Kitabı oku: «Wochenend und Wanderschuh – Kleine Wander-Auszeiten in der Pfalz»
KLEINE WANDER-AUSZEITEN IN DER
-PFALZ-

MARION LANDWEHR
MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD
unter: gps.bruckmann.de

INHALT
VORWORT
(Wander-)Paradies Pfalz
Kurzurlaub und noch viel mehr!
EINLEITUNG
Erlebnisreich!
Wälder, Burgen und Felsen
1 Deutsche Weinstraße
Deidesheim
2 Herz der Weinstraße
Neustadt
3 Rund um die Domstadt
Speyer
4 Weinstadt mit Riesenfass
Bad Dürkheim
5 Wie in der Toskana!
Neuleiningen
6 Zwei-Tages-Tour
Hinkelsteinweg Otterberg
7 Natur, Kultur, Historie
Kaiserslautern
8 Wandern mit Hexen und Teufeln
Pirmasens
9 An der französischen Grenze
Fischbach bei Dahn
10 Naturspektakel Felsenland
Dahn
11 Gekürte Wanderwege
Bruchweiler-Bärenbach
12 Kurstadt mit Charme
Bad Bergzabern
13 Schmucker Ort mit Burg
Annweiler
14 Wein, Berg und Burg
Landau
Orts- und Sachregister
Impressum

Berühmt ist die Pfalz für ihre bizarren Felsformationen.
DIE ZIELE IM ÜBERBLICK
Deidesheim
Neustadt
Speyer
Bad Dürkheim
Neuleiningen
Otterberg
Kaiserslautern
Pirmasens
Fischbach bei Dahn
Dahn
Bruchweiler-Bärenbach
Bad Bergzabern
Annweiler
Landau
ZEICHENERKLÄRUNG ZU DEN TOURENKARTEN
| Wandertour mit Gehrichtung |
| Tourenvariante |
| Ausgangs-/ Endpunkt der Tour |
| Wegpunkt |
| Bahnlinie mit Bahnhof |
| S-Bahn |
| Tunnel |
| Seilbahn, Gondelbahn |
| Bushaltestelle |
| Parkmöglichkeit |
| Hafen |
| Autofähre |
| Personenfähre |
| Flugplatz |
| Kirche |
| Kloster |
| Burg/Schloss |
| Ruine |
| Wegkreuz |
| Denkmal |
| Turm |
| Leuchtturm |
| Windpark |
| Windmühle |
| Mühle |
| Hotel, Gasthof, Restaurant |
| Jausenstation |
| Schutzhütte, Berggasthof (Sommer/Winter) |
| Schutzhütte, Berggasthof (Sommer) |
| Unterstand |
| Grillplatz |
| Jugendherberge |
| Campingplatz |
| Information |
| Museum |
| Bademöglichkeit |
| Bootsverleih |
| Sehenswürdigkeit |
| Ausgrabung |
| Kinderspielplatz |
| schöne Aussicht |
| Aussichtsturm |
| Klettersteig/ Steig mit Sicherungen |
| Wasserfall |
| Randhinweispfeil |
| Maßstabsleiste mit Nordpfeil |
(WANDER-) PARADIES PFALZ
Kurzurlaub und noch viel mehr!
Felsen, Burgen, Wein und Wandern – das sind die Begriffe, die die Pfalz kurz, aber umfassend charakterisieren. Es ist ein ganz besonderes Fleckchen Erde, das im Süden des Bundeslandes Rheinland-Pfalz einen hohen Freizeitwert, ein Eldorado für Wanderer und Outdoor-Enthusiasten sowie das Schlaraffenland für Weinliebhaber bietet. Auch für alle, die sich für Geologie und Geschichte interessieren, ist ein Aufenthalt in der Pfalz eine große Bereicherung.
Aus vielerlei Gründen ist es eine gute Idee, ein Wochenende in der Pfalz zu verbringen, denn die Region ist herrlich abwechslungsreich und insbesondere Wanderer werden angesprochen und können sich hier so richtig austoben. Da aber ein Wochenende bekanntermaßen nicht unbegrenzt Zeit bietet, möchte man gern in einem überschaubaren Zeitrahmen möglichst viel erleben. Ich habe deshalb schöne Regionen und Weinorte zusammengestellt, die eine Besichtigung lohnen und zugleich Ausgangspunkte für ganz besondere Wanderungen sind. So lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Man kombiniert einen schönen Weinort mit zwei Wanderungen, die sich im selben Ort oder zumindest in gut erreichbarer Nähe befinden.
Die meisten Touren sind Ganzjahresziele, denn die Pfalz ist zu allen Jahreszeiten attraktiv. Im Frühjahr berauschen uns rosa blühende Mandelbäume und knallgelber Ginster. Im Sommer heißt uns die Kühle des Pfälzerwaldes und diverser Schluchten willkommen. Im Herbst bezaubert die Laubverfärbung der Weinberge, und im Winter bildet die Schneedecke ein Kontrastprogramm zum roten Buntsandstein.

