Kitabı oku: «Die große Trickkiste für Hunde»

Yazı tipi:

Haftungsausschluss:

Die Autorin war bei allen Beschreibungen und Anleitungen bemüht, auf sämtliche Risiken hinzuweisen. Jedoch kann bei der Arbeit mit lebenden Tieren, selbst bei größter Aufmerksamkeit, einmal ein Unfall passieren.

Weder Autorin noch Verlag übernehmen für Unfälle und Verletzungen, die aus der Nutzung der Anleitungen aus diesem Buch entstehen, die Haftung und bitten die Leser um größtmögliche Sorgfalt beim Tricksen mit Hund.

Habt Spaß und achtet gut auf euren Hund!

Impressum


Copyright © 2020 Cadmos Verlag GmbH, München

Covergestaltung: Gerlinde Gröll

Layout und Satz: DAS AGENTURHAUS Werbe und Marketing GmbH

Coverfoto: Manuela Zaitz

Fotos im Innenteil: Manuela Zaitz, Andreas Maurer

Illustrationen: shutterstock.com/AnastasiiaM, Semiletava Hanna, curiosity, svaga

Lektorat: Claudia Hötzendorfer

Deutsche Nationalbibliothek – CIP-Einheitsaufnahme

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Alle Rechte vorbehalten.

Abdruck oder Speicherung in elektronischen Medien nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung durch den Verlag.

ISBN: 978-3-8404-2061-0

eISBN: 978-3-8404-6485-0

INHALT

Einleitung

Basics

Konditionierte Verstärker, Clicker und Markerwort

Schritt für Schritt

Signaleinführung

Bodentarget

Grundsignale zum Aufbau der Tricks

Nimm

Touch

Stups

Zieh

Bring

In die Hand geben


Foto © M. Zaitz

Bevor ihr startet

Belohnung und Bestätigung: Welche Leckerchen sind sinnvoll?

Jackpot

Dauer des Trainings

Signalkontrolle

Generalisierung

Signale, die Eindruck machen

Arbeiten auf Distanz

Aufbau von Handlungsketten

Das Nein!

Trainingstagebuch

Training mit Ablenkung

Erste Schritte für angehende Trickser

Pfötchengeben

High Five

Winken

Schäm dich

Pfoten rechts und links überschlagen

Gib Laut – Bellen auf Signal

„Singen“

Stell dich tot

Männchen

Frauchen

Schau

Nicken

Kopf auflegen

Kopf schief legen

Schleck

Küsschen geben

Verstecken

Mit dem Schwanz wedeln

Twist und Fox

Rolle

Slalom

Achten durch die Beine

Rückwärts einparken

Rückwärtslaufen

Spielaufforderung

Kriechen

Rückwärtskriechen

Polonaise

Humpeln

Spanischer Schritt

Seitwärtsgehen

Voraus

Anschleichen

Strecken

Buddeln

„Sprechen“

Niesen

Kratzen

„Buchstabieren“

„Rechnen“


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Tricks mit Gegenständen

Werfen

Rolle schieben

Umarmen und festhalten

Körbchen hochziehen

Gegenstand festhalten

Gegenstände halten für Könner

In einer Kiste verstecken

Um einen Gegenstand herumlaufen

Rückwärts um Menschen und Gegenstände gehen

Hupen

Würstchen apportieren

Zudecken

Tricks für Sportliche

Auf den Hinterbeinen laufen

Auf den Vorderbeinen laufen und „Handstand“ machen

Auf den Arm springen

Sprung über Bein oder Arm

Sprung auf und über den Körper

Auf die Füße springen

Durch einen rollenden Reifen springen

Rolle und der Hund springt darüber

Seilchenspringen

Tricks für Helfer im Alltag

Wecker

Glocke läuten

Leine oder Halsband anziehen

Socken ausziehen

Reißverschluss öffnen

Jacke ausziehen

Mütze abnehmen

Knoten öffnen

Aufräumen

Schubladen und Schränke öffnen

Treteimer öffnen

Kiste öffnen

Kiste schließen

Licht an- oder ausmachen

Türe schließen

Flasche aufdrehen

Flaschen einräumen

Buchseite umblättern

Wäsche abnehmen

Bring es zu …

Gegenstände an einem bestimmten Ort ablegen

Teppich ausrollen

Wasser zapfen

Tricks für kleine Vorführungen

Podesttraining

Leckerchen balancieren und fangen

Gegenstände auf dem Po balancieren

Skateboard fahren

Auf einem Ball balancieren

Halte den Dieb!

Boomer

Schubsen

Puppenwagen schieben

Zähne fletschen

Geld stehlen

Waschbär

Pieseln

Zu guter Letzt

Meiner kann das nicht!

Der letzte Schliff

Was mach ich nun mit all diesen Tricks?

Zu viel Unsinn?

Wie lange dauert es, bis ein Trick sitzt?

Castings, Turniere und andere Auftritte

Wichtiger Hinweis

Anstelle eines Nachworts – ein paar Worte zu mir

Danke

EINLEITUNG


Foto © M. Zaitz

Liebe Trickser,

seit 2007 und 2009 meine Bücher Trickschule für Hunde und Neues aus der Trickschule erschienen sind, ist viel passiert. Ich habe einiges dazugelernt und möchte mein erworbenes Wissen mit dieser überarbeiteten Zusammenfassung meiner ersten Trickbücher durch verbesserte Anleitungen an euch weitergeben. Mir liegt das Trickdogging sehr am Herzen und meine Freude daran möchte ich mit euch teilen.

Inzwischen nutze ich bestimmte Worte und Formulierungen nicht mehr, weil sie ein Bild des Hundes transportieren, das dem aktuellen Forschungsstand nicht mehr entspricht. Durch das über die Jahre hinzugekommene Wissen hat sich auch mein Training verändert und die Bedürfnisse der Hunde sind viel mehr in den Fokus gerückt.

Gerade das Tricksen mit den Vierbeinern ist wunderbar, um viel über Lernverhalten zu erfahren, weil man ungezwungen und ohne Druck an die Sache herangehen kann. In entspannter Atmosphäre lernen nicht nur wir Menschen viel besser, sondern auch unsere Hunde.

Gemeinsame Lernerlebnisse tragen zu einer guten Teambindung bei, wenn sie so gestaltet sind, dass sie beiden Spaß machen. Deshalb zerlegen wir die einzelnen Tricks in kleine Trainingsschritte und sorgen so dafür, dass der Hundekumpel stetig Fortschritte machen kann.

In diesem Buch findet ihr Tricks, die für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet sind. Ich erkläre euch ausführlich die leichteren Tricks, angefangen beim Pfötchengeben bis hin zu schwereren Kunststücken, wie zum Beispiel Gegenstände auf dem Po balancieren. Alle, die das Trickfieber bereits gepackt hat, finden neue Ideen und Anregungen. Für einige der Kunststücke sind Hilfsmittel erforderlich. Die meisten davon finden sich aber in jedem Haushalt oder lassen sich mit ein wenig Einfallsreichtum ersetzen.

Einige der Tricks stammen aus der Behinderten-Begleithunde-Ausbildung, wie zum Beispiel das Licht-Anmachen. Denn auch euer Hund kann ein Service-Dog sein und im Haushalt ein wenig zur Hand gehen. Aber auch echte Filmhundetricks findet ihr auf den kommenden Seiten.

Viel Spaß beim Tricksen!


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BASICS


Die Grundvoraussetzung, um mit dem Erlernen von Tricks zu beginnen, ist, dass ihr die Zeit, Lust und Geduld dazu aufbringt. Im Idealfall ist euer Hund gut mit Leckerchen zu motivieren. Bitte entzieht ihm aber kein Futter, damit er williger mitarbeitet, sondern schaut, für welche Leckerbissen er gern mitarbeitet.

Lernen funktioniert am besten in einer ruhigen Umgebung. Stress und Leistungsdruck tragen nicht zu einer entspannten Lernatmosphäre bei und sind zu vermeiden. Falls ihr aus irgendeinem Grund schlecht gelaunt seid, reizbar oder ungehalten, trainiert besser ein anderes Mal. Denn eure Stimmung überträgt sich auf den Hund und die Atmosphäre wird schnell angespannt, der Hund wird unsicher und Fehler im Training häufen sich. In solchen Fällen würde ich abbrechen und etwas anderes Schönes mit dem Hund machen. Zum Beispiel Kuscheln auf der Couch oder ein Spaziergang. Tricksen soll beiden Teampartnern, Mensch und Hund, Spaß machen. Ich möchte, dass ihr eine gute Zeit miteinander habt, und das geht nicht, wenn der eine genervt und der andere verunsichert ist.

Bereitet deshalb in Ruhe alles für die Übungseinheit vor. Schneidet die Leckerchen in kleine Häppchen, legt alles bereit, was ihr für den Trick benötigt, schaltet Fernseher, Radio oder Handy aus, ruft euren Hund und legt los.

Es wird sicher mal passieren, dass ihr trotz guter Trainingsvorbereitung und toller Stimmung mit einem bestimmten Trick nicht vorankommt. In solchen Fällen gibt es verschiedene Lösungsansätze: Es kann sehr hilfreich sein, einmal einen anderen Menschen aufs Training schauen zu lassen, um Fehlerquellen zu entdecken. Alternativ könnt ihr das Training mit dem Smartphone filmen und nachher analysieren. Der Blick von außen bringt manchmal ganz neue Erkenntnisse. Zu Beginn ist es vielleicht ein seltsames Gefühl, sich selbst beim Training zu sehen. Aber das verliert sich schnell und diese Aufnahmen sind ja nur für euch zur Kontrolle gedacht. Macht euch beim Anschauen Notizen und überlegt, was ihr verbessern könnt. Vielleicht wird es besser, wenn man den Futterpunkt verändert, die eigene Position zum Hund oder eine andere Requisite wählt. Wenn das Training ganz verfahren ist, hilft es auch mal, ein paar Tage Pause zu machen und an anderen Dingen zu arbeiten. So löst sich manchmal ein Knoten ganz von selbst.


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Die Videoaufnahme dient nur der eigenen Kontrolle.

Bei allen Sprüngen, die in diesem Buch beschrieben werden, ist darauf zu achten, dass Hund und Mensch gesund und körperlich dazu in der Lage sind. Der Untergrund muss dafür stets weich sein, eine Wiese oder Sand eignen sich bestens.

Springt euer Hund generell schlecht, landet er zu steil auf Vorder- oder Hinterhand, hat er ein körperliches Gebrechen oder ist noch nicht ausgewachsen, verzichtet bitte auf die Tricks, die Sprünge beinhalten. Wenn ihr deshalb unsicher seid, holt euch Rat bei einem Hunde-Physiotherapeuten. Bitte bedenkt, dass die Sicherheit eures Hundes immer vorgeht und er von sich aus nicht darauf achten wird. Das ist daher eure Aufgabe.

