Kitabı oku: «Einfach abschalten in Österreich»
Lisa und Wilfried Bahnmüller
EINFACH
ABSCHALTEN
IN ÖSTERREICH
REISEZIELE FÜR DIE SEELE
*****
Mit Erholungsgarantie

INHALTSVERZEICHNIS
RAUSCHENDE WÄLDER
ÖSTERREICH IST GRÜN
1 Bregenzerwald 2 Böhmerwald 3 Im Kobernaußerwald 4 Ysperklamm 5 Schremser Hochmoor 6 Der Große Ahornboden 7 Patscherkofel-Zirbenweg 8 Am Troppberg 9 Via Sacra
AUSSERGEWÖHNLICHE ÜBERNACHTUNGEN
WASSERREICH ÖSTERREICH
MYSTISCHE BERGSEEN, WILDE FLÜSSE UND ROMANTISCHE UFER
10 Bodensee 11 Im oberen Lechtal 12 Plansee 13 Seebensee 14 Achensee 15 Inn 16 Thiersee 17 Walchsee 18 Trumer Seen 19 Oberndorf 20 Mondsee und Irrsee 21 Attersee 22 Fuschlsee 23 Wolfgangsee und Schwarzensee 24 Bad Ischl 25 Traunsee 26 Altausseer See 27 Grundlsee 28 Hallstätter See 29 Hallstatt 30 Donau 31 Drau 32 Weissensee 33 Millstätter See 34 Ossiacher See 35 Faaker See 36 Wörthersee 37 Keutschacher See 38 Neusiedler See 39 Nationalpark Seewinkel 40 Illmitz, Apetlon und Podersdorf
WASSERFÄLLE UND SCHLUCHTEN
ÖSTERREICHS SCHÖNSTE TÄLER
VOM ALPENGLÜHEN, VON BLUMENWIESEN UND BERGDÖRFERN
41 Montafon 42 Großes Walsertal 43 Kleinwalsertal 44 Nauders 45 Oberes Inntal 46 Pitztal 47 Ötztal 48 Tannheimer Tal 49 Vilstal 50 Lermoos, Ehrwald und Biberwier 51 Stubaital 52 Wipptaler Täler 53 Zillertal 54 Alpbachtal und Wildschönau 55 Brandenberger Tal 56 Pillerseetal 57 Saalachtal 58 Oberpinzgau 59 Habachtal 60 Gasteiner Tal 61 Rauriser Tal 62 Virgental 63 Defereggental 64 Villgratental 65 Lesachtal 66 Mölltal 67 Liesertal 68 Maltatal 69 Gosautal 70 Hinterwinkl 71 Oberes Ennstal 72 Sölktäler 73 Murtal 74 Stodertal 75 Almtal 76 Wachau 77 Pinkatal 78 Stremtal
ÖSTERREICHS SPEZIALITÄTEN
GIPFEL, BERGE UND MASSIVE
ES GEHT HOCH HINAUF
79 Silvretta 80 Mieminger Kette 81 Westliches Karwendel 82 Östliches Karwendel 83 Kaiserwinkl 84 Nationalpark Hohe Tauern 85 Großglockner-Hochalpenstraße 86 Leoganger Steinberge 87 Steinernes Meer 88 Schafberg 89 Traunstein 90 Sengsengebirge 91 Dachsteinmassiv 92 Grimming 93 Bad Mitterndorf 94 Gesäuse 95 Nockberge 96 Nockalmstraße 97 Karnische Alpen 98 Karawanken 99 Südsteirische Weinberge 100 Schneeberg 101 Semmering 102 Geschriebenstein 103 Leithagebirge
BERGSEEN

Der rote Adler mit dem Lorbeerkranz ist das Tiroler Wappen und steht für die Freiheit. Der Kleine Fuchs, ein Schmetterling, der Alpenblumen liebt. Frisches Quellwasser vom Berg




Der Große Priel mit dem Schiederer Weiher
»DIE RUHE ZIEHT DAS LEBEN AN.«
Gottfried Keller

Burgenländer Weinberg mit Inkarnat-Klee, auch Blutklee oder Rosenklee genannt
VORWORT
Auszeit nehmen
Im hektischen Alltag kommt zwischen Beruf, Haushalt und Familie immer etwas zu kurz. Ständig jonglieren wir mit Meetings, Konferenzen, Terminen oder Elternabenden. Um das alles zu meistern, ist es umso wichtiger, zumindest ab und zu für sich selbst zu sorgen. Sich bewusst Zeit zu nehmen, um abzuschalten. Doch was bedeutet diese Auszeit, und wie kann das Abschalten aussehen?
Es geht darum, Zeit für die Dinge zu haben, die wir schätzen. Es ist wichtig, zur Ruhe zu kommen und neue Kraft zu schöpfen. Das funktioniert aber nur, wenn wir auf die Bremse treten, einen Gang zurückschalten und tief durchatmen. So gewinnen wir Abstand zum Alltag und können unsere Perspektive ändern. Aus der Entfernung sehen wir Ungereimtheiten und Sinnloses, das uns im Alltagsstress nicht auffällt. Das Schlüsselwort dazu ist »abschalten«, denn wer abschaltet, kann sich für Neues öffnen und wird wieder kreativ.
Dabei hilft uns die Natur. Inmitten einer fantastischen Landschaft rücken die täglichen Probleme in den Hintergrund.
Mit allen Sinnen nimmt man seine Umwelt wahr und findet kraftspendende Orte, die zur Meditation einladen. Unterwegs zu sein und Neues zu erleben gibt dem Körper genau die Lebendigkeit zurück, die im Alltag oft verlorengeht.
Ein Land, in dem das ziemlich gut klappt, ist Österreich! Österreich macht süchtig! Warum ist das so? Österreich ist das Land der Berge, Wälder und Seen. Darin steckt eine tiefe Sehnsucht. Zugleich werden viele schöne Erinnerungen geweckt: an wilde Gipfel, friedvolle Almen, karge Felsen und weite Täler. An tiefe Schluchten, blaue Seen und tosende Wasserfälle. An grüne Wälder, knorrige Bäume und bunte Wiesen. An trutzige Burgen und freundliche Bergbauern. An lockeren Kaiserschmarrn und süffigen Zweigelt. An einsame Kirchen und uralte Klöster.
Ganz von allein verändern die Wälder, Seen, Berge und Täler unseren Blickwinkel. Hier finden wir Weite, Distanz und Ruhe. Das Abschalten erdet uns, und wir können gestärkt in den Alltag zurückkehren.
Lisa Bahnmüller
RAUSCHENDE WÄLDER
Österreich ist grün

Der Ahornboden mit seinen bis zu 400 Jahre alten Baumriesen liegt auf der Nordseite des Karwendels.
Wald beruhigt, er macht glücklich und gesund, das ist inzwischen allgemein bekannt. In Österreich gibt es besonders viel Wald, das merkt man schon an zahlreichen Ortsnamen, in denen das Wort »Wald« auftaucht. So findet jeder zwischen dem Bregenzerwald und dem Wienerwald sein grünes Fleckchen Österreich inmitten rauschender Wälder.
Es ist wohl das Wechselspiel zwischen Licht und Schatten, zwischen Werden und Vergehen, das uns so gefällt. Vielleicht spielt auch die Wirkung der verschiedenen Grüntöne mit hinein. Und ganz sicher lieben wir die frische Waldluft mit ihrem würzigen, erdigen Duft sowie den feinen ätherischen Ölen, die Abermillionen Blätter, Zapfen und Nadeln abgeben.
Kein Wunder, dass die Menschen zunehmend den Wald als Erholungsort aufsuchen. Dabei bedeutet ein Spaziergang im Wald, die Bäume und Pflanzen mit allen Sinnen aufzunehmen, das Grün auf sich wirken zu lassen und eine Verbindung mit der Natur herzustellen. Bereits 20 Minuten im Wald senken nachweislich die Stresshormone und den Blutdruck und geben unserer Auszeit eine besondere Qualität.
Österreich ist knapp zur Hälfte von Wald bedeckt. Auf vier Millionen Hektar seiner Fläche, das entspricht der Größe der Schweiz, wachsen Bäume. Dabei leistet der Wald viel mehr, als nur uns Menschen gutzutun. Der Wald regelt das Kleinklima, er speichert Wasser, hält Hochwasser und Lawinen zurück, er produziert Sauerstoff, bremst – sofern er gesund ist – Stürme aus und sorgt für die biologische Vielfalt. Denn vom Wald und seinen Bäumen, die im steten Kreislauf der Natur wachsen und vergehen, profitieren unzählige weitere Pflanzen, Tiere, Insekten und Pilze.
5 X ABSCHALTEN UND RUNTERKOMMEN
Einsam im Böhmerwald – ein Geheimtipp zwischen mystischen Wäldern und wilden Steinformationen. www.boehmerwald.at
Mitten im Waldviertel – eine perfekte Kombination von Wasser und Wald in der Ysperklamm. www.ysperklamm.info
Grünes Karwendel – Spaziergänge und Wanderwege unter knorrigen Bäumen am Ahornboden. www.silberregion-karwendel.at
Auf dem Patscherkofel – Panoramawege über Innsbruck im Reich der duftenden Zirben. www.patscherkofelbahn.at
Durch den Wienerwald – Kunst und Kultur auf dem Pilgerweg Via Sacra zwischen Wien und Mariazell. www.wienerwald.info