Viele Wanderungen führen an rotem Buntsandstein vorbei.
Es wird also deutlich: Mit einem einzigen Wochenende in der Pfalz ist es vermutlich nicht getan! Sicherlich werden auch Sie zum »Wiederholungstäter«, wenn Sie einmal erlebt haben, was dieses tolle Fleckchen Erde alles zu bieten hat.
Ich wünsche Ihnen viele schöne Wochenenden in der herrlichen Pfalz!

ERLEBNISREICH!
Wälder, Burgen und Felsen

Highlights im Frühjahr: die Mandelblüte …

… und der knallgelbe Ginster!

Schnuckelige Weindörfer zieren die Deutsche Weinstraße.
Es ist ein Wanderparadies, eine landschaftliche Naturgewalt und eine höchst gastfreundliche Region – die Pfalz, im Süden des Bundeslandes Rheinland-Pfalz gelegen, ist charmant, abwechslungsreich und einfach überwältigend schön!
Herzstück der Pfalz ist der Naturpark Biosphärenreservat Pfälzerwald. Die Mittelgebirgslandschaft zeichnet sich aus durch Mischwälder, sonnige Wiesentäler und vor allem jede Menge Felsentürme und Burgruinen. Der Pfälzerwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands und bedeckt gut ein Drittel der Fläche der Pfalz. Er geht in die Vogesen über, die sich südlich der deutsch-französischen Grenze an das Gebiet anschließen, und bildet mit diesem das grenzüberschreitende UNESCO-Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen.
Besucher finden hier vor allem ein einzigartiges Wandergebiet. Auf etwa 7000 Kilometern markierter Wege kann man nach Lust und Laune wandern. Unzählige vom Pfälzerwaldverein bewirtschaftete Hütten laden auf den Wegen zur Einkehr ein und bereichern die Wanderungen. Die Hütten sind eine solche Besonderheit, dass sie im Frühjahr 2021 als UNESCO-Kulturerbe aufgenommen wurden.
LIEBLICHE WEINSTRASSE
Das zweite Highlight der Pfalz ist die Deutsche Weinstraße. In den schick herausgeputzten Weindörfern entlang der kleinen Straße präsentieren sich herrliche Fachwerkhäuser, eine große Zahl an Weingütern, natürlich üppige Weinberge sowie Obstplantagen und sanfte Hügel. Hier und da wacht eine Burg über der Szenerie. Die Weinberglandschaft ist eine liebliche Region, und dank ihres südländischen Klimas gedeihen hier die besten Pfälzer Weine. Es ist die erste Weintouristikroute; sie startet in Schweigen an der französischen Grenze als Südliche Weinstraße und führt auf einer Länge von 85 Kilometern Richtung Norden bis nach Bockenheim bei Worms. Dabei verbindet sie die Rebenlandschaft harmonisch mit Burgen und Schlössern.
WEINLAND PFALZ
Was die Landschaft an der Weinstraße selbstredend besonders prägt, ist der Wein – fast jede dritte Flasche Wein in deutschen Supermärkten stammt aus der Pfalz. Das Weinspektrum ist groß, Trauben für reife, füllige und elegante Weine gedeihen an den Hängen der Pfalz. Die bekannteste Rebsorte der Region ist der Riesling, und diesen gibt es in vielerlei Geschmacksvariationen. An der Südlichen Weinstraße dominieren die Burgundersorten Weiß-, Grau und Spätburgunder.
So viel Wein will gefeiert werden, und das tun die Pfälzer ausgiebig. Kleine und große Weinfeste überzeugen die Besucher von der besonderen Qualität der Weine. Das Weinfest-Jahr geht im zeitigen Frühjahr los und zieht sich bis in den Herbst hinein – mancherorts gibt es auch stimmungsvolle Winterfeste im Advent. Wenn in den vorgestellten Regionen und Weinorten besonders schöne Feste stattfinden, ist dies als Tipp dort vermerkt. Zwei Dinge sind für Besucher der Pfalz in Sachen Wein überlebenswichtig zu wissen: Es wird zwingend Weinschorle getrunken, und zwar aus dem »Dubbeglas«. Die Schorle heißt auch nicht Schorle, sondern Schoppe und besteht zu einem ansehnlichen Teil aus Wein und nur zu einer geringen Beimengung aus Mineralwasser. Das sollte man stets berücksichtigen, vor allem im Hinblick auf die Fahrtüchtigkeit.

