Kitabı oku: «Was geschieht mit uns, wenn wir sterben?»
Das Buch
Was passiert eigentlich genau, wenn wir sterben? Was geschieht mit dem, was wir „Seele“ nennen, nach dem Tod des Körpers? Entwickelt sich die Seele weiter? Welche Möglichkeiten hat sie? Was ist mit unseren Angehörigen und Freunden nach ihrem Tod geschehen? Wurden sie „wiedergeboren“? Lisa Williams Antworten auf diese existenziellen und anderen Fragen vermitteln uns Wissen „aus erster Hand“. Denn Williams hat die außergewöhnliche Fähigkeit, mit den Seelen Verstorbener zu kommunizieren. Ihr Wissen gibt uns die Sicherheit, dass der Tod nicht das Ende ist, das wir fürchten müssten, sondern der Übergang in eine andere Welt, der Beginn einer neuen, faszinierenden Reise.
Die Autorin
Lisa Williams ist auf der ganzen Welt als Medium und Hellseherin bekannt für ihre erstaunliche Fähigkeit, mit Seelen im Jenseits zu kommunizieren. Lisa, geboren in England, wurde von Merv Griffin entdeckt und ist durch zwei Serien ihrer eigenen TV Show Lisa Williams: Life Among the Dead sowie durch die Sendungen Lisa Williams: Voices from the Other Side und Lisa Williams Live berühmt geworden. Alle Sendungen werden mittlerweile auf der ganzen Welt ausgestrahlt.
Außerdem ist sie die Autorin von Life Among the Dead und ist in Oprah, Good Morning America, Larry King Live und Jimmy Kimmel Live aufgetreten. Derzeit befindet sie sich auf Tournee, wo sie auf der ganzen Welt vor einem großen Publikum auftritt. Auch schreibt sie regelmäßig ein Blog über ihr Leben und ihre spirituellen Lehren unter www.lisawilliams.com, wo sie sich mit der Öffentlichkeit und mit ihren Website-Mitgliedern austauscht.
Lisa ist außerdem eine ausgebildete Reiki- und Kristallheilerin. Sie lebt mit ihrem Sohn Charlie und ihren beiden Hunden Lucy und Max in Südkalifornien.
www.lisawilliams.com
Lisa Williams
Was geschieht mit uns, wenn wir sterben?
Das Wissen von der anderen Welt
Aus dem Amerikanischen von Johanna Ellsworth

Inhaltsverzeichnis
Umschlag
Das Buch / Die Autorin
Titel
Inhaltsverzeichnis
Widmung
Einleitung
Teil I Orientierung
Kapitel 1 Die Entdeckung
Kapitel 2 Skeptiker und Zyniker
Kapitel 3 Religion und Spiritualität
Kapitel 4 Warum wir den Tod fürchten – und es nicht tun müssen
Teil II Das Hinübergehen
Kapitel 5 Durch den Schleier
Kapitel 6 Himmel oder Hölle – Zwei verschiedene Wege
Kapitel 7 Seelenbeziehungen
Kapitel 8 Leben durch Tod – Die Wiedergeburt!
Kapitel 9 Sich von den irdischen Banden lösen
Teil III Eine Reise der Heilung
Kapitel 10 Die Einweihung: Der Warteraum
Kapitel 11 Der Rückblick auf das Leben: Im Schauraum
Kapitel 12 Im Heilraum
Kapitel 13 Die höhere Macht der Seele: Im Anleitungsraum
Kapitel 14 Der höhere Dienst und die Begegnung mit Gott
Teil IV Die Rückkehr
Kapitel 15 Herzlich willkommen auf der Welt – wieder einmal!
Kapitel 16 Im Hier und Jetzt leben
Nachwort
Danksagungen
Impressum
Für meinen Sohn Charlie – meine Inspiration, der mir immer das Licht gezeigt hat mit einem Lächeln auf dem Gesicht und mit Liebe im Herzen
Einleitung
Das Buch Was geschieht mit uns, wenn wir sterben kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sehr viele Menschen verstehen wollen, was geschieht, wenn wir aus dem irdischen Leben scheiden. Die Frage Was passiert, wenn wir sterben? wird mir immer wieder gestellt – was nur verständlich ist, da ich ein Medium mit übersinnlichen Fähigkeiten bin, das mit Verstorbenen spricht.
In letzter Zeit werde ich das immer öfter gefragt. Die Frage spiegelt jedoch eher die Neugier der Teilnehmer an meinen Workshops und Live-Sitzungen über das Leben nach dem Tod wider als ihr Verlangen nach Mitteilungen von geliebten Menschen. Aufgrund des starken Interesses an der Antwort habe ich dieses Buch geschrieben.
Zu behaupten, ich hätte die Antwort auf das vielleicht größte Geheimnis des Lebens, mag überheblich klingen, denn es ist mehr als das, was ein gewöhnlicher Sterblicher je zu hoffen wagt. Doch ich halte mich nicht für etwas Besonderes, das man auf ein Podest stellen sollte. Das bin ich nicht. Das, worüber ich in Was geschieht, wenn wir sterben schreibe, wurde mir entweder während der Sitzungen, die ich für andere abhalte, von verstorbenen Seelen mitgeteilt oder durch meine vielen Geistführer – energetische Wesen, die mich auf meiner Reise durchs Leben begleiten. (Bitte beachten Sie, dass ich für verstorbene Seelen den Begriff Geister verwende, wenn ich mich kollektiv auf die Seelen beziehe, die ins Jenseits übergegangen sind.) Auch meine eigene direkte Erfahrung ist von Bedeutung: Ja, ich bin schon einmal »gestorben«, jedoch ohne den Übergang vollzogen zu haben. Stattdessen hatte ich ein Nahtoderlebnis und wurde zurückgeschickt, um meine Arbeit auf Erden zu erledigen.
Ich bin nur ein Medium, das Wissen und Informationen mit Interessierten teilen soll. Ich bin nicht die Quelle, denn in Wahrheit besitzen wir alle übersinnliche Fähigkeit. Nur ist nicht jeder mit übersinnlichen Fähigkeiten ein Medium. Diese Fähigkeit braucht Übung – so wie man einen Muskel durch wiederholtes Training langsam aufbaut. Aus diesem Grund habe ich meine Gabe als Medium viele Jahre lang weiterentwickelt. Ich habe über die Jahre zahllose Einzelsitzungen und weltweit Sitzungen – sogenannte Readings – vor einem breiten Publikum (auch im Fernsehen) gegeben. Aber was das Wichtigste von allem ist: Ich habe gelernt, immer an mich zu glauben.
Die Geschichte, wie ich zu meinem ungewöhnlichen Beruf kam, erzähle ich in meinem ersten Buch, Life Among the Dead. Als Kind sah ich häufig Geister und redete mit ihnen, doch ich lernte das zu verbergen, was ich erst viele Jahre später meine »Gabe« nannte. Der Grund war meine Umwelt. Sie hielt mich für seltsam und meine Fähigkeit, Tote zu sehen, machte ihr Angst. Obwohl meine Großmutter Frances Glazebrook auch als Medium arbeitete, hatte ich als Kind nur wenig Kontakt zu ihr. Doch in meiner Jugend sagte sie mir voraus, dass ich eines Tages auf der Bühne stehen und vor Tausenden von Leuten das tun würde, was sie ihre »Arbeit« nannte.
Als ich anfing, professionelle Sitzungen abzuhalten, schockte es mich, wie sich die Leute darum rissen. Ich dachte gar nicht daran, dass ich damit berühmt werden oder im Fernsehen auftreten würde. Mir reichte es, täglich private Readings zu geben und anderen auf ihrem Lebensweg weiterhelfen zu können. Eines Tages vor ungefähr sechs Jahren arbeitete ich gerade als Medium im Wohnzimmer meines Hauses in Redditch, England, als ich die Gelegenheit bekam, für längere Zeit nach Los Angeles zu gehen. Das Angebot kam von einem Freund, für den ich eine Sitzung abgehalten hatte. Er überredete mich, Urlaub zu nehmen und Los Angeles zu erkunden.
Diese Reise hat mein ganzes Leben verändert.
Man sagt, es gibt keine Zufälle. Alles geschieht aus einem bestimmten Grund. Offensichtlich gab es also einen Grund, warum ich während meines Aufenthalts in Los Angeles ernsthaft erkrankte und ins Krankenhaus eingewiesen werden musste. Den Großteil der drei Monate, die ich in Los Angeles verbrachte, kämpfte ich gegen eine schwere Beckenentzündung an, gegen die die gewöhnlichen Antibiotika nicht halfen. Nach der Operation hielten meine Ärzte den Rückflug nach England für zu riskant, und so verlängerte ich mein Visum um weitere zehn Tage, um mich zu erholen.
Während dieser zehn Tage Genesung machte ich ein Reading für eine Frau, die mich einem Bekannten von ihr vorstellen wollte. Er hieß Merv Griffin. Anscheinend war er in den Vereinigten Staaten ein »Fernsehpromi«, doch als Engländerin hatte ich keine Ahnung, wer er war. Ich lernte Merv kennen, und nach einiger Zeit wurden wir gute Freunde. Ich kehrte nach Amerika zurück, um mit ihm zu arbeiten. Wir drehten einen Pilotfilm fürs Fernsehen, Lisa Williams: Life Among the Dead. Aufgrund des großen Erfolgs dieser Fernsehsendung hat meine Karriere mich in alle Ecken der Welt katapultiert, wo ich kleinen Gruppen lehre, ihre übersinnlichen Kräfte und ihre Fähigkeiten als Medium zu entwickeln. Ich stehe vor Tausenden von Menschen auf der Bühne und halte vor einem großen Publikum Sitzungen ab – genau so, wie meine Großmutter es mir vorhergesagt hat!
Wie dieses Buch entstand
Die Geschichte, wie ich dieses – mein zweites – Buch geschrieben habe, zeigt, wie ich arbeite. Gelinde gesagt lief es kein bisschen so, wie ich erwartet hatte. Im Gegenteil: Nachdem ich viele Kapitel des ersten Entwurfs verfasst hatte, zerriss ich das gesamte Manuskript, da mir klar wurde, dass ich mich dem Thema ganz anders annähern musste als bei meinem ersten, durchstrukturierten Versuch. Diese Erkenntnis kam mir nach einem Diktat meines Geistführers, das ich so gut ich konnte aufschrieb, während meine Finger über die Tastatur meines Computers flogen.
Alles begann im April 2009 in Australien. Dort veranstaltete ich vier Shows in Sydney und Melbourne. Das Land war erst vor kurzem von Buschfeuern heimgesucht worden, die im Umland von Melbourne gewütet hatten, und deshalb spendete ich den Erlös aus meinen Veranstaltungen für den Wiederaufbau. Außerdem nahm ich mir noch ein paar Tage Zeit für einen Abstecher nach Uluru/Ayers Rock, einem riesigen Monolithfelsen, der in Zentralaustralien als ein spiritueller Höhepunkt gilt.
Ich saß gerade auf dem Balkon meines Hotelzimmers und war dieser heiligen Stätte ganz nahe, als ich plötzlich von dem Verlangen überwältigt wurde zu schreiben. Mir kam die Idee, ein Buch über das zu schreiben, was passiert, wenn wir sterben. Ich fing mit den Dingen an, die mir bei meinen Sitzungen als Medium übermittelt worden waren – und schon sehr bald spürte ich neben mir eine Präsenz. Ich hatte zwar keine Ahnung, wer das sein könnte, doch ich merkte, dass das Wesen mir regelrecht Informationen diktierte.
Okay, dachte ich, dann höre ich halt auf, alles geordnet aufzuzeichnen, und schreibe einfach das mit, was ich empfange. Vorher fragte ich noch: Wer bist du? Und bekam die Antwort: Ich bin Ariel. Dann gab der Geist Ariel mir das Material, das ich niederschrieb und aus dem eine Unmenge an Informationen entstand, die ich in diesem Buch verwendet habe.
Ein paar Monate nach diesem Erlebnis in Uluru/Ayers Rock war ich in New York. Ich hatte einen Buchvertrag mit Hay House in der Tasche, war gerade von einer Kreuzfahrt zurückgekehrt und meine nächste Tournee stand an. Statt zurück an die Westküste zu fliegen, wo mir nur 36 Stunden Aufenthalt geblieben wären, beschloss ich daher, noch ein paar Tage in New York zu bleiben und mit dem Buch anzufangen.
Man sollte meinen, dass New York nicht unbedingt der richtige Ort ist, um kreative Energien zu channeln, aber genau das war er... Tatsächlich blieb ich drei Tage auf meinem Hotelzimmer. Zum Glück gab es den Zimmerservice, der es mir ermöglichte, mich nicht vom Fleck zu rühren, Yoga zu machen und meinen Kopf zu klären, um für weitere Eingebungen empfänglicher zu werden.
Nach einer Weile spürte ich hinter mir eine Präsenz. Wie ich feststellte, war es mein Geistführer Ben, der mich schon seit vielen Jahren begleitet. Ich möchte dich jemandem vorstellen, sagte er, einem Geist namens Josiah. Dann zeigte Ben mir eine Vision meiner selbst, während ich in Australien Informationen von Ariel erhalten und niedergeschrieben hatte. Ich entnahm dieser Vision, dass auch Josiah mir Material senden wollte, das ich aufschreiben sollte.
Und wieder wurde ich von der formalen Struktur abgebracht, obwohl ich nach Ariels Channeling schon damit begonnen hatte, das Material in saubere Kapitel zu unterteilen. Jetzt saß ich entspannt da und dachte: Also gut, ich bin bereit.
Jede Sitzung, die ich abhalte, beginne ich mit einem Gebet, in dem ich meine Geistführer bitte, mir den Schutz zu gewähren, den ich zur korrekten Wiedergabe der empfangenen Botschaften brauche. Ich bitte sie darum, dass die Informationen klar, richtig und präzise bei mir ankommen, und ich bitte darum, nur die positivsten Informationen zu erhalten. Dann mache ich die Augen zu und spüre eine Energie, die in meinen Körper strömt und sich mit meiner eigenen vermischt. Doch an diesem Tag im Hotelzimmer empfing ich eine ganz andere Energie als die, an die ich gewöhnt bin. Diese neue Energie fühlte sich äußerst stark an, so als wäre ich direkt mit der Quelle des Universums verbunden.
Ich spürte, wie meine Finger über die Tastatur geführt wurden. Durch ein winziges Fenster im Hotelzimmer konnte ich in der Ferne Bäume und den Himmel sehen. Ich befand mich nicht mehr in meinem Körper, sondern war aus ihm hinausgeschwebt und saß nun einige Zeit mit meinen Geistführern zusammen. Allein mein irdischer Körper tippte die Informationen ein, denn meine Seele hatte meinen Körper verlassen.
Da ich mich nicht in meinem Körper befand, hatte ich keine Ahnung, worüber ich mit dem Geist sprach. Und dann wurde ich plötzlich wieder in meinen Körper zurückgestoßen. Mein erster Gedanke war: Ich muss aufs Klo. Ich fragte Ben, der neben mir stand, ob ich gehen dürfe. Er sagte ja.
Ich muss mir unbedingt ansehen, was ich aufgeschrieben habe, dachte ich auf dem Weg zur Toilette. Mein Gehirn hatte die empfangenen Informationen nicht verarbeitet, und so lief ich mit dem offenen Laptop durch den Hotelflur und las die Worte, die ich eingetippt hatte. Was ich da las, faszinierte mich so, dass ich den Laptop nicht mehr aus der Hand legte. Den Rest las ich auf dem Klo und wusch mir dabei die Hände. Ich war vollkommen überwältigt von dem, was da auf meinem Monitor stand.
Das ist ja unglaublich!, dachte ich. Ich muss es unbedingt jemand anderem zeigen. Dann hörte ich: Du hast noch zwanzig Minuten, dann machen wir weiter. Ich stellte meinen Laptop wieder auf den Schreibtisch und mailte einen Teil des Textes an meine Mitarbeiterin Caroline und an meine Freundin Jonesy. Beide antworteten sofort und schrieben: Wow! Wahnsinn! Das ist wirklich unglaublich!
Als die zwanzig Minuten um waren, spürte ich ein Klopfen im Kopf. Ist ja gut, ich bin gleich so weit, antwortete ich und bereitete mich darauf vor, wieder an die Arbeit zu gehen.
Nein. Steh auf.
Aufstehen?, fragte ich.
Ja. Setz dich woanders hin.
