Kitabı oku: «Bewusstheit LEBEN – Impulse und Praxis für mein authentisches Sein»

Yazı tipi:

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

Persönliches im Voraus

Der unterschätzte Alltags-Stress

Gibt es den gesund erhaltenden Stress?

Ist Stress als Ausnahme zwischendurch lebbar?

Regenerieren, auftanken, schlafen – ein Muss samt Genuss!

Zur gesunden Mitte finden – ein Genuss samt Muss!

Eile mit Weile – die bewusste Wahl der Geschwindigkeiten und der Tiefendimension

Das Aneignen von Fertigkeiten und das Ausleben der persönlichen Fähigkeiten

Die emotionale (Über)Forderung

Der stärkste Stressfaktor – unsere Angst

Trotz Störungsfeldern mit der Lebensenergie in Verbindung bleiben und so den Ängsten vorbeugen

Frustrationstoleranz als Gegenmittel – Angst- und Gewaltprävention

Was wir mit unseren Gedanken tun, ist nicht egal

Neugierde aufeinander oder lieber wertend kritisieren?

Meine innere Mitte als ganzheitliche Erfahrung oder doch im Gedankenkonstrukt verfangen?

Vertraute energetische Strukturen, die sich gesund anfühlen, aber nicht gesund sind

Gesunde Schritte sind altersabhängig

Die Bewusstheit lenken können

Die Weiterentwicklung im Denken und emotionalen Sein als Voraussetzung für die Gesundheit und Balance der Lebensenergie

Die innere Not wenden – unbeholfene Strategien in wirkungsvoll-wertschätzende Strategien umwandeln können

Wie schwingen Frau und Mann wertschätzend in ihren Lebensenergie-Feldern?

Meine aufmerksame Bewusstheit sinnvoll und achtsam lenken wollen und können

Bewegung und Ernährung kann ganzheitlich gesehen werden

Belastungsmuster und Körpersignale

Einseitige und beherrschende Belastungsmuster können verändert und gemildert werden

Das eigene Potenzial und die Seele ruft – der Körper schwächelt, schmerzt oder ist gar nicht mehr als Quelle der Lebensfreude wahrnehmbar

Das kreative Sein in mir leben (lassen) – wie möchte ich mich aus meiner inneren Mitte heraus ausdrücken?

Beziehungen

In Beziehung SEIN oder aus der Kontrolle heraus in Beziehung treten?

Beziehungs- und Familienmuster aus energetischer Sicht

Störfelder, welche Gefühle der Unerträglichkeit und Überforderung, ein Genervtsein auslösen und Groll in Bewegung setzen

Wie die Rollen ineinandergreifen und das Leben zum Rollenspiel wird

Das Kollektive spielt auch energetisch immer mit!

Unausgesprochen, geheim gehalten oder verdrängt?

Lebensfreude und Lebensenergie

In der Lebensfreude sein – als Entwicklungsaspekt!

Ist denn ziel-bewusst auch voll-bewusst?

Ich schaffe es einfach nicht – wohin fließt die Energie?

Abschluss

Die Autorin

Impressum

Vorwort

Dieses praktische Arbeitsbuch habe ich allen meinen Klientinnen und Klienten gewidmet, die mir bereits über zwei Jahrzehnte ihr Vertrauen schenken. Das Buch darf dabei unterstützen, eine ganzheitliche Sichtweise im Alltag und in der persönlichen Entwicklung zu leben und zu berücksichtigen. Dabei gehe ich auf generelle Wirkmechanismen, und wie ich diese sehe, ein. Die individuelle erfahrungsbezogene Einzelbegleitung, die ich anbiete, kann mit dem Durcharbeiten dieses Impuls- und Praxisbuches nicht gleichgesetzt werden. Doch werden alle meine Klientinnen und Klienten staunen, was mit dieser Vorgehensweise alles möglich sein wird; vor allem bei viel Vorerfahrung.

Übungs- oder Seminargruppen sind eine weitere Möglichkeit, unter meiner Anleitung, spezifische Themen aus diesem Buch zu wählen und sich darin zu vertiefen.

Auch alle anderen Leserinnen und Leser, die für ganzheitliche persönliche Entwicklungsprozesse aufgeschlossen sind, werden von diesem Impuls- und Praxisbuch profitieren können.

Energie, die ich hochsensitiv auf den Ebenen Körper, Geist und Seele betrachten, berühren und bewegen kann, wird über meine vorgeschlagenen Sichtweisen wertgeschätzt und für die Gesundheitsförderung und das persönliche Sinnerleben genutzt. Alle Menschen, die Selbstverantwortung mögen und bereits viele Werkzeuge dazu gesammelt haben, werden sich recht frei und gleichzeitig erfrischend ehrlich durch diese Anleitungen bewegen können.

Bewusstheitsarbeit kann so viel Freude bereiten – ist man doch dem Geheimnis Leben dadurch näher und bereit, sich den Selbstheilungsmechanismen zu öffnen, die bei der psychischen, emotionalen und körperlichen Balance regulierend eingreifen, um der Mensch sein zu können, nach dem man innerlich schon lange gesucht hat.

Marija Mischkulnig

Korfu, im Juni 2018

Einleitung

Mit diesem Buch beabsichtige ich, Menschen zu unterstützen, die mehr über sich und ihr Sein erfahren möchten. Viele Erfahrungen lassen sich auf vielfältige Weise auswerten: Eine Schlussfolgerung kann zu einer beengenden Perspektive führen, oder sie kann zu einer Erkenntnis werden, die bereichernd wirkt und das persönliche Bewusstsein fördert als auch weitet. Welcher Richtschnur man folgen möchte, darf auch selbst bestimmt werden!

Weiters darf dieses Buch allen Menschen, die in meiner Praxis für Körper und Geist bei mir Unterstützung suchen oder Unterstützung gesucht haben, als wertvolles Begleitbuch dienen. Wichtige zusammenhängende Erkenntnisse, auch aus ganzheitlicher und körperlich-energetischer Sicht, sind in diesem Werk enthalten. So ist es für Klientinnen und Klienten möglich, immer wieder Themen aufzuschlagen, die gerade wieder einmal relevant geworden sind oder in einem neuen Zusammenhang relevant werden. So ermöglichen die Impulse in diesem Buch ein Erinnern, Festigen und Wiederholen; zu einem aktuellen Kontext kann immer wieder und erneut reflektiert werden. Ein Lebensthema darf betrachtet, vertieft und verinnerlicht werden.

Auch wenn wir uns nicht begegnet sind, können die Informationen dienlich und nutzbar sein. Wer über das Zusammenwirken von Körper, Seele und Geist als auch über die Gefühls- und Empfindungswelten mehr erfahren möchte, wird im vorliegenden Buch in eine besondere Sichtweise eintauchen können. Viele Körper-Geist-Zusammenhänge werden dargestellt, vor allem auch in der Überschneidung mit körperlich-energetischen Prägungsmustern und Ablaufautomatismen, die zu oft unserem wachen Bewusstsein nicht zugänglich sind. Was oft als Zufall oder als „normal gegeben“, als üblich und unhinterfragt erscheint, wird aufgrund meiner hochsensitiven Sicht aufgegliedert, zergliedert und in unterschiedliche Herangehensweisen aufgeschlüsselt. Manches wird den Leserinnen und Lesern bekannt vorkommen, falls sie sich bereits mit Bewusstseinsthemen vertieft theoretisch und praktisch befasst haben, manches wird neu sein.

Der tiefe Sinn in allem zeigt sich immer wieder über unterschiedliche Zugänge. Mein Zugang begründet sich in hohem Maße auf die Erfahrungen meiner Arbeit mit meinen KlientInnen, deren Bewusstseinsfelder mir zeigen, wie sie wieder in die Balance und in eine gesunde Mitte kommen möchten. Ich sehe, fühle und übersetze das „Bedürfnis nach Balance“ mittels Sprache und hochsensibler holistischer Berührung. Weiters bin ich in meiner Heilenden Körperarbeit auch in hohem Maße buddhistisch inspiriert, da sich vieles aus der KlientInnenarbeit Erfahrene mit der Ausrichtung des Buddhismus deckt. Meditation ist für mich ein Erkenntnisweg, der mich stärkt und klärt. So konnte ich die Geistaspekte noch genauer ausdifferenzieren und für das Heilsame nutzbar machen.

Ich sollte nicht vergessen, mein Interesse für Psychologie ebenfalls anzuführen, hat mich mein zweiter Bildungsweg doch zum Studium der Psychologie geführt. Fachliteratur und Ratgeber aus der Psychologie, Psychiatrie, Psychotherapie werden auch immer wieder durchforstet, um zu schauen, was sich da noch bestätigen oder erweitern lässt.

Doch bleibt die erfahrungsbezogene Herangehensweise die Methode erster Wahl, während ein Background des Wissens oft auch intuitiv mitschwingt. Vor allem ist mir die Teamarbeit mit meinen KlientInnen für das Erreichen der inneren Balance ein großes Anliegen. Nur so lässt sich Heilung erreichen!

Vieles, was meine „speziellen Augen“ in 50(+) Jahren Lebenserfahrung gesehen, gefühlt oder gedeutet haben, steht im Einklang mit aktuellsten Erkenntnissen. Einiges ist von mir auf eine Weise ausformuliert und zusammengeführt, wie es für mich noch nicht in der von mir studierten Literatur vorzufinden war. Diese kleinen einzigartigen Erkenntnis- und Vernetzungsfenster dürfen wertvolle Hinweise werden und sein, um das wahrhaftige Potenzial des Menschen zu aktivieren!

Persönliches im Voraus

In meinem Leben wiederholte sich ab einem bestimmten Abschnitt oft ein ähnlicher Traum während des Schlafes. Im Traum „funktionierten meine Augen nicht richtig“ – sie wussten nicht, was jetzt das korrekte Schauen ist, und eine Verwirrung machte sich breit. Ein Bemühen, wieder „richtig zu sehen“, endete in den Lösungsversuchen ohne Lösung.

Die Thematik des Sehens begleitet mich zeitlebens. Ein fühlendes Sehen zählt zu meiner Hochbegabung; das fühlende Sehen hatte sich nicht zu einem scharfsichtigen Sehen entwickeln können, und mein Gehirn blieb über lange Epochen meines Lebens sehr gestresst. Was scheinbar für die Mehrheit der mich umgebenden Menschen ausgeblendet blieb, war für mich ein lebendiges Abenteuer! Der Nachteil war, dass ich eine große Dichte zu verarbeiten hatte. Das war sehr viel Arbeit und Aufwand. Lange begleiteten mich Selbstzweifel und das Bemühen, „in die Menge zu passen“. Die Menge waren u. a. RatgeberInnen, LehrerInnen, ErzieherInnen, die anleiteten – die Nuancen unterschieden sich von meiner persönlichen Wahrnehmung, und ich bemühte mich um bravouröse Anpassungsleistungen. Es gelang mir auch! Es gelang mir, mich phasenweise zu vergessen und auszublenden, mitzuschwingen mit den anderen, es gelang mir, dazuzugehören.

Meine Experimentierfreude verhalf mir zu vielen (intensiven) Erfahrungen – ich durfte gerade auch aufgrund meiner Selbstzweifel sehr vieles kennenlernen. Ich befand mich in Illusionen und meinte, aufgrund der jeweils erlebten Erfahrung auch intensiv glücklich zu sein. Doch etwas blieb stets zurück – und es hatte mit meinem Sehen zu tun.

Auf dem Weg der intensiven Selbstsuche durfte ich nach und nach diesen Reibungspunkt des „Andersseins“ ausmerzen. Ich übte mich auch in den verschiedenen Formen des Sehens, doch konnte ich nicht zu der Einsicht gelangen, der einen Sicht, die meinem persönlichen Herzen und meiner Seele gerecht werden konnte.

Mit der Zeit begann ich, mich wieder mehr auf mein Inneres und mein intimes fühlendes Sehen zu konzentrieren, es wieder ernster zu nehmen, es nicht zu ignorieren und es wieder nutzbar zu machen.

Zur großen Überraschung merkte ich, dass hilfesuchende Menschen, die bereits viele HelferInnen aufgesucht hatten, auf ihrem Weg auch mich aufsuchten und sich bei mir plötzlich gesehen fühlten. Ich fand eine Form des Beschreibens, in der sie sich wieder erkennen konnten oder erleichternd feststellen konnten, dass sie verstanden und „erfasst“ werden können. Doch ich tat da eigentlich noch nichts Besonderes, ich beschrieb einfach nur, was ich sah.

