Kitabı oku: «Die Volxbibel - Altes und Neues Testament»

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Martin Dreyer

Die Volxbibel – Altes und Neues Testament

Bibel, Bibelübersetzung, Jugend, krasse Sprache, aktuelle Sprache, moderne Sprache, religiöses Kultbuch, Buch der Bücher, Heilige Schrift, Liebesbrief Gottes

Über dieses Buch

Die Volxbibel – Altes und Neues Testament fasst die bislang vorliegenden drei Bände der Volxbibel (Altes Testament Band 1, Altes Testament Band 2, Neues Testament) in einem Band zusammen. Diese Gesamtausgabe der Volxbibel umfasst den klassischen protestantischen Kanon (= Lutherbibel) der biblischen Bücher von der Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments bis zur Apokalypse des Johannes im Neuen Testament. Die Volxbibel ist auch in dieser Ausgabe die einzige Bibel, die in der Jugendsprache des 21. Jahrhunderts geschrieben und über ein Wiki-Projekt fortlaufend überarbeitet und in ihrer sprachlichen Qualität aktualisiert und verbessert wird. Für die vorliegende Gesamt ausgabe wird erstmals die 4.0-Fassung des Neues Testaments verwendet.

Inhaltsübersicht

1  [Cover]

2  [Titel]

3  [Über dieses Buch]

4  Inhaltsübersicht

5  Vorwort

6 Altes Testament1. Buch Mose (1-28)Kapitelwahl123456789101112131415161718192021222324252627281. Buch Mose (29-50)293031323334353637383940414243444546474849502. Buch MoseKapitelwahl123456789101112131415161718192021222324252627282930313233343536373839403. Buch MoseKapitelwahl1234567891011121314151617181920212223242526274. Buch MoseKapitelwahl1234567891011121314151617181920212223242526272829303132333435365. Buch MoseKapitelwahl12345678910111213141516171819202122232425262728293031323334Das Buch JosuaKapitelwahl123456789101112131415161718192021222324Das Buch der RichterKapitelwahl123456789101112131415161718192021Das Buch RutKapitelwahl12341. Buch SamuelKapitelwahl123456789101112131415161718192021222324252627282930312. Buch SamuelKapitelwahl1234567891011121314151617181920212223241. Buch über die KönigeKapitelwahl123456789101112131415161718192021222. Buch über die KönigeKapitelwahl123456789101112131415161718192021222324251. Buch der ChronikKapitelwahl12345678910111213141516171819202122232425262728292. Buch der ChronikKapitelwahl123456789101112131415161718192021222324252627282930313233343536Das Buch EsraKapitelwahl12345678910Das Buch NehemiaKapitelwahl12345678910111213Das Buch EsterKapitelwahl12345678910Das Buch HiobKapitelwahl123456789101112131415161718192021222324252627282930313233343536373839404142Das Buch der Psalmen (1-73)Kapitelwahl12345678910111213141516171819202122232425262728293031323334353637383940414243444546474849505152535455565758596061626364656667686970717273Das Buch der Psalmen (74-150)7475767778798081828384858687888990919293949596979899100101102103104105106107108109110111112113114115116117118119120121122123124125126127128129130131132133134135136137138139140141142143144145146147148149150Das Buch der SprücheKapitelwahl12345678910111213141516171819202122232425262728293031Das Buch PredigerKapitelwahl123456789101112Das HoheliedKapitelwahl12345678Der Prophet Jesaja (1-32)Kapitelwahl1234567891011121314151617181920212223242526272829303132Der Prophet Jesaja (33-66)33343536373839404142434445464748495051525354555657585960616263646566Der Prophet Jeremia (1-25)Kapitelwahl12345678910111213141516171819202122232425Der Prophet Jeremia (26-52)262728293031323334353637383940414243444546474849505152Das Buch der KlageliederKapitelwahl12345Der Prophet Hesekiel (1-24)Kapitelwahl123456789101112131415161718192021222324Der Prophet Hesekiel (25-48)252627282930313233343536373839404142434445464748Der Prophet DanielKapitelwahl123456789101112Der Prophet HoseaKapitelwahl1234567891011121314Der Prophet JoelKapitelwahl1234Der Prophet AmosKapitelwahl123456789Der Prophet ObadjaKapitelwahl1Der Prophet JonaKapitelwahl1234Der Prophet MichaKapitelwahl1234567Der Prophet NahumKapitelwahl123Der Prophet HabakukKapitelwahl123Der Prophet ZefanjaKapitelwahl123Der Prophet HaggaiKapitelwahl12Der Prophet SacharjaKapitelwahl1234567891011121314Der Prophet MaleachiKapitelwahl123

7 Neues TestamentDie Geschichte von Jesus, wie Matthäus sie aufgeschrieben hat (Mt)Kapitelwahl12345678910111213141516171819202122232425262728Gute Nachrichten durch Jesus Christus: ein Bericht von Markus (Mk)Kapitelwahl12345678910111213141516Die Geschichte von Jesus, so wie sie Lukas in Erinnerung hatte (LK)Kapitelwahl123456789101112131415161718192021222324Die Geschichte über Jesus, so wie Johannes sie aufgeschrieben hat (Joh)Kapitelwahl123456789101112131415161718192021Die Geschichte von den Aposteln (Apg)Kapitelwahl12345678910111213141516171819202122232425262728Ein Brief von Paulus an die Christen, die in Rom leben (Röm)Kapitelwahl12345678910111213141516Der erste Brief an die Christen aus Korinth (1Kor)Kapitelwahl12345678910111213141516Der zweite Brief, den Paulus an die Christen in Korinth schrieb (2Kor)Kapitelwahl12345678910111213Brief an die Christen, die in Galatien wohnen, auch bekannt als „Galaterbrief“ (Gal)Kapitelwahl123456Der Epheserbrief (Eph)Kapitelwahl123456Ein Brief an die Christen, die in Philippi wohnen (Phil)Kapitelwahl1234Ein Brief an die Christen, die in Kolossä wohnen (Kol)Kapitelwahl1234Der erste Brief von Paulus an die Thessalonicher (1Thes)Kapitelwahl12345Der zweite Brief an die Christen aus Thessalonich (2Thes)Kapitelwahl123Der erste Brief an Timotheus (1Tim)Kapitelwahl123456Der zweite Brief von Paulus an Timotheus (2Tim)Kapitelwahl1234Ein Brief an Titus (Tit)Kapitelwahl123Eine E-Mail an Philemon (Phim)Kapitelwahl1Ein Brief an die Hebräer (Hebr)Kapitelwahl12345678910111213Der Brief von Jakobus (Jak)Kapitelwahl12345Der erste Brief von Petrus (1Petr)Kapitelwahl12345Der zweite Brief vom Petrus (2Petr)Kapitelwahl123Der erste Brief von Johannes (1Jo)Kapitelwahl12345Der zweite Brief von Johannes (2Jo)Kapitelwahl1Der dritte Brief von Johannes (3Jo)Kapitelwahl1Judas (Jud)Kapitelwahl1Offenbarung (Offb)Kapitelwahl12345678910111213141516171819202122

8  Anhang Die „Synonymeseite“ oder wie die Begriffe in der Volxbibel zustande kommen Weitere Bibelübersetzungen Christ werden – wie geht das? Mitarbeiter, Ansprechpartner, Ratgeber

9  Über Martin Dreyer

10  [Impressum]

Buchnavigation

1  Inhaltsübersicht

2  Cover

3  Titel

4  Textanfang

5  Impressum

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Inhaltsübersicht

Vorwort

Altes Testament

1. Buch Mose (1Mo)

2. Buch Mose (2Mo)

3. Buch Mose (3Mo)

4. Buch Mose (4Mo)

5. Buch Mose (5Mo)

Das Buch Josua (Jos)

Das Buch der Richter (Ri)

Das Buch Rut (Rt)

1. Buch Samuel (1Sam)

2. Buch Samuel (2Sam)

1. Buch über die Könige (1Kö)

2. Buch über die Könige (2Kö)

1. Buch der Chronik (1Chr)

2. Buch der Chronik (2Chr)

Das Buch Esra (Esr)

Das Buch Nehemia (Neh)

Das Buch Ester (Est)

Das Buch Hiob (Hi)

Das Buch der Psalmen (Ps)

Das Buch der Sprüche (Spr)

Das Buch Prediger (Pred)

Das Hohelied (Hl)

Der Prophet Jesaja (Jes)

Der Prophet Jeremia (Jer)

Das Buch der Klagelieder (Kla)

Der Prophet Hesekiel (Hes)

Der Prophet Daniel (Dan)

Der Prophet Hosea (Hos)

Der Prophet Joel (Joe)

Der Prophet Amos (Am)

Der Prophet Obadja (Ob)

Der Prophet Jona (Jon)

Der Prophet Micha (Mi)

Der Prophet Nahum (Nah)

Der Prophet Habakuk (Hab)

Der Prophet Zefanja (Zef)

Der Prophet Haggai (Hag)

Der Prophet Sacharja (Sach)

Der Prophet Maleachi (Mal)

Neues Testament

Die Geschichte von Jesus, wie Matthäus sie aufgeschrieben hat (Mt)

Gute Nachrichten durch Jesus Christus: ein Bericht von Markus (Mk)

Die Geschichte von Jesus, so wie sie Lukas in Erinnerung hatte (LK)

Die Geschichte über Jesus, so wie Johannes sie aufgeschrieben hat (Joh)

Die Geschichte von den Aposteln (Apg)

Ein Brief von Paulus an die Christen, die in Rom leben (Röm)

Der erste Brief an die Christen aus Korinth (1Kor)

Der zweite Brief, den Paulus an die Christen in Korinth schrieb (2Kor)

Brief an die Christen, die in Galatien wohnen, auch bekannt als „Galaterbrief“ (Gal)

Der Epheserbrief (Eph)

Ein Brief an die Christen, die in Philippi wohnen (Phil)

Ein Brief an die Christen, die in Kolossä wohnen (Kol)

Der erste Brief von Paulus an die Thessalonicher (1Thes)

Der zweite Brief an die Christen aus Thessalonich (2Thes)

Der erste Brief an Timotheus (1Tim)

Der zweite Brief von Paulus an Timotheus (2Tim)

Ein Brief an Titus (Tit)

Eine E-Mail an Philemon (Phim)

Ein Brief an die Hebräer (Hebr)

Der Brief von Jakobus (Jak)

Der erste Brief von Petrus (1Petr)

Der zweite Brief vom Petrus (2Petr)

Der erste Brief von Johannes (1Jo)

Der zweite Brief von Johannes (2Jo)

Der dritte Brief von Johannes (3Jo)

Judas (Jud)

Offenbarung (Offb)

Anhang

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Vorwort

Die Volxbibel hat in den letzten Jahren das Gespräch über das Buch der Bücher extrem angeregt, angefeuert und auch angeheizt. Kaum eine Bibel wurde mehr diskutiert und kritisiert, gefeiert und angefeindet, und die Reaktionen reißen bis heute nicht ab: Unterschriftenlisten wollen das Buch am liebsten verbieten, im Internet findet man Aufforderungen, es sogar zu verbrennen, aber Jugendliche und Junggebliebene lesen die Volxbibel in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz mit überschwenglicher Begeisterung und Freude.

Erst vor einiger Zeit wurde von weltlichen Rundfunksendern mehrfach pro Woche eine Serie mit dem Titel „Konfirmanden lesen ihren Lieblingsspruch aus der Volxbibel“ ausgestrahlt.

Pfarrer, Priester, Theologen und Religionslehrer nutzen die Volxbibel für ihre Zwecke. Aber auch Prominente schätzen sie: Nina Hagen nahm ihr Exemplar mit in eine Talkshow, Jörg Pilawa wurde damit fotografiert, und selbst der Papst ließ mir in einem Brief ausrichten, dass er das Anliegen der Volxbibel verstehe.

Seitdem ich die Idee für dieses Projekt hatte, habe ich auch immer an seine Notwendigkeit geglaubt. Ich war mir damals sicher, dass die Zeit gekommen war, so ein gewagtes Experiment mit dem Buch der Bücher zu starten. Aber der beachtliche Erfolg hat nicht nur mich, sondern auch die Verleger, ihre Verlage und die Buchhändler überrascht. Im Volxbibel Wiki wurde seit 2006 über fünf Millionen Seitenaufrufe verzeichnet, das ist eine sehr erstaunliche Zahl. Über dreitausend User arbeiteten am Text, lasen und studierten die Texte und diskutierten über diese Bibel.

Es ist schon seit langem mein dringender Wunsch, jedem Leser irgendwann einmal die ganze Heilige Schrift in einer Volxbibel-Fassung zur Verfügung stellen zu können. Nun ist es so weit: Die erste Gesamtausgabe der Volxbibel liegt vor; sie fasst die bisherigen drei Bände in einem großen Band zusammen. Textgrundlage der „Alten Verträge“, des Alten Testaments, ist die 1.0-Fassung. Das Neue Testament hingegen ist frisch aus dem Internet exportiert und trägt stolz die Versionsnummer 4.0.

Die Bibel steckt voller krasser Geschichten über Gott und die Menschen. Wir können am Anfang von der Entstehung der Welt lesen und auf den letzten Seiten davon, wie es mit diesem Planeten irgendwann zu Ende gehen wird. Themen wie Liebe und Depression, Freundschaft und Verrat, Krieg und Frieden kommen in ihr zur Sprache. Sie gibt Antworten auf viele brennende Fragen des Lebens, und sie regt an, über sich und die eigene Existenz noch einmal ganz neu nachzudenken.

Das Hauptziel der Bibel ist, so denke ich, dass Gott mit seinen Menschen reden möchte. Er will, dass die gedruckten Worte zu glühenden Kohlen werden, die unsere Leidenschaft befeuern, dass sich diese Worte unwiederbringlich in unser Herz einbrennen. Er will uns ermutigen, wenn es uns schlecht geht, uns auch auf die Finger hauen, wenn wir Mist bauen, und uns den Weg aufzeigen, wenn wir uns mal wieder verirrt haben.

Gott liebt uns vollkommen, davon bin ich überzeugt. Deshalb kann man die Bibel auch als einen Liebesbrief Gottes an die Menschen bezeichnen.

Ich wünsche mir, dass Du diesen Liebesbrief lesen und mit deinem Herz auch verstehen kannst. Mit Sicherheit kann man die Bibel auch mit seinem Verstand lesen und viel Nutzen daraus ziehen. Aber wichtiger ist für mich, dass unser Herz, unser Innerstes, offen ist und wir nicht nur versuchen, alles in unser übliches intellektuelles Muster zu pressen. Denn es gibt eine Dimension der Bibel, die weitaus spannender und interessanter ist als alles, was unser Verstand begreifen kann. Entdecke das Leben mit Gott und seinem Sohn Jesus. Es gibt kein besseres!

Berlin im Mai 2012

Martin Dreyer

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Altes Testament

1. Buch Mose
Kapitelwahl

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50

Inhaltsübersicht

Wie Gott die Erde gemacht hat

1 1Mo 1 Alles fing damit an, dass Gott das ganze Universum gemacht hat. Er bastelte das riesige Weltall zusammen und mittendrin die Erde. 2 Auf der Erde war noch nichts los. Überall war totales Chaos. Es war stockdunkel, alles stand unter Wasser, und es gab noch kein Licht. Aber Gottes Geist, seine besondere Kraft, war da und schwebte über dem Wasser. 3 Und dann machte Gott eine Ansage: „Jetzt soll erst mal Licht angehen!“ Und „bang“, es passierte sofort! Plötzlich war es überall hell! 4 Und Gott fand das Licht total cool! Dann beschloss er, das Licht mal von dem Dunkeln zu trennen. Es sollte ab jetzt die halbe Zeit hell sein und die andere Zeit dunkel. 5 Gott nannte die helle Zeit „Tag“ und die dunkle Zeit „Nacht“. Es wurde zum ersten Mal auf der Erde dunkel und wieder hell, und damit war der erste Tag, den es jemals gegeben hatte, auch schon vorbei. 6 Als Nächstes sagte Gott: „Das Wasser soll sich zerteilen, es soll Wasser nach oben und nach unten gehen!“ 7 Und das passierte auch sofort. Jetzt gab es oben und unten Wasser, oben in den Wolken und unten auf der Erde. 8 Den oberen Teil nannte Gott „Himmel“. Und dann war der zweite Tag auch schon wieder vorbei. 9 Die nächste Ansage von Gott war: „Das Wasser auf der Erde soll sich jetzt mal an bestimmten Orten sammeln. Ich will, dass man was Trockenes dazwischen sehen kann!“ Und auch das passierte sofort. 10 Gott gab dem trockenen Boden den Namen „Land“, und das ganze Wasser nannte er „Meer“. Und Gott sah es noch mal an und fand es hammergut! 11 Dann sagte Gott: „Aus dem Boden sollen jetzt Pflanzen wachsen! Es soll grün werden, Bäume sollen entstehen, an denen Äpfel und so wachsen! Und überall sollen Samen drin sein, damit sich die einzelnen Arten auch weiter vermehren können!“ Und das passierte auch sofort. 12 Auf dem Boden wuchsen so Sachen wie Rasen, Kräuter und Bäume, alles ganz unterschiedlich. Und die Pflanzen hatten Samen in ihren Früchten, ganz unterschiedliche Samen, auf die Art, wie sie eben gemacht waren. Und Gott sah es noch mal an und fand es total krass! 13 Dann ging die Sonne unter und wieder auf. Jetzt war der dritte Tag vorbei. 14 Gott meinte jetzt: „Am Himmel sollen Sterne sein. Die sind dafür da, dass man merkt, ob es Tag oder Nacht ist. Und man soll durch die Sterne abchecken können, ob wir gerade Winter oder Sommer haben. Und das Datum soll man an denen auch ablesen können. 15 Sie sollen wie kleine Lampen sein, damit es auf der Erde nachts ein bisschen heller wird.“ Und das passierte sofort. 16 Als Nächstes machte Gott die Sonne und den Mond klar. Die Sonne sollte es am Tag ganz hell werden lassen und der Mond nachts. 17 Gott pinnte beide oben in den Himmel, damit sie von da gut auf die Erde leuchten konnten. 18 Sonne und Mond organisierten ab sofort, ob es hell oder dunkel wurde. Und Gott sah es noch mal an und fand es richtig gut! 19 Und dann war es auch schon wieder dunkel und wieder hell, und der vierte Tag war zu Ende. 20 Jetzt machte Gott folgende Ansage: „Ich will, dass es im Wasser nur so von Leben wimmelt! Total viele Tiere sollen da jetzt rumschwimmen! Und über der Erde sollen jede Menge Vögel im Himmel rumfliegen!“ 21 Und jetzt ging Gott richtig ab. Er machte riesengroße Walfische, aber auch alle möglichen kleinen Tiere, Krabben, Aale, Forellen, eben alles, was so im Wasser leben konnte. Und er fing an, die ganzen Vögel zu stylen, in unterschiedlichsten Formen und Farben. Und Gott merkte gleich, dass das total genial wurde! 22 Dann wünschte Gott ihnen alles Gute und segnete sie. Er sagte zu ihnen: „Jetzt macht mal los! Habt Spaß miteinander und vermehrt euch! Ihr könnt das ganze Meer haben, wenn ihr wollt! Und den Vögeln sag ich das auch: Habt mal ordentlich Sex und vermehrt euch auf der Erde!“ 23 Und es wurde dunkel, und wieder hell. Damit war der fünfte Tag vorbei. 24 Jetzt sagte Gott: „Auf der Erde soll es viele unterschiedliche Tierarten geben. Jedes Tier soll ganz besondere Eigenschaften haben. Löwen, Schlangen, Schildkröten und so was, das soll es ab jetzt geben.“ Und es passierte genau so, wie Gott es gesagt hatte. 25 Gott stylte dabei ganz verschiedene Tiere. Wilde und zahme, Tiere, die auf dem Boden lebten, und Tiere die im Boden lebten, und alles in unterschiedlichen Formen und Farben. Und Gott sah es noch einmal an und fand alles total cool! 26 Jetzt sagte Gott: „Okay, nun wollen wir auch mal Menschen basteln. Die sollen mir ähnlich sein. Und die sollen ab sofort das Sagen haben über die ganzen Fische, die im Meer sind, und auch über die Vögel, die in der Luft fliegen, und auch über die ganzen anderen Tiere auf der Erde. Die Menschen sollen über alles bestimmen, was es auf der Erde so gibt.“ 27 Also baute Gott einen Menschen. Dieser Mensch war ihm irgendwie ähnlich, er sollte nach demselben Muster gestrickt sein wie Gott. Er machte dabei gleich zwei Exemplare, einen Mann und eine Frau. 28 Und Gott gab ihnen Kraft zu leben und segnete sie. Er sagte zu ihnen: „Jetzt habt Spaß miteinander! Schlaft miteinander und bekommt sehr viele Babys! Ihr sollt ab jetzt das Sagen haben über alles, über die Fische, die im Meer sind, und auch über alle Vögel, die rumfliegen. Und auch über die ganzen anderen Tiere, die auf der Erde leben, sollt ihr ab sofort bestimmen können!“ 29 Schließlich meinte Gott noch: „Hey, ich habe euch hier ganz viele Sachen gegeben, die man anpflanzen kann und die dann von selbst wachsen! Und auch Bäume hab ich für euch gemacht, und da wachsen auch viele leckere Früchte dran! Die könnt ihr dann essen, wenn ihr wollt. 30 Das ganze Grünzeug hab ich für die Vögel und die anderen Tiere gemacht, damit die das alles essen und davon leben können.“ Und es passierte alles genau so, wie Gott es gesagt hatte. 31 Gott sah sich dann das Ganze, was er gerade gemacht hatte, noch einmal in Ruhe an. Und er war voll begeistert, es war alles spitzenmäßig geworden! Dann wurde es dunkel, der sechste Tag war vorbei, und am nächsten Morgen fing der siebte Tag an.

Der siebte Tag zum Entspannen

2 1Mo 1 So ist also das ganze Weltall entstanden, der Himmel und die Erde. 2 Am siebten Tag war alles perfekt, was Gott gemacht hatte. An diesem siebten Tag machte Gott erst mal ne Pause und ruhte sich aus. 3 Und Gott legte seine Kraft auf diesen siebten Tag, er segnete ihn. Er machte, dass dieser Tag ganz, ganz besonders war. Denn an diesem Tag entspannte er sich von der Arbeit, die er getan hatte.

