Kitabı oku: «Switch durch Fasten»

Yazı tipi:


INHALT

Vorwort von Marion Grillparzer

Manfreds Visionen

TUN BRAUCHT WISSEN

Wie Fasten heilt

12 Switch-Gebote

Mein Switch

Was passiert beim Fasten im Körper?

Fasten im Biorhythmus

5 Grundregeln des Fastens

Die Basis: Basenfasten

Der Basenfasten-Tag

„Ein Heileid“ Marions Fastenerlebnis mit Manfred

Stressbremse: Atem

Die Fasten-Helferlein

Die wichtigsten Survival-Tipps

A bisserl Basiswissen

Und danach? Glyxen!

Die süße Liste

Was wir Kluges tun

Freude für die Seele: Das Interview mit Pater Sebastian

BUNTE SWITCH-REZEPTE

Die Switch-Woche: Planen & Autophagie-Fasten

Überblick: Fasten-Tag

Die Muss-Man-Essens: Sirtfood

Switch-Extras: Brot, Smoothie, Vinaigrette

Getränke: Vitalisiertes Wasser, Switchel

7 x basisches Frühstück und Smoothies

10 leckere Daheims

12 x To-go

Das Fastenbrechen

MENSCH, BEWEG DICH

Muskel-Medizin tanken

Die Praxis: Das Aktiv-Erwachen-Programm

Das Switch-Stoffwechseltier

SWITCH FÜR DEN KOPF

Mental fasten

Die Praxis: Gescheit bewegen

Der Weg zum Erfolg – von Herbert Scheipl, Mentaltrainer

Lauter liebe Leut

MEIN SWITCH-TAGEBUCH

Adressen und Impressum


VORWORT

Eines schönen Tages klingelt das Telefon: „Manfred Spahn… Gnädige Frau… die Krautsuppn… Gesundheit… Fasten… Ihr Schreibstil… Croupier… Dick… Seminare… Gesundheitstrainer… Bitteschön, helfen Sie mir, ein Buch zu schreiben.“ Passiert öfters. Da sage ich in 99 Prozent der Fälle „nein!“ „Ja“ würde ich vielleicht sagen, wenn Prof. Hubert Burda anriefe oder Elyas M’Barek. Aber doch nicht zu einem Österreicher, der „Gnä Frau“ zu mir sagt und meine Kohlsuppe in den Himmel lobt.

Warum tue ich das nur? Warum lasse ich mich da mit einem Anruf überrumpeln? Erstens: Schon in Kinderschuhen hegte ich eine große Liebe für die Österreicher. Zweitens: Fasten ist ein wundervolles Thema. Damit kann man heilen, Körper und Seele, und wirklich, wirklich zur Gesundheit eines jeden beitragen. Vor allem mit Intervallfasten oder, wie wir es nennen, Kurzzeitfasten. Drittens: Der Manfred, der hat halt den typischen wienerischen Charme. (Dass er Burgenländer ist, habe ich sehr, sehr spät erfahren). Und viertens: Der Manfred, der ist authentisch. Das, finde ich, ist das Allerwichtigste, wenn man ein Buch schreiben möchte, das ein wie auch immer geartetes, an den Menschen gebrachtes „Gut zu Wissen“ enthält. Man muss das, was man seinen Lesern empfiehlt, selbst gelebt haben.

Manfred hat selbst sowas von geswitcht. Vom Kettenraucher zum Sauerstoffatmer, vom Wienerschnitzelgabler zum Kohlsuppenlöffler, vom Moppel-Ich zum Muskel-Ich, vom Ingenieur zum Croupier, vom Lebemann zum Fastentrainer. Er hat durch Fasten den Switch seines Lebens gemacht. Und er ist wirklich, wirklich gut darin, das an andere weiterzugeben.

Darum ist mir als Titel für dieses Buch „Switch“ eingefallen.

Switch passt einfach wundervoll zu Manfred – und zu Manfreds Programm. Der steht für schnell und einfach. Meine Bücher fordern ja schon ein bisschen mehr Zeit, sie zu lesen, sie umzusetzen. Manfreds Fasten-Programm hat die Kraft, in kurzer Zeit einen Schalter umzulegen. So dass man „anders will“. Und zwar im Kopf. Für den Körper. Für die Seele. Switch ist sozusagen die Abkürzung auf dem Weg in ein neues, gesundes, schlankes Leben. Komm einfach mit. Zeit wird’s, oder?

Ich wünsch Euch ganz herzlich viel Spaß bei Eurem Switch

Marion Grillparzer


VISIONEN

Weil Marion mir das Vorwort weggeschrieben hat, steht hier meine Vision. Ich möchte, dass jeder Leser dieses Buches seine eigene Vision hat. Denn die trägt einen durchs Leben. Lässt einen alles erreichen. Ist die Grundlage für einen Switch – hin zu einem gesünderen, lebensbejahenden Menschen. Ich bin gerade mal 18 Jahre alt, ein Jahr vor der Matura (dem Abitur), als die Eltern meines besten Freundes Harald mich fragen, wie ich mir meine Zukunft vorstelle. Ich sage im Brustton der Überzeugung: „Ich verdiene mit 30 mit Sicherheit 30 000 Schilling netto.“ Sie lächeln. Ich hab‘ damals den Gehaltsscheck gesehen, den Ferrari, den Boss-Anzug. Natürlich habe ich das geschafft! Erst als Ingenieur in der Fahrzeugelektronik – weil ich bereit war, nach Deutschland zu gehen. Dann – noch viel reicher – als Croupier im Casino. Wer seine Ziele visualisiert, glaubt dran – und kann nur gewinnen. Freilich ist man bereit, dafür hart zu arbeiten und Opfer zu bringen. Wichtig ist vor allem, dass es weniger um Geld geht. Sondern um Glück.

