martin Luther
Martin Luther war sicherlich ein Mann der Kirche, aber er war dem weltlichen Leben mindestens genauso zugetan. Was wollte er mit diesem Zitat ausdrücken?
Stress hat man nicht, er trifft einen nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel, Stress macht man sich selbst.
Niemand weiß, was morgen ist. Wer sagt oder weiß, dass morgen die Welt untergeht? Niemand kann dies wissen. Also warum sollte ich in Hektik und Stress verfallen? Wenn ich heute aber noch ein Apfelbäumchen (oder irgendein anderes Bäumchen) pflanze, dann tut mir dies in vielerlei Hinsicht selbst gut. Einen Baum zu pflanzen bedeutet Hoffnung. Hoffnung auf eine gute Zukunft. Diese Zukunft hast Du aber gerade selbst positiv beeinflusst, indem Du einen Baum gepflanzt hast. Dieser Baum wird Dir in Zukunft einmal frische Äpfel schenken. Die körperliche Arbeit an der frischen Luft tut Dir gut. Du denkst an etwas Positives und somit stellst Du Dich innerlich auf positiv. Wo so viel Positives herrscht, kann Stress nicht aufkommen. Zu was auch?
Wie kannst Du aber nun noch auf andere Art und Weise Resilienz lernen? Stress kannst Du bewältigen, indem Du innehältst. Nimm den Fuß vom Gas – sinnbildlich. Ein guter Freund von der Nordseeküste sagte immer: „Mach langsam, geht schneller.“ Resilienz kannst Du nicht von heute auf morgen lernen. Dies ist ein Prozess, welcher beim einen länger und beim anderen kürzer dauert.
Was Du machen kannst, ist, viele Dinge um Dich herum so verändern, dass Du weniger gestresst bist.
Wenn Dich Dein Kollege nervt, weil er ständig am Arbeitsplatz private Telefonate führt und dies in einer extremen Lautstärke, dann sag ihm das. Ruhig, sachlich und klar. Im Normalfall lässt er es, er weiß, dass er dies eigentlich nicht darf. Kläre Dinge mit Nachbarn, Freunden, der Familie und Deinem Partner, wenn diese Dir Stress verursachen. Vielleicht wissen diese Personen nicht einmal etwas davon. Lerne Dich selbst runterzufahren. Achte auf Dich und wie Du in gewissen Situationen reagierst. Vielen ist nicht bewusst, dass sie in Stress verfallen und dann nicht mehr aus dem selbigen herauskommen. Zu guter Letzt sagt die Psychologie, dass Du lernen und akzeptieren musst, dass Du der Schmied Deiner Stressfreiheit und Widerstandskraft bist. Viele stellen zu hohe Anforderungen an sich selbst und können diese nicht erfüllen. Dann geraten sie in Stress. Du musst lernen zu verstehen, dass Du Deine Sachen selbst in die Hand nehmen musst sowie Lösungen für Probleme. Du weißt, was Du tun kannst und was nicht. Jeder kennt seine Fähigkeiten.
Auf das Schicksal oder Glück zu vertrauen geht dagegen meistens schief. Charakterliche Eigenschaften wie:
neugierig,
intelligent,
fleißig,
aufmerksam,
anpassungsfähig und
belastbar
sind laut Psychologen nahezu Garanten, um Resilienz zu erlangen. Am wichtigsten jedoch ist es voller Selbstvertrauen zu sein. Selbstvertrauen in sich und in das eigene Leben. Die Welt gehört den Mutigen! In gleichem Masse auch den positiv Denkenden. Wer negativ eingestellt ist, zieht den Stress nahezu magisch an. Dinge können nur misslingen, wenn man das Unheil fast schon herbeisehnt.
Welche Vorteile hast Du, wenn Du gelassen
durchs Leben gehst?
Die Vorteile eines Lebens in Gelassenheit sind mannigfaltig.
Gelassene Menschen werden definitiv älter.
