Kitabı oku: «Eine verrückte Woche»

Yazı tipi:

Mandy Hauser

Eine verrückte Woche

Ein erotischer Roman über Wollfetischismus

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

Montagmorgen

Im Büro

Hilfe in der Not

Im Café

Im Archiv

Das Lebenselixier

Am Morgen danach

Der Plan

Erwischt!

Vermisst

Im Verlies

Auf der Suche

Das Gegenmittel

Das Geheimnis

Im Hexenhaus

List und Gegenlist

Hilfe naht

Die Lage spitzt sich zu

In der Höhle des Löwen

Auf und davon

In die Falle gegangen

Umgekehrte Vorzeichen

Zickenkrieg

Der Neue

Reingelegt

Der Alte

Der Anruf

Überwacht

In der Zelle

Die Übergabe

Fährte aufgenommen

Das Wiedersehen

Vereint

Das Schlupfloch

Der Antrag

Sackgasse

Die Horcher an der Wand

Diverse Vorbereitungen

Überrascht

Ein konspiratives Gespräch

Im Plenarsaal

Eine grosse Familie

Nach dem Blackout

Impressum neobooks

Vorwort

Um die Geschichte und die Handlungsweisen der Protagonisten dieses Romans besser zu verstehen, wird als Einleitung der Wollfetischismus in seinen vielen Varianten erklärt.

Leider sind die vielen Definitionen des Wollfetischismus, die mühevoll von verschiedenen Wollfetischisten zusammengetragen worden waren, aus Wikipedia verschwunden und nur noch als Sammelbegriff Fetisch dort zu finden.

WoolLayer (ein Wollfetischist, richtiger Name nicht bekannt) hat diesen Text ausgearbeitet.

Wollfetischismus kommt in verschiedenen Ausprägungen und Stärken vor. Am weitesten verbreitet dürfte die Form des voyeuristischen Wollfetischismus sein, bei dem es der betroffenen Person lediglich darum geht, sich am Anblick von Strickkleidung und Personen die Strickkleidung tragen zu erfreuen. Eine andere Ausprägung ist das Verlangen und der Zwang, sich selbst in Wolle zu kleiden. Dieses Verlangen gipfelt bei einigen Wollfetischisten darin, dass sie sich in mehrere Schichten Wolle kleiden und sich danach sehnen, mit der Wolle Eins zu werden bzw. aus der Wollkleidung nicht mehr entkommen zu können.

Wie beim übergeordneten Fetischismus scheinen eher Männer als Frauen zu dieser Art des Fetischismus zu neigen. Die Ursachen des Wollfetischismus sind nicht gänzlich geklärt, könnten aber damit zusammenhängen, dass z.B. die Grossmutter in der Kindheit und Pubertät immer so schöne Pullover gestrickt hat. Die bestrickte Person hat es dann entweder als sehr angenehm oder abstossend empfunden, diese Stricksachen zu tragen.

Der ankleiderische Wollfetischismus ist eine Steigerungsform des voyeuristischen Wollfetischismus. In der Regel ist der ankleiderische Wollfetischist auch mit voyeuristischem Wollfetischismus behaftet. Dabei geht es dem betroffenen Menschen vor allem darum, sich in Wolle zu kleiden.

So ist verständlich, dass diese Art des Wollfetischismus, wie auch der voyeuristische, in der kalten Jahreszeit ihren Höhepunkt findet. Menschen, die mit dem voyeuristischen- oder ankleiderischen Wollfetischismus behaftet sind, denken unter Umständen den ganzen Sommer über nicht an ihr Faible. Sobald aber der Herbst naht, bricht der Wollfetischismus wieder aus.

Eine Form des ankleiderischen Wollfetischismus besteht darin, dass der Fetischist den ganzen Winter über alle Hemden und Sweatshirts in den Schrank verbannt und nur noch Wollpullover anzieht. Manche Wollfetischisten steigern dies, indem sie zwei oder mehr Schichten Strickkleidung übereinander anziehen. In diesem Fall kommen zwei Varianten des ankleiderischen Wollfetischismus ins Spiel.

Beim offenen ankleiderischen Wollfetischismus (oA-Wollfetischismus) zeigt die Person freimütig alle Wollschichten, die sie trägt. Das kann z.B. so aussehen: Ein Rollkragenpullover, ein Pullover mit V-Ausschnitt und eine Strickjacke. Dabei scheint es dem ankleiderischen Wollfetischisten wichtig zu sein, dass alle Menschen, denen er begegnet, sehen können, wie viele Schichten Strickkleidung er trägt.

Bei der Variante versteckter ankleiderischer Wollfetischismus (vA-Wollfetischismus) kommt als äusserste Schicht immer ein dicker Rollkragenpullover zum Einsatz. Oft schaut bei dieser Variante noch ein weiterer Rollkragen unter dem Kragen des äussersten Pullovers hervor. Diese Krägen sind selten farblich voneinander abgesetzt, sondern meistens Ton in Ton. Wie viele Schichten Wolle die Person tatsächlich trägt, ist kaum zu erahnen.

Eine sehr grosse Rolle spielt bei allen Formen des ankleiderischen Wollfetischismus das Material. Manche bevorzugen als unterste Schicht weiche Angoraunterwäsche mit bis nahezu 100% Angoraanteil andere wiederum verzichten komplett auf ein Unterhemd oder T-Shirt und ziehen gleich einen kratzigen Pullover auf den nackten Oberkörper.

Beim ankleiderischen Wollfetischismus wurde ein Körperabschnitt bisher ausser Betracht gelassen, nämlich die Beine. Oftmals tragen ankleiderische Wollfetischisten lange Angoraunterwäsche, dicke Wollstrumpfhosen oder Strickleggings aus Mohair oder Schurwolle unter der Strassenkleidung.

In manchen Fällen neigt ein ankleiderischer Wollfetischist dazu, sein Outfit durch Mützen, Schals und Handschuhe zu komplettieren.

Ankleiderische Wollfetischisten dürfen nicht mit Menschen zu verwechselt werden, die sich aus gesundheitlichen Gründen oder nur weil's Winter ist warm anziehen.

Bei allen Ausprägungen des Wollfetischismus spielt das Material und die Art der Wollkleidung eine grosse Rolle. Alle Kombinationen von Pullovern, Jacken, Hosen, Mützen, Schals, Strümpfen, Handschuhen und anderen Accessoires aus Angora, Mohair, Islandwolle (Lopi), Alpaka usw. sind möglich. Nur ganz selten sind Wollfetischisten nur auf ein Material und ein bestimmtes Kleidungsstück fixiert. Oft macht es die Kombination.

Im Gegensatz z.B. zu Lederfetischismus oder Lackfetischismus wurde erst in Zeiten des Internets bekannt, dass es einen '''Wollfetischismus''' gibt. Viele Betroffene äusserten sich: ''"Ich dachte immer, ich sei der einzige auf der Welt, der Sticksachen mag."'' Mittlerweile hat sich ein Markt für Wollfetischkleidung entwickelt. Auf Bestellung stricken die Anbieter auch ausgefallene Stücke aus Wolle, wie z.B. Sturmmützen (Balaclavas), Catsuits, Unterwäsche, Schlafsäcke, Pullover mit angestrickten Fausthandschuhen, Wollmonster usw.

Hier einige Ausprägungen des Wollfetischismus:

Der voyeuristische Wollfetischist erfreut sich einfach am Anblick von Strickkleidung. Da eher Männer als Frauen mit dem Wollfetischismus behaftet sind, sind es meistens Frauen in Wollpullovern oder Strickjacken, die die Blicke von männlichen Wollfetischisten auf sich ziehen. Dabei scheint das Aussehen, Alter und die Figur der Frau oftmals eine untergeordnete Rolle zu spielen. Nicht die Frau selbst ist das Anziehungsstück, sondern die Strickkleidung.

Bei den Materialien aus denen die Kleidungsstücke gefertigt sind, sind zwei Tendenzen erkennbar. Weiche Wolle, wie z.B. Angora oder Alpaka und eher kratzige Wolle wie z.B. Mohair oder Islandwolle. Dabei spielt zunächst einmal das Kleidungsstück selbst keine Rolle, bevorzugt werden jedoch Pullover und Jacken, weil diese am weitesten verbreitet sind.

Ein anderer Aspekt ist die Anfertigung und die Art der Kleidung. Sehr viele voyeuristische Wollfetischisten erfreuen sich am Anblick einer Frau im Wollrollkragenpullover, andere sehen gerne Frauen in Strickjacken, anderen wiederum ist das Kleidungsstück gleichgültig Hauptsache aus Wolle lautet die Devise. Dabei scheint es primär auch keine Rolle zu spielen, ob es sich bei dem Pullover oder der Jacke um Feinstrick oder Grobstrick handelt.

Der packende Wollfetischismus ist eine Weiterentwicklung bzw. eine Steigerungsform des ankleiderischen Wollfetischismus. Dabei bedeutet "packend" nicht, dass betroffene Personen ganz besonders vom ankleiderischen Wollfetischismus gepackt sind, sondern dass sie sich ganz dick in Kleidung aus Wolle einpacken oder einpacken lassen.

Diese Form des Wollfetischismus überschreitet auch manchmal schon die Grenze zu BDSM, da Sadomasochismus und Masochismus oftmals eine Rolle spielen. Der packende Wollfetischismus wird in der Regel hinter den eigenen vier Wänden ausgelebt.

Die packenden Wollfetischisten ziehen sich selbst oftmals fast bis zur völligen Bewegungsunfähigkeit Strickkleidung Schicht um Schicht übereinander an. Meistens alleine, öffnen sie ihren Kleiderschrank und ziehen so lange Pullover um Pullover und Strickhose um Strickhose an, bis dies ohne fremde Hilfe nicht mehr geht. Auch wird an Accessoires wie Mützen, Schals, Kniestrümpfen und Handschuhen nicht gespart. So verpackt verbringt der packende Wollfetischist oftmals Stunden, bis er sich total verschwitzt und glücklich wieder aus seinem Cocon schält.

Oftmals geht der packende Wollfetischismus auch mit dem Wunsch einher, gefesselt zu werden. Da Selbstfesselungen (Selbst-Bondage) in solch einer Verpackung sehr schwer möglich sind, bleibt es oftmals beim Versuch. Das grösste Glück einer mit dem packenden Wollfetischismus behafteten Person scheint es zu sein, sich aus eigener Kraft nicht mehr aus der Verpackung befreien zu können.

Alle in diesem Buch geschilderten Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen wären zufällig und sind nicht beabsichtigt.

Montagmorgen

Missmutig sass Ben am Montagmorgen im Tram und schaute aus dem Fenster. Er schaute den Frauen nach. Der Winter war vorbei, der Frühling war im Anmarsch. Er liebe diese Übergangszeit. Es war nicht mehr so kalt aber auch noch nicht richtig warm, vor allem am Morgen. Die Frauen trugen meistens noch dicke Wolljacken, Schals, Mützen und Handschuhe. Er sah gerne Frauen in Wollsachen. Es regte ihn sexuell an, wenn er eine Frau in Wolle sah.

Ben liebte es, die weiche Wolle auf der Haut zu spüren. Er liebte auch das Gedränge frühmorgens im Tram. Er drückte sich dann an die Frauen, so dass er ihre Wolle berühren konnte. Er trug in dieser Zeit meistens nur Polohemden oder T-Shirts. Manche schüttelten den Kopf, wenn sie ihn so sahen, aber er konnte so mehr Haut von sich an der Wolle reiben. Er machte das ganz geschickt und hatte noch nie Probleme mit den Frauen bekommen. Manchmal wagte er auch, eine dieser Frauen anzusprechen. Vor allem dann, wenn er die Wolle nicht unauffällig berühren konnte. Er machte dann meistens ein Kompliment und sagte, dass die Wolle so schön weich aussehe und ob er mal fühlen dürfe.

Meistens hatten die Frauen nichts dagegen und freuten sich über das Kompliment.

Weiter wagte Ben sich aber nicht. Er war zu schüchtern, um sich zu verabreden.

Heute war er aber gar nicht darauf aus, den Frauen nachzusehen. Ihm ging eine Begegnung, die er letzte Woche hatte, nicht aus dem Kopf. Eine junge Frau war beim Paradeplatz ins Tram eingestiegen. Ben glotzte sie richtiggehend an. Sie trug einen langen, schwarzen Poncho mit hohem Rollkragen. Die langen, sehr dichten und lockigen, schwarzen Haare trug sie offen und sie fielen ihr weit über die Schulter und den Rücken hinab. Aus dem braungebrannten, sehr schönen Gesicht, blitzten ein paar leuchtend grüne Augen. Die Frau schaute sich kurz um und lief im Tram nach ganz vorne. Der Poncho ging der Frau bis zu den Füssen, so dass man von der Figur gar nichts sehen konnte. Durchs Licht konnte man die feinen Härchen der Wolle abstehen sehen.

„Mann, was muss das für ein geiler Poncho sein!“, dachte Ben. „Den muss ich unbedingt in die Finger bekommen.“ Das Tram hatte sich schon in Bewegung gesetzt und Ben sich auch. Er sass zuhinterst in der kurzen Strassenbahn und er drängte sich nun nach vorne. Doch es waren zu viele Leute im Tram, so dass er, als dieses schon bei der nächsten Haltestelle einfuhr, erst in der Mitte war. Das Tram hielt an und der Poncho stieg aus. Ben sah durchs Fenster, dass die Frau sehr schnell weg lief.

„Soll ich ihr nach?“, fragte er sich. Diese Unentschlossenheit war schuld, dass sich die Türen schlossen und nicht mehr öffnen liessen. Die Bahn fuhr ab und Ben sah nur noch, wie die Frau um die nächste Ecke abbog. Bei der nächsten Haltestelle stieg Ben aus. Das war sowieso „seine“ Haltestelle. Kurz entschlossen lief er in die Richtung, in der er die Frau vermutete und sie durchkommen musste, sollte sie den Weg, den sie eingeschlagen hatte, weiter verfolgen sollte. Doch er fand sie nicht mehr. Ganz niedergeschlagen war er zurückgegangen und sich in sein Büro begeben.

An der nächsten Haltestelle stieg eine Frau mittleren Alters ein. Sie trug einen weissen, langen Wollmantel. „Wow!“, entfuhr es Ben. Sein Missmut war in Sekundenschnelle verflogen. Gespannt schaute er, wohin sie der Mantel begeben würde. Ihm schlug das Herz bis zum Hals, als sich die Frau neben ihn hinsetzte. Schnell machte er sich ein wenig breiter, so dass die Berührung mit der Wolle erfolgen musste.

„Das ist ja voll geile Wolle!“, dachte Ben und er genoss die Fahrt neben der Frau, die er verstohlen von der Seite her musterte. Sie war ungefähr 45 Jahre alt, nicht hässlich, dezent geschminkt, hatte mittellange, blonde Haare und sie trug ein Parfum, welches ihm sehr zusagte. Es betörte ihn richtig gehend. Sein kleiner Ben begann zu wachsen.

Wegen der doch noch relativen Kälte draussen, trug die Dame weisse, zum Mantel passende Wollhandschuhe. Ben drückte seinen linken Arm noch mehr gegen die Frau und stöhnte ungewollt vor Wollust auf, als er das Kribbeln und Kratzen des schönen Mantels spürte.

„Pardon“, meldete sich die Frau, „geht es Ihnen nicht gut?“, gurrte sie und schaute ihn an.

„Doch…doch…mir…geht’s gut“, stotterte Ben ganz verlegen.

Die Frau blickte wieder nach vorne. „Mein Gott, diese Frau und dieser Mantel, der Hammer! Aber diese stechenden, grünen Augen, unheimlich!“, dachte Ben. Er genoss nun die Fahrt und drückte ganz unauffällig seinen Arm weiter gegen den Mantel und die Frau. Er spürte die Wärme der Wolle, sowie die Körperwärme der Frau, so dicht hatte er sich an sie geschmiegt. Mit der Hand griff er nach unten und umfasste von der dicken Wolle so viel er konnte. Selbst in den Fingerspitzen spürte er, wie der Mantel kribbelte Er hatte fast das Gefühl, als ob sich die Wolle in seine Haut krallte, so sehr kribbelte sie.

Leider stieg die Frau zwei Stationen später aus. Zuerst wollte Ben ihr nachgehen, doch da sah er ein hübsches Mädchen von etwa 18 Jahren, mit braunen kurzen Haaren, einem sympathischen Gesicht, welches eine ziemlich flauschige, rote Angora Jacke trug, einsteigen. Sie stellte sich an die Tür, da sie anscheinend an der nächsten Station gleich wieder aussteigen wollte. Da das auch Bens Haltestelle war, stand er schnell auf und stellte sich neben die Frau, ganz dicht, so dass er ihre Jacke mit seinem nackten linken Arm berühren konnte. Von hinten drückte jemand und schubste ihn noch näher an die junge Frau heran. Er genoss die Berührungen mit der weichen, warmen Wolle und entschuldigte sich für den Rempler.

„Aber das ist doch kein Problem“, sagte das Mädchen fröhlich. „Es ist halt immer so eng am Morgen im Tram.“ Die Tür öffnete sich und sie sprang schnell hinaus.

„Das ist eine sehr schöne und weiche Jacke…“, wollte Ben noch sagen, doch das Girl war schon zu weit weg, um ihn zu hören. Ben stieg ebenfalls aus.

Sein Missmut war so ziemlich verflogen, als er zu seiner Arbeitsstelle ging. Er dachte an die zwei Begegnungen und sagte sich: „So dürfte jeder Montag beginnen.“

Im Fahrstuhl, im zweiten Stock, in welchem die Leute zustiegen, die auf der Dachterrasse einen Parkplatz hatten, begegnete ihm Isabelle. Isabelle arbeitete temporär und war nur unregelmässig zu sehen. Isabelle gefiel Ben sehr. Sie hatte lange, sehr dicke dunkelbraune Haare. Sie trug meistens Jeans und Pullover. Sehr schöne Pullover aus Wolle, Angora oder Mohair.

Heute haute es Ben fast aus den Socken, denn Isabelle trug einen fast bodenlangen schwarzen Wollmantel, der sehr flauschig aussah. Da sie den Mantel nicht geschlossen hatte, sah er, dass sie darunter einen weissen Angora Pullover trug.

Ben kannte Isabelle leider nur vom Sehen. Sie war stets mit den jungen Frauen in der Kaffeepause zu sehen. Da war sie ihm schon öfters aufgefallen.

Er freute sich, mit Isabelle im Lift zu sein, da er hoffte, mal kurz mit ihr ins Gespräch zu kommen. Er wollte sie soeben begrüssen, als sich noch mehr Leute in den sich soeben schliessen wollenden Fahrstuhl drängten. Ben rückte gegen die hintere Wand und Isabelle drehte sich um, schaute auf die eintretenden Leute und ging rückwärts, in Richtung von Ben, stolperte und fiel Ben direkt in die Arme. Der Glückliche konnte sie noch auffangen. Er spürte die weiche Wolle, die auf seinen nackten Armen kribbelte.

Peinlich berührt, entschuldigte sich Isabelle bei Ben: „Oh, Entschuldigung. Das wollte ich nicht. Habe ich dir wehgetan?“

„Ne…nein, nicht die Spur“, antwortete Ben und packte die Chance beim Schopf und sagte kess: „Ganz im Gegenteil. Ich liebe derartige Überfälle.“

Isabelle kicherte ganz verlegen. Die zugestiegenen Leute schwatzten miteinander und kümmerten sich nicht um die zwei jungen Menschen. Drei Stockwerke später stiegen sie aus. Ben war mit Isabelle alleine im Lift. Mutig geworden, sagte er zu ihr: „Nun sollte noch der Lift stecken bleiben.“

„Das würde dir wohl gefallen?“

Nun wurde Ben verlegen. „Ja…nein…ja…“, druckste er herum. Da drückte Isabelle den roten Stoppknopf. Der Fahrstuhl hielt abrupt.

„So, nun stecken wir fest“, lachte Isabelle. „Warte!“, sagte sie, griff in ihre Handtasche und beförderte einen Schlüsselbund zutage. Einen der vielen Schlüssel steckte sie bei den Steuerorganen ein und drehte ihn um.

„So, nun ist er ‚out of order’“, sagte sie und drehte sich zum verdutzten Ben um. „Nun stecken wir tatsächlich fest. Und weißt du was? Es wird niemandem auffallen, dass der Fahrstuhl ausser Betrieb ist.“

„Warum nicht?“, wollte Ben wissen.

„Weil er einfach ausgeschaltet ist und kein Alarm vorliegt. Jeder Hauswart kann das machen, damit er den Fahrstuhl reinigen oder warten kann.“

„Wieso weißt du das und woher hast du den Schlüssel?“

„Ich arbeite nicht nur hier temporär und ich bin eine Frau für alle Fälle. Aber willst du wirklich über Fahrstühle mit mir sprechen?“, fragte sie Ben und trat näher zu ihm. Nun war es mit dem Mut von Ben vorbei. Er wich zurück, bis an die, mit Spiegel versehene, Rückwand. Fassungslos schaute er Isabelle mit grossen Augen an. Diese stand nun etwa einen halben Meter vor ihm, fast so gross wie er, und schaute ihm in die Augen.

„Ich habe dich schon oft gesehen. Du läufst immer an uns Girls vorbei, in der Kaffeepause. Warum sprichst du nie mit uns? Magst du keine Frauen oder hast du Angst vor ihnen?“

„Do…doch…ich…mag…Frauen“, sagte er leise stotternd.

„Wie heisst du?“, fragte sie ihn.

„B...Ben…“, stotterte er.

„Hi Ben, ich bin Isabelle“, sagte sie und lächelte ihn an, wobei sie ihre schönen, blendend weissen Zähne zeigte.

„Also, wieso wolltest du mit mir im Lift stecken bleiben oder besser gefragt, was wolltest du machen, wenn du mit mir stecken bleiben würdest?“

„Ich…äh…ich…also, das ist so…“, druckste Ben herum.

„Also, komm. Sprich's aus oder gib's zu, ich gefalle dir.“

„Ja, du gefällst mir“, antwortete Ben.

„Was gefällt dir denn an mir?“

„Ach, nichts…einfach so…warum wollt ihr Frauen immer alles…äh…so genau wissen?“

„Ja, willst du denn nicht auch wissen, warum jemand mit dir im Fahrstuhl stecken bleiben möchte oder warum du jemandem gefällst?“, stellte sie die Gegenfrage.

„Doch, eigentlich schon.“

„Siehst du. Also?“

„Mir…äh…gefallen deine Haare und dein hübsches Gesicht, die Figur und…äh…dass du…äh…“

„Komm schon, spuck's aus, was willst du sagen? Dass ich, was?“

„Dass du immer so schöne Wollsachen trägst“, sagte Ben relativ leise und schnell, so als ob er wollte, dass sie es nicht hört.

„Meine Wollsachen gefallen dir also?“

„Ja, nicht nur, aber schon auch.“

„Was gefällt dir denn an meinen Wollsachen?“

„Die sind so schön und kuschelig.“

„Möchtest du sie gerne berühren?“

„Ja, wenn ich darf?“

„Du spürst gerne die Wolle auf deiner nackten Haut, stimmt's?“

„Ja!“, rief er fast laut und blickte verlegen nach unten.

„Knie dich nieder!“, befahl sie nun.

Ben blickte in ihre braunen Augen und bemerkte, dass diese keinen Widerspruch duldeten. Er liess sich auf die Knie nieder. Isabelle trat ganz an ihn heran und drückte sich an ihn. Sie fasste die Haltestange hinter ihm und drückte sich noch mehr an ihn heran.

Bens Kopf verschwand unter dem schwarzen Mantel und tauchte in den dicken, weissen Angora Pullover ein.

Ben stöhnte laut auf, doch war dieses Stöhnen fast nicht zu hören. Ben umfasste Isabelle und drückte sich nun auch seinerseits an sich. Die Wolle des Mantels kribbelte wahnsinnig und machte ihn gewaltig an. Sein Penis, der während der Unterhaltung schon angeschwollen war, wuchs nun noch mehr an und verlangte nach Platz.