Die herbstliche Laubverfärbung der Weinberge ist ein Augenschmaus.
Einer der Giganten im Pfälzerwald ist der Rötzenfels.
PFÄLZER SPEZIALITÄTEN
Zu so viel vorzüglichem Wein gehört auch gutes Essen. Die Pfalz bringt einige kulinarische Köstlichkeiten auf den Tisch, viele typische und weithin bekannte Gerichte gibt es nur hier. Der verstorbene Altkanzler Helmut Kohl machte beispielsweise den Pfälzer Saumagen berühmt – es war sein Leibgericht, so heißt es zumindest. Das Pfälzer Nationalgericht besteht aus einer Mischung aus magerem Schweinefleisch, Bratwurstbrät, Kartoffeln und Zwiebeln – alles zusammen kommt in einen gereinigten Schweinemagen, dieser wird zugebunden und anschließend in Salzwasser zwei bis drei Stunden gesiedet. Dazu wird meist Sauerkraut serviert.
UNTERKÜNFTE
In diesem Wanderführer sind am Ende jedes Kapitels Unterkunftsvorschläge aufgeführt. Sie reichen von einer einfachen Pension oder der Ferienwohnung über einen ortsnahen Campingplatz bis hin zum Wellness-Hotel und decken damit alle Ansprüche ab. Liegen zwei Wochenend-Wanderungen nicht direkt beieinander, sind Übernachtungsoptionen in der Nähe der beiden Startpunkte angegeben. Dann könnte man am Wochenende einmal umziehen, oder man entscheidet sich für die Nähe zu einer der beiden Wanderungen, denn allzu weit ist die zweite nie entfernt.

Markenzeichen Burg - hier die gut erhaltene Kropsburg
Einige der genannten Stell- und Campingplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe oder direkt am ausgeprägten Wanderwegenetz. Viele Plätze sind so gelegen, dass eine der empfohlenen Pfalzwanderungen am Platz vorbeiführt oder zumindest zu Fuß erreichbar ist und man das Wohnmobil stehenlassen kann. Ausführliche Informationen zu Wohnmobilreisen in der Pfalz mit vielen Stell- und Campingplätzen findet man auch in meinem Buch »Wochenend & Wohnmobil – Pfalz« (Bruckmann Verlag).
WANDERPARADIES
Die Pfalz bietet für Wanderer einfach alles: Vom kurzen Spaziergang auf relativ ebenem Weg über anspruchsvollere Wanderungen mit ein paar Höhenmetern bis hin zu schweißtreibenden Halbtages- oder Tagestouren ist alles dabei. Die Wege folgen oft zuverlässig einer Wergmarkierung, sodass ein Verirren nicht möglich ist. In diesem Reiseführer finden Sie sowohl Klassiker unter den Pfalzwanderungen als auch Geheimtipps, kurze entspannte Touren werden ebenso vorgestellt wie die Zwei-Tages-Tour Hinkelsteinweg. Einen umfassenden Überblick über besonders schöne und empfehlenswerte Wanderungen in allen Längen und Schwierigkeitsstufen gibt Ihnen mein ebenfalls im Bruckmann Verlag erschienener Wanderführer »Wander dich glücklich – Pfalz«.
SCHWIERIGKEITSGRADE
In den Infoteilen der Wanderungen ist immer auch der Schwierigkeitsgrad angegeben. »Leichte« Wanderungen haben wenige Steigungen und verlaufen auf gut begehbaren Wegen, für die kein besonderes Können erforderlich ist. Die Touren mit dem Schwierigkeitsgrad »Mittel« beinhalten schon etwas steilere An- und Abstiege und sind tendenziell länger auf z. T. unwegsamen Pfaden. Bei der Charakterisierung »Schwer« sind eine gute Grundkondition, Trittsicherheit und mitunter auch Schwindelfreiheit Voraussetzung; für geübte Wanderer sind jedoch auch diese Touren unproblematisch.
ZU GAST IN DER PFALZ
Die Pfälzer sind ein höchst gastfreundlicher Menschenschlag. Sie sind weltoffen und umgänglich, man fühlt sich jederzeit willkommen und eingeladen. Vor allem bei den Weinfesten und Veranstaltungen, aber auch beim Wandern oder Sightseeing findet man schnell Kontakt und fühlt die Herzlichkeit, mit der die Bewohner der Pfalz Besucher aufnehmen.
Sie selbst bezeichnen sich gern auch als Urgesteine und sind mitunter etwas eigenwillig, dies aber auf sympathische Art und Weise. Sie sind genussfreudig und gesellig. Was allerdings mitunter schwierig werden könnte, ist die Verständigung. Der Pfälzer Dialekt hat es in sich, und manches kann man mehr erahnen als wirklich verstehen. Aber auch diese Tatsache macht den Reiz der Region aus!

Wandern ist in allen Längen und Schwierigkeitsgraden möglich.
1
DEUTSCHE WEINSTRASSE
Deidesheim

