Kitabı oku: «Wochenend und Wanderschuh – Kleine Wander-Auszeiten im Allgäu»
KLEINE WANDER-AUSZEITEN IM
-ALLGÄU-

LISA UND WILFRIED BAHNMÜLLER, MARKUS MEIER
MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD
unter: gps.bruckmann.de

INHALT
VORWORT
Ein perfektes Wochenende
Natur erkunden und Neues entdecken
EINLEITUNG
Wanderschuh & Co.
Wissenswertes zum Wandern im Allgäu
1Sonnenterrasse über dem Bodensee
Scheidegg
2Liebenswerte Kleinstadt
Isny
3Wasserfall, Wiesen und Wandern
Oberstaufen
4Wanderfreuden am Alpsee
Immenstadt
5Im Herzen des Naturparks Nagelfluhkette
Balderschwang
6Allgäuer Hochalpen
Oberstdorf
7Österreichische Enklave
Hirschegg im Kleinwalsertal
8Heimat der Allgäuer Biere
Rettenberg
9Mehr als ein Käse hoch
Wertach
10Im Ostrachtal
Bad Hindelang
11Aussichtsreiche Grate im Tannheimer Tal
Grän
12Am Eingang des Tannheimer Tals
Nesselwängle
13Vor allem originell
Nesselwang
14Berge im Doppelpack
Hopfen am See
15Fernsichten am Forggensee
Roßhaupten
Orts- und Sachregister
Impressum

Am Forggensee bei Füssen
ZEICHENERKLÄRUNG ZU DEN TOURENKARTEN
| Wandertour mit Gehrichtung |
| Tourenvariante |
| Ausgangs-/ Endpunkt der Tour |
| Wegpunkt |
| Bahnlinie mit Bahnhof |
| S-Bahn |
| Tunnel |
| Seilbahn, Gondelbahn |
| Bushaltestelle |
| Parkmöglichkeit |
| Hafen |
| Autofähre |
| Personenfähre |
| Flugplatz |
| Kirche |
| Kloster |
| Burg/Schloss |
| Ruine |
| Wegkreuz |
| Denkmal |
| Turm |
| Leuchtturm |
| Windpark |
| Windmühle |
| Mühle |
| Hotel, Gasthof, Restaurant |
| Jausenstation |
| Schutzhütte, Berggasthof (Sommer/Winter) |
| Schutzhütte, Berggasthof (Sommer) |
| Unterstand |
| Grillplatz |
| Jugendherberge |
| Campingplatz |
| Information |
| Museum |
| Bademöglichkeit |
| Bootsverleih |
| Sehenswürdigkeit |
| Ausgrabung |
| Kinderspielplatz |
| schöne Aussicht |
| Aussichtsturm |
| Klettersteig/Steig mit Sicherungen |
| Wasserfall |
| Randhinweispfeil |
| Maßstabsleiste mit Nordpfeil |
EIN PERFEKTES WOCHENENDE
Natur erkunden und Neues entdecken
Ein Wanderwochenende im Allgäu ist perfekt für einen Kurzurlaub in einer der schönsten Regionen nördlich der Alpen. Draußen unterwegs zu sein, die Natur zu erkunden, die Landschaft zu genießen, frische Luft zu tanken, Neues zu entdecken und herrlich entspannte oder sportlich ambitionierte Wanderungen zu erleben – das ist Erholung pur! In 15 sorgfältig ausgesuchten Zielen zwischen Lindau und Füssen werden Wanderträume für große und kleine Füße wahr.
Zu jedem Ort werden zwei Routenvorschläge ausführlich vorgestellt. Meist eine längere und anstrengendere, die oft als Bergtour hoch auf einen Gipfel führt und perfekt für einen Samstag geeignet ist. Die kürzere Tour ist für den Sonntag gedacht, um danach entspannt die Heimreise antreten zu können. Obendrein gibt es zahlreiche weitere Tipps für den Tag der Anreise, Übernachtungsvorschläge von der Pension bis zum Wellnesshotel, aber auch Infos zu Kunst und Kultur am Wegesrand, zu Restaurants und Cafés sowie zu weiteren Aktivitäten. Ein Rundum-sorglos-Paket für ein ausgefülltes, aktives Wochenende.
Wir wünschen Ihnen unvergessliche Wochenenden mit ganz viel Spaß!


Herrliche Aussichten von der Beichelstein Alpe (Tour 15)
WANDERSCHUH & CO.
Wissenswertes zum Wandern im Allgäu

Das Steinerne Kreuz bei Roßhaupten ist eine Landmarke.

