Kitabı oku: «Tabulose Seitensprünge»

Yazı tipi:


LULANdA

TABULOSE
SEITENSPRÜNGE

SINNLICH – SÜNDIG - SCHAMLOS


© 2020 by verlag4you

Imprint: edition4you

1.Auflage

ISBN 978-3-947183-37-1 (EBOOK)

Inhalt verfasst von: Lulanda

Foto Titelbild: Pexels

Buch- und Umschlaggestaltung: P. Haridi, verlag4you

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt.

Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig.

Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Ein Quickie in drei Akten

„Auf zur Pflichterfüllug“

„Achtung, fertig … Action!“

„Laangweilig!!“

„Immer noch laangweilig!!“

„Aufregend!“

„Stefan kennt …?“

„Im Zwiegespräch“

„Kurzer Zwischenstopp“

„Der Lift der Lust“

„Break“

„Der Parkplatz der Lust“

„Na, toll! Wieder ein Break“

„Der Toilettenraum der Lust“

„Na, geht doch! - Endlich befriedigt“

Cäsars Lenden und Friedrichs Moneten

Allein in Gedanken

Hedwig

Friedrich

Ich und ich

Ein neuer Tag

Ingrid

Veränderung

Der Plan

Vorbereitung

Erste Begegnung

Und jetzt?

Fast erwischt

Die Suite

Ehegespräche

Cäsar - die Erste

Das Buffet ist eröffnet

Schlaraffenland

Cäsar – die Zweite

Cäsar – die Dritte

Touch Down

Alles wieder auf Anfang

Private Einführung – in die Esoterik?

Zeit, aufzuwachen

Rebellion

Vorsichtige Annäherung

Crimson and Clover

„Gestochen scharf“

„Alissa“

„Die Erscheinung“

„Gestatten? Herr Professor von Isenburg“

„Mit Alissa allein zuhause“

„Auf Tuchfühlung“

„Zwei sind eine zu viel“

„Maia intim“

„Fotosession“

„Nichts ist wie es war“

„Ein ewiges Auf und Ab“

„Bei Maia zuhause“

„Party (fast nur) mit Maia“

„Der Ritt in den Wahnsinn“

„In Rage nach der Ekstase“

„Zurück in mein Leben“

Vorwort

Gestatten,

mein Name ist Sensualitas lasciva oder: die „laszive Sinnlichkeit“.

Nun, da wir beide in diesem Buch aufeinandertreffen, darf ich fragen wer Du bist? Bist Du männlich, weiblich oder divers? Oh Entschuldigung, wie plump von mir. Wenn ich Dich um Offenheit bitte, dann werde ich es selbstverständlich auch zu Dir sein.

Ich bin männlich, weiblich, divers - ich existiere in allem und jedem. Ja, ich lebe auch in Dir. Ich bin Dein sexuelles Ich! Ich kann Dich steuern, Dich antreiben, Dich verzaubern, Dich fliegen lassen und ich kann Dich bisweilen sogar in den Wahnsinn treiben. Du könntest abhängig von mir werden, mich brauchen wie die Luft zum Atmen. Ja, und ich kann Dich sogar verlassen. Dann verschwinde ich für einen gewissen Zeitraum, und wenn ich wieder zu Dir zurückkehre, dann feiern wir unser Wiedersehen mit einem rauschenden Knall. Ich weiß, Du könntest mich entweihen, mich instrumentalisieren, mich dazu bringen, Dich selbst oder die Menschen in Deiner Nähe zu missbrauchen. Nun gut, wir wollen nicht gleich den Teufel an die Wand malen. Zwar treibe ich auch in den tiefsten Abgründen menschlichen Daseins mein Unwesen, doch da im Moment dieses Buches hier der Ort unseres Aufeinandertreffens ist, bleiben wir lieber an seiner schönen, kribbeligen, leichtgängigen Oberfläche. Und selbst die kann so ihre Tücken haben.

Mit diesem Buch in Deinen Händen begrüße ich Dich also herzlich zu drei erotischen, vor allem aber „menschlichen“ Geschichten über den Spaß, den ich Dir und anderen Menschen bereite. Ich übe Reize aus, schüre Begierde und Leidenschaft, sorge für unbändige Triebhaftigkeit und Wollust, die Dir eine Gänsehaut über den ganzen Körper jagt. Am Ende dieser Abenteuerreise winken zumeist die herbeigesehnte Befriedigung, tiefe Entspannung und das Gefühl, auf Wolken zu schweben. Bitte amüsiere Dich, schmunzele hier und da, relaxe und, ja, „imaginiere“. Wenn Du mich neugierig, offen und ohne Zensur in die Welt Deiner Vorstellung hineinlässt, werde ich Dir mithilfe dieses Buches ein intensives Erlebnis schenken.

Welche Erwartungen hast Du? Möchtest Du ein warmes Kribbeln in Deinem Körper verspüren? Möchtest Du Dein Kopfkino anschalten und Dir Anregungen für Deinen eigenen Film holen? Wer weiß, vielleicht handelt die ein oder andere Situation sogar von Dir? Vielleicht kennst Du die ein oder andere Begebenheit aus Deinem eigenen Leben?

Lass mich Dich ein Stück mitnehmen auf den Weg zu Deinen geheimen Fantasien. Für mich wird es tiefe Freude sein, wenn Du dieses Buch schließlich inspiriert und erhitzt aus Deinen Händen legst. Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns schon recht bald wieder?

Unter uns gibt es einen, der „Viele“ ist: ein Punk, ein Tüftler, ein Genießer, ein Denker, ein Erfinder, ein Kämpfer, ein Freund, ein Partner, ein Mensch - mein Faible!

Für mich ist er der „Junge mit der Pusteblume“ - Dir ist dieses Buch gewidmet!

Auch wenn ich alle Sprachen des Ungehorsams beherrsche, so bin ich für diesen kurzen Moment artig und richte meinen größten Dank in tiefer Verneigung an einen Verbündeten, einen Mitstreiter, einen Freigeist und mittlerweile einen "Partner in Crime": Danke, Frank Stange!"

Ein Quickie in drei Akten

„Du siehst bezaubernd aus!“, sagt Stefan, während ich in meinem Schuhschrank kniend nach so etwas wie damenhaften Schuhen suche. Ich kann seinen Blick förmlich spüren, wie er genüsslich auf meinem Hinterteil verweilt. „Vielen Dank, der Herr!“, summe ich zurück. Mit einem Klaps auf meinen Po verlässt er gut gelaunt pfeifend das Zimmer: „In zehn Minuten geht es los. Schaffst Du das?“ „Natürlich!“, antworte ich überzeugend. Innerlich bekomme ich Stress. Wo sind nur meine Pumps? Ich kann jawohl schlecht in meinen Boots dort auftauchen. Obwohl, es wäre ein interessanter Stilbruch. Und wie würden sich meine Lackstiefel dort so machen? Komm, Du verlierst Zeit, suche lieber die Pumps. Ah, immerhin. Da ist zumindest schon mal einer. Halbe Miete! Und… Bingo! Da ist der zweite. Na, wer sagt’s denn? Stefan wird entzückt sein, dass ich tatsächlich pünktlich zum Aufbruch bereit sein werde.

Ich weiß nicht wie er es immer schafft, auf die Sekunde genau fertig zu sein. Erst zögert er den Zeitpunkt zum Umkleiden, Stylen und all den anderen kleinen Feinheiten hinaus, sodass ich mir immer wieder sicher bin, dass ich dieses Mal auf ihn warten werde. Wenn er dann aber knapp vor dem Aufbruch lässig startet - er sucht ja noch nicht einmal seine Kleidung vorher aus - ist er keine fünf Minuten später umgezogen und gestylt und sieht dabei auch noch verdammt gut aus. Ist das bei allen Männern so? Oder bin ich die einzige Frau, die mindestens zwei Stunden vorher total gestresst mit dem Schön-Mach-Ritual im Badezimmer beginnt? Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich möchte nicht von mir behaupten, dass ich besonders eitel bin. Wenn mir das Gesamtbild gefällt und ich mich wohl fühle, dann kann der Abend nur gut werden. Der Punkt ist jedoch, dass der Moment an dem mir mein Gesamtbild gefällt, immer ganz schön auf sich warten lässt. Was den heutigen Abend betrifft, so bin ich total entspannt. Mit meinem rückenfreien, dunkelroten Minikleid und den schwarz-roten Schnürpumps kann ich nichts falsch machen.

Und wenn es auch ein gewagter Fummel ist, der eng anliegt und meinen Körper betont, so möchte ich mir das in meinem Alter noch leisten können. Was kann ich dafür, wenn die anderen Damen im Laufe ihres Lebens immer verschlossener und grauer aus der Tür gehen? Heute Abend bin ich eine stolze Frau, die im Arm ihres geliebten Partners den Raum betreten und alle Anwesenden strahlend begrüßen wird. Stefan soll um seine Frau beneidet werden. Wir sind ein Paradebeispiel dafür, dass eine Ehe nicht das Ende des guten Geschmackes bedeutet. Und überhaupt - wenn ich meinen Stefan so betrachte steigt ein Glücksgefühl in mir hoch. Ich liebe ihn wie am ersten Tag. Sicher, er hat im Laufe der Zeit ernstere Züge bekommen, nimmt seine Arbeit manchmal zu wichtig und ist immer korrekt. Allerdings kann er auch ganz anders: Total wild, sehr fordernd und aufregend dreckig. Während wir vor der Haustür auf unser Taxi warten, freue ich mich in Gedanken schon wieder auf die Heimkehr. Ich bin extrem scharf auf Stefan! Sobald wir später unsere Wohnungstür hinter uns zugezogen haben, werde ich ihn wollüstig überfallen. Er wird gar nicht wissen wie ihm geschieht. Innerlich seufze ich sehnsüchtig bei dem Gedanken.

„Auf zur Pflichterfüllug“

Da kommt das Taxi. Wir steigen ein und lassen uns entspannt zum Ort des Geschehens kutschieren. Dieser Abend ist Stefan sehr wichtig. Er arbeitet bei einer großen Versicherungsagentur und diese lädt zu einer feudalen Jubiläumsfeier in einem ehemals prunkvollen Lust- und Jagdschloss am Stadtrand ein. Sogar einige Delegierte aus den europäischen Niederlassungen werden erwartet. Für die hier im Inland arbeitenden Kollegen ist das der spannendste Faktor des Abends. Viele kennen sich von früher, teilten einst gemeinsam ein Büro oder wurden im Laufe der Jahre zu Freunden. Als die Firma innerhalb Europas expandierte, wurden einige Mitarbeiter - je nach Kompetenz und Fähigkeit - in den neu geschaffenen Niederlassungen eingesetzt. Sich nun nach langer Zeit wiederzusehen, miteinander auszutauschen und zu fachsimpeln ist genau Stefans Ding.

„Egal wer anwesend sein wird, für mich bist Du die mit Abstand sexigste Frau.“, reißt Stefans Stimme mich aus meinen Gedanken. Er lächelt mich liebevoll an. Wie sehr ich seinen warmen Blick liebe. Er ist mir so vertraut und gibt mir stets das Gefühl von Sicherheit. „Du weißt, wie sehr Du mich noch dazu in diesem Kleid anmachst?“, fragt er leise mit einem süffisanten Grinsen und legt dabei seine Hand auf meinen Oberschenkel. Ich bekomme eine Gänsehaut als er fester anpackt. Ob ich am besten gleich hier im Taxi über ihn herfalle? Wäre vielleicht ein zusätzlicher Reiz, wenn der Taxifahrer dabei zuschaut. Ich lege mein Kinn auf seine Schulter und mit meinen Lippen ganz nah an seinem Ohr hauche ich: „Und Du weißt, wie ich es liebe, wenn Du es mir noch dazu später vom Körper reißen wirst?“ Während meiner Frage wandert meine Hand zielbewusst in seinen Schritt. Er schluckt und grinst weiter. Ich packe ein kleines bisschen fester zu und spüre ein leichtes Zucken in der Hose. Ihm entfährt ein leidenschaftlicher Seufzer. Na bitte, auch körperlich sprechen wir die gleiche Sprache.

Schade, viel zu früh biegen wir ab und fahren die lange Allee zum Eingangsportal des Schlosses entlang. Schluss mit den Intimitäten, jetzt geht es schön gesittet weiter. Ich spüre ein Verlangen, mich gegen sämtliche Etikette zu verhalten. Einzig Stefan zuliebe reiße ich mich am Riemen. Kaum angekommen sehe ich auch schon die besagten „grauen“ Frauchen mit einem Glas Champagner in der Hand den Eingang zieren. An ihrem gespielten Grinsen auf Knopfdruck ist offensichtlich zu erkennen, dass der Abend unter dem Motto „Oberflächlichkeiten“ stehen wird. In den Gesichtern lese ich Unlust, einstudierte Rollen und gelogene Komplimente. Ich weiß genau, warum ich zu den Frauen und Kolleginnen aus Stefans Arbeitskreisen keinen Kontakt pflege. Sie können dankbar dafür sein, denn ich stehe nicht auf deren Schauspiel und würde ihnen stattdessen direkt meine Meinung präsentieren: „Zieh nicht so ein Gesicht; Was ist das Kleid altmodisch; Na? Neidisch, weil Du schwerer und älter bist als ich?“ Ich grinse bei der Vorstellung, wie verdattert und nach Luft ringend sie mich anschauen würden.

