Kitabı oku: «Vegan doch mal»

Yazı tipi:


Inhalt

Wer rät denn da?

Darf ich vorstellen?

1. Vegan doch mal …

Der grüne Lebensstil

Ein tierisch gutes Geschäft

Natürlich aus den USA

Wider die Natur?

Gesunder Treibstoff

Vegan-Aktion: Und wer bin ich?

Gute Gründe für Gemüse

Vegan-Aktion: Vegan doch mal! Warum ich?

Gute Geschichten

Schnitzeljagd

Wer is(s)t was? Lauter Tarier …

Wein oder was?

Im Trend: „Raw“

Im Fall: Soja-Allergie

Test: Guck mal, was da schmeckt!

Hürdenlauf

Die Kunst des veganen Understatements

Wenn man Freunde zu Tisch bittet

Zwischendurch und Unterwegs

Auch Veganer machen mal Urlaub

Vegan-Aktion: Mein Veggie-Pass

2. Vegan en vogue

Die vegane Welle

Tofu-Flut im Supermarkt

Kuh im Kondom

Trash statt Tier

Unsupersize me!

Vegan-Aktion: Mein Upcycling

Vegane Helden

Von Bill Clinton bis Uri Geller

Vegan im Netz

Vegan-Aktion: Diese Seiten finde ich einfach veggie

Interview : Schoko made in meiner Küche

3. Grüne Medizin

Hallo Doc, ich wüsste gern …

Leben Veganer länger?

Vegan-Aktion: Welche Zipperlein plagen mich denn so?

Die Heilkraft der Erbse

Phytamine: Die Vitalstoffe der Pflanzen

Geballte Immunpower

Natürliche Antibiotika

Pflanzen schützen vor Krebs

Dünger für die Darmflora

Grüne Karte fürs Herz

Rote Karte für Allergien

Interview: Peace Food

4. Vegan essen

Der Pudding-Veganer

Durch Fehler dick und dumm

Ein Dutzend Anti-Pudding-Veganer-Regeln

Vitale Mangelware

Von Eisen über Omega-3 bis Vitamin D

Vegan-Aktion: Meine Mangelware

Eiweiß en masse

Brauchen Veganer weniger Eiweiß?

Macht tierisches Eiweiß krank?

Gut versorgt?

Vegan-Aktion: So komme ich künftig an mein Eiweiß

Große Eiweiß-Tabelle: Pflanzliche Quellen

Fragen an Mama Simone

5. Die Kunst des Veganisierens

Artgerechte Haltung

Von Papaya bis Petersilie

Kräuterweisheiten

Alternative Liste

Ersatz von Milch bis Fisch

BAustoff für grüne Schnitzel

Lupine versus Soja

Ei der Daus!

Raw Food doch mal!

Raw Food ist cool

Dörren von Gemüse, Obst und Pilzen

Kleine Küchenhelfer

Sprossen ziehen

Anleitung für Kresse-Guerilleras

Glück mixen

Vom Morgen-Smoothie bis zum Betthupferl

Veganer Grillspaß

Die Vegan-doch-mal-Einkaufsliste

Grüner Literaturschock

Glyxlich vegan

Glyxliches Drei-Gänge-Menü vegan

6. Veggie Food

Superfood von A bis Z

99 Vertreter plus 8 Rezepte

Fünf Siegel

7. Das 4-Wochen-Programm

Achtung, fertig, los!

Gut vorbereiten

Die Vegan-doch-mal-Regeln

Guten Appetit!

Basics

Frühstück

Super Suppen

Salate

Leckere Hauptsachen

Süße Sünden

8. Schreib‘s auf!

Das Vegan-doch-mal-Tagebuch

Die 1.Woche

Die Wochen 2 bis 4

Anhang

Bücher, die weiterhelfen

Zu bestellen

Impressum

Auf diesen Seiten gibt’s was zu tun

Aktionen & Tests

Aktion: Wer bin ich?

Aktion: Vegan doch mal! Warum ich?

Aktion: Mein Veggie-Pass

Aktion: Mein Upcycling

Aktion: Diese Seiten finde ich einfach veggie

Aktion: Welche Zipperlein plagen mich denn so?

Aktion: Meine Mangelware

Aktion: So komme ich künftig an mein Eiweiß

Test: Guck mal, was da schmeckt!

Wer rät denn da?
Eine kleine Geschichte über die Menschen, die dieses Buch schreiben.


Das erste Mal, als ich mir so richtig, wirklich so richtig, Gedanken über veganes Essen gemacht hab‘, war vor zwei Jahren, als mein Patchworksohn Alexander zum Veganer mutierte – und sich fürs Wochenende zum Essen ankündigte. Da habe ich natürlich schon ein bisschen den Anspruch, dass ich auch so eine Aufgabe meistere. Und zwar so, dass es schmeckt. Xunt ist, lecker aussieht, nicht aus Fertigprodukten besteht … Und ehrlich gesagt, stand ich da erst einmal schon ziemlich verzweifelt da. Denn es darf …

Kein Käse an die Spaghetti …

kein Milchprodukt ins Dessert … nicht mal Honig. Wie krieg’ ich die 185 Zentimeter muskulösen Radl- und Kletter-Freak nur satt? Und wie kommt der an sein Eiweiß? An diesem Abend gab es Orangen-Chicorée-Salat, Mangold-Pinienkern-Spaghetti und gebackene Bananen. Und mit Alexander zog mein Dörrapparat aus (den hat er mit so glänzenden Augen angeguckt, dass er ihn gleich mitnehmen durfte) und veganes Essen ein. Nicht nur. Aber viel. International freilich – vom orientalischen Hummus über das italienische Pesto, das indische Curry zum Ami-Veggieburger … Mit viel Genuss – und ohne Zeigefinger. Und ich finde, jeder sollte das mal ausprobieren.

Plastikschuhe und Moral

Der Veganer von früher war ein eher bleicher Mensch, der in Plastikschuhen steckte, viel predigte, verkniffen sehr viel schlechtes Gewissen austeilte und am Tisch freilich auf wenig Gegenliebe stieß. Der Veganer von heute ist naturverbunden, kennt sich wunderbar mit Ernährung aus. Hat Lust am Experimentieren in der Küche mit Zutaten, Gewürzen, neuen Zubereitungsmethoden … Er liebt seinen Körper. Ist nicht selten Triathlet. Und wird von uns allen irgendwie bewundert. Ob seines guten Teints. Der straffen Figur. Des fröhlichen Spiels seiner Muskeln. Dieser unendlichen Energie. Dieser frechen Dynamik. Dieser guten Laune. Und: Ob dieses irgendwie Geerdetseins, dieses Verwurzelt seins. Nein, ich will hier sicherlich nicht esoterisch werden. Aber: Vegan heißt „Pflanzen-Diät“. Und das Glück hat Wurzeln.

Gesundheit ist grün

Pflanzen bunkern jede Menge Heilstoffe. Und wenn man sich mal vier Wochen lang rein pflanzlich ernährt, dann tut sich was im Körper. Etwas Unglaubliches. Alles wacht irgendwie auf. Die Zipperlein verschwinden. Wir entlasten unser gesamtes Körper-System – und fordern es auf eine neue Weise heraus. Fett verschwindet, Muskeln wachsen … Und auch mit der Seele tut sich was. Nach anfänglichen Verstimmungen zieht Fröhlichkeit ein. Trübes Denken kriegt fröhliche Farben.

Darum geht es in diesem Buch. Und darum, dass man nicht darben muss. Denn die Fragen, die sich alle am Anfang stellen, lauten immer gleich: Wie soll ich da satt werden? Wie kann ich denn ohne Ei einen Kuchen backen? Wie schmeckt mein Cappuccino ohne Milch? Was lege ich mir statt des Käses, der Salami aufs Brot? Ohne Bolognese, ohne Chili con carne mag man doch gar nicht leben … Tja. Man muss es ja nicht gleich leben, sondern kann es einfach mal ausprobieren. Und wenn man es dann lebt, dann will man es auch richtig machen. Theoretisch heißt „vegan“ ja auch: Pommes. Pudding. Marmeladenbrot. Nudeln mit Tomatensauce. Soja-Currywurst. Pizza ohne Käse.

Richtig machen?

Dazu braucht es einfach ein wenig Anleitung. Es existieren so viele blödsinnige Standpunkte von Ärzten, Ernährungsgesellschaften … die grad so tun, als würde man als Pflanzenesser sich und seiner Familie ein frühes Grab schaufeln. Und es existieren auch von der Gemüsefront gruselige Aussagen über krankmachendes Eiweiß, unsere „langen“ Pflanzenesser-Gedärme, in denen das Fleisch vor sich hin fault … da möchte ich ganz gerne so das eine oder andere Wort dazu sagen. Zum Beispiel: Unser Darm ist etwa so lang wie der eines Tigers: 8 Meter. Und die Ziege hat 30 Meter.