Isabelle hob den langen Pullover an, spreizte die Beine und drückte Johns Kopf zwischen diese. Es wurde mächtig warm um Bens Kopf. Das Blut schoss ihm noch mehr in den Kopf, als er bemerkte, dass Isabelle heute gar keine Jeans trug, sondern nur den Pullover und Strumpfhosen. Diese waren jedoch im Schritt offen, so dass er ihre schon leicht feuchte Vagina im Gesicht hatte. Isabelle drückte Bens Kopf zwischen ihre Beine uns liess sich langsam auf den Fahrstuhlboden sinken.

Nun gab es für Ben kein Halten mehr. Er schob sich unter dem Pullover nach oben und erreichte ihre festen Brüste, welche er mit Küssen eindeckte. Mit der einen Hand streichelte und liebkoste er ihre Vagina und steckte ihr den Mittelfinger in selbige.

„Komm, fick mich!“, stöhnte nun Isabelle. Sie zog den Pullover hoch, packte Ben und zog ihn zu sich hoch. Sie fasste sein Hemd in der Mitte und riss es auf, so dass Ben mit der nackten Brust auf sie und ihren Pullover zu liegen kam. Ihre Lippen trafen sich zu einem leidenschaftlichen Kuss. Ben nestelte an seiner Hose rum und beförderte endlich seinen Penis an die frische Luft. Froh, nun endlich Platz zu haben, entfaltete der sich sehr schnell zu seiner wahren Grösse.

Mit einer Kraft, die Ben Isabelle nicht zugetraut hätte, drehte sie Ben auf den Boden und hatte plötzlich überhand. Sie sass auf seinen Oberschenkeln. Sie griff in ihre Manteltasche und beförderte ein Kondom zutage. Mit geübten Fingern öffnete sie die Packung und stülpte das Präservativ über Bens Penis.

„Wir wollen es ja nicht übertreiben“, schmunzelte sie und führte sich seinen Penis ein. Sie legte sich auf ihn und während sie sich küssten liebten sie sich, bis beide zu einem Orgasmus kamen.

Isabelle stand auf, zog Ben das Kondom ab und liess es in einer kleinen Plastiktüte verschwinden. Sie zupfte ihre Kleider zurecht, ordnete die etwas wirren Haare und drehte den Schlüssel für den Aufzug. Der setzte sich wieder in Bewegung.

Ben beeilte sich ebenfalls, seine Hose wieder zu schliessen und sich zu ordnen. Es war nicht so einfach, den noch fast steifen Penis in die Hose zu kriegen.

Im 8. Stock angekommen, drehte sich Isabelle zu Ben um und drückte ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange. „Danke Ben, für den guten Wochenstart. Man sieht sich“, sagte sie mit einem Lächeln und entschwand. Völlig perplex aber happy fuhr Ben noch einen Stock höher und ging zu seinem Arbeitsplatz.

Im Büro

Ben ging in sein Büro, startete den PC und schaute verträumt aus dem Fenster. Was war denn das gewesen? Hatte er das wirklich erlebt? Er schaute an sich runter und bemerkte an den Knöpfen seines Hemdes weisse Wollfasern. Er zupfte sie weg und betrachtete sie.

„Die sind tatsächlich von Isabelles Pullover“, flüsterte er und schloss die Augen und liess sich die kurze aber schöne Zeit im Fahrstuhl nochmals durch den Kopf gehen. Das ging gut, denn seine Bürokollegin war noch nicht da. Sie kam meistens etwas später.

Tanja, so hiess die Kollegin, war eine junge, attraktive, dunkelhäutige Frau, die immer gut gelaunt und auch sehr gut angezogen war. Sie war sehr sexy und auch sehr offen im Umgang mit Männern. Manch einer im Bürokomplex fragte sich, wie Ben das aushalten konnte, mit so einer Wahnsinnsfrau in einem Büro zu arbeiten. Da müsse er doch ständig an das ‚Eine’ denken.

Klar hatte Ben seine Fantasien, Tanja bezüglich, doch das musste keiner wissen. Vor allem im Winter war sie ab und zu richtig geil angezogen. Sie friert nicht gerne und war deshalb öfters in Wolle gekleidet. Sie besass ein blaues Wollkleid, welches Ben sehr gut gefiel. Das Kleid hatte Fledermausärmel und einen hohen Rollkragen. Es war sehr Figur betont, so dass die festen Brüste von Tanja sehr gut zur Geltung kamen.

Doch Tanja zog sich jeden Tag frische Kleider an. So kam es, dass Ben das Wollkleid höchstens dreimal im Winter zu sehen bekam. Tanja musste extrem viele Kleider zuhause haben.

Tanja war eines der Girls, die jeweils in der Kaffeepause zusammen waren. Durch sie hatte Ben Isabelles Namen erfahren.

Das Klingeln des Telefons holte Ben aus seinen Träumen. Heute war Monatsanfang. Es war Abschlusszeit. Ben arbeitete in der Buchhaltung und die ersten paar Tage anfangs Monat waren meistens sehr hektisch und arbeitsintensiv. Die Chefin, Ben war einer Frau unterstellt, rief an und teilte mit, dass sie heute nicht zur Arbeit erscheinen werde. Er wisse ja, was zu tun sei.

Das war Ben gerade recht. Seine Chefin war, aus seiner Warte gesehen, nichts Besonderes. Sie war etwas über 50 Jahre alt, blond und sah, ihrem Alter entsprechend gar nicht mal so schlecht aus. Doch Ben war mehr zu jüngeren orientiert. Zudem quasselte sie zu viel. Er hatte lieber seine Ruhe mit Tanja. Da lief die Arbeit doppelt so schnell von der Hand, als wenn immer jemand kam, um zu unterbrechen.

„Dann hol ich mir doch zuerst mal einen Kaffee“, dachte Ben. „Vielleicht hat es ein paar geile Schnitten in der Cafeteria.“

Die Cafeteria war auf dem gleichen Stockwerk und Ben hatte nur wenige Schritte zu machen bis dorthin. Leider war der grosse Raum leer. Er beinhaltete ein paar Tische mit Stühlen, einen grossen Flachfernseher, einen Kickerkasten, einen Wasserdispenser, zwei Kaffeemaschinen und einen Verpflegungsautomaten.

Ben liess sich einen Kaffee raus und einen Becher Wasser, den er sofort trank. Er trödelte etwas rum, denn er hatte gehofft, Isabelle würde sich auch einen Morgenkaffee holen. Doch es kam niemand.

Enttäuscht ging er wieder zurück an seinen Arbeitsplatz. Tanja war in der Zwischenzeit gekommen. Da es draussen doch relativ frisch war, hatte sie sich entsprechend angezogen. Ben jubelte innerlich, als er sie sah. Sie trug ein bordeauxrotes Strickkleid aus feiner Angorawolle, welches ihre Modellfigur entsprechend betonte. Das Kleid hatte keine Ärmel. Damit sie aber nicht fror, war über die Rückenlehne ihres Stuhls eine schwarze Strickjacke gelegt, die sie bei Bedarf anziehen konnte.

„Hi Ben“, rief sie ihm fröhlich zu. „Schönes Wochenende gehabt?“

„Hi Tanja. Ja, danke“, antwortete er, sah sie genauer an und sagte dann mit anerkennender Miene: „Gut siehst du aus. Steht dir gut, das Kleid.“

„Hallo? Was ist los mit dir? Du machst plötzlich Komplimente!“

„Darf ich nicht?“, fragte Ben ein wenig verunsichert. „Steht dir wirklich gut, das fantastische Strickkleid.“ Ben war selbst verwundert, dass er das über die Lippen gebracht hatte. Er, der doch sonst alles für sich behielt, seine Gefühle nicht auf der Zunge trug, machte der schönsten Frau im Betrieb Komplimente.

„Doch, doch“, lachte Tanja. Es ist nur so ungewohnt bei dir“, und fügte nach einer Pause feststellend hinzu: „Dir gefällt wohl Strickmode.“

„Wie…äh…kommst du denn darauf? Hat dir…“ Ben sprach nicht weiter.

„Hat dir…? Was willst du sagen? Ist doch klar, dass du dich für Strickmode interessierst, wenn du erst dann, wenn ich Stricksachen trage, ein Kompliment machst. Ich finde, ich habe noch viele mehr gute Kleider, die ein Kompliment verdient hätten“, sprudelte sie fröhlich aus sich raus.

„Hast du Isabelle heute schon gesehen?“, fragte Ben anstelle einer Antwort.

„Isabelle? Nein, die habe ich heute noch nicht gesehen. Ich weiss gar nicht, ob sie heute arbeitet. Wieso?“

„Sie arbeitet, ich habe sie heute Morgen im Lift getroffen.“

„Aah, hast du endlich mit ihr gesprochen. Wurde auch Zeit, dass du sie endlich angesprochen hast. Sie hat dir ja immer gefallen.“

„Wo…woher weißt du das?“

„Ach komm, das war nun wirklich nicht zu übersehen, wie du, immer wenn wir in der Kaffeepause sassen, an uns vorbeigelaufen bist und wie du sie angesehen hast. Meistens hast du dann mit mir ein paar Worte gesprochen, aber nur sie angeschaut. Ich bin nicht doof!“, lachte Tanja und fuhr dann plötzlich fort: „Apropos Strickmode! Isabelle trägt ja sehr gerne Stricksachen. Ich glaube, du stehst wirklich auf Frauen in Strick.“ Sie schaute Ben an: „Nun?“

Ben war ganz verlegen und versteckte sich hinter seinen zwei Bildschirmen und räusperte sich. Er sagte aber nichts und begann Belege zu sortieren.

„Hallo!“, rief es von gegenüber. „Ich habe dich was gefragt. Ist dir das etwa peinlich?“

Das Telefon rettete Ben. Tanja nahm den Hörer ab und quasselte mit einer ihrer vielen Freundinnen, die in regelmässigen Abständen anriefen. Ben wusste vieles von Tanja. Er konnte mit ihr über alles sprechen. Nur über seinen Wollfetisch hatte er noch nie mit ihr gesprochen. Das war ihm irgendwie wirklich peinlich. Er wollte nicht, dass sie das wusste, denn dann würde sie merken, dass er sie immer mit ganz anderen Augen anschaute, wenn sie etwas Wollenes trug. So wie sie ihm schon erzählt hatte, war ein Verhältnis am Arbeitsplatz nichts für sie. Er wusste nicht, wie sie ihn behandeln würde, wenn sie Kenntnis von seinen Vorlieben hätte.

Verstohlen blickte Ben neben den Bildschirmen zu Tanja rüber und betrachtete ihr schönes Kleid und die schönen Brüste, die sich unter der weichen Wolle abzeichneten. Sogar die Nippel standen leicht raus. Sie hatte anscheinend kalt, denn soeben streckte sie ihren linken Arm in die Strickjacke, die an ihrem Stuhl hing. Sie wechselte den Hörer und streckte auch den anderen Arm in den Ärmel. Sie stand kurz auf, zupfte sich die Jacke zurecht und setzte sich wieder hin. Nun sah sie noch hinreissender aus. Er malte sich aus, wie es wäre, wenn sie ihn so auf dem Bürostuhl nehmen würde. Einfach auf ihn drauf setzen, seinen Kopf an die Brüste drücken und ihn unter die Jacke nehmen. Sein Penis begann wieder zu wachsen.

Tanja hatte das erste Telefon beendet und gleich eine Nummer gewählt.

Plötzlich wurde es Ben ganz heiss im Kopf. Sie sprach ja mit Isabelle. Zuerst kamen die üblichen Floskeln. Doch dann fragte plötzlich Tanja ganz interessiert und überrascht: „Was hast du gemacht? Nein…wirklich? Das gibt’s doch nicht…du Ferkel…und dann? Wie…aha…ja, sicher…“ Tanja kicherte und drehte sich mit dem Bürostuhl, so dass Ben nur noch die Rückenlehne sah.

„Das musst du mir genauer erzählen! Ich komme gleich zu dir. Das interessiert mich aber brennend! Ich habe übrigens auch Neuigkeiten für dich, vermutlich.“ Tanja legte auf, erhob sich, sah kurz zu Ben und sagte: „Ich bin bei Isabelle im 8. Stock, falls mich jemand sucht. Sie hat mir und ich ihr was Wichtiges zu erzählen.“ Und schon war sie zur Türe, die sie hinter sich schloss, raus.

Ben war es nicht mehr so wohl. Ob Isabelle ihr Abenteuer mit ihm im Lift erzählte? Dann erfuhr sie auch, dass er auf Wolle stand.

„Mein Gott, wird das peinlich!“, dachte Ben. Sein Ständer war verschwunden, Angst packte ihn. Es war ein seltsames Gefühl. Adrenalin schoss durch seinen Körper, wenn er sich vorstellte, dass Tanja nun über sein Geheimnis Bescheid wusste. Was würde sein? Wie würde sie reagieren? Würde sie es auch anderen Frauen im Geschäft erzählen? Wie, wenn nun jede Frau wüsste, dass er einen Fetisch hatte? Da könnte er vermutlich gleich einpacken und sich einen anderen Job suchen.

Andererseits törnte es ihn an. Tanja wäre schon eine Sünde wert. Er war nun schon wieder so weit, seinen Fantasien freien Lauf zu lassen. „Heute sah sie ja besonders lecker aus. Dieses geile Kleid…und dann die Strickjacke. Die muss neu sein“, dachte er. „Schade, dass sie sie angezogen hat. Die hätte ich mir gerne mal ins Gesicht gedrückt.“

Er dachte darüber nach, wie die Girls wohl reagieren würden, wenn sie wüssten, dass er sie mit ganz anderen Augen ansah, wenn sie Wollsachen trugen.

Es hatte ein paar schöne Frauen im Betrieb. Jüngere und auch ein bisschen ältere.

Monica trug auch ab und zu Pullover. Sie war Brasilianerin, war relativ klein, hatte aber grosse Brüste.

Oder Helen. Die war zwar über 40, trug aber viel Twin-Sets aus Angora, welche ihre grossen Brüste noch mehr betonten.

Da gab es noch Juliane, eine Deutsche, die immer noch auf der Suche nach einem Mann war. Sie war Anfang dreissig, klein, mit langen blonden Haaren. Sie war hübsch und sie gefiel ihm. Sie hatte er schon mit einem grauen Mohairponcho gesehen.

Selbst seine Chefin trug zuweilen wirklich ansprechende Wollsachen, bei denen sich Ben schon in seinen Fantasien verloren hatte.

Es gab so viele Frauen in seinem Betrieb. Er kannte nicht mal alle. Von einigen wusste er nicht mal den Namen. Aber er konnte im Organigramm suchen. Da waren alle Mitarbeiter aufgelistet.

Ben war total nervös. Dabei sollte er sich auf seine Arbeit konzentrieren. Er widmete sich wieder seinen Belegen und konnte sich so ablenken. Er arbeitete ganz intensiv, merkte nicht, wie die Zeit verrann, ohne dass Tanja wieder kam, bis plötzlich die Bürotür aufging…

Hilfe in der Not

Eine alte, schwache Frau lag auf dem Diwan. Sie war ganz in Wolle gekleidet. Von Kopf bis zum Hals trug sie Mohairwollsachen. Alles in Rot gehalten. Knallig rot. Gar nicht zu ihrem Alter passend.

Die Beine steckten in Netzstrümpfen aus Mohairwolle. Dazu trug sie ein Kleid mit Rollkragen.

Die alte Frau hatte die Augen geschlossen, sie schien zu schlafen. Die langen, weissen Haare gingen ihr weit über die Schultern.

Eine Türe öffnete sich und eine junge Frau in einem langen, schwarzen Wollmantel betrat den Raum. Leise ging sie zur alten Frau an den Diwan.

Diese öffnete die Augen, sah die junge Frau und lächelte matt und sagte mit brüchiger Stimme: „Und, hattest du heute Erfolg?“

„Ja, Mama, heute hatte ich Erfolg. Ich werde gehen und dir den Trank zubereiten. Dann wird alles wieder gut.“

„Das ist gut. Ich bin schon sehr schwach und kann mich kaum mehr erheben. Geh, Kleines und hilf deiner schwachen Mutter wieder auf die Beine.“

Die junge Frau ging wortlos wieder hinaus und liess die alte Frau alleine. Diese schaute sich im Raum um und dachte bei sich: „Schön hat’s meine Kleine hier. Sie ist auch erfolgreich und kann sich gut mit unserem lebenswichtigen Elixier versorgen. Aber ich in meinem Zustand; das geht nicht mehr. Vom Alter her würde es schon noch klappen. Aber eben, ich habe die Zügel schleifen lassen, mich auf den Lorbeeren ausgeruht. Die Quittung dafür habe ich nun.“

Sie schaute an sich runter, schaute ihre Hände an. Es schüttelte sie. „Wenn ich mich nicht bald wieder selbst versorgen kann, dann sterbe ich.“

Die junge Frau kam wieder rein. Sie hatte den Mantel ausgezogen. In der rechten Hand hielt sie ein Glas mit einer blauen Flüssigkeit. Sie setzte sich zu ihrer Mutter auf den Diwan und reichte ihr das Glas.

„Hier, trink Mama! Das wird dir helfen.“

Die alte Frau nahm mit zitternden Händen das Glas. Ihre Tochter schaute, dass sie nichts verschüttete und half ihr, das Glas an die Lippen zu führen. Sie stützte ihre Mutter, so dass sie sich ein wenig erheben konnte. In kleinen Schlucken leerte die alte Frau das Glas bis auf den letzten Tropfen. Langsam liess sie sich wieder auf den Diwan nieder und atmete tief durch.

„Danke, Shala, ich hoffe, es wirkt bald.“

„Aber sicher, Mama. Du weißt, dass es sehr schnell wirken wird. Aber es ist keine Lösung für die Zukunft. Ich werde dich noch ein paar Mal versorgen müssen, bis du wieder auf eigenen Beinen stehen kannst. Dann wirst du dich problemlos alleine versorgen können.“

„Danke, ich fühle mich schon ein bisschen besser. Aber nun muss ich schlafen. Beim Schlafen entwickelt sich der Trank am besten, wie du ja weißt, mein Darling.“

Die alte Frau schloss die Augen und war augenblicklich eingeschlafen.

Zärtlich streichelte ihr Shala übers Haar. Sie hatte Tränen in den Augen. Es tat ihr weh, ihre Mutter so daliegen zu sehen.

Aber sie wusste auch, dass sie es mit ihrer Hilfe schaffen konnte, wieder auf die Beine zu kommen und zu alter Stärke und Schönheit zu erblühen. Ein wichtiger Schritt dazu war ihr heute gelungen. Wenn nur nicht die Konkurrenz so gross wäre. Ihre grösste Rivalin in dieser Stadt war eben auch sehr erfolgreich und wusste, wie sie sich durchsetzen musste und ans Ziel gelangen konnte. Sie arbeitete nicht ganz mit fairen und legalen Mitteln. Dies hatte zwar ihren Preis, doch wenn sie mehr als doppelt so erfolgreich war auf unfaire Weise, erreichte sie dasselbe wie mit fairen Mitteln. Der Aufwand war einfach mehr als doppelt so gross.

Aber eben, geeignetes Material war höchst selten und musste durch langwierige Recherchen und Entbehrungen gefunden werden.

Shala liess ihre Mutter schlafen und verliess leise ihr Wohnzimmer. Sie musste wieder Nachschub besorgen, damit es ihrer Mutter bald wieder gut geht.

Im Café

Ganz in der Nähe des letzten Schauplatzes sassen zwei Frauen, eine ältere und eine jüngere in einem Café. Sie sassen an einem kleinen runden Tisch nebeneinander, mit dem Rücken zur Wand und schauten aus dem Fenster auf die vorbeieilenden Passanten. In der Stadt war viel los, deshalb ging es in diesem Café zu und her wie in einem Taubenschlag.

„Hast du etwas in Aussicht?“, fragte die jüngere unvermittelt.

„Ja, heute habe ich Fühlung aufgenommen. Ganz junges Blut. Etwa in deinem Alter.“

„Ah, das tönt gut. Alleine?“

„Ich weiss es noch nicht. Muss noch recherchieren, passt aber sonst ganz gut. Ist voll auf den Köder abgefahren. Und du?“

„Ich bin nicht sicher.“

„Wieso nicht? So was merkt man doch gleich.“

„Ja schon, aber in diesem Falle hatte ich zu wenig Zeit. Ich hatte keine drei Minuten, um rauszufinden, ob’s passt oder nicht. Beim nächsten Mal werde ich mir mehr Zeit nehmen und dann auch gleich zuschlagen. Ich muss nur noch raus finden, wo er zusteigt.“

„Du musst dich beeilen. Bald ist die kalte Jahreszeit vorbei, dann haben wir mehr Mühe, geeignetes Material zu finden. Wir wollen ja nicht zu sehr auffallen.“

„Du hast Recht, es ist jetzt schon echt riskant geworden. Man könnte sich an uns erinnern, so auffällig wie wir angezogen sind“, sagte die Jüngere und schaute an sich runter.

Für die wärmer werdende Jahreszeit, waren die zwei Frauen schon ein bisschen overdressed.

Die ältere Dame trug einen sehr dicken, schwarzen und langen Rollkragenpullover aus aufgebürsteter Mohairwolle. Dazu trug sie schwarze Leggins aus Angorawolle und schwarze Stiefel. Auf der Stuhllehne hing ein langer, weisser Wollmantel. Ihre Haare waren mittellang und blond. Die Augen leuchtend grün.

Die jüngere Frau war ähnlich gekleidet. Nur waren ihre Wollsachen in weisser Wolle gehalten. Über die Lehne ihres Stuhles hatte sie einen dicken, schwarzen Poncho gelegt. Sie hatte schwarze, lange, lockige Haare und leuchtend grüne Augen.

Die beiden Frauen waren verwandt miteinander. Sie waren Mutter und Tochter und hiessen Kala und Leila. Kala war die Mutter.

„So müssen wir schauen, dass wir uns für den Sommer bis in den Winter rein, mit einer Produktionsstätte“, bei diesem Wort lachte Kala laut, „versorgen, damit wir nicht darben müssen.“

„Wie sieht denn dein Opfer aus?“, fragte Leila.

„Der Junge ist etwa 25 Jahre alt, hat schwarze, kurze Haare und blaue Augen. Er wird rund eins achtzig gross sein und ich bin mir fast sicher, er ist ledig. So wie der den Frauen nach schaut, sucht der immer was.“

„He, der sieht ähnlich aus, wie der, den ich im Visier habe.“

„Ja? Hoffentlich kommen wir uns nicht in die Quere. Bist du denn sicher, dass er den Anforderungen genügt?“

„Das weiss ich eben nicht genau, doch es sieht schon danach aus. Und deiner?“

„Der ganz bestimmt. Der war fast hin und weg, als er mit seinem Arm meinen Mantel berühren durfte. Er hat sogar leise gestöhnt und als ich ihn ansprach, war er ganz verlegen. Die Beule in der Hose war aber schon offensichtlich, auch sein Blick.“

„Da hast du ja Glück gehabt. Warum hast du ihn nicht gleich mitgenommen?“

„Du weißt doch, wo ich heute zuerst hin musste. Es ging nicht. Zudem waren zu viele Leute anwesend und er musste noch nicht raus. Es sah aber so aus, als ob er mir nachgehen wollte, hat es sich aber anders überlegt und sich in die Nähe eines jungen Mädchens gestellt, die einen schönen Cardigan aus Angorawolle trug. Nächstes Mal klappt’s dann gewiss. Dann werde ich mit ihm aussteigen. Dann habe ich leichteres Spiel.“

„Seinem Verhalten nach zu urteilen, hast du den Jackpot gezogen“, lächelte Leila ihre Mutter an.

„Jackpot ist gut“, lachte auch Kala. „Ich hätte fast einen Fehler bei ihm gemacht.“

„Du? Einen Fehler?“

„Ja, ich liess den Mantel ein wenig spielen. Zum Glück habe ich mich beherrscht, sonst wäre vielleicht der Teufel los gewesen.“

„Bist du verrückt? Du kannst doch nicht…und das in aller Öffentlichkeit. Wenn das rauskommt, sehen wir alt aus.“

„Wir sehen eh alt aus, wenn irgendwas rauskommt“, flüsterte Kala und schaute sich verstohlen im Café um. Doch keiner interessierte sich für die zwei Damen.