„Achtung, fertig … Action!“

„Stimmt so.“, lässt Stefan den Taxifahrer wissen und wir steigen gemeinsam aus. Es ist Spätsommer und das Wetter ist an diesem Abend erfüllt mit warmer Sommerluft, einem Hauch von Wind und fantastisch aufeinander abgestimmten, lebendigen Farben. Mit einem zwitschernden „Guten Abend!“ in die Runde gehe ich am Arm meines Mannes an den gesitteten Damen vorbei. Ein paar Kollegen kommen auf uns zu. Wir begrüßen uns mit vertrauten Wangenküsschen und schon geht das Fachsimpeln los. Gleich werden deren Frauen dazukommen, von denen ich vielleicht ein oder zwei kenne. Sie werden höchstwahrscheinlich damit beginnen mich zu fragen, ob ich das Ambiente der Location nicht auch so zauberhaft finde. Bingo! „Nun ja, andererseits wäre es für die Firma peinlich, wenn sie die Kneipe mit Kegelbahn um die Ecke gewählt hätten.“, antworte ich. „Oh, mein Gott. Ja! Wie peinlich.“, bestätigt mich eine Blondine mit knochiger, etwas schiefer Nase. Das kann ja heiter werden.

Diskutierend und lachend bewegen sich Stefan und die ihn begleitende Männertraube in Richtung Saal. Dieser ist dezent festlich geschmückt, alles passend Ton in Ton, nicht zu aufdringlich und nicht zu zugeknöpft. Firmenfeiern sind ja eigentlich bekannt für ihren schmalen Grat zwischen angespanntem Benehmen und alberner Ausgelassenheit. Die großen, runden Tische bieten ausreichend Platz, um sich gestikulierend wichtig zu tun. Damit dann auch gleich klar ist, welchen Namen der oder die Klugscheißerin eigentlich trägt, gehören zu jedem Gedeck farblich passende Namenskärtchen. Zum Auftakt und Ankommen ist das sinnvoll. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass sich spätestens nach dem Abendessen keiner mehr an die Sitzordnung halten wird. Für uns ist einer der Tische mittig im Saal vorgesehen. Mit uns werden weitere fünf Personen daran Platz nehmen. Moment mal: Wir sind also sieben Personen - dann sitzt entweder ein überzeugter Single oder aber eine in Partnerschaft unzumutbare Person mit am Tisch. Innerlich muss ich lachen, denn ich stelle mir einen erwachsenen, hageren Typ „Sohnemann“ mit Seitenscheitel, dicker Brille und Pullunder vor, der von Mami kurz vor dem Ausgehen noch einen Kuss auf die Stirn und den mütterlichen Rat erhält, gut auf sich aufzupassen. Soll heißen: „Lass die Finger vom Alkohol und von den Frauen! Das ist viel zu gefährlich und verdirbt Dich. Du möchtest doch wohl unserem Herrn Pfarrer nach der Sonntagsmesse nicht noch seine kostbare Zeit stehlen, oder?“

Nun gut, wer oder was auch immer da Platz nehmen wird - mir kann es egal sein. Jedenfalls werde ich nicht Mutter Teresa spielen und mich um „Herrn oder Frau Unbedarft“ kümmern. Ich mache es mir an dem für mich vorgesehenen Platz gemütlich. Mich umgibt ein Knäuel aus wirrem Gemurmel. Ab und an flüchtet ein aufdringlich lautes Lachen, gefolgt von beklemmtem Kichern hinauf zur Saaldecke. Ein wahrer Teppich aus Geräuschen, Tönen und Stimmen. Nur Stefans Stimme höre ich nicht heraus. Wo ist er eigentlich? Ah, noch immer steht er mit zweien der Kollegen von vorhin zusammen. Sie scheinen in ein ernstes Gespräch verwickelt zu sein. Jedenfalls bemerke ich gerade keine Spur von der überschwänglichen Stimmung zur Begrüßung. Ach, mein Stefan! Wenn er so ernst dreinschaut hat er einen richtig sehnigen Gesichtsausdruck. Er presst dann beim Nachdenken immer die Lippen aufeinander und ich sehe, wie sich seine Kieferknochen an- und wieder entspannen. Es wäre mir ein Fest, könnte ich nun frivol zu ihm hinüber schlendern, sein Becken mit meiner Hüfte streifen und ihn mit dem Duft meiner Haare betören. Mein Geschenk hieße Entspannung, mein lieber Schatz. Davon wirst Du später noch eine ganze Menge bekommen, während ich gleichzeitig das Stillen meiner Lust für mich in Anspruch nehmen werde.

„Laangweilig!!“

Die Location füllt sich langsam mit all den Dienern und Knechten, den Hinzen´s und Kunzen´s sowie natürlich der grauen Eminenz aus der Riege der oberen Zehntausend. Ganz schön viele Egos, die sich hier köstlich zu amüsieren scheinen. Heute dürfen sich die Herren Müller vor ihren Frauchen mal so richtig wichtig machen. Und die Frauen Meier spielen Cinderella, aufgetakelt mit Billigschmuck und gewagtem Schlitz im Kleid. Nur einen Zentimeter höher und ich könnte den Rand ihrer Nylonkniestrümpfe sehen. Wenn das mal nicht festlich ist! Hier und da lässt sich eine der edlen Damen herab und lächelt mir gequält zu oder es zischt ein leises „Guten Abend“ durch schmale, blass geschminkte Lippen in meine Richtung. Höchst professionell entsende ich eine gerade noch so als Lächeln interpretierbare Geste an jede von ihnen zurück. Endlich entdecke ich dann doch eine Person, die mir gegenüber wohlwollend gesonnen ist. „Hallo, Carla!“, ruft Rieke laut und winkt mir dabei zu. „Hey, Rieke. Endlich. Ich habe schon befürchtet, Ihr hättet es Euch zuhause auf der Couch gemütlich gemacht.“, entgegne ich, wohlwissend, dass Rieke so gar nicht auf diese Art von offiziellen Feierlichkeiten abfährt.

Rieke ist Stefans Assistentin, die oftmals mehr in bestimmte Vorgänge eingebunden ist als Stefan selbst. In ihr hat er eine absolut verlässliche und ehrliche Kollegin. Irgendetwas an ihr fasziniert mich. Ich weiß nur nicht, ob es ihre Rehaugen, ihre niedlichen Grübchen oder vielleicht doch sogar ihr kleiner Popo ist. Ich mag sie ganz einfach, obwohl sie mit derart schönen Haaren gesegnet ist, wie ich es mir immer gewünscht habe. Also keine Stutenbissigkeit meinerseits. Wäre ich ein eifersüchtiger Charakter, müsste ich meinem Stefan natürlich unterstellen, dass er sie eigentlich nur attraktiv finden kann und sich ihretwegen des Öfteren abends länger im Büro aufhält. Womöglich stellt er sich während der Bearbeitung seiner trockenen Versicherungsfälle vor, wie Rieke ihn „nass“ macht. Gut möglich, dass er solche Fantasien tatsächlich hat. Mir ist das allerdings egal, denn Rieke ist fest gebunden - mit ihrer Frau! Letzten Sommer haben Rieke und Svenja sich nach langen Streitigkeiten mit ihren Familien endlich das Ja-Wort gegeben. „Svenja kommt später. Muss mal wieder Überstunden machen, die Arme.“, erklärt Rieke Ihr alleiniges Erscheinen, während ihre Augen die Namenskärtchen an unserem Tisch abwandern. „Mist, wo haben die uns denn hin verfrachtet?“, murmelt sie, da ihre Namen auf keinem Kärtchen zu lesen sind.

„Immer noch laangweilig!!“

Eine der zahlreichen Kellnerinnen reicht uns ihr Tablett freundlich an und wir bedienen uns mit einem Glas Champagner. Nippend meint Rieke: „Na, ich schau dann erstmal, an welchem Tisch ich mich zu benehmen habe.“ „Mach das. Wir setzen uns dann später gemeinsam ab.“, so mein Plan. Als eine sehr vertraute Hand meine Schulter streichelt, drehe ich mich um und schaue in das zufrieden lächelnde Gesicht meines Partners. „Fertig debattiert?“, frage ich. „Nur pausiert.“, grinst Stefan. Es wird bedächtig still, ein leises Raunen verdrängt das wirre Durcheinander der Stimmen. Alle Gäste begeben sich zu ihren vorgesehenen Tischen und auch bei uns gesellen sich zwei Paare dazu. Wir kennen uns alle nicht. Dafür sehen sie jedoch einigermaßen umgänglich aus. Lediglich die vermeintliche Altlast, die keiner haben will, ist noch nicht anwesend. Sitzt vielleicht noch im Bus, vorne beim Fahrer und völlig überfordert so weit weg von Mutti…

Nach einem kreischenden Piepton wissen nun alle Anwesenden, dass das Mikrofon angeschaltet ist. Zwar verfügt der Saal nicht über eine Bühne, dafür wurde jedoch ein recht ansehnliches Podest aufgebaut. Ein Herr in einem teuren aber langweiligen Anzug geht zielsicher auf das Mikrofon zu. Jetzt also kommt die Begrüßungsansprache mit Lobhudelei, Anbiedern, schlechten Witzen und tausend Mal gehörten Anekdoten. Breit lächelnd holt der Redner tief Luft: „Sehr geehrter Herr Aufsichtsratsvorsitzender Prof. Dr. Hartmann, sehr geehrte Damen und Herren des Vorstands, sehr geehrte Herren Geschäftsführer Dr. Spatenbrink und Dr. Retz. Verehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Angehörige und Freunde. Im Namen der Imperial Global AG möchte ich Sie recht herzlich zu dieser Veranstaltung begrüßen. Eine besondere Freude ist es, dass wir heute Abend eine großartige, vereinte Familie sind. Einige von Ihnen haben sich ja schon angeregt ausgetauscht, manche werden sich heute Abend vielleicht auch erst kennenlernen. Wir möchten Sie mitnehmen auf eine Reise in die Vergangenheit. Stolz blicken wir auf 50 Jahre Imperial Global - eine Erfolgsgeschichte.“ Die Stimme da vorne wird in meinen Ohren immer leiser. Stattdessen wandern meine Augen die Anwesenden ab. Ich könnte ja schon wieder Gedanken zitieren von so manchem nach vorne starrendem Gast. Einige Frauen zupfen gelangweilt ihre Kleider zurecht. Wieder andere scheinen nur wegen des Buffets gekommen zu sein. Was für eine Qual dieses Warten auf den Eröffnungsgong für sie sein muss.

„Aufregend!“

Ich drehe mich mit meinem Oberkörper wieder dem Tisch zu, da ich mir einen großen Schluck Champagner aus meinem Glas genehmigen möchte. Selber schon fast träumend greife ich mein Glas, setze an um den Champagner genüsslich herunterzuschlucken und - zack! Ich verschlucke mich ordentlich an dem prickelnden Nass. Nein, nicht etwa, weil ich zu blöde zum Trinken bin. Der Grund ist die „Altlast“, die zwischenzeitlich unbemerkt am Tisch Platz genommen hat. Ich habe das Gefühl, ersticken zu müssen, wenn ich diesem kratzenden Hustenreiz nicht sofort Raum gebe. Also räuspere ich mich in möglichst angemessener Lautstärke. Der Blick des Gastes wechselt vom Redner am Podest zu mir. Auch Stefan dreht sich zu mir: „Brauchst Du Hilfe? Soll ich Dir mal auf den Rücken klopfen?“ „Nein danke, mein Schatz. Geht schon wieder. Habe mich nur verschluckt.“, flüstere ich und streichle dabei seinen Handrücken. Der Mann mir gegenüber grinst mich frech an und macht mich damit verlegen. „Komm Carla!“, sage ich zu mir. „Fang Dich wieder.“ Warum bin ich eigentlich so irritiert? Vielleicht weil hier gerade das Gegenteil eines Muttersöhnchens Platz genommen hat?

Verstohlen betrachte ich den verspäteten Gast. Dieser Mann ist nicht gerade das Paradebeispiel eines schönen Mannes. Er sieht wild und verlebt aus. Die oberen drei Knöpfe seines schwarzen Hemdes sind aufgeknöpft. Um seinem Hals erkenne ich ein Lederband, welches im Hemd verschwindet. Er hat Falten. Freche Falten. Seine Haare liegen wie sie gerade fallen. Ich glaube, so etwas wie einen Kamm braucht der Typ gar nicht. Dieser Zausel-Look steht ihm. Als sei der Stil nur ihm vorbehalten. Er sieht jedenfalls nicht wie ein Angestellter einer Versicherungsagentur aus. Er könnte ein Fischer oder Seefahrer sein. Oh, und was für mächtige Hände er hat. Richtige Männerhände die zupacken können. Der Kerl reizt mich. Ich ertappe mich dabei, wie ich mir den Mann näher vorstelle. Wie er wohl mit freiem Oberkörper aussieht? Ob er stark behaart ist? Ob er überall stark behaart ist? Worauf der wohl so steht? Ich würde gerne mal an ihm schnuppern. Ob ich ihn gut riechen kann? Na, und wenn die Pracht in seiner Hose so kräftig ist wie seine Hände, dann-. Lautes Klatschen holt mich zurück in die Realität. Der Vortrag da vorne scheint ein Ende gefunden zu haben. Leider habe ich nicht gehört, was nun folgt. Hoffentlich ein zweiter unendlich langer Vortrag, damit ich den Kerl gedanklich weiter ausziehen kann. Ob der überhaupt auf Frauen steht? Auf mich steht er jedenfalls nicht. Er schaut mich überhaupt nicht mehr an. Naja, soll mir recht sein. Ich habe ja schließlich meinen Stefan.