Frühling 1999. Während einer Nachtschicht im Casino schildere ich meine gerade neu aufkeimenden Visionen einer Kollegin: „Michi, ich will 25 Kilo abnehmen – und mit dem Rauchen aufhören. Ich fühl mich unwohl in meinem Körper. Ich mag so nicht mehr. Es gibt sicherlich einen Weg für mich, ein gesundes, glückliches Leben zu führen. Nur liegt der nicht mal in der Nähe dieses Poker-Tisches.“

Dass ich später das große Los ziehe und zum österreichischen Gesundheits-Guru Willi Dungl komme, buche ich als Sechser im Glücks-Lotto. Nur: Wer glücklich werden will, zufrieden sein möchte mit dem, was er erreicht hat und noch erreichen wird, der muss sich schon auch von Ballast trennen. Von falschen Vorstellungen wie: Wenn ich reich bin, bin ich glücklich. Von falschen Berufen: Ingenieur sein hat mich nur reich, aber nicht glücklich gemacht. Im Casino zu arbeiten, hat mich noch reicher und unglücklich und krank gemacht. Man muss sich aber auch trennen können von vermeintlichen Freunden, die mit meiner Lebensumstellung nicht umgehen können. Die mich auf ihrem Level versuchen festzuhalten. Die mich einschränken oder gar runterziehen. Das Gleiche gilt für Verwandte.

Mentalstark oder katastrophenblind

Was habe ich gelernt aus meiner Lebensumstellung hin zu einem gesunden, glücklichen Menschen? Was kann ich weitergeben? Zugegeben: Ich habe schon `nen ziemlichen Dickkopf. Auf Neudeutsch heißt das: mentale Stärke. Habe ich ein Ziel, dann lasse ich mich auf dem Weg dorthin auch von nichts und niemandem aufhalten. Freilich steigen auch in mir immer mal wieder die Ich-kann-nix-ich-bin-nix-Ängste aus der Kindheit hoch. Genauso wie bei Fritz, Maria, Xaver, Elvis… Aber bei mir nur kurz. Dann siegt die mentale Kraft. Denn die kann man schulen. Auch das möchte ich mit diesem Buch vermitteln.

Jede Chance, die sich mir geboten hat, habe ich genutzt – weil ich sie gesehen habe. Sehen ist wichtig. Tut nicht jeder. Wir sind katastrophenblind. Der Mensch ist ja mitunter sehr unglücklich, jammert und klagt mehr, als dass er sich freut. Das liegt an unserem Katastrophengehirn, das 95 Prozent der Zeit an Negatives denkt. An schlechte Erfahrung oder Angsteinflößendes in der Zukunft. Dadurch trübt sich die Sicht auf die glücklichen Momente. Und raubt so die Energie, die man braucht, um mal etwas Neues zu riskieren. Man muss immer offen sein für Neues. Denn nur etwas „Neues“ hat die Kraft, uns zu begeistern. Und Begeisterung ist die Voraussetzung für Veränderung.

In meinem Fall war es etwas sehr, sehr Einfaches. Etwas, das jeder machen kann: ein Heilfastenkurs, den ich ganz spontan aus einer Eingebung heraus gebucht habe. Und das war gut so. Man kann sich nämlich keine Vorstellung machen, wenn man etwas Neues nicht ausprobiert. Und das gilt für alles Neue, das die Kraft hat, uns aus gewohnten, langweiligen Bahnen zu holen. Einen Schalter umzulegen, der plötzlich den Switch möglich macht. Angst? Nicht nötig. Das meiste kann man als kontrolliertes Abenteuer sehen, man kann ruhig mal ins kalte Wasser springen – es kann einem ja nichts passieren.

MEINE WICHTIGSTEN LEITSÄTZE FÜR EINEN SWITCH

Im Leben bin ich IMMER selbst für alles verantwortlich. Ich alleine muss Entscheidungen treffen. Ohne Eigenverantwortung zu übernehmen, habe ich keine Chance, etwas zu verändern.

Veränderung heißt immer, man muss die Komfortzone verlassen. Das kann anfänglich sehr anstrengend und herausfordernd sein. Aber wenn man dann die süßen, bunten, neuen Früchte ernten darf, ist man glücklich, stolz und sehr zufrieden.

Was die großen, für andere vielleicht utopischen, Lebensveränderungen betrifft, sollte man sich nicht auf den Rat anderer verlassen. Sondern im Wesentlichen auf sich selbst vertrauen.


TUN BRAUCHT

WIE FASTEN HEILT

„Fasten kann tödlich sein!“ stand 2007 riesengroß auf dem Titel eines Wirtschaftsmagazins, kurz vor einem Fastenkurs in Marienkron, einem Kurhaus im Burgenland. Es steht nicht gerade auf meiner Wunschliste ans Universum, genau dann einen Fasten-Kurs zu halten mit 16 Teilnehmern – und jeder hat genau dieses Heft in der Hand. Gut. Ich hab’s überlebt. Und die 16 Leute haben ihr Leben verlängert. Ganz einfach, weil sie trotz negativer Schlagzeilen mitgefastet haben – und ihre Zellen den Müll selbst verdauen, während sie fasten. Tödlich? Mitnichten.

Dazu ein bisschen Hintergrund: 2016 erhielt der Japaner Yoshinori Ohsumi den Medizin-Nobelpreis für seine Forschung um die Autophagie. Die Selbstverdauung unserer Zellen. Der Zellbiologe schenkt uns damit die Antwort auf die simple Forscherfrage: Wie gehen Zellen mit einer akuten Hungersituation um, wenn nicht genügend Eiweißbausteine zur Verfügung stehen, um lebenswichtige Moleküle zu produzieren? Futtern sie uns die Muskeln weg, ernähren sie sich von unserem Immunsystem? Nein, sie verwenden den Zellmüll. Autophagie heißt: Zell-Kannibalismus anregen. Weg mit altem, ausgedientem, renitentem, meuterndem Zellmaterial. Ja, das ist gesund! Ab 40 schwächelt die Immunmüllabfuhr. Alte ausgediente, sogenannte seneszente Zellen sterben nicht ab, sondern machen Probleme. Sie meutern. Die »Rentnerzellen« senden Signale an die umliegenden Zellen: »Kommt, stellt auch Eure Arbeit ein!« Das Immunsystem wird schwächer, Bindegewebe erschlafft, Muskeln schwinden, Knochen werden brüchig.