„Es ist auch sonst gefährlich. Du weißt wieso. Gerade du musst mehr aufpassen als ich“, warnte Leila ihre Mutter.

„Ja, ja, spiele nur immer aufs Alter an. Du wirst auch mal soweit sein.“

„Ja, aber bis dahin haben wir noch viel Zeit und viel Spass vor uns. Wir müssen nur das Richtige im richtigen Moment tun.“

„Du hast Recht. Lass uns nach Hause gehen und Vorbereitungen für Tag X vollenden. Ich möchte, dass es endlich los geht.“

„Es wird Zeit, dass es losgeht. Die Vorräte neigen sich dem Ende, nein, eigentlich sind sie zu Ende. Habe nur noch den absoluten Notvorrat. Und zu allem Überfluss wird es wärmer. Jetzt kommt die Sonne raus und schon wird es schlagartig heiss.“

Die beiden bezahlten ihre Rechnung und verliessen das Café in die gleissende Nachmittagssonne.

Im Archiv

Ben schaute von seiner Arbeit auf. Es war Tanja, die eintrat und sich an ihren Platz setzte. Ben schaute auf die Uhr an seinem PC.

„Was, schon fast Mittagszeit? Wo warst du denn so lange?“

„Ach, ich habe mich verquatscht. Kennst das ja. Dann war Kaffeepause und dann haben wir weiter geschwatzt. Dann musste Isabelle weg und ich habe dann kurz ihre Arbeit gemacht, damit wir am Nachmittag weiter arbeiten können. Sie muss ja auch bis mittags, wegen dem Abschluss, fertig sein. Tja, dann machen wir uns mal an die Arbeit“, sagte sie mit einem Schulterzucken. Sie zog ihre Strickjacke aus und hängte sie an die Rückenlehne ihres Stuhls.

So arbeiteten beide still vor sich hin, bis Tanja aufstand und zu Ben sagte: „Ich gehe in die Mittagspause. Kommst du mit?“

„Du weißt doch, dass ich nie Mittagspause mache und durch arbeite. So kann ich früher Feierabend machen.“

„Ja, ich weiss. Ich dachte nur, du könntest mal eine Ausnahme machen. Isabelle kommt auch mit“, sagte Tanja beiläufig, als sie schon fast zur Türe raus war.

„Isabelle? Ich dachte, sie sei weg“, fragte Ben. Er sah, dass Tanja ihre Strickjacke hängen gelassen hatte. „Soll ich nun mit oder soll ich die Gelegenheit nutzen? Ich weiss ja nicht, wann sie wieder mal so eine geile Jacke hängen lässt“, dachte Ben. Mit Isabelle wollte er lieber alleine zusammen sein. „Ob die zwei schon vom Liftabenteuer miteinander gesprochen hatten? Zeit hätten sie ja genug gehabt“, überlegte Ben.

„Was ist jetzt?“, fragte Tanja ungeduldig. „Ich will los, habe Hunger und draussen scheint endlich mal die Sonne.“

„Ist es nicht kalt draussen?“

„Ach, du frierst ja eh nie, so wie du angezogen bist. Wie im Hochsommer. Wieso interessiert es dich plötzlich, ob es kalt ist?“

„Ach, nur so. Dachte nur, weil du so kurzärmelig raus willst.“

„Es ist wärmer als heute Morgen. Aber das ist eine gute Idee. Ich werde die Jacke mitnehmen, damit du beruhigt bist, dass ich nicht friere“, spottete Tanja.

„Scheisse! Bin ich ein Rindvieh!“, durchfuhr es Ben und sagte schnell: „Also gut, ich komme auch mit. Wohin gehen wir?“

„Ach, jetzt plötzlich kommt der Herr auch mit? Also mach hinne, wir haben ja nicht ewig Zeit.“

Sie gingen zusammen zum Fahrstuhl. Ben fragte wieder, wohin es gehen soll.

„Wir haben ein neues Restaurant entdeckt, ganz in der Nähe. Lass dich überraschen.“

Eine der fünf Aufzugstüren öffnete sich und die zwei traten in den Lift. Tanja lehnte sich mit den Rücken an die Rückwand des Aufzugs, Ben dicht daneben. Mit seinem rechten Arm berührte er leicht die Wolle von Tanjas Jacke, die sie über ihren linken Arm gelegt hatte. Die Wolle war unheimlich weich und warm. Er drückte seinen Arm noch mehr dagegen. Tanja konnte es ja nicht so spüren, als wenn sie sie angezogen gehabt hätte.

Im achten Stockwerk hielt der Lift. Ben nervte es, er wäre lieber mit Tanja alleine runter gefahren. Die Türe öffnete sich und Isabelle trat ein.

Ben pochte das Herz bis zum Hals. Er hatte das Gefühl, er werde plötzlich rot, so heiss wurde es ihm. Isabelle hatte den schweren Wollmantel über die Schulter gelegt. So sah Ben nun das schöne, weisse Angorapulloverkleid. Isabelle hob die rechte Hand zum Gruss und lächelte die zwei an. So sah Ben, dass das Kleid grosse Fledermausärmel hatte. Ihm gefiel diese Art Pullover sehr. Ben wollte Isabelle in die Arme nehmen, zögerte aber, da sie eine unverfängliche, fast abweisende Miene machte und sich gar nicht so zeigte, als ob vor wenigen Stunden zwischen ihnen was gewesen war.

Sie drehte sich auch gleich um und drückte einen Knopf. Der Fahrstuhl fuhr runter. „Eigentlich könnte sie ja den Stoppknopf wieder drücken“, dachte Ben. „Nun wären wir zu dritt.“

Doch Isabelle dachte gar nicht daran, den Knopf zu drücken. Sie wandte sich Tanja zu und begann ein unverfängliches Gespräch über Schuhe. Ben war enttäuscht. Er hätte gerne ‚seine’ Isabelle in die Arme genommen, doch sie lehnte weit mehr als eine Armlänge von ihm weg an der Wand. Der Fahrstuhl fuhr nun ohne Unterbruch runter.

5-4-3-2-1-E. Ben schaute auf die Stockwerkanzeige. Doch bei E ertönte nicht das bekannte ‚Ding-Dong’, welches ankündigte, dass der Fahrstuhl nun halten werde.

U1-U2 leuchteten auf. Dann erst ertönte der Gong.

„Was machen wir denn im U2? Ich dachte, wir gehen essen?“, fragte Ben ganz erstaunt.

„Ich muss noch was Dringendes im Archiv nachsehen“, sagte Isabelle.

„Hat das nicht Zeit bis nach dem Mittag?“, fragten Tanja und Ben gleichzeitig. Sie mussten lachen.

„Ich wäre froh, wenn ich es schon vorher erledigen könnte“, antwortete Isabelle. „Wenn ihr mir helft, geht’s schneller. Wollt ihr?“

„Aber sicher“, antwortete nun Ben schnell. Er wollte ja nicht Isabelle gegen ihn aufbringen. Sie hätte weiss was von ihm verlangen können, er hätte es getan, so sehr war er schon in sie verschossen.

Ben achtete nicht auf die Blicke, die sich Tanja und Isabelle zugeworfen hatten. Er ging hinter Isabelle her aus dem Fahrstuhl, nach rechts, einen dunklen schmalen Korridor entlang. Und wieder ging es nach rechts, dann nach links und wieder nach rechts. Ben wusste gar nicht mehr so recht, wo sie jetzt waren. Er war auch schon im Archiv gewesen, aber in einem anderen. Er wusste gar nicht, dass es ein so grosses Labyrinth da unten gab.

Isabelle hielt vor einer Türe, suchte in ihrer Manteltasche nach einem Schlüssel und öffnete die schwere Stahltür.

Kaltes Röhrenlicht flackerte an. Bling, bling, bling machte es, als eine nach der anderen Röhre sich einschaltete. Einen ungemütlichen, sehr hohen Raum erblickten sie vor sich. An der linken Wand stand ein riesiges Rollregal, mit Kurbeln an der Seite, mit welchen man die einzelnen Komponenten bewegen konnte.

Zielstrebig ging Isabelle auf eine der Kurbeln zu und begann zu drehen. Langsam öffnete sich der grosse, schwere Kasten und ein Zwischenraum von gut einem Meter entstand. Isabelle ging hinein, drehte sich kurz um und rief: „Kommt!“

Ben folgte ihr sofort, Tanja ging Ben hinterher, nachdem sie sorgfältig die schwere Stahltür hinter sich geschlossen hatte.

Als Ben in die Gasse kam, stand Isabelle mit dem Rücken zur Wand. Sie hatte den Mantel links von ihr in eines der leeren Regale gelegt. Sie deutete mit dem rechten Arm nach oben und sagte: „Da, zuoberst ist der Ordner, den ich brauche. Leider hat jemand die Leiter weggenommen, so dass man hinaufklettern müsste. Ich bin zu ungeschickt. Kannst du da raufklettern, Ben?“

Ben sah sich die Sache an und sagte dann: „Ja, wenn ich mit gespreizten Beinen von einer zur anderen Etage klettere, könnte es gehen.“

„Dann komm her, und steige da rauf“, befahl im Isabelle und zeigte gleich vor sich aufs erste Regalbrett.

Ben trat zu Isabelle hin und hob das linke Bein und setzte es aufs erste Regalbrett, ganz nahe an der Zwischenwand. Er wollte nicht, dass so ein Brett durchbricht.

Links war alles voller Ordner, rechts hingegen war alles leer. Es war dort, wo Isabelle stand, sogar kein Regalbrett mehr vorhanden. Sonderbarerweise war rechts viel mehr Raum vorhanden, als nur eine Ordnertiefe. Es sah aus, als ob die Zwischenwand fehlte. Er fragte sich auch, wo er denn den Fuss hinstellen sollte, wenn es gar kein Brett mehr gab, als ihm plötzlich Isabelle zwischen die Beine griff.

Ben schaute ganz verdutzt zu Isabelle runter. Sie lachte und sagte: „Ich möchte gerne dort weiterfahren, wo wir am Morgen aufgehört haben. Dein bestes Stück war soeben auf idealer Höhe zum Zupacken.“

„Aber…äh…“, stotterte Ben und stieg runter. „Tanja…äh…ist doch…äh…auch noch da.“

Ben spürte, wie eine Hand unter seinem Hemd hindurch den Rücken hinauf fuhr. Es war weich und warm. Eine andere Hand griff vorne rum zu seiner linken Brustwarze. Tanja drückte sich gegen ihn, drückte ihren Kopf auf seine Schulter und flüsterte ihm ins Ohr: „Ja, Tanja ist auch hier. Ich hoffe, du spürst mich.“

Die Berührung und das Flüstern ins Ohr liess Ben wohlig erschauern.

Isabelle öffnete Bens Hemd und anschliessend die Hose, die sie ihm dann die Beine runter drückte. Sie schmiegte sich an ihn und Ben spürte die warme weiche Wolle auf seiner Haut. Tanja zog Ben das Hemd ganz aus und drückte sich von hinten an ihn. Mit der rechten Hand streichelte sie zärtlich über die Unterhose, an der Stelle, wo sich sein Penis zu erheben begann.

Ben war so überrascht, dass er den zuerst entstandenen Widerstand vergass. Er schloss die Augen und liess es einfach geschehen.

Isabelle küsste seinen Hals, seine Brust, seine Brustwarzen, biss leicht hinein und arbeitete sich immer tiefer. Mit einem Ruck zog sie Bens Unterhose runter, packte seinen Penis, zog die Vorhaut nach hinten und nahm ihn vorsichtig in den Mund und lutschte hingebungsvoll daran. Ben stöhnte laut auf, so geil war das. Währenddessen massierte Tanja Bens Brustwarzen. Wo sie die Handschuhe her hatte, die sie trug, interessierte ihn im Moment gar nicht. Es war so schön, die leicht kratzende Wolle zu spüren. Tanja drückte ihm eines ihrer Knie in den Rücken, legte ihren rechten Arm und seinen Hals und zwang ihn rückwärts zu Boden. Bevor er jedoch den Boden berühren konnte, hatte ihn Isabelle auf der rechten Seite gepackt und zusammen legten sie ihn ins rechte Rollregal. Da Bens Beine durch die runter gezogene Hose manövrierunfähig waren, stürzte er fast in den Zwischenraum. Zu seinem Erstaunen fiel er weich auf den Rücken und den am Boden liegenden Mantel. Ein wohliges Kribbeln erfasste seinen nackten Rücken und Po.

„Was ist denn das“, fragte er verblüfft.

„Das ist ein provisorisches Liebesnest“, hauchte Isabelle, die sich zu seiner rechten Seite hingelegt hatte, den Kopf auf die linke Hand gestützt. Tanja ihrerseits lag auf der anderen Seite, den Kopf auf die rechte Hand gestützt.

„Ist das eine abgekartete Sache; gehen wir nicht zum Essen?“

Da lachten beide laut auf.

„Nein, wir gehen nicht zum Essen. Wir nehmen uns stattdessen den Dessert.“

„So, und dieser Dessert bin ich?“, lachte Ben.

„Ja, der bist du. Aber, zuerst möchte ich wissen, ob du das auch wirklich sein willst?“

„Was, der Dessert?“

„Ja, willst du aus freien Stücken mitmachen?“

„Ja, sicher! Was ist denn das für eine Frage?“

„Eine sehr wichtige. Ich möchte nicht, dass du dich gezwungen fühlst, mitzumachen. Verstehst du?“

„Ja“, sagte Ben nur.

„Aber, du musst uns versprechen, dass du alles, was wir vorhaben mit dir, geschehen lassen musst.“

„Was wird denn geschehen?“, fragte Ben nun doch etwas unsicher. Doch eigentlich war es ihm egal. Während dem Zwiegespräch mit Isabelle hatte Tanja ihn weiter gestreichelt und sich noch näher an ihn gekuschelt. Isabelle hatte dasselbe getan.

„Es wird dir nicht wehtun und es geht dir auch nicht ans Leben. Wir möchten dir einfach etwas bieten, was du in deinem ganzen Leben noch nicht erfahren hast.“

„Und das wäre?“

„Das wirst du dann sehen. Lass dich überraschen und vertraue uns einfach. Du brauchst niemals Angst zu haben, dass wir etwas Böses wollen.“

„Ok, dann macht mal vorwärts“, sagte Ben frech. „Worauf wartet ihr denn noch? Wir haben schon zu lange gequasselt.“

Das Lebenselixier

Shala trat ins Wohnzimmer und schwenkte triumphierend ein kleines Behältnis aus Plastik und sagte: „So, Mama. Nun haben wir genug, um dir wieder auf die Beine zu helfen.“

„Wie hast du denn das geschafft?“

„Ach, das war relativ einfach. Ich erzähle es dir gleich. Zuerst mache ich noch einen Trank, der für mehrere Tag reichen wird. So wie du aussiehst, hast du dich schon ein bisschen erholt.“

„Ja, meine liebe, liebe Shala“, sagte Shalas Mutter fröhlich. „Mir geht es schon wieder viel besser. Das habe ich nur dir zu verdanken.“

Lani, so hiess Shalas Mutter, sah wirklich sehr viel besser aus, als noch vor ein paar Stunden. Ihre Haare waren von grau ins braun gewechselt. Ihre Figur war kräftiger geworden, ihre Haut straffer und ihre Stimme fester. Sie blickte dankbar aus ihren himmelblauen Augen auf ihre Tochter und sagte: „Bis ich wieder ganz auf dem Damm bin, werde ich dir wohl noch ein wenig zur Last fallen müssen, aber ich danke dir, dass du mir hilfst. Es gibt genug von uns, die nur noch auf sich schauen und selbst die Verwandtschaft ihrem Schicksal überlassen.“

„Ach komm schon. Das ist doch selbstverständlich“, wehrte Shala ab. „Ich kann mir das nicht vorstellen, dass man seine Mama einfach so sterben lassen könnte. – Also, ich bin gleich zurück, “ sagte sie noch und drehte sich auf dem Absatz um und verliess den Raum.

Shala ging in die Küche, wo ein funktionstüchtiges Labor gleich rechts neben der Türe stand.

Sie leerte den Inhalt des Plastikbehältnisses in einen Erlenmeyerkolben und füllte eine blaue Flüssigkeit dazu. Sie schüttelte das zusammen, so dass eine zähflüssige, blaue Flüssigkeit entstand. Sie fügte noch ein paar Pülverchen hinzu, welche sie aus einer Schublade, gleich unter dem Labor entnahm. Mit der Mikrowaage wurden die Anteile gewogen und in den Kolben gegeben. Sie schüttelte alles wieder und fügte nochmals eine Flüssigkeit hinzu. Nun wurde das Ganze auf einer Gasflamme erwärmt, bis blauer Rauch aus dem Kolben entwich. Shala kühlte das Behältnis ab. Nun war der Meyerkolben mit einer dunkelblauen, fast klaren Flüssigkeit gefüllt. Sie füllte alles in kleine Kyro-Röhrchen. Anschliessend beschriftete sie kleine Etiketten mit dem Datum der Herstellung und klebte sie auf die Röhrchen, welche sie dann, ausser einem, in den Kühlschrank in eine Arbeitsstation stellte, in welcher 40 Röhrchen Platz gehabt hätten.

„Zehn Röhrchen konnte ich herstellen“, dachte Shala. „Schön, dass es so viele wurden. Bald werden es wieder viel mehr sein, dafür werde ich und später auch meine Mutter sorgen.“

Shala ging in ihr Zimmer und zog sich um. Sie zog sich nackt aus und schlüpfte in ein bodenlanges, weites Kleid aus blauer Lopiwolle. Das Kleid hatte einen langen, sehr eng anliegenden Rollkragen und Trompetenärmel. Bis runter zu den Hüften schmiegte sich das Kleid eng an den Körper an und fiel dann über die Hüften bis zum Boden

Shala liebte es, wenn die kratzige Wolle über ihre Brustwarzen streifte. Sanft streichelte sie über ihre von Wolle bedeckten ihre schönen, runden, harten und grossen Brustwarzen. Sofort standen sie auf und drückten gegen die Wolle. Nun liebkoste sie ihre Brüste weiter. Schon begann sie im Schritt feuchter zu werden. Da stoppte sie, lächelte und dachte: „Alles zu seiner Zeit. Du hast ja heute und gestern schon genug bekommen.“

Shala stieg in ein paar Pantoffeln, welche, man glaubt es kaum, mit der gleichen Wolle überzogen waren, wie ihr langes Kleid gefertigt war. Dann ging sie zurück in die Küche und nahm das Röhrchen, welches sie nicht im Kühlschrank deponiert hatte und leerte den Inhalt in ein Trinkglas und füllte letzteres bis zur Hälfte mit kaltem Wasser.

„So, Mama, hier bringe ich dir Nachschub. Nun wird es dir sehr schnell wieder besser gehen“, sagte Shala fröhlich, als sie ihrer Mutter das Glas brachte.

Diese leerte es in einem Zug und bat dann ihre Tochter, neben ihr auf dem Sofa Platz zu nehmen.

„Ein schönes Kleid hast du an. Sicher selbst gemacht, nicht?“

„Ja, Mama. Selbst gemacht. Auch die Wolle selbst gesponnen. Ich kaufe die Rohwolle ein und spinne sie dann, wie zu Urzeiten, selbst. So wie die Prinzessin im Rumpelstilzchen.“ Shala lachte und ihre Mutter mit.

„So, nun erzähle mal, wie du zu unserem Lebenselixier gekommen bist“, forderte Lani Shala auf.

„Also gut, du wirst ja eh keine Ruhe geben, bis du es weißt“, begann Shala. „Ich war schon länger auf der Suche nach einem neuen ‚Spender’“, schmunzelte sie. „aber irgendwie bin ich nicht mehr fündig geworden. Mein letzter hat sich leider ins Ausland abgesetzt, so dass ich langsam dringend auf Nachschub angewiesen war. Ich streifte durch die Strassen, die Altstadt, die einschlägigen Läden und Boutiquen, wurde aber einfach nicht fündig.“

„Ja, ich kenne das“, warf Lani ein. „Da liest man immer, auf den einschlägigen Seiten im Internet, dass es ihrer so viele gäbe. Aber wenn man dann einen braucht, ist keiner zu finden.“

„Eben“, nickte Shala. „Aber, wie es so ist, kommt plötzlich der Zufall zu Hilfe. Wie du ja weißt, arbeite ich an verschiedenen Orten. Das hat den Vorteil, dass ich erstens meine Arbeitszeit selbst einteilen kann, zweitens nicht auf einen einzigen Arbeitgeber angewiesen bin und drittens ich so auch mehr Leute kennen lernen kann.“

Während sie so erzählte, war sie aufgestanden und hatte ihrer Mutter und sich ein Glas Wein eingeschenkt.

„Eines Tages“, fuhr sie fort, „sah ich einen jungen Mann, der mir gefiel und dem auch ich zu gefallen schien. Immer, wenn wir in der Kaffeepause sassen, kam er vorbei und beobachtete mich verstohlen. Ich tat, als ob ich ihn nicht bemerkte. Manchmal blieb er kurz stehen und wechselte ein paar Worte mit seiner Bürokollegin. Ich bemerkte, dass er mich immer aus den Augenwinkeln genau musterte.“

„Denkst du nicht, dass du ihm einfach so gefallen hast?“, fragte Lani. „Was hatte er für Kleider an?“

„Warte doch“, sagte Shala, die nicht gerne unterbrochen wird. „Das hat mich anfangs auch stutzig gemacht. Er trug immer ganz normale Kleider. Ich hingegen wechselte nun jeden Tag und trug manchmal extra dicke Pullover aus Mohair oder Angora. Wenn ich einen solchen Pullover trug, konnte man die Uhr nach ihm stellen. Er stand dann immer etwa fünf Minuten nach Beginn der Kaffeepause auf der Matte. Einmal trug ich, zum Testen, nur ein T-Shirt und einmal nur eine Bluse. Da kam er nicht. Ich fragte seine Bürokollegin, eine übrigens sehr attraktive, schwarze Frau, von der ich dir noch mehr erzählen muss, davon aber später…äh…eben die fragte ich, ob denn ihr Kollege nicht da sei. Sie sagte, doch, doch, der sässe im Büro am Arbeiten.“

Shala machte eine Pause und trank einen Schluck Wein.

„Mmh, der ist wirklich fein, habe ich letzthin entdeckt. Schmeckt er dir auch?“, fragte sie ihre Mutter.

„Doch ja…ist gut. Aber, mach jetzt weiter. Was war dann? Wie sieht er aus?“, fragte Lani neugierig und hing gespannt an den Lippen ihrer Tochter.

„Er sieht gut aus, sehr gut. Er ist etwa 180 cm gross. Dürfte für mich ein bisschen mehr sein. Die Haare sind schwarz, die Augen blau. Er hat breite Schultern und schmale Hüften und ein hübsches Lächeln.“ Shala schaute ganz verträumt irgendwo hin im Zimmer und fuhr fort:

„Ich wollte ihn näher kennen lernen. Aber der Kerl war und ist richtig scheu. Gestern, ich fuhr soeben die Auffahrt zum Parkplatz hoch, da sah ich ihn aufs Haus zukommen. Ich beeilte mich, um ihn abzufangen. Ich hoffte, ich könnte mit ihm im Lift nach oben fahren. Da wollte ich ihn ansprechen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.“

Shala seufzte und trank einen Schluck Wein.

„Nun mach’s aber nicht so spannend“, rief ihre Mutter ungeduldig.