Ich setzte mich aufs Bett, und wieder ließ mir derselbe Geist Josiah Informationen zufließen, die ich zwei weitere Stunden lang niederschrieb.
Als Ben mich Josiah vorgestellt hatte, hatte er mir mitgeteilt, dass Josiah ein sehr hoher Geist sei, der direkt mit der Quelle zusammenarbeiten würde, und dass die von ihm übermittelten Informationen richtig wiedergegeben werden müssten. Gegen Ende unserer »Sitzung« kam der Punkt, an dem ich wieder in meinen Körper zurückkehrte und anfing, das Empfangene geistig zu verarbeiten. Der Grund dafür war wohl, die eingehenden Informationen prüfen und klären zu können. Okay, aber ich habe ein paar Fragen dazu, sagte ich. Die nächste halbe Stunde lang bat ich um Erklärungen zu Dingen, die ich nicht verstand, während ich die neuen Informationen verdaute.
Anschließend ging ich hinunter in den Serviceraum für Geschäftsleute und druckte alle Aufzeichnungen aus. Es wurde ein dickes Manuskript. Ich kehrte auf mein Zimmer zurück und entsorgte die strukturierten Kapitel, die ich vorher verfasst hatte. Mir war klar, dass mein Buch auf den Informationen basieren musste, die mir vom Geist eingegeben worden waren, und nicht auf meinen eigenen Gedanken.
Über dieses Buch und die Reihe
Was geschieht, wenn wir sterben ist das erste Buch in einer Reihe von Büchern mit dem Titel Do you want to know everything?, die ich schreiben werde. Ich habe diesen Titel für die Buchreihe ausgewählt, weil ich diese Frage den Menschen, die bei mir nach Antworten suchen, als Erstes stelle. Die Frage ist meine Bitte um die Erlaubnis, das weiterzugeben, was immer die Geistwesen mir übermitteln. Auch möchte ich, dass die Leute die Informationen, die ich ihnen gebe, als ihre eigenen annehmen und die Verantwortung für das Erhaltene übernehmen. Manchmal ist eine Nachricht nicht sehr angenehm, doch ich filtere sie nie. Ich bemühe mich stets, »schlechte Nachrichten« so diplomatisch und behutsam wie möglich zu übermitteln, aber dazu muss ich wissen, dass der Mensch bereit ist, die Wahrheit zu hören.
Zwar wird jedes Buch der Reihe Do you want to know everything? verschiedenen Themen gewidmet sein, mit denen die Menschen zu mir kommen, doch die Informationen und das Wissen stammen letztendlich von den Geistwesen. Die von mir behandelten Sachgebiete schließen unter anderem Themen ein wie Eltern ihre Kinder so unterstützen können, dass diese ihre eigenen übersinnlichen Fähigkeiten entwickeln, wie man seinen Seelengefährten findet – auch Zwillingsseele genannt – und wie man mit ihm zusammenarbeitet.
In diesem ersten Buch, in Teil I, werden Sie darauf vorbereitet, das Leben nach dem Tod näher zu erforschen. Er enthält einen detaillierten Bericht über die Kommunikation, die ich beim Heranwachsen mit Geistwesen geführt habe. Vielleicht fühlen Sie sich davon angesprochen, denn sehr viele Kinder kommen mit übersinnlichen Fähigkeiten auf die Welt und müssen sich und ihre Wahrnehmungen abschotten, um ihre Umwelt nicht zu beunruhigen. Dann greife ich das Thema Glauben auf. Es ist der natürliche nächste Schritt, weil dieses Thema am Anfang behandelt werden sollte. Denn zu viele Leute hegen starke Zweifel und Tabus, was das Leben nach dem Tod angeht – unabhängig davon, ob diese Zweifel die Folge ihrer Glaubenserziehung sind oder ob sie auf akademischen und/oder wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, die ihnen auf irgendeine Weise übermittelt wurden. Anschließend befasse ich mich mit der menschlichen Tendenz, sich vor dem Tod zu fürchten, und wie ich aufgrund meiner eigenen Erfahrung mit dem Tod meiner Großmutter mit dieser Tendenz umgehe.
In Teil II erzähle ich von meinem eigenen Nahtoderlebnis und wie ich durch den Schleier ins »weiße Licht« und die wartenden Arme meiner Großmutter Frances (die ich »Nan Frances« nenne) ging. Auch befasse ich mich mit anderen Pfaden für diejenigen Seelen, die nach einem Leben, das anderen viel Leid zugefügt hat, durch den Schleier gehen. (Die Hölle ist eher ein geistiger Zustand als ein realer Ort). Anschließend übermittle ich Ihnen viele Erkenntnisse über Ihre »Familie« aus Geistführern und geliebten Seelen, die im Leben nach dem Tod vielleicht auf Sie warten, um dafür zu sorgen, dass Ihre Reise zu einer äußerst heilenden Erfahrung wird. Sie werden erfahren, dass die Reise ins Jenseits eine Reise des Lernens und Wachsens ist. Doch sobald eine Seele hinübergegangen ist, kehrt sie für eine gewisse Zeit zurück, um sich um ihre Lieben zu kümmern, sie zu trösten und, falls nötig, Dinge zu klären.
In Teil III geht es um den Heilungsprozess, den alle nach dem zurückgelassenen Leben durchlaufen. Jedes Kapitel behandelt einen »Raum« oder eine Phase des Prozesses – von der ersten Phase im Empfangsraum, in dem die Aufnahme der neu angekommenen Seelen stattfindet und in dem sie ihren Lebensvertrag ausgehändigt bekommen, bis hin zur letzten Phase im Anleitungsraum, in dem Seelen Hinweise und Ratschläge bekommen, bevor sie ihren Weg im Jenseits aussuchen.
Teil IV beschreibt, wie Seelen, die sich kurz vor der Wiedergeburt befinden, die Gelegenheit erhalten, sich ihre Eltern auszusuchen, indem sie mögliche Kandidaten im Elternraum beobachten können. Als Vorbereitung auf ihre Reinkarnation entwerfen die Seelen einen neuen Lebensvertrag und entscheiden sorgfältig, welche spezifischen Erfahrungen und Bedingungen sie für ihre Weiterentwicklung brauchen werden.
Hier stelle ich Ihnen mein eigenes Team aus Geistführern vor
Im Buch werden Sie immer wieder den Geistführern begegnen, mit denen ich zusammenarbeite. Manchmal werden Sie ihre Worte wortwörtlich lesen, genauso wie ich sie aufgeschrieben habe. Drei von ihnen habe ich schon kurz erwähnt, doch ich möchte sie Ihnen an dieser Stelle näher vorstellen:
Ben, mein Geistführer, begleitet mich schon mein ganzes Leben lang, doch erst als ich anfing, als Medium zu arbeiten, trat er in mein Bewusstsein. In einem früheren Leben war ich mit Ben zusammen, und er rettete mir damals das Leben. Daraufhin haben wir beschlossen, dass er durch mich und meine Mission, Spiritualität zu lehren, anderen helfen kann.
Ben tauchte eines Sonntagabends in Begleitung meiner verstorbenen Großmutter auf. Damals war ich siebenundzwanzig. Sie stellte mir den hochgewachsenen, gut aussehenden dunkelhaarigen Fremden vor und sagte: »Ich habe dich bis hierher gebracht ... weiter kann ich dich nicht bringen. Das ist jetzt Bens Aufgabe.« Seitdem ist er ein Teil meines Lebens, führt mich in vielen persönlichen Lebenssituationen und gibt mir Klarheit. Doch Bens Hauptaufgabe ist es, mich dabei zu unterstützen, die verstorbenen Seelen mit den noch auf Erden lebenden Seelen in Kontakt zu bringen.
Ariel ist ein höher schwingender Geist. Sie hat Anfang 2009 am heiligen Ort Uluru/Ayers Rock in Australien das erste Mal durch mich Informationen gechannelt. Ich meditierte gerade in der untergehenden Sonne, als Ariel mich besuchen kam und mir einige der Informationen übermittelte, auf denen dieses Buch aufbaut. Ich bin ihr dankbar für das Wissen, das sie an mich weitergegeben hat und das so vielen Menschen helfen wird.
Josiah ist ein Geist, der mich über die Jahre häufig aufgesucht hat, doch erst seit kurzem fühle ich mich ihm so eng verbunden wie mit Ben. Josiah ist ein sehr hoher Geist: er steht zwischen einem Geistführer und Gott. Durch tiefgehendes Channeling und Meditieren zeigte sich Josiah mir und schaffte es, mich durch den Prozess des Übergangs vom Leben hindurch zu führen. Er zeigte mir die Passage und die verschiedenen Phasen des Todes und erklärte mir, wie wir aus unserer Seele heraus wachsen und uns mit unserem höheren Selbst verbinden können.
Dies sind meine drei wichtigsten Geistführer, doch ich habe auch noch andere Führer, mit denen ich zu bestimmten Zwecken täglich zusammenarbeite und die mich in unterschiedlichen Situationen unterstützen, wenn ich ihre Hilfe brauche. Jeder von uns hat ein Team aus Geistführern, dem ein Meisterführer vorsteht. Bei mir ist es Ben. Vielleicht sind Sie sich Ihrer eigenen Geistführer nicht bewusst, aber Sie können sicher sein, dass es sie gibt. Ihr Meisterführer weist andere Helfer oder Führer an, herzukommen und Ihnen beim Überwinden schwieriger Lebenssituationen zu helfen. So hilft mir zum Beispiel Lucinda, Nachrichten zu übermitteln. Sie ist oft anwesend und liefert mir Informationen, während ich unterrichte und vor einem großen Publikum Readings gebe.
Die Informationen, die ich von meinem Team aus Geistführern erhalten habe, haben mir die Augen geöffnet, und ich habe bei diesem Prozess auch vieles über mich selbst gelernt. Ich füge dem Buch mehrere Abschnitte aus Niederschriften bei, die ich gemacht habe. Daraus lässt sich genau ersehen, wie meine Geistführer mir die Informationen übermittelt haben, die ich verwende. Beachten Sie bitte, dass die Kommunikation meiner Geistführer – oder eines anderen Wesens aus der spirituellen Welt – stets kursiv dargestellt wird. Außerdem füge ich mehrere Niederschriften und Berichte über Sitzungen bei, die ich unter der Anleitung meiner Geistführer für andere gehalten habe. (Die Namen und Identitäten wurden geändert, um die Privatsphäre der Betreffenden zu schützen.)
Also: Wollen Sie wirklich alles wissen? Wenn ja, dann finden Sie die Antworten auf viele Ihrer Fragen auf den Seiten dieses Buchs. Wenn Sie wirklich bereit sind, dann lassen Sie uns jetzt zusammen auf diese spannende Reise gehen!
Teil I Orientierung
Der Zeitpunkt ist alles.
Es gibt keine Zufälle.
Kapitel 1
Die Entdeckung
Was passiert, wenn wir sterben?
Seit ich als Medium arbeite, wurde mir diese Frage schon sehr oft gestellt. Und ich habe sie schon oft beantwortet, während ich Menschen Mitteilungen von ihren geliebten Angehörigen übermittelte, die vom Jenseits zu ihnen sprechen. Diese Botschaften weisen immer ein erstaunliches Wissen über das Leben nach dem Tod auf und bestätigen, dass die Seele tatsächlich weiterlebt.
Doch auch während ich mich in meiner Arbeit als Medium weiterentwickelte, blieben immer noch viele Fragen, auf die ich eine Antwort brauchte. Bei meinen Bemühungen, die ganze Lebensreise zu begreifen, war ich für die verstorbenen Seelen offen und habe Informationen von einer höheren Quelle erhalten. Auf meiner Suche habe ich herausgefunden, dass wir uns alle auf einer vielseitigen und lohnenswerten Reise befinden – im Tod genauso wie im Leben. Der Sinn dieser Reise ist das ständige Lernen und innere Wachstum. Wie ich herausgefunden habe, lebt die Seele nicht nur weiter, sondern entwickelt sich auch weiter. Wie das geschieht – davon handelt dieses Buch.
In unserem Leben fragen wir uns immer wieder, warum wir eigentlich hier sind, welche Aufgabe wir auf Erden erfüllen sollen. Nur wenige von uns kennen die Antworten auf diese Fragen. Es gibt zwar auf der ganzen Welt nur eine Handvoll Menschen, die ihre wahre Berufung und ihr Lebensziel kennen, doch viele Leute sind ständig auf der Suche danach. Sie übersehen dabei aber eine wichtige Tatsache, nämlich dass man die Antworten nur in sich selbst finden kann.
Die Antworten, die ich in Was geschieht mit uns, wenn wir sterben? gebe, kommen alle von innen, aus der tiefsten Weisheitsquelle, aus der wir Menschen schöpfen können. Ich habe mir schon immer die gewonnenen Erkenntnisse aus meinen vielen Sitzungen, die von meinen Geistführern übermittelten Botschaften und meine eigenen Erfahrungen – wie zum Beispiel ein Nahtoderlebnis, das ich vor mehreren Jahren hatte (und auf das ich im Buch näher eingehen werde) – zunutze gemacht. Seit meiner Kindheit nehme ich oft Verbindung zu den verstorbenen Seelen auf. Für mich war das also schon immer das Natürlichste auf der Welt.
Dieses Buch soll Antworten auf Ihre Fragen über das, was passiert, wenn wir sterben, geben. Ich möchte, dass Sie die Reise, auf die wir alle gehen müssen, und die Lektionen, die wir lernen müssen, voll und ganz verstehen. Werden Sie Ihre Angehörigen, die vor Ihnen gestorben sind, wiedersehen? Werden Sie nach einer gewissen Zeit im Jenseits auf die Erde zurückkehren? Und vor allem – gibt es Gott / das Göttliche wirklich?
Das sind nur ein paar der Fragen, mit denen ich mich im Buch beschäftigen werde. Doch eines kann ich voller Überzeugung jetzt schon verraten: Das Leben ist für uns alle eine Reise, die niemals aufhört, noch nicht einmal nach dem Tod. Im Gegenteil: Unser Abschied von der physischen Welt ist erst der Anfang unserer Wiedergeburt in ein ewiges Leben, in dem wir weiter lieben, lernen und reifen. Das wusste ich zwar schon als Kind, doch bevor ich zu meinen Fähigkeiten als Medium stand, habe ich daran gezweifelt.
Meine beiden Welten
Als Erwachsene erinnern wir uns gewöhnlich nicht mehr an die Zeit, die wir zwischen unseren irdischen Leben im Jenseits verbracht haben. Manche Kinder haben jedoch noch Erinnerungen daran; die Gründe dafür werde ich in einem späteren Kapitel erläutern. Als Kind konnte ich mich noch an vieles aus dem spirituellen Reich erinnern und in meiner Kindheit hatte ich auch ganz reale Erlebnisse in der spirituellen Welt. Daher dachte ich manchmal schon, ich sei verrückt.
Erst viel später wurde mir meine Verbindung zu den Geistern von einem Numerologen bestätigt. Er stellte fest: »Sie kommunizieren nicht nur mit der spirituellen Welt – Sie erinnern sich sogar daran.« Eine zweite Bestätigung erhielt ich von einer Astrologin, die mir sagte: »Vom Tod fasziniert zu sein, liegt in Ihrem Wesen.« Ich wunderte mich zuerst über ihre Bemerkung, doch dann fügte sie hinzu, dass ich meine Todesfaszination dazu verwende, um anderen zu helfen. Ihre Erkenntnis war absolut richtig. Es war eine große Erleichterung, endlich Menschen zu begegnen, die mich verstanden.
Als ich noch jünger war, bekam ich keine Unterstützung bei der Verarbeitung meiner Erlebnisse, die mich manchmal ziemlich beunruhigten. Heute bin ich Lisa Williams, ein Medium mit einer eigenen Fernsehsendung, das mit verstorbenen Angehörigen anderer Leute kommuniziert. Doch als ich ein Kind war – ein Kind, das Tote sehen konnte –, machte diese Fähigkeit mir Angst.
Genauer gesagt waren es nicht die verstorbenen Seelen, vor denen ich mich fürchtete. Ihr regelmäßiges Kommen und Gehen war für mich ganz normal. Es waren die Reaktionen der Erwachsenen um mich herum, die mich dazu brachten, Angst vor den Stippvisiten verstorbener Seelen zu entwickeln. Ich besuchte eine christliche Schule, obwohl mein Vater überzeugter Atheist war und noch heute ist. Als ich meinen Eltern erzählte, dass ich Geister sah und mit ihnen redete, hieß es nur »das Kind hat zu viel Fantasie«. Nur so konnten sie mit meinen Schilderungen fertig werden, die in ihren Augen eine beunruhigende Verhaltensstörung waren.