Und je mehr seneszente Zellen da sind, desto größer das Unheil: chronische Entzündungen, Arteriosklerose, Demenz, Arthritis, Infarkt, Krebs. Die ideale Lösung: Man bringt die Zelle dazu, den internen Müll einfach selbst wegzuschaffen, sich ständig selbst zu heilen, sich zu verjüngen. Genau das nennt man Autophagie. Das kann man wunderbar selbst beeinflussen. Fastend. Das schiebt das Rentner-Dasein der Zellen weit, weit hinaus. Das ist toll. Das ist heilend. Das ist lebensverlängernd. Und die allerbeste Nachricht: Es müssen nicht Wochen sein. Stunden reichen. 16 Stunden. Wer 8 Stunden isst und 16 Stunden fastet, der hat schon gewonnen.


Genießen & Fasten – Leben in Balance

Heute ist, wer nicht fastet, out. Es gehört zum Leben in Balance. Wer gerne isst, wer das Leben genießt, der sollte ab und zu auch fasten. Damit er das ganz, ganz lange tun kann. Heute wissen wir: Fasten verlängert das Leben. Vom TV-Moderator über den Fernseh-Doc zum Blogger berichten alle über ihre persönlichen Erfolge. Vom 10-Kilo-weg-Experiment zu Hause über das Seelenheilen in wenigen Klostertagen bis hin zum Rheumastopp-Erfolg durch drei Wochen in der Fastenklinik. Getoppt wird das Ganze durch die Erfahrung der Fruchtfliege, ab und zu ein bisschen Fasten, und schon hat man ein um 40 Prozent verlängertes Leben. Wir wissen also, dass Fasten die Lebenserwartung der Fruchtfliegen und Fadenwürmer erhöht. Das gilt auch für Ratten, Mäuse, Hunde, Rhesusaffen – und den Menschen.

Begrifflichkeiten: Heilfasten oder Switch

Heilfasten bedeutet die Wartung des ganzen Körpers, der Seele, für jede einzelne Zelle. Der Fasten-Papst Dr. Lützner hat einmal gesagt: Heilfasten ist wie eine Operation ohne Messer. Jede einzelne Zelle, egal ob Muskelzelle, Gehirnzelle, Nervenzelle oder Bindegewebszelle, wird positiv beeinflusst. Heilfasten tut man über Wochen hinweg in einer Klinik unter ärztlicher Aufsicht, zum Beispiel nach FX-Mayr oder Buchinger. Und heilt damit erfolgreich chronische Leiden wie Rheuma, Allergien, Migräne…

Dr. Buchinger war sehr schwer krank, Arzt, die Schulmedizin hat ihn praktisch aufgegeben. Mit Fasten hat er sich dann selbst geheilt. Auch ich biete 7-Tage-Buchingerfasten an, und zwar für Gesunde. Das ist für den Körper wie ein großer Service für das Auto. Das sollte man als Erstfaster nicht alleine zu Hause tun, sondern immer in Begleitung eines Fastenleiters. Als „Frühlings- oder Winterservice“ biete ich auch Basenfasten mit Autophagie an, eine abgeschwächte Form des Heilfastens. Die man, wie mit diesem Buch, auch alleine zu Hause machen kann. Morgens gibt’s unseren genialen Switch-Porridge mit Früchten, Nüssen, Samen, Zimt und Ingwer. Viel Tee, viel Wasser, gerne vitalisiert. Dann, gegen 14 Uhr, gibt es das Mittagessen. Nachmittags darf man gerne auch wandern, laufen, golfen, tanzen… Und abends gibt es dann nur noch eine reine Basenbrühe. Die schickt einen in die Autophagie. Mit null Kalorien und vielen Basenmineralien. Nein, Hunger hat man keinen, weil man spät zu Mittag isst.

Fasten heißt zuckerfrei

Ich bin ein totaler Fastenfan und gleichzeitig ein absoluter Genussmensch. Genuss und Verzicht im Einklang bedeuten: ein schönes Leben. Der Genießer liebt seinen Apfelstrudel, seinen Marillenknödel. Und damit der ihm nicht das Leben verkürzt, sollte er auch Zuckerfrei-Phasen ins Leben einbauen. Weil die nachweislich das Leben verlängern. Füttert nämlich der Altersforscher den Fadenwurm zusätzlich mit einer kleinen Menge Glukose, verkürzt sich die Lebenszeit der Tiere um 20 Prozent. Der Fadenwurm sieht zwar nicht so aus wie der Mensch, ist aber für die Altersforscher das wichtigste Modell. Der lebensverkürzende Effekt hängt auch mit unserem (dem Wurm ähnlichen) Insulinstoffwechsel zusammen. Insulin befördert den Zucker aus dem Blut in die Zellen, wo er in Energie umgesetzt wird. Dabei entstehen schädliche Stoffe, die den Organismus altern lassen. Weniger Zucker bedeutet weniger alt machende Karamellbonbons in den Adern (AGEs). Also, was bekommt Ihr hier mit diesem Buch? Die Anleitung zur Autophagie, genauer: zu den beiden Kurzzeit-Fasten-Elementen 2:5 und 16:8, und zwar eingepackt in eine Basenfasten-Woche. Die man ganz einfach ins Leben einbauen kann. Und für dieses Leben kriegt man noch ein paar gesunde Tipps mit. Zum Beispiel, wie man mit Sirtfoods die Autophagie auch in der Zeit anheizen kann, in der man nicht fastet. Damit man auch recht lange was von der Autophagie hat. Wir machen uns also ein bisschen Autophagie, werden (auch wenn wir zu Hause bleiben) jünger, schlanker, gesünder… Und weil Fasten, auch Kurzzeitfasten, die Basis dafür ist, den Kopf frei zu machen, liefere ich auch eine Fastenanleitung fürs Gehirn. Und das macht fröhlicher. Das Ganze nenne ich dann: Switch.

12 SWITCH-GEBOTE

Was gehört zu einem erfolgreichen Switch? So legt man den Schalter um, ist ein neuer Mensch.

1. TUE ES FREIWILLIG. Sonst fang gar nicht erst an. Heißt – tue nichts unter dem höchsteigenen Wunsch: Ich will einen Switch.