Wofür hab‘ ich denn Ernährungswissenschaften studiert, wenn nicht dafür, den Leuten zu erzählen, wie man auch mit Pflanzen an sein Eiweiß kommt, warum man Vitamin D und B12 substituieren sollte – als Normalmensch und als Veganer erst recht. Wieso Pudding-Veganer nicht so richtig von ihrem Ernährungsstil profitieren … Und weshalb wer es richtig macht, unglaublich gesund lebt. Als wunderbare Sparringpartnerin im grünen Ring habe ich Simone Weider. Ernährungs-Therapeutin – mit unglaublich viel Wissen und vor allem viel Erfahrung mit dem Menschen und der idealen Medizin „Essen & Trinken“: „Mit veganer Ernährung kann man den inneren Doktor wecken – und so viel heilen.“

Ausprobieren!

Warum nicht jetzt gleich ausprobieren – mit einer 4-Wochen-vegandoch-mal-Kur? Rezepte finden Sie ab Seite 194. Etwas Besseres kann man seinem Körper kaum antun. Denn vegan ist Medizin. Wenn man das wirklich mal vier Wochen lang ausprobiert. Und vier Wochen sollten es schon sein, damit man in den Genuss der Wirkungen kommt. Damit man an den Werten sieht, wie das Gift aus dem Blut verschwindet. Damit man spürt, wie man aufwacht, wie sich Zipperlein in Wohlgefallen auflösen. Wie fit man ist – und sicherlich auch gut drauf.

Ein Lebebuch

Auch dieses myBook ist ein Buch, mit dem Sie leben können. Es mit Eselsohren ausstatten, Ihre Gedanken und Erfahrungen reinschreiben. Es unter das Kopfkissen legen. Mit in die Küche nehmen … Es versorgt Sie mit praktischen Listen. Platz für die eigenen Kreationen. Mit superleckeren Rezepten. Und einem Tagebuch, in das Sie Ihre Gedanken und Gefühle eintragen. Sie finden ein 4-Wochen-Vegan-doch-mal-Programm mit Simones Rezepten aus dem Baukastensystem. Mit Tipps, um das Entgiften anzuregen, ein wenig Bewegung und Entspannung ins Leben einzubauen. Sie müssen nicht Veganer werden. Sie können. Sie dürfen. Ein bisschen Feelgood-Veganismus in Ihr Leben einziehen lassen. Das ist ja schon viel. Für einen selbst und für die Erde.

Mit jedem Tag vegan essen, ja, mit jeder Mahlzeit, tun wir uns was Gutes – und verbessern ja auch unsere Welt ein Stück. Und ich finde, oft sind diese Stückchen, die wir alle beitragen, viel mehr als ein dogmatisches Ganzes.

Nun, was will man mehr?

Guten Appetit!

„Weisheit ist etwas, das jeder Einzelne von uns entdecken muss. Aber sie ist nicht das Ergebnis von Wissen. Wissen und Weisheit haben nichts miteinander zu tun.“

Darf ich vorstellen?
… hier rechts, das ist Simone


Weil ich keine Veganerin bin, bat ich Simone Weider, dieses Buch mit mir gemeinsam zu schreiben. Sie ist dafür einfach prädestiniert. Sie hat selbst mit der GLYX-Diät 30 Kilo abgenommen, entschloss sich 2012, vegan zu leben – und ist heute erfolgreiche Ernährungs-Therapeutin mit Schwerpunkt Lebensmittel-Unverträglichkeiten. Sie arbeitet mit ihrem Mann Philipp in ihrer Praxis für Komplementär-Medizin auch viel mit der Heilkraft der Pflanzen. Simone lebt in der Schweiz, in Wallisellen. Sie ist neben ihrem Fulltime-Job Mama von drei Kindern und eine perfekte Köchin. Im Juli 2013 hat sie ihr drittes Kind bekommen, einen properen Loïc. Schwangerschaft, Stillen … vegan? „Kein Problem! Wenn man das sorgfältig plant.“ Mehr dazu ab Seite 102.

Warum vegan?

Alle reden davon. Und mitreden möchte man bitte nur, wenn man das auch mal probiert hat. Nur dann kann man auch mitfühlen. Vegan ist easy. Denn in unserer Zeit ist es recht einfach, sich vegan so zu ernähren, dass man so richtig gesund isst und lecker isst und keinen Hunger hat. Es gibt viele Produkte, die es uns einfach machen: von veganen Aufstrichen über Tofu in allen Variationen, Ei-Ersatz, Reis-Mozzarella und sogar veganes Kebab. Vegan ist lecker. Sie finden in diesem Buch lauter Rezepte, die einen unabhängig machen von den Töpfen der Industrie. Freilich auch grüne Smoothies, die uns schon morgens entgiften und die Batterien auffüllen. Und dazu viele leckere Rezepte, die einem den Huch-da-muss-ich-ja-hungern-Zahn ziehen: Probieren Sie mal das Auberginen-Tatar, das Chili sin carne, die Schokoladenmousse … Ab Seite 194 Vegan ist gesund. Pflanzen essen ist Phytomedizin. Vegan essen ist heilen. Körper und Seele – und ein bisschen verbessert man ja auch die Welt.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß! Ihre Marion Grillparzer


1. Vegan doch mal…


Es gibt viele Gründe, es einfach mal auszuprobieren: Es ist gesund, superlecker, total trendig, es macht schlank, schön, fit, fröhlich … Und mit unseren Tipps macht es so richtig Spaß. Neugierig? Na dann …

Der grüne Lebensstil


2013 galt: Wer einen Bestseller schreiben will, der setzt auf vegan. Auch wenn die Grünen mit dem Wunsch nach nur einem fleischfreien Tag die Woche Wahlprozente verlieren. Nichts hat die Menschen letztes Jahr so interessiert wie ein Leben ohne Tierprodukte. Nicht nur aus altruistischen Gründen, weil man dem Tier nicht schaden will, dem Kälbchen nicht die Milch wegtrinken will … Sondern auch aus gesundheitlichen Gründen. Zum Beispiel: Weil sich alle Blutwerte verbessern, Fett- und Zuckerstoffwechsel endlich wieder rund laufen. Weil wir die Trägheit abstreifen und besser schlafen. Weil Zipperlein wie Rheuma verschwinden. Weil uns Lebensmittelunverträglichkeiten nicht länger das Leben schwermachen. Und: Weil’s schlank macht. Weil nur die Kombi aus tierischen Fetten und Zucker/Stärke dick macht. Lässt man eines weg (no carb oder vegan), nimmt man ab. Und weil’s schön macht. Weil’s jung macht. Hunderttausende folgen der Herausforderung von Attila Hildmann: 30-Tage-Challenge. Wer hat es nicht gelesen: Vegan for fit und Vegan for Youth?

Ein tierisch gutes Geschäft

Die Veggieworld in Düsseldorf wird gestürmt. Dort kann man die neuesten Veggie-Branchen-Trends probieren: Gourmet-Rohkost, Smoothies, biologische Fair-Trade-Produkte und neue Fleisch-Alternativen. Vegane Backwaren, naturbelassene Öle für Küche und Pflege. Dort tritt man den Beweis an, wie lecker ein Hamburger, ein Döner ohne Fleisch sein kann. Mit den dort präsentierten neuen Brotaufstrichen lässt man die Leberwurst gerne links liegen. Der Klassiker Tofu kriegt Konkurrenz: Lupine, eine Pflanze, die zu Mehl, Milch, Schnitzeln, Schnetzeln und Kaffee-Ersatz verarbeitet wird.

Vegan ist in. Und natürlich ein gutes Geschäft. Warum nicht? Sicherlich altruistischer als Sonderangebotsschnitzel. Aber muss man nun auf Tomatenpüree und Mineralwasser „vegan“ draufschreiben?

Ist alles, wo „vegan“ draufsteht, gesund? Nö. Vieles kommt aus den Töpfen der Industrie und ist mit viel Chemie zusammengepappt, aromatisiert und auf „Ersatz“ getrimmt. Ehrlich gesagt, mir wird manchmal schon ziemlich übel von dem, was da in der Veggie-Wurst drin ist. Oft der Gesundheit auch nicht unbedingt zuträglicher als die Wurst vom Metzger. Und schmeckt das? Nun, ich kann mit Fug und Recht behaupten: Das ist echt ein Abenteuer! Die gute Nachricht: Wir haben vorgetestet. Auf Seite 32 steht eine Hitliste mit Produkten, die wir gut finden.