Im bisherigen nicht professionellen Leben war ich im Grunde gewohnt gewesen, in Missverständnisse verwickelt zu werden. Oft endete es darin, dass mich eine Person bat, nicht zu interpretieren, sondern bei den Tatsachen zu bleiben. Es sah so aus, dass ich, wenn ich sah, unter die Oberfläche sah und somit unverständlich wurde. Die „gesellschaftlichen“ Menschen wollten in ihrer Rolle (von mir) verstanden und gesehen werden, sich respektiert fühlen – jedoch was ich sah, was ich als die Oberfläche definierte, schien unter der oberflächlichen Schicht zu liegen, bezog halb- und unbewusste Ebenen der Menschen ein. Wie die Menschen und ihr Sein und ihr Strahlen auf mich wirkten, unterschied sich von der üblich-vertrauten Sicht, einander wahrzunehmen.

So erkannte ich langsam, dass es da zumeist kein Einvernehmen gab. Über dieses genauere Auswerten konnte ich im Weiteren dann tatsächlich vorsichtiger sein, die Person respektvoller aus deren Sicht wahrnehmen und meine Perspektivenvielfalt erweitern. Es war nicht mehr wie in den Träumen – dass es zu keiner Lösung kommen konnte, die Lösung war, in die Vielfalt hineinzuwachsen, ohne mich selbst anzuzweifeln.

Mittlerweile wechsle ich die Seh-Varianten ab, kann die Betrachtungsweisen nebeneinander und miteinander bestehen lassen, ohne in Debatten oder Diskussionen geraten zu müssen, um „das Missverständnis aufzulösen“. Ich bin geübter geworden! Doch mitunter passiert es mir, vor allem im persönlich-intimen Kontext, leider noch, mich zu „verwickeln und Verwirrung zu stiften“ – ich übe mich weiter.

Schön ist es, dass diese meine spezielle Form des Sehens und Fühlens nun doch als sinnvolle Fähigkeit eingeordnet werden konnte. Für viele hilfesuchende Menschen gereicht sie zum Segen!

So kann ich auch im Laufe der folgenden Schilderungen im Buch mein Gesehenes und erfühlt Erfahrenes mit bereits erforschtem und ausgewertetem Wissen anderer erfahrener Experten und Expertinnen kombinieren, mich in vielem wiederfinden … und gleichzeitig meine speziellen Worte als Ausdrucksweise heranziehen.

Möge das Geschilderte hilfreich sein, um viele Suchende bei ihrer physischen und psychischen Gesundheit zu unterstützen.

Möge die Klarheit „des anderen Sehens“ Suchende zu ihrer Lebensfreude lotsen, zu ihrer eigenen Sicht, die im wahrhaftigen persönlichen Sein verankert ist.

Mögen alle, die sich mit den folgenden Ausführungen befassen, „mehr und mehr sehend werden“ und die Kraft des Sehens für das Gute, Genesende und Friedvolle auf dieser Welt nutzen können, es urbar machen und es vielleicht sogar weitergeben – damit es zum wahrhaftigen Teilen kommen kann …

Es gibt viel zu tun!

DER UNTERSCHÄTZTE ALLTAGS-STRESS

Gibt es den gesund erhaltenden Stress?
IMPULS-Teil

Wer sich mit dem Thema Umgang mit dem Stress befassen möchte, wird heutzutage unzählig viel Literatur hierzu vorfinden. Man wird den positiven Eu-Stress, den belastenden Di-Stress formuliert finden und auf Stressmodelle verwiesen werden, die darauf hinweisen, warum wir diesen lebensnotwendigen Mechanismus in uns jederzeit automatisch aktivieren können und sollen bzw. warum und wie er sich von alleine aktiviert.

Dass wir in Stresszustände fallen, ist ein großes Überlebensgeschenk an uns, was zeigt, dass wir mit Mechanismen ausgestattet sind, die JA ZUM LEBEN sagen. Vollkommen ungefragt wird sich das JA behaupten und uns auch im höchsten Stresszustand zum Leben verhelfen, im Sinne der Sicherung des Überlebens. Es gibt unendlich viele riskante Schnittpunkte in einer Lebensspanne, wo wir dankbar sein können, dass unsere psychische und körperliche Gesundheit über den Stressmechanismus erhalten bzw. gestützt und gefördert werden kann.

Jeder Automatismus hat einen Lebens-Sinn und erhält auch im Sinne der Selbstorganisation eines lebendigen Organismus (Systems) seinen zugewiesenen Platz. Würde der Überlebensmechanismus den betroffenen Menschen um Erlaubnis oder um seine Meinung fragen, würde es um die Population hier auf Erden sogleich massiv schlechter stehen.

Laut meiner Sicht und Erfahrung kommt es zu einer Überbeanspruchung des sinnvollen Überlebenssystems. Einerseits, weil man unwissend diese Überbeanspruchung als gegeben hinnimmt – andererseits, wird dieser Überlebensautomatismus auch bewusst zur Heranziehung von Energieressourcen ausgenutzt. Beide Varianten können den Stress-Überlebensmodus nicht wahrhaftig sehen, würdigen und wertschätzen.

Die Macht, die aus der Kraft der Manipulation entsteht, involviert zumeist den Stress-Überlebensmodus als (Energie)Ressource. Der Mensch spielt und manipuliert gerne. Manipulieren heißt ja, etwas erschaffen können, etwas hin- und herwenden und es einem Zweck zuführen, der einem mehr oder weniger zugute kommt; auch „aus den Fehlern lernen“ gehört hierzu.

Der Mensch spielt und manipuliert oft auch mit dem Leben selbst, als wäre es ein Spiel- oder Werkzeug, das man bewusst willentlich in verschiedene Spielfiguren und Formen gießt. Dieses Spielen, vielleicht sogar eine Spielsucht, passiert bereits so unbewusst, dass wir es sehr oft nicht als die Entscheidung zu diesem Manipulationsspiel erkennen können.

Es wird bereits sehr viel über den Umgang mit Stressfaktoren und Stresszuständen unterrichtet, angeleitet und es gibt schon sehr viele Behandlungspläne als auch therapeutische Ansätze dazu.

Als einen blinden Fleck und als einen Fehler, aus dem wir noch nicht gelernt haben, sehe ich, dass wir den Stressmechanismus bewusst halbbewusst nutzen, um leistungsfähiger zu sein. Wir stimmen dem Modus zu, hohe Leistung zu hohen Kosten zu bringen. Damit wir den Preis nicht sofort bezahlen müssen, nutzen wir den Überlebensmodus als Stressmechanismus aus – wir miss- bzw. gebrauchen ihn, um leistungsfähiger zu sein! Würden wir ihn nicht nutzen, so wären die Stoppsignale ernstzunehmende Stoppsignale und wir würden eine Ruhepause, eine ruhigere Phase einlegen, Spannung zurücknehmen, ausgeglichen zufrieden unsere Tätigkeiten gleichmäßig balanciert verrichten, Ruhe und Regenerationsinseln im Alltag suchen und zulassen oder auch mal ganz anderen seelischen Inhalten eine Bedeutung und Zeit geben.

Auch wenn wir meinen, keine andere Wahl zu haben und es als unrealistisch ansehen, mit weniger Stress auszukommen und trotzdem „effektiv“ zu sein, sind wir doch selbst die Ausführenden, die unter dem Stressmodus auch leiden.

Trotz vermeintlicher Unwissenheit und Unmöglichkeit gibt es ein inneres Wissen in uns, das weiß, dass wir unsere wahre Mitte verlassen haben. Unser Seelenleben und die Würde kommen zu kurz, zugunsten der Überlebenssicherheit und des emotionalen Drucks, angenommen zu sein und der Ablehnung als auch dem Versagen zu widerstehen bzw. standzuhalten. Dies kann sich auch einfach im eigenen Inneren als Perfektionismusanspruch zeigen.

Da es die bekannten Stressoren gibt, lassen wir uns von diesen aufreiben und halten uns auf einem Stressniveau. Wenn die Stresswellen einsetzen und die gesamte Energiezufuhr von den unteren Körperregionen in den Aktiv-Handlungsraum nach oben gepusht wird, sich der Kreislauf hoch mobilisiert, die Stressaktivierung das Denken und die Wahrnehmung zuspitzt und wach sein lässt, so kann dies als intensiv und lustvoll erlebt werden. Der Stress-Schub bringt einen intensiven Energieschub, eine Lustwelle. Darin liegt auch eine Gefahr: die Gefahr der Verwechslung der Lebenslust, die vom Überlebensstress ausgelöst wurde – mit der Energie der Lebensessenz und der balancierten Lebensfreude. Man wechselt die wahre lebendige und wache Mitte gegen intensive Stress-Energie-Lustwellen aus. Mit der Zeit hält man sich in dieser Verwechslung auf.

Als Dauerzustand lässt diese Lebensweise keine Gesundheit zu – denn Gesundsein kann nicht das Austricksen vom Überlebensmechanismus sein. Trickreich ein Wohlbefinden bzw. eine Leistungsintensität zu erzeugen, wird von uns Menschen gerne genutzt – doch genau dies bedeutet, die Würde des Lebens und die Essenz des Lebens zu missachten, damit zu spielen, als hätte sie uns nichts Besonderes zu bieten. Auf diese Weise bleibt die gesunde und gesundschwingende Lebensessenz mit all ihrer Fülle und ihren Reichtümern zu oft unbeachtet und sogar unentdeckt. Wir als lebensfrohe Wesen bleiben unerkannt! Diese Ignoranz schafft Spiele, die nicht gesund sind und mehr oder weniger zerstörerische Auswirkungen annehmen.

Fehlgeleitete Lebensenergie ist beispielsweise auch ein Machtstreben, welches „Unterwürfige“ kontrolliert und sich über diese erhebt. Dieses Spiel spielen wir gerne in allen verheerenden Varianten. Die entstehende Lust-Stresswelle wird manipulativ vergnügungsvoll wiederholt begrüßt, und so stimmen wir zu, uns zu lange im stresserhebenden „aufgeblasenen“ Kraftwohlgefühl aufzuhalten – wo dieser Zustand doch im Grunde für Ausnahmephasen geschaffen ist: geschaffen für Übergänge, um uns die Regulierung der Lebensenergie und des psychischen Gleichgewichts in Krisensituationen bzw. bei inneren Überforderungsgefühlen zu ermöglichen. Als Denk- und Wahrnehmungsfehler wird hierbei die Stress- und Machtenergie als intensive und kraftvolle Lebensenergie gedeutet.

Die ganzheitliche gesunde Ausrichtung deutet allerdings in eine ganz andere Richtung: hin zur Balance und zur Erhaltung der Lebensenergie.

Sobald wir uns in Friedenszeiten befinden, müsste unser System nicht auf Daueralarm hochgefahren bleiben. Stressoren so zu bewerten, dass sie einen Ur-Friedenszustand vollkommen ausblenden – das ist leider keine gesunde Deutungsweise und auch keine reflektierte Form des wachen Umgangs mit den Herausforderungen, die uns tagtäglich begegnen.

Für uns Menschen ist eine Dauerfriedenszeit eine sehr ungewohnte Lebensform. Immer wieder muss es Spannung geben und ein Unterbrechen des faden Ruhigen.

Noch Generationen vor uns hatten in unseren Breiten den Krieg miterlebt; auch Beziehungen liefen vor gar nicht so langer Zeit nach sehr rigiden lebensfeindlichen Mustern ab. Gemeinsam eine sehr reife und selbstbestimmte Liebe zu leben, gehört noch nicht zu den selbstverständlichen Beziehungsvorbildern. Auch wenn die Vorstellungen in diese Richtung weisen, sind wir energetisch noch so geprägt, dass wir noch Zeit benötigen, um diese neue Form und Lebensweise zu integrieren und zu verinnerlichen.

Wir leben mehr oder weniger in einem friedlichen Land, doch die Strukturen, wirklichen Friedens leben und fassen zu können, haben sich in uns noch nicht ausbilden bzw. verinnerlichen können.