Konditionierte Verstärker, Clicker und Markerwort

Hiiiiiilllfeeeee, Fachbegriffe! Keine Sorge, es wird nicht zu theoretisch, und schwierig hoffentlich auch nicht. Ich möchte aber, dass ihr versteht, wie Hunde lernen und agieren. Hunde tun Dinge, weil sie sich lohnen, und zeigen es dann immer häufiger. Verhalten, das sich für sie nicht lohnt, wird nicht mehr gezeigt. Lohnenswert für den Hund sind zum Beispiel Lob, Spiel oder Futter. Das alles sind unkonditionierte (primäre) Verstärker. Unkonditioniert deshalb, weil wir dem Hund nicht beibringen müssen, dass diese Dinge toll sind; er weiß, dass sie sehr lohnenswert für ihn sind.

Nun könnten wir daraus den Schluss ziehen: Wenn der Hund ein gewünschtes Verhalten zeigt, geben wir ihm ein Leckerchen und er hat gelernt, was er tun soll. Dafür muss sich der Hund aber in unserer unmittelbaren Nähe befinden. Das Bestärken eines Verhaltens, das in ein paar Metern Entfernung von uns ausgeführt wird, ist so jedoch unmöglich. Natürlich könnten wir den Hund jetzt mit der Stimme loben. Ob dieses Lob allerdings ein Verstärker ist, bestimmt der Hund.

Und hier kommt der konditionierte Verstärker ins Spiel: Ein bestimmtes Geräusch (mit dem Clicker erzeugt oder ein Zungenclick) oder ein spezielles Wort (Marker) werden als sekundärer Verstärker etabliert. Wir verknüpfen das Geräusch oder Markerwort mit einer immer darauffolgenden Belohnung. So lernt der Hund sehr schnell, dass immer (!), wenn er das Geräusch hört, danach eine Belohnung folgt. Ob ihr einen Clicker wählt, mit der Zunge „clickt“ oder ein Markerwort verwendet, für jeden Verstärker gibt es gute Gründe: Der Clicker macht ein sehr spezielles Geräusch, ist je nach Modell relativ laut und sticht aus Umgebungsgeräuschen deutlich heraus. Markerwort und Zungenclick haben den Vorteil, dass man damit die Hände frei hat und auch spontanes Verhalten des Hundes schnell belohnt werden kann. Ihr könnt auch beides nutzen. Probiert es doch einfach mal aus.


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Der Click verstärkt das erwünschte Verhalten.


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Clicker gibt es in den unterschiedlichsten Varianten.

Die Konditionierung auf Clicker oder Markerwort geht recht schnell. Dieses neutrale Geräusch müssen wir zunächst mit einer Bedeutung für den Hund versehen. Zu Beginn „verschenkt“ ihr zehn oder zwölf sehr gute Kekse/beliebte Leckerchen, wie nun beschrieben, an euren Hund: Ihr macht das Geräusch, das zukünftig die Belohnung ankündigen soll, während der Hund einfach nur in eurer Nähe ist. Unmittelbar nach dem Geräusch greift ihr zu den Keksen oder Leckerchen und gebt ihm eines davon. Das wiederholt ihr zehn- bis zwölfmal. Haben sich der Click oder das Markerwort etabliert, könnt ihr mit ihrem Einsatz beginnen:

Fragt eine Übung ab, die der Hund bereits kennt und ausführen kann. Das kann ein Sitz oder ein Pfötchengeben sein. In dem Moment, in dem der Hund das Verhalten ausführt, clickt ihr oder sagt das Markerwort, greift danach zur Belohnung und gebt sie eurem Hund. Achtet bitte auf die Reihenfolge, denn viele Hunde können sich zu Beginn nicht so gut konzentrieren, wenn ihr die Hand schon in der Tasche habt oder gar die Leckerchen in der Hand haltet.

So könnt ihr punktgenau dem Hund eine Rückmeldung geben, wofür er sich nun eine Belohnung verdient hat, auch wenn das Timing geübt werden will. Ich vergleiche es gern mit dem Fotografieren: Wenn ihr ein Bild davon haben möchtet, wie euer Hund Pfötchen gibt, müsst ihr in dem Augenblick auf den Auslöser drücken, in dem ihr dieses Bild seht. Drückt ihr zu früh auf den Auslöser, seht ihr die Pfote in der Luft; löst ihr zu spät aus, hat der Hund die Pfote vielleicht schon wieder heruntergenommen. So ist es mit dem Click oder Markerwort auch. Seid ihr zu früh oder zu spät, belohnt ihr ein anderes Verhalten. Punktgenaues Bestätigen ist kein Hexenwerk. Man kann es üben und es lohnt sich!

Schritt für Schritt

Wenn ihr das Buch durchblättert, werdet ihr vielleicht schnell eine Vorstellung bekommen, was ihr eurem Hund davon nun als Erstes beibringen möchtet. Auch wenn es schwerfällt, sucht euch bitte erst mal nur eine Sache heraus, lest euch den Trick in Ruhe durch und schaut, welche Grundsignale hierfür vonnöten sind. Beherrscht euer Hund diese noch nicht, beginnt zuerst mit dem Grundsignal oder wählt einen anderen Trick. Sind Hilfsmittel erforderlich, Leckerchen, Clicker oder ein Targetstick, legt euch zuerst alles bereit, bevor ihr den Hund mit dazuholt.

Manche Tricks sind komplex, und um nachher sicher abrufbar zu sein, muss das Grundgerüst stimmen. Ein langsames, sicheres Aufbauen der einzelnen Tricks ist also sehr wichtig. Übt möglichst auch nicht mehrere Tricks gleichzeitig, das verwirrt meist nicht nur den Hund, sondern oft auch den Halter.

Seid gute Trainer für euren Hund, motiviert ihn und seid geduldig. Das Tolle beim Tricksen ist, dass man es individuell auf den eigenen Hund zuschneiden kann. Egal ob euer Hund noch sehr jung ist oder schon älter, ob er ein körperliches Handicap hat oder „voll im Saft steht“, für alle gibt es passende Tricks. Nicht jeder Hund muss alles können, auch hat jeder Hund seine Stärken und Schwächen. Die Kunst ist es, diese zu erkennen und so mit dem Hund erfolgreich arbeiten zu können.

Als Erwachsene haben wir manchmal vergessen, wie sich Lernen anfühlt und dass es keine lineare Linie ist, die direkt zum Erfolg führt. Wenn ihr merkt, dass ihr häufig ungeduldig mit eurem Hund seid, dann fordert euch doch mal selbst heraus: Sucht euch etwas aus, was ihr eigentlich immer schon mal lernen wolltet: Jonglieren, Klavierspielen oder vielleicht Stepptanz. Ihr werdet feststellen, wie frustrierend es ist, wenn ihr die Lernziele zu hoch ansetzt. Ihr werdet sehen, dass Erlerntes, das am Vortag noch gut geklappt hat, auf einmal nicht mehr sicher sitzt. Und ihr werdet erleben, wie großartig das Gefühl ist, wenn ihr in kleinen, aber machbaren Schritten zum Erfolg kommt.


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Verlangt nicht zu viel auf einmal von eurem Hund.

Signaleinführung

Eine der häufig gestellten Fragen ist, wann wir denn anfangen, das Verhalten des Hundes zu benennen. Ich empfehle immer, erst dann ein Signal hinzuzufügen, wenn ihr bereit seid, Geld zu verwetten – und möglicherweise zu verlieren! –, dass euer Hund das Verhalten zuverlässig zeigen kann.

Ein Beispiel: Erst wenn der Hund immer wieder bereitwillig einen Gegenstand aus dem Maul fallen lässt und gegen ein Leckerchen tauscht, geben wir das Signal Aus dazu. Würden wir bereits Aus sagen, während der Hund den Gegenstand noch im Maul hat oder, noch schlimmer, während wir mit ihm darum zergeln, wäre die einzige logische Verknüpfung für den Hund: Aus heißt, den Gegenstand festzuhalten und gegebenenfalls daran zu ziehen.

Um zuverlässig ein Signal mit einer Handlung zu verknüpfen, bedarf es einer Menge Wiederholungen. Bei manchen Signalen fällt es dem Hund vielleicht auch ganz leicht, eine verbindliche Angabe gibt es leider nicht. In alten Büchern finden sich manchmal noch Zahlen, dort ist von 2000 Wiederholungen die Rede. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es eher daran liegt, wie gut Training gestaltet ist, wie sauber das Signal eingeführt wurde und wie motiviert der Hund ist, wie oft wiederholt werden muss. Auch der grundsätzliche Trainingsstand des Hundes und der Wissensstand des Halters haben einen Einfluss.

Euer Hund lernt leichter, wenn ihr ein klares Signal gebt. Ganze Sätze, die zudem noch variiert werden, wie zum Beispiel „Mach mal Aus“, „Aus! Jetzt!“ oder „Machst du wohl Aus“, machen für euren Hund das Signal nicht klar verständlich. Zusätzlich muss er dann noch lernen, aus den unterschiedlichen Sätzen immer das gleiche Wort herauszufiltern. Damit macht ihr es ihm viel schwerer als nötig.


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Kira kennt neben einem Signalwort auch das passende Sichtzeichen.

Es empfiehlt sich, immer zusätzlich zum Lautsignal auch ein Sichtzeichen zu etablieren. Das ist ein großer Vorteil, denn im Alter werden die Sinne nachlassen, und dann ist es gut, wenn ihr die Signale variieren könnt. Es kommt also auf das richtige Timing an. Im Idealfall gebt ihr das einzuführende Signal einen kurzen Augenblick, bevor der Hund das gewünschte Verhalten zeigt. Je geübter und erfahrener ihr im Training seid und je besser ihr euren Hund kennt, umso einfacher wird es euch fallen. Aber keine Sorge, selbst wenn ihr das Verhalten erst benennt, während der Hund es gerade ausführt, kann er es verknüpfen.

Bodentarget

Target bedeutet Ziel. Ein Bodentarget ist daher ein am Boden liegendes Ziel. Grundsätzlich gibt es unzählige Targets mit mannigfaltigen Einsatzmöglichkeiten, aber das wäre Stoff für ein neues Buch.

Ein Bodentarget nutzen wir, um den Hund an einer bestimmten Stelle platzieren zu können. Das ist sehr praktisch für viele Tricks, bei denen wir den Hund an einer genauen Stelle positionieren müssen, wie zum Beispiel bei Sprüngen. Ebenso, wenn ihr gern Fotos von eurem Hund macht, bei denen er mit fliegenden Öhrchen auf euch zugerannt kommt. So müsst ihr ihn nicht für jedes einzelne Bild wieder an einer bestimmten Stelle absetzen, sondern könnt ihn zurück zum Target schicken. Eine Voraussetzung dafür ist, dass er bereits die Pfote geben kann. Fragt das zwei- bis dreimal hintereinander ab und belohnt ihn. Im nächsten Schritt nehmt ihr das Target und legt es auf eure Hand. Ihr müsst kein spezielles Target kaufen, es kann ein altes Mousepad, ein Bierdeckel oder ein Topflappen sein. Berührt der Hund nun das auf eurer Hand liegende Target, markert und belohnt ihn dafür. Von Mal zu Mal senkt ihr eure Hand etwas mehr ab. Klappt es weiterhin gut, legt ihr das Target auf den Boden, lasst eure Hand aber noch ein wenig darunter. Berührt auch jetzt der Hund wieder das Target, kommt der spannende Moment und ihr nehmt eure Hand weg. Klappt es, super! Marker und Jackpot. Falls nicht, geht ihr wieder einen Schritt zurück.