1 BREGENZERWALD
Zwischen Tradition und Moderne
»MEOR EHROD DAS AULT,
UND GRÜSSED DAS NÜ, UND BLIBOD
ÜS SEALB UND DR HOAMAT TRÜ.«
Gebhard Wölfle
Der Ausspruch »Wir ehren das Alte, begrüßen das Neue und bleiben uns selbst und der Heimat treu« des Mundartdichters Gebhard Wölfle steht sinnbildlich für die Region Bregenzerwald in Vorarlberg. Ihr gelingt der Spagat zwischen Tradition und Moderne. Der Bregenzerwald ist bekannt für seine einsamen Landschaften. Gerade einmal 32 000 Menschen leben hier. Dabei ist der Bregenzerwald kein reines Waldgebiet, sondern eine Kulturlandschaft, die sich zwischen dem Bodensee, dem bayerischen Allgäu und dem Großen Walsertal erstreckt. Von der weiten Bregenzer Bucht am Bodensee über die Hügel, von der Ebene des Rheintals bis hin zu den gewaltigen Bergketten der Zentralalpen eignen sich seine Landschaften ideal für eine Auszeit.
Im Bregenzerwald wird Handwerk großgeschrieben, in den Bergen findet man Sennereien und die typische dreistufige Bewirtschaftung der Weiden, die sich aufteilt zwischen dem Tal, der Mittelalpe, genannt Vorsäß, und der Hochalpe. Aber auch die Moderne hat hier ihren Platz: Besonders ins Auge sticht der Mut vieler »Wäldler«, in architektonischer Hinsicht neue Wege zu gehen. In keiner anderen Region Österreichs werden so viele nachhaltige, innovative und manchmal auch gewagt moderne Bauten errichtet wie im Bregenzerwald. Bevorzugtes Baumaterial: Holz aus den heimischen Wäldern. Auf verschiedenen Routen kann man diese sensationellen Bauten erkunden. Und erreicht damit einen zusätzlichen Effekt, denn gerade das Wandern trägt im Bregenzerwald zur Entschleunigung bei.
Eine Tour, die in der Nähe der Marktgemeinde Bezau startet, lohnt sich besonders. Am Ende der Mautstraße im Schönenbachtal geht es zur Mittelalpe, dem Vorsäß Schönenbach. In der Almsiedlung fügen sich urige Hütten, weite Almwiesen, Bäche und bewaldete Berghänge zu einem Bild reiner Idylle. Abseits von Trubel, Lärm und Zivilisation kommt man ganz bei sich an und kann vollkommen abschalten. Eine weitere schöne Wanderung startet in Hittisau, wo man bei einem Dorfumgang die Engenlochschlucht besucht. Angenehme Kühle, der rauschende Wildbach, schattig-grüne Waldwege und abenteuerliche Stege überraschen die Wanderer. So könnte man endlos gehen.
TIPPS & INFOS
BEZAU 650 m
KULTUR: In Bezau und Umgebung kann man zu zwölf Dorfrundgängen, den Umgängen, starten. Jeder dieser Umgänge zeigt die Facetten der typischen Bregenzerwald-Dörfer. So führen die Wege von geschichtsträchtigen Häusern zu modernen Neubauten, von urigen Heustadeln zu traditionsreichen Gaststätten, von ehrwürdigen Kirchen bis hin zu neuzeitlichen Kapellen.
GENUSS: Mitten in Bezau nimmt das Lokal Gams 1648 eine Sonderstellung ein. Hier vereinen sich Pizzeria, Vinothek und Blumenladen zu einer kultigen Einkehrmöglichkeit. Das stylische Restaurant gehört zum modernen Kuschelhotel Gams in der Ortsmitte von Bezau, www.hotel-gams.at
WEBSEITE: www.bezau-bregenzerwald.com

Die Bergwälder im Naturpark Nagelfluhkette bei Sibratsgfäll im Abendlicht

Auch Mountainbiker finden im Bregenzerwald herrliche Rundtouren, etwa im Lecknertal bei Hittisau.
2 BÖHMERWALD
Grenzenlos zwischen drei Ländern
Ein ganz besonderer Wald erstreckt sich zwischen Bayern, Tschechien und Österreich. Der grenzenlos scheinende Böhmerwald überzieht die vielen Kuppen und Hügel zwischen den drei Ländern mit seinem dichten grünen Dach. Auffallend im Böhmerwald ist die Artenvielfalt. Durch die jahrzehntelange Trennung der Länder, als der Eiserne Vorhang nach dem Zweiten Weltkrieg Ost von West abschirmte, konnte sich hier im Grenzgebiet eine einzigartige Natur entwickeln. Kaum ein Mensch drang in die Gebiete ein und störte die Idylle, die Natur durfte in einen Dornröschenschlaf sinken. Luchse siedelten sich an und sogar eine kleine Elchgruppe. Zum Glück entwickelte sich der Tourismus im Böhmerwald nach der Grenzöffnung langsam und behutsam – perfekt für jede Art von Entschleunigung. Hier können Ruhebedürftige tief in die Natur der Wälder eintauchen. Auf den Gipfeln stapeln sich die Steine zu enormen Formationen, der geologische Begriff dazu lautet Wollsackverwitterung. Sie türmen sich zu sagenumwobenen steinernen Figuren, von denen man die schönsten Ausblicke über den Böhmerwald genießen kann. Man darf jedoch nicht erstaunt sein, wenn nicht überall grüne und dunkle Wälder sprießen, es gibt große Lücken. In einigen Gebieten hat der Borkenkäfer erbarmungslos zugeschlagen und Teile des Waldes vernichtet. Aber ganz überraschend wird uns hier der Kreislauf des Lebens bewusst. Langsam erholt sich der Wald. Ein ständiges Werden und Vergehen, nah am Puls der Natur.
TIPPS & INFOS
AIGEN-SCHLÄGL 596 m
KULTUR: Der Schwarzenberger Kanal ist eine Holztriftanlage aus dem 18. Jahrhundert, in der früher das Holz des Böhmerwalds durch sogenannte Schwemmer zur Donau transportiert und von dort weiter nach Wien geflößt wurde. Heute lässt sich der Kanal grenzüberschreitend auf schönsten Wanderwegen erkunden. Die Kombination Wasser und Wald wirkt dabei besonders beruhigend.
WANDERUNG: Eine kurze Wanderung führt von Grünwald, fünf Kilometer von Aigen entfernt, in gerade einmal 40 Minuten hinauf zum Bärenstein. Vom Gipfel mit seinen steinernen Quadern eröffnet sich eine einzigartige Aussicht über den nahen Moldausee und die dichten Wälder.
WEBSEITE: www.boehmerwald.at
Diese Wollsackverwitterung, eine typische Felsformation im Böhmerwald, steht auf dem Bärenstein. Auf den Lichtungen der dichten Wälder rund um den Schwarzenbergkanal wachsen wilde Lupinen.