Solange unsere Bewusstheit nicht darin geschult wird, zu erkennen, in welchem Bewusstseinszustand wir uns gerade befinden, um im Weiteren in den friedvollen, lebensfreundlichen konstruktiv-kreativen Ausdruck wechseln zu können, werden wir halbbewusst von unseren manipulativen Spielen mit dem Leben beherrscht sein und uns wiederholt viel zu lange im Überlebens-Stress-Modus aufhalten. Dies führt zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, da Körper und Geist im gespannten und „hochgepushten“ Stressmodus gefordert sind, als würden wir jede Minute ums Überleben kämpfen müssen. Unsere Urahnen werden geübt darin gewesen sein, diesen Wechsel zwischen Wachheit, weil Lebensgefahr, und dem Nachlassen der Anspannung, sobald die Gefahr vorbei ist, sehr gegenwärtig zu leben; (so mancher wird es vielleicht auch nicht in diesem Sinne bewältigt haben.) Wir sind in dieser Übung nicht so gut, da wir selten bis nie ganz loslassen können, uns in Dauerspannung und unter Druck halten und uns wenig bis keine Friedenszeiten gönnen. Besteht die Möglichkeit des Friedens und der Stille, wird es uns schnell langweilig, und wir meinen, etwas erfinden zu müssen, um dieses gähnende Nichts ändern zu können.

Natürlich ist der Forschungs- und Erfindungsgeist wesentlich und wichtig, auch der Abenteuergeist … sie bereichern unser Leben und fördern das Überleben. Doch das All-Sein mit Nichts und mit Langeweile zu verwechseln, halte ich für einen großen Fehler! Das Nichtstun wird oft auch gleich als Faulsein bezeichnet, doch das Faulsein ist bereits ein Zutun, eine menschliche Manipulation, um dem Nichts zu entrinnen.

Der Mensch will etwas erfinden, während die Essenz bereits da ist … die Essenz enthält die gesund erhaltende Lebensenergie! Nimmt der Mensch eine bewusste Verbindung dazu auf und lebt er „außerhalb der Manipulation“, nämlich im Selbstverständnis und gleichzeitiger Wertschätzung als auch Wahrnehmung dieser mittigen, stimmigen Lebensenergie, so wird er dem gesunden Fluss nicht mehr entgegenstehen, sondern mitsegeln wollen; sodann beseelt als auch beglückt sein – über die Annahme des Geschenks der Lebensenergie. Dazu darf der Mensch lernen, diese Essenz zu sehen, im Weiteren wahrzunehmen, sie anzunehmen und ihr nichts entgegenzusetzen. Der Mensch ist Teil davon und muss sich nicht selbst erfinden, weil er dadurch wieder von ihr getrennt wird. (Im fernöstlichen Denken ist damit das Ego-Bewusstsein gemeint.)

Natürlich ist es schön, viele und unzählige Erfahrungen zu sammeln und daraus zu lernen. Oft lernt man über das Gegenteil.

Doch kann ich wahrhaftig und ganzheitlich lernen, während ich „die Essenz gar nicht wahrnehme?“

Die große Kunst scheint darin zu liegen, etwas zu erschaffen, zu entwickeln und ganzheitlich zu lernen/leben, während man mit der eigenen inneren Mitte und der Lebensessenz verbunden ist; diese vertrauend erfassen, empfinden kann und dadurch vom Grundvertrauen beseelt und gehalten ist. Diese tiefe Qualität lässt sich im Überlebensmodus und auf einem dauerhaften Stressverhaltensplateau nicht ergründen und auch nicht erleben.

Was führt uns zur Motivation, etwas Neues lernen/leben zu wollen und mehr über sich und die Welt zu erfahren? Neugierde, eine innere Suche und innere Stimme, gesundheitliche Beschwerden, Schmerzen ob körperlich und/oder seelisch, Leid und das Getrenntsein von der Liebe, von lieben Menschen, die wir verloren haben oder auch die Angst vor dem Alter und vor dem Tod; Lebenskrisen können uns ein Ansporn sein, hinter die Illusion und den Schein zu schauen, die wir aufgebaut haben. Doch auch die Lebensgier oder auch Lebensfreude kann uns dazu führen, noch mehr von diesem Leben zu besitzen, verwalten und kosten zu wollen.

Extreme führen uns aus unserer „gewohnten Mitte“, bringen uns aber dann auch wieder in Bewegung, weil dann wirkliche, ganz reale Stressoren entstehen, die einfordern, eine gesunde Balance zu suchen und so mehr über uns selbst und die Welt an sich zu erfahren. Der Erfahrungsprozess beginnt, weil es sein muss! Der Stressor im Körper meldet Krankheitsfaktoren an, und wir können nicht so weiter tun wie bisher. Die Selbstorganisation des lebendigen Organismus zeigt an, dass wir „aus den Fugen geraten sind“.

Gesunde, robuste und sportliche Menschen suchen beispielsweise in den Extremsportarten die Verbindung zur Lebensessenz. Aus den Gefahren heil davongekommen zu sein bzw. den Moment im Extrem vollkommen konzentriert gelebt (weil dadurch überlebt) zu haben, bringt in der Entspannungsphase wieder die Balance zurück. Zu oft entstehen daraus auch reale Suchtmechanismen, und so weisen die gelebten Extreme nicht mehr vorwiegend auf die Würde der Lebensessenz hin, sondern festigen die Suchtverhaltensmuster. Man beginnt, sich in die Stress-Überlebensspirale hineinzuziehen, und diese Dynamik führt zu der Verwechslung, auf die ich bereits hingewiesen habe: Der Stress-Kick scheint Lebensintensität zu sein! So kann es dazu kommen, dass man zu einem Getriebenen wird und im Getriebensein gefangen die Freiheit und Befreiung sucht. Viel Befreiungsdruck kann daraus entstehen und auf die Dauer nicht mehr wahrhaftig zufriedenstellen.

Der Weg zur Gesundheit (zurück) achtet die Mechanismen, die das gesunde Leben zusammensetzen und muss nicht neu erfunden werden. Da liegt sie nun wieder die Herausforderung: nicht aus allem eine Leistung machen zu müssen, auch nicht aus der Erhaltung der Gesundheit. (Dazu fiel oft auch der Begriff der Entschleunigung; doch selbst Entschleunigung kann aus einem Leistungsgedanken heraus gespeist sein …). Je gereinigter von den Stressoren, je näher an der bejahenden, lebensfreundlichen Lebensessenz, umso leichter geht es, dass die gesund erhaltenden Mechanismen und die Gesundheit natürlich und selbstverständlich einsetzen.

Die Gesundheit an sich ist leicht und nicht schwerfällig, sie ist geordnet in der Selbstorganisation einer Welt und Lebensessenz, die der Mensch mit seinen Herangehensweisen zu oft stört.

Wir dürfen die gesunde Lebensenergie, die so essenziell ist, kennen und mit ihr schwingen lernen.

PRAXIS-Teil

ERKENNEN

Formuliere dir deine persönlichen ERKENNTNISSE und nutze auch das im Impulsteil Gelesene dazu!

Schreibe diese spontan auf.

Formuliere mit deinen eigenen Worten:

… was Lebensenergie ist.

… was Lebensenergie nicht ist.

… die Verwechslung: stressvolles Leben vs. kraftvolles Leben.

… das Aufheben dieser Verwechslung.

… weitere persönliche Erkenntnisse, die ich wiederholt neu auffrischen möchte.

WAHRNEHMEN

Meine Bewusstheit stärken und erweitern

Während du die folgenden Zeilen liest, fühle sie … erlaube, dass sie zur lebendigen Empfindung werden:

… einfach mal warten. Dieses Warten gibt einen Raum frei, in diesem darf sich ein unerwarteter Raum willkommen fühlen. Einfach mal diesen unerwarteten Raum willkommen heißen, ihn fühlen und wahrnehmen. Und wieder: Einfach warten, keinen Namen geben müssen, und auch das Warten selbst besitzt keinen Namen und auch kein Ziel. Dem Leben selbst wird eine Präsenz zugestanden. Ich darf Teil dieses lebendigen Augenblickes sein!

PRAKTIZIEREN

Was will ich in meinem Leben aufgrund der Auseinandersetzung mit diesem Kapitel „Gibt es den gesund erhaltenden Stress“ praktisch umsetzen? Was will ich regelmäßig praktizieren? In welcher Einstellung will ich praktizieren?

Wie kann ich Elemente der Körperarbeit, des Körper- und Geistbewusstseins zu Hilfe nehmen?

Welche Werkzeuge, die ich kenne, kann ich nutzen und anwenden?

Ist Stress als Ausnahme zwischendurch lebbar?
IMPULS-Teil

Im vorherigen Kapitel habe ich auf die Gefahr aufmerksam gemacht, das Stresserleben als Lebensintensität und Lebensqualität zu deuten und aus dieser Deutung heraus zu leben; auf die Gefahr, das Leben selbst mit dem Überlebensmechanismus zu verwechseln und dadurch auf die Dauer gesehen, so viel von sich und seiner Substanz wegzunehmen, bis es zum Ausbrennen bzw. zu gesundheitlichen Beschwerden kommen muss. Bei gesundheitlich robusten Menschen kann es zu psychischen Krisen und andauernden Gefühlen der Sinnlosigkeit kommen, die man eventuell versucht, mit weiteren Stress-Kicks aufzufangen. Oder man lebt „im vollen Saft“ und doch an der Seele vorbei?

Dass es plötzlich nicht mehr so weitergehen kann, das kann ganz überraschend auftreten – auf einmal passiert es –, wie ein Akku, der sich nicht mehr (zur Gänze) aufladen lässt. Man hat den eigenen Akku vielleicht immer ein wenig und nie zur Gänze wieder aufgeladen, bis er dann plötzlich „seinen Geist aufgibt“. Kaputt ist kaputt – ein neuer Akku muss her! Die Hardware muss ausgetauscht werden.

Beim Menschen kann dies bedeuten, dass der Körper regenerieren und wieder in die gesunde Ausrichtung kommen muss, um die Lebensfunktionen sinnvoll im Sinne der gesunden Balancierung aufnehmen zu können. Doch hat es keinen Sinn, Schäden, die über zerstörerische Mechanismen entstanden sind, genau mit Hilfe dieser wieder zu reparieren! Das wird nicht aufgehen! Sinnvoll ist es, nach Mechanismen Ausschau zu halten, die lebenserhaltend und gesundheitsfördernd sind.

Lebenserhaltend (ganzheitlich gesehen) ist die Perspektive, dem Überlebensmechanismus bewusst dort zuzustimmen, wo er angebracht ist. Wo der Stressmechanismus anspringt, ohne Überlebensnotwendigkeit, sollte man erkennen können, dass man sich dadurch selbst schädigt. Die inneren Stressoren bleiben nur dann weiterhin (über)aktiv, wenn es ums Überleben geht. Sobald man in der Lage ist, zu erkennen, dass diese inneren Stressoren nichts mit der gegenwärtigen Realität zu tun haben, sollte man auf den Stressmodus verzichten bzw. diese abmildern können. Eine gesunde Bewältigung der herausfordernden Hürden wird dadurch ermöglicht. Über den Verzicht, im Stressmodus weiterzufahren, ist die Entscheidung möglich, in die Lebenskraft einzutreten, und aus dieser heraus wird die Lebensenergie nutzbar, die selbstverständlich und großzügig zur Verfügung steht.

Was das körperlichenergetische System betrifft, so wünscht es sich, wieder in einen balancierten Kontakt mit den unteren Körperregionen zu kommen. Diese Wieder-Kontaktaufnahme aktiviert den lebensfreundlichen und gesund erhaltenden Modus. Der Bodenkontakt, der Energiefluss im Becken und in den Beinen, im unteren Bauch und im unteren Rücken als auch der gleichmäßige Atem dürfen den Ruhepol und das Aus vom Stressmodus einladen. Den Körperkontakt und die Lebensenergie bewusst wieder ganzheitlich wahrzunehmen, aktiviert den Lebensstrom: Die Lebensenergie ist nicht von Stressoren und einem gestressten Sein dominiert.

Dieser Akt und der Wechsel zur balancierten Lebensfreundlichkeit hat bewusst vorgenommen zu werden. Es ist eine bewusste Wahl und Entscheidung, den Körper wieder so einzublenden, dass die Lebensenergie von den unteren Körperregionen nicht abgezapft wird und nicht mehr alles automatisiert nach oben geführt wird. Die Gegenrichtung darf eingeschlagen werden, zum Boden hin ausdehnend, ruhend in sich und gehalten von einem Grund und einer Grundgeborgenheit.

