Kitabı oku: «Der Engelflüsterer»

Yazı tipi:

Das Buch

„Viele, die Kontakt mit Engeln hatten, glauben nach einer Weile, sie wären verrückt und hätten es sich eingebildet. Das ist nicht eingebildet!“, sagt Großbritanniens jüngstes Medium Kyle Gray. In diesem Buch - seinem ersten - protokolliert der „Engelflüsterer“ viele dieser unglaublichen Begegnungen mit den himmlischen Kräften, zu denen er, mit Unterbrechungen, seit frühester Kindheit Kontakt hält. Dabei überraschen die Mitteilungen aus der anderen Welt immer wieder mit ihrer Weisheit, Lebendigkeit und Genauigkeit. Zudem gibt der Autor fundierte Tipps, wie man ein gutes, seriöses Medium findet und wie man selbst Kontakt zu diesen Kräften aufbauen kann.

Der Autor

Kyle Gray erlebte im Alter von 4 Jahren erste Kontakte mit der anderen Welt, nachdem seine Großmutter gestorben war. Als Heranwachsender ließ er diese Fähigkeit einige Jahre brachliegen. Er jobbte als DJ, war als Musiker erfolgreich, studierte Musik-Produktion, nahm aber mit sechzehn seine Verbindung zum Reich der Engel wieder auf. Seit er siebzehn ist, gibt er (auch via Telefon und Skype) regelmäßig „Readings“. Seit 2008 berät er als Kolumnist der Scottish Sun Menschen in lebenspraktischen und seelischen Fragen. Kyle Gray gilt als überaus echt und natürlich - ein Medium, das mit beiden Beinen im Leben steht.

Kyle Gray

Der Engelflüsterer

Unglaubliche Geschichten der Hoffnung und der Liebe von den Engeln


Inhaltsverzeichnis

Umschlag

Das Buch / Der Autor

Titel

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Danksagung

Prolog

1 Lernen und wachsen

2 Überall ist Liebe

3 Helfen und heilen

4 Den Dingen Platz machen, damit sie wachsen können

5 Die Welt der Engel

6 Wir alle können mit Engeln reden

7 Finden Sie den Sinn Ihres Lebens

8 Das Gefühl von Unschuld

9 So winzig, so wichtig

10 Zeichen von oben

11 Hilfe von oben

12 Unsere Verstorbenen

13 Ein Glaube im Licht

14 Immer präsent, immer aufmerksam

15 Göttliche Wesen

16 Eine himmlische Zugabe

17 Liebe und Fülle

Impressum

Meiner Mutter Diane gewidmet

für ihre bedingungslose Liebe und Unterstützung

Vorwort

Ich habe versucht herauszufinden, wie ich Ihnen am besten erklären kann, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Die Wahrheit ist - ich sah einfach keinen Grund, es nicht zu tun!

Wenn ich ein wenig darüber nachdenke, glaube ich, der Hauptgrund, warum ich diese Worte auf Papier bringe, ist, meine Erlebnisse mit Ihnen zu teilen - nicht nur, damit Sie wissen, was mir passiert ist, sondern auch, damit Sie wissen - falls Sie ebenfalls Kontakt zu Engeln hatten -, dass das, was Ihnen passiert ist, vielen anderen Menschen ebenfalls widerfährt. Allzu oft fühlen sich Menschen allein, wenn sie solche Erlebnisse haben. Sie denken, sie werden verrückt oder dass ihnen niemand glauben würde. Dann belassen sie es dabei und überzeugen sich selbst davon, dass sie sich das alles nur eingebildet haben.

Sie sind nicht verrückt. Sie haben sich das nicht eingebildet. Ich glaube Ihnen.

Ich habe auch das Gefühl, dass es meine Aufgabe ist, den Engeln dabei zu helfen, ihr Licht zu verbreiten und ihre Botschaft weiterzugeben. Diese Botschaft ist einfach: Glaube an sie und liebe dich selbst. Engel wollen nicht, dass wir uns auf sie verlassen und wollen uns auch nicht leiten - aber sie ermutigen uns täglich dazu, unsere eigene Kraft zu spüren, damit wir mit ihrer Unterstützung Rückschläge überwinden können. Ich bin damit gesegnet, Ihnen dabei helfen zu können, aber ich möchte Sie wissen lassen, dass Sie ebenfalls gesegnet sind, denn die Engel sind für Sie genauso da wie für mich. Ich hoffe, ich kann Ihnen dabei helfen, das zu glauben und eine wirkliche Verbindung zu ihnen aufzubauen.

Schon seit ich ein kleiner Junge war, haben mir die Menschen gesagt, dass ich wohl irgendwann einmal ein Buch schreiben würde. Ich habe nie verstanden, warum sie das gesagt haben, aber es sollte wohl definitiv so sein und es kommt mir auch so vor, als wäre es richtig, es zu tun. Also: Hier ist es.

Wenn es nur eine Sache ist, von der ich möchte, dass Sie sie für sich aus diesem Buch ziehen, dann ist es das Wissen, dass wir niemals sterben. Wir leben weiter und lieben aus einer anderen Dimension, wie Ihnen diese unglaublichen Geschichten von Liebe und Hoffnung zeigen werden.

Die Liebe ist überall um uns herum - jetzt! Wir sind Liebe und wir werden geliebt. Ich hoffe, Sie fühlen diese Liebe, während Sie damit anfangen, meine Geschichte zu lesen, und ich hoffe, Sie fühlen diese Liebe die ganze Zeit über.

Namaste.

Danksagung

Es gibt so viele Menschen, die mich zu dieser Reise ermutigt haben, und ich werde ihnen immer dankbar sein.

Als Erstes möchte ich meinen Eltern danken, die mir immer Halt gegeben haben. Meine Mutter ist eine wirklich sensible Seele, die mich gelehrt hat, meine Meinung zu vertreten, während mein Vater mich immer dazu ermutigt hat, für das einzustehen, an das ich glaube. An meine Großmutter im Himmel: Danke, dass du immer bei uns warst.

Einen besonderen Dank schulde ich Linda Watson-Brown, die sich das Konzept dieses Buches ausgedacht hat und unermüdlich an dem gearbeitet hat, was Sie nun in Ihren Händen halten, und Clare Hulton, unserer Agentin, die niemals den Glauben daran verlor, dass wir einen Verleger finden würden, und die mich mit dem Verleger zusammenbrachte, auf den ich schon immer gehofft hatte.

Ein Dank geht auch an Gill Benning, David Wells und Monica Cafferky, die mir bei meiner beruflichen Laufbahn in den Medien geholfen haben.

Mein Dank gilt auch der Hay House Familie, Carolyn, Jo und den Redaktionsmitarbeitern, mit denen es ein Vergnügen war zu arbeiten. Die positive Energie von Louise L. Hay machte all das möglich.

David Hamilton hat mir positive Anstöße, Anregungen und Unterstützung gegeben - du bist eine Inspiration, David.

Ich möchte mich ebenfalls bei meiner geistigen Familie bedanken, insbesondere bei June Moore, meiner kosmischen Mutter, die immer gesagt hat, dass Hay House der richtige Verlag für mich sei. Ich danke Margaret McKim, die vor Jahren meine Entwicklungskreise veranstaltet hat - Sie haben mir viel beigebracht. Dank an Avril Stephens, meine Reikimeisterin, die mir immer gesagt hat, ich solle die Dinge einfach handhaben, und an Alexis Wilson für ihre Unterstützung, Ermutigung und Tipps. Mein ewiger Dank gilt meinen Seelenschwestern Michelle Connor und Diane Etherson, die mir jedes Mal etwas Neues beibringen, wenn ich sie sehe.

Mein Dank geht an die Damen, mit denen ich jede Woche in der Spiritualist Church war und die immer an mich glaubten - Andrea, Marie, Wilma, Jean (im Geiste), May (die verstarb, während dieses Buch geschrieben wurde) und Tillie. Und an Elsie, die meine erste Mitteilung an die Geistwelt erhielt - ich erinnere mich an dich!

Danke an alle Mitarbeiter der Scottish Sun, besonders an Yvonne (die mich davon überzeugte, für ein Interview auf der ersten Seite hereinzukommen), an Emma (die sicherstellte, dass ich alle meine Post und Geschenke erhielt) und an Peter Cox (der mich ständig auf Trab hielt).

Ich möchte ebenfalls meinem erstaunlichen Freundeskreis danken. Meinen Mädchen Jennifer, Teri und Heather, ihr seid wirklich erstaunlich und ich werde euch immer lieben! Den Jungen, die zu meinen Brüdern wurden: Scott, Felix, Ryan und John - ihr seid alle talentierte Persönlichkeiten. All meinen Kameraden von Glynhill für ihre Unterstützung und dafür, dass sie mich zweieinhalb Jahre lang nachts zugedeckt haben - und meiner adoptierten Tante Maroulla dafür, dass sie mir die Gelegenheit gegeben hat, bei ihr zu schlafen. Ich habe so viel von euch allen gelernt.

Natürlich möchte ich mich auch beim Universum und den Engeln bedanken, die all das möglich gemacht haben. Dieses Buch ist der Beweis dafür, dass etwas wahr wird, wenn man nur fest daran glaubt. Ich liebe und glaube an euch alle.

Namaste.

Prolog

Ich erwachte mitten in der Nacht. Es war dunkel und es war still, aber ich hatte keine Angst. Ich war erst vier Jahre alt, aber ich war überhaupt nicht ängstlich. Wieso sollte ich auch, wo doch die Person, die ich mehr als jeden anderen Menschen auf dieser Welt liebte, an meinem Bett saß und danach schaute, ob es mir gut ging?

Ich habe meine Oma heiß und innig geliebt und ich wusste, dass sie auch mich heiß und innig liebte. Immer wenn ich Angst hatte oder aufgeregt war, streichelte sie meinen Arm, bis ich mich beruhigte. Sie umarmte mich und sagte mir, dass sie mich liebe, und ich hatte immer das Gefühl, dass alles gut wird, solange sie nur da ist.

Vor kurzem hatten sich die Dinge geändert. Ich wusste, dass meine Großmutter krank geworden war, denn sie musste zu uns ins Haus ziehen, damit meine Mutter sie pflegen konnte. Mein Spielzimmer wurde von all meinen Spielsachen befreit und in ein kleines Schlaf- und Wohnzimmer für Oma verwandelt. Ich wusste nicht, was ihr fehlte, aber alle Erwachsenen waren sehr ernst, wann immer sie darüber sprachen, und ich bemerkte, dass Oma manchmal nicht richtig atmen konnte.

Als sie in mein altes Spielzimmer zog, war ich glücklich: Es war direkt neben meinem Kinderzimmer und ich war ganz aufgeregt, weil ich ihr so nahe sein durfte. Ich nahm an, sie könne die ganze Zeit mit mir spielen oder hereinschauen und mir Gute-Nacht-Geschichten vorlesen. Leider kam es anders.