3 IM KOBERNAUßERWALD
Eine Waldempfehlung
»ICH LIEß MEINE SEELE RUHIG WERDEN
UND STILL; WIE EIN KLEINES KIND BEI DER
MUTTER IST MEINE SEELE STILL IN MIR.«
Psalm 131,2
Der Kobernaußerwald gilt als echter Geheimtipp: Das dichte zusammenhängende Waldgebiet, das sich über einige Hügel zwischen dem Innviertel und dem Hausruck in Oberösterreich erstreckt, ist eines der größten Waldgebiete Mitteleuropas. Touristisch fast unbekannt, empfiehlt sich der Kobernaußerwald als idealer Rückzugsort für eine einsame Auszeit. Das weitläufige bewaldete Gebiet bietet Wildtieren Schutz und ist der Lebensraum zahlreicher Insekten und Pflanzen. Uns schenkt der Wald Wohlfühlmomente, und er spendet Kraft unter dicken alten Fichten. Dabei ist der Kobernaußerwald von einem dichten Netz an Forstwegen durchzogen. Dennoch stellt sich das Gefühl ein, man könnte tagelang, einsam wie ein Wolf, durch diese Wälder streifen und dabei keiner Menschenseele begegnen. Zahlreiche Freizeitangebote wie Wanderwege, Mountainbike-Strecken oder der Ruperti-Weitwanderweg, der über knapp 50 Kilometer von Maria Schmolln nach Haag am Hausruck führt, eignen sich für eine ausgedehnte Ferienzeit in diesem Naturjuwel. Wer eine kürzere Tour sucht, macht sich auf den Weg zur Schranne. Startplatz ist das Forsthaus in Hocheck in der Gemeinde Pöndorf. Der gut 8,5 Kilometer lange Rundweg führt einsam durch den Wald zum historischen Grenz- und Handelsplatz Schranne. Waldbaden ist dabei inkludiert, denn die Wanderer sind beständig von herrlichem Grün umgeben.
TIPPS & INFOS
LOHNSBURG AM KOBERNAUSSERWALD 523 m
RAD: Abschalten und den Kopf frei bekommen, das funktioniert auch auf dem Rad. Vom Aussichtsturm Steiglberg bei Lohnsburg aus starten Mountainbiker zu einer tagesfüllenden Runde. Stets der Beschilderung »Trekkingbikestrecke Vöcklatal« folgend geht es für 50 Kilometer durch den Kobernaußerwald. Hügel, Wald und Wiesen wechseln sich ab, und am Abend, vollgepumpt mit frischer Waldluft, haben Körper und Geist viel frische Energie getankt.
SEHENSWÜRDIGKEIT: In Stelzen bei Lohnsburg steht die Kobernaußerwaldwarte: ein Aussichtsturm mit herrlichem Rundblick vom Böhmerwald über das Salzkammergut bis zu den Alpen. Eine Wendeltreppe, die gleichzeitig Platz für eine Galerie bietet, führt zur Plattform hinauf.
WEBSEITE: www.innviertel-tourismus.at
4 YSPERKLAMM
Wildes Wasser im Waldviertel
Das ungezähmte Wasser der Ysperklamm setzt gewaltige Kräfte frei. Zuerst blubbert es sanft. Dann wird es schneller, rauscht, schäumt und brodelt um dick mit Moos bewachsene Granitsteine. Über Kaskaden strömen die Wassermassen abwärts und bilden grüne Gumpen, bevor sie wieder Kraft aufnehmen und sich über Wasserfälle durch den Wald stürzen. Die Ysperklamm hat sich ihre Ursprünglichkeit bewahrt, hier lässt sich die Energie der Elemente spüren. In der Klamm befinden sich jede Menge Kraftplätze und zum Glück auch Liegen und Rastbänke, um sie in sich aufzunehmen.
Das faszinierende Wasser lässt sich nur auf einer Wanderung erkunden. In ihrem Verläuft entfernt man sich wie von selbst vom Alltag, tankt Energie und kann herrlich abschalten. Die frische, klare Luft, mit mikroskopisch kleinen Wassertropfen angereichert, sorgt zuverlässig für Wohlfühlmomente. Das Ganze geschieht unter dem dichten grünen Blätterdach eines Waldes. Kein Wunder, dass die Klamm zu den schönsten Plätzen in Niederösterreich zählt!
Es gibt kürzere und längere Wege durch die Klamm, in der eine Weggebühr fällig wird. Den größten Ruhe- und Erholungseffekt verspricht die längere Runde, der Druidenweg. Ausgangspunkt ist der Forellenhof im Yspertal. Dabei lassen sich viele sagenumwobene Druidensteine im lichten Wald entdecken, aber auch ein wunderschöner Aussichtspunkt, von dem aus der Blick weit über das Yspertal reicht.
TIPPS & INFOS
YSPERTAL 498 m
WISSENSWERTES: Im späten Mittelalter herrschte Henricus de Hyspere über ein Flusstal nördlich von Persenbeug an der Donau. Aus dem Namen entstand einfach durch Weglassen des ersten und letzten Buchstabens das heutige Wort Ysper, das nicht nur den alten Herrschersitz benennt, sondern das ganze Tal.
SPECIAL: Mit der Eintrittskarte in die Klamm erhält man in einigen Partnerbetrieben Vergünstigungen. Das lohnt sich, wenn man im Anschluss einkehren möchte: So gibt es Rabatte im Badstüberl, Gasthof Zur Linde, Café-Pizzeria Yspertal, Weineck Yspertal, Landgasthof Peilsteinblick, Landhotel Yspertal oder Gasthof-Pension Drei Hacken bzw. etwas on top, wie ein Gratisgetränk.
WEBSEITE: www.ysperklamm.info
Sanft rauscht das Wasser zwischen den bemoosten Steinen der Ysperklamm.
5 SCHREMSER HOCHMOOR
Zwischen Himmel und Erde
Während das Schilf im Wind raschelt und die gelben Seerosen auf den Wellen schaukeln, jagen Libellen durch die Luft, von Fröschen lautstark angefeuert. Zwischen Tümpeln und Teichen wachsen Moospolster, krüppelige Kiefern, Erlen und kleine Birken – so sieht ein Tag im Schremser Hochmoor aus, dem größten Moor im Waldviertel. Es liegt unweit der Stadt Schrems und breitet sich dort bis Langschwarza und Gebharts aus. Das Moor diente einst dem Torfabbau. An vielen Stellen wirken die Stiche im Wald wie Wunden, sie sind immer noch zu sehen, auch wenn die Feuchtgebiete mittlerweile unter Naturschutz gestellt wurden. Nun dürfen sie sich regenerieren, sie bleiben unberührt, eine neue Wildnis entsteht, und der Torf, ein wichtiger CO2-Speicher, kann wieder langsam wachsen.
Wanderungen führen hinein in die Feuchtgebiete. Die großen Highlights bieten das Museum und die Umweltstation UnterWasserReich Schrems. Dort bekommt man viele Informationen rund um das fragile Ökosystem Moor. Aber die mystische Landschaft will natürlich noch genauer untersucht werden. Das geht am besten über den Prügelsteig, der die Wanderer trockenen Fußes ins Moor bringt. Noch spannender ist die Himmelsleiter, eine Aussichtsplattform, die einem Waldwipfelpfad gleicht. Aus der Vogelperspektive schaut man auf das Naturschutzgebiet und den Moorwald. Mit etwas Glück lassen sich im Außengelände Otter in einem Gehege beobachten. www.unterwasserreich.at
TIPPS & INFOS
SCHREMS 532 m
SEHENSWÜRDIGKEIT: Zwischen Schrems und Aalfang erstreckt sich ein weiteres Naturdenkmal: Große Granitsteine liegen im Wald verstreut. Einer davon ist riesengroß und lässt sich dennoch bewegen: Wackelsteine gibt es öfter, trotzdem ist die Faszination dieser felsigen Naturwunder ungebrochen.
GENUSS: In Heidenreichstein hat sich die Käsemacherwelt einen guten Ruf erworben. Hier bekommt man Einblicke in die Welt der Käseherstellung und darf das Endprodukt gleich auf der Terrasse an einem Teich verspeisen. Im angeschlossenen Laden findet sich eine gute Auswahl der lokalen Spezialitäten aus dem Waldviertel. www.kaesemacher.at
WEBSEITE: www.waldviertel.at
Die Himmelsleiter wurde von dem Wiener Architekten Manfred Rapf entworfen und 2002 errichtet.
6 GROßER AHORNBODEN
Ein Leben mit und gegen die Natur
»BÄUME SIND GEDICHTE, DIE DIE
ERDE IN DEN HIMMEL SCHREIBT.«
Khalil Gibran
Im Rißtal, einer österreichischen Enklave, die ganz im Norden des Karwendels liegt und die nur über eine mautpflichtige Straße von Bayern aus erreicht werden kann, gibt es etwas ganz Besonderes. Am Talschluss, in der Eng, liegt ein eigenartiger, lichter und uralter Wald. Auf dem Großen Ahornboden gibt es mehr als 2200 Bergahorne. Von Moos bewachsen, krumm, buckelig, mit großen und kleinen Baumkronen, windschief und knorrig. Jeder Baum hat seinen ganz eigenen Charakter, einige sind über 400 Jahre alt.
Warum sich gerade hier ein solcher Wald bilden konnte, ist bis heute nicht ganz geklärt. Feststeht, dass der Almboden in der Eng seit vielen Jahrhunderten im Sommer als Weideland für Tiere genutzt wurde. Die erste schriftliche Aufzeichnung stammt von 1523, seitdem wurden die Almwiesen, bis auf eine kurze Unterbrechung, durchgehend beweidet. Aber genau diese Pause, die wohl in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges fällt, war die Geburtsstunde des Großen Ahornbodens. Während dieser Spanne konnten die Ahornbäume, die als Pionierpflanzen gelten, hochwachsen – es gab keinen Weidebetrieb, keine Tiere, die sie abgefressen hätten. Nach dem Krieg, als die Eng wieder mit Vieh bestoßen wurde, waren die Ahornbäume bereits zu groß. Man ließ sie vereinzelt als Schattenspender stehen. Zum Glück, denn so gibt es bis heute diesen herrlichen Bestand alter, knorriger Bäume.
Dabei ist der Bergahorn an sich schon eine besondere Baumart. Er führt ein Leben mit und gegen die Natur. Sein Lebensraum ist ständig bedroht von harten Witterungsbedingungen und Naturkatastrophen. Kälteperioden, Lawinen und Murenabgänge setzten den Bäumen zu. Im Lauf der Jahrhunderte sind die Stämme der Ahornbäume oft von Steinen überschüttet worden. Aber sie besitzen die einzigartige Fähigkeit, diesen Widrigkeiten zu trotzen. Sie wachsen einfach stoisch weiter. Langsam erreichen nun einige der ältesten Exemplare wirklich das Ende ihrer Lebenszeit, denn ganz so alt wie Linden oder Eichen können Bergahorne nun mal nicht werden. Doch der Naturpark Karwendel kümmert sich um den Erhalt dieser Kulturlandschaft und pflanzt neue Bäume nach.
Der kurzweilige Themenweg »Großer Ahornboden–Engalm«, führt zu den Almen. An Informationstafeln und Spielstationen für Kinder erfahren Wanderer Wissenswertes über die Natur und das Leben im Karwendel und natürlich auch über die uralten Ahornbäume.
TIPPS & INFOS
ENG IM RISSTAL 1227 m
SPECIAL: Vor allem im Herbst lohnt sich die Fahrt ins Engtal. Ein farbenprächtiges Spektakel erwartet dort die (zahlreichen) Besucher – denn der Ahornboden gilt schon längst nicht mehr als Geheimtipp. Die Baumriesen mit ihren goldfarbenen Blättern bilden einen wunderschönen Kontrast zu den Felswänden des Karwendels und dem blauen Himmel.
GENUSS: Bei den Engalmen gibt es eine Käserei. Als Agrargenossenschaft produzieren die Engbauern äußerst leckeren Käse. Diese stehen zusammen mit vielen anderen heimischen Schmankerln im großen Bauernladen zum Kauf. Damit gelingt die Verlängerung der Auszeit am Ahornboden bis zu Hause!
WEBSEITE: www.silberregion-karwendel.at

Die Engalmen sind im Sommer bewohnt.

