Kitabı oku: «Frag dein Tier»
Über das Buch
Frag dein Tier ist ein praktischer Ratgeber, wie wir durch intuitive Kommunikation mit den kleinen und großen Macken unserer geliebten tierischen Begleiter umgehen können und ihre Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse klar verstehen. Verhaltensstörungen wie Dauerbellen unseres Hundes oder die Scheu unseres Pferdes vor dem Transport lassen sich dadurch genauso beseitigen, wie wenn unsere Katze den Nachbarn die Wäsche von der Leine klaut. Die Autorin bietet hierfür neue Techniken u. a. die Coachmethode, die sie humorvoll erklärt. So lässt sich auch Ihr Hund davon überzeugen, dass in der Rosenecke nicht gebuddelt werden muss, aber hinten im Garten noch eine Unkrautstelle ist, die dringend umgegraben werden sollte... Authentische, mit Fotos illustrierte Erlebnisse und detaillierte Übungen in jedem Kapitel helfen, das Wunder, mit Tieren zu sprechen, selbst zu erleben. Sogar in schwierigen Situationen: Wer die Techniken von Marta Williams anwendet, kann das Problem sofort angehen - und lösen.
Über die Autorin
Marta Williams hat an der University of California einen Bachelortitel in Erhaltung natürlicher Rohstoffe und an der San Francisco State University den Master’s in Biologie erworben. Bevor sie Tierkommunikatorin wurde, arbeitete sie viele Jahre als Naturbiologin und Umweltwissenschaftlerin.
Die Autorin von Ohne Worte und Lautlose Sprache kommuniziert intuitiv mit allen Tierarten. Sie wird per Telefon und E-Mail für Klienten auf der ganzen Welt tätig. Marta Williams lebt in Nordkalifornien und reist international, um Vorlesungen und Workshops über intuitive Kommunikation mit Tieren und der Natur zu halten. Für einen Beratungstermin oder Informationen über die Teilnahme oder mögliche Leitung eines Workshops besuchen Sie ihre Webseite unter www.martawilliams.com.
3000 Hunde warten auf ein liebevolles Zuhause oder eine Futterspende www.tierhilfe-hoffnung.de
Marta Williams
Frag dein Tier
Verhaltensstörungen durch intuitive Kommunikation lösen
Vorwort von Vanessa Williams
Aus dem Amerikanischen von Johanna Ellsworth

Inhaltsverzeichnis
Umschlag
Das Buch / Die Autorin
Titel
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Danksagungen
Einleitung
1 Wissenswertes über die intuitive Kommunikation
2 Hören und gehört werden
3 Das Zweierrudel
4 Eine Oase des Friedens aufbauen
5 Tiertraining mit Intuition
6 Schlechtes Benehmen korrigieren
7 Einem Tier in Not helfen
8 Ein vermisstes Tier durch Intuition aufspüren
9 Mit dem Tod umgehen
10 Die intuitive Stimme in der Wildnis
Schlusswort - Die Veränderungen in unserer Welt
Anmerkungen
Quellenverzeichnis
Empfehlenswerte Fachliteratur
Impressum
Rezensionen über Frag dein Tier
»Anhand von Geschichten, Beispielen und einer Vielfalt von intuitiven Kommunikationsübungen zeigt Marta Williams ihren Lesern die Wunder der Tierkommunikation und die Vorteile auf, in der Gegenwart zu leben. Die Aufmerksamkeit, die Marta allen Aspekten der Schöpfung - auch den Wildtieren und Geschöpfen, die in unseren Gärten leben - widmet, macht es jedem möglich, sich auf das Innenleben der Tiere einzustellen, wenn er bereit ist, mit ihr auf diese wundersame Reise zu gehen.«
Allen und Linda Anderson, Autoren von
Angel Animals: Divine Messengers of Miracles
»Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Auch Martas andere Bücher haben mir bei der Entwicklung meiner eigenen Fähigkeit, mit Pferden und anderen Tieren zu kommunizieren, sehr geholfen, aber Frag dein Tier ist mein persönlicher Favorit. Es hat mein Herz zutiefst berührt und mich dazu inspiriert, meine Beziehung zu Pferden noch zu vertiefen.«
Carolyn Resnick, ganzheitliche Pferdetrainerin und Autorin von
Tochter der Mustangs: Mein Leben unter Wildpferden
Rezensionen über Lautlose Sprache
»Martas wunderbares Buch ist eine wahre Inspiration und demonstriert klar und deutlich, warum und wie jeder Mensch mit Tieren kommunizieren kann und sollte ... Ein absolutes Muss für jeden Tierfreund.«
Natural Horse Magazine
»Tiere haben Sinne, die über unsere fünf Sinne hinausgehen, und genau auf dieser Ebene findet die echte Kommunikation mit allen Lebensformen statt. Dieses wundervolle Buch von Marta Williams dient als Verifizierung der verzauberten Welt der Tierkommunikation und als Anleitung dafür, wie man in sie eintauchen kann.«
Marty Goldstein, Tierarzt und Autor von
The Nature of Animal Healing
»In unserer Gesellschaft, die blind auf den Verstand hört, ist unsere Intuition schon fast erloschen. Lassen Sie es zu, dass die Botschaft dieses Buchs Ihre innere Verbundenheit mit allen Lebensformen wiedererweckt.«
Julia Butterfly Hill, Aktivistin und Autorin von
Die Botschaft der Baumfrau
Rezensionen über Ohne Worte
»Marta Williams hat es wieder einmal geschafft! Ihre tiefsinnige und ergreifende Botschaft über die unerlässliche Kommunikation zwischen verschiedenen Spezies im Alltag ist notwendig, um uns unseren Platz in der natürlichen Welt zu vergegenwärtigen.«
Derrick Jensen, Autor von
Language Older Than Words
»Dieses Buch hat einen Puls, dessen Herz in seinem Mitgefühl für Tiere liegt. Marta Williams spricht nicht nur mit den Tieren, sondern bringt auch ihren Lesern bei, wie man das macht. Das Buch bietet ganz wichtige und wertvolle Augenblicke der Aufmerksamkeit.«
Linda Hogan, Autorin von
Dwellings: A Spiritual History of the Living World und Power
»Mein Hund Jessie und ich hatten das Glück, an einem Workshop mit Marta Williams teilzunehmen. Ich glaube, jeder, der mit Tieren lebt und sie liebt, wird von ihren Einblicken und ihrem angeborenen Lehrtalent profitieren.«
Catherine Ryan Hyde, Autorin von
Pay It Forward und Electric God
»Marta Williams ist eine glänzende Anführerin und Lehrerin. Ihr Buch zeigt auf sehr schöne Weise, wie man diese Kunst und Fähigkeit selbst lernen und praktizieren kann.«
SARK, Autorin und Künstlerin von
Make Your Creative Dreams REAL
Vorwort
Das erste Mal, als ich von Marta Williams hörte, befand ich mich in einer absoluten Paniksituation. Es war am 28. Mai 2007 um 10:45 Uhr - am amerikanischen Feiertag Memorial Day. Unser frecher kleiner Yorkie Enzo, der nach dem Vater des Ferraris benannt war und seinem Namen ganze Ehre machte, jagte unser Auto die Einfahrt hinunter. Das tat er oft, wenn wir wegfuhren, und blieb immer am Tor stehen, schnüffelte ein bisschen herum und ging dann wieder zum Haus zurück. Das Letzte, was ich an diesem Tag von Enzo sah, war sein kleines hellbraunes Gesicht und sein wuscheliger schwarzer Körper im Rückspiegel. Als ich den letzten Blick auf ihn warf, während er uns hinterherrannte, sagte ich zu meinem vierzehnjährigen Sohn Devin: »Sieh nur, wie süß Enzo ist.« Das Dach unseres Cabrios war unten, und es war ein herrlicher, sonniger Tag, an dem wir vier Straßen weiter fuhren, um Devin zum Treffpunkt der Band seiner Mittelschule zu fahren, damit er mit ihnen in der städtischen Parade mitmarschieren konnte.
In weniger als sieben Minuten war ich wieder zu Hause und überrascht, als ich einen großen SUV-Van auf dem Privatweg parken sah. Er war mir schon auf dem Hinweg begegnet, doch jetzt wunderte es mich, dass er vor unserer Anhöhe stand. Während ich darauf wartete, dass der Wagen den Weg freimachte, fuhr er an den Straßenrand, damit ich vorbeifahren konnte. Als ich in unsere Einfahrt abbog und das Tor zu unserem Grundstück zumachte, ging ich immer noch davon aus, dass Enzo im Haus war. Sobald ich drinnen war, rief ich den anderen Mitgliedern der Familie zu, sich für die Parade fertig zu machen. Sie fing um 11:00 Uhr an, und wir wollten gute Plätze ergattern. Meine älteste Tochter Melanie beschloss, lieber zu Hause zu bleiben und den strahlenden Frühsommertag am Swimmingpool zu verbringen.
Wir anderen verließen das Haus und fuhren in die Stadt. Wir dachten, Enzo sei am Pool bei Melanie. Wir schauten zu, wie Devin vorbeimarschierte und sein Saxophon spielte, winkten unserer Nachbarin Hillary Clinton zu und gedachten unserer Veteranen in einer Feier am Bahnhof von Chappaqua. Dann fuhren wir nach Hause, öffneten die Tür und waren überrascht, als Enzo sich nicht zeigte, um uns wie sonst zu begrüßen. Ich ging erst nach oben und dann nach hinten zum Pool, um Melanie zu fragen, wo Enzo steckte. Sie sagte, sie wüsste es nicht, er sei sicher irgendwo im Haus.
Da war mir klar, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung war.
Das Bild des dunkelblauen Vans, Modell Expedition, der auf unserer Straße geparkt hatte ... mein Bauchgefühl, das mich veranlasst hatte, sofort das Tor vor unserer Auffahrt zu schließen ... alles ergab plötzlich Sinn. Nachdem ich Enzo überall gerufen hatte und jeden Waldweg und Teich nach ihm abgesucht hatte, wusste ich, dass ich die Polizei rufen und ein gestohlenes Haustier melden musste.
Die Polizei von Mount Pleasant war rasch da, und ein äußerst mitfühlender Polizist, der selbst Tierfreund war, nahm meine Anzeige entgegen. Ich beschrieb das Fahrzeug, das ich in der Nähe unseres Grundstücks gesehen hatte, doch das Kennzeichen hatte ich mir nicht gemerkt.
Der Polizeibeamte sagte mir, dass ein so kleiner Hund wie Enzo die Beute eines Kojoten oder Habichts sein könnte. Ich hörte zwar höflich zu, doch in meinem Herzen wusste ich genau, dass Kojoten und Habichte keinen dunkelblauen Expedition fuhren und dass Enzo zu klug und schnell für Raubtiere war. Als nächste Maßnahme rief ich den örtlichen Fernsehsender Channel 22 an, der uns innerhalb weniger Minuten eine Fernsehcrew ins Haus schickte. Ich wollte die Nachricht übermitteln, dass Enzo entführt worden war, ein Foto von ihm veröffentlichen und darum bitten, ihn bei einem Tierarzt oder in einem Tierschutzheim abzugeben.
Die erste Kommunikatorin, die wir anriefen, sagte, Enzo sei allein und in der Nähe eines weißlich-grauen oder beigefarbenen Gebäudes. Sie erwähnte viele Felsbrocken, ein altes Tor oder einen Pavillon und eine Rasenfläche neben einer Garage. »Er versucht zu entkommen, aber er schafft es nicht«, sagte sie uns. »Setzen Sie sich auf die Erde, holen Sie tief Luft und bringen Sie ein Quietschtier mit.« Felsbrocken, ein Bogentor, ein Pavillon? Das war doch unser Vorgarten und der Nachbargarten auf der anderen Straßenseite! Wir rannten mit Enzos Quietschtier hinunter, setzten uns auf den Boden und riefen ihn. Ein Teil von mir wollte verzweifelt irgendein Zeichen von ihm bekommen. Vielleicht war er verletzt oder steckte in einer Falle. In der Nacht riefen wir ihn immer wieder beim Namen und suchten mit Taschenlampen nach ihm. Dann fing es an zu regnen. Immer noch keine Antwort. Wir beteten zum Heiligen Antonius von Padua, dem Schutzpatron für das Wiederauffinden verlorener Dinge, und als zusätzliche Unterstützung baten wir ihn jeden Morgen und Abend vereint als Familie um Beistand. Dann machten wir uns an die Arbeit. Meine ganze Familie, mein Assistent und unser Kindermädchen Kathi, das seit 17 Jahren bei uns war, stellten Plakate her, um überall die Meldung zu verbreiten, dass Enzo gestohlen worden war. Ich betete, dass man ihn gut behandelte und er am Leben blieb. Nachdem ich bis Donnerstag, den 31. Mai, nur zwei Anrufe von Leuten erhalten hatte, die Enzo gesehen haben wollten - was sich als falsch herausstellte -, ließ ich meinen Assistenten Brian in Los Angeles einen Termin mit einem Tierkommunikator machen. Er hielt mich nicht für verrückt. Wie wir beide wussten, hatte die Polizei keine Spuren und die Poster brachten keine Ergebnisse. Es waren schon zu viele Tage vergangen, und jedes Mal, wenn ich an Enzos leerem Futternapf vorbeiging, war ich den Tränen nahe. Wir suchten im Internet und fingen an, anzurufen.