Blickfang und Zentrum des Ortes Deidesheim ist das Rathaus.
Die »Rieslingstadt an der Weinstraße« wird Deidesheim genannt – viele sehen in dem Winzerort gar die heimliche Hauptstadt der Pfalz. Damit nicht genug, gilt Deidesheim als Heimatort des legendären Saumagens, einer Pfälzer Spezialität, die insbesondere durch Altkanzler Helmut Kohl berühmt wurde.
Vor allem das milde Klima des kleinen Orts – das übrigens charakteristisch für die gesamte Deutsche Weinstraße ist – bezaubert. Wo sonst gedeihen derart prachtvolle Zitronen- und Kiwisträucher sowie Feigenbäume? Und die in diesem herrlichen Klima heimischen Trauben sind natürlich prädestiniert für große Weine. Das Museum für Weinkultur bietet in seiner Dauerausstellung Einblicke in die Kulturgeschichte des Weins.
Untergebracht ist das Museum im historischen Rathaus, das aus dem 16. Jahrhundert stammt. Es ist das Wahrzeichen der Stadt, in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz geführt und zu den bedeutendsten Gebäuden der Pfalz zählend. Das Rathaus am Marktplatz bildet zusammen mit der Pfarrkirche St. Ulrich das Zentrum des historischen Stadtkerns.
Tipp
DIE DEIDESHEIMER GEISSBOCKVERSTEIGERUNG findet jährlich am Dienstag nach Pfingsten statt und ist ein historisches Spiel, dessen Höhepunkt die Versteigerung eines Ziegenbocks darstellt. Die historische Ursache für dieses Spektakel war ein immer wieder aufkommender Streit um das Weideland des Ortes, der im Mittelalter meist vor Gericht endete. Inzwischen ist aus der ernsten Angelegenheit das größte Volksfest der Stadt geworden.
Ein amüsantes Relikt der Geschichte um die Geißbockversteigerung (siehe Tipp) ist der Geißbockbrunnen in der Bahnhofstraße vor der Tourist-Information. Hier wird die Versteigerung mit einem gut gehörnten Bock auf erhöhter Position dargestellt. Im Dekor des Sockels befinden sich die Fabelwesen Elwedritsche. Ein grünes Kleinod ist der Stadtgarten mit mediterraner Terrasse, wo Lavendel, Rosmarin, japanischer Gingko und amerikanische Mammutbäume gedeihen. Im Mittelpunkt befindet sich neben Steintreppchen und Holzbrücken ein kleiner Weiher, und zahlreiche Ratsplätzchen laden zum Entspannen ein.
Eine Trockenmauer umgibt die Heidelöcher.

Herrliche Wachtenburg!
MICHAELSKAPELLE UND HEIDENLÖCHER BEI DEIDESHEIM
Heidenlöcher, ein See, eine Burgruine, Weinberge, eine Einkehr und eine Waldkapelle – das alles befindet sich auf unserer heutigen Wanderung, die nahe dem schnuckeligen Weinstraßenort Deidesheim startet und uns viele verschiedene Eindrücke beschert. Die durchgehende Wegmarkierung ist ein roter Punkt.
ERST CHRISTLICH, DANN KELTISCH
Nachdem wir den etwas versteckt liegenden Parkplatz Sensental gefunden haben, geht es im Uhrzeigersinn los und geradewegs, allerdings bergauf, zum ersten Highlight, der Michaelskapelle. Das kleine Kirchengebäude ist dem Erzengel Michael geweiht. Der beschauliche Ort im Wald mit dem tollen Blick über die Rheinebene würde zu einer Rast an dem schönen, aber oft belegten Picknickplatz einladen, wenn wir nicht erst vor 20 Minuten losgewandert wären … Einer Informationstafel können wir entnehmen, dass die Kapelle auf den Grundmauern einer alten Kultstätte errichtet wurde.
Noch einmal geht es den Hang hinauf, und diesmal sind die Heidenlöcher das Ziel des Anstiegs. Sie liegen auf dem Gipfel des Kirchbergs und wurden im 9./10. Jahrhundert als Fliehburg zum Schutz gegen Überfälle errichtet. Eine noch vorhandene Trockenmauer umgibt das Areal, auf dem einst etliche Häuser standen. Da nicht bekannt ist, wann die Anlage entstand, wurde sie den Heiden zugeschrieben, und wegen der muldenförmigen Vertiefungen, die die eingestürzten Bauten im Waldboden hinterlassen haben, kam der zweite Namensteil hinzu, daher »Heidenlöcher«. Ein interessanter und mystischer Ort!
DIE SEELE BAUMELN LASSEN
Nach dem kleinen Geschichts-Exkurs wandern wir durch einen Kiefernwald und treffen schließlich auf einen breiten geschotterten Weg. Mit nur wenigen Schritten Umweg erreicht man von hier den Basaltsee: Wir biegen rechts ab und folgen an einer weiteren Kreuzung nach rechts einem Weg zum Ufer des Sees. Hier sitzen Wanderer und Spaziergänger, picknicken, lassen sich mitgebrachten Pfälzer Wein schmecken oder genießen einfach das abgelegene Gewässer inmitten der Natur. Der tiefgrüne Balsaltsee wird von steilen Felswänden auf der einen und flachen Ufern auf der anderen Seite umrahmt. Da er in einem Naturschutzgebiet liegt, ist das Baden im See jedoch nicht erlaubt.
WEITERWEG ZUR BURG
Anschließend geht es wieder zurück zu der Kreuzung, bei der wir zum See abgebogen sind. Diesmal wandern wir geradeaus weiter und treffen kurz darauf auf eine markante grüne Bank. An dieser biegen wir scharf rechts ab und folgen einem schmalen Waldpfad sowie der Wegmarkierung »Pfälzer Weinsteig«. Der Pfad geht schließlich in einen geschotterten Weg über, der uns zur Wachtenburg führt. Die einstige, über einen Kilometer lange Wehranlage aus Mauern, Türmen und Gräben ist mit ihren eineinhalb Meter dicken Mauern noch gut erhalten, direkt daneben stehen Reihen von Weinreben. Dank der wunderschönen Ausblicke, die sich von der Burg bieten, wird die Wachtenburg auch »Balkon der Pfalz« genannt.
WEINBERGE UND MANDELBLÜTE
Es geht nun steil hinab in den Ort Wachenheim, in dem wir dreimal rechts abbiegen und an dessen westlicher Seite wir schließlich entlangwandern. Bald schon haben wir den Ort hinter uns gelassen und laufen entlang der Weinberge mit Blick über die Rheinebene. Wir befinden uns auf dem Wanderweg Deutsche Weinstraße. Im sanften Auf und Ab geht es entlang der Waldgrenze und oberhalb des Rebenmeers weiter.