2. VIEL TRINKEN. Ca. 2,5 Liter pro Tag. Schon morgens mit zwei großen Gläsern starten. Tee, Ingwer- oder Zitronenwasser.

3. AKTIV ERWACHEN. Absolviere Dein Morgenprogramm für einen bewegten Switch in den Tag. Für den Kreislauf. Gegen Kopfweh.

4. TROCKENBÜRSTEN. In fünf Minuten weg mit der alten Haut. Rauf mit dem Kreislauf.

5. MENSCH, BEWEG DICH AN DER FRISCHEN LUFT. An jedem Fastentag 60 Minuten. Minimum. Sauerstoff regt die Entgiftung über die Lunge an.

6. ÖLZIEHEN. Mit der traditionellen Kur die Gifte über die Mundschleimhaut ausleiten.

7. ZEITUNGSFASTEN. Krisen und Politik einfach mal nicht in den Tag lassen. Schlicht mal keine Negativschlagzeilen verdauen.

8. DIGITALFASTEN. Ja genau: Handy aus! Wie lange schaffst Du das?

9. GÖNN DIR EINEN LEBERWICKEL. Der aktiviert Dein wichtigstes Entgiftungsorgan.

10. FASTENBRÜHE TRINKEN. Sprich: Basenmineralien aufnehmen.

11. GEHIRN AUCH MAL ABLENKEN. Mit Gehirnakrobatik. Hilft fürs Leben.

12. AUF DEN KÖRPER HÖREN. Schlafen, wenn man müde ist. Bewegen, wenn man Hummeln im Hintern hat.


MEIN SWITCH

Ich bin im Burgenland aufgewachsen und wurde Ingenieur, weil mein Vater das so wünschte. Hat mir zwar nicht sehr viel Spaß gemacht, trotzdem habe ich die HTL-Mödling abgeschlossen. Mein Vater hatte dann gleich noch einen Job in einer Elektro-Firma für mich. Für den ich dankbar sein musste. Drei Stunden täglich pendelte ich im Zug vom Burgenland nach Wien und zurück, für einen Job, der mir alles andere als Spaß machte, unter einem Projektleiter, der dumm, dreist, ungerecht und bösartig war. Nach anderthalb Jahren Leidenszeit verabschiedet sich im Zug ein Mitpendler von mir. Ich frage: „Und wo gehst du hin?“, und er sagt: „Ich habe gekündigt“. Ich: „Du kannst doch nicht kündigen!“ Und er: „Oh doch, ich möchte mich einfach verändern.“

Kündigen war nicht in meinem Programm gespeichert. Ich wurde erzogen mit: Kündigen tut man nicht, man bleibt sein ganzes Leben bei einer Firma.

Vom Ingenieur zum Croupier…

Ein paar Tage später stehe ich vor der Assistentin des Geschäftsführers und sage: „Ich kündige.“ Meine Eltern sind gar nicht begeistert. Mein Vater hätte gerne den Rohrstock wieder aktiviert. Ich liebe meine Mutter. Aber ich muss weg. Ich habe mir sofort in Deutschland einen Job als Fahrzeugelektroniker gesucht. Das hat ein bisschen mehr Spaß gemacht, außerdem war der Verdienst sehr gut. Trotzdem war es einfach nicht meins.

Das Schicksal wollte, dass ich eines Tages mit einem burgenländischen Pärchen ins Casino in Wien ging. Ich sitze neben einer feinen älteren Dame. Das Flair hat mich gleich fasziniert – und verspielt war ich sowieso schon mein ganzes Leben. Auf jeden Fall frage ich die Dame, wie man denn eigentlich Croupier wird. Ihre Antwort: „Man braucht nur Matura und bewirbt sich dann. Der Kurs ist aber nicht leicht.“

Nach ein paar Monaten arbeitete ich als Croupier, verdiente drei mal so viel wie als Ingenieur und fühlte mich wie im Paradies. Meiner Meinung nach kann diese Arbeit auch ein Orang-Utan lernen. Aber das Casino-Dasein ist spannend, und alle haben mich um dieses Leben beneidet. Das Image eines Croupiers lag damals übrigens gleich hinter dem eines Arztes oder Piloten.

… zum rauchenden 103-Kilo-Mann

Ich entdeckte meine lustigen burgenländischen Gene. Meine größte Sorge war: Wohin gehen wir aus? Aber es gab auch eine Kehrseite. Vom Gelegenheitsraucher habe ich auf 60 Zigaretten täglich aufgestockt und viel getrunken, viel gepokert oder Black Jack gespielt.

Dann bin ich im Casino zum Saalchef aufgestiegen. Zum Faultier abgestiegen. Als Croupier musste man sich zumindest noch ein wenig mehr bewegen. Als Saalchef geht man nur ein bisschen herum, kümmert sich um die High-Limit-Gäste, trinkt mit ihnen den einen oder anderen Cognac. Ich stellte sowohl Fußball als auch Tennis ein. Ich wuchs von 75 Kilo zu stattlichen 103 Kilo heran. Kostete das Casino alle sechs Monate ein neues, größeres Outfit.

Endlich Nichtraucher – und aktiv

Dann kam ein schicksalhafter Tag. Im April 1999 lief eine Sendung über die Nichtraucher-Organisation Alan Carr. In einer Nachtschicht saß ich mit meinen 103 Kilo im Casino-Sessel und erzählte Michi: Ich werde mit dem Rauchen aufhören. Ich werde wieder abnehmen. Ich werde wieder Sport treiben. Ich werde Sascha wieder im Tennis schlagen. Am 5. September 1999 war ich nach sieben Seminar-Stunden Nichtraucher. Was dort genau passiert ist, weiß ich bis jetzt nicht, aber es hat gewirkt. Ich kassierte eine schöne Wett-Summe von meinen Casino-Kollegen ab. Ich verließ das gemütliche Faultierdasein und begann gleich wieder damit, mich täglich sportlich zu betätigen. Eines Nachts quetschte ich eine Kollegin aus, die wegen ihrer Migräne oft zum Fasten ging. Meine Ärztin befand Heilfasten schließlich als gut für mich und riet mir zum Fastenzentrum Pernegg in Niederösterreich.