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| Enzo |
In der Hoffnung auf neue Spuren suchte mein Assistent nach weiteren Tierkommunikatoren. Marta Williams’ Name tauchte immer wieder im Internet auf, und so bat ich Brian, meine erste Telefonsitzung mit Marta zu vereinbaren. Sie fand am Freitag, dem 1. Juni um zehn Uhr morgens statt. Marta bat mich, Enzos Charakter zu beschreiben, und sagte, sie rufe mich in einer Stunde zurück, nachdem sie mit ihm Kontakt aufgenommen habe. Als Marta Williams zurückrief, informierte sie mich als Erstes, dass Enzo ihr gesagt habe: »Ich bin ein guter Hund, ich würde nach Hause kommen. Ich würde nicht wegrennen.« In diesem Augenblick wäre ich fast in Tränen ausgebrochen, weil ich wusste, dass er ein guter Hund war und nie aus unserem Grundstück ausgebüxt wäre. Wie sie bestätigte, war er tatsächlich von einem Mann und einer Frau vom Boden aufgehoben worden. Sie hatten ihn mit Futter (möglicherweise Hühnchen) gelockt und waren in einem dunkelblauen SUV circa dreißig bis vierzig Meilen in südwestlicher Richtung mit ihm gefahren. Marta Williams teilte mir sogar das Kennzeichen des Fahrzeugs mit, damit ich es an die Polizei weitergeben konnte. Sie glaubte, dass er in einem Käfig gehalten wurde, dass noch andere Hunde um ihn herum waren und dass das Futter schlecht war. Wie sie sagte, war das Gebäude nicht in der Nähe von anderen Häusern. Marta hatte das Gefühl, Enzos Fänger könnten zu einem kriminellen Ring gehören, der Rassehunde wie zum Beispiel Yorkshire Terrier verkaufte.
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| Vanessa ganz rechts mit ihren Kindern und Hunden |
Enzo hatte einen Mikrochip mit all meinen Kontaktdaten, und in der Zwischenzeit hatte ich die Firma Home Again, die die Mikrochips für Haustiere herstellt, schon informiert, dass Enzo verschwunden war. Marta schlug vor, wir sollten die Webseite Pet Hunters überprüfen, weiterhin Poster und Flugblätter südlich von unserem Wohngebiet verteilen und die Schwarzmarkt-Webseiten durchforsten. Sie sagte mir, ich solle sie am nächsten Tag anrufen, nachdem sie wieder mit Enzo gesprochen habe. Bei der zweiten Sitzung hatte Marta sich eine Karte von unserer Gegend angesehen und hielt Yonkers für einen interessanten Ort, der dreißig Meilen südwestlich von unserer Stadt lag. Wie sie vorschlug, sollten wir auf dem Highway fahren, die zweite Ausfahrt unter der Brücke nehmen und geradeaus bis zum Wasser weiterfahren. Das war die Beschreibung, die Enzo ihr als Vision seiner Reise geschickt hatte. Marta hatte einen Fischmarkt und eine Flugzeughalle oder eine Struktur, die wie Flugzeugschuppen im Wasser aussah, vor Augen. Sie hielt es für möglich, dass den Leuten, die Enzo mitgenommen hatten, bekannt war, dass er mein Hund war, und dass sie ihn in einer größeren Gruppe von Hunden hielten, die alle in einem großen weißen Gebäude nahe einer Brücke untergebracht waren. Nun, mehr brauchte ich nicht zu hören. Enzo war am Leben und wurde in einem Käfig gefangen gehalten. Er konnte das Futter und die Leute, die ihn mitgenommen hatten, nicht ausstehen. Ich rief mein Kindermädchen Kathi, nahm die Flugblätter und einen Baseballschläger und war bereit, meinen Hund zurückzuholen. Kathi fuhr, und da wir zu unbekannten Gegenden aufbrachen, verstaute sie auf dem Rücksitz noch eine Eisenstange.
Während wir dreißig Meilen auf dem Saw Mill Parkway in Richtung Süden und Yonkers fuhren, hielt ich den Schläger in der Hand und las Martas Wegbeschreibung durch. Wir bogen vom Highway ab in Richtung des Hudsons, überquerten die Bahnschienen und fanden direkt am Wasser Flugzeughallen. Darin waren jedoch keine Flieger untergebracht, sondern eine Reparaturwerkstatt für Taxis. Wir drehten um, suchten die Brücke und entdeckten ein weißes Gebäude, das wie ein kleines Lager aussah. Es stand in einiger Entfernung von den anderen Gebäuden. Ich machte sofort Fotos von dem Gebäude und versuchte hineinzugehen, weil ich durchs Fenster schaute und Stapel von Hundefuttersäcken erkennen konnte.
Aber wo war der Fischmarkt? Wir fuhren durch die Gegend, notierten die Kennzeichen sämtlicher dunkler Expeditions, doch einen Fischmarkt konnten wir nicht finden. Ich war ganz sicher, dass Enzo in dem Gebäude gefangen gehalten wurde. Wir umkreisten den Block und befuhren die Straße von der anderen Seite. An der Straßenecke stand ein Restaurant mit einem großen Fisch im Fenster. Voilà! Jetzt wusste ich, dass wir uns am richtigen Ort befanden. Während meiner dritten Sitzung mit Marta bestätigte ich ihr, wie unglaublich exakt sie die Gegend beschrieben hatte. Wie sie mir sagte, hatte sie sich mit Kollegen beraten, um noch mehr Informationen zu sammeln. Sie fühlte, dass Enzo immer noch am selben Ort war. Zwei Männer und eine Frau, die einen weißen Laster vor dem Gebäude geparkt hatten, befanden sich in seiner Nähe. Marta bat eine ihrer Kolleginnen um Unterstützung in unserem Fall. Auch sie hatte das Gefühl, dass Enzo gekidnappt worden war, doch ihrer Meinung nach war er nicht so weit südlich wie Yonkers.
Sie sagte uns, wir würden am achten Tag von Enzos Verschwinden etwas über ihn erfahren. Eine andere Kollegin von Marta fühlte, Enzo sei aus dem Bundesstaat New York nach Neuengland verschleppt worden. Seine Fänger wüssten, dass der Boden heiß war, da ich in jedem Fernsehinterview erwähnt hatte, dass Enzo gestohlen worden war und einen Mikrochip mit all meinen Kontaktdaten trug. Ich hatte gar nicht gewusst, wie viele Tierfreunde es in den Medien gibt!
Am 5. Juni, dem achten Tag seit Enzos Verschwinden, erhielt ich vom Davis Animal Hospital in Stamford, Connecticut, einen Anruf. Die Tierärztin am Telefon fragte, ob ich Vanessa Williams sei, und ich bejahte es. Dann sagte sie: »Wir haben Ihren Hund.« Ich fragte sie, ob sie sicher sei, und sie sagte, sie habe den Chip gelesen und darauf meine Telefonnummer gefunden. Die Frau, die Enzo in die Tierklinik gebracht hatte, habe gesagt, sie würde mich kennen. Also bat ich die Tierärztin, mit der Frau sprechen zu dürfen. Sie übergab ihr das Telefon, und die Fremde erzählte, sie hätte als Kinderschwester für eine Bekannte von mir gearbeitet, die in unserem Ort wohnte. Dann behauptete sie, ihre Mutter hätte Enzo in einem Nachbarort mehrere Meilen entfernt gesichtet, während er in den Straßen herumstreunte. Das war nicht mein guter Hund - die Geschichte klang unglaubwürdig. Ich legte auf, rannte durchs Haus, um den anderen die gute Nachricht zu eröffnen, und setzte die Kinder ins Auto, um nach Connecticut zu fahren. Da ich am Abend eine Auszeichnung in Manhattan entgegennehmen musste, fuhr Kathi mit den Kindern los, um unseren Wunderhund abzuholen. Wie sie feststellten, als sie dort ankamen, war Enzos Fell abrasiert worden, er trug ein neues Halsband, und die Frau sagte, er hätte nichts gefressen. Bingo!
Ich rief die Polizei an und informierte sie, dass Enzo in einem anderen Bundesstaat zurückgegeben worden war. Die Beamten staunten Bauklötze! Sie kamen sofort zu uns nach Hause, um mich noch einmal als Geschädigte eines möglichen Hundediebstahls zu vernehmen. Ich erzählte ihnen dieselbe Geschichte, die ich schon acht Tage vorher erzählt hatte. Jetzt wussten sie, dass ich nicht verrückt war! Die Polizei befragte die Frau, die Enzo angeblich im Nachbarort aufgegriffen hatte, und raten Sie mal, was für einen Wagen ihre Tochter auf dem Parkplatz vor der Polizeiwache abstellte? Einen dunkelblauen Expedition mit New Yorker Kennzeichen!
Die Story, die sie erzählten, wurde immer unglaubwürdiger. Es wäre ihr Sohn gewesen, der den SUV am Memorial Day gefahren hätte, und ihre Tochter gab plötzlich einen anderen Grund an, warum sie Enzo bei dem Tierarzt in Connecticut abgegeben hatte. Ich beschloss, keine Strafanzeige gegen die Leute zu erstatten, weil ich glücklich war, Enzo überhaupt wiederzuhaben.
Marta hatte mich auf eine Reise geschickt, die mich zu einem Gebäude geführt hatte, in dem womöglich ein illegaler Hundehandel untergebracht war. Sie hatte uns einen Zeitrahmen genannt, uns Details gegeben, mit denen wir arbeiten konnten, und unsere Hoffnung am Leben erhalten. Und wir erlebten ein echtes Happy End!
Diese Erfahrung lehrte mich, dass intuitive Kommunikation allen Tierfreunden in guten und in schlechten Zeiten nützt. Ich bin sicher, Sie werden in diesem Buch viele praktische Dinge finden, mit denen Sie Ihrem Tier helfen können. Und ich glaube, Sie werden an den vielseitigen und interessanten Geschichten Gefallen finden. Ich hoffe, Sie werden nie in die unglückliche Lage kommen, ein vermisstes Tier suchen zu müssen, aber für den Fall aller Fälle ist es gut zu wissen, dass Sie Unterstützung und Hilfe in Frag dein Tier finden können.
Vanessa Williams, Schauspielerin und Sängerin
Danksagungen
Immer wenn ich am Schreibtisch saß und an meinen beiden ersten Büchern schrieb, legte sich meine Katze Hazel in ihren Korb neben dem Computer und half mir tatkräftig mit Ideen und Inspirationen aus. Als ich mit Frag dein Tier anfing, starb Hazel im stolzen Alter von vierundzwanzig Jahren an Nierenversagen. Sie können sich sicher vorstellen, wie verzweifelt ich war. Ohne meine tierische Co-Autorin an meiner Seite war es schwer, sich hinzusetzen und zu schreiben. Tule, die früher eine Wildkatze gewesen war, war meine Retterin. Sie legte sich ins Körbchen, streckte sich und warf mir mit ihren meergrünen Augen einen Blick zu, der fragte: »Worauf wartest du noch! Lass uns loslegen!« Sie ermöglichte es mir, trotz des Verlusts weiterzuschreiben. Sie war ein richtiger Segen für mich, und ich bin ihr dankbar.