Um den Bestand an Bergahorn-bäumen zu sichern, werden immer wieder neue nachgepflanzt.
7 PATSCHERKOFEL-ZIRBENWEG
Die Königin der Alpen
»ES IST DIE AUFGABE EINES JEDEN
MENSCHEN, ZU SICH SELBST ZU KOMMEN.«
Edith Stein
Zirbelkiefern lieben das raue Klima und bevorzugen die Höhenluft, in der sie oberhalb von 1300 Metern bis in Lagen von 2800 Metern gedeihen. Mühelos überstehen die immergrünen Nadelbäume Fröste von unter -40° C und trotzen dabei Wind, Sturm und Schnee. Die Zirbe verströmt einen harzigen, aromatischen und lang anhaltenden Duft. Deshalb wird ihr Holz gern in Wohnräumen verwendet. Vor allem im Schlafzimmer soll sich ihr Duft positiv auswirken, das belegen wissenschaftliche Studien. Die Zirbe verlangsamt den Herzschlag, reguliert den Kreislauf und kann sogar gegen Kopfschmerzen helfen. Kein Wunder, dass die Zirbe die »Königin der Alpen« genannt wird.
Um diesem Wunderbaum nachzuspüren, muss man also hoch hinaus. Zirben wachsen nicht dicht gedrängt in Wäldern, sie mögen es licht und offen. Auch wenn die Zirbe selten ist, so kommt sie zumindest an einigen wenigen Orten in den Alpen in größerer Anzahl vor. Die Berghänge am Tiroler Patscherkofel sind ein solcher Platz. Dorthin führt der Patscherkofel-Zirbenweg als leichter bis mittelschwerer Themenwanderweg hoch über dem Inntal zwischen Innsbruck und Hall. Die Strecke gehört zu den Klassikern unter den Tiroler Genusstouren. An die vier Stunden erleben Wanderer herrliche Tiefblicke ins Inntal und weite Ausblicke auf rund 400 Alpengipfel. Unübertroffen ist die Sicht auf die Nordkette des Karwendelgebirges, die sich direkt hinter Innsbruck erhebt.
Die Höhepunkte dieser Wanderung markieren jedoch die Namensgeberinnen selbst: die Zirben. Auf zahlreichen Informationstafeln erfahren Interessierte viel Wissenswertes. Die Streckenwanderung führt durch einen der größten und ältesten Zirbenbestände Europas. Die großen Exemplare sind an die 250 Jahre alt, die älteste Zirbe in der Naturwaldzelle Ampasser Kessel, ein vollkommen verhutzeltes und knorriges Exemplar, bringt es sogar auf rund 750 Jahre. Sie gilt als ältester Baum Tirols. Der Weg beginnt an der Bergstation des Patscherkofel und führt nach Osten zur Tulfeinalm, wo man zur Glungezerbahn absteigen kann. Von dort schweben die Gondeln hinab ins Tal; ab Tulfes bringt der Bus die Wanderer zur Patscherkofelbahn in Igls zurück.
TIPPS & INFOS
IGLS BEI INNSBRUCK 904 m
KINDER: Wer sich mit Kindern eine Auszeit gönnt, freut sich an der Bergstation der Glungezerbahn über den Kugelwald, einen riesigen Abenteuerspielplatz für die Kleinen. An die 500 Meter Kugelbahn reihen sich hier mit einigen Raffinessen aneinander. Zum Einsatz kommen große Zirbenholzkugeln, die man sich zuvor im Alpengasthof Halsmarter ausleiht. Ein perfekter Platz für Familien!
NATUR: Ab Mai ziert ein Blumenmeer von Almrosen die Landschaft entlang des Zirbenwegs. Dann verwandeln sich die Berghänge am Patscherkofel in einen einzigartigen rosa Blütenteppich: ein Fest für die Sinne!
WEBSEITE: www.patscherkofelbahn.at

Die Almrosen, auch Alpenrosen genannt, gehören zur Familie der Rhododendren.
Blick vom Patscherkofel über Innsbruck auf die Nordkette des Karwendelgebirges
8 AM TROPPBERG
Panoramaweg im Wienerwald
Der Wienerwald ist viel mehr als nur ein Wald. Seine Hügel sind eigentlich die Ausläufer der Alpen. Auch wenn der Wienerwald direkt vor den Toren Wiens liegt, gehört nur ein kleiner Teil zur österreichischen Hauptstadt. Der viel größere Bereich lässt sich Niederösterreich zuordnen. Heute sind weite Teile des Wienerwalds als Biosphärenpark geschützt. Diese besondere Auszeichnung erhielt er aufgrund seiner einzigartigen Natur- und Kulturlandschaften. Der schützenswerte Raum gliedert sich in drei Zonen. In der Kernzone, dem flächenmäßig kleinsten Gebiet, hat die Natur absoluten Vorrang und darf sich ungestört zu den Urwäldern von morgen entwickeln. Auch in der zweiten Schutzzone ist die Vielfalt an Lebensräumen von zahlreichen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten gesichert. Kein Wunder, dass Einheimische und Touristen gerne herkommen, um zu wandern und im heilkräftigen Wasser zu waten, Kultur zu schnuppern oder die mit viel Wild angereicherte Küche nebst einem guten Tropfen Wein zu genießen.
Zwischen Purkersdorf und Rekawinkel führt eine Wanderung auf dem Panoramaweg über den Troppberg durch einen märchenhaften Winkel des Biosphärenparks Wienerwald. Besonders schöne Eindrücke hinterlässt eine Wanderung im Herbst. Zauberhaft ist es, im Nebel aufzusteigen und mit dem Glück belohnt zu werden, dass die Sonne noch genügend Kraft hat, um sich durchzusetzen. Die Blätter leuchten in allen Farben und schenken den Wanderern einen letzten Sommertag. Von der Aussichtswarte am 542 Meter hohen Troppberg bietet sich eine herrliche Aussicht auf Wien, auf Tulln, ins Alpenvorland mit Schneeberg und Ötscher und ins Wein- und Waldviertel.
TIPPS & INFOS
PURKERSDORF 248 m
WANDERUNG: Südlich von Purkersdorf liegt der Naturpark Purkersdorf mit vielen Themenwanderwegen, die sich auch hervorragend für Kinder eigenen. Wer möchte, kann bis zur Rudolfshöhe (475 hm) hinaufsteigen. Auch dort gibt es eine Aussichtswarte. www.naturpark-purkersdorf.at
WELLNESS: Die Kurorte im Wienerwald haben eine lange Tradition. Eine Auszeit bieten zwei Thermen. Die Römertherme in Baden oder das Thermalbad in Bad Vöslau, wo wir in reinstem Mineralwasser dem Alltag entfliehen. www.thermal-bad-voeslau.at oder www.roemertherme.at
WEBSEITE: www.wienerwald.info

Schloss Mayerling wurde nach dem Tod von Kronprinz Rudolf in ein Kloster umgewandelt.
9 VIA SACRA
Pilgerweg von Wien nach Mariazell
Den Alltag hinter sich lassen, um zu sich zu kommen oder dem Leben einen neuen Sinn zu geben – das alles kann man gut bei einer Wanderung auf einem Pilgerweg. Dabei muss es nicht immer der bekannte Jakobsweg ins spanische Santiago de Compostela sein. Die Via Sacra, die Heilige Straße, einer der ältesten Pilgerwege Österreichs, führt von Wien durch den Wienerwald in den Wallfahrtsort Mariazell in der Steiermark. 1632 fand die erste Prozession statt, und noch heute hat die zwischen vier und fünf Tagen dauernde Wallfahrt in der Region Tradition.
Im Lauf der Jahrhunderte haben sich die Wege immer wieder geändert, inzwischen haben sich vor allem zwei Routen durchgesetzt. Die historisch gewachsene, klassische Strecke ist die Via Sacra, die sich an religiösen Stationen wie Stiften, Kirchen, Klöstern, Kapellen und vielen Bildstöcken orientiert. Daneben gibt es den Wiener Wallfahrerweg mit der Markierung 06 – von Perchtoldsdorf vor den Toren der Hauptstadt zur Basilika – mit einer sportlicheren Note, der mit mehr landschaftlicher Schönheit auftrumpft. Beide Strecken verlaufen zwar ein Stück weit parallel, sind aber dennoch völlig voneinander getrennt. Man muss sich also im Vorfeld für einen der beiden Wege entscheiden, auch wenn sie am Schluss beide in Mariazell enden. Wer keine Zeit für mehrtägige Wanderungen hat, kann natürlich auch einzelne Tagesetappen herausgreifen, wobei ein besonders schöner Rundweg am Kloster Heiligenkreuz beginnt.
TIPPS & INFOS
HEILIGENKREUZ 312 m
KULTUR: Das 1133 gegründete Zisterzienserstift Heiligenkreuz ist das kulturelle Herz des Wienerwalds. Seit über 800 Jahren leben und arbeiten hier Mönche. Im mystisch wirkenden Brunnenhaus neben der Südgalerie im Kreuzgang finden sich wunderbare farbige Glasfenster. Die ehrwürdigen Mauern strahlen eine tiefe Ruhe aus, ein wahrhaft guter Platz zum Innehalten.
WELLNESS: Nicht weit von Heiligenkreuz liegt das Schloss Mayerling, das eine wichtige und zugleich traurige Rolle in der österreichischen Geschichte spielt: Kronprinz Rudolf von Österreich-Ungarn, der einzige Sohn von Kaiserin Elisabeth und Franz Joseph I., erschoss sich und seine Geliebte in dem Jagdschloss. www.viasacra.at
WEBSEITE: www.wienerwald.info