„Ich erreichte den Fahrstuhl, drückte den Knopf und schon öffnete sich die Tür. Ben, so heisst der junge Mann, stand tatsächlich drin. Er war freudig überrascht, mich zu sehen, das sah ich ihm gleich an. Im selben Augenblick kommen aber noch mehr Leute in den Fahrstuhl rein. Sie unterhalten sich und treten einfach, ohne auf mich gross zu achten, rein. Einer schubst mich leicht. Ich packe die Gelegenheit beim Schopf und lasse mich fallen. So, wie ich dachte, fängt mich Ben auf. Und schon lag ich in seinen Armen.“

„Das hast du ja raffiniert gemacht“, freute sich Lani. „Aber, wie geht es weiter?“

„Ich entschuldigte mich, ganz das unschuldige Mädchen raushängend bei ihm. Er tat ganz cool und meinte, er liebe solche Überfälle. Ich hatte bemerkt, wie er die Wolle meines langen Mantels angefasst hatte. Auch seine, fast möchte ich sagen, Stielaugen, mit denen er mein Outfit musterte, sind mir nicht entgangen. Glücklicherweise stiegen die Leute drei Stockwerke später aus.“

„Ah“, machte Lani, „nun konntest du alleine mit ihm sein.“

„Ja, dabei half er mir, ohne dass er es eigentlich wirklich wollte.“

„Wie das denn?“

Er murmelte was von wir sollten im Fahrstuhl stecken bleiben. Ich natürlich sofort zurück gefragt, ob ihm denn das gefallen würde. Er wurde verlegen, ich aber stoppte einfach den Fahrstuhl, und blockierte ihn mit einem Schlüssel.“

„Genial!“, rief Lani“, nun konntest du ihn verführen.“

„Worauf du dich verlassen konntest“, schmunzelte Shala verschmitzt. „Er fährt total auf Wolle ab. Es war ein Leichtes, ihn zu verführen.“

„Und er hat freiwillig mitgemacht? Ohne Druck?“

„Ja, nur am Anfang befahl ich ihm, er solle sich hinknien. Zuerst sah es aus, als ob er nicht wolle, doch ich sah ihn so dominierend an, dass er keinen Widerspruch mehr wagte.“

„Dann hast du ihn genötigt?“

„Nein, ganz und gar nicht. Es war nur der berühmte kleine Stoss, den es benötigt, um eine Lawine ins Rollen zu bringen. So wie der hingebungsvoll mitgemacht hat, kann von einem Zwang keine Rede sein. Oder hast du etwas am Trunk auszusetzen?“

„Nein, gar nicht. Ich bin schon erstaunt, wie schnell das gegangen ist.“

„Siehst du“, sagte Shala erfreut.

„Und hast du mit unserem Geheimnis gearbeitet?“

„Nein, wo denkst du hin. Das würde ich höchstens mal wagen, wenn ich absolut sicher bin. So aber war es auch unnötig.“

„Das ist gut. Sonst wirkt der Trank auch nicht so lange und nicht so gut. Es ist ein Teufelskreis“, seufzte Lani.

„Ja, leider. Du hast es ja selbst erfahren“, bestätigte Shala.

Am Morgen danach

Als Ben erwachte, wusste er nicht, wo er war. Ihm war ganz schummrig im Kopf. Diesen drehte er nach rechts und dann nach links. Dort sah er die Leuchtzahlen eines Weckers. Seines Weckers! Er war also in seinem Bett. Die Uhr zeigte 11:08 Uhr. Sonst war es stockdunkel.

Ben schreckte hoch. „Acht Minuten nach elf Uhr. Ich muss doch zur Arbeit! Wieso habe ich verschlafen?“

Er wollte sich erheben, doch er hatte Mühe. Seine Beine und auch seine Arme schmerzten, er hatte Muskelkater, konnte sich kaum erheben. Zwischen seinen Beinen hatte er auch Schmerzen. Nicht, dass er Wasserlösen musste, nein, die Hoden schmerzten.

Ben setzte sich auf den Bettrand und versuchte sich zu orientieren, Revue passieren lassen, was eigentlich geschehen war.

Das Letzte, an was er sich erinnerte, war, dass Isabelle und Tanja ihn hier ins Bett gelegt hatten. Er machte Licht und schaute hinter sich aufs Bett. Keine der beiden war da. Er stand auf und verliess sein Schlafzimmer. Die Türe war geschlossen gewesen. Das erklärte auch die Dunkelheit im Schlafzimmer. Im Korridor war es hell. Auf dem Garderobemöbel sah er einen Zettel, auf welchem stand:

Hi Ben.

Ich habe dich für heute bei der Chefin krank gemeldet. Du musst also nicht zur Arbeit kommen. Das bisschen Abschluss schaffe ich noch alleine. Wenn es dir morgen besser geht, wäre es schön, dich im Geschäft zu sehen. Ansonsten machst du einfach noch einen Tag blau.

Liebe Grüsse

Tanja

Ben fühlte sich wirklich nicht so gut. Er ging ins Wohnzimmer, schaltete die Stereoanlage ein, holte sich in der Küche ein Glas Wasser und ein Red Bull und setzte sich aufs Sofa. Er versuchte sich zu erinnern. Was war denn eigentlich passiert?

Langsam kam die Erinnerung hoch. Er war mit den beiden hübschen Frauen im Archiv im Geschäft gewesen, war zwischen den zwei Frauen auf Isabelles Mantel gelegen. Isabelle erklärte was von freiwillig mitmachen. Es werde schön und er brauche keine Angst zu haben.

Auf einmal kam die Erinnerung.

„Ok, dann macht mal vorwärts“, sagte Ben frech. „Worauf wartet ihr denn noch? Wir haben schon zu lange gequasselt.“

„Gut“, sagte Isabelle, „nur noch eines: Wir brauchen einen Notstop. Wenn es dir nicht mehr behagt und du sagst dieses Wort, dann hören wir sofort auf. Nur dieses eine Wort gilt. Alle anderen Versuche, uns zu stoppen, wie ‚Halt’, ‚aufhören’, ‚ich will nicht mehr’ usw. gelten nicht. Ist das klar?“

„Ja, ist klar“, nickte Ben. „Was ist das für ein Wort?“

„Es muss eines sein, das wir bei unserer nachfolgenden Beschäftigung nie sagen würden“, erklärte Tanja Ben, während sie mit der linken Hand Bens Penis streichelte. „Geil zum Beispiel, könnten wir nicht nehmen.“

„Nehmen wir Zebrastreifen“, sagte Ben. „Ist mir einfach so eingefallen.“

„Ja, gut, finde ich wirklich gut. Ist absolut neutral“, meinte Isabelle. „Dann lasst uns beginnen.“

Die drei lagen auf dem Boden des Rollregals. Zwei Regale von unten her, waren rausgenommen worden. Auch die Rückwand des Regals fehlte. So hatten sie nun auf drei Regaleinheiten Platz zum Liegen. Isabelle musste von langer Hand dieses Liebesnest vorbereitet haben, denn sie lagen nicht nur auf ihrem Mantel, sondern auch auf einer mittelbreiten Matratze. Schnell hatten sie Ben entkleidet. Er wusste gar nicht, wie ihm geschah, so schnell hatten die zwei Frauen das erledigt.

Isabelle nahm Bens rechten, Tanja Bens linken Arm. Sie legten ihm je einen, in Schlingen gelegten, Schal ums Handgelenk und befestigten das andere Ende an einem Regalpfosten.

Dasselbe machten sie mit den Beinen. Ben lag nun wehrlos im Archiv und spürte das Kribbeln von Isabelles dickem Mantel.

Er war megaspitz und schaute zu den zwei Frauen hoch, die neben ihm knieten. Was würden sie wohl mit ihm anstellen? Ein bisschen nervös war er schon. Er hatte so was noch nie erlebt. Und dann noch mit seiner Bürokollegin.

Beide Frauen legten sie an seine Seite, kuschelten sich an ihn. Er spürte die weiche Wolle an seinem Körper. Isabelle reichte Tanja ein paar weisse Handschuhe, dieselben, die sie angezogen hatte. Nun streichelten sie seinen Körper. Sie machten ihn richtig scharf. Bens Atmung wurde immer heftiger. Sie streichelten seine Brustwarzen, küssten seinen Körper, massierten seine Hoden, seine Beine, seine Arme. Nur den Penis, der steil nach oben ragte, liessen sie in Ruhe. Ben zuckte mit dem Penis, denn er wollte doch, dass sie sich auch mit dem beschäftigten.

„Bald beginnt er zu hyperventilieren“, dachte Isabelle. Sie hatte schon lange bemerkt, dass Ben an den Brustwarzen ziemlich empfindlich war. Das war ‚seine’ erogene Zone. Sie streichelte und massierte seine Brustwarzen. Ben atmete immer schneller.

„Bitte, bitte, kümmert euch doch mal um meinen Penis“, flehte er. „Der ist schon so hart, dass ich Angst habe, er platzt gleich.“

„Keine Angst“, flüsterte ihm Tanja ins Ohr, „das wird sicher nicht passieren. Dafür werden wir schon sorgen.“ Sie schlabberte ihm ins Ohr und knabberte dran, was Ben noch mehr auf die Palme brachte.

„Nun hyperventiliert er. Stelle ihn nun leise und beruhige ihn“, sagte Isabelle und kniete sich zwischen Bens Beine. Ben atmete nun viel zu schnell, so sehr war er erregt. Das Blut schoss ihm aus dem Kopf. Er fühlte seine Arme und Beine nicht mehr. Seine Lippen waren kalt und blutleer. Er drohte ohnmächtig zu werden.

Tanja kniete an Bens Kopf nieder und nahm selbigen zwischen ihre Oberschenkel. Ben sah die Satinunterwäsche unter dem kurzen Angorakleid auf sich zukommen. Langsam liess sie sich auf sein Gesicht nieder. Ben atmete immer schneller. Tanja setzte sich auch seinen Mund und seine Nase und nahm ihm die Luft zum Atmen. Ben machte immer noch die Atembewegungen, obwohl keine Luft mehr durchdringen konnte.

Nach etwa dreissig Sekunden liess Tanja wieder ein wenig Luft durch. Ben atmete gierig die Luft ein. Sofort setzte sich Tanja wieder auf sein Gesicht. Sie war sehr erregt und war feucht geworden. Der Slip wurde auch ganz feucht. Nun war es noch schwieriger, Luft zu atmen. Die Feuchtigkeit wirkte wie eine Dichtung.

Dieses Mal blieb Tanja noch länger auf Bens Gesicht sitzen. Sie wälzte sich leicht hin und her, passte aber auf, dass keine Luft durch kam.

Unterdessen drückte Isabelle Bens Hoden. Zuerst ganz sanft, dann etwas härter. Ben stöhnte ganz leise. Zu mehr war er nicht fähig, denn Tanja drückte sich zu fest auf sein Gesicht. Langsam wurde Ben wieder die Luft knapp. Er versuchte sich zu wehren und den Kopf zu befreien. Doch das kostete ihn noch mehr Sauerstoff. Er bekam Angst. Er wollte nicht ersticken. Doch Tanja sass immer noch auf ihm, mit ihren Schenkeln hatte sie seinen Kopf wie ihn einem Schraubstock. Adrenalin schoss durch seinen Körper.

Da löste sich Tanja schnell, zog ihre Unterwäsche aus und setzte sich schnell wieder auf Bens Gesicht. Der hatte nur kurz Zeit, Atem zu holen. Kein Wort brachte er raus.

Nun hatte er Tanjas klitschnasse Möse im Gesicht. Sie roch gut und schmeckte fein.

Doch nach ein paar wenigen Sekunden hatte er schon wieder Sauerstoffprobleme. Dieses Mal hatte er das Gefühl, sie stelle ihm noch länger die Luft ab. Sein Adrenalin wurde wieder ausgeschüttet. Sein Herz klopfte gewaltig. „Du musst keine Angst haben“, beruhigte er sich. „Sie haben gesagt, es passiere mir nichts. Nur geniessen.“

Tanja erregte das Spielchen sehr. Sie spielte mit ihren Nippeln und rutschte auf Bens Gesicht herum. Sie spürte das Nahen ihres Orgasmus’. Ben bohrte seine Zunge in Tanjas Vagina.

Tanja liess ihn wieder kurz Atem holen. Er holte tief Atem und wollte es länger aushalten als vorher. Doch die Angst war latent da, er könnte ersticken. Da spürte er, dass Isabelle seinen Penis in den Mund genommen hatte und ihn saugte. Es war ein irres Gefühl, unter der Möse von Tanja fast zu ersticken und dem Orgasmus immer näher zu kommen. Tanja kam unterdessen. Heiss durchfuhr es ihren ganzen Körper. Sie bebte vor Erregung. Isabelle liess Bens Penis frei, stülpte aber was anderes darüber und wichste ihn damit. Er kam dem Orgasmus immer näher. Sein Körper bäumte sich auf. Da stoppte Isabelle.

Das wiederholten sie immer wieder. Er wusste nicht mehr wo ihm den Kopf stand. Tanja war aufgestanden und hatte ihm ihre Jacke um den Kopf gebunden. Die Wolle war sehr weich und sehr warm. Er begann zu schwitzen. Er sah nichts mehr. Luft bekam er leidlich, doch schaffte es Tanja, ihm, mit einem Schal, den sie um seinen Kopf gebunden hatte, die Luft abzustellen. Dazwischen behandelte sie seine Brustwarzen, um ihn noch geiler zu machen.

Seine Hoden schmerzten, er hatte Ängste zu ersticken und er sehnte sich seinen Orgasmus herbei. Isabelle wichste nun wieder schneller und schneller. Tanja zog den Schal enger zusammen. Die Atemnot wurde wieder grösser. Er wollte schon das Rettungswort schreien, obwohl er nicht wusste, ob sie es überhaupt gehört hätten, da spürte er, dass der Point of no return gekommen war. Er spritzte eine gewaltige Ladung aus sich heraus. Immer und immer wieder pulsierte das Sperma raus. Sein Penis zuckte, seine Hoden schmerzten, aber er fühlte sich glücklich, zumal Tanja die Jacke von seinem Kopf genommen und er wieder richtig atmen konnte.

Tanja hatte sich neben ihn gelegt und streichelte sein Gesicht. „Na, wie war das?“, fragte sie.

„Sensationell. Aber auch sehr, sehr speziell. Ich hatte manchmal das Gefühl, zu ersticken.“

Ben schaute auf. „Wo ist Isabelle?“

„Sie ist schon noch da. Sie musste nur dein Sperma wegschütten.“

„Wegschütten?“, machte Ben erstaunt.

„Ja, sie hat dich in eine künstliche Vagina kommen lassen. Die reinigt sie nun.“

„Ihr habt doch echte. Wieso soll ich dann in eine künstliche kommen?“

„Sei froh, dass du so kommen darfst“, sagte nun Isabelle. Sie kniete sich zwischen Bens Beine und lutschte Bens Penis sauber.

Ben stöhnte vor Wollust. Sein schon zusammengeschrumpfter Penis begann sich wieder zu erheben.

„Der scheint ein kleiner Nimmersatt zu sein“, lachte Tanja. „Dann machen wir doch weiter.“

„Ja, machen wir weiter, dieses Mal aber umgekehrt.“

Nun übernahm Isabelle Tanjas Rolle und Tanja widmete sich Bens Penis. Sie hatte ihn schnell gross gekriegt und nahm ihn in sich auf. Isabelle kniete bei Bens Kopf nieder und nahm in zwischen ihre Knie. Sie legte den hinteren Saum von ihrem Longpullover über Bens Gesicht und setzte sich drauf. Es wurde Ben sehr, sehr schnell heiss. Der Schweiss begann wieder aus den Poren zu dringen.

„Magst du immer noch?“, fragte Isabelle. „Oder sollen wir aufhören? Du musst nur das Losungswort sagen und wir hören sofort auf.“

„Mmpf…nein…Mmpf…“, tönte es zwischen Isabelles Beinen hervor.

Tanja ritt Ben rhythmisch und schaute dabei Isabelle an. Isabelle verstand, lehnte sich vor und schon küssten sich die zwei Frauen. Zuerst zärtlich und dann immer leidenschaftlicher.

Vor Leidenschaft vergassen sie fast Ben unter sich, der nun wirklich keine Luft mehr bekam. Mit sehr grosser Kraftanstrengung konnte er sein Becken heben, so dass Tanja fast von ihm runter stürzte.

„Ups“, machte Isabelle und erhob sich, damit Ben wieder Luft holen konnte und machte dann einfach weiter.

Bald war es wieder soweit. Ben war nahe an seinem Orgasmus. Da wechselten die Frauen ihre Positionen. Isabelle steckte Ben wieder die künstliche Vagina auf den Penis. Tanja legte sich zu Ben und drückte ihm ihre grossen Brüste ins Gesicht. Die weiche Wolle kribbelte und es wurde schon wieder warm um seinen Kopf. Gierig lutschte er durch die Wolle an Tanjas Brüsten. Da war es wieder so weit. Er spritzte wieder ab. Fast genau so viel, wie das erste Mal. Nun schmerzten seine Hoden noch stärker.

Isabelle war wieder weggegangen. Kam aber gleich wieder, um wiederum seinen Penis ganz zu säubern. Sie schluckte alles runter.

Ben war erschöpft. Er hatte kalt und er war müde. Er sagte das den zwei Girls.

„Kein Problem“, sagte Isabelle. Sie band Ben los und hielt ihm ein wollenes, grosses Ding hin, welches sie aus einem Regal geholt hatte.

„Ziehe dir dies an!“

„Was ist das?“

„Nicht fragen, anziehen!“

Ben nahm das schwere, weiche Ding in die Arme und betrachtete es. Es war ein Catsuit, mit Füsslingen und Handschuhen und einer Balaclava. Das Ding war sehr dick und vermutlich auch sehr warm.

Isabelle half ihm, einzusteigen und schon bald war Ben im Catsuit verschwunden. Es war schön weich innen drin. Ben fühlte sich wohl. Die Hände waren in Fingerhandschuhen und diese aber wiederum in Fäustlingen gefangen. Ein fester Ring schloss sich hinter dem Handgelenk. Dasselbe auch bei den Fussgelenken. Isabelle griff Ben zwischen die Beine, packte Bens sich wieder erhebenden Penis und versorgte ihn im eingearbeiteten Willywarmer.

Nun stülpte sie ihm auch noch die Balaclava über und schloss den Verschluss hinten mit einem Schlösschen. Ben konnte sich so unmöglich befreien.

Ben sah nichts mehr. Für den Mund war eine Öffnung eingearbeitet. Luft kriegte er genug.

„Schön sieht er aus, unser Bär, im braunen Anzug“, lachte Isabelle. „Hast du immer noch kalt?“

„Nein, das ist ja ein Wahnsinnsanzug. Uns so schön warm und weich. Schade, dass er nicht ein bisschen kribbelt und kratzt.“

„Nur Geduld. Das wird schon noch“, lachte Isabelle. „Bald wärst du froh, wenn du ihn nicht mehr auf der Haut hättest. – So, nun leg dich wieder hin“, sagte Isabelle und stellte ihm ein Bein. Ben fiel auf die Matratze. Schnell hatten die zwei Frauen Ben wieder wie vorher fixiert.

„Nun schlaf mal schön. Bald kommen wir wieder. Wir müssen noch was erledigen.“

Ben wollte protestieren, doch die beiden waren schon weg und zur Tür hinaus. Das Licht verlosch und Ben war alleine.

„Hallo, was soll das?“, dachte er. „Ich sollte doch arbeiten. Die können mich doch nicht hier einfach so liegen lassen.“

Er ergab sich in sein Schicksal und genoss die wohlige Wärme. Bald darauf war er eingeschlafen.

Er erwachte, weil er sehr heiss hatte. Der Anzug wärmte ihn mehr, als ihm lieb war. Er schwitzte. Nun sollte sich Isabelles Weisssagung erfüllen. Der Anzug kribbelte und kratzte. Am liebsten hätte Ben sich überall gekratzt. Aber er genoss es dennoch sehr, da er es liebte, wenn die Wolle kratzte. Sein Penis wollte sich erheben, doch war er in einem Gefängnis eingepackt. „Weiss der Teufel, was die da in den Anzug eingebaut hat. Ist ja schon wahnsinnig, was die so alles gestrickt haben muss“, sagte er laut.

„Ja, ich habe viel gestrickt, das stimmt. Ich liebe eben die Wolle auch sehr, nicht nur du.“

„Isabelle!“, rief Ben freudig. „Du bist wieder da? Bitte mache mich frei. Ich muss doch arbeiten gehen. Wir haben Abschluss.“

„Ich weiss. Das macht Tanja für dich. Ich brauche dich hier. Dich hat mir der Himmel geschickt.“

„Mich hat der Himmel geschickt? Wie soll ich das verstehen?“

„Ich erkläre es dir bei Gelegenheit. Zuerst eine andere Frage: magst du noch ein bisschen Spielchen spielen mit mir?“

Ben überlegte. Sollte er oder sollte er nicht. Es war hammergeil, so eingepackt zu sein. Isabelle massierte ihn nun durch die dicke Wolle. Das machte ihn wieder total Spitz. So war es kein Wunder, dass er dann zusagte.

„Schön“, freute sich Isabelle. Sie küsste ihn durch die Mundöffnung. Ben erwiderte den Kuss mit Leidenschaft. Isabelle nestelte irgendwas zwischen Bens Beinen und beförderte seinen Penis hervor. Durch den vielen Platz, wuchs er schnell wieder zu altbekannter Grösse heran.

Darauf schien Isabelle gewartet zu haben. Sie stülpte Ben einen Zylinder über den Penis, der sich sofort festsaugte.

Ben stöhnte laut auf und fragte: „Was ist das?“

„Das mein lieber ist eine kleine Hilfe für mich. Du hast zugesagt, dass du mitmachen willst. Nun darfst du einfach still liegen und geniessen.“

„Was für eine Hilfe? Ich möchte sie doch auch sehen.“

„Es ist nur eine Art Melkmaschine. Du wirst heute noch ein bisschen gemolken werden.“

„Was werde ich?“

„Entsamt wirst du. Du hast zugestimmt, dass du mit dir machen lässt, was wir wollen. Nun gut, ich möchte dich entsamen. Geniesse es einfach. Es wird dir gefallen.“

Isabelle drückte einen Knopf und dann begann der Zylinder zu saugen und bewegte sich auf und ab. Zuerst ganz langsam. Bens Penis wurde noch härter. Er wälzte sich hin und hier, so gut er der Fesselung wegen konnte. Das bewirkte, dass die Wolle noch mehr zu kratzen begann. Durch die Anstrengung schwitzte er noch mehr. Die Wolle kratzte noch intensiver. Ein Teufelskreis.

Plötzlich spürte Ben einen Schlauch im Mund.

„Trink!“, befahl ihm Isabelle. Ben zog am Schlauch und eine kühle, fein schmeckende Flüssigkeit rann ihm die Kehle runter.

„Ein isotonisches, von mir entworfenes Getränk. Es wird dir die fehlenden Mineralien zurückgeben und dich ein bisschen stimulieren. Auch heizt es den Testosteronspiegel ein wenig an.“ Sie lachte laut.

Sie zog den Schlauch, nachdem Ben ziemlich viel getrunken hatte, aus seinem Mund und küsste ihn leidenschaftlich. Die Maschine tat ihren Dienst und wichste Ben unaufhörlich. Bald war es wieder so weit, dass er abspritzen konnte. Doch die Maschine stoppte plötzlich. Ben stöhnte vor Enttäuschung.

„Keine Angst, du wirst schon noch abspritzen. Schliesslich will ich dich entsamen. Aber zuerst sollst du bis zu den Fingerspitzen spitz sein“, erklärte ihm Isabelle. „Ich lasse dich nun ein Weilchen alleine. Aber keine Angst, die Melkmaschine kümmert sich liebevoll um dich.“

In der Tat begann die Maschine wieder zu saugen und wichsen, bis Ben nach einer Viertelstunde endlich abdrücken durfte. Die Maschine saugte alles aus ihm raus. Sein Penis tat ihm weh. Er wollte nun wirklich nach Hause. Doch Isabelle war noch nicht da.

Sie hatte gesagt, sie werde ihn in zwei Stunden wieder aufsuchen. In dieser Zeit könne es sein, dass er bis zu dreimal abgemolken werde von der Maschine.