„Stefan kennt …?“

Ach, Stefan. Was für ein Gegensatz. Ich liebe ihn, seinen Humor, sein Äußeres, sein Wesen, seinen Körper, seinen Sex. Ich habe rein gar nichts an ihm auszusetzen. Gegen diesen Typ mir gegenüber kommt er mir aber schon beinahe etwas langweilig vor. Stefan ist der klassische Anzugsträger. Und warum auch nicht? Anzüge stehen ihm. Er ist stets wie aus dem Ei gepellt; ein wunderbar gepflegter Mensch. Bei ihm müssen nicht nur die Farben seiner Kleidung exakt zusammenpassen - es ist egal, was es ist. Ob bunte Büroklammern, Briefumschläge in verschiedenen Größen, das Geschirr in unserem Schrank, das Besteck - ach, ich kann das ewig weiter aufzählen. Mir kam es bislang nicht spießig vor. Schließlich profitiere ich von seinem Ordnungsdrang. Aktuell jedoch, hier am Tisch mit diesem „wilden Fremden“ mir gegenüber, wirkt Stefan verklemmt und pingelig. Ich schäme mich geradezu für meinen gedanklichen Abgleich zweier unterschiedlicher Personen.

Die Feierlichkeit sieht offensichtlich keine neue Traumrunde für mich vor. Es bewegt sich niemand in Richtung Podest. Jetzt sollen die essfreudigen Gestalten am Nachbartisch erst einmal Beachtung finden. Kurz bevor sie ihrem Hungertod erliegen, eröffnen die Veranstalter das überaus verlockend bunte, mit allerlei Raffinessen und Kreationen bestückte, liebevoll arrangierte Buffet. Fast wie auf Knopfdruck wird es im Saal wieder unruhig und in Windeseile schwirrt das Durcheinander der Stimmen und Tonlagen um das Buffet herum. Das sind Momente, in denen ich am liebsten draußen auf den Parkplatz verschwinden möchte. Als Erste an die Speisen zu eilen und die Töpfe mit Ellenbogen zu verteidigen ist für mich genauso ein No Go, wie mitleidserregend und beinahe opfergleich als Letzte um das Buffet herumzuschleichen und die Reste der zerfledderten Tafel aufzusammeln. Ich warte üblicherweise einfach ab, bis die erste Hälfte der Anwesenden mit dem Essen beschäftigt ist. Da nutze ich doch die Gelegenheit für einen weiteren Schluck Champagner.

Für einen Moment bin ich davon überzeugt, aus dem Augenwinkel zu erkennen, wie der verlockend verkommene Mann mich anschaut. Dann höre ich ausgerechnet aus Stefans Mund: „Henk!“ zu ihm sagen. Die beiden kennen sich? Soll ich das gut finden? Nein, finde ich nicht. Ich möchte meine versauten Vorstellungen von dem fremden Mann haben und nicht von Henk, Stefans Arbeitskollegen. „Warum sitzt Du denn hier so mittendrin und nicht weiter vorne?“, fragt Stefan. Henk macht eine gleichgültige Geste und meint: „Mit der Aufteilung hier im Saal ist jeder Tisch so gut wie der andere. Ich habe sowieso nicht vor, mich hier lange aufzuhalten.“ Na bitte, ich sage doch: Er steht nicht auf mich. Würde er denn sonst schon wieder gehen wollen? Ich ertappe mich bei dem Gedanken, dass ich seinen frühen Abgang nicht möchte. Er ist einfach zu interessant und seine Nichtbeachtung reizt mich. Seine dunkle, etwas heisere Stimme beschert mir eine Gänsehaut. Wie es wohl wäre, würde er mir mit seinem Bass dreckige Fantasien in mein Ohr flüstern? Mir ist heiß. Ich brauche eine Abkühlung.

„Im Zwiegespräch“

Im Spiegel des großen, überaus sauberen Toilettenvorraumes betrachte ich mein warmes Gesicht. Die Wangen sind etwas errötet. Ich lasse mir kaltes Wasser über die Handgelenke laufen und spüre, wie meine Körpertemperatur allmählich angenehmer wird. Ist es in dem Saal wirklich so warm oder heizen mich meine Gedanken so auf? Ich schaue mir in die Augen und ermahne mich: Komm mal wieder klar. Der Typ nimmt nicht mal Notiz von Dir. Du blöde Gans. Bis vor seinem Erscheinen hat es Dir beim Gedanken an Deinen Mann zwischen den Beinen gejuckt. Und was soll das jetzt? Der Mann ist fremd, er ist nicht einmal nett und in Deiner Fantasie hörst Du ihn schon in Dein Ohr stöhnen. Bist Du tatsächlich so billig? Hast Du Dich nicht im Griff? Ehrlich? Nein, es sieht nicht wirklich danach aus, dass ich mich im Griff hätte. Und wenn schon. Ich stelle es mir doch nur vor. Das würde ich meinem Stefan und auch mir nicht antun. Ich wundere mich nur, wie dieser Kerl es schafft, so einen Reiz auf mich auszuüben. Sein Anblick bringt mich ausgerechnet auf sexuelle Vorstellungen - mit ihm! Ein warmer Schauer fährt durch meinen Körper. Ich beende mein Selbstgespräch und gebe Entwarnung. Alles ist im grünen Bereich. Ich kriege das hin, bringe diese Veranstaltung hinter mich und später vernasche ich meinen Mann. Obwohl es mich rasend macht, dass der Kollege da draußen überhaupt keine Notiz von mir nimmt. Ich stelle mich nahe vor den Spiegel und betrachte mein Spiegelbild. Sehe ich so furchtbar aus? Bin ich am Ende die Altlast? Nein! Mein Blick wandert meinen Körper hinunter. Insgesamt ist er doch in Ordnung. Ich bin nicht fett, ich bin auch nicht zierlich. Alles sitzt an Ort und Stelle. Natürlich habe ich meine Problemzonen. Wer aber hat die nicht? Ich nehme meine Brüste in die Hände und hebe sie etwas an. Dann gleite ich mit meinen Händen weiter hinunter zu meinem Bauch und lande schließlich an meinem Hintern. Ein kleines Seufzen der Sehnsucht entfleucht mir. Wie wäre es wohl, wenn das seine Hände wären, die meinen Körper gründlich abtasten? Elektrisierend! Mir kommt der Gedanke, dass ich vielleicht einfach nicht sein Typ bin. Dass er mich für eine oberflächliche Tussi hält, die nichts im Kopf hat. Ach, ich lasse diese Gedanken jetzt einfach und gehe wieder an meinen Platz.

„Kurzer Zwischenstopp“

Ich verlasse den Toilettenraum, zurre währenddessen mein Kleid zurecht und überprüfe dabei gekonnt meinen Gang. Wie ein Donnerschlag pocht mein Herz kräftig auf. Ich halte inne und werde augenblicklich nervös. ER steht an die Wand des langen Ganges zum Eingang des Saales gelehnt und schaut mich an. Und wie er mich anschaut. Ganz direkt und tief in meine Augen. Was jetzt? Mein Gott, dieser Blick. Mein Herz schlägt schneller. Nur nichts anmerken lassen. Ich muss jetzt souverän an dieser Versuchung auf zwei Beinen vorbei flanieren. Nervös schaue ich zwischen dem Boden und diesem vielsagenden Blick hin und her. Er schaut mir immer noch direkt in die Augen. Sein Blick durchdringt mich. Er hat etwas Entschlossenes und Überzeugtes. Ich fühle mich unsicher, hoffe, dass ich Haltung bewahre. Gleich wird der Moment kommen, an dem ich an ihm vorbeiflanieren muss. Die Entfernung wird immer kürzer. Noch ein, zwei Schritte und beim dritten müsste ich an ihm vorbei sein. Ich habe mich so erschrocken als ich ihn dort stehen sah, dass mir der Gang zum Saal wie in Zeitlupe und endlos lang vorkommt. So, jetzt. Kopf hoch, stolzer Blick und an ihm vorbei. Nein! Was mache ich denn nur? Anstatt an ihm vorbeizugehen bleibe ich direkt vor ihm stehen und schaue ebenso tief in seine Augen. So stehen wir nun da und schauen uns an. Vom Kopf beginnend wandert ein wohliger, aufgeregter Schauer durch meinen angespannten Körper. Ich begehre ihn. Mein Körper begehrt ihn. Meine Hände schwitzen, mein Herz hüpft vor Aufregung und gedanklich bin ich schon dabei, mich über seine unermessliche Freude schenkenden Körperteile herzumachen.

Immer noch den Blick haltend kommt er einen Schritt auf mich zu. Ich mache es ihm unweigerlich nach und so stehen wir uns schließlich ganz nah gegenüber. Ich bringe keinen Ton über meine Lippen und selbst wenn, dann ist genau jetzt nicht der Moment auch nur einen Laut von sich zu geben. Wir kommunizieren bereits mit unseren Augen. Sein Blick durchdringt mich, offenbart pure Lust. Auch sein Atem verleugnet seine Gier nicht. Meine Fähigkeit, vernünftig zu denken und zu widerstehen ist ausgelöscht. Ich will ihn. Hier. Und jetzt. Mit einer klaren Geste zieht er mich näher an sich. Unsere Körper berühren sich. Ich zittere, spüre seinen Atem näher und wärmer. Der Duft seiner Haut macht mich schwindelig. Dieser Mann riecht nach Abenteuer, Hingabe, Ekstase. In ihm scheint es zu beben. Ich zeige keinerlei Tendenz, die Flucht zu ergreifen. Ganz im Gegenteil. Ich will mir etwas Freude gönnen, die Grenzen der für gebundene Menschen bindenden Moralvorstellungen überschreiten. Ich gehe das Risiko ein. Aus keinem bestimmten Grund. Es ist ein Verlangen, ein Trieb, ein Rausch. Wir müssen aus diesem Flur raus. Der Gang ist durch seine Länge gut einsehbar und ich bin beim besten Willen nicht in der Lage, darauf zu achten wer hier entlangläuft. An der Hand dieses mich wahnsinnig anmachenden Mannes geht es zielstrebig und wortlos auf die Suche nach einem ungestörten Platz. Wir bleiben vor einem kleinen alten Aufzug stehen, der sich in einer Nische am Ende des Ganges befindet. Vermutlich diente dieser einst als Personalaufzug. Jedenfalls sieht er für unser Vorhaben wie gemacht aus.

„Der Lift der Lust“

Wir huschen hinein und die wirklich winzige Fläche sorgt von ganz alleine für Körperkontakt. Ich kann es kaum noch aushalten. Meine Hände wollen ihn anfassen. Seine Haare, sein Gesicht, seinen Oberkörper, seinen Hintern und natürlich, sogar unbedingt, seinen Schwanz. Mein Herz schlägt bis zum Hals. Ich bin so fokussiert auf meine Empfindungen und seine Bewegungen, dass keiner der Gedanken, die ich genau jetzt eigentlich haben sollte, zu mir vordringt. Ich habe auch keine Lust, meinen inneren Moralapostel, die Spaßbremse, wachzurütteln. Ich will ihn mit all meinen Sinnen wahrnehmen, seinen Körper von oben bis unten für meine Lust missbrauchen, den Schweiß auf seiner Haut ablecken und von ihm wollüstig und rücksichtslos genommen werden. Keine Gespräche, keine Kompromisse, keine Verantwortung. Lass es uns herunter brechen auf das, was es ist - pure Fleischeslust!

Die Luft ist stickig, doch wen interessiert das schon. Seine Hände vergraben sich in meinem Haar. Schließlich bewegt er meinen Kopf nach hinten und beginnt, meinen Hals mit seinen sinnlichen Lippen abzuwandern. Ich schließe meine Augen und spüre seine Berührungen so intensiv, dass mein Fordern nach mehr kaum noch zu bremsen ist. Seine Haare kitzeln mich am Kinn. Seine Lippen wechseln den Druck, werden intensiver. Er saugt und knabbert an meinem Hals. Ich bekomme eine Gänsehaut von Kopf bis Fuß. Vor Genuss seufze ich auf. An seinem Gürtel ziehe ich ihn näher zu mir. Unbeirrt setzen seine warmen Lippen ihren Weg fort, weiter hinunter zum Dekolleté. Seine Arme halten mich fest, bis schließlich eine Hand zu meinem Po wandert. Er greift fest zu. Das turnt mich an. Die öffentlich gewahrte Barriere fällt. Wir geben unsere Körper füreinander frei.

Dieser kleine Lift erfordert Können, wollte man es hier wie wild treiben. Momentan gibt es jedoch nicht auch noch Platz genug für logisches Denken. Wir sind kopflos und lassen uns von unserer Gier nach dem verführerischen, heimlichen Knall treiben. Mit seinem kräftigen Körper drückt er mich gegen die Wand. Er ist so nah an mir dran. Sein Atem wird schneller. Ich spüre seine Erregung und stehe dieser in nichts nach. Sein erigierter Penis presst sich gegen mein Schambein. Seine Erektion macht mich an. Was für eine Vorstellung, wenn ich ihn in diesem Zustand dirigieren könnte. Wenn ich über seinen Körper bestimmen würde. Wenn ich die Macht hätte zu bestimmen, ob und wann er sich entladen dürfte. Ach, das wäre eine wahrhaftige Freude, ein Fest der Sinne. Keine Tabus, keine Flucht, kein Kneifen. Wir sind frei und ich will, dass Du wahnsinnig wirst vor Begierde. Lass uns unseren Trieb ausleben. Hart, heftig, gierig aneinander aufgeilen. Komm, reib Dich an mir. Presse mir Deinen unglaublich harten, geschwollenen Penis zwischen die Beine. Reize mich, reize das Zentrum meiner Lust.