Es fällt schwer einen aufgeregten Mönch oder eine verärgerte Nonne zu finden. Diese Menschen ruhen in sich, ob durch ihren Glauben oder einfach von Natur gegeben ist. Sie sind die Ruhe selbst. Man sieht Mönche und Nonnen nicht rennen, hetzen oder außer sich sein. Sie sind die Ruhe selbst. Sie wissen, wer sie sind, was sie sind und dass alles mehr oder weniger in Ordnung ist. Sie lächeln viel, denn ihr Gott ist eine feste Burg.
Wenn Du gelassen durchs Leben gehst, dann wirst Du viel mehr schöne Dinge am Wegesrand sehen, als wenn Du im Sprint daran vorbeirennst.
Die Schönheit liegt manchmal am Wegesrand verborgen. Kleine Glücksmomente wie bspw. ein Schmetterling, welcher gerade vor Dir auf einer Blume landet und sich genüsslich den Nektar einverleibt, wirst Du bewusster wahrnehmen. Wärst Du in Eile gewesen, hättest Du es nicht gesehen, oder es wäre einfach nicht passiert. Du hättest den Moment verpasst.
Gelassenheit lässt Dich gut schlafen und bringt Erfolg.
Wenn Du Deine Mitte gefunden hast, dann werden Dich die wunderbaren Ereignisse des Tages im Traum begleiten. Wenn Du Stress hast, hast Du maximal Alpträume. Durch guten Schlaf bist Du am nächsten Morgen ausgeruhter und kannst wieder vollgetankt in den neuen Tag starten. Du hast für Deine Aufgaben und Vorhaben mehr Kraft und bist konzentrierter, was Dich wiederum erfolgreicher macht.
„Zeit, die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt.“
Ernst Ferstl
Dieses Zitat bringt Gelassenheit auf den Punkt. Du hast Zeit. Jeder hat 24 Stunden Zeit am Tag. Mach was daraus. Aber hetze nicht von einem Termin zum anderen und lebe nicht das Leben eines anderen. Es ist Dein Leben. Halte inne und bestaune neugierig die Schönheit dieses Planeten. Du hast noch einige Jahrzehnte dafür Zeit. Lass Dich nicht in Stress versetzen.
Welche Stressoren gibt es, wie erkennst Du diese und wie gehst Du diesen aus dem Weg?
„Stress passiert nicht – Stress ist die Art, wie Du auf die Dinge reagierst.“
Stress ist, was Du daraus machst. Ganz plakativ ausgedrückt: Es kommt selten eine Situation daher und das steht drauf: Alarm, Alarm, ich löse Stress aus! Leider gibt es aber wirklich sogenannte Stressoren. Stressoren sind Ereignisse oder Situationen, welche einen Menschen im Leben begegnen und ihn herausfordern. Es sind oftmals große Ereignisse, welche leider zum Leben dazugehören. Das kann der Tod des Partners, der Eltern oder sogar eines Kindes sein. Diese Ereignisse sind tiefgreifend und stellen eine Lebensveränderung dar, welche nicht mehr in den Urzustand zurückzuführen ist. Ist der geliebte Partner oder das eigene Kind gestorben, bricht für fast jeden eine Welt - die eigene Welt zusammen. Hier rate ich immer, professionelle Hilfe eines daraufhin geschulten Psychologen in Anspruch zu nehmen. Trauerarbeit ist sehr wichtig und wird dies unterlassen, kann dies ernsthafte Konsequenzen haben.
Es gibt noch weitere Stressoren, welche die betroffenen Menschen leichter anfällig für Stress machen und weniger fähig, diesem Stress entgegenzuwirken. Zahlreiche Studien fanden heraus, dass einer dieser Stressoren Armut ist. Armut ist auch schon, wenn jemand in ein sozial sehr schwaches Umfeld geboren wird. Es ist nie genug Geld da. Die Lebensmittel sind billig und knapp, frische Ware Fehlanzeige. Die Kleidung ist aus der Kleiderkammer und weder neu noch modern. Du weißt, worauf ich hinauswill. Das Leben ist so trostlos in einer kleinen Sozialwohnung. Drum herum das gleiche Elend. Die Stimmung ist generell dort negativ und von Hoffnung auf ein besseres Leben – keine Spur. Dem kann man nicht aus dem Wege gehen. Wenn man dort hineingeboren ist, dann kann man nur versuchen durch gute Disziplin und Bildung aus dem sozialen Randbereich herauszukommen.