So lernte ich, über das zu schweigen, was für mich völlig normal war. Dadurch war ich als Kind ziemlich einsam und bemüht, mich in beiden – so grundverschiedenen – Welten einzurichten. In der einen Welt, in der auch meine Familie und Freunde lebten, passte ich mich den Ansichten anderer über das Leben an. Ich hörte mir ihre Meinungen an und tat, was von mir erwartet wurde, ohne jemals meine eigene Wirklichkeit zu erwähnen. Doch in der anderen Welt, die für mich in vielerlei Hinsicht viel realer war, unterhielten sich meine spirituellen Freunde und Besucher mit mir. Meine ganze Kindheit über fühlte ich mich mit meiner eigenen Welt eng verwurzelt, weit weg von der Welt, die andere für die reale hielten.
Ja, ich sah die Seelen Verstorbener. Ich sprach mit ihnen und sie mit mir. Doch es kam mir vor, als würde ich mit lebendigen Menschen reden – und in meinen Gedanken waren sie das auch. Ich habe das Wort tot nie begriffen. Es klang so verstörend endgültig. Tot zu sein ist etwas, das in meiner Realität gar nicht existiert.
*
Mein frühestes Erlebnis mit einem Geist, der mit mir gesprochen hat, hatte ich im Alter von ungefähr drei Jahren. Ich spielte gern auf meinem Zimmer mit meinen Freunden (die nur ich sehen konnte). Sie waren ein kleiner Junge und ein kleines Mädchen. Beide waren bei einem Brand ums Leben gekommen und besuchten mich oft. Häufig nahm ich auch einen Mann wahr, der im Zimmer saß und uns beim Spielen zuschaute. Da er nie etwas sagte, ignorierte ich ihn. Währenddessen machte meine Mutter den Haushalt, kümmerte sich um meinen jüngeren Bruder Christian und nahm von dem Kichern, das aus meinem Zimmer ertönte, kaum Notiz. Falls sie es doch mitbekam, hielt sie es sicher nur für »Lisa beim Spielen«.
Eines Abends wurde ich zum Essen gerufen. Diesmal begleitete der Mann in meinem Zimmer mich ins Esszimmer – das heißt, er schwebte neben mir her, denn ich konnte keine Beine erkennen – und nahm auf einem Stuhl in der Ecke Platz. Ich setzte mich an den Tisch. Während ich die Erbsen mit der Gabel aufspießte, um sie mir in den Mund zu stecken, passierte etwas Unerwartetes. Der Mann sagte zum ersten Mal etwas zu mir.
»Iss die Erbsen nicht, sonst stirbst du!«, warnte er mich.
Erschrocken legte ich die Gabel hin. Während ich die restliche Mahlzeit aß, passte ich auf, dass keine einzige Erbse auf meiner Gabel landete. Meine Mutter wollte natürlich wissen, warum ich die Erbsen liegen ließ.
»Er hat gesagt, dass ich sterbe, wenn ich sie esse!«, erklärte ich ihr und zeigte auf den Mann in der Ecke.
»Sei nicht albern – da ist doch niemand«, entgegnete meine Mutter und versuchte, mich zu überreden, die Erbsen aufzuessen.
Doch ich weigerte mich beharrlich und blieb mit verschränkten Armen und zusammengepresstem Mund sitzen. Ich war entschlossen, keine einzige Erbse zu verzehren, und selbst der Bestechungsversuch meiner Mutter, dass ich zum Nachtisch Eis bekommen würde, brachte mich nicht dazu, die kleinen runden grünen Dinger zu essen, die mich umbringen konnten. Nie im Leben!
Ich weiß noch, dass meine Eltern damals zum ersten Mal meinten, ich hätte zu viel Fantasie. Aber noch heute mag ich keine Erbsen, obwohl ich vor kurzem erfahren habe, dass der Großonkel meines Vaters an einem Mundvoll Erbsen erstickt ist! Es muss jener Großonkel gewesen sein, der mich beim Spielen in meinem Kinderzimmer beschützt hat und der mich vor diesem »tödlichen« Gemüse gewarnt hat.
Nächtliche Abenteuer
Solange meine Geistbesucher tagsüber auftauchten, konnte ich mit ihnen spielen und Spaß haben. Aber nachts sah die Sache ganz anders aus. Alle möglichen Personen – nicht nur Kinder – gingen nachts in meinem Zimmer ein und aus, während ich schlafen sollte. Das machte mir so viel Angst, dass ich gar nicht schlafen konnte. Ich zog mir die Decke über den Kopf, um die Eindringlinge nicht sehen zu müssen, aber nach einer Weile bekam ich keine Luft mehr und musste meine Höhle aufgeben. Oft sah ich dann eine Frau am Fußende meines Betts stehen, die die Hände in die Hüften stemmte und mich zornig anstarrte. Sofort zog ich mir die Decke wieder über den Kopf. Wenn ich nach Luft schnappte, machte ich die Augen fest zu, um die Geister nicht sehen zu müssen, die sich in meinem Zimmer versammelt hatten. Doch das hielt sie nicht davon ab, mich an den Haaren zu ziehen, mich mit dem Finger anzustupsen und mit mir zu reden. Ich vergrub den Kopf unter meinem Kissen und hoffte verzweifelt, sie würden verschwinden. Aber den Gefallen taten sie mir nicht.
Es gab noch weitere beunruhigende nächtliche Erlebnisse. Ich erinnere mich daran, wie ich im Bett lag und aus meinem Körper schlüpfte. Während ich über ihn hinwegschwebte, schaute ich nach unten und sah mich friedlich schlafen. Anfangs war es eine spannende Erfahrung. Wow – ich kann ja fliegen!, dachte ich aufgeregt und flog im Haus herum, um zu sehen, wie mein Bruder schlief oder meine Eltern im Wohnzimmer fernsahen.
Doch eines Nachts fand ich mich draußen in der Dunkelheit wieder, allein und etwas weiter weg von unserem Haus. Damals war ich erst vier und mir war sofort klar, dass ich das Haus nicht alleine hätte verlassen sollen. Meine Mutter hatte mir eingetrichtert, nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr aus dem Haus zu gehen, weil da draußen »böse Leute« seien. Und jetzt war ich da draußen und bekam es mit der Angst zu tun. Ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte.
Ich sah mich suchend um und erkannte die Straße, auf der ich mich befand, doch ich kannte den Rückweg nicht. Ich erkannte auch den Hügel wieder, an dem mein Vater Golfbälle in Löcher schlug, und wusste daher, dass ich nicht weit weg von Zuhause war. Aber jetzt geriet ich in Panik und fing an zu weinen. Doch keine Tränen rollten meine Wangen herunter, wie sie es getan hätten, wenn ich in meinem physischen Körper gesteckt hätte.
Ich versuchte zu rufen, aber meine Schreie blieben lautlos. Nun versuchte ich, einen Mann anzusprechen, der den Hügel hinaufging, doch er ignorierte mich, als wäre ich gar nicht anwesend. Dann wurde mir bewusst, dass ich körperlos schwebte und keinen Mund zum Sprechen hatte. In diesem Moment sah ich den Mann, der mich davor gewarnt hatte, die Erbsen zu essen. Im Gegensatz zu dem ersten Mann, der den Hügel hinaufgegangen war, bemerkte er meine panische Angst und bot mir seine Hilfe an.
»Stell dir einfach vor, du würdest in deinem sicheren Bettchen liegen«, sagte er.
Das tat ich. Ich stellte mir vor, dass ich von meinen Plüschtieren umgeben war, und fühlte die Wärme der Bettdecke. Plötzlich spürte ich eine Energie, die mich wie ein Sog zurück in mein Bett holte. Sie schien aus meiner Bauchgegend zu strömen. Diese Sogkraft zog mich an den Straßenlaternen vorbei die Treppe hinauf bis zu unserer Wohnung, durch die Wohnungstür, am Wohnzimmer vorbei, in dem meine Eltern fernsahen, und dann lag ich wieder in meinem Bett.
Weinend wachte ich auf und ging hinunter ins Wohnzimmer, um mich nach dem traumatischen Erlebnis von meinen Eltern trösten zu lassen. Doch auch nachdem sie mich beruhigt hatten, hatte ich immer noch Angst vor dem Einschlafen und weigerte mich, das Wohnzimmer zu verlassen. Eine solche Nacht konnten meine Eltern ertragen – doch als mein Verhalten zur nächtlichen Routine wurde, irritierte sie das. Sie wussten nicht, wie sie mit der neuen Situation umgehen sollten.
Zu meiner Gabe stehen
Als Kind und Jugendliche fühlte ich mich oft ein wenig wie eine Außenseiterin. Ich hatte zwar Freunde, aber ich war nie »beliebt«. Doch vor allem meine Freundin Samantha half mir, mich mit dem anzufreunden, was sie meine »Gabe« nannte. Als sie diesen Begriff verwendete, war ich immer noch ziemlich jung, und auch wenn sich die Vorstellung, eine Gabe zu haben, seltsam anfühlte, war es irgendwie ein gutes Gefühl. Damals hatte ich zwar keine Ahnung, warum sie mir diese besondere Eigenschaft zuschrieb, da ich mich nicht für etwas Besonderes hielt. Aber nachdem ich das demonstriert hatte, was Sam für übersinnliche Fähigkeiten hielt – zum Beispiel zu wissen, dass eine bestimmte Person anrufen würde oder dass irgendein Schüler in der Schule fehlen würde, noch bevor wir dort angekommen waren –, war sie überzeugt davon, dass ich »anders« sei.
Sam war der einzige Mensch, dem ich mein Geheimnis je anvertraut hatte, und allmählich begann ich zu akzeptieren, dass ich tatsächlich etwas Besonderes hatte, das anderen fehlte. Sam und ich hatten Spaß an meiner Gabe. Wir mussten lachen, wenn ein Lehrer etwas bestätigte, was ich längst wusste, so wie zum Beispiel, dass wir einen »Überraschungstest« schreiben würden. Unsere Spielchen waren lustig, und es tat mir gut, meine Erlebnisse mit Sam zu teilen. Sie half mir, zu meiner Fähigkeit zu stehen. Endlich war ein Mensch aus Fleisch und Blut Teil meiner Welt!
*
Das Leben ging weiter – und auch meine täglichen Gespräche mit den Geistern. Ich neigte dazu, Ereignisse vorauszusehen, und spürte die Stimmungen anderer, bevor sie ein Wort zu mir gesagt hatten. Meine Gabe schien aus zwei Dingen zu bestehen: der übersinnlichen Intuition und der Kommunikation mit Verstorbenen. Ich konnte jedoch erst im Alter von siebzehn völlig zu meinen übersinnlichen Fähigkeiten stehen.
Meine Freunde und ich hatten eine Busfahrt nach Blackpool, einem Ferienort am Meer im Norden Englands, geplant. Wir wollten der Schule mal den Rücken kehren und Spaß haben. Auf unserem Ausflug wurde auch kräftig getrunken, doch ich trank nicht mit, da ich noch nie Alkohol gebraucht habe, um Spaß zu haben – obwohl die alten Schulfotos von damals aussehen, als hätte ich einiges gebechert! Aber sie zeigen nur meine ausgelassene Seite. Auf diesem Ausflug geschah ein tiefschürfendes Ereignis, das meine Einstellung zu dem, was Sam meine »Gabe« nannte, für immer änderte.
Blackpool hat drei Schiffskais, die ins Meer hinausragen, und verschiedene Touristenattraktionen zu bieten. Der Nordkai war damals eleganter und traditioneller als die beiden anderen. Er hatte nicht so viele Geschäfte und Vergnügungsstätten wie die anderen, und daher fühlte man sich auf ihm in längst vergangene Zeiten zurückversetzt. Das verlieh ihm eine interessante faszinierende Atmosphäre. Auch war es stiller und ruhiger dort als auf den gut besuchten Nachbarkais.
Als meine Freunde und ich zum Nordkai spazierten, bemerkten wir vor einem Zelt ein Schild mit der Aufschrift WAHRSAGERIN. (Diesen Begriff habe ich noch nie gemocht, auch wenn ich akzeptiere, dass manche Leute ihn anwenden.) Ein paar von uns beschlossen, sich »zum Spaß« die Zukunft vorhersagen zu lassen, doch ich verschwieg, dass mir mehrere Fragen auf der Seele brannten, auf die ich unbedingt eine Antwort brauchte. Ich wollte mehr über einen Jungen erfahren, den ich mochte, und ob ich meine Abschlussprüfungen bestehen würde und was ich in ein paar Monaten tun sollte, wenn ich mit der Schule fertig war. Sie wissen schon: das gewöhnliche Zeug, das einen beschäftigt, wenn man siebzehn ist und das ganze Leben noch vor einem liegt.
Eines der anderen Mädchen ging vor mir ins Zelt. Als es nach einer Viertelstunde wieder herauskam, senkte es den Blick und murmelte: »Also die hat echt eine Schraube locker.« Dann kam ich an die Reihe. Ich ging durch den Vorhang und stand in einem winzigen, stickigen Raum. Darin standen zwei Stühle und ein Tischchen. Auf dem Tisch lag ein Tuch, und auf dem Tuch lag ein Deck Tarotkarten. Wie ich mich noch vage erinnere, sahen sie ganz ähnlich aus wie das Kartendeck, das auf dem Kaminsims meiner Großmutter Nan Frances – der Mutter meiner Mutter – lag. Alles wirkte sehr »hexig«, wie ich meine übersinnlichen Kräfte gerne bezeichne.
Ohne mich anzusehen, deutete die Frau an, ich solle mich setzen. Sie hatte blonde Strähnen, die ihr über die Schulter fielen, lange rosa Fingernägel, die wie eine tödliche Waffe aussahen, und war stark geschminkt. Sie trug ein langes wallendes lila Gewand und klimpernde Ohrringe, genauso wie ich es von einer Handleserin oder Hellseherin erwartet hätte. Ja, sie war eine waschechte Wahrsagerin.
Sie hob langsam den Blick und sah mich mit großen blauen Augen an. Gleichzeitig nahm sie mit einer raschen Handbewegung die Karten vom Tisch. Als unsere Blicke sich trafen, breitete sie die Karten vor mir aus und starrte mich durchdringend an. Ich hatte das Gefühl, als würde sie durch mich hindurchschauen, und das machte mich so unbehaglich, dass ich mich umdrehte, um zu sehen, was sich denn hinter mir befand.
»Interessant – sehr interessant«, bemerkte sie und reichte mir die Karten. Dann bat die Frau mich, sie zu mischen, mit der linken Hand abzuheben und in drei Haufen abzulegen. Mittlerweile war ich richtiggehend nervös, doch da ich sie nicht verärgern wollte, tat ich ihr den Gefallen. Nun forderte sie mich auf, zwei Kartensets auszusuchen.
Aber welche sind die Richtigen?, dachte ich. Woher soll ich wissen, welche die richtigen Sets sind? Doch noch bevor ich die Frage zu Ende gedacht hatte, sagte die Frau: »Sie werden sich von den Kartensets angezogen fühlen, die Sie brauchen. Wählen Sie nicht mit dem Kopf, sondern lassen Sie die Karten zu sich kommen.«
Oh, sie hat meine Gedanken gelesen! Also tat ich genau das. Heute weiß ich, dass es vielen Leuten so geht, wenn sie für eine Sitzung Karten aussuchen sollen: Sie machen sich Sorgen, das falsche Deck oder die falschen Sets auszuwählen. Doch wie ich bald herausfand, ist es eine Chance, auf seine innersten Eingebungen zu hören und das Verlangen loszulassen, das Ergebnis zu beeinflussen.
Die Frau mischte die Karten, die ich ausgesucht hatte. Dann starrte sie mich wieder an, was mir ganz unangenehm war.
»Stimmt irgendwas nicht?«, fragte ich, da ich keine Ahnung hatte, was sie sah – natürlich dachte ich ans Schlimmste.