Am Ende dieser Etappe kann man in Thomas’ Waldweinstube wunderbar einkehren, und mit lokalen Spezialitäten und einem Schoppen aus dem Dubbeglas stärken wir uns. Weiter geht es alsdann auf dem Pfälzer Mandelpfad, vorbei an einem Ausblick auf das Weindorf Forst. Unternehmen wir die Wanderung im Frühjahr, genießen wir rundum die blühenden Mandelbäume und gelangen schließlich zurück zum Parkplatz Sensental.

Hier schweift der Blick über das Rebenmeer und den Ort Wachenheim.
Interessanter Steinblock am Ende der Klamm
AUF DEM ESELSWEG – VIELSEITIGE RUNDE VON KÖNIGSBACH
Esel und Geißen begegnen uns auf diesem Weg zwar keine, aber trotzdem bietet die kleine Runde viel Abwechslung: eine beschaulich im Wald gelegene Kapelle, eine tolle Einkehrmöglichkeit und wundervolle Blicke bis in die Rheinebene – und das auf federnden Waldwegen und durch eine Klamm hindurch.
ANDÄCHTIGER START IN DIE STILLE
Vom Wanderparkplatz oberhalb des Wohngebiets von Königsbach marschieren wir direkt in den Wald, der Weg steigt moderat an. Wir gehen entlang eines Kreuzwegs, der uns schließlich zur Klausenkapelle führt. Das kleine Gotteshaus ist geöffnet, und man kann für einen kleinen Obolus eine Kerze anzünden. Um die Kapelle herum befinden sich zahlreiche Rastmöglichkeiten und Picknickplätze.
Durch den schattigen Wald geht es weiter bergauf, bis schließlich ein schmaler Pfad nach links abbiegt. Ab dieser Stelle wandern wir nur noch auf schmalen Waldwegen quer durch die Stille des Pfälzerwalds. Vogelgezwitscher begleitet uns, während wir zwar immer wieder breite Forstwege kreuzen, aber ausschließlich quer dazu eine ganze Weile schmale Wege nutzen. Es geht nun auch deutlich bergab, zuletzt in Serpentinen. Dann treffen wir auf einen Forstweg und sehen zum ersten Mal die Wegmarkierung des Eselswegs, zusammen mit der des Geißbockwegs.

Schöner Blick über die Rheinebene

Wegmarkierung der Wanderung
WALDSCHENKE UND SCHLUCHT
An dieser Stelle wenden wir uns für einen kurzen Abstecher nach links und gelangen zur der sehr empfehlenswerten, schattig gelegenen Waldschenke, die auch unter dem Namen Deidesheimer Hütte bekannt ist und vom Pfälzerwaldverein bewirtschaftet wird. Der einladende und große Außenbereich sowie das deftige Pfälzer Essen laden zur Einkehr ein. Nach der Stärkung in der Hütte geht es zurück zur Kreuzung, bei der wir auf den Eselsweg gestoßen sind. Kurz darauf führen uns steinerne Treppen vom Hauptweg nach links hinab. Nun folgt mein Lieblingsteil der Wanderung: Wir durchqueren die kleine naturbelassene Weinbachklamm, die so romantisch wie wild ist. Ein Bach plätschert neben uns her, den wir über eine Holzbrücke queren. Farn wächst rechts und links des Wegs, und wir freuen uns erneut an der uns umgebenden Stille.
An der Stelle, an der wir die Klamm verlassen, treffen wir auf einen Steinblock, auf dem wir Interessantes über die Geschichte des Eselswegs nachlesen können.

SZENENWECHSEL
Nun verlassen wir die schattige Kühle des Waldes und haben eine schöne Schlussetappe vor uns. An Weinbergen entlang wandern wir mit Blick auf die Rheinebene und das Rebenmeer weiter. Bei guter Sicht ist von hier aus sogar der Königstuhl, der Hausberg Heidelbergs, zu sehen. Von Bänken aus lässt sich der Blick besonders gut genießen – oder von der Terrasse der Waldgaststätte Pfalzblick, die am Ende der aussichtsreichen Wanderung oberhalb der Weinberge auf hungrige Wanderer wartet.
Dann geht es noch einmal in den Wald, und kurz darauf erreichen wir den Ort Königsbach und über einen schmalen Trampelpfad am Rand des Wohngebiets wieder den Ausgangspunkt, unseren Wanderparkplatz.