Oma brauchte einen Rollstuhl und danach war sie nicht mehr in der Lage, selbständig irgendwohin zu gehen. Sie schaffte es nicht, sich durch die engen Türöffnungen zu manövrieren, um von ihrem Zimmer in meines zu kommen - und ihre Atmung wurde immer schwerer. Vor einer Woche hatten wir sie ins Krankenhaus gebracht und als wir sie dort besuchten, sah sie nicht mehr wirklich wie meine Oma aus. Sie trug noch immer eine dieser flauschigen Bettjacken, die sie in diesen Tagen wohl ständig anhatte, aber sie war sehr müde gewesen, unfähig, auch nur irgendetwas zu tun. Als sie mich sah, lächelte sie und sagte: „Da ist mein kleiner Junge!“, sobald ich in ihr Zimmer lief. Aber wir mussten immer schnell wieder gehen, weil Oma Ruhe brauchte.

Jetzt war ich glücklich sie zu sehen. Sie trug eine ihrer Bettjacken, daher dachte ich, sie wäre wohl nach Hause gekommen und hätte sich aus ihrem Zimmer geschlichen, um mich zu sehen. Wie schön, dass sie nicht mehr in ihrem Rollstuhl saß. Und wie sie so an meinem kleinen Bett saß, sah sie so glücklich darüber aus, dass sie bei mir sein konnte. Allerdings war da dieses seltsame Gefühl im Zimmer - es war fast so, als könnte ich die Liebe fühlen, die von ihr ausging.

Wir lächelten einander an und sie kam näher. Ich war so froh darüber, dass sie bei mir aufgetaucht war und sich besser fühlte. Ich erinnere mich daran, wie ich dachte: „Da ist meine beste Freundin, sie wird mir dabei helfen, wieder einzuschlafen.“ Ich liebte es, vor dem Einschlafen am Rücken gekrault zu werden. Sobald ich das gedacht hatte, begann Oma, mich zu kraulen. Ich fühlte mich so eingehüllt in ihre Liebe und sicherer als jemals zuvor, fast so, als wüsste ich, dass dieses Gefühl immer da sein würde.

Langsam glitt ich in den Schlaf - sicher, geborgen und glücklich.

Am nächsten Morgen kam meine Mutti in mein Zimmer und öffnete die Rollläden. Die Sonne schien herein und ich fragte, wo denn meine Oma sei. Mutti kam mir ein wenig distanziert vor. Sie fragte mich, was ich meinte.

„Ist sie in ihrem Zimmer?“, fragte ich.

Mutti schüttelte den Kopf und schien bestürzt zu sein.

„Ist sie beim Frühstück?“

Wieder schüttelte sie den Kopf.

Ich hatte einen schrecklichen Gedanken: Was, wenn Oma wieder zurück ins Krankenhaus gebracht worden war?

Meine Mutter verließ das Zimmer, als ich sie danach fragte.

Ich hüpfte die Treppen hinunter, um zu frühstücken, und fragte wieder nach meiner Oma.

„Ich habe sie heute Nacht gesehen“, erzählte ich meiner Mutti. „Sie kam in mein Zimmer, als ich aufgewacht bin und half mir, wieder einzuschlafen. Sie muss sich schon viel besser fühlen. Ich bin so froh, dass sie den Rollstuhl nicht mehr braucht. Wo ist sie?“

Wieder bekam ich keine Antwort. Was konnte meine Mutti schließlich ihrem kleinen Jungen sagen, der so unschuldig über seine geliebte Großmutter plapperte? Sie konnte mir nicht sagen, dass ich Unsinn rede, und sie konnte mir nicht sagen, dass ich ruhig sein sollte. Ich wurde mit Liebe und Freundlichkeit erzogen - vielleicht war das der Grund, warum meine Mutter sich nicht überwinden konnte, mir zu erzählen, was mir das Herz gebrochen hätte, nämlich dass meine wundervolle Großmutter in dieser Nacht gestorben war.

Sie war niemals aus dem Krankenhaus gekommen, sie war niemals in unser Haus zurückgekehrt. Es war ihr Geist, der zurückgekommen war, um nach mir zu sehen, bevor er weiterzog.

Ich weiß heute, dass Sie noch schnell bei Ihrer Familie vorbeischauen können, bevor Sie hinübergehen, bevor Ihr Geist auf das Licht trifft. Meine Oma und ich hatten eine ganz besondere Verbindung und ich glaube fest daran, dass sie gekommen war, um nach mir zu sehen, während sie auf die nächste Ebene zuging, denn schließlich war ich ihr kleiner Junge. Ich war aufgewacht und hatte die Liebe gefühlt und ich glaube, das war auch so gedacht, denn was meine Oma mir in dieser Nacht gegeben hat, war etwas, das bis zu diesem Tag bei mir geblieben ist. Ich fühlte mich beschützt. Ich fühlte, dass mir niemals ein Leid geschehen würde. Ich fühlte mich unbesiegbar.

Es war ein Segen, der mein Leben veränderte.

1
Lernen und wachsen

Die Nacht, in der meine Großmutter starb, prägte mein ganzes Leben. Sogar mehr als mein Leben, denn ich glaube fest daran, dass das, was wir auf diesem irdischen Planeten erleben, nur ein kleiner Teil dessen ist, was wir in all der Zeit erleben. Diese Nacht beeinflusste mich tief in verschiedenster Weise. Es war nicht nur ein Moment des Verlustes in meinem jungen Leben, es war auch ein Moment, der mich für immer veränderte. Ich möchte Sie mitnehmen, während ich zurück auf meine frühen Jahre schaue, denn dieser Moment war der Anfang von allem. So wie ich es sehe, ist das Leben eine Reihe von Chancen, etwas zu lernen. Viele davon werden durch unsere eigenen Entscheidungen in Bewegung gesetzt. Ich glaube auch, dass es bedeutsame Episoden gibt, die oft Wegweiser dessen sind, was kommen wird. Wenn Sie sich mit mir auf die Reise in die Welt eines vierjährigen Jungen begeben, sehen Sie vielleicht, was damals war und wie ich dahin kam, wo ich heute bin.

Was meine Oma mir in dieser Nacht zeigte, war ein Einblick in mein Schicksal. Seitdem habe ich gelernt, mit Engeln zu kommunizieren, und trotz meines jungen Alters bin ich davon überzeugt, dass das meine Bestimmung in diesem Leben ist. Mit Sicherheit begann alles in dieser Nacht, und ich danke meiner Oma für alles Wunderbare, das mir seitdem passiert ist. Ich hatte eine wirklich enge, schöne Verbindung mit ihr, und ich habe sie immer noch, obwohl sie nicht mehr in physischer Form hier ist.

Agnes war meine Großmutter mütterlicherseits. Sie und meine Mutter waren sich auch sehr nahe und es war ganz natürlich, dass ich vom Tag meiner Geburt an Teil dieser kleinen Gruppe sein würde. Diese starken weiblichen Einflüsse in meinen frühen Jahren prägten mich zu einem Großteil und halfen mir dabei, meiner Gefühle und meiner sensitiven Seite bewusst zu werden. Ich verwünschte sie noch nicht einmal, als diese Sensitivität mir während meiner Schulzeit im Weg stand, denn sie brachte mir auch so viel in meinem Leben.

Bevor meine Oma bei uns einzog, lebten wir sehr nah beieinander. Wir wohnten in einem neuen Haus auf einem Hügel und meine Oma lebte in dem Haus, in dem meine Mutter geboren wurde. Es war höchstens drei Minuten entfernt und ich sah meine Oma jeden Tag. Obwohl meine Mutter meiner Oma viel Aufmerksamkeit schenkte, als sie bei uns einzog, gab mir das doch die Gelegenheit, eine starke Verbindung zu beiden zu entwickeln.

Im Alter von drei Jahren wurde ich sehr krank, was mich meiner Großmutter noch näherbrachte. Etwa ein Jahr lang litt ich am Guillain-Barré-Syndrom, das ist eine Erkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem Teile des peripheren Nervensystems angreift. Der Körper führt dabei Krieg gegen sich selbst. Die Krankheit kam, nachdem ich eine schlimme Erkältung hatte. Sie begann mit Schwäche und Schmerzen und Kribbeln in den Beinen, und sie wurde sehr schnell so schlimm, dass ich eines Tages nicht mehr laufen konnte. Die Ärzte befürchteten das Schlimmste und tippten zunächst auf Meningitis. Ich erinnere mich noch an die Lumbalpunktion - es war eine der schlimmsten Erfahrungen in meinem Leben und ich schrie ununterbrochen. Neun Monate lang war ich von der Hüfte abwärts gelähmt. Ich verbrachte einige Zeit im Yorkhill Krankenhaus, der Kinderklinik in Glasgow, aber ich hatte Glück und wurde mit vier Jahren wieder gesund. Es handelt sich dabei um eine seltene Erkrankung. Nach Ansicht der Ärzte trifft sie nur einen von 100.000 Menschen. Ich hatte so ein Glück, dass die Krankheit keine Spätfolgen hinterließ, wenn man von den Plattfüßen einmal absieht, bei denen die monatelange Physiotherapie nicht gegriffen hat.

Am meisten erinnere ich mich an die Lähmung, an die ich in dieser Zeit litt, aber diese Erinnerung ist nicht nur schrecklich. Mir kommt in den Sinn, dass diese Krankheit sogar noch mehr Liebe in mein Leben gebracht hat. Ich saß oft stundenlang auf dem Schoß meiner Großmutter und ich liebte das! Sie war in ihrem Rollstuhl und ich konnte nicht laufen, daher waren wir beste Freunde. Ich liebte Oma unermesslich.

Ich habe auch gute Erinnerungen aus der Zeit davor. Oma trug immer und zu jeder Gelegenheit eine Handtasche mit sich und egal, was man wollte, sie hatte es darin. Eines Tages saß ich im Auto auf dem Rücksitz, während meine Mutter und mein Vater von irgendwoher eine Uhr abholten. Ich erwähnte, dass ich Hunger hätte und Oma zog ein Messer und ein Stück mit Wachs überzogenen Käse aus ihrer Handtasche. Das war typisch für sie. Man wusste nie, was noch aus dieser Tasche kam. Ich nenne diese Art Käse noch bis zum heutigen Tag „Omas Käse“, denn sie schien ihn immer wieder in die Finger zu bekommen, als wäre das das Normalste auf der Welt.

Ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dass meine Oma ohne mich allein sein könnte, daher ließ ich immer ein paar meiner Spielsachen bei ihr, damit sie ihr Gesellschaft leisteten. Meine Lieblingsspielzeuge waren kleine Plastikmonster, und ich sorgte immer dafür, dass sie ein paar davon an ihrer Seite hatte, wenn ich sie verließ.