Allen voran natürlich die Raw-Schokolade. Gefolgt von Zwiebelschmelz, leckerem Taboulé … Aber es gibt auch so manchen Käse, der uns zwar nicht mit Eiweiß versorgt, dafür aber mit netten Kräuteraromen …

„Wer Gemüse isst, wird stark. Wer Reis isst, wird weise. Wer Luft isst, wird heilig.“

China

Natürlich aus den USA

Freilich kam auch dieser Trend aus den USA. Hollywoodstars wie Gwyneth Paltrow, Natalie Portman und Tobey Maguire machten den Veganismus zum trendigen Lebensstil – halb Hollywood setzt mit ihnen auf Matcha Latte, knabbert Kohl-Chips und wettert gegen Schweineborsten im Brot, Läuse im Lippenstift und Füße in Rinderhaut. Pelz und Leder, Wolle und Seide am Körper sind für die waschechten Veganer ein absolutes No-go.

Auch Promis wie Bryan Adams, Lance Armstrong, Pamela Anderson und Co. machten die pflanzliche Ernährung medientauglich. Wer sich vegan ernährt, liegt also voll im Trend. Nicht zu vergessen: Sogar Oprah Winfrey reduzierte ihren Umfang sichtbar mit veganer Entgiftung.

2006 gab es hierzulande etwa 60 000 Veganer. Heute sind es zehnmal so viel. Und dazu kommen noch jede Menge „Flexiganer“. Solche, die vegane Lebensweisheiten in ihr Leben einbauen und trotzdem auch mal ein Stück Käse genießen oder sich in wärmende Schurwolle hüllen – ganz ohne schlechtes Gewissen.

Wider die Natur?

Der Mensch ist evolutionär gesehen ein Allesfresser. Er verfügt nicht über mehrere Mägen, und auch sein Darm ist zu kurz, um aus Pflanzen so viel Energie herauszuholen, wie das eine Kuh tut oder ein Pferd. Hätten unsere afrikanischen Vorfahren vor 2,5 Millionen Jahren nicht angefangen, konzentriertes Eiweiß und Phosphor zu essen, wäre unser Gehirn auch nicht so gewachsen. Gemüse und Früchte hätten diesem hungrigen Organ (es verbraucht ein Viertel unseres Tagesbedarfs an Energie!) einfach nicht gereicht, um sich derart weiterzuentwickeln. Dass der Mensch ein Allesfresser ist, ist aber kein Grund, als Ausgewachsener alles zu essen.

Gesunder Treibstoff

Bleibt die Frage: Mangelt es einem Veganer nicht kräftig an Vitalstoffen? Tut es. Dann, wenn er sich von Mehl und Zucker ernährt. Tut es nicht, wenn er Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse gut geplant in wilder Abwechslung isst. Aufpassen muss der Veganer aber schon. Was leicht ins Defizit abrutschen kann: Eiweiß, Eisen, Kalzium, Jod und Vitamin D, B2 und B12. Aber darüber lesen Sie mehr ab Seite 84.

Hier für alle Ungläubigen noch ein Zitat unseres wohl bekanntesten Ernährungs-Forschers, Professor Dr. Claus Leitzmann von der Universität Gießen: „Studien mit vegan lebenden Menschen zeigen, dass sie deutlich gesünder sind als die allgemeine Bevölkerung. Körpergewicht, Blutdruck, Blutfett- und Cholesterinwerte, Nierenfunktion sowie allgemeiner Gesundheitsstatus liegen häufiger im Normalbereich.“

In der „Vegan-Woche“ der ZEIT stand letzten Herbst: „Viele Veganer sind überdurchschnittlich gebildet, gut vernetzt und informiert und wissen um die Risiken. Eine bedachte und gut geplante vegane Ernährung birgt auch für Kinder nur ein überschaubares Risiko.“ Hui! Das muss die DGE mal lesen. Denn die sagt immer noch: Vegan verursacht Mangelerscheinungen.

Rezept

Matcha Latte

½ TL Matcha (japanischer Grüntee in Pulverform)

50 ml Wasser

200 ml Mandelmilch

Wasser kochen, auf 80 Grad abkühlen lassen. Matcha in eine Schüssel geben und gut mit dem warmen Wasser verrühren.

Mandelmilch im Aufschäumer erhitzen. Zugeben. Mit etwas Agavendicksaft süßen.


Und wer bin ich?

Füllen Sie diese Seiten bitte aus.

Wer bin in ich am … 20 …

Vegan heißt für mich: …

Gesundheit ist für mich: …

Essen & Trinken ist für mich: …

Einsamkeit ist für mich: …

Bewegung ist für mich:

Energie

Freude

Zeitvertreib

Einfach nur Qual

Pflicht

Meine Maße:

Oberarm … cm

Bauch … cm

Hüfte … cm

Oberschenkel … cm

Ich wiege … kg …% Fett

Was tut mir gut, was nicht?

Total stressen tut mich

Mich freut richtig, wenn

Wenn ich unglücklich bin, rufe ich an:…

Tel.: …

Wen möchte ich zu meinem ersten Veggie-Dinner einladen?

Gute Gründe für Gemüse



Was uns bewegt, zum lange geächteten Körner-Futterer zu mutieren – wenn es nicht die eigenen Kinder sind, die keine Tiere essen mögen, dann …

Skandale satt: Mit „Tiere essen“ („Eating Animals“) brachte der amerikanische Schriftsteller Jonathan Safran Foer 2009 das Leiden von Tier und Mensch in der industriellen Lebensmittelproduktion in die Feuilletons. Wer das Buch liest, hat genug davon.

Neugierde: Spitzenköche wie Björn Moschinski zaubern 5-Gänge-Menüs – ohne Käse, ohne Milch, ohne Fleisch und Fisch … Gesund. Lecker. Weltfreundlich. Das möchte man schon auch mal selber ausprobieren.

Mehr Offenheit: Sicher, es gibt immer noch die Veganer, die Milch im Glas verkniffen zum Politikum erklären, für die Veganismus Religion, strenge Regeln und Rituale bedeutet. Aber weniger Fundamentalismus, weniger Ideologie, weniger Dogmen, weniger Zeigefinger, weniger Abgrenzung lockt mehr neugierige Mittäter an. Auch in angesagten Blogs wie einbisschenvegan.de und claudigoesvegan.de spürt man nix von missionarischem Eifer.

Mitreden können. Weil „vegan“ zur Zeit eines der Top-Gesprächsthemen ist. Und man nur mitreden sollte, wenn man sich selber ein Urteil gebildet hat.

Lecker. Vegane Ernährung ist – entgegen anderslautenden bösen Behauptungen – international, vielseitig und hört bei der deutschen Kartoffel noch lange nicht auf: Tortillas aus Mexiko, Gemüsecurrys aus Indien, Hummus aus der Türkei, Pasta aus Italien, Tofugerichte des fernen Ostens und und und …

Weil’s schön macht, sich gut anfühlt … Weniger Tierprodukte, mehr Grünzeug und Gesundes – der Körper dankt es einem! Mit straffer Haut, besserem Teint, mehr Energie und weniger Fettpölsterchen.

Besserwisser

Im Jahr 2012 stieg der Umsatz mit veganen Lebensmitteln um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, 2013 liegt er bei 232 Millionen Euro.

Kein Verzicht. Es gibt für jedes, aber auch wirklich jedes tierische Produkt ein veganes Äquivalent: Lupinensteak, Reismilchschokolade, Tofuwürstchen, Käse aus Pflanzenmargarine und Sojasahne … Und das Beste: Die können oft richtig was!

Die Umwelt fühlt sich wohler, unter weniger Gülle, weniger Wasserverbrauch, durch weniger Methan (Tierhaltung). Entwicklungsländer müssen keine Futtermittel importieren, das fördert ihre Eigenständigkeit. Tiere können artgerecht behandelt werden. Das mindert Tierzucht, Tierhaltung, Tiertransporte und Tierversuche …

„Die Welt zerfällt ganz einfach in zwei Klassen – in die, die das Unglaubliche glauben, wie das Publikum, – und die, die das Unwahrscheinliche tun.“

Oscar Wilde

Mehr Regenwald? Kühe werden häufig mit Soja gefüttert. Damit man das anbauen kann, werden in Südamerika Regenwälder abgeholzt. Bitte aber nicht vergessen: Auch unser täglich Tofu und andere Fleischersatz-Produkte werden aus Soja hergestellt. Ist allerdings verschwindend wenig im Vergleich zum Tierfutter. Wenn, dann Soja-Produkte aus Europa wählen.