Wir küssen unsere Körper, wir saugen und lecken an ihnen. Ich möchte ihn direkt, nichts dazwischen, möchte bis zum Zerreißen gespannt sein, wenn er sich an mir reibt. Während er stärker meinen Hintern knetet, lege ich ein Bein um seine Hüfte und drücke kräftig zu, damit sich sein Reiben auf meine Klit verlagert und meine Erregung intensiviert. Ich spüre, wie meine Schamlippen immer praller werden und kann das Pochen und Klopfen darin nicht ignorieren. Mit einer seiner männlichen Hände packt er meinen nackten Oberschenkel. Meine Haut kribbelt elektrisiert. Aufstöhnen möchte ich, laut aufstöhnen. Was ist sein Schwanz wunderbar hart. Meine Vagina ist bereit ihn zu empfangen. Sie ist durchtränkt von Neugierde und Vorfreude. Beim vierten Knopf des Hemdes starte ich damit, es aufzuknöpfen und ihm auszuziehen. Meine Fingerspitzen streichen über die Haut seines Oberkörpers. Übrigens ist dieser nicht sonderlich behaart, dafür aber herrlich definiert und zum Rest des Körpers durchaus passend. Am Rande fällt mein Blick auf das bereits entdeckte Lederband um seinen Hals. Es trägt einen kleinen Anhänger mit dem Buchstaben D. Fast automatisch nimmt er diesen und schmeißt ihn über die Schulter auf seinen Rücken. Ohne mir darüber weiter Gedanken machen zu wollen, zieht er mein Kleid von meinen Schultern herunter. Er schaut verzückt auf meinen schwarz-dunkelroten BH. Innerlich flehe ich ihn an, mich endlich davon zu befreien und mich anzufassen, meine Haut zu küssen, meinen Busen zu kneten und meine aufgeheizten, harten, ihm entgegengestreckten Nippel zu verwöhnen. Als hätte er meinen Appell gehört, öffnet er meinen BH. Ich spüre einen leichten Schauer auf meinen blanken Brüsten. Schnell packt er sie in seine Hände und umfasst sie zielstrebig, knetet sie und beugt sich schließlich zu ihnen, um sie mit Küssen zu bedecken. Als er sich voller Genuss über meine Nippel hermacht, an ihnen saugt, sie fest zwischen seinen Lippen einspannt fühle ich, wie es warm und nass in meinem Slip wird.

Das Pochen meiner Schamlippen wird stärker, mir kommt es so vor, als könnte ich es sogar hören. Unsere Körper Haut an Haut zu spüren, kickt mich enorm. Was für ein Glück, dass ich mir heute ein ausführliches Peeling gegönnt habe, denke ich kurz. So habe ich jetzt glücklicherweise eine zarte und weiche Haut vorzuführen. Mich mit dem Kneten meiner Brüste und dem Zwicken, Drehen und Lecken meiner Nippel in den feuchten Wahnsinn treibend, presst und reibt er sich mit seinem steinharten, pulsierenden Gemächt kräftig an mir. Das gefällt mir. Ich scheine ohne Unterlass zu tropfen und meine Klit verlangt regelrecht danach, seinen dicken Schwanz zu bekommen, der ihr Erlösung verschafft. Mit meinem Bein drücke ich an seinem Po stärker an meine Klitoris. Mit kreisenden Bewegungen beginne auch ich mich an ihm zu reiben. Ich bin derart erregt, dass ich Sorge habe, meine Schamlippen könnten gleich platzen. Sie sind prall, fest und feucht. Ebenso meine hochsensible Klit. Beinahe wäre gar kein schnellerer Ritt mehr nötig. Sie ist kurz davor zu explodieren. Er nimmt meinen Rhythmus auf und so reiben wir uns aneinander immer enger und stärker. Vor Kraftanstrengung stöhnt er mit seinem männlichen Bass in mein Ohr. Dafür gibt es einen extra warmen Tropfen. Mit geschlossenen Augen lässt eine seiner Hände meine Brust frei. Stattdessen gleitet diese über den Stoff meines Kleides über den hochgezogenen Saum hinweg zwischen meine Beine in meinen Slip. Seine zarten Fingerkuppen an meinen erregten Schamlippen zu spüren, beschert mir die Vorstufe von Ekstase. Ich halte meine Augen geschlossen, habe den Kopf im Nacken und konzentriere mich auf die Signale meines Körpers. Ich möchte kreischen vor Wollust. Seine Finger wandern meine Klitoris entlang, öffnen meine Schamlippen ein wenig und streicheln sich weiter bis sie in mich eindringen. Nun entfährt mir doch ein lauter, eindeutiger Seufzer. Er kreist seine Finger in mir, während er gleichzeitig druckvoll mit seinem Handballen an meiner Klitoris reibt.

Ich möchte meine Beine spreizen. An seinen Schultern ziehe ich mich an ihm hoch, sodass sich meine Beine an seinem Hintern überkreuzen. Er packt mich unter meinem Kleid direkt an meinem Po, dessen Backen sich auseinander dehnen. Mein kompletter Unterleib ist ein Pulverfass. Wo auch immer er mich berührt, ich möchte explodieren. Unser Schweiß vermischt sich, ich lecke ihm seine Wangen ab. Meine Brüste pressen sich gegen seinen Oberkörper. Welch zartes, warmes Gefühl Haut an Haut entsteht. Um mich noch mehr aufzugeilen reibe ich meine Nippel an ihm. Da sein Atmen schon mehr einem Hecheln ähnelt, sehe ich den Zeitpunkt gekommen, mich über seinen tapfer ausharrenden Schwanz herzumachen. Ich packe ihn an seinen Eiern. Er stöhnt auf. Ich lasse mich wieder von ihm heruntergleiten und mache mich daran, seinen Gürtel zu lockern und seine Hose aufzuknöpfen. Plötzlich, völlig abrupt, halte ich inne. Moment mal, die Stimme da draußen kenne ich. Pssst. Lass mich lauschen. Hat man uns entdeckt? Wie lange sind wir schon hier drin? Auffällig lang? Ich bemühe mich meinen Atem unter Kontrolle zu bekommen. Durch die beschlagene, kleine Scheibe der Tür versuche ich nach draußen in den Gang zu schauen.

„Ich habe sie vorhin im Gang Richtung Toilettenraum gesehen.“ Ich erkenne Riekes Stimme. Svenja, die inzwischen eingetroffen sein muss, fügt hinzu: „Sie geht hier ja nicht verloren.“ „Na, dann wird sie schon irgendwann wieder zurück zum Tisch finden. Ich vertrete mir auch mal kurz die Beine.“ STEFAN! In Sekundenschnelle verschwindet sämtliche Hitze, sämtliche Lust. Seine Stimme trifft mich wie ein Schlag mit dem Hammer. Fast schon panisch schaue ich in die Augen meines geilen Freundes. Mit einem Glas Champagner geht Stefan an der Nische mit dem Fahrstuhl vorbei in Richtung Garten. Er will etwas frische Luft schnappen. Mein Blick verrät ein großes Fragezeichen. Und jetzt? Okay, auf jeden Fall erstmal schnell anziehen, Haare richten, Kleid zurecht zupfen. Wir müssen leise sein. Hektisch stoßen wir beim Anziehen in dem kleinen Lift immer wieder aneinander. Irgendwann ist es geschafft. Soweit, so gut. Ich muss unter allen Umständen auf jeden Fall den Toilettenraum erreichen, damit ich alle verräterischen Spuren beseitigen kann. Vor allem muss ich mich und meinen Slip trocken bekommen! Soweit steht mein Plan schon. Ich werde schnell zum Toilettenraum huschen und mein Verhältnis wird, ganz Mann, locker in den Saal schlendern. Damit wir nicht in Verbindung gebracht werden, geht er los und ich warte noch einen Moment im Lift, bis es sich für mich sicher anfühlt. Mein Herz pocht - jetzt jedoch vor Angst und Aufregung. Schließlich überzeuge ich mich davon, dass die Luft draußen rein ist und ich den Gang entlang zum Toilettenraum entkommen kann. Dort angekommen folgt sofort der Blick in den Spiegel. Hui, was waren wir wild! Ich muss kurz lächeln. Gut, dass der Lift nur so eine kleine Funzel als Beleuchtung hatte. Also, ran ans Werk. Frisch machen, auf die Toilette gehen und mich trockenlegen, den Slip gleich mit und dann total unspektakulär aus dem Raum schreiten. Gesagt, getan.

„Break“

Ich stehe am Eingang zum Saal und schaue mich um. Zu dem Stimmenknäuel und den künstlichen Lachern hat sich der Klang aneinanderstoßender Gläser gesellt. Noch kaum im Raum angekommen, schlägt mir schon eine Hitze entgegen. Die Luft riecht beinahe muffig. Mein Blick wandert zu unserem Tisch. Stefan ist zwischenzeitlich wieder an seinem Platz. Er muss kurz vor mir zurückgekommen sein. Unsere Blicke treffen sich. Sofort strahlt er mir zu und winkt begeistert. Wie soll ich das jetzt nur schaffen? Irgendwie. Ich gehe auf Stefan zu. „Na? Kommst Du jetzt doch wieder?“, fragt er lächelnd. „Natürlich.“, entgegne ich und gebe mich entrüstet. „Ich weiß, Du hattest Sehnsucht nach mir.“, versuche ich möglichst sarkastisch zu äußern. „Und ob, Du Zuckerschnute.“, flüstert Stefan lüstern. Ich muss schmunzeln. Stefan zeigt auf den Tisch: „Hier, das habe ich für Dich gerettet.“ Stolz zeigt er auf eine Schale mit Obstsalat und einem dicken Berg Sahne obendrauf. Ich lächele, schaue ihn an und bedanke mich. Stefan weiß, dass ich das Obst jedem anderen Gericht vorziehen würde. Seine fürsorgliche Geste berührt mich. Bei der vorbeilaufenden Kellnerin ergattere ich noch schnell ein Glas Champagner. Ich brauche jetzt erstmal einen großen Schluck. Oh, herrlich! Wie das prickelt.

Ich setze das Glas gleich ein zweites Mal an, um nebenbei die Gelegenheit zu nutzen mit einem Blick über den Glasrand unauffällig herauszufinden, wo Kollege Henk sich aufhält. Da! Ich habe ihn entdeckt. Mein Herz schlägt laut als ich ihn ansehe. Er steht zwei, drei Schritte vom Tisch entfernt, ebenfalls mit einem Glas Champagner ausgestattet und unterhält sich mit einem, der grauen Eminenz angehörenden oberen Zehntausend. Ich beobachte ihn. Er war mir eben noch so nah und doch komme ich erst jetzt dazu, ihn in Ruhe zu begutachten. Nachdem ich seinen kräftigen Körper gespürt habe, die unglaublich starken Hände, die zotteligen, in jede Richtung stehenden Haare - ich kann ihn mir beim besten Willen nicht als Versicherungsagent vorstellen. Sicherlich lebt er irgendwo als Fischer am Meer. Er ist wirklich nicht der typisch schöne Mann. Dafür hat er Ausstrahlung, und das nicht zu knapp! In einer Hand hält er sein Glas, die andere versteckt sich in seiner Hosentasche. Er ist meine gefährlichste Verlockung auf zwei Beinen. Meine Gedanken wollen sich schon wieder aus dem Saal stehlen. Stefan streichelt meinen Rücken, doch ich nehme es kaum wahr. Ich bin in Gedanken versunken. Dieser Henk schaut mich schon wieder überhaupt nicht an. Als wäre nichts gewesen. Innerlich bin ich zwischen irritiert und wütend sein hin- und hergerissen. „Hast Du denn keinen Appetit?“, Stefan sorgt sich offensichtlich. „Hm? Oh, doch. Natürlich habe ich Appetit. Ich habe meinen Gedanken nur ein ganz klein wenig Auszeit von diesem Saal erlaubt.“ Stefan nickt. Er versteht mich. Irgendwie ist das komisch mit uns. Wir schaffen es bei keinem gemeinsam besuchten Event, dort den kompletten Abend beisammen zu sein. Wir kommen zusammen an, dann ist er hier mal hier, ich bin mal dort, doch am Schluss der Veranstaltung gehen wir wieder gemeinsam nach Hause. Schön, dass keiner von uns eine Klette ist.