Wenn sich im Herbst der Nebel im Wienerwald lichtet, entstehen zauberhafte Motive.
AUßERGEWÖHNLICHE ÜBERNACHTUNGEN
Wie man sich bettet …
… so liegt man, heißt es in einem Sprichwort. Ein guter Schlaf ist die halbe Miete. Braucht man deswegen mehr als eine Matratze und eine Decke? Die würden normalerweise reichen, um tief und fest und vor allem warm zu schlafen. Bei 68 000 Beherbergungsbetrieben mit über einer Million Betten in Österreich ist sicherlich das eine oder andere Zimmer dabei, das für nächtliche Erholung sorgt. Dabei muss es nicht zwingend in einem Luxushotel oder Wellnessresort stehen, von denen es in Österreich zahlreiche und wunderschöne gibt. Manchmal darf die Übernachtung auch einfach anders sein: erlebnisreich und ausgefallen. »Lebe lieber ungewöhnlich!« lautet eine Devise, die zum Motto »Ausgeruht und Aufgetankt« nicht im Widerspruch steht. Der neueste Trend führt in die Höhe: Am Thema Waldbaden orientiert, kann man in Österreich hoch in den Baumwipfeln schlafen – ausgestattet mit jedem nur denkbaren Komfort zum Abschalten in der Natur.
Wie wäre es mit einer Übernachtung unter dem Blätterdach des Waldes? Wie einst Robin Hood und seine Gefährten mitten im Wald zu übernachten, auf Bäumen zu schlafen, hoch über dem Waldboden – das funktioniert ganz bequem und sehr komfortabel in den Hotelzimmern Baumkronenweg. Unter dem Motto »Träumen in den Bäumen« kuriert die Stille des Waldes jeglichen Alltagsstress. Dem kleinen Hotel im Innviertel sind ein Waldgasthof und der Waldwipfelpfad angeschlossen. www.baumkronenweg.at
Auch in Kärnten liegt das Glück in den Bäumen. Am Prechtlhof, einem traditionsreichen Gasthaus mit Hotel in Althofen am Beginn des Gurktals, lockt ein Baumhaus in der Krone einer 300 Jahre alten Linde. www.hotelprechtlhof.com
Unweit von Zell am See steht seit 400 Jahren bei Bruck an der Großglocknerstraße der Taxhof. Das außergewöhnliche Ensemble des familiengeführten Bauernhofs entpuppt sich als architektonisches Kleinod mit dem Alpenpanorama des Nationalparks Hohe Tauern im Hintergrund. Auf über 1000 Metern Seehöhe schläft man tief und fest. Zur Auswahl stehen u.a. der Troadkostn, Heustodlsuite, Dochbodnsuite und die Baumhaussuite, die zwei Etagen unter dem Schutz der mächtigen Ahornbäume einnimmt. www.taxhof.at
Nachhaltigkeit verbunden mit Exklusivität versprechen die Wood-Lodges im Ferienresort Natterer See. In der größeren Anlage, die auch einen Campingplatz umfasst, kann man unweit von Innsbruck romantische Nächte unter Bäumen verbringen. www.natterersee.com
Wer ein besonderes Naturerlebnis zum Nächtigen sucht, der legt sich im Baumbett der Ramenai zur Ruhe. Der Böhmerwald und die frische Waldluft unterm freien Sternenhimmel sorgen für einen erholsamen Schlaf. Auf einer Lichtung im Wald bietet die Ramenai im oberösterreichischen Ulrichsberg größere und kleinere Hütten im Waldlerdorf zur Miete und natürlich das sagenhafte, freischwebende und zehn Quadratmeter große Baumbett, ein echter Platz zum Träumen. www.ramenai.at
Im Hotel Prechtlhof ist der Stamm einer Linde ins Zimmer integriert.

Das Baumhaus am Taxhof blickt weit nach Westen über den oberen Pinzgau.
Die Untersicht zeigt die Höhe des Baumhauses im Prechtlhof.
Im Taxhof gibt es noch mehr außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten, z. B. im Troadkostn oder im Dochbodn.
WASSERREICH ÖSTERREICH
Mystische Bergseen, wilde Flüsse und romantische Ufer

Die Sonne verschwindet – vom Pfänder aus gesehen – weit hinter dem jenseitigen Ufer des Bodensees.
Am Wasser bleibt die Zeit stehen. Nur wenige Minuten am Ufer zu sitzen reicht oft schon aus, und wir vergessen den Alltag. Im Liegestuhl ein Buch lesen, schwimmen gehen, die Sonne auf der Haut spüren und den Ausblick auf Berge oder die glitzernde Wasserfläche genießen. Natürlich funktioniert das auch an einem der vielen Flüsse und Bergbäche Österreichs.
Es muss an seiner speziellen Kraft liegen, dass einem das Wasser an den Seen und Flüssen in Österreich in jeder Form als besonders erfrischend und atemberaubend erscheint. Wer die Energie des Wassers noch intensiver spüren will, wer sich an seiner Schönheit und Vielfalt grenzenlos erfreuen kann und dabei zur Ruhe kommen möchte, sucht sich einen Platz am Gewässer. Wassernah findet man perfekte Orte für eine Auszeit. Wasser bringt uns in Balance, und dabei ist es egal, ob wir Quellen, Seen, Flüsse oder Bäche aufsuchen.
Österreich ist ein wahres Wasserreich. Die Gletscher haben hier ganze Arbeit geleistet. Als sie sich vor 20 000 Jahren während der letzten Eiszeit über das Land schoben, ließen sie zahlreiche Moränenhügel zurück. Zwischen ihnen haben sich Bäche und Flüsse ihren Lauf gesucht. Auch die Seen sind Kinder der Eiszeit. Der Tiefenschurf der Gletscher bildete Mulden, die sich nach dem Eisrückgang mit Wasser füllten. Und gerade Seen gibt es in Österreich viele: Allein im Salzkammergut können wir zwischen 70 Gewässern wählen, und vor allem Kärnten mit seinen großen Seen, die sich rasch durch den Südwind aus dem nahen Italien erwärmen, ist von der Natur reich gesegnet.
5 X ABSCHALTEN UND RUNTERKOMMEN
Wildes Lechtal – zwischen Quelle und Grenze darf der Fluss noch Fluss sein. www.lechzuers.com
Achensee – statt Norwegen Tirol: ein See wie ein Fjord zwischen Rofan und Karwendel. www.achensee.com
Geliebter Mondsee – bewacht von der Drachenwand liegt der Mondsee nahe bei Salzburg. www.salzkammergut.at
Ossiacher See und seine Ufer – zwischen Freizeitsport und Erholung ein Paradies für alle. www.visitvillach.at
Naturjuwel Neusiedlersee – Wiens Badewanne mit riesigem Schilfgürtel an der Grenze zur Puszta. www.neusiedlersee.com