Weil es supergesund ist. Wenn man seinen veganen Tag gut durchplant, dann kriegt der Körper alles, was er braucht an Nährstoffen – mit einer dicken Portion Heilstoffe. Das macht satt. Das senkt Übergewicht, Harnsäurespiegel, Blutfettwerte, Blutzucker, LDL-Cholesterin, Blutdruck … Das beugt den apokalyptischen Reitern der Neuzeit vor: Gicht, Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz, Krebs. Schon nach drei Wochen hat man völlig andere Blutwerte.

Weil’s schlank macht. Tierische Fette in Kombination mit Zucker (Stärke) springen direkt auf die Hüfte. Weil Zucker/Stärke das Blutzuckerhormon Insulin lockt, welches das mitgelieferte Fett auf der Hüfte einsperrt. Prinzip Butterbrot, Käsepizza, Currywurst mit Pommes, Hamburger, Nudeln mit Sahnesauce. Lässt man nun die tierischen Fette weg, nimmt man ab. Nein, pflanzliche ungesättigte Fettsäuren aus Nüssen und Samen machen nicht dick. Wer vegan isst, kann im Grund nicht zunehmen, außer er ist Pudding-Veganer. Mehr dazu auf Seite 80.


Besserwisser

Verschiedene Studien belegen, dass eine pflanzenbasierte Ernährung den Körper dazu veranlasst, Kalorien bis zu 16 Prozent schneller zu verbrennen, als er es kurz nach dem Konsum eines Fleischgerichts könnte.


Vegan doch mal! Warum ich?

Wenn ich so darüber nachdenke, dann möchte ich einfach mal vier Wochen vegan leben, weil …

1. es supergesund ist

2. es mir gute Laune macht.

…

Gute Geschichten


Eines kalten Novembertages 1944 saß der englische Holzarbeiter Donald Watson vor seinem Magazin für „non-dairy vegetarians“ (auf Milchprodukte verzichtende Vegetarier). Ein Newsletter, der viermal im Jahr erscheinen sollte und sich einer Abonnentenschar von 25 seltenen Exemplaren erfreute. In dieser ersten Ausgabe behandelt Watson nun direkt das dringendste Problem: Wie sollte man das Magazin und dessen kleine Lesergemeinde taufen? Denn Bezeichnungen wie „non-lacto“ oder „non-dairy“ hören sich nicht nur sehr negativ an, sondern lassen auch die Tatsache außen vor, dass Watson & Co. ja auch keine Eier essen.

Schnitzeljagd

Man brauchte also einen Namen, der positiv klingt und dabei den Verzehr tierischer Produkte jedweder Art von vornherein radikal ausschließt. „Vegetarier“ und „Frutarier“ waren ja schon vergeben. Um den Sekretärinnen die mühselige Arbeit des wiederholten Tippens eines langen Worts wie „Vegetarier“ zu ersparen, zerschnippelte Watson, ganz Pragmatiker, das Wort „VEGetariAN“ kurzerhand zu „vegan“. Als schlagendes Argument für den just geborenen Veganismus führte Watson nicht nur den ethischen Aspekt, sondern auch die Tuberkulose-Erkrankungen von 40 Prozent aller Milchkühe Englands an. Als Watson 2005 im Alter von 95 starb, bezeichnete sich bereits eine Viertelmillion aller Briten als Veganer und in den USA stolze 2 Millionen. Wer vegan isst, meidet alle Nahrung tierischen Ursprungs, wie Fleisch, Eier, Milch, Honig und daraus hergestellte Lebensmittel und Zusatzstoffe. Etwa Aromastoffe aus der Molke oder mit Fischblase geklärten Wein. Ursprünglich lehnte man auch die Nutzung tierischer Produkte ab, wie Leder, Wolle, Daunen, Seide, Seife, bestimmte Kleber (Tierknochen)… Mittlerweile gibt es natürlich ein weites Spektrum an Meinungen, wie streng man sich daran halten müsse … Was natürlich auch wieder Diskussionen auslöst – und nicht immer erfreuliche.

Besserwisser

Einer der ersten bekannten Vegetarier war der griechische Philosoph Pythagoras, der im 6. vorchristlichen Jahrhundert lebte. Bevor eine pflanzenbasierte Ernährung im 19. Jahrhundert mit dem Begriff „vegetarisch“ bezeichnet wurde, war sie sogar allgemein als die „Pythagoras’sche Diät“ bekannt.

Wer is(s)t was? Lauter Tarier …

So wie sich einst der Veganismus vom Vegetarismus abzweigte, so splittet sich dieser heute weiter auf in Formen wie „Roh-Veganismus“ bei dem das Essen nicht gekocht wird. Rohköstler hingegen essen alles, es darf nur nicht über 40 Grad erhitzt werden.

Die „Mono-Ernährung“ beruht auf der Idee, dass der Magen nur ein Lebensmittel auf einmal verdauen soll.

Ein Frutarier gehört zu einer noch strengeren Art von Veganern: Er ernährt sich nur von solchen Nüssen, Samen, Früchten etc., die geerntet werden können, ohne die Pflanze dabei zu töten.

Der Lacto-Vegetarier isst kein Fleisch, keine Eier, erlaubt sich aber die Milch von Tieren.

Der Ovo-Vegetarier verzichtet auf Milch, isst aber Eier.

Der Pescetarier setzt auch noch Fisch auf den Speiseplan. Kangatarier essen zur Veggie-Kost nur Kängurufleisch.

Der Flexitarier genießt ab und an auch ein Stück Fleisch – allerdings qualitativ hochwertiges. Er macht den Vegetarismus nicht zu seiner alltäglichen Lebensphilosophie, sondern möchte gesund leben. Paleotarier essen wie in der Altsteinzeit: Wild, Fisch, Eier, Honig. Keine Milch und kein Getreide.

Der Puddingvegetarier oder Puddingveganer interessiert sich überhaupt nicht für seine Gesundheit, sondern ausschließlich für das unbeschadete Leben der Tiere. Und der Omnivore bleibt als gemeiner „Allesfresser“ der menschlichen Natur treu.

Dem allerdings täte Mäßigung gut: Der Deutsche isst etwa 60 Kilogramm Fleisch und Wurst im Jahr – doppelt so viel, als gesund wäre. Rotes Fleisch und Wurst sowie medikamenten- und hormonverseuchtes Massentierhaltungsfleisch erhöhen das Risiko für Diabetes, Gicht, Bluthochdruck oder Herzkrankheiten. Und da lebt der Veganer sehr wohl gesünder.

Wein oder was?

Auf der Speisekarte moderner Vegan-Restaurants sucht man Wein und Bier oft vergeblich. Lediglich die alkoholfreie Variante wird einem angeboten. Warum eigentlich? Zwar wird Wein oft mit Casein oder Gelatine geklärt, jedoch findet man die vegane Alternative in jedem Supermarkt. Und Bier, das nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut wurde, ist auch zu 100 Prozent vegan (das irische Guinness übrigens leider nicht!). Dass vegane Restaurantbesitzer von Alkohol auf der Karte trotzdem oft nix wissen wollen, hat andere Gründe. Sie vertreten die Meinung, dass der Mensch ausschließlich gesunde Nahrung aufnehmen soll. Alles, was schlecht für uns ist (und leider ja schon auch ein bisschen Spaß macht), wie Alkohol und Koffein, ist ihrer Meinung nach ein No-go. Und freilich auch das Nikotin. Ob man wirklich so weit gehen will, seinen morgendlichen Cappuccino durch einen Lupiccino zu ersetzen, das Glas Wein durch Traubensaft, das kann ja jeder für sich entscheiden.

Besserwisser

•Ironischerweise ist Jeff Juliano, der Mann der den McDonalds Clown Ronald McDonald verkörperte, heute Vegetarier.

•Benjamin Franklin war zeitweise Vegetarier und brachte 1770 den Tofu nach Amerika.

•Am 1. November ist Vegan-Day.

Im Trend: „Raw“

Rohkost. Oh, wie das klingt! Nach modrig schmeckenden Sprossen, Karottensticks, Körnern zwischen den Zähnen … und Salatbäuchen. Stimmt ganz und gar nicht! Raw heißt ja nur: nicht kochen. Denn ab 42 Grad gehen viele Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme kaputt, und auch die Struktur von Proteinen und Fetten verändert sich. Man kann im Grund jedes Gericht auch in seiner Rohkost-Variante zubereiten. Pizza, Brot, Suppen, Gemüse, Chips, Saucen, Desserts … in den trendigen Dörröfen. Kleine Kisten, die bei 42 Grad warme Luft übers Essen blasen, damit die Feuchtigkeit entweicht. Es wird warm – aber die Nährstoffe bleiben drin. Nun muss man auch Raw nicht zum Dogma machen. Wer die Hälfte „roh“ isst, macht nix verkehrt. Natürlich nur, wenn man’s verträgt.