Drogenkonsum stellt immer eine stressige Situation dar. Wer Drogen nimmt, der ist immer auf der Suche nach dem nächsten Schuss. Mit Gelassenheit hat das nichts zu tun. Jegliche Art von Gewalt, egal ob häusliche Gewalt, Gewalt auf der Straße, Vergewaltigung, aber auch Krieg sind starke Stressoren. Wie man einer Vergewaltigung aus dem Weg geht, ist nicht zu beantworten. Ebenso Krieg. Häuslicher Gewalt und generell Gewalt kann man aus dem Wege gehen, in dem man sich scheiden lässt oder das Umfeld ändert.
Beruflicher Stress ist ein häufiger Stressfaktor. Hier hilft es klar und deutlich seine Fähigkeiten zu kennen. Du weißt am besten, wie viel Du leisten kannst und willst. Ist das Maß erreicht, brauchst Du Hilfe. Dies kannst Du dadurch erreichen, dass Du Dich nur auf die wichtigsten Arbeiten beschränkst und den Rest delegierst. Alle erfolgreichen Manager wissen dies und machen es genau auf diese Weise. Niemand kann alles selbst machen.
Krankheit ist ein Stressfaktor. Wenn Du krank bist, ich meine nun nicht einen Schnupfen oder einen verstauchten Knöchel, dann ist das mit viel Stress verbunden. Dieser Stress ist einmal mental, da Du pausenlos nachdenkst, warum ist mir das passiert? Warum ich? Was habe ich falsch gemacht? Werde ich wieder gesund? Wie wird das mit der Familie und dem Geld funktionieren? Die Liste könnte beliebig weitergeführt werden. Darum geht es aber nur sekundär. Primär geht es darum, dass dieses permanente Nachdenken und diese negativen Gedanken erstens Stress in Dir auslösen und zweitens Deiner Genesung komplett im Wege stehen. Krankheiten kann man aus dem Wege gehen. Nahezu jeder kann es vermeiden ernsthaft zu erkranken. Psychologen sagen, dass Krankheiten sehr häufig ein psychologisches Problem zur Grundlage haben.
Der Ayurveda betrachtet den Menschen ganzheitlich: Also das körperliche Gebrechen, die seelische Verfassung und mentale Situation. Wenn die Seele nicht mehr weinen kann, wird der Körper krank. Krankheiten versucht man zu meiden, indem man seine Gesundheit fördert. Gesunde, ausgewogene und frische Ernährung hilft hier enorm. Nicht zu rauchen, dem Alkohol nur gelegentlich mit einem kleinen Glas Wein zu frönen, keine Drogen zu nehmen und das Gewicht zu kontrollieren sind die Eckpfeiler einer guten Gesundheit. Regelmäßiger Sport oder Bewegung im Freien an der frischen Luft, dies kann auch die tägliche Gartenarbeit sein, fördert Deine Gesundheit. Auf dem Sofa Schokolade und Chips in Dich zu stopfen, wird sich eines Tages an Dir rächen.
Wie wirkt sich Stress langfristig auf Dich
und Deine Gesundheit aus?
Was Stress ist, habe ich Dir nun erklärt. Wie sich dieser auf Deine Gesundheit auswirkt, ist wirklich erschreckend. Bist Du also im Stress und ist Deine Resilienz sehr niedrig oder nicht vorhanden, dann passieren mehrere Dinge mit Dir. Den wenigsten ist dies bekannt oder bewusst: Wenn Du ständig Stress hast, also sogenannten chronischen Stress, dann bist Du und Dein Körper in einem Daueralarmzustand. Diesen nimmst Du auch mit in den Schlaf, sofern Du überhaupt noch schlafen kannst. Bist Du längere Zeit in diesem Zustand und schaffst es, nicht Dich herunterzufahren, dann wirst Du in einen chronischen Erschöpfungszustand kommen. Dies geschieht schleichend und ist vielen nicht bewusst! Dieser chronische Erschöpfungszustand wiederum löst einige Krankheiten aus. Diese sind schon mal Konzentrationsschwierigkeiten und eine ständige innere Spannung. So passieren Fehler und Unfälle. Mediziner erklären, dass dieser Dauerstresszustand einer der Hauptauslöser für Schlaganfall und Herzinfarkt sind. Wer im Stress ist, atmet flacher. Somit muss das Herz mehr und schneller schlagen – der Blutdruck steigt. Bist Du im Dauerstress wird dies zu Bluthochdruck führen.