In diesem Buch gebe ich Ratschläge, die ich für wertvoll halte und die ich über die Jahre von Freunden und Unterstützern erhalten habe. Einigen von ihnen gilt mein besonderer Dank. Für alles, was mit Pferden zu tun hat, danke ich Tiffany Ashcraft und Kelly Michalec, und ich bedanke mich bei Christie Keith und Lisa Pesch, DVM, für ihr unerschöpfliches Wissen über Hunde und Katzen. Ich bin ziemlich sicher, dass Sie dieses Buch als lehrreich und gleichzeitig unterhaltsam empfinden werden - nicht wegen meiner Schreibkünste, sondern wegen der wahren Geschichten. Auch gilt mein Dank allen Tieren und Menschen, die zu diesem Buch beigetragen haben. Eure wundervollen Geschichten verdienen es, auf der ganzen Welt gelesen zu werden. Ein besonderes Dankeschön an Vanessa Williams für ihr Vorwort und dafür, dass sie ihre Erfahrungen aufgeschrieben hat, wie die intuitive Verbindung zu ihrem vermissten Hund Enzo ihn sicher nach Hause zurückgebracht hat.
Dieses Buch wäre nie entstanden, wenn die New World Library sein Potenzial nicht erkannt hätte. Ich bin dankbar für die Chance, meine Informationen auf diese Weise an andere weitergeben zu können. Gute Lektoren können aus einem guten Buch ein hervorragendes machen, und meine Lektorinnen gehörten zu den besten unter ihnen: Georgia Hughes, Cheflektorin der New World Library, meine Schwester Susan Williams und der Korrektor Jeff Campbell. Ich bin ihnen für ihre gründliche Arbeit sehr dankbar. Ein neues Buch bedeutet eine neue Gelegenheit, mit meiner Lieblingspublizistin Monique Muhlenkamp zusammenzuarbeiten. Mein Dank geht auch an die Textdesignerin Tracy Pitts für das schöne Innenleben des Buchs und an die Coverdesignerin Mary Ann Casler, die während der umfangreichen Suche nach dem perfekten Umschlagdesign immer fröhlich und professionell blieb.
Einleitung
Neulich tauchte ein kleiner gescheckter Plotthund auf meiner Veranda auf. Er war am Verhungern und so unterernährt, dass er nur halb so groß wie ein normaler ausgewachsener Plott Hound war. Sein Körper war von alten Bisswunden übersät, weil er von anderen Hunden angegriffen worden war. Als ich zu ihm ging, um ihn am Kopf zu streicheln, duckte er sich. Das ist ein sicheres Anzeichen dafür, dass ein Hund geschlagen worden ist. Er wollte gerettet werden. Da der Hund sich gut mit meinen eigenen Hunden vertrug, beschloss ich, ihn zu behalten, wenn er sich meinen anderen Tieren anpassen konnte. Wenn nicht, würde ich ein gutes Zuhause für ihn finden.
Als erstes führte ich ein langes Gespräch mit ihm. Dabei sprach ich laut zu ihm, so als könnte er jedes Wort verstehen, was ich sagte. Ich erklärte, wie er sich den Pferden und den Katzen gegenüber verhalten muss, wenn er bei uns bleiben will. Nach unserem Gespräch schloss ich die Augen und stellte mir vor, dass er genau das tat, worum ich ihn gebeten hatte. Um ihn an den Pferden zu testen, ging ich mit ihm hinunter zum Stall. Zuerst rannte er ihnen nach, doch sobald ich ihm sagte: »Du musst nett zu den Pferden sein und sie in Ruhe lassen«, blieb er stehen und setzte sich hin. Als wir zwischen den Pferden hin und her gingen, wies ich ihn an: »Bleibe ihren Hufen fern und bleibe immer ruhig, wenn du in ihrer Nähe bist.« Innerhalb weniger Minuten hatte er es kapiert und bewegte sich so gekonnt, als wäre er schon sein Leben lang mit Pferden zusammen gewesen.
So weit, so gut, aber ich muss noch sehen, wie er sich den Katzen gegenüber benimmt. Solange er kein allzu aggressives Verhalten zeigt, glaube ich, den neuen Hund und meine Katzen in einer Woche dazu bringen zu können, einander zu tolerieren. Dazu brauche ich ihnen nur mitzuteilen, was ich möchte, und mir dann vorstellen, dass sie sich vertragen. Wahrscheinlich muss ich mir ein paar Dinge einfallen lassen, mit denen ich meine Katzen bestechen kann, damit sie bei dem Experiment mitmachen. Und vielleicht muss ich noch ein paar traditionelle Trainingssitzungen mit positiven Bestätigungen hinzufügen, um das Verhalten des Hundes erfolgreich zu verändern. Der Prozess wird jedoch immer noch schneller sein, als traditionelles Training allein bewirken könnte. Das weiß ich daher, weil ich seit über einem Jahrzehnt an meinen eigenen Tieren und den Tieren meiner Klienten erfolgreich telepathische oder gedankliche Kommunikation anwende, um Harmonie zwischen Tieren zu schaffen und andere Verhaltensprobleme zu bewältigen. Ich nenne dies intuitive Kommunikation und arbeite als Tierkommunikatorin. Dabei unterstütze ich Menschen und ihre Tiere und helfe den Leuten zu hören, was ihre Tiere ihnen zu sagen haben.
Wie so ziemlich jeder auf dieser Welt dachte ich anfangs auch, dass eine intuitive Kommunikation mit Tieren reine Science-Fiction wäre. Doch zugleich faszinierte mich diese Vorstellung. Daher suchte ich mir Romane aus, in denen telepathische Kommunikation mit Tieren vorkam, und träumte vor mich hin, wie es wäre, wenn Menschen und Tiere auf diese Weise miteinander in Kontakt treten könnten. Ich habe sicher jedes Buch verschlungen, das Marion Zimmer Bradley und Andre Norton je geschrieben haben. Und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie aufregend es war, eine Geschichte über eine Frau zu lesen, die mit ihrer Schlange sprechen konnte, mit der sie Krankheiten und Wunden heilte, und eine andere Geschichte über eine Frau, die Falknerin war und mit ihrem Habicht Gedanken austauschen konnte. Während ich diese Bücher las, hatte ich noch keine Ahnung, dass es Menschen wirklich möglich ist, das zu tun, was darin beschrieben wurde, oder dass ich es mir zu meiner Lebensaufgabe machen würde, Menschen auf der ganzen Welt zu helfen, ihre Fähigkeit der intuitiven Kommunikation mit Tieren und der Natur zu erkennen und auszubilden.
Meine Sicht der Welt änderte sich für immer, als ich Urlaub in den White Mountains von Kalifornien machte. Dort hörte ich von einer Frau, die Menschen beibrachte, wie man intuitiv mit Tieren kommuniziert. Ich war von der Vorstellung fasziniert und hoffte nur, dass es kein Märchen war. Ich konnte es kaum erwarten, einen Kurs zu besuchen, und meldete mich sofort nach meiner Heimkehr an. Meine Eindrücke waren nach diesem Abenteuer jedoch gemischt. Zwar war ich ziemlich sicher, dass die Lehrerin und ein paar der Kursteilnehmer wirklich mental mit Tieren kommunizieren konnten, doch ich zweifelte stark an meinen eigenen Fähigkeiten. Ich bin von Haus aus Wissenschaftlerin, habe Biologie studiert und arbeitete zum Zeitpunkt des Kurses als Umweltforscherin. Meine wissenschaftliche Ausbildung gab mir eine skeptische Einstellung zur unsichtbaren Fähigkeit der intuitiven Kommunikation. Wie ich merkte, würde ich einige greifbare Beweise brauchen, bevor ich glauben konnte, mit Tieren gedanklich zu kommunizieren. Daher startete ich die interessantesten wissenschaftlichen Experimente, die ich jemals durchgeführt habe.
Letztendlich brachte ich mir selbst bei, wie man intuitiv mit Tieren kommuniziert. Als Erstes las ich alle Bücher über übersinnliche Wahrnehmungen, Telepathie, hellseherische Fähigkeiten und Intuition, die ich finden konnte - und die ich alle für unterschiedliche Begriffe ein und desselben Phänomens halte. Das inspirierendste Buch von allen war für mich Die große Gemeinschaft der Schöpfung von J. Allen Boone. Boone, der in den 1940er Jahren Drehbücher für Hollywood schrieb, erzählt in seinem Werk, wie ein berühmter Fernsehhund namens Strongheart ihm die stumme Sprache der intuitiven Kommunikation beibrachte. Wenn Sie nur ein einziges Buch über Tierkommunikation lesen, dann sollten Sie dieses wählen. Als ich die Grundprinzipien, wie man durch Gedanken und Gefühle Informationen aussendet und erhält, verstand, fing ich an zu üben. Ich sprach mit allen lebendigen Kreaturen und begrüßte jedes Tier, dem ich begegnete, in Gedanken. Ich kann mich vor allem noch an einen Hund erinnern, der mir den Rücken zugekehrt hatte, als ich ihm einen mentalen Gruß schickte. Als Antwort drehte er sich sofort um, überschlug sich fast vor Freude und versuchte, zu mir herüberzurennen, um mich zu begrüßen. Sein sprachloser Besitzer bemerkte: »Wow, aus irgendeinem Grund mag er Sie total!«
Ich kommunizierte mit wilden Tieren und Insekten - Schmetterlingen, Rehen, Kolibris und Ameisen. Ich redete sogar mit den Pflanzen in meinem Garten und ermutigte sie zum Wachsen und zum Blühen. Freunde, Verwandte und Kollegen der wissenschaftlichen Fakultät, denen ich meine Versuche anvertraute, hielten mich für komplett verrückt. Aber es war mir egal; zu diesem Zeitpunkt war ich schon völlig in den Bann der Tierkommunikation gezogen und konnte nicht mehr anders, als meine Experimente fortzusetzen.
Da ich ausgebildete Wissenschaftlerin bin, sorgte ich dafür, dass wenigstens ein Teil meiner Arbeit nachgeprüft und verifiziert werden konnte. Das tat ich, indem ich Haustieren Fragen stellte und mir die Antworten anschließend von den Menschen bestätigen ließ, die die Tiere kannten, um meine Ergebnisse zu untermauern. Oft tat ich dies, ohne dass irgendjemand es ahnte. So stellte ich zum Beispiel im Wartezimmer der Tierklinik einer Katze Fragen über den Grund, warum sie dort war, und fragte ihren Halter dann beiläufig dasselbe. Oder beim Spazierengehen fragte ich einen Hund, ob er Kinder mochte oder gern im Wasser schwamm, und dann stellte ich seinem Menschen unter irgendeinem Vorwand dieselbe Frage über den Hund. Auf diese Weise konnte ich auswerten, ob das, was ich empfing, korrekt war, und ob ich wirklich intuitiv mit Tieren sprechen konnte.
Nach ungefähr sechs Monaten erlebte ich ein paar durchschlagende Erfolge, bei denen ich Informationen erhielt, die ich mir nicht eingebildet haben konnte. Das überzeugte mich schließlich, dass ich die Fähigkeit zur Tierkommunikation besitze und dass die erhaltenen Informationen akkurat sind. Mittlerweile erlebe ich solche Erfolge täglich. Vor kurzem sprach ich aus einer gewissen Entfernung mit einer Hündin, die ich noch nie gesehen hatte. Ich hatte nur ihren Namen und eine Beschreibung. Von ihr erhielt ich die Auskunft, dass sie eine herumstreunende Hündin gewesen war, die fast verhungert wäre, und dass sie eine Frau namens Cheryl sehr mochte. Ihr Frauchen bestätigte, dass die Hündin umher gestreunt und fast verhungert war, als sie aufgegriffen wurde. Sie sagte auch, Cheryl sei die Lieblingshundetrainerin der Hündin.