Übrigens: Seit ich Raw-Schokolade kenne, kommt mir keine andere mehr in den Mund … Soooo lecker, soooo xunt. Für die normale Schokolade werden die Kakaobohnen nämlich so heiß geröstet, dass alle gesunden Stoffe verloren gehen. Bei Raw-Schokolade eben nicht.


Roh auch mal ungesund?

Obacht: Nicht jedes Gemüse schmeckt roh besser und ist gesund! Wer schon einmal in eine rohe Kartoffel gebissen hat, weiß das. Kartoffeln sind übrigens kurz angebraten gesünder als lange gekocht. Weil die Vitamine B2, B6 und C bei längerem Kochen verschwinden, durch kurzes Anbraten hingegen nicht.

Das Beta-Karotin (Provitamin A) in Karotten wird durch 10 Minuten Kochen dem Körper besser zugänglich gemacht. Die Tomate entfaltet ihre Lycopin-Power in gekochtem Zustand besser und beugt so laut Studien Krebs vor. Brokkoli darf dafür auch mal roh gegessen werden. Weil seine krebsvorbeugenden Glucosinolate hitzeempfindlich sind.

Mit viel Vitamin C versorgt uns eine einzige Paprika – vorausgesetzt, man isst sie knackig roh. Die Sulfide in Knoblauch und Zwiebel sind gut fürs Herz, und außerdem wirken sie antibakteriell, schmecken roh auch im Salat und sind so am gesündesten. Auberginen dagegen enthalten im Rohzustand das giftige Solanin und sollten unbedingt gekocht werden, dasselbe gilt für grüne Bohnen.

„Seit der Erfindung der Kochkunst essen die Menschen doppelt so viel, wie es die Natur verlangt.“

Benjamin Franklin


Im Fall: Soja-Allergie

Leider kommt eine Allergie gegen Sojaeiweiß häufig vor. Da ist man dann auch mit der deutschen Schwester namens „Lupine“ nicht unbedingt besser bedient. Und auch die anderen Hülsenfrüchte werden oft nicht vertragen. Wenn man allergisch ist gegen Hülsenfrüchte, wird’s schon kompliziert. Fallen Erbsen, Bohnen, Soja, Linsen und Co. erst mal weg, muss sich der Veganer sein Eiweiß woandersher holen. Funktioniert zum Beispiel übers Internet. Dort finden Soja-Allergiker auch Erbsen-Eiweiß oder ein Pulver aus hypoallergenem Reisprotein. Dann fehlt aber noch der Eiweißbaustein Lysin. Und den brauchen wir für feste Arterien. Und damit sich kein Wasser einlagert. Damit das Eiweiß vom Körper gut verwertet werden kann. Steckt zum Beispiel in Sonnenblumenkernen. Und damit sind wir beim Fazit: Es wird kompliziert. Leidet man unter Milcheiweißallergie, hat man als Veganer ein Problem weniger. Leidet man unter einer Soja-Allergie oder einer Histamin- oder Fructose-Intoleranz (Fruchtzucker!), oder verträgt man den Getreidekleber namens Gluten nicht, dann braucht man ein Ernährungs-Diplom, um ohne Mangelerscheinungen durchs vegane Leben zu kommen. Dann spricht man bitte in jedem Fall mit einem Ökotrophologen oder Apotheker.


Guck mal, was da schmeckt

Wir, das Veggie-Team (Anna, Gitta, Simone, Sabine, Carola und ich), haben über 100 vegane Produkte getestet. Und all das herausgepickt, was das Leben erleichtert, schmeckt und gesund ist. Man darf nicht vergessen: Der Käse kommt nicht aus dem Euter der Kuh, das Ei nicht aus dem Popo vom Huhn – die Ersatzprodukte kommen vielmehr aus den Töpfen der Lebensmittel-Industrie. Und die möchte in erster Linie Geld verdienen. Oft ist viel Zucker drin, bindet Stärke das Ganze, kaschieren Aromastoffe den Hefegeschmack. Natürlich kommt nicht auf die Liste, was eh vegan ist, wie Nüsse, Mineralwasser, Öle etc.

Unsere Wahl – das hat uns geschmeckt:

1 Falafel, Burger, Taboulé schon fertig gemischt von der Bohlsener Mühle.. Blitzschnell und lecker.

2 Haferdrinks in Natur, Schoko oder Vanille von Kölln Smelk. Auch lecker: die Hafermilch von Natumi.

3 Die Pflaumenmarmelade von Zwergenwiese schmeckt wie die von Mama.

4 Chia-Samen, Goji-Beeren, Carobpulver, Maulbeeren und und und gibt‘s bei Pure Raw.

5 Bio-Himbeer-Amaranth-Müsli, Apfel-Mandel-Müsliriegel und Co. schmecken von Barnhouse.

6 Lust auf Backen? Von Biovegan gibt‘s Guarkernmehl, Schokodrops, Deko-Herzen, bunte Streusel, Erdbeer-Tortenguss und alles, was das vegane Bäckerherz begehrt.

7 Leckere Porridge-Mischung (von Rosengarten) am besten über Nacht in Nussmilch einweichen lassen, Banane und Kokosstreusel dazu … mmmmh!

8 Praktisch und schnell: Bauckhof-Backmischungen.

9 Einer der Lieblinge: Alsan-Bio-Margarine für das Genau-wie-Butter-Feeling auf dem Brot.

10 Brotaufstriche schmecken leider oft arg nach Hefe. Es gibt aber auch andere. Von Alnatura: Senf-Rucola und Apfel-Zwiebel zum Beispiel. Aber auch die Aufstriche Soyanda (von Soyana) oder der Rote-Beete-Aufstrich (Ibi) schmecken prima.

11 Manch ein Ersatzkäse (z. B. der von Wilmersburger) lässt einen fast vergessen, dass da keine Kuhmilch drinsteckt. Auch für Grillkäse gibt es eine Alternative: Veggie Belle von Nagel Tofu.

12 Die Sojaschnetzel von Viana schmecken in Bolognese und Asia-Pfanne.

13 Die Haferkekse Cookie Crunchy Oat von der Bohlsener Mühle haben wir in null Komma nix weggeknuspert.

14 Von Carolas veganem Gyros wollte jeder einen zweiten Teller … (mit Fake-Gyrosfleisch von Veggie Life).

15 Von Lovechock gibt es Schoki-Riegel, raw, bio, mit Chili-Kirsch und Kakaosplittern … Suchtgefahr!

16 Unbedingt probieren: Die leckere Zartbittercreme fürs Frühstücksbrot von Rapunzel.

17 Hummus-Tahini (Bio-Verde) liefert eine gute Portion Eiweiß.

18 Räuchersalami für Wurstbrot-Liebhaber hat Vantastic Foods im Sortiment.

Ausflug in die Kosmetik-Abteilung

… Ohne tierische Inhaltsstoffe und Tierversuche:

1 Bei Crazy Rumours haben wir Lippenpflege gefunden, die lecker riecht und sich als Geschenk super schön macht.

2 Tattoopflege für neue Kunstwerke auf der Haut gibt‘s jetzt auch vegan: von Tatto Med.

3 Hautpflege, die man am liebsten in den Mund stecken würde: die Pflegebutter „Schoko“ von CMD.

4 Roter Lippenstift ist ein Muss. Gibt‘s zum Beispiel von Alva.

5 Auch bekannte Marken wie Weleda, Lush und Body Shop bieten größtenteils oder nur vegane Beautyprodukte.

Hürdenlauf


Daheim sind Kühlschrank und Vorratsregal ganz leicht zu veganisieren. Aber kaum tritt man vor die Tür, wird’s herausfordernder: beim Bäcker nur die trockene Brezel, in der Kantine nur Salatblätter, am Imbissstand Pommes pur und im Restaurant den Gemüseteller – aber bitte ohne Käse … Und wie erklärt man bei der nächsten Dinnerparty den Freunden, dass man aufs Chili con carne lieber verzichtet? Was isst man denn jetzt unterwegs, wenn Döner und Co. zum No-go geworden sind?