Sie beugte sich zu mir vor und sagte so leise, als wollte sie verhindern, dass andere es hören könnten: »Du hast eine Gabe. Aber du weißt nicht, was du damit anfangen sollst.« Ich saß mit offenem Mund da und war sprachlos. »Deine Gabe ist extrem stark, viel stärker als meine eigene«, fuhr sie fort. »Jemandem wie dir bin ich seit vielen Jahren nicht mehr begegnet.«
Nun war es heraus. Jetzt war das bestätigt, was meine Klassenkameradin gesagt hatte, als sie aus dem Zelt herausgekommen war – diese Frau hatte wirklich eine Schraube locker. Wie konnte sie einer siebzehnjährigen Schülerin erzählen, dass diese eine größere Gabe hätte als sie, die die Zukunft anderer voraussagte? Sicher war es ein Betrug oder Trick ...
Aber Moment mal – woher weiß sie überhaupt von meiner Gabe? Dieser Gedanke fesselte mich an den Stuhl. Dann forderte sie mich auf, ihr Fragen zu stellen. Natürlich wollte ich zuerst was über Jungs erfahren. (Sie behielt Recht, als sie mir sagte, die Männer in meinem Leben würden nie die »Richtigen« sein.) Außerdem wollte ich wissen, was ich in Zukunft beruflich machen würde. Sie sagte, ich würde eine Berufsausbildung machen, und auch wenn ich verschiedene Berufe ausüben würde, wäre nur eine Tätigkeit von Bedeutung. Wie sie mir sagte, würde ich mich selbst entscheiden müssen. Damals ahnte ich noch nicht, dass sich diese Entscheidung auf meine Gabe bezog und darauf, sie zu meiner Berufung zu machen.
Ich habe die Abschiedsworte der Frau, als ich das Zelt durch den Vorhang verließ und zu meinen Freunden zurückging, nie vergessen. »Du wirst vielen Menschen helfen und ihr Leben verändern. Bleib dran!«
Heute weiß ich, dass die Frau unglaubliche übersinnliche Fähigkeiten hatte und von den Leuten wahrscheinlich wegen ihrer billigen Aufmachung belächelt wurde oder weil sie ihnen nicht das bestätigte, was sie hören wollten. Im Rückblick wird mir klar, dass die Freundin, die als Erste ins Zelt ging, vermutlich nur deshalb sauer wieder herauskam, weil sie nicht das zu hören bekam, was sie erwartet hatte, und weil das, was die Wahrsagerin ihr stattdessen gesagt hatte, den Nagel auf den Kopf traf!
Sobald ich vor dem Zelt auftauchte, kamen meine Freunde angelaufen und wollten unbedingt wissen, was die Frau mir gesagt hatte. Ich dachte mir irgendwas aus, weil ich nicht darauf vorbereitet war, die Worte der Frau als Wahrheit anzunehmen, obwohl meine Gabe für mich ganz normal war (und noch heute ist). Irgendwie war die Bestätigung meiner Gabe durch die Wahrsagerin und ihre Bemerkung, dass ich damit vielen Menschen helfen würde, zu viel für mich und ich wollte es nicht unbedingt brühwarm in die Welt hinausposaunen. Heutzutage erlebe ich ähnliche Reaktionen bei Menschen, denen ich Readings gebe, wenn die gechannelte Information von ihrem gegenwärtigen Selbstbild zu sehr abweicht. Doch damals hatte ich keinen Schimmer, wovon die Wahrsagerin eigentlich redete, und auch wenn ihre Botschaft mich zutiefst beeindruckte, behielt ich sie lieber für mich.
Der Einfluss meiner Großmutter
Nach diesem Erlebnis in Blackpool wurde meine Neugier auf meine Großmutter Nan Frances geweckt. Ich wusste zwar, dass sie zu Hause Konsultationen als Medium abgehalten hatte, doch bisher hatte ich ihre Tätigkeit nicht mit der der Wahrsagerin in Blackpool in Verbindung gebracht – bis ich sah, dass beide die gleichen Tarotkarten verwendeten.
Ich erinnerte mich daran, wie öfters Leute zu meiner Großmutter kamen und geduldig am Treppenabsatz auf ihre Sitzungen warteten. Ich weiß noch, dass sie sich leise darüber unterhielten, was wohl passieren würde, wenn irgendein verstorbener Verwandter oder Bekannter durchkäme und die Verbindung zu ihnen aufnehmen würde. Doch das war der Alltag meiner Großmutter; das tat sie schon, seit ich denken konnte. Ich hatte mir noch nie ernsthafte Gedanken darüber gemacht, selbst dann nicht, als sie mich streng ermahnte, die Karten auf ihrem Kaminsims ja nicht anzurühren.
Eines Tages bekam ich die Chance, bei einer Sitzung meiner Großmutter dabei zu sein. Ich war von Zuhause ausgezogen, um über hundert Meilen weiter weg in Hertfordshire mein eigenes Leben zu beginnen. Meine Freundin Sue, die wie ich in Redditch aufgewachsen war, und ich fuhren gerade auf einen Besuch nach Hause, als wir uns spontan entschlossen, einen Abstecher zu meiner Großmutter zu machen. Nan begrüßte uns herzlich und forderte uns plötzlich auf, an dem runden Tischchen in der Ecke des Zimmers mit Blick auf den Garten Platz zu nehmen. Sobald wir uns alle hingesetzt hatten, sah Nan Sue direkt in die Augen und sagte: »David ist wegen dir hier.« Sie machte eine Pause und las Sue die Karten.
Auch wenn Sue und ich eng befreundet waren, wusste ich nicht viel über ihre Familie. Ich wusste nur, dass sie eine Schwester hatte und mit ihrer Mutter nicht klarkam, was auch einer der Gründe gewesen war, weshalb sie nach Hertfordshire gezogen war. Später verriet Sue mir, dass David ihr Vater war, der vor ein paar Jahren gestorben war. Das hatte ich nicht gewusst. Es war das erste Mal, dass ich sah, zu was Nan Frances fähig war, und ich staunte über die starke Energie, die ich während dieser Erfahrung spürte.
Ein paar Wochen später war ich an der Reihe. Ich besuchte wieder einmal meine Großmutter. Unvermittelt sagte Nan: »Lisa, ich muss dir die Karten lesen.« Natürlich weckte das meine Neugier und so ließ ich es zu. Dann sagte sie etwas, das ich erst viel später verstehen sollte: »Wenn ich meinen eigenen Tod sehe, höre ich auf.«
Wir setzten uns an den runden Tisch. Diesmal ließ Nan mich die Karten mischen. Das verwirrte mich – Sue hatte das nicht getan, warum also forderte Nan nun mich dazu auf?
Heute weiß ich, dass Nan ein Reading die Zukunft betreffend mit mir abhalten wollte und sich alle Informationen, die sie empfing, durch die Tarotkarten bestätigen lassen wollte. Dies ist eine gängige Praxis bei Readings. Sues Sitzung war nicht übersinnlich gewesen, sondern sollte ihr nur eine direkte Nachricht von ihrem verstorbenen Vater übermitteln, bei der meine Großmutter als »Medium« diente (daher kommt der Begriff). Da Nan bei der Sitzung mit Sue mit einer anderen Art von Energie gearbeitet hatte – der eines erscheinenden Geistes –, hatte sie für Sue keine Tarotkarten gebraucht.
Das zeigt den Unterschied zwischen den Arbeitsmethoden der Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten (psychics) und der Medien. Bei einer übersinnlichen Sitzung kann der Hellseher durch Anwendung seiner Intuition und seines inneren Wissens zukünftige Vorfälle und Situationen voraussehen. Wie ich schon erwähnt habe, sind wir alle übersinnlich und haben alle Zugang zu diesem Wissen. Manchmal wird es »weibliche Intuition« genannt, manchmal auch »inneres Wissen«. Es ist das, was passiert, wenn man mit sich selbst im Gleichgewicht ist und auf sein höheres Selbst hört.
Ein Medium hingegen ist der oder die »Vermittler(in)« zwischen zwei verschiedenen Ebenen. Ein Medium ist so etwas wie ein Radioempfänger, und die Geister sind die DJs, die das Medium dazu benutzen, ihre Nachrichten dem Menschen zu überbringen, für den die Sitzung abgehalten wird. Das Medium muss den Radioempfänger richtig einstellen und sichergehen, dass er mit dem richtigen Sender verbunden ist, damit die Botschaft so klar und korrekt wie nur möglich empfangen wird. Alle Medien neigen zu übersinnlichen Fähigkeiten, während Hellseher nur selten Medien sind. Medien wenden keine Tarotkarten, sondern andere Mittel an – zum Beispiel berühren sie einen persönlichen Gegenstand des Verstorbenen, der ihrer Klientin nahestand, berühren die Hand des Klienten oder etwas anderes.
Meine Großmutter forderte mich also auf, die Karten zu mischen und das Deck in drei Stapel zu teilen. Im Gegensatz zur Kartenleserin in Blackpool war es ihr egal, mit welcher Hand ich das tat, was mich noch mehr verwirrte. Dann sagte Nan Frances mir, ich solle einen Stapel auswählen, den ich mir nicht ansehen wollte, und ihn beiseitelegen. Als ich das hörte, überkam mich eine gewisse Panik: Was ist, wenn ich den falschen Stapel aussuche? Verschenke ich dann meine Zukunft an ein schlechtes Kartenset? Oh Gott, was für eine schwere Entscheidung ... Diese Verunsicherung gefiel mir gar nicht, doch ich tat, was mir die Kartenlegerin damals in Blackpool geraten hatte. Ich hörte auf mein Gefühl und vertraute meinem Instinkt (auch wenn ich darauf fieberte, mir alle Karten anzusehen).
Als Nächstes bat Nan mich, den Stapel auszusuchen, mit dem ich zuerst arbeiten wollte, und den, mit dem ich mich später beschäftigen wollte. Das fiel mir leichter, da ich ja wusste, ich würde beide Kartensets zu sehen kriegen.
Ich fragte Nan, warum ich mir den beiseitegelegten Stapel nicht ansehen sollte. »Das ist deine Vergangenheit, und die kannst du nicht mehr ändern«, antwortete sie. »Die anderen beiden Stapel stehen für Gegenwart und Zukunft. Darauf wollen wir uns konzentrieren.«
Ich kann also die Ereignisse, die in den Karten stehen, noch ändern?, fragte ich mich überrascht.
Anscheinend hatte sie meine Gedanken gelesen, denn sie sagte: »Nein, vorherbestimmte Ereignisse kann man nicht ändern. Diese Ereignisse wurden längst beschlossen, damit du im Leben deine Lektionen lernst, aber du hast trotzdem einen freien Willen. Dieser freie Wille ermöglicht es dir, deine Lektionen entweder zu lernen oder nicht zu lernen. Aber wenn bestimmte Situationen eintreffen sollen, dann wird das auch geschehen.«
Damit begann die Sitzung. Ich musste sofort an meinen Freund denken – war er »der Richtige«? Und ich dachte an die Arbeit, die ich zu der Zeit machte – würde es noch einen anderen Beruf für mich geben? Würde ich jemals als Sängerin Karriere machen? Im Rückblick waren meine Fragen und Sorgen belanglos und egoistisch, doch damals waren diese Dinge mir wichtig. Ich brauchte Antworten auf meine Fragen.
Als die Sitzung zum Ende kam, sah Nan erst mich an und dann über mich hinweg, genauso wie die Kartenleserin aus Blackpool es getan hatte. Wie kommt es, dass Hellseher mich anstarren und dann auf irgendeinen Punkt hinter mir schauen?, wunderte ich mich.
»Über deinem Kopf leuchtet das lila-gelbe Licht«, stellte Nan fest.
Ich blickte fragend auf. Was für ein Licht? Es war mir noch nie aufgefallen. Doch sie erklärte es nicht näher, sondern sagte nur, sie wisse, dass ich auf bestimmte Fragen Antworten brauchte. Dann beantwortete sie meine wichtigsten Fragen. Nein, mein Freund sei nicht der Richtige für mich. Und ja, ich würde meinen Beruf wechseln.
Jetzt, da die alltäglichen Fragen beantwortet waren, war der Zeitpunkt gekommen, mir die Dinge zu sagen, die ich nicht hören wollte. Doch vorher gab sie mir die sanfte Warnung, dass es sich um Informationen handelte, die ich wissen müsste, und dass ich gut zuhören sollte.
Als Erstes eröffnete sie mir, ich würde berühmt werden. Na ja, wenn wir jung sind, hören wir alle gern, dass wir berühmt werden, weil die Filme und Zeitschriften uns glitzernden Glamour vorgaukeln. Aber ich wollte eigentlich nur singen. Deswegen hoffte ich, sie meinte einen Plattenvertrag in baldiger Zukunft. Doch wie weit war ich von der Wahrheit entfernt! Nan sagte, ich würde für meine Arbeit bekannt werden, und dass ich dasselbe tun würde wie sie. Ich würde ihre Arbeit fortsetzen, aber ich würde dabei auf der Bühne stehen und vor Tausenden von Menschen auf der ganzen Welt als Medium arbeiten.
Damals war ich geschockt zu erfahren, dass meine berufliche Zukunft daraus bestehen sollte. Doch heute kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen. Zum Glück verschwand meine Oberflächlichkeit schon bald nach dieser ersten Sitzung. Das geschah durch mehrere Umstände, die mein ganzes Leben veränderten. So erkrankte ich zum Beispiel an Krebs und wurde eine alleinerziehende Mutter. (Diese und zahlreiche andere Erfahrungen, die meinen Weg geformt haben und zu meiner Tätigkeit geführt haben, schildere ich in meinem ersten Buch Life Among the Dead.)
Heute bin ich zwar fest »in der Industrie«, wie die Arbeit in Hollywood genannt wird, doch es geht mir dabei immer noch nicht um Glitzer und Glamour. Wie vorausgesagt besteht meine Tätigkeit darin, anderen zu helfen, sich selbst zu heilen, während sie sich mit ihrer Reise durchs Leben und durch den Tod anfreunden.
Der Beginn meiner Arbeit
Erst nach dem Tod meiner Großmutter fing ich als professionelles Medium an zu arbeiten. Da Nan mich nicht in der Weiterentwicklung meiner Gabe trainiert hatte, war ich ganz auf mich gestellt, als ich Sitzungen für andere anbot. Glücklicherweise schlug mir eine Freundin, die einen besseren Geschäftssinn hat als ich, vor, eine Sitzung für sie abzuhalten und als Honorar 20 Pfund zu berechnen, was ungefähr 28 Euro entspricht.
Ein Satz, den meine Großmutter gesagt hatte, ist mir bis heute geblieben: »Vertraue immer auf dein Bauchgefühl – es wird dich nie täuschen.« Die Kartenlegerin aus Blackpool hatte dasselbe gesagt. Es ist ein starkes Mantra, das ich auch meinen Schülern, die ihre eigenen übersinnlichen Fähigkeiten entwickeln wollen, mit auf den Weg gebe.
Als ich erwachsen wurde, akzeptierte ich endlich, dass meine übersinnlichen Fähigkeiten und meine Gabe als Medium ein Teil von mir sind, den ich nicht ändern kann und vor dem ich mich auch nicht verstecken kann. Allmählich begann ich, sie anzunehmen, aber es war kein einfacher Prozess. Ich wurde von Freunden (und in geringerem Maße auch von meinen Verwandten) unterstützt, die mich dazu drängten, endlich hauptberuflich als Medium zu arbeiten – und der Welt zu verkünden, wer ich bin und was ich tue.
Sobald ich als professionelles Medium anfing, stellte ich (zu meinem Erstaunen) fest, dass immer mehr Menschen meine Tätigkeit anerkannten. Der Arbeit als Medium haftete kein negativer Beigeschmack mehr an. Sie war nicht länger etwas, das man in zugehängten Zelten und hinter verschlossenen Türen heimlich tat. Man brauchte auch nicht mehr ein gewisser Typ in einer bestimmten Aufmachung zu sein, um die Gabe zu praktizieren. Und man brauchte sich ihrer auch nicht mehr zu schämen.
Im Rückblick war diese neue Einstellung eine sehr befreiende Erfahrung für mich – zu wissen, dass ich nicht so sein musste, wie die Leute es vielleicht von mir erwarteten, wenn sie wegen einer Sitzung zu mir kamen. Ich war jünger, ich war ein bisschen durchgeknallt, ich war gut drauf und ich sah vollkommen normal aus. Außerdem integrierte ich meine übersinnlichen Fähigkeiten in den Alltag. Da ich ein kleines Kind hatte, erlebten mich die Leute beispielsweise als eine Frau mit den typischen Belangen einer Mutter. Mein Leben und meine Arbeit waren nicht in die Kategorien normal und »hexig« unterteilt, wie es früher der Fall war, als Medien noch einen »Deckmantel« brauchten. Da es vollkommen unnötig war, meine Identität zu verbergen, konnte ich mich einer ganz neuen Form der Integrität erfreuen.