Gott baut den Garten Eden, einen Mann und eine Frau: ein zweiter Bericht

4 Das ist also die Entstehungsgeschichte vom Weltall, vom ganzen Universum und auch von der Erde. Am Anfang, als alles losging, hat Gott das Ganze gebastelt. 5 Bis jetzt konnte aber noch nichts so richtig wachsen. Das Gras auf der Wiese oder die Bäume konnten noch nicht richtig loslegen, weil sie ja noch kein Wasser hatten. Außerdem gab es ja auch noch keine Menschen, die auf den Feldern was anpflanzen konnten. 6 Es gab da aber schon so einen Nebel auf der Erde, der für etwas Feuchtigkeit sorgte. 7 Jetzt bastelte Gott einen Menschen. Er nahm dafür das Material, was er auf der Erde schon rumliegen hatte, nämlich Ton. Als er fertig war, blies er dem Menschen einmal in seine Nase. Und zwar war das Gottes eigene Lebensluft, sein eigener Geist, was er da reinpustete. Und das Abgefahrenste passierte: Der Mensch bekam plötzlich eine Seele und fing an zu leben! 8 Und Gott, der Chef von allem, baute einen ganz besonderen Garten für seinen ersten Menschen. Die Gegend hatte den Namen „Eden“ bekommen, wo er den Garten hinbaute, und die lag im Osten. Diesen Garten hatte er extra für die Menschen gemacht, damit sie da wohnen können. Man nannte den auch „das Paradies“. 9 Dann ließ Gott dort aus dem Boden unterschiedliche Bäume wachsen. Die sahen alle richtig schön aus. Und sie hatten auch alle voll leckere Früchte, die man gut essen konnte. Mitten in diesen Garten pflanzte Gott jetzt noch zwei ganz besondere Bäume. Der eine war der „Baum des Lebens“. Wer davon eine Frucht isst, würde nie mehr sterben, er könnte ab dann für immer leben. Der andere hieß „Baum der Erkenntnis“. Wer von dem eine Frucht isst, hätte ab dann eine Peilung davon, was gut ist und was schlecht. 10 Mitten in Eden war eine Quelle, wo ein Bach draus wurde. Aus diesem Bach kam das Wasser für den ganzen Garten Eden. Dieser Bach wurde dann zu einem fetten Fluss, der sich wiederum in vier neue Flüsse aufteilte. 11 Der erste Fluss hatte den Namen Pison. Der fließt in das Land Hawila, und in ihm kann man auch viel Gold finden. 12 Das Gold hat eine echt gute Quali. Dazu kann man da drin auch wertvollen Bernstein finden und krasse Diamanten. 13 Der zweite Fluss heißt Gihon. Der Gihon fließt um das ganze Land Kusch rum. 14 Und der Name vom dritten Fluss war Hiddekel. Der kam aus dem Land östlich von Assyrien. Und der vierte Fluss hieß Euphrat. 15 Gott nahm jetzt den Menschen an die Hand und brachte ihn in den Garten Eden. Dort sollte der jetzt mal Sachen anpflanzen und sich um den Garten kümmern. 16 Und Gott sagte zu ihm: „Hey, du kannst dir von allen Pflanzen nehmen, was du willst, klar? Du kannst von den Früchten, die auf den Bäumen wachsen, so viel essen, bist du platzt. All you can eat! 17 Aber lass die Finger vom ‚Baum der Erkenntnis‘! Der ist gefährlich! Wenn du davon mal was isst, wirst du sterben! Hundertpro!“ 18 Dann meinte Gott: „Ist irgendwie keine gute Idee, wenn der Mensch hier alleine rumhängt. Ich will ihm noch eine Braut machen, die ihm hilft und ihn respektiert. Und sie sollte auch irgendwie zu ihm passen!“ 19 Also nahm Gott noch mal etwas Boden und formte zuerst mal weitere Tiere daraus. Tiere, die draußen leben, Vögel und so. Und die brachte er dann zu dem Menschen, damit der ihnen Namen geben konnte. Und der Name, den der Mensch einem Tier dann gab, der war dann auch gesetzt. 20 Also gab der Mensch den unterschiedlichen Tieren unterschiedliche Namen. Aber da war jetzt nichts dabei, worauf er so richtig Bock hatte. Nichts passte zu ihm. 21 Jetzt setzte Gott den Menschen unter Vollnarkose. Und dann nahm er ein Stück von seiner Rippe raus und ließ die Stelle schnell wieder zuwachsen. 22 Aus dieser Rippe baute Gott dann eine voll schöne Frau. Die brachte er dann zu dem Mann. 23 Der Mann war echt begeistert. „YES! Die passt doch total gut zu mir! Sie kommt ja sogar aus meinem Köper raus, ist genau das gleiche Material! Ich finde, sie soll jetzt ‚Frau‘ heißen.“ 24 Darum ist das jetzt so, dass ein Mann irgendwann seinen Vater und seine Mutter verlässt und mit einer Frau zusammenzieht. Die beiden werden dann ganz fest zusammenwachsen, sie werden wie ein Mensch sein. 25 Beide hatten aber noch keine Klamotten an, sie waren splitternackt. Das machte denen aber null was aus, es war ihnen überhaupt nicht peinlich.

Der Mensch fliegt aus dem Paradies raus

3 1Mo 1 Im Garten Eden gab es ein Tier, das schlauer war als alle anderen. Dieses Tier war die Schlange. Die Schlange konnte die Sprache von den Menschen sprechen. Eines Tages kam sie mal bei der Frau an und meinte zu ihr: „Hat Gott echt gesagt, dass ihr von keinem einzigen Baum im Garten Früchte essen dürft?“ 2 „Hm“, sagte die Frau, „wir dürfen von allen Bäumen so viel essen, bis wir platzen. 3 Nur von einem Baum sollen wir die Finger lassen. Da hat Gott ne klare Ansage gemacht. ‚Fasst den bloß nicht an! Sonst müsst ihr sterben‘, meinte er zu uns.“ 4 Die Schlange zischelte aber weiter: „Totaler Schwachsinn! Ihr werdet nie und nimmer sterben, wenn ihr davon esst! 5 Gott hat nur Angst, weil er genau weiß: Wenn ihr davon esst, dann wärt ihr wie Gott. Ihr könntet dann nämlich unterscheiden, was gut ist und was schlecht.“ 6 Jetzt sah die Frau sich den Baum mal genauer an. Und sie wurde plötzlich richtig gierig. Der Baum und seine Früchte sahen einfach lecker aus, und es wäre doch eine tolle Idee, wenn man gut und schlecht unterscheiden könnte. Schließlich nahm sie sich eine Frucht und biss einmal davon ab. Ihrem Mann, der gerade vorbeikam, gab sie auch was ab. 7 Sofort wurden sie beide innerlich voll geflashed! Sie sahen sich an und merkten auf einmal, dass sie ja völlig nackt waren! Schnell bastelten sie sich ein paar Klamotten aus Blättern von einer Eiche, die da in der Nähe rumstand. 8 Plötzlich hörten sie die Stimme von Gott, der gerade im Garten spazieren ging. Es war mittlerweile auch schon Abend geworden. Die beiden bekamen voll Schiss und versteckten sich vor Gott zwischen den Bäumen. 9 Gott rief ihnen zu: „Hey, wo seid ihr?“ 10 „Ähh, ich hab gerade deine Stimme gehört und hab mich voll erschrocken, weil ich irgendwie so nackt bin. Das war mir peinlich, darum hab ich mich erst mal versteckt!“, antwortete der Mann. 11 „Wer hat dir das denn erzählt? Dass du nackt bist und so?“, fragte ihn Gott. „Du hast doch nicht etwa was von dem Baum gegessen, wo ich dir ausdrücklich gesagt hab, dass du davon nicht essen sollst?“ 12 „Ähh, die Frau, ich meine, die hast du mir ja an die Seite gestellt, also, ähh, die hat mir das einfach angedreht!“, stammelte Adam. 13 Gott sagte zu der Frau: „O nein, was hast du nur getan?!“ – „Ähh, die Schlange hat mich voll abgezogen, Gott, die hat mich reingelegt!“, antwortete sie. 14 Also ging Gott zu der Schlange und meinte zu ihr: „Weil du das getan hast, wirst du für immer verschwinden, ich werde dich verstoßen! Du sollst im Gegensatz zu den anderen Tieren keine Beine haben, du sollst nur noch rumkriechen und Staub fressen, solange du lebst! 15 Ich werde ab jetzt dafür sorgen, dass du und die Frau, dass ihr euch nicht abkönnt. Die Frau wird Kinder und Enkel haben, die werden deinen Kindern den Kopf zertreten, während du ihnen in den Fuß beißen wirst.“ 16 Dann ging Gott zur Frau und sagte zu der: „Ich werde dafür sorgen, dass es für dich voll schwer wird, wenn du Kinder kriegst. Es wird dir irre weh tun. Und du wirst immer Lust auf einen Mann haben, aber er wird dein Chef sein.“ 17 Dann ging Gott zum Mann und sagte zu ihm: „Weil du auf deine Frau gehört hast und das, was sie dir gesagt hat, wohl wichtiger war als das, was ich dir gesagt hatte, wird Folgendes mit dir passieren: Das Feld, auf dem die Dinge wachsen, von denen du leben willst, das soll verflucht sein. Es soll voll schwer für dich werden, Obst und Gemüse zu ernten. 18 Auf dem Feld werden Dornen wachsen und Brennnesseln und Disteln. Du wirst dein ganzes Leben hart arbeiten müssen, um dich davon zu ernähren. 19 Du wirst total viel ins Schwitzen kommen. Nur durch harte Arbeit wirst du Brot und andere Sachen zum Essen kriegen können. Und das wird immer so sein, bis zum Schluss, wenn du tot bist. Und wenn du stirbst, wirst du vergammeln und dich in den gleichen Stoff verwandeln, aus dem du mal gemacht wurdest: Erde.“

Der Mann gibt der Frau auch einen Namen

20 Der Mensch, der jetzt Adam hieß, gab seiner Frau den Namen Eva. Der Name bedeutet so viel wie „Leben“, denn Eva wurde jetzt zur absolut ersten Mutter von allen Menschen auf der Welt. Er fand den Namen einfach sehr nett. 21 Gott nähte den beiden dann echt anständige Klamotten, damit sie was zum Anziehen hatten. 22 Später sagte er dann mal zu sich selbst: „Hm, der Mensch ist mir jetzt echt ähnlich geworden, weil er unterscheiden kann, was gut ist und was schlecht. Was jetzt nicht so gut wäre, wenn er auch noch von dem „Baum des Lebens“ essen würde. Dann würde er ja außerdem noch ewig leben können, das geht einfach gar nicht!“ 23 Also schmiss Gott den Adam aus seinem Garten raus und erteilte ihm Hausverbot. Er sollte jetzt besser als Bauer arbeiten, die Erde umpflügen, da drauf Pflanzen aussäen und so. Da kam er ja ursprünglich her, er war mal aus Erde gemacht worden. 24 Gott feuerte Adam aus dem Paradies raus, aber er gab ihm ein Stück Land, was im Osten von seinem Garten lag. Um den Baum des Lebens zu beschützen, stellte Gott einen extra Türsteherengel davor. Der war gut bewaffnet mit einem Schwert, was aus Feuer war, wie so ein riesen Flammenwerfer. Mit diesem Schwert fuchtelte er immer hin und her, damit der Weg zum Baum hundertpro gesichert wurde.

Die beiden Brüder haben Zoff miteinander

4 1Mo 1 Adam und Eva hatten dann Sex, und Eva wurde schwanger. Sie bekam ein Baby, dem die beiden den Namen Kain gaben. Kain bedeutet so viel wie „Hauptgewinn“. Eva war voll happy und sagte: „Ich hab einen Jungen bekommen! Da hat Gott mir bei geholfen!“ 2 Dann kamen noch weitere Kinder. Als Erstes ein Bruder für Kain, den sie Abel nannten. Als die beiden groß waren, nahmen sie unterschiedliche Berufe an. Kain machte ne Ausbildung zum Bauern und Abel wollte ein Hirte werden, der sich um die Schafe und Kühe kümmert. 3 Irgendwann hatte Kain die Idee, etwas von den Sachen, die er als Bauer geerntet hatte, an Gott abzugeben. So als „Dankeschöngeschenk“. 4 Abel hatte wohl denselben Gedanken und gab einige von den ersten Schafen, die geboren worden waren, an Gott ab. Er schlachtete sie, und die besten Steaks verbrannte er in einem Feuer für Gott. Man nannte das ab dann ein „Opfer“ bringen. Gott fand das Opfer von Abel echt cool. 5 Aber das Opfer von Kain fand Gott nicht so prall, er beachtete es gar nicht. Da drüber wurde Kain echt stinkig. Er war richtig frustriert und zog ne Fresse bis zum Boden. 6 Gott sagte zu Kain: „Was is los, mein Junge? Warum ziehst du so ein Gesicht? Warum bist du sauer? 7 Wenn es dir gutgeht, dann siehst du anders aus! Hey, wenn du mies drauf bist und üble Gedanken in dir rumspuken, dann bist du kurz davor, Sachen zu tun, die total daneben sind und die ich nicht gut finde. Diese Gedanken werden immer größer und übernehmen irgendwann die Kontrolle über dich! Du musst sie aber kontrollieren!“ 8 Kain ging zu seinem Bruder, um sich mit ihm auszuquatschen. Aber als sie zusammen auf dem Feld spazieren gingen, kriegten sie sich in die Wolle. Kain war richtig aggro, er fing an zu boxen und kickte einmal voll zu. Abel sank zu Boden und war tot. 9 Einige Zeit später kam Gott bei Kain vorbei. Er fragte ihn: „Sag mal, Kain, wo ist denn dein Bruder geblieben?“ „Äh, keine Ahnung, Gott! Ist mir auch pupsegal, wo der ist, ich bin ja schließlich nicht sein Kindermädchen!“ 10 Gott sagte zu ihm: „O Mann, Kain, was hast du bloß für ne Scheiße angestellt? Was ist los? Ich kann das Blut von deinem Bruder nach Rache schreien hören. 11 Ich muss mich von dir zurückziehen, ich kann dir nichts Gutes mehr tun! Verschwinde von hier! Dieses Land hat das Blut von deinem Bruder aufgesogen, weil du ihn hier getötet hast! 12 Ab jetzt wird es für dich voll schwer werden, als Bauer zu arbeiten. Der Boden wird dir nicht alles geben, was normal gehen würde. Und du wirst dich nirgendwo richtig zu Hause fühlen, du wirst immer auf der Flucht sein.“ 13 Kain war echt fertig, als er das hörte. „Das ist zu heftig, Gott, diese Strafe kann ich nicht ertragen! 14 Mann, du hast mich heute rausgeschmissen und vor die Tür gesetzt. Ich werde mich immer vor dir schämen müssen. Ich werde wohl nie ein richtiges Zuhause haben, ich bin nur noch auf der Flucht. Und ich habe niemanden, der mich beschützt, wenn mich jemand killen will, kann er das einfach tun. Er wird ja noch nicht mal eine Bestrafung dafür befürchten müssen.“ 15 Aber Gott war da anderer Meinung: „Nein, das ist gesetzt: Wer Kain tötet, der soll es siebenmal heftiger zurückbekommen!“ Gott drückte Kain ein Zeichen auf die Stirn, so einen Code, der ihn beschützen sollte. 16 Kain verschwand also aus der Gegend, er ging Gottes Gegenwart ab sofort aus dem Weg. Er nahm sich eine Bude in dem Land Nod, das lag östlich von Eden. 17 Kain hatte Sex mit seiner Frau, und die wurde dann schwanger. Ihr Baby bekam den Namen „Henoch“. Kain gründete eine Stadt, extra für seinen Sohn, die er dann auch nach ihm benannte. 18 Als Henoch groß war, heiratete er auch und bekam einen Sohn, den er Irad nannte. Irad bekam dann später einen Sohn, den er Mehujael nannte. Mejuhael bekam, als er erwachsen war, auch einen Sohn, den nannte er Methusael. Methusael bekam dann, als er groß war, auch einen Sohn. Der hieß Lamech. 19 Lamech heiratet gleich zwei Frauen. Die eine hieß Ada und die andere Zilla. 20 Ada wurde dann schwanger und bekam Jabel. Von Jabels Familie kommen dann übrigens die ganzen Leute, die als Wanderhirten arbeiten und in Zelten wohnen. 21 Der Bruder von Jabel hieß Jubal. Dieser Jubal war der erste Profimusiker, den es je gab. Er lebte davon, mit seiner Gitarre und einer Flöte Musik zu machen. Er ist sozusagen der Urvater aller Musiker. 22 Zilla bekam aber auch Kinder. Sie kriegte einen Sohn, den sie Tubal-Kain nannte. Der wurde der erste Meister im Bearbeiten von Stahl und Metall. Tubal-Kain bekam dann auch noch eine Schwester, die den Namen Naama hatte. 23 Lamech sagte dann mal zu seinen Frauen: „Hey, ihr beiden! Ada und Zilla, hört mal genau zu, ich will euch was sagen! Ich bin der absolute Bringer, keiner ist so stark wie ich! Wenn mich jemand nur verwundet, dann bring ich ihn sofort um! Und auch wenn mir jemand nur mal eine reinhaut, töte ich ihn! 24 Wenn Gott die Ansage gemacht hat: ‚Wer Kain tötet, bei dem müssen sieben Leute dafür ins Gras beißen‘, dann gilt für mich: ‚Wer den Lamech tötet, bei dem müssen siebenundsiebzig Leute ins Gras beißen!‘“

Seth wird geboren

25 Adam machte dann seine Eva wieder schwanger, und sie kriegten einen Sohn. Der sollte dann Seth heißen. Eva sagte damals: „Gott wollte mit Seth einen neuen Anfang machen. Er hat mir mit Seth den Abel ersetzt, den Kain getötet hatte. 26 Seth bekam, als er erwachsen war, auch wieder einen Sohn. Den nannte er Enos. In der Zeit fingen die Menschen übrigens erst an, zu Gott zu beten und ihm zu sagen, wie gut er ist.

Die Kinder und Enkelkinder von Seth

5 1Mo 1 Schließlich wurden die Menschen immer mehr, und sie breiteten sich überall auf der Erde aus. In diesem Kapitel soll darüber berichtet werden, wie das passiert ist. Gott hatte ja den Menschen so krass gemacht, wie er selbst auch war. 2 Und er hatte zwei unterschiedliche Modelle von Mensch gemacht, eine Frau und einen Mann. Beide bekamen von ihm den Namen „Mensch“. Der wurde ihnen an dem Tag verpasst, wo er sie gemacht hatte. 3 Adam wurde voll alt, und noch mit 130 konnte er Kinder machen. In dem Alter bekam Eva noch einen Sohn, den sie Seth nannten. Dieser Sohn war Adam sehr ähnlich. 4 Insgesamt lebte er über achthundert Jahre lang auf der Erde! In dieser Zeit bekam er sehr viele Kinder. 5 Als Adam dann das Gras von unten sah, war er 930 Jahre alt! 6 Sein Sohn Seth wurde auch richtig alt. Mit 105 Jahren bekam Seth einen Sohn, den er Enos nannte. 7 Seth wurde auch sehr alt und starb erst 807 Jahre, nachdem er Enos bekommen hatte. Dazwischen bekam er noch viele Kinder. 8 Insgesamt wurde Seth 912 Jahre alt. 9 Enos war auch nicht schlecht dabei. Er bekam mit 90 seinen Sohn Kenan. 10 Nachdem er Kenan gezeugt hatte, lebte er noch weitere 815 Jahre. In dieser Zeit kriegte er auch noch viele Kinder. 11 Insgesamt wurde Enos 905. Erst dann starb er. 12 Sein Sohn Kenan bekam mit 70 seinen Sohn Mahalalel. 13 Kenan lebte, nachdem er Mahalalel bekommen hatte, noch 840 Jahre. Er bekam auch noch viele weitere Kinder. 14 Insgesamt wurde Kenan 910 Jahre alt. Erst dann starb er. 15 Der Mahalalel bekam seinen Sohn Jered, als er 65 war. 16 Mahalalel lebte, nachdem er seinen Sohn Jered bekommen hatte, noch 830 Jahre. In der Zeit bekam er noch viele Kinder. 17 Wenn man alle Tage zusammenzählt, wurde Mahalalel 895 Jahre alt, bis er tot war. 18 Jered bekam seinen Sohn Henoch mit 162. 19 Danach lebte Jered noch 800 Jahre. In seinem Leben bekam er noch viele andere Söhne und Töchter. 20 Insgesamt wurde Jered 962 Jahre alt. Dann starb er. 21 Henoch wiederum bekam im Alter von 65 seinen Sohn Methusalah. 22 Henoch war nach dieser Geburt noch 300 Jahre mit Gott unterwegs. Er bekam in der Zeit viele Kinder. 23 Alles in allem wurde Henoch 365 Jahre alt. 24 Henoch war sehr gottmäßig drauf. Gott beamte ihn irgendwann plötzlich zu sich, er war wie vom Erdboden verschwunden, keiner hat ihn mehr gesehen. 25 Methusalah bekam mit 187 seinen Sohn Lamech. 26 Anschließend lebte er noch weitere 782 Jahre, in denen er noch viele Kinder bekam. 27 Methusalah starb mit 969 Jahren. 28 Bei Lamech war das so, dass er mit 182 seinen ersten Sohn bekam. 29 Diesen Sohn nannte er Noah. Den Namen gab er ihm, weil das so viel bedeutet wie „Sich mal entspannen“. Er sagte: „Dieser Junge wird uns über den ganzen Stress trösten, den wir mit unserer Arbeit haben. Diesen Stress haben wir ja durch den krassen Fluch von Gott am Hals, deswegen müssen wir den ganzen Tag Sachen anbauen und ernten.“ 30 Lamech lebte, nachdem er Noah geboren hatte, noch 590 Jahre. In der Zeit bekam er auch noch andere Kinder. 31 Wenn man die ganze Zeit zusammenrechnet, wurde Lamech 772 Jahre alt. 32 Noah bekam mit 500 Jahren drei Söhne, den Sem und den Ham und den Japhet.