Keine Sorge! Erstens wächst das Angebot an veganen Leckereien selbst in „normalen“ Gaststätten rapide. Und zweitens gibt es keine Probleme, nur Lösungen …

Die Kunst des veganen Understatements

Was tun Veganer, wenn der Papa seinen Siebzigsten feiert, das traditionelle Weihnachtsmenü im trauten Kreis der Verwandtschaft ansteht oder Freunde zum Grillfest einladen? Sie predigen nicht, machen keinesfalls spitze Bemerkungen über die Essgewohnheiten der anderen, sondern werden kreativ! Und steuern vegane Leckerbissen bei, die auch Fleischessern das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen … Beispielsweise unsere Auberginen-Lasagne von Seite 221, die Last-Minute-Pizza von Seite 222 oder das Chili sin Carne von Seite 224. Für wen die Tradition doch Vorrang hat, wer aus Nostalgiegründen den Geschmack von Omas Weihnachtsgans nicht missen will, der kann ja auch mal einen flexiganen Tag einlegen. Und dafür am nächsten Tag doppelt grün essen.

Wenn man Freunde zu Tisch bittet

Wer befürchtet, Freunde und Bekannte könnten irritiert reagieren, wenn man ihnen ein Lupinensteak unterschieben will, liegt nicht ganz falsch. Wir Menschen mögen es einfach nicht, wenn jemand versucht, uns zu bekehren oder unsere Sonntagsbraten-Tradition infrage stellt. Anstatt also den Freunden Grünkernburger oder Tofuwürstchen vorzusetzen, die allzu offensichtlich „VEGAN!“ schreien, lieber auf Spaghetti und frische Tomatensauce zurückgreifen. Veganes Understatement eben. Klassisch, superlecker und nur ganz nebenbei vegan. Ähnlich cool sind Ratatouille, Taboulé, Nudelsalat, Gazpacho, Guacamole, Linseneintopf … Und bei den veganen Muffins (Seite 226) oder der Crema catalana (Seite 227) wird dann auch keiner mehr auf die Idee kommen zu fragen: „Wie, DAS ist jetzt echt vegan?“

„Die Königin der Kochrezepte ist die Fantasie.“

Sprichwort

Zwischendurch und unterwegs

Wenn der kleine Hunger kommt: ein paar Nüsse, Trockenfrüchte oder einen Müsliriegel snacken. Passen in jede Handtasche. Praktisch dafür ist eine kleine, gut verschließbare Notfallbox. Oder man hat die veganen Minisalamis dabei. Am liebsten die ganz scharfen. Ideal, wenn einen die Lust auf etwas Herzhaftes überkommt. Falls das vegane Angebot in der Kantine dürftig ist, einfach ein leckeres Sandwich oder einen Wrap einpacken. Oder einen knackigen Salat mit Tofustreifen und Kernen mitnehmen. Wer mittags was Warmes im Magen braucht, kocht daheim Suppe oder Eintopf vor und packt das Gericht in den Henkelmann. Voll im Trend. Tipp: Unser farbenfroher, stylischer „Maxxl“ (Bezugsquelle auf Seite 250). Handtaschen-Helfer gegen Heißhungerattacken: Nüsse, Dörrobst, Obst, Gemüsestreifen, Müsliriegel (zum Selbermachen siehe rechts), eine leckere Portion Mandelmilch im To-go-Becher.

Gute Snack-Adressen

Nicht jeder ist so gut organisiert, dass er es schafft, für jeden Hunger des Tages das geeignete Gegenmittel in der Tasche zu haben. Will man aber in der Stadt, am Bahnhof, beim Bäcker oder im Kiosk mal schnell was Veganes snacken, ist das oft gar nicht so einfach. Viele Bäcker bieten inzwischen vegane Leckereien an, wie z. B. Blätterteig mit Spinatfüllung. Einfach mal nachfragen, ob da Ei mit drinsteckt.

Selbst an Bahnhöfen wird es fruchtig: Überall gibt’s heutzutage Saftbars, da bekommt man in null Komma nix seinen frischen Smoothie gemixt. Und Obstsalat im Becher gehört schon längst zum Repertoire von Bäcker, Café und Kiosk. Sushi to go gibt es inzwischen auch an jeder Ecke. Die Röllchen mit Avocado, Reis, Alge, Gurke, Karotte etc. schmecken auch ohne Fisch lecker und halten lange satt. Kaffeepause: Viele gute Cafés kredenzen inzwischen die leckersten veganen Kaffeekreationen. Einen Double Soy Latte Vanilla Decaf mit Schaum, bitte!

Rezept

Müsliriegel

Für ca. 16 Riegel, Zubereitungszeit: 20 Min., Backen: 25 Min.

40 g Kürbiskerne, 40 g Sonnenblumenkerne, 40 g Leinsamen, 80 g getrocknete, gehackte Apfelstücke, 100 g Hirseflocken, 2 EL gequetschte Leinsamen, 120 g Agavendicksaft, 1 Päckli Vanillezucker

Alle Zutaten (bis auf die Leinsamen, den Agavendicksaft und den Vanillezucker) inklusive Hirseflocken in einer Schüssel mischen. Die gequetschten Leinsamen mit 3 EL Wasser verrühren, kurz quellen lassen und das Ganze nun mit dem Agavendicksaft und dem Vanillezucker zu der Körnermischung geben. Alles rechteckig, etwa 1 cm hoch auf ein Backpapier streichen. Kann auch gut zwischen zwei Lagen Backpapier ausgewalzt werden. Nun im vorgeheizten Ofen bei 160° Umluft 25 Min. backen.

Noch heiß in Riegel schneiden und auf einem Gitter auskühlen lassen.

Hier knabbern Veggies unter sich

Lust auf einen Lunch mit Kollegen oder ein Candlelight-Dinner mit dem Liebsten? Kein Problem! Wie es um das Angebot an veganen Lokalen in Ihrer Nähe aussieht, finden Sie unter www.peta.de/restaurants oder www.vebu.de/restaurants

Apps als grüne Wegweiser

Auch mit dem Smartphone kann man sich zum nächstgelegenen fleischfreien Restaurant lotsen lassen. Gibt’s kostenlos unter: www.vebu.de/app oder www.vegman.org

„Fortschritt ist, wenn das Gemüse wieder wie zu Großmutters Zeiten nach Gemüse schmeckt.“

Walter Ludin

Auch Veganer machen mal Urlaub

Vegan ans Meer fliegen oder einen Städtetrip wagen? Kein Problem. Hier kann man unter mehr als 500 veganen Hotels weltweit wählen: www.veggie-hotels.de

In allen guten Hotels erfüllt der Koch gerne Sonderwünsche der Gäste. Am besten vorher informieren. Die meisten Fluggesellschaften sind ebenfalls auf vegane Passagiere vorbereitet. Einfach bei der Buchung angeben. Der Code dafür lautet übrigens „VGML“. Inspirationen für die nächste Reise findet man hier: www.veltenbummler.blogspot.de

Hier bloggen Linda und ihre Freunde von ihren Erlebnissen in Paris, Taiwan, Bangkok, Salzburg, New York, Kapstadt, London …

Inspiration tanken! Das Wichtigste im Urlaub: sich auf Neues einlassen. Sehen, riechen, schmecken, fühlen. Vor allem orientalische Länder wie Indien setzen auf viel Gemüse, interessante Gewürze und kaum tierische Produkte. In Mexiko gibt es Hunderte Variationen von Bohnengerichten.

Tipp

Schweden gilt als besonders veganerfreundliches Land. Die Auswahl an veganen Produkten in den dortigen Supermärkten ist riesig.

Nicht ohne meinen Veggie-Pass

Nicht ohne meinen Veggie-Pass … Für weltweite Verständigung sorgt der „Vegan Passport“. Da steht drin, was Veganerinnen und Veganer essen und was nicht. Zusammengestellt haben ihn Menschen aus aller Welt – in 38 Sprachen. Das kleine Büchlein ist unbedingt zu empfehlen, wenn man in Länder reist, deren Sprache man nicht fließend beherrscht. Es erklärt dem Kellner im Restaurant in Wort und Bild, dass man gerne auf tierische Produkte verzichten möchte. Kann man über www.Petastore.de/buecher kaufen. Oder aber man eignet sich in einem Anflug von Do-it-yourself vor dem Abflug noch schnell die Wörter für Tier, Ei, Honig, Butter, Fleisch … und NEIN, DANKE an.