Sobald ich als stressbetroffener und belasteter Mensch diesen Wechsel bewusst herbeiführen kann, werde ich innehaltend in einem Gewahrsein beobachten können, dass sich der Sturm legen kann, der erhöhte Puls beruhigt sich … und ich werde erkennen können, dass ich gelassen und ruhig weiterdenken kann und die Aufgabe außerhalb des Stressmechanismus friedlich, geduldig, ungehetzt und freudvoll, auch zügig wenn gewünscht bzw. zumindest wohltuend neutral verrichten kann. Ich erhalte die Chance, gelassen zu bleiben und in der Gelassenheit auch Irritationen und Störfelder nicht zu Stressoren werden zu lassen.

Über diese Ganzheitlichkeit bin ich als geforderter Mensch mit dem gesund erhaltenden Widerstandssystem in mir gesundheitsfördernd verbunden, dem Immunsystem. Das Immunsystem darf über diesen bewusst vorgenommen Ausgleich enorm unterstützt werden. Das hormonelle Gleichgewicht stellt sich ein, hilft bei der Regeneration und beim Aufbau der Substanz, die im Überlebensstress abgebaut oder oft geradezu verschleudert wurde. So können auch Auto-Immunreaktionen durch unser bewusstes Wählen, den Stressmodus zu verlassen, abgefangen oder gemildert werden.

Laut meiner Sicht gibt es keinen Stress, der nicht aus dem Überlebensmodus heraus angetrieben wird. Die leichte, angenehme Spannungsaktivierung (Eu-Stress) ist die Vor-Wachheit, die nötig ist, um die Sinne zu schärfen und diese auch so einsetzen zu können.

Wachheit ist laut meiner Erfahrung auch aus einem ausgeglichenen, friedvollen Zustand heraus möglich – statt Spannung und Überspanntheit wird hierbei eine „Ausdehnung“ eingeblendet, welche den Körper mit wachen Sinnen sinnlich und in Stille (ohne Aufruhr) bestehen lässt. So kann ein selbstverständlicher Raum der gesunden Widerstandskraft wirken, gepaart mit dem Genuss, der in der Lebensfreundlichkeit enthalten ist, ohne „manipulieren zu müssen“.

Sinnvoll ist es, sich in den Erfahrungsprozess zu begeben, der das Stresserleben als Ausnahmephase für zwischendurch erkennt! So wählt man den – mit dem „Gesunderhalter“, dem Immunsystem korrespondierenden – gelassenen Zustand, der das gesamte Körper- und Sinneserleben außerhalb des Stressmodus erleben lässt.

Die gesunde Lebenskraft, die Quelle der balancierten, ständig fließenden Lebensenergie wird auf diese Weise wahrnehmbar und bewusst „erspürbar“ – vitale Ganzheit(lichkeit) zu leben wird zur praktischen, realisierbaren Entscheidungsmöglichkeit und zur Erfahrungsqualität!

PRAXIS-Teil

ERKENNEN

Formuliere dir deine persönlichen ERKENNTNISSE und nutze auch das im Impulsteil Gelesene dazu!

Schreibe diese spontan auf.

Formuliere mit deinen eigenen Worten:

… warum der Dauer-Stress-Modus für mich nicht gesund sein kann.

… Wie erkenne ich, dass ich mich darin befinde?

… Wie leite ich einen Wechsel zum gelassenen und gesunden Zustand ein?

… Wann stimme ich dem Überlebensmechanismus zu?

… weitere persönliche Erkenntnisse, die ich wiederholt neu auffrischen möchte.

WAHRNEHMEN

Meine Bewusstheit stärken und erweitern

Während du die folgenden Zeilen liest, fühle sie … erlaube, dass sie zur lebendigen Empfindung werden:

… Stress als Ausnahme. So vieles weglassen können: das Hochpushen – einfach weglassen. Die Getriebenheit, Lösungen parat haben zu müssen – einfach weglassen. Die Bedrohtheit und die Angstvorstellung, versagt zu haben – einfach weglassen.

Einfach sein lassen – was ist.

Was jetzt ist.

Das Jetzt jetzt sein lassen.

Das Jetzt zulassen.

Bemerken, wie das Loslassen einsetzt; einsetzen kann, weil all das weggelassen!

Das Loslassen bringt mich zur Entspanntheit, ich nehme den ruhigen Atem wahr und den sich entspannenden Körper.Mein Körper – er hält mich, er trägt mich. Kontakt. Körperkontakt. Bodenkontakt. Das Leben über diesen Kontakt freundlich begrüßen.

Die Einladung zum Hier-Sein annehmen und fühlen. Danke für die großzügige Einladung!

PRAKTIZIEREN

Was will ich in meinem Leben aufgrund der Auseinandersetzung mit diesem Kapitel „Ist Stress als Ausnahme zwischendurch lebbar?“ praktisch umsetzen? Was will ich regelmäßig praktizieren? In welcher Einstellung will ich praktizieren?

Wie kann ich Elemente der Körperarbeit, des Körper- und Geistbewusstseins zu Hilfe nehmen?

Welche Werkzeuge, die ich kenne, kann ich nutzen und anwenden?

Regenerieren, auftanken, schlafen – ein Muss samt Genuss!
IMPULS-Teil

Damit der menschliche Organismus über seine selbstorganisatorischen Prozesse stetig in die gesunde Kraft kommen kann, sind Perioden des Ruhens und der Erholung nötig. Achte ich diesen Bio-Rhythmus nicht, bringe ich viel Chaos ins System, und der Körper zeigt dies mit seinen Signalen deutlich an. Auch diesen Rhythmus kann man nicht wirklich austricksen – er wird nach einer gewissen Zeit einfordern, was ihm entzogen wurde.

Ich sehe viele Manipulationen in Hinsicht auf die Spielfreudigkeit mit dem Bio-Rhythmus-Mechanismus. „Auspowern was geht“ bis der Kick der Erschöpfung kommt, dann der Zwang, nachgeben zu müssen, und dann (lustvoll) zuschauen (wenn noch möglich), wie nach diesem Extrem der Körper wieder mit seinen Aufbauprozessen beginnt. Lustvoll ins Leben! Oft tut man’s für den Kick. Oder: Man rechnet einfach damit – der Körper hat (so) zu funktionieren!

Auspowern kann aber auch zum ersehnten Abschalten führen. Endlich mal ein Leer-Sein, auch im Kopf leer sein.

Auspowern auf Dauer halte ich genauso für ungesund, wie dem Zustimmen, dass wir die Lebensintensität mit der Stressintensität gleichsetzen. Denn auch hier kann überraschend der Moment kommen, wo nichts mehr weitergeht – zu viel gespielt, zu oft ausgepowert – auf einmal tritt der Kick, der Regenerationsschub ins Leben hinein einfach nicht ein …, bleibt aus. Wieder einmal zeigt der Körper die Grenzen auf: Genug gespielt! „Von einem Extrem ins andere“ hat nun mal ausgespielt – es ist die Zeit gekommen für den Ausgleich durch eine kraftvolle Mitte. So manche und mancher muss sich erst auf die Suche danach begeben.

Wiederholt treffe ich in meiner beruflichen Praxis auf LeistungssportlerInnen und auch andere extrem tüchtige Menschen, die an den Punkt gelangen, an dem nichts mehr geht. In der Folge treten Panikzustände und Erschöpfung auf – einerseits aus der neu eingetretenen Orientierungslosigkeit heraus, andererseits hatte der Körper so intensiv über lange Zeit funktionieren müssen, dass er von sich aus auf den Aus-Schalter drückt.

Verdrängte Müdigkeit, unterdrückt von einer sehr starken Willenskraft, fordert oft nach Jahren oder Jahrzehnten ihren Tribut; Panik und Erschöpfung fordern auf, sich auf die Suche nach neuen Möglichkeiten zu begeben, vor allem auch nach gesunden Möglichkeiten der Erholung und Regeneration.

Der alternde Körper wird die rücksichtslose Vorgangsweise auch energetisch nicht mehr zulassen. Es macht Sinn, sich gesunde Alternativen verinnerlicht zu haben.

Erholungsurlaube, auch wenn sie aus purem Schlaf bestehen, reichen oft nicht aus, da gerade wieder etwas aufgebaute Lebensenergie sogleich unreflektiert in die ungesunde Schiene geleitet wird. Der Körper wird zuverlässig und bald (früher oder später) streiken und das Ja zum gesunden Leben einfordern, dem selbstausbeuterischen Verhalten nicht mehr zustimmen können. Es muss eine Alternative gesucht werden.

Nicht selten fallen sehr leistungsorientierte, funktionstüchtige und erfolgreiche Menschen in eine Depression, weil das körperlich-energetische System ihre Lebensweise nicht mehr unterstützt. Als wesentlich halte ich, nach vollkommen neuen und unerprobten Wegen des Engagements Ausschau zu halten. Was zerstört hat, wird diesbezüglich nicht zur Heilung führen.

Unser Körper und unsere geistige Orientierung sind ein lebendig-dynamisches Geschehen, mit dem man sehr bewusst, sinnvoll und sinngebend umzugehen hat. Der Sinn bezieht sich auch auf die Würdigung unseres Seelen-Aspektes.

Maschinen wartet man auch. Der menschliche Körper enthält ein integriertes Wartungssystem – wenn man ihm die Zeit und die Tiefe der Erholung, die er benötigt, gibt. Der Körper ist die BRÜCKE, die gut beachtet und gelebt, die gesunde Balance herstellt. Selbstverständlich benötigen wir dazu auch das intellektuelle Vermögen: tatsächlich eine Vernunft, die in einer lebensfreundlichen Haltung mündet. So werden Geist, Körper und alle fühlenden, empfindenden Anteile untereinander auf eine Weise korrespondieren, um im Gesundsein lebensfroh zu erstrahlen.

„Wider die Vernunft“ zollt seinen Tribut – das weiß man. Warum diese Neigung, Lust oder Ignoranz, wider die Vernunft zu handeln? Warum nicht in den Genuss einstimmen und gleichzeitig gesund mitschwingen – wer sagt, dass Gesundsein langweilig ist?

Die Leistungsfähigkeit darf gut durchdacht sein und die Mechanismen, die uns dabei „sowieso“ sinnvoll unterstützen, dürfen bewusst eingeblendet sein und bleiben.

Sportwissenschaftliche Ansätze haben viel nützliches Wissen zusammengetragen, die anwendbar sind, wenn man gerne Sport treibt und auch den Körper dazu hat, der sich in dieser sportlichen Aktivität zu Hause fühlt. Für die körperliche und mentale Perspektive gibt es dabei viele Anhaltspunkte. Die Ganzheitlichkeit kommt laut meiner Erfahrung zu kurz. Wie schön, wenn man diese als Ergänzung hinzufügen kann!

Um wie viel leichter kann eine ganzheitliche Herangehensweise sein, wenn man gerne Sport treibt, körperliche Bewegung liebt und der Leistungssport nicht dem Lebensunterhalt dient!

PRAXIS-Teil

ERKENNEN

Formuliere dir deine persönlichen ERKENNTNISSE und nutze auch das im Impulsteil Gelesene dazu!

Schreibe diese spontan auf.

Formuliere mit deinen eigenen Worten:

… was Regeneration ist.

… was Regeneration nicht ist.

… schwinge ich mit meinem persönlichen Bio-Rhythmus mit?

… auspowern – ja oder nein?

… weitere persönliche Erkenntnisse, die ich wiederholt neu auffrischen möchte.

WAHRNEHMEN

Meine Bewusstheit stärken und erweitern

Während du die folgenden Zeilen liest, fühle sie … erlaube, dass sie zur lebendigen Empfindung werden:

… Dem Körper Zeit und Aufmerksamkeit geben – empfinden, nichts verändern … Füße, Beine, Becken, Sexualorgane, unterer Bauch, Bauchmitte, um den Bauchnabel herum, die Nieren und der Rücken, die Schulterblätter und die Arme, die Hände, der Brustraum und die Brüste, der Nacken, der Schädel, das Gesicht, die Augen, die Stirn, die Nase, die Wangen, der Kiefer und der Mund, der Hals … Verweilen, den Körper ruhen lassen! Bewusst!