Sobald euer Hund es sicher schafft, die Pfote auf das vor ihm liegende Target zu setzen, beginnt ihr damit, das Target so zu verschieben, dass er einen Schritt machen muss, um es berühren zu können. Dehnt die Entfernung immer weiter aus. Für Fotos könnt ihr sehr unauffällige Targets wählen, einen Stein oder ein Blatt zum Beispiel.


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Ein Bodentarget hilft dabei, euren vier beinigen Teampartner an der richtigen Stelle zu platzieren.


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GRUNDSIGNALE ZUM AUFBAU DER TRICKS

Mit Grundsignalen meine ich in diesem Fall nicht Sitz, Platz, Fuß oder Ähnliches. Sicher sind es sehr wichtige Signale, die euer Hund wahrscheinlich auch schon beherrscht. Mir geht es jedoch um Signale, die zur Ausführung der Tricks im Buch notwendig werden. Es handelt sich um wiederkehrende Signale, die euch beim Erarbeiten der verschiedenen Tricks helfen können.

Nimm

Auf das Signal Nimm soll der Hund einen von euch gewünschten Gegenstand ins Maul nehmen. Bei vielen Hunden ist das ganz einfach: Sie haben ein Lieblingsspielzeug, einen Ball oder ein Stofftier. Nehmt das Spielzeug in die Hand, haltet es dem Hund hin und schaut, ob er hineinbeißt. Tut er das, bestätigt ihn sofort mit einem Click oder eurem Markerwort. Gleich darauf folgt die Belohnung. Klappt es mit Spielzeug oder Ball sicher, könnt ihr mit einfachen Alltagsgegenständen beginnen: Taschentücherpäckchen, Socken, Leine etc. Wenn auch das ohne Probleme funktioniert, könnt ihr den Schwierigkeitsgrad etwas heraufsetzen und übt mit Geldscheinen, Schlüsseln oder Ähnlichem. Viele Hunde scheuen sich, metallene Dinge wie zum Beispiel Schlüssel ins Maul zu nehmen. Ihr könnt es eurem Hund in diesem Fall leichter machen, indem ihr ein Band oder einen gut zu fassenden Anhänger am Schlüssel befestigt.

Wenn der Hund den Gegenstand nicht ins Maul nehmen möchte, werdet kreativ. Macht den Gegenstand spannend, sorgt dafür, dass er gut riecht. Spielt mit dem Gegenstand, ohne jedoch den Hund zu beachten. Tut das so ausgelassen, dass euer Hund auch unbedingt damit spielen möchte. Denkt dabei daran, dass die Gegenstände, mit denen ihr übt, darunter leiden können. Soll euer Hund zum Beispiel ein Telefon ins Maul nehmen, übt bitte nicht mit einem Handy der neuesten Generation. Nehmt stattdessen ein defektes oder sehr altes Telefon, das ihr nicht mehr benötigt. Auf dem Flohmarkt finden sich wahre Schätze zum Üben.


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Beginnt mit einfachen Dingen, wie mit dem Lieblingsspielzeug …


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… und wenn es so gut klappt, auch mit anderen Dingen.

Touch

Beim Touch soll der Hund Gegenstände mit der Pfote berühren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ihm dies beizubringen. Zum Beispiel mit einem sogenannten Targetstick. Der Targetstick ist das, was ihr vielleicht noch aus der Schule aus dem Erdkundeunterricht kennt. Ein Zeigestock, der wie eine Antenne ausgezogen werden kann und so in der Länge variabel ist. Es gibt für das Clickertraining spezielle Targetsticks, die eine abgerundete, etwas größere Spitze haben. Genauso gut kann man auch eine Fliegenklatsche als Target verwenden. Zeigt eurem Hund den Targetstick. Lasst ihn daran schnüffeln und gebt ihm Zeit, das Ding gründlich zu untersuchen. Bestätigt zu Beginn jeden Pfoteneinsatz und achtet darauf, den Stab so zu halten, dass der Hund nur die Zeigespitze treffen kann. Markert und belohnt nur das Treffen der vorgegebenen Fläche, um dem Hund sicher zu vermitteln, wofür genau es eine Belohnung gibt. Klappt es zuverlässig, könnt ihr das Signalwort Touch einführen.

Mit dem Targetstick könnt ihr nun den Hund anleiten, unterschiedliche Gegenstände zu berühren und die Pfote am gewünschten Ort einzusetzen. Das Ausschleichen des Targets bei den einzelnen Übungen geht dann recht einfach. Ihr lasst den Hund mehrfach hintereinander mithilfe des Targetsticks den Gegenstand berühren, markert und belohnt ihn. Wartet bitte ab, ob euer Hund auch ohne die Hilfe des Targetsticks auf die Lösung kommt. Klappt das nicht, übt ihr noch eine Weile mit Stick weiter.


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Ihr könnt einen Target stick verwenden …


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… oder zum Beispiel auch eine Fliegenklatsche nehmen.

Eine andere Möglichkeit ist es, einen Klebepunkt oder ein simples Post-it anstelle eines Targets zu nehmen. Das funktioniert am besten, wenn ihr den Klebezettel anfangs in die Hand klebt und euren Hund die Pfote drauflegen lässt. Allmählich „verschiebt“ ihr den Klebezettel zum Beispiel auf den Finger oder den Arm. Im nächsten Schritt könnt ihr dazu übergehen, den Zettel auf den Boden zu kleben oder auf Gegenstände, die euer Hund berühren soll.

Achtet beim Üben gut darauf, dass ihr nur das Berühren belohnt und nicht etwa Kratzen oder Hauen mit der Pfote, ihr bekommt sonst ein völlig anderes Verhalten.

Stups

Auf das Signal Stups berührt der Hund Gegenstände mit seiner Nase. Der einfachste Weg, das aufzubauen, ist es, dem Hund die Hand vor die Nase zu halten. Sobald er sich annähert und mit seiner Nase die Hand berührt, bestätigt ihr euren Hund. Manchmal hilft es, die Hand erst etwas spannend zu machen, beispielsweise eine Faust zu machen, sie sich vor den Mund zu halten, ein lustiges Geräusch zu machen und sie dann dem Hund hinzuhalten. Viele Hunde werden dadurch so neugierig, dass sie gleich genauer schauen wollen und mit der Nase die Hand berühren.


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Markert und belohnt jede Berührung eurer Hand.


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Bluna rollt auf das Signal: Stups einen Ball.


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Agathe hat bereits gelernt, kontrolliert am Seil zu ziehen.

Ebenfalls möglich ist, das Stups mit dem Targetstick oder dem Klebepunkt wie beim Touch zu erarbeiten. Dann würde ich allerdings Targets verwenden, die sich deutlich voneinander unterscheiden, damit euer Hund sicher weiß: „Aha! Targetstick: Also immer die Nase dran. Fliegenklatsche: Immer die Pfote drauf.“ So erleichtert ihr euch das Training.

Nähert sich euer Hund zwar der Hand, stupst aber nicht, könnt ihr euch mit einem kleinen Trick behelfen: Nehmt ein Leckerchen in die Hand und schließt sie zur Faust. Haltet sie dem Hund hin, und wenn er beim Riechen daran die Hand berührt, markert und belohnt ihr sofort. Das wiederholt ihr ein paarmal, entfernt dann unauffällig das Leckerchen aus der Hand und versucht, ob der Hund trotzdem wieder mit der Nase die Hand berührt. Klappt auch das gut, fangt ihr an, die Hand leicht zu öffnen, immer ein klein wenig mehr als zuvor.

Erst wenn der Hund das Verhalten sicher wiederholen und zeigen kann, beginnt ihr mit der Signaleinführung.

Zieh

Das Zieh ist ein Signal, das wir für viele Tricks benötigen. Ich würde hierfür ein weiches Seil, einen Fleecestrick oder eine alte Socke nutzen.

Kennt euer Hund schon das Signal Nimm, könnt ihr ihm einfach das Seilende hinhalten. Zieht er unbeabsichtigt beim Hineinbeißen, könnt ihr das sogleich belohnen. Mag der Hund so gar nicht hineinbeißen und ziehen, könnt ihr versuchen, ihn zu einem kleinen Zergelspiel zu animieren. Wichtig ist dabei ein kontrollierter Ablauf, bei dem ihr sofort beim ersten Ziehen markert und belohnt. Wiederholt diesen Ablauf noch ein paarmal und versucht es dann wieder mit dem Hinhalten des Stricks. Sobald euer Hund zuverlässig zieht, wenn ihr ihm den Strick hinhaltet, könnt ihr mit der Einführung des Signals beginnen.


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Liz tauscht bereitwillig das Seil gegen ein Leckerchen

Bring

Euer Hund soll auf das Signal Bring einen von euch gewünschten Gegenstand bringen. Wenn er noch nicht apportieren kann, beginnt in ganz kleinen Schritten. Nehmt eines seiner Spielzeuge oder einen anderen Gegenstand, mit dem ihr üben möchtet und den der Hund gerne nimmt. Diesen legt ihr direkt vor euren Hund. Wenn ihr euch dazu auf den Boden hockt, seid ihr schneller, wenn es ans Tauschen geht. Nimmt euer Hund den Gegenstand ins Maul, tauscht ihr rasch ein Leckerchen dagegen ein. Dazu streckt ihr eine Hand aus und haltet ihm für den Tausch einen Keks vor die Nase.

Tatsächlich ist es für viele Hunde schwer, begehrte Gegenstände abzugeben. Deswegen ist es nicht nur für das Tricksen wichtig, dass der Hund gut belohnt wird, wenn er Gegenstände gern tauscht. Sollte euer Hund sich damit entfernen wollen, sobald er den Gegenstand aufgenommen hat, leint ihn an, bis er das tolle Tauschspiel verstanden hat.

Sobald der Hund freudig das Spielzeug fallen lässt, könnt ihr den Schwierigkeitsgrad etwas erhöhen. Dazu legt ihr den Gegenstand nicht mehr direkt vor euch ab, sondern wenige Zentimeter seitlich versetzt. In kleinen Schritten erhöht ihr die Entfernung immer etwas mehr. Macht die Schritte nicht zu schnell zu groß. Denkt immer an das solide Fundament, das ihr benötigt.

In die Hand geben

Der Hund gibt euch einen Gegenstand in die Hand. Voraussetzung hierfür ist, dass er Dinge bereits ins Maul nimmt und eventuell sogar schon apportiert. Der Hund steht mit dem Gegenstand im Maul vor euch. Haltet eine Hand unmittelbar unter den Fang und bietet mit der anderen Hand ein Leckerchen so zum Tausch an, dass der Gegenstand in eure Hand fallen kann, wenn der Hund loslässt, um das Leckerchen zu nehmen. Hat er das gefressen, ermuntert ihr ihn, den Gegenstand wiederaufzunehmen, und wiederholt das In-die-Hand-Geben einige Male. Wählt euer Tauschobjekt so, dass der Hund es gern tauschen möchte. Für ihn wäre es beispielsweise ein schlechter Tausch, das neue Spielzeug gegen etwas Trockenfutter herzugeben. Dies könnte dazu führen, dass er daraufhin nicht mehr so gut mitarbeitet. Nehmt ihr hingegen ein relativ unattraktives Spielzeug, das gegen Fleischwurst getauscht wird, werdet ihr feststellen, wie rasch sich das Training verändert.