Nachdem er leer gesaugt worden war, stoppte die Maschine. Ben zerrte an den Fesseln. Es musste doch möglich sein, sich zu befreien. Doch alle Anstrengung half nichts. Im Gegenteil. Er begann wieder mehr zu schwitzen. Ihm wurde richtig heiss. Der Anzug kratzte wie wild. Seine Brustwarzen wurden von der Wolle gerieben. Das machte ihn wieder spitz. Auch die Vorstellung, von der hübschen Isabelle und der noch hübscheren Tanja gefangen und ihnen wehrlos ausgeliefert zu sein, erregte ihn so sehr, dass sein Penis schon wieder zu wachsen begann. Kaum war der ein bisschen grösser geworden, fing die Maschine wieder unerbittlich zu arbeiten an. Nun wurde er noch geiler. Es tat ihm alles weh. Aber die Maschine machte weiter und weiter. Irgendwann, er weinte fast vor Schmerzen, kam er zum nächsten Orgasmus. Es kam fast nichts mehr, doch zu seinem Erstaunen kam immer noch Sperma aus ihm raus. Dann war die Maschine wieder still.

Ben lag nun einfach still da und bewegte sich nicht. Er ergab sich seinem Schicksal. Erschöpft wie er war, fiel er in einen Dämmerschlaf. Er träumte von Wollsklaven und dominierenden Wollvamps, männervernichtende Amazonen, Melkmaschinen und dergleichen.

Er erwachte, weil Isabelle ihm die Balaclava vom Gesicht genommen hatte. Sie streichelte über seine Wangen und wusch dann sein Gesicht mit einem nassen Lappen. Sie küsste ihn zärtlich und sagte: „Das hast du sehr gut gemacht. In meiner Abwesenheit bist du noch viermal gekommen.“

„Ich kann mich nur an zweimal erinnern“, sagte Ben matt. Er fühlte sich wirklich schlapp, hatte keine Kraft mehr und konnte kaum den Kopf heben.

„Das glaube ich dir“, lächelte ihn Isabelle an. „Ich habe ein kleines Narkotikum in den Trank getan. Das hatte den Vorteil, dass du keine Schmerzen bei der Entsamung hattest und andererseits dir die Zeit nicht zu lange vorgekommen ist.“

Ben bemerkte, dass seine Arme und Beine nicht mehr gefesselt waren. Er hob die rechte Hand und streichelte Isabelles Gesicht. Er zog sie zu sich runter und küsste sie.

„Wir können hier noch ein Weilchen liegen bleiben. Du kannst jetzt noch nicht aufstehen“, erklärte sie Ben. „Wir werden nun nichts mehr tun, als nur ein wenig rum liegen und kuscheln.“

„Oh ja, kuscheln ist schön“, sagte Ben müde. „Aber hast du etwas anderes zum Anziehen, als dieses Kratzmonster?“

„Dieses Kratzmonster, wie du dem sagst, ist selbstgesponnene Wolle der Heidschnucke. Darum kratzt es auch so gewaltig. Ich mag den Anzug sehr. Aber ja, ich helfe dir raus. Dann kannst du meinen Mantel anziehen. Hinterher gehen wir dann mit dir nach Hause. Tanja wird in einer Stunde kommen und mir helfen, dich nach Hause zu bringen.“

Sie befreite Ben aus dem Catsuit und legte sich mit ihm auf den Mantel auf der Matratze. Ben schlüpfte in die Ärmel und fühlte sich dann, als er den Kopf auf Isabelles Brüste legen konnte, richtig geborgen. Er streichelte Isabelles schönen Pullover, ihre Brüste, fuhr dann mit den Händen weiter ihren Körper abwärts und mit der Hand unter ihren schönen und weichen Angorapullover. Ganz sanft streichelte er über ihre Schamlippen. Er hob seinen Kopf empor, suchte ihre Lippen und sie küssten sich intensiv. Isabelle umarmte Ben und zog ich an sich. Ben streichelte weiter und steckte langsam seinen Mittelfinger in ihre nasse Spalte. Er steckte ihn soweit rein, wie es nur ging. Mit dem Daumen streichelte er sanft über ihre Klitoris. An Isabelles Reaktion merkte er, wie es ihr gefiel. Er machte immer weiter, stärker, intensiver, bis ein Rütteln durch Isabelles Körper ging. Eine heisse Welle durchströmte ihren Körper. Ben machte weiter und weiter. Eine Welle nach der anderen liess Isabelles Körper erbeben. Sie liess es zu und genoss die starken Orgasmen.

Bens Penis war auch wiederaufgestanden, doch Isabelle kümmerte sich nicht darum. Sie kuschelte sich fest an Ben und streichelte ihn zärtlich am ganzen Körper. Nur die Penisregion liess sie aus.

Eine Stunde später erschien tatsächlich Tanja. Sie war gekleidet wie am Morgen. Also bordeauxfarbenes Angorakleid und die schwarze Angorastrickjacke. Sie setzte sich zu den zweien auf die Matratze und fragte: „Was ist nun? Sollen wir schon gehen?“

„Wie spät ist es denn?“, fragte Isabelle.

„Es ist schon fast sieben Uhr abends.“

„Was!“, fuhr Ben auf. „Sieben Uhr abends. Das ist ja verrückt. So lange bin ich schon hier?“

„Ja, mein lieber Ben“, antwortete Tanja. „Zeit, nach Hause zu gehen.“

Isabelle stand auf und half Ben aufzustehen. Es ging nicht so gut, aber bald stand Ben auf wackeligen Beinen da.

Sie halfen ihm in seine Kleider und machten sich dann auf den Weg zur nächsten Tramstation.

Es war nun recht kalt geworden und Ben, der doch ein wenig angeschlagen war, fror ein wenig. Die zwei Frauen nahmen ihn in die Mitte, hielten ihn je an einem Arm und gaben ihm so viel Wärme, dass er nicht zu frieren brauchte.

Sie mussten nicht lange warten, so kam ein Tram der Linie, die Tom direkt zu sich nach Hause bringen würde. Sie stiegen ein und setzten sich auf eine Dreierbank, Ben schön in die Mitte nehmend. Nach gut einer halben Stunde erreichten sie Bens Wohnung. Sie brachten ihn in die Wohnung und legten ihn aufs Bett.

Isabelle zog den ziemlich fertigen Ben aus. Nackt lag er auf seinem Bett, hatte die Augen geschlossen.

„Warum ist er so müde“, wollte Tanja wissen.

„Das sind die Nachwirkungen des Sedativums. Vermutlich habe ich ein bisschen zu viel genommen davon. Aber keine Angst, er wird wieder“, beruhigte Isabelle Tanja. „Am besten wird sein, er bleibt morgen zuhause und erholt sich von uns.“ Sie musste lachen.

Tanja suchte in der Wohnung nach einem Zettel, fand ihn und schrieb die Zeilen auf, die Ben am anderen Morgen fand.

In der Zwischenzeit deckte Isabelle Ben zu. Er erwachte kurz und schaute sie an. Isabelle griff in die Manteltasche, zog eine kleine Ampulle hervor, entfernte den Deckel und flösste die Flüssigkeit Ben in den Mund. Ben schluckte automatisch. Er bekam gar nicht wirklich mit, dass er etwas getrunken hatte, schloss die Augen und schlief augenblicklich wieder ein. Isabelle blieb bei ihm am Bett sitzen und betrachtete ihn liebevoll. Tanja kam rein und sagte: „Der hat ja eine riesige Spielwiese. Da haben wir doch auch noch Platz.“

„Wie meinst du das?“

„Komm“, sagte statt einer Antwort Tanja und setzte sich auf die eine Betthälfte. Isabelle erhob sich und setzte sich zu Tanja. Sie hatte verstanden. Zuerst schauten sie sich in die Augen, dann umarmten und liebkosten sie sich, bis sie sich engumschlungen küssten.

Tanja zog Isabelles Pullover hoch, um an deren Brüste zu gelangen. Sie hatte schon lange gesehen, wie Isabelles Nippel hervorstanden. Sie nahm je einen zwischen Daumen und Mittelfinger und drückte sie leicht. Mit dem Zeigefingernagel kratzte sie leicht die harten Brustwarzen, bevor sie sie abwechslungsweise in den Mund nahm und lutschte. Isabelle liess sich aufs Bett sinken und zog ihren Pullover über Tanjas Rücken und liess ihre Brüste verwöhnen. Tanja rutschte höher und streckte ihren Kopf durch den Kragen und suchte Isabelles Lippen. Tanja rutschte unter dem Pullover wieder weg und bahnte sich, Isabelle küssend, immer tiefer, bis sie zu ihrem Venushügel gelangte. Sanft und zärtlich küsste und streichelte sie Isabelles Vulva. Isabelle stöhnte leise, liess es geschehen und genoss die zärtlichen Berührungen ihrer Freundin.

Isabelle drehte sich auf dem Rücken, so dass sie bald die Beine Tanjas zu sehen bekam. Beide Frauen legten sich seitlich, hoben je ein Bein ein wenig empor, so dass sie sich gegenseitig mit den Händen und dem Mund verwöhnen konnten. Beide wussten so gut, was eine Frau braucht, dass es nicht sehr lange dauerte bis beide gemeinsam ihren ersten gemeinsamen Orgasmus erfahren durften. Sie liebten sich noch ziemlich lange, ehe sie sich entschlossen, Ben, der nur geschlafen und nichts mitbekommen hatte, zu verlassen und jeder zu sich nach Hause zu gehen.

Ben erinnerte sich, dass die zwei Frauen bei ihm auf dem Bett gewesen waren. Doch er war zu fertig, als dass er sich irgendwie beteiligen hätte können. Er kratzte sich am Kopf und dachte: „Du meine Güte, muss ich breit gewesen sein. Schön, hat Tanja einen freien Tag für mich rausholen können. Das muss ich irgendwie wieder gut machen.“

Ben wollte sich zuerst mal unter der Dusche erfrischen, als das Telefon klingelte.

Der Plan

„Ich habe ihn gesehen, ich weiss, wo er wohnt!“, rief Kala begeistert, als sie zur Wohnungstüre rein kam. Sie war ganz ausser Atem.

„Wen hast du gesehen?“, fragte Leila, von einer Zeitschrift aufsehend.

„Na, den geilen Typen, der für uns in Frage kommt.“

„Aha“, sagte Leila lakonisch und widmete sich wieder ihrer Zeitschrift.

„Aha, aha. Ist das alles was dir dazu einfällt? Deine Mutter organisiert uns Nachschub und du kannst nichts anderes sagen als aha!“

„Wir müssen ihn auch zuerst haben. Vorher breche ich nicht in Begeisterungsstürme aus.“

„Den zu kriegen wird, vor allem für dich, kein Problem sein. Ich weiss, wo er wohnt und ich bin sicher, dass er für uns in Frage kommt.“

„Wie hast du denn das rausgefunden?“

„Nun, das war so“, begann Kala.

Kala verliess ihr Stammkaffee, um nach Hause zu gehen. Es waren nur ein paar Schritte bis zu ihrem Haus, welches sie mit Leila teilte. Eigentlich war es ja Leilas Haus, welches sie mit ihrer Mutter teilte, aber darauf kommt es ja gar nicht an, war Kalas Devise.

Wie sie so gedankenverloren an der Tramhaltestelle, die in der Nähe ihres Hauses steht, vorbei schlendert, sieht sie plötzlich drei junge Menschen. Zwei Frauen und ein Mann.

„Den Kerl kenne ich doch“, dachte sie bei sich. „Das ist doch der Kerl aus dem Tram, der so auf meinen Mantel abfuhr. Dem gehe ich nach.“

Die zwei Frauen führten den Mann in der Mitte. Er schien ein wenig angeschlagen zu sein, denn er wurde von den zwei Frauen gestützt. Die Frauen trugen Wollsachen. Das fiel Kala sofort auf. Die eine, die mit den langen, braunen Haaren trug einen besonders schönen, schwarzen Wollmantel. So einer würde Kala auch noch gefallen. Die andere trug ein schönes Angorakleid und eine sehr schöne, schwarze Angorastrickjacke. Sie war eine Schwarze.

„Was die wohl mit dem Kerl anstellen? Ist das etwa Konkurrenz?“ Kala beeilte sich, den dreien nachzugehen, denn das Tram fuhr soeben ein.

Kala schaffte es gerade noch, zuhinterst in die Strassenbahn einzusteigen, währenddessen das Trio zu vorderst im Tram sass. Sie konnte von ihrer Position aus die drei beobachten. Die waren so mit sich beschäftigt, dass sie sich nicht um ihr Umfeld kümmerten. Also fiel ihnen die ältere blonde Frau mit den stechend grünen Augen nicht auf.

Kala war so in ihre Gedanken vertieft, was sie mit dem jungen Mann alles anstellen wollte, dass sie fast die Haltestelle verpasste, als die drei ausstiegen.

Sie folgte ihnen bis in die Nähe des Hauses. Dort wartete sie und beobachtete die Fenster. Es war ein Mehrfamilienhaus mit 8 Stockwerken. In der Mitte war der Hausflur. Bei ein paar Wohnungen leuchteten Fenster. Viele waren dunkel. Sie wartete, bis in irgendeinem Stockwerk Licht anging.

Da, im 6. Stockwerk leuchtete ein Fenster auf und dann noch eines. Das musste es sein. Sie ging zum Haus und betrachtete die Klingelknöpfe. Zwei…vier…sechs: Ben stand da, weiter nichts. Das wird er sein.

Sie notierte sich die Adresse und zog sich ein wenig zurück, unter einen Baum auf eine Parkbank, wo sie schön den Eingang zum Haus beobachten konnte.

Ihre Geduld wurde auf eine lange Probe gestellt. Fast wollte sie schon gehen, als es im 6. Stockwerk wieder dunkel wurde.

„Nun kommt’s darauf an, ob die Frauen dazu gehören, zur Wohnung, oder ob sie ihn nur nach Hause gebracht hatten. Meiner Meinung nach ist er ledig, nicht liiert.“

Sie stand auf, und näherte sich vorsichtig dem Hauseingang von der, der Tramstation abgewendeten Seite. Sollten die Frauen rauskommen, würden sie sich sicher nach der Station wenden. Sie wollte nicht, dass sie gesehen wurde. Andererseits konnte sie ja so tun, als ob sie zum Haus gehöre.

Sie war nur ein paar Schritte vom Hauseingang entfernt, als Isabelle und Tanja aus dem Haus kamen. Sie gingen, wie von Kala erwartet, in Richtung Tramstation. Sie schauten nicht in ihre Richtung. Die Haustüre war noch im Schliessen begriffen, als Kala mit ihrem Fuss die Tür stoppte. Sie war ein wenig nervös, als sie das Haus betrat und im Lift den Knopf für die 6. Etage drückte.

Vor Bens Tür blieb sie stehen und lauschte an der Tür. Sie hörte nichts. „Soll ich es wagen?“, fragte sie sich. Entschlossen drückte sie leise, ganz leise die Klinke runter. Die Türe war unverschlossen. Die zwei Frauen hatten also keinen Schlüssel oder sie hatten vergessen abzuschliessen.

Schnell betrat Kala die Wohnung und schloss die Türe zu. Im Dunkeln blieb sie stehen, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Sie kramte in ihrer Manteltasche. Irgendwo hatte sie immer ein ganz kleines LED-Lämpchen dabei. Sie nahm die ganze Hand mit dem Kram, den sie in der Tasche hatte raus und tastete nach der Lampe. Doch sie fand sie nicht. Enttäuscht schob sie den Inhalt wieder zurück. Sie bemerkte nicht, dass sie was fallen liess. Sie hatte sich nun so an die Dunkelheit gewöhnt, dass ihr das Licht, welches von der Strasse her durchs Wohnzimmer bis in den Korridor schien, reichte. Sie wandte sich auf die andere Seite und sah durch die erste, unverschlossene Türe am Ende des Korridors. Sie sah die Leuchtziffern eines Weckers. Das musste das Schlafzimmer sein. Sie sah das grosse Bett und auch die Umrisse des Mannes, der darin schlief. Vorsichtig und leise schloss sie die Schlafzimmertüre und machte Licht im Korridor. Sie schaute sich um. In einem Wandschrank im Korridor, den sie ungeniert geöffnet hatte, fand sie sehr viele Wollsachen, fein säuberlich geordnet.

„Bingo!“, rief sie fast laut. „Ich hab’s gewusst, ein Wollfetischist. Das wird Leila auch freuen.“

Sie überlegte, ob sie sich über den schlafenden Ben hermachen sollte, liess es aber bleiben, da sie nicht sicher war, ob die Frauen zurückkommen. Einen Schlüssel zum Schliessen fand sie auch nicht. Sie löschte das Licht im Korridor, öffnete leise die Schlafzimmertür und verliess Bens Wohnung und machte sich auf den Heimweg, um ihrer Tochter die Neuigkeiten zu erzählen.

„Und, was denkst du?“, fragte Kala gespannt. „Willst du ihn schon zu Hause abfangen, wenn er auf dem Weg ins Geschäft ist? Morgen geht er nicht zur Arbeit. Aber übermorgen könnte er wieder gehen.“

„Woher weißt du das?“

„Aus einem Zettel, den eine der Tussen geschrieben hatte. „Er solle zuhause bleiben und sich erholen, stand geschrieben.“

„Von was erholen?“

„Was weiss ich. Vielleicht ist er ja wirklich krank. So hat er heute Abend auch ausgesehen. Total fertig. Konnte kaum laufen.“

„Was waren das für Tussis?“

„Ich weiss es nicht. Ich glaube nicht, dass es ‚Schwestern’ waren. Höchstens eine. Die kam mir ein wenig bekannt vor. Aber ich konnte das Gesicht nicht genau sehen.“

„Wenn es ‚Schwestern’ waren, dann kannst du ihn morgen vergessen. Dann wird er so fertig sein, dass er frühestens übermorgen oder gar noch einen Tag später wieder fit sein wird“, ereiferte sich Leila. Sie war aufgestanden und unruhig im Wohnzimmer hin- und hergelaufen.

„Wir müssen einen Plan entwerfen, wie wir ihn uns schnappen können, bevor die anderen sich wieder ihm widmen“, sagte Leila.

„Und wie soll der Plan aussehen?“

„Weißt du, wo der Kerl arbeitet?“, wollte Leila wissen. Sie war nun ziemlich aufgeregt.

„Nein, aber das kann ich raus finden. Gib mir zwei oder drei Tage.“

„Spinnst du! Zwei bis drei Tage! Wir müssen das sofort wissen. Ich habe da nämlich eine Idee“, lächelte Leila verschmitzt. Ihre grünen Augen glühten vor Entschlossenheit. „Komm setzt dich zu mir her!“

Leila hatte sich aufs Sofa gesetzt und das iPad auf den Schoss genommen. „Wo hast du die drei zuerst gesehen? An welcher Strasse? Hat es da grössere Firmen?“

Kala nannte die Strasse und ein zwei Firmen, die ihr spontan einfielen. Leila suchte mittels Google-Map die Strasse und eruierte noch zwei andere Firmen.

Nun rief sie die Firmen im Internet auf, um eventuell an ein Organigramm der Firma zu gelangen. Bei der ersten Firma wurde sie fündig.

„Schön“, sagte sie freudig, „da haben wir doch was. Wie war der Name des Kerls?“

„Ich habe nur Ben rausgefunden. Auf der Klingel stand auch kein anderer Name.“

„So wird das nichts. Bist du denn unfähig? Es gab doch sicher auch einen Briefkasten. Dort müsste ja der Nachname auch stehen, sonst kriegt der ja keine Post.“

„Du hast Recht“, antwortete Kala kleinlaut.

„Also suchen wir mittels Google-Map zuerst seine Adresse. Vielleicht werde ich ja dann im Telefonbuch fündig.“

Leila suchte nun Bens Adresse und schaute dann im Telefonverzeichnis nach.

„Na, also, da haben wir ihn ja: Ben Benjamin. Kein Wunder, schreibt der nur Ben an die Hausglocke.“

Sie suchte nun im Organigramm der ersten Firma, ob es dort einen Ben Benjamin gibt.

„He, he, erste Firma: Volltreffer! Der arbeitet in der Buchhaltung. Siehst du, sogar mit Foto ist der drin.“

„Ja, das ist er!“, rief Kala hoch erfreut. „Du bist ein Genie!“

„Ach, das ist doch nichts, kleine Recherche, weiter nichts“, machte Leila bescheiden, war aber insgeheim schon stolz, alles so schnell rausgefunden zu haben.

„So, nun brauchen wir noch seinen Vorgesetzten oder einen Mitarbeiter.“

„Für was?“, fragte Kala, die nichts wirklich begriff.

„Überleg mal“, sagte Leila nur und schaute höher im Organigramm.

„Du, da ist die eine Frau, die Ben begleitete, die Schwarze. Sie arbeitet mit ihm zusammen.“

„Bist du sicher?“

„Ja, die muss auch den Zettel geschrieben haben. Wie heisst sie? Tanja steht da. Ich bin mir fast sicher, dass Tanja auf dem Zettel stand.“

„Ich will aber den Vorgesetzten. Da haben wir ihn ja, oder besser da haben wir sie ja. Eine Frau. Der rufen wir morgen an.“

„Wir rufen sie an, wieso denn das? Was kann die uns nützen?“

„Das gehört zu meinem Plan. Ich muss wissen, wie ihre Stimme tönt.“

„Ah, ich verstehe“, nickte Kala, die aber rein gar nichts verstand.

„Was will ich denn bei ihr erreichen?“, fragte Leila schlitzohrig, weil sie genau wusste, dass ihre Mutter nichts verstanden hatte.

„Öhm...äh…“, stammelte Kala wie von Leila erwartet.

„Wenn ich weiss, wie ihre Stimme tönt, dann kann ich sie auch nachmachen, verstehst du? Dann rufe ich Ben an und gebe mich als seine Chefin aus.“

„Ja, und dann?“

„Ach, Gott, bist du begriffsstutzig. Ich sage ihm, dass wir ihn dringend im Geschäft brauchen. Er müsse so schnell wie möglich im Büro antraben. Wir, resp. du wartest vor dem Haus, gut versteckt, auf ihn. Sobald er in die Strassenbahn steigt, rufst du mich an. Ich werde dann an der nächsten Haltestelle einsteigen. Dann kriegen wir ihn bestimmt. Du fährst dann schleunigst mit dem Auto nach Hause und hältst dich bereit, wenn ich mit ihm komme.“

„Genial, einfach genial!“, rief Kala. „So kriegen wir ihn bestimmt. Ich freue mich schon.“

„Ja, und ich mich erst“, lachte Leila und fuhr sich mit der Zunge lasziv über die Lippen. „Ich benötige dringend einen Schwanz. Bin schon richtig auf Entzug.“

„Was soll ich denn sagen?“, jammerte ihre Mutter. „Bei mir ist schon bald Ende Feuer, wenn ich nicht bald was kriege.“

Die beiden Frauen gingen schlafen, voller Vorfreude auf den morgigen Tag, den sie kaum erwarten konnten.

Erwischt!

Ben lief zum klingelnden Telefon. „Wer mag das sein? Vielleicht Tanja oder gar Isabelle?“, fragte er sich. Die Nummer war unterdrückt.

„Ben“, meldete er sich.

„Ja, hallo Ben, ich bin’s, Anita“, sagte die Frau am anderen Ende. „Wie geht es dir? Bist du sehr krank?“

„Ha…hallo Chefin“, antwortete Ben ganz verdutzt. Er nannte seine Vorgesetzte immer Chefin. Nie beim Vornamen. Es war eine Marotte von ihm. „Es geht, fühle mich ein bisschen schwach.“

„Bitte komm trotzdem am Nachmittag ins Geschäft. Wir ertrinken in Arbeit. Ich werde mich dann ein anderes Mal auch erkenntlich zeigen. Geht das?“

„Do..doch, Chefin, geht klar. Ich bin in einer Stunde bei euch. Bis dann.“

„Vielen Dank für dein Verständnis. Bis später.“

Ben war nicht gerade begeistert, als er unter die Dusche ging. Er fühlte sich schon schwach, aber er konnte doch der Chefin keinen Korb geben. Sie schaute immer, dass es ihren Mitarbeitern gut ging und drückte öfters mal ein Auge zu, wenn er mal ausserordentlich frei wollte.