Ich ziehe die Schale mit dem bunten, köstlichen Obstallerlei zu mir heran und beginne mit der Untersuchung, welche Früchte sich unter dem großen Sahneberg versteckt haben könnten. Um dem Inhalt Herr zu werden, beginne ich am Rand und arbeite mich dann nach innen vor. Wie erfrischend diese kleinen Stückchen Apfel, Birne, Banane, Ananas, Orange, Weintrauben, Kirschen und viele Sorten mehr doch sind. Feuerrot lockt mich eine Kirsche. Halb mit Sahne bedeckt, fische ich sie aus der Schale. Ein Teil der Sahne wurde durch die Wärme flüssig. Na, toll. Bei meinem Vorhaben die Kirsche in den Mund zu bekommen, tropft etwas flüssige Sahne von der Frucht. Zum Glück nicht auf mein Kleid. Dafür läuft sie an meinen Fingern herunter. Ohne die Etikette zu wahren lecke ich die Sahne von meinen Fingern ab. Während ich sie abschlecke und sauge, sehe ich überrascht in dieses Paar Augen mit dem aussagekräftigen Blick! Aus der Distanz starrt Henk mich an und schaut verträumt zu, wie ich meine Finger ablecke. Okay, ich verstehe! Mit einem Gefühl von Triumph flüstere ich ihm in meinen Gedanken zu: „Das kannst Du haben. Zuerst aber, schau gut zu, nehme ich die Kirsche und spiele mit meinen Lippen und meiner Zunge ein wenig an ihr herum. Ja, ich weiß. Das gefällt Dir.“

Mit einem Schulterklopfer gehen Henk und der sehr seriöse Herr auseinander. Mir wandert ein Schauer über den Rücken, als Henk sich mir gegenüber auf seinen Platz setzt. „Man sagt, Du würdest wiederkommen?“, Stefan scheint sich doch jetzt nicht wirklich mit ihm unterhalten zu wollen? Henk lächelt gelangweilt: „Sagt man das? Dann wird es wohl stimmen.“ „Was hält Dolores davon? Es fällt ihr sicher schwer, Ihre Familie und die grüne Insel für Deutschland zurückzulassen, oder?“ „Ja, Dolores.“, seufzt Henk. „Wir hatten endlose Debatten über das Für und Wider. Letzten Endes ist es einen Versuch wert. Ich würde jedenfalls jederzeit wieder zurück nach Irland gehen.“ Stefan traut sich was: „Wo ist Dolores eigentlich?“ „Krank.“, antwortet Henk knapp. „Ah, verstehe. Dann ist klar, dass Du nicht so spät zurück möchtest. Mir wäre auch nicht nach Feiern, wenn ich wüsste, dass meine Carla krank zuhause im Bett liegt.“ Ich verschlucke mich prompt am nächsten Stück Obst. Stefan schreitet mit festem Klopfen auf meinen Rücken ein und Henk lächelt süffisant. Jetzt weiß ich wofür der Buchstabe D am Lederband steht. Dolores! Klar, wie hätte ich auch annehmen können, dass dieser Mann Single ist und nur auf mich gewartet hat? Dass er eine Dolores hat, gibt mir aber doch einen Stich im Herzen. Was mag das für eine Frau sein? Auf jeden Fall eine glückliche.

Ich habe genug von diesem gefährlichen Salat. „Ich werde mir mal die Hände waschen und danach etwas frische Luft schnappen.“, lass ich die Herren wissen. Es wird dunkel draußen. Die Gäste, die ebenfalls auf der Terrasse stehen und sich unterhalten, schaffen eine gemütliche Biergartenatmosphäre. Ich schlendere über die edlen Bodenplatten zum Terrassenrand. Wunderschön ist es hier. Direkt vor mir beginnt der riesengroße, wunderbar gepflegte Garten. Fast schon ein kleiner Park. Er ist gespickt mit Bäumen, Hecken und Sträuchern, Statuen und liebevoll arrangierten Blickfängen. Mit dem Wunsch den Garten zu erforschen, entledige ich mich meiner Schuhe und betrete barfuß das Gras. Ich bin bereits ein gutes Stück von der Terrasse entfernt, da legt sich wie aus dem Nichts plötzlich eine Hand auf meine Schulter. Ich weiß sofort, wessen Hand das ist.

„Der Parkplatz der Lust“

„Du wurdest also nach Irland versetzt?“, frage ich um zu verstecken, dass ich ziemlich nervös bin, weil er mir wieder so nah gegenübersteht. Was hat dieser Mann bloß für eine Wirkung auf mich! Er hebelt meinen Denkapparat aus. Es funktionieren nur noch die Sinne und Triebe. „Und jetzt ziehst Du, entschuldige, ich meine Du und Deine Frau, ihr zieht jetzt nach Deutschland?“ Er seufzt kurz und ich weiß, dass er meine Ablenkungstaktik durchschaut. „Na, soviel hast Du doch vorhin schon mitbekommen, oder nicht? Und lassen wir bitte Dolores hier raus. Sie hat mit uns jetzt in diesem Moment überhaupt nichts zu tun.“ Er zieht mich zu sich, sodass meine Brüste seinen Oberkörper berühren. „Genau wie Dein Stefan auch. Der wurde übrigens kurz nachdem Du vom Tisch weggegangen bist vom Alten entführt.“ „Vom Chef?“ „Genau. Da ich zufällig ebenfalls Lust auf frische Luft habe, kam es mir gelegen zu wissen, dass Du auch hier irgendwo sein musst.“ „Tja, und da sind wir nun.“, meine Stimme gleicht einer das Kind lobenden Gouvernante. „Das ist doch wunderbar, dass wir das ganz trocken auf das reduzieren, was es ist: Spontanes Fremdgehen auf einer langweiligen Veranstaltung. Keine großen Worte, keine Gefühle, keine Erwartungen. Einfach nur triebhafter, geiler Sex.“, ich möchte diese herabsetzenden Fakten aussprechen, denn wenn er das täte würde es mir wehtun. Er macht große Augen. Ist er nun beeindruckt von meiner Rationalität oder ist er es jetzt, den meine Worte verletzen?

„Komm,“, sage ich und nehme seine Hand. „lass uns nach einem passenden Platz für uns suchen.“ Hand in Hand gehen wir durch den Garten und halten Ausschau nach einer Stelle, an der wir ganz sicher ungestört sind. Am hinteren Teil des großen Vorplatzes sehen wir zwischen all den parkenden Autos eine dunkle Nische zwischen einem Transporter und dichtem Gestrüpp. Hier hinein fällt kein Lichtstrahl. Ohne Absprache gehen wir direkt auf diese Stelle zu. Da ich im Lift nicht dazu kam, meine Neugierde in Bezug auf seinen Schwanz zu stillen, nehme ich das jetzt offensiv in Angriff. Das lasse ich mir doch nicht entgehen. In unserem Versteck kaum angekommen, drücke ich ihn an seinen Schultern gegen den Wagen. Jetzt hole ich mir, was mich feucht macht. Es scheint für ihn in Ordnung zu sein, dass ich die Initiative ergreife. Wir beginnen mit sanften Küssen. Es gefällt mir, seine weichen Lippen so zart mit meinen zu berühren. Unser Appetit steigt. Die Küsse werden fordernder. Mein Körper reagiert mit einem aufregenden innerlichen Kribbeln. Unsere Unterleiber pressen sich aneinander. Wir spielen mit unseren Zungen. Unser Speichel vermischt sich. Er hält mit einer Hand meinen Nacken. Mit der anderen streichelt er über meinen Rücken. Ich bekomme Gänsehaut. Ist das schön!

Ich starte mit meinem Mund die Erkundungstour. Ich küsse ihn sanft im Gesicht, auf seinen Wangen, seiner Nasenspitze, seinem Kinn. Er schließt die Augen und genießt. Ich mache mich auf den Weg zu seinem Hals. Meine Lippen streicheln seine so wunderbar nach Mann riechende Haut. Ich öffne erneut sein Hemd und streiche mit meinen Handflächen über seinen kräftigen Oberkörper. Er seufzt auf. Seine Nippel sind hart, haben sich vor Erregung zusammengezogen. Ich beginne, mit ihnen zu spielen. Ich schnippe mit dem Finger gegen sie, drehe, drücke und küsse sie, sauge und lecke an ihnen. Das bringt ihn in Fahrt. Er stöhnt so erotisch in die Dunkelheit hinein. Mit kreisenden Bewegungen streichelt meine Hand langsam seine Seiten, seine Rippen und seine Lenden. Sein Körper spannt sich an. Er holt tief Luft. Mit seinem Unterkörper streckt er sich meinem entgegen. Ich fühle seinen harten, aufgepumpten Schwanz. Mit kreisenden, leichten Bewegungen massiere ich seinen Bauch. Er windet sich, signalisiert mir, dass er möchte, dass ich weiter nach unten gehe. Ja, hab etwas Geduld. Ich möchte noch Deine Hüfte liebkosen. Mein Mund saugt seine Haut ein. Wie unglaublich zart sie ist. Ich kann nicht anders, muss mit meiner Zunge von den Rippen bis zum Becken eine feuchte Spur lecken. Er riecht nicht nur betörend, er schmeckt auch so. Sein Unterleib windet sich mehr und mehr. Seine Pobacken pressen sich zusammen. Sein Hintern drückt sich von der Seite des Transporters weg und er spreizt einladend seine Beine etwas auseinander. Auch ich bin erregt. Wieder werden meine Schamlippen ganz heiß und prall. Ich öffne seinen Gürtel und dann sofort seine Hose. Oh, ich kann es kaum erwarten. Lass mich ran an Dein bestes Stück. Bevor ich ihn aber aus der Shorts befreie, widme ich mich seinen nackten Oberschenkeln. Meine Finger gleiten sanft an ihren Außenseiten hinunter und an den Innenseiten wieder hinauf. Wie zufällig streift meine Hand seinen Hodensack. Diese besondere, so weiche Haut mit den harten Kugeln darin. Ich gebe einen entzückten Ton von mir.

Er zittert vor Lust. Sein Schwanz pulsiert und steckt in Form einer großen Beule immer noch in den Shorts gefangen. Ich verweile aber lieber noch etwas an den Hoden. Meine Finger streichen darüber, umschließen sie und drücken ein kleines bisschen zu. In meiner Hand lasse ich seine Bälle hin und her wandern. Mit seinem Kopf im Nacken und geschlossenen Augen ist er bereit für den kopflosen Rausch auf dem Pfad der Lust. Bereit abzuheben und zu fliegen. Mit einem Finger wandere ich langsam nach oben. Mein Herz pocht, mein Slip ist längst wieder feucht. Endlich bin ich angekommen, endlich darf ich mich in seinem Lustzentrum austoben. Ich befreie ihn von den engen Shorts. Voller Neugier blicke ich aufgeregt auf sein bestes Stück. Was für ein Penis! Er ist kurz davor zu platzen. Hart, fest und zu voller Größe angewachsen. Wir atmen beide schneller und schwerer. Meine Schamlippen schließen und öffnen sich. Meine Klit pulsiert aufgeladen vor Geilheit. Er macht mich so heiß. Alleine seine atmenden Laute könnten mich zum Orgasmus bringen. Von unten nach oben benetze ich seinen steifen Schaft mit feuchten Küssen. Mein warmer Atem verteilt sich auf der nassen Spur und beschert ihm ein wohliges Schauergefühl. Ich umschließe schließlich seinen lustfördernden Schwanz und drücke fest zu. Er öffnet kurz die Augen und schließt sie sofort wieder mit einem wollüstigen „Uff!“ Jeder Muskel seines Körpers ist angespannt.

Genüsslich beginne ich damit, Hoden und Schwanz zu massieren. Ich gleite ganz langsam die Haut entlang, meine Fingerspitzen üben einen leichten Druck aus. Immer wieder zuckt der Schwanz erregt. Ja, jetzt bekommst Du endlich mal etwas, was Dich fliegen lässt. Das wird Dir Deine Dolores sicher nicht bieten. Der Gedanke an Dolores motiviert mich und lässt meine Finger fester und fordernder seine Hoden und seinen Schaft entlangwandern. Eine Hand hält seine Hoden fest. Sie passen so gut hinein. Mit meiner anderen umfasse ich die ganze Pracht. Ich drücke fester zu und schiebe meine Hand von unten nach oben und wieder zurück. Da scheint aber jemand ausgehungert zu sein, so wie er zittert. Ich betrachte ihn. Seine Muskeln sind angespannt. Sie sind aufmerksam, wollen nichts verpassen. Seine Brust hebt und senkt sich. Seine Atmung ist schwer und zügig. Fast wäre ich geneigt, meine dicken Schamlippen freizugeben und mich mit meiner feuchten Vagina an seinem Schwanz zu reiben. Lieber jedoch möchte ich jetzt mit seinem Penis spielen. Ich will, dass er explodiert. Während ich in die Knie sinke, lass ich meine Zunge flach und breit über seinen Körper gleiten.

Wieder entlässt er einen Seufzer in die Nacht. Ich nehme den Rest Champagner aus dem Glas in meinen Mund. Er prickelt noch leicht. Ich stülpe meine Lippen über seine Eichel und lasse sie im sprenkelnden Nass verweilen. Ja das gefällt ihm. Er stöhnt vor Lust. Langsam sauge ich den Schluck wieder ein, während meine Zunge an seiner Schwanzspitze verbleibt. Spitz lasse ich sie auf seiner heißen Eichel entlang gleiten. Jetzt gehe ich dazu über, seine Spitze mit meiner Zunge abzuklopfen. Erst sachte und dann mit einem leichten Druck. sein Schwanz pumpt in meiner Mundhöhle. Ich spiele mit seinem Eichelkranz. Fahre mit meiner Zungenspitze den ganzen Rand entlang. Mit meinen Lippen sauge ich die Vorhaut über seine Eichel, um sie dann in die kleine Öffnung zwischen meinen Lippen ohne Vorhaut wieder eintauchen zu lassen. Er gerät in Ekstase. Verlangt nach mehr. Will es schneller. Braucht es härter. Ich packe seinen Schwanz mit meiner Hand und umschließe ihn fest. Meine andere Hand massiert seine Hoden sowie seinen Damm. Ich hauche meinen warmen Atem auf seine Eichel. Öffne meine Lippen einen Spalt. Sauge langsam über seine Spitze den Schwanz in meinen Mund. Ich saug ihn ganz tief ein. Er stößt hinten an meinen Gaumen. In meinem Mund erzeuge ich ein Vakuum und schnalze mit dem Zungenrücken von unten gegen den steinharten Schaft. Seine Spitze stößt immer wieder gegen meinen Gaumen.