Am Zirmgrat über dem Vilstal

Berge und Seen – eine tolle Kombination
Wandern macht glücklich und hilft gesund zu bleiben! Die herrliche Natur zusammen mit der Bewegung sorgen ganz von alleine dafür, dass wir Stress und Alltag weit hinter uns lassen und ein perfektes Wochenende an der frischen Luft erleben.
In diesem Buch sind jeweils zwei Wanderungen von einem Ort aus beschrieben, die sich gut in ein Wochenende packen lassen. Wer das Wochenende verlängern möchte, pickt sich einfach eine Tour im „Nachbarort“ heraus und verknüpft diese mit dem Tag der An- oder Abreise. Unser Wunschgedanke für dieses Buch war, dass man für das perfekte Wanderwochenende sein Auto stehen lassen und alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen kann. Doch bei der Recherche mussten wir feststellen, dass dies im Allgäu nicht überall möglich ist. Gerade an Wochenenden außerhalb der Schulzeit verkehren die Busse auf dem Land deutlich seltener. Die Anfahrt mit dem ÖPNV zu einzelnen Wanderungen dauert oft unverhältnismäßig lang. Dennoch sind die ausgewählten Orte aufgrund ihrer touristischen Infrastruktur geradezu ideal, denn wir wollen ja nach den Wanderungen auch noch etwas erleben! Wer trotzdem umweltbewusst unterwegs sein will, kann das Fahrrad mitnehmen und damit die Ausgangspunkte der Wanderungen bequem erreichen.
Die folgenden allgemeinen Informationen rund ums Wandern und Bergsteigen sollen bei der Planung und Durchführung der Touren helfen.
AUSRÜSTUNG
Wasserabweisende und feste Wanderstiefel oder Trekkingschuhe sind die Grundvoraussetzung für sicheres Wandern. Falsches Schuhwerk (Halbschuhe, Turnschuhe etc.) bieten niemals genügend Halt und sind mitverantwortlich für viele Unfälle. Teleskopstöcke sind vor allem beim Abstieg bequem und entlasten die Gelenke. Gut, wenn sie klein und leicht sind und so bei Nichtgebrauch an den Rucksack gebunden werden können. Bei der Auswahl des Rucksacks raten wir, sich ein gut sitzendes Modell von einem Fachhändler empfehlen zu lassen.
Bequeme Wanderbekleidung aus Funktionsmaterial ist praktisch und trocknet schnell. Grundsätzlich gilt das Zwiebelprinzip mit mehreren Schichten: Unterhemd, T-Shirt, Bluse/Hemd, Pullover, Jacke. Vor allem eine wärmende Jacke, wie z. B. ein Windstopper, darf nicht fehlen. Sonnenschutz (Brille, Creme, Kopfbedeckung etc.) sollte man immer dabeihaben. Praktisch ist auch ein Insektenabwehrmittel, am besten mit Zeckenschutz (Beine einsprühen nicht vergessen!). Vernünftig ist neben einem kleinen Erste-Hilfe-Set inklusive Rettungsfolie (im Fachhandel erhältlich), das gut im Rucksack liegt und nicht viel Platz braucht, auch ein Handy, mit dem wir sowohl im Notfall helfen als auch selbst um Hilfe bitten können. Die Wanderungen sind vor Ort gut ausgeschildert und werden zudem im Buch detailliert beschrieben, sodass man problemlos ohne zusätzliches Kartenmaterial auskommt. Dennoch empfehlen wir immer eine Wanderkarte des Gebiets mitzunehmen – hilfreich sind hier u. a. die Kompass-Karten, die noch dazu fast überall erhältlich sind.
GEHZEITEN
Alle aufgeführten Zeiten sind Richtlinien und verstehen sich als reine Gehzeiten. Für Pausen zwischendurch oder am Gipfel sowie auf Almen und auch für Besichtigungen muss man extra Zeit einplanen.
Am Haldensee im Tannheimer Tal

Beim Anstieg zur Schneetalalm
SCHWIERIGKEIT UND TOURENCHARAKTER
Selbstverständlich empfindet jeder die Anstrengung bei einer Wanderung unterschiedlich stark. Unsere Touren würden unter den Kriterien des Alpenvereins wohl alle die Einstufung »leicht« bzw. »mittelschwer« erhalten, und konditionstechnisch hilft uns bei einigen Wanderungen auch ein Lift. Dennoch haben wir in diesem Buch eine Einteilung in die drei Bereiche »leicht«, »mittel« und »schwer« vorgenommen. Die ersten beiden Einstufungen gelten eher für die Wanderungen in der Ebene. Die Touren, die in die Höhe führen, erfordern automatisch mehr Kondition und sind somit als schwieriger eingestuft. Der trainierte Wanderer mag bei einer für ihn eher mittelschweren, hier aber als »schwer« eingestuften Bergtour schmunzeln, doch grundsätzlich gilt: Lieber mit den einfachen Touren beginnen, steigern kann man sich immer!
Der »Tourencharakter« beschreibt die jeweiligen Wegbeschaffenheiten sowie die gegebenenfalls zu erwartenden Schwierigkeiten – vor allem, wenn Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verlangt werden.
VERPFLEGUNG
Fast auf allen Touren liegen Wirtshäuser, Gaststätten oder Alpen am Weg. Zur Sicherheit sollte man aber die Öffnungszeiten im Vorfeld noch einmal überprüfen – Alpen haben meist nur im Sommer geöffnet und in Gasthäusern wechseln Pächter und Ruhetage häufig bzw. sind sie gerade in der Übergangszeit teilweise geschlossen. Und Achtung: Manche Hütten öffnen bei schlechtem Wetter einfach nicht! Es schadet sicherlich nicht, ausreichend Getränke und etwas Notproviant, der aus Obst, Keksen oder einem Müsliriegel bestehen kann, mitzunehmen.