Vegan 2 Go

Wer morgens 10 Minuten vor Abfahrt der Bahn aufsteht, hat keine Zeit, sich ein veganes 3-Gänge-Menü für unterwegs zurechtzuschnippeln, klar! Am besten sind deshalb Snacks, die sich schon am Abend vorher zubereiten lassen. Haferflocken und Co. quellen über Nacht in Sojamilch auf und schmecken herrlich, vor allem wenn man noch Apfel, Banane, Kokos, Zimt und Co. untergemischt hat. Und für den herzhaften Hunger: Nudelsalat. Couscoussalat. Reissalat. Mit getrockneten Tomaten, Gemüsestreifen, Kernen … Beide To-go-Gerichte sind übrigens in einem Glas mit Schraubverschluss am sichersten aufbewahrt und gut portioniert. Mit Washi-Tape, Etikett und Marker verziert, macht’s auch noch richtig was her in der Schule, an der Uni, im Büro … Tipp: Wenn es sich um ein Glas handelt, in dem vorher Spreewaldgurken gewohnt haben, lieber einmal mehr durchspülen …

Tipp

Für Selbstversorger

Überall in Deutschland wachsen wilde Nuss- und Beerensträucher, Obstbäume, sprießen Kräuter oder Pilze. Die Internetseite www.mundraub.org informiert über alle aktuellen Pflück- und Sammelplätze in der Umgebung. Auch Gartenbesitzer, die zu viele Johannisbeeren, Pflaumen oder Äpfel haben, bieten hier ihre Schätze gegen Abholung frei an. Schöne Idee!



Mein Veggie-Pass

Was ich nicht mehr esse: Rauskopieren und Muttern sowie Freunden geben …

Fleisch

Geflügel

Döner

Gyros

Sonntagsbraten

Fisch

Räucherlachs

Garnelen

Austern

Muscheln

Kaviar

Schinken

Grillwürstchen

Hühnerbrühe

Butter

Honig

Eier

Käse

Joghurt

Milch

Sahne

Schlagsahne

Quark

Frischkäse

Buttermilch

Kefir

Dickmilch

Sauerrahm

Molke

Tzatziki

Mayonnaise

Eiernudeln

Milchschokolade

Gummibärchen

Kekse

Muffins

Kuchen

Eis

Wein

Pizza

Milchkaffee

Desserts mit Gelatine

Milkshakes

Kaffeeweißer

Sushi (unvegan)

Pudding

French-Dressing

…

Das schmeckt mir:

Soja- oder doch lieber Reismilch? Tofu- oder Lupinenschnitzel? Oder keins von beiden? Neugierig sein, ausprobieren – und notieren, was einem denn so richtig gut geschmeckt hat.

2. Vegan en vogue


Was muss man wissen, um auf der Tofuwelle ganz oben mitzuschwimmen? Was Upcycling ist, wer in Hollywood Salatbikinis trägt, wie die Vegan-Doku Unsupersize me ausgeht, wie man Raw-Schokolade selbst macht …

Die vegane Welle …


In den 1960er-Jahren dinierten Marlon Brando und John Lennon im ersten veganen Restaurant „The Source“ am Sunset Boulevard in Hollywood. Heute genießen Pamela Anderson und Ben Stiller Pflanzenkost in einem der unzähligen veganen Restaurants. Wer heute in sein will, muss Raw-Schokolade selbst machen, sich morgens einen Greenie mixen. Den angesagtesten Blogs folgen. Upcyceln. Selbst dörren … Beautyprodukte ohne Tierversuche und tierische Inhaltsstoffe sind nicht mehr nur etwas für Öko-Tanten, sondern auch für Models.

Tofu-Flut im Supermarkt

Und die Industrie freut’s: Denn das Studentenfutter ist plötzlich nicht mehr nur eine Nussmischung, es trägt fett das Vegansiegel und ist damit offiziell cool. Und schwer gefragt. Die Regale mit pflanzlichen Fertigprodukten im Supermarkt werden immer länger. Auf Partys unterhält man sich bei einem Glas veganem Wein über den Eiweißgehalt von Hanfsamen und die beste Methode, Mayo ohne Ei herzustellen. Und was den Latte besser schäumt, die Haselnuss- oder die Mandelmilch. Wo früher eine riesige Marktlücke klaffte, sprießen jetzt Lupinenprodukte & Co. Vor zwanzig Jahren hatte man als Veganer im Supermarkt Schwierigkeiten, wollte man mal was anderes kaufen als Gemüse. Heute herrscht die Qual der Wahl: Lupinen- oder Sojaschnitzel? Reis- oder Hafermilch? Paprika- oder Apfel-Zwiebelaufstrich?

Doc Martens bietet vegane Schuhe an, die den Klassikern optisch in nichts nachstehen. Die Teile sind heiß begehrt und bei Zalando ständig ausverkauft. Auf Ölen, die schon immer vegan waren, steht neuerdings auch „vegan“ drauf. Gyros gibt’s in einer veganen Version. Der Trend aus Amerika hat Deutschland erreicht, die Botschaft der „Generation Gemüse“ ist klar: Vegan verbessert nicht nur die Welt ein bisschen. Vegan sein ist sexy.

Kuh im Kondom


Extrem vegan leben, heißt nicht nur, auf tierische Produkte in der Küche zu verzichten. Das Tier steckt im Detail – das Pferd im Buch, die Shrimps im Haarschaum, die Kuh im Kondom.

Webt Seide mit im Sofakissen? Ziert ein Kuhfell den Boden? Stieben die Daunenfedern beim Bettenmachen? Das ist offensichtlich uncool – und fliegt als Erstes aus dem Veganer-Haushalt. Und wenn man denkt, man hätte mit Daunenkissen, Seidenschal, Ledersofa, Wollteppich, Katzenfell und Straußenstiefeln das Tier komplett aus der Wohnung verbannt, liegt man immer noch falsch. Wie hochwertig sind die Bücherregale? Bei billigem Pressspan wird mitunter auch Knochenleim verwendet. Und wo wir schon vor dem Bücherregal stehen: Taschenbuch oder harter Kartondeckel? Die harte Version ist nicht nur teurer: Bei jedem Buch mit Pappeinband ist Leim im Spiel. Und dieser Leim kann wieder Tier enthalten. Die Bienenwachskerze muss der Sojakerze weichen. Und was die Familienfotos betrifft, steigt der extreme Veganer auf die digitale Variante um. Weil Fotoabzüge während des Entwickelns quer durchs Gelatinebad schwimmen. Und falls gutes „Bone China“-Porzellan von der Oma im Geschirrschrank steht, darf das zum nächsten Polterabend. Das enthält nämlich, wie der Name schon sagt, 50 Prozent Knochenasche. Im Badezimmer geht das Aussortieren weiter: In Shampoos und Haarfestiger steckt Chitin. Kommt von Krabben und Shrimps oder dem Außenskelett von Insekten. Dass Rasier- und Rougepinsel oft aus Tierhaaren gemacht sind, weiß man ja. Aber dass Kondome Milcheiweiß enthalten?

Vegan verhüten: Laut Peta sind die Kondome der Marke „Glyde Health“ die einzigen, welche nicht mit Tierversuchen produziert werden. Und kein Milcheiweiß enthalten.

Über tierische Kosmetikprodukte könnte man ein ganzes Buch schreiben. Wen das Thema interessiert, der kann sich mal auf der Website von Peta umschauen. Die erklären einem so kryptische Inhaltsstoffe wie Dexpanthenol oder Glyzin. Und sagen, welche Kosmetika ganz ohne Tiere auskommen. Und last but not least: Wer sich schon immer einmal wie ein Rockstar fühlen wollte, der darf seine Gitarre zerschmettern. Die wird nämlich von Knochenleim zusammengehalten.

Trash statt Tier

Upcycling nennt man die Umwandlung von Abfall in neuwertige Produkte. Da werden Tetrapaks zu Börsen und Schallplatten zu Obstschalen umdesignt. Kurz: Aus Müll wird Trend.

„Mode ist vergänglich. Stil bleibt.“

Coco Chanel

Auf www.weupcycle.com gibt es jeden Tag eine neue Do-it-yourself Idee, die man wunderbar nachmachen kann. Eine Lampe aus Pingpongbällen, die daherkommt wie aus einem teuren Lifestyle-Magazin. Alte LKW-Planen verwandeln sich in stylische Taschen. Alte Bohnendosen in Teelichthalter. Angemalte Autoreifen transformieren zu Pflanzenkübeln. Selber basteln ist billig, macht Laune und sieht auch noch super aus. Ideen gibt es zum Beispiel auf Pinterest.com unter dem Suchwort „Upcycling“. Gegen das Wegwerfen und für mehr Kreativität. Anstatt Ihren Kaffeesatz in den Biomüll zu entsorgen, könnten Sie zur Abwechslung mal Austernpilze drauf züchten.

Unsupersize me!