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Gut aufgebaut, bringt euer Hund jeden beliebigen Gegenstand.

Immer wenn das Training gut läuft, erhöhen wir den Schwierigkeitsgrad, entweder indem wir die Gegenstände variieren oder indem wir beginnen, die Entfernung zur Hand zu vergrößern. Haltet eure Hand nicht mehr direkt unter den Fang, sondern ein paar Zentimeter seitlich davon. Hat euer Hund schon verstanden, dass es die Belohnung gibt, wenn das Spielzeug in eurer Hand landet, wird er den Kopf etwas drehen, um dann das Spieli in eure Hand abzugeben. Belohnt ihn in diesem Fall gleich mit einem Jackpot. Fällt der Gegenstand zu Boden, weil der Hund noch nicht richtig verknüpft hat, geht einfach einen Trainingsschritt zurück und übt über mehrere Einheiten noch mit der Hand unter dem Fang, bevor ihr es erneut versucht. Ziel ist es, dass der Hund Gegenstände in die Hand legt, egal auf welcher Höhe ihr diese haltet, immer im Rahmen der körperlichen Voraussetzungen eures Hundes.


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Morris legt den Knochen in die ausgestreckte Hand.


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BEVOR IHR STARTET

Vielen der Tricks habe ich einen Namen gegeben und ein Signal dafür vorgeschlagen. Selbstverständlich könnt ihr auch selbst kreativ werden und den Dingen einen anderen Namen geben. Beim Einführen eines Signals achtet darauf, dass ihr es erst einführt, wenn ihr euch sicher seid, dass der Hund das gewünschte Verhalten ausführen kann. Auch wenn das zuerst nur mit eurer Hilfe oder mit Leckerchen geschieht.


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Im Alter zahlt es sich aus, dass ihr sowohl Sichtzeichen als auch Lautsignale trainiert habt.

Grundsätzlich bin ich eine Freundin davon, Sichtzeichen und Lautsignale einzuführen, und zwar so, dass der Hund entweder auf das eine oder das andere Verhalten sicher ausführen kann. Wenn Hunde älter werden, ist es wahrscheinlich, dass seine Sinne nachlassen. Wie praktisch ist es, wenn ihr dann auf mehrere Optionen in der Kommunikation zurückgreifen könnt.

Belohnung und Bestätigung: Welche Leckerchen sind sinnvoll?

In jeder Beschreibung der Tricks ist die Rede von Bestätigung und Belohnung. Die ideale Belohnung, die für jeden Hund gilt, gibt es nicht, denn es ist für jeden Hund sehr individuell. Es gibt Hunde, die toll für ihr Trockenfutter arbeiten und mit Begeisterung bei der Sache sind. Aber das muss nicht bei allen so sein. In solchen Fällen könnt ihr versuchen, den Anreiz zu erhöhen, indem ihr eine attraktivere Bestätigung wählt. Probiert einfach mal verschiedene Varianten aus, zum Beispiel industriell gefertigte Leckerchen oder aber stark riechenden Käse, Geflügelwürstchen, getrockneten Fisch oder getrocknete, klein geschnittene Lunge. Kocht Hühnerfleisch oder Hühnerherzen und findet heraus, was euer Hund am liebsten mag. Beobachtet euren Hund aufmerksam während des Trainings. Wenn ihr den Eindruck habt, er kann sich wegen der guten Kekse gar nicht mehr konzentrieren, fahrt wieder etwas die Attraktivität herunter. Wenn ich mit meinen Hunden trainiere, habe ich in der Regel drei unterschiedliche Qualitäten an Leckerchen dabei. Einmal sehr attraktive, das ist im Fall meiner Hunde Käse. Dann habe ich Würstchen oder Fleischwurst und das normale Trockenfutter. Ich mag es, tat- und schuldangemessen zu belohnen, das bedeutet: Führt der Hund einen Trick oder ein Verhalten so aus, dass es eine Eins mit Sternchen dafür geben müsste, gibt es die absolut beste Belohnung, die ich dabeihabe (den Käse). Ist es nur so mittelprächtig, aber ich hatte schon gemarkert, gibt es das Trockenfutter. Für alles, was dazwischenliegt, gibt es die zweitbesten Leckerchen. So könnt ihr sehr schön über die Qualität der Belohnung das Verhalten angemessen verstärken.


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Futterbelohnungen sind sehr hilfreich beim Aufbau von Tricks.

Wenn ihr euch nicht sicher seid, was euer Hund am liebsten mag, probiert es mal mit einer Muffinform, die ihr mit unterschiedlichen Leckereien bestückt. Macht ein Foto von oben davon, damit ihr nachher noch wisst, welche Leckerchen wo waren. Dann filmt ihr, während euer Hund die Kekse aus den Förmchen fischt. Auf dem Video könnt ihr später schön analysieren, in welcher Reihenfolge euer Hund die Kekse gefressen hat. Um ganz sicherzugehen, wiederholt ihr das noch zwei Mal. Hunde mögen solche Entscheidungsangebote. Denkt aber bitte daran, die Leckerchen, die ihr im Training verfüttert, von der Tagesfutterration abzuziehen, sonst habt ihr bald einen übergewichtigen Hund.


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Probiert in einer Muffinform mit verschiedenen Leckerchen aus, was euer Hund am liebsten mag.

Natürlich ist eine Belohnung nicht zwangsläufig etwas zu essen, das wäre zu kurz gedacht. Ich nutze für meine Hunde viele Belohnungsvarianten, wie zum Beispiel Rennspiele, Buddeln, ins Wasser springen lassen, mit anderen Hunden spielen oder Zergelspiele. Aber beim Aufbau von Tricks und auch anderem Verhalten ist eine Futterbelohnung sehr praktisch und in meinen Augen das Mittel der Wahl. Welche Art von Bestätigung ihr auch wählt, bedenkt bitte, dass ihr zeitnah und punktgenau belohnt, damit der Hund sein Verhalten mit der Belohnung verknüpfen kann. Hierbei ist das Arbeiten mit Markersignal oder Clicker eine großartige Hilfe.

Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Jahren die Aussage gehört habe, der Hund solle das alles aber auch ohne Belohnung machen. Warum sollte er? Hunde sind hoch soziale Tiere und wir sollten ihnen Anerkennung dafür zollen, dass sie mit uns arbeiten. Die meisten von uns hatten sicher das Bild vom besten Freund des Menschen im Kopf, als wir uns einen Hund ins Haus geholt haben. Dann verhalten wir uns doch bitte auch eines besten Freundes würdig und missbrauchen ihn nicht als Befehlsempfänger, der nix zu melden hat. Die Motivation muss stimmen. Das ist beim Hund wie beim Menschen so. Lediglich die Dinge, die uns motivieren, sind unterschiedlich. Sicherlich müsst ihr, wenn ein Trick oder ein Signal einmal gefestigt ist, den Hund nicht jedes Mal mit einem Leckerchen bestätigen, jedoch solltet ihr zumindest verbal immer eine Rückmeldung geben und variabel bestätigen.


Foto © M. Zaitz

Kleine Übungseinheiten und viel Spaß verhindern Überforderung bei eurem Hund.

Jackpot

Ein Jackpot ist die ultimative Belohnung. Er besteht entweder aus besonders guten Leckerchen, die ihr anstelle der üblichen Belohnungshappen gebt, wenn der Hund eine absolut tolle Leistung erbracht hat. Der Klassiker ist aber, dass der Hund anstelle eines Leckerchens eine extra große Menge davon bekommt. Diesen Jackpot könnt ihr einbauen, wenn ihr seht, dass euer Hund einen großen Schritt nach vorn gemacht hat. Belohnt zeitnah und mit der angemessenen Begeisterung. Euer Hund soll merken, wie sehr ihr euch über seine gute Leistung freut. Jackpots halten die Motivation des Hundes sehr hoch und fördern seine Leistungswilligkeit. Ihr könnt die Leckerchen zum Beispiel auf dem Boden ausstreuen, dem Hund viele nacheinander geben oder ihn zur Belohnung den Rest der Leckerchentasche ausräubern lassen.

Dauer des Trainings

Wenn ihr euch die Beschreibungen zu einzelnen Tricks durchlest, werdet ihr vielleicht denken: „Prima, das machen wir jetzt mal!“ Eine enthusiastische Einstellung ist wunderbar, und wenn ihr mit Spaß an die Dinge herangeht, werdet ihr diese Freude auch an euren Hund weitergeben können. Bedenkt aber bitte, dass ein Hund nicht eine halbe Stunde am Stück hoch konzentriert lernen kann. Das Aufnahmevermögen eines Hundes ist von verschiedenen Faktoren geprägt: Alter, Umgebung, Temperatur, Tageszeit, Stimmung oder die Art des Lernens. Das Tolle ist: Fünf Minuten am Stück zu üben, reicht völlig aus. Übt lieber häufiger am Tag. Einige der Übungen kann man wunderbar in den Alltag einbauen, zum Beispiel während der Spaziergänge. Mehrere kleine Einheiten können sehr erfolgreich sein, denn der Hund hat mehrfach am Tag Gelegenheit, mit euch spielerisch zu trainieren, und wird so immer wieder an das Gelernte „erinnert“. Erwartet bitte nicht zu viel, weder von euch noch von eurem Hund. Manche Tricks erfordern viel Übung und sind sicher nicht an einem Tag zu erlernen. Lasst euch dadurch nicht entmutigen. Der Weg ist das Ziel! Übt in vielen kleinen Schritten, freut euch über Teilerfolge und werdet so ein immer besserer Trainer für euren Hund.

Signalkontrolle

Die Signalkontrolle ist ein wichtiger Bestandteil des Trainings. Das bedeutet, dass der Hund das gewünschte Verhalten auf Signal zeigt, es aber nicht ausführt, wenn das Signal nicht gegeben wird. Gerade bei Tricks wie Licht anmachen und Halte den Dieb ist es sehr wichtig, auf die Signalkontrolle zu achten. Ihr möchtet sicher nicht, dass euer Hund nachts um halb drei das Licht einschaltet in der Hoffnung auf eine Belohnung.

Wenn ihr also bei einem Trick so weit seid, dass der Hund das Verhalten auf Signal zeigen kann, dann verstärkt das Verhalten nicht, wenn euer Hund es zeigt, ohne es zuvor abgefragt zu haben. Manche Hunde sind sehr arbeitsfreudig und neigen dazu, gern ihr Repertoire abzuspulen in Erwartung auf eine Belohnung.