Meine Erinnerungen an diese Zeiten sind immer noch sehr stark: Wie wir zusammen Fantasia ansahen, auf ihrem Rollstuhl miteinander kuschelten, Süßigkeiten aßen … Ich war nicht der erste und auch nicht der letzte kleine Junge auf der Welt, der seine Großmutter anbetete, und ich wette, dass viele Menschen, die das hier lesen, genau wissen, was ich meine, wenn ich sage, dass wir der Mittelpunkt der Welt des jeweils anderen waren. Es ist also kein Wunder, dass sie weiterhin eine so große Rolle in meinem Leben spielt, selbst nachdem sie verstorben ist. Immer wenn sie mich sah, rief sie: „Da ist mein kleiner Junge!“ Ich rannte zu ihr und wir umarmten uns, als hätten wir uns monatelang nicht gesehen. Im Sommer saß Oma oft mit ihren Nachbarn zusammen und hielt ein Schwätzchen. Wenn die anderen älteren Damen sagten: „Da ist Kyle, da ist mein kleiner Junge!“, antwortete Oma sofort. „Nein, nein, nein“, rief sie, „er ist mein kleiner Junge!“

Eine meiner schönsten Erinnerungen an sie ist ihre Liebe zu Nippes - sie konnte in jeden Laden gehen und ein Stück Tand finden, von dem sie begeistert war und behauptete, er wäre ein „Schatz“. Kinder finden so etwas spannend, da sie ja viel Zeit darauf verwenden zu denken, dass auch Abfall ganz toll ist. So verbanden die Fundstücke mich und meine Oma, und ich war immer neugierig auf die Dinge, die sie auspackte, wenn sie von ihren Reisen zurückkam.

Doch als die Zeit verging, verblassten all diese kleinen Teile ihrer Persönlichkeit. Sie konnte ihr Haus nicht mehr alleine verlassen und hatte daher nicht mehr die Möglichkeit, auf die Suche nach Nippes zu gehen. Sie konnte noch nicht einmal mehr zu den Geschäften hinunter laufen, um eine Tüte mit Süßigkeiten zu kaufen. Ich weiß, dass jeder, der dies liest, die kleinen traurigen Begebenheiten wiedererkennt, die es gibt, sobald ein Leben auf dieser Erde seinem Ende zugeht. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch zu jung, um zu begreifen, dass dieser Punkt im irdischen Leben einer Person nur eine vorübergehende Phase ist. Aber heute weiß ich, dass Schmerz, Verlust, Leid und Alter nur Augenblicke auf unserer Reise sind und dass sie uns die Möglichkeit geben, zur nächsten Phase überzugehen. Mit der Hilfe von Engeln können wir Trost in diesem Wissen finden und ich hatte wirklich außerordentliches Glück, dass ich diesen wertvollen Trost in der Nacht bekommen habe, in der meine geliebte Großmutter hinüberging.

Oma litt schon eine Weile bevor sie starb an einem Lungenemphysem im Endstadium. Sie bekam Sauerstoff, ihre Füße und Beine waren dick angeschwollen und sie konnte sich kaum noch bewegen. Sie legte immer eine Decke über ihre Beine und hatte offensichtlich Schmerzen, doch selbst als es ihr wirklich schlecht ging, hatte ich immer noch in Erinnerung, wie sie vorher gewesen war. Sie war so ein toller Mensch.

Im Laufe der Zeit erzählte mir meine Mutter mehr über den Tod meiner Großmutter. Oma war in der Nacht gestorben, in der ich sie noch gesehen hatte. Meine Mutter war bei ihr im Krankenhaus, als sie starb. Als ich an jenem Morgen aufstand, war meine Mutter die ganze Zeit auf den Beinen gewesen, verzweifelt und nicht wissend, was sie tun sollte. Sie konnte sich einfach nicht entscheiden, ob sie mir vom Tod der Oma erzählen sollte. Aber weil ich noch so klein war, hatte sie beschlossen, damit zu warten, bis sich die Situation natürlich ergäbe, anstatt mich mit dem Verlust gleich an diesem Morgen beim Aufwachen zu konfrontieren. Sie und mein Vater entschieden, mit mir mittags essen zu gehen und mir dann die Botschaft beizubringen.

Wir gingen zu einem dieser Familienrestaurants und saßen zusammen. Nachdem wir bestellt hatten, nahm meine Mutter meine Hand.

„Kyle“, sagte sie, „das ist jetzt sehr wichtig. Ich muss dir etwas Trauriges mitteilen. Oma ist in den Himmel gegangen.“

Ich konnte das überhaupt nicht verstehen. Ich hatte eine grundlegende Vorstellung dessen, was mit Himmel gemeint war, aber ich dachte, dass Menschen dahin gehen, die sterben müssen.

„Nein, ist sie nicht“, widersprach ich meiner Mutter. „Ich sah sie letzte Nacht.“

„Das muss ein Traum gewesen sein“, sagte mir meine Mutter und drückte mich, „denn Oma ist gestorben.“

Das ergab keinen Sinn für mich, aber ich vertraute meiner Mutter. Ich wusste, dass sie mich nicht anlügen würde.

„Heißt das, dass ich sie nie wiedersehen werde?“, fragte ich und Tränen stiegen mir in die Augen.

„Ich fürchte, ja“, sagte Mutter und wurde auch traurig.

„Ich will aber!“, schrie ich. „Ich will Oma wiedersehen!“

„Ich weiß“, antwortete sie. „Ich möchte sie auch gerne wiedersehen, Kyle, aber das geht nicht. Es geht einfach nicht. Sie ist im Himmel. Sie ist jetzt weg, Kyle. Es tut mir so leid.“

Ich verstand das nicht. Oma war in der vergangenen Nacht in meinem Schlafzimmer gewesen, hatte mich gestreichelt und gesünder ausgesehen als noch vor Monaten und jetzt erzählte man mir, dass sie für immer gegangen war. Was war hier los?

Es war eine schreckliche Zeit. Obwohl Kinder den Tod ganz anders verarbeiten als Erwachsene und fast nahtlos von einem Gefühlszustand in den anderen gleiten können, fühlte ich eine Leere in mir, die nicht weichen wollte. Ob ich mich wohl besser gefühlt hätte, wenn ich damals schon gewusst hätte, was ich heute weiß? Ja, ganz sicher.

Wie das Jenseits beschaffen ist

Als ich klein war, sagte man mir, dass alle guten Menschen in den Himmel kommen. Das war ein beruhigender und liebevoller Glaube, und er brachte mir Disziplin bei, weil ich immer fürchtete, alle meine Frechheiten könnten bedeuten, dass ich nicht in den Himmel komme! Allerdings lernen in unserer Kultur manche Menschen von klein auf, dass der Tod etwas ist, vor dem sie Angst haben müssen. Das hilft uns nicht, wenn wir mit dem Tod von jemandem konfrontiert werden, dem wir uns nahe fühlen, besonders dann nicht, wenn wir das einem Kind erklären müssen.

Wenn Sie das jemals tun müssen, reden Sie nicht um den heißen Brei herum. Gehen Sie die Sache ehrlich an, dann werden die Kinder Ihnen vertrauen. Erklären Sie ihnen, unsere Körper seien wie Autos. Sie tragen uns wie ein Fahrzeug, aber sie halten nicht ewig. Doch wenn ein Auto aufgibt, heißt das nicht, dass die Reise zu Ende ist.

Sagen Sie Ihrem Kind, dass der Kern dessen, was wir sind, in unserem Herzen ist. Wenn unser Körper nicht mehr funktioniert, wachsen der wirklichen Person, die wir sind, Flügel und sie geht an einen wunderschönen Ort, wo sie über unsere Familie wachen kann.

Es ist für Kinder sehr einfach, die Idee eines Lebens nach dem Tod zu akzeptieren, denn sie haben eine erstaunliche Vorstellungskraft. Sie werden das Wissen tröstlich finden und vielleicht stellen Sie fest, dass die Kinder sogar verlorene Familienmitglieder sehen. Erzählen Sie Ihren Kindern, dass ihre Familie sie im Himmel hören kann und sie möglicherweise auch ihre Familie hören können, wenn sie ganz genau hinhören. Seien Sie nicht zu verschämt oder zu verlegen, um mit ihnen über verstorbene Menschen zu sprechen. Kinder sind unglaublich offen. Sie nehmen allen Trost an, den es gibt, also seien Sie großzügig mit ihren Geschichten und Erinnerungen.

Wir halten an dem fest, was man uns als Kinder beigebracht hat, und daher liegt es in unserer Verantwortung als liebende und fürsorgliche Erwachsene sicherzustellen, dass unsere Kinder sich an den guten Dingen festhalten und nicht an den schlechten. Wenn sie an ein Leben nach dem Tode glauben, wird ihnen das dabei helfen, ihre Angst vor dem Tod zu verlieren. Wir müssen auf unserer Reise alle durch diese Phase gehen, warum also sollten wir unseren Kindern diesen Trost verweigern?

Erzählen Sie Ihren Kindern, dass sie einen bestimmten, unsichtbaren Engel zum Freund haben, der nur dazu da ist, sie ihr Leben lang zu beschützen. Wann immer sie etwas verlieren oder Angst haben oder traurig sind, können sie diesen bestimmten Engel um Hilfe fragen. Wenn sie nur an diesen Engel denken und ihn im Kopf um Hilfe fragen, wird der Engel nach ihnen sehen.

Geben Sie Ihren Kindern Trost und Liebe, wann immer Sie können. Umgeben Sie sie mit guten Botschaften und ermutigen Sie sie, die spirituelle Seite ihrer Existenz anzunehmen. Wenn Sie das tun, geben Sie ihnen so viel mehr als materielle Güter - Sie geben Ihnen Friede und Zufriedenheit. Kann man sich mehr wünschen?

2
Überall ist Liebe

Nicht lange nach dem Tod meiner Großmutter wurde mein West Highland Terrier Tora von einem anderen Hund angefallen und bekam eine Infektion. Tora war mein ganzes Leben lang bei mir gewesen und ich war untröstlich bei dem Gedanken, dass sie mich möglicherweise auch verlassen musste.

Als sie starb, begann ich nachts merkwürdige Geräusche zu hören, und ich glaubte, es sei Tora, die mich um Hilfe rief. Ich war sehr erschüttert, aber es wurde noch schlimmer, als die Geräusche sich in meinem Zimmer zu bündeln schienen. Es gab tiefe, murrende Töne, die mir Angst machten. Es klang nach Keuchen und Würgen. Alles war so unheimlich und bedrohlich und ich verstand einfach nicht, was geschah. Heute weiß ich, dass Tora nur versucht hatte, mir eine Botschaft zu schicken und dass es nichts gab, wovor ich hätte Angst haben müssen. Aber diese Erlebnisse waren für einen vierjährigen Jungen traumatisch.