PRAKTIZIEREN

Was will ich in meinem Leben aufgrund der Auseinandersetzung mit diesem Kapitel „Regenerieren, auftanken, schlafen – ein Muss samt Genuss!“ praktisch umsetzen? Was will ich regelmäßig praktizieren? In welcher Einstellung will ich praktizieren?

Wie kann ich Elemente der Körperarbeit, des Körper- und Geistbewusstseins zu Hilfe nehmen?

Welche Werkzeuge, die ich kenne, kann ich nutzen und anwenden?

Zur gesunden Mitte finden – ein Genuss samt Muss!
IMPULS-Teil

Was ist die gesunde Mitte, und wie merke ich, dass ich in der gesunden Mitte bin? … und, ist das nicht vom Alter her sehr unterschiedlich?

Äußerst bemerkenswert finde ich, wie gut Menschen, denen ich begegnet bin, wissen, dass sie ihre gesunde Mitte verlassen haben. Als hätte die Verführung, das „Sündige“ einen gewissen Reiz … – die Lust an der Selbstbestimmung zeigt sich über die Möglichkeit, mal gegen die Vorgaben zu handeln. Auch das Leiden ist „angesehener“, als man es offiziell jemals zugeben würde.

Dass es unter den Vorgaben auch eine gesunde innere Stimme gibt, wird nicht so gern ausgeplaudert – ein eher oberflächliches Argumentieren will die Willensfreiheit in Richtung gesundheitsbelastendes Verhalten lenken dürfen. „Man gönnt sich ja sonst nichts …“ Die Erlebnisqualität kann über eigenwillige Lustideen bzw. Prinzipientreue zurückgedrängt und gedämpft werden. Eine persönliche Freiheit wird gelebt, die den Ausgleich „zurück in die Balance“ außer Acht lässt.

Im Grunde sind Wahlfreiheiten, die die innere Stimme mit einbeziehen und die mit der eigenen Seele mitschwingen, etwas äußerst Freundliches und Zufriedenstellendes – eine Bereicherung –, der Dank dafür ist auch wiederholt, dass die Lebensenergie „den Akku volllädt“, und das Leben fühlt sich wirklich gut, vital und spritzig an.

Diese Lebensenergie und diese Wahl „zu ihr hin“ wertschätzend zu begrüßen, wird die Gesundheit nicht als langweilig erleben lassen. Langeweile ist eine Ignoranz in die andere Richtung – laut meiner Sicht bedeutet Langeweile, dass die Bedürfnisse der eigenen Seele nicht erkannt, übersehen oder überhört werden.

Wenn die Seele schwingt, schwingt alles mit! Mit dieser inneren Stimme verbunden zu sein, wird auch zeigen, dass der gesunde Rhythmus nicht immer gleich getaktet ist – denn die Notwendigkeit der Änderung wird mit dem stimmigen Moment mitgeliefert. („Alles fließt!“)

Wie ist es stimmig? Nach einer kurzen Weile der Einkehr wird sich ganz ohne Getriebenheit eine Klarheit herausstellen können.

Das Funktionieren und die Funktionstüchtigkeit verstehe ich in den meisten Fällen ebenfalls als Stress- bzw. Überlebensmechanismus – oft in der Vergangenheit oder in Krisenzeiten entstanden, oder aus der Unlust bzw. einem Ehrgeiz heraus, den Tag und eine anstrengende Tätigkeit irgendwie (noch) zu überstehen.

Einfach zu funktionieren, auch die Überforderung und die Angst auszublenden bzw. abzuspalten, lässt erstarrte Muskeln und taube Körperbereiche als auch ein dumpfes „Denkgefühl“ zurück. Monotonie im Sinne einer Dumpfheit: Manche mögen dies als angenehm empfinden, doch sollte dieses monotone dumpfe Erleben aus gesundheitlicher Sicht zu den „Ausnahme-Stressfällen“ zählen. Das Automatenhafte erzeugt auch im Körper Automatenhaftes – und wenn sich dann auch das Denken ganz toll anfühlt, weil ebenfalls automatenhaft und „so überschaubar“ – dann ist es ratsam, sich zu besinnen und die Notbremse zu ziehen, statt Jahrzehnte in diesem Sinne weiterzumachen. Denn: Funktionstüchtigkeit ist Widerstandskraft auf Zeit!

Körperlich robuste Menschen werden sich länger im funktionstüchtigen Modus aufhalten können: Doch wenn sie auf ihre innere Stimme hören, werden sie wahrnehmen können, „dass etwas fehlt“.

Natürlich haben wir einen vergänglichen physischen Körper – umso wichtiger ist es, in jedem Alter achtsam mit ihm zu sein und nicht auf dumpfe Weise stolz zu sein, wie viele Verschleißerfahrungen er bereits zeigt als Zeichen getaner Arbeit. Oft hatte man wirklich keine andere Wahl und musste „die eigene Seele verkaufen“ – funktionieren, um zu überleben. Doch ist diese furchtbare Zeit in vielen Fällen schon längst vergangen, und wir tun so fort, als wären wir noch immer dort, in der Zeit, als dies eingelernt wurde.

Bewusste Kraft, bewusste Ausdauer sind unbedingt auch über ein sehr waches, kraftvolles Körper- und Geistbewusstsein möglich. Sinnvoll ist es, einem trainierten Körper auch einen geübten Geist hinzuzufügen – ansonsten kommt es leicht zur Quälerei, Antreiberei, zur Willenskraft als Kälte und Härte zu sich selbst – diese Herangehensweisen werden sich sehr wahrscheinlich später einmal als verdrängter Anteil als Signal des Körpers bemerkbar machen. (Verdrängt wurde die gute und sinnvolle Energie und Kraft.)

Die ausdauernde Energie erhalten wir aus dem Becken und den Beinen, Sexualorganen, dem schon so gut wie allen bekannten Wurzelchakra (Damm-Muskel, untere Wirbelsäule) und aus dem Knochensystem.

Diese langsam schwingende Lebensenergie, eine von sich aus natürlich schwingende positiv-monotone Lebensenergie lässt sich im Körper verteilen, sie steigt auch im Körper auf und ab. Diese Energie (des Erd-Elementes, der Qualität der puren Erde) wird von vielen Menschen eher über die (sexuelle) Leidenschaft und die Gewalt(bereitschaft) erkannt. Sie wird über die Zähigkeit und Härte angezapft – obwohl sie auch aus ihrer friedvollen Mitte genommen werden kann – denn diese Energie ist im Ursprünglichen eine (kosmisch) mütterlich-gleichmäßig-nährende Lebensenergie, sie kann in einer sehr lebensfreundlichen Form genutzt werden.

Reife, lebensfreundliche und friedliche erwachsene Menschen werden diese Energie auch als kraftvolle Selbstbestimmung bezeichnen.

Mit dem geübten Geist können wir den Anfang, das Beenden, die Mitte, die Monotonie, die Bewusstheit, die Geschwindigkeit der Kraftausübung bzw. weitere Hinzunahme von Werkzeugen selbst bestimmen. Die Kraft und Ausdauer „aus der Erde heraus“ ist in der friedlichen Form eine annehmende und eine andauernde als auch monoton-gleichmäßige-neutrale Kraft.

Auch die Sexualenergie ist Teil dieser Lebensenergie „aus der Erde heraus“ – auch diese kann in friedlicher Form im oben beschriebenen Sinn genutzt sein. Ohne Hektik, Druck, Erwartungshaltung und dem gehetzten Verlangen nach orgiastischer Entladung. Der „Überlebenstrieb“ kann auch sehr friedvoll, im monotonen Rhythmus und sehr liebevoll ausdauernd im Sexualerleben seinen Ausdruck finden – ganz ohne Hektik die Sexualenergie im Körper verteilend.

Die Ungeübtheit und Getriebenheit im Umgang mit der großen, gewaltigen Lebensenergie in Form der sexuellen Schwingungsmuster erlauben der Welt, auf jeden Fall zu den Nachfahren zu kommen und nicht auszusterben. Die Manipulation mit den sexuellen Energien hat den Menschen viele Spiele erfinden lassen: Wie gesagt, der Mensch spielt gerne!

Außerhalb der Manipulation der Sexualkraft ist es möglich, unzählige friedliche und wertschätzende Wege zu gehen, ohne das begehrte Ziel vor den Augen haben zu müssen.

Interessant wäre es zu betrachten, wie man nach einem sexuellen Erleben „zurückbleibt“. Friedlich, glücklich, belebt, wach, offen, still, weit? Oder erschöpft, leer, verloren, abgetrennt, mit dem Gefühl, dass (irgend)etwas fehlt? So kann man erkennen, ob man mit der sexuellen Lebensenergie im Einklang schwingen konnte oder nicht – und wie Herz als auch Seele mitschwingen konnten …

Wenn es Menschen gibt, die nicht in die Unvernunft des potenten Sexuallebens eingetaucht sind und meinen, dass sie etwas vermissen und nachzuholen haben – so darf aus meiner Sicht gesagt sein: Was wird auf dieser Welt vermisst? Das qualitativ tiefe Erleben im Respektieren des uns geschenkten Sexualrhythmus im Einklang und Verbundenheit mit unserer Seele.

Dann wird Sexualität nicht den Drang beinhalten müssen, über den Akt an sich mit der ewigen Jugend verhaftet zu sein, und man wird nicht meinen müssen, dass es eine bestimmte Form des sexuellen Ausdrucks geben muss. Die sexuelle Energie nährt uns immerzu, auch ohne Fixierung auf ein sexuelles Ausleben.

In Verbindung mit der eigenen Seele, der Stimmigkeit in unseren Aktionen und der eigenen inneren Stimme zu sein, wird uns dankbar das Leben der jeweiligen Reifungsphase leben lassen, sodass man nicht auf Zeitreisen bestehen muss, die mit der Weisheit der Seele des gegenwärtigen Augenblicks nichts zu tun haben. Sexuelle Getriebenheit lässt uns unsere gegenwärtige Weisheit zu oft vergessen. Damit tun wir uns selbst weh.

Die gesellschaftlichen Vorstellungen und medialen Reizmuster sind so massiv, dass wir zu leicht meinen, unsere eigene innere Stimme und das ganzheitliche innere Fühlen der eigenen Wahrhaftigkeit hätte nicht viel Gewicht. Doch Selbstbestimmung aus der Wahrhaftigkeit heraus, ist eine tiefe, klare Kraft – „aus der persönlichen Erde heraus“. Diesen Ausdruck zu leben, stellt alle Stressmechanismen in den Schatten. Statt Druck- und Machtausübung, einfach Klarheit, die Bestand hat – ein Standort, der die Erde an sich und die Person selbst und alle anderen Personen annimmt. Selbstannahme!

Wie viel Kraft würde auf einmal frei werden, wenn es keine Kämpfe (Kriege) geben müsste, keine inneren Kriege, keine äußeren …

Das ist die Kraft der Erde, die selbst bestimmen kann, in Frieden zu sein!

Selbstverständlich können wir uns nicht jede Faser des autonomen/vegetativen Nervensystems bewusst machen – darum geht es nicht: Das wäre ja eine „Überbeschäftigung“ und wiederum eine stressvolle Überwältigung. Es geht um gesunde Einstellungen und Haltungen, die viel mehr Bewusstsein enthalten, als es üblich bzw. als uns bekannt ist.

Gemessen daran, wie viel und wie genau Kinder andauernd lernen, ist es doch denkbar und bereits bewiesen, dass die Lern- und Reifungsprozesse unendlich fortschreiten können (also auch im Erwachsenenalter).

Allein nur die Vorstellung, wir seien als Erwachsene „fertige Individuen“ und könnten mit dem bisher Vertrauten und Gegebenen ein würdevolles Leben führen – vorwiegend über das Hantieren eingeübter Gewohnheiten –, „macht uns nicht“ zu weit entwickelten Wesen.

Gemessen daran, welch reichhaltige technische Erfindungen der Mensch imstande war zu entwickeln und zu erforschen … so dürfte auch das innere Spektrum des wahrhaftigen Menschseins als sich entwickelndes Wesen noch enorm und vielfältig zu erweitern sein.

Vorstellungen und Vorstellungsgewohnheiten zwingen unseren Körper und unsere Seele, ein Erfüllungsgehilfe zu werden – unabhängig davon, ob es gesund ist oder nicht.