Keine Regel ohne Ausnahme: Bei Verhalten, das ich im Alltag gern häufig sehen möchte, bestätige ich auch zwischendurch, ohne dass ich es abgefragt habe, zum Beispiel, wenn sich mein Hund beim Spaziergang an mir orientiert oder wenn er, während wir essen, in seinem Körbchen liegt und nicht bettelt.

Diese Alltagsbeispiele zeigen, wie praktisch es sein kann, wenn mein Hund ein bestimmtes Verhalten immer wieder zeigt, auch ohne es von ihm abgefragt zu haben.

Generalisierung

Wenn ihr einen Trick oder ein Verhalten immer drinnen übt und euer Hund ihn beherrscht, bedeutet dies nicht, dass er dieses Verhalten auf dasselbe Signal auch draußen auf der Wiese zeigen kann. Variiert deshalb euren Trainingsort, übt mal im Wohnzimmer, mal im Schlafzimmer, im Garten, unterwegs in der Stadt oder auf einem Parkplatz. Wechselnde Orte sind für viele Hunde eine Herausforderung, und es ist gutes Training, erst ablenkungsarm zu beginnen und sich dann im weiteren Verlauf zu steigern. Wählt andere Orte, mal mehr, mal weniger Menschen oder auch einmal Ablenkung durch andere Tiere. Auch eine Veränderung in der Körperhaltung solltet ihr üben. Probiert es aus: Legt euch einmal draußen bäuchlings auf eine Wiese und gebt eurem Hund ein für ihn einfaches Lautsignal. Viele Hunde sind zunächst irritiert und schaffen es zunächst nicht, das gefragte Verhalten zu zeigen. Das ist überhaupt nicht dramatisch; wenn ihr das noch nie vorher geübt habt, ist es ganz normal. Auf diese Weise könnt ihr herausfinden, wo ihr noch Übungsbedarf habt. Achtet genau darauf, wie eure Körperhaltung ist, wenn der Hund das Verhalten noch zeigen kann, und beginnt in kleinen Schritten, davon abzuweichen. So könnt ihr eure Signale noch zuverlässiger machen, und obendrein haben Hund und Mensch richtig Spaß dabei.

Signale, die Eindruck machen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Tricks mit Laut- oder Sichtzeichen zu belegen. Wenn ihr Tricks für kleine Shows, Vorführungen oder Castings nutzen möchtet, macht es Sinn, die Signale geschickt zu verpacken. Selbst wenn ihr „nur“ den Besuch daheim beeindrucken möchtet, indem euer Hund vermeintlich jedes Wort versteht. Nehmen wir an, ihr möchtet, dass er das Licht einschaltet, und er hat dies bereits gelernt, dann wählt ihr dafür als Signal Licht. Sobald er auf das Signal Licht den Schalter antippt, fangt ihr an, euren Wunsch in einen kleinen Satz zu packen: „Ich brauche mehr Licht.“ Zu Beginn macht ihr das mit einer leichten Überbetonung des eigentlichen Signals, damit der Hund das Wort herausfiltern kann. Diese Überbetonung schleicht ihr dann im Lauf des Trainings immer weiter aus. So könnt ihr Besucher massiv beeindrucken. Eine andere Idee ist, für das Sockenausziehen das Signal Ausziehen zu verwenden. Auch das lässt sich wunderbar in einen Satz einbinden: „Ich bin so müde, kannst du mir die Socken ausziehen?“ Achtet darauf, dass euer Hund wirklich das Verhalten schon sicher auf das Wortsignal ausführen kann, bevor ihr den Schwierigkeitsgrad erhöht. Schlummert euer Hund allerdings friedlich in seinem Körbchen, wenn ihr gerade mit ihm angeben wollt, benötigt ihr noch einen besonderen Kniff, um ihn aufmerksam zu machen. Dafür könnt ihr ein „Achtung, gleich kommt ein Signal“-Wort einführen. Dieses zieht die Aufmerksamkeit des Hundes auf sich und er weiß: Gleich kommt ein Signal. Wollt ihr dies für den unbeteiligten Zuschauer unauffällig halten, wählt ihr vielleicht ein „Ach ja“ zu seufzen. Im Aufbau macht ihr das dann so: Wenn euer Hund wach und aufmerksam ist, seufzt ihr „Ach ja“ und streut dem Hund sofort ein paar sehr gute Leckerchen hin. Wiederholt dies mehrfach und in unterschiedlichen Situationen. Sobald der Hund bei eurem Seufzen interessiert näher kommt, beginnt ihr damit, erst das gewünschte Signal abzufragen, und belohnt den Hund erst danach. Damit das „Ach ja“ seine hohe Wertigkeit behält, solltet ihr es in Abständen immer wieder verstärken.

Arbeiten auf Distanz

Tricks machen noch mehr Eindruck, wenn sie auf Distanz ausgeführt werden können. Natürlich wird ein schön ausgeführtes Schäm dich auch direkt zu euren Füßen toll aussehen, trotz allem solltet ihr daran arbeiten, dass es auch klappt, wenn fünf Meter zwischen euch und dem Hund liegen. Dies solltet ihr euch kleinschrittig erarbeiten, denn so geht es am schnellsten. Ihr beginnt mit dem Aufbau von Distanz mit einem Trick oder einem Signal, das euer Hund schon gut beherrscht. Ihr fragt das Verhalten ab und belohnt es sofort. Dann vergrößert ihr die Entfernung um eine halbe Fußlänge und wiederholt die Übung. Immer vorausgesetzt, der Hund bleibt sitzen und kann das Verhalten zuverlässig zeigen, vergrößert ihr so mit diesen kleinen Schritten die Entfernung. Vergesst nicht, den Hund immer für den gut ausgeführten Trick zu belohnen. Wenn ihr bemerkt, dass euer Hund ab einer bestimmten Entfernung Probleme bekommt, geht ihr wieder einige Schritte bis zu dem Punkt auf euren Hund zu, an dem er ohne zu zögern das Signal befolgen konnte. Erst nach einigen Wiederholungen vergrößert ihr die Entfernung wieder. Falls euer Hund sofort und immer nachrutscht, um die Distanz nicht größer werden zu lassen, gibt es noch die Möglichkeit, ein Bodentarget aufzubauen oder aber den Hund auf eine leicht erhöhte Position zu setzen. Das kann ein Hocker oder ein Sessel sein. Durch diese Erhöhung könnt ihr die Distanz etwas vergrößern, während der Platz zum Runterspringen für den Hund noch nicht groß genug ist. Die meisten Hunde merken dann rasch, dass sie auch belohnt werden, obwohl sie nicht in unmittelbarer Nähe zu euch stehen.


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Tricks machen noch mehr Eindruck, wenn ihr nicht direkt daneben stehen müsst.

Aufbau von Handlungsketten

Manche Tricks, wie das Geld-Stehlen sind auf einer komplexen Handlungskette aufgebaut. Das heißt, der Trick besteht aus einzelnen Elementen, die in einer bestimmten Reihenfolge vom Hund gezeigt werden sollen. Um es dem Hund so einfach wie möglich zu machen, beginnen wir immer mit dem letzten Teil des Tricks. Wenn der Hund dieses Stück beherrscht, nehmen wir den vorletzten Part dazu, üben diesen und reihen dann direkt den letzten Teil des Tricks dahinter, sodass wir nun schon eine kleine Kette des kompletten Tricks zusammengestellt haben.

Dies hat den Vorteil, dass der Hund beim Lernen immer einen Erfolg hat, denn den Teil, der nach dem neu zu Erlernenden kommt, kennt er bereits und weiß, dass er sich damit eine Belohnung verdienen kann. Arbeitet euch langsam von hinten nach vorn durch, bis die komplette Handlungskette steht. Um hier Fehler im Aufbau zu vermeiden, ist es sinnvoll, sich den Trick in allen Einzelheiten aufzuschreiben, dann in die einzelnen Bestandteile zu zerlegen und diese in die richtige Trainingsreihenfolge zu bringen. Übt nicht zu viel auf einmal, sondern baut solide Grundlagen auf, damit der Hund stets sicher ist, was nun als Nächstes kommt. Achtet darauf, welches Verhalten ihr belohnt. Wenn der Trick fertig aufgebaut ist, möchten wir natürlich nur am Ende der Kette belohnen. Schlaue Hunde denken allerdings mit und versuchen schon mal eine Kette abzukürzen, wenn sie die Sequenz, die belohnt wird, auch vorwegnehmen können. Achtet gut darauf und belohnt im Training gegebenenfalls auch Zwischenschritte, um die Motivation aufrechtzuhalten.

Steigt euer Hund zu früh aus der Kette aus oder ist gefrustet, schaut euch den Part an, an dem er nicht weiterkommt, und arbeitet diesen noch mal separat heraus, mit vielen Belohnungen, bis ihr ihn wieder in die Kette einbaut.

Das Nein!

Ich möchte euch bitten, auf das Nein! im Training zu verzichten. Es enthält einfach keine verwertbaren Informationen für den Hund, da wir gar nicht sicherstellen können, worauf der Hund dieses Nein! bezieht. Außerdem steht es unserem Training im Weg.

Ich möchte dies an einem Beispiel verdeutlichen: Mal angenommen, wir möchten unserem Hund das Schließen einer Schublade beibringen. Wir haben also einen kleinen Schubladenschrank oder etwas Ähnliches bereitstehen. Der Plan in unserem Kopf ist klar: Der Hund soll vorsichtig mit der Nase die Schublade anstupsen und sie so schließen. Das Problem ist, der Hund kennt den Plan in unserem Kopf nicht. Ermuntern wir ihn also nur, nun etwas mit der Schublade zu tun, kann es sein, dass er eine ganz andere Idee hat, eventuell mit beiden Pfoten gegen die Schublade springt. Nehmen wir weiter an, es läuft schief, und während sich die Schublade donnernd schließt, rutscht er mit den Krallen daran hinunter und macht so gleich ein neues Muster hinein. Viele Menschen rufen an dieser Stelle dann entsetzt: „Nein!“ Das ist zum einen recht unfair, denn ohne uns wäre der Hund wahrscheinlich gar nicht auf die Idee gekommen, sich mit der Schublade zu beschäftigen. Zum anderen setzen wir ein Nein! gern als universelles Verbot ein.

Stellt euch vor, ihr trefft mit eurem Hund auf einen schönen großen Haufen Pferdeäpfel. Ihr sagt: Nein!, und das soll dem Hund nun sagen: Nicht fressen! Nicht apportieren! Nicht drin wälzen! Nicht da drangehen. Nix damit machen. Abgesehen davon, dass das auch keine sehr gut durchdachte Idee ist, wird hier das Dilemma klar, wenn wir das Nein! auf unsere Schublade übertragen. Klar, die Idee war, dem Hund auf diese Weise zu sagen, dass das Arbeiten mit der Pfote nicht gewünscht ist. Aber woher soll er das wissen? Und wenn Nein! sonst bedeutet: Lass es sein, ganz gleich, was du damit vorhast. Wie soll er dann verstehen können, dass es bei manchen Dingen nicht gilt? Nur weil wir ihn gleich wieder ermuntern, es noch mal mit der Lade zu versuchen.