Durch das Hintersteiner Tal bei Bad Hindelang rauscht die Ostrach.
SICHERHEIT
Bereits bei der Auswahl der Touren sollte man seine eigene Leistungsfähigkeit und – ganz wichtig! – auch die der Begleiter kritisch in die Planung einbeziehen. Überanstrengen darf sich niemand! Wichtig ist auch, während der Tour ausreichend Pausen einzulegen und genügend zu trinken. Und grundsätzlich wandert man besser nicht allein – nicht nur, weil es zu zweit lustiger ist, sondern weil im Notfall jemand Hilfe leisten oder holen kann. Wer wirklich allein losziehen möchte, teilt vorher sein Ziel und seine voraussichtliche Rückkehrzeit anderen mit.
Vor Tourenbeginn sollte man unbedingt Erkundigungen über die aktuellen Wegverhältnisse einholen. Gezielte Informationen geben die Internetseiten der Seilbahnen oder die Tourist-Informationen.
Die Mitnahme eines Handys ist sicher immer sinnvoll, denn wo es ein Netz gibt, kann man schnell Hilfe anfordern (Notruf 112). Dabei die W-Fragen nicht vergessen: wo?, was?, wie viele Personen sind betroffen? etc. Nach dem Notruf sollte man das Handy eingeschaltet lassen und nicht mehr weiter telefonieren – so hat die Rettungsleitstelle die Möglichkeit, bei Fragen zurückzurufen.
Wenn die moderne Technik einmal versagt, greift man auf das altbewährte alpine Notsignal zurück: Es besteht aus sechs optischen oder akustischen Signalen (Rufen, Pfeifen, Winken) in der Minute (alle 10 Sekunden ein Signal), dann folgen drei Minuten Pause vor einer Wiederholung. Die Antwort ist dreimal pro Minute ein Signal.
WETTER
Das Wetter spielt beim Wandern eine entscheidende Rolle, vor allem am Berg, da es sich unglaublich schnell ändern kann. Deshalb ruft man unbedingt am Wandertag vor dem Losgehen noch einmal die Wetterprognosen ab. Wenn für den Nachmittag Gewitter angekündigt sind, sollte man früh aufbrechen, um die Tour rechtzeitig beenden zu können. Wer von einem Gewitter überrascht wird, kehrt besser um und meidet vor allem exponierte Wegstellen. Vorsicht ist auch bei starkem Wind in Wäldern geboten – es besteht immer die Gefahr von Windbruch durch herabfallende Äste.

Panoramatour in Mittelberg bei Nesselwang
NATURSCHUTZ
Wir sind nur Gast in der Natur und sollten – außer Fußspuren – nichts hinterlassen. So schön Bergblumen auch sind und so sehr sie zum Pflücken verlocken: Ein Großteil von ihnen steht unter Naturschutz und auch nachfolgende Wanderer wollen sich an ihnen erfreuen. Des Weiteren nimmt man seinen Abfall wieder mit ins Tal, und zwar jeglichen, auch den, der normalerweise verrottet! Ein besonderes und leidiges Thema sind die mittlerweile zahlreichen Tempotücher, die man hinter allen Holzstößen und Büschen findet – daher richtet sich dieser Appell vor allem an die weiblichen Wandersleut’: Ein Taschentuch ist für das »kleine Geschäft« in der Natur definitiv nicht nötig (Männer benutzen auch nie eines)!

Tiefblick zum Haldensee im Tannheimer Tal

Exkurs ins Kleinwalsertal
Die Wege, die wir nehmen, sind offizielle Wanderwege (Alm- und Forststraßen, Wiesen- und Bergpfade sowie Steige), die extra angelegt wurden. Der Unsitte, Wege abzukürzen, folgen wir nicht, entstehen doch so Erosionsschäden! Ebenso laufen wir nicht querfeldein über eine Wiese, die als Nahrungsgrundlage für Almtiere dient. Nur wenn der offiziell markierte Wanderweg über die Wiese führt, dürfen wir ihn nehmen. Ansonsten gehen wir an ihrem Rand entlang. Alle Gatter und Weidevorrichtungen, die wir öffnen, müssen wir auch wieder verschließen.
Und zu guter Letzt: Durch die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln können wir einen kleinen Beitrag zur Entlastung der Umwelt leisten.
CORONA
Bei Drucklegung dieses Buchs war noch nicht absehbar, welche Auswirkungen die Covid-19-Pandemie auf die Gegebenheiten vor Ort und damit auf die beschriebenen Wanderungen hat. Daher sollte man sich vor jedem Wanderwochenende genau erkundigen über die geltenden Bestimmungen
•zur Ein- und Ausreise nach und von Österreich,
•zur Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Seilbahnen,
•zum Besuch von Verpflegungs- und Beherbergungsbetrieben sowie
•zum Infektionsschutz im Allgemeinen.
Gegebenenfalls unterliegen bestimmte Gebiete einer Impfpflicht.
1
SONNENTERRASSE ÜBER DEM BODENSEE
Scheidegg