Über die Jahrzehnte meiner Lebens- und beruflichen Praxis habe ich eine wesentliche Ansicht über die Gesundung und den Gesundungswunsch der Menschen geändert: Ein vormaliger Denkansatz von mir war gewesen, dass solange der Mensch sein Streben nach dem Glück nicht aufgibt und dann auch noch herausfindet, was ihn wirklich glücklich macht; sobald er es dann schafft, das Glück auch anzunehmen – die Fülle dieser Welt –, er auch bemerken wird können, dass Gesundheit ein glückseliger Zustand ist und dass er einfach nur zu lernen braucht, sich dagegen nicht zu verwahren.

Das Motiv der Glückseligkeit im Hier und Jetzt ist ein hohes spirituelles Motiv, und viele spirituell ausgerichtete Menschen (und auch Meister) sind auf diesem Weg schon weit gekommen.

Im Grunde habe ich nach wie vor noch diese Meinung – jedoch erweitere ich meine Sichtweise mit dem Erkennen, dass das gezielte Definieren vom Gesundheits- und Glückszustand das Leiden, die Missverständnisse als auch das Stressverhalten zeitlich eventuell auch unermesslich verlängern kann.

Betrachte ich den gesundheitlichen Aspekt und die Balance, um körperlich und geistig bzw. ganzheitlich gesund zu leben und gesund zu sein, meine ich, einen wesentlichen anderen Schritt hervorheben zu müssen: Das Glück als Nebeneffekt zu sehen und einzuordnen. So entsteht die Möglichkeit, von der Glücks- und Spielsucht, die sich in den Menschen breitgemacht hat, langsam und stetig loszukommen. Damit hätten wir auch die dominierenden Machtsysteme und Systeme an sich, die nicht gesund erhaltend sind, ebenfalls im Augenmerk …

Nun, der erste Schritt zum Menschen, welcher die eigene Würde ganzheitlich auf allen Ebenen zu erkennen imstande ist, wäre der Weg in die gesunde Balance: in ein Leben, das der eigenen Seele und der eigenen Mitte gerecht wird.

Der Friede und die Zufriedenheit sind gesundheitserhaltende Faktoren – natürlich gepaart mit Handlungsspielraum, klarem und mutigen Auftreten und dem Verhalten der Selbstbestimmung.

Ein Mensch, der sich bewusst ist, dass er kein Instrument ist, das über menschliche Überlebenssysteme in die Funktionalität gezwungen wird, muss sich nicht von der Lebendigkeit – das Herz der gesunden Lebensenergie – ausschließen.

Wesentliche gesundheitsfördernde Erkenntnisse, die auch das Thema Balance betreffen, lassen sich in der Regel über eine Zeitspanne erfahren.

Das leichtsinnige Aufgeben des einfachen gesunden Prinzips, die Verführung, Versprechungen zu folgen, als auch Experimentierfreudigkeit führen zu vielen Erfahrungen, die jede lebende Person für sich auswerten kann. Auch über das Erfahren des „Gegenteils“ kann schlussgefolgert und die eigene Mitte ausgelotet werden. Denn das hiesige Leben ist ja auch ein Spiel- und Entwicklungsfeld.

Sobald beim Sammeln der Erfahrungen die gesunde Balance verloren geht bzw. ignoriert wird, wird dies in Form von Signalen, die Körper, Geist und das emotionale Belastungsfeld aussenden, angezeigt. Wie gut und sinnvoll dieser Mechanismus ist, um uns Menschen wieder „zur wahrhaftigen Vernunft“ anzuspornen! – zu einer Vernunft, die nicht moralisieren muss, denn es ist das lebendige Leben selbst, das Lebenszeichen schickt, um wieder zur lebendigen Essenz zurückfinden zu können.

Im Grunde will sich die Mitte, die Balance und die Sprache der Seele, der friedliche Seelenraum immer wieder aus dem Selbstheilungsmechanismus heraus herstellen und erneuern.

Wird über Jahre in sehr anstrengende Verhaltensmuster investiert, kommt dann zu einem bestimmten Zeitpunkt die Umkehrung: das Balancesignal, das Stopp: So geht es nicht weiter! Es wird ein Ausgleich geschaffen zur bisherigen Phase der (Über)Anstrengung.

Auch Unterforderung ist eine Form der Disbalance; das eigene Potenzial nicht ernst zu nehmen und nicht zu erkennen, ebenso.

Gesundheitsfördernd betrachtet ist es möglich, sehr auf diese Balance bedacht zu sein. Zum Beispiel kann man bei körperlicher Anstrengung oder bei geistiger Konzentration sehr bewusst diese Basis der eigenen Mitte leben und nutzen!

Eine Mitte kann sein, sich körperlich in einer wachen, mittleren Muskelspannung zu befinden, angemessen – die Kraft wird hierbei aus der Entspannung und gleichzeitig aus der wachen Spannung geschöpft – eine gesunde Mischung, die Kraft auch passiv zulassend in Fluss zu setzen als auch engagierend in wacher Spannung.

Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Muskeln stärken und aufbauen, ohne übereilt ans Ziel gelangen zu müssen. Dieser Ansatz ist sowohl für jüngere als auch ältere Menschen sinnvoll, da sehr lebensfreundlich, lebensbejahend und „substanzerhaltend“ in der Herangehensweise und im Erleben.

Die meisten „Sünden“ erlauben wir Menschen uns, wenn wir vor Kraft strotzen – wir spielen mit dem Feuer und leider kann dies oft auch wirklich schief gehen. Schädigendes eingeübtes Verhalten lässt sich oft (im reiferen Alter) nicht von heute auf morgen umlernen oder abgewöhnen, und so kann man an den Punkt gelangen, wo man einfach „vom Stoppsignal“ vor vollendete Tatsachen gestellt wird.

Das rettende Stoppsignal hat sich in Gang gesetzt, doch stehen wir dann zu oft ohne eine andere gesunde und bereits eingeübte Möglichkeit da. Wir dürfen zwar neu beginnen, wissen aber nicht wie und wo ansetzen. Die Not bringt die erforderliche Motivation – und nun geht es daran, eingeprägte und eingeschweißte Denk- und Handlungsweisen zu verändern –, um zu einem dauerhaften und keinem nur vorübergehenden Erfolg zu kommen. Und schon sind wir wieder auf dem Selbstfindungsweg, auf dem Weg zur Mitte: Körper, Seele und Geist wollen gesehen, gehört und in Einklang gebracht werden!

Viel, viel zu entdecken, zu lernen, zu entwickeln, zu erfahren, zu integrieren, auszuwerten – ohne Aufwand wird dies nicht gehen können. Man kann unterstützt werden, doch das Wiederfinden der Balance kann nicht jemand anderer für uns übernehmen; auch das Befolgen allein reicht nicht aus oder in Abhängigkeiten verharren – LEBEN will von einem SELBST gelebt SEIN! Anders geht das nicht!

PRAXIS-Teil

ERKENNEN

Formuliere dir deine persönlichen ERKENNTNISSE und nutze auch das im Impulsteil Gelesene dazu!

Schreibe diese spontan auf.

Formuliere mit deinen eigenen Worten:

… der Rhythmus der gesunden Mitte.

… immer wieder zur Balance gehend.

… die gesunden Signale des/meines Körpers.

… Bewusstheit erweitern statt funktionieren.

… der Nebeneffekt zur Gesundheit ist Glück.

… die Kraft aus dem Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung.

… weitere persönliche Erkenntnisse, die ich wiederholt neu auffrischen möchte.

WAHRNEHMEN

Meine Bewusstheit stärken und erweitern

Während du die folgenden Zeilen liest, fühle sie … erlaube, dass sie zur lebendigen Empfindung werden:

… Atem. Mein Atem. Mein Atem bewegt. Ein und Aus. Rhythmus. Diesen Atemrhythmus wahrnehmen. Mit diesem Atem sein. Meinen Atem spüren. Mein Atem bewegt mich. Bewegt. Die Stille in mir. Ausdehnen. Loslassen. Ausdehnen. Loslassen. Zeit geben. Zeit für die Stille in der Mitte des Ausdehnens und des Loslassens. Atem. Alles ist Rhythmus. Alles hat seine Zeit. Ich bin im Atem mein Sein. Von der Balance gekostet. Ausgeglichen. Gleichgewicht.

PRAKTIZIEREN

Was will ich in meinem Leben aufgrund der Auseinandersetzung mit diesem Kapitel „Zur gesunden Mitte finden – ein Genuss samt Muss“ praktisch umsetzen? Was will ich regelmäßig praktizieren? In welcher Einstellung will ich praktizieren?

Wie kann ich Elemente der Körperarbeit, des Körper- und Geistbewusstseins zu Hilfe nehmen?

Welche Werkzeuge, die ich kenne, kann ich nutzen und anwenden?

Eile mit Weile – die bewusste Wahl der Geschwindigkeiten und der Tiefendimension
IMPULS-Teil

Laut meiner Sicht muss es beim Thema Eile mit Weile nicht ausschließlich um das Thema Entschleunigung gehen. Kraftvoll im Fluss – aus der persönlichen Mitte heraus (die Kombination aus Entspannung und wacher Gespanntheit bzw. geöffneter, wacher, belebter Muskulatur) kann auch hohe Geschwindigkeit und Effizienz bedeuten.

Da wir jedoch geübter- und gewohnterweise die hektische bzw. willenskontrollierte stressgebundene Anspannung und Spannung wählen wird bei sehr vielen Menschen der erste ausgleichende Prozess eher mal eine Entschleunigung einleiten, weil man beginnt, mehr auf die Stoppsignale des Körpers zu hören und man der eigenen inneren Stimme und Mitte näher gekommen ist.

Die Balance, die Richtung Entschleunigung ausgerichtet wird, enthält auch Raum für Erholung und Regeneration. Diese erlebte Balance wird von der inneren Stimme angeführt: Man wird von ihr zur Mitte geführt – dem ausgleichenden Spiel der Kräfte, dies nicht vorrangig über die mentale Manipulation, sondern aus der Wahrhaftigkeit des eigenen Potenzials heraus.

Eile mit Weile heißt dann im Weiteren auch, dass Eile nicht heißen muss, keine Zeit zu haben und keinen (Spiel)Raum mehr wahrzunehmen – sondern, dass eine gewisse Zeitspanne bewusst erlebt wird. Dieses bewusst eingeblendete persönliche Erleben außerhalb des Stressmechanismus ist die Weile: Sich selbst nicht ignorieren zu müssen, sondern in der Präsenz verweilen, während es schnell weitergeht, alles schnell ist. Schnell ist nicht gleichgesetzt mit „im Stress sein“.

Natürlich benötigt man dazu neben dem geistigen Vermögen einen trainierten Körper bzw. ein Körperbewusstsein, das einen Energiefluss bereitstellen kann, um kraftvoll außerhalb des Stressmodus in die Geschwindigkeit einzutauchen.

Wenn es Weile gibt, ein mögliches Verweilen, Präsentsein, ein waches Bewusstsein in welcher Geschwindigkeit auch immer, dann lebt man die Geschwindigkeit, die man selbst gewählt hat. So muss man sich nicht vorwiegend inneren und äußeren Stressoren aussetzen, die einen Druck erzeugen und ausüben, als wäre man ein „Niemand“ – ohne Präsenz, ohne Zugeständnis an den persönlichen Lebensraum. Wähle und halte ich die Präsenz unabhängig von Geschwindigkeit und äußeren Bedingungen, schätze ich meinen Lebensraum, so bleiben mir spezifische Energien selbstverantwortlich zugänglich.

Zieht es mich in den Stress-Überlebensmodus des Erstarrens und Totstellens oder in den Kampf- oder Fluchtmodus, dann bin ich im Sinne der gegenwärtigen Bewusstheit und Präsenz „nicht da“, „ein Niemand“, da auf der Flucht. Auf der Flucht löst man sich auf, um nicht gesehen oder gefangen zu werden.

Wenn ich nicht unter Todesdrohung verfolgt werde, darf ich bleiben, meinen Lebensraum einnehmen und präsent bewusst sein – ich darf „Weile haben“, verweilen, Zeit und Raum spüren, empfinden, genießen und einnehmen – egal, ob schnell, langsam, mittel, in Zeitlupe oder im Zeitraffer.

PRAXIS-Teil

ERKENNEN

Formuliere dir deine persönlichen ERKENNTNISSE und nutze auch das im Impulsteil Gelesene dazu!

Schreibe diese spontan auf.

Formuliere mit deinen eigenen Worten:

… nicht funktionieren müssen.