Dann begann ich, Bilder zu sehen - Umrisse von Menschen und Energie, die sich bewegte, selbst in einem völlig dunklen Raum. Ich kann das noch immer sehen, aber es beschäftigt mich nicht mehr, denn ich weiß ja nun, was dabei passiert. Damals war ich völlig verwirrt. Sahen und hörten andere Kinder auch diese Dinge? Ich bekam eine Jurassic-Park-Nachtlampe, die mir helfen sollte, aber sie konnte es nicht einmal ansatzweise mit dem aufnehmen, was bei mir los war. Daher begann ich, die meiste Zeit im Schlafzimmer meiner Mutter zu schlafen.

Heute sehe ich mich wie einen Schwamm und das war ich schon damals. Ich habe geradezu absorbiert, was um mich herum war. Auch Dinge, die auf der irdischen Ebene überhaupt nicht vorkommen. Irgendwie wurde meine Fähigkeit, ein Kanal zwischen dieser Welt und dem Himmel zu sein, in mir angeknipst. Geister wollen dieser Welt etwas mitteilen. Als meine Großmutter hinüberging, sahen sie, dass ich in der Lage war, solche Botschaften zu erhalten, und nun wollten sie mir alle welche schicken. Die Tatsache, dass ich erst vier Jahre alt war, war für sie irrelevant, denn Geister sehen das irdische Alter nicht auf die gleiche Weise an, wie wir das tun. Für sie war ich nur ein menschliches Wesen auf diesem Planeten, das zu den vielen anderen gehört, die Botschaften zwischen den zwei Welten weiterleiten.

Es gibt einen Unterschied zwischen Engeln und Geistern, den ich damals noch nicht klar erkannte. Engel sind göttlich-geistige Wesen, die vom Universum (das manche Menschen Gott nennen) geschaffen wurden, um uns auf der Erde zu führen. Ich glaube, sie sind vormenschlich und haben unsere Existenz vom Anbeginn der Zeit beobachtet. Nur ein paar Engel kamen dabei auf die Erde, die meisten blieben immer in ihrer Geistform. Engel sind reine Liebe. Sie sind göttliche Vorbilder für uns und können nicht über uns urteilen. Sie haben alle Besonderheiten, aber sie haben keine menschlichen Persönlichkeiten.

Auf der anderen Seite sind Geister die Seelen unserer verstorbenen Freunde und Verwandten. Es sind Menschen und Tiere, die ihre körperliche Hülle verlassen haben und in den Himmel zurückgekehrt sind. Geister haben sehr wohl menschliche Persönlichkeiten. Wenn Sie auf der Erde temperamentvoll waren, dann sind Sie auch im Himmel temperamentvoll. Wenn Sie auf der Erde wortkarg und emotionslos waren, werden Sie auch im Himmel so sein. Wenn wir wieder zu Geistern werden, verlieren wir aber unsere Fähigkeit zu urteilen, zu kontrollieren und wütend zu sein. Unser wahres Wesen, die Liebe, umgibt uns immer und sobald wir wirklich Liebe sind, können wir nicht einmal einer Fliege etwas zuleide tun!

Ich werde oft gefragt, ob unsere verstorbenen Lieben zu unseren Engeln werden. Obwohl das ein schöner Gedanke ist, tut es mir leid, sagen zu müssen, dass sie das nicht können, denn sie sind andere Wesensformen.

Einen bestimmten Engel werden Sie alle kennen, es ist der Erzengel Michael, der eine starke und temperamentvolle Einstellung zum Leben hat. Er duldet keinen Unsinn, sondern nähert sich den Dingen immer in einer liebevollen Weise. Seine Erscheinung ist auffallend schön: Er ist etwa 3,60 Meter groß, hat lange Locken aus blondem und silbrigem Haar und trägt eine Rüstung aus Platin, Gold und Kristallen. Seine Augen sind blau, tragen aber ein brennendes Feuer in sich. Er trägt oft ein Schwert, das auch aus Feuer gemacht wurde, aber es ähnelt nichts, was Sie jemals gesehen haben, denn seine Flammen sind fast durchsichtig und schillernd.

„Erzengel“ kommt aus dem Griechischen für „Chefengel“. Sie haben einen höheren Rang als die traditionellen Schutzengel. Sie sind tatsächlich leitende Engel, sie überschauen den Rest der Schutzengel und deren Bestimmung.

Ich wurde mir des Unterschiedes zwischen Geistern und Engeln sehr schnell bewusst, nachdem ich angefangen hatte, Engel zu sehen, obwohl das erst später kam, als ich schon fünfzehn war. Sie fühlten sich so anders an und ihre Energie war so liebevoll, dass es mich fassungslos machte. Ihre Schwingung ist höher als die von Geistern. Geister scheinen mehr „Charakter“ zu haben, während Engel eine göttliche Verbindung haben - sie sind in jeder Hinsicht absolut perfekt.

Wahrscheinlich waren es Engel, die den Geistführern zeigten, wie man Menschen durch ihr Leben führt und wie man andere Geister dazu bringt, mit den Lebenden zu kommunizieren. Ich habe tatsächlich einige Geistführer, aber nur durch die Verbindung zu Engeln entwickelte ich meine Verbindung zum Himmel.

Engel stören niemals unser Leben - sie springen nicht aus Ecken und erschrecken uns, sie sehen immer aus wie Licht und sie kommen nur aus einem Ort der Liebe. Geister hingegen sind unberechenbar und einige von ihnen sind bereit, alles Mögliche zu tun, um an uns heranzukommen und mit uns zu kommunizieren. Das ist insbesondere bei den Geistern der Fall, die nicht bis zum Himmel gekommen sind und auf dieser Ebene feststecken. Ich glaube, es waren solche Geister, die mich umgaben, als sich meine spirituelle Sicht entwickelte.

Ich hatte keine Ahnung, wie ich verarbeiten sollte, was mit mir geschah, und so wurde alles verworren, dreckig und dunkel. Ich weiß jetzt, dass der Himmel mit einer sehr hohen Schwingung arbeitet. Wenn man mit Geistern spricht, muss man sich selbst in diese Schwingung versetzen. Wenn man das nicht tut, klingt das, was man zurückerhält, recht beängstigend, wie auf einer niedrigen Ebene, wie ein drohendes Gemurmel, das einen immer weiter verfolgt. Ich war erst vier, als das zum Hintergrundrauschen meines Lebens wurde.

Ich erzählte meiner Mutter, dass ich Dinge höre und sehe, aber sie konnte damit gar nichts anfangen. Sie war auch durch den Tod ihrer Mutter in ihrer eigenen Trauer gefangen und musste mit dem Ende ihrer Ehe klarkommen. Und nun hatte sie auch noch einen kleinen Sohn, der nicht in seinem eigenen Bett schlafen wollte und „phantasierte“.

Eine Zeitlang fragte sie sich, ob ich ADS hätte. Ich glaube, es ist nur natürlich, dass sie nicht auf die richtige Antwort kam, denn sie war viel zu bizarr. Wer hätte schon gedacht, dass ich Besuch von Geistern hatte?

Wenn ich heute auf diese Zeit zurücksehe, kann ich erkennen, dass ich damals innerhalb einer kurzen Zeitspanne viel durchmachen musste. Meine Großmutter starb, meine Eltern trennten sich und ich kam in der gleichen Woche in die Schule. Das wäre für jeden Vierjährigen traumatisch gewesen, aber die Tatsache, dass ich damals meinen ersten Besuch vom Himmel hatte, bedeutete, dass sich die Veränderungen in jener Zeit für immer in mir verankerten. Es war eine schwere, bewegende Zeit.

Die Geräusche und Visionen hielten jahrelang an. Eigentlich haben sie nie aufgehört, aber ich habe gelernt, mit ihnen umzugehen. Nun ist das Ganze einfach ein Teil von mir. Schon damals war es auch auf eine seltsame Art persönlich. Ich erinnere mich, dass, als ich älter wurde und andere Kinder über Geister und schreckliche Dinge sprachen, ich diese Dinge niemals mit dem in Verbindung brachte, was in meinem Schlafzimmer geschah, obwohl ich so Angst davor hatte. Was andere Kinder über Halloween erzählten, schien nichts mit dem zu tun zu haben, was bei mir zu Hause passierte. Ich weiß nicht genau, warum das so war, abgesehen davon, dass das, was sie so ängstigte, so künstlich zu sein schien, so vorgetäuscht, während das, was ich sah und hörte und fühlte, so real war. Als ich größer wurde, bekam ich die Kontrolle darüber.

Alles in allem hatte ich eine schöne Kindheit. Meine Eltern trennten sich, als ich vier Jahre alt war, aber bis zur Scheidung dauerte es etwas länger. Davon abgesehen wurde ich geliebt und gut versorgt. Wir lebten in Port Glasgow, am Stadtrand von Glasgow, bis ich ungefähr acht war, und zogen dann weiter nach Greenock, das nur drei Meilen entfernt war. Ich war ein Einzelkind und meine Mutter war immer stolz darauf, wie ich ausstaffiert war: Ich war das Kind in der Spielgruppe mit der farblich abgestimmten Kleidung.

Ich liebte es, zu tanzen und zu singen. Vielleicht brauchte ich nach meiner Guillain-Barré-Erkrankung etwas Körperliches. Ich liebte das Rampenlicht und wollte immer Aufmerksamkeit - meine Mutter würde sagen, ich hätte mich in vielerlei Hinsicht bis heute nicht geändert! Ich weiß nicht, warum ich immer wollte, dass die Menschen auf mich aufmerksam wurden, denn eine meiner peinlichsten Erinnerungen ist, dass ich einen schrecklichen Topfhaarschnitt hatte. Meine Familie zieht mich damit noch bis zum heutigen Tag auf, aber nichts konnte mich aufhalten: Sobald es eine Party oder ein Treffen gab, war ich da und gab eine Vorstellung. Ich war ein guter, kleiner Tänzer und bewegte mich mir nichts, dir nichts wie ein Roboter. Ich habe mich oft gefragt, ob das allein nicht schon ein Zeichen dessen war, was auf mich zukam. Wenn Sie in einem Raum oder einem Theater auf der Bühne stehen und der Saal ist mit Hunderten, sogar Tausenden von Menschen gefüllt, die alle gekommen sind, um Sie zu sehen und um durch Sie Botschaften zu erhalten, können Sie nicht gerade ein Mauerblümchen sein. Selbst wenn Sie zu anderen Zeiten eine schüchterne oder ruhige Seite haben, sollten Sie in der Lage sein, sich zu konzentrieren und alles in einem gewissen Umfang durchzuführen, wenn es zu diesem bestimmten Moment kommt.