Langanhaltender Stress macht dumm. Ist Dein Körper im Dauerstress, überlastet dieser Dein Gehirn. Die Gehirnmasse schrumpft. Weniger Gehirn – weniger Gedächtnisleistungsfähigkeit. Dies kann einen Schlaganfall im Gehirn auslösen.
Tinnitus ist nahezu immer eine Folge von Dauerstress. Ein Hörsturz ist nichts anderes als ein Infarkt im Ohr. Einen Tinnitus zu haben ist kein Spaß. Ständige sogenannte Phantomgeräusche zu hören von leichtem Rauschen bis hin zur schrillen Trillerpfeife – nun ich wöllte das nicht haben.
Der komplette Magen-Darm-Trakt reagiert allergisch auf Stress und auf Dauerstress sogar wirklich säuerlich. Sodbrennen ist eine Reaktion auf Stress. Nun ja wirst Du nun sagen, das ist ja nicht so schlimm. Ärzte bestätigen, dass häufiges Sodbrennen Magengeschwüre auslöst. Schmerzen, Übelkeit, Völlegefühl, Appetitlosigkeit sind nur einige der Begleiterscheinungen. Verstopfung oder Dauerdurchfall sind ebenso an der Tagesordnung wie ständige Müdigkeit und eine schlechte Versorgung mit Vitaminen und Mineralien. Stress schwächt Dein Immunsystem. Infektionskrankheiten sind somit Tür und Tor geöffnet. Du bist verspannt und Deine Muskulatur zeigt Dir dies deutlich mit Rücken- und Schulterschmerzen, von den ständigen Kopfschmerzen ganz zu schweigen.
Die Haut wird schlecht, Neurodermitis blüht so richtig auf, wenn Dauerstress herrscht. Die Psyche leidet und schreit stumm. Dauerstress macht Dich nervös, reizbar, unzufrieden, wütend, ängstlich, angespannt und kann, wenn Du nicht sofort gegensteuerst, im Ernstfall sogar in einer Depression enden. Diese Depressionen können gepaart sein mit Panik-attacken. Wer einmal eine Panikattacke hatte, der weiß, dass es sich hierbei um einen Hilfeschrei des Körpers und vor allem der Seele handelt. So kann es dann nicht mehr weitergehen. Jetzt ist der Zeitpunkt, zu dem professionelle Hilfe gesucht werden muss. Eine Auszeit muss her, egal wie. Eine Kur über mehrere Wochen mit psychologischen Gesprächen und dem Erlernen der Resilienz. Gelassenheit ist das Ziel. Stress bringt Dich nirgendwo hin, außer ins Krankenhaus oder Sanatorium. Häufigste Folge des Dauerstresses ist schließlich der Burnout.
Der Burnout – den sollte man nicht
so gelassen nehmen
Der Burnout wird als körperlicher, geistiger und emotionaler Erschöpfungszustand beschrieben. Lass uns das Wort Burnout mal ganz einfach anschauen und direkt übersetzten: Burnout – ausgebrannt. Das ist doch erschreckend, oder? Ausgebrannt sein. Also die totale Zerstörung. Nichts ist mehr übrig. Keine schöne Vorstellung. Ich denke, einen Burnout sollte man tunlichst vermeiden. Symptome eines Burnouts sind: Neigung zum Weinen, Schwächegefühl, Ruhelosigkeit, Desillusionierung, Langeweile, innere Leere, Gleichgültigkeit, Entscheidungsunfähigkeit, Schlafstörungen, Energiemangel, Erschöpfung, Verzweiflung, Konzentrationsschwäche, Vorwürfe gegen andere, Verlust an Empathie, Zynismus, Bitterkeit, Betonung von Fachjargon, Probleme in der Partnerschaft und Familie, Gefühl mangelnder Anerkennung, Engegefühl in der Brust, Übelkeit, Rückenschmerzen, vermehrtes Rauchen, Atembeschwerden.