Gott muss mal dazwischenhauen

6 1Mo 1 Die Menschen bekamen immer mehr Kinder und vermehrten sich wie blöd. 2 In der Zeit verknallten sich einige Engel aus dem Himmel in die Frauen der Menschen, weil die so wunderschön und sexy aussahen. Die, die sie am besten fanden, heirateten sie sogar. 3 Gott fand das nicht so toll. Er meinte: „Ist wohl keine so gute Idee gewesen, den Menschen so lange leben zu lassen. Menschen sind einfach zu schwach, sie ziehen mein Ding nicht lange durch, man kann sie zu leicht verführen. Länger als 120 Jahre sollten sie ab jetzt nicht mehr leben.“ 4 In dieser Zeit gab es riesige Menschen auf der Erde. Diese Riesen waren die Kinder von den Pärchen, wo ein Engel mit einer Frau zusammen war und die beiden Sex hatten. Die wurden dann später total berühmt, man feierte die Riesen als große Helden. 5 Gott kriegte aber schnell mit, dass die Menschen oft link drauf waren, dass sie immer üble Sachen im Kopf hatten, dass sie nicht gut waren. 6 Er hatte das Gefühl, es sei keine so gute Idee gewesen, dass er die Menschen überhaupt mal gemacht hatte. Gott bekam richtig Herzschmerzen und bereute das. 7 Deswegen sagte er: „Ich hab keinen Bock mehr auf die Menschen. Ich hab die zwar mal gemacht, aber es ist wohl besser, ich vernichte sie wieder. Und den ganzen anderen Kram gleich mit, die Vögel, die Tiere bis hin zu den Regenwürmern. War wohl alles nicht so der Hit.“

Die Sache mit Noah

8 Zum Glück gab es da aber einen Mann, den Gott sehr mochte, und der hieß Noah. 9 Im Folgenden soll seine Geschichte erzählt werden. Noah war in seiner Zeit gottmäßig voll drauf. Er lebte sehr korrekt, und sein ganzes Leben war so, wie Gott es cool findet. 10 Noah hatte drei Söhne, den Sem, den Ham und den Japhet. 11 Auf der Welt war aus Gottes Sicht das totale Chaos am Start. Die Leute stachen sich gegenseitig ab, alles ging drunter und drüber. 12 Für Gott war das richtig übel, was auf der Erde so abging. Den Menschen war es dabei egal, was Gott dachte, sagte und wollte. 13 Er ging dann zu Noah und meinte zu ihm: „Ich kann mir das nicht länger ansehen, Noah. Ich werde das Kapitel Mensch jetzt beenden und sie mitsamt der ganzen Erde in die Tonne hauen. Wo man hinsieht, überall findet man die üblen Sachen, die sie ständig tun. 14 Bau dir mal ein riesen Schiff aus Holz. Dann nimm dir Teer und dichte die ganzen Bretter anständig ab, damit das Teil auch wasserdicht wird. In dem Schiff sollten viele große Zimmer sein. 15 Sagen wir mal 150 Meter lang, 25 Meter breit und 15 Meter hoch, okay? 16 Oben im Dach soll ein Fenster rein, so ungefähr einen halben Meter groß, von oben gemessen. An die Seite soll auf jeden Fall eine Tür rein. Das ganze Teil soll dabei drei Stockwerke haben. 17 Pass auf: Ich werde eine fette Flut über die ganze Erde organisieren. Ich will, dass alles, was auf der Erde lebt, dabei umkommt – und mit alles mein ich alles. 18 Aber mit dir will ich weitermachen. Ich will mit dir einen Vertrag abschließen. Darum schnapp dir mal deine Kinder mit ihren Familien und auch deine Frau und schließt euch dann in den ‚Kasten‘ ein. 19 Vorher will ich aber, dass ihr von jedem Tier, das ihr in die Finger bekommt, ein Pärchen mitnehmt, klar? Jeweils ein Männchen und ein Weibchen. 20 Und zwar von jeder Vogelsorte ein Pärchen und auch von jeder Tiersorte ein Pärchen. Die sollen weiterleben und gerettet werden. 21 Nehmt auch genug Essen mit, Noah! Alles, was man so essen kann, solltest du einpacken.“ 22 Noah machte alles exakt so, wie Gott es ihm gesagt hatte.

Das Wasser kommt

7 1Mo 1 Irgendwann meinte Gott dann zu Noah: „So, jetzt geh mal mit deinen ganzen Leuten in den ‚Kasten‘ rein. Ich hab mitgekriegt, dass du okay lebst. 2 Nimm in das Schiff von den essbaren Tieren sieben Paar mit. Von den anderen Tieren reicht ein Paar, also immer ein Weibchen und ein Männchen, okay? 3 Genauso machst du es mit den Vögeln, bitte, jeweils sieben Paar, damit dieses Leben nicht für immer kaputtgeht auf der Erde. 4 In sieben Tagen werde ich es nämlich so krass regnen lassen, dass die ganze Erde unter Wasser steht. Alles, was lebt, muss dann ersaufen.“ 5 Noah befolgte die Ansage, die Gott gemacht hatte. 6 Er war zu dem Zeitpunkt, als diese fette Flut über die Erde kam, schon 600 Jahre alt. 7 Um vor dem Wasser geschützt zu werden, ging Noah mit seiner Frau, allen seinen Kindern und deren Frauen in den „Kasten“ rein. 8 Von den ganzen essbaren Tieren und von den nicht essbaren, auch von den Vögeln und den Insekten, einfach von allem, was auf der Erde rumkroch, nahm er welche mit. 9 Immer paarweise, ein Männchen und ein Weibchen waren am Start, genau so, wie Gott es ihm gesagt hatte. 10 Und das Heftige passierte: Nach sieben Tagen kam plötzlich Wasser ohne Ende, eine riesen Flut, über die ganze Erde. 11 Und wie gesagt, das ging ab, als Noah schon 600 Jahre alt war. Und zwar an einem 17. Mai war es so, als würde der Wasserhahn im Himmel voll aufgedreht werden, und auch aus den Quellen in der Erde sprudelte fett Wasser raus. 12 Der Regen dauerte vierzig Tage, also fast sechs Wochen lang! 13 Noah hing aber mit seiner Familie im „Kasten“ rum. Seine Söhne Sem, Ham, Japhet, seine Frau und die Frauen seiner Söhne waren auch in dem Schiff. 14 Dazu die ganzen Tierarten, Insekten, Vögel, alles, was so auf der Erde rumfliegt und lebt. 15 Sie waren bei Noah im „Kasten“ immer zu zweit, wie gesagt. Alles, was lebt, war da vertreten. 16 Gott hatte es so bestimmt, und so wurde es auch durchgezogen. Gott machte am Ende nur noch die Tür hinter ihnen zu. 17 Es schüttete wie aus Eimern, vierzig Tage! Das Wasser stieg immer mehr, bis der „Kasten“ anfing zu schwimmen. 18 Diese Flut stieg weiter, bis sie so hoch war, dass der „Kasten“ locker auf dem Wasser schwimmen konnte und wegtrieb. 19 Das Wasser wurde sogar so heftig, dass auch die großen Berge überflutet wurden! 20 Und selbst als die Berge schon unter Wasser standen, stieg die Flut noch fast 7 Meter weiter an. 21 So ersoff das ganze Leben, was es auf der Erde bis dahin gab. Vögel, Tiere und auch alle Menschen mussten sterben. 22 Wirklich, allem, was atmen konnte und auf dem Land lebte, ging jetzt die Luft aus. 23 Alles wurde vernichtet. Jeder Mensch, jedes Tier, jedes Insekt, nur Noah war übrig und alles, was mit ihm in dem Kasten war. 24 Diese Flut blieb über 150 Tage auf der Erde.

Die Flut ist zu Ende

8 1Mo 1 Gott hatte aber den Noah nicht vergessen. Und auch die ganzen Tiere, die in dem Kasten steckten, hatte er im Blick. Er organisierte einen warmen Wind, der die ganzen Wolken wegblies, so dass das ganze Wasser langsam verdunsten konnte. 2 Die ganzen Brunnen auf der Erde wurden von ihm wieder zugemacht. Und auch die ganzen Regenwolken hörten auf zu schütten. 3 Nach immerhin 150 Tagen versickerte das Wasser mehr und mehr im Boden. 4 Etwa am 17. Oktober setzte die Arche plötzlich auf dem Boden auf. Das war in einem Gebirge, was man Ararat nannte. 5 Das Wasser ging in den nächsten Monaten immer weiter zurück, so dass etwa am 1. Dezember plötzlich die Bergspitzen überall zu sehen waren. 6 Nach weiteren vierzig Tagen wollte Noah mal checken, was draußen los ist, und öffnete das Fenster vom „Kasten“. Dann nahm er einen der Raben und ließ ihn aus dem Fenster fliegen. 7 Der Rabe sollte so lange rumfliegen, bis das Wasser auf der Erde weggetrocknet war. 8 Als der nicht zurückkam, nahm er eine Taube, um zu sehen, ob das Wasser noch weniger geworden war. 9 Aber die Taube kam zurück. Sie hatte anscheinend keinen Platz gefunden, wo sie sonst hätte landen können. Noah streckte seinen Arm aus dem Fenster, die Taube landete drauf, und er holte sie wieder zurück in den „Kasten“. 10 Also wartete er noch mal eine Woche. Dann ließ er die Taube wieder fliegen. 11 Die Taube kam leider wieder zurück. Aber diesmal hatte sie einen grünen Baumzweig in ihrem Schnabel! Noah peilte sofort, dass das Wasser jetzt sehr viel weniger auf der Erde geworden war. 12 Eine Woche später schickte er die Taube noch mal los. Diesmal kam sie nicht wieder zurück. 13 Als Noah 601 Jahre alt war, am 1. April, war das Wasser endlich ganz weg! Noah baute irgendwann das Dach vom „Kasten“ ab, und dann konnte er es überall sehen: Die ganze Erde war wieder trocken! 14 Genau ein Jahr nach Beginn der Überflutung war die ganze Erde wieder völlig trocken, an genau demselben Tag, dem 17. Mai. 15 Jetzt sagte Gott zu Noah: 16 „Verlass die Arche mal wieder, Noah! Und nimm deine Frau und auch deine Kinder mit ihren Ehepartnern gleich mit! 17 Die ganzen Tiere, die bei dir im ‚Kasten‘ sind, kannst du auch gleich freilassen. Und mit ‚alle‘ mein ich alle, die Vögel, die Kühe, das ganze Kriechzeugs, einfach alle. Die sollen jetzt auf der Erde leben und sich ordentlich vermehren.“ 18 Noah verließ dann mit seiner ganzen Familie den „Kasten“. 19 Und auch die ganzen Tiere gingen mit ihm mit. 20 Noah baute erst mal für Gott so einen Opfertisch, einen Altar, aus Steinen. Auf diesem Tisch schenkte er Gott einige Tiere, indem er sie dort verbrannte, um ihm für die coole Rettung zu danken. 21 Und Gott fand das sehr cool. Er sagte zu sich selbst: „So eine fiese Flut will ich nie wieder auf die Erde schicken. Auch wenn die Menschen schon von klein auf in ihrem Herz link drauf sind, will ich so was nicht noch einmal tun. Ich will auch nie wieder alles, was lebt, so mal eben kaputt machen. 22 Ich beschließe hiermit Folgendes: Solange es die Erde gibt, wird der Kreislauf nie mehr unterbrochen werden. Es wird immer wieder Tag und Nacht geben, Winter und Sommer, Frost und Hitze, Saat und Ernte.“

Gott macht mit den Menschen einen Friedensvertrag

9 1Mo 1 Gott gab Noah und seinen Söhnen volle Kraft, indem er sie segnete. Dann sagte er zu ihnen: „Also, jetzt geht mal richtig ab! Nehmt eure Frauen und macht mit ihnen ordentlich Babys! Verbreitet euch auf der Erde, so weit es geht! 2 Ihr werdet allen Tieren Angst einjagen. Alles, was auf der Erde rumkrabbelt und kriecht, und alles, was fliegen kann, wird Respekt vor euch haben. Auch über alle Fische, die im Wasser rumschwimmen, sollt ihr ab jetzt bestimmen können. 3 Und ernähren könnt ihr euch von allem, was lebt, genauso wie von dem ganzen Grünzeug. Lasst es euch gut schmecken! 4 Ich will nur nicht, dass ihr von Tieren esst, die noch lebendig sind. Darum sollen die Teile erst mal ausbluten, bevor ihr sie verspachtelt, okay? 5 Euer eigenes Blut darf auf keinen Fall vergossen werden! Ihr sollt euch nicht gegenseitig töten, und Tiere dürfen euch auch nicht umbringen! Da werde ich drauf aufpassen und werde es hart bestrafen, wenn das doch mal passiert. 6 Wer einen Menschen tötet, muss selbst auch durch einen Menschen getötet werden. Weil Gott den Menschen nach seinem Modell gebaut hat und dieses Modell eine Kopie von Gott selbst ist, ist der Mensch ihm sehr ähnlich. 7 Also seht zu, dass ihr euch ordentlich vermehrt! Ich möchte, dass ihr euch auf der ganzen Erde verteilt.“ 8 Gott sagte dann zu Noah und seinen Söhnen: 9 „Passt mal auf, Leute, ich will mit euch einen Vertrag machen! Dieser Vertrag soll für euch gelten und auch für die Kinder eurer Kinder. 10 Dieser Vertrag stimmt auch für alle Tiere, die es gibt, alle Vögel, Kühe und so. Alles, was durch ‚den Kasten‘ gerettet wurde, alle Tiere, die jetzt noch auf der Erde leben, sind da mit einbezogen. 11 Bestandteil dieses Vertrages ist, dass ich euch hiermit verspreche, nie mehr alles Leben mit so einer Flut zu töten. Es soll nie mehr so lange regnen und überall Wasser sein, um alles zu töten, was lebt. Versprochen, für immer!“ 12 Gott meinte dann zu Noah: „Ich will euch diesen Vertrag auch unterschreiben. Ihr sollt sehen, dass ich es ernst meine, und dieser Vertrag gilt, zwischen mir und allem, was lebt, für immer. 13 Das mach ich, indem ich dafür sorge, dass ab und zu ein Regenbogen am Himmel zu sehen ist. Dieser Bogen soll ein Beweis dafür sein, dass es einen Vertrag gibt zwischen mir und der Erde. 14 Das wird passieren, wenn ich ein paar Regenwolken über die Erde schicke. Dann wird man diesen Bogen sehen können. 15 Ich werde mich dann immer daran erinnern, dass ich euch dieses Versprechen gegeben habe. Wir haben einen Vertrag, dass ich nie mehr so viel Wasser auf der Erde zulassen werde, dass jedes Tier und jeder Mensch getötet wird. 16 Darum will ich diesen Regenbogen in den Wolken installieren. Immer wenn ich den sehe, muss ich an unseren Vertrag denken, den ich mit allem, was lebt, auf ewig geschlossen habe. 17 Der Regenbogen ist wie so eine Unterschrift unter dem Vertrag.“ 18 Die drei Söhne vom Noah, die im „Kasten“ überlebt hatten, waren Sem, Ham und Japhet. Ham wurde übrigens der Vater von allen Menschen, die aus Kanaan kommen. 19 Von diesen drei Söhnen vom Noah stammen alle späteren Menschen ab. 20 Noah wurde der erste Weinbauer, den es gab. Er legte an einem Berg einen Acker an und pflanzte da Wein. 21 Als der Wein fertig war, gönnte er sich erst mal einen Schluck. Irgendwann war Noah total besoffen. Er zog sich im breiten Zustand die Klamotten aus und legte sich nackt in seine Bude. 22 Ham kam zufällig ins Zimmer rein, als sein Vater dort lag, und sah seinen Vater so peinlich nackt da rumliegen. Er ging sofort zu seinen Brüdern und verpetzte das. 23 Sem und Japhet schnappten sich einen Mantel und legten den auf ihre Schultern. Dann gingen sie rückwärts in die Bude vom Noah und deckten den Vater mit dem Mantel zu. Das machten sie, damit sie den Penis von ihrem Vater nicht sahen. 24 Als Noah am nächsten Morgen mit einem fetten Kater aufwachte, erfuhr er von dem Ding, was am Abend davor passiert war. 25 Er war stocksauer. Er schrie: „Ich wünsch dir die Krätze an den Hals, Kanaan! Ich verfluche dich! Du sollst der letzte Bauer sein, der unterste Schwachmat, du musst deinen ganzen Brüdern ab sofort dienen.“ 26 Und außerdem sagte er: „Gott ist der Größte, er ist genial, ich danke ihm. Er hat Kanaan zu einem Angestellten für Sem gemacht! 27 Und Gott soll dafür sorgen, dass Japhet sich überall ausbreiten kann, mit seiner Familie. Er soll in den Häusern von Sem wohnen. Und Kanaan soll sein Angestellter werden.“

Das Ende von Noah

28 Noah lebte noch voll lange. Er lebte nach der Zeit, wo die fette Flut war, noch 350 Jahre weiter! 29 Insgesamt wurde Noah 950 Jahre alt. Dann starb er.

Der Stammbaum der Familie vom Noah

10 1Mo 1 Jetzt kommt der Stammbaum von der Familie vom Noah. Sem, Ham und Japhet waren die ersten Söhne. Als die Flut vorbei war, bekamen die alle Kinder. 2 Die Söhne von Japhet bekamen folgende Namen: Gomer, Magog, Madai, Javan, Tubal, Mesech und Tiras. 3 Gomer hatte dann auch Kinder. Seine Söhne hießen: Aschkenas, Riphat und Togarma. 4 Und Javan hatte auch Söhne bekommen, die folgende Namen hatten: Elischa, Tarsis, Kittim und Rodanim. 5 Die verteilten sich alle auf die Inseln und Küstengebiete. So weit die Söhne Japhets, von denen ganze Völker mit unterschiedlichen Sprachen in verschiedenen Ländern abstammen. 6 Die Söhne vom Ham hatten die Namen Kusch, Mizraim, Put und Kanaan. 7 Kuschs Söhne hatten folgende Namen: Seba, Chavila, Sabta, Raema, Sabteka und Dedan. 8 Kusch kriegte auch noch den Nimrod als Sohn. Nimrod war sehr krass unterwegs. Er schaffte es, mit Gewalt andere Völker im Krieg zu besiegen. 9 Nimrod war auch ein voll guter Jäger. Daher kommt auch der Spruch, den man manchmal hört: „Voll der Nimrodjäger“. 10 Zuerst besiegte er so Städte wie Babel, Erech, Akkad, Kalne, die alle in dem Land Sinear liegen. 11 Als er da fertig war, zog er weiter. Er baute dann in dem Land Assur die Städte Ninive, Kelach, Rechobot-Ir 12 sowie Resen auf. Das liegt übrigens zwischen Ninive und Kalach. Ninive war eine echt fette Stadt. 13 Von Mizraim stammen die folgenden Völker ab: Die Luditer, Anamiter, Lehabiter und Naphtuchiter. 14 Auch die Patrusiter und Kasluchiter stammen von dem ab. Aus diesen Familien sind dann die Philister und Kaphoriter entstanden. 15 Bei Noahs Enkel Kanaan war es so, dass er als Erstes den Zidon bekam. Danach hat er dann Het bekommen. Von ihm stammen übrigens auch noch die Jebusiter, Amoriter, Girgasiter, 17 die Heviter, Arkiter und Seniter ab. 18 Dazu kommen noch die Arvaditer, Zemariter und Chamatiter. Die Familien von Kanaan breiteten sich so stark auf der Erde aus, dass 19 sich das Gebiet, wo sie lebten, von Zidon bis an die Grenze von Gerar nach Gaza ausstreckte. Dazu noch von Osten gesehen bis nach Sodom und Gomorra über Adama und Zeboim bis nach Lascha. 20 Wir reden hier über die ganze Familie mit ihren ganzen Nachfahren von Ham. Sie wurden zu Völkern, die ihre eigene Sprache hatten, jedes in seinem eigenen Gebiet, wo sie nach Familien geordnet lebten. 21 Auch Sem, der ältere Bruder von Japhet, bekam viele Söhne. Er wurde zum Urvater der Ebers. 22 Sems Söhne hießen: Elam, Assur, Arpachschad, Lud und Aram. 23 Arams Söhne bekamen die Namen Zu, Chul, Geter und Masch. 24 Arpachschad bekam dann Schelach. Und Schelach bekam Eber als Sohn. 25 Eber hatte zwei Söhne. Peleg (das bedeute so viel wie „Teilung“) bekam seinen Namen, weil in dieser Zeit die Menschen sich über die ganze Erde verteilten. Sein Bruder hieß Joktan. 26 Joktan bekam Almodad, Scheleph, Hazarmaweth, Jerach, 27 Hadoram, Usal, Dikla, 28 Obal, Abimael, Scheba, 29 Ophir, Hawila und Jobab als Söhne. Das waren sie also, alle Söhne von Joktan. 30 Ihr Wohnsitz lag im Gebiet von Meschar und ging über Sephar bis zum Gebirge, was ganz im Osten ist. 31 Das waren jetzt die Kinder vom Sem, unterteilt in ihre Familien, Sprachen, Völker und Länder. 32 So passierte das also mit den Familien, die aus den Söhnen von Noah entstanden sind, unterteilt in ihre Abstammung. Sie waren die Leute, aus denen dann die ganze Menschheit entstanden ist. Alle Menschen, die es bis heute gibt, nachdem diese fiese Flut auf der Erde war, stammen irgendwie aus der Familie von Noah ab. Krass, oder?

Die Menschen machen den Lauten

11 1Mo 1 Zu der Zeit, um die es jetzt geht, gab es nur eine einzige Sprache auf der Erde. Man brauchte überhaupt keine Übersetzung, weil alle dieselben Wörter benutzten. 2 Die Menschen zogen immer mehr Richtung Osten und landeten irgendwann im Land Sinear. Dort bauten sie dann Häuser und lebten dort. 3 Irgendwann hatte einer die Idee: „Lass uns mal Ziegel brennen, um damit Häuser zu bauen!“ Sie wollten die Ziegel als Bausteine verwenden, dazu nahmen sie Lehm als so eine Art Mörtel. 4 „Okay, jetzt lass uns auch eine Stadt bauen“, meinten sie. „Und in die Mitte der Stadt wollen wir einen so irre hohen Turm bauen, dass seine Spitze über die Wolken geht. Dann werden wir mega berühmt! Und dieses Bauwerk wird uns als Gemeinschaft zusammenschweißen! Dann werden wir nicht über die ganze Erde verstreut werden, weil wir uns durch den Turm miteinander verbunden fühlen.“ 5 Gott kam aus dem Himmel vorbei und sah, wie seine Kinder da am Turmbauen waren. 6 Als er das sah, meinte er: „Jetzt sind meine Leute sich so einig, sie haben eine Sprache und sind jetzt sogar in der Lage, so einen krassen Turmbau klarzukriegen. Wenn das drin ist, kann man mit allem rechnen! Wenn sie sich ab jetzt irgendwas in den Kopf setzen, dann ziehen sie das auch gnadenlos durch. 7 Okay, lass uns mal dafür sorgen, dass sie sich da unten nicht mehr so leicht verständigen können. Sie sollen ab jetzt so viele Sprachen sprechen, dass der Eine den Anderen nicht verstehen kann.“ 8 So sorgte Gott dafür, dass sich die Menschen voneinander trennten. Jede Gruppe von Menschen, die nur eine Sprache sprechen konnten, wanderte in ein anderes Land. Jetzt konnten sie diese Stadt auch nicht mehr weiterbauen. 9 Darum gab man der Stadt den Namen Babel, was so viel wie „Verwirrung“ bedeutet. Gott selbst hatte dafür gesorgt, dass die Leute total verwirrt waren, weil er die Sprache der Menschen verändert hatte. Von da ab wurden sie alle über die ganze Welt verstreut.