Doch trotz alledem wurde ich oft aufgezogen. Ich war sehr empfindsam, was wieder nicht überrascht, weil das möglicherweise der rote Faden für alle ist, die sich ihrer Spiritualität bewusst sind, oder für diejenigen, die diesem Weg folgen, wenn sie älter werden. Und obwohl die Liebe, die ich zu Hause erfahren durfte, mir ein gewisses Maß an Zuversicht gab, war ich trotzdem verletzt, wenn ich in der Schule drangsaliert oder ausgeschlossen wurde. Selbst in der Grundschule hatte man sich oft gegen mich verschworen und ich wurde oft ausgeschlossen. In meiner Highschool-Zeit wurde ich offensichtlicher drangsaliert. Um ehrlich zu sein, man hatte ein leichtes Spiel mit mir. Ich stand nicht wirklich für mich ein. Ich war nicht aggressiv, nicht hitzköpfig, obwohl ich mich sehr leicht über Dinge aufregen konnte.

Obwohl meine Eltern sich schließlich scheiden ließen, waren sie beide immer für mich da. Ich wurde nicht wie viele andere Jungen nach westschottischen Traditionen erzogen. Ich wurde von meinem Vater nicht zum Fußball gedrängt oder Samstag nachmittags auf gefrorene Terrassen gestellt, um sektiererische Gesänge zu hören. Stattdessen zeigte mir mein Vater Dinge wie Snowboarden und Skifahren und sowohl meine Mutter als auch mein Vater ermutigten mich immer dazu, ich selbst zu sein und die Möglichkeiten hinter dem Offensichtlichen zu sehen. Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn man mir verboten hätte, über das zu reden, was geschehen war, oder ich sogar dafür bestraft worden wäre - und wie vielen Kindern passiert genau das?

Ich appelliere an alle, die ein Kind haben, das empfindsam auf die Anwesenheit von Geistern oder Engeln reagiert, sich der Möglichkeit zu öffnen, dass es da draußen Dinge gibt, die Ihnen selbst vielleicht nicht bewusst sind. Das könnte eine unermesslich wohltuende Wirkung auf das Leben Ihres Kindes haben. Ich glaube, dass es Auslöser im Leben eines Kindes gibt, wie beispielsweise der Verlust eines Verwandten, die es den Geistern und Engeln erlauben, durchzukommen. Eine andere Möglichkeit, durch die ein Kind eine Verbindung der einen Welt mit der anderen finden kann, ist eine Nahtoderfahrung. Die Unschuld ihrer Jahre kann dafür sorgen, dass Kinder ihre Begegnungen akzeptieren, anstatt sie zurückzuweisen, wie das viele Erwachsene tun würden. Also, wenn Ihr Kind eine Verbindung zu anderen Welten hat, seien Sie einfach offen und unterstützen Sie es. Sie wissen nie, was für ein Segen damit möglicherweise auch in Ihr Leben gekommen ist.

Sie können natürlich auch die Tür schließen, wenn Sie das möchten, aber ich wusste damals nicht, wie man das macht. Heute bin ich sehr froh darüber!

Als ich zehn Jahre alt war, ging meine Mutter auf eine parapsychologische Veranstaltung. Sie war mehr als Unterhaltung gedacht als für etwas anderes. Sowohl ihr Vater als auch ihre Mutter waren verstorben, aber Mutter war nicht dort, um ernsthaft zu versuchen, mit ihnen zu kommunizieren. Es war einfach ihre Alternative zu einer Tupper- oder Dessousparty.

Meine Mutter arbeitete zu dieser Zeit als mobile Friseurin und war an diesem Abend spät dran. Als sie sich zurechtmachte, rief ihre Freundin Susan an, die die Party ausrichtete.

„Du solltest dich beeilen, Diane“, sagte sie, „das Medium ist hier und sie will keine Anfrage von jemand anderem annehmen, bevor sie nicht mit dir gesprochen hat.“

„Wovon redest du?“, fragte meine Mutter.

„Nun“, begann Susan, „als sie hereinkam, sagte sie, dass noch jemand fehle, mit dem sie reden müsse. Wir teilten ihr mit, dass wir nur noch auf eine Person warten würden, und sie sagte, sie wisse das und dass man ihr nicht deinen Namen nennen solle, denn sie wisse bereits genau, wer du seist und dass sie eigens auf dich warten würde.“

Meine Mutter dachte, man wolle sie auf den Arm nehmen und prustete vor Lachen.

Als sie bei Susan war, bemerkte sie die merkwürdige Atmosphäre, sobald sie hereinkam. Meine Mutter hatte erwartet, dass alles ein Witz sei, aber die anderen Frauen waren offensichtlich über die Beharrlichkeit des Mediums ein wenig befremdet und ließen die Frau alleine, bis meine Mutter ankam.

„Sie ist da drin“, flüsterte Susan und zeigte in Richtung Küche.

Sobald meine Mutter hineinging, brummte das Medium „Diane…“

Meine Mutter war total geschockt. Die Frau sprach mit der Stimme meiner Großmutter! Diese Stimme war sehr markant - die vielen Jahre, die Großmutter geraucht hatte, hatten für einen rauen Ton gesorgt.

Dann kam Gladys, das Medium, wieder zurück und sprach mit ihrer eigenen Stimme, die viel heller und jünger klang.

„Sie also sind Diane?“, fragte sie.

Meine Mutter nickte.

„Nun, dann beeilen Sie sich und setzen Sie sich, denn Ihre Mutter möchte mit Ihnen reden!“

Meine Mutter setzte sich fassungslos.

Sobald sie sich gesetzt hatte, sagte das Medium: „Hier ist eine Warteschlange. Ihre Mutter ist nicht die Einzige, die mit uns sprechen möchte, oder?“

Meine Mutter war davon sehr verwirrt, aber um ehrlich zu sein, sie war von dem Ganzen verwirrt.

„Ich habe einen Mann hier, der Ihnen danken will“, fuhr Gladys fort. „Kennen Sie jemanden, der Ihnen danken möchte?“

Meine Mutter schüttelte den Kopf.

„Denken Sie nach. Sie haben einmal jemandem geholfen, nicht wahr? Man hat mir gesagt, Sie halfen jemandem wirklich.“

An dieser Stelle wurde meiner Mutter ganz flau, denn sie wusste genau, wohin das führte.

„Dieser Mann“, fuhr Gladys fort, „dieser Mann, der jetzt bei mir hier ist, möchte sich dafür bedanken, dass Sie sein Leben gerettet haben. Er sagte mir, dass Sie ihn einmal auf der Straße wiederbelebt hätten und er Ihnen seine restlichen Jahre verdanke.“

Was Gladys sagte, war die reine Wahrheit. Einige Jahre zuvor, als Teenager, hatte meine Mutter einen Mann reanimiert, der Hughie hieß.

Als sie daran dachte, hörte sie, wie das Medium sagte: „Aye, Hughie, das weiß sie. Ich habe ihr gesagt, wie dankbar du bist, jetzt geh aus dem Weg und lass jemand anderes durch.“

Der Himmelsweg funktioniert oft so, dass jemand, der schon eine Weile dort ist, sich als Erstes mit dieser Welt verbindet und dabei die Schleusen öffnet, damit sich auch andere verbinden können. In diesem Fall war Hughie der Erste und meine Großmutter war dicht hinter ihm.

„Es ist Agnes, nicht wahr?“, fragte Gladys. „Sie heißt Agnes?“

Meine Mutter nickte.

„Nun, ich weiß, dass Sie an das hier gar nicht glauben, aber Agnes bittet mich gerade, Sie nach Ihrem blauäugigen Jungen zu fragen.“

Die Rede war von mir. Das war einer der Namen, mit denen mich Oma immer gerufen hatte. Meine Mutter war sprachlos.

„Ihr Sohn hat sie gesehen, wissen Sie, er trifft sich mit ihr, seit sie gestorben ist.“

Das war erstaunlich. Aus der geistigen Welt, durch Gladys, bewies meine Großmutter meiner Mutter, dass sie noch immer da war, noch immer über uns wachte und dass ich sie von der Nacht an, in der sie starb, wirklich gesehen hatte. Ich hatte meiner Mutter all das bereits früher erzählt, aber diese Bestätigung von jemand anderem brachte die Dinge für sie auf eine komplett neue Ebene.

„Sie sollten besser bald an all das hier glauben“, sagte Gladys, „denn der eine da, Agnes’ blauäugiger Junge, wird eines Tages genau das Gleiche machen wie ich. Er wird allerdings damit um die Welt reisen, und Sie werden niemals infrage stellen, was er sehen und was er hören kann, denn das wird über allem stehen, was Sie sich jemals vorgestellt haben.“

Gladys sprach weiter und erzählte noch mehr über meine Sensitivität und über die Tatsache, dass meine Oma über mich wachte. Aber meine Mutter erzählte mir das jahrelang nicht. Sie behielt ihr Wissen für sich und achtete auf die Dinge, die kamen.

Und es kam einiges ...

Wie man das Beste aus einer Seance herausholt

Zu einer privaten Sitzung mit einem Medium zu gehen, wie das an jenem Tag meine Mutter getan hatte, kann zu einer wirklich nervenaufreibenden Erfahrung werden. Ich habe allerdings ein paar Tipps für Sie, die es Ihnen hoffentlich leichter machen und Ihnen ermöglichen, das Beste aus dieser Sitzung herauszuholen.

Als Erstes würde ich prüfen, mit wem ich es zu tun habe. Fragen Sie Freunde oder Verwandte, ob sie schon einmal von diesem Medium gehört haben, denn es gibt nichts Besseres als eine persönliche Empfehlung. Schauen Sie auf der Homepage des Mediums, ob es positives Feedback zu seiner Arbeit gibt. Die meisten Medien haben heutzutage eine Facebook-Seite, auf der die Leute oft Rückmeldungen zu den Seancen geben, und es gibt noch viele weitere Möglichkeiten herauszufinden, ob die Person, die Sie ausgewählt haben, einen guten Ruf hat oder nicht.

Sagen Sie in der Nacht, bevor Sie sich treffen: „Danke, ihr Engel und Verwandten, dafür, dass ihr in meiner Sitzung durch-kommt.“ Denken Sie an die Menschen, von denen Sie hören wollen, und nutzen Sie Affirmationen, damit Sie das bestmögliche Ergebnis bekommen. Wenn ich beispielsweise eine gute Seance mit jemandem haben wollte, würde ich sagen: „Danke, Engel, Oma und Papa, dafür, dass ihr mit euren klaren, liebenden Botschaften zu mir durchdringt und mir Einsicht in mein heutiges Leben gebt. Danke dafür, dass ihr dem Medium die relevanten Informationen gebt, die nur ich verstehen kann!“

Ich glaube, dass Ihnen ein Medium nicht allzu viele Fragen stellen sollte. Lassen Sie es seine Arbeit machen, denn es ist nun mal seine Arbeit.

Antworten Sie mit „Ja“ oder „Nein“, aber seien Sie bereit zuzuhören, was die Geister zu sagen haben. Wenn Sie sich unsicher sind, denken sie nach und sagen Sie dann, dass Sie unsicher sind.