Die Symptome sind bei jedem Betroffenen unterschiedlich, was eine Diagnose so schwermacht. Wie kann man aus einem Burnout wieder herauskommen und dies möglichst ohne Schäden. Ohne professionelle Hilfe wird das eher nichts. Die Liste zur Behandlung des Burnouts ist interessant zu lesen:
Zurechtrücken der Erwartungen und der Realität
Erlernen von Entspannungstechniken
Gesunde Lebensweise
Entlastung
Neuausrichtung der persönlichen Ansprüche
Reflexion der persönlichen Erwartungen
Verbesserung der Work – Life – Balance
80% aller Menschen, welche einen Burnout unbeschadet überstanden haben und wieder zu ihrer alten Stärke, sowohl mental als auch physisch, gefunden haben, haben ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt. Jobs werden gekündigt. Absolute gegensätzliche Lebensstile werden anfangen. Alles was Stress auslöst wird aus dem Leben eliminiert. Manche gehen ins Kloster. Lassen all den Wohlstand und Erfolg hinter sich. Der erfolgreiche Manager ist nun Landschaftsgärtner. Er genießt es draußen in der Sonne und an der frischen Luft körperlich zu arbeiten. Er kann kreativ sein und mit Pflanzen arbeiten. Lebenden Dingen, nicht mehr mit totem Material wie Papier, Zahlen, Diagrammen und Profit. Die erfolgreiche Karrierefrau ist nach ihrem Burnout nie wieder in ihre Firma zurückgekehrt. Sie ist ausgestiegen. Hat alles verkauft und sich ein Segelboot zugelegt. Nun ist sie irgendwo auf dem Atlantik unterwegs und legt an wo immer es ihr gefällt. Stress hat sie keinen mehr. Sie hat sich und ihre Bestimmung gefunden – auf jeden Fall für den Moment.
Was macht Stress mit Deinem
sozialen Umfeld?
Stress hat leider nicht nur auf Dich eine enorme Auswirkung. Auch Dein Umfeld bleibt davon nicht verschont. Alle um Dich herum leiden, meistens still. Dein Partner oder Partnerin traut sich schon gar nichts mehr zu fragen. Sie haben Angst, etwas Falsches zu sagen und Dich noch mehr zu stressen. Ein normales Familienleben ist nicht mehr möglich. Du bist so müde und ausgelaugt nach der Arbeit, dass Du maximal noch am gemeinsamen Abendessen teilnimmst, wenn Du dann schon zuhause bist. Danach sitzt Du vor dem Fernseher und machst nichts mehr außer Dich berieseln zu lassen. Kein Gespräch, keine gemeinsamen Spiele mit den Kindern, keine Aktivitäten mit dem Partner oder Freunde treffen. Nicht mal mehr zum Sport gehst Du. Dein Umfeld ist dadurch wie paralysiert.
Keiner traut sich in Deiner Nähe gute Laune zu haben, zu lachen oder glücklich zu sein. Leider ist dies den Betroffenen nicht klar. Sie sind so in ihrem Stress gefangen und in all den Begleiterscheinungen, dass sie nicht bemerken, dass wie ihr Umfeld leidet. Die Angehörigen eines Stressgeplagten reagieren alle unterschiedlich. Die einen wollen helfen, stoßen aber auf taube gestresste Ohren. Die anderen sind so verwirrt, verängstig und besorgt, dass sie nicht noch mehr Stress verursachen wollen und ziehen sich zurück. Die Freunde, welche nicht so nahe am Gestressten sind, haben dies schon vor längerer Zeit gemacht. Dir ist dies gar nicht aufgefallen. Jedenfalls nicht am Anfang. Mit der Zeit hingegen schon. Aber Du hast dies für Dich einfach weggewischt. Du hast halt keine Zeit. Du bist im Dauerstress, schließlich arbeitest Du ja an Deiner Karriere und dies wird sich ja auch irgendwann einmal für Dich und Deine Familie auszahlen. Du gehst ganz langsam, salopp gesagt, vor die Hunde. Der Burnout zeigt sich da am Horizont schon langsam ab und Du rennst immer noch weiter in Dein Verderben. Du hast so einen Tunnelblick, dass man Dich da nur noch sehr schwer rausbringt.