Die Familie, die von Abraham abstammt

10 Jetzt kommt der Stammbaum von Sem bis Abram, den man später auch Abraham nannte: Als Sem 100 Jahre alt war, machte er noch ein Kind, den Arpachschad. Das war zwei Jahre nach der fiesen Flut. 11 Danach lebte er noch fünfhundert Jahre weiter und bekam auch noch Söhne und Töchter. 12 Arpachschad bekam mit 35 den Schelach als Sohn. 13 Dann lebte er noch weitere 403 Jahre und bekam in der Zeit viele Söhne und Töchter. 14 Bei Schelach war das so, dass er mit 30 einen Sohn bekam, den er Eber nannte. 15 Danach lebte er noch 403 Jahre und bekam auch noch andere Söhne und Töchter. 16 Eber wurde dann erwachsen, und als er 34 Jahre alt war, bekam er den Sohn Peleg. 17 Danach lebte er noch 430 Jahre und bekam in der Zeit auch viele andere Söhne und Töchter. 18 Der Peleg bekam mit 30 seinen ersten Sohn, den er Regu nannte. 19 Danach lebte er noch 209 Jahre weiter. In der Zeit bekam er noch andere Söhne und Töchter. 20 Regu bekam dann mit 32 seinen ersten Sohn, den Serug. 21 Nach der Geburt lebte er noch 207 Jahre weiter. In seinem Leben bekam er auch noch andere Töchter und Söhne. 22 Serug war 30 Jahre alt, als er seinen ersten Sohn bekam, den Nahor. 23 Nach der Geburt lebte Serug noch 200 Jahre. In seinem Leben bekam Serug auch noch andere Töchter und Söhne. 24 Nahor bekam mit 29 seinen ersten Sohn, den er Terach nannte. 25 Danach lebte Nahor noch 119 Jahre weiter, und er bekam auch noch andere Töchter und Söhne. 26 Terach bekam zusammen mit seiner Frau mit 77 Jahren drei Söhne, den Abram, den Nahor und den Haran. 27 Jetzt kommt noch mal die Liste vom Stammbaum vom Terach: Terach bekam die Söhne Abram, Nahor und Haran. Haran bekam den Sohn Lot. 28 Haran starb voll früh in seiner Heimatstadt Ur in Chaldäa, sogar noch vor seinem Vater. 29 Abram und Nahor suchten sich dann auch Frauen, um zu heiraten. Abram heiratete Sarai. Die Frau von Nahor hieß Milka. Milka war die Tochter aus der Ehe von seinem Bruder Haran und Jiska. 30 Sarai konnte aber irgendwie keine Kinder kriegen, sie war unfruchtbar. 31 Terach zog dann aus der Stadt Ur weg, weil er lieber in Kanaan wohnen wollte. Er nahm seinen Sohn Abram, seinen Enkel Lot und seine Schwiegertochter Sarai einfach mit. In der Stadt Haran machten sie einen längeren Zwischenstopp. 32 Dort starb dann Terach mit 205 Jahren.

Die Geschichte mit Abram, den man später auch Abraham nannte

12 1Mo Irgendwann meinte Gott mal zu Abram: „Hey du! Lass mal das Land hinter dir, in dem du geboren worden bist! Zieh bei deinen Eltern aus und verabschiede dich auch von deinen Freunden. Ich will dich woanders hinführen, in ein neues Land. 2 Ich hab was Großes mit dir vor. Mein Plan ist, aus deiner Familie eine richtige Nation zu machen, ein ganz eigenes Volk. Ich will ganz krass bei dir sein, ich bin für dich! Alle werden später mal deinen Namen kennen. Und du sollst vielen Leuten helfen und für sie eine totale Ermutigung sein. 3 Und alle Leute, die für dich sind und dir helfen, für die werde ich auch sein und ihnen helfen. Aber die Leute, die gegen dich sind, gegen die bin ich auch. Alle Nationen auf der Erde, die gut zu dir sind und sich korrekt verhalten, denen wird es richtig gut gehen!“ 4 Abram zog dann los. Er machte das, weil Gott es ihm gesagt hatte. Lot ging mit ihm mit. Abram war 75 Jahre alt, als er diesen Umzug organisierte. 5 Dazu packte er seine Frau mit ein, die Sarai. Wie gesagt war Lot, der ja ein Sohn seines Bruder war, auch mit am Start. Ihre ganzen Klamotten, die sie bis dahin zusammengekauft hatten, waren mit im Gepäck. Dazu die Leute, die sie in Haran für den Betrieb eingestellt hatten. Sie starteten also alle Richtung Kanaan. 6 Als sie dort ankamen, zogen sie einmal quer durch das Land, bis sie an dem Ort Sichem waren, wo dieser besondere Baum stand, den man „die Eiche von More“ nannte. Zu der Zeit wohnte dort der Familienstamm der Kanaaniter. 7 Plötzlich hatte Abram ein Treffen mit Gott. Der kam bei ihm an und sagte: „Hey du! Deiner Familie will ich dieses Land schenken!“ Abram war voll happy, darum baute er gleich so einen Spezialtisch für Gott aus Steinen, einen Altar, weil er ihn da getroffen hatte. 8 Er machte sich dann auf die Socken und ging weiter auf das Gebirge zu, das östlich von Bethel lag. Dort stellte er dann sein Zelt auf, und zwar genau zwischen Bethel (was im Westen lag) und Ai (was im Osten lag). An der Stelle baute er dann auch wieder so einen Steintisch, um mit Gott zu quatschen und zu ihm zu beten. 9 Schließlich packte er seine Klamotten wieder zusammen und zog weiter, immer Richtung Süden. 10 In der Gegend, in der er jetzt gelandet war, gab es zu der Zeit eine derbe Wirtschaftskrise. Darum düste er weiter nach Ägypten, um dort sein Lager aufzuschlagen. Denn die Krise war echt schlimm, viele Leute hatten nichts zu essen und mussten hungern. 11 Als sie kurz vor der ägyptischen Grenze waren, nahm Abram seine Frau Sarai beiseite und meinte zu ihr: „Hey, pass mal auf. Ich weiß, dass du einfach supergeil aussiehst, 12 und wenn die Ägypter dich sehen, werden sie alle voll scharf auf dich sein. Wenn sie wissen, dass ich dein Ehemann bin, werden sie mich dann bestimmt töten, nur um dich haben zu können. 13 Darum lass uns mal Folgendes abmachen: Sag den Leuten einfach, du bist meine Schwester! Dann werden sie mir nicht ans Leder gehen wegen dir, sie werden mich am Leben lassen und mich sogar gut behandeln. Okay?“ 14 Als Abram dann in Ägypten ankam, waren die Ägypter gleich voll gierig auf seine Frau, weil sie sehr sexy aussah. 15 Und als dann die Angestellten vom Regierungschef die Frau mal zufällig sahen, schnappten sie sich die gleich und brachten sie zu dem. Diesen Regierungschef nannte man dort auch Pharao. 16 Abrams Rechnung ging auf. Der Typ behandelte ihn ab dann bevorzugt, er bekam Schafe, Rinder, Esel, Kamele, und man stellte ihm auch viele der Angestellten vom Pharao kostenlos zur Verfügung! 17 Aber bei Gott kam das gar nicht gut an. Er bestrafte den Pharao und seine ganze Familie mit heftigen Sachen, Krankheiten und so, weil der Typ dem Abram seine Frau ausgespannt hatte. 18 Irgendwann ließ dieser Pharao Abram bei sich antreten. Er sagte zu ihm: „Warum haben Sie mich hier abgezogen? Was sollte das? Warum haben Sie mir nicht erzählt, dass Sarai Ihre Braut ist? 19 Warum haben Sie mir nicht die Wahrheit erzählt, sondern behauptet, sie sei nur Ihre Schwester? Darum hab ich sie doch überhaupt erst geheiratet! Jetzt nehmen Sie sie bloß mit, Mann, und hauen Sie endlich ab!“ 20 Um sicherzugehen, dass den beiden nichts passierte, orderte der Pharao ein paar Leute von seinem Sicherheitspersonal. Die sollten auf sie aufpassen, damit sie sicher über Grenze kamen.

Abram und Lot gehen getrennte Wege

13 1Mo 1 Also zog Abram mit seiner ganzen Familie und all seinen Klamotten wieder los und verließ Ägypten. Lot war auch dabei. Sie beschlossen, Richtung Süden weiterzuziehen. 2 Abram war zu der Zeit echt reich. Er hatte sauviele Rinder und auch Geld ohne Ende. 3 Er zog dann von Campingplatz zu Campingplatz, immer weiter Richtung Bethel. Dann kam er genau an den Ort, der zwischen Bethel und Ai lag, an dem er das erste Mal sein Zelt aufgebaut hatte. 4 Hier hatte er auch so einen Steintisch, einen Altar, aufgebaut, ganz zu Anfang. Als er da war, quatschte er erst mal ne Runde mit Gott und sagte ihm, wie obergenial er ihn fand. 5 Lot, der ja mit im Schlepptau war, hatte auch sehr viele Rinder und Schafe dabei, dazu auch viele Zelte. 6 Irgendwie war die Gegend zu eng für zwei so große Familien, man kam sich ständig ins Gehege. Beide hatten einfach zu viele Sachen, als dass man auf so engem Raum gut miteinander klarkam. 7 Die angestellten Hirten von Abram und Lot kriegten sogar ständig Zoff miteinander und prügelten sich. 8 Abram besprach sich dann mit Lot über diese Angelegenheit. Er sagte zu ihm: „Lot, lass uns doch dafür sorgen, dass zwischen unseren Hirten nicht mehr länger der Punk abgeht! Wir sind doch schließlich Brüder, oder? 9 Dir stehen doch alle Türen offen! Geh mit deinen Leuten doch lieber woanders hin. Wie wäre es, wenn ich Richtung Osten ziehe und du Richtung Westen? Oder willst du lieber Richtung Osten gehen? Dann würde ich nach Westen weiterziehen!“ 10 Lot sah sich noch einmal in der Gegend um. Er überblickte die ganze Ebene, wo der Fluss Jordan durchzog bis zur Stadt Zoar. Überall war viel Wasser (das war übrigens noch vor der Zeit, wo Gott Sodom und Gomorra kaputt gehauen hatte). Es war ein wirklich gutes Stück Land, fast so wie der Garten, den Gott gemacht hatte. Und es war ähnlich schön wie das Land in Ägypten. 11 Also entschied sich Lot für die Seite, wo die Ebene vom Fluss Jordan lag. Er zog ab dann Richtung Osten. Hier trennten sich die Wege von Lot und seinem Onkel. 12 Abram wohnte ab dann im Land Kanaan, und Lot wohnte mehr in der Gegend, wo es viele Städte gab. Im Laufe der Zeit kam er mit seinen Zelten bis kurz vor die Stadt Sodom.

Sodom, eine echt üble Stadt

13 Die Bewohner von der Stadt Sodom waren fast alle total übel unterwegs. Sie taten dort Sachen, die Gott höchst uncool findet, Dinge, die voll an dem vorbeigingen, was Gott eigentlich wollte. 14 Gott redete jetzt das erste Mal zu Abram, nachdem der sich von Lot getrennt hatte. Er sagte zu ihm: „Schau dich mal um! Von da, wo du jetzt stehst, blick mal in alle Richtungen! Norden, Süden, Osten, Westen! 15 Pass auf, das ganze Land, was du da jetzt siehst, will ich dir und deiner ganzen Familie für immer schenken! 16 Ich hab mir vorgenommen, dass du dich so fett vermehren kannst, wie es Sand am Meer gibt. Und so wie es unmöglich ist, diesen Sand am Meer zu zählen, so wird es auch unmöglich sein, die Leute zu zählen, die zu deiner Familie gehören werden. 17 Jetzt geh los! Zieh durch dieses Land, von vorne bis hinten, geh überall hin! Dir will ich das jetzt alles geben.“ 18 Abram schraubte seine Zelte wieder zusammen und zog weiter. Er baute sein Lager in Hebron auf, wo diese berühmten „Eichen von Mamre“ stehen. Dort baute er auch wieder einen von diesen besonderen Tischen aus Steinen für Gott auf, so einen Altar.

Abram rettet den Lot

14 1Mo 1 Und dann gab es Krieg. Das war in der Zeit, als folgende Männer gerade am Regierungshebel in ihren Ländern saßen: Amrafel war der Präsident von Sinear, Arjoch war der Präsident von Ellasar, Kedor-Laomer war der Präsident von Elam, und Thidal war der Präsident von Gojim. 2 Diese Präsidenten gaben eine Kriegserklärung ab gegen die Chefs von Sodom (der hieß Bera), von Gomorra (der hieß Birscha), von Adma (der hieß Schinab), von Schemeber (der hieß Zebojim) und den Chef von Bela (diese Stadt heißt auch Zoar). 3 Man schloss Verträge miteinander und zog gemeinsam in das Tal Siddim (das liegt am Salzmeer). 4 Ganze zwölf Jahre standen sie unter der Regierung von Kedor-Laomer, aber ab dem dreizehnten Jahr hatten sie langsam die Schnauze voll. 5 Nach vierzehn Jahren schließlich zogen sie mit den Präsidenten, die bei ihnen waren, los und führten Krieg. Zuerst gegen die Raphaiter in Aschterot-Karnajim, dann gegen die Susiter in Ham, dann gegen die Emiter in der Ebene von Kirjatajim 6 und auch gegen die Horiter (vom Bergland Seir bis runter nach El-Paran, am Rand der Wüste). Sie besiegten dabei alle. 7 Dann schlugen sie eine andere Richtung ein und kamen an dem Brunnen En-Mischpat vorbei, der in Kadesch war. Dort machten sie das ganz Land der Amalekiter platt, und auch die Amoriter, die in Hazezon-Tamar wohnten, machten keinen Stich gegen sie. 8 Die Präsidenten von Sodom, Gomorra, Adma, Zebojim und Bela (das auch Zoar genannt wurde) zogen los und stellten ihre Armee in Schlachtordnung im Tal Siddim auf. 9 Auf der anderen Seite standen Kedor-Laomer, der Präsident von Elam, Tidal, der Präsident von Gojim, Amrafel, der Präsident von Schinar, und Arjoch, der Präsident von Ellasar. Es standen also vier Präsidenten gegen fünf. 10 In diesem Tal Siddim gab es voll viele Baugruben. Als die Armeen von den Präsidenten aus Sodom und Gomorra vor den Feinden weglaufen wollten, fielen einige, da drunter auch die Präsidenten, in diese Gruben rein. Der Rest floh in das Gebirge. 11 Die Sieger plünderten die Städte Sodom und Gomorra komplett leer, nahmen alles, was sie zu essen finden konnten, und verließen sie wieder. 12 Lot, der Neffe von Abram, wurde von ihnen gekidnappt. Er lebte nämlich gerade dort. Sie klauten sogar alles, was ihm gehörte, und verpissten sich anschließend. 13 Einer von den Männern, die sich retten konnten, ging sofort zu Abram und erzählte ihm die Sache. Der wohnte damals bei den „Eichen des Amoriters Mamre“. Zwischen Mamre (der hatte den gleichen Namen wie der Ort) und Abram gab es Verträge, genauso wie mit seinen Brüdern Eschkol und Aner. 14 Als Abram hörte, dass sein Neffe gekidnappt worden war, organisierte er sich sofort eine Spezialtruppe von Soldaten, die viel Kampferfahrung hatten. Mit 318 Männern, die alle aus seiner Familie kamen, jagte er dann den Feinden hinterher, bis sie kurz vor der Stadt Dan waren. 15 Dort teilten sie sich in zwei Gruppen auf und überfielen nachts die Armeen der Feinde, um den Neffen von Abram zu befreien. Es wurde ein grandioser Sieg, die Feinde flohen bis nach Hoba, was westlich von Damaskus lag. 16 Er konnte sogar alles, was vorher geklaut wurde, wieder zurückholen, inklusive Lot mit seinen ganzen Sachen! Die Frauen und der Rest von den Leuten waren auch gerettet worden. 17 Als Abram von diesem Feldzug gegen Kedor-Laomer (und seinen verbündeten Präsidenten) auf dem Rückweg war, kam ihm der Präsident von Sodom schon von weitem entgegen. Man traf sich in dem Tal Schawe, was man auch „das Präsidentental“ nannte. 18 Auch Melchisedek, der Präsident von Salem, kam dahin und hatte auch etwas Brot und Wein im Koffer. Er war zu der Zeit der Präsident von Salem und gleichzeitig auch Priester von unserem Gott, dem krassesten Gott überhaupt. 19 Er betete für Abram und sagte: „Sie sollen es ganz groß abkriegen von unserem Gott! Dem gehört alles, was es gibt, alles, vom äußersten Universum bis hier hin auf der Erde. 20 Gott ist einfach genial! Er ist gigantisch, er hat Ihnen Ihre Feinde ausgeliefert!“ Abram gab dem Priester dann 10 Prozent von seiner ganzen Beute. 21 Der Präsident von Sodom sagte zu Abram: „Sie können die ganze Kohle und die anderen Sachen haben, aber geben Sie mir meine Leute zurück!“ 22 Abram antwortete ihm: „Ich schwör Ihnen hiermit, und der krasseste Gott überhaupt, dem das ganze Universum gehört, ist mein Zeuge: 23 Ich werde keinen Fitzel von dem Kram annehmen, der Ihnen gehört! Sonst behaupten Sie noch irgendwann: ‚Ich hab Abram reich gemacht.‘ 24 Es gibt nur eine Ausnahme, die betrifft das, was die Jugendlichen gegessen haben, das wird natürlich unseres bleiben. Und der Anteil, der den Männern zusteht, die mit mir gezogen sind, der soll auch ausbezahlt werden. Ich mein damit den Aner, Eschkol und Mamre.“

Gottes Vertrag mit Abram

15 1Mo 1 Irgendwann später kam Gott bei Abram vorbei, um ihm was zu sagen. Er meinte zu ihm: „Abram, du brauchst echt keinen Schiss mehr zu haben! Ich bin um dich wie ein Schutzschild! Und ich werde dich fett belohnen!“ 2–3 „Ganz toll Gott“, sagte Abram. „Wie willst du mich denn belohnen? Du hast mir noch nicht mal einen Sohn geschenkt. Alles, was ich habe, wird dann wohl mal mein Angestellter Elieser erben, der als Hausmeister und Verwalter für mich arbeitet!“ 4 „Denkste“, antwortete ihm Gott. „Der wird nichts von dir erben. Du bekommst einmal einen Sohn!“ 5 Dann ging Gott mit Abram in den Garten. „Sieh dir mal da oben die ganzen Sterne am Himmel an! Versuch die mal zu zählen! Und genauso viele werden mal in deiner Familie sein!“ 6 Abraham vertraute felsenfest auf Gott, und Gott machte dafür klar, dass Abraham total okay ist. 7 Er sagte zu ihm: „Hey, Abram, ich bin der Gott, der dich aus deiner Heimatstadt Ur in Chaldäa rausgeholt hat, um dir ein ganz neues Land zu schenken.“ 8 Abram fragte zurück: „Und woran werde ich das merken, dass diese Ansage wirklich eintritt und mir dieses Land mal gehört?“ 9 „Organisier mir eine dreijährige Kuh, eine dreijährige Ziege und ein dreijähriges männliches Schaf. Und dann will ich noch eine Taube und eine Turteltaube hier sehen.“ 10 Abram holte die Tiere und zersägte sie in zwei Teile. Die legte er dann gegenüber auf den Boden. Die beiden Tauben zerteilte er aber nicht. 11 Sofort kamen ein paar Aasgeier und wollten sich über die Tierleichen hermachen. Abram verscheuchte sie aber. 12 Als die Sonne unterging, pennte Abram ein. In dem Traum bekam er plötzlich voll die Paras, ganz übel. 13 Und dann sagte eine Stimme zu ihm: „Hey, dir muss echt klar sein, dass du immer ein Ausländer sein wirst, du wirst in einem Land leben, was nicht dir gehört. Und deine Leute werden total abhängig sein von anderen, sie werden hart knüppeln müssen und Leute bedienen. Das wird 400 Jahre so sein. 14 Dann werde ich aber diesen Leuten klarmachen, wer hier das Sagen hat. Ich werde sie bestrafen, und ihr werdet fett absahnen und voll reich von da wieder wegziehen. 15 Und du wirst entspannt sterben und richtig alt werden, bevor man dich unter die Erde bringt. 16 Erst der vierte Jahrgang nach dir wird hierher zurückkommen und das Ding dann klarmachen. Denn die Amoriter, die hier zurzeit leben, haben es noch nicht voll ausgereizt. Noch kann ich sie nicht für ihren Mist bestrafen.“ 17 Nachts, als es dann dunkel war, konnte Abram plötzlich einen Kamin erkennen, aus dem kam Rauch raus. Dazu kam eine fliegende Fackel, die immer zwischen den Tierleichen hin und her düste. 18 So passierte es, dass Gott mit Abram Verträge über seine Zukunft machte. Er sagte zu ihm: „Ich habe beschlossen, dass ich dir und deiner Familie und deren Kindern und den Kindern dieser Kinder für immer ein großes Stück Land schenken werde. Und das Land geht von der ägyptischen Grenze bis zum Fluss Euphrat runter. 19–21 Das ganze Gebiet wo jetzt diese anderen Völker wohnen, gehört auch dazu. Dazu zählten die Keniter, die Kenasiter, die Kadmoniter, die Hetiter, die Peresiter, die Raphaiter, die Amoriter, die Kanaaniter, die Girgasiter und die Jebusiter.