Die Dusche und danach das Red Bull halfen ein wenig, wieder auf den Damm zu kommen. Aber er war noch lange nicht der Alte.

Missmutig schlenderte Ben zur Tramstation. Er hatte sich, wie am Vortag, mit einem Polohemd bekleidet. Es war um einiges kälter als gestern. Als er aufs Tram wartete, wurde es ihm ziemlich kalt und er erwähnte ernsthaft, nochmals nach Hause zu gehen und sich was anderes anzuziehen, etwas Wärmeres. Doch er liess es bleiben, da er in diesem Augenblick die Strassenbahn um die Ecke kommen sah.

Um diese Zeit, waren nicht so viele Leute im Tram. Er wohnte in einem Aussenquartier und die meisten Leute waren in der Innenstadt am Essen. Zudem hatte es nicht viele Bürogebäude in der Nähe.

Er setzte sich, ganz entgegen seinen Gewohnheiten, auf einen Zweierplatz auf der linken Seite, stützte den linken Arm auf die Fensterumrandung und sein Kinn in die Handfläche und schaute teilnahmslos zum Fenster raus. So beachtete er nicht die hübsche, schwarzhaarige Frau, die an der nächsten Haltestelle wartete.

Sie stieg zuhinterst ein und sah Ben sofort. Sie war in ihren schwarzen, langen Poncho mit engem Rollkragen gekleidet. Sie hatte sich geschminkt und ein verführerisches Parfum aufgetragen, welchem noch kein Mann hatte widerstehen können.

Da diese Haltestelle ein Knotenpunkt war, stiegen auch verhältnismässig viele Leute ein. Die freien Plätze waren schnell besetzt. Leila beeilte sich, schlängelte an den Unentschlossenen vorbei und setzte sich dicht neben Ben.

Mit Absicht trat sie ihm auf die Füsse. Ben wollte unwirsch antworten, als Leila sich entschuldigte, brachte aber vor lauter Staunen kein Wort heraus.

„Heilige Scheisse, das ist sie, wirklich, das ist sie, die Frau mit dem geilen Poncho“, flippte Ben gedanklich fast aus. „Welch ein Zufall…und sie setzt sich zu mir. Ich Glückpilz!“

Er hatte sich schnell gefasst und sagte: „Kein Problem. Das kann schon mal passieren. Vor allem dann, wenn ich meine Füsse nicht bei mir halten kann.“

Ben spürte die feine, weiche Wolle auf seinem rechten Arm. Er roch ihr verführerisches Parfum, sah in die grünen Augen und war hin und weg.

„Da bin ich froh, dass ich dir…ich darf doch du sagen?“

„Ja, sicher.“

„Ja? Also, dass ich dir nicht wehgetan habe“, sagte sie mit samtweicher Stimme.

„Nein, nein“, sagte Ben mit einem Ansatz von einem Kloss im Hals, „da braucht es mehr, um mir weh zu machen.“

Leila machte es sich nun recht bequem, setzte sich richtig Platz füllend hin, drückte den linken Ellenbogen raus, damit der Poncho sich noch mehr über Bens Arm legte.

Ben seinerseits machte sich auch breiter, um noch mehr von der Wolle zu spüren. Trotz seiner Schwäche spürte er seinen kleinen Ben, wie er sich zu erheben versuchte.

„Fährst du immer mit dieser Linie?“, fragte Leila.

„Ja, eigentlich schon, nur viel früher. Ich muss heute erst später zur Arbeit. Und du? Fährst du oft mit dieser Linie?“

„Ab und zu“, antwortete Leila ausweichend. „Was arbeitest du?“

„Ich bin in der Buchhaltung. Also nichts so Spannendes.“

„Buchhaltung? Da hast du viel mit Zahlen und so. Ich liebe Zahlen und Buchhaltung. Das geht immer so schön auf“, schwärmte Leila. „Da hast du es sicher sehr streng, nicht? Gerade jetzt, am Monatsanfang?“

„Ja, deshalb muss ich hin, obwohl ich eigentlich krankgeschrieben bin.“

„Du bist krankgeschrieben? Hoffentlich nichts ernstes, was Ansteckendes?“

„Nein, bin gestern nur ein wenig vers…es war mir Übel, deshalb war ich heute Morgen zuhause“, redete sich Ben raus.

Er wusste ja nicht, dass Leila Bescheid wusste, dass sie es gewesen war, die sich als Anita, seine Chefin ausgegeben hatte. Sie hatte so gegen 10 Uhr angerufen und die Buchhaltung verlangt. Direkt wurde sie zu Anita weiter geleitet. Sie gab sich als jemand von der Steuerverwaltung aus und erkundigte sich, ob ein Ben Benjamin bei ihr arbeite. Anita gab bereitwillig Auskunft und erzählte Leila, dass Ben krank sei, morgen aber zur Arbeit erscheinen werde.

„Ach so“, sagte Leila verständnisvoll. „Ich heisse übrigens Leila.“

„Leila? Ein schöner Name. Ich bin Ben. Freut mich, deine Bekanntschaft zu machen.“

Er drückte sich noch ein bisschen näher an Leila ran. Er spürte die Wolle jetzt noch intensiver als vorher. Er hatte das Gefühl, als ob sich die Wolle um seinen Arm wickle. Ihm wurde richtig warm. Es kribbelte am ganzen Arm. Ben wurde spitz, aber nicht so richtig, wie er sich das sonst gewohnt war. In solchen Momenten platzte sein Penis fast aus der Hose, doch heute wollte das Blut nicht richtig fliessen.

„Ich werde wohl gestern für eine Weile genug bekommen haben!“, dachte er und lächelte Leila an.

„Danke. Freut mich auch, deine Bekanntschaft zu machen, Ben“, flötete Leila. „Kommst du noch auf einen Kaffee? Ich muss an der nächsten Haltestelle aussteigen.“

Ben überlegte kurz, sagte dann aber mit Bedauern in der Stimme: „Leider kann ich nicht, ich werde dringend erwartet. Aber vielleicht ein anderes Mal?“

„Schade“, sagte Leila mit einem enttäuschten Gesicht. „Kann ich dich nicht irgendwie überreden?“ Sie legte ihren linken Arm auf seinen.

Ben spürte ihre Körperwärme, roch das verführerische Parfum und spürte die unheimlich anziehende Wolle, aber er konnte und durfte ihr nicht zusagen. Wenn er was versprochen hatte, dann hielt er es unter allen Umständen. Er war sehr zuverlässig. Das schätzten seine Mitmenschen an ihm. Zudem dachte er an Isabelle. Er wusste nicht, was sich daraus entwickeln würde und wollte nicht für einen kleinen Flirt etwas vielleicht Länger Währendes aufs Spiel setzen. Andererseits könnte sich ja auch mit Leila, die ihm wirklich sehr gefiel, etwas Dauerhaftes entwickeln. Aber wenn dem so sein sollte, dann würde es nicht auf nur diesen einen Kaffee ankommen. Deshalb sagte er: „Tut mir leid, Leila, aber ich kann wirklich nicht.“

Leila zog alle Register. Sie schmiegte sich an ihn und flüsterte ihm ins Ohr: „Du siehst so gut aus, ich will dich unbedingt näher kennen lernen.“

Normalerweise hätte er nicht nein sagen können, wenn eine Frau ihm ins Ohr flüsterte. Das war auch so eine erogene Zone von ihm. Doch heute blieb das ohne Wirkung, weshalb Ben, zwar mit Bedauern in der Stimme aber doch bestimmt sagte: „Leila, es tut mir leid, aber ich kann und will nicht. Ich muss dringend zur Arbeit.“

Sie sah ihn an, ihre grünen Augen blitzten auf und mit eisiger Stimme flüsterte sie ihm ins Ohr: „An der nächsten Haltestelle kommst du mit!“

Ben fuhr ein kalter Schauer über den Rücken. Er spürte, wie sich Leila seinen Arm krallte. Nein, es war nicht Leila, es war der Poncho. Der entwickelte ein Eigenleben. Ben wollte die rechte Hand wegziehen, doch die war schon von der Poncho wolle umwickelt und wurde wie mit einem Schraubstock festgehalten. Die Wolle kratzte und kribbelte sehr stark.

„Was soll das?“, fragte Ben. „Lass mich sofort los, sonst…“

„…sonst was?“ fiel sie ihm ins Wort. „Du bist in meiner Gewalt. Du musst mit mir aussteigen. Wehrst du dich, so werde ich schreien, du hättest mich angefasst. Weißt du, wie schnell wäre dann die Polizei hier. Es sieht jeder, dass du deine Hand unter meinem Poncho hast. Und, glaube mir, ich kann sehr, sehr überzeugend sein. Du würdest es so oder so nicht mehr zur Arbeit schaffen.“

Ben war ganz bestürzt. Was wollte Leila von ihm? Um einen Kaffee konnte es ganz gewiss nicht gehen. Aber, was hatte sie vor?

„Du hast die Wahl“, flüsterte Leila. Sie hatte sich im zugedreht und legte ihre rechte Hand auf seine Knie und schaute ihm in die Augen. „Entweder Polizei oder du folgst mir.“

Ben schluckte zweimal leer, schaute Hilfe suchend aus dem Fenster, wusste aber keinen Ausweg. Er konnte es sich nicht leisten, eine Vorstrafe zu haben, wegen sexueller Belästigung. Nicht in seinem Beruf.

„Also, was ist? Soll ich los schreien?“

„Nein, du hast gewonnen. Ich folge dir“, sagte Ben zerknirscht.

„Schön, bist du vernünftig. Du brauchst es auch nicht zu bereuen“, versicherte ihm Leila.

Sie standen beide auf und Ben musste ihr hinterher durch den Gang zur Türe gehen. Seine rechte Hand war im Poncho verschwunden. Es fühlte sich an, als ob er Handschuhe tragen würde. „Wie macht sie das?“, fragte er sich. „Sie muss eine Tasche eingearbeitet haben, in welche sie meine Hand rein zog.“

Er versuchte die Hand rauszuziehen, doch hielt ihn Leila zusätzlich fest. „Bemühe dich nicht, da raus zu kommen. Es wird dir nicht gelingen“, sagte sie zurückblickend.

Sie stiegen aus. Eine Haltestelle früher, als er normalerweise ausstieg. Er schaute sich um, ob er jemanden kannte. Doch er sah, zu seinem Leidwesen, niemanden. „Warum sind ‚meine’ Girls heute nicht zum Shopping unterwegs?“, dachte er.

Leila ging ziemlich schnell die Strasse entlang, Ben neben sich herziehend. Ben betrachtete die schöne, aber gar nicht mehr so nette Frau, von der Seite her. Ihre langen schwarzen Haare fielen weit über den Rücken hinab. Sie war unwesentlich kleiner als er und musste ziemlich schlank sein. Dem Vorstehen des Ponchos gemäss, musste sie jedoch ziemlich grosse Brüste haben. „Vielleicht hat sie auch noch einen dicken Bauch“, dachte Ben. Sie gefiel ihm. Sie war eigentlich sein Typ. Er roch das verführerische Parfum und schon sah er das Ganze nicht mehr so eng. „Vielleicht wird es ja ganz gut“, dachte er. „Von der Bettkante würde ich sie ganz sicher nicht stossen. Aber freiwillig sollte es schon sein.“

Er war so in Gedanken versunken, dass er gar nicht richtig mit bekam, wohin sie gegangen waren. Auf einmal standen sie vor einem alten Haus.

Wie von Zauberhand öffnete sich die Eingangstüre. Sie traten in einen dunklen Korridor. Es brannte kein Licht. Nur ein wenig Restlicht von einem entfernten Fenster brachte ein wenig Licht ins Dunkel. Gerade so viel, dass sie sehen konnten, wohin sie gingen. Leila stiess einen Flügel der verglasten Schwingtüre auf und ging mit Ben durch.

Sie gingen den Korridor entlang. Nach ein paar Metern öffnete sich zu linker Hand eine Türe.

Leila drückte Ben unter dem Türzargen durch und schubste ihn ganz in den Raum. Der Poncho löste sich von Bens Hand und ehe er sich versah, schloss sich die Türe hinter ihm. Er stand alleine in einem stockdunklen Raum, in welchem er nicht die Hand vor den Augen sah.

Vermisst

„Ist Ben da?“, fragte Isabelle, als sie bei Tanja in die Buchhaltung kam.

„Nein, der ist doch daheim und erholt sich.“ Tanja lachte verschmitzt. Da sie immer so schnell kalt hatte, hatte sie sich heute besonders warm angezogen. Sie trug einen dicken, roten Mohairpullover und schwarze Jeans.

„Ist er eben nicht! Ich wollte mal hören, wie es ihm geht und rief ihn an. Doch er antwortete weder auf dem Handy noch auf dem Festnetz.“

„Dann wird er nicht abheben wollen und schlafen oder sonst was machen, wobei er nicht gestört werden will“, meinte Tanja mit einem Augenzwinkern.

„Er ist zwar jung, aber ich bin mir sicher, dass er sicher nichts von dem machen kann, was du wieder meinst.“

Tanja kicherte. Anita kam die Türe rein und brachte Tanja ein paar Belege. Sie hatte gehört, dass sie von Ben gesprochen hatten und sagte: „Ben ist doch krank. Der sollte doch zuhause erreichbar sein.“

Ist er eben nicht!“, sagte Isabelle zum zweiten Mal. „So wie es ihm gestern ging, kann er heute doch schon unmöglich wieder unterwegs sein.“

„Vielleicht ist er doch unterwegs“, meinte Anita. „Da hat heute Morgen eine Frau von der Steuerverwaltung angerufen und sich erkundigt, ob ein Ben Benjamin bei uns arbeite. Sie hat noch ein paar Fragen gestellt und ich habe ihr gesagt, dass Ben krank ist und zuhause erreichbar sei. Ich habe ihr seine Telefonnummer gegeben. Vielleicht musste er ja zum Steueramt oder sie ist zu ihm gegangen.“

„Aber Anita“, sagte Tanja. „Du solltest doch wissen, dass Steuerämter, wenn sie was von dir wollen, nicht anrufen, sondern schreiben. Und sollten sie trotzdem mal anrufen, dann sicher nicht ins Geschäft und die Chefin ausfragen.“

„Ich glaube auch“, meinte nun Isabelle, „dass da was nicht stimmt.“

„Wie hat die Frau geheissen?“, wollte Tanja wissen.

„Ich kann’s beim besten Willen nicht sagen. Sie hat zwar einen Namen genannt, aber ich habe den nicht verstanden. Bevor ich zurückfragen konnte, hatte sie mich schon so ins Gespräch verwickelt, dass ich gar nicht mehr dazu kam.“

„Soll ich mal bei Ben vorbei gehen und schauen, ob alles in Ordnung ist?“, fragte Isabelle.

„Ja, das finde ich eine gute Idee“, meinte Tanja. „Ich komme mit.“

„Nein“, sagte Anita, „du kannst nicht mitgehen. Ich brauche dich hier. Wenn du gehen willst, dann musst du warten bis um fünf. Dann kannst du gehen. Ich kann nicht auch noch auf dich verzichten. Du weißt, wir müssen bis morgen Abend fertig sein.“

„Das schaffen wir locker, so ein eingespieltes Team wie wir sind. Ich bin schon fast fertig, obwohl ich Bens Aufgaben auch noch übernommen habe. Zudem hat er am Montag schon sehr viel erledigen können, am Morgen.“

„Meinst du?“, fragte Anita skeptisch.

„Ja, sicher. Ausserdem müssen wir ja erst mit dem Reporting am anderen Morgen beginnen. Wir haben also noch eine Reserve.“

„Also gut, dann geht halt in Gottes Namen. Meldet euch, wenn ihr was wisst.“

„Danke, Chefin. Das werden wir bestimmt machen.“

„Danke, Anita. Wir werden dich auf dem Laufenden halten“, versicherte auch Isabelle.

Tanja nahm ihren weissen Wollmantel vom Garderobenständer, legte ihn über beide Schultern, ohne mit den Armen in die Ärmel zu schlüpfen und verliess mit Isabelle ihr Büro und ging mit ihr zum Fahrstuhl. Im jenem sagte Tanja, die Isabelle betrachtete: „Wow, du siehst ja hammermässig geil aus!“

„Danke, ich dachte schon, du siehst es nicht oder es gefällt dir nicht. Du siehst übrigens auch sehr lecker aus. Hast du die Vorliebe zur Wolle entdeckt?“

„Der gestrige Nachmittag hat mich auf den Geschmack gebracht. Aber ich trug immer gerne wollige Sachen.“ Sie lächelte verschmitzt und betrachtete nun Isabelle noch genauer. Isabelle trug ein simples, hellblaues Kleid mit Rollkragen aus Angorawolle. Das Kleid war aber sehr enganliegend und Figur betonend und sah richtig kuschelig aus. Rechts war das Kleid aufgeschlitzt bis rauf zum Ansatz der Oberschenkel. Dazu trug sie kniehohe, schwarze Stiefel mit hohen Absätzen. Über die Schultern hatte sie ihren schwarzen, fast bodenlangen Mantel geworfen, den sie mit der linken Hand fest hielt.

„Mmh“, machte Tanja, „da möchte ich doch am liebsten ein wenig an deinem Busen kuscheln und deine Brüste streicheln.“

„Ich kann mir fast nichts schöneres vorstellen“, sagte Isabelle mit einem Augenzwinkern, „aber nicht jetzt. Ben ist wichtiger.“

„Du hast ja Recht, aber die letzte Nacht geht mehr nicht mehr aus dem Kopf. Es war so schön mit dir“, schwärmte Tanja.

Sie hätte sich bis gestern nie vorstellen können, was mit einer Frau zu haben. Aber Isabelle hatte sie verzaubert und im Sturm erobert. Was sie gestern im Archiv und auf Bens Bett erleben durfte, war etwas vom schönsten, was sie je erlebt hatte.

„Auch mir hat es sehr gefallen“, sagte Isabelle und trat näher und fasste Tanja unter dem Mantel durch um die Taille, zog sie an sich und küsste sie leidenschaftlich auf den Mund. Tanja erwiderte den Kuss mit nicht minderer Leidenschaft und bedauerte, als das ‚Ding Dong’ ertönte und der Lift im Erdgeschoss ankam.

Mit der Strassenbahn fuhren sie zu Bens Wohnung, traten in den tagsüber offenen Hausflur und fuhren mit dem Aufzug in den 6. Stock. Bei Bens Wohnungstüre angekommen, drückten sie auf den Klingelknopf. Von aussen hörten sie den Türgong. Sie warteten. Nichts. Sie klingelten wieder und warteten erneut. Wieder nichts.

Isabelle versuchte die Türe zu öffnen und drückte die Türklinke runter. Geschlossen.

Enttäuscht schaute sie Tanja an und fragte: „Und was nun? Wenn ihm was passiert ist?“

„Wir hatten ja offen gelassen“, warf Tanja ein. „Also müsste immer noch offen sein.“

„Nein, Ben könnte ja erwacht sein und die Türe später geschlossen haben. Oder er ist raus gegangen. Du hast nicht per Zufall einen Schlüssel zu seiner Wohnung, als Arbeitskollegin?“

„Nein, leider nicht. Aber wir könnten suchen. Vielleicht hat er einen irgendwo deponiert.“

Sie schaute unter der Fussmatte, aber dort war nichts. Sie blickten sich im Treppenhaus um und schauten, wo man einen Schlüssel, ohne dass es andere bemerkten, deponieren konnte.

Doch nirgends stand ein Blumentopf oder ein Möbel, ein Schuhkasten, wo man einen Schlüssel verstecken konnte.

Sie wollten schon wieder gehen, als Isabelle auffiel, dass die Blende der Klingel nicht ganz fest an der Wand befestigt war. Sie drückte die quadratische Blende ein wenig nach rechts. Ein Loch in der Mauer wurde sichtbar. Isabelle bückte sich und schaute hinein. Sie griff mit dem linken Zeigefinger hinein und zog einen Schlüssel raus. Schnell versuchte sie ihr Glück an Bens Wohnungstüre.

„Bingo!“, rief sie ganz erfreut, als sich die Türe öffnen liess.

„Du bist genial“, wurde sie von Tanja gelobt, welche Isabelle in die Wohnung folgte.

Sie schlossen die Türe hinter sich und schauten zuerst ins Schlafzimmer. Doch von Ben war nichts zu sehen. Das Bett war ordentlich gemacht. In keinem der Zimmer fanden sie Ben.

„Wo mag er hin sein?“, fragten sich beide gleichzeitig. Sie lachten: „Und wieder einen Schneider in den Himmel gehoben!“, sagten sie wieder gleichzeitig. Nun lachten sie noch mehr und fielen einander in die Arme. Sie küssten sich und liessen sich, da sie im Wohnzimmer standen, auf die Couch fallen.

„Lass mich endlich deine geilen Brüste durch die Wolle verwöhnen“, schmachtete Tanja, fasste mit beiden Händen zu und drückte ihren Kopf zwischen Isabelles grosse Brüste. Isabelle drückte Tanja an sich und liess sich streicheln, massieren, knuddeln, kneten und küssen. Tanja war fasziniert von Isabelles grossen, harten Brustwarzen, die unter der Wolle nach vorne drückten. Sie nahm sie in den Mund und saugte daran.

„Stopp!“, rief Isabelle.

„Was ist? Gefällt es dir nicht?“, fragte Tanja ihren Kopf hebend.

„Doch sehr. Aber erstens wird alles nass und ich muss noch auf die Strasse und zweitens müssen wir Ben finden. Da stimmt was nicht.“

„Ach, musst du so gewissenhaft sein?“

„Ja, er ist unser Freund. Zudem habe ich ihm gestern sehr zugesetzt. Das Sedativum könnte immer noch ein bisschen anhalten. Hoffentlich fährt er nicht Auto.“

„Er hat keines“, beruhigte Tanja. „Ok, suchen wir ihn. Aber wo? Hast du eine Ahnung, wo er sich rumtreiben könnte?“

„Nein, ich dachte eher du könntest das wissen. Du kennst ihn schon länger als ich.“

„Das ist wahr, aber ich kann dir auch nicht helfen. Da sieht man wieder, wie viel man oder besser gesagt, wie wenig man von einem Menschen weiss, obwohl man den ganzen Tag mit ihm zusammen ist. Erschreckend!“

„Du bist nicht die Einzige, der es so geht. So geht es den meisten. Jeder ist mit sich und seinen Angelegenheiten beschäftigt.“ Isabelle zuckte mit den Schultern.

Sie schaute sich im Wohnzimmer um, ob sie irgendeinen Anhaltpunkt finde, wo Ben sich hinbegeben hatte. „Da ist so sauber aufgeräumt. Keine Zeitung oder Zeitschrift, kein Flugblatt, kein Werbeprospekt, nichts was einem weiter helfen könnte.“

„Ja, er ist schon ordentlich, unser Ben“, bestätigte Tanja.

„Wo packt er denn solches Zeug hin?“, fragte Isabelle und erhob sich. Sie ging ins Zimmer nebenan. Das schien das Büro zu sein, denn es stand ein Schreibtisch darin mit einem Flachbildschirm drauf. Alles ordentlich aufgeräumt. Sie zog eine Schublade raus, fand aber auch da keinen Anhaltspunkt.

So suchten sie die ganze Wohnung ab, fanden aber nichts Hilfreiches. Als Isabelle aus dem Schlafzimmer trat und in Richtung Wohnungstüre schaute, fiel ihr ein weisses Etwas auf, welches neben der Türe in der Sockelleiste steckte. Sie ging hin und betrachtete das Ding. Es steckte mit einer Ecke in der Sockelleiste. Isabelle zog es hinaus und sah, dass es sich um eine Visitenkarte handelte.

„Schau mal, Tanja, was ich gefunden habe, eine Visitenkarte“, rief sie Tanja.