Er ballt seine Hände zu Fäusten. Stöhnt und seufzt voller Begehren. Meine Zunge tanzt seinen Schwanz entlang wie eine brennende Fackel. Während ich den Schwanz den ganzen Weg zurückgleiten lasse, sammelt sich mein Mund mit Speichel. Wieder sauge ich ihn tief ein. Mitten in die feuchte, dunkle Mundhöhle. Ich fühle mich großartig. Ich habe ihn in der Hand. Nun kann ich bestimmen, wann er explodieren darf. Tja, Dolores. Schau mal, ich habe Deinen Mann am Sack! Ich verwöhne ihn immer weiter. Lege einen Gang zu. Meine Lippen umgarnen seinen Penis mit einem festen Druck. Zusätzlich drücke ich mit meiner Hand, die den Schwanz fest umschließt, fester zu. Ich steigere das Tempo. Rein-raus, rein-raus, rein-raus. Er kämpft mit seiner Lautstärke. Ich fühle, dass er es nicht mehr lange aushält. Noch ein paar Bewegungen und er wird seinen Saft in meinen Mund schießen. Ich werde ihn genüsslich hinunterschlucken. Wissend, dass er den Rest des Abends enorm befriedigt sein wird. Sein Penis zuckt in meinem Mund, er stöhnt, ist bis zum Anschlag gespannt und bereit, sein Sperma zum Abschuss freizugeben. Mein Kopf glüht, mir rennt der Schweiß von der Stirn und der Saft aus meiner Vagina. Fast kann ich spüren, wie es mir feucht die Oberschenkel hinunterläuft.

Ich läute den Höhepunkt ein. Sein ganzer Körper ist auf Empfang. Ich saug erneut seinen Schwanz ganz tief ein. Meine Zunge bildet im Mund zusammen mit dem Gaumen einen dünnen Schacht, durch den sein Schwanz gleitet. Immer wieder, immer schneller. Er keucht leise, möchte stattdessen jedoch lieber aufschreien. Urplötzlich wie aus dem Nichts verharrt er. Ich bin so verblüfft, dass ich alles aus meinem Mund gleiten lasse und zu ihm aufschaue. Er legt einen Finger auf seinen Mund und macht eine lauschende Geste. Jetzt kann ich es auch hören. Der Klang von Stöckelschuhen auf dem Asphalt. Er wird immer lauter, kommt näher. Ich halte die Luft an. Das darf doch wohl nicht wahr sein. Kommen wir denn hier nie zum Abschluss? Müssen wir uns etwa ein Zimmer in einem Stundenhotel für den glorreichen Abschluss besorgen? Er lässt resigniert den Kopf hängen. „Ist die Oma denn noch da?“, fragt die Stimme der Stöckelschuh-tragenden Frau. „Dann gehe doch bitte solange zur Oma, mein Schatz. Ich bin gleich bei Dir, dann kannst Du einschlafen. Ich fahre jetzt gleich los, okay? Ach, mein Schatz. Das schaffst Du schon. Bitte gehe jetzt zurück zu Oma. Ich muss auflegen. Bin gleich beim Auto.“ Okay, Problem erkannt. Wenn überhaupt hat die Mutter nur noch ihr Kind und einen möglichst schnellen Abflug im Kopf. Sie wird sich also nicht durch die Hecken quetschen, um zufällig zwei willige, aufgegeilte Fremdgänger aufzuspüren. Auf der anderen Seite des uns Schutz bietenden Gebüsches summt das Schloss eines Autos. Die Tür öffnet sich, die Stöckelschuh-Geräusche verstummen und die Autotür schlägt wieder zu. Bumm! Zwei grelle Scheinwerfer scheinen uns erwischt zu haben. Instinktiv gehen wir beide in die Hocke. Das Geräusch des Motors ertönt und Mutti rollt vorsichtig aus der Parklücke, über den Hof Richtung Ausfahrt.

Das ist doch mal wieder typisch. Fast hätte ich ihn kommen hören. Allein der Gedanke sorgt für ein kräftiges Zucken in meinem Slip. Während sich meine Hand in der Hocke auf seinem Knie abstützt, schaue ich ihn von der Seite an. Ich stelle mir vor, wie geil es mich machen würde, wenn ich ihn dabei beobachten würde, wie er es sich selbst besorgt. Mir vorzustellen, ihm dabei zuzusehen, wie er sich überall streichelt, reibt und zum Orgasmus bringt, heizt mir so richtig ein. Mit einem Ruck bin ich wieder in der Realität. Wir stehen beide auf. Er packt seinen schönen, jetzt wieder erschlafften Schwanz wieder ein. Er tut mir fast leid. Immerhin gehörte das nicht mit zu unserem Spiel. Ich wollte, dass er in meinem Mund kommt. Ich wollte seinen glibberigen, glitschigen, warmen Saft meine Kehle hinunterlaufen lassen. Fast hatte ich ihn soweit.

„Na, toll! Wieder ein Break“

Wir schauen uns an. Reden kein Wort. Gemeinsam schleichen wir uns verwirrt aus der Nische bis zum ersten Lichtkegel. Wie selbstverständlich trennen sich unsere Wege, damit uns niemand zusammen sieht. Mein Herz pocht immer noch und mein Atem scheint sich nur langsam zu normalisieren. Zurück im Saal bemühe ich mich, möglichst unauffällig zu wirken. Innerlich brodelt es in mir. Jetzt will ich ihn erst recht. Ich gehe hier nicht eher weg, bevor er oder ich, oder wir beide wie ein buntes Feuerwerk explodiert sind. Stefan scheint immer noch in den Fängen seines Chefs zu sein. Am Tisch ist er jedenfalls nicht. Ich brauche einen ordentlichen Schluck Champagner. Mein Frust muss ertränkt werden. „Also wir gehen jetzt.“, höre ich Rieke von hinten kommend sagen. Sie legt eine Hand auf meine Schulter. Ich stelle mein Glas auf dem Tisch ab und schaue hoch zu ihr. Sie schnappt sich Stefans leeren Stuhl und erklärt: „Ich warte noch auf Svenja. Die kann doch nirgendwo aufbrechen, ohne vorher noch einmal auf der Toilette gewesen zu sein.“ „Hat sie denn wenigstens Euer Auto mitgebracht, damit Ihr den langen Heimweg angenehm gestalten könnt?“, frage ich, obwohl es mich überhaupt nicht interessiert. „Na, davon gehe ich aus. Ansonsten hätte ich mich völlig umsonst nüchtern durch diese Pflichtveranstaltung gequält. Wo ist denn Stefan eigentlich? Wollte mich auch noch von ihm verabschieden.“, fragt Rieke und lässt dabei ihren Blick durch den Saal wandern. „Ah!“, ruft sie plötzlich. „Ich habe ihn entdeckt. Oh der olle Hartmann hat ihn sich gekrallt.“ Ohne mir eine Gelegenheit zum Sprechen zu geben, macht sie große Augen, als wäre ihr gerade eine Idee gekommen.

„Oha!“ Jetzt reiße ich meine Augen ebenfalls auf, gespannt, was jetzt wohl kommt. „Ich kombiniere mal. Hartmann hat sich Stefan an den Tisch geholt. Das macht der nicht einfach so. Dazu noch haben sie Henk an Euren Tisch gesetzt.“ Henk? Mir fährt sofort ein Kribbeln durch meinen Körper, als Rieke seinen Namen so belanglos ausspricht. Moment mal. Rieke kennt Henk? Als hätte sie meine Frage hören können, fährt sie fort: „Na, Henk wird doch derzeit groß gehandelt. Deswegen kommt er doch überhaupt nach Deutschland zurück. Als er nach Irland zog, hätte man ihm gar nicht zugetraut, dass er sich da ein kleines, lukratives Netzwerk bastelt und jährlich überdurchschnittlich hohe Zahlen beim Chef abliefert.“ Mein Gott, wieso weiß Rieke denn das alles über ihn? „Er wirkt nicht gerade glücklich darüber, Irland zu verlassen.“, mein Einwurf war ja so nichts sagend und hat dennoch die Absicht, zum Gespräch beizutragen. Rieke nickt und seufzt: „Ja, so wird das wohl sein. Er hat ja immerhin sein Herz an die grüne Insel verloren. Ich meine, schau ihn Dir an. Er sieht aus wie ein irischer Landwirt oder Fischer. Seine gegerbten Wangen, die rauen Züge, die wilden Haare. Dort scheint keiner so ein verklemmtes Bild von Versicherungen zu haben, wie wir hier. Spießige Anzugsträger.“ Das klingt ganz nach Rieke, die keine Gelegenheit auslassen kann, einen verächtlichen Spruch über Männer zu machen. „Aber Henk ist eine Ausnahme. Dafür, dass er ein Mann ist, sieht er wirklich toll aus.“ „Wer sieht toll aus?“, fragt eine heraneilende Svenja. Mit gespielter Strenge haut sie Rieke die flache Hand auf ihren süßen Popo. „Keine Sorge, mein Schatz. Ich spreche nur über einen Mann.“, versichert Rieke. „Ach, so. Ich bin von echter Konkurrenz ausgegangen.“ Svenja lacht hämisch.

Bei Stefan und seinem Guru tut sich etwas. Sie stehen auf und geben einander die Hand. Mit einem roten Kopf schlendert Stefan auf uns zu. „Hähnchenstand?“, fragt er wohlwissend, dass zwei von uns drei Frauen giftige Pfeile auf ihn schießen würden, nur auf Grund der Tatsache, dass er ein Mann ist. „Ach, Klugscheißer.“, meint Rieke. „Wenn schon, dann Hennen. Hauptsache erstmal schon von weitem das Revier markieren, was?“ Aus ihren Augen zischt ein liebevoll gemeinter Blick zu Stefan. Er grinst. „Da seid Ihr schon mal irgendwo eingeladen und dann wollt Ihr jetzt schon gehen?“ Svenja holt tief Luft und will zum verbalen Schlag ansetzen. Rieke kommt ihr zuvor: „Der Unterschied ist, dass wir durchziehen worauf wir Lust haben. Innerlich sehnst Du Dich doch schon zurück in die eigenen vier Wände wo Du genüsslich Deine Carla um den Verstand stößt.“ Ich schaue sie entsetzt an. „Wo sie Recht hat, hat sie Recht.“, gibt Stefan zu. Sein Blick wandert zu mir. Ganz frech schenkt er mir ein Augenzwinkern. Ich hingegen kann nur ein müdes Lächeln erwidern. Mein Blick sucht die ganze Zeit verzweifelt nach Henk.

„Dann lass uns doch gleich mal die Biege machen, damit wir beide noch etwas von der Nacht haben.“, schlägt Svenja in verführerischem Ton vor. „Oh, ja.“, Rieke ist vollkommen einverstanden. „Gute Nacht Ihr beiden, habt noch viel Spaß. Obwohl ich bezweifele, dass hier noch was zu reißen ist.“ Rieke verabschiedet sich von Stefan mit einem Kuss auf die Wange. Wir umarmen uns freundschaftlich. Svenja, die Kühle in diesem Duo, hebt zur Verabschiedung lediglich die Hand in die Runde. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich die beiden sehe. Ich gönne ihnen ihr Glück von Herzen. Danach drehe ich mich zu Stefan, der mir in die Augen schaut. „Und wie geht es Dir? Alles in Ordnung?“ Ich meine damit das lange Gespräch mit dem Chef des Konzerns. „Ja. Alles bestens. Hartmann ist ein sehr verständnisvoller Chef, der das Menschliche nicht aus den Augen verliert.“ Ich nicke und verstehe, dass Stefan hier nicht über Details sprechen möchte. Dann seufzt er tief. „Oh weh. Du hast natürlich aus Anstand fleißig am Rotwein genippt, nicht wahr?“ Stefan schaut mich verschämt an. „Merkt man das schon so deutlich?“ „Nein, mein Schatz. Ich merke es, weil ich Dich kenne.“ Stefan verträgt keinen Rotwein. Eigentlich bleibt er ihm auch immer fern. Wenn die Situation es seiner Meinung nach jedoch erfordert, lässt er sich nichts anmerken und trinkt höflich mit. Schon oft bekam er am nächsten Tag die Quittung mit starken Kopfschmerzen.

Aus einer kleineren Gruppe sondert sich ein Kollege ab und kommt direkt auf uns zu. Es ist der Kollege, mit dem sich Stefan zu Beginn schon intensiv unterhielt. „Jetzt muss ich aber nochmal auf unser Gespräch von vorhin zurückkommen.“, lässt er Stefan wissen. Stefan schaut mich fragend an. „Ist schon okay.“, bestätige ich. „Nicht lange. Von mir aus können wir auch bald gehen.“, flüstert Stefan und gibt mir einen feuchten Kuss auf die Wange. Ich rieche den Rotwein und hoffe in seinem Interesse, dass er jetzt die Finger davonlässt. Er steht auf und geht mit seinem Kollegen ein paar Schritte, um am Rand der Veranstaltung erneut in ein tiefes Gespräch zu verfallen. Mir entfleucht ein Gähnen. Was für ein schräger Abend. Und obwohl ich zwischen feucht werden und mich anschließend wieder trocknen viel Verlockendes und Aufregendes erlebt habe, bleibt in mir ein unbefriedigtes Gefühl zurück. Ich mache mich nochmal auf, schlendere den Gang entlang und entschließe mich schließlich den Toilettenraum zu nutzen, um mich zu erfrischen. Ich bin gerade hereingekommen und stehe vor dem großen Spiegel, als plötzlich jemand in Windeseile eintritt. Ich drehe mich erschrocken um. Henk!