Es stellt sich also die Frage: Wie umgehen wir nun dieses Dilemma? Ich versuche immer den Aufbau so fehlerarm wie möglich zu gestalten. Eine Möglichkeit wäre, dem Hund ein sicheres Signal für Berühre es mit deiner Nase zuerst beizubringen und erst danach mit solchen Dingen wie einer Schublade anzufangen. Man kann auch eine kleine Schublade nehmen und sie auf Nasenhöhe des Hundes halten. So ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Nase zum Einsatz kommt.

Trainingstagebuch

Wisst ihr, wie viele Signale euer Hund beherrscht? Listet doch einfach alle Signale auf, ihr werdet überrascht sein, wie groß die Zahl sein kann. Eine wunderbare Idee ist es, die Fortschritte und Erfahrungen aufzuschreiben. Es gibt vorgefertigte Trainingstagebücher, ihr könnt euch aber auch mit einem Notizheft behelfen. Ich würde für die Signale die Seiten folgendermaßen anlegen: Zunächst lege ich eine Tabelle mit vier Spalten an. In die erste notiere ich das Verhalten des Hundes. Zum Beispiel: Hund setzt sich hin. In die zweite Spalte schreibe ich das Sichtzeichen: erhobener rechter Zeigefinger. In der dritten Spalte halte ich das entsprechende Lautsignal fest: Sitz. Die vierte Spalte ist für den Trainingsstand vorgesehen. Dort könnt ihr Sternchen vergeben: Ein Sternchen, wenn ich gerade mit dem Training begonnen habe, drei für: Sitzt bombenfest auch unter massiver Ablenkung an den unterschiedlichsten Orten. Alles dazwischen sind zwei Sternchen. So habe ich einen guten Überblick und sehe, wo wir noch Übungsbedarf haben.

Zusätzlich enthält mein Trainingstagebuch auch eine Liste der Tricks, die ich meinem Hund noch gern beibringen möchte. Wann immer ich eine Idee habe, mache ich mir dort eine kurze Notiz.

Handlungsketten für schwierige Tricks unterteile ich in einzelne Trainingsphasen und notiere mir den kompletten Ablauf der einzelnen Schritte in der richtigen Reihenfolge.

Habt ihr einen hibbeligen oder manchmal unkonzentrierten Hund, empfiehlt es sich, die äußeren Umstände jedes Trainingstags zu notieren. Dazu gehören der Trainingsort, das Wetter und die Stimmungslage bei Hund und Mensch. Gab es Unterbrechungen? Hat vielleicht das Telefon geklingelt? Auch die Art des Leckerchens und die Fortschritte, die ihr als Team gemacht habt, solltet ihr in eurem Trainingstagebuch festhalten. Wenn ihr das über einige Wochen fortführt, werdet ihr ein besseres Gefühl für euren Hund entwickeln und lernen, die besten Trainingsbedingungen für ihn herauszufiltern. Gerade wenn ihr zwei Hunde oder mehr habt, werdet ihr auf diese Weise schneller die Stärken und Schwächen des jeweiligen Hundes herausfinden, um besser darauf eingehen zu können.


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In einem Trainingstagebuch könnt ihr die Fortschritte festhalten, aber auch notieren, wo es noch ein wenig hakt.

Training mit Ablenkung

„Eigentlich kann er das, aber gerade ist er einfach zu abgelenkt.“ Kommt euch dieser Satz bekannt vor? Vielleicht, weil ihr auch Sachen mit eurem Hund geübt habt, die er „eigentlich“ kann, aber nur, wenn die Ablenkung nicht zu groß ist? Die gute Nachricht ist: Das kann man üben, und so schwer ist es gar nicht. Ab dem Zeitpunkt, zu dem ihr ein Verhalten gut mit einem Signal verknüpft habt und es abrufen könnt, solange die Ablenkung nicht zu groß ist, beginnt ihr gezielt, ebendiese zu steigern.

Angenommen, ihr habt mit dem Hund das Ablegen des Kopfes geübt. Nun beginnt ihr vorsichtig, die Anforderung zu steigern, und macht eine minimale Winkbewegung mit der Hand. Dieses ablenkende Winken sollte anfangs so klein ausfallen, dass euer Hund den Trick noch zeigen kann. Markert und belohnt, wenn er diese Hürde schafft. Klappt es nicht, überlegt, welchen Zwischenschritt ihr noch einbauen könnt, damit euer Hund es hinbekommen kann. Immer wenn es gut klappt, steigert ihr die Anforderungen, das heißt, ihr bringt mehr Bewegung mit der Hand ins Spiel. Schafft euer Hund mit fortschreitendem Training auch das, steigert ihr den Schwierigkeitsgrad. Nun wedelt ihr mit der Hand, die ein Spielzeug oder ein Leckerchen hält. Für die nächste Hürde lasst ihr das Spielzeug fallen und euer Hund soll trotzdem den Kopf abgelegt lassen. Als weiteren Schritt könntet ihr Kekse neben den Hund fallen lassen.

Achtet aber immer darauf, nur so weit zu gehen, dass der Hund auch eine Chance hat, den nächsten Schwierigkeitsgrad zu schaffen. Zu früh eine Handvoll Kekse neben den Hund zu werfen und ihn dann zu hemmen, damit er nicht drangeht, ist nicht zielführend. Je mehr unterschiedliche Ablenkungen ihr kleinschrittig aufbaut, umso sicherer wird euer Hund das Verhalten trotzdem zeigen können. Und das ist wirklich lohnenswert. Behaltet auch hier wieder im Hinterkopf, dass ihr den Trick auch draußen und an verschiedenen Orten so kleinschrittig aufbauen müsst, damit es funktioniert.


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ERSTE SCHRITTE FÜR ANGEHENDE TRICKSER
Pfötchengeben

Der Klassiker unter den Tricks und wohl das Kunststück, das die meisten Hunde beherrschen. Auf Aufforderung legt der Hund seine Pfote in eure Hand.

Der gängigste Aufbau geht so: Nehmt vor den Augen eures Hundes ein Leckerchen in die Hand und schließt diese zur Faust. Streckt dem Hund die geschlossene Faust auf seiner Brusthöhe entgegen. Höchstwahrscheinlich wird er durch Lecken oder Anstupsen versuchen, an das Leckerchen zu kommen. Setzt er dabei seine Pfote ein, um die Hand zu öffnen, markert ihr und bestätigt ihn sofort, indem ihr die Hand öffnet und er das Leckerchen bekommt. Das wiederholt ihr einige Male. Danach tut ihr nur noch so, als würdet ihr ein Leckerchen in die Hand legen. Klappt auch das gut und der Hund legt seine Pfote auf eure Hand, belohnt ihr sofort. Von Mal zu Mal könnt ihr dann im nächsten Trainingsschritt damit beginnen, die Hand immer weiter zu öffnen.


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Pfötchengeben – der Klassiker unter den Tricks – hat Chilly schnell gelernt.


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Wenn es nicht gleich mit dem Pfötchengeben klappt, könnt ihr ein kleines Podest zur Hilfe nehmen.

Was aber ist zu tun, wenn der Hund keinerlei Reaktion zeigt? Es gibt Hunde, die sitzen tatsächlich nur vor der geschlossenen Hand und gucken. Öffnet dann noch mal die Faust und zeigt ihm das Leckerchen, schnuppert selbst interessiert daran und schließt sie wieder. Wechselt auch ruhig mal die Position, rutscht ein Stück zurück und bringt so etwas Bewegung hinein. Nutzt das alles nichts, muss ein Plan B her.

Eine pfiffige Variante ist, sich einer Stufe oder einer kleinen Erhöhung in Form eines dicken Buches zu bedienen. Lockt euren Hund mit einem Leckerchen auf die Stufe, indem ihr es so über den Kopf haltet, dass es für ihn gerade eben so nicht mehr erreichbar ist, er aber herankommen kann, sobald er die Pfote auf die Stufe setzt. Sobald er das tut, bestätigt ihr ihn. Diese Herangehensweise wird eine Reihe an Wiederholungen erfordern, aber euer Hund lernt so seine Pfote einzusetzen, um an die Belohnung zu kommen. Später könnt ihr eure Hand so positionieren, dass der Hund diese trifft, wenn er auf die Stufe steigt.

Ich würde immer empfehlen, rechte und linke Pfote mit einem unterschiedlichen Signal zu belegen, sodass ihr genau unterscheiden könnt, welche Pfote euch der Hund geben soll. Überlegt dabei, welches Signal ihr für die jeweilige Pfote wählen möchtet. Viele Menschen haben eine Rechts-Links-Schwäche und vertun sich im Verlauf des Trainings gern einmal. Das ist für Hunde verwirrend. Baut euch deshalb gute Eselsbrücken oder seid pragmatisch. Hat euer Hund zum Beispiel eine weiße und eine braune Pfote, könntet ihr euer Signal nach der Farbe wählen.

High Five

Unter Sportlern häufig zu sehen ist das High Five, das Abklatschen der Hände bei über dem Kopf ausgestrecktem Arm. Klingt kompliziert, ist aber eine recht leicht erlernbare Variante des Pfötchengebens. Voraussetzung ist, dass euer Hund das Pfötchengeben bereits beherrscht. Beginnt nun die Handhaltung zu ändern. Habt ihr bisher eurem Hund die Hand wie zum Handschlag entgegengestreckt, zeigen nun die Fingerspitzen nach oben, die Handinnenfläche zum Hund, die Hand knapp über Brusthöhe des Hundes gehalten. Anfänglich wird der Hund eure Hand vielleicht nur mit der Pfote streifen, das ist schon sehr gut und ihr solltet das zu Beginn bestätigen.

Schafft euer Hund es gar, seine Pfote gegen eure Hand zu drücken, und sei es auch nur ganz kurz, habt ihr den nächsten Schritt geschafft. Markert und belohnt ihn mit einem Jackpot. Von Trainingsschritt zu Trainingsschritt könnt ihr hierbei immer höher mit eurer Hand gehen, immer die körperlichen Möglichkeiten eures Hundes im Auge behaltend.


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Schnell hat Urmel das High Five gelernt.

Kleine Hunde stellen sich dabei oft hoch auf die Hinterbeine, das sieht supernett aus und ist eine tolle Variante, die man auch mit großen Hunden einüben kann, wenn sie das High Five im Sitzen schon können, indem man einfach die Hand immer höher hält und der Hund mit den Vorderbeinen hochgehen muss, um an die Hand zu kommen.

Winken

Winken ist eine sehr schöne Abwandlung vom Pfötchengeben. Der Aufbau des Tricks ist zudem ähnlich. Wenn euer Hund schon seine Pfote geben kann, streckt ihr ihm eine Hand entgegen. Wenn er versucht, seine Pfote in eure Hand zu legen, zieht ihr diese rasch weg und bestätigt ihn für das Pfote-in-die-Luft-Schlagen. Variiert ruhig die Höhe: Denn um ein schönes Winken zu bekommen, sollte euer Vierbeiner seine Pfote möglichst hoch heben. Etabliert als Sichtzeichen vielleicht ein Winken von euch, es sieht sehr nett aus, wenn ihr euch scheinbar gegenseitig zuwinkt.