Bei den vielen Sitzungen machte ich noch eine weitere Entdeckung: Je mehr ich mit meiner Gabe arbeitete, umso stärker wurde sie. Genauso wie die Spannbreite der Stimmbänder zunimmt, je mehr man singt, wurden die Informationen klarer und flossen leichter, je mehr Sitzungen ich abhielt. Anfangs machte ich Zukunftsvoraussagungen, doch dann entwickelten sie sich zu Readings, in denen ich als Medium fungierte. Beides machte mir Spaß und tut es auch jetzt noch.
Wie ich herausfand, gibt es unterschiedliche Energien, mit denen ich arbeiten kann, je nachdem, ob ich die Zukunft voraussehe oder eine Nachricht aus dem Jenseits überbringe. Ich sehe beides so, als würde ich zwei verschiedene Treppen hinaufsteigen: Entweder gehe ich die hellseherische Treppe hinauf, um für das Schicksal und die Zukunft eines Menschen offen zu werden, oder ich gehe die Treppe des Mediums hinauf, um mich für die spirituelle Welt zu öffnen. Die Treppe des Mediums erfordert jedes Mal mehr Energie, aber sie ist es wert, da sie die Menschen mit geliebten verstorbenen Mitmenschen kommunizieren lässt. Damit will ich nicht sagen, dass hellseherische Sitzungen nicht hilfreich wären, denn sie können in bestimmten Situationen viel Klarheit schaffen und Hoffnung bringen, doch für mich ist der Weg über das Medium weitaus befriedigender.
Manchmal stelle ich fest, dass ich mitten in einer Sitzung die Treppe wechseln muss, um empfangene Informationen zu überprüfen. Bei manchen Readings nahm ich zuerst die Treppe des Mediums und erhielt Informationen vom Geist der Verstorbenen, die ich dann auf ihre Richtigkeit hin überprüfen musste, indem ich zur anderen Treppe überwechselte. Das ist ein Vorgang, bei dem ich Informationen aus der spirituellen Welt gegenprüfe und sie mir bestätigen lasse. Es ist etwas kompliziert, aber es macht auch Spaß, vor allem, wenn eine Bestätigung kommt.
Genau das passierte, als eine Klientin namens Claire zu mir kam. Sie wollte Verbindung zu ihrer Großmutter aufnehmen, die hinübergegangen war, während Claire im Urlaub war. Deswegen hatten sie nicht mehr Abschied nehmen können. Sobald ich mit der Sitzung begann, meldete sich Claires Großmutter und bestätigte ihre Gegenwart, indem sie meiner Klientin persönliche Informationen gab, die nur sie wissen konnte. Es war eine wundervolle und sehr starke Verbindung.
Dann begann die Großmutter, Claire einige Dinge über ihr Privatleben mitzuteilen. Wie sie ihrer Enkelin sagte, war Claires Freund nicht der Richtige für sie. Sie würde ihn eines Morgens nach dem Aufwachen ansehen und nur sagen: »Ich liebe dich nicht mehr. Wir sollten uns trennen.« Es müssten dann zwar noch ein paar Dinge geordnet werden, doch nach der Trennung würde sich Claire viel glücklicher fühlen.
Als ihre Großmutter die Verbindung beendet hatte und auch unsere Sitzung sich ihrem Ende näherte, gestand Claire mir, dass die Botschaft sie etwas verwirrte. Wie sie sagte, entsprach eine Trennung, wie ihre Großmutter sie vorausgesagt hatte, eigentlich nicht ihrem Wesen. Ihre Bemerkung veranlasste mich, mir ihr Leben näher anzusehen und die Fakten mithilfe einer hellseherischen Sitzung abzuklären. Ich bat meinen Geistführer, mich mit Claires Geistführer in Kontakt zu bringen und mir nähere Informationen zu übermitteln. Die Energie veränderte sich und ich spürte jenes leichtere Gefühl, das sich oft bei einer hellseherischen Sitzung einstellt. Und dann strömten die Informationen.
Mein Geistführer zeigte mir eine Vision, in der Claire Koffer und Kisten packte, doch es waren eindeutig nicht Claires Koffer. Wie sich herausstellte, sah ich die Szene, in der Claires Freund auf ihre Aufforderung hin auszog und sie ihm beim Packen half. Ich konnte auch einen Zeitrahmen erkennen, in dem all das geschehen würde. Die Vision entsprach genau dem, was ihre Großmutter vorausgesagt hatte.
Achtzehn Monate später begegnete ich Claire zufällig beim Einkaufen. Sie erzählte mir, was sich seit unserer Sitzung in ihrem Leben verändert hatte. Was ihre Großmutter und mein Geistführer vorausgesagt hatten, war eingetreten: Claire hatte ihren Freund gebeten auszuziehen und war jetzt viel glücklicher, genau so, wie ihre Großmutter es vorausgesehen hatte.
Wie ich meine Gabe heute nutze
Mittlerweile arbeite ich seit vielen Jahren als Medium und kommuniziere beinahe täglich mit dem Jenseits. Im Gegensatz zu damals, als ich noch ein Kind war, ist es heute meine freie Entscheidung, offen dafür zu sein und es zuzulassen, dass Geister durch mich Nachrichten an geliebte noch lebende Menschen übermitteln. Klipp und klar ausgedrückt: Ich spreche mit den Toten!
Das ist nichts anderes als das, was schon in vielen Filmen und Fernsehsendungen über Hellseher und Medien berichtet wurde – darunter Ghost Whisperer, Medium, Der sechste Sinn und Ghost – Nachricht von Sam und viele andere. Der einzige Unterschied ist, dass ich es wirklich tue. Ich kommuniziere und gebe Botschaften der Liebe, des Trostes, der Hoffnung und der Heilung von geliebten Menschen weiter, die ins Jenseits übergegangen sind.
Mein Weg war kein einfacher. Selbst heute noch kommen mir manchmal Zweifel, aber ich liebe das, was ich tue. Unterwegs musste ich viele Lektionen des Lebens lernen und ich habe immer noch nicht ausgelernt. Es ist ein Lernprozess, den Sie besser verstehen werden, wenn Sie das Buch gelesen haben. Während ich mich weiterentwickle, erstaunen mich die verstorbenen Seelen immer wieder aufs Neue und lockern das Ganze auf, indem sie irgendetwas Unerwartetes bringen. So weiß ich nie, was dabei herauskommt. Das ist auch der Grund, warum ich meine Klienten vor jeder Sitzung frage: »Wollen Sie (wirklich) alles wissen?«
Für mich ist die Arbeit als Hellseherin und Medium ein Traumjob. Ich finde es wundervoll, die Gelegenheit zu bekommen, Menschen zu helfen, den Verlust eines geliebten Angehörigen zu verarbeiten, ihnen die Chance geben zu können, Abschied zu nehmen, bei der Lösung eines Rätsels oder der Aufklärung eines Mordes zu helfen oder auch einfach nur zwei Seelen miteinander in Verbindung zu bringen und ein Gespräch zwischen ihnen zu ermöglichen. Häufig werde ich gefragt: »Empfinden Sie Ihre Fähigkeit als Geschenk oder als Fluch?« Dann muss ich lachen. Für mich ist sie immer ein Geschenk – ein Geschenk, ohne das ich mir mein Leben gar nicht mehr vorstellen kann.
Kapitel 2
Skeptiker und Zyniker
Vielleicht haben Sie schon mal einen Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten oder ein Medium aufgesucht. Vielleicht haben Sie eine solche Erfahrung auch noch nie gemacht. Wie auch immer – es kann Ihnen so gehen wie vielen Menschen, die die Echtheit des Kontakts mit der spirituellen Welt anzweifeln und sich fragen, was es bringt, dieses Buch zu lesen. Dazu sage ich: Lassen Sie sich durch Ihre Überzeugung oder Meinung nicht davon abhalten, sich mit den Chancen auf Wachstum und Heilung zu befassen. Eine offene Einstellung kann sich unendlich lohnen.
Die unterschiedlichen Reaktionen
Jeder hat andere Gründe, warum er Verbindung mit dem Jenseits aufnimmt, und die Reaktion des Einzelnen fällt je nach der Botschaft, die er empfängt, anders aus. Die meisten Leute holen sich das aus der Kommunikation, was sie gerade brauchen. Sie nehmen nur das auf, was ihnen zum jetzigen Zeitpunkt hilft. Es kann sein, dass sie die ganze Botschaft erst später begreifen oder sich irgendwann wieder daran erinnern und sie erst dann für ihren Heilungs- und Entwicklungsprozess nutzen können. Andere nehmen die gesamte Information bereitwillig an und verstehen, dass sie einen tieferen Sinn hat.
Wiederum andere kommen wegen eines Readings zu mir und sind unsicher, was sie von der erhaltenen Mitteilung halten sollen. Sie sind skeptisch oder haben möglicherweise sogar eine zynische Einstellung, die es ihnen schwermacht, das anzunehmen, was ich als Tatsache akzeptiere. Dieses Kapitel befasst sich mit ihren Reaktionen, denn ich halte es für wichtig, ohne Umwege auf die realen Reaktionen der Leute einzugehen und den Lesern meine Sicht verständlich zu machen.
Skeptiker und Zyniker unterscheiden sich von anderen durch die Frage »Woher wissen Sie das?« oder etwas in dieser Art. Manchmal halte ich ein Reading für jemanden, der nur gekommen ist, um mit eigenen Augen zu sehen, ob meine Tätigkeit echt ist.
Ich erinnere mich vor allem an einen bestimmten Klienten, der mich verwirrt ansah, als ich sagte: »Ihr Großvater Arthur ist hier.« Er fragte prompt in herausforderndem Ton: »Woher wissen Sie, dass mein Großvater Arthur hieß?« Statt zu akzeptieren, dass sein Großvater tatsächlich da war und ihm eine Nachricht übermitteln wollte, hinterfragte der Mann mein Wissen. Er war misstrauisch und dachte, ich hätte die Information von jemand anderem als seinem Großvater erhalten. Dieser Klient war mehr daran interessiert, mich auszufragen, als die Gelegenheit der Sitzung zu nutzen.
Obwohl Skeptiker ihre Zweifel haben, trauen sie ihren Zweifeln nicht ganz und sind daher zumindest offen – im Gegensatz zu Zynikern, die eine festgefahrene Meinung haben. Selbst wenn ich einem Zyniker beweisen würde, dass meine Arbeit ganz real ist, könnte ich seine Meinung nicht ändern. Die Zyniker, mit denen ich bisher zu tun hatte, wollen den absoluten Beweis, wie zum Beispiel Vor- und Nachnamen, Adressen und Telefonnummern, so als würden diese Daten die Botschaften, die ich für sie empfange, auf irgendeine Weise »real« machen. Wenn ich ihnen dann die Info gegeben habe, die sie wollen, versuchen sie zu beweisen, dass ich mir vor ihrem Reading die Informationen aus dem Internet geholt habe!
Zum Glück sind die meisten Leute, die von mir ein Reading wollen, offen dafür, darunter auch Menschen mit einer anderen Überzeugung (einem Thema, mit dem ich mich im nächsten Kapitel befassen werde). Auch wenn sie anfangs ein wenig ungläubig sind, macht mir das nichts aus ... solange die Informationen, die sie erhalten, ihnen auf ihrer Reise durchs Leben weiterhelfen. Das ist der Hauptzweck meiner Sitzungen: Den Menschen zu helfen, innerlich zu wachsen und weiterzukommen. Die Wahrheit ist: ich kommuniziere mit dem Jenseits und gebe das Wissen weiter, das ich von den verstorbenen Seelen erhalte – nicht meine eigenen Überzeugungen oder Interessen.
Ich halte es für wichtig, das Thema Zweifel und Glaube jetzt anzusprechen, bevor Sie weiterlesen, denn es gibt viele Skeptiker, Zyniker und Nichtgläubige, die dieses Buch oder meine Fähigkeiten im Handumdrehen kritisieren werden. Ich hatte mein ganzes Leben lang mit ihnen zu tun. Tatsache ist, ich habe sogar mit ihnen gelebt.
Doch vorher möchte ich untersuchen, wie wir überhaupt unsere Meinung über das Leben nach dem Tod und alles Spirituelle bilden.
Kindheit und Glaube
Wir alle werden von den Meinungen unserer Mitmenschen beeinflusst. Das fängt schon in einem sehr frühen Alter an. Als Mutter will ich, dass mein Sohn mit seinen eigenen Überzeugungen aufwächst, doch mir ist klar, dass meine Handlungen und die Dinge, die ich mag oder ablehne, ihn beeinflussen. Das lässt sich unmöglich verhindern.
Als Kleinkinder wurden wir alle von unseren Eltern und anderen Menschen in unserer Umgebung geformt. Sie hatten feste Meinungen und sprachen sie auch aus, oft mit starken Emotionen verbunden. Folglich lernten wir, was »richtig« und was »falsch« ist. Wir glaubten, was die Erwachsenen sagten, sei richtig, weil sie uns umsorgten und weil wir keinen Grund hatten, es nicht zu glauben.
Ich weiß noch, wie ich meinem Vater und Großvater zuhörte, die sich jeden Sonntagnachmittag über Politik stritten. Und auch wenn ich ihren hitzigen Diskussionen darüber, welche Partei das Land besser regieren könnte, nicht wirklich zuhörte, übernahm ich ihre Sichtweisen. Wenn ich dann andere Leute über Politik reden hörte, stellte ich fest, dass ich schon eine Meinung hatte, die auf dem beruhte, was ich die Woche davor während einer dieser Familiendiskussionen gehört hatte.
Was das Thema Leben nach dem Tod betrifft, so haben Erwachsene häufig ihre feste Meinung darüber. Das kann bei Kindern zu Verwirrung führen. Da kleine Kinder die reinsten Schwingungen haben und noch nicht von den Wertvorstellungen anderer Menschen voreingenommen sind, sind sie naturgemäß offen für die Welt der Geister und des Jenseits. Sie müssen ihre eigene Meinung erst noch entwickeln und sind noch unschuldig und rein. Sie suchen sich ihren Weg in dieser Welt und können sich noch wundern – eine Fähigkeit, die Erwachsenen abhandengekommen ist.
Da ihre Wahrnehmung noch so unverzerrt ist, erinnern sich Kinder häufig an ihre früheren Leben und an Dinge, die sich vor ihrer Wiedergeburt im Jenseits ereignet haben. Es kann sogar sein, dass sie sich noch an ihre Gespräche mit Gott und an andere Unterhaltungen erinnern, die vor ihrer Geburt stattgefunden haben. Kleinkinder weisen häufig Wissen und Weisheiten auf, die wirklich tiefgründig sind und über deren Ursprung wir uns wundern. Der Grund dafür: Kinder sind noch sehr stark mit ihrer Seele im Einklang, und die Seele hat das Wissen, das wir alle brauchen.
Auch betrachten Kinder Situationen aus einem eindeutigen Blickwinkel. Sie sehen keine Grauzonen, weil sie über nichts urteilen. Erst wenn wir urteilen, drücken wir anderen unsere eigene Sichtweise auf. Beispielsweise fragte mein Sohn Charlie vor kurzem, warum eine Freundin von mir traurig war. Also sagte ich ihm die Wahrheit: Dass meine Freundin mit einem Mann verheiratet ist, der sie sehr traurig macht, und dass sie nicht weiß, was sie tun soll.
»Das ist doch ganz einfach«, meinte Charlie. »Sie sollte ihn verlassen und jemanden finden, der sie wieder glücklich macht.« Ich sagte ihm, dass es nicht so einfach ist, weil meine Freundin und ihr Mann Kinder haben. Doch für meinen Sohn war das kein Hindernis.
»Mommy, wir leben doch auch zusammen. Dann können ihre Kinder doch auch bei ihr leben«, entgegnete er, ohne ein Urteil zu fällen oder sich Sorgen um finanzielle Probleme oder das Auseinanderbrechen der Familie zu machen. Für ihn gab es bei der Lösung keine Grauzonen; die einfache Entscheidung lautete so oder so. Manche mögen das als eine unverantwortliche Einstellung für einen Erwachsenen ansehen, aber nach der Trennung von meinem Partner schlugen Charlie und ich genau den Weg ein, den mein Sohn vorausgesagt hatte – letztendlich waren alle anderen Sorgen nicht annähernd so wichtig wie der Wunsch, in unserem jetzigen Leben glücklich zu sein.