Aussicht von Scheidegg auf den Hochgrat
Scheidegg liegt auf einem ersten Höhenzug zwischen dem Bodensee und dem Pfänder im Westallgäu. Im heilklimatischen Kurort gibt es zahlreiche gut erschlossene Wanderwege. So verbindet man das Wandern in der guten, klaren Luft automatisch mit einem kurzen Kuraufenthalt. Fernab vom Trubel findet man Ruhe bei einem Panoramablick auf die Allgäuer Alpen. Und wenn man doch mal schnell in eine Stadt möchte, ist Lindau zum Glück nicht weit!
Sonnenverwöhntes Scheidegg – mit diesem Slogan macht die Gemeinde Scheidegg Werbung. Tatsächlich scheint in dem Ort die Sonne häufiger als in anderen Gebieten des Allgäus. Das bestätigt eindeutig die amtliche Statistik der Meteorologen. Als angenehm haben es wohl auch die ersten alemannischen Siedler empfunden, die sich hier im 6. oder 7. Jahrhundert niedergelassen haben. Über viele Jahrhunderte hinweg brachte der Verkehr auf der alten Salzstraße von Reichenhall über München zum Bodensee ein beachtliches Zubrot für die Scheidegger Bauern. Mit dem Aufkommen der Bahn im 19. Jahrhundert verschwand diese Verdienstmöglichkeit, dafür nutzten immer mehr Urlauber die bequeme Zugverbindung. Scheidegg wurde zum Kurort und das ist es bis heute geblieben. Das Dorf ist nicht groß, überall stößt man auf die typischen Allgäuer Bauernhäuser mit ihren holzverkleideten Schindelfassaden. Als Basislager für Touren in die nähere Umgebung eignet sich Scheidegg hervorragend. Für die Wanderung ab Möggers zum Pfänder ist es wichtig ein Auto zu haben. Ansonsten kann man das Auto getrost stehen lassen, es gibt bequeme Busverbindungen. So kann man auch schnell einmal nach Lindenberg, in die nächst größere Stadt fahren.

IN DER DORFSENNEREI in Böserscheidegg, einem Ortsteil von Scheidegg, dreht sich alles um den guten Allgäuer Käse. Kein Wunder, denn bei der guten Luft muss auch das Gras, das die Tiere fressen, gut sein. Und gute Milch lässt sich zu Qualitätskäse verarbeiten. Davon kann man sich in der Käserei selbst überzeugen. Eine ideale Adresse, um Käse für die Wanderbrotzeit oder für den Heimbedarf zu kaufen: kaeserei-boeserscheidegg.de.
AUF DEN PFÄNDER
Der Pfänder steht als letzte Bastion der Allgäuer Alpen hoch über dem Bodensee und liegt bereits in Österreich, unweit von Bregenz. Die Aussicht vom Gipfel ist dementsprechend grandios und vereint See und Berge neben großem Wandervergnügen.
AB MÖGGERS
Möggers liegt westlich von Scheidegg. Der kleine Weiler steht bereits auf österreichischem Grund und Boden. Wir beginnen die Wanderung an der Kirche in Möggers. Von dort führt zunächst ein gelb-weiß markierter Weg leicht ansteigend in den Wald. Wir gehen an einem Bildstock vorbei und kommen auf eine große Lichtung. Diese weitet sich zu einer Wiese, an der wir bis zu einer Weggabelung entlanggehen. Wir folgen der Straße nach links, passieren den Hof des Trögerbauern mit seiner hübschen Hauskapelle St. Michael.
AUF UND AB
Ein paar Meter abwärts lädt das Gasthaus Trögerstube zu einer Brotzeit ein. Etwas weiter abwärts überqueren wir die Pfänderstraße und gehen über einen Feldweg in den Wald. An der ersten Gabelung im Wald wählen wir den linken Weg. Nach etwa zehn Minuten sind wir wieder auf einer Weide im Freien und wandern abwärts in eine kleine Senke. Dort steht neben einem Stadel und einem Wegkreuz ein Gedenkstein, der anstelle einer 1938 abgebrochenen Kapelle errichtet wurde. An diese Stelle werden wir beim Abstieg vom Pfänder zurückkommen. Den Wegweisern zum Pfänder folgend, wandern wir nun über den Pfänderrücken durch einige Weidegatter und stoßen wieder auf die Pfänderstraße. Ihr folgen wir am Bauernhof Moos vorbei zum Pfänderparkplatz.
BODENSEEBLICK
Geradeaus geht es an ein paar Häusern vorbei mit einem letzten kleinen Aufschwung zum Gipfel, erkennbar an der weiß-roten Antenne. Dort erwartet uns der wunderschöne Blick auf den Bodensee. Auch eine Einkehr im Gasthaus Schwedenschanze oder in der Pfänderspitzhütte ist nicht verkehrt.