Abram, Sarai und die Angestellte Hagar

16 1Mo 1 Die Frau von Abram, Sarai, hatte ein riesen Problem: Sie konnte keine Kinder kriegen. Allerdings hatte sie eine ägyptische Hausangestellte, die das wohl konnte. Diese Frau hieß Hagar. 2 Schließlich hatte Sarai eine Idee. Sie ging zu ihrem Mann und meinte zu ihm: „Du, Abram? Pass mal auf: Ich hab das Gefühl, Gott hat meine Gebärmutter zugemacht, ich kann wohl keine Kinder mehr kriegen. Aber ich hab da ne Idee: Wir nehmen uns so ne Art Leihmutter. Schlaf doch einfach mal mit Hagar! Vielleicht wird sie ja von dir schwanger, und dann adoptieren wir das Baby! Ich möchte das gerne!“ Abram war mit der Idee einverstanden. 3 Also heiratete Abram auch noch die Hagar (es war damals möglich, mehrere Ehefrauen zu haben), mit dem Einverständnis von seiner ersten Frau Sarai. Er lebte da schon über 10 Jahre in Kanaan. 4 Abram schlief dann auch mit Hagar, und sie wurde tatsächlich schwanger. Als Hagar klar war, dass sie ein Kind von Abram bekommen würde, kam sie Sarai gegenüber echt schräg drauf. Sie benahm sich jetzt so, als wäre sie etwas Besseres als Sarai, und wurde ziemlich arrogant. 5 Sarai ging zum Abram und beschwerte sich bei ihm. „Das ist gemein! Ich hab es erlaubt, dass du mit einer meiner Angestellten Sex hast, damit wir ein Kind kriegen, und jetzt, wo sie schwanger ist, behandelt sie mich wie den letzten Dreck. Das ist alles deine Schuld! Gott soll zwischen uns beiden entscheiden!“ 6 Abram blieb geschmeidig. „Von mir aus, mach mit ihr, was du willst. Ich hab sie schließlich für dich angestellt!“ Sarai gab ihr ab da nur noch die ganzen Ätzarbeiten und ließ sie wie blöd schuften. Kurz darauf kündigte Hagar ihren Job und verließ die beiden. 7 Auf dem Weg nach Schur machte sie eine Pause in einer Bar, um was zu trinken. Plötzlich saß da ein Briefträger Gottes neben ihr, der Chef-Engel persönlich. 8 Dieser Engel quatschte sie von der Seite an. „Tach, Hagar! Was geht? Was machst du hier eigentlich gerade?“ – „Äh, also ich bin gerade von meinem Job weggelaufen. Meine Chefin Sarai war nur ätzend zu mir!“ 9 Jetzt kam der Ober-Engel mit seiner Nachricht rüber. „Geh wieder zurück zu ihr, Hagar! Auch wenn das für dich voll die Demütigung ist! Tu ab sofort genau das, was sie dir sagt! 10 Gott hat folgende Ansage für dich: Ich will dir so irre viele Kinder schenken, dass sie keiner mehr zählen kann! 11 Pass auf, du bist ja gerade schwanger! Du wirst einen Jungen bekommen. Der sollte dann den Namen Ismael kriegen (das bedeutet so viel wie ‚Gott hat mein Gebet gehört‘). Gott hat nämlich genau das getan, worum du ihn gebeten hast. 12 Dieser Junge wird echt krass drauf sein. Er wird viele Feinde haben, jeder will mal gegen ihn kämpfen. Er wird ohne seine Brüder aufwachsen, und er wird sie alle irgendwann mal sehr provozieren.“ 13 Hagar war echt baff, dass Gott selbst mit ihr redete. Sie sprach ihn direkt an: „Genial! Du bist Gott, und trotzdem nimmst du mich ernst!“ 14 Sie gab dann dieser Bar einen neuen Namen. Man nannte sie ab dann nur noch „Gott gibt es wirklich und er nimmt mich ernst“. Diese Bar liegt übrigens zwischen Kadesch und Bered. 15 Hagar ging also zurück zu Abram und bekam einen Sohn. Der Junge kriegte den Namen Ismael. 16 Als Ismael geboren wurde, war Abram schon 86 Jahre alt.

Ein neues Ritual: Menschen haben mit Gott einen Vertrag

17 1Mo 1 Als Abram 99 Jahre alt war, hatte er ein heftiges Erlebnis. Gott kam bei ihm höchstpersönlich vorbei und machte eine klare Ansage: „Ich bin der Gott, dem absolut nichts unmöglich ist! Lebe so radikal, wie es angesagt ist für jemanden, der in meiner Nähe wohnt. 2 Ich will mit dir Verträge machen, einen Spezialvertrag nur zwischen mir und dir. Und ich will dafür sorgen, dass du und deine Familie ohne Ende Kinder bekommen, ihr sollt euch sehr stark vermehren.“ 3 Abram war voll geschockt, er warf sich vor Gott erst mal platt auf den Boden. Gott redete aber weiter mit ihm: 4 „Hör zu: Du hast mein Wort! Ich hab einen Vertrag mit dir! Aus der Familie, die du gegründet hast, werden viele andere Völker entstehen. Und du wirst der Vater von diesen Völkern sein. 5 Darum gebe ich dir jetzt auch einen neuen Namen. Der Name Abram passt ab sofort nicht mehr zu dir. Dein neuer Name ist jetzt Abraham, weil das bedeutet „Ein Vater von sehr vielen Leuten“. 6 Ich sag’s dir noch mal: Du wirst sehr, sehr viele Kinder bekommen! Aus deiner Familie wird eine ganze Nation entstehen. Und einige von ihnen werden Regierungschefs sein, Könige, Bundeskanzler und Präsidenten. 7 Was ich dir jetzt versprochen hab, gilt nicht nur für dich, sondern auch für deine Kinder und die Kinder deiner Kinder. Das wird sich nie ändern, garantiert! Wir haben jetzt Verträge, die für immer gelten. Ich bin für immer dein Gott! 8 Das ganze Land Kanaan, wo du jetzt wie ein Ausländer lebst, das werde ich dir geben, es soll dir gehören, für immer. Und ich bleibe für immer dein Gott!“ 9 Dann meinte Gott noch zu ihm: „Zu Verträgen gehören immer zwei Parteien die etwas geben, und ich möchte von euch Folgendes: 10 Ihr sollt die Verträge so unterschreiben, indem ihr etwas an euch tut. Und das sollen alle Männer machen, ihr und auch alle Männer nach euch: Ihr sollte euch ab jetzt „beschneiden“. 11 Mit „beschneiden“ meine ich, dass sich die Männer ihre Vorhaut vom Penis abschneiden lassen sollen. Damit unterschreibt ihr eure Seite des Vertrages. 12 Acht Tage nach der Geburt soll das gemacht werden. Das gilt für alle Leute, die bei euch geboren werden, inklusive der Leute, die für euch arbeiten und bei euch angestellt sind. 13 Und das gilt auf jeden Fall für alle, die Teil deiner Familie sind! Und es gilt, wie gesagt, für die Leute, die für euch arbeiten. Diese Verträge sollen auf ewig gelten. 14 Und wenn ein Junge bei euch seine Vorhaut nicht abgeschnitten bekommt, dann gehört er nicht dazu. Er soll aus der Gemeinschaft rausfliegen, weil er dann unsere Verträge gebrochen hat.“ 15 Gott hatte dann noch ne andere Ansage für Abraham. „Ich will auch noch, dass deine Sarai einen neuen Namen von dir bekommt. Sie soll nicht mehr ‚Sarai‘ heißen, sondern ab jetzt ‚Sara‘ – das heißt so viel wie ‚Prinzessin‘. 16 Ich will sie nämlich fett beschenken, ich werde dafür sorgen, dass sie auch noch einen eigenen Sohn von dir bekommt. Aus ihren Kindern wird mal eine ganze Nation werden, sogar Präsidenten und Könige werden aus ihrer Familie abstammen.“ 17 Abraham schaute mit rotem Kopf weg, aber bepisste sich dabei fast vor Lachen. „Haha, na sicher, ich werde Sara mit meinen gerade mal eben 100 Jahren noch schwanger machen, und sie wird mit ihren schlappen neunzig noch ein gesundes Kind kriegen, haha“, dachte er vor sich hin. 18 Er sagte dann zu Gott: „Passt schon, wenn du nur auf meinen Sohn Ismael aufpasst! Dein Versprechen kann ja auch für ihn gelten, oder?“ 19 Gott antwortete: „Auf sicher, lieber Abraham, deine Frau Sara wird noch einen Sohn kriegen! Du sollst ihn dann Isaak nennen. Mit ihm werde ich Verträge machen, die für ihn und seine ganze Familie für immer gelten werden. 20 Und was deine Gebete für Ismael angeht, die habe ich auch alle erhört. Ich bin total für ihn und hab ne Menge mit ihm vor. Er wird auch eine große Familie haben und sehr, sehr viele Kinder bekommen. Er wird der Vater von einer großen Nation mit 12 Stämmen werden. 21 Aber mein neuer Vertrag, der gilt für den Isaak, den du mit Sara bekommen wirst! So um diese Zeit rum, in einem Jahr, wird sie das Baby kriegen.“ 22 Nachdem Gott alles gesagt hatte, was er sagen wollte, verschwand er wieder. 23 Abraham holte seinen Sohn Ismael und alle männlichen Angestellten, die bei ihm gearbeitet hatten. Dann zog er mit ihnen sofort dieses Ritual durch, indem er ihre Vorhaut abschnitt, genau so, wie Gott es gesagt hatte. 24 Er machte das auch bei sich selbst. Zu dem Zeitpunkt war Abraham schon 99 Jahre alt. 25 Sein Sohn Ismael war da gerade 13 Jahre, als sie seine Vorhaut abschnitten. 26 Beide, Abraham und Ismael, wurden am selben Tag beschnitten. 27 Genauso passierte es mit allen, die für Abraham arbeiteten, die in seinem Haus wohnten oder sonst was mit ihm zu tun hatten: Von allen Männern wurde die Vorhaut vom Penis entfernt.

Gott verspricht Abraham einen Sohn

18 1Mo 1 Abraham hatte seine Hütte an einem Ort, wo auch die damals berühmten „Eichen von Mamres“ standen. In der Mittagszeit, die Sonne knallte volle Granate vom Himmel, saß er gerade vor seinem Haus und döste ein bisschen. Plötzlich hatte er mal wieder ein Treffen mit Gott. 2 Und zwar stand da auf einmal, in kurzer Entfernung, so einen Typ vor ihm, der noch zwei weitere Männer im Schlepptau hatte. Sofort stand Abraham auf, lief ihnen entgegen und begrüßte sie freundlich. Er wusste irgendwie, dass es sich bei diesen drei Männern um Gott und zwei Engel handelte. 3 „Wenn Sie mir irgendwie einen Gefallen tun wollen, dann bleiben Sie doch etwas bei mir! Ich würde Sie wirklich gerne einladen und Ihnen was Gutes tun, wenn das für Sie okay geht. 4 Ich hol Ihnen sofort etwas Wasser. Dann können Sie Ihre Füße waschen und es sich im Schatten unter dem Baum dahinten etwas gemütlich machen. 5 Darf ich auch noch was Leckeres zu essen kochen und was zu trinken organisieren? Tanken Sie doch erst mal etwas bei mir auf, bevor Sie weiterziehen. Sie können es sich bei mir echt gemütlich machen, wo Sie schon mal da sind!“, sagte Abraham. „Ist okay,“ lachten die drei freundlich. „Tun Sie, was Sie nicht lassen können.“ 6 Abraham lief schnell in seine Bude und sagte zu Sara: „Los jetzt, back mal auf die Schnelle meinen Lieblingskuchen. Und schmier unseren Gästen auch bitte ein paar Schnittchen.“ 7 Dann rannte er in den Stall, suchte eins der besten Rinder aus und sagte einem seiner Angestellten: „Schlachte mal schnell diese Kuh und grill uns ein paar Filetsteaks davon, ja?!“ 8 Als die Steaks fertig waren, nahm er noch frische Milch und saure Sahne und schleppte das Ganze zu seinen Gästen. Er bediente sie höchstpersönlich, und sie hatten einen sehr netten Grillabend bei ihm. 9 Nach dem Essen fragte einer von ihnen: „Wo ist denn Ihre Frau Sara?“ – „Sie ist drinnen!“, antwortete Abraham. 10 „Hey, passen Sie mal auf, eine Sache können Sie schon mal abhaken: Wenn ich in einem Jahr wiederkomme, dann ist Sara schwanger! Sie wird einen Sohn kriegen.“ Sara war in einem Nebenraum und hörte die ganze Unterhaltung mit. 11 Sara und Abraham waren da schon im Rentenalter. Sara war mit den Wechseljahren schon lange durch und hatte ihre Tage schon ewig nicht mehr bekommen. 12 Sie lachte sich darum echt schlapp über diese Ansage von dem Typen. „In meinem Alter soll ich noch mal Lust auf Sex haben? Und mein Mann bekommt ja auch schon lange keinen mehr hoch!“ 13 Gott hörte das und meinte zu Abraham: „Sag mal, warum findet Sara das so lustig, dass sie in ihrem Alter noch mal schwanger werden wird? 14 Gibt es denn etwas, das für Gott unmöglich ist? Pass mal auf, in einem Jahr werde ich wieder mal auf Besuch vorbeikommen, und dann hat Sara schon einen Sohn bekommen!“ 15 Sara war das aber voll peinlich, sie konnte das nicht zugeben. „Ich hab gar nicht gelacht!“, sagte sie. „Doch, hast du!“, meinte Gott sofort.

Abraham diskutiert mit Gott über Sodom

16 Schließlich standen die drei Männer auf, um zu gehen. Abraham begleitete sie noch ein Stück. Als sie an eine Stelle kamen, von der man die Stadt Sodom ganz gut sehen konnte, 17 überlegte sich der eine, nämlich Gott, plötzlich: „Hm, sollte ich ihm nicht vielleicht doch erzählen, was ich mit Sodom machen werde? 18 Immerhin soll ja aus seiner Familie mal eine riesengroße Nation werden, und alle anderen Nationen sollen von ihm ganz fett profitieren. 19 Ich hab ihn ja extra dafür ausgesucht, damit er seinen Leuten und auch seiner Familie Ansagen macht, wie man am gottmäßigsten lebt. Sie sollen so leben, wie ich es will, damit das Versprechen auch eingelöst werden kann, was ich Abraham gegeben hab.“ 20 Also sagte Gott zu ihm: „Ich habe echt ätzende Sachen gehört über das, was in Sodom und Gomorra zur Zeit abgeht. Die Leute, die da wohnen, sollen ein total übles Leben führen und viele Sachen tun, die gegen alles stehen, was ich will. 21 Ich werde dort jetzt mal vorbeischauen und prüfen, ob die Sachen, die man mir erzählt hat, auch stimmen oder nur frei erfunden sind.“ 22 Die beiden anderen Typen standen auf und machten die Biege, Richtung Sodom. Nur Gott blieb mit Abraham da, weil der noch mit ihm alleine quatschen wollte. 23 Abraham beugte sich zu ihm rüber und meinte: „Sag mal, würdest du in der Stadt wirklich alles und jeden plattmachen, auch wenn es vielleicht doch noch ein paar Leute gibt, die so leben, wie du es gut findest? 24 Vielleicht gibt es davon ja fünzig? Was meinst du? Würdest du aus der Stadt trotzdem Kleinholz machen, oder wäre es bei so viel guten Menschen vielleicht möglich, nicht gleich alle Leute zu killen? 25 Nein, dass geht gar nicht! Du wirst nicht in einem Schlag alle Leute töten, die in einer Tour Mist bauen, wenn dabei auch die ganzen Leute mit draufgehen würden, die okay leben, oder? Dann würdest du ja keinen Unterschied zwischen den guten und den fiesen Menschen machen. So ist ein korrekter Richter doch nicht drauf! Oder?“ 26 Gott war beeindruckt. „Okay“, sagte er. „Wenn ich tatsächlich innerhalb der Stadt fünfzig Leute finde, die okay leben und tun, was ich möchte, dann werde ich nur wegen den fünfzig der ganzen Stadt verzeihen.“ 27 „O Mann, Gott, ich weiß, ich bin ganz schön dreist“, antwortete Abraham. „Aber jetzt, wo ich mich schon mal getraut habe, mit dir, Gott, zu verhandeln, obwohl ich der letzte Dreck bin, 28 da will ich noch mehr! Was ist denn, wenn zu den fünfzig nur fünf fehlen sollten? Würdest du, nur weil die fünf fehlen, trotzdem die ganze Stadt plattmachen?“ – „Okay, nein, also wenn ich wirklich fünfundvierzig davon finde, dann werde ich sie nicht vernichten.“ 29 Er hatte aber noch nicht genug. „Und, Gott, wie stehts mit vierzig?“ – „Ja, okay, wenn es vierzig sind, will ich es auch nicht tun“, antwortete er. 30 „Bitte nicht sauer sein, aber wie sieht es denn aus, wenn es doch nur dreißig sind, auf die das zutrifft?“, meinte Abraham noch einmal. „Ich werde es nicht tun, wenn es dreißig sind, versprochen“, sagte Gott. 31 „Also, ich hab mich hier schon echt weit aus dem Fenster gelehnt, was ich dir da abgerungen hab. Trotzdem könnte es ja sein, dass man nur zwanzig finden wird, die so drauf sind. Was geht dann?“ Und Gott sagte: „Okay, Abraham, wenn es zwanzig sind, dann werde ich wegen denen die Stadt nicht kaputt machen.“ 32 „Bitte, Gott, nicht ausrasten, ich frage noch ein letztes Mal: Was ist, wenn es nur zehn Leute gibt, die gut drauf sind?“ – „Alles klar, ich werde sie nicht plattmachen, wenn es diese zehn Leute dort gibt, einverstanden.“ 33 Nachdem Abraham und Gott zu Ende gequatscht hatten, verabschiedete sich Gott. Abraham ging wieder zurück nach Hause.

Sodom und Gomorra werden komplett plattgemacht

19 1Mo 1 Abends kamen dann die zwei Engel in Sodom an. Lot chillte zu der Zeit gerade am Ortseingang an einer Bushaltestelle. Als er die beiden sah, rannte er ihnen sofort entgegen, um sie zu begrüßen. Lot gab ihnen die Hand und verbeugte sich, wie das normal war, wenn man Respekt vor jemandem hatte. 2 „Einen wunderschönen guten Abend wünsche ich Ihnen!“, sagte Lot. „Es wäre mir eine große Freude, wenn Sie heute in meiner Bude übernachten würden! Sie können bei mir auch duschen und morgen früh dann weiterziehen, wenn Sie wollen!“ – „Vielen Dank, aber wir müssen Ihre Einladung leider ablehnen“, antworteten die beiden. „Wir haben uns entschlossen, heute draußen zu übernachten.“ 3 Lot ließ aber nicht so schnell locker. Er nervte so lange rum, bis die Engel einwilligten und mit zu ihm nach Hause kamen. Da angekommen, machte er ihnen einen leckeren Imbiss, sie aßen zusammen Abendbrot und befreundeten sich. 4 Eigentlich wollten sie danach die Penntüten ausrollen und schlafen gehen, aber mittlerweile waren alle Männer aus der Stadt vor dem Haus, vom Teenager bis zum Opa. Das Heftige war, dass die alle scharf auf diese beiden „geilen Typen“ waren, die den Lot gerade besuchten! 5 Sie sammelten sich um die Hütte von Lot und veranstalteten eine richtige Demo. Irgendwie heizte sich die Stimmung immer mehr auf. Die Männer waren scharf auf Sex, gewaltbereit und rückten Lot voll auf die Pelle. Sie brüllten: „Was sind das für Typen, Lot? Hol sie raus! Hol sie raus! Wir wollen Sex! Wir wollen Sex! Wir wollen Sex!“ 6 Lot ging zur Haustür, sprang schnell raus und zog sie gleich hinter sich wieder zu. So konnte keiner reinkommen. 7 „Hey, Mann! Freunde! Was soll der Scheiß?“, rief er der Menschenmasse zu. 8 „Passt auf, ich habe zwei Töchter, die beide noch Jungfrauen sind. Kann ich euch die nicht anbieten? Mit denen könnt ihr machen, was ihr wollt. Aber bitte lasst die beiden Männer in Ruhe, die bei mir zu Gast sind! Sie genießen meinen besonderen Schutz.“ 9 „Verpiss dich“, riefen die Leute Lot zu. „Du bist sowieso nur ein assi Ausländer! Und du willst uns jetzt Vorschriften machen? Pass auf, wir werden dich noch härter rannehmen als die beiden anderen!“ Sie prügelten Lot nieder und waren gerade kurz vor der Eingangstür, 10 als die beiden Männer kurz vor die Tür kamen. Sie streckten nur ihre Hand gegen die Leute aus, und plötzlich mussten alle ein Stück zurückweichen. Jetzt packten die beiden Engel Lot am Arm, zogen ihn wieder in das Haus und machten die Tür hinter sich zu. 11 Und dann war auf einmal die Eingangstür vom Haus wie weggezaubert, die Leute konnten sie nicht mehr sehen! 12 Jetzt ließen die beiden Engel eine heftige Ansage vom Stapel: „Hey, Lot, sag mal, hast du noch irgendwelche Verwandte in der Stadt? Schwiegersöhne, Söhne oder Töchter? Dann organisier für die so schnell es geht die Flucht! 13 Wir werden nämlich diese Stadt bald komplett abfackeln. Gott hat von den ultraüblen Sachen, die hier passieren, gehört, und es reicht ihm jetzt: Er will hier alles plattmachen!“ 14 Lot ging sofort zu den Verlobten von seinen Töchtern, um ihnen diese Nachricht weiterzugeben, die er gerade von den Engeln gehört hatte. „Los, packt eure Sachen und verschwindet so schnell es geht von hier! Gott wird diese Stadt bald komplett auslöschen!“ Seine zukünftigen Schwiegersöhne aber lachten sich nur schlapp, sie dachten, er würde sie voll verarschen. 15 Am nächsten Morgen machten die beiden Engel etwas Druck. Sie sagten zu Lot: „Jetzt mach hinne! Nimm deine Frau und die Töchter und hau ab! Sonst wirst du auch dabei draufgehen, wenn diese Stadt zu Schrott gemacht wird!“ 16 Als Lot aber nicht in die Puschen kam, nahmen ihn die zwei einfach an die Hand und führten ihn, seine Frau und seine zwei Töchter aus der Stadt raus. Gott hatte ihn eben voll lieb und wollte nicht, dass er sterben müsste. 17 Als sie aus der Stadt rausgelaufen waren, rief der eine Engel zu Lot: „Los jetzt, lauf weiter, lauf um dein Leben! Bleib nicht stehen und sieh auch nicht zurück! Lauf so lange, bis du oben auf dem Berg bist, sonst musst du sterben!“ 18 Lot meinte: „Ob das jetzt so ne gute Idee ist, ganz bis da oben hin zu laufen? 19 Aber erst mal vielen Dank, dass du uns das Leben gerettet hast! Das war wirklich total nett von dir! Meinst du wirklich, dass wir es bis zum Berg schaffen? Könnte es sein, dass wir auf dem Weg dahin Pech haben und auch sterben müssen? 20 Ich mein, schau mal, da hinten, diese kleine Stadt! Könnten wir nicht auch dahin fliehen? Dort wären wir ja auch gerettet, oder?“ – 21 „Okay,“ meinte der Engel. „Ich werde deinen Wunsch erfüllen und diese kleine Stadt mal von der Zerstörung ausnehmen. 22 Jetzt mal zu, geht dort hin und verschanzt euch da. Ich darf den Befehl zur Zerstörung von Sodom und Gomorra erst dann geben, wenn ihr in Sicherheit seid.“ Diese Stadt hat übrigens seitdem den Namen „Zoar – die kleine Stadt“ abbekommen. 23 Ganz früh am Morgen, die Sonne ging gerade auf, kamen sie in der Stadt Zoar an. 24 Und dann regnete es plötzlich überall Schwefel, glühende Steine fielen wie Feuer vom Himmel, heftiger als ein gewaltiger Vulkanausbruch. Gott steckte Sodom und Gomorra in Brand. 25 Er machte alles platt, die ganzen Gebäude mit ihren Einwohnern, jede Pflanze, alles wurde komplett abgefackelt. 26 Lots Frau war aber zu neugierig. Sie wollte das Ganze doch ansehen, drehte sich einmal um, und als sie die brennende Stadt sah, verkrampfte sie am ganzen Körper und blieb starr stehen. Und dann verwandelte sie sich in einen Betonpfeiler. 27 Abraham machte morgens einen Spaziergang zu der Stelle, wo Gott mit ihm geredet hatte. 28 Von dort konnte er das ganze Tal sehen, wo auch Sodom und Gomorra lagen. Fette Rauchwolken stiegen von dort zum Himmel, fast so, als würde da ein Kohlekraftwerk stehen. 29 Gott hatte die Städte tatsächlich total zerstört, aber er hatte Abraham nicht vergessen und auch seinen Neffen Lot vor der Katastrophe gerettet.