Wie Juan-Carlos Asse, ein Fitnesstrainer aus Florida, der Welt beweist, dass vegane Ernährung das Leben verändern kann. Mit Tracy und der Doku Unsupersize me! Eines Tages hat es sich Juan-Carlos in den Kopf gesetzt der Menschheit zu beweisen, dass jeder durch eine pflanzenbasierte Ernährung und Jedermann-Sport seine Gesundheit ganz schnell verbessern kann. Tracy Ryan trifft mit 29 auf Juan-Carlos – und wiegt rund 170 Kilo. Ein ganzes Jahr lang begleiten der Fitness-Trainer und seine Kamera Tracy auf ihrem Weg in ein leichteres Leben. Die beiden kaufen zusammen ein, kochen gemeinsam, laufen, klettern, spielen Tennis. Pflanzliche Ernährung und Sport. 365 Tage lang. Und das Ende der Doku treibt einem die Tränen in die Augen. Eine Halbmarathonlaufende strahlende, gesunde und wirklich hübsche Tracy. 100 Kilo leichter. Wir haben Juan-Carlos mal gefragt, warum er denn meinte, dass vegan etwas für jedermann sei. Er sagt: „Jedes Mal, wenn sich jemand für die vegane Ernährung entschieden hat, wurde ich Zeuge von unglaublichen, lebensverändernden Resultaten. Das Körperfett schmilzt geradezu weg, diese Menschen haben auch mehr Energie, schlafen besser, sie strahlen und werden kaum krank. Es funktioniert jedes Mal. Und es funktioniert schnell.“



Mein Upcycling

Machen Sie jetzt gleich mal eine Wanderung durch Ihre Wohnung. Was steht unbenutzt rum, was kommt in den Müll? Und nun gucken Sie das alles mal mit anderen Augen an: Was kann ich draus machen? Ein altes Marmeladenglas halb mit Kaffeebohnen befüllen. Teelicht rein. Mit ein wenig Farbe und Haken wird der Teppichklopfer zur Gaderobe … Alte Tarteformen zu Fotorahmen … Ein Köfferchen mit ein paar Brettern drin ergibt einen wunderbaren Apothekerschrank. Flaschen bunt färben, mit Tafelfarbe anmalen …Kronleuchter aus alter Weihnachtsdeko …

Meine Ideen:



Vegane Helden


Generation Gemüse: Zauberer. Präsidenten. Supermodels. Leistungssportler. Schauspieler. Rockstars …

Von Bill Clinton bis Uri Geller

Bill Clinton, herzlich vegan seit 2010:„Ich entschied mich für diese Ernährung, um die Chancen auf mein langfristiges Überleben zu maximieren.“ Könnte ich nicht besser formulieren. Der ehemalige US-Präsident ist seit längerer Zeit herzkrank. Sein Gesundheitszustand verbesserte sich durch die Änderung seines Lebensstils deutlich. Er hat mehr als 30 Kilo abgenommen und fühlt sich fit.

Thomas D. – kocht tierisch gerne pflanzlich: „Der Gorilla ist das stärkste Tier im Urwald und dabei gleichzeitig Veganer. Ich finde, das ist ein sehr schönes Bild, da sich viele den Veganer oder Vegetarier als einen dünnen, ausgemergelten Typen vorstellen.“

Seit vielen Jahren lebt der Rapper der Fantastischen Vier vegetarisch, 2013 entschied er sich dafür, einen Schritt weiter zu gehen – und Veganer zu werden. Außerdem hat er sein eigenes Öko-Fashionlabel.

Christoph Maria Herbst – dem Schauspieler fiel der Umstieg leicht: „Ich fühle mich entspannter, leichter, besser schlafend. Die Haut wird besser, kleine Zipperlein gehen flöten. Darüber hinaus ist es täglich ein schönes Gefühl, nicht übermäßig daran beteiligt zu sein, unsere Erde und ihre Ressourcen zu vernichten.“

Mike Tyson – vom Ohrenbeißen zum Karottenknabbern: „Schon nach acht Monaten mit diesem Veganzeugs spüre ich immer wieder regelrechte Energie-Explosionen. Und ich merke, wie Fleisch Gift für mich geworden ist. Heute nehme ich nichts mehr [Drogen]. Ich fühle mich vom Glück geküsst.“ Kaum jemand hat eine längere Liste an Skandalen, Gewalt und Brutalität vorzuweisen. Mike Tyson verbannte Drogen und Alkohol aus seinem Leben. Jetzt hat er eine glückliche kleine Familie, lebt gesund und geht jeden Abend vor 22 Uhr ins Bett, ist Taubenzüchter und Veganer.

Lance Armstrong – Radfahrprofi und Halbtagsveganer: „Ich bestehe immer noch darauf, am Abend essen zu können, worauf ich Lust habe. Aber schon nach einem Monat mit veganem Frühstück und Mittagessen merke ich eine gravierende Verbesserung. Für mich gibt es kein Fresskoma mehr. Mein Energielevel ist jetzt kontinuierlich hoch.“

Patrik Baboumian – Kraftsportler mit Spinatmuskeln: „Vegan Power!“ ruft der stärkste Mann Deutschlands, nachdem er durch das Heben von 550 Kilogramm mal eben wieder einen neuen Weltrekord aufgestellt hat. Damit hat sich das Bild vom exzessiv fleischfressenden Bodybuilder endgültig gewandelt.

Demi Moore – Hollywoods passionierte Rohkost-Veganerin: „Es gibt Hunderte verschiedener Arten von Obst und Gemüse. Wenn man nur zwei oder drei für jede Mahlzeit kombiniert, kann man für den Rest seines Lebens jeden Tag ein anderes Gericht essen.“

Mit ihren gut 50 Jahren gilt Demi Moore noch immer als eine der schönsten Frauen Hollywoods.

Besserwisser

Auch so manch tätowierter harter Kerl mag’s mal vegan. Normalerweise benutzt man für das Abheilen von Tattoos oft Bepanthen. Die Creme enthält allerdings Fett aus Schafwolle. Also nix für Veganer. Deshalb hat die Firma Tattoo Med die Creme Color Protection entwickelt. Die schützt ganz vegan die bunten Kunstwerke vor dem Ausbleichen und riecht dabei echt gut.

Brendon Brazier, der Ironman: „Als ich beschloss, mich vegan zu ernähren, habe ich schnell Veränderungen bemerkt. Meine sportliche Leistung hat sich schnell verbessert, weil ich mehr trainieren konnte als alle anderen. Nach einer Weile bemerkte ich auch, dass sich die Qualität meines Schlafs verbesserte.“

Alanis Morissette – die sportliche Sängerin ist 90-Prozent-Veganerin: „Die vegane Ernährung hilft mir beim Trainieren für den Marathon. Detox und Veganismus erlauben mir, bis ins kleinste Detail genau nachzuvollziehen, wie sich Nahrung auf meinen Körper auswirkt. Ich fühle mich wie ein verrückter Wissenschaftler.“

Die Sängerin ist ganz wild auf Kohl. Wenn es nach ihr ginge, bestünde jede Mahlzeit aus dem Wundergemüse. In verschiedenen Variationen natürlich, damit’s nicht langweilig wird!

Uri Geller, Zauberkünstler und Löffelbieger: „Das Beste am Vegansein sind die Klarheit und der Frieden des Geistes. Und die starke innere Verbundenheit mit dem Königreich der Tiere, die ich jetzt fühle.“

Der Wahrsager und Zauberer will mithilfe seiner Gedankenkraft dafür kämpfen, dass Foie gras (Gänseoder Entenstopfleber) in Großbritannien nicht länger verkauft wird.

Bryan Adams – seit 30 Jahren Rockstar, seit 20 Jahren vegan: „Wenn ich mir andere Leute in meinem Alter anschaue, die keine Veggies sind, muss ich sagen, dass ich generell in besserer Form bin als die meisten von ihnen.“

Bryan ist nicht nur Sänger und ein begnadeter Fotograf, er setzt sich auch aktiv für Menschen und Tiere ein.

Pamela Anderson – Baywatch-Beauty mit „Salatbusen: „Jedes Mal wenn wir an einem ‚Kentucky Fried Chicken’ vorbeifahren, sagen meine Kinder, ich solle hupen und laut BUUUUUUUUUU aus dem Autofenster schreien.“ Für eine Peta-Kampagne posierte der Baywatch-Star im Salatbikini.

Ellen DeGeneres – US Talkshowmoderatorin und Energiebündel: „Du fragst die Leute, warum sie Hirschköpfe an der Wand hängen haben. Sie sagen immer: ‚Weil es so ein wunderschönes Tier ist.’ Also bitte, meine Mutter sieht unglaublich gut aus, aber ich habe Fotos von ihr.“

Ellen moderiert eine der bekanntesten US-Talkshows. Zusammen mit ihrer Frau und ein paar Freunden hat sie in Kalifornien ein veganes Restaurant eröffnet. Und auf ihrer Website www.ellentv.com findet man leckere Rezepte und viele Tipps.


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