WANDERN UND KUNSTGENUSS? Geht! Kurz bevor wir wieder den Parkplatz erreichen, befindet sich rechter Hand (bereits im Wohngebiet) das Weinstraßenatelier Ludwig Fellner. Im ehemaligen Wohnhaus des Malers ist ein kleines Museum untergebracht. Gäste können unter dem Motto »Kunst Kaffee Kuchen« das besondere Ambiente des Hauses – inklusive eines schönen Blicks über die Rheinebene – genießen. Öffnungszeiten und Infos unter weinstrassenatelier.de

Wald, Weinberge, Wiese – der Eselsweg ist abwechslungsreich.
AUF EINEN BLICK
Info
STADT/REGION: Deidesheim/Deutsche Weinstraße
BESTE REISEZEIT: Ganzjährig
OPTIMALE REISEDAUER: 2 Tage
TOURISTINFO: Tourist-Service GmbH Deidesheim, Bahnhofstr. 5, 67146 Deidesheim, Tel. 06326/967 70, touristinfo@deidesheim.de, deidesheim.de
SEHENSWÜRDIGKEITEN
MUSEUM FÜR WEINKULTUR: Marktplatz 9, 67146 Deidesheim, Tel. 6326/98 15 61, deidesheim.de/museen.html
HISTORISCHES RATHAUS: Marktplatz 1, 67146 Deidesheim
GEISSBOCKBRUNNEN: Bahnhofstr. 5, 67146 Deidesheim
ÜBERNACHTUNG
KAISERGARTEN HOTEL & SPA DEIDESHEIM: Weinstr. 12, 67146 Deidesheim, Tel. 6326/70 00 77, info@kaisergarten-deidesheim.de, kaisergarten-deidesheim.com €€€
GÄSTEHAUS HEBINGER AM SCHLOSSPARK: Bahnhofstr. 21, 67146 Deidesheim, Tel. 6326/96 52 70, info@hebinger.de, gaestehaus-deidesheim.de €€
FERIENHAUS WEINSCHENK: Neubergstr. 47, 67435 Neustadt an der Weinstraße/Gimmeldingen €€
WOHNMOBILSTELLPLATZ AM WEINGUT MARGARETHENHOF FORST: Wiesenweg 4, 67147 Forst an der Weinstraße, info@margarethenhof-forst.de, margarethenhof-forst.de €
MICHAELSKAPELLE UND HEIDENLÖCHER
DAUER: 3 Std.
HÖHENMETER: 280 Hm
LÄNGE: 9,7 km
SCHWIERIGKEIT: Mittel
AUSGANGS-/ENDPUNKT: Parkplatz Sensental
TOURENCHARAKTER: Überwiegend gute begehbare Wege, steiler Abstieg nach der Wachtenburg, Trittsicherheit von Vorteil
Inmitten der Heidenlöcher

Die beschauliche Michaelskapelle

Tolle Schlussetappe auf dem Eselsweg oberhalb des Rebenmeers
BESTE JAHRESZEIT: April bis Oktober
EINKEHR UNTERWEGS: Thomas’ Waldweinstube
AUF DEM ESELSWEG
DAUER: 2 Std.
HÖHENMETER: 180 Hm
LÄNGE: 6,5 km
SCHWIERIGKEIT: Leicht
AUSGANGS-/ENDPUNKT: Wanderparkplatz Klausental
TOURENCHARAKTER: Einfache Wanderung über vorwiegend schmale Waldpfade, mäßige Steigungen, überwiegend schattig
BESTE JAHRESZEIT: April bis September
EINKEHR UNTERWEGS: Waldschenke/Deidesheimer Hütte, Waldgaststätte Pfalzblick
2
HERZ DER WEINSTRASSE
Neustadt