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Wenn ihr mit euren Händen die Höhe variiert, behaltet bitte die körperlichen Möglichkeiten eures Hundes im Auge.


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Ein schönes Winken erreicht ihr, wenn der Hund seine Pfote möglichst hoch hebt.

Schäm dich

Bei diesem niedlichen Trick legt euer Hund seine Pfote über die Schnauze oder wischt sich mit ihr darüber. Ihr könnt dabei verschiedene Hilfsmittel nutzen: beispielsweise ein Post-it, ein Stück Tesa-film, das ihr bitte vorher so präpariert, dass es nicht mehr allzu gut klebt. Ihr könnt es aber auch mit einem Stück Kräuselgeschenkband oder einem ausreichend großen Spiralarmband probieren. Achtet bei diesem Trick bitte gut auf euren Hund. Er wischt sich nämlich nur über die Nase, um den Fremdkörper dort wegzubekommen. Für die allermeisten Vierbeiner ist es eigentlich keine große Sache. Sobald sie merken, dass sie sich damit eine Belohnung verdienen können, ist es für sie okay. Sollte es hingegen für euren Hundekumpel nicht in Ordnung sein oder er sogar ängstlich reagieren, lasst bitte diese Übung außen vor. Kein Trick der Welt ist es wert, sich das Verhältnis zum besten Freund zu verderben.

Und so geht es: Lasst euren Hund sitzen und legt ihm das Geschenkband auf die Schnauze. Die meisten Vierbeiner werden gleich versuchen, das störende Ding wieder loszuwerden. Benutzt euer Hund hierzu seine Pfote, bestätigt ihr ihn sofort und wiederholt die Übung. Probiert aus, welche Stelle auf seiner Nase die richtige ist: weiter vorn oder lieber weiter hinten, bei manchen klappt es auch schräg zwischen ihren Ohren hindurch. Es gibt keine allgemein gültige Regel, wo es am besten funktioniert.

Senkt euer Hund nur den Kopf und das Band fällt von allein hinunter, versucht es stattdessen mit einem Post-it. Diese Klebezettel in verschiedenen Größen sind ideal, weil sie zwar haften, beim Abwischen mit der Pfote den Hund aber nicht ziepen. Wenn ihr lieber Tesa-film verwenden möchtet, drückt den Klebestreifen vorher ein paarmal gegen eure Kleidung, damit die Klebekraft geringer wird. Das ist sehr wichtig, da es sonst eventuell unangenehm für euren Hundekumpel sein könnte. Auch hier variiert ihr die Stelle, bis ihr den optimalen Punkt kennt.


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Mit einem Spiralband könnt ihr ein Mit-der-Pfote-über-die-Nase-Wischen provozieren...

Wenn ihr ein Spiralarmband nutzt, lockt euren Hund, seine Nase durch das Band zu schieben, und stülpt es ihm nicht einfach über. Bedenkt, dass beim Tricktraining alle Beteiligten Spaß haben sollen.

Wie immer, wenn Hilfsmittel im Training eingesetzt werden, müssen sie wieder abgebaut werden, und das ist gar nicht so einfach. Gerade bei diesem Trick können wir nicht sicher sein, was der Hund genau lernt. Wenn wir glauben, ihn gerade für das Mit-der-Pfote-über-die-Nase-Wischen zu belohnen, verknüpft er vielleicht, dass er immer einen Marker und eine Belohnung bekommt, wenn er sich das Band oder das Post-it abstreift. Verbindet ihr jedoch ein Signal mit der Handlung und lasst danach das Hilfsmittel weg, zeigt sich, ob euer Teamkumpel wirklich das verknüpft hat, was ihr dabei im Kopf hattet.


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... besonders niedlich, wenn es schließlich klappt.

Manche Hunde zeigen das Über-die-Schnauze-Wischen mit ihrer Pfote auch, wenn sie etwas besonders Gutes gefressen haben. Das wäre auch eine Möglichkeit, dieses Verhalten einzufangen und darauf aufzubauen.

Pfoten rechts und links überschlagen

Der Hund liegt im Platz und schlägt die Pfoten übereinander. Das sieht sehr niedlich und posierend aus. Manche Hunde bieten diese Pfotenhaltung von sich aus an. Das ist natürlich praktisch, denn in diesem Fall könnt ihr dieses Verhalten nutzen, um gleich zu markern und zu belohnen. Zeigt euer Vierbeiner dieses Verhalten im Alltag jedoch nicht, könnt ihr es ihm trotzdem beibringen. Dafür sollte er das Pfötchengeben schon beherrschen, und zwar rechts wie links.

Kniet oder setzt euch vor euren im Platz liegenden Teamkumpel. Seine Pfoten sind dabei lang ausgestreckt und zeigen in eure Richtung. Überprüft zunächst, ob er im Platz liegend überhaupt Pfötchengeben kann.

Vielen fällt das zunächst schwer, weil ihr das wahrscheinlich noch nie geübt habt. Klappt es jedoch, kann es losgehen: In unserem Beispiel beginnen wir mit der linken Pfote. Mit eurer rechten Hand bedeckt ihr die rechte Pfote des Vierbeiners. Nun legt ihr euren linken Arm weit über euren rechten Arm, Handfläche nach oben ausgestreckt, und fordert euren Hund auf, euch die linke Pfote zu geben. Euer Arm sollte so weit ausgestreckt sein, dass er die Pfote im Prinzip wie gewohnt geben kann; der einzige Unterschied ist, dass ihr dabei die Arme überkreuzt habt. Markert und belohnt, wenn euer Hund euch so die Pfote gibt. Sobald der Vierbeiner sich an eure für ihn seltsame Haltung gewöhnt hat und problemlos die linke Pfote in eure linke Hand gibt, nehmt ihr sie zentimeterweise von Mal zu Mal weiter nach links.


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Durch geschickte Positionierung der Hand überkreuzt Urmel schon die Pfoten.


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Nehmt eure Hand zentimeterweise weiter nach links.

Allein mit dem Pfote-Ausstrecken kann er nicht mehr eure Hand erreichen, sondern muss sie immer weiter zur Seite bewegen. Ziel ist es, dass der Hund auf diese Weise beim Linkes-Pfötchen-Geben seine rechte Pfote überkreuzt. Wenn ihr die Hand so weit zur Seite genommen habt, dass sie nun links von eurer rechten Hand ist, und der Hund es zuverlässig schafft, die Pfoten zu überkreuzen, beginnt ihr langsam, diese auszuschleichen. Mit der rechten Hand bedeckt ihr noch eine Weile locker die rechte Pfote eures Hundes, damit er nicht versucht, diese zu geben. Haltet eure linke Hand ein paar Zentimeter seitlich von seiner rechten Pfote entfernt. Ermuntert ihn wieder, die Pfote zu geben. Kurz bevor seine Pfote eure Hand berührt, zieht ihr sie weg, sodass die Pfoten übereinander zu liegen kommen.

Markert, belohnt und wiederholt diesen Schritt, bis euer Hund ohne Probleme eine Pfote über die andere legt. Nun müsst ihr nur noch die zweite „Hilfshand“ ausschleichen. Lasst zuerst noch zwei Finger, dann einen Finger auf der rechten Pfote liegen und übt so weiter. Macht der Hund keine Anstalten, seine rechte Pfote zu benutzen, lasst ihr auch die zweite Hand weg. Nun hat der Hund gelernt, die linke Pfote über die rechte zu legen. Möchtet ihr, dass er dies auch zur anderen Seite kann, übt den gleichen Aufbau mit der anderen Seite.

Wartet damit, bis euer Hundekumpel eine Seite gut beherrscht. Auf diese Weise kommt er beim Training nicht so leicht durcheinander. Haltet auch hier die Schritte wirklich klein; gerade, wenn euer Hund diese Position nicht von sich aus einnimmt, ist die Dehnung und das Überkreuzen sehr ungewohnt für ihn. Habt ihr ein Exemplar mit einem sehr breiten Brustkorb und kurzen Beinen, ist das vielleicht nicht der richtige Trick für euren Kumpel, da es anatomisch für ihn kaum möglich ist.


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Es lohnt sich, die Übung für beide Seiten aufzubauen.

Gib Laut – Bellen auf Signal

Es gibt Hunde, die neigen zum Bellen, und es gibt Vierbeiner, denen entlockt man kaum ein leises „Wuff“. Wenn euer Hundekumpel am Zaun regelmäßig Nachbars Waldi ankläfft, ist das nicht die Situation, in der ihr ihn dafür bestätigen solltet. Denn der Lernerfolg für ein Bellen auf Signal wäre gleich null, da euer vierbeiniger Mitbewohner gerade dabei ist, Waldi mal so richtig Bescheid zu geben. Nehmt stattdessen lieber ein begehrtes Spielobjekt eures Hundes und spielt ausgelassen damit, jedoch ohne ihn miteinzubeziehen. Werft es hoch, jauchzt und seid einfach gut drauf.

Die allermeisten Hunde werden innerhalb kurzer Zeit aus Erregung bellen. Markert und belohnt euren Hund sofort und am besten mit dem Spielzeug. Denn genau das ist es, was er im Augenblick am liebsten haben möchte, und somit ist es die beste verfügbare Belohnung. Wiederholt diese Übung mehrfach. Wenn ihr sicher seid, dass euer Hund das Bellen wieder zeigen wird, gebt ihr euer neues Signal hinzu, zum Beispiel Gib Laut.

Beim Bellen ist die Signalkontrolle sehr wichtig. Ihr möchtet euren Hund nicht dazu erziehen, dass er euch jedes Mal anbellt, wenn er etwas von euch möchte. Ab der Einführung des Signals wird jede Lautäußerung nicht mehr belohnt oder beachtet. Wendet euch ab, geht aus der Situation und bietet sogleich eine Alternative an, wie er sich, wie von euch gewünscht, verhalten kann.

„Singen“

„Singen“ ist nicht für jeden Hund etwas. Viele nordische Rassen bieten es an, aber auch andere Hunde stimmen manchmal ein begeistertes Geheul an. Wichtig: Es ist keine gute Idee, mit einem Hund zu üben, der aus Einsamkeit vielleicht jemandem hinterherheult, der gerade das Haus verlassen hat. Dieser Hund hat ein Trennungsstressproblem und bedarf eines guten Trainers.


Foto © M. Zaitz

Über ein Spielzeug lassen sich viele Hunde motivieren zu bellen.

Einige Hunde reagieren von selbst auf Mundharmonika- oder Flötenspiel oder auf singen in hoher Tonlage mit begeistertem Geheule. Achtet darauf, dass euer tierischer Kumpel wirklich nur begeistert mit einstimmt. Er sollte nicht mitjaulen, weil die Töne so hoch und schrill sind, dass man sie kaum aushalten kann und am liebsten selbst mitheulen möchte. Singt für euren Hund und schaut, ob ihr ihn mitreißen könnt und er mit einstimmt. Tut er das, markert und belohnt ihn sofort.