Abendstimmung am Pfänder

VOM PFÄNDER BLICKT man auf den tief gelegenen Bodensee mit seinen Buchten. Im Norden liegt das oberschwäbische Hügelland mit seinen vielen Dörfern, Weilern und Kirchen. Im Süden schauen wir auf das Rheintal und auf die Schweizer Berge.
RÜCKWEG MIT ALTERNATIVE
Der schnellste und kürzeste Rückweg verläuft auf dem Hinweg. Egal, wie wir uns entscheiden, den Weg bis zum Gedenkstein gehen wir definitiv auf dem Hinweg zurück. Dort können wir dann rechts abbiegen und vorbei am Hof Halden (Schild »Hinteregg«) abwärts zur Pfänderstraße wandern. Auf ihr geht es nach links, wieder ansteigend. Ca. 200 Meter bevor wir auf die Stelle treffen, bei der wir auf dem Hinweg die Straße gequert haben, biegen wir rechts in die Sackgasse ein. Wir marschieren an den beiden Gschwendhöfen vorbei und kommen im Wald zu einem Hohlweg. Nach einem Bächlein führt der Weg leicht abwärts und dann schickt uns ein Wegweiser links nach Bromatsreute. So erreichen wir immer leicht abwärts den einsamen Bauernhof, der unmittelbar an der österreichisch-deutschen Grenze liegt. Früher besaß der Hof Schankrecht, heute gehört das Haus dem Skiverein Reutlingen, der es am Wochenende meist bewirtschaftet.
Das Nebelmeer verdeckt die Aussicht auf den Bodensee.

ZUM FINALE AUFWÄRTS
Wir überqueren die Grenze und gehen auf dem Feldweg weiter Richtung Oberstein. Rechts wird uns noch ein herrlicher Blick über das Tal von Scheffau auf die Nagelfluhkette geschenkt. Dann passieren wir Oberstein und biegen nach dem Stadel an einem letzten Bauernhof links in den Wiesenweg ein. Noch einmal queren wir die Grenze und stehen dann an der Ulrichskapelle mit ihrer Heilquelle. Jetzt ist es nur noch ein Stück durch den Wald und wir sind wieder in Möggers.
SCHEIDEGGER WASSERFÄLLE
Die Scheidegger Wasserfälle stehen auf der Liste der hundert schönsten Geotope in Bayern und das mit Recht. Über mehrere Stufen stürzt das Wasser in die Rohrachschlucht. Vor allem im späten Frühjahr, nach der Schneeschmelze, ein beeindruckendes Spektakel.
DURCH WALD UND FELD
Startplatz der Wanderung ist der Rathausplatz in Scheidegg. Von dort gehen wir in die Bräuhausstraße, die zwischen Gemeindeverwaltung und Sparkasse vom Rathausplatz abzweigt. So verlassen wir geradeaus den Ort und erreichen den Weiler Bieslings, der nur aus zwei großen Bauernhöfen besteht. Vor dem ersten Hof biegen wir links ein und folgen dem Wanderweg bis zu einer Straße. Auf ihr gehen wir nach rechts und erreichen die Wanderparkplätze für die Wasserfälle. Dort biegen wir links ein und erreichen den Kiosk, an dem wir unseren kleinen Eintritt bezahlen.

Über mehrere Kaskaden stürzt das Wasser in die Tiefe.
KREUZ UND QUER
Wer mit Kindern unterwegs ist, wird zunächst einen Stopp am Abenteuerspielplatz und vor allem am Streichelzoo einlegen müssen. Ansonsten machen wir uns auf zum Wasserspektakel, zu dem es übrigens keinen ganzen Rundweg gibt, wir laufen ein bisschen kreuz und quer. Am besten halten wir uns zunächst links an der Oberkante der Schlucht entlang. Der Weg ist nicht lang und ziemlich eben und gewährt uns einen ersten Überblick. Zurück am Kiosk nehmen wir den rechten Weg. Er führt zunächst relativ flach zu einer ersten Aussichtskanzel, auf der man direkt gegenüber dem obersten Wasserfall steht. Dann beginnen viele Treppen, zunächst aufwärts und schließlich abwärts. Sie bringen uns zu zwei weiteren Aussichtspunkten, die uns die Gewalt des Wassers, das diese tiefe Schlucht gegraben hat, deutlich zeigt. Danach kehren wir zum Kiosk zurück und machen uns auf den Rückweg.

In der Gallus-und-Magnus-Kapelle in Bieslings
Typische Rinderrasse vor Ort ist das Allgäuer Braunvieh.
ZURÜCK NACH SCHEIDEGG
Zunächst folgen wir der Straße auf dem gleichen Weg wie auf dem Hinweg. Wir erreichen die Stelle, an der wir in der Kurve auf die Straße gestoßen sind. Alternativ bleiben wir nun auf der kleinen Straße, folgen der Kurve und passieren die verstreut liegenden Häuser des Weilers Rickenbach. Am Ende des Weilers wird die Autostraße zu einem Feldweg, der sich verzweigt. Hier halten wir uns links und gehen zunächst am Waldrand entlang und schließlich durch den Wald. Bei einer kleinen langgezogenen Lichtung zweigt ganz unscheinbar links ein Weg nach Scheidegg ab. Wir überqueren den Rickenbach und steigen auf dem breitesten Weg aufwärts. Oben angekommen treffen wir auf einen großen Holzplatz. Hier biegen wir rechts ab und gehen direkt auf die Häuser von Scheidegg zu. Wir treffen auf die Zollstraße, die uns nach links wieder ins Zentrum von Scheidegg zurückbringt.