Vielen Stressgeplagten ist nicht bewusst, was ihr gestresst sein mit den Menschen um sie herum macht. Leider ist die Folge davon die Trennung oder Scheidung. Der Gestresste erkrankt ernsthaft und es muss die Notbremse gezogen werden. Ein Burnout ist dann der letzte Schuss vor den Bug, wenn der Betroffene partout nicht begreifen will, was gerade passiert und welchen Raubbau er mit sich selbst, aber auch seinem Umfeld veranstaltet.
In welchem Zusammenhang stehen Ängste und Phobien mit Stress?
Zuerst einmal: Angst ist ein wichtiger Impuls, um uns vor Gefahren zu schützen. Angst hilft uns zu überleben und nicht den Helden zu spielen und dann ein Held im Grab zu sein. So weit – so gut. Doch, Ängste können auch ausarten. Sie können zur fixen Idee werden. Psychologen und Angstforscher sprechen dann von einer Angsterkrankung, wenn folgende Punkte auf den Betroffenen zutreffen:
Die Angst tritt ohne reale Bedrohung auf.
Die Angst hält übermäßig lange an.
Das Angstgefühl ist extrem stark ausgeprägt.
Die Angst verursacht beim Betroffenen sogar körperliche Beschwerden.
Du denkst nun vielleicht, dass Angst Stress auslöst. Nein, es ist gerade andersherum. Chronischer Stress löst Angst, Panikattacken und Angsterkrankungen aus. Psychologen aus München haben dies nun sogar beweisen und erklären können. Es geht hierbei um ein Enzym, welches die Hirnrinde dazu animiert, Angst auszulösen. Dies passiert nur, wenn die Person über Maß gestresst ist.
In Deutschland allein ist jeder Fünfte mittlerweile von krankhafter Angst betroffen. Das ist doch eine enorme Zahl, findest Du nicht? Vielen Betroffenen ist dies aber nicht immer klar. Ja, Du hast das richtig gelesen. Die Personen haben Angst, erkennen aber gar nicht, dass sie Angst haben. Diese Menschen sorgen sich und grübeln zu viel. Warum hängen die Mundwinkel vom Chef immer dann herunter, wenn er in mein Büro kommt? Warum schaut meine Frau mich immer so finster an, wenn ich nach Hause komme? Warum kommt eigentlich Sven nicht mehr zu uns zu Besuch? Hab ich ihn irgendwie vor den Kopf gestoßen? Diese Menschen dürsten nach Anerkennung, Lob und Wertschätzung, aber genau diese wird ihnen verweigert. Dies muss nicht mal böswillig geschehen. Es ist dem Chef einfach klar, dass Du gute Arbeit machst, warum soll er Dich dauernd loben? Dein Gehalts-scheck zeigt es doch deutlich. Deine Frau hat oft Migräne und sagt es Dir nicht, weil sie Dir keine Angst machen und Dich nicht noch zusätzlich stressen will. Du weißt nicht, mit wem Du sprechen könntest, Du willst schließlich nicht Dein Gesicht verlieren. All diese Sorgen und Ängste lösen einen Dauerstress in Dir aus, welcher Dir auch nicht wirklich klar ist. Menschen unterscheiden oft nicht, ob es nun Angst ist, was sie empfinden oder Stress. Die Grenzen sind da fließend und oftmals verwischt. Interessanterweise ist der Begriff Burnout gerade in seiner Schwere für viele positiv behaftet. Wer einen Burnout erleidet, der ist wichtig und hat viel geleistet. Das ist schon ganz schön schräg, findest Du nicht?
Wie entstehen Ängste und Phobien?