Sex mit dem Vater: Wo die Moabiter und Ammoniter eigentlich herkommen

30 Lot hatte aber irgendwann keinen Bock mehr, in „Zoar – die kleine Stadt“ zu wohnen, weil er da immer etwas Angst hatte, dass ihnen was passieren könnte. Darum zog er in einen alten Bunker in den Bergen und wohnte da mit seinen Töchtern. 31 Die Ältere von den beiden meinte dann mal zu ihrer Schwester: „Es gibt echt keine anständigen Männer hier in der Gegend! Ich will aber auch mal heiraten und Kinder kriegen, wie das ja sonst überall total normal ist. Und Papa wird langsam alt. 32 Ich hab ne Idee: Lass uns Papa heute mal mit Wein abfüllen. Und wenn er total breit ist, dann verführen wir ihn zum Sex. Vielleicht kriegen wir dann ja wenigstens Babys, und die Leute würden nicht über unsere Familie ablästern können.“ 33 Gesagt, getan, die füllten ihren Vater derart ab, dass er total breit war und nichts mehr merkte. Die ältere Schwester vernaschte ihren eigenen Vater an dem Abend und hatte Sex mit ihm. Lot wachte am nächsten Morgen mit einem mörder Kater auf, hatte einen Filmriss und konnte sich an nichts erinnern. 34 Jetzt bequatschte die ältere Tochter ihre Schwester: „Hey, hör zu, das hat gestern echt gut geklappt! Papa hat mit mir geschlafen! Wiederholen wir das Ganze noch mal diese Nacht. Aber heute pennst du mit ihm, damit er dir auch ein Baby macht, okay?“ 35 Und es funktionierte wieder, sie füllten den Vater so dermaßen mit Alk ab, dass er total die Kontrolle verlor. Die jüngere Tochter hatte in dieser Nacht also auch Sex mit ihm. Und am nächsten Morgen hatte Lot wieder den totalen Filmriss und konnte sich an rein gar nichts erinnern. 36 Beide Töchter von Lot wurden von ihrem eigenen Vater schwanger. 37 Die Ältere bekam einen Sohn, den sie Moab nannte. Aus der Familie von Moab sind die Moabiter entstanden, aus seinen Kindern ist also dieser Familienstamm hervorgegangen. 38 Und die Jüngere bekam auch einen Sohn, den sie Ben Ammi nannte. Aus der Familie von Ben Ammi sind die Ammoniter entstanden. Er war also der, von dem diese ganze Familie abstammt.

Abraham und Abimelech

20 1Mo 1 Abraham zog dann weiter in Richtung Süden. Er wohnte eine Zeitlang in der Gegend zwischen Kades und der Wüste Schur. Schließlich zog er um, in die Stadt Gerar. 2 Da passierte ihm eine ähnliche Sache wie damals in Ägypten. Er fälschte den Pass von seiner Frau Sara und machte sie offiziell zu seiner Schwester. Der Regierungschef von Gera, Abimelech, war nämlich voll scharf auf Abrahams Frau. Weil sie jetzt ja nur Abrahams „Schwester“ und nicht dessen Ehefrau war, ließ er sie zu sich holen. 3 In der Nacht redete Gott aber in einem Traum zu ihm: „Hey, Abimelech, du musst sterben, wenn du mit dieser Frau schläfst. Das ist die Strafe für Männer, die mit verheirateten Frauen Sex haben!“ 4 Abimelech hatta Sara aber noch nicht mal angefasst. Darum sagte er: „Gott, ich bin echt unschuldig, ich kann da nix für! Tötest du auch Leute, die nichts getan haben“? 5 Und der Abraham hat ja auch gesagt, sie sei nur seine Schwester, und sie hat das bestätigt! Ich hab echt nichts ausgefressen, ich bin total unschuldig!“ 6 Gott antwortete ihm: „Okay, okay, Abimelech, ich hab das schon kapiert, dass deine Motive in Ordnung waren. Darum hab ich dich auch davon abgehalten, mir ihr zu schlafen! 7 Also, jetzt gib mal dem Mann seine Frau wieder zurück, ja? Der Typ ist nämlich so ein Prophet, ein Mann Gottes. Wenn der für dich betet, läuft alles glatt, und du wirst nicht sterben müssen. Falls du das aber nicht tust, muss dir eins klar sein: Du wirst dann garantiert kaputtgehen und mit dir alles, was zu dir gehört.“ 8 Am nächsten Morgen berief Abimelech ein Meeeting ein mit seinem gesamten Mitarbeiterstab und erzählte ihnen die Sache, die ihm letzte Nacht passiert war. Die Männer, die das hörten, bekamen richtig Schiss. 9 Abimelech orderte dann den Abraham in sein Büro: „Warum haben Sie uns das angetan?“, rief er ihm zu. „Was hab ich Ihnen getan, dass Sie mich dazu bringen, so einen schlimmen Fehler zu begehen? Das hätte mich und dazu mein ganzes Land beinahe in den Ruin gestürzt! 10 Warum? Sagen Sie mir jetzt sofort, warum Sie das getan haben? Was sollte das Ganze?“ 11 Abraham antwortete: „Ich dachte nur, die haben hier bestimmt keinen Respekt vor Gott, denen ist das egal, was er sagt. Und die werden mich bestimmt ermorden, weil sie alle meine Frau haben wollen. 12 Und so ganz war das übrigens auch nicht gelogen, was ich gesagt hab. Sie ist schon auch meine Schwester, weil sie die Tochter meines Vaters aus erster Ehe ist. Nur darum konnte ich sie auch heiraten. 13 Als Gott mich von zu Hause weggeführt hat, da hatte ich das schon vorher mit ihr so abgeklärt. Hatte ihr schon in der Zeit gesagt: „Tue mir einen Gefallen und erzähl überall, ich bin nur dein Bruder, egal wo wir gerade sind!“ 14 Abimelech gab Abraham seine Frau zurück und schenkte ihm obendrauf noch unheimlich viele Schafe, Ziegen und Rinder. Dazu gab er ihm noch viele von seinen Angestellten obendrauf. 15 Dann sagte er zu ihm: „Hören Sie zu, mein ganzes Land stelle ich Ihnen zur Verfügung, suchen Sie sich aus, wo Sie in Zukunft wohnen wollen!“ 16 Und zu Sara meinte er: „Passen Sie auf, ich hab Ihrem ‚Bruder‘ 150 000 Euro in die Hand gedrückt. Ich hoffe, das reicht. Das soll vor Ihren Leuten auch ein Beweis dafür sein, dass ich Sie nicht angefasst hab. Ich hoffe, die Sache ist damit vom Tisch!“ 17 Zum Abschluss betete Abraham für Abimelech. Gott erhörte dieses Gebet und sorgte dafür, dass Abimelechs Frauen geheilt und jetzt plötzlich schwanger wurden. 18 Gott hatte nämlich wegen der Sache mit Sara vorher dafür gesorgt, dass keine Frau von Abimelech Kinder kriegen konnte. Damals war es normal, dass Männer mehrere Frauen hatten, wenn sie es sich leisten konnten.

Sara kriegt einen Jungen

21 1Mo 1 Auf Gott kann man sich verlassen, er löste sein Versprechen ein und sorgte dafür, dass Sara schwanger wurde. 2 Sie wurde dann also tatsächlich schwanger und kriegte mit Abraham einen Sohn, obwohl der schon echt alt war. Das passierte genau in der Zeit, wie Gott es vorhergesagt hatte. 3 Dieser Sohn, der dann von der Sara geboren wurde, bekam von Abraham den Namen Isaak. 4 Acht Tage nach der Geburt zog er mit Isaak dieses Ritual durch, was Gott ihm mal gezeigt hatte. Er schnitt Isaak die Vorhaut von seinem Penis ab. 5 Abraham war übrigens 100 Jahre alt, als er Vater wurde. 6 Sara freute sich voll über das Baby. Sie sagte: „Juchu, Gott hat mich zum Lachen gebracht! Jeder, der diese abgefahrene Geschichte hört, wird sich mit mir freuen! 7 Bis jetzt war es mit der Nachricht ‚Sara stillt einen Sohn von Abraham‘ eine totale Fehlanzeige. Aber jetzt ist es tatsächlich wahr geworden, obwohl er echt nicht mehr der Jüngste ist.“ 8 Das Kind wurde immer größer. Als es keine Milch mehr von der Mutter bekommen musste, feierte Abraham ne fette Party. 9 Sara bekam mit, wie der Sohn von Hagar (diese ägyptische Zweitfrau von Abraham) am Rumlästern war gegen ihren Sohn Isaak. 10 Darum sagte sie zu Abraham: „Schmeiß diese andere Frau raus! Ich will nicht, dass ihr Sohn genau dieselben Rechte hat und das Gleiche erbt wie meiner, wenn du mal tot bist.“ 11 Abraham kriegte voll den Hals deswegen. Immerhin war Ismael auch sein Sohn. 12 Aber Gott sagte zu ihm: „Also, Abraham, mach dir nicht den Kopf wegen deinem Sohn und seiner Mutter. Was Sara sagt, solltest du dir aber echt zu Herzen nehmen. Denn durch die Kinder von Isaak werde ich die neue Nation entstehen lassen, wie ich es dir schon früher mal angesagt hatte. 13 Allerdings werde ich auch durch den Sohn von Hagar eine neue Nation starten, der kommt ja schließlich auch von dir.“ 14 Am nächsten Morgen stand Abraham sehr früh auf der Matte. Er packte ein paar Snacks und was zu trinken zusammen, gab es der Hagar in einen Rucksack und verabschiedete sich von ihr und dem Jungen. Sie zog dann ab und ging leicht planlos in Richtung ‚Wüste Beerscheba‘.15 Als die Getränke ausgingen, war sie in der heißen Wüste fast am Verdursten. Sie setzte den Jungen an einem schattigen Platz unter einem Strauch ab16 und packte sich auf die andere Seite des Weges, einen Steinwurf entfernt, auf den Boden. Sie fing voll an zu weinen: „Ich will nicht zusehen, wie mein Kind hier jämmerlich verdurstet!“ 17 Gott hörte aber auch, wie der Junge die ganze Zeit weinte. Schließlich kam bei der Hagar eine Nachricht vom Himmel rein. Ein Engel sagt zur ihr: „Hagar, alles klar bei dir? Brauchst keine Angst zu haben! Gott hat das Schreien von deinem Jungen gehört, da wo er jetzt gerade sitzt. 18 Jetzt steht auf und nimm deinen Sohn und zieh los. Ich hab fett was vor mit ihm, ich werde aus seiner Familie eine ganze Nation machen.“ 19 Gott zeigte ihr, dass ganz in der Nähe ein Brunnen war, den sie gut erreichen konnte. Sie ging mit letzten Kräften dahin und holte sich dort Wasser für ihren Sohn. Dann füllte sie ihre Wasserflaschen, damit sie erst mal genug für den Weg zu trinken hatte. 20 Der Junge wurde in seinem Leben stark von Gott begleitet. Er wuchs immer mehr, lebte in der Wüste und wurde zu einem echt guten Schützen. 21 Er lebte eine ganze Zeit in der Wüste Paran. Irgendwann organisierte ihm seine Mutter eine Ehefrau, die aus Ägypten stammte. 22 Damals hatte Abraham ein Treffen mit dem Regierungschef Abimelech und mit Pichol, dem obersten General der Armee. Die beiden meinten zu ihm: „Also, es ist für uns ziemlich eindeutig, dass Gott in Ihrer Mannschaft spielt. Alles was Sie unternehmen, wird ein Erfolg! 23 Wir schlagen Ihnen folgenden Deal vor: Wir haben Sie gut in unserem Land aufgenommen, das war doch sehr nett von uns, oder? Als Gegenleistung wollen wir jetzt, dass Sie hoch und heilig versprechen, uns nie abzulinken, egal was passiert. Und das gilt für die ganze Zeit, in der ich regiere, für die Zeit, in der mein Sohn regieren wird, und auch, wenn meine Enkel später mal das Sagen haben, in diesem Land.“ 24 Abraham war einverstanden: „Geht in Ordnung, das unterschreib ich Ihnen!“ 25 Er nutzte aber die Gelegenheit, dann gleich mal eine alte Sache mit ihm zu klären. Da gab es nämlich so einen Brunnen, den die Soldaten von Abimelech sich vor einiger Zeit einfach unter den Nagel gerissen hatten. 26 Abimelech war überrascht: „Keine Ahnung, ich hab von der Sache noch nie was gehört! Das ist das erste Mal, dass Sie mir davon erzählen, und jemand anderes hat mir bis heute auch noch nie darüber Bericht erstattet.“ 27 Jetzt ließ Abraham ein paar Geschenke auffahren. Er holte ein paar Hühner, Schafe und Rinder und gab die Abimelech. Die beiden schlossen jetzt Verträge miteinander. 28 Dabei nahm er sieben junge Schafe aus der Herde raus und stellte sie an einen extra Platz. 29 „Warum machen Sie das?“, wollte Abimelech wissen. 30 „Die müssen Sie bitte als ein Sondergeschenk von mir annehmen! Die sollen auch ein Beweis dafür sein, dass Sie offiziell bestätigt haben, dass der Brunnen mir gehört.“ 31 Diesen Ort nannte man ab dann nur noch „Beerscheba“, was so viel heißt wie „Der Brunnen, wo wir uns was versprochen haben“. 32 Die beiden machten also Verträge in Beerscheba. Abimelech und seine oberster General Pichol gingen dann wieder zurück ins Philisterland. 33 Abraham pflanzte an der Stelle einen Tamariskenbaum, mitten in Beerscheba. Dann betete er zu seinem Gott, der immer existieren wird, und dankte ihm für alles. 34 Er blieb noch eine ganze Weile in dem Land, wo die Philister zu Hause waren.

Gott testet Abraham aus

22 1Mo 1 Nachdem diese ganzen Sachen passiert waren, gab es mal eine Geschichte, wo Gott Abraham austesten wollte. Er sagte zu ihm: „Hallo, Abraham!“ – „Ja? Was ist los? Ich bin da!“, antwortete er. 2 „Pass auf. Du hast ja einen einzigen Sohn, den Isaak, und den liebst du über alles, oder? Ich will, dass du mit dem eine Reise unternimmst, nach Morija. Da werde ich dir weitere Anweisungen geben. Ziel ist, dass du deinen Sohn dort als ein Opfer für mich abfackelst!“ 3 Am nächsten Morgen stand Abraham früh auf. Er holte zwei von seinen Angestellten dazu, nahm sich sein Crossbike, Rucksack, einen Benzinkanister, packte seinen Sohn in den Kindersitz und fuhr mit ihnen los, dorthin, wo Gott es ihm gesagt hatte. 4 Nach drei Tagen Fahrt konnte er schließlich den Berg von weitem sehen. 5 Abraham sagte zu seinen Angestellten: „Bleibt ihr mal hier und passt auf das Bike auf! Ich geh mit meinem Sohn dort oben auf den Berg, weil wir was Privates mit Gott zu besprechen haben. Danach kommen wir wieder.“ 6 Er gab Isaak den Benzinkanister zu tragen und nahm selbst das Feuerzeug und ein Schlachtermesser in die Hand. Beide gingen zusammen hoch. 7 Isaak sagte zu Abraham: „Du, Papa?“ – „Ja, was willst du?“, antwortete Abraham. „Wir haben Benzin und Feuerzeug eingepackt, aber wo ist das Schaf, das wir für Gott verbrennen sollen?“ 8 „Gott wird schon für ein Schaf sorgen, das wir nehmen können“, antwortete er. Dann gingen sie den Weg weiter. 9 Irgendwann kamen sie zu dem Ort, den Gott Abraham vorher gezeigt hatte. Abraham nahm Steine und baute Gott dort so einen Tisch, einen Altar. Dann fesselte er seinen Sohn und legte ihn obendrauf. 10 Jetzt nahm er das Schlachtermesser in die Hand, holte aus und wollte gerade seinen Sohn damit töten, 11 da hörte er eine laute Stimme, die seinen Namen rief: „Abraham, Abraham!“ Die Stimme kam vom Chef-Engel persönlich. „Ja,“ antwortete er, „ich bin hier!“ 12 „Tu dem Jungen bloß nichts! Pack das Messer wieder ein! Ich weiß jetzt ganz sicher, dass du alles für Gott tun würdest, du hast echt Respekt vor ihm. Krass, du würdest sogar deinen einzigen Sohn töten, wenn er dir das sagt!“ 13 Als sich Abraham in der Gegend umsah, entdeckte er etwas weiter weg ein Schaf, das sich in einem Stacheldraht verfangen hatte. Er holte das Tier, tötete es und verbrannte es als Opfer für Gott. Sein Sohn blieb dabei am Leben. 14 Abraham gab den Ort einen Namen. Er nannte ihn „Gott hat an alles gedacht“. Bis heute ist das so ein Spruch: „Gott hat auf dem Berg an alles gedacht.“ 15 Und dann redete Gott durch den Chef-Engel noch mal mit Abraham. 16 Er sagte zu ihm: „Ich schwör bei mir selbst, weil du das heute gebracht hast, weil du mir wirklich radikal vertraust, weil du sogar bereit warst, für mich deinen einzigen Sohn zu opfern, 17 darum will ich dich ganz fett beschenken! Ich werde dafür sorgen, dass deine Familie sich ohne Ende vermehren wird! Es wird mehr ‚Abrahams‘ auf der Welt geben, als man Sandkörner am Meer zählen kann! Selbst die Sterne, die man am Himmel sieht, werden nicht mehr sein als deine Nachkommen. Und sie werden sehr stark sein, ihre Feinde sehen keine Stiche gegen sie! 18 Alle Nationen auf der Erde werden mich bitten, sie so gut zu behandeln, wie ich dich behandelt habe. Und das nur, weil du radikal genau das getan hast, was ich von dir wollte.“ 19 Abraham ging wieder zu seinem Sohn zurück. Dann fuhren sie wieder nach Beerscheba, wo Abraham die nächste Zeit wohnte. 20 Nachdem das alles passiert war, hörte Abraham, dass sein Bruder Nahor von seiner Ehefrau Milka auch Söhne bekommen hatte. 21 Insgesamt waren es acht Jungs. Der Älteste hieß Uz, dann kam Buz, und dann kam Kemuel (von dem die Aramäer abstammen). 22 Dann Kesed, Haso, Pildasch, Jidlaf und Betuel. 23 Betuel war übrigens der Vater von Rebekka. Diese acht Söhne bekam Milka, die Frau von dem Bruder von Abraham. 24 Außerdem hatte seine Nebenfrau Reuma (wie gesagt, war es damals normal, mehrere Frauen zu haben) noch vier weitere Söhne: den Tebach, Gaham, Tahasch und Maacha.