Mein erstes Blind-Date mit dem Fasten


Am nächsten Tag rief ich in Pernegg an (Google gab es ja noch nicht) und erkundigte mich nach dem nächsten Termin. Der sei im November 1999. Die Dame am Telefon merkte an, dass das aber ein 14-tägiger Fastenkurs sei. Mir war´s egal, ich wusste sowieso nicht, wie lange so etwas dauert, und habe mich angemeldet. Sie sagte mir dann noch, dass es sich um einen Kurs mit Exerzitien handle. Ich: „Um Himmels Willen, was ist das denn?“ Sie: „Mit religiösen Übungen.“ Ich: „Wird mir auch nicht schaden.“ Die Rezeptionistin: „Das hat noch niemandem geschadet!“

Per Post bekam ich ein paar Tage später die Packliste. Was ein Irrigator (Einlaufgerät) ist, habe ich bis dato nicht gewusst. In der Apotheke ist mir die Röte ins Gesicht geschossen. Brav wie ich bin, packte ich alles mit ein, was auf der Liste stand. Wandersachen musste ich mir jedenfalls neu kaufen. Genauso wie diesen merkwürdig aussehenden Irritator, äh -gator.

DER RUF DER FASTEN-FESTUNG PERNEGG

Wie ich, ausgebremst durch Nebel und Sturm, endlich in Pernegg ankomme, beschleicht mich das leise Gefühl, bei der Addams Family gelandet zu sein. Es war schon dunkel, die Bäume bogen sich im Wind, alles feucht, düster, nebelig…

Ich stürmte mit all meinem Gepäck das Foyer wie Reinhold Messner, nur ohne Eisen und Pickel, aber mit neuem Wanderrucksack, Wanderschuhen und vielen Taschen. Ich bin da sehr ehrgeizig. Das darf dann schon auch in Markenwanderklamotten sein. Dort sitzen sieben Damen einschließlich der Fastenleiterin, die schon auf mich warten. Drei Ärztinnen, eine Blindenbetreuerin… alle sehr sozial eingestellt. Und ich komme aus dem Casino, wo man von lauter sehr traurigen Menschen umgeben ist, die viel Geld verlieren oder Existenzen vernichten. Ich berichte, dass ich mit dem Rauchen aufgehört habe – und erwähne das Casino nur so nebenbei.

Es folgte der Fastenvortrag mit der Erklärung zum Einlauf. Ich dachte: So, Du fährst sofort wieder nach Hause. Nachdem im Casino aber wieder Wetten abgeschlossen wurden, dass ich das eh nicht durchstehe, blieb ich dort. Meine damalige, meine erste Fastenleiterin – eine der besten, die ich je kennengerlernt habe (und ich bin jetzt 20 Jahre dabei) war da sehr dogmatisch, ließ einem eh keine Alternative. Ich bin heute in meinen Kursen ein bisschen gnädiger. Wie so vieles in meinem Leben, habe ich auch meinen ersten Einlauf überstanden.

Nach drei bis vier Tagen fühlte ich mich wie neugeboren. Ich lag im Bett und fühlte, dass nach langer Zeit Körper und Geist wieder Eins waren.

Früher hat der Geist gemacht, was er wollte, und der Körper hat gelitten. Also habe ich zu meinem Körper gesagt: „Wenn Du mir jetzt noch einmal verzeihst, verspreche ich Dir, dass ich mein Leben verändern werde.“

Nach 14 Tagen Fasten hatte ich 9 kg abgenommen. Ich war auch bei allem dabei, was angeboten wurde – aktives Erwachen, Gymnastik, Wandern… Wieder einmal war ich total ehrgeizig. Doch damit habe ich mich wohlgefühlt. Von Vorteil ist, wenn man einmal sehr sportlich war, kommt man wieder leicht dorthin zurück.

In der zweiten Woche kamen die Exerzitien mit Pater Sebastian dazu. Ich machte nicht nur die Bewegungseinheiten, sondern auch die geistigen Übungen alle mit. Die Exerzitien hatten aber nichts mit dem katholischen Glauben zu tun, sondern waren einfach Lebensübungen. Und Pater Sebastian ist einzigartig (lest das Interview in diesem Buch mit ihm), aber eigentlich kann man das mit Worten gar nicht beschreiben! Heute ist er ein sehr guter Freund von mir, der mich durch dick und dünn begleitet. Und dafür steht er ganz oben auf meiner Lebensdankbarkeitsliste.

Mein erster Marathon

Nach den beiden Fastenwochen habe ich sofort im Casino gekündigt.

Und wieder das gleiche Szenario. Alle wollten es mir ausreden. Keine Chance. Motiviert von meiner Fastenleiterin stellte ich rigoros meine Ernährungsgewohnheiten um, bin wieder laufen gegangen. Ich lebte ein ganzes Jahr nur für mich. Habe 20 kg abgenommen und bin von 5 Minuten Laufen/5 Minuten Walken auf 2 Stunden Laufen gekommen und bewältigte nach anderthalb Jahren meinen ersten Marathon.

Im Mai, zu meinem Geburtstag, hatte ich dann eine Krise, weil ich eigentlich nicht wusste, wie es weitergehensollte. So bin ich wieder zum Fasten nach Pernegg zu Pater Sebastian, der mich aufgepäppelt hat. In diesem einen Jahr war ich dreimal Fasten. Es genügt die Fahrt zu einem Fastenkurs und schon habe ich keinen Hunger mehr. Das sitzt im Kopf. Im Oktober war ich dann nochmals Fasten. Während einer Shiatsu-Massage fragte mich mein Masseur, ob ich schon wisse, wie es in meinem Leben weitergeht. Ich habe ihm dann erzählt, dass ich schon einen Plan habe und Richtung Massage gehen will. Da hat er mir gesagt, dass es in Gars am Kamp bei Prof. Willi Dungl eine sehr gute Ausbildung gibt. Ich bin dann gleich zur Rezeption und habe im Dungl-Zentrum angerufen. Eine Stunde später bin ich in der Ordination von Herrn Dr. Zauner gesessen, dem ärztlichen Leiter vom Dungl-Zentrum. Doris (heute meine geliebte Frau) ist meine Zeugin, wie ich daher marschiert kam. Sie war die Seele vom Dungl-Haus.