10 BODENSEE
Weite, Wind und Wasser
»JEDER TAG AM WASSER IST EIN GUTER TAG.«
Bregenz und der Bodensee – ein außergewöhnliches Ensemble von majestätischer Natur, inspirierender Weite und dem entspannten Miteinander in einer kulturell lebendigen Kleinstadt. Die einzigartige Lage ergibt sich aus dem Zusammenspiel der Gegensätze: auf der einen Seite die hohen Berge, andererseits das weite, offene Wasser. Der Bodensee trifft bei Bregenz auf das Dreiländereck Österreich, Deutschland und Schweiz.
Der drittgrößte Binnensee Zentraleuropas lockt mit vielen Aktivitäten für ereignisreiche Tage. Perfekt, um fernab des Alltags am Wasser auszuspannen. Die Fahrräder mitzunehmen, lohnt sich in jedem Fall: Von Bregenz aus startet man zu einigen wunderschönen Radtouren. Wie wäre eine Fahrt in die benachbarte bayerische Stadt Lindau, die auf einer Halbinsel liegt? Ein Teil der Strecke führt dabei über den berühmten Bodenseeradweg, wo man im Frühjahr die vielen blühenden Obstbäume als geradezu paradiesisch erlebt. Schön ist auch eine Radtour entlang der nahen bayerischen Grenze. Dafür folgt man dem Flüsschen Leiblach bis Hergensweiler und rollt im Anschluss, stets mit prächtigen Blicken auf den Bodensee, zurück nach Bregenz. Völlig flach und damit herrlich einfach verläuft eine Radtour durch das Schwemmland im Rheindelta an der Grenze zur Schweiz. Der Rhein bringt viele Sedimente und Geröll aus den Bergen mit und schiebt deshalb seine Zunge immer weiter in den Bodensee hinein. An der Mündung gibt es das interessante Naturschutzgebiet Rheinau mit einer Vielzahl an Vogelarten, die die Nähe zum Lebensraum Wasser suchen.
Drei Plätze gelten zu Recht als besonders schöne See-Orte: zum einen die Bregenzer Sunset-Stufen an der Uferpromenade, der ideale Beobachtungsposten für atemberaubende Sonnenuntergänge. Zum anderen lockt der Hausberg Pfänder für den perfekten Weitblick über den See und bis zu den Nachbarländern. Und zu guter Letzt sind die historischen Lochauer Badehäuschen oder das Bregenzer Milibad, die älteste Badeanstalt am Bodensee, außergewöhnliche Punkte, um der einstigen Seebadkultur und den Auszeiten anno dazumal nachzuspüren.
TIPPS & INFOS
BREGENZ 427 m
KULTUR: Die Bregenzer Festspiele finden alljährlich im Juli und August auf der Seebühne wie auch im Festspielhaus statt. Die Hauptattraktion ist das Spiel auf dem See vor einer gigantischen Kulisse, die weltweit für Aufsehen sorgt. Knapp 7000 Zuschauer können den Sängern und Tänzern folgen, auf dem Programm stehen bekannte Opern und Musicals.
NATUR: Der Pfänder schiebt sich mit seiner breiten Westflanke dicht an den Bodensee. Der Gipfel liegt 667 Meter über dem Seespiegel, die Rundumsicht ist einmalig schön. Mit der Luftseilbahn erreicht man bequem den Gipfel, am Dienstag und Mittwoch findet die letzte Talfahrt um 23 Uhr statt. Ideal, um den berühmten und oft farbenprächtigen Sonnenuntergang über dem See zu erleben.
WEBSEITE: www.bregenz.travel

Ein Ausflug nach Bregenz lohnt sich, auch wenn der See im Nebel liegt und man die Uferpromenade nur mit den Möwen telt.

Tickets für eine Bodenseerundfahrt bekommt man in Bregenz neben dem Café Die Welle am Hafen.
11 IM OBEREN LECHTAL
Ursprünglich, wild und ungezähmt
»NICHTS GIBT ES AUF DER GANZEN WELT,
DAS BESTAND HÄTTE. ALLES FLIEßT.«
Ovid
Ursprünglich, atemberaubend und ungezähmt fließt einer der letzten Wildflüsse Europas durch Österreich und die Alpen: Nach jedem Hochwasser formt sich der obere Lech ein neues Bett und hinterlässt breite Kiesbänke, ein Paradies für seltene Vögel wie den kleinen Flussuferläufer. Damit er und andere schützenswerte Tiere ungestört hier leben können, wurde das Gebiet auf einer Länge von 62 Kilometern in den Naturpark Tiroler Lech verwandelt.
Seinen Lauf beginnt der wilde Gebirgsfluss in den Lechtaler Alpen in Vorarlberg. Die Quelle liegt unweit des romantischen Formarinsees, einem Bergsee westlich von Lech am Arlberg. Auf knapp 1800 Metern Seehöhe nimmt der Fluss von dort aus genügend Schwung mit für seinen langen Lauf, der kurz vor Füssen Tirol verlässt, um schließlich bei Donauwörth in die Donau zu münden.
Die Schönheit des oberen Lechs offenbart sich am besten auf einer mehrtägigen Wanderung. Der Lechweg führt auf einer Länge von 125 Kilometern von der Quelle bis nach Füssen. Auf dieser Strecke kommen Wanderer der urgewaltigen Naturlandschaft besonders nah. In den Dörfern am Weg scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Steeg, Holzgau und Elbigenalp sind nur einige Beispiele – sie alle lebten über viele Jahrhunderte hinweg von und mit dem Fluss. Die Flößerei war, wenn auch sehr gefährlich, einstmals der wichtigste Wirtschaftszweig im Tal.
Jetzt ist der Lech ein gigantisches Erholungsreservoir. Fliegenfischer werfen ihre Angeln aus, Kajakfahrer nutzen das Wildwasser für einen Adrenalinkick, Aussichttürme stehen in den Auwäldern, und einige der Kiesbänke laden zum Verweilen ein. Aber Achtung! Nur ein kleiner, ausgewiesener Teil darf während der Brutzeit betreten werden. Für eine kurze Auszeit reicht es schon, sich einen Platz am Ufer zu suchen, um einfach dem vorbeieilenden Wasser zuzusehen und die Gedanken mit dem Fluss auf die Reise zu schicken.
TIPPS & INFOS
LECH AM ARLBERG 1444 m
NATUR: Mit dem Lechfall bei Füssen setzt sich der Wildfluss ein respektables und gewaltiges Ende. Ein letztes Mal rauscht hier das Wasser über Felsstufen in eine Schlucht, bevor er im Forggensee zu einem fast stehenden Gewässer wird.
SEHENSWÜRDIGKEIT: Die Burg Ehrenberg an der Fernpassstraße ist die größte von drei Festungen, die Tirol gegen Bayern erbaut hatte. Obwohl lange als Steinbruch genutzt, künden die immer noch gewaltigen Reste der Burg von ihrer einstigen Macht. Von dort kann man auf einer spektakulären Hängebrücke das Tal queren, um die Ruinen von Fort Claudia zu erreichen. www.ehrenberg.at
WEBSEITE: www.lechzuers.com

Die Burg Ehrenberg entstand um 1290, sie sicherte u. a. das Lechtal.

Der Lech bildet bei Reutte ein breites Kiesbett aus.
12 PLANSEE
Klein-Kanada in Tirol
Am Ufer des Plansees den Blick schweifen lassen und seinen Gedanken eine neue Richtung geben – am Seeufer fällt das Sinnieren leicht, und wie von selbst erhält man neue Ideen und Impulse. Der See schimmert unergründlich grün, und ein einsamer Stand-up-Paddler steuert sein Board in die Buchten. So fühlt sich Sommer an, ein perfekter Tag für eine Auszeit! Dabei kann man den Plansee natürlich das ganze Jahr über besuchen. Er liegt zwischen Reutte in Tirol und dem Ammersattel, der ins bayerische Graswangtal führt. Umgeben von knapp 2000 Meter hohen Bergen fühlen sich viele Menschen am Plansee an Kanada erinnert. Seine Entstehung hat der zweitgrößte natürliche See Tirols der letzten Eiszeit zu verdanken. Dabei handelt es sich beim Plansee genau genommen sogar um zwei Seen, der eine bis zu 77 Meter, der andere 72 Meter tief. An einer Engstelle ist der Plansee mit dem Heiterwanger See verbunden.
Bei einer Rundwanderung entlang der Ufer lässt sich der Plansee gründlicher erkunden. Die ausgedehnte Tour mit über 14 Kilometern Länge ist allerdings nur für Ausdauernde zu empfehlen. Dabei erscheint die Strecke am südöstlichen Ufer besonders schön. Weil keine Straße hierherführt, erreicht man sie nur zu Fuß, sodass Wanderer das Ufer meist ganz für sich allein haben.
TIPPS & INFOS
REUTTE 853 m
WISSENSWERTES: Der Fernpass verbindet das Tiroler Inntal mit Bayern. Ursprünglich nutzte man Saumpfade, bis die Römer in den Jahren 46/47 n.Chr. die Straße Via Claudia Augusta bauten. Geschaffen hat den Übergang vor gut 4000 Jahren ein gewaltiger Bergsturz, der auch die Seen nördlich der Passhöhe entstehen ließ.
SEHENSWÜRDIGKEIT: In der Nähe des Plansees liegt Reutte. Der Ort ist ein Gewerbe- und Verwaltungszentrum sowie ein wichtiger Schulort im Lechtal. Besonders beeindruckend sind die vielen mit Fresken bemalten Bürgerhäuser im Ortszentrum, die fast alle von der ortsansässigen Malerfamilie Zeiller stammen. Die Kunstfertigkeit und Qualität der Bilder lohnt die Betrachtung aus der Nähe.
WEBSEITE: www.reutte.com

In kalten Wintern gefriert der Plansee zu einer riesigen Eisfläche.