Euer Hund singt leider nicht? Macht euch nichts draus, er hat sicher andere Talente, die ihr fördern könnt.


Foto © A. Maurer

Den Kopf weit nach hinten gelegt, „singt“ Hannes aus vollem Halse …


Foto © A. Maurer

… und Sam stimmt begeistert mit ein.


Foto © M. Zaitz

Lockt euren Hund mit einem Leckerchen in die Seitenlage.

Stell dich tot

Es ist wohl einer der Filmtrickklassiker: Ein Hund liegt bewegungslos auf der Seite am Boden. Gerade für agile und bewegungsfreudige Vierbeiner keine leichte Übung. Aus dem Platz heraus lockt ihr euren Hundekumpel mithilfe eines Leckerchens in die Seitenlage. Dazu führt ihr zum Beispiel einen Keks vor seiner Nase in einem nicht zu engen Bogen in Richtung Rippenbogen und Körpermitte. Macht keine zu schnelle Bewegung und haltet eure Hand dabei tief, um zu vermeiden, dass der Hund aufsteht.

Um dem Leckerchen mit Nase und Augen folgen zu können, wird er sich zur Seite fallen lassen. Bestätigt hier bereits euren Hund mit dem Leckerchen, auch wenn zunächst nur die Hüfte zur Seite gekippt ist. Liegt er nun so, lockt ihr ihn mit einem weiteren Leckerchen weiter. Dabei bewegt sich eure Hand vom Rippenbogen über den Rücken und dann nach vorn, sodass der Hundekumpel ausgestreckt daliegt. Das ist ein wenig knifflig und ihr müsst ausprobieren, welches Tempo und welcher Winkel für euren Hund am besten funktionieren. Hunde, die zwar in der Hüfte abkippen, dann aber einen Ellbogen so aufstellen, dass sie beim Locken mit dem Leckerchen nicht über die Schulter abrollen, könnt ihr mit einem weicheren Untergrund unterstützen.

Zu keiner Zeit schiebt oder drückt ihr bitte den Hund zu Boden! Dies könnte er missverstehen. Ihr wollt ja den Trick gemeinsam erarbeiten und nicht einfach nur euren Hund in die gewünschte Position schieben. In dem Augenblick, da der Hund auch seinen Kopf auf die Seite sinken lässt, markert und belohnt ihr sofort.

Was tun, wenn der Hund nun aber immer wieder aufspringt, anstelle sich einfach auf die Seite fallen zu lassen, wenn ihr ihn mit dem Leckerchen in die Seitenlage locken wollt? Dafür kann es die verschiedensten Gründe geben. Manche Hunde liegen nicht gern auf feuchtem Untergrund, wie taunassem Gras. Anderen ist tatsächlich der Fliesenboden zu hart. Hier kann ein Wechsel des Untergrunds helfen. Auch ist vielleicht das Leckerli einfach zu gut und es hilft, ein etwas trockeneres, nicht ganz so tolles zu wählen. Manchen Hunden ist es unheimlich, wenn sich eure Hand in Richtung Genick bewegt, weil sie vielleicht früher schon mal schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Wenn es also so gar nicht klappen will, überlegt euch, in welchen Situationen sich euer Hund freiwillig auf die Seite legt; fangt dieses Verhalten ein und bestätigt es. Das mag länger dauern, kann aber unter Umständen viel stressfreier sein.


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Bitte schiebt oder drückt euren Hund nicht zu Boden! Erarbeitet diesen Trick mit ihm gemeinsam.


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Ein Signal wie Tot-auf-die-Seite-Fallen gehört zu den Filmhundeklassikern.

Männchen

Dieser Trick ist einfach und niedlich. Euer Hund sitzt dabei aufrecht auf seinen Hinterbeinen. Dafür lockt ihr den Vierbeiner mit einem Leckerchen aus dem Sitz heraus in eine aufrechte Position. Am leichtesten geht das, wenn ihr den Keks unmittelbar an der Nase des sitzenden Hundes andockt und ihn ganz langsam nach oben bewegt. Wirklich gerade nach oben und nicht von ihm weg.


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Filou kann perfekt Männchen machen.

Markert und belohnt bereits, wenn euer Hundekumpel nur ganz kurz die Vorderpfoten vom Boden lupft. Kleine Hunde können häufig sehr schnell und sicher ein Männchen zeigen. Das liegt an den körperlichen Voraussetzungen. Um über hohes Gras oder auf den Couchtisch schauen zu können, zeigen sie dieses Verhalten häufig aus eigenem Antrieb und sind so schon entsprechend trainiert. Gerade große Hunde tun sich mit der Balance gar nicht so leicht und auch der Aufbau der Muskulatur braucht seine Zeit. Springt euer Hund sofort immer nach dem Leckerchen, versucht es mit einem Keks, der nicht ganz so attraktiv ist, und achtet darauf, die Lockbewegung mit der Hand wirklich langsam zu gestalten.

Frauchen

Dem Männchen sehr ähnlich, steht auch hier der Hund mit dem Oberkörper aufrecht. Allerdings sitzt der Hund hierbei nicht auf seinem Po, sondern steht aufrecht auf den Hinterpfoten. Trainiert zunächst sicher das Männchen, und erst wenn euer Hund das auf Signal sicher zeigen kann, beginnt ihr mit dieser Variation. Dafür nehmt ihr ein Leckerchen und lockt euren Hundekumpel so aus der sitzenden in die stehende Position. Dafür muss er sich mit den Hinterpfoten ordentlich hochdrücken, was keine einfache Übung ist. Auch hieraus kann man wieder Varianten erarbeiten: Eine sehr schöne, aber nicht ganz einfache Variante ist das Laufen auf zwei Beinen oder das Tanzen, das Sich-Drehen auf zwei Beinen. Damit könnt ihr beginnen, wenn euer Hund ein sicheres Frauchen kann, indem ihr ihn in eine Vorwärtsbewegung lockt.


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Frauchen kann Filou auch.

Eine weitere Variante ist, abwechselnd das Männchen und Frauchen abzufragen, sodass der Hund sich aus der sitzenden Position hochdrückt ins Stehen und sich daraus wieder in die sitzende Position absenkt.

Achtung! Das ist wirklich nur eine Übung für sehr sportliche Hunde und erfordert einen guten Aufbau der Muskulatur.

Schau

Schau ist ein tolles Signal, nicht nur für Tricks. Natürlich ist es klasse, wenn es so aussieht, als ob ihr beide nur Augen füreinander habt, jedoch ist es auch in vielen Alltagssituationen sehr praktisch. Ein Hund, der euch auf Signal anschauen kann, kennt dadurch ein Alternativverhalten, um den Blick von einem fixierenden Hund abzuwenden. Neigen Vierbeiner dazu, ihr komplettes Programm abzuspulen und dabei kaum ansprechbar zu sein, habt ihr damit eine Möglichkeit, dieses Verhalten zu unterbrechen.

Ihn dazu zu bringen, euch anzuschauen, ist gar nicht so schwer. Zum einen könnt ihr dazu übergehen, jeden zufälligen Blickkontakt, den euer Hundekumpel euch schenkt, zu belohnen. Schaut er euch aufmerksam an, markert und belohnt ihr dieses Verhalten. Die meisten Hunde mögen diese Übung sehr gern, weil es mit wenig Anstrengung viele Belohnungen gibt. Neigt der tierische Kollege dazu, euch gar nicht anzuschauen, nehmt ein Leckerchen, zeigt es ihm, verschließt es in eurer Hand und führt diese dann in Augenhöhe neben den Kopf. Schaut er euch dabei an, markert und belohnt ihr dies.


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Dayos’ Schau sieht nicht nur schön aus, sondern ist auch nützlich.

Übt dies – wie alle anderen Tricks auch – zunächst ohne Ablenkung, wenn euer Vierbeiner ohnehin aufmerksam und auf euch konzentriert ist. Bietet er das Anschauen nun häufiger an, eil es sich für ihn gelohnt hat, könnt ihr es mit einem neuen Signal verknüpfen.

Es ist nicht einer der ersten Tricks, die ich mit einem Hund üben würde. Obwohl es so schön einfach ist, ist es recht passiv. Voraussetzung für viele Übungen sind Vierbeiner, die gern unterschiedliche Dinge ausprobieren. Legt ihr aber gleich zu Beginn fest, dass es sich lohnt, uns auch über längere Zeit anzuschauen, mag euer Hund vielleicht nicht mehr so bereitwillig andere Verhaltensweisen ausprobieren.


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Für den Aufbau dieses Tricks könnt ihr einen Klappstuhl als Hilfsmittel einsetzen.

Nicken

Bestätigung zu bekommen ist immer schön. Wie toll wäre es, wenn euer Hundekumpel euch auf die Frage: „Habe ich recht?“, zustimmend zunicken würde? Das ist gar nicht so schwer.

Ich nutze hierfür gern einen Bistrostuhl, der zwar eine Rückenlehne hat, aber auch ein „Fenster“ im unteren Rückenbereich.

Hinter der Rückenlehne setzt ihr euren Hund ab. Ihr stellt euch gegenüber, auf die Seite der Sitzfläche. Auf diese Weise habt ihr über die Lehne hinweg Blickkontakt. Senkt nun euren Kopf so, als wolltet ihr durch das „Fenster“ des Stuhls hindurchschauen. Die meisten Hunde sind bemüht, den Blickkontakt wiederherzustellen, und senken ebenfalls den Kopf. Die so entstehende Nickbewegung markert und belohnt ihr sofort. Füttert unbedingt hinter der Lehne, und zwar oberhalb, sodass der Hund seinen Kopf immer wieder gern hochhebt. Ist euer Vierbeiner nach dem Markern um den Stuhl herumgelaufen, um sich seine Belohnung abzuholen, führt ihr ihn mit dem Keks wieder zurück und gebt ihm die Belohnung erst, wenn er wieder an dem richtigen Punkt sitzt. Wiederholt die Übung mehrfach.

Wenn ihr keinen Bistrostuhl habt, geht auch ein Couchtisch oder die Sitzfläche eines Stuhls, abhängig von der Größe eures Hundes. Auch ein Besenstiel, den ihr zwischen zwei Stühle hängt, mit einem gefalteten Geschirrtuch darüber, eignet sich hervorragend. Seid einfach kreativ. Vielleicht habt ihr ja noch weitere Ideen.


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Neugierig linst Dr. Pepper durch das Fenster in der Stuhllehne.

Übrigens, wenn ihr einen Besenstil verwendet, könnt ihr eure Hilfe am leichtesten wieder ausschleichen, indem ihr den Hund Stückchen für Stückchen immer weiter Richtung Rand des Besenstiels positioniert, bis er quasi danebensitzt und trotzdem auf euer Nicken hin die Übung ausführen kann.

Bei mir und meinem Hund lautet das Wortsignal für das Nicken: Recht. So frage ich meinen Hund gern: „Habe ich recht?“, und Morris nickt zustimmend.

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Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
01 aralık 2025
Hacim:
337 s. 213 illüstrasyon
ISBN:
9783840464850
Yayıncı:
Telif hakkı:
Bookwire
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