Ich sage meinen Kursteilnehmern immer, dass sie möglicherweise mehrere überzeugende Erfahrungen brauchen, bevor sie an ihre eigene intuitive Kommunikationsfähigkeit glauben können. Der Grund dafür liegt vermutlich darin, dass wir in der heutigen Kultur konditioniert werden zu glauben, intuitive Kommunikation sei unmöglich, vor allem, wenn wir uns selbst darin versuchen. Nach meinen anfänglichen Erfolgserlebnissen machte ich weitere Experimente und stellte fest, dass die erhaltenen Informationen allmählich immer genauer wurden. Ich begann, meine ersten realen Fälle als Tierkommunikatorin zu behandeln. Einer davon war ein Pferd, das plötzlich aufmuckte. Seiner Besitzerin wurde geraten, es zu verkaufen, und ihr brach das Herz, weil sie sich nicht von ihm trennen wollte. Sie hoffte auf eine Lösung von mir. Als ich mit dem Pferd sprach, zeigte es mir, dass eine seiner Rippen ausgerenkt war. Das war der Grund für sein nervöses Verhalten. Ein Heilpraktiker behandelte das Pferd und stellte bei einer Rippe eine ausgeprägte Fehlstellung fest. Nach der Behandlung wurde das Verhalten des Pferdes wieder normal. In einem anderen Fall half ich einer Frau, ihren alten Hund wiederzufinden, der mir mitgeteilt hatte, dass er in einer Spalte am Fuße eines hohen Hügels feststeckte. Der Hügel und die Spalte, die der Hund mir mental beschrieben hatte, passten zwar zu dem Gebiet, in dem die Frau ihren Hund gesucht hatte, doch sie war nicht den ganzen Hügel bis zur Spalte hinuntergestiegen. Als ich ihr riet, dort zu suchen, fand sie genau an dieser Stelle ihren Hund.
Über die Jahre, in denen ich mit den Tieren meiner Klienten gesprochen habe, hatte ich Tausende von Erlebnissen dieser Art. Mittlerweile bin ich vollkommen überzeugt davon, dass intuitive Kommunikation ganz real ist und dass jeder sie erlernen kann, wenn er es will. Die Informationen, die ich bei der Durchführung meiner Experimente sammeln konnte, fallen in die Kategorie der Daten durch Anekdoten. Diese sind oft subjektiv und nicht messbar. Doch die Genauigkeit der Fakten, die bei der intuitiven Kommunikation mit Tieren übermittelt werden, lässt sich verifizieren und wiederholbare Experimente sind möglich. Deshalb sind die so gesammelten Daten von wissenschaftlicher Bedeutung. Tatsächlich gibt es so viele Nachweise über die Genauigkeit der intuitiven Kommunikation, dass es nicht glaubwürdig ist, ihre Bedeutung zu verneinen. Dennoch verneint die klassische Wissenschaft sie, vielleicht da die Anerkennung der intuitiven Kommunikation eine wesentliche Überarbeitung der wissenschaftlichen Theorie und Praxis in Bezug auf andere Lebensformen notwendig machen würde. Vor langer Zeit habe ich entschieden, mich nicht darum zu scheren, wie Wissenschaftler darüber denken, oder darauf zu warten, dass sie ihre Erkenntnisse auf diesem Gebiet auf den neuesten Stand bringen. Ich habe beschlossen, mich so weit wie möglich in dieses Neuland vorzuwagen und diese Fähigkeit denjenigen zugänglich zu machen, die sie erlernen möchten.
Das war vor über zehn Jahren. Jetzt arbeite ich nur noch als Tierkommunikatorin und helfe anderen bei allen möglichen Problemen, die sie mit ihren Tieren haben. Ich reise um die Welt, um Menschen beizubringen, wie sie intuitiv kommunizieren können. Ich habe festgestellt, dass alle Menschen diese Fähigkeit besitzen; sie ist uns angeboren. Wir sind bloß abgerichtet worden, sie zu unterdrücken, und uns wurde eingetrichtert zu glauben, dass so etwas unmöglich sei. Das ist einfach nicht wahr. Die Welt funktioniert nicht so, wie man uns beigebracht hat. Jeder kann mit Tieren sprechen und hören, was sie zu sagen haben. Doch durch unsere kulturelle Konditionierung ist es unter Umständen nicht ganz einfach, die Tierkommunikation zu erlernen. Genau das will ich ändern. Ich habe Jahre damit verbracht, Techniken zu entwickeln, mit denen andere so schnell und mühelos wie möglich lernen können, intuitiv zu kommunizieren, und ich habe zwei weitere Bücher über dieses Thema geschrieben. In Lautlose Sprache biete ich detaillierte Anleitungen und Übungen, wie man intuitiv mit Tieren und der Natur kommuniziert, und Ohne Worte ist eine Sammlung von Erfolgsgeschichten von ganz normalen Leuten wie du und ich, die gelernt haben, intuitiv zu kommunizieren.
Im vorliegenden Buch konzentriere ich mich darauf, wie Sie Ihre eigenen Tiere intuitiv hören und von ihnen gehört werden können, und ich zeige Ihnen, wie Sie mit Hilfe von intuitiver Kommunikation häufige Verhaltensprobleme von Tieren lösen können. Auch werden Sie lernen, wie man die Tierkommunikation einsetzen kann, um geretteten Tieren und anderen Tieren in Not zu helfen, wie man damit vermisste Tiere wiederfinden kann, wie man mit dem Tod eines Tieres umgehen kann und wie man Harmonie und Ausgewogenheit herstellen kann - zu Hause und zwischen Mensch und Natur.
Der Prozess der intuitiven Kommunikation lässt sich in zwei Teile unterteilen: dem Senden und dem Empfangen. Das Senden ist der leichte Teil. Manchmal reicht schon ein simples Gespräch, um eine schwierige Situation mit Ihrem Tier zu meistern.
Debby Hand, eine Freundin meiner Schwester, nahm einen jungen Huskymischling auf, der in ihrer Nachbarschaft ausgesetzt worden war. Der Hund hatte auf den Feldern gelebt und war schon fast verwildert, als er von einem Nachbarn hereingeholt und ein bisschen gezähmt wurde. Debby erklärte sich bereit, den Hund zu übernehmen, als ihr Nachbar sich nicht mehr um ihn kümmern konnte. Sie taufte den Hund Sparkey. Wie sie bald herausfand, war Sparkey bissig. Wenn sie ihn am Halsband packte, schnappte er nach ihr. Debby wollte ihn eigentlich nicht selbst behalten, doch sie konnte niemandem einen bissigen Hund vermitteln, und in einem Tierheim würde er mit Sicherheit eingeschläfert werden (wie es in den USA üblich ist).
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| Sparky |
Meine Schwester gab Debby mein Buch Lautlose Sprache, und Debby entschied, dass sie nichts zu verlieren hatte. Also konnte sie genauso gut versuchen, mit Sparkey über seine Bissigkeit zu sprechen. Sie erklärte ihm laut: »Wenn du so weitermachst, wirst du sterben, Sparkey. Du musst aufhören zu beißen.« Am nächsten Tag fasste Debby ihn am Halsband, ohne zu überlegen. Sparkey fing an, sie zu beißen, doch dann hielt er inne und zog langsam das Maul von ihrer Hand weg. Von diesem Tag an versuchte er nie mehr, Debby zu beißen. Wie lässt sich die plötzliche Änderung in seinem Verhalten erklären - es sei denn, er hat Debby gehört und verstanden? Aus Sparkey wurde ein wunderbarer, liebevoller und gutmütiger Familienhund.
Weitere Beispiele
Noch ein Beispiel dieser Art stammt von meiner Freundin und Kollegin Adele Leas1. Adele unterhält ein Pferd namens Cali und reitet jeden Tag am Ufer des Mississippi in New Orleans mit ihm. Eines Tages rief sie mich an und erzählte mir, dass sie wieder einmal mit Cali unterwegs gewesen war. Sie war mit der Stute spazieren gegangen und hatte Cali am Ufer grasen lassen, als Cali sich plötzlich aus dem Halfter gezwängt hatte. Adele geriet in Panik. Ihr war klar, dass das Pferd voller Energie war und jeden Augenblick losrennen konnte, während sich auf der einen Seite Zuggleise befanden und auf der anderen Seite eine verkehrsreiche Straße. Dazu kam noch eine Gruppe Kinder den Weg entlang.
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| Adele und Cali |
Der Zug tauchte schon auf den Gleisen auf. Die Lage hätte nicht ernster sein können. Wie Adele mir erzählte, nahm plötzlich eine fremde Kraft in ihr überhand. Sie wurde ruhig und fing an, mit klarer, sicherer Stimme zu Cali zu sprechen, so als würde das Pferd sie wie ein Mensch verstehen. Sie sagte zu der Stute: »Cali, du bist in Gefahr. Du musst sofort zu mir zurückkommen!« Zu ihrer Überraschung und Freude trottete Cali sofort zu ihr her und ließ sich das Halfter wieder anlegen. Wie Adele mir sagt, verdankt sie die Rettung des Pferdes meinen Büchern. »Wenn ich nichts über intuitive Kommunikation gewusst und nicht geglaubt hätte, dass Cali mich verstehen kann, hätte ich ihr diese Befehle gar nicht gegeben«, meint sie.
Tieren Informationen zu geben, indem man laut mit ihnen spricht oder ihnen in Gedanken Gefühle oder Bilder schickt, lässt sich einfach erlernen. Es mag ein bisschen schwieriger sein, die Fähigkeit zu meistern, Informationen von Tieren intuitiv zu empfangen, doch auch diese Fähigkeit kann man sich durch Üben leicht aneignen.
Ein weiteres Beispiel für einen erfolgreichen ersten Versuch in intuitiver Kommunikation berichtete mir Jeanne Joslyn, eine meiner Kursteilnehmerinnen. Es ereignete sich noch bevor sie meinen Unterricht besuchte und vermittelt ein Gefühl dafür, wie intuitive Kommunikation manchmal empfangen wird und wie vage und schwer zu glauben sie am Anfang sein kann. Ich rate Anfängern daher, sich immer auf das Erste zu konzentrieren, das einem in den Sinn kommt.
Ein kleiner Hund wurde vor Jeannes Haus von einem Auto angefahren. Am Halsband befand sich eine Marke mit einer Telefonnummer. Jeanne rief dort an und erreichte die Hundehalterin. Sie verabredeten, sich in einer Tierklinik in der Nähe zu treffen. Jeanne legte der Hündin einen selbst gemachten Maulkorb an und hob sie sanft auf den Rücksitz ihres Wagens. Während ihr Mann sie zu der Tierklinik fuhr, saß sie hinten neben dem Hund. Das Tier, das offensichtlich Schmerzen hatte, tat ihr leid und sie überlegte, wie sie es beruhigen könnte. Dann fiel ihr mein Auftritt in der Fernsehsendung Animal Planet wieder ein, in der ich den Zuschauern gesagt hatte, sie könnten Tierkommunikation üben, indem sie ihre Zweifel beiseite legten und sich einfach mit dem Tier unterhielten, als würde es jedes Wort verstehen. In der Sendung hatte ich erwähnt, dass die Leute sämtliche Informationen, die ihnen dabei in den Sinn kamen, als potenzielle intuitive Kommunikation vom Tier ansehen sollten. Jeanne hatte die Methode schon an ihren eigenen Haustieren getestet. Bisher hatte sie es eher aus Spaß getan, weil sie es eigentlich nicht für möglich hielt. Wie die meisten Anfänger auf dem Gebiet der Tierkommunikation glaubte sie, sich alle mentalen Wahrnehmungen nur eingebildet zu haben.
Doch da ihr nichts Besseres einfiel, fing sie an, mit der verletzten Hündin zu reden. Sie erklärte dem Tier, wohin sie fuhren, dass sein Frauchen schon an der Tierklinik auf sie wartete und dass die Ärzte ihm helfen und die Schmerzen lindern würden.
Die Hündin sah sie so lieb an, dass Jeanne ihr den Maulkorb abnahm und laut zu ihr sagte: »Ich glaube nicht, dass du beißt.« Plötzlich hörte Jeanne in Gedanken so laut und deutlich den Namen »Daisy«, dass sie im Stillen dachte: »Daisy? Wo kam denn das jetzt her?« Als sie den Hund ansah, wurde ihr klar, dass das Tier ihr womöglich seinen Namen mitgeteilt hatte. Sie fragte laut: »Daisy? Heißt du etwa Daisy?«, und dachte insgeheim, wie blöd sie sich vorkommen würde, wenn sie bei der Tierklinik ankämen und die Besitzerin ihren Hund mit einem anderen Namen anspräche. Dann dachte sie sich: »Also gut, dann wollen wir diese Theorie mal austesten! Mal sehen, ob ich mich irre. Dann höre ich sofort mit diesem Blödsinn auf.« Sie fragte die Hündin, wie ihr Frauchen aussehe und wie sie von ihrem Frauchen getrennt worden sei. Das Tier schickte Jeanne das mentale Bild einer rundlichen Frau mit rötlichem Haar und dazu den Gedanken, dass es sich im Wald verlaufen hatte, als es Hasen jagte und nicht mehr wusste, welche Richtung nach Hause führte.