Saras Tod

23 1Mo 1 Sara wurde 127 Jahre alt. 2 Als sie starb, war sie in dem Ort Hebron, der damals Kirjat-Arba hieß, im Kanaan Land. Abraham nahm sich die Zeit, um wegen dem Tod von Sara so lange zu weinen, bis es nicht mehr geht. 3 Irgendwann war es dann aber genug, und er besuchte nicht mehr länger ihr Grab. Er ging in das Büro von den Chefs der Hetiter, die dort gerade eine Sitzung hatten. 4 „Verehrte Herren! Entschuldigen Sie die Störung. Mir ist bewusst, dass ich für Sie nur ein Ausländer bin, der hier noch nicht mal geboren wurde. Wäre es trotzdem möglich, in Ihrem städtischen Friedhof einen Platz zu erhalten, wo ich meine Frau standesgemäß beerdigen kann?“, sagte er. 5 Die Hetiter antworteten: 6 „Verehrter Herr Abraham! Sie sind ein angesehener Mann Gottes in unserer Gemeinschaft. Gerne stellen wir Ihnen eins unserer besten Gräber für die Bestattung Ihrer Gemahlin zur Verfügung. Suchen Sie sich das schönste aus, jeder Eigentümer wäre gerne bereit, Ihnen sein Grab zur Verfügung zu stellen.“ 7 Abraham war beeindruckt. Er stand auf, machte eine Verbeugung und sagte: 8 „Wenn Sie tatsächlich damit einverstanden sind, dass ich meine tote Frau bei Ihnen bestatte, bitte ich Sie, meinen Antrag an den Herrn Efron, der ein Sohn vom verehrten Herrn Zohar ist, zu unterstützen. 9 Meine erste Wahl wäre die Grabstätte Machpela, die in seinem Besitz ist. Sie liegt am Ende seines Ackers. Ich bin bereit, den vollen Kaufpreis dafür zu entrichten. Hier könnte ich eine Bestattung direkt am Ort durchführen.“ 10 Efron war aber bei der Sitzung der Hetiter auch am Start. Er stand auf und sagte laut, so dass alle es hören konnten: 11 „Nein, nein, verehrter Herr Abraham, dieses Grab und das dazugehörige Stück Land stelle ich Ihnen hiermit, vor Zeugen, selbstverständlich kostenlos zur Verfügung! Begraben Sie bitte Ihre Frau dort!“ 12 Abraham fand das echt gut, und er bedankte sich respektvoll bei den Leuten. 13 Trotzdem redete er noch mal ganz offen mit Efron, so dass alle zuhören konnten: „Bitte lassen Sie sich doch auf diesen Deal ein! Lassen Sie mich wenigstens das Feld kaufen, damit ich meine Frau dort begraben kann.“ 14 Efron antwortete Abraham: 15 „Na gut, dann geben Sie uns einfach 500 Euro. Geld soll nie zwischen uns stehen! Sie können Ihre Frau jetzt gerne dort begraben.“ 16 Die beiden hatten also einen Deal. Er zahlte ihm das Geld nach der aktuellen Umrechnungstabelle in der Landeswährung aus. 17 So kam es, dass dieses Feld von Efron (das bei Machpela kurz vor Mamre lag) inklusive dem ganzen Grundstück, den Bäumen und dem Grab 18 an Abraham verkauft wurde. Die anwesenden Hetiter waren dabei Zeugen. 19 Dann organisierte Abraham eine anständige Beerdigung für seine Frau Sara in dieser Grabstätte, auf dem Feld von Machpela. Dieses Feld lag vor Mamre, was in Hebron liegt, im Land Kanaan. 20 Er war nun rechtmäßiger Eigentümer von einem Stück Land in Kanaan, was ab dann als sein Familiengrab genutzt wurde. Die Hetiter hatten ihm dieses Land vertraglich zur Verfügung gestellt.

Rückblick: Abrahams Angestellter sucht eine Frau für seinen Sohn

24 1Mo 1 Abraham war schon richtig alt geworden. Gott hatte ihn in seinem Leben fett beschenkt. 2 Irgendwann, einige Wochen vor Saras Tod, sagte er zu einem seiner fittesten Angestellten, der sein ganzes Eigentum verwaltete und dem er sehr vertraute: „Hey, du, ich hab ein echt wichtiges Anliegen an dich! Bitte heb mal deine rechte Hand 3 und schwöre mir bei Gott, bei dem Gott, der das ganze Universum gemacht hat und auch diese Erde, dass du für meinen Sohn keine Frau aussuchst, die aus dieser Gegend kommt, ja?! 4 Schwör mir, dass Isaak eine Frau bekommt, die aus meinem Land stammt, aus meiner Verwandtschaft, von da, wo ich herkomme!“ 5 „Okay“, meinte der Angestellte zu ihm. „Aber was ist, wenn die Frau nicht mit hierherkommen will? Soll ich dann deinen Sohn wieder zurückbringen an den Platz, von wo du mal weggezogen bist?“ 6 „Nein, auf keinen Fall!“, antwortete Abraham. 7 „Also keine Panik, der Gott, dem nichts unmöglich ist, wird einen Beschützer, so einen Engel, an deine Seite stellen. Der wird alles klarmachen und dafür sorgen, dass du eine Braut für ihn findest und sie herbringen kannst. Gott hat mich ja damals aus diesem Land rausgeführt, wo meine Verwandten alle wohnen. Er hatte in der Zeit felsenfest versprochen, dass er mir dieses Land mal zur Verfügung stellen wird. 8 Wenn die Braut aber nicht mitgehen will, dann kannst du deinen Job als erledigt ansehen. Aber meinen Sohn sollst du auf keinen Fall dort zurücklassen. Klar?“ 9 Der Angestellte hob seine rechte Hand und schwor Abraham, dass er das alles so durchziehen würde, wie sein Chef es ihm gesagt hatte. 10 Der Typ nahm dann die teuerste Harley, dazu noch einiges an Goldschmuck, und machte sich vom Acker in Richtung Mesopotamien, in die Stadt, wo die Familie Nahors lebte, der ein Bruder von Abraham war. 11 Abends stoppte er dann kurz vor der Stadtgrenze an der Tanke, wo abends auch die ganzen Mädels der Stadt rumhingen. 12 Als er seine Maschine abgestellt hatte, betete er: „Hey Gott, du bist der Gott von meinem Chef Abraham! Mach bitte, dass das jetzt funktioniert! Tu es für ihn! 13 Pass auf, ich bin jetzt an der Tanke, und viele Mädchen aus der Stadt sind hier, um ne Cola zu trinken oder zu arbeiten. 14 Ich bitte dich um folgendes Zeichen: Wenn ich ein Mädel frage, ob sie mir mal einen Schluck abgeben kann, und sie mir dann ihre Cola anbietet und dann auch noch fragt, ob sie meine Maschine betanken darf, dann ist das die richtige Frau, die du für den Sohn von meinem Chef ausgesucht hast. Okay?“ 15 Er hatte seinen Satz noch nicht mal zu Ende gesprochen, da kam Rebekka auf ihn zugelaufen. Sie war die Tochter von Betuel und die Enkelin von Milka, der Frau von Abrahams Bruder Nahor. 16 Sie war noch unverheiratet und sah unheimlich sexy aus. Rebekka ging zum Colaautomaten und zog sich da ne Flasche. 17 Schnell ging der Angestellte von Abraham auf sie zu und fragte sie: „Kann ich auch einen Schluck abhaben?“ 18 „Bitte schön, trink ruhig aus!“, sagte sie sofort und gab ihm die Flasche. 19 Als er die Flasche fast alle hatte, meinte sie zu ihm: „Sag mal, darf ich vielleicht deine Maschine mal betanken?“ 20 Sie nahm den Zapfhahn, drehte den Tankdeckel auf und betankte seine Harley. 21 Der Typ stand staunend daneben und sagte keinen Ton. War das die Frau, die Gott ihm zeigen wollte? Wollte Gott seine Reise hier erfolgreich zu Ende bringen? 22 Als das Motorrad betankt war, gab der Angestellte den ganzen Goldschmuck Rebekka 23 und fragte sie: „Sag mal, aus welcher Familie stammst du? Wer ist dein Vater? Und gibt es vielleicht ne Chance auf ein paar Pennplätze bei euch?“ 24 „Ich komme aus der Familie vom Betuel, das ist mein Vater. Seine Eltern sind Milka und Nahor. 25 Wir haben Platz genug bei uns, und eine beheizte Garage für die Harley haben wir auch“, lachte sie. 26 Der Angestellte von Abraham ging an einen ruhigen Platz, kniete sich hin und betete: 27 „Danke, Gott! Du bist der Gott von meinem Chef Abraham! Und du bist total nett und hast seinen Wunsch ernst genommen, hast das getan, was du ihm versprochen hast. Du hast mich sogar zu den Verwandten von Abraham geführt! Du bist einfach genial!“ 28 Das Mädchen lief inzwischen nach Hause und erzählte aufgeregt, was sie gerade erlebt hatte. 29 Rebekka hatte einen Bruder, den Laban. Als er von der Sache hörte, wollte der diesen Mann mal auschecken und besuchte ihn. 30 Er hatte den ganzen Goldschmuck und die anderen Geschenke für seine Schwester gesehen und ihren Bericht gehört, was der Typ zu ihr gesagt hatte. Also ging er an den Rastplatz, wo der Angestellte jetzt war. 31 „Kommen Sie zu mir nach Hause“, rief Laban. „Sie bringen einen guten Einfluss von Gott mit ins Haus. Warum warten Sie noch draußen? Ich hab das Haus schon lange klargemacht! Der Tisch ist gedeckt! Die Maschine können sie in die Garage stellen, da ist genug Platz!“ 32 Der Typ kam auf das Gelände, während sich einige Dienstboten um das Motorrad kümmerten. Sie prüften den Reifendruck und putzten die Lenkstange. Dem Angestellten nahmen sie die Jacke ab und boten ihm und den Männern, die bei ihm waren, einen Kaffee an. 33 Dann wollten sie ihn zum Essen einladen, aber er lehnte freundlich ab: „Jetzt noch nicht, ich möchte erst mal meine Nachricht loswerden, die ich für Sie habe!“ – „Dann erzählen Sie mal, was Sie zu sagen haben!“, forderte ihn Laban auf. 34 „Also, Sie müssen wissen, dass ich für Herrn Abraham arbeite. 35 Gott hat Abraham wirklich sehr viel gegeben, er geht mit ihm, und sein Vermögen ist unheimlich gewachsen. Abraham besitzt eine große Farm mit vielen Rindern und auch Geflügel. Dazu hat er ein großes Aktienpaket und einige Millionen auf der hohen Kante. Er hat auch einen großen Fuhrpark mit unterschiedlichen Autos, dazu einen familieneigenen Betrieb mit vielen Angestellten. 36 Er ist verheiratet mit Sara. Seine Frau hat ihm einen Sohn geschenkt, obwohl sie nicht mehr die Jüngste ist. Dieser Sohn ist bereits als Alleinerbe für das ganze Vermögen eingesetzt. 37 Abraham, mein Chef, hat mir nun einen Auftrag erteilt. Ich musste schwören, dass ich seinen Sohn keine Frau heiraten lasse, die aus Kanaan kommt. 38 Er hat mich extra hierhergeschickt, damit ich aus der Familie von seinem Vater eine Frau für ihn suche. 39 Ich hab noch versucht, mit ihm zu diskutieren, meinte, dass die Frau ja vielleicht nicht mitkommen will, aber keine Chance. 40 Abraham meinte nur, dass der Gott, mit dem er immer gelebt hat, mir einen Beschützer aus dem Himmel zur Seite stellt, einen Engel. Der wird dafür sorgen, dass meine Reise gut klappen wird. Er sagte dann noch: ‚Du wirst für meinen Sohn eine gute Frau aus der Familie von meinem Vater finden! 41 Falls die dir dort bei meiner Familie aber keine Frau anvertrauen wollen, ist das okay. Du hast deinen Job dann erledigt.‘ 42 Als ich heute Morgen an der Tankstelle war, hatte ich noch mal mit Gott drüber gesprochen. Ich meinte zu ihm: ‚Gott, du bist der Gott von meinem Chef! Bitte sorg dafür, dass die Sache jetzt funktioniert, gib mir Glück! 43 Pass auf, ich bin ja jetzt hier bei der Tanke. Ich bitte dich als Zeichen, dass gleich diese Frau, die du für Abraham ausgesucht hast, rauskommt, mit einer Cola in der Hand. Und dass sie mir, wenn ich sie frage, ob ich einen Schluck abhaben kann, 44 den gerne gibt und mich dann fragt, ob sie mein Motorrad auch noch betanken darf. Das soll sie dann sein!“ 45 Ich hatte noch nicht mal zu Ende gesprochen, da kam Rebekka raus mit ner Flasche Cola in der Hand. Ich hab sie dann gefragt, ob ich einen Schluck abhaben kann, und 46 sie kam sofort rüber und gab mir ihre Flasche. Na und dann fragte sie mich anschließend auch noch, ob sie nicht das Motorrad betanken kann! 47 Ich hab sie gefragt, aus welcher Familie sie kommt. Sie meinte, sie sei eine Tochter von der Familie Betuels, der ein Sohn aus der Ehe von Nahor und Milka ist. Danach hab ich ihr etwas von dem Schmuck geschenkt, den mir Abraham mitgegeben hatte. 48 Und dann hab ich mich erst mal nur gefreut und Gott sehr dafür gedankt, dass er mich so eindeutig zu einem Verwandten von meinem Chef geführt hat. Mir bleibt jetzt nur noch, hier ganz offiziell, stellvertretend für den Sohn von meinem Chef, um die Hand Ihrer Tochter anzuhalten. 49 Also, seien Sie so nett und beantworten Sie mir diese Frage: Sind Sie bereit, auch im Hinblick auf die Verwandtschaft zu meinem Chef, Ihre Tochter wegzugeben? Falls das nicht der Fall ist, muss ich mich halt woanders umsehen.“ 50 Laban und Betuel sagten: „Hier hat ja eindeutig Gott seine Finger im Spiel! Wir können da nichts für oder gegen sagen, er hat das so bestimmt! 51 Also hier ist sie, die Rebekka! Nehmen Sie die mal mit zu Ihrem Chef. Von uns aus soll sie gerne die Ehefrau von seinem Sohn werden. Gott hat das anscheinend so gewollt!“ 52 Als Abrahams Angestellter das hörte, war er echt beeindruckt von Gott. Er kniete sich hin und dankte ihm. 53 Danach holte er die ganzen Geschenke raus, die ihm Abraham mitgegeben hatte. Er gab das Geld, den Schmuck und die teuren Klamotten Rebekka. Aber auch ihr Bruder und ihre Mutter bekamen voll wertvolle Sachen von ihm.

Auf dem Rückweg

54 Abends wurde dann ein fettes Essen aufgefahren. Er und seine Begleiter aßen sich satt und legten sich danach pennen. Am nächsten Morgen meinte der Angestellte von Abraham zu der Mutter: „So, jetzt müssen wir langsam wieder nach Hause düsen!“ 55 Der Bruder und die Mutter von Rebekka wollten aber noch ein bisschen Zeit mit ihr verbringen, darum fragten sie: „Kann sie nicht vielleicht noch ne Woche oder zehn Tage hierbleiben, damit wir uns anständig verabschieden können? Danach kannst du sie gerne mitnehmen!“ 56 Er war aber von der Idee nicht so begeistert. „Bitte haltet mich nicht mehr so lange auf! Bis jetzt hat Gott meine Reise echt gut werden lassen. Ich würde gerne schnell wieder nach Hause, zu meinem Chef!“ 57 „Hm, vielleicht sollte das Rebekka dann entscheiden, ob sie noch hierbleiben will oder gehen möchte.“ 58 Sie fragten also Rebekka: „Willst du jetzt mit diesem Herrn sofort abreisen?“ Ihre Antwort war: „Ja, ich will jetzt los!“ 59 Da mussten sie Rebekka mit dem Angestellten von Abraham und seinen Begleitern gehen lassen. Sie nahm dazu noch ein paar Frauen mit, die für sie im Haus ihres Vaters gearbeitet hatten. 60 Bei der Verabschiedung beteten die Mutter und der Bruder noch mal für sie. „Gott, bitte vermehre diese Familie ohne Ende. Tausende von Kindern sollen aus dieser Ehe kommen. Und diese Kindern sollen einmal alle Feinde besiegen, die ihnen in die Quere kommen. Amen.“ 61 Rebekka stieg dann hinten auf ein Motorrad und fuhr mit der Truppe davon. 62 Isaak wohnte in der Zeit ganz oben im Süden, in der Nähe von einem Brunnen, der Lahai-Roi hieß. 63 Abends, er war gerade draußen auf der Wiese, sah er von weitem die Motorräder kommen. 64 Rebekka hatte Isaak auch schon erkannt. Als sie da waren, stieg sie sofort von der Maschine runter und fragte den Angestellten: 65 „Was ist das für ein Typ, der uns da entgegenkommt?“ – „Das ist mein Chef!“, antwortete er. Schnell zog sie ein Kopftuch über, weil das zu der Zeit so üblich war. 66 Nachdem sie sich begrüßt hatten, erzählte der Angestellte dem Isaak das ganze Abenteuer, was er mit Gott gerade erlebt hatte. 67 Isaak stellte Rebekka als Erstes seiner Mutter Sara vor. Bald darauf heirateten die beiden und wurden ein glückliches Pärchen. Isaak war richtig verknallt in Rebekka. Als seine Mutter dann starb, half ihm Rebekka sehr, über den Tod von Sara hinwegzukommen.

Abrahams weitere Kinder, ihre Familien und sein Tod

25 1Mo 1 Abraham heiratete dann noch einmal. Diese neue Frau hieß Ketura. 2 Sie kriegte noch sechs Söhne, die folgende Namen bekamen: Simran und Jokschan und Medan und Midian und Jischbak und Schuach. 3 Jokschans Frau bekam dann Scheba und Dedan als Söhne. Von Dedan stammen die Aschuriter, die Letuschiter und die Leummiter ab. 4 Midian bekam auch ein paar Söhne. Und zwar Efa, Efer, Henoch, Abida und Eldaga. Das waren alles Enkel aus der Beziehung von Abraham und Ketura. 5 Abraham überschrieb seinen gesamten Besitz Isaak. 6 Die Söhne von seinen Zweitfrauen kriegten von ihm, als er noch lebte, auch eine fette Abfindung. Dann schickte er sie aber weg. Sie sollten in den Osten ziehen und da mit ihren Familien wohnen. 7 Abraham wurde satte 175 Jahre alt. 8 Nach einem langen und echt geilen Leben starb er dann und ging dorthin, wo alle Toten sind, die auch mal zu seinem Volk gehörten. 9 Seine Söhne Isaak und Ismael beerdigten ihn in der „Machpela-Höhle“, östlich von Mamre. 10 Diese Höhle ist auf dem Grundstück, das Abraham von dem Hetiter Efron, dem Sohn von Zohar, gekauft hatte. Er wurde neben seiner Frau beerdigt. 11 Nachdem Abraham gestorben war, ging Gott mit Isaak voll ab. Alles, was er seinem Vater versprochen hatte, stimmte jetzt auch für ihn. Isaak wohnte bei dem Brunnen, den man auch den Namen gegeben hatte „Brunnen von dem, der lebt und der mich sieht“.

Die Kinder und die weitere Familie von Ismael

12 Von dem einen Sohn von Abraham, dem Ismael (der von Saras ägyptischer Hausangestellten Hagar geboren wurde), stammt das ganze Volk ab, was man die Ismaeliter nennt. 13 Im Folgenden jetzt mal die ganzen Namen der Nachkommen aus diesem Volk der Reihe nach: Nebajot, der älteste Sohn, Kedar, Adbeel, Mibsam, 14 Mischma, Duma, Massa, 15 Hadad, Tema, Jetur, Nafisch und Kedma. 16 Das waren jetzt nur die Söhne von Ismael, die einen Familienstamm gegründet haben, der auch nach ihnen benannte wurde. 17 Ismael wurde 137 Jahre alt. Als er starb, ging er dahin, wo auch seine Vorfahren sind. 18 Seine Familie wohnte im Gebiet von Hawila bis Schur. Das liegt noch vor Ägypten, auf der Straße, die nach Assur geht. Für sie stimmt dieses Wort, das man über Ismael mal gesagt hatte: „Er wird getrennt von seinen Brüdern leben, und er wird sie alle provozieren.“

Rebekka kriegt Zwillinge, Esau und Jakob

19 Ab jetzt wird die Geschichte von der Familie vom Isaak erzählt. Erst mal zur Erinnerung: Isaak war ein Sohn von Abraham. 20 Als Isaak die Rebekka heiratete, war er vierzig Jahre alt. Und Rebekka war die Tochter vom Betuel, der ein Aramäer war und in Paddan-Aram, Mesopotamien, lebte. Ihr Bruder war der Laban. 21 Rebekka konnte irgendwie keine Kinder kriegen. Darum betete Isaak für sie, dass Gott das regeln sollte. Gott erhörte dieses Gebet, und sie wurde schwanger. 22 Als sie schon einen dicken Bauch hatte, wurde klar, dass es wohl Zwillinge werden würden. Sie hatte das Gefühl, die beiden Babys kämpften richtig miteinander. Das fand sie erst mal nicht so toll und stöhnte rum: „Muss das jetzt sein? Warum immer ich?“ Sie befragte dann mal Gott zu dem Thema. 23 Gott sagte zu ihr: „Rebekka, das ist so, weil beide Kinder eine eigene Nation starten werden. Die beiden Nationen werden sich nicht gut verstehen und sich sogar bekämpfen. Dabei wird die Nation, die aus dem älteren Sohn kommen wird, der von deinem jüngeren Sohn einmal dienen müssen, sie wird die stärkere sein.“ 24 Der Geburtstermin rückte immer näher, und als die Kinder geboren waren, passte es tatsächlich: Zwillinge! 25 Das erste Baby, das zur Welt kam, hatte am ganzen Körper rote Haare. Darum nannten ihn seine Eltern Esau, das bedeutet: „der Rote“. 26 Gleich danach kam das zweite Baby raus. Seine Hand hielt noch bei der Geburt den Fuß vom Esau fest. Darum bekam er den Namen Jakob, das heißt: „der Abzocker, der den Fuß festhält“. Denn so war nicht klar, wer der älteste Sohn war. Isaak wurde mit 60 Jahren glücklicher Vater.

Esau verhökert seine Sonderrechte als ältester Sohn an Jakob

27 Die beiden Jungs wurden immer größer. Als Jugendlicher war Esau schon immer etwas wilder unterwegs. Er streunte in den Wäldern rum und liebte es zu jagen. Jakob war dagegen eher so ein Nesthocker, der lieber zu Hause blieb, um auf die Tiere aufzupassen. 28 Esau war voll der Liebling vom Isaak, auch weil er genauso auf Grillfleisch stand wie er. Jakob war mehr der Liebling von seiner Mutter Rebekka. 29 Irgendwann kam Esau mal total kaputt von der Jagd nach Hause. Jakob hatte gerade mal wieder Pommes gemacht. 30 Esau meinte zu Jakob: „Hey, kann ich was von den Pommes abhaben? Ich hab voll Hunger! Aber bitte mit viel von dem roten Zeug, von diesem Ketch-up!“ Wegen diesem Spruch nannten einige Esau später auch Edom, das bedeutet so viel wie „der Rote“. 31 „Klar“, antwortete Jakob. „Kannst du haben. Aber ich hab eine Bedingung: Du musst mir dafür die Rechte verkaufen, die dir zustehen, weil du der älteste Sohn in unserer Familie bist!“ 32 „Ich sterbe vor Hunger! Was soll ich jetzt mit diesem komischen Recht? Davon werde ich jetzt auch nicht satt!“ 33 „Okay, dann schwör mir jetzt, dass du dieses Recht ab sofort an mich abtrittst!“, sagte Jakob. „Ich schwöre!“, antwortete Esau. 34 Jetzt gab Jakob dem Esau seine Portion Pommes mit Ketchup. Esau aß alles auf, trank noch etwas, und ging dann wieder. Sein Recht als ältester Sohn war ihm dabei pupsegal.