„Der Toilettenraum der Lust“

„Wo warst Du die ganze Zeit?“, frage ich und dabei ist mir die Antwort egal. Er steht vor mir, leibhaftig. Ich inhaliere seinen Duft. Er raubt mir alle Sinne. Frech und vielsagend schaut er mich an. Sein Blick sagt: „Jetzt oder nie.“ Und ich schließe mich dem zu gerne an. Es braucht keinen großen Schritt und wir stehen uns sehr nah gegenüber. Als würde die Stimmung schlagartig kippen, schaut er mir tief in die Augen. Das ist gar nicht gut. Tu das nicht. Ich vergesse das Bild sonst nicht mehr und verliere mein Herz an Dich. Meine Gedanken kreisen, meine Augen genießen den Anblick, meine Hände wären auf seinem Körper am liebsten überall gleichzeitig. Wir drücken uns fest aneinander. Ich spüre, wie die Beule in seiner Hose wächst und steinhart wird. Fest drückt er seinen Schwanz gegen meinen Unterleib. Ich könnte aufschreien vor Begierde. Schon quält mich wieder das Pochen meiner Schamlippen. Dieses Mal verlangen unmissverständlich sie nach Erlösung. Ich will ihn. Will, dass er mich nimmt. Ich möchte diesen einen Moment nur mit ihm ganz allein teilen. Er packt mich gierig und fest an meiner Hüfte. Dazu presse ich mich mit all meiner Kraft gegen ihn. Wir reiben uns aneinander und starten mit heftigen, fordernden Küssen. Ich schließe meine Augen, bin bereit mich ihm hinzugeben. Unsere Zungen lecken sich gegenseitig, die Zungenspitzen necken sich und tanzen wild umher. Er macht mich wahnsinnig. Meine Nippel reiben an seinem Oberkörper. Ich bin total erregt und zu allem bereit. Er stöhnt mir direkt ins Ohr. Das lässt mich noch geiler werden. Leicht spreize ich meine Beine und spüre, wie sich einmal mehr mein Slip mit warmer Nässe füllt. Sein Schwanz drückt immer wieder gegen mein Schambein. Ich strecke ihm meinen Unterleib entgegen und möchte fast flehen, dass er seinen Schwanz an meiner erregten Perle reibt. Unser Atem wird immer schneller und schwerer.

Wir küssen feucht und hektisch unsere Körper, lecken unsere Hautpartien am Hals, Nacken und an den Ohren. Henk packt mich, zieht mich zu sich hoch, sodass er mich trägt und ich meine Beine an seinem Hintern überkreuze. Das gibt mir zusätzlichen Halt und genug Kraft, um sein Becken stärker an mich zu drücken. Mit mir auf dem Arm geht er zielstrebig auf die nächstbeste Kabine im Nebenraum zu. Hungrig küssen wir uns mit heftigem Druck, pressen unsere Lippen aufeinander, saugen an unseren Zungen. Mein kompletter Unterleib gibt mir das Gefühl, kurz vor dem Platzen zu sein. Alle meine Sinne verlangen nach mehr und zwar kräftig und schnell. Der Mann, der mich an diesem Abend überall berührt hat und glücklicherweise hartnäckig immer wieder neu ansetzt, zieht mich magisch an. Seine Anwesenheit verwandelt meine Vagina in einen herrlich glitschigen, feuchten Tempel, dessen Tore sich prallen, pochenden Tälern und Bergen ähneln, Lust spendend, sich öffnend und wieder schließend, den Atem gleich nach dem Verstand raubend. Meine kostbare Perle an vorderster Front des Spielplatzes der Geilheit wartet aufmerksam und hochsensibel darauf, sich von all den Sinnen, die seine Begegnung erwachen lässt, in den Wahnsinn treiben zu lassen. Fass mich an, überall. Und ich pack Dich, drück Dich, knete Dich, reibe Dich. Komm endlich in mein Innerstes, lass uns eng umschlungen im gleichen Rhythmus dem kleinen Tod entgegen tanzen. Spucke Deinen Trank in meine Kammer, ergieße Dich, flute sie. Winde Dich tief in mir, so tief Du nur kannst und lass los. Spritze ab. Ergieße Deinen Zauber mit voller Wucht in mich. Langsam gleite ich herunter. Stehe vor ihm. Mit einem energischen Druck dreht er mich mit dem Gesicht zur Wand. Ich verstehe, lasse meinen Slip sinken und stütze meine Hände an der Wand ab. Mit gespreizten Beinen warte ich darauf, dass er mich von hinten nimmt. Ich höre, wie er sich hastig den Gürtel und seine Hose öffnet. Die Beule springt aus der Unterhose und entfaltet sich zu seinem prächtigen Schwanz, der fast ein Eigenleben entwickelt hat und sich meinem Po aufgeregt und stramm entgegenstreckt.

Henk streichelt meinen Po und verteilt dabei viele, zarte Küsschen auf meinem Rücken. Meine Klit hüpft aufgeregt und kann es kaum mehr erwarten, seinen nackten Schwanz zu spüren. Das gesamte Areal um meine Schamlippen und um meine Vagina pocht verlangend, zieht sich zusammen und entspannt. Ich beuge mich soweit wie möglich nach vorne, damit sein Schwanz bequemer in mich eindringen kann. Er presst seinen Unterkörper fest an mich, mit seinen Händen dirigiert er meine Hüfte und dann - endlich! Mit zunächst zaghaftem dann gesteigertem Druck klopft seine heiße Eichel an meine Scheide. Es gleicht einer Zelebration, wie verspielt er immer wieder gegen sie drückt, verführerisch herumkreist, um dann erneut Druck auszuüben. Der Eingang in mein Innerstes ist heiß und unglaublich feucht. Das Geräusch, welches beim Anstoßen seines Schwanzes an meine nasse Vagina zu hören ist, scheint ihn anzumachen. Er seufzt einen tiefen Stoß hinaus. Ich bin wie elektrisiert, kann es kaum aushalten. Während eine Hand weiter meine Hüfte lenkt, wandert die andere zu meiner Brust. Er knetet und drückt sie. Bei meinen steifen, harten Nippeln erwacht auch in seinen Fingern der Spieldrang. Vor Erregung stöhne ich laut auf, als er meine Nippel kneift, zieht und streichelt.

Es wird Zeit, komm schon, dring in mich ein. Du machst mich wahnsinnig. Langsam erfolgt der nächste Druck auf meine Vagina. Seine Eichel setzt den Weg unglaublich genüsslich fort, um die Schwelle zu meinem Tempel zu überschreiten. Vorsichtig verharrt der Schwanz, als würde er sich erst umschauen wollen. Mit einem zaghaften Stoß geht seine Reise weiter. Ja! Oh, Mann. Das fühlt sich verdammt gut an. Ich presse Töne der Verzückung aus mir heraus. Mit meinem Hintern stemme ich mich gegen sein Becken. Der Penis wandert weiter. Tief, immer tiefer hinein, bis er schließlich am Ende angekommen ist. Ich fühle ihn, wie er innen drin gegen mich stößt. Ein verzücktes „Ah!“ in seinem erotischen Tonfall schwebt an meinem Ohr vorbei. Wild vor Lust zieht er seinen Schwanz zurück, hinaus, um sofort erneut einzudringen. Was für ein Gefühl! Mein Verlangen nach mehr ist nicht zu stillen. Immer wieder stößt er in mich hinein. Immer schneller und immer kräftiger. Wir stöhnen vor Anstrengung und Begierde. Ich folge seinen Bewegungen. Wir werden immer schneller. Unsere Körper klatschen laut aneinander. Ich fühle seine dicken, prallen Hoden an meinem Po. Sie knallen immer und immer wieder dagegen und bereiten mir höchste Lust. Wir schwitzen und die gesamte Nässe auf unseren Körpern führt zu quietschenden, schmatzenden Geräuschen, dazwischen immer wieder das Klatschen der Körper durch den Stoß. Wir atmen immer schneller. Verharren ineinander, bewegen uns erneut im Gleichklang. Wir knallen uns gegenseitig dem Höhepunkt entgegen. Was mich betrifft: Noch ein, zwei Stöße und ich bin soweit. „Weiter, mach weiter.“, bitte ich. „Ich bin soweit.“ Als hätte er nur darauf gewartet, holt er zum Finale aus. Mit voller Härte rammt er seinen Penis in mich und wieder heraus, wieder rein und wieder heraus, wieder rein - und dann: JAAAAA!! Wir fliegen, halten inne, unsere Hauptakteure zucken erfreut über die Entladung. Ein Teil seines warmen, glibberigen Saftes rinnt zwischen meinen Beinen hinunter. Den Rest trage ich in mir. Nach der Ekstase und dem befriedigenden Zucken zieht er seinen Schwanz langsam heraus. Ich verabschiede ihn, indem ich meine Vagina zusammenziehe und ihn so ein letztes Mal umarme. Ich bin so nassgeschwitzt, innen wie außen total feucht. Meine Atmung ist immer noch aufgeregt schnell. Er küsst meinen Po zum Abschluss. Wir ziehen unsere Kleidung wieder hoch, ich rücke mein Kleid an Ort und Stelle und drehe mich zu ihm um. „Leb wohl.“, flüstert er und küsst mich innig. Mit einer Handbewegung dreht er das Schloss der Kabinentür und verlässt den Toilettenraum.

„Na, geht doch! - Endlich befriedigt“

Total benommen, verwirrt aber immerhin wohlig befriedigt, gehe ich ebenfalls aus der Kabine zum großen Spiegel im Vorraum. Mit etwas Papier wische ich die auffälligsten Spuren seines Saftes von meinen Beinen. Ich möchte den gesamten Rest tief in mir tragen. Es wird mich noch lange beeindrucken, was heute passiert ist. Und, nein, ich will jetzt nicht moralisch denken. Ich streiche mein Haar nach hinten, hebe es an. Mein Kopf ist heiß, der Schweiß kitzelt beim Herunterlaufen. Das kühle Wasser erfrischt mich. Am liebsten würde ich es noch stundenlang über meine Arme, meine Handgelenke und meinem Hals verteilen. Ich komme gedanklich zurück an die Oberfläche und höre Stimmen unmittelbar vor der Tür des Toilettenraumes. Nun gut, irgendwann muss ich ja auch mal hier raus. Ich verlasse den Raum und sehe Stefan im Gang vor der Tür. Er hält meine Handtasche, sieht nach Abflug aus. Er redet noch mit der Assistentin seines Kollegen, bis er mich erblickt. „Geht es Dir gut?“, fragt er. „Ich habe Deine Handtasche dabei, falls Du etwas daraus benötigst.“ „Das ist lieb, mein Schatz. Danke.“, antworte ich völlig desinteressiert. Im Hintergrund sehe ich Henk. Er nimmt sein Jacket und geht. Durch das große Fenster auf der einen Seite des Ganges kann ich ihn draußen im Lichtkegel Richtung Parkplatz gehen sehen.

Mein Blick verfolgt ihn sehnsuchtsvoll bis er ihn schließlich verliert. Ich starre in die leere Dunkelheit da draußen und meine Augen beginnen zu brennen und zu tränen. Ich blinzele, was mich wieder ins Jetzt befördert. Beim Gedanken an mein saftiges Geheimnis tief in mir, seufze ich auf. Ich spüre noch immer seine Stöße, meine Brüste fühlen noch immer sein Kneten. Meine Nippel haben sich auch noch keinesfalls beruhigt. Ich bin herrlich kaputt, herrlich durcheinander, herrlich durchgebumst. Ich weiß nicht, wie lange wir miteinander beschäftigt waren. Offenbar lang genug, denn Stefan möchte nach Hause. Sofort bin ich einverstanden. Jetzt, wo Henk definitiv nicht mehr hier ist, wohl möglich gleich seine Dolores pflegt, hält mich hier auch nichts mehr. Stefan ruft ein Taxi und wir warten in der Eingangshalle des Schlosses. „Stefan!“, ruft die Stimme eines älteren Mannes. Es ist sein Chef. „Haben Sie meinen Enkel gesehen? Ist Henk schon weg?“ „Der ist gerade eben gegangen. Ich habe ihn kurz davor noch gesehen.“ „Ah, danke. Dann weiß ich Bescheid.“

Ich glaube, ich muss sofort in Ohnmacht fallen. Jetzt sag nicht, dass MEIN Henk der Enkel des Obermeisters hier ist. Na, jetzt ist es also noch wichtiger, dass unser Treiben niemals ans Tageslicht kommen darf. Ich sehe zwei immer größer werdende Lichtkegel die lange Einfahrt entlangkommen. Unser Taxi ist da. Müde von all den Eindrücken steige ich ein. Stefan, der die Tür für ich aufhielt, schlägt diese zu und wandert um den Wagen herum, um neben mir einzusteigen. Er nennt dem Fahrer die Adresse, lehnt sich in den Sitz und legt seine Hand auf meinen Oberschenkel. „Es tut mir leid, mein Schatz, dass ich Dich den Abend über so oft alleine gelassen habe. Ich hoffe trotzdem, dass Du Dich gut unterhalten hast.“ „Das ist schon okay. Ich verstehe das doch. Der Abend war Dir wichtig.“, beruhige ich in verständnisvoll. Wenn er nur wüsste. Er fährt fort: „Was für ein Abend! Und der Abschluss erst. Dieser Henk!“, er schmunzelt in sich hinein. Ich erschrecke mich, als Stefan seinen Namen ausspricht. „Was für ein Honk! Da rennt der einfach in die Toilettenräume der Damen.“, höhnisch lacht er auf. Ich mag es nicht, wenn er so über Henk spricht. Stefan resümiert: „Der hat nicht halb soviel getrunken wie ich und mir wäre das sicher nicht passiert.“ Ich schaue aus dem Fenster, beobachte die vorbeiziehenden Lichter der Laternen und denke: „Nein, Stefan. Das wäre Dir nicht passiert!“