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| Jeanne mit ihrem Hund |
Als sie vor der Klinik ankamen, wartete eine Frau auf sie, die ganz anders aussah als die Frau, die der Hund Jeanne gezeigt hatte. Sobald der Wagen anhielt, machte die Frau die Autotür auf und nahm den Hund auf den Arm. Sie sagte: »Es ist okay, Daisy. Jetzt ist alles in Ordnung.«
Jeanne war geschockt. Sie blieb wie vom Blitz getroffen im Auto sitzen, während ihr die Wahrheit dämmerte. Die Hündin hatte Jeanne tatsächlich ihren Namen mitgeteilt! Erstaunt riss sie sich zusammen und ging in die Klinik, wo die Frau sich hingesetzt hatte. Sie hielt Daisy auf dem Schoß. Dann wurde die Eingangstür aufgerissen und eine rundliche junge Frau mit rotbraunen Haaren stürzte auf Daisy zu. Während die Frau an Jeanne vorbeilief, dachte Jeanne: »Also, diese Frau hat wirklich rote Haare.« Die andere, die Daisy auf dem Schoß hatte, sah auf und zeigte auf die Rothaarige. »Ihr gehört der Hund. Ich bin bloß eine Bekannte.«
Jeanne geriet ganz aus dem Häuschen. Sie zerrte ihren Mann am Ärmel aus der Klinik. »Der Hund hat mir vorhin seinen Namen und eine Beschreibung seines Frauchens geliefert!«, stieß sie verblüfft aus. Ihr Mann sah sie verwirrt an, und so erzählte sie ihm die ganze Geschichte und fragte ihn, ob er sie jetzt für verrückt hielt. Ihr Mann zeigte Verständnis und sagte, dass es viele Dinge auf der Welt gibt, für die wir keine logische Erklärung haben, und dass er Jeanne glaubte, wenn sie der Meinung war, der Hund hätte mit ihr kommuniziert. Aber Jeanne hatte immer noch das Gefühl, sich alles nur eingebildet zu haben. Daher ging sie wieder in die Tierklinik hinein und fragte die Frau, wie Daisy verloren gegangen sei. »Ach«, berichtete die Bekannte, »ihr Mann ist vor ein paar Tagen mit Daisy auf die Jagd gegangen, und als er sie gerufen hat, war sie verschwunden.«
Das können Sie auch
Was Jeanne getan hat, kann jeder von uns. Das weiß ich deshalb, weil ich schon Tausende von Leuten ausgebildet habe, mit Tieren zu sprechen, und ich weiß genau, dass auch Sie es erlernen können. In Kapitel 1 erkläre ich, was intuitive Kommunikation eigentlich ist und wie sie funktioniert, und in Kapitel 2 bringe ich Ihnen anhand einer Reihe einfacher Übungen bei, wie Sie intuitiv mit Ihren eigenen Tieren kommunizieren können. In Kapitel 3 schlage ich Übungen vor, durch die Sie Ihre neuen Fähigkeiten noch stärken können und einen besseren Bezug zu Ihren Tieren herstellen können. In Kapitel 4 zeige ich auf, wie intuitive Kommunikation Harmonie zwischen den Tieren in Ihrem Heim herstellen kann. Kapitel 5 konzentriert sich auf die Anwendung von intuitiven Trainingstechniken, mit denen alle Arten von Trainingssituationen noch besser gemeistert werden können, und in Kapitel 6 untersuche ich verschiedene intuitive Techniken, mit denen sich häufig auftauchende Verhaltensstörungen beheben lassen, darunter Trennungsängste, Mangel an Vertrauen, Aggression, Urinieren im Haus, nerviges Verhalten und Weglaufen.
In Kapitel 7 zeige ich auf, wie Sie mit fremden Tieren in Tierheimen oder einer Rettungssituation kommunizieren können, und wie Sie einem misshandelten oder traumatisierten Tier helfen können. Kapitel 8 enthält spezifische Anleitungen, wie Sie vermisste Tiere mithilfe Ihrer Intuition wiederfinden können, und in Kapitel 9 beschreibe ich, wie man unter Anwendung der Intuition mit der Erfahrung umgeht, wenn man ein Tier durch den Tod verliert. Kapitel 10 bietet Anleitungen, wie Sie intuitiv mit der gesamten Natur in Verbindung treten können, einschließlich, wie Sie:
mit einheimischen wilden Tieren sprechen
wilde Tiere vor möglichen Gefahren warnen
richtig mit Schädlingen umgehen
das Wachstum in Ihrem Garten fördern und
mit Heilkräutern arbeiten können.
Im Nachwort behandle ich die Wirkung, die intuitive Kommunikation auf unsere Welt hat, und die viel versprechende Anwendung einer artverwandten Fähigkeit - der bewussten Umsetzung oder Manifestierung - zur Wiederherstellung des Gleichgewichts und der Gesundheit der Tiere und unserer Erde.
Ich habe dieses Buch geschrieben, um Ihnen den Schlüssel zu Ihrer intuitiven Kommunikationsfähigkeit zu geben, damit Sie für sich und Ihre Tiere ein Zusammenleben gestalten können, wie es nicht schöner sein könnte. Ich möchte viele der erstaunlichen Geschichten mit Ihnen teilen, die meine Klienten, Teilnehmer und Freunde mir über ihre Erfahrungen mit der intuitiven Kommunikation geschickt haben. Mein Buch enthält auch Fotos der Menschen und ihrer Tiere. Ich hoffe, Frag dein Tier wird von vielen Menschen gelesen und ihnen helfen, mehr Mitgefühl und Hochachtung für die Tiere und die Natur zu entwickeln. Das würde die heutigen Bemühungen auf der ganzen Welt, unseren wundervollen Planeten zu retten und sein Gleichgewicht wieder herzustellen, unterstützen.
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Wissenswertes über die intuitive Kommunikation
Tiere sind Meister der intuitiven Kommunikation. Im Gegensatz zu uns hat ihnen niemand beigebracht, ihre Intuition zu unterdrücken. Niemand hat ihnen jemals gesagt, das mentale Aussenden und Empfangen von Gedanken und Gefühlen sei Unsinn oder Einbildung. Tiere wissen, dass sie ihr Leben erleichtern und bei Bedarf die besten Entscheidungen treffen können, wenn sie sich den Zugang zu ihrer Intuition bewahren. Unabhängig davon, wie zahm das Tier ist, ist es sich immer bewusst, dass die Umsetzung seiner Intuition den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten kann. Das erklärt auch, warum sich so viele Tiere kurz vor der tödlichen Welle des Tsunami, der 2004 in Asien wütete, in höhere Gebiete retteten, während die meisten Menschen das nicht taten. Auch wenn manche Menschen wie die Tiere den Tsunami vorausspürten und rechtzeitig höhere Stellen aufsuchten, funktionierte sicher auch noch bei vielen anderen diese innere Warnstimme - aber sie hörten nicht darauf.
Tiere achten auf die Informationen, die sie intuitiv in Form von Ahnungen und Gefühlen erhalten. Menschen hingegen werden dazu erzogen, solche sinnlichen Wahrnehmungen als »sinnlos« anzusehen und zu ignorieren. Von Geburt an werden wir unterschwellig und manchmal auch direkt darauf konditioniert, unsere Intuition abzustellen. Intuitive Informationen kommen oft in der Form von Gefühlen, und Gefühle werden in unserer modernen, ultralogischen Kultur nicht sonderlich ernst genommen. Während wir aufwachsen, werden wir ermutigt, unsere Emotionen zu unterdrücken, und werden belohnt, wenn wir uns rational verhalten. Können Sie sich daran erinnern, einen der folgenden Sätze in Ihrer Kindheit gehört zu haben?
»Liebling, das bildest du dir ein.«
»Du weißt doch, dass Tiere nicht reden können.«
»Sei vernünftig!«
»Sei nicht albern!«
»Denk dir nicht solche Sachen aus!«
»Das weißt du doch gar nicht - das kannst du doch nicht beweisen.«
»Das kann nicht sein.«
»Sei nicht so emotional!«
Und Jungen bekommen zu hören: »Hör auf, dich wie ein Mädchen zu benehmen!«
Eigentlich empfangen wir ständig Informationen von unserer Intuition - zum Beispiel ein deutliches Gefühl, das gut oder schlecht sein kann, über jemanden, den wir gerade kennengelernt haben -, doch wir blocken unsere eigene Wahrnehmung ab. Zum Glück schaffen wir das nicht gänzlich, und vor allem in Krisensituationen überwindet unsere Intuition regelmäßig unsere Verstandesbarrieren. Haben Sie jemals eine der folgenden intuitiven Erfahrungen gemacht?
Sie spüren, wenn jemand Sie belügt oder manipuliert.
Sie haben das starke Gefühl, dass Sie etwas tun oder nicht tun sollten (und finden heraus, dass Sie mit dem Gefühl richtig lagen).
Sie spüren über eine größere Entfernung, wenn mit Ihrem Kind oder einem Ihrer Tiere etwas nicht in Ordnung ist.
Sie denken an jemanden und erhalten danach einen Anruf oder Brief von diesem Menschen.
Sie spüren, wie einem anderen zumute ist.
Sie wissen, dass etwas passieren wird, bevor es passiert.
Das Telefon klingelt, und Sie wissen intuitiv, wer der Anrufer ist.
Intuitive Kommunikation ist die hypersensible Fähigkeit, Informationen ohne Reden und ohne Körpersprache zu empfangen und zu übermitteln; sie bedeutet das mentale und emotionale Aussenden und Erhalten von Informationen. Auch wenn sie häufig als ein Phänomen der heutigen Esoterik betrachtet wird, sehe ich sie als uralte Fähigkeit an, die gerade neu entdeckt wird. Ich glaube, unsere Vorfahren waren genauso gut in intuitiver Kommunikation, wie die Tiere es heute noch sind, und ich bin überzeugt, dass sie ständig in intuitiver Verbindung miteinander und zu allen Aspekten der Natur standen.
Durch ihre ungehinderten intuitiven Sinne können Tiere Gedanken lesen. Sie wissen, was ein Mensch oder ein anderes Tier denkt und fühlt, und können mit dem geistigen Auge die geistigen Bilder anderer sehen. Triny Fischer, eine meiner Kursteilnehmerinnen, erzählte mir die folgende Geschichte, wie ihre mittlerweile verstorbene Hündin Nora ihr diese Fähigkeit offenbarte.
Nora war eine über fünfzig Kilo schwere Malamuthündin. Der Vorfall ereignete sich vor mehreren Jahren im Winter, als Triny mit ihr in Florida war. Nora hatte immer in einem kalten Klima gelebt und mochte das heiße, schwüle Klima Floridas nicht. Um Nora aufzumuntern, nahm Triny sie bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang mit an den Strand. Sie gingen immer zu einem bestimmten Strand, der selten überfüllt war und auf dem ein Waldweg am Wasser entlang führte. Der Strand war früher bei Nudisten beliebt gewesen, und auch wenn Nacktbaden verboten war, kam es öfter vor, dort noch auf jemanden zu treffen, der nackt schwamm oder sich sonnte. Triny war das egal und sie achtete kaum auf die anderen Strandgäste.
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| Nora |
Sie beschreibt Nora als eine wunderbare und liebevolle Hündin, die alle Menschen mochte. Doch was Nora nicht mochte, waren kleine weiße Hunde. Eines Abends bei Sonnenuntergang bemerkte Triny, dass eine Frau und ihr kleiner weißer Hund hinter ihnen am Strand spazieren gingen. Triny versuchte, Nora dazu zu bringen, schneller zu gehen und einen gewissen Vorsprung zwischen ihnen und dem kleinen weißen Hund zu erreichen. Dabei bemerkte Triny einen nackten Mann, der hinter ein paar Büschen kauerte. Als Nora den Mann sah, blieb sie stehen und rührte sich nicht. Normalerweise lief Nora freudig auf alle Menschen zu, denen sie am Strand begegnete, egal ob sie nackt waren oder nicht. Triny legte der Hündin die Leine an und versuchte, sie zum Weitergehen zu bewegen. Nora reagierte mit mehreren für sie untypischen Handlungen. Sie bellte den Mann an, weigerte sich weiterzugehen und bleckte die Zähne, als er aufstand. Die Hündin rührte sich erst, als Triny umdrehte und in die andere Richtung ging - weg von dem Fremden. Das irritierte Triny, denn sie wollte keine unangenehme Begegnung mit dem kleinen weißen Hund riskieren. Doch Nora mit ihren über fünfzig Kilo Gewicht setzte ihren Willen durch. Die Frau und der kleine Hund machten einen Bogen um sie herum und setzten ihren Spaziergang am Strand fort. Als Triny und Nora zum Auto zurückgingen, tauchte der Mann noch mehrmals hinter den Büschen auf. Jedes Mal heulte Nora leise auf und ging schneller. Sobald sie das Auto erreicht hatten, verhielt sich Nora wieder völlig normal, so als sei nichts passiert.