„Ja, und was ist mit der?“

„Sie steckte dicht neben der Wohnungstüre in der Sockelleiste. Da gehört sie bestimmt nicht hin. Die muss runtergefallen sein.“

„Das kann Ben passiert sein.“

„Das glaube ich nicht. So penibel wie hier aufgeräumt ist. Der hätte die Karte auch gesehen, so wie ich sie gesehen habe.“

Was steht denn drauf?“

„Blöd, ja, ich könnte ja mal schauen, was draufsteht. Vielleicht hilft uns das weiter.“

Isabelle drehte die Karte um und las nun:

Madame Kala

Tarot-Kartenlegen

Pendeln, Wahrsagen

Lebenshilfe

Parkring 13, Zürich

„Die ist hier, in der Nähe unserer Firma“, rief Tanja. „Was hat Ben mit einer Wahrsagerin am Hut? Der ist so sehr Realist, dass er niemals zu so einer gehen würde.“

„Nein, er würde vermutlich nicht hingehen, aber sie zu ihm.“

„Wie kommst du denn auf die Idee?“, fragte Tanja verwundert.

„Weil ich die Frau kenne, wenn es wirklich die Madame Kala ist, die ich meine. Aber davon gehe ich stark aus.“

„Du…du…kennst sie?“

„Ja, leider.“

„Wieso leider? Komm erzähle, bitte. Was ist mit der? Was will sie von Ben?“, fragte Tanja ganz aufgeregt.

„Das ist eine lange Geschichte. Ich müsste dir viel von ihr und über mich und meine Familie erzählen. Dazu haben wir aber keine Zeit.“

„Du sprichst in Rätseln. Komm, ich bin deine Freundin. Mir darfst, nein, mir musst du alles erzählen.“

„Das werde ich auch, liebe Tanja. Aber nicht jetzt und heute. Wir müssen handeln und uns zu dieser Madame Kala begeben und sie beobachten. Ich denke, dass sie Ben gekidnappt hat!“

Im Verlies

Ben fürchtete sich nicht im Dunkeln, aber diese undurchdringliche Dunkelheit war ihm unheimlich. Er versuchte sich zu erinnern, was er von dem Raum gesehen haben könnte, bevor Leila die Türe hinter ihm verschlossen hatte. Er konnte sich nur schwach an die Bodenbeschaffenheit erinnern, da er, als ihr in das Dunkel trat, unwillkürlich zu Boden sah. Und der war mit Teppichboden ausgelegt.

Ben drehte sich um 180Grad, streckte die Arme aus und ging langsam zur Türe. Nach zwei kleinen Schritten hatte er die Wand erreicht. Sie war weich und mit Kunststoff überzogen Er suchte nach einem Schloss, einer Türfalle oder nach einem Riegel. Er fand nichts. Nicht mal den Ansatz einer Türe. Kein Licht und keine Luft drangen irgendwo herein. „Vermutlich auch noch schalldicht“, dachte er.

Er drehte sich mit dem Rücken zur Türe und lief langsam und vorsichtig mit ausgestreckten Armen los. Nach vier kleinen Schritten war er an der gegenüberliegenden Wand angekommen. Er untersuchte auch diese. Sie war ebenso weich und mit Kunststoff überzogen, wie die Wand, an der die Türe sein musste.

Die rechte Hand an der Wand, schritt er der entlang, die linke Hand ausgestreckt. Nach knapp zwei Schritten war er an einer Seitenwand. Auch diese war so ausgekleidet, wie die anderen, die er schon berührt hatte. Er lief nun rund herum, immer mit der rechten Hand Fühlung nehmend. Überall fühlte sich die Wand gleich an. Es gab nichts in diesem Raum als Dunkelheit, einen Teppichboden und er selbst.

Er wusste nicht mehr, wo er genau stand. Wo die Türe sein musste. Er wusste nur, dass er keinen Ausweg fand. Resigniert setzte er sich auf den Boden. „Ich sitze in einer kleinen Gummizelle“, sagte er leise vor sich hin.

„Und, hast du ihn im Verlies untergebracht?“, fragte Kala. Sie sass auf einem Diwan, hatte ein Glas Sekt in der Hand und schaute fragend auf die soeben eintretende Leila.

„Ja, sicher. Das war kein Problem. Er widersetzte sich zwar, wollte nicht mit mir Kaffeetrinken gehen. Da habe ich ihn einfach gepackt und unter Androhung von Polizei, wegen sexueller Belästigung, mitgeschleift.“

„Also nicht freiwillig? Das ist nicht gut.“

„Nun, er hat sich ganz in sein Schicksal ergeben und irgendwie war es schon freiwillig. Zumal er, als wir aus dem Tram raus waren, keine Probleme mehr gemacht hat. Er hat mich im Gegenteil ziemlich eindeutig gemustert.“

„Ja, du siehst ja auch sehr gut aus, bist jung und sexy und für einen Wollfetischisten warst du ja sensationell angezogen. Dazu hast du auch noch meine Parfum-Kreation ‚Temptation’ aufgetragen. Da musste ja die Maus in die Falle.“

Leila setzte sich in einen Polstersessel. Sie hatte sich umgezogen und trug einen sehr eng anliegenden, schwarzen Catsuit mit hohem, engem Rollkragen aus sehr dicker Angorawolle. Um ihre Wespentaille trug sie einen weissen, breiten Schal als Gürtel, dessen Enden auf der rechten Seite nieder fielen.

Ihre Füsse steckten in schwarzen Pantoffeln mit Keilabsatz. Die Haare hatte sie streng nach hinten gekämmt und zu einem Pferdeschwanz gebunden.

„Willst du zuerst, oder soll ich?“, fragte Leila ihre Mutter. „Du hast es nötiger als ich.“

„Ja, ja, spiele nur wieder aufs Alter an“, sagte Kala wütend und aus ihren grünen Augen blitzte es. „Ich werde ihn mir mal vornehmen“.

„Dazu würde ich mich aber umziehen, mit diesem Outfit erreichst du nichts“, spottete Leila.

Kala trug Jeans und einen alten, verwaschenen und aus der Form gekommenen Pullover aus Baumwolle. Sie hatte vorher das Verlies und die angrenzenden Räume sauber gemacht. Sie hatten den Plan geändert und Leila war alleine gegangen, Ben einzufangen.

„Ich habe ja fast nichts mehr anzuziehen“, klagte Kala.

„Dann mach dir was!“

„Das würde nicht gut gehen. Ich habe es übertrieben. Muss die Kräfte noch haushälterisch anwenden.“

„Soll nicht ich zuerst? Dann kann ich dich mit Nachschub versehen und du bist hinterher fit.“

„Nein, ich möchte nicht nehmen, was übrig bleibt. Schliesslich habe ich den Kerl gefunden.“

„Ja, aber ich habe ihn auch gesehen und her gebracht habe ich ihn auch. Ich weiss nicht, ob du das geschafft hättest.“

„Mit Sicherheit, ja. Aber wir wollen uns nicht streiten. Borgst du mir was von dir, bitte?“

„Welches willst du?“

„Am liebsten das pinkfarbene Set.“

„Ok, kannst du haben.“

„Danke“, sagte Kala im Aufstehen. Sie verliess das Wohnzimmer und kam nach 10 Minuten wieder zurück.

Sie trug einen pinkfarbenen Longpullover mit grossem, weitem Kragen aus Kidmohair, welcher ihr bis knapp zur Mitte der Oberschenkel ging. Darunter trug sie rote, zum Pullover passende Netzstrümpfe. Die Strümpfe waren aus Lopiwolle.

Darüber trug sie einen roten, dreiviertel Mantel aus Mohairwolle und schwarze, hochhackige Schuhe. Sie hatte sich geschminkt und ‚Temptation’ aufgetragen.

„Was hast du gemacht?! Du siehst ja 20 Jahre jünger aus!“, schrie Leila ihre Mutter entsetzt an.

„Ich habe nur den letzten Notvorrat aufgebraucht, den von deinem Vater“, antwortete Kala Schulter zuckend. „Es gibt ja jetzt wieder, dann können wir uns wieder einen Vorrat anlegen.“

„Du spinnst! Du bist absolut verrückt!“, entsetzte sich Leila. „An mich denkst du nicht im Geringsten, was?“

„Doch, dein Vorrat ist noch da. Ich habe nur meinen aufgebraucht. Aber ich bin sicher, es lohnt sich.“

Leila atmete auf. „Wenigstens etwas. Aber du weißt schon, dass das absolut gefährlich ist, für dich? Was, wenn es nicht hinhaut. Ich wäre mir, nein ich bin mir nicht so sicher, dass es hinhaut.“

„Ach du, mit deiner Skepsis wieder. Man sollte denken, ich sei die junge und du die alte Frau. Was ja jetzt sogar fast stimmt. Gemäss unseres Aussehens“, lachte Kala. „Und nun an die Arbeit! Er wird langsam kirre sein. Fast zwei Stunden bei absoluter Dunkelheit in einer Gummizelle sind kein Zuckerschlecken.“ Entschlossen lief sie los und befahl Leila: „Du steuerst die Anlagen.“

„Okay, viel Spass und guten Erfolg“, sagte Leila und folgte ihrer Mutter.

Plötzlich flammte Licht auf. Grelles Licht von oben erleuchtete Bens Zelle. Er erschrak und hielt die Hand vor die Augen, so sehr blendete es ihn. Als er sich an die Helligkeit gewöhnt hatte, blickte er sich um. Er war tatsächlich in einer Art Gummizelle. Alles war mit weissem Kunststoff ausgelegt. Die Zelle war ungefähr 3 mal 3 Meter gross. An der Decke, die ungefähr 3 Meter hoch war, war ein ebenso grosser Reflektor angebracht, welcher die indirekte Beleuchtung reflektierte und jeden Winkel der Zelle mit gleich viel Licht versorgte.

Ben war also quasi in einem Würfel gefangen.

„Hallo Ben“, hörte er eine Frauenstimme. „Herzlich Willkommen in meinem Haus.“ Ben kannte die Stimme nicht. Das konnte nicht Leila sein.

„Wo ist Leila? Sie soll mich hier rauslassen“, sagte Ben und schaute nach oben, woher er die Stimme hörte.

„Hast du Sehnsucht nach Leila?“

„Nein, ich will einfach raus!“

„Das war die falsche Antwort“, sagte die Frauenstimme.

„Okay, dann habe ich Sehnsucht nach Leila“, maulte Ben.

„Du wirst noch früh genug das Vergnügen mit ihr haben“, lachte die Frau. „Zuerst aber, darfst du mit mir vorlieb nehmen. Ziehe dich aus!“

„Was soll ich?“

„Du hast mich schon verstanden! Mach vorwärts, sonst lösche ich das Licht und enge dich ein bisschen ein.“ Kala lachte schrill.

„Vergiss es!“, sagte Ben und lehnte sich mit verschränkten Armen an eine Wand.

„Ok, du hast es nicht anders gewollt!“

Das Licht erlosch und die Wand, an welcher Ben stand, drückte ihn plötzlich nach vorne. Er konnte sich nicht dagegen stemmen, so stark war der Druck. Er wich auf die rechte Seite aus, doch auch diese Wand kam ihm entgegen. Er bekam Angst, Platzangst.

„Aufhören! Stopp!“, schrie Ben. „Ich mache, was du willst!“

„Das Licht flammte erneut auf und Ben sah, dass der Raum ungefähr um die Hälfte geschrumpft war.

„Ausziehen!“, befahl Kala, „sonst mache ich den Raum noch kleiner. Dann kannst du nicht mal mehr liegen oder sitzen. Ich kann die Wände schieben, dass es so eng wird, wie in einem Sarg. Ich möchte dann mal sehen, wie lange du das aushältst.“

Ben begann sich zu entkleiden. Zuerst zog er sein Hemd aus.

„Nun mach mal schneller“, befahl Kala. Die Wände schoben sich noch näher zusammen. Nun beeilte sich Ben und stand in der Unterhose da.

„Alles ausziehen!“

Ben zog nun auch noch seine Unterhose aus.

„Na, also, geht doch. Bist gut gebaut, Kompliment.“ Die Wände bildeten sich zurück. Bald stand Ben wieder im ursprünglichen Raum. Eine Türe öffnete sich, schwang nach innen. Ben sah einen kleinen Raum, etwa einen Quadratmeter gross, auch mit Kunststoff überzogen.

„Gehe in die Schleuse!“

Ben gehorchte. Die Türe schloss sich und Ben stand im Dunkeln. Doch die Schleuse öffnete sich und Ben sah einen weissen Raum in welchem ein grosses Bett stand. Vor dem Bett stand eine grosse, schlanke, blonde Frau mit langen Haaren. Sie war ganz in pink farbige Wolle gekleidet.

„Wow“, dachte Ben und betrat den Raum vollends. Die Türe hinter ihm schloss sich.

Ben schaute sich um. Der Boden war mit weissem Teppichboden ausgelegt. An der Decke waren Vorhangschienen angebracht, welche weisse, schwere Vorhänge trugen, die den ganzen Raum bildeten. Vermutlich hatte es hinter den Vorhängen noch andere Möbel. Jetzt sah er nur ein grosses Bett. Auf dem Bett lag eine weisse Wolldecke. Das Bett war schwarz, aus Schmiedeeisen. Das Kopfende war ein bisschen höher als das Fussende. Den Abschluss an den vier Ecken bildeten je eine Messingkugel.

So standen sie, keine drei Meter voneinander entfernt und betrachteten sich. Mit ihren grünen Augen schaute sie ihn musternd an.

„Diese Augen“, dachte Ben. „Die gleichen hat Leila. Das muss wohl eine Schwester von ihr sein.“

Er musterte sie vom Kopf bis zu den Füssen. Sie tat dasselbe mit ihm. Sie war ein bisschen enttäuscht, denn sie hatte gedacht, dass sie mehr auf ihn wirken würde. Doch sein Penis hing schlapp herunter.

„Hi, Ben. Ich bin Kala“, beendete sie die Stille. „Gefalle ich dir?“

„Ja…eigentlich schon…“, sagte Ben unsicher.

Kala zog ein paar pink farbige Handschuhe aus Mohair an und näherte sich Ben. Eine Armlänge vor ihm blieb sie stehen. Sie war etwas kleiner als er.

Ben roch ihr Parfüm. Es war das gleiche, wie Leila getragen hatte. Es roch jedoch viel intensiver. Kala sah verführerisch aus. Die grünen Augen leuchteten und schienen zu sagen: „Komm du schöner Mann, küss mich!“

Doch Ben blieb kalt, vorläufig noch.

Kala trat ganz an Ben heran und schmiegte sich an den nackten Körper. Die Wolle berührte Bens Haut. Weich, warm und leicht kribbelnd fühlte es sich an. Ben stand steif wie ein Stock. Kala legte ihm eine Hand in den Nacken, öffnete leicht ihre Lippen, welche mit pink farbigem Lipgloss überzogen waren und zog ihn zu sich runter, um ihn zu küssen.

Doch Ben sperrte sich dagegen.

„Komm, Kleiner. Küss mich.“ Kala zog an Bens Hals. Mit der anderen Hand streichelte sie über Bens Brustwarzen. Ben roch ihr Parfüm noch stärker. Irgendwie beeinflusste es Bens Willen. Er gab ein wenig nach und ihre Lippen berührten sich. Kala war eine ausgezeichnete Küsserig, mit langjähriger Erfahrung. Ben konnte nun nicht mehr widerstehen und küsste sie leidenschaftlich zurück.

„Ha, wer sagt’s denn. Das Parfüm bricht jeden Willen und macht jeden gefügig“, dachte sie und streichelte Bens Körper, runter bis zu seinem Penis. Sanft streichelte sie darüber, fasste seine Hoden und drückte sie leicht. Sie umfasste seinen Penis hinten beim Schaft und zog Ben so in Richtung Bett. Ben folgte ihr. Sie liess sich aufs Bett nieder, drückte Ben dagegen, so dass er das Gleichgewicht verlor und aufs Bett fiel. Sie legte sich neben ihn und begann seinen ganzen Körper mit Küssen zuzudecken. Die Wolldecke und der Wollmantel, der Longpullover sowie die Netzstrümpfe fühlten sich weich und warm auf Bens Haut an. Zudem kribbelte alles leicht. Genauso liebte er es.

Kala zog alle Register ihres Könnens, aber der Erfolg war gleich null. Bens Penis erhob sich nicht einen Millimeter.

„Was ist mit dir los?“, fragte Kala entnervt. „Bist du schwul?“

„Nein…nein“, stotterte Ben. Er war wie in Trance, konnte sich aber auch nicht erklären, weshalb er keinen hoch kriegte. Die Frau war der Hammer. So hatte ihn noch keine geküsst. War er etwa schon hoffnungslos in Isabelle verliebt, dass Kala keine Wirkung auf ihn hatte?

„Warum kriegst du dann keinen hoch? Komm, leg dich höher aufs Bett.“ Sie fasste Ben unter den Armen und zog ihn, mit seiner Hilfe, in die Mitte des Bettes. Sie fasste Bens Handgelenke und drückte sie auf die Wolldecke. Wie von Geisterhand umfasste die Wolldecke Bens Handgelenke. Kala stand schnell auf, ging ans Kopfende des Bettes. Sie nahm ein paar Manschetten hervor, legte sie um Bens Handgelenke und fesselte ihn damit ans Bett. Die Wolle der Decke um die Handgelenke löste sich wieder.

„He, hallo, was gibt das?“ fragte Ben verwundert.

„Jetzt will ich doch mal sehen, ob ich dich nicht rumkriege. Das ist was, das mir noch nie passiert ist.“ Kala band auch noch Bens Beine fest. Sie kniete sich zwischen seine Beine aufs Bett und betrachtete seinen Penis. Sie streichelte seine Hoden und den Schwanz, drückte dem schlappen Glied die Vorhaut nach hinten. Nichts!

Ben schaute ihr zu. Sie sah hinreissend aus. Die Wolle war so kuschelig anzusehen. Die grossen Brüste drückten die Wolle des Pullovers nach vorne. Er hob den Kopf und sah, dass sie unter dem Pullover nichts trug. Die Strümpfe waren im Schritt offen. Es war ein Anblick, dem er normalerweise nicht widerstehen konnte.

Kala bückte sich und schlürfte Bens Penis in den Mund. Ganz zart lutschte sie Bens bestes Stück, doch auch das brachte nicht den gewohnten Erfolg.

„Du bist doch Wollfetischist und hetero, oder?“, fragte Kala enttäuscht. Sie hatte sich auf ihre Fersen gesetzt und schaute resigniert zu Ben runter.

„Ja“, sagte Ben nur.

„Warum, warum kriegst du keinen hoch?“

„Ich weiss es nicht“, sagte Ben wahrheitsgetreu und dann sagte er: „Ich hatte gestern einen total verrückten Nachmittag. Ich wurde entsamt. Wie ich dann nach Hause gekommen bin, weiss ich nicht. Aber seither habe ich keine Lust mehr.“ Ben konnte sich nicht erklären, warum er der alles erzählte, aber er konnte nicht anders.

„Aha! Von wem wurdest du so dran genommen?“

„Von Isabelle. Sie arbeitet bei uns und von Tanja, meiner Bürokollegin.“

„Isabelle? Ist das die mit den langen, braunen Haaren?“

„Du kennst sie?“, fragte Ben verwundert.

„Ich habe sie gestern gesehen, als sie dich nach Hause brachten. Sie kam mir bekannt vor. Aber ich kenne keine Isabelle. Was habt ihr denn gemacht, gestern?“

„Du hast mich gestern gesehen?“

„Ja. Denkst du, du bist per Zufall hier? Wir haben dich gesucht, gefunden und hierher gebracht, meine Tochter und ich.“

„Du hast eine Tochter?“, fragte Ben ungläubig.

„Ja, sicher. Ich habe eine erwachsene Tochter. Aber von der reden wir nicht. Was habt ihr gestern gemacht?“

„Ha, ha. Du und eine erwachsene Tochter. Du bist ja viel zu jung dafür.“

„Lassen wir das“, sagte Kala unwirsch. „Erzähle mir jetzt von gestern. Oder willst du wieder in die Gummizelle?“

„Nein, danke. Einmal hat gereicht. Also, das war so…“

Ben erzählte Kala alles, was sich zugetragen hatte und was er noch wusste. Als er geendet hatte, sagte Kala: „Nun wird mir einiges klar. Du bleibst hier liegen, ich komme gleich wieder.“

Sie sprang auf und verschwand hinter einem der weissen Vorhänge.

Auf der Suche

„Was hat die?“, fragte Tanja entsetzt. „Ben gekidnappt? Wieso das denn?“

„Sie braucht ihn“, sagte sie nur knapp und war schon im Treppenhaus. Sie fuhren mit dem Lift runter und liefen zur Tramhaltestelle.

In Tanjas Kopf rotierte es. Sie konnte es nicht fassen, was mit Ben geschehen sein sollte. Sie schaute immer wieder verstohlen ihre Freundin an. Sie kam ihr in diesem Moment so fremd vor. Ihr Gesichtsausdruck war hart und wie versteinert. Völlig unnahbar. Sie wagte ihr keine Frage mehr zu stellen.

Es wurde langsam dunkel draussen, als Tanja und Isabelle an der gleichen Haltestelle ausstiegen, wie ein paar Stunden vorher Ben mit Leila. Aber das wussten sie natürlich nicht.

„Das Haus muss zwei Strassen weiter sein, der Adresse nach zu schliessen“, brach Isabelle das Schweigen nach einem kurzen Blick auf die Visitenkarte.

„Was machen wir, wenn wir diese Madame Kala gefunden haben“, wollte Tanja wissen.

„Das müssen wir von Fall zu Fall entscheiden. Komm!“

Sie liefen der Strasse entlang und bogen bald in die Strasse ein, die zum Haus von Madame Kala führen musste.

„Hier, gleich hinter dieser Hecke muss es sein. Hier ist die Nummer 11. Das nächste Haus muss die 13 sein.“

Sie bogen um die Hecke und standen vor…einem Loch. Ein tiefes Loch gähnte ihnen entgegen. Da wo einmal ein Haus gestanden haben musste, war nur noch ein tiefes Loch, in welchem das Fundament für ein neues Haus gelegt worden war.

„Scheisse!“, sagte Isabelle gar nicht ladylike.

„Das kannst du laut sagen“, sagte Tanja. „Was machen wir jetzt?“

„Suchen, recherchieren. Wir brauchen einen Computer. Niemand kann sich einfach so in Luft auflösen. Wir müssen sie finden. Es ist zu wichtig“, sprudelte Isabelle hervor. „Komm, wir gehen zu mir nach Hause.“

„Nein, ich komme nicht mit“, widersprach Tanja. „Zuerst will ich wissen, was es mit dieser Madame Kala auf sich hat.“

„Ok, komm aber mit zu mir. Da werden ich und meine Mutter dir alles erzählen.“

„Na, endlich“, sagte Tanja. Sie hängte sich bei Isabelle ein und die zwei stiegen in die Strassenbahn und fuhren zu Isabelles Haus.

Das Haus stand ganz am Stadtrand, in einem kleinen Wald. Sie mussten noch zehn Minuten zu Fuss gehen, bis sie endlich da waren. Unterwegs hatten sie fast kein Wort gesprochen. Jede hing ihren Gedanken nach.

Isabelles Haus stand alleine. Rund ums Haus führte ein Holzzaun. Es war dunkel, weshalb Tanja die Umrisse des Hauses nicht richtig sehen konnte. Nur in einem Fenster brannte Licht.

Isabelle öffnete die schwere, hölzerne Haustüre und sie traten ein. Als Isabelle Licht gemacht hatte, empfing sie ein grosser, heller Empfangsraum mit Garderobe, einem Tischchen und zwei bequemen Stühlen. Alles sehr modern.

„Hey, das sieht ja schön aus“, sagte Tanja mit anerkennendem Blick. „Von aussen hätte ich nicht gedacht, dass es so modern ist.“

„Ja, das denken viele nicht. Aber alt ist nur die Fassade. Alles andere ist modern und neu.“

„Du kannst deinen Mantel an die Garderobe hängen.“

An der Garderobe hingen Mäntel und Jacken aller Farben. Alles aus Wolle. Mohair, Angora, Lopi, Alpaca usw., alles war vertreten. Es gab auch verschiedene Schals, Handschuhe und Mützen.