AUF EINEN BLICK
Info
STADT/REGION: Scheidegg/Westallgäu
BESTE REISEZEIT: Ganzjährig
TOURISTINFO:
Rathausplatz 8, 88175 Scheidegg,
Tel. 08381/894 22 33, scheidegg.de
AKTIV UNTERWEGS
SKYWALK: Eine Wahnsinns-Freizeitattraktion liegt südwestlich von Scheidegg. Ein luftiger Baumwipfelpfad der Extra-Klasse! Neben dem wunderschönen Rundum-Panorama hat er aber noch einige Attraktionen mehr auf Lager. Am höchsten Punkt bei 40 m reicht die 360-Grad-Sicht weit über die Allgäuer Berge bis hin zum Bodensee. Skywalk Allgäu, Oberschwenden 25, skywalk-allgäu.de
ALPENFREIBAD: Selten darf man im reinsten Quellwasser schwimmen. Aber im Freibad von Scheidegg ist das möglich. Rund um das Naturbecken gibt es eine Liegewiese samt Alpenpanorama über das Dreiländereck im Westallgäu.
KLETTERHALLE: Wenn das Wetter einmal nicht mitspielt, kann man seine Energie in der Kletterhalle Sportalm Scheidegg loswerden. In der Kurstraße 14 gibt es auf 800 m2 viele spannende Routen. sportalm-scheidegg.de
ÜBERNACHTUNG
ALPENROSE CAFE HOTEL: Rathausplatz 14, 88175 Scheidegg, Tel. 08381/830 93 93, alpenrose-scheidegg.de, €€. Mitten im Dorf gelegen gibt es ein Restaurant direkt im Haus. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
ZUM HIRSCHEN: Kirchstraße 1, 88175 Scheidegg, Tel 08381/21 19, zumhirschenscheidegg.de, €€. Genau genommen heißt die Unterkunft: Zum Hirschen – hotel & gasthaus beim stöckeler. Der wunderschöne Mix aus Altholzbalken und modernen Zimmern verleiht dem Hotel seinen besonderen Charme. Es gibt große Familienzimmer.
WOHNMOBILSTELLPLATZ: 22 Übernachtungsplätze gibt es gegen Gebühr am Parkplatz in der Nähe des Kurhauses (Richtung Scheffau).
Gigantisch ist die Konstruktion des Skywalk.

Typisches Schindelhaus
PFÄNDER
DAUER: 4.30 Std.
HÖHENMETER: 450 Hm
LÄNGE: 17 km
SCHWIERIGKEIT: Mittel
AUSGANGS-/ENDPUNKT: Möggers
ANFAHRT: Von Scheidegg mit dem Auto über die Grenze nach Weihenried, kurz hinter dem Ort links hinauf nach Möggers.
TOURENCHARAKTER: Eine einfache, aber lange Tagestour, meist auf Wander- und Wirtschaftswegen.
EINKEHR UNTERWEGS: Gasthäuser am Pfänder, Gasthaus Trögerstube
SCHEIDEGGER WASSERFÄLLE
DAUER: 2 Std.
HÖHENMETER: 180 Hm
LÄNGE: 5 km
SCHWIERIGKEIT: Leicht
AUSGANGS-/ENDPUNKT: Rathausplatz Scheidegg
TOURENCHARAKTER: Einfache Rundtour teilweise im Schatten.
Die Wege im Bereich der Wasserfälle erfordern Trittsicherheit und manchmal sogar etwas Schwindelfreiheit. Die Wanderung führt über viele Stufen, die nach Regen rutschig sein können.
EINKEHR UNTERWEGS: Für den kleinen Hunger bietet sich der Kiosk bei den Wasserfällen mit Getränken und Würstln an. In Scheidegg gibt es verschiedene Gaststätten.
2
LIEBENSWERTE KLEINSTADT
Isny