Jedes Kind wird uns direkt von der Quelle geschickt, die im Jenseits ist, an dem Ort, von dem wir alle stammen. Auch wenn die menschliche Hülle neu ist, ist die Seele, die in diesem Körper wiedergeboren wird, häufig uralt. Unsere Kinder haben schon früher auf der Erde gelebt und bringen aus der spirituellen Welt das Wissen mit, das wir brauchen, um viele Situationen – wie zum Beispiel aufgebrachte Provokationen oder Gefühlsausbrüche und sogar Streitigkeiten und körperliche Gewalt – zu überwinden.
Jeder von uns kommt mit einer Aufgabe oder Lektionen, die er lernen muss (und auf die ich in späteren Kapiteln näher eingehen werde), auf die Erde, aber es gibt auch Kinder, die die wundervolle Gabe der Spiritualität und des Heilens mitbringen. In letzter Zeit wurden mehrere Bücher über solche Kinder geschrieben. Sie werden »Indigokinder« oder »Kristallkinder« genannt und ihnen wird die besondere Fähigkeit zugesprochen, die Evolution der Menschheit auf unserem Planeten Erde zu fördern. Solche Seelen haben ihr Wissen aus der Zeit im Jenseits im Bewusstsein behalten und wissen, welche Lektionen sie hier auf Erden lernen sollen. Doch sogar diese Kinder sind manchmal nicht in der Lage, ihr Wissen anderen mitzuteilen, da sie noch zu jung sind, um die richtigen Worte dafür zu kennen.
Aufgrund ihrer Nähe zur Quelle sind die Schwingungen der Kinder höher als bei Erwachsenen. Säuglinge haben auf der Schädeldecke eine weiche Stelle, an der die Knochen noch nicht zusammengewachsen sind. Dadurch liegt das Scheitelchakra noch offen. Es ist das Chakra der Intuition und des spirituellen Wissens und zugleich eine direkte Verbindung zur spirituellen Welt. Deshalb können viele Babys, Kleinkinder und jüngere Kinder Geister spüren und sehen. Manchmal haben sie auch Fantasiefreunde, bei denen es sich um Seelen handeln kann, die sie im Jenseits kannten und die noch mit ihnen in Kontakt stehen.
Wie Mütter beobachten können, schauen ihre Säuglinge manchmal auf eine bestimmte Ecke im Raum, so als würden sie mit jemandem kommunizieren, den niemand sonst sehen kann. Wenn die Mutter dann zur Stelle geht, auf die ihr Kind gestarrt hat, spürt sie möglicherweise einen kalten Lufthauch, der sie schaudern lässt. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Säugling einen Geist gesehen hat, dessen Gegenwart eine unerwartete Abkühlung der Luft hervorruft, ähnlich wie wenn man die Kühlschranktür öffnet.
Ein weiteres Mittel, mit dem Kinder uns ihre Verbindung zum Jenseits zeigen, ist, wenn sie sich einen anderen Namen als ihren Taufnamen geben. Im Jenseits haben wir alle einen Namen, unter dem unsere Seele bekannt ist. Es ist daher nicht ungewöhnlich für ein Kind, auf seinem ursprünglichen Seelennamen zu bestehen. Im Alter zwischen drei und fünf Jahren beharrte mein Sohn Charlie zum Beispiel darauf, Sam genannt zu werden. Ich hatte zwar keine Ahnung, warum ausgerechnet Sam, doch ich konnte es nachvollziehen, da ich als Kind immer Victoria gerufen werden wollte.
Eines Tages, als Charlie so offen für eine Unterhaltung war, wie es seinem normalen Typus entspricht, fragte ich ihn, warum er Sam genannt werden wollte. »Mommy, das war doch mein Name im Himmel«, antwortete er, was mich regelrecht umhaute. »Charlie klingt komisch«, eröffnete er mir. »Ich will lieber Sam heißen.«
Im selben Gespräch fragte ich meinen Sohn, ob er sich noch an irgendwas anderes im Himmel erinnern könne, und er sagte: »Ja, Mommy. Gott hat mir gesagt, ich soll zu dir kommen und mich um dich kümmern, weil Daddy dich nicht geliebt hat und du mehr Liebe brauchst.« Das überraschte mich noch mehr. Durch seine Worte wurde mir klar, dass ich dazu bestimmt war, als alleinerziehende Mutter zu leben und Probleme mit Männern durchzumachen ... aber das ist eine ganz andere Geschichte!
Ich konnte der Namenswahl meines Kindes nichts entgegensetzen, und so ließ ich ihn zwei Jahre lang seinen anderen Namen behalten. Er unterschrieb die Karten zum Muttertag und zum Geburtstag immer mit »In Liebe Dein Sam«. Irgendwann nahm er seinen Taufnamen Charlie von alleine wieder an, wahrscheinlich weil er sich mittlerweile daran gewöhnt hatte.
*
Spiritualität kann Kinder stark verwirren, wenn die Erwachsenen um sie herum sie nicht bestätigen. Die Jungen und Mädchen tun sich oft schwer mit ihrem Wissen und ihren Überzeugungen, vor allem, wenn diese im Widerspruch zu dem stehen, was ihre Eltern oder andere Autoritätspersonen ihnen erzählen. Häufig werden Kinder gar nicht gehört, wenn sie etwas aus ihrem angeborenen spirituellen Wissen heraus sagen. Genau das ist mir passiert, als ich klein war. Deswegen kenne ich die seelischen Qualen, die dadurch entstehen können.
Egal wie Sie über dieses Thema denken – es ist unheimlich wichtig, Kindern mit Respekt zu begegnen, wenn sie ihre Überzeugungen zum Ausdruck bringen. Schließlich sind Kinder noch näher an der Quelle als wir Erwachsene; es lohnt sich daher wirklich, auf ihre Gedanken und Erfahrungen zu hören. Vergessen Sie dabei jedoch nicht, dass Kinder möglicherweise ihre Empfindungen abblocken, um jegliche Verbindung zum Geist abzuschneiden, aus Angst vor negativen Reaktionen und um die Erwachsenen um sich herum nicht zu beunruhigen. Es kann daher eine Weile dauern, bis sie über ihre Erlebnisse sprechen. Deshalb ist es so wichtig, den Kommunikationsweg offenzuhalten und ihnen zuzuhören, ohne sie anzuzweifeln oder in eine Schublade zu stecken.
Wenn wir heranwachsen, ändert sich unsere Meinung über vieles, weil die Gesellschaft uns beeinflusst. Andererseits bleiben manche trotz der gesellschaftlichen Einflüsse offen für den Geist, und wenn ein Kind die ersten acht Jahre lang dafür offen bleibt, besteht eine gute Chance, dass es zu einem spirituell sehr begabten Erwachsenen heranwächst.
Mein Bruder Christian hörte als Kind ständig Geister und redete mit ihnen. Er war extrem offen dafür und hätte diese Gabe weiterentwickeln können, wenn er es zugelassen hätte. Doch heute ist er einer der stärksten Skeptiker, die ich kenne.
Am Morgen nach dem Tod unseres Großvaters stand mein Bruder völlig aufgelöst vor dem Haus der Großeltern. Ich beruhigte ihn und fragte ihn, was mit ihm los sei, abgesehen von der Trauer über den Verlust. Er antwortete ängstlich und verwirrt: »Ich habe ihn gerade gehört. Er hat mit mir gesprochen und das macht mich total fertig.«
Ich verstand, was Christian meinte: Großvater war gekommen, um sich zu verabschieden, was ganz typisch für ihn war. Mich überraschte dabei nur, wie mein Bruder darauf reagierte. Es machte ihm große Angst, von unserem Großvater beim Übergang eine Abschiedsbotschaft bekommen zu haben. Ich weiß nicht, ob mein Bruder jemals bereit sein wird zu akzeptieren, dass es wirklich passiert ist. Aber es ist passiert.
Die Zyniker unter uns
Trotz des Blickwinkels, den wir als Kinder haben, können viele Erwachsene die Realität der Kommunikation mit dem Jenseits nicht mehr annehmen. Leider verdrängen sie das Thema allzu gern und verneinen die Tatsache bis zum Gehtnichtmehr. Solche Leute sind nicht bereit, die unbegrenzten Möglichkeiten des Universums zu erkennen, und dadurch werden sie dem Leben gegenüber zynisch.
Zyniker glauben alles Mögliche nicht. Ich bin bei meiner Tätigkeit als Hellseherin und Medium schon vielen Zynikern begegnet und habe sogar Sitzungen für sie abgehalten. Manchmal frage ich mich hinterher, warum ich mir überhaupt die Mühe gemacht habe. Leute wie sie wollen sich auf keinen Fall auf ihr Reading einlassen. Sie wollen nur eine Bestätigung für ihre eigene Meinung, nämlich, dass ich auf gar keinen Fall »echt« sein kann.
Einmal passierte das während einer landesweiten Fernsehsendung. Ich war zusammen mit zwei anderen Medien, John Edward und Allison DuBois, in die Oprah Winfrey Show eingeladen worden, um über Spiritualität zu sprechen und zu zeigen, dass Menschen tatsächlich mit »der anderen Seite« kommunizieren können. Jeder von uns sollte für drei Leute (aus dem Publikum) Readings abhalten. Bei meinem letzten Reading hatte ich es mit einer Frau zu tun, die eindeutig nicht daran glaubte.
Kurz vor Beginn des Readings wandte ich mich an meine Visagistin und meine Publizistin und sagte zu ihnen: »Die nächste Person möchte mit einer Vaterfigur in Kontakt treten.« Die beiden sind enge Freundinnen von mir und waren schon oft bei meiner Arbeit dabei. Sie haben meine Fähigkeiten noch nie angezweifelt und bemerkten nur: »Na ja, du musst es ja wissen!« Sie behielten Recht – und ich auch. Aber auf das, was jetzt kam, war ich nicht vorbereitet.
Ich betrat das Studio, wo mir Laura, Wissenschaftlerin und Zynikerin, vorgestellt wurde. Ich fing mit dem Reading an, und die gechannelten Informationen wurden deutlich – und nach meiner Beurteilung auch korrekt – übermittelt.
Ich ließ die Frau wissen, dass eine Vaterfigur mit ihr sprechen wolle. Sie erwiderte: »Na ja, jeder hat schließlich einen Vater. Also kann ich ebenso gut mit einer Vaterfigur reden.« An diesem Punkt unterbrach ich das Reading und fragte sie direkt, ob ihr Vater verstorben sei. Ich erklärte, dass mein eigener Vater noch lebe und dass eben nicht jeder eine Vaterfigur im Geist der Verstorbenen habe. Wie sie mir bestätigte, war ihr Vater gestorben.
Also machte ich weiter und sagte Laura, ihr Vater habe die Worte »kleines Mädchen« verwendet. »Mein Vater hat mich nie sein ›kleines Mädchen‹ genannt, obwohl ich die Jüngste von uns vier Kindern war«, gab sie verächtlich zurück. »Aber natürlich können Sie bei jeder Vater-Tochter-Beziehung von so was ausgehen. Es ist einfach gut geraten.«
Auch wenn Millionen von Zuschauern die Live-Sendung sahen und ich riskierte, zu hart zu klingen, fragte ich sie unverblümt, warum sie sich überhaupt für ein Reading gemeldet hatte, wenn sie die Informationen, die ich an sie weitergab, nicht annehmen wollte. Sie wandte sich an die Produzenten, die seitlich von der Bühne saßen, und fragte genervt: »Bin ich etwa zu skeptisch?« Natürlich beantworteten sie die Frage nicht, doch es war eindeutig, dass Laura bei ihrer Einstellung blieb.
Das Reading ging weiter. Als ich erwähnte, dass ihr Vater mir den Namen »John« durchgab, korrigierte sie mich rasch und sagte, ihr Vater habe nicht John geheißen. Stattdessen hatten ihn alle mit seinem vollständigen Vornamen angesprochen, der zwar mit John anfing, aber noch einen zweiten Vornamen enthielt, so was wie John-Roger oder John-Michael. Es klang, als würde sie sich an einen Strohhalm klammern, um ja nicht nachgeben zu müssen.
Dann sagte ich ihr, dass ihr Vater mir eine Vision von sich schickte, in der er tanzte. Es sah so aus, als würde er mit ihr tanzen. Sie verzog verächtlich das Gesicht und winkte ab. »Ich hab nie mit meinem Vater getanzt. Er war zwar ein professioneller Tänzer, aber mit mir hat er nie getanzt.«
Mittlerweile war klar, dass die Wissenschaftlerin Laura keine Informationen von mir annehmen würde – für sie stand längst fest, dass ich nicht mit dem Geist ihres verstorbenen Vaters sprach.
Leider verpassen Leute wie Laura oft die Riesenchance, Verbindung zu geliebten Familienmitgliedern aufzunehmen. Wenn sie für eine andere Sichtweise als die wissenschaftliche offen wären, könnten sie von einem Reading viele kostbare Informationen mit nach Hause nehmen. Aber stattdessen blocken sie lieber ab, indem sie krampfhaft Recht behalten und beweisen wollen, dass ich Unrecht habe!
*
Über die Jahre habe ich festgestellt, dass ich die Meinung von Zynikern nicht ändern kann. Sie beharren auf Beweisen wie zum Beispiel harten Fakten, die sie überzeugen sollen. Doch wenn Geister aus dem Jenseits mit uns kommunizieren, tun sie es meistens durch Gedankenprozesse und Visionen statt durch Fakten. Sie haben noch nicht einmal einen Mund, mit dem sie die Worte formen können. Daher klingt das, was sie uns mitteilen, dumpf und ist nur schwer zu verstehen. Ich bekomme auch nicht immer alle Wörter eines Satzes mit und kann deswegen nur die Informationen weitergeben, die ich empfange. Das ist natürlich ein gefundenes Fressen für einen Zyniker, der nur darauf wartet, undeutliche oder falsche Informationen zu erhalten.
Manchmal machen die übermittelten Informationen auf Anhieb keinen Sinn, doch wenn die Klientin und ich dranbleiben, wird die Bedeutung allmählich klar. Es gab zum Beispiel Readings, bei denen ein Geist mir einen Namen nannte, zu dem nur ich einen Bezug hatte und durch den ich daher eine Information übermitteln konnte. Ich erinnere mich an eine Frau, die zu mir kam, weil sie ihren Sohn verloren hatte und mit ihm kommunizieren wollte. Ich bekam zwar eine Verbindung zum Geist ihres verstorbenen Sohnes, aber die Vision, die ich erhielt, war das Gesicht meines Exfreunds Colin. Ich hatte keine Ahnung, warum ausgerechnet er mir plötzlich in den Sinn kam.
Während der Sitzung erhielt ich die eindeutigen Informationen, dass der Sohn bei einem Autounfall ums Leben gekommen war, und gab ihr detaillierte Fakten, die nur ihr Sohn wissen konnte. Trotzdem wollte sie noch eine weitere Bestätigung, dass es wirklich ihr Sohn war.
»Ich sehe meinen Exfreund und weiß nicht genau warum, aber ich beschreibe ihn einfach mal, um zu sehen, ob Sie einen Bezug zu Ihrem Sohn feststellen können«, erklärte ich ihr. Dann beschrieb ich ihr, wie Colin aussah, was für ein Auto er fuhr und welche Orte er gern aufsuchte. Doch sie konnte nichts davon mit ihrem Sohn in Verbindung bringen.
Plötzlich stieß der Geist ihres Sohns mich regelrecht an und sprach das Wort »Name« aus.
»Ach so, ja, mein Exfreund heißt Colin«, sagte ich hastig.
Sofort leuchtete ihr Gesicht auf. »Er hieß auch Colin!«, rief sie glücklich und aufgeregt aus. Ihr Sohn hatte den Bezug auf meinen Exfreund dazu benutzt, um mir diese wichtige Information zu liefern, die die Frau als Bestätigung brauchte, dass er wirklich da war. Tatsache ist, dass der Geist der Verstorbenen nicht immer gleich mit Logik oder Fakten ankommt. Um eine Kommunikation sinnvoll zu machen, muss man bereit sein, die gewöhnliche Erwartungshaltung aufzugeben, dass alles »eine Bedeutung haben« muss.