Wenn die Sitzung gut läuft, sollten Sie spüren können, dass etwas Übersinnliches passiert. Ein Gefühl von Liebe und Anerkennung, das von den Engeln und Ihren Verwandten kommt, sollte den Raum füllen, um Ihnen dabei zu helfen, sich ganz zu fühlen.

Seien Sie offen. Das Medium spricht vielleicht über Dinge, an die Sie nicht gedacht haben oder von denen Sie sogar nichts wissen wollen. Erinnern Sie sich daran, dass sie göttlich geführt werden und dass sie über diese Dinge sprechen, weil sie das Gefühl haben, es wäre für Sie wichtig.

Medien sollten nur gute Botschaften und Prophezeiungen weitergeben. Wenn sie über den Tod sprechen und über künftige Katastrophen sprechen, nehmen Sie Ihr Geld und laufen Sie davon! Wenn sie mit Geistern und Engeln sprechen, können sie nur Liebe und Unterstützung anbieten. Todesprophezeiungen oder Voraussagen über den Untergang kommen vom Ego und sind ein sicheres Zeichen für einen Scharlatan.

Ein gutes Medium nimmt niemals Geld im Voraus und wird Ihnen nur etwas berechnen, wenn Sie etwas gehört haben, das zu Ihnen passt. Wenn ich für einen Klienten nichts empfange, berechne ich auch nichts. Das bedeutet, dass ich meinen Lebensunterhalt ehrlich verdiene und dass Sie sicher sein können, nicht hinters Licht geführt zu werden.

3
Helfen und heilen

An meinem 15. Geburtstag begann sich alles zusammen-zufügen. Ein Freund der Familie kaufte mir damals meine ersten Engelkarten und meine Mutter nahm mich an diesem Wochenende mit zu einer Esoterikmesse, wo ich mir ein paar weitere Geschenke aussuchen durfte.

Nur kurz danach sah ich, dass in der Nähe meines Wohnorts eine spiritistische Veranstaltung stattfand. Sie wurde in der Zeitung angekündigt, und als mir meine Mutter davon erzählte, wurde ich sehr aufgeregt, denn das Medium, das dort sprechen sollte, war das Medium, das viele Jahre zuvor die Sitzung mit meiner Mutter abgehalten hatte. Wir stellten fest, dass die Veranstaltung in einer knappen Stunde stattfand, daher machten wir uns schnell fertig und auf den Weg dorthin.

Weil wir ziemlich spät ankamen, waren die einzigen Sitze, die noch frei waren, in der ersten Reihe, was definitiv ein guter Anfang war.

Ich war verblüfft, als ich das Medium arbeiten sah. Sie nannte den Menschen, mit denen sie sprach, Namen, Daten, Plätze, Straßen und jede Menge anderer Sachinformationen, beschrieb sehr detailliert die Person, mit der sie auf der anderen Seite kommunizierte, und war dabei unglaublich präzise. Es war überaus faszinierend.

Während dieses Auftritts teilte ich meiner Mutter mit, dass ich dazu bestimmt war, genau das auf Erden zu tun.

Ich war auch von meinen Engelkarten begeistert und begann die Engel zu fragen, ob sie mit mir in Kontakt treten wollen. Meine erste Verbindung zu ihnen entstand, als ich meditierte und betete. Ich habe mir dabei ständig vorgestellt, dass mein Körper und meine Umgebung mit Licht gefüllt seien und so erhöhte ich meine Schwingung auf die Schwingung der Engel und konnte immer mehr von ihnen sehen. Nachdem ich gelernt hatte, mich auf die Engel ein- und wieder auszuschwingen, sah ich sie überall, besonders dann, wenn ich alleine war oder in der Natur. Ein klarer Verstand ohne Ablenkungen schien meine Schwingung zu erhöhen, wo auch immer ich war, und es wurde ganz natürlich für mich, Engel zu sehen. Am schönsten war es, in der Lage zu sein, sie zu beobachten, wie sie sich um ihre Menschen bewegten. Ich war ganz in sie vertieft.

Eines Tages hatte ich in der Nähe von Loch Lomond, wo ich bei einem Freund wohnte, ein wundervolles Erlebnis. Ich spürte die Engel überall, während ich durch diese erstaunliche Landschaft wandelte. Bis heute habe ich immer ihre Gegenwart direkt an meiner Schulter gespürt, von wo aus sie mich vorwärtsleiten.

Ich begann, im kleinen Kreis Engelkarten für andere Menschen zu legen. Fast von Anfang an war die Hilfestellung der Engel ganz klar. Die Dinge, die ich aufnahm, waren so intensiv und so direkt, dass ich es kaum glauben konnte - und auch die anderen Menschen konnten es nicht glauben. Für einen jungen Burschen wie mich war das ganz schön aufregend.

Ich nahm meine Engelkarten mit in die Schule und habe sie vielleicht zu Zeiten benutzt, in denen ich es besser nicht getan hätte. Ich erinnere mich, dass ich meiner Sportlehrerin einmal eine Botschaft übermittelte, nachdem ich absichtlich meine Sportausrüstung vergessen hatte. Sie schien wirklich müde zu sein und ihre Aura sah blass aus.

Ich erinnere mich noch, wie ich sagte: „Frau H., ich weiß, Sie fühlen sich im Moment bedrückt und niedergeschlagen, aber Sie haben einen Schutzengel, der Sie leitet und der gerne möchte, dass Sie wissen, dass er an Ihrer Seite ist. Die Albträume, die Sie quälen, haben Sie nur, weil Sie sich dauernd wegen allem Sorgen machen. Sie sollten sich weniger auf Ihre Ängste und dafür mehr auf Ihre Bedürfnisse konzentrieren!“

Ihre Augen füllten sich mit Tränen, als sie sagte: „Ich habe schon gehört, dass du mit diesem psychologischen Kram zu tun hast, aber ich hatte keine Vorstellung davon, wozu du in der Lage bist, Kyle. Ich muss zugeben, dass mich meine Albträume fürchterlich erschreckt haben und ich bin so dankbar, dass ich nun weiß, wie ich sie überstehen kann.“

Nach dieser Botschaft wurde ich zum Liebling meiner Lehrerin!

* * *

Wenn ich mit Engelkarten arbeite, lege ich sie aus und bitte die Person, ihre Energie hineinzugeben, indem sie ihre Hand darauf legt. Dann bitte ich sie, an jemanden zu denken, den sie im Himmel kennt, oder an etwas, von dem sie möchte, dass die Engel es beleuchten.

Normalerweise fange ich eine Beratung damit an, dass ich die Persönlichkeit und ihre gegenwärtigen Gefühle zuerst lese, weil ich darauf bedacht war, dass eine Person wirklich die Kommunikation mit den Engeln will. Ohne diese Prüfung könnten einige Menschen möglicherweise die Informationen oder Ratschläge, die sie bekommen, nicht ernst nehmen. Deshalb glaube ich, dass dies ein wichtiger Rahmen für eine Sitzung ist.

Aber es ist nicht immer notwendig, dass die Person wirklich vor einem sitzt. Als ich damit anfing, arbeitete meine Mutter auf dem Flughafen von Glasgow und eine ihrer Kolleginnen sprach davon, dass sie zu einer Sitzung gehen möchte, weil eins ihrer Familienmitglieder gerade gestorben sei und sie gerne etwas von ihm hören würde. Meine Mutter sagte: „Frag meinen Kyle, ob er für dich diesen Kontakt herstellt - er braucht Übung.“

Ich habe die Frau niemals zuvor getroffen. Alles, was ich von ihr wusste, war, dass sie Carol hieß und am Flughafen arbeitete. Sie lebte ziemlich weit von mir entfernt und ich dachte, es wäre ganz praktisch, wenn ich mit ihr eine telefonische Sitzung machen könnte.

Carol schien in vielerlei Hinsicht eine aufrichtige Person zu sein. Aber ich fühlte, dass sie in Wirklichkeit eine Barriere um sich aufgebaut hatte. Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass sie dachte, ich wäre in der Lage, ihr irgendetwas mitzuteilen, was wichtig oder persönlich genug war, um sie glauben zu lassen, dass ich wirklich eine Verbindung zu Engeln und dem Himmel hätte. Das war nur verständlich, schließlich war ich erst 15 Jahre alt.

„Hallo, Carol“, sagte ich und versuchte fröhlich zu wirken, obwohl ich ziemlich nervös war. Ich spürte, wie sich etwas in meinem Magen verkrampfte. Nichtsdestotrotz war ich ganz aufgeregt bei der Aussicht, dass ich nun die Chance hatte, mich zu beweisen. Ich erzählte ihr, dass ich gehört hätte, sie habe jemanden verloren, der ihr nahestand, aber ich wüsste keine Details. Sie machte klar, dass sie auch meiner Mutter nicht gesagt hatte, wer gestorben war, weil sie sehen wollte, ob ich in der Lage wäre, das selbst herauszufinden.

Ich richtete meine Schwingung auf Carol aus und fragte in meinem Kopf nach ihren Engeln und jemandem in der geistigen Welt, der mit ihr verbunden ist. Ich mischte meine Karten und legte sie.

An diesem Punkt spürte ich, wie Carols Schutzengel zu mir kam und sagte, dass es einen großen Umbruch in ihrem Leben gegeben hat und dass sich Menschen wegen des Ablebens eines Mannes stritten. Ich hatte das Gefühl, dass sie hinter dem her waren, was er hinterlassen hatte, aber dass sie sich nicht um ihn gekümmert hatten, als er noch lebte.

Überrascht bestätigte Carol, dass das alles stimmte.

Dann brachten mir die Engel den Geist des Mannes und ich konnte ihn um Carol herum spüren. Ich sagte zu meinen Engeln „Kann ich mit ihm reden?“ Sie antworteten: „Ja“, und halfen mir, eine Verbindung zu ihm aufzunehmen. Ich fragte: „Wer sind Sie?“, und er antwortete: „George.“

Carol war in diesem Moment total geschockt, denn es war tatsächlich ihr Onkel George, den sie gerade an den Himmel verloren hatte.

George sagte mir, dass er sich bei Carol für all das bedanken möchte, was sie für ihn getan hatte. Er wollte, dass sie weiß, wie dankbar er dafür war, dass sie immer dafür gesorgt hatte, dass jemand nach ihm sah und dass er nicht in ein Pflegeheim gesteckt wurde.

In dieser Sitzung wurde viel geheilt und es wurden viele Emotionen freigesetzt. Carol wurde auch durch ihre bestehenden Beziehungen geführt und die Engel ermutigten sie, zu ihrem Bedürfnis zu stehen, mehr mit ihrem derzeitigen Partner zu kommunizieren.

Sich einstimmen

Eine Verbindung mit Engeln aufzunehmen, nenne ich stets „mich einstimmen“. Wenn man mit Engeln arbeitet, ist es am besten, man bekommt Routine beim Sich-Einstimmen und auch beim „Sich-Ausstimmen“ hinterher. Ich stelle immer sicher, dass ich ausgestimmt bin, wenn ich aufhöre zu arbeiten, besonders, wenn ich danach ins Bett gehe.