„Du liebst Wolle, man sieht es“, sagte Tanja, nachdem sie ihren Mantel an einen freien Kleiderbügel gehängt hatte. Sie strich liebevoll über die vielen Wollsachen. Ein eigenartiges Kribbeln erfasste sie. So was hatte sie noch gar nie gespürt gehabt.

Sie traten ins Wohnzimmer. Dort empfing sie eine attraktive, ungefähr vierzig Jahre alt aussehende Frau mit braunen, mittellangen Haaren. Sie trug ein bordeauxrotes Grobstrickkleid mit grossem Kragen, den sie über die Schultern gelegt hatte, so dass ihre Schultern nackt waren. Den Kragen konnte man aber auch als Kapuze benutzen. Die Ärmel des Kleides waren sehr weit und wurden an den Handgelenken durch ein elastisches Bündchen abgeschlossen.

„Mama!“, rief Isabelle erfreut. „Du siehst aber gut erholt aus. Bin ich froh!“

„Hallo ihr zwei. Ja, dank dir geht es mir wieder gut“, sagte Isabelles Mutter mit einem strahlenden Lächeln.

„Mama, darf ich dir Tanja, meine Freundin vorstellen.“

„Hallo, Tanja, ich bin Lani. Es freut mich, dass meine Tochter mir mal eine Freundin vorstellt.“ Sie reichte Tanja die Hand, die vor lauter Staunen kein Wort raus brachte.

„Hallo Lani“, sagte sie endlich. „Sie sehen ja hinreissend aus. Sie sind wirklich die Mutter von Isabelle?“

Lani lachte und sagte: „Ja, die bin ich. Danke fürs Kompliment. Du siehst aber auch gut aus. Bitte sage mir doch du.“

„Ok. Danke. Ich kann mich kaum noch erholen.“

„Komm mach mal einen Punkt. Ich sehe nun auch nicht so alt aus“, spasste Isabelle und zu Lani gewandt: „Wir müssen unbedingt was recherchieren. Weißt du, wer in der Stadt ist oder war?“

„Nein“, sagte Lani.

„Kala!“

„Kala? Unmöglich!“, rief Lani.

„Doch. Schau!“, sie zeigte Lani die Visitenkarte. „Die haben wir heute in der Wohnung eines Freundes gefunden.“

„Dann passt auf, bei dem Freund.“

„Nein, nicht so“, entwarnte Isabelle. „Er hat nichts mit ihr am Hut, aber sie mit ihm. Ich denke, sie hat ihn entführt.“

„Entführt? Wieso sollte sie ihn entführt haben.“

„Mama, wenn ich dir sage, wer der Mann ist, wirst du schon begreifen.“

„Doch nicht etwa der, dem ich meine Genesung zu verdanken habe?“

„Genau der! “

„Sha…eh…Isabelle, wie ist das möglich?“

„Das erzähle ich dir noch. Aber zuerst müssen wir Kala finden. Ihr Haus existiert nicht mehr. Da ist eine riesige Baugrube, jetzt. Aber irgendwohin muss sie ja gezogen sein.“

„Bist du sicher, dass sie es war?“

„Ja, denn Ben, so heisst der Freund, ist sehr ordentlich. Diese Karte fanden wir in seinem Korridor, in einer Sockelleiste. Sie muss erst kürzlich dort hängengeblieben sein, denn wenn wir sie finden konnten, Ben hätte sie garantiert auch gefunden. Also muss die Karte vor kurzem verlorengegangen sein.“

Tanja hatte bei dem Zwiegespräch von einer zur anderen geschaut und zugehört. Sie verstand nur Bahnhof. Ben sollte Lani gesund gemacht haben? Der war alles andere, nur kein Arzt. Doch sie sagte nichts und wartete, was weitergehen sollte.

„Gut“, sagte Lani. „Ihr recherchiert im Internet. Vielleicht findet ihr was raus. Ich werde ein paar Telefonate starten. Ich habe noch einen Hacker an der Hand, der sich vielleicht bei der Stadtverwaltung einhacken kann, um was in Erfahrung zu bringen.“

„Ja, das ist eine gute Idee. Wir gehen in mein Arbeitszimmer.“

„Ich werde euch zuerst was zu essen machen. Ihr werdet sicher Hunger haben“, sagte Lani und verschwand in der Küche.

Die beiden jungen Frauen gingen die Treppe hoch in Isabelles Arbeitszimmer. So ein Arbeitszimmer hatte Tanja noch nie gesehen. Das Prunkstück in diesem recht grossen Zimmer, war ein altes voll funktionstüchtiges Spinnrad. Am Rocken war die Rohwolle aufgehängt. An der Spindel war die fertige Wolle, die, welche man dann zum Stricken gebraucht.

„Wow!“, rief Tanja. „Ein Spinnrad. Wie im Märchen. Benutzt du das?“

„Ja, sicher. Ich stelle mir die Strickwolle selbst her. So kann ich auch selbst Wollgemische herstellen, von Grund auf.“

„Cool!“, staunte Tanja.

Auf einem Tisch neben dem Spinnrad lagen verschiedene angefangene Strickarbeiten. Es gab Schachteln von Stricknadeln. Strickhefte lagen herum, Schnittmuster. Es stand auch eine Strickmaschine in einer Ecke, die jedoch nicht aussah, als ob sie viel gebraucht wird. Es standen Schachteln drauf, welche fertig gesponnene Wolle enthielten. Jede Schachtel war jedoch mit der Inhaltsangabe beschriftet.

Auf einem Schreibtisch stand auch ein Flachbildschirm. Zu diesem begab sich nun Isabelle. Sie schaltete den Computer an und wartete bis er gebootet hatte. Katia schaute sich unterdessen interessiert im Arbeitszimmer um. An einer Wand stand eine Regalwand, voll mit Büchern.

Es gab da teilweise sehr alte Bücher, deren Buchrücken nicht mehr lesbar waren. Da gab es Bücher über Schamanismus, Magie, die Kelten, Kräuterkunde, über Tarot & Runen, magische Orte. Es mutete Tanja eigenartig an, solche Sachen bei Isabelle zu sehen. So hatte sie ihre Freundin nicht eingeschätzt und gekannt. Ob sie all diese Sachen liest? Vermutlich schon, denn das Haus gehört ja ihr. Ihre Mutter sei nur zu Besuch, hatte sie ihr letzthin erzählt.

„Komm!“, wurde Tanja von Isabelle in ihren Gedanken gestört. „Der PC läuft. Nun müssen wir alles raus finden, was mit Madame Kala, ihrer Adresse und ihrer Tätigkeit zu tun hat.“

Tanja zog sich einen Stuhl heran und setzte sich zu Isabelle an den Schreibtisch.

„Onkel Google wird sicher helfen können“, lachte Isabelle.

Sie fanden raus, dass das Grundstück, auf welches die Visitenkarte hindeutete, an ein Konsortium verkauft worden war. Es sollte anstelle des alten Hauses ein neues entstehen. Wer der Verkäufer war, war nicht zu eruieren. Einzig ein Bild des alten Hauses war zu sehen. Es war ein eigentümliches Haus gewesen mit einem steilen Satteldach und Türmchen auf der Seite. Die Dächer der Türmchen waren auch sehr steil und spitz gewesen.

„Sieht aus wie ein Hexenhaus“, sagte Tanja.

Isabelle sagte nichts, sie schaute Tanja nur skeptisch von der Seite an.

„Ich möchte wissen, wem das Haus gehört hat und wer vorher drin gewohnt hat und natürlich auch, wohin die gezogen sind. Ich bin sicher, dass Kala drin wohnte.“ Isabelle gab eine neue Suche ein und tippte Esther Müller ein.

„Esther Müller?“, fragte erstaunt Tanja. „Ich dachte, wir suchen nach Madame Kala?“

„Madame Kala ist nur ihr, sagen wir, Künstlername. Esther Müller heisst sie in Wirklichkeit.“

„Aha, ach so“, gab sich Tanja zufrieden.

Es gab jedoch zu viele Esther Müllers und keine im Zusammenhang mit der Adresse oder dem Haus.

Plötzlich kam Isabelle eine Idee. „Das Grundbuchamt! Da sollten wir doch reinkommen. Die Katasterpläne sind öffentlich. Wenn ich die Katasternummer habe, kann ich unter Umständen mehr herausfinden.“

Tanja staunte nur und sagte: „Was du alles weißt! Kein Wunder kann man dich als Frau für alle Fälle engagieren.“

„Noch ist nichts gewonnen.“

Isabelle hatte schnell die Katasternummer rausgefunden. Sie wollte soeben zu ihrer Mutter runtergehen damit, als diese mit einem Tablett in den Händen rauf kam.

„So, zuerst bringe ich euch was zu essen. Habt ihr was herausgefunden?“

„Kannst du deinen Freund fragen, ob er im Grundbuchamt raus finden kann, von wem an wen dieses Grundstück übergegangen ist? Wir brauchen natürlich den Verkäufer. Hier ist die Katasternummer.“

„Ich werde es versuchen. Guten Appetit.“

„Danke“, sagten beide miteinander und machten sich mit Heisshunger übers Essen her.

Lani ging wieder.

Das Gegenmittel

„Kriegst du ihn nicht hoch?“ lachte Leila ihre Mutter aus, als die völlig entnervt in den Nebenraum kam.

„Das wird auch dir nicht gelingen, ausser du findest das Gegenmittel“, sagte Kala wütend. „Diese Schlampe hat ihm etwas gegeben, das ihn impotent macht, für einige Zeit.“

„Was hat wer getan?“

„Na, die Schlampe, die Ben nach Hause brachte, nachdem sie ihn völlig ausgesaugt hatte,“ erklärte Kala.

„Und wer ist die Schlampe, von der du sprichst? Machs nicht so spannend.“

„Na Lani oder Shala. Ich tippe aber auf Shala.“

„Die zwei sind in der Stadt?“

„Ja, es können nur die zwei sein. Die Art und Weise, wie sie diesen Ben aussaugte und dann kam sie mir bekannt vor, als ich sie mit Ben sah. Ich wusste nur nicht, an wen sie mich erinnert.“

„Warum erzählt er dir eigentlich brühwarm alles?“, wunderte sich Leila. „Der frisst dir ja aus der Hand.“

„Ha! Da wunderst du dich. Du solltest auch wieder mal im Labor ein bisschen rumproben. Ich habe ‚Temptation’ verfeinert. Es wirkt nun auch wie ein Wahrheitsserum. Die Kerle werden gefügig und gesprächig, erzählen dir alles, was du wissen willst, ohne dass sie es selbst wollen.“

„Du bist raffiniert. Da muss ich ja meines auch gleich austauschen.“

„Ja, mach das. Ich gebe dir was. Aber zuerst müssen wir wissen, was er bekommen hat.“

„Dann frage ihn. Er wird dir ja alles sagen.“

„Nein, eben nicht“, sagte Kala, mit Bedauern im Gesicht. „Er weiss es nicht. Nicht mal, wann und ob er etwas bekommen hat.“

„Und wie willst du das raus finden?“

„Ganz einfach, du wirst ihm Blut abzapfen, welches ich dann untersuchen werde. Wäre doch gelacht, wenn wir nichts raus finden würden.“

„Ok“, sagte Leila und stand auf. „Gib mir aber zuerst noch ein bisschen von deinem Parfüm.“

„Das sollst du haben. Ich gehe schnell und hole das Parfüm, die Ampulle und die Nadel.“

„Desinfektionszeug nicht vergessen“, mahnte Leila. „Wir wollen ja nicht, dass er sich noch eine Blutvergiftung einhandelt.“

„Ist ja schon klar“, sagte sie entnervt und lief davon.

Leila betrachtete sich in einem Spiegel. Ihr gefiel, was sie sah. Die Vorfreude, mit Ben rumzuspielen, hatte ihre Brustwarzen hart gemacht. Sie drückten durch die enganliegende, dicke Angorawolle. Sie zwinkerte sich zu, zog die schwarzen, feinen und kratzigen Lopihandschuhe an und sagte: „Wollen doch mal sehen, ob der Junge bei mir seinen Schwanz auch nicht hoch kriegt. Wäre ja gelacht.“

„Dann sei nicht enttäuscht, wenn es trotzdem nicht klappt“, sagte Kala, als sie wieder zurückkam.

Leila trug reichlich vom Parfüm auf, nahm die Blutentnahmeutensilien und ging in den Raum neben an.

„Aha, nun kommt auch noch Leila“, rief Ben spöttisch, als er Leila eintreten sah. Diese stellte sich ans Bettende, stemmte die Hände in die Hüften und betrachtete Ben. Ihre grünen Augen funkelten. Wegen des weissen Hintergrundes und des Lichtes, welches von hinten kam, sah man die Härchen der Angorawolle wie eine Aura raus stehen.

Ben war echt beeindruckt. „Was für eine Hammerfrau und was für ein Outfit!“, dachte er. „Schade, kriege ich keinen hoch zurzeit. Aber will sie überhaupt etwas von mir?“

Langsam kam Leila auf Ben zu, umrundete das Bett und schaute auf ihn runter. Von unten sahen ihre grossen Brüste mächtig aus. Ben sah, wie die Brustwarzen raus standen. Er schluckte leer. „Mensch, ist die geil.“ Ben sabberte fast.

Sie setzte sich zu ihm aufs Bett. Mit ihren Hüften berührte sie Bens Hüfte. Mit dem Zeigefinger fuhr sie von seinem Bauchnabel hoch zu seinen Brustwarten, umkreiste sie weiträumig und fuhr wieder runter, über den Bauchnabel herum, tiefer, bis sie bei Bens schlaffem Penis angekommen war. Sie betrachtete das begehrte Stück Fleisch, wie sie einen schlaffen Penis immer nannte. Absolut keine Regung. Dabei hätten die meisten Männer bereits eine steife Latte.

Ben war immer noch ein bisschen wütend über Leila, weil sie ihn zum Mitgehen gezwungen hatte. Er hatte die Augen geschlossen und wollte sich durch ihren Blick nicht noch mehr aufreizen. Doch er roch ihr feines Parfüm. Es tat seine Wirkung. Es war um Ben geschehen. Es fühlte sich hingezogen zu Leila. Er wollte ihre Berührungen, ihren Körper. In diesem Moment hätte er alles für sie getan. Doch er war gefesselt und es war ihm unmöglich zu entkommen. Er zerrte an seinen Fesseln.

„Aha, der Herr kommt langsam in Fahrt“, lachte Leila. Sie streichelte nun mit beiden Händen über Bens Brustwarzen.

„Küss mich, bitte!“, flehte Ben. Er war so geil wie selten. Doch sein Penis regte sich nicht.

„Zuerst müssen wir wissen, was dir die Schlampe von Shala gegeben hat.“

„Shala? Wer ist Shala?“

„Shala ist auch eine He…ähm…Frau, die…ähm…Wolle trägt“, antwortete Leila ein bisschen unsicher. „Sie hat dich gestern entsamt.“

„Ach, Isabelle. Ja, das war schön!“, sagte Ben ganz verzückt.

„Liebst du diese Isabelle?“

„Ich…weiss…nicht. Liebe ich sie? Keine Ahnung.“ Ben war irgendwie verwirrt. „Dich will ich!“, sagte er dann und schaute Leila in ihre grünen, funkelnden Augen.

„Später“, wiegelte Leila ab, nahm die Utensilien, die sie auf Bett gelegt hatte und desinfizierte Bens Armbeuge. Mit geübten Händen steckte sie ihm die Nadel in die Vene, nachdem sie ihm den Arm abgebunden hatte.

„He, was soll das“, wollte sich Ben wehren, doch Leila war zu schnell. Die Wolle der Wolldecke unter ihm fixierte seinen linken Arm blitzschnell, so dass er ihn nicht mehr bewegen konnte.

Leila zog die Nadel aus der Vene, zog das Gummiband weg und drückte Ben einen flüchtigen Kuss auf die Lippen.

„He, was war das eben, mit dem Arm?“, fragte Ben verwundert.

„Ich habe dir Blut abgenommen.“

„Nein, nicht das. Als mein Arm fixiert wurde.“

„Du musst nicht alles wissen“, sagte Leila schnippisch, drehte auf dem Absatz und verlies den Raum.

„Na, was habe ich dir gesagt?“, empfing Kala Leila schnippisch. „Auch du kriegst bei ihm keinen hoch.“

„Dafür fährt er total auf mich ab. Dein neues ‚Temptation’ ist eine Wucht. Das muss ich neidlos anerkennen.

„Danke“, strahlte Kala. „Aber nun schnell ins Labor. Wir müssen wissen, was Ben bekommen hat.“

Die zwei Frauen gingen in ihr eigenes Labor, um Bens Blut zu untersuchen.

Leila füllte das Blut in verschiedene Träger und Ampullen ab. Sie hantierte mit verschiedenen Flüssigkeiten, gab ein wenig Blut auf einen Objektträger und legte diese unter das Mikroskop. „Nichts spezielles zu sehen“, sagte Leila enttäuscht.

„Aber warten wir mal den Rest der Untersuchungen ab. Es dauert eine Weile, bis wir die Ergebnisse vorliegen haben.

Nach etwa einer Viertelstunde schaute Leila die Ergebnisse an, die der Computer ausdruckte. Doch auch da konnte sie nicht ermitteln, was Ben von Isabelle bekommen hatte.

„Da gibt’s nur verschwindend kleine Spuren von einem Betablocker. Dass der so lange anhält, kann ich mir nicht vorstellen“, sagte sie, als sie die Auswertung durchging.

„Das war ein Schuss in den Ofen!“, sagte Kala wütend. „Da haben wir für teures Geld ein Labor gekauft und dann finden wir nicht mal raus, was für ein Mittel ihm verabreicht wurde.“

„Dann müssen wir halt warten, bis die Wirkung nachlässt“, meinte Leila. „Wir haben ja Zeit. Auf einen Tag mehr oder weniger kommt es auch nicht an.“

„Das sagst du. Mir brennt aber die Zeit unter den Nägeln“, jammerte Kala. „Gehst du und bringst ihn in sein Zimmer?“

„Ja, ok.“ Leila verliess die Küche, um sich zu Ben zu begeben.

„Schön, bist du endlich wieder da“, rief Ben.

„Ich weiss nicht, ob es dir gefällt. Du kommst jetzt in dein Zimmer. Du bleibst ein Weilchen unser Gast, bis wir unser Ziel erreicht haben. Vielleicht auch noch länger.“

„Was heisst das?“, wollte Ben wissen. Er schaute ein wenig konsterniert zu Leila auf. „Ich muss morgen wieder zur Arbeit.“

„Vergiss es. Ich werde deine Chefin anrufen und ihr sagen, dass du krank bist.“

„Du kennst meine Chefin?“

„Ja, sicher. Sie heisst Anita und sie wird mir glauben, dass du krank bist, das versichere ich dir.“

„Und wie willst du ihr das sagen?“

„Ganz einfach, ich gebe mich für dich aus und erzähle ihr das Blaue vom Himmel.“ Diesen Satz sagte sie, in dem sie Bens Stimme imitierte.

„Hä! Was war das?“, das tönt ja ähnlich, wie ich“, rief Ben verwundert.

„Ich kann alle Stimmen nachmachen. Täuschend ähnlich. Schliesslich habe ich dich auch überzeugt, dass du heute zur Arbeit kommen sollst, also werde ich deine Anita schon von deiner Krankheit überzeugen.“

„Du hast mich angerufen? Nicht Anita?“ Ben schaute Leila ungläubig an.

„Ja, sicher“, bestätigte Leila und mit Anitas Stimme sagte sie: „Ja, hallo Ben, ich bin’s, Anita. Wie geht es dir? Bist du sehr krank?“

„Das glaube ich jetzt aber nicht! Das tönt wirklich wie meine Chefin.“

„Bitte komm trotzdem am Nachmittag ins Geschäft. Wir ertrinken in Arbeit. Ich werde mich dann ein anderes Mal auch erkenntlich zeigen. Geht das?“, fuhr Leila mit der Imitation fort.

„Unglaublich! Das waren ihre Worte“, rief Ben überrascht. „Aber Tanja und Isabelle werden nicht glauben, dass ich krank bin. Die werden mich besuchen kommen und dann merken, dass ich nicht zuhause bin.“

„Das macht doch nichts. Du könntest ja beim Arzt sein. Ich werde einen Zettel deponieren, in deiner Wohnung, so dass jeder, der rein kann, sieht, dass du beim Arzt bist. Bis dann dich jemand wirklich sucht, haben wir unser Ziel erreicht.“

„Und was ist denn das für ein Ziel?“

„Das wirst du erfahren, wenn es soweit ist. Nicht immer so neugierig sein.“ Sie konnte ihm ja nicht sagen, dass er für den Rest des Sommers, bis in den Winter bei ihnen bleiben soll. Ob er jemals wieder frei sein würde, stand auch in den Sternen.

Leila hatte sich wieder zu Ben ans Bett gesetzt und ihn gestreichelt. Doch mit demselben Misserfolg wie vor einiger Zeit.

„Das wird heute wirklich nichts“, sagte sie resigniert und löste Bens Fesselung. „Steh auf!“

Ben erhob sich langsam. Nackt stand er vor Leila und schaute ihren geilen Körper an. Er ging näher auf sie zu, packte den herabhängenden Schal und zog sie an sich.

Doch Leila wollte sich nicht auf ein sinnloses Unterfangen einlassen und schob ihn von sich.

„Finger weg!“, befahl sie. „Folge mir!“

Sie lief voran und Ben wie ein kleines Hündchen hinterher. Er wunderte sich, warum er überhaupt gehorchte. Normalerweise liess er sich nicht so rumkommandieren.

Leila führte ihn in ein kleines Zimmer, in welchem ein schmales Bett stand. Das Bett war mit einer braunen Wolldecke überzogen. Die Wände waren kahl. Es gab ein Fenster, welches nicht verdeckt war. Ausser dem Bett stand kein einziges Möbelstück im Zimmer. Der Boden war mit Teppichboden belegt.

Am Fuss des Bettes lag ein wolliges, sehr grosses ‚Etwas’.

Leila liess Ben eintreten und befahl ihm: „Zieh diesen Catsuit an. Aber schnell!“

Ben nahm den Catsuit in die Hände. Er war sehr schwer und sehr dick und er musste auch sehr warm sein. Er stieg beim Rollkragen in den Catsuit ein. Es war ein Ganzkörperanzug.

Füsslinge und Handschuhe waren eingearbeitet. Als er sich reingearbeitet hatte, zog ihm Leila die vorne runterhängende Balaclava über den Kopf und verschloss sie hinten.

Ben sah nun nichts mehr und protestierte.

„Wenn du nicht ruhig bist, bekommst du einen Knebel“, warnte Leila ihn.

Ben schwieg nun. Er versuchte die Balaclava zu öffnen, hatte jedoch mit seinen, in Fingerhandschuhen und zusätzlich in Fäustlingen gefangenen Händen keinen Erfolg.

Leila schubste ihn aufs Bett. Sie setzte sich zu ihm, berührte ihn, sowie die Bettdecke und wartete, bis beides zu einer Einheit zusammengewachsen war.

„So, nun kannst du hier mal ein wenig schwitzen. Hoffentlich das Mittel raus schwitzen, welches dich impotent macht.“

Ben wollte etwas sagen, doch Leila sagte, bevor Ben seine Stimme erheben konnte: „Ich weiss, du hast Hunger. Du wirst bald was zu essen bekommen.“

Ben ergab sich seinem Schicksal. Er hörte, wie Leila das Zimmer verliess und abschloss. Sie drehte den Schlüssel zweimal um.

Nun merkte Ben, wie warm der Anzug war. Es wurde immer wärmer und er begann heftig zu schwitzen. Der Anzug begann zu kratzen. Und wie! So etwas hatte er noch nicht erlebt. Er wollte sich befreien. Doch mit seinen Bewegungen machte er alles nur noch schlimmer.

Er stellte sich vor, Leila und Kala würden ihn nun nehmen. Er wurde, im Kopf, so richtig spitz. Doch sein Penis wollte auch jetzt nicht anwachsen.

Ben ergab sich seinem Schicksal. Er bemerkte, je weniger er sich bewegte, desto weniger schwitzte er und desto weniger kratzte auch der Anzug.

Bald fiel er in einen tiefen Schlaf.

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