Außer Stand-up-Paddling bieten sich auf und im Plansee auch segeln, windsurfen und natürlich schwimmen an.
13 SEEBENSEE
Mystisch und unergründlich – ein Energieplatz
»LEBEN UND TOD SIND EINS, SO WIE
DER FLUSS UND DAS MEER EINS SIND. TRAUT
DEN TRÄUMEN, DENN IN IHNEN IST
DAS TOR ZUR EWIGKEIT VERBORGEN.«
Khalil Gibran
Den Seebensee, einen der schönsten Bergseen Tirols, kann man nicht einfach besuchen. Nein! Man muss ihn erwandern. Die Tour ist zwar nicht schwierig zu gehen und sie verlangt nur einen Aufstieg über 400 Höhenmeter, trotzdem erfordert sie auf sechs Kilometern Länge für die einfache Strecke etwas Ausdauer. Wer die mitbringt, wird jedoch mit einem einzigartigen Kraftplatz belohnt. Dabei verkürzt die Ehrwalder Bahn bereits den größten Teil der Wanderung. Von dort führt der bestens ausgeschilderte Weg um eine Bergflanke und durch den Wald direkt zur Seebenseealm, die nicht wenige Wanderer mit ihrem leckeren Apfelstrudel erst einmal ausbremst. Der Genuss sollte natürlich auch an einem Auszeittag nie zu kurz kommen! Von der Alm dauert es dann nicht mehr lange, und das Ziel der Wanderung ist erreicht.
Der Seebensee schmiegt sich in ein Hochtal unter den Felswänden des Tajakopfs, des Drachenkopfs und der Sonnenspitze. Was für ein Anblick! Fast fehlen einem die Worte. Mystisch dunkel und gleichzeitig in allen erdenklichen Grün- und Blautönen schimmert das Wasser. Die Seeumrundung ist schnell geschafft. Vom südlichen Ende eröffnet sich der schönste Blick hinüber zur Zugspitze, die sich durch die Spiegelung des Wassers gleich doppelt zeigt. Wer sich darauf einlässt, findet hier vielleicht sogar seinen Gemütszustand gespiegelt: aufgewühlt und überwältigt von der Naturschönheit und gleichzeitig mitten im unergründlichen Leben. An diesem See ist es ein Leichtes, zur Ruhe zu kommen!
TIPPS & INFOS
EHRWALD 994 m
WANDERUNG: Auf dem Rückweg vom Seebensee kann man alternativ auch der Almstraße folgen. So erreicht man den Aussichtspunkt Ganghofers Rast, der herrliche Tiefblicke auf das Ehrwalder Moos erlaubt.
BADEN: Während der Seebensee wirklich nur für hartgesottene Schwimmer zu empfehlen ist, bietet sich das Ehrwalder Hallenbad bei jedem Wetter an. Die großen Glasfronten erlauben eine schöne Sicht übers Moos und auf die Berge, während man im angenehm warmen Wasser liegt oder sich im Whirlpool von Blubberblasen massieren lässt.
WEBSEITE: www.zugspitzarena.com
14 ACHENSEE
Ein Tiroler Fjord
»BERG UND BERG KOMMEN NICHT ZUSAMMEN,
ABER MENSCH UND MENSCH.«
Iranisches Sprichwort
Unvergesslich bleibt der Moment, wenn man zum ersten Mal in der Abenddämmerung am Ufer des Achensees steht. Über dem Wasser glitzern und funkeln die Lichter des Urlaubsortes Pertisau mit den Sternen um die Wette. Davor ruht spiegelglatt und still das dunkle Wasser des Sees. Der Achensee liegt oberhalb des Inntals in Tirol. Seine längliche Form, eingebettet zwischen den hohen Bergen von Karwendel und Rofan, erinnert an einen skandinavischen Fjord. Drei Dörfer säumen den Achensee: im Norden Achenkirch, im Süden die Gemeinden Eben und Pertisau. Jeder dieser Orte ist ein hervorragender Ausgangspunkt für einen aktiven Erholungsurlaub. Auf dem Achensee kann man windsurfen, kiten und segeln. Die einfachste und bequemste Weise, ihn von der Wasseroberfläche aus zu erleben, ist eine Rundfahrt mit dem Achenseeschiff. Es steuert vom Frühjahr bis zum Herbst die drei Orte an.
Aber nicht nur der See selbst verheißt Urlaubsglück. Überall an seinen Ufern kann man sowohl zu leichten Wanderungen als auch zu knackigen Bergtouren aufbrechen. Nach einer tagesfüllenden Tour in der klaren Bergluft mit Blick auf den »Fjord« ist der Kopf garantiert wieder frei. Eine der schönsten Wanderungen ist die Umrundung des Sees. Wobei Umrundung nicht ganz stimmt, denn die Wanderung führt nur entlang des Westufers, weit weg vom Straßenlärm und anderen Zeugnissen der Zivilisation. Die zweite Hälfte der Wanderung kann man sich getrost sparen und stattdessen lieber Geld in ein Schiffsticket investieren, das einen zum Ausgangspunkt zurückbringt und dabei den Achensee von einer ganz anderen Seite zeigt. Als Startplätze eignen sich Pertisau oder Achenkirch.
Wer hingegen Lust auf Gipfelfeeling hat, hat die Qual der Wahl: Im Rofan, zu dem eine Gondelbahn ab Eben schwebt, warten Touren jenseits der 2000-Meter-Grenze. Das ist eher etwas für alpinerfahrene Bergsteiger. Leichter verläuft eine Wanderung auf den Feilkopf und zur Feilalm oder die Besteigung des Bärenkopfs, unter dem dankenswerterweise die Bärenbadalm liegt. So eine Tour weckt die Lebensgeister, wobei es hier noch eine Steigerung gibt. Dafür muss man nur im Sommer in den Achensee springen. Rundum gibt es wunderschöne Strandbäder, an denen sich nur selten die Massen tummeln. Das hat seinen Grund: Selbst im Hochsommer knackt der Achensee die 20-Grad-Marke nicht, ein Bad bleibt immer ein äußerst erfrischendes Erlebnis.
TIPPS & INFOS
PERTISAU AM ACHENSEE 952 m
NATUR: Ein wunderbarer Wasserfall liegt unweit von Maurach am Achensee, einem Ortsteil von Eben. Die Wanderung zum Dalfazer Wasserfall ist kurz, aber herrlich. Schöne Liegen stehen an markanten Plätzen, so dauert die Tour definitiv länger als gedacht.
WELLNESS: Direkt am See liegt das Hotel Fürstenhaus Am Achensee in Pertisau. Wahrhaft fürstlich fällt die Erholung in dem modernen Hotel aus, das dem historischen Fürstenhaus angegliedert ist. Der 3000 Quadratmeter große Wellnessbereich lässt keine Wünsche offen. www.travelcharme.com Abschalten und relaxen lässt sich aber auch ohne Übernachtung im Atoll Achensee. Herzstücke der 2018 eröffneten Badelandschaft sind der Infinity Pool auf dem Dach und die tolle Saunalandschaft. www.atoll-achensee.com
WEBSEITE: www.achensee.com

Mit der Achenseeschifffahrt erlebt man den See aus einer ganz neuen Perspektive.

Einsame Wege an der Teisslalm über dem Achensee
15 INN
Das grüne Band
»DAS WASSER IST DAS
SCHÖNSTE DING DER WELT.«
Thales von Milet
Der Inn ist nicht nur in seiner Bewegung fließend, er erscheint vielschichtig und immer anders. Der Fluss startet in den Schweizer Bergen, wo er noch einen anderen Namen trägt: Die Schweizer nennen ihn En. Durch das Engadin darf er noch als Wildfluss brausen und toben. Aber kaum hat er die Grenze nach Tirol hinter sich gelassen, wird der Fluss zum Inn. Hier im Oberinntal hat er sein Antlitz als Gebirgsfluss zwar noch nicht ganz verloren, nach der Schneeschmelze oder einem Hochwasser strömt er immer noch ungestüm und wild, aber zusehends entwickelt er sich zu dem langen und grünlich schimmernden Band, das sich zwischen steilen Bergen nach Osten windet. In seinem weiteren Verlauf beraubt man ihn durch eine Vielzahl an Stauwehren mit Kraftwerken seiner Energie und wandelt sie in Strom um. Ab Kufstein verabschiedet sich Österreich kurz vom Inn. Er fließt nun durch Bayern, bis er bei Simbach sein Wasser zwischen beiden Ländern teilt. Das linke Flussufer gehört zu Bayern, das rechte zu Oberösterreich. In Passau ist dann Schluss, und der Inn schickt sein Wasser in der Donau weiter zum Schwarzen Meer.
Es ist nicht übertrieben, den Inn als Lebensader zu bezeichnen. Über viele Jahrhunderte hinweg diente er als wichtiger Transportweg. Bereits die Römer befuhren ihn mit Schiffen – auch, um so zur Donau zu gelangen. Solange es noch keine Eisenbahnen gab, war die Fahrt auf dem Fluss mit Flößen und Plätten zwar gefährlich, aber trotzdem die schnellste und beste Methode, Passagiere und Waren zu transportieren. Vor allem Salz aus Tirol war ein begehrtes Handelsgut. Daneben wurden Rohstoffe wie Eisenerz, Silber, Kalk oder Bauholz, genauso wie Luxusgüter, etwa Stoffe oder Weine, in Schiffszügen flussabwärts gebracht. Ein einträgliches Geschäft, wie man landauf und landab an den schönen Städten entlang des Inns sehen kann: von Innsbruck über Hall und Rattenberg bis Rosenheim und Wasserburg. Alle Innstädte haben sogar die gleiche Bauweise, den vielen verheerenden Bränden in den dicht bebauten Straßenzügen geschuldet. Die Häuser hatten zwei oder mehr Stockwerke, hinter einer Blendfassade waren die Dächer so konstruiert, dass ein Feuer nicht so leicht übersprang. Im Erdgeschoss befand sich ein frei zugänglicher Laubengang, in dem die Handelsgüter vor Regen geschützt gelagert wurden. Unverderbliche Waren durften auf dem Stadtplatz veräußert werden. So brachten es einige der Schiffsmeisterfamilien zu erheblichem Wohlstand – und natürlich lebten auch die zahlreichen Gasthäuser gut von den Händlern.
TIPPS & INFOS
INNSBRUCK 574 m
SEHENSWÜRDIGKEIT: Unweit von Innsbruck konzipierte der Künstler André Heller eine Welt zum Träumen und Staunen: Mit unzähligen funkelnden Kristallen sorgen die Swarovski Kristallwelten mit Park, Kunstmuseum und Verkaufsflächen für verzauberte Augenblicke. www.kristallwelten.swarovski.com
KULTUR: Im Unterinntal stehen auf einem Felssockel das Schloss und die Wallfahrtskirche Mariastein. Ein ganz besonderer Ort, den ein Hauch von Mystik umgibt. Die zwei Kapellen lassen sich nur über zahlreiche Treppen im Inneren des Turms erreichen. Alles ist verwinkelt und verschachtelt, und gerade das hat seinen Reiz. Nach der Besichtigung verbringt man den restlichen Tag im nahen Kufstein am Inn.
WEBSEITE: www.innsbruck.info

Die Pontlatzer Brücke führt bei Prutz über den Inn.