… das Funktionieren wird ersetzt durch …

… bewusste Präsenz in jeder Geschwindigkeit.

… Zeit und Raum.

… „ich darf Weile haben.“

… die präsente Wahl meines Lebensraumes.

… weitere persönliche Erkenntnisse, die ich wiederholt neu auffrischen möchte.

WAHRNEHMEN

Meine Bewusstheit stärken und erweitern

Während du die folgenden Zeilen liest, fühle sie … erlaube, dass sie zur lebendigen Empfindung werden:

… Anstrengung in der Bewegung. Mal mehr, mal weniger. Manche Bereiche im Körper sind angestrengter, manche weniger. Manche sind angespannter, andere sind weniger angespannt. In jede anstrengende Bewegung kann eine leichte Entspannung gegeben werden. Anstrengung und Entspannung. Entspannte Anstrengung. Schwungvoll leicht. Leicht und anstrengend. Entspannend anstrengend. Sich entspannen beim Anstrengen. Die entspannte Leichtigkeit. Die Leichtigkeit in der entspannten schwungvollen lebensfreundlichen Spannung, die Anstrengung ermöglicht. Kraftvoll gespannt entspannt. Weich und kraftvoll zugleich. Kein Druck und doch Kraft. Kraft mit entspannter Freude in der Bewegung. Wachsen lassen, ausdehnen. Wachsende Kraft. In dieser verweilen.

PRAKTIZIEREN

Was will ich in meinem Leben aufgrund der Auseinandersetzung mit diesem Kapitel „Eile mit Weile – die bewusste Wahl der Geschwindigkeiten und der Tiefendimension“ praktisch umsetzen? Was will ich regelmäßig praktizieren? In welcher Einstellung will ich praktizieren?

Wie kann ich Elemente der Körperarbeit, des Körper- und Geistbewusstseins zu Hilfe nehmen?

Welche Werkzeuge, die ich kenne, kann ich nutzen und anwenden?

Das Aneignen von Fertigkeiten und das Ausleben der persönlichen Fähigkeiten
IMPULS-Teil

Jede und jeder weiß, dass bestimmte Tätigkeiten einem mehr oder weniger liegen; auch manches Lernen fällt einem leichter, andere Bereiche und Themen wollen gar nicht einleuchten. So spricht man von Begabungen und Talenten.

Hat man eine gute und wesentliche Grundbegabung, so kann man darauf aufbauen und sich darin perfektionieren.

So führt beispielsweise eine musische Begabung zu einem musisch-darstellerischen Beruf (wenn dieser Weg nicht vom Sicherheitsdenken blockiert wurde), Sprachbegabung lässt sich für viele Richtungen umfassend einsetzen und ausbauen; eine technische oder mathematische Begabung etc. führt oft zur Weiterentwicklung und zur persönlichen Berufung. Unzählige Beispiele ließen sich anführen.

So manchen fällt es aber auch schwer, sich für eine Richtung zu entscheiden und sich der persönlichen Begabung zu widmen. Sehr oft geht es auch um eine Kombination und das Zusammenführen mehrerer Begabungen … das ist oft nicht gleich offensichtlich.

Persönliche Fähigkeiten und Talente fühlen sich energetisch in der grundsätzlichen Ausführung mal „leicht und einfach an“. Ich habe bereits viele Menschen getroffen, die ihre Begabung nicht finden und somit auch nicht wertschätzen konnten, weil sie dachten, dass sie „nichts Besonderes an sich hätten“, oder „nur Durchschnitt“ seien. Sie hatten diese Energiequalität der Einfachheit und Leichtigkeit in ihren besonderen Fähigkeiten nicht ernst nehmen können und mussten ständig „ganz woanders suchen“, obwohl tatsächlich das Wesentlichste bereits da war und durch sie oftmals dargestellt wurde.

Aufgrund der gesellschaftlichen Gewohnheit, sich Fertigkeiten auch mit viel Anstrengung anzueignen, für viele auf sehr verstandesbetonte Weise, werden die Ganzheitlichkeit und emotional lebendige Vermittlungsweisen außen vor gelassen. Man bleibt in dieser Gewohnheit verhaftet.

Eine Fertigkeit alltäglich anzuwenden, beinhaltet dann oft noch diese angestrengte, anfängliche Lernphase, obwohl die Anfängerzeit schon längst vorüber ist. Vom Anstrengungslevel her fällt es mir bei vielen Menschen enorm oft auf, dass das Anfänger-Anstrengungsniveau beim Ausüben von vielen Fertigkeiten geblieben ist.

Weiters verliert man sich beim Anstrengungsverhalten emotional zu oft im Vergleichen: Es schaffen zu müssen – weil es andere auch so gut schaffen, oder man will es (noch) besser schaffen als andere.

Der Weg aus diesem Dilemma könnte sein, den eigenen Wert tiefgehender entdecken zu können und auch die eigene Individualität/Individuation zu respektieren. Dann wird sich ein Weg weisen und zeigen, der nicht vordergründig gesellschaftlich angesehen sein muss – denn der wichtige Basisschritt besteht darin, sich selbst anzusehen und auch alles zu betrachten, was einem leicht und einfach fällt –, diese Begabung nicht zu ignorieren.

Mit vielen Fähigkeiten ist man eventuell sehr früh auf Widerstand und Ablehnung gestoßen. Diese Fähigkeit (wieder) ernst zu nehmen, könnte eine heiße Spur werden zum eigenen inneren Weg der persönlichen Mitte – allerdings mit der Kompetenz und der Reife, in der man sich im gegenwärtigen Alter und Zeitpunkt befindet. Diese Herangehensweise und Sicht wird das Weiterentwickeln der persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten enorm anstoßen und unterstützen.

Interessant für mich ist auch die Wahrnehmung, wie sehr perfektionistisches Verhalten, Streben und Denken im Menschen verhaftet sein kann – bis hin zur Starrheit. Bis zur höchsten Virtuosität wird unter höchstem Perfektionismus die Fähigkeit auf eine starre Weise gelebt und dargestellt.

Doch auch hier gilt die Möglichkeit, die Balance wieder herzustellen; denn je perfektionierter, umso weniger muss die Perfektionsbasis mit dieser höchsten Leistungsanspannung gehalten sein. Über die Wiederholung hat sich die perfektionierte Fähigkeit bereits so sehr verinnerlicht, dass es möglich wäre, viel von der perfektionsorientierten Stressanspannung wegzulassen. Das verinnerlichte, gelebte und zutiefst wahrhaftige Talent käme lebendig und für andere sehr berührend zum Vorschein.

Die Stressmaske muss das Wahrhaftige nicht mehr verdecken, und man strahlt Berührung und Berührbarkeit aus. Unglaublich kraftvoll! Manche werden im Kontakt mit Menschen dadurch erschüttert, für andere ist es sehr wohltuend, weil es sich so echt und authentisch anfühlt!

Ich habe Menschen getroffen, die aufgrund dieser verinnerlichten Fähigkeiten sehr erfolgreich waren, ohne in den Wahn der Wettbewerbsgesellschaft treten zu müssen. Wettbewerb war ihnen gar nicht wichtig, auch wenn sie sich im Wettbewerbskontext darstellen mussten. Was für sie zählte, war die Verbindung zum inneren persönlichen kreativen Ausdruck, der frei war von Leistungs- und Machtansprüchen, pur im Geschenk und im Teilen des persönlichen Talentes mit der Welt. Wundervoll!

PRAXIS-Teil

ERKENNEN

Formuliere dir deine persönlichen ERKENNTNISSE und nutze auch das im Impulsteil Gelesene dazu!

Schreibe diese spontan auf.

Formuliere mit deinen eigenen Worten:

… meine Fähigkeiten und Fertigkeiten.

… was lebe ich? Wo strenge ich mich zu sehr an und ignoriere meine Fähigkeiten?

… welches Anstrengungsniveau könnte ich weglassen (da aus Gewohnheit tuend)?

… wo will ich investieren? Leicht und einfach.

… wo will ich berühren und berührbarer sein?

… welche Masken möchte ich fallen lassen?

… weitere persönliche Erkenntnisse, die ich wiederholt neu auffrischen möchte.

WAHRNEHMEN

Meine Bewusstheit stärken und erweitern

Während du die folgenden Zeilen liest, fühle sie … erlaube, dass sie zur lebendigen Empfindung werden:

… Einfach. Leicht. Einfachheit und Leichtigkeit. In meinem Körper wahrnehmen. Im Geist bemerken. Ausleben – wo?

PRAKTIZIEREN

Was will ich in meinem Leben aufgrund der Auseinandersetzung mit diesem Kapitel „Das Aneignen von Fertigkeiten und das Ausleben der persönlichen Fähigkeiten“ praktisch umsetzen? Was will ich regelmäßig praktizieren? In welcher Einstellung will ich praktizieren?

Wie kann ich Elemente der Körperarbeit, des Körper- und Geistbewusstseins zu Hilfe nehmen?

Welche Werkzeuge, die ich kenne, kann ich nutzen und anwenden?

DIE EMOTIONALE (ÜBER)FORDERUNG

Der stärkste Stressfaktor – unsere Angst
IMPULS-Teil

Betrachten wir mal die Angst aus energetischer Sicht! Was passiert mit der Lebensenergie, während wir Angst haben? Was passiert körperlich-energetisch in uns?

Es sind in jedem Fall unterschiedliche Nuancen und Intensitäten der Angst vorzufinden. Laut meiner Sicht ist da immer etwas Stress dabei. Angst steht in Verbindung mit dem Überlebensmechanismus. Wenn beispielsweise Angst entsteht, weil wir orientierungslos sind, so ist die Orientierungslosigkeit oder Verwirrtheit bereits ein Alarmzustand, der Stress-Signale aussendet. Verwirrt und orientierungslos zu sein, sichert nicht unbedingt das Überleben.

Ein Teil der Energie ist beim Erleben der Angst somit stressvoll angespannt; der angenehme Fluss der Lebensenergie staut sich, Strudel treten auf und bei längerer Dauer wird der Lebensenergie zunehmend mehr die gesunde Essenz entzogen. Die gesunde, stabilisierende Substanz dünnt sich aus, verdunstet und man löst sich ein wenig auf. Diesen energetischen Auflösungsprozess würde ich als Angst bezeichnen.

Aus dem Überlebensmodus heraus soll uns die Überlebensangst hemmen und stoppen, uns lähmen, um nicht ins Verderben zu laufen (auch über den Versuch, damit unsichtbar zu erscheinen). Schummelt sich dieser Stil, der für Ausnahmesituationen und für das nackte Überleben gedacht ist, in unsere tägliche Routinen ein, so kann sich dies sehr schwächend auswirken.

Die gesund erhaltende Substanz der Lebensenergie formt sich laut meiner Wahrnehmung im Angsterleben in eine selbstzerfressende, zerstörerische Energie um … dies kann statt der Notbremsung oft in Folge noch mehr Überlebensalarmsignale auslösen, was den Stresszustand bis zur Panik, zu Angststörungen, hin zu psychotischen Schüben verstärken kann.

Darum ist es so wichtig, Angst zu erkennen und mit ihr bewusst umzugehen. Angst vollkommen vermeiden zu wollen, ist energetisch gesehen ein „Schuss nach hinten“. Kann ich jedoch bewusst die Überlebensangst in eine bewältigbare Alltagsangst umwandeln, so wird das gut verträgliche Maß nicht allzu stark blockieren, sodass man handlungsfähig bleibt und sogar auch energetisiert wird.

Noch ein sehr sinnvoller Grund, sich in Bewusstheit zu üben!

Bei alltäglichen Ängsten erleben wir Angstphasen und kehren dann erfreulicherweise in die Stabilisierung und in die gesunde Lebensenergie zurück. Aufgrund der kürzeren Angstsequenzen kann sich unser System wieder rasch regenerieren und in die Balance zurückkommen. Für die Balance benötigen wir liebevolle und positiv-kraftvolle Momente!

Ist man „ständig“ in einer Alarmierung und beängstigenden, bedrohlichen Situation (auch „nur“ aus dem Innenleben heraus), kann es nicht zur Stabilisierung und ruhigen Regeneration kommen, in welcher wieder die Lebensfreude und die gesunde Lebensenergie das Ruder übernehmen.