Der muntere Ort Neustadt ist das Herzstück der Deutschen Weinstraße.
Am Rand des Pfälzerwalds gelegen, bildet das mediterrane Neustadt den Mittelpunkt der Deutschen Weinstraße. In und um die Stadt herum gibt es so viel zu sehen und zu unternehmen, dass es kaum in ein Wochenende passt. Dolce Vita trifft hier auf aktives Erleben!
Im Folgenden werden Wanderungen beim berühmten Hambacher Schloss – ein Muss in dieser Gegend! – und als klassische Pfälzer Wanderung eine Burgentour im nahen Elmsteiner Tal vorgestellt. Beide Wanderungen sind abwechslungsreich, mittellang und lassen genügend Zeit zum Genuss des besonderen Flairs von Neustadt.
Die schmucke Innenstadt von Neustadt ist ein bauhistorisches Juwel. Der Marktplatz mit der fotogenen Stiftskirche, dem Brunnen und dem Rathaus lädt zum Müßiggang ein: In einem Straßencafé dem bunten Treiben zuschauen, einen Latte Macchiato dabei trinken und die Sonne genießen oder unter Schatten spendenden Bäumen auf einer Bank sitzen und Zeitung lesen – das soll unsere Belohnung fürs fleißige Wandern sein! An den mediterranen Marktplatz schließt sich die Fußgängerzone an. Ein Netz von verkehrsberuhigten Straßen bietet nicht nur Einkaufsmöglichkeiten, sondern auch eine Lebensart, die man eher am Mittelmeer vermutet. Auch hier gibt’s wieder Cafés und Restaurants, dazwischen Läden, Boutiquen, Obst- und Gemüsehändler. Wem die Füße noch nicht schwer genug sind, dem seien zum Sightseeing die Stadthalle Saalbau, Krönungsort der Deutschen Weinkönigin, oder der zauberhafte Hauptbahnhof mit Eisenbahnmuseum empfohlen. Auch das Hambacher Schloss ist nicht weit entfernt und kann im Rahmen der unten beschriebenen Wanderung besichtigt werden.
Tipp
Das Winzerdorf Gimmeldingen, zu Neustadt eingemeindet, ist jährlich zur Zeit der Mandelblüte Austragungsort des Gimmeldinger Mandelblütenfests mit Rahmenprogramm, viel Musik und noch mehr Schoppen … Der Termin richtet sich immer nach der Situation der Blüte und der allgemeinen Wetterlage; der aktuelle Stand kann auf den Seiten von Neustadt eingesehen werden (neustadt.eu/Tourismus-Wein/Top-Events-Veranstaltungen/Mandelblüte).
RUND UM DAS GESCHICHTS-TRÄCHTIGE HAMBACHER SCHLOSS
Die schwarz-rot-goldene Fahne weht auf dem Schloss, das bei Neustadt auf dem Kastanienberg thront und als Wiege der Demokratie gilt. Berühmt geworden durch das Hambacher Fest im Jahr 1882 ist es heute ein beliebtes Ausflugssziel, das zudem in einer wunderschönen Umgebung liegt. Wir schauen uns das historisch bedeutsame Schloss erst einmal aus der Nähe an, bevor wir es umwandern, um es aus verschiedenen Perspektiven zu erleben. Man kann die Anlage erkunden, im »Restaurant 1832« einkehren, das in die Ringmauern des Schlosses integriert ist und schöne Panoramablicke bietet, oder an einer Führung teilnehmen. Diese umfasst auch die Ausstellung »Hinauf, hinauf zum Schloss!«, in der die Ereignisse rund um das Hambacher Fest thematisiert werden.
Da man das Highlight, das Hambacher Schloss, bereits zu Beginn besichtigt hat, ist der nun folgende Weg das Ziel – über schöne Waldwanderwege und Pfade werden wir durch den Pfälzerwald streifen, vorbei an Aussichtspunkten und einer Einkehr auf halber Strecke.

Hier wurde deutsche Geschichte geschrieben: das Hambacher Schloss.
Der Hambacher Bergstein mit Aussichtskanzel
AUS DER FERNE BETRACHTET
Auf einer Wandertafel am Zugang zum Schloss kann man aus diversen Wanderwegen einen auswählen. Wir entscheiden uns heute für eine knapp zehn Kilometer lange Strecke, während der es gleich mehrere unterschiedliche Blicke auf das Schloss geben wird – es ist eine Kombination aus den Wegen 5 und 6 auf der Wanderkarte. Der Weg führt links an der Burgschänke Rittersberg vorbei in den Wald hinein. Auf einem bequemen, breiten Weg geht es, immer dem Wandersymbol Pfälzer Weinsteig folgend (das später durch die Markierung rot-weiße Welle ergänzt wird), kontinuierlich bergauf. Sehr bald schon werden wir mit einem ersten Blick auf das prächtige Schloss belohnt, bevor der Weg eine Rechtskehre beschreibt und an einer Schutzhütte in einen kleineren Pfad übergeht. Dieser windet sich eben, still und unspektakulär durch den Wald.
EINKEHR MIT AUSSICHT
Es folgen bald Hinweisschilder auf das Hohe-Loog-Haus, und wir freuen uns schon auf diese Einkehr mit ihrem fantastischen Ausblick. An einem Felsen mitten auf dem Weg geht es dann auf einem noch etwas schmaleren Pfad direkt zum Hohe-Loog-Haus, einer auf 613 Metern Höhe gelegenen, bewirtschafteten Schutzhütte des Pfälzerwaldvereins. Während man sich einen Schoppen und eine typische Pfälzer Mahlzeit munden lässt, blickt man auf die Südpfalz und bei guter Sicht bis zum Schwarzwald und zum Odenwald im benachbarten Baden-Württemberg.

Ein historischer Ort mit Ausblick ist das Sühnekreuz.
Danach geht es oberhalb der Hütte auf einem Weg weiter bis zu einer großen Kreuzung mit Bank inklusive Aussicht. Nach der Bank biegen wir links ab und wandern über Waldpfade bis zur kleinen Schutzhütte Speierheld. Hier befindet sich an exponierter Stelle eine Picknickgelegenheit mit Aussicht auf der einen und dichtem Wald auf der anderen Seite.