Wallfahrtskirche und Bergfried Mariastein vor dem Kaisergebirge im Inntal
16 THIERSEE
Hollywood der Alpen
Als Hollywood der Alpen werden der Thiersee und das gleichnamige Dorf auch bezeichnet. Der kleine Weiler am idyllischen See war Schauplatz zahlreicher Filmproduktionen vom »Doppelten Lottchen« bis zur »Blaubart«-Verfilmung. Kinofans von Filmen aus den 1940er- und 1950er-Jahren verschafft eine Thiersee-Reise tolle Erinnerungen. Natürlich kann man den See direkt ansteuern, der Ort liegt westlich von Kufstein. Viel schöner ist es, den Besuch mit einer Wanderung zu verbinden und am Hechtsee vorbeizuschauen, der unweit der bayerischen Grenze liegt. Beide Seen funkeln in den wunderbaren Farben eines Bergsees. Weitere Pluspunkte sind die tolle Aussicht und die schönen Einkehrmöglichkeiten. Die Wanderung startet am Hechtsee bei Kiefersfelden. Am Gasthof Hechtsee geht es links entlang des Südufers und dann wieder links, der Beschilderung zum Längsee folgend. Der lauschige Hechtbach begleitet die Wanderer durch den Wald. Mit einem Abstecher erreicht man den Längsee und dahinter die große Thierseestraße. Dieser folgt man nach rechts über die Marblinger Höhe hinab in den Ortsteil Wachtl. Am Gasthaus geht es links weiter, vorbei am Hof Drachen und mit schönster Aussicht auf den Pendling zum Thiersee. Bei der Seeumrundung beeindrucken das wogende Schilf und die Farbe des Wassers gleichermaßen. Glücklich, wer seine Badesachen dabeihat! Der Rückweg bedient sich derselben Strecke, wobei man ab dem Gasthaus Wachtl auch dem Kiefernbach folgen kann, um am Ende über den Stinkenden Wasserfall zum Hechtsee aufzusteigen.
TIPPS & INFOS
THIERSEE 678 m
WISSENSWERTES: Der Stinkende Wasserfall am Hechtsee ist ein Naturphänomen. Hier verlassen tiefere Wasserschichten den See, die aufgrund gesunkener und verrotteter Pflanzenreste voller Schwefelbakterien sind. Der Name erklärt sich angesichts der Duftmarke von selbst.
WANDERUNG: Von Thiersee wandert man auf den Pendling, der hoch über dem Inntal wunderbare Aussichten, aber auch schöne Einkehrmöglichkeiten z. B. in der Kala Alm oder im Pendlinger Haus neben dem Gipfel bietet.
WEBSEITE: www.kufstein.com

Am Nordufer des Thiersees liegen einige Badeplätze.
17 WALCHSEE
Geheimtipp am Zahmen Kaiser
Am Fuße des Gebirges liegt das Dorf Walchsee am gleichnamigen See. Wunderbare alte Bauernhäuser stehen auf den Wiesen rund um den See, der gerade in den Sommermonaten ein beliebtes Ausflugs- und Reiseziel darstellt. Kein Wunder, denn der Walchsee zählt zu einem der wärmsten Badeseen in Tirol. Das ist aber auch schon das Einzige, was ihn von einem Bergsee unterscheidet. Die Sicht über den See auf die nahen Felszacken des Kaisergebirges gehört zur Kategorie »gigantisch schön«. Dazu kommt die Nähe zum Inntal und Kufstein oder zu den beiden Orte Kössen und St. Johann. So kann man vom Walchsee aus zu tollen Wander- und Radtouren im Kaiserwinkel starten. Wer mit dem E-Bike unterwegs ist, genießt eindeutig ein paar Vorteile, denn besonders flach ist es im Kaiserwinkl rund um den Walchsee nirgends. So kommen immer einige hügelige Höhenmeter zusammen. Bei einer Wanderung fallen sie deutlich weniger ins Gewicht. Da kann sich jeder nach Lust und Laune und natürlich je nach Kondition seine Touren zusammenstellen. Sie reichen von der einfachen Seeumrundung bis zur leicht hügeligen Tour hinauf zur Aschinger Alm oder der Lippenalm, bei der dann auch die Einkehr nicht zu kurz kommt. Schwieriger gestalten sich da schon die Touren hinauf ins Kaisergebirge: Zur 1633 Meter hohen Naunspitze gelangt man nach drei Stunden Aufstieg.
TIPPS & INFOS
KUFSTEIN 952 m
KULTUR: Auf einem schroffen Felsen hoch über dem Inn thront die Festung Kufstein hinter trutzigen Wehrmauern. Zu ihren Füßen liegt die Altstadt mit verwinkelten Gassen, Kopfsteinpflaster und kleinen Läden. Egal, wer sich eine Auszeit am Thiersee oder am Walchsee gönnt, Kufstein ist nicht weit davon entfernt und immer einen Besuch wert.
KINDER: Familien mit Kindern können einen schönen Tag im Wildpark Wildbichl in Niederndorferberg verbringen. Von April bis Oktober sieht man dort Rothirsche, Steinböcke, Gämsen, Wildschweine, Mufflons und viele weitere heimische Tiere, vielleicht sogar einen Luchs. Zudem gibt es einen Baumlehrweg mit über 60 verschiedenen Bäumen und Sträuchern. www.wildpark-wildbichl.com
WEBSEITE: www.kufstein.com

Die Heilige Maria wacht als Lüftlmalerei über der Tür am Gasthof Walchseer Hof in Walchsee.
18 TRUMER SEEN
Auf Stippvisite von Salzburg
Während sich an den Seen des Salzkammerguts die Touristen aus aller Welt tummeln, kennen fast nur Einheimische die Trumer Seen. Nördlich von Salzburg liegen sie im Voralpenland in eine herrliche Hügellandschaft eingebettet. Die Berge dekorieren hier nur noch den Horizont, deshalb scheint die Sonne auch länger auf die Seen und sorgt für lange und angenehme See-Tage.
Drei Gewässer bilden die Trumer Seen: Direkt im gleichnamigen Ort liegt der Mattsee, der durch eine Landzunge mit dem großen Obertrumer See verbunden ist. Nur wenige Gehminuten nördlich erstreckt sich der kleine Grabensee mit dem großen geschützten Moor.
Naturschutz und Freizeitangebote halten sich an den Trumer Seen wunderbar die Waage. Im Ort Mattsee – das Schloss liegt auf dem kleinen Schlossberg direkt am See – fühlt man sich an italienisches Dolce Vita erinnert. An der Strandpromenade und im großen Strandbad findet das Leben im Freien statt. Mit Sonne auf der Haut und einem Blick aufs Wasser fällt das Leben eben viel leichter.
Der kleine Grabensee hingegen eignet sich perfekt für einen ruhigen Tag im Einklang mit der Natur. Hier dürfen keine Wassersportler mit ihren Geräten auf den See, nur Schwimmen ist erlaubt und lässt sich hervorragend mit einer neun Kilometer langen Uferumrundung kombinieren.
TIPPS & INFOS
MATTSEE 505 m
GENUSS: In Obertrum gibt es eine bekannte Brauerei, die natürlich auch die umliegenden Gasthäuser beliefert. Wer Lust auf eine sehr gute bodenständige österreichische Küche hat, ist sowohl im Gasthof Neumayr als auch im Braugasthof Sigl bestens aufgehoben. www.braugasthof-sigl.at
KULTUR: Im Ort Mattsee sind Porscheträume zum Greifen nah. Im fahr(T)raum, den Ferdinand Porsche Erlebniswelten, bekommt so mancher Besucher große Augen. Hier gibt es Technik aus sieben Jahrzehnten zum Anfassen und natürlich viele Fahrzeuge zu bestaunen. www.fahrtraum.at
WEBSEITE: www.salzburger-seenland.at

Vom Strandbad Mattsee hat man einen wunderschönen Blick auf den gleichnamigen Ort mit seinem Schloss.
Ücretsiz ön izlemeyi tamamladınız.