Als Nora und Triny am nächsten Morgen wieder an denselben Strand gingen, war alles mit gelbem Polizeiklebeband abgesperrt. Triny erfuhr, dass am Abend davor, kurz nach Sonnenuntergang, eine Frau, die mit ihrem kleinen weißen Hund am Strand spazieren gegangen war, von einem Fremden vergewaltigt, geschlagen und ins Wasser geworfen worden war. Die Frau hatte jedoch das Bewusstsein wiedererlangt und sich mit letzter Kraft ans Ufer geschleppt. Ihr Hund hatte ein Pärchen alarmiert, das einen Strandspaziergang machte und daraufhin sein Frauchen fand. Die Frau erhielt Erste-Hilfe-Maßnahmen, was ihr das Leben rettete. Triny schilderte der Polizei ihre Beobachtungen vom Abend zuvor. Ihre Beschreibung des Manns passte auf die Täterbeschreibung des Opfers. Wie Triny klar wurde, hatte Nora sie vor dem Mann gerettet. Von diesem Tag an achtete sie genau auf jede intuitive Warnung von Nora. Man könnte zwar spekulieren, dass Nora in Wirklichkeit die Körpersprache des Manns statt seiner Gefühle oder Gedanken gelesen hatte, doch Triny war der Mann nicht weiter aufgefallen. Soweit sie erkennen konnte, hatte er sich nicht auffällig verhalten.
Wie intuitive Kommunikation funktioniert
Intuitive Kommunikation ist nicht das Lesen der Körpersprache. Man braucht das Tier, mit dem man kommunizieren will, noch nicht einmal zu sehen. Es reicht aus, eine Beschreibung des Tieres zu erhalten, emotional mit ihm in Verbindung zu treten und anzufangen, dem Tier mental Gefühle oder Gedanken zu senden. Die Informationen können mental als eine Emotion, ein Körpergefühl, ein Bild, ein Wort, ein Satz, eine Vorstellung, eine Szene (wie in einem Film), ein Geruch oder ein Geschmack gesendet oder empfangen werden. Tieren Informationen intuitiv zu senden ist einfach, da sie so gut darin sind, sie zu empfangen. Informationen von einem Tier zu erhalten kann sich schon schwieriger gestalten, weil wir so daran gewöhnt sind, die intuitiven Informationen, die wir bekommen, zu unterdrücken. Manchmal dauert es eine Weile, bevor eine intuitive Mitteilung verstanden wird, wie der folgende Bericht der Kursteilnehmerin Karen Hudson zeigt.
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| Karen und Sundust |
Karen verkaufte ihr Pferd Sundust an jemanden, den sie für geeignet hielt. Doch die neuen Besitzer kamen mit Sundust nicht klar und verkauften die Stute weiter. Sie erzählten Karen, sie hätten ein gutes Zuhause für Sundust gefunden, aber ein paar Jahre später fing Karen an, von Sundust zu träumen, und bekam das Gefühl, dem Verbleib des Pferdes nachgehen zu müssen. Deshalb setzte sie eine Anzeige in die Zeitung. Als niemand darauf antwortete, gab sie auf. Doch da sie das Gefühl nicht loswurde, Sundust suchen zu müssen, um zu sehen, wie es der Stute ging, schaltete sie weitere Zeitungsannoncen. Schließlich meldete sich jemand, der ihr mitteilte, dass Sundust mehrmals den Besitzer gewechselt hatte und sogar einmal auf einer Auktion versteigert worden war. Wie Karen heute glaubt, bekam sie das Gefühl, nach Sundust suchen zu müssen, in dem Zeitraum, in dem das Pferd misshandelt wurde. Sie ist sicher, dass Sundust sie durch intuitive Kommunikation um Hilfe gerufen hatte, doch Karen war tagsüber so mit anderen Dingen beschäftigt, dass sie die Hilferufe nur nachts in ihren Träumen hören konnte. Am Ende konnte Karen Sundust zurückkaufen und hat vor, die Stute für den Rest ihres Lebens zu behalten.
Ich setze die Fähigkeit der intuitiven Wahrnehmung mit ESP (übersinnlicher Wahrnehmung), Telepathie, dem sechsten Sinn und hellseherischen Fähigkeiten gleich. Jeder wird mit Intuition geboren; wir haben bloß vergessen, wie wir sie nutzen können. Wie zwei wissenschaftliche Forscher auf dem Gebiet der intuitiven Kommunikation, Danny K. Alford (unter dem Namen Moonhawk1 bekannt) und Walter Greist2 herausgefunden haben, basiert sämtliche gesprochene Kommunikation auf der intuitiven Kommunikation.
Auf der Grundlage von durchgeführten Experimenten geht Greist davon aus, dass wir bei jedem Gespräch gleichzeitig intuitive Informationen aussenden. Wenn man zum Beispiel jemandem von seinem herrlichen Urlaub am Meer erzählt, schickt man dem Zuhörer gleichzeitig, ohne es zu beabsichtigen oder zu merken, Eindrücke in Form von Bildern, Wahrnehmungen, wie es sich dort angefühlt hat, und Gefühlen, die man im Urlaub empfunden hat. Und umgekehrt erhält man, ohne es zu merken, von jemandem, der einem von seinem tollen Wandertrip berichtet, Bilder, Wahrnehmungen und Gefühle, die der Erzähler auf der Wanderung erlebt hat. Der Trick an der intuitiven Kommunikation ist, diesen Prozess bewusst zu steuern und zu erleben, der bei den meisten Menschen von heute zum größten Teil unbewusst abläuft.
Moonhawk, Wissenschaftler mit indianischen Vorfahren, fasste seine Untersuchungen über Urkulturen, Quantenphysik, Linguistik und Parapsychologie in ein integriertes Gebiet zusammen, das er die »Quantenlinguistik« nannte. Er stellte die Hypothese auf, dass intuitive Kommunikation der Prototyp der Sprache ist. Er identifizierte die intuitive Kommunikation als die »Ursprache«, die von allen Urvölkern gesprochen wurde, und als den Weg, Kommunikation zwischen allen irdischen Lebensformen herzustellen.
Moonhawk war davon überzeugt, dass kein Sprachkonzept ohne die Einbindung der Vorstellung von der »Ursprache« vollständig ist. Er sah intuitive Kommunikation als einen grundsätzlichen Fluss von Bedeutung und Wahrnehmung an - eine primitive Form von Wissen. Er definierte die Fähigkeit, das emotionale Vorhaben eines anderen lesen zu können, als ein System der Weitergabe von Informationen, das vor der Entwicklung von Sprache bestand und die Grundlage der Sprache darstellt. Wie er darstellte, würden die Worte, die wir sprechen, ohne die kontinuierliche unbewusste Mitwirkung der »Ursprache« im Hintergrund unseres Bewusstseins keinen Sinn ergeben. Laut Moonhawk bestehen die Grenzen gegenwärtiger Linguistikmodelle darin, dass sie Bewusstsein oder Telepathie nicht als aktive Faktoren der menschlichen Kommunikation zulassen. Als Erforscher der Sprachen von Urvölkern ging Moonhawk davon aus, dass diese Sprachen der intuitiven Kommunikation noch näher standen. Für ihn war nicht Esperanto, sondern intuitive Kommunikation die wahre Universalsprache, da sie eine Sprache ist, die alle Menschen und Lebewesen auf der Erde längst beherrschen.
Die gesprochene Sprache im Gegensatz zur intuitiven Sprache
Intuitive Kommunikation hat mit der linearen, gesprochenen Kommunikation, die auf Wörter aufgebaut ist und die wir als wahre Kommunikation ansehen, nicht viel gemeinsam. Zum einen lassen sich ganze Erlebnisse und Lebensgeschichten durch intuitive Kommunikation in einer Nanosekunde vermitteln. Wenn ich einen Hund aus dem Tierheim intuitiv bitte, mir etwas aus seiner Vergangenheit zu berichten, erhalte ich häufig sofort einen Download an Informationen über sein frühes Leben als Welpe: Zu wem er kam, wie seine ersten Besitzer ihn behandelten, welche Gefühle er für sie hegte, wie seine früheren Zuhause und Menschen aussahen und warum er im Tierheim gelandet ist.
Ein weiterer Unterschied ist, dass man das aus der Ferne tun kann. Man braucht nicht mit einem Tier zusammen zu sein, um mit ihm intuitiv zu kommunizieren. Das weiß ich aus meinen eigenen jahrelangen Erfahrungen mit Tieren, die ich mit jedem anderen Tierkommunikator teile, den ich kenne. Der Forscher Ronald Rose3 hat dieselbe Fähigkeit bei den Ureinwohnern Australiens festgestellt. In den 1950er Jahren lebte er sieben Jahre unter den Aborigines in Australien, wo er ihre intuitiven Fähigkeiten untersuchte und dokumentierte. Wie Rose herausfand, konnten die von ihm erforschten Ureinwohner Informationen über große Entfernungen senden und empfangen. In einer prä-technologischen Kultur wie die der Aborigines, in der es keine Form der Fernkommunikation gab und Stämme durch viele Meilen voneinander entfernt waren, ist es sinnvoll, davon auszugehen, dass die Menschen eine hoch entwickelte Fähigkeit zur intuitiven Kommunikation besaßen. Meistens hatten die Informationen, die die Aborigines erhielten, mit der Krankheit oder dem Tod eines Verwandten zu tun, und ein großer Teil der Daten wurde von Zeugen außerhalb des Stammes - wie zum Beispiel von Missionaren oder Viehranchern - bestätigt. Interessanterweise empfingen die Ureinwohner diese Informationen manchmal, indem sie mit einem Totemtier sprachen, statt direkt mentalen Kontakt mit einem anderen Menschen aufzunehmen.
Ein abschließender Unterschied zwischen intuitiver und verbaler Kommunikation ist, dass intuitive Kommunikation lineare Zeiten überschreiten kann. Man kann zum Beispiel mit der Seele eines verstorbenen Tieres sprechen und trotzdem korrekte Informationen über das Tier erhalten. Meine Teilnehmerin Lori Ammerman hat dies nach dem Lesen meines ersten Buchs Lautlose Sprache herausgefunden. In diesem Buch mache ich den Vorschlag, dass Leser versuchen, intuitiv mit meinen Tieren - unter ihnen mein Pferd Dylan, der noch lebte, als ich 2003 das Buch geschrieben habe - zu kommunizieren. Als Lori 2007 mit Dylan Verbindung aufnahm, spürte sie eine überwältigende Traurigkeit. Dann kam ihr der Gedanke, Dylan sei gestorben, was auch tatsächlich kurz davor geschehen war. Das konnte sie nur durch ihre Intuition wissen. Man kann also sogar nach dem Tod eines Tieres Kontakt zu ihm herstellen und Informationen über das Tier erhalten, da man bei der intuitiven Kommunikation mit dem höheren Selbst oder der Seele des Tieres Verbindung aufnimmt.
In Kapitel 2 erkläre ich zwar im Detail, wie Sie intuitiv mit Tieren kommunizieren können, doch der Grundprozess lässt sich leicht beschreiben. Man versendet Informationen, indem man sie entweder laut ausspricht, eine Mitteilung denkt oder aber dem Tier ein Gefühl oder ein Bild schickt. Vergessen Sie nicht, dass Tiere darin echte Meister sind! Sie können sicher sein, dass das Tier empfängt, was Sie ihm senden. Um Informationen zu erhalten, müssen Sie mit dem Tier mental und emotional Verbindung aufnehmen und dann auf jeden intuitiven Eindruck achten, der in Ihrem Bewusstsein auftaucht. Am besten ist es, diese Eindrücke aufzuschreiben, sobald Sie sie wahrnehmen, da es manchmal schwierig ist, sich hinterher an sie zu erinnern. Auch wenn dieser Prozess einfach klingt, täuscht das. Wie die meisten Leute feststellen, versucht ihr Verstand, den Prozess zu steuern, und bemüht sich, die »richtigen« oder plausibleren Antworten auszuwählen, wodurch die Intuition wirksam ausgeschaltet wird. Durch Übung lernen Sie, Ihren rationalen Verstand zu überlisten und sich stattdessen auf den Informationsfluss zu konzentrieren, der Ihnen intuitiv kommt.