ZIEL: VOM DUNGL-SCHÜLER ZUM PERSONAL COACH

Die Ausbildung lief damals bereits drei Wochen. Ich schilderte Dr. Zauner kurz meine Lebensgeschichte, erwähnte, dass ich bereits weiß, dass es zwei Schulterblätter gibt und dass ich jetzt da bin. Er nickte. Und sagte, dass er mich bis Weihnachten beobachten wird, ob ich es schaffe, das Versäumte nachzuholen. Die Ausbildung war Vollprogramm. 2500 Stunden Massage, Ernährung, Qigong, Tai Chi, Anatomie, Pathologie und die Ausbildung zum Fit-Lehrwart. Jeden Tag acht Stunden Kurs, danach lernen und in den Ferien gratis als Praktikant arbeiten. Ich liebte den Umgang mit den Patienten. Und liebte meine Arbeit. Und wollte unbedingt weitermachen. Darum habe ich auch alles gegeben. Ich bin um 4 Uhr in der Früh aufgestanden und habe bis 8 Uhr gebüffelt. Dann nochmal abends, nach dem Kurs bis Mitternacht gelernt, gelernt, gelernt. Eigentlich rund um die Uhr. Und ich habe den Abschluss dann auch geschafft. Von den elf Teilnehmern der Ausbildung hat Prof. Dungl zwei angestellt – und da war ich dabei.

Ich begann im Dungl-Zentrum zu arbeiten, wusste aber immer, dass ich mich selbständig machen will und werde. Während andere über den schlechten Lohn jammerten, habe ich alles aufgesaugt, was es zu lernen gab. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich nichts Neues mehr dazulerne, kündigte und machte mich mit null Kunden in Wien selbständig. Und konnte in Pernegg bei Fastenkursen meine Massagen anbieten. In Linz machte ich noch die zwei Jahre dauernde Ausbildung zum Dipl. Fitness-Trainer. Wurde Personal-Trainer in einer Zeit, wo keiner wusste, was das ist. 2002, noch vor meiner Selbständigkeit, bedankte ich mich in einem Brief bei Vera Russwurm für ihren Beitrag über das Nichtraucher-Seminar von Allen Carr im ORF. Ohne diesen Schritt wäre ich wahrscheinlich auch nicht zum Heilfasten gekommen.

Nach ein paar Tagen rief mich die Redaktion von Vera Russwurm an, sie würden gerne für die Reihe „Schicksalstage“ einen Beitrag über mich drehen. Das Aufnahmeteam kam nach Pernegg, dort führte Vera Russwurm das Interview mit mir. Auch Pater Sebastian kam zu Wort. Und beim Dreh im Tennisclub erzählt der Kabarettist Andreas Vitásek seine Anekdoten.

Der Regisseur hat mich gefragt, wann die Sendung über das Nichtraucher-Seminar denn gesendet wurde, da sie im Archiv nichts gefunden haben. Sie fanden zwar einen Beitrag über Allen Carr, aber nicht mit Vera Russwurm, sondern mit Barbara Stöckl. Also hatte ich mich geirrt und den Dankesbrief an die falsche Adresse geschickt. Das Team hat sich dann nicht getraut, es Vera Russwurm zu gestehen, da ja alles schon gedreht war. Andreas Vitásek hat gesagt: „Das ist wieder einmal so ein richtiger Burgenländer. Schreibt den Brief an die falsche Adresse und kommt so ins Fernsehen.“ Durch diesen Beitrag habe ich übrigens einen Fastenboom ausgelöst. Das Wichtigste in meinem Leben war und ist, dass ich immer alles durchziehe, was ich mir vornehme, und an mich glaube. Immer gab es ein Auf und Ab, Zeiten, in denen man an sich zweifelt, aber ich kämpfte.

Endlich UNIQA-VitalCoach

Mein nächster Schritt war der UNIQA-VitalCoach. In meiner Nordic-Walking-Ausbildung habe ich das erste Mal davon gehört mit dem Hinweis, „das wird man nur als Akademiker, da kommt man ohne Beziehungen nicht hinein“. Zu viele Sportwissenschaftler und Trainer bewerben sich jährlich. Ich habe gesagt: „Das will ich und das werde ich!“

Die UNIQA Österreich Versicherungen AG war damals ihrer Zeit voraus und baute im Sinn der Prävention ein österreichweites Gesundheitsnetz auf.

In jedem Bundesland wurden auf selbständiger Basis UNIQA VitalCoaches engagiert. Das fand ich sensationell. Da wollte ich mitmachen. Kunden mit einer Krankenzusatzversicherung können jährlich sechs Einheiten mit einem VitalCoach buchen. Die Bandbreite der Betreuung durch UNIQA VitalCoaches ist sehr groß, ob in Richtung Fitness, Ernährung, Entspannung, für jeden Bereich gibt es Spezialisten. Schlichtweg meins! Wie nur vorgehen? Im tiefsten Winter fuhr ich stundenlang für zwei Massagen nach Pernegg, um ein hohes Tier von der UNIQA zu massieren. Und ihm freilich auf meine burgenländische Art meine Wünsche leise ins Ohr zu flüstern… Er hat mir geraten, mich zu bewerben. Getan. Und ich wurde VitalCoach. Nach zwei Jahren hatte ich 80 Kunden zu betreuen. Eine meiner ersten und ältesten Kundinnen ist Frau Friederike Matschinger, die mit 80 Jahren an die UNIQA herangetreten ist und ausschließlich einen männlichen Trainer wollte. Jetzt ist sie 95 und nach wie vor in meiner Betreuung. Sie kommt in diesem Buch auch noch zu Wort! Aber erst: Marion.


MEIN TREFFEN MIT MARION

Im Oktober 2017 bin ich eines Morgens etwas unrund aufgewacht und dachte, irgendetwas Produktives sollte ich machen. Also rufe ich einfach mal meine Lieblingsautorin Marion Grillparzer an. Auf dieses Gespräch habe ich mich also nicht irgendwie vorbereitet, weil das ja eher ein spontaner Gedanke war.