Skepsis: Eine gesunde und kritische Haltung
Während Zynismus ein echtes Problem sein kann, weil der Betroffene in einer starren Haltung verharrt und nicht über den Tellerrand hinaussieht, kann eine skeptische Einstellung gesund und positiv sein. Tatsächlich war ich früher (und bin es manchmal immer noch) selbst skeptisch. Ich zweifle zwar nicht daran, dass meine Kommunikation mit dem Geist der Verstorbenen real ist, denn das weiß ich – sonst würde ich meine Leser und mich selbst belügen. Aber anfangs zweifle ich immer an den Gaben, die andere zu haben behaupten. Ich weiß, es gibt da draußen Leute, die vorgeben, mit dem Jenseits verbunden zu sein, und die nur allzu gerne das schwer verdiente Geld anderer kassieren. Ich war sogar schon selbst bei ein paar dieser sogenannten Medien und habe mich während der Sitzung gefragt: Warum bin ich eigentlich hier, obwohl diese Person die Gabe ganz offensichtlich nicht hat?
Wenn ich an Skeptiker denke, fällt mir automatisch mein Vater ein. Es ist schwer zu glauben, dass er fast zwanzig Jahre lang mit mir zusammengelebt hat und schon vorher eine Frau geheiratet hatte, deren Mutter eine bekannte Hellseherin war – und trotzdem nicht an unsere Gabe glaubte. Als ich anfing, Readings abzuhalten, schüttelte mein Vater nur den Kopf und wandte sich ab. Er kam zu keiner meiner Fernsehsendungen in England und ließ sich auch nicht bei den spirituellen Kirchenversammlungen blicken, bei denen ich als Medium des Abends teilnahm.
Noch Jahre, nachdem ich meine Tätigkeit als Medium zu meinem Vollzeitberuf gemacht hatte, fragte er mich: »Wann suchst du dir endlich einen richtigen Job?« Darauf gab ich immer zurück: »Was ist denn ein richtiger Job?« Und dabei beließ ich es, da es sinnlos war, sich darüber mit ihm zu streiten.
Das erste Mal, dass er zu einem meiner öffentlichen Readings kam, war im April 2008, und das auch nur, weil er sich nicht davor drücken konnte. Wir befanden uns auf einer Kreuzfahrt auf hoher See, bei der sich alles um das Thema »spirituelle Verbindungen« drehte. Sie war von meinem Verlag Hay House organisiert worden. Wenn Dad also nicht an Land schwimmen wollte, dann musste er wohl oder übel meiner Veranstaltung beiwohnen.
Normalerweise habe ich kein bisschen Lampenfieber, doch diesmal war ich nervös, weil mein Vater unter den Zuschauern saß. Ich machte den Anfang, indem ich fragte, ob es im Saal Skeptiker gebe, und auch wenn sich viele suchend umsahen, hob keiner die Hand. Ich wartete ab. Dann zeigte ich auf meinen Vater und sagte: »Ich weiß aber, dass wir mindestens einen Skeptiker unter uns haben, und das ist mein Vater!« Alle waren schockiert, aber Dad winkte nur souverän, der Gute.
Ich zeigte nicht etwa auf meinen Vater, um ihn zu blamieren, sondern um den Leuten zu zeigen, dass es in Ordnung ist, skeptisch zu sein, nach Antworten zu suchen und sie zu hinterfragen. Wie ich den Zuschauern erklärte, hat die Skepsis meines Vaters mir beim Erwachsenwerden gutgetan. Er hatte mich immer wieder herausgefordert, als ich anfing, meine Gabe zu entwickeln, und dadurch war mir klar geworden, dass ich daran arbeiten musste, die anderen Zweifler da draußen zu überzeugen. Er brachte mich dazu, mich stärker zu bemühen, akkurate Informationen zu empfangen, statt der Banalitäten, die jeder erhalten könnte. Ich habe hart daran gearbeitet, andere zu verstehen, mit ihnen mitzufühlen, und deswegen bin ich meinem Vater für seinen unerschütterlichen Standpunkt dankbar.
Heute freue ich mich über jeden Skeptiker, der meine Vorstellung besucht oder zu einem Reading kommt, da ich weiß, dass er mich dazu bringen wird, mein Bestes zu geben. Wenn mir Menschen sagen, dass sie voller Skepsis zu meiner Veranstaltung kamen und sie voller Überzeugung wieder verlassen haben, dann frage ich immer, an welchem Punkt sie ihre Meinung geändert haben. Meistens berichten sie, dass es ein Reading war, das sie nachvollziehen konnten, oder dass sie gehört hatten, wie jemand, für den ich ein Reading abgehalten hatte, hinterher sagte, wie genau alles gestimmt hätte. Oft bestätigen die Leute erst hinterher den Wahrheitsgehalt einer Botschaft und geben erst dann zu, wie tief die erhaltenen Antworten sie beeindruckt haben.
Erst nachdem sich mein Vater meine Fernsehsendungen angesehen hatte und zu vielen Live-Veranstaltungen mitgekommen war, ließ er sich von der Echtheit meiner Tätigkeit überzeugen. Die Woche auf der Kreuzfahrt meines Verlags, in der er jeden meiner Vorträge besuchte und sogar bei mehreren Gruppenübungen mitmachte, hatte ihn noch nicht überzeugt. Er nahm dann auch an zahlreichen spirituellen Workshops anderer teil. Er machte zwar seine Hausaufgaben, blieb aber weiterhin reserviert.
Dann starb meine Großmutter – Vaters Mutter – im April 2009. Nach ihrer Beerdigung kehrten wir nachmittags zu meinem Elternhaus zurück, um etwas zur Ruhe zu kommen. Mein Bruder Christian und seine Frau Claire hatten sich hingelegt, meine Mutter ruhte sich im Wohnzimmer aus und Dad im Schlafzimmer meiner Eltern. Plötzlich stand er auf und rief: »Einen Augenblick, Mom!«
Meine Mutter ging ins Schlafzimmer und fragte ihn, was los sei. Er schüttelte verwundert den Kopf und sagte, ihm sei, als hätte seine Mutter ihn beim Einschlafen gerufen. Ihre Stimme hatte ihn geweckt. Dann merkte er, was er gerade gesagt hatte, und versuchte es zurückzunehmen: »Ach nein, das war wohl etwas, was ich im Radio gehört habe.« Meine Eltern besitzen gar kein Radio und der Fernseher war ausgeschaltet – im ganzen Haus war es vollkommen still. Anscheinend war Dads Mutter zurückgekommen, um ihn noch einmal zu sehen, und hatte im Traum Verbindung mit ihm aufgenommen, was sehr häufig vorkommt.
Ehrlich gesagt hat die Skepsis meines Vaters mich nie ernsthaft gestört. Erst im September 2009 kam er nach meiner Veranstaltung in Wellington, Neuseeland zu mir und sagte: »Jetzt glaube ich dir.« Ich war so perplex, dass mich eine Feder umgehauen hätte!
Mein Vater war bei neun Live-Veranstaltungen dabei gewesen. Er hatte die Reaktion der Zuschauer gesehen. Und er hatte Bemerkungen gemacht wie beispielsweise: »Die Sitzung, die du abgehalten hast ... die Frau hatte dir doch nichts verraten, stimmt’s? Aber du hast es trotzdem geschafft. Du hast den Kontakt zu ihrer Mutter zustande gebracht, und am Ende war die Frau richtig glücklich.« Also wusste ich, dass ich bei ihm Fortschritte machte. Als Dad sich dann endlich seine eigene Meinung über meine Arbeit bildete, nahm er sie mit offenem Herzen an.
Wie mein Vater mir erst später gestand, machte meine Gabe ihm im Grunde Angst, weil es für sie keine logische Erklärung gibt. »Du bist zwar meine Tochter und ich weiß, dass du nicht lügst«, sagte er. »Aber verstehen tue ich es trotzdem nicht. Ich weiß nur, dass du den Leuten Trost und Hoffnung schenkst, und das ist ein kostbares Geschenk. Also machst du deinen Job richtig.«
Der Umgang mit Skeptikern –
einschließlich mit mir selbst!
Mit einem Skeptiker zusammenzuleben, war als Kind schwer für mich, vor allem, da ich meine Gabe und Fähigkeiten selbst nicht verstand. Dennoch halte ich es für gut, wenn jeder von uns hinterfragt, was wahr ist und was nicht, und ich glaube, wir müssen uns jeder unsere eigene Meinung darüber bilden, was wir glauben sollten und was nicht. Das trifft sogar auf mich zu – auch wenn ich ein professionelles Medium bin, behalte ich mir eine gewisse Skepsis vor, wenn ich von jemand anderem auf meinem Gebiet ein Reading erhalte.
Am Anfang meiner beruflichen Karriere suchte ich eine Frau auf, die mir statt wirklich nützlicher Auskünfte das erzählte, was sie für meine Zukunftswünsche hielt. Ich fühlte mich um mein Geld betrogen und diese Erfahrung machte mich misstrauisch. Irgendwann kam ich jedoch darüber hinweg und ging zu einem anderen Medium, das mir besser weiterhelfen konnte. Diese Frau nannte mir Details aus meinem damaligen Leben und aus meiner Vergangenheit. Die Dinge trafen alle absolut zu, so dass ich ihren Auskünften trauen konnte. Als sie mir dann meine Zukunft voraussagte, war ich offen für ihre Informationen.
Manchmal weiß man schon vorher, was in seinem Leben eintreffen wird, da die Ereignisse sich schon abzeichnen und man die weitere Entwicklung erkennen kann. Zu dem Zeitpunkt, an dem ich das zweite Medium aufsuchte, hatte ich eine solche Vision von meiner Zukunft gehabt und staunte, als sie das aufgriff, was ich schon selbst wusste.
Meine eigene Vision war, dass ich auf der Bühne stehen und mit einer großen Zuschauermenge kommunizieren würde. Ich liebe Musik und hatte auch schon professionell gesungen, doch ich hatte noch keine Karriere als Sängerin eingeschlagen. In meiner Vision sang ich nicht, sondern stand auf einer Bühne, redete mit den Zuschauern, brachte sie zum Lachen und sogar zum Weinen. Und dennoch war ich nicht davon überzeugt, ein professionelles Medium zu werden.
Außerdem hatte ich damals noch eine Zukunftsvision, in der ich meinen Namen auf einem Buch sah, das auf einem Regal stand. Das kam mir ziemlich seltsam vor, da ich mich in der Schule nicht für kreatives Schreiben interessiert hatte – auch wenn ich mich zu einem Leistungskurs in Englisch durchgerungen hatte, da ich dachte, er könnte mir später irgendwann nützen.
Als ich das zweite Medium aufsuchte, sagte es, ich würde auf der Bühne stehen, aber nicht so, wie ich mir das vielleicht vorstellte. Obwohl damals alle davon ausgingen, dass ich singen würde, sagte mir die Frau, ich würde etwas ganz anderes auf der Bühne machen und ich würde auch Bücher über meine Arbeit schreiben. Wirklich unglaublich, denn das ist genau das, was ich jetzt tue!
Dieses Medium vermittelte mir noch weitere Informationen, die sich mit der Zeit bewahrheiteten und mein Vertrauen in Hellseher vollkommen wiederherstellte. Nach dieser Erfahrung nahm meine eigene Skepsis ab. Und nachdem ich mein erstes Reading abgehalten hatte – das ich in meinem ersten Buch Life Among the Dead schildere –, wurde ich noch überzeugter.
Mein erstes echtes Reading fand spontan statt, während ich mit einer Freundin telefonierte. Sie fragte mich, was ich von ihrem Freund hielte, und ich sagte ihr die Wahrheit: Dass er sie betrog. Ich gab ihr eine Menge an Details, darunter auch den Namen der anderen Frau und wo sie arbeitete. Es verblüffte mich total, als sich in den folgenden Wochen herausstellte, dass die Dinge, die ich ihr auf den Kopf zugesagt hatte, absolut zutrafen. Danach nahm meine Skepsis noch mehr ab und meine Überzeugung wurde immer stärker, bis ich meine Gabe nicht länger anzweifeln konnte. Irgendwann gab ich meine restlichen Zweifel völlig auf und glaubte wieder so fest daran wie schon in meiner Kindheit.
Skeptiker müssen ihren eigenen Weg und ihre eigenen Überzeugungen finden. Früher hielt ich es für meine Aufgabe, die Meinung anderer zu ändern. Doch nachdem ich mich viele Jahre darum bemüht habe, entschied ich, dass es keinen Wert hat. Es war mir wichtiger, mich auf die Menschen zu konzentrieren, die Unterstützung beim Loslassen und Heilen brauchen und die dafür offen sind. Sobald ich diese Entscheidung getroffen hatte, kamen immer mehr Skeptiker aus ihren Verstecken und sagten mir, dass sie eher bereit seien, es zu glauben, seit ich ihnen meine Überzeugung nicht mehr aufdrängte. Wie ich heute weiß, bin ich nicht dazu da, die Meinung anderer Leute zu ändern. Einen Skeptiker zu überzeugen ist zwar ein tolles Gefühl, aber im Endeffekt tue ich das, wofür ich hier bin, wenn meine Sitzungen den Menschen oder ihrem Umfeld helfen.
*
Auf der ganzen Welt begegne ich Menschen, die meinen Live-Vorstellungen gegenüber skeptisch eingestellt sind. Wenn ich diesen Leuten dann ein Reading anbiete, sagen sie mir offen und ehrlich, dass sie skeptisch sind. Ich antworte dann immer: »Mir reicht es, wenn Sie offen dafür sind und bereit sind, die Informationen, die ich Ihnen gebe, anzunehmen.«
Ein Reading während meiner Fernsehsendung Lisa Williams: Life Among the Dead zeigt, wie es sich für einen Skeptiker anfühlt, wenn er seine Einstellung ändert und es endlich glauben kann. In der Sendung hörte ein Mann meinem Gespräch mit seiner Mutter zu, die mir sagte, ihr Sohn sei äußerst skeptisch. Nach dem Reading hatte sich seine Meinung jedoch drastisch geändert. Die erhaltenen Informationen waren richtig und konnten so seiner ganzen Familie helfen, über eine schreckliche Tragödie hinwegzukommen.
Hier ist die Abschrift dieses Readings:
LISA: Eine Bruderfigur im Geist ist hier. Sie sagt: Ich bin der Bruder. Ich bin der Bruder. Sie und Ihr Bruder waren einander sehr verbunden.
DER MANN: Ja, das stimmt. Als wir noch jünger waren, haben wir alles zusammen gemacht.
LISA: Er möchte Ihrer Mutter Hallo sagen.
DER MANN: Mutter sitzt da vorne. [Er zeigt auf die gegenüberliegende Zuschauerreihe]
LISA: Ihr Bruder hat Sie sehr lieb und er ist sehr schnell hinübergegangen. Er sagt: Dad ist bei mir. Ihr Bruder bestätigt, dass er gewarnt wurde, und ich habe das Gefühl, als hätte er sich selbst in eine gefährliche Situation begeben, als wäre er unvorsichtig gewesen.
DIE MUTTER: Ja, das hat er, das hat er.
LISA: Ich hätte darauf hören sollen. Ich hätte darauf hören sollen ... Wurde er in den Kopf geschossen? Ich fühle hier so etwas ... [Sie zeigt auf ihren Kopf]
DER MANN: Er wurde aus einem vorbeifahrenden Auto heraus erschossen. Und ja, er hat einen Kopfschuss bekommen. Sein halber Kopf war weggeschossen.
LISA: Oh, das tut mir so leid. [Sie seufzt und hält inne] Kennen Sie einen Jim?
DIE MUTTER: Oh Gott! [Sie schüttelt den Kopf]
DER MANN: Jim ist weggegangen, gleich nachdem es passiert ist. Er ist weggezogen.
DIE MUTTER: Ich möchte etwas fragen: Ist mein Sohn mit meiner Tochter zusammen? Sie ist auch tot.
LISA: Ihre Tochter hatte blondes Haar. Hier kommt sie. Ach, hallo!
DIE ZUSCHAUER UND DIE MUTTER: [Gelächter]
LISA: Ach, sie ist zierlich! Sie ist gerade heruntergeschwebt und strahlt. Ich kann sie oben auf der Treppe sehen. Ist sie seit zwei ...? Ich bin nicht sicher, ob es zwei Wochen oder zwei Monate sind.
DER MANN: Es ist ungefähr zwei Monate her.
LISA: [springt auf und ab] Sie lacht und sie ist glücklich. Die beiden sind zusammen.