Als nächste Attraktion am Weg folgt der Hambacher Bergstein, ein kleiner Felsen mit eingezäunter Aussichtsplattform, die man über eine kurze Leiter erreicht. Und natürlich genießen wir von der Plattform erneut einen herrlichen Blick auf das Hambacher Schloss.
GEHEIMNISVOLLES SÜHNEKREUZ
Es folgt über einen kurzen Abstecher ein letzter beeindruckender Ort, markiert mit dem Sühnekreuz am Rittersberg. Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss, und so hat man von diesem besonderen Ort den bislang allerbesten Blick auf das Hambacher Schloss. Aber auch die geschichtliche Bedeutung beschert uns eine Gänsehaut: Das Kreuz ist das erste christliche Mahnmal in der Pfalz nach dem Zweiten Weltkrieg; außerdem wurden die beiden Eichenholzbalken mit Granatsplittereinschlägen von ehemaligen Soldaten und der katholischen Mannesjugend auf den Rittersberg getragen und dort zu einem Kreuz zusammengesetzt (siehe Inschrift). Nach dem Sühnekreuz führt uns der Weg zurück zur Burgschänke Rittersberg, die wir nun auf dem oberen Weg erreichen.

Tolle Einkehrmöglichkeit auf halber Strecke im Hohe-Loog-Haus
3-BURGEN-TOUR IM ELMSTEINER TAL
Im nur wenige Kilometer von Neustadt entfernten Elmsteiner Tal verbindet ein Rundweg die Burgruinen Erfenstein und Breitenstein sowie die Burg Spangenberg. Die Aussichtspunkte auf den steil abfallenden Sandsteinfelsen, auf denen die Burgruinen thronen, laden ebenso zum Verweilen ein wie das ausgiebige Erkunden der Anlagen.
»NEUE« UND ALTE BURGRUINE
Wir starten am Bahnhof von Erfenstein, überqueren die Talstraße und folgen dem weißen Schild mit Burgsymbol und der Aufschrift »Drei-Burgen-Rundweg«. Sogleich bewältigen wir einen steilen Anstieg, der uns 50 Höhenmeter nach oben bringt. Die gute Nachricht ist, dass so die Ruine Erfenstein sehr schnell erreicht ist. Eine steinerne Treppe führt zum Eingang, von wo wir die Ruine und ihre unterschiedlichen Ebenen über Metallleitern und Treppen erkunden können. Die Burg wurde laut Infotafel 1960 zuletzt restauriert. Ein Höhepunkt ist mit Sicherheit der Aussichtspunkt ganz vorne am Felssporn: Von einer Bank in exponierter Lage blicken wir auf die Burg Spangenberg auf der gegenüberliegenden Seite. Die Sandsteinformationen hüben wie drüben wetteifern farblich mit dem satten Grün des Waldes drumherum.
Sobald wir uns von dem schönen Anblick losreißen können, folgen wir weiteren Steintreppen nach oben und gelangen nach wenigen Schritten zur alten Ruine Erfenstein – diese ist wirklich alt, d. h., es sind nur noch einzelne Felsbrocken von ihr vorhanden. Sie wurde 1237 von den Grafen von Leiningen zum Schutz ihres Waldbesitzes erbaut. Von einer sonnigen Bank blicken wir hier gleichzeitig auf die »neue« und die alte Ruine Erfenstein.
DIE NÄCHSTE, BITTE
Wir folgen nun einem Forstweg, auf den nach einem halben Kilometer die Straße einmündet. Leicht ansteigend, wandern wir weiter und über einen Wanderparkplatz hinweg, dann wenden wir uns nach rechts und folgen einem breiten Schotterweg steil bergauf. In einer Kehre biegen wir auf unserem breiten Weg scharf links ab und erreichen wenig später die Reste der höher gelegenen Vorburg Breitenstein. Hier können wir nach den eben zurückgelegten Höhenmetern kurz durchatmen, bevor wir uns nach links über einen schmalen, teils unwegsamen und zugewucherten Pfad der imposanteren Hauptburg Breitenstein nähern. Sie thront auf einem 220 Meter hohen Steilhang hoch über dem Elmsteiner Tal. Über eine abenteuerliche Leiter, die etwas Mut erfordert, gelangt man ins Innere von Palas und Ringmauer und begibt sich auch hier wieder auf eine Zeitreise zurück ins 13. Jahrhundert.

Mystische Pfade führen von Burg zu Burg.
Auch die Hauptburg der Burg Breitenstein ist eine Ruine.
Alsdann folgen wir dem schmalen Pfad bergab und gelangen über ein Steintreppchen zurück auf den breiten Forstweg. Es geht zum Parkplatz und über die Talstraße hinweg, dann werden die Gleise des Kuckucksbähnels (siehe Tipp) passiert. Kurz danach biegen wir nach links auf einen Forstweg ein. 300 Meter weiter geht es links in den Alten Weinweg und etwa einen Kilometer danach rechts auf das Gelände des Stutengartens, eine bischöflich-speyerische Pferdekoppel aus dem Jahr 1505. Die Hälfte der Sandsteinpfosten der alten Einzäunung ist noch vorhanden. Die kurz darauf erreichte Burgquelle Spangenberg, eine natürlich eingefasste Quelle der Burg Spangenberg, wurde früher als Pferdetränke genutzt.


Blick von Burg Erfenstein auf die Spangenburg
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