Wie Sie vielleicht schon wissen, hat unser Körper ein Energiesystem, das man Chakra nennt. Chakra ist ein Wort aus dem Sanskrit, es bedeutet „Rad“ und bezieht sich auf ein Energiezentrum in unserem Körper. Es gibt sieben Hauptzentren: an der Basis der Wirbelsäule, im sakralen Bereich und auf dem Solarplexus, Herz, Hals, Stirn (manchmal auch als das dritte Auge bezeichnet) und Krone. Es gibt zwei besondere Chakren, auf die ich mich bei meiner Arbeit konzentriere - das Herz und die Stirn.

Wenn ich mich einstimme, umgebe ich mich selbst mit Licht und öffne mein Stirn- und Herzchakra. Wenn ich meine Stirn öffne, kann ich klar sehen oder sogar „hellsehen“. Wenn ich mein Herz öffne, kann ich die liebevolle Leitung der Engel spüren.

Alles, was man zum Einstimmen tun muss, ist:

Sich bildlich vorstellen, dass man von einem wunderschönen weißen Schutzlicht umgeben ist. Heißen Sie die Engel mit einem Gebet wie diesem willkommen: „Ich danke euch Engel dafür, dass ihr jetzt hier seid und mir dabei helft, eure Liebe weiterzuleiten.“

Stellen Sie sich eine wunderschöne, lilafarbene Rose vor, die sich zwischen Ihren Augenbrauen öffnet.

Stellen Sie sich eine liebliche, rosafarbene Rose vor, die sich auf Ihrem Herzzentrum öffnet.

Sobald Sie das getan haben, stellen Sie sich weißes Licht vor, das von Ihren Ohren kommt. Das ist ein Symbol dafür, dass man die liebende Leitung der Engel hören kann (Hellhörigkeit).

Schließen Sie entweder die Augen oder öffnen Sie sie, wie auch immer Sie mögen. Fragen Sie: „Was ist es, das ich wissen muss?“ Wenn ich das tue, sehe ich oft Bilder oder höre Worte in meinen Kopf dringen, die entweder von meiner inneren Stimme gesprochen wurden oder von einer anderen Person.

Wenn Sie nichts zurückbekommen haben, nachdem Sie das versuchten, atmen Sie tief bis an Ihren Solarplexus ein und stellen sich etwas Wunderschönes vor. Sobald Sie ausatmen, wird etwas in Ihren Sinn kommen. Am besten ist, Sie schreiben alles auf, was Sie sehen, hören oder fühlen.

Sie können Ihre Engel auch befragen. Um die Dinge zu vereinfachen, fangen Sie mit Ja-oder-Nein-Fragen an. Wenn Ihre Verbindung stärker ist, kommen auch längere Antworten durch.

Sie können das auch mit einem Freund versuchen. Sie können für den Anfang auch Ja-oder-Nein-Fragen stellen. Vertrauen Sie auf das, was Ihnen danach durch den Kopf schießt.

Sobald Sie das Gefühl haben, dass Sie am Ende angekommen sind, kehren Sie den Prozess um. Schließen Sie die Rose auf Ihrem Herzen und die Rose auf Ihrer Stirn.

Sagen Sie: „Danke, Engel, für alles, was ich empfangen habe. Bitte achtet darauf, dass jede übrige Energie um mich herum an das Universum zur Heilung zurückgeschickt wird. Und so soll es sein.“

Bei der Arbeit mit Engeln ermutige ich die Menschen immer, sich auf sie als eine Kraft zu konzentrieren, es sei denn, man arbeitet im Bereich der Erzengel. Wenn Sie Engel als Kraft in ihr Leben einladen, geben Sie einem Engel, der Sachkenntnis hat, die Erlaubnis, in Ihrer Situation zu helfen. Wenn ich mit Engeln spreche, ist es manchmal mehr ihre Macht, die durch mich spricht, anstatt nur ein bestimmter Engel.

* * *

Dieses Buch zu schreiben, ist in mancher Beziehung eine seltsame Erfahrung. So viele Erinnerungen stürmen wieder auf mich ein. Das mag sich ein wenig merkwürdig anhören, weil das alles von einem Mann kommt, der erst Anfang zwanzig ist, aber ich mache das schon eine ganze Weile und es gibt so viele Geschichten zu erzählen.

Meine allererste Botschaft in der spiritistischen Kirche war ein echter Wendepunkt. Was für eine nervenaufreibende Erfahrung das war! Bis zu diesem Zeitpunkt war ich schon eine ganze Weile lang hingegangen und hatte jede Woche in meiner Manteltasche den Samtbeutel, der meine Engelkarten enthielt. Ich saß mit einer Gruppe wundervoller älterer Frauen zusammen, die mich sozusagen adoptiert hatten, und sie zogen gern eine Karte, so dass ich mit ihnen eine kleine Sitzung abhalten konnte.

Normalerweise gibt das Medium, das man besucht, eine Demonstration seiner Medialität. Danach gibt es eine Pause, wonach alle zu ihren Sitzen zurückkehren, um den jungen Medien beim Üben zuzusehen. Aber in dieser Woche war es anders. Nach der Pause standen der Mann, der diese bestimmte Kirche betrieb und die Präsidentin für eine Weile beieinander. Dann fragte der Mann klar und deutlich: „Möchte irgendjemand getestet werden?“

Die Damen, bei denen ich saß, drehten sich zu mir und sagten aufgeregt: „Kyle, das ist deine Chance! Geh hin und zeige ihnen, dass du etwas drauf hast!“

Schon seit endlosen Wochen hatten diese Damen der Präsidentin erzählt, dass ich Geister und Botschaften aufnehme und das jedem Beliebigen beweisen würde, wenn er daran Interesse hätte. Aber sie hatte immer geantwortet, ich sei noch zu jung, um damit auf die Bühne zu gehen. Ich denke jedoch, dass ihre Neugier in dieser Nacht siegte und sie wirklich gespannt war, ob ich das bringen konnte, was alle anderen behaupteten. Ich wurde auf die Bühne gebeten, wo ich in einer Stuhlreihe mit den anderen Grünschnäbeln saß. Der Mann sagte ruhig zu mir: „Okay, Kyle, ich bitte dich nun, deinen Geist von allem frei zu machen und zu prüfen, ob du überhaupt eine Verbindung zu irgendetwas bekommst.“

Ich antwortete voller Enthusiasmus: „Das ist in Ordnung, ich habe mich bereits eingestimmt. Ich habe auch schon eine Verbindung und bin bereit loszulegen!“

Ich war der Erste, der in dieser Nacht sprach. Ich wusste, dass ich die Fähigkeit dazu hatte, es war nur eine andere Sache, jetzt vor 200 Menschen zu stehen und den Beweis dafür anzutreten.

Ich erinnere mich, mit einem netten Herrn namens Francis aus der Geisterwelt gesprochen zu haben, der hier war, um Kontakt mit seiner Schwester Elsie aufzunehmen. Er bewies seine Anwesenheit, indem er von seinem schnellen Ableben sprach, und er wünschte, dass seine Schwester erfährt, dass er wohlbehalten im Himmel angekommen war. Ich erinnere mich, wie er über eine Frau sprach, mit der er zusammen war und die eigene Spitzendeckchen herstellte. Elsie bestätigte, dass es sich dabei um ein weiteres, enges Familienmitglied handelte.

Als ich diese Botschaften überbrachte, war mir nicht bewusst, dass ich mit meiner rechten Hand über meinem Herzen dastand. Die Präsidentin sagte zu mir: „Dein Körper ist ein Medium. Du solltest dir all dessen bewusst sein, was du jetzt, aber sonst normalerweise nicht tust.“

Elsie bestätigte dann, dass auch die Frau, die Spitzendeckchen gemacht hatte, stets ihre Hand über ihr Herz gehalten hatte. Ich dankte ihr und den anderen in der Geisterwelt.

Das war meine Initiation und sie war gutgegangen, aber ich stand erst am Anfang. Dass ich Woche für Woche in die spiritistische Kirche ging, half mir dabei, auch den Rhythmus von Dingen zu erfassen. Ich lernte, wie ich ein Publikum ansprechen muss und wie ich offen um eine Audienz bitten kann, und die Verbindung mit meinen Engeln wurde immer fester.

An einem Abend hatte ich aber nicht genug Zeit, eine abschließende Botschaft weiterzugeben. Sie war von einem Mann namens Bob. Er wollte seinem Bruder mitteilen, dass es ihm gut ging, aber die Kirche war voll und ich war mir nicht ganz sicher, an wen diese Botschaft gehen sollte. Ich bat Bob, er solle kommende Woche wiederkommen, wenn ihm das möglich wäre, und spürte, wie sich seine Energie von mir entfernte.

Das war spät am Abend und ich musste am nächsten Morgen früh aufstehen, weil ich zur Schule musste. Sobald ich aus der Kirche kam, sprang ich ins Bett und schlief sofort ein.

Während ich schlief, hörte ich, wie jemand meinen Namen rief, und zwar so laut, dass ich dachte, die ganze Welt könnte es hören. Ich wachte auf und sah auf der Seite meines Bettes auf der gleichen Höhe wie mein Stockbett einen Mann stehen, der eine Biker-Jacke trug und langsam eine Glatze bekam. Mit lauter, fast knurrender Stimme sagte er: „Kyle, ich wollte diese Botschaft weitergeben.“

Ich bekam einen Schreck, sprang aus dem Bett und rannte an ihm vorbei.

Ich sagte: „Engel, warum ist dieser Mann in meinem Zimmer, sucht meine Aufmerksamkeit und macht mir Angst?“

Sie antworteten: „Du hast dich nicht von der Geisterwelt getrennt. Du hast vergessen, dich auszustimmen und dich daher für jeden Geist offen gelassen, der mit dir kommunizieren will.“

Ich bat meine Engel, den Geist des Mannes zurück ins Licht zu führen und entschuldigte mich bei ihm dafür, dass ich nicht genug Zeit gehabt hatte, seine Botschaft zu überbringen. Danach ging ich meine Ausstimm-Routine durch und stellte sicher, dass ich geerdet war. Es war das erste und letzte Mal, dass ich damit ein Problem gehabt hatte.

Sie fragen sich möglicherweise, warum die vielen guten Engel, die ich um mich herum habe, es zulassen, dass so etwas passiert. Nun, alles, was geschieht, geschieht aus einem bestimmten Grund und jede Situation gibt uns die Möglichkeit, etwas mehr über unser Leben und über unser Geschick zu lernen. Indem ich diese Erfahrung machte, wurde ich im Umgang mit der Geisterwelt disziplinierter und stellte sicher, dass ich mich stets ausgestimmt hatte und von meinen Engeln geschützt wurde.