Schon öfter haben mir Leute geraten, mit meiner Lebensgeschichte ein Buch zu schreiben. Ich hatte sogar ein paar Anläufe, es hat aber nie geklappt. Also google ich Marions Nummer, rufe an, nach zweimal Läuten hebt sie ab. Ich sage: „Hallo, mein Name ist Manfred Spahn, ich möchte gerne ein Buch schreiben, und der Clou ist, dass Sie der Ghostwriter sein sollen.“ Sie: „Das ist sehr lieb von Ihnen, aber ich bekomme täglich Anrufe von Leuten, die das Gleiche wollen.“ Ich: „Aber nicht von mir.“ Weil sie sehr, sehr höflich ist, sind wir doch noch in ein Gespräch gekommen, das war sehr, sehr wichtig für mich. Ich teilte ihr dann noch mit, dass ich sie sehr verehre und ihre Bücher die besten Sachbücher sind, die ich kenne, vor allem das Buch „Körperwissen“ sei genial. Auf jeden Fall durfte ich Marion dann Unterlagen von mir schicken. Marion hat das dann geprüft, mich gegoogelt, Facebook angesehen und nach einer Woche kam die Antwort, dass sie das Thema Fasten interessiert, mich aber erst einmal persönlich kennenlernen will und dass ich nach München kommen soll. Also bin ich nach Bayern gefahren und habe Marion und ihren Mann Wolf zum Abendessen getroffen.

Wir waren in einem traditionellen Truderinger Restaurant, und ich habe in der Speisekarte natürlich nach etwas sehr Gesundem gesucht, wenn ich schon mit der berühmten Marion Grillparzer esse. Ich dachte an vegetarische Maultaschen, obwohl ich die gar nicht mag, die waren aber das einzig Gesunde auf der Karte. Was bestellt sich Marion? Ein Gansl! Da habe ich nicht schlecht gestaunt. Habe ich mir natürlich auch bestellt.

Der Abend war eigentlich ein Vorstellungsgespräch, aber das ist mir nicht aufgefallen. Auf jeden Fall habe ich bestanden und durfte am nächsten Tag zu ihr ins Haus kommen. Und sie hatte auch schon einen Titel für mein Buch! Das, was ihr gerade in der Hand haltet! Und ich verbrachte viel gute Zeit mit ihr. Wirklich, wirklich. Mit einer Ausnahme: Ein Tag, der trieb mir die Schweißperlen auf die Stirn, ich coachte sie im Fasten. Lest über das fastende GaTaMo auf Seite 36.


WAS PASSIERT BEIM FASTEN IM KÖRPER?

Ein Organismus, der hungert, wird stärker. Gene steuern die Arbeit der Zelle. Durch Fasten verändert sich die Funktion der Zelle, sie schaltet auf Schutzbetrieb um. Das tun unsere Zellen schlichtweg evolutionsbedingt seit Milliarden Jahren. Die Zellen schützten sich durch einen uralten Reflex. Hungern – Schutz aufbauen. Und das stärkt alle Organe. Macht den Körper funktionsfähiger, widerstandsfähiger und jünger. Spannend an diesem Thema ist: Krebszellen sind mutierte Zellen, die haben diesen Mechanismus verlernt. Für sie ist Fasten mitunter sogar tödlich.

Lasst mich erst mal zusammenfassen: Fasten verbessert den Zucker- und Fettstoffwechsel, lindert Entzündungen. Man wacht auf, ist viel, viel fitter, Fasten senkt das Risiko für Übergewicht und Diabetes, für Herzinfarkt, Schlaganfall, Alzheimer und Krebs. Bei Fadenwürmern, Fruchtfliegen und Labormäusen hat das Fasten auch eine lebensverlängernde Wirkung.

Wegen der Autophagie. Kalorienrestriktion und zwar auf Null, regt den Selbstreinigungsprozess im Körper an, Zellen bauen alte oder beschädigte Bestandteile ab und verwerten diese weiter. Während man beim Fasten auf Essen verzichtet, futtert sich der Körper in gewisser Weise selbst auf. Ja, das ist super. Ja, das ist gesund. Abnehmen tut man ganz nebenbei. Der Körper stellt sich um vom Teller auf die körpereigenen Zuckerdepots in Leber und Muskeln und Fettdepots auf Hüfte und Bauch. Das bedeutet Stress. Das zeigt sich in erhöhter Ausschüttung der Hormone Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Cortisol. Das normalisiert sich aber schnell wieder. Und nachhaltig. Sind die Zuckerdepots nach ein, zwei Tagen leer, baut die Leber Fett und Muskeleiweiß in Ketonkörper um, die das Gehirn versorgen. Ja, es werden Muskeln abgebaut, aber nicht sehr viele, und dagegen kann man mit Bewegung angehen. Viele Mediziner verschreiben mittlerweile denen, die länger fasten, auch etwas Eiweiß, damit die Muskeln geschont werden. Aber in unserer Woche reicht das pflanzliche Eiweiß wunderbar aus.

Geht’s einem gut oder schlecht?

HUNGER? Anfangs ein bisschen, besonders wenn man keinen Einlauf macht. Dieser beugt nämlich den Hungergefühlen vor. Wer keine Lust auf Einlauf hat: Wenn man sich mit Bewegung ablenkt, kann der Hunger nicht so richtig wachsen. Und er verschwindet auch sofort, sobald der Darm leer ist. Ohne Einlauf am zweiten Tag.

LEISTUNGSFÄHIG? Aber ja. Erst recht! Unsere hungrigen Ahnen mussten mitunter 40 km und mehr laufen, um Beute zu machen – und kluge Strategien entwickeln. Wer fastet, dessen Hirn läuft auf Hochtouren. Und auch sonst können wir Leistung bringen, vor allem wenn unser Körper damit vertraut ist. Ich bin mittlerweile ein Stoffwechseltier. Nachzulesen Seite 132.