Hierbei muss man zwischen Ängsten und Phobien unterscheiden. Die Psychologie beschreibt eine Phobie als einen inneren Konflikt, welchen die betroffene Person nicht handeln kann. Also verlagert sie diesen inneren Konflikt nach außen. Die innere Angst wird auf ein außenliegendes Objekt, welcher Art auch immer, verlegt.
Ängste und Phobien können von der Mutter oder dem Vater auf das Kind übertragen werden. Nein, nicht wie ein Virus, aber fast. Hat der Vater Angst vor Wasser, wird er seinem Sohn nicht schwimmen beibringen und ihm unterschwellig vermitteln: Wasser – untergehen – Panik! Die Mutter bekommt schon einen Schreikrampf, wenn sie eine Maus auch nur erahnen könnte. Du kannst davon ausgehen, dass Du nie irgendein Haustier aus der Familie der Nager bekommen wirst. Weitere Beispiele sind die Angst vor Spinnen, Flug- oder Höhenangst. Wissenschaftler sagen, dass diese Ängste durch eine genetische Veranlagung ausgelöst werden können. In einem Punkt sind sich die Experten einig: ein Auslöser allein macht selten eine Angsterkrankung oder eine Phobie. Dazu müssen schon mehrere Punkte zusammenkommen.
Wie wird man Ängste und Phobien wieder los
Nahezu immer muss professionelle Hilfe eines darauf spezialisierten Psychologen in Anspruch genommen werden. Therapieansätze sind viele vorhanden. So kann die Konfrontationstherapie sehr gute Erfolge erzielen. Ein Beispiel hierfür ist die Arachnophobie, also die Angst vor Spinnen. Warum hat jemand Angst vor Spinnen? Fragt man die Betroffenen, sagen diese meistens: „Die sind doch ekelhaft, mit den langen, haarigen Beinen und die sind auch gefährlich.“ Woher kommt das? In der Regel von den Eltern. Die Mutter stand grundsätzlich auf einem Stuhl, wenn die kleinste Spinne über den Boden rannte. Ist jemals auch nur die kleinste Kleinigkeit passiert? Wurde der Betroffene oder jemand aus der Familie gebissen? Hier kommt immer ein klares Nein. Die Angst ist also komplett unbegründet. Es ist meistens eine Angst, welche anerzogen wurde.
Bei der Konfrontationstherapie wird, wie es das Wort schon erahnen lässt, genau dies gemacht. Zuerst ist die Spinne in einem Glas mit Schraubverschluss. So kann der Phobiker die Spinne betrachten, denn dies macht man sonst in der Regel eher nicht. Durch das Glas ist er oder sie „sicher“. Dies und die Anwesenheit des Psychologen nehmen die erste Angst vor dem Achtbeiner. Der Psychologe beruhigt den Patienten und schaut sich mit ihm das harmlose Tierchen an. Der Angsterkrankte muss nun dem Psychologen erklären, was an der Spinne denn nun so beängstigend ist, wie diese ihn beißen könnte und warum sie dies tun sollte. Dem Phobiker wird in mehreren Sitzungen klar, dass seine Angst unbegründet ist. Die Therapie hat sehr gute Erfolgschancen. Es kann sogar so weit gelingen, dass der ehemalige Spinnenfeind eine Tarantel streicheln und über seinen Arm laufen lassen kann.
Phobien müssen über Psychotherapie behandelt werden. Jede Phobie braucht eine spezielle Art der Behandlung. Jemand, der an Platzangst leidet, wird anders behandelt, als jemand der Höhen- oder Tiefenangst hat.
Ängste und Phobien überwindet man entweder in der Selbsttherapie, man setzt sich logisch mit seiner Angst auseinander, oder wenn die Phobie zu stark ist, dann muss der Psychologe ran. Je nach Phobie kommt es zur erwähnten Konfrontationstherapie. In anderen Fällen wird die Gesprächstherapie so gestaltet, dass der Betroffene erklären muss, welche Befürchtungen er in den Situationen hat, die ihn beängstigen und in Panik aufgehen lassen. Und schließlich, wer hätte es gedacht: es wird Gelassenheit geübt. Mithilfe von Entspannungstechniken lernt der Betroffene in seinen angsteinflößenden Situationen die Ruhe zu bewahren und sich der Angst zu stellen.
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