Die Stadttürme Isnys hinter dem Kurpark
Den Bergen vorgelagert, mitten in der Allgäuer Hügellandschaft, liegt Isny, eine liebenswerte, lebendige Kleinstadt. Ideal für ein aktives Wochenende, denn ganz in der Nähe locken einige wunderschöne Wanderrouten, die nur darauf warten, erobert zu werden.
Das Städtchen Isny bietet eine optimale Freizeit-Infrastruktur. Es gibt genügend Gasthäuser, Restaurants und Cafés, sodass schon mal die kulinarischen Aspekte eines Wochenendes gut abgedeckt sind. Durch das kleine Zentrum, das stellenweise noch von einer alten Stadtmauer umschlossen ist, kann man entspannt bummeln. Es gibt einen herrlich grünen Kurgarten mit Teichen und natürlich ist auch kunsthistorisch einiges zum Besichtigen.
Einen ersten Eindruck davon bekommt man bereits auf der Anfahrt nach Isny. Mehrere historische Türme überragen die Altstadt und bilden eine hübsche Silhouette vor den Allgäuer Bergen. Zwischen dem Wassertor, dem Blaserturm und dem Espantor liegen die Nikolaikirche und die ehemalige Klosterkirche St. Georg und Jakobus. Etwas erhöht darüber stehen das Schloss und die frühere Reichsabtei St. Georg, heute ein Kulturzentrum mit der städtischen Galerie. Das Herz der Stadt schlägt jedoch am Marktplatz, rund um das Rathaus und in der Fußgängerzone, der Wassertorstraße.
Einen kleinen Wermutstropfen müssen wir jedoch bei unserem Aufenthaltsort in Isny schlucken. Ohne eigenes Auto sind die Ausgangspunkte zu den Wanderungen nur schwer zu erreichen. Es ist das typische Schicksal auf dem Land. In der Regel gibt es zwar Busverbindungen zu den nächsten Ortschaften, aber einige Wanderparkplätze werden nicht angesteuert.
ADELEGG UND SCHWARZER GRAT
Östlich von Isny trennt der große Höhenrücken Adelegg mit seinem Schwarzen Grat das Tal der Argen von Kempten und der Iller. Er ist fast völlig von Wald bedeckt, optimal im Sommer und für alle, die viel Grün lieben. Ganz oben thront ein Aussichtsturm auf einer Lichtung, mit einer gigantischen Aussicht bis in die Schweizer Berge. Außerdem genießen alle Waldliebhaber dort herrlich einsame Stunden.
AUFSTIEG AUS DEM KREUZTHAL
Vom Wanderparkplatz, den wir über Schmidsfelden mit dem Auto erreichen, wandern wir auf der Hauptstraße kurz nach rechts und biegen dann gleich hinter dem Haus Tanne rechts in den Weg ein. Er bringt uns zur Brücke am Eisenbach, wo sich der Weg teilt. In beiden Richtungen ist der Schwarze Grat ausgeschildert, vom Weg geradeaus werden wir später zurückkommen. Wir halten uns links und beginnen, ohne den Bach zu queren, mit dem Aufstieg auf einer Forststraße. Zum Glück ist es angenehm schattig, aber versprochen, der Weg steigt auch nicht zu steil an. An einem Forstweg geht es für uns nach rechts weiter, alle kritischen Stellen sind nun immer zum Schwarzen Grat beschildert. Wir umrunden einige Bergrücken und schließlich haben wir das meiste an Höhe geschafft. Deutlich flacher wandern wir nun über den Höhenrücken. An einigen Stellen hat der Sturm Windbruch an den Bäumen verursacht, es reicht jedoch noch nicht für eine wirklich gute Fernsicht. Trotzdem ist der Wald wunderschön und deutlich lichter. Ganz automatisch nehmen wir ein Waldbad und genießen das viele Grün.
AUSSICHTSTURM
Kurz vor dem allerhöchsten Punkt, dem Schwarzen Grat, teilt sich der Weg erneut. Wir sind dem roten Weg gefolgt, der uns ein kleines Stück auf einem Pfad in den Wald lotst und schließlich über Wurzeln von hinten zum großen Aussichtsturm bringt. Etwas Kraftreserve brauchen wir noch für die vielen Stufen, die auf die oberste Plattform führen. Dann werden wir jedoch mit einer gigantischen Aussicht für die Mühe entlohnt. Eine Panoramakarte erklärt die Gipfel, die vom Säntis in der Schweiz bis zum Murnauer Hörnle und zum Auerberg reichen. Abgestiegen ist dann deutlich schneller. Rund um den Turm laden Tische und Bänke und sogar Hängematten zum Rasten ein.


Blick vom Aussichtsturm
ÜBER DIE SCHLETTERALPE
Nach der Pause steigen wir auf der Südseite des Turms zum Waldrand ab und halten uns dann rechts, der Beschilderung zur Schletteralpe folgend. Dafür biegen wir kurz darauf nach links und wieder geht es durch den Wald. An einer Lichtung erreichen wir die ehemalige Alpe. Sie wurde schon vor längerem aufgegeben und so wächst die grüne Fläche langsam, aber beständig zu. Ein Unterstand mit Picknickplatz samt Hängematten sorgt schon wieder für eine kurze Pause. Ansonsten bleiben wir auf dem jetzt sonnigeren Hauptweg, der sich dann wieder teilt. Nun halten wir uns rechts und verlieren stärker an Höhe.
Sicht über die Allgäuer Hügellandschaft bis zu den Bergen
EISENBACH
In der Talsohle angekommen, treffen wir auf den Eisenbach, dem wir links abwärts folgen. Der Rest des Wegs ist geradezu ein Kinderspiel und überdies wildromantisch. Neben uns plätschert der Bach und wir erfreuen uns an dem hübschen, naturbelassenen Tal. Von jeder Seite strömen immer wieder kleine Bäche zu, die sich in die Bergflanken der Adelegg fräsen. Es sind nur minikleine Tobel, aber sie lassen uns bereits tief in die geologische Geschichte des Untergrunds blicken. Je näher wir unserem Ausgangsort kommen, umso breiter wird das Tal. Kurz vor dem Ziel wandern wir über Wiesen, hier stand einst eine der Glashütten, für die der Ort Eisenbach und die ganze Region am Adelegg bekannt war. Und so erreichen wir von hinten wieder das Haus Tanne, das einstige Wohn- und Verwaltungsgebäude des ehemaligen Glashüttenbetriebes der Fürsten von Quadt.
Tipp
Das Kreuzthal und sein Hauptort liegen abseits der großen Touristenströme, dabei sind sie historisch sehr interessant. Mitten durch das Dorf führt die Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg. Der Eschbach dient als Markierungslinie. So nennt sich der bayerische nördliche Teil des Dorfs Buchenberg, während der südliche Teil Eisenbach ist. In beiden Dorfseiten gab es früher eine wichtige Glasindustrie. Vielen Gebäuden sieht man ihre Geschichte an. So gibt es noch alte Brennöfen oder eine Potaschensiederei.
NÖRDLICH VON KREUZTHAL liegt das kleine Glasmacherdorf Schmidsfelden. Entlang der Dorfstraße reihen sich Glasmachergeschäfte neben ein Café, eine Dorfkirche und einen Blumenladen. Autos parken außerhalb, sodass man hier herrlich ruhig bummeln kann.
ZUM EISTOBEL
Unweit von Isny hat sich der Fluss Argen tief ins Gestein geschnitten und uns ein Naturjuwel hinterlassen. Der Eistobel mit seinen kleinen Wasserfällen, den Gumpen und den Kiesbänken ist eine herrliche Landschaft und gleicht einer kleinen Schlucht. Im Allgäuer Dialekt wird eine kleine Klamm nämlich als Tobel bezeichnet.