* * *

Diese frühen Tage brachten täglich neue Lektionen mit sich und jede Sitzung lehrte mich mehr. Ich fand schnell heraus, dass mein Talent als Medium ein wenig Raffinesse benötigte. Ich war noch immer sehr jung und wusste oft nicht, wie ich Botschaften weiterleiten sollte oder die Art und Weise mildern konnte, in der ich sie weitergab. Es passierte so oft (eigentlich die meiste Zeit), dass die Botschaften, die ich von den Engeln erhielt, sich auf äußerst emotionale oder schwierige Dinge bezogen. Ich musste noch so viel lernen und das war wahrscheinlich die Seite der Dinge, auf die ich am wenigsten vorbereitet war. Am Anfang hatte ich gedacht, dass alles, was ich zu tun hätte, wäre, weiterzugeben, was man mir gab. Wie alle anderen Medien auch, musste ich lernen, dass ich nicht nur ein Engelflüsterer, sondern auch ein Berater und Therapeut sein musste.

Als ich 17 war, habe ich Sitzungen in einem Esoterikfachgeschäft in Motherwell, am Stadtrand von Glasgow, abgehalten. Dort wurde alles verkauft, was Sie sich nur vorstellen können, was auch nur im Mindesten mit Heilung zu tun hatte: Reiki, Kristalle und Engel. Ich arbeitete dort jeden Mittwochmorgen und Samstagnachmittag in einem Raum, der eigens für diesen Zweck eingerichtet worden war. Der Laden wurde von einer tollen Frau namens June Moore geleitet, aber ich habe sie immer nur meine „kosmische Mutter“ genannt!

Ich erinnere mich, wie ich an einem Samstag kurz vor Weihnachten dort gearbeitet habe und den ganzen Tag für Sitzungen ausgebucht war. Draußen war es nass und windig, aber der Raum, in dem ich war, fühlte sich behaglich und fröhlich an. Er war angefüllt mit Kristallen und die Decke war mit vielen Bahnen eines tief purpurfarbenen Stoffes drapiert. Man hatte das Gefühl, als wäre man in einem Zigeunerzelt auf dem Jahrmarkt. Auch der Tisch, die Stühle und der Teppich waren purpurfarben und passten zu der Stoffdekoration. Die beleuchteten Glasregale reflektierten das Licht der Kristalle und der Farbtherapieschachteln, die auf ihnen standen. Auf einem Schrank stand eine riesige Amethysthöhle, die glitzerte und funkelte. Der ganze Raum strahlte Ruhe und Liebe aus.

Meine erste Sitzung an diesem Abend hatte ich mit einer Frau namens Michelle. Sie war in den Dreißigern und sah so aus, als hätte sie sich niemals viel Zeit für sich genommen. Ihre Haare waren sehr kurz, sie trug kein Make-up und ihre Kleidung war eher praktisch. Ich fragte mich, ob sie wohl zu den Menschen gehörte, die das Gefühl haben, es nicht zu verdienen, das Beste aus sich zu machen. Dann schob ich diesen Gedanken zur Seite, denn ich habe immer versucht, bei meinen Mitmenschen keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.

Michelle war unglaublich freundlich und bezaubernd. Sie schien sehr erfreut zu sein mich zu sehen und sofort beruhigte sie mich mehr als andersherum. „June hat mir ganz wundervolle Dinge über dich erzählt!“, sagte sie.

Ich bedankte mich und erklärte ihr, wie ich arbeite, wie ich das bei jedem tue. Dann ging ich dazu über, mit ihren Schutzengeln und den Geistern zu sprechen, die um sie herum waren, und mich in ihre Aura einzustimmen. Eine Aura ist die Verlängerung unserer spirituellen Energie, die unseren Körper umgibt. Obwohl die Energie sehr fein ist, können Sie Ihre Sinne darauf trainieren, sie bei jemandem zu sehen, entweder mit dem blanken Auge oder durch Ihr „drittes Auge“, womit Ihre psychische Fähigkeit zu sehen gemeint ist. Ihre Aura verkörpert die Person, die Sie wirklich sind, und wie Sie sich an diesem Punkt Ihres Lebens fühlen. Die Energie scheint sich ständig zu bewegen und dauernd ihre Farbe zu ändern. Die Farben der Aura sind ein Spiegelbild der spirituellen Energiezentren des Körpers, den Chakren. Wenn eine Farbe besonders ausgeprägt ist, kann das bedeuten, dass es hier eine Überbelastung eines bestimmten Gefühls, einer bestimmten Situation oder Empfindung gibt, wohingegen das Fehlen einer bestimmten Farbe bedeuten kann, dass man etwas Bestimmtes in seinem Leben braucht oder wünscht. Es gibt verschiedene Schichten der Aura. Ich konzentriere mich auf die „Gefühlsschicht“, die bestimmt, was jetzt in ihrem Leben geschieht.

Bei Michelle war diese Gefühlsschicht überall. Die Farben waren an einer Stelle zusammenhanglos, aber an einer anderen Stelle komplett. Ich erkannte sofort, dass Michelles Leben in den letzten zwei Jahren stellenweise schwierig war - das konnte ich an den hellroten, gelben und orangefarbenen Strahlen auf der linken Seite ihrer Aura erkennen.

Ich legte meine Hände auf die Karten, die Michelle mit ihrer Energie ausgesucht hatte, und konnte erkennen, dass sie die Mutter eines Sohnes war. Sie hatte einen ehemaligen Partner, der, wie ich dachte, das Sorgerecht für das Kind hatte. Michelles Einsamkeit war überwältigend. Ich konnte sie sehr deutlich spüren und sie hing unmittelbar mit ihrem Sohn und seinem Verlust zusammen.

„Heute muss viel Heilarbeit getan werden, Freund“, ließen mich die Engel wissen. „Michelle hat einiges durchgemacht und ist nun bereit, zu ihrer Kraft zurückzufinden. Du musst ihr sagen, dass ihr Vater durchkommen möchte, um mit ihr zu sprechen.“

Ich leitete das alles an Michelle weiter und sie sagte, sie wolle gerne von ihm hören.

Ich konnte ihr mitteilen, dass der Geist ihres Vaters sie zu lieben schien, aber ich konnte auch ein Gefühl wahrnehmen, das sich wie Blei auf meine Brust legte, als ich mental mit dem Mann kommunizierte. Er war verzweifelt und wollte Michelle eine Botschaft durch die Engel senden.

„Sag meiner Tochter, dass es mir leid tut“, begann er. „Sag ihr, dass es mir leid tut, dass sie in meine Fußstapfen trat. Ich wollte nicht, dass die Dinge so ausgehen, und ich möchte, dass sie wieder die Kontrolle über ihr eigenes Leben gewinnt.“

Ich gab das an Michelle weiter, aber ich war neugierig. „Warum sagt er, dass es ihm leid tut, dass du in seine Fußstapfen getreten bist?“, fragte ich sie. Ich würde niemals, auch nicht eine Sekunde

verstehen, warum ich eine Botschaft bekommen habe, bevor ich zum nächsten Schritt übergehe.

Michelle sah mich einen Moment lang deutlich bewegt an. Dann sprudelten die Worte nur so aus ihr heraus.

„Ich bin so wie er“, flüsterte sie. „Er war ein Alkoholiker und ich bin auch einer. So habe ich Connor verloren. Ich habe mein Kind verloren, weil ich trinke, so wie mich auch mein Vater wegen seines Alkoholismus verloren hat.“

Wellen der Einsamkeit strömten aus dieser Frau und es tat mir leid, wie ihr Leben bislang verlaufen war. Aber auf der anderen Seite fühlte ich mich auch sehr optimistisch, denn jetzt gab es Chancen dafür, dass sich die Dinge ändern könnten, jetzt, wo ihre Engel durch mich mit ihr sprachen.

„Engel sind hier mit deinem Vater“, sagte ich zu ihr, „und sie möchten dir etwas Heilung bringen - möchtest du das annehmen?“

Michelle nickte zustimmend.

„Es ist wirklich wichtig, dass du diese Gefühle herauslässt“, erinnerte ich sie und reichte ihr eine Schachtel Kosmetiktücher.

Sie nickte wieder, aber da wusste ich schon, dass sie bereit war, geheilt zu werden.

In meinen Gedanken sagte ich: „Erzengel Raphael und Engel, umgebt Michelle mit heilendem Licht, so dass sie das alles überwinden kann. Danke euch allen.“

Heilendes Licht umgab Michelle. Ihr Vater sagte mir dann, wie stolz er auf sie war, dass sie sich nun dazu entschlossen hatte, ihre Alkoholsucht zu überwinden und dass ihr das gelingen würde.

„Ja, so ist es“, sagte Michelle, „ich bin mit all dem fertig. Ich meine das wirklich. Ich mache einen kalten Entzug und rühre keinen Tropfen mehr an. Ich verzeihe meinem Vater. Wirklich.“

Sie lächelte und war dankbar für die Anwesenheit ihres Vaters.

In diesem Moment kamen die Engel mit einer weiteren Botschaft wieder zu mir: „Es ist wichtig, dass Michelle nicht nur ihrem Vater vergibt, sondern auch sich selbst. Sie wird ihren Sohn wieder in ihrem Leben haben, wenn sie das tut, aber sie muss sich selbst jetzt vergeben.“

Michelle gab zu, dass sie starke Hassgefühle gegen sich selbst hatte. Indem wir Hand in Hand mit den Schutzengeln und den heilenden Engeln arbeiteten, schafften wir es, sie von vielen Gefühlen zu befreien, die sie umgaben.

Es war nicht nur ein Trost für Michelle, zu wissen, dass es ihrem Vater leid tat und dass er sie sehr geliebt hatte und jeden ihrer Schritte vom Himmel aus beobachtete, es gab ihr auch Kraft. Mit dieser Hilfe war sie entschlossen, nicht mehr in seine Fußstapfen zu treten. Sie war ebenso entschlossen, das Sorgerecht für ihren Sohn zurückzugewinnen, denn sie konnte es nicht ertragen, ohne ihn zu leben. Indem sie mit positiven Gedanken in Bezug auf sich und den Gebeten der Engel arbeitete, konnte sie ihr Leben wenden. Einige Monate später kam sie kurz in den Laden, um mich wissen zu lassen, dass sie ihr Leben gut in den Griff bekommen hatte, und ich konnte feststellen, dass sie tatsächlich ihren Sohn Connor wiederhatte.

* * *

Ich erinnere mich an eine Dame namens Grace, von der ich sehr früh in meinem Leben gelesen hatte. Sie war eine wundervolle Frau, hatte aber nach dem Tod ihres Mannes vor zwanzig Jahren ernsthafte Schwierigkeiten, ihr Leben zu meistern.

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Yaş sınırı:
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Litres'teki yayın tarihi:
22 aralık 2023
Hacim:
230 s. 1 illüstrasyon
ISBN:
9783941435407
Yayıncı:
Telif hakkı:
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