ENDE

Cäsars Lenden und Friedrichs Moneten

Immer ist es dieser Gesichtsausdruck zwischen Hoffen und Aufgeben, mit dem Nele mich prüfend anschaut, um einzuschätzen, ob sie mich von ihren Aussagen überzeugt hat. Auch jetzt sitzt sie mir gegenüber und prüft mich. „Ach Nele, Kind, was soll ich sagen? Es ist so absurd.“. Ich beende die unangenehme Stille zwischen uns. „Möchtest Du noch eine Tasse Kaffee oder etwas anderes?“ „Nein danke.“, schießt Nele mir entgegen. Alles klar. Sie möchte nicht über Getränke sprechen. „Mensch, Oma!“, seufzt sie. „Jetzt wach doch mal auf! Ich kann nicht verstehen, wie Du so ruhig in Deinem Sessel sitzen kannst.“. „Mein Schatz, was sollte ich Deiner Meinung nach tun? Wie von der Tarantel gestochen durch die Wohnung rennen? Ihn im Schlaf abstechen? Zudem Du lediglich Vermutungen anstellst. Glaubst Du denn nicht, dass ich im Laufe meiner langen Ehe nicht ebenso hin und wieder mal diese Sorge oder Vermutung hatte? Am Ende ist es Gift für eine Beziehung, Vergehen zu suchen, die es nicht gibt.“. Nele tippt nervös mit ihren Fingern auf ihr Knie. Sie holt tief Luft, ist kurz davor zu platzen. „Ob Du es hören willst oder nicht. Opa ist auch nur ein Mann. Ich weiß ja nicht, ob er der abgefahrenste Hengst im Bett ist.“. „Nele, bitte!“, unterbreche ich nach Luft ringend. „Was denn? Ist doch wahr. Ich meine, Du musst doch wissen, ob sich da was verändert hat. Ob er unaufmerksamer oder lustloser oder sonst was geworden ist. Es sei denn, er ist die Potenz in Person und besorgt es Euch allen hintereinander.“. „Also, das geht zu weit, Fräulein. Du sprichst ziemlich lapidar über eine intime Angelegenheit, in die Du nicht involviert bist.“. „Na Gott sei Dank.“, zischt sie spöttisch. „Dein Opa ist nur ein Mann, richtig. Ich habe in all den Jahren unserer Beziehung jedoch nicht einmal mitbekommen, dass sich irgendetwas in dieser speziellen Sache verändert hätte. Weder im Negativen noch im Positiven. Leider. Er gab mir nie Anlass zum Zweifeln. Abgesehen davon herrscht bei Deinem Opa nur jeden zweiten Samstag nach der Sportschau die Kenntnis darüber, dass Menschen Sex miteinander haben.“. Ich muss schmunzeln. Nicht, weil es lustig wäre. Im Gegenteil.

„Wie Du meinst.“, murmelt Nele während Sie sich ihren Strickschal um den Hals wickelt. Sie ist im Begriff zu gehen. Bevor sie aufsteht lässt sie ihre Hände nochmals auf ihre Knie tippen. Sie beugt sich nach vorne, schaut mich an und versichert mir: „Ich wünschte, Du hättest Recht. Da dem jedoch nicht so ist, hoffe ich, dass Du wachsam bist und Dich nicht verarschen lässt. Das hast Du nämlich nicht nötig.“. Sie rückt mit ihrem Po zur Kante des Sessels und umarmt mich fest. Natürlich bekomme ich noch ein liebevolles Küsschen auf die Wange. „Ich muss jetzt los. Mama wartet bestimmt schon. Ich habe zugesagt, ihr beim Einkauf zu helfen.“. Nele verdreht die Augen. Ich lächele sie an: „Mach das, mein Kind. Deine Mutter neigt schnell zur Übertreibung, auch was ihren Stress und ihre ach so ungerechte Position im Haushalt angeht.“. Nun lächelt auch Nele, die mittlerweile angezogen ist und nach ihrer Tasche greift. „Pass auf Dich auf, mein Schatz.“ „Mach ich, Oma. Ich komme die Tage ja sowieso wieder vorbei.“ Schon ist sie durch die Haustür und mir bleibt der Rest ihres Parfüms, der wie eine leichtfüßige Brise vom Wohnzimmer durch den Flur zur Haustür tänzelt.

Allein in Gedanken

Ruhe. Plötzlich Ruhe. Nur das Ticken der großen Standuhr macht sich inmitten der Stille breit. Wie oft hat mich die Gleichmäßigkeit des Tickens schon nervös, rasend oder traurig gemacht. Tick, Tack, Tick, Tack… Es kann so laut werden. Es kann einem die Einsamkeit in all ihrer bitteren Realität vor Augen halten. Ich mache mich daran, die Kaffeetassen und die Keksschale abzuräumen. Dabei führe ich Selbstgespräche. Das mache ich ständig. „Brav, räume Du nur schön schnell alles wieder so hin, wie es immer steht. Irritiere nicht durch Veränderung. Alles muss an Ort und Stelle sein. Ansonsten hast Du keinen Frieden und fühlst Dich unordentlich und faul. Dabei fällt es noch nicht einmal auf, dass immer alles in Reih‘ und Glied steht. Wie überhaupt alles so unscheinbar ist, was mein Handeln betrifft. Warum ist Nele nur so stur in ihrer Behauptung? Ob da wirklich etwas dran ist?“. Nele ist gerade mal 17 Jahre alt und trotzdem ziemlich weit in ihrem Denken. Unsere Bindung ist etwas Besonderes. Wir haben unsere ganz eigene Art von Umgang miteinander. Sie ist so offen und vertrauenswürdig. Meine Kleine! Sie stellt diese peinlichen Fragen aber auch so derart ungeniert. Ich muss sagen, dass ich das insgeheim bewundere. So etwas gab es bei mir nicht. Ich habe das bis heute nicht gelernt. Und ich bin immerhin stolze 54 Jahre. Manchmal glaube ich mein Leben ist gelebt. Was soll denn noch Spannendes passieren? Mit 18 Jahren habe ich meinen Friedrich geheiratet. Er war schon 27. Wir mussten uns beeilen, da Jenni, Neles Mama, unterwegs war. In kurzen Abständen folgten darauf unsere Söhne Sascha und Christoph.

Alle drei Kinder sind schon aus dem Haus. Sascha eiferte seinem Vater nach, studierte neben seiner Banklehre noch BWL und ist heute ein erfolgreicher Fondsmanager. Christoph ist ein Freigeist. Lange machte er uns Sorgen, da er nicht wusste, was er mit seinem Leben anstellen sollte. Schließlich kam er in Künstlerkreise, wo er sich bis heute zuhause fühlt. Christoph ist ein großartiger Künstler. Vielleicht auch deshalb, weil er als sanfter Träumer durch das Leben schwebt. Jenni eiferte mir nach, wurde sehr früh schwanger. Immerhin holte sie ihren Schulabschluss noch nach. Ihre Ehe mit Neles Vater hielt nicht lange. Als alleinerziehende Mutter hat man es in der Arbeitswelt nicht leicht. Jenni jobbt mehr oder weniger. Dafür jedoch hat sie ihre Tochter mit viel Liebe und Hingabe zu einem wunderbaren Menschen erzogen. In den vergangenen 36 Ehejahren war mein Friedrich stets für mich und die Kinder da. Uns ging und geht es finanziell recht gut. Als Wirtschaftsprüfer machte Friedrich sich einen Namen. Er ist seriös, vertrauenswürdig und korrekt. Da ich auf Grund meiner Schwangerschaft meine Ausbildung zur Floristin aufgegeben habe, war ich oftmals ungerecht zu ihm. Ich neidete ihm seinen erfolgreichen und abwechslungsreichen Tagesablauf. Ich hatte ja nichts außer Kindergeschrei und Windelwechseln um mich herum. Sicherlich, wir gingen auch ab und zu mal aus. Ins Theater, in die Oper oder feudal speisen. Dennoch füllte mich das nie aus. Umso schöner war es für mich als Friedrich eines Tages einen kleinen Laden günstig anmietete, in dem ich dem Restaurieren alter Möbel, meiner eigentlichen Passion nachgehen konnte. Ich ging darin auf und hatte schon bald meinen festen Kundenstamm. Bis heute möchte ich mein Lädchen nicht missen. Es bedeutet mir sehr viel, denn es ist gleichzeitig meine Kreativhöhle, mein Austobraum, mein Geheimnisträger, meine Zuflucht und meine Stütze in schwierigen Zeiten. Fühle ich mich traurig, unbeachtet, ungeliebt und nutzlos, finde ich im Laden wieder Mut, Ideen und Kraft, neue Wege zu betreten.

Hedwig

Das laute Klingeln des Telefons reißt mich aus meinen Gedanken. Beinahe hätte ich einen Herzschlag bekommen. Dementsprechend genervt nehme ich den Hörer ab. Noch ohne mir Zeit zur Begrüßung einzuräumen, plärrt die Stimme der Anruferin mir hektisch befehlend in mein Ohr: „Feli? Feli, Du musst Dir jetzt mal kurz Zeit für mich nehmen.“. Mein Gott, was für eine Stimmlage. Das kann nur meine Aufpasserin und nebenbei ältere Schwester Hedwig sein. „Hedwig!“, mein Ton ist streng. „Erstens muss ich gar nichts und zweitens habe ich so gut wie keine Zeit für Deine Problemchen. Friedrich kommt glei..“. Weiter komme ich nicht. „Genau.“, ruft Hedwig. „Der Friedrich. Alles dreht sich nur um ihn. Du, Dein Friedrich, der ist nicht der Friedrich, den Du zu kennen glaubst. Lass Dir gesagt sein, dass Dein Friedrich Dich betrügt. Mit Nutten. Ja, der Friedrich ist einer dieser schrecklichen, schmutzigen Männer, die in den Puff gehen. Es tut mir sehr leid für Dich. Aber Du weißt auch, dass ich schon immer wusste, dass Friedrich Dir irgendwann einmal schaden würde.“. „Oh, liebe Hedwig, ich bitte Dich. Gib mir keine Vorlage.“ „Vorlage? Für was?“ Ich versuche gerade noch mir auf die Lippen zu beißen. Leider schaffe ich es nicht: „Ich möchte Dich mal darauf hinweisen, dass Dein Günther gar nicht lang genug in Deiner Gegenwart geblieben ist, um Dir überhaupt irgendeinen Schaden zufügen zu können.“.

Ich kann Hedwig förmlich vor mir sehen, wie sie sich aufplustert und nach Luft schnappt: „Jetzt willst Du doch wohl nicht Deinen Langeweiler mit meinem Günther vergleichen?“. „Nein, meine Liebe. Das möchte ich beim besten Willen nicht. Lass Friedrich seine Fehler und Macken haben. Aber er ist immer noch an Ort und Stelle. Mag sein, dass Verantwortungsbewusstsein langweilig für Dich ist. Wäre Günther nur ein klein wenig langweilig gewesen, dann hätte er sich nicht beim ersten Windhauch vom Acker gemacht.“. Ich weiß, dass ich gemein bin. Doch warum sollte Hedwig auf Friedrich rumhacken dürfen? „Machst Du Dir eigentlich echte Sorgen um mich oder geht es Dir darum, endlich Deinen triumphalen Rundumschlag ausführen zu können?“ „Pah, von wegen.“, Hedwig klingt trotzig. „Du kennst die Gründe für Günthers Fortgehen nicht. Also, Miss „Das Leben ist ja so einfach und schön“, spiele Dir von mir aus weiter Deine heile Welt vor. Natürlich ist Friedrich Dir jahrzehntelang zur Seite gestanden und hat vorbildlich für Euch alle gesorgt. Aber das trügt meinen Blick nicht. Ich sehe den wahren Friedrich und ich sage Dir, er wird Dich unsanft von Deiner rosa-weichen Wolke auf den Boden der Tatsachen fallen lassen.“. „Ach Hedwig, lass gut sein. Nele war heute Nachmittag bei mir, weil sie sich Sorgen um mich macht. Ich habe heute also schon gelernt, dass Friedrich ein Ferkel ist, das in den Puff geht.“. Hedwig seufzt: „Wie Du das sagst! Du ziehst das ins Lächerliche. Nun gut. Ich habe meine Pflicht erfüllt. Mehr kann ich nicht tun.“. „Ja, ich danke Dir dafür.“ „Ach was.“, Hedwigs Ton ist schroff, wie gewöhnlich. Als würde sie es ernst meinen, beschwichtigt sie: „Nur gut, dass Ihr Eure Familienplanung abgeschlossen habt und der Sex nicht mehr notwendig ist. Wer weiß, was Du Dir sonst schon alles eingefangen hättest.“. „Na also. Und worüber machst Du Dir dann Sorgen? Alles ist doch bestens. Ich halte zukünftig Dir zuliebe noch zwei Meter mehr Abstand von Friedrich und ich trage Handschuhe, wenn ich seine Wäsche wasche.“, entgegne ich sarkastisch. „Mit Dir kann man nicht reden. Ich melde mich die Tage. Pass auf Dich auf, Feli.“, Hedwig scheint für heute aufzugeben. Während ich das Telefon auflege, wandern meine Gedanken sehr lange zurück. Wann hatten wir denn eigentlich das letzte Mal Sex?

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