FASTENKRISE? Ja. Die, die den Beipackzettel zum Fasten lesen, kriegen auch eine Krise. Es muss nicht sein, aber manchmal, wenn der Körper bestimmte Substanzen nicht mehr bekommt, wie etwa Kaffee, Zucker, seine Nudeln oder sein Weißbrot, dann reagiert er mit Kopfschmerzen oder mitunter ganz schlechter Laune. Und mutiert für etwa 24 Stunden zum GaTaMo. Ganztagesmonster. Bis sich der Körper an die neue Situation gewöhnt hat. Das passiert in meinen Kursen Gott sei Dank selten. Und den Leuten, die häufiger fasten, passiert das gar nicht mehr, denn Fasten macht jede Zelle unseres Körpers und unsere Psyche resistenter gegen Stress.

SCHLECHTE LAUNE, GUTE LAUNE? Klar, erst ist man ein bisschen grantig, aber dann… Fasten hat eindeutig eine stimmungsaufhellende Wirkung, manchmal fühlt man sich regelrecht euphorisch. Fasten wirkt wie unsere modernen Antidepressiva, die Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Lindert Ängste und depressive Verstimmung. Und es macht uns stark. Wir lieben unseren Körper mehr, weil er uns durch diese Zeit bringt. Weil wir auf ihn vertrauen können, lässt das unser Selbstbewusstsein wachsen. Und wer die Herausforderung gemeistert hat, fühlt sich einfach stark und gut.

Fasten heilt

DAS WICHTIGSTE IST: Fasten weckt den inneren Doktor, weckt Motivation und Lebensfreude. Es hilft dabei, sich selbst zu erkennen, macht einen beweglicher und glücklicher. Der Darm wird entlastet, die Wiege der Gesundheit kann heilen. Die Leber wird entfettet. Unsere Entgiftungsstation kann wieder besser arbeiten. Wir wachen auf. Der Kopf wird freier und fitter. Fasten putzt den Körper durch. Es wirkt gegen Entzündungen und lindert so Rheuma und Arthritis. Es hilft bei Stoffwechselkrankheiten wie Gicht und Diabetes. Fasten kann Krebszellen kurzzeitig aushungern. Noch besser: Fasten schützt unsere gesunden Körperzellen, versetzt sie in Winterschlaf, so dass nur noch die Krebszelle die Chemogifte aufnimmt. Fasten kann nachweislich die Nebenwirkungen einer Chemotherapie verringern. Belegt ist natürlich auch der positive Effekt des Fastens auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Blutdruck sinkt stärker als durch medikamentöse Therapie mit Betablockern. Fasten hilft Allergikern, lindert Asthma, weil es die Histaminproduktion in den Bronchien reduziert. Außerdem senkt es die Anfälligkeit für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson. Fasten macht klug, es erleichtert den Einstieg in ein gesundes Leben. Und so kann es sich auch positiv auf das Gewicht auswirken. Glücklich macht das Fasten aber nur den, der es als Chance sieht. Wer sauer über anfängliche Hungergefühle ist, der wird nicht glücklich, sondern aggressiv. Die anderen tanken Ruhe und Zufriedenheit über das parasympathische Nervensystem, das nach zwei bis drei Tagen den Stressnerv namens Sympathikus zum Schweigen bringt.

Wer darf nicht fasten?

Dass wir nix essen, das ist normal, das steht in den Genen. Deswegen kann eigenlich jeder Fasten. Ausgenommen: Untergewichtige, Magersüchtige, Schwangere, stillende Mütter, Kinder und Jugendliche. Das Risiko, einen Nährstoffmangel einzugehen, ist für sie zu groß. Chronisch Kranke sollten das nur in Zusammenarbeit mit ihrem Arzt tun. Diabetiker, die Medikamente nehmen, sollten unbedingt mit einem Arzt den Blutzuckerspiegel überwachen, der durch Fasten gesenkt wird – was gut ist.

Aber im Zusammenspiel mit blutzuckersenkenden Medikamenten kann es zu einer Unterzuckerung kommen.

Muss man Fastenbrechen?

Wer heilfastet, muss seinen Darm ganz langsam wieder ans Essen, ans Arbeiten, ans Verdauen gewöhnen. Wer unsere Switchwoche absolviert hat, der bricht das Fasten ganz gemütlich. Mit einem leckeren Fisch. Unserer herrlichen Suppe auf Seite 112. In der Folgezeit kann man unsere Basenfasten-Rezepte weiter ins Leben integrieren und kombinieren mit weißem Fleisch, dann und wann einem Ei, Milchprodukten.

„Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente.“

(Hippokrates 460-377 v. Chr.)

FASTEN IM BIO-RHYTHMUS

Die Wissenschaft hat festgestellt, dass man Fett abbaut, das Immunsystem stärkt, das Herz schützt, jede Körperzelle jung und gesund hält, wenn man Esspausen ins Leben einbaut. Die sollten mindestens 16 Stunden dauern. Dass man allerdings in den verbleibenden Stunden gefahrlos Gänsestopfleber, Wiener Schnitzel, Pommes, Hamburger und Torten essen kann, fällt unter die Rubrik Märchen. Wahr ist, dass alle, die mit dem Intervallfasten anfangen, auch ihre Ernährung überdenken. Und nicht 16 Stunden lang darben, um danach allen Effekt zunichte zu machen. Sie essen dann gesund. Ich empfehle: Lebt diese acht Stunden nach dem wundervollen Glyx-Prinzip. Und: Ein Sündertag pro Woche ist auch erlaubt. Nur in unserer Switch-Woche erst einmal nicht.

Was Du diese Woche ausprobierst, kannst Du freilich auch danach ins Leben einbauen. Such Dir Deine Form und Deine perfekte Zeit für den Alltag, dann fällt es Dir nicht schwer. Intervallfasten passt ins Büro, in den Manageralltag, ins Freizeitdasein. Nicht jeder Mensch ist gleich. Den einen fällt es überhaupt nicht schwer, den ganzen Tag Suppe zu löffeln, sie können aber nicht 16 Stunden auf das Essen verzichten. Die anderen verhungern am Suppenteller, es macht ihnen aber überhaupt nichts aus, das Abendessen oder das Frühstück ausfallen zu lassen. Denen taugt 16:8. Ganz harte Typen reduzieren das sogar auf vier Stunden. 20:4.

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9783944340265
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