Isaak und Rebekka sind in Gerar

26 1Mo 1 Und dann gab es mal wieder eine mega Wirtschaftskrise im Land. So was hatte es vorher schon mal gegeben, als Abraham noch am Leben war. Isaak zog deswegen in Richtung Philisterland nach Gerar, wo der Präsident Abimelech gerade das Sagen hatte. 2 Gott hatte ihn nämlich höchstpersönlich gewarnt: „Geh bloß nicht nach Ägypten! Ich werde dir zeigen, wo du bleiben kannst! 3 Am besten du bleibst erst mal hier im Kanaanland. Ich bin bei dir, ich pass auf dich auf und werde dafür sorgen, dass alles gut wird. Ich habe vor, dir und deiner Familie dieses ganze Land zu schenken. Pass auf, ich werde das Versprechen einlösen, das ich deinem Vater Abraham gegeben hab. Verlass dich drauf! 4 Ich werde deine Familie und die Familien von allen deinen Kindern sehr fett segnen. Sie werden sich so stark vermehren, dass man sie nicht mehr zählen kann. So wie man die Sterne am Himmel nicht zählen kann, genauso wird es unmöglich sein, deine Nachkommen zu zählen. Und durch deine Familie werden alle Völker auf der Erde einmal viel Vorteile haben. 5 Ich tue das, weil Abraham so radikal mit mir gelebt hat. Er hat immer getan, was ich ihm gesagt hab. Und er hat meine Gesetze voll durchgezogen, die Sachen, die ich von den Menschen will, hat er alle befolgt.“ 6 Darum blieb Isaak erstmal in Gerar. 7 Die Männer, die dort wohnten, waren scharf auf seine Frau. Sie fragten überall rum, wem diese Frau gehört. Da machte er dasselbe wie damals sein Vater: Er erzählte immer, sie sei nur seine Schwester, weil er Angst hatte, dass man ihn ihretwegen umbringen würde. Sie sah nämlich supergeil aus. 8 Als er schon eine Zeitlang dort lebte, passierte es irgendwann mal, dass Abimelech (der Präsident der Philister) zufällig aus dem Fenster sah, wie er und Rebekka rumknutschten. 9 Sofort ließ er den Isaak zu sich holen. „Was sollte das?“, rief er voll sauer. „Wieso haben Sie uns angelogen und erzählt, sie wäre nur Ihre Schwester? Sie sind ja anscheinend zusammen, oder? 10 Sie haben uns voll in Gefahr gebracht! Was wäre denn passierte, wenn jetzt einer von meinen Männern mit ihr geschlafen hätte, he? Sie hätten dafür gesorgt, dass wir einen riesen Fehler machen, dass wir Dinge tun, die Gott total ätzend findet!“ 11 Abimelech ließ am nächsten Morgen den Befehl an alle rausgeben: „Wer diese Frau anfasst, muss sterben!“

Die Philister werden neidisch

12 Isaak wurde von Gott in dem Jahr voll gesegnet. Das merkte man daran, dass er immer das Hundertfache an Ernte wieder reinholte, was er vorher ausgesät hatte. 13 Er wurde immer reicher, sein Besitz wurde immer größer, er hatte nach einiger Zeit richtig fett Kohle. 14 Weil er so viele Herden hatte, sehr viele Rinder und Schafe, aber auch sehr viele Angestellte, wurden die Philister bald voll neidisch. 15 Darum buddelten sie die ganzen alten Brunnen, die noch von seinem Vater Abraham stammten, in einer Nacht mit Sand zu. 16 Der Präsident von den Philistern ließ Isaak ne Nachricht zukommen: „Verpiss dich von hier! Du bist uns zu mächtig geworden, du hast ja schon mehr Macht als wir!“ 17 Isaak packte also seine Sachen und zog um. Er wohnte dann im Tal von Gerar. 18 Dort legte er die Brunnen wieder frei, die von den Philistern zugebuddelt worden waren. Die wurden ja noch zu Zeiten Abrahams von seinen Angestellten gebaut. Er gab ihnen auch wieder die alten Namen, die sein Vater den Brunnen mal gegeben hatte. 19 Beim Graben stießen die Leute von Isaak sogar auf frisches Quellwasser. 20 Die Hirten von Gerar machten Stress, weil sie meinten, die Quelle gehöre zu ihrem Besitz. Darum nannte Isaak die Quelle „Esek“, was so viel wie „Stress haben“ bedeutet. 21 Seine Leute gruben dann noch einen Brunnen. Und um den gab es dann auch richtig Ärger. Darum nannte er den dann „Sitna“ was so viel heißt wie „Ärger haben“. 22 Irgendwie hatte er dann die Schnauze voll und buddelte etwas weiter weg noch eine neue Quelle aus. Diesmal gab es keinen Streit. Isaak sagte deshalb: „Hier ist es entspannt, da hat Gott für gesorgt! Hier werden wir uns niederlassen und Kinder kriegen.“

Jetzt kriegen die Philister mit, dass Gott auf Isaaks Seite ist

23 Später zog Isaak dann weiter nach Beerscheba.24 In der Nacht des Umzugs hatte Isaak ein Treffen mit Gott. Der sagte da zu ihm „Hallo, Isaak! Hör zu, ich bin der Gott von deinem Vater Abraham. Du brauchst keine Angst zu haben! Ich bin immer in deiner Nähe! Ich werde dich und deine Familie fett segnen! Das mach ich wegen Abraham, ich hab ihm das versprochen!“ 25 Isaak war echt berührt. Er baute für Gott an der Stelle so ein Denkmal. Dort betete er zu Gott. Dann stellte er seine Zelte an der Stelle auf, und seine Angestellten gruben einen Brunnen. 26 Plötzlich kam Abimelech, der Präsident der Philister, auf Besuch vorbei. Er kam ganz aus Gerar, und sein Freund Ahusat und der Obergeneral Pichol waren auch mit am Start. 27 „Was verschafft mir die Ehre?“, fragte Isaak. „Sie hassen mich doch anscheinend und haben mich sogar aus Ihrer Stadt gejagt!“ 28 „Also, uns ist doch recht klargeworden, dass Gott auf Ihrer Seite steht! Und wir dachten uns, es wäre doch eine gute Idee, wenn wir mit Ihnen Friedensverträge machen. Wir würden gerne, dass Sie uns versprechen, keinen Stress mit uns anzufangen. 29 Wir wollen nicht, dass Sie irgendwas gegen uns unternehmen. Wir haben Ihnen ja auch nicht übel mitgespielt, oder? Wir haben Sie ohne großen Ärger wegziehen lassen. Es scheint einfach so zu sein, dass Gott eindeutig in Ihrer Mannschaft spielt!“ 30 Isaak lud seine Gäste dann erst mal ganz nett zu einem großen Essen ein. 31 Sie feierten noch die Nacht durch und unterschrieben am nächsten Morgen einen Friedensvertrag miteinander. Isaak brachte die drei zum Ausgang und verabschiedete sich von ihnen. 32 Am selben Tag machten die Angestellten vom Isaak noch die Meldung, dass sie beim Brunnengraben auf Wasser gestoßen waren. 33 Isaak hatte gleich den passenden Namen für den Brunnen. Er nannte ihn „der Vertrag“. Darum heißt dieser Ort bis heute „Beerscheba“, das heißt „Vertragsbrunnen“. 34 Mit vierzig heiratete Esau. Und zwar nahm er sich gleich zwei Frauen, erst mal Judit, die eine Tochter vom Beeri war, und dann noch die Basemat, die eine Tochter vom Elon war. Beide kamen übrigens aus der Hetiterfamilie. 35 Isaak und Rebekka fanden das gar nicht so toll, sie waren echt traurig deswegen.

Isaak will seine Erbschaft klarmachen und wird dabei von Jakob übers Ohr gehauen

27 1Mo 1 Als Isaak im Rentenalter war und auch nicht mehr richtig sehen konnte, rief er mal seinen älteren Sohn, den Esau, zu sich. „Hallo, Vater! Was gibt’s?“, meinte Esau. 2 „Pass auf, ich bin jetzt wirklich ein Opa, keine Ahnung, wann ich demnächst den Löffel abgeben muss. 3 Bitte tue mir einen Gefallen: Organisier mir noch mal ein frisches Steak! Geh auf die Jagd und schieße mir was. 4 Grill das Teil dann und mach noch lecker Pommes dazu, so wie ich es immer gerne esse. Ich will dann für dich beten, dich segnen und damit als neuen Chef über alles einsetzen. Dann kann ich in Ruhe sterben.“ 5 Rebekka stand hinter der Tür und hatte das Gespräch belauscht. Als Esau dann weg war, um ein frisches Stück Fleisch für seinen Vater zu organisieren, 6 sagte sie zu Jakob: „Hey, mein Junge, ich hab gerade gehört, wie dein Vater zu Esau gesagt hat, 7 er soll ihm mal ein frisches Steak organisieren. Dann sagte er, dass er ihn anschließend segnen und als neuen Chef einsetzen würde, bevor er sterben wird. 8 Hör zu, du machst jetzt genau das, was ich dir sage! 9 Geh und hol mir ein schönes Rind. Ich werde dadraus ein sehr leckeres Essen machen. Ich werde ein paar Steaks rausschneiden und das Ganze auf den Grill packen. Das Essen ist für deinen Vater, es soll so werden, wie er es gerne hat. 10 Das bringst du zu deinem Vater. Er soll das noch essen, bevor er sterben muss. Dann wird er dich bestimmt segnen und dich als neuen Chef einsetzen.“ 11 „Hm, aber Esau hat voll viele Haare im Gesicht und an seinem ganzen Körper. Ich bin immer glatt rasiert und so. 12 Das merkt der sofort!“, antwortete Jakob. „Vater wird mich bestimmt auch betatschen, und wenn er den ganzen Schwindel bemerkt, denkt er, ich hätte ihn nur verarschen wollen. Es wird genau das Gegenteil passieren, er wird mich nicht segnen, sondern verfluchen!“ 13 Seine Mutter beruhigte ihn: „Ich stell mich dazwischen, mein Junge, dann soll der Fluch mich treffen und nicht dich. Mach genau das, was ich dir sage. Hol mir die Sachen!“ 14 Jakob holte alles und brachte es zu Rebekka. 15 Sie suchte dann den speziellen Anzug raus, den der ältere Sohn normal tragen sollte. Rebekka hatte das Teil bei sich aufbewahrt. Den zog jetzt der Jakob über. 16 Jetzt nahm sie das Fell von der Kuh und legte Jakob ein Stück davon um den Arm und ein anderes Stück um den Hals. 17 Am Ende gab sie ihm noch den Teller mit den Steaks und den frisch frittierten Pommes.

Jakob kriegt den Segen, Esau nicht

18 Jakob ging zu seinem Vater und begrüßte ihn mit verstellter Stimme: „Hallo, Papa!“ – „Wer bist du denn jetzt? Esau oder Jakob?“, fragte Isaak. 19 „Ich bin Esau, dein erster Sohn, Papa!“, log er ihn an. „Hab alles erledigt, wie du es mir gesagt hast. Komm, setz dich hin und iss was von den Steaks. Und dann segne mich bitte und übertrage mir alles, was dir gehört.“ 20 „Das ging ja schnell! Wie bist du denn so fix an das Fleisch gekommen“, wollte Isaak wissen. „Gott hat es mir direkt über den Weg laufen lassen“, antwortete Jakob. 21 „Ich kann nicht mehr so gut gucken, meine Lieber! Komm doch mal näher, damit ich fühlen kann, ob du wirklich mein Esau bist. 22 Jakob ging dann zu seinem Vater ans Bett. Und nachdem der ihn angefasst hatte, meinter er nur: „Hm, die Stimme klingt nach Jakob, aber die Arme fühlen sich nach Esau an.“ 23 Isaak erkannte nicht, dass da eigentlich Jakob vor ihm stand, weil sich Jakobs Hände genauso behaart anfühlten, wie die vom Esau. Darum wollte er ihn auch segnen. 24 Um sicherzugehen, fragte er ihn noch mal ausdrücklich: „Bist du wirklich mein Sohn Esau?“ – „Ja, ich bin dein Sohn Esau!“, sagte Jakob. 25 „Gut, dann gib mir bitte das Zeug, was du für mich gemacht hast! Ich will das essen, und danach will ich dich von Herzen segnen und dir damit alles überschreiben, was mir gehört.“ Jakob gab ihm das Essen, dazu noch ein Glas Wein, und Isaak ließ es sich schmecken. 26 Anschließend sagte Isaak: „Jetzt komm mal her, mein Junge, und gib mir einen Kuss!“ Jakob machte das, und auch der Vater gab ihm einen Kuss auf die Wange. 27 Er roch dabei an den Klamotten vom Esau. Die rochen jetzt ja alle total nach Erde und Feldarbeit. Also sprach er über Jakob den Segensspruch aus, der so wichtig für ihn war. Isaak sagte: „Mein Sohn riecht nach Gartenarbeit. Der Geruch erinnert mich an die Arbeit auf den Feldern, wenn Gott es gerade hat regnen lassen. Regen bedeutet ja auch, dass Gott dafür ist und einen segnet. 28 Ich spreche dir hiermit zu, dass Gott es bei dir immer regnen lassen wird und dass er dafür sorgen wird, dass auf deinen Feldern immer gut Sachen wachsen werden. Es soll immer mehr als genug Getreide und auch Wein geerntet werden. 29 Nationen werden Respekt vor dir haben, du sollst über ganze Völker regieren. Du wirst das Sagen haben in deiner Familie, auch über deine Brüder. Auch sie müssen alle sehr viel Respekt vor dir haben. Wer gegen dich ist und Dinge gegen dich sagt, dem soll es sehr schlechtgehen, er ist verflucht. Aber wer für dich ist, dem soll es sehr gutgehen, er wird gesegnet!“ 30 So ging das ab mit dem Segnen von Jakob. Als er gerade aus dem Zimmer ging, kam Esau vom Jagen nach Hause. 31 Esau ging in die Küche und kochte auch ein total leckeres Essen für seinen Vater. Dann ging er zu ihm und meinte: „Hey, Papa, jetzt steh mal auf. Ich hab dir was sehr Gutes zu essen gemacht. Und ich möchte, dass du mich dann segnest.“ 32 Isaak fragte verwundert: „Wer bist du denn jetzt?“ – „Ich bin es! Dein erster Sohn Esau!“, antwortete er. 33 Da fing Isaak echt an zu zittern, er war voll fertig und fragte panisch: „Ja, aber wer war denn das eben, der gerade weggegangen ist? Wer hat mir denn das Stück Fleisch organisiert und gegrillt? Ich hab das alles gegessen! Und ich hab ihn dann auch gesegnet! Das kann ich jetzt nicht mehr rückgängig machen, dass geht einfach nicht!“ 34 Esau schrie laut auf. „Ahhhh!“ Er war total sauer und verletzt. „Vater! Ich will auch von dir gesegnet werden!“, rief er. 35 „Dein Bruder hat mich verarscht“, meinte Isaak. „Er hat mich ausgetrickst und dich um den Segen abgezockt, den eigentlich du hättest bekommen sollen.“ 36 Esau sagte dazu: „Das hatte wohl schon seinen Sinn, dass er damals den Namen ‚Jakob, der Abzocker‘ bekommen hat. Zweimal hat er mich jetzt schon übers Ohr gehauen. Erst wollte er mir das Recht nehmen, das man als Erstgeborener hat. Und jetzt hat er auch noch den letzten Segen von dir, der mir eigentlich zustehen würde. Hast du denn nicht irgendwie noch einen Ersatzsegen für mich übrig, Vater?“ 37 „Ich hab ihn zu deinem Chef gemacht! Er soll ab jetzt das Sagen haben über den ganzen Familienbetrieb, über alle Angestellten, alles, was zu unser Firma gehört, soll er verwalten. Was soll da noch für dich übrig sein?“, antwortete Isaak. 38 „Ist das echt der einzige Segen, den du hast, Vater? Segne mich auch! Segne mich auch, Vater!“, schrie Esau und fing an, laut loszuheulen. 39 Isaak sagte dann: „Da, wo du sein wirst, gibt es keine guten Felder, es wird dort nicht regnen und es gibt immer Wassermangel. 40 Du wirst immer kämpfen müssen um dein Essen. Du wirst deinem Bruder immer dienen müssen, aber es wird einen Tag geben, wo du das nicht mehr länger mit dir machen lässt. Du wirst dich wehren und dich befreien.“

Jakob muss sich verpieseln, soll aber vorher noch heiraten

41 Esau konnte das einfach nicht vergessen, dass Jakob ihn so fies um den Segen vom Vater betrogen hatte. Er plante immer wieder, wie man seinen Bruder am leichtesten um die Ecke bringen könnte. „Sobald Vater unter der Erde ist, dann bring ich ihn um“, schwor er sich. 42 Jemand, der das mitbekam, erzählte das dann seiner Mutter Rebekka. Die traf sich mit Jakob, ihrem jüngeren Sohn, und sagte zu ihm: „Du, Jakob, der Esau will dich umbringen! Er will Rache! 43 Pass genau auf, was ich dir jetzt sage, okay? Du verschwindest heute noch und tauchst für ne Zeit bei meinem Bruder Laban unter. Laban wohnt in Haran. 44 Bleibe mal für ne Weile bei ihm, bis sich dein Bruder etwas entspannt hat. 45 Irgendwann wird sich der Esau beruhigt haben und die Sache vergessen. Dann schick ich dir ne Nachricht. Ich will nicht, dass ihr euch noch gegenseitig umbringt und ich dann gar keinen Sohn mehr habe!“ 46 Rebekka meinte dann zu Isaak: „Ich bin total schlecht drauf, weil Esau diese Hetiterinnen geheiratet hat! Wenn sich jetzt Jakob auch noch eine Frau aus diesem Land organisiert, dann hab ich echt die Schnauze voll!“

Jakob auf der Flucht

28 1Mo 1 Isaak wollte deswegen mit seinem Sohn Jakob mal labern. Erst betete er für ihn, und dann sagte er sehr eindringlich: „Also, Jakob, ich will, dass du unter keinen Umständen eine Frau heiratest, die aus Kanaan kommt, kapiert? 2 Geh mal nach Mesopotamien zu der Familie von deinem Großvater Betuel. Da wohnt dein Onkel Laban, der ein paar richtig schöne Töchter hat. Such dir da mal eine von aus, ja? 3 Gott ist ja bekanntlich nichts unmöglich. Er soll dich sehr fett segnen mit sehr vielen Kindern. Aus deiner Familie soll mal ein richtig großes Volk werden. 4 Er soll bei dir und deiner Familie das Versprechen einlösen, das er mal deinem Opa Abraham gegeben hat. Das Versprechen war ja, dass uns irgendwann das Land gehören wird, wo wir vorher als Ausländer gelebt haben.“ 5 Nachdem Isaak sich von ihm verabschiedet hatte, zog Jakob nach Mesopotamien. Er wohnte dort bei Laban. Laban war ein Sohn von dem Aramäer Betuel und ein Bruder von seiner Mutter Rebekka.

Esau heiratet zum dritten Mal

6 Esau hatte mitbekommen, dass Isaak seinen Bruder Jakob fett gesegnet hatte. Er hatte auch gehört, dass Isaak ihn nach Paddan-Aram geschickt hatte, damit er sich dort mal eine Frau suchen sollte. Sein Vater hatte ja die Ansage gemacht: „Nimm dir auf keinen Fall eine Frau aus dem Kanaan-Land“. 7 Und dass Jakob auf seine Eltern gehört und tatsächlich nach Paddan-Aram gezogen war, hatte man ihm auch schon erzählt. 8 Damit war klar, dass sein Vater keinen Bock auf Frauen aus Kanaan hatte. 9 Darum ging Esau zum Ismael, der nicht von da kam. Er fragte ihn, ob es grünes Licht gibt, um seine Tochter Mahalat zu heiraten. Die war eine Schwester von Nebajot, eine Enkelin von Abraham. Esau heiratete die dann und nahm sie zu seinen anderen Frauen noch mit dazu.

Jakob träumt von einem Fahrstuhl in den Himmel

10 Jakob machte an einem Tag mal eine Wanderung von Beerscheba nach Haran. 11 Als es dunkel wurde, suchte er sich einen Pennplatz draußen bei dem Ort, wo er gerade durchging. Als Kopfkissen nahm er ein paar Steine, die da auf dem Boden rumlagen. 12 Nachdem er eingeschlafen war, hatte er einen sehr heftigen Traum. Er sah einen Fahrstuhl, der von der Erde bis in den Himmel fuhr. In diesem Fahrstuhl waren lauter Engel, die immer von oben nach unten und wieder von unten nach oben fuhren. 13 Und ganz oben war Gott. Er sagte von dort: „Ich bin ich, ich bin Gott, ich bin der Gott von Abraham und der Gott von Isaak. Pass auf, das Land, auf dem du gerade liegst, das will ich dir geben! Es soll dir und deiner Familie für immer gehören. 14 Deine Familie wird so derbe wachsen, dass man die Kinder und die Kinder der Kinder nicht mehr zählen kann, weil es so viele sind. Und sie werden sich überallhin ausbreiten, sie werden in den Osten und in den Westen ziehen, in den Süden und in den Norden. Und von dir und deiner Familie werden alle Völker profitieren, es wird für jeden was dabei rüberwachsen. 15 Hör zu, ich bin immer bei dir! Egal, wo du bist, ich pass auf dich auf! Ich bringe dich wieder in dieses Land zurück. Du kannst dich auf mich hundertpro verlassen. Ich werde das tun, was ich dir versprochen hab.“ 16 Als Jakob aufwachte, konnte er es kaum fassen. „Yes, Gott ist hier, eindeutig!“, meinte er. „Ich hatte es bis jetzt nicht kapiert! 17 Aber jetzt habe ich echt einen Mörderrespekt vor diesem Ort, wo ich diesen Traum hatte. Ich bin hier mitten im Haus, wo Gott wohnt! Ich steh direkt an der Tür, wo der Himmel anfängt!“ 18 Nachdem Jakob an diesem Morgen aufgestanden war, nahm er die Steine, auf die er nachts seinen Kopf gelegt hatte, und stellte sie übereinander. Anschließend goss er etwas von einem besonderen Öl da drüber und erklärte das Ganze zu einem Denkmal für Gott. 19 Er nannte diesen Ort ab dann Bet-El – „House of God“, vorher hieß der Ort aber „Lus“. 20 Jakob machte hier jetzt einen Vertrag mit Gott, er versprach ihm etwas. Und zwar sagte er: „Wenn Gott mit mir diesen Weg weiter geht und er dafür ist, dass ich ihn gehe, wenn er die ganze Zeit auf mich aufpasst und mir genug zu essen und genug Klamotten organisiert 21 und wenn er auch dafür sorgt, dass ich irgendwann sicher wieder nach Hause komme, dann werde ich ihm