DIE MUTTER: [glücklich, aber immer noch nachdenklich] Was Jim angeht ... Also, der war noch vor uns im Krankenhaus und dann ist er verschwunden und aus der Stadt weggezogen. Vielleicht weiß er, wer es getan hat, und hatte einfach Angst, den Täter zu verraten ...
DER MANN: Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich nicht dran geglaubt habe. Ich habe nur für meine Mutter gehofft, dass sich etwas daraus ergeben würde. Aber alles, was Sie gesagt haben, ist hundertprozentig richtig. Dieses Erlebnis verändert mein ganzes Leben – Sie haben das Leben von uns allen verändert.
Auch wenn der Mord an ihrem Sohn und Bruder immer noch nicht aufgeklärt war, konnte die Familie nun Abschied nehmen und an die Informationen glauben, weil sie so akkurat waren. Sie konnten sich jetzt damit trösten, dass ihre geliebten Verstorbenen es gemeinsam ins Jenseits geschafft hatten und nun glücklich waren. Das ist das beste Ergebnis, das eine Sitzung haben kann.
Das macht meine Arbeit so lohnenswert.
Kapitel 3
Religion und Spiritualität
Außer Skepsis und Zynismus gibt es noch einen Grund, warum die Leute die Arbeit der Hellseher und Medien anzweifeln. Wegen ihres religiösen Glaubens können viele Männer und Frauen nicht akzeptieren, dass irgendetwas, das ein Hellseher oder ein Medium zu sagen hat, wahr sein könnte. Ich habe selbst erlebt, dass der Glaube an Gott – oder auch der fehlende Glaube – die Sichtweise auf die spirituelle Welt trüben kann. Trotzdem überrascht es mich zu sehen, dass meine Tätigkeit mit den Ansichten einiger der tiefgläubigsten Menschen, denen ich je begegnet bin, übereinstimmt.
Obwohl mein Vater Atheist war, besuchte ich eine christliche Schule. Bei der täglichen Versammlung erzählten verschiedene Lehrer uns aus der Bibel. Dann erhoben wir uns von unseren Plätzen und sangen Kirchenlieder. Außerdem kam der örtliche Pfarrer der St. Peter’s Church einmal im Monat zu uns. Manchmal besuchten uns auch Mitglieder der Gideons, einer Gruppe, die weltweit über die Bibel sprechen und jedem von uns eine Bibelausgabe schenkten.
Damals begann ich, mich für den christlichen Glauben zu interessieren. Nicht etwa, weil er mir in der Schule aufgezwungen worden wäre, sondern weil ich von mir aus mehr darüber wissen wollte. Doch als ich dreizehn wurde, war es in den Augen meiner Freundinnen nicht unbedingt cool, sich für Religion zu interessieren. So behielt ich es lieber für mich. Wie ich schon sagte, gehörte ich nie zu den Beliebtesten in der Schule, und die Tatsache, dass ich manchmal Dinge richtig voraussagte, war schon ohne meine Bemerkungen über Gott und Jesus komisch genug.
Dennoch machte ich es mir zur Mission, die Bibel von Anfang bis Ende zu lesen, und ich träumte davon, Nonne zu werden. Nachts lag ich mit meiner kleinen roten Bibel, die ich von den Gideons geschenkt bekommen hatte, im Bett und tauchte in die archaische Sprache ein. Die Bibelgeschichten klangen immer so interessant, wenn die Lehrer in der Schule darüber redeten. Doch nur zu bald wurde mir klar, dass die Lehrer die Geschichten abänderten, um sie unserer Altersgruppe nahezubringen, und dass die Originalgeschichten alles andere als trocken waren.
Ich habe mein Interesse an der Bibel und meinen Traum, Nonne zu werden, meiner Familie nie erzählt. Mein Vater hätte starke Schwierigkeiten gehabt, eine derartige Eröffnung zu schlucken. Und was die Verwandtschaft auf der mütterlichen Seite betraf, so redete die Mutter meiner Mutter mit Toten und ihr verstorbener Vater war ein Skeptiker gewesen. Meine Familie hatte also schon genug Drama erlebt. Die Sache wurde noch komplizierter durch die Tatsache, dass ich in der Bibel gelesen hatte, Medien wären bei Gott nicht besonders angesehen. Die Arbeit meiner Großmutter als Medium war also eindeutig etwas »Schlechtes«.
Und nun wollte ich, die Visionen und Träume hatte und die von verstorbenen Geistern heimgesucht wurde, ausgerechnet Nonne werden. Irgendwie passte alles nicht wirklich zusammen. Ich passte nicht ins Bild. Oft wünschte ich mir, nicht weiterzuleben, um einfach »nach Hause« gehen zu können. Ich konnte zwar nicht verstehen, warum das Jenseits mir so vertraut war, aber ich wusste, dass es ein Jenseits gibt, an das ich mich eindeutig erinnern konnte, und es fühlte sich so tröstlich an. Dort würde ich ungehemmt mit dem Geist der Verstorbenen kommunizieren können, so frei, wie ich weder mit meinen Verwandten noch mit meinen Gleichaltrigen reden konnte.
Gott in beiden Welten
Als Erwachsene wurde mir dann klar, dass Religion für andere – vor allem für Menschen, die fest an die Bibel und alles, wofür sie steht, glauben – ein äußerst sensibles Thema ist. Als Folge meiner Arbeit hinterfrage ich die Bibel immer stärker, wenn es um das übersinnliche Bewusstsein und die Kommunikation mit dem Jenseits geht.
Etwas, das viele Religionen gemein haben, ist die Überzeugung, dass es ein Jenseits gibt. Auch sind sich alle Glaubensrichtungen anscheinend einig, dass man mit dem ewigen Leben gesegnet wird, wenn man sein Leben nach ihren Regeln lebt. Wenn es also das »ewige Leben« gibt, deutet das dann nicht auch auf menschliche Wesen hin, die in einer Art Leben nach dem Tod weiterexistieren? Und wenn das der Fall ist, warum ist es dann so unmöglich zu glauben, dass sie mit den Lebenden kommunizieren wollen?
Nichtsdestotrotz ist die Arbeit von Medien, Hellsehern und dem Okkult laut Bibel das Werk Satans, das uns vom richtigen Weg abkommen lässt. Wir sollten die Wahrheit bei Gott suchen, und wenn wir bei einem Medium oder Hellseher nach Antworten suchen, wenden wir uns vom wahren Glauben an Jesus ab und missachten die Gesetze der Bibel. Wie ich mit der Zeit jedoch feststellte, hat die übersinnliche Welt viel mit der Glaubenswelt gemein.
Während eines Readings, das ich für den Leiter eines Kirchenchors abhielt, wurde mir klar, dass Spiritualität und der christliche Glaube gar keine so starken Gegensätze sind. Als der Chorleiter mich anrief und einen Termin vereinbarte, war er sehr höflich und offen zu mir. Er sagte mir unverblümt, er sei wegen seines Glaubens nicht sicher, ob er zur Sitzung kommen sollte. Ich konnte ihn gut verstehen und respektierte seine Offenheit – ich würde ihn nicht zu einem Reading zwingen. Ich bot ihm sogar an, sich erst am vereinbarten Tag zu entscheiden, und bat ihn, mir nur kurz telefonisch Bescheid zu geben, falls er den Termin absagen wolle. Er bestand darauf, mir mein Honorar im Voraus zu bezahlen, für den Fall, dass er sich gegen das Reading entscheiden sollte. Er wohnte über 400 Kilometer weit weg, und deshalb war mir klar, dass er die Entscheidung nicht auf die leichte Schulter nahm.
Als der Mann zu seinem Termin kam, merkte ich, dass er sehr nervös war. Daher bot ich ihm eine Tasse Tee an – wie alle Engländer bin ich überzeugt, eine Tasse Tee kann alle Probleme dieser Welt lösen. Er lächelte und nahm mein Angebot an.
Dann begann ich mit dem Reading, das sich für mich ziemlich überraschend gestaltete. Der Chorleiter gab seine Distanz auf und öffnete sich, als wir Kontakt zu seiner Mutter aufnahmen. Er hatte starke Schuldgefühle ihr gegenüber, weil er glaubte, er hätte sie in vielen Dingen enttäuscht. Während der Sitzung konnte er das abschließende Gespräch mit ihr führen, das er brauchte. Nun, da er Abschied von ihr genommen hatte – und etwas Trost und Frieden gefunden hatte –, konnte sein innerer Heilungsprozess endlich anfangen.
Am Ende des Readings fragte der Mann mich, ob ich mich noch an unser erstes Telefonat erinnerte, in dem er mir gesagt hatte, dass sein Glaube die Kommunikation mit dem Jenseits durch Medien nicht zuließ. Ich bejahte. Nun sagte er etwas, das mich schockte: An diesem Morgen war er früh aufgestanden, um zu beten, und hatte Gott um ein Zeichen gebeten, ob er mich aufsuchen sollte oder nicht. Wie er mir erzählte, hatte Gott ihm tatsächlich ein Zeichen geschickt (ich habe nicht gefragt, was es war) und ihm dadurch bestätigt, dass er herkommen sollte, da er nur durch ein Reading mit mir zu dem Abschluss mit seiner Mutter kommen könnte, den er seit Jahren suchte.
Beim Abschied umarmte der Chorleiter mich herzlich und sagte: »Verleugnen Sie nie Ihre Gabe. Gott hat sie Ihnen nicht grundlos gegeben – erfüllen Sie seinen Wunsch.«
Während der vielen Meditationen und Übungen, die ich als Vorbereitung auf meine Arbeit und auf dieses Buch gemacht habe, wurde mir immer wieder bestätigt, dass es einen Gott gibt. Darüber werde ich in einem späteren Kapitel näher eingehen. Ich glaube, dass meine Gabe ein Geschenk Gottes ist und dass sie mir aus einem bestimmten Grund geschenkt wurde, so wie uns allen eine einzigartige Gabe mitgegeben wurde. Sie zu nutzen, liegt an uns. Manche von uns mögen Heiler, Künstler oder Sänger sein – die Liste der Möglichkeiten ist endlos. Wir haben unsere Gabe bekommen, um anderen zu helfen. Warum sollten wir also mit ihr gesegnet sein, wenn wir sie nicht auch anwenden dürften? Wichtig ist jedoch, wie wir sie umsetzen: Wenn wir sie mit guten Absichten nutzen, werden wir dazu geführt, sie richtig anzuwenden.
Das Zusammenwachsen
von Spiritualität und Religion
Auf der ganzen Welt fangen die Menschen an, eigenständig zu denken, wenn es darum geht, ihre persönlichen Überzeugungen zu entwickeln. Dabei suchen wir die Antworten und die Richtungsweisung immer mehr in uns selbst. Deshalb fangen auch so viele Menschen an, ihre individuelle Gabe zu entwickeln. Die Skeptiker da draußen nehmen ab, während es immer mehr Überzeugte gibt. Selbst tiefreligiöse Menschen beginnen allmählich zu begreifen, dass Spiritualität und übersinnliche Fähigkeiten mit den traditionelleren Religionen Hand in Hand zusammenarbeiten können.
Obwohl die Spiritualität schon seit vielen Jahren mit Religion in Bezug gebracht wird, erweitern wir jetzt unseren Blickwinkel auf diese Verbindung. Wir fangen an, beides – die Religion und die Spiritualität – mit der persönlichen Weiterentwicklung und Erkenntnis durch Meditation, Gebet und Sinnieren in Zusammenhang zu bringen, während wir uns immer mehr von den festen Strukturen und Dogmen der Religionen entfernen.
Ich kann mich noch an die erste offene Unterhaltung mit meiner Friseurin, einer »wiedergeborenen« Christin, erinnern. Es machte mich nervös, so offen mit ihr zu reden, da sie eine Christin ist und ich ein Medium. Ich befürchtete Meinungsverschiedenheiten, doch zu meinem Erstaunen gab es gar keine. Inzwischen haben wir schon viele lange Diskussionen über Spiritualität geführt und auch darüber, warum sie von der Kirche abgekommen ist (sie empfand die Struktur als zu bevormundend). Sie glaubt, solange man Gott im Herzen hat und ihm treu bleibt, kann man den Rest auch selbst bewältigen. Wie sie mir gesagt hat, ist Gott ein Geist – anders ausgedrückt: Sie glaubt an die spirituelle Welt und zweifelt nicht an dem, was ich tue. Im Endeffekt haben wir ganz ähnliche Überzeugungen.
Neulich fragte ich sie nach ihrer Meinung über meine Tätigkeit. Sie erklärte, dass sie im Gegensatz zu einem Medium prophetisch mit Gott in Verbindung steht. Statt durch eine andere Person spricht sie direkt mit ihm. Sie akzeptiert somit meine Gabe und meine Arbeit, auch wenn ich von meiner Verbindung zum Geist der verstorbenen Seelen statt zu Gott spreche. Nach unserer Unterhaltung hatte ich das Gefühl, ein Zeichen erhalten zu haben, dass meine Gabe wirklich von Gott kommt.
*
Andere haben die »Reinheit« meiner Gabe schon oft angezweifelt. Das geschieht vor allem dann, wenn sich religiöse Demonstranten vor den Gebäuden versammeln, in denen ich ein Reading veranstalte. Sie glauben, ich wolle eine Sekte gründen. Zugegeben: Insgeheim muss ich darüber lachen, doch ich kann ihre Sichtweise verstehen. Diesen Menschen ist ihr Anliegen wichtig genug, um herzukommen und für die Seelen der Leute zu beten, die auf dem Weg zu meiner Vorstellung an ihnen vorbeigehen. Das rührt mich, und einmal dankte ich ihnen auf der Bühne dafür, für die Seelen von uns allen zu beten. Ich wollte ihnen meine Anerkennung dafür, dass sie für etwas einstehen, an das sie so fest glauben, ausdrücken, weil ich ein Lied davon singen kann, wie viel Mut so etwas kostet.
Ich habe den Widerstand von religiösen Gegnern meiner Arbeit schon oft zu spüren bekommen. Das erste Mal war, als zwei Zeugen Jehovas auf meiner Türschwelle auftauchten, um mit mir über den Glauben zu sprechen. Eine der beiden Frauen wurde richtiggehend ausfallend, als ich ihr höflich erklärte, dass wir nun einmal unterschiedliche Meinungen hätten. Als sie weiterhin auf ihrer Meinung beharrte, erwähnte ich, dass ich als Medium arbeite. Dieser Hinweis wirkte wie ein rotes Tuch auf sie.
Ihre Begleiterin blieb jedoch ruhig und freundlich. Ich konnte sogar etwas von ihr lernen. »Wäre ich nicht dazu erzogen, an meine Religion zu glauben, dann würde ich vielleicht sogar an das glauben, was Sie tun«, sagte sie. »Aber was mich angeht, so zählt es nur, dass man überhaupt an irgendetwas glaubt.« Das sagte sie mit einem Lächeln auf den Lippen, und dann fragte sie mich, ob sie mir einen Bibelabschnitt vorlesen dürfe. Ich sagte ja, und es wurde ein sehr schöner Abschluss.
Dieses Erlebnis hat mich gelehrt, dass wir alle ein Recht auf den eigenen Glauben haben. Das ist auch der Grund, warum ich die religiösen Demonstranten bei meinen Veranstaltungen wohlwollend zur Kenntnis nehme. Ich nehme die Tatsache hin, dass ich nichts tun kann, um andere zu überzeugen. Ich will es noch nicht einmal. Wie die Zeugin Jehovas gesagt hat: Solange die Leute an etwas glauben, wird ihnen das helfen, auch an sich selbst und an andere zu glauben.
Skepsis, Zynismus, Fundamentalismus – dies alles kann die Kommunikation mit dem Geist erschweren. Doch es ist wichtig, selbst zu entscheiden, an was wir glauben, und uns entsprechend zu verhalten. Wir dürfen uns nicht von äußeren Einflüssen lenken lassen – egal, ob von der Gesellschaft, unseren Eltern oder den Institutionen, in die wir hineingeboren wurden –, denn dann bleiben wir uns nicht treu und werden ständig das Gefühl haben, als würden wir unseren eigenen Weg nicht gehen und unsere Reise durchs Leben nicht vollenden.
Daher ist es Ihre Aufgabe, beim Weiterlesen Ihre eigenen Überzeugungen und Vorurteile sowie deren Ursprung zu hinterfragen, damit Sie sich eine eigene klare Meinung über die Realität der Kommunikation mit den Seelen bilden können. Das können nur Sie allein und ich lade Sie dazu ein, es nun zu tun.
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