Eine ständige Alarmierung kann über permanente innere und auch äußere Stressoren ausgelöst sein; selbst wenn man oberflächlich betrachtet nicht um das eigene Überleben fürchten muss.

Auch das permanente Aushöhlen der persönlichen Lebensqualität kann einem die Lebensfreude entweichen lassen, das Leben zum Überlebensdenken hin formen. Irgendwie den Tag und die Nacht überstehen! Angststörungen können die Folge sein bzw. halten den Angstkreislauf im Weiteren intensiv lebendig! (Eine Depression sehe ich als fortgeschrittene, verfestigte Form des beschriebenen Mechanismus, der in Starre und Energielosigkeit endet.)

Im Panikzustand hält man energetisch mit fester, entschlossener und unerschütterlicher Kraft „noch“ mental fest, kontrolliert jedes Detail auf Leben und Tod. In diesem Kontroll- und Aussortierungsprozess hält man sich in der Illusion fest, die Kräfte mental im Überblick behalten zu können: unter größter Anstrengung, bis die Panikwellen hoffentlich wieder vorbei sind oder ein stabilisierender Faktor wieder zur Ruhe und zum Grund- und Lebensvertrauen zurückführen kann.

Jede und jeder von uns wird schon mal panische Momente (eventuell in Krisenzeiten oder in Lebensgefahr) erlebt haben. Auch das ist menschlich und nicht sonderlich besorgniserregend. Im Grunde kann man sich davon wieder gut erholen und „auf die Beine kommen“ (Erdung).

Versucht man Emotionen und Ängste zu stark zu kontrollieren, zu unterdrücken und zu verdrängen – so kommt es nicht nur zu einer Abspaltung der verdrängten Angst, sondern auch zu einer Abspaltung der gesund erhaltenden Lebensenergie. Dies kann wirklich zu schlimmeren Komplikationen führen und abgesehen von belastenden Emotionen und deren Durchleben in Krisensituationen auch chronische Beschwerden verursachen.

Neigt man zur Somatisierung, so wird sich dies eher in einer körperlichen Symptomatik zeigen – der Körper zeigt Signale und ruft: „Hier läuft etwas nicht richtig! Ordnung bitte wieder herstellen!“

Neigt man auf psychischer und emotionaler Ebene instabil und labil zu sein, so kann es zu belastenden psychischen Ungleichgewichten kommen.

Im Grunde unterstütze ich mit meiner hochsensitiven Körperarbeit auf energetischer Ebene und psychoedukativ, ergänzend zu notwendigen medizinischen, physiotherapeutischen, osteopathischen, psychotherapeutischen oder psychiatrischen Maßnahmen. Ich unterrichte ergänzend, um das System des betroffenen Menschen ganzheitlich zu unterstützen und die Gesundheit aufzubauen. Da ist auch viel Geistestraining und Körperwahrnehmung wichtig! Um bei belastenden Themen wirklich vorankommen zu können, muss von den betroffenen Menschen ein wahrhaftiger Wille vorhanden sein und auch das Vermögen, so zu arbeiten, dass meine Methodik greift.

Da wir Menschen verschieden sind, sind auch die Methoden, die greifen, oft je nach zeitlichem Abschnitt, aber auch je nach Persönlichkeit oder dem zu lernenden anstehenden Entwicklungsschritt, variierbar und unterschiedlich kombinierbar.

Bei sehr schwierigen psychischen Problematiken muss eine Person, mit der ich arbeite, schon sehr gut reflektiert sein, psychotherapieerfahren sein und auch bereits stabil – sodass Erfolge in körperlich-energetischer Sicht zu erwarten sind. Oft bin ich „nur“ für eine bestimmte Zeit wichtig, damit dann die üblich-gängigen Methoden besser greifen und gegangen werden können. Hierbei fühle ich mich sehr ein; ich bin eine überzeugte Fachfrau der interdisziplinären Zusammenarbeit. Ein erstes Treffen weise ich sehr selten ab; es wird betrachtet, „was und wer“ in der jeweiligen persönlichen Situation wirklich nützlich sein könnte und welche Interventionen bereits gesetzt wurden.

Sehr gerne unterstütze ich auch dabei, wenn nach dem „Ausschleichen“ der Psychopharmaka, die der Stabilisierung gedient hatten, Absetzsymptomatiken auftreten. In dieser Phase unterrichte ich, wie man sich körperlich-energetisch mit dem erworbenen Wissen aus der Psychotherapie „verlinken“ und „aus sich heraus“ ganzheitlich zur Stabilität gelangen kann. Dies erfordert sehr viel Einsatzbereitschaft von beiden Seiten, von den KlientInnen und auch von mir als Begleiterin.

Meine Herangehensweise ist hochsensitiv, detailliert und präzise – mit viel Unterricht, was körperlich-energetisch passiert und wie die Person ganz individuell selbst mitarbeiten kann. Es wird darauf geachtet, dass die betroffene Person im Weiteren selbstverantwortlich die geübte und erworbene Bewusstheit im Alltag lebt. Ist man diesbezüglich nicht neugierig, fähig oder aufgeschlossen, biete ich die Zusammenarbeit nicht an.

Nun zurück zu den tieferen emotionalen Problematiken: Da ging es um Panik, die entstehen kann, wenn sich die Person in der gefühlten Angst mehr und mehr in den Überlebensmodus „hineinsteigert“.

Dieser Kontrollmechanismus (in der Panik) kann sehr lange zäh durchgehalten und gelebt werden und zu tiefer Erschöpfung führen. Schließlich ist es dieser Erschöpfungszustand, der die Person zum Loslassen nötigt, sodass die selbstorganisatorischen regulativen Selbstheilungskräfte die Person wieder stabilisieren können. Die mentale Kontrolle konnte losgelöst und gelockert werden; die Lebensenergie, die lebensfreundlich ist, übernimmt nun endlich die Regeneration und Stabilisierung.

Übersteigt die irritierende, auflösende lebensfeindliche Energie die beschützenden mentalen Kräfte, und wird sogar die Regeneration über den Erschöpfungszustand umgangen, kann es mitunter auch zu psychotischen Schüben kommen. Das Wesen Mensch wurde von dem zerstörerischen Negativstrom bzw. der verzerrten Lebensenergie so sehr überwältigt, dass sämtliche Selbstregulierung den realen Boden samt realistischer Einschätzung verliert. Man wurde trotz aller „Gegenkontrolle“ überwältigt!

Bis alle gesunden Strukturen wieder zusammenfinden können, dauert es seine Zeit, und so ist die Person „außer sich“. Doch eine Bewusstheit, die das Heilsame anspornt, ist da, und die Lebensenergie beginnt, die gesunden Strukturen wieder zusammenzusetzen, während man geistig und emotional keine bzw. begrenzt gegenwärtig reale Bezüge formulieren kann: Man ist der Realität enthoben.

Eine Psychose ein ausgleichender Prozess sein, die gesunde Balance wieder herzustellen – nach einer langen Phase von (inneren) Aktivitäten, die die essenzielle Lebensenergie und Kraft verkannt haben.

Das kann heißen: Das FÜHLEN der Lebensenergie wurde mit dem KONZEPT und der Vorstellung, was Lebensenergie ist, verwechselt und auch aus dieser Verwechslung heraus „verdreht“ empfunden. Es findet eine so starke Identifikation mit der „vorgestellten und phantasierten Form“, was Lebensenergie bedeutet, statt, dass diese vorherrschende „falsch verstandene/vorgenommene Annahme“ vom Organismus korrigiert und selbstorganisatorisch beseitigt werden muss, um dem Empfinden der wahrhaftigen Bewusstheit wieder Platz zu geben.

Einfach gesagt: Man hat so lange „gegen das Leben oder neben dem Leben her gelebt und „gefühlt“, bis sich die wahrhaftige Lebensenergie wieder durchsetzen muss. Für einen Menschen, der einen psychotischen Schub erlebt, kann dies mitunter energetisch ein sehr „erhebender“ und intensiver Zustand sein – laut meiner Sicht auch deswegen, weil sich die gesunde Bewusstheit als Ausbalancierung ihren Weg bahnt. Auf die gesprochenen Worte als auch die emotionalen Zustände ist jedoch keinerlei Verlass – da der psychotische Zustand in diesem Reinigungsprozess „sehr viel Kauderwelsch und Irreales als auch Irrationales ausputzt“. Der Mensch ist für die Umgebung unberechenbar.

Kann die Lebensenergie und deren Essenz nicht aus dem stark verzerrten Konzeptionellen der Person befreit werden, so wird sich dieser Ablauf leider sogar wiederholen müssen (vielleicht in abgemildeter Form, da ja laut meiner Sicht vieles bereinigt werden konnte und es seine Zeit benötigt, um diesen psychisch-ungesunden Zustand wieder neu „aufzubauen“. Oft ist es so intensiv, dass das einmalige oder zweimalige Erlebnis eines psychotischen Schubs den gesunden Anteil der Persönlichkeit in hohem Maße erweckt.)

Der Selbstheilungsmechanismus wählt konsequent den gesunden und realen Weg! „Der reale Boden“ der Lebensenergie schwingt, wie es für uns vorgesehen ist. Wir können der uns geschenkten Lebensenergie keine Form aufdrücken. Dies wäre eine vollkommen falsch verstandene Auffassung von Selbstbestimmung.

Der Vollständigkeit halber will ich die Definition der organisch bedingten Symptomatiken hier dezidiert erwähnen. Auf körperlich-energetischer Ebene gibt es da eventuell Zugangsweisen, um zu unterstützen; wenn eine Person fähig als auch offen ist und eine Milderung erreichen möchte. Dies lässt sich rasch herausfinden.

Oft sehe ich ein Problem bei allen (extremen) psychischen Ungleichgewichten darin, dass die erlebende Person nach wie vor „ihren Kauderwelsch“ glaubt, der von heftigen Lebensenergieschüben begleitet ist. Für diese Person gibt es geistig viel zu lernen, und es muss ihr gesagt werden, dass sie die gesunde Lebensenergie (und wie man mit ihr und durch sie am Leben sein kann) an sich fehlgeleitet und falsch verstanden hat. Diese Fehlleitung, Verirrung und Verwirrung passiert über die Filterung durch ihren Verstand: auf eine konsequente Weise, um sich eine annehmbare Realität (oft auch paradoxerweise eine unannehmbare Realität) zusammenzudenken.

Diese psychisch extrem instabile Person sollte in ihren geistigen Wachstumsprozessen gefördert und intensiv unterstützt werden.

Frühe Traumata (in der Schwangerschaft, Säuglings-, Kleinkind-, Kindesalter), in denen die gesunde Lebensenergie über äußere Einflüsse einfach abgewürgt oder weggedrängt wurde, erlaubt der heranwachsenden und der erwachsenen Person oft nicht, ein gesundes, realistisch-stabiles und vertrauensvolles Denken zu entwickeln. Dies wirkt sich auf das Selbstbild aus und wie darauf aufbauend die Beziehungen zu anderen Menschen und der Welt gestaltet oder erlebt werden.

Auf dem Gebiet der traumatherapeutischen Interventionen hat sich bereits eine große Methodenvielfalt entwickelt. Wo es bei belasteten Personen „noch blinde Flecken“ gibt, da fühle ich oft vertiefend hochsensitiv nach und gebe Ansporn, Unentdecktem auf die Spur zu kommen und „ein paar letzte Lücken zu schließen“ (nach reichlich bereits getaner Arbeit an sich selbst). Diese blinden Flecken zu finden und zu beschreiben, ermöglicht oft erst eine zuverlässigere Kontinuität bei den bereits erreichten Therapieerfolgen. Somit steigt auch das Selbstvertrauen weiter an und die Freude daran, Selbstverantwortung zu leben.

Medikamentöse Unterstützung, z. B. in Form von Psychopharmaka, stabilisiert die Person, bringt sie auf den Boden, doch weitergedacht und weitergelernt hat man oft dadurch noch nicht. Die Stabilisierung über Medikamente sollte dazu genutzt werden, Denkprozesse in gesunde Richtungen lenken zu lernen, als auch ein ganzheitliches Erleben einzuüben und sich mehr und mehr in der Wirklichkeit wiederzufinden. Das Fühlen und die Rolle der Emotionen als auch das verzerrte Interpretieren der Lebensenergie müssen korrigiert werden.

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Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
11 kasım 2025
Hacim:
182 s. 5 illüstrasyon
ISBN:
9783985515714
Telif hakkı:
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