Wissenschaftliche Untersuchungen über die intuitive Kommunikation
Wie ist intuitive Kommunikation überhaupt möglich? Die besten Antworten auf diese Frage kommen aus der Quantenphysik. Einige der herausragenden Analysen der Forschungsarbeit auf diesem Gebiet wurden von Lynne McTaggart4 durchgeführt. In ihrem jüngsten Buch The Intention Experiment untersucht sie die Arbeit der wichtigsten Forscher und Experimente, die zu den heutigen Theorien darüber, wie unsere Welt funktioniert und wie intuitive Kommunikation möglich sein kann, beigesteuert haben. Ich möchte McTaggarts Forschungsergebnisse zusammenfassen, aber auch wenn mein Physiklehrer auf dem College früher ein Rockstar war, war ich in Physik noch nie besonders gut.
Die Theorien der Quantenphysik unterscheiden sich stark von den akzeptierten Theorien der Physik Newtons. Quantenphysiker gehen davon aus, dass das Universum kein Ort ist, an dem sich alle Objekte gemäß fixer Regeln der Bewegung und Zeit in einem dreidimensionalen Raum bewegen. Stattdessen entspricht das Universum eher einem einzigen Organismus aus miteinander verbundenen Energiefeldern, der sich in einem Zustand ständiger Weiterentstehung befindet. Dieses kontinuierlich vernetzte Energiefeld wird das Nullpunktfeld genannt, da selbst noch bei Temperaturen auf dem Nullpunkt, bei denen keine Bewegung zu erwarten wäre, winzige Fluktuationen von Teilchen erkennbar sind. Diese konstanten Fluktuationen und Bewegungen sind Verschränkungen. Physiker gehen davon aus, dass die Aktivitäten des Nullpunktfelds sämtliche Teilchen und Materie im gesamten Universum gleichermaßen beeinflussen. Anders ausgedrückt: Wir sind durch dieses Energiefeld alle miteinander verbunden - wir sind alle eins, wir sind alle miteinander vernetzt.
Durch diese ständige Verbundenheit und Energievernetzung stehen wir mit allen Lebewesen und Dingen des Universums ständig in Kontakt. Unter Anwendung unserer Willenskraft können wir uns auf jeden und alles konzentrieren, Verbindung aufnehmen und kommunizieren. McTaggart schreibt über die Bedeutung dieser Theorie5:
Wenn sämtliche Materie im Universum mit dem Nullpunktfeld interagieren würde, dann würde das ganz einfach bedeuten, dass alle Materie durch Quantenwellen im gesamten Kosmos miteinander verbunden und möglicherweise auch vernetzt wäre. Und wenn wir und der ganze leere Raum eine Masse der Vernetzungen sind, dann müssen wir unsichtbare Verbindungen mit Dingen aufnehmen, die von uns selbst entfernt sind. Die Bestätigung der Existenz des Nullpunktfelds und der Vernetzung bietet eine logische Erklärung dafür, warum Signale, die durch die Macht der Gedanken gesendet werden, von jemandem aufgegriffen werden können, der viele Meilen weit weg ist.
Ein anderer wichtiger Forscher, der sich mit der Existenz der intuitiven Kommunikation beschäftigt hat, ist Cleave Backster6, ein Spezialist für Lügendetektoren, der herausgefunden hat, dass lebende Organismen lesen und auf menschliche Gedanken reagieren können. Seine Arbeit beinhaltet einige der umfassendsten Experimente, die vorgenommen wurden, um die Existenz der Telepathie zwischen verschiedenen Arten nachzuweisen. Die meisten wurden jedoch seltsamerweise an Pflanzen und wirbellosen Tieren durchgeführt. Backster stieß eines Tages im Jahr 1966 zufällig auf seine Entdeckung, als er den Lügendetektor aus reiner Neugier an seinen Drachenbaum anschloss. Ein Lügendetektor misst die Steigerungen und Verringerungen des elektrischen Widerstands. Der gesteigerte Widerstand an einem Menschen deutet auf Stress hin, der entsteht, wenn man lügt. Backster goss die Pflanze und setzte die Elektroden dann auf mehrere aufeinanderliegende Blätter, um zu sehen, ob es Veränderungen im Widerstand gab, wenn das Wasser die Blätter erreichte. Er erwartete einen Aufwärtstrend in den Kurven, der einer Verringerung des elektrischen Widerstands in der Pflanze bei stärkerer Feuchtigkeit entsprach. Stattdessen bemerkte er einen Abwärtstrend und einen kurzen Zacken, was einer menschlichen Stressreaktion entsprach. Er ging davon aus, eine emotionale Reaktion von der Pflanze erhalten zu haben7. Als weiteren Test beschloss er, etwas zu finden, was eine sofortige dramatische Reaktion in der Pflanze hervorrufen würde. Er versuchte, ein Blatt der Pflanze in seine Kaffeetasse zu halten, erreichte dadurch jedoch keine Reaktion. Backster wurde klar, dass er etwas Dramatischeres tun müsste. So dachte er daran, ein Streichholz zu holen und das Blatt zu verbrennen. In dem Augenblick, in dem er das dachte, schlug der Zeiger des Lügendetektors nach oben aus und wäre fast über den Rand hinausgeschossen. Die Pflanze hatte auf seinen Gedanken, ein Blatt zu verbrennen, reagiert.
Backster unternahm unzählige Experimente, die beweisen, dass Pflanzen und Tiere telepathisch sind. Er konnte sogar zeigen, dass Pflanzen reagieren, wenn einem anderen Lebewesen Schaden zugefügt wird, zum Beispiel wenn eine Anzahl von Shrimps getötet wird. Er erbrachte bei Pantoffeltierchen, Schimmelkulturen, Eiern und sogar Joghurt Nachweise über eine Reaktion, die menschlichen Gefühlshochs und -tiefs entsprach, vor allem bei Drohungen oder irgendeiner negativen Intention. Auch fand er heraus, dass diese Reaktion unabhängig von der Entfernung war: Eine Reaktion auf seine Gedanken konnte gemessen werden, egal ob er anwesend war oder viele Meilen von der jeweiligen Pflanze entfernt war. Daraus schloss er, dass die von ihm untersuchten Organismen nicht nur auf seine Gedanken reagierten, sondern darüber hinaus telepathisch mit allem Lebendigen in ihrer Umgebung kommunizierten. Auch entdeckte er, dass Pflanzen fähig sind zu lernen, ob jemand ihnen wirklich Schaden zufügen will oder nicht.
Backsters Forschungsarbeit ist unorthodox, und aus diesem Grund hat er nicht die Unterstützung und Anerkennung erhalten, die er verdient hätte. Die Untersuchungen der beiden anerkannten Physiker Fritz Popp und Konstantin Korotkov8 waren nötig, um Backsters Ergebnisse endlich ernst zu nehmen. Wie die beiden Wissenschaftler herausfanden, finden ständig Gedankenübertragungen innerhalb von Organismen (von einem Körperteil zum anderen), zwischen verschiedenen Organismen und zwischen einem Organismus und seiner Umgebung statt. Die Transportmittel für diese Übertragungen sind Quantenlichtemissionen, die Biophotone genannt werden. Gedanken sind daher einem Strom von Photonen gleichzusetzen. Als solche können sie durch Zeit und Raum reisen. Anscheinend hat Backster Recht behalten: Pflanzen und Tiere können menschliche Gedanken auffangen und wahrnehmen - und umgekehrt wir auch ihre.
Nur wenige Wissenschaftler widmen sich der Erforschung der Telepathie in Tieren. Einer davon ist der englische Mikrobiologe Rupert Sheldrake. Unter Anwendung statistisch verifizierbarer Untersuchungsmethoden hat er bei einer sehr geringen Fehlerquote nachgewiesen, dass Tiere in einer kontrollierten Umgebung, ohne die Möglichkeit, Hinweise aus ihrer Umwelt zu erhalten, vorausspürten, wann ihre Besitzer nach Hause kommen würden. In seinem Buch Der siebte Sinn der Tiere9 geht es um diese und andere intuitive oder hellseherische Fähigkeiten von Tieren.
Die Masse an Nachweisen über intuitive Kommunikation mit Tieren wird von Menschen zusammengetragen, die sich in ihrem Beruf oder ihrer Ausbildung mit der Tierkommunikation befassen. Diese Informationen sind in Erlebnisform und werden daher im Großen und Ganzen von den klassischen Wissenschaften ignoriert. Doch Nachweise in Form von Anekdoten und Erlebnissen bilden die Basis von vielen traditionellen wissenschaftlichen Untersuchungen wie zum Beispiel der menschlichen Medikamenten- und Schmerzforschung. Allein der große Umfang der Erlebnisse, die auf die Existenz intuitiver Kommunikation zwischen verschiedenen Lebewesen hinweist, sollte sie als bedeutende Daten qualifizieren.
Ein Wort über die Richtigkeit
Die meisten Leute, die intuitive oder hellseherische Sitzungen durchführen, geben an, dass die von ihnen erhaltenen Informationen zu 80-90 Prozent akkurat sind. In meinen Seminaren bitte ich die Teilnehmer, intuitiv mit einem Tier Verbindung aufzunehmen und ihre Eindrücke aufzuschreiben. Hinterher lassen sie sich diese Eindrücke vom den Besitzern des Tieres bestätigen, indem sie ein Häkchen neben ein richtiges Detail setzen, ein Kreuz, wenn es nicht richtig war, und ein Fragezeichen, wenn die Antwort sich nicht überprüfen lässt. Ich beobachte schon bei den Anfängern ständig ein hohes Level an Richtigkeit. Nach einer Stunde Training sind sie in der Lage, überprüfbare Ergebnisse zu erzielen, die zu 70 bis 90 Prozent korrekt sind. Nachdem meine Teilnehmer ihre Antworten überprüft haben, bitte ich sie, die Eindrücke zu markieren, die sie sich nicht ausdenken würden oder könnten. Das sind die Ergebnisse, die die Leute überzeugen, dass intuitive Kommunikation real und exakt ist.
Zum Beispiel fragte Susie Henkel den Hund, mit dem sie Verbindung aufgenommen hatte, ob er Kinder mochte. Als Antwort erhielt sie ein positives Gefühl. Dann hatte sie das Bild eines blonden Mädchens mit Pferdeschwanz, das eine rosa Skijacke anhatte, vor Augen. Das Frauchen des Hundes bestätigte diese Informationen: »Ach ja, das ist meine Nichte. Er liebt sie. Er liebt alle Kinder.«
Bei einer Übung soll jeder Teilnehmer ein ihm unbekanntes Tier bitten, sein Zuhause von innen und außen zu beschreiben. Die Ergebnisse können spektakulär ausfallen und korrekte, spezifische Beschreibungen der Pflanzen, der Architektur, der Farben, der Einrichtung, der Böden und des Grundrisses liefern - Details, die die Teilnehmer nur durch intuitive Kommunikation wissen können.
Eine so hohe Rate an richtigen Details lässt sich durch Üben erreichen. Es besteht natürlich immer ein Risiko, sich zu irren oder voreingenommen zu sein, und das muss man berücksichtigen. Bei meinen Kursanfängern gibt es eine Tendenz, dass sich ihr Verstand nach ein paar ersten Erfolgen in intuitiver Kommunikation meldet und sie anfangen, sich selbst zu hinterfragen, zu kritisieren und an sich zu zweifeln. Dann muss man einen Weg zurück zu der Erfahrung finden, wie man leicht und korrekt Informationen empfängt. Wie ich meinen Teilnehmern sage, muss ich den Menschen nicht beibringen, wie man intuitiv kommuniziert. Das können sie schon. Nein, meine Aufgabe ist es vielmehr, den Menschen beizubringen, wie sie ihre Fähigkeit erkennen und sich davon überzeugen.