Im Eistobel bildet der Fluss Argen Strudel und Kaskaden.
ABSTIEG ZUM WASSER
Wir beginnen unsere Wanderung an der Argentobelbrücke bei dem kleinen Kiosk, bei dem wir auch unseren Obolus für die Wegbenutzung entrichten müssen. Dieser Betrag dient der Instandhaltung des Wegs. Etwas verwirrend für uns wird die kleine Schlucht Eistobel genannt und nicht Argentobel, wie die Brücke. Der Weg in den Tobel beginnt hinter dem Kiosk und führt über Stufen steil abwärts zum Fluss. Unten werden wir mit einem kleinen verbliebenen Bauteil an die alte Argentobelbrücke erinnert, die 1985 durch die moderne Stahlbetonbrücke ersetzt wurde.
Unten, am Talboden angekommen, folgen wir dem noch unspektakulären Fluss. Wir passieren sonnige Kiesbänke. Doch dann taucht der harte Nagelfluh auf, der dem fließenden Wasser mehr Widerstand entgegensetzt als der Sandsteinboden. Damit entstehen Stufen im Flussbett, über die das Wasser kaskadengleich nach unten stürzt. Es bilden sich Strudel, kleine Löcher und größere Badewannen. Auch wenn es verlockend ist, sich hinein setzen, ist es doch lebensgefährlich. Die Wasserströmungen lassen sich nicht erkennen. Auf der anderen Flussseite liegen bald hohe Nagelfluhwände, von denen nach viel Regen auch ein Wasserfall strömt. Die Kiesbänke laden zur Pause ein, für uns geht es auf dem bestens ausgebauten Weg immer weiter. Erst am Ende des Tobels treffen wir auf eine Brücke, mit der wir die Obere Argen überqueren.

ZUR RUINE HOHENEGG
Haben wir bis jetzt die Geologie des Allgäu erlebt, so können wir noch rasch einen Blick ins Mittelalter werfen. Ein Wegweiser nach der Brücke schickt uns für einen Abstecher in fünf Gehminuten zur Ruine Hohenegg, von der jedoch nicht mehr allzu viel zu sehen ist. Zurück auf dem Hauptweg folgen wir dem Wegweiser nach Riedholz, der uns aufwärts aus dem Tobel schickt. Bald wandern wir in weiten Schleifen zwischen Wald und Wiesen in das kleine Dorf Riedholz und treffen dort auf die Hauptstraße. Nun geht es links durch den Ort zu der großen Autostraße. Ein Fuß- und Radweg bringt uns links in ein paar Minuten zur Argentobelbrücke und damit zu unserem Ausgangsort zurück.
Auch wenn die Abkühlung lockt: Ein Bad im Eistobel ist gefährlich.

VIEL IST VON der Burg Hohenegg nicht mehr übrig. Zumindest erinnert ein Gedenkstein an einem Mauerrest an die ehemalige Burg. Um 1200 entstanden muss sie große Bedeutung gehabt haben. Auf ihr lag immerhin die hohe Gerichtsbarkeit, das heißt, der Burgherr konnte die Todesstrafe verhängen. Im Bauernkrieg 1525 wurde die Burg stark beschädigt und schließlich abgebrochen. Die Kapelle neben den Mauerresten hat mit der Burg nichts zu tun, sie wurde erst 1897 erbaut.
AUF EINEN BLICK
Info
STADT/REGION: Isny im Allgäu/Ostallgäu
BESTE REISEZEIT: April bis November
TOURISTINFO:
Marktplatz 2, 88631 Isny,
Tel. 07562/999 90 50, isny.de
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