Übung
Wie Sie sich Ihre Intuition wieder zu eigen machen
Um sich Ihre eigene Intuition wieder anzueignen und wieder zu beleben, müssen Sie bei Ihren Gefühlen ansetzen. Bei meinen Sitzungen geschieht es häufig, dass ich die Informationen weitergebe, die ich von einem Tier erhalte - und sein Besitzer dann sagt: »Ja, eigentlich wusste ich, dass es so ist. Ich hatte so ein Gefühl, aber ich habe es nicht glauben können.« Wenn es um die Intuition geht, stehen Gefühle an vorderster Stelle. Wenn Sie ein Gefühl über etwas haben, dann müssen Sie es beachten; wischen Sie es nicht einfach weg. Führen Sie darüber Tagebuch und notieren Sie sich diese vagen Gefühle. Lesen Sie sie dann später wieder durch, um zu prüfen, was Ihre Intuition Ihnen gesagt hat. Meistens stellt sich das, was wir fühlen, später als wahr heraus. Doch wir werden dazu erzogen, dieses innere Navigationssystem vollkommen zu ignorieren und stattdessen auf den guten Rat irgendwelcher anderen Leute zu hören - nur nicht auf unseren eigenen!
Intuitive Informationen können Sie auf verschiedene Weise erhalten: In Form von Gefühlen, Bildern vor dem geistigen Auge, Erinnerungen an andere Situationen, die für die Gegenwart relevant sind, und Wörtern oder Sätzen, die Ihnen in den Sinn kommen. Manche Leute erhalten sogar virtuelle sinnliche Informationen, wie zum Beispiel ein körperliches Phantomgefühl, einen Geruch oder einen Geschmack. Der Schlüssel zum erfolgreichen Empfang intuitiver Informationen ist, sie anzunehmen. Versuchen Sie es mal mit folgendem Experiment: Befragen Sie Ihre Intuition immer, wenn Sie unsicher sind und sich zwischen zwei oder mehr Optionen entscheiden müssen. Nehmen Sie Papier und Stift zur Hand und setzen Sie sich an einen ruhigen Ort. Wägen Sie jede Option ab und notieren Sie die intuitiven Daten, die Ihnen dazu kommen. Dafür müssen Sie sich zuerst vornehmen, intuitive Anleitung zu jeder Option zu erhalten. Schreiben Sie dann die erste Option oben auf das Blatt. Beginnen Sie nun sofort mit der Wahrnehmung jeder intuitiven Information, die Sie dazu erhalten, und schreiben Sie sie auf. Ich vergleiche diese Vorgehensweise mit einem Radarscanner.
Ihr einziges Ziel ist es, die eingehenden Daten wahrzunehmen und zu notieren. Beurteilen Sie sie nicht und versuchen Sie nicht, sie zu ändern! Schreiben Sie die Wahrnehmungen nur so genau wie möglich auf. Auch hier können sie in Form von Gefühlen, Gedanken, Erinnerungen oder anderen Daten auftauchen. Ganz egal, was Ihnen kommt - halten Sie es nur schriftlich fest. Wiederholen Sie diesen Vorgang für alle Optionen. Vergleichen Sie dann das, was Sie sich notiert haben. Vermutlich werden Sie ziemlich eindeutige Anweisungen erhalten haben, was Sie am besten tun sollten - gratis von Ihrer Intuition.
Eine andere Technik, um Ihre Intuition kalt zu starten, ist, in jeder beliebigen Situation auf Ihre Gefühle zu achten. Gewöhnen Sie sich an, innezuhalten und Ihre Emotionen zu überprüfen. Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt, ist es das wahrscheinlich auch nicht! Ihre Gefühle zu ignorieren hat zur Folge, dass Ihre Intuition sich zurückzieht und immer weniger deutlich und zugänglich wird. Wenn Sie die Botschaften Ihrer Intuition wirklich hören wollen, dann müssen Sie Ihre Gefühle ernst nehmen.
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Hören und gehört werden
Oft rufen Menschen mich an, damit ich ihrem Tier mit Hilfe meiner intuitiven Kommunikationsfähigkeiten etwas mitteile. Sie sind erstaunt, wenn ich ihnen sage, dass sie mich nicht zu beauftragen brauchen, um mit ihrem Tier zu sprechen. Es ist etwas, das sie recht einfach selbst tun können, weil Tiere die intuitive Kommunikation meisterhaft beherrschen und jede an sie geschickte Nachricht erhalten. Wenn Sie laut mit Ihrem Tier reden, kommt Ihre Mitteilung an. Wenn Sie an Ihr Tier denken oder ihm Ihre Gedanken schicken, wird Ihr Tier diese Gedanken wahrnehmen. Leider bedeutet das auch, dass es unmöglich ist, vor einem Tier etwas geheim zu halten. Denken Sie daran, wie oft Ihre Katze in dem Augenblick verschwunden ist, als Sie daran dachten, die Katzenbox herauszuholen! Sogar ein Bild, das Sie sich vorstellen, kann von Ihrem Tier aufgefangen werden. Deswegen reagiert Ihr Hund so freudig, wenn Sie sich einen Spaziergang vornehmen.1
Wären wir nicht dazu erzogen und konditioniert, unsere Intuition zu unterdrücken, dann würden wir intuitive Kommunikation so gut wie jedes Tier beherrschen. Doch auch wenn Sie sicher sein können, dass Ihre Tiere Sie hören und verstehen, wenn Sie mit ihnen sprechen oder ihnen mental Informationen senden, können Sie nicht sicher sein, wie sie auf das Gesagte reagieren werden. Nur weil Ihr Tier Sie hören kann, bedeutet das noch lange nicht, dass es immer das tun wird, was Sie von ihm wollen - genauso wenig wie ein Mensch es täte.
Auch wenn Sie ein absoluter Tierfreund sind, wie ich es schon immer war, und schon jetzt laut mit Ihrem Tier sprechen, ist Ihnen vielleicht nicht wirklich klar, wie viel es von dem Gesagten versteht. Das ging mir so, und das geht den meisten Leuten so, die ich kenne. Erst als ich mich ernsthaft mit intuitiver Kommunikation befasste und anfing, damit zu experimentieren, dämmerte mir, dass meine Tiere alles, was ich zu ihnen sage, hören und verstehen können.
Die Autorin und Pferdetrainerin Carolyn Resnick2 machte dieselbe Entdeckung, kurz nachdem sie eins meiner Bücher gelesen hatte. Eines Tages bemerkte sie einen Hund, der auf einem Parkplatz in einem Auto eingeschlossen war. Der Hund war zwar nicht in Gefahr und es war auch nicht zu heiß in dem Wagen, doch er war in Panik. Bellend rannte er dauernd zwischen den Rücksitzen und den Vordersitzen des Autos hin und her. Carolyn versuchte, intuitiv mit ihm zu sprechen. Sie schickte ihm den Gedanken, dass sein Mensch bald zurückkommen würde und dass ihm nichts passieren würde. Sie sagte ihm, er solle aufhören zu bellen und sich beruhigen. Zu ihrem großen Erstaunen blieb er sofort stehen, sah sie an, setzte sich hin und machte keinen Muckser mehr.
Karen Berke, eine frühere Schülerin von mir, die heute als Tierkommunikatorin arbeitet, erlebte eines Tages etwas Ähnliches, als sie in einem Zentrum, in dem behinderte Kinder und Erwachsene mit Pferden zusammengebracht werden, ehrenamtlich tätig war. Karen kümmerte sich dort um ein Zwergpferd namens Buddy. Sie striegelte es und führte es durch die ländliche Umgebung des Zentrums spazieren. Auf ihrem Spaziergang kamen sie an mehreren Grundstücken vorbei, an denen Hunde hinter den Zäunen dem Pferd nachrannten und wütend kläfften. An jenem Tag bellte nur ein Hund: ein blonder Labrador. Er rannte am Zaun entlang, als Buddy stehen blieb, um ein bisschen Gras zu futtern. Der Hund drehte fast durch. Schon in der Vergangenheit hatte Karen ihn aufgefordert, sich zu beruhigen - ohne Erfolg. Diesmal unterhielt sie sich länger mit ihm. Sie sagte zu ihm: »Du rennst so schnell, dass du gar nicht bellen kannst!« Plötzlich wurde der Hund langsamer und hörte auf, bis ans Ende des Zauns zu rennen. Stattdessen rannte er direkt an die Stelle, an der Karen mit Buddy stand. Karen staunte. Dann sagte sie ihm, er brauche keine Angst zu haben, weil Buddy und sie an seinem Grundstück nicht interessiert seien und Buddy nur ein bisschen Gras fressen wolle. Der Hund hörte abrupt auf zu bellen und zu rennen. Er sah Karen direkt an, drehte sich um und lief auf die andere Seite seines Gartens. Er ließ sich nicht einmal dann blicken, als sie und Buddy weitergingen.
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| Karen und Buddy |
Wenn Sie mit Ihrem Tier sprechen, als könnte es Sie wirklich verstehen, werden Sie möglicherweise Veränderungen in seinem Verhalten und seiner Einstellung feststellen. Es ist, als wollte es sagen: »Super, sie hat es endlich kapiert! Also gut, dann wollen wir jetzt mal dieses Spiel spielen ...«
Diese Erfahrung machte Kelly Boesel mit ihren Pferden. Kelly füttert ihre Pferde jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit. Die Tiere sind auf einer großen Weide untergebracht. Früher musste Kelly über ein paar Hügel wandern, um sie zu finden und für die Fütterung hereinzuholen. Eines Tages beschloss sie, ein Experiment auszuprobieren. Sie redete zu ihren Pferden laut, so als würde sie zu einer Gruppe von Menschen sprechen. Sie bat die Tiere, sich jeden Morgen um acht Uhr am Tor einzufinden, damit sie nicht erst lange herumlaufen müsse, um sie zu finden. Am nächsten Tag standen die Pferde wie von Zauberhand herbeigeholt am Tor und warteten dort auf sie. Jetzt kommuniziert sie mit ihren Pferden auf dem Weg zur Weide im Auto und lässt die Tiere wissen, dass sie unterwegs ist. Anscheinend hören sie Kelly, denn sie kommen jetzt jeden Morgen ans Tor.
Ich halte alle Tiere für intelligente Lebewesen. Zwar hat jede Spezies ihre eigenen Prioritäten und körperlichen Fähigkeiten, die beeinflussen, wie ihre Intelligenz sich ausdrückt. Doch die Vorstellung, Tiere wären nicht so klug wie Menschen, ist falsch; ihre Intelligenz unterscheidet sich nur von unserer. Wenn Sie anfangen, intuitiv mit Tieren zu kommunizieren, werden Sie allmählich die einzigartige Intelligenz jeder Spezies und jedes individuellen Tieres wahrnehmen.
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| Debbie und Taffy (48 Jahre alt) |
Auch drücken Tiere dieselben Gefühle mit derselben Intensität aus wie wir Menschen. Der Ethologe Marc Bekoff aus Maverick hat ein Buch über dieses Thema geschrieben, das den Titel Das unnötige Leiden der Tiere trägt. Die meisten Wissenschaftler stimmen jedoch noch nicht zu, dass Tiere genauso wie Menschen empfinden können. Doch was immer Wissenschaftler auch sagen mögen: Tierfreunde wissen einfach, dass Tiere genauso tiefe und starke Gefühle wie Menschen haben.
Tiere zeigen uns durch ihr Verhalten ständig ihre Emotionen. Wie lässt sich sonst das Verhalten von dem Pferd Taffy erklären, um das es in der nächsten Geschichte geht?
Debbie Erdman, eine Klientin von mir, ritt ihre Stute Taffy, die nicht mehr die Jüngste war, regelmäßig im Gelände und am Strand entlang. Als Taffy achtunddreißig Jahre alt wurde, ging Debbie davon aus, dass die langen Strecken am Strand der Stute zu viel sein könnten. Deswegen nahm Debbie ein anderes Pferd für ihren nächsten Ritt. Als sie zurückkam, zeigte Taffy ihr den ganzen Tag über »die kalte Schulter«. Immer wenn Debbie auftauchte, drehte sie ihr den Rücken zu. Taffy zeigte ihr damit deutlich, dass sie nicht glücklich war, weil sie ausgeschlossen worden war.
Von dem Tag an kam Taffy wieder auf jeden Geländeritt mit. Bei langen Strecken lief sie an einem Führstrick, während Debbie ihr anderes Pferd ritt. Debbie reitet Taffy, die mittlerweile achtundvierzig ist, immer noch. Die Stute liebt es, an der Spitze zu reiten, und ist unverzichtbar, wenn es darum geht, anderen Pferden die Angst vor dem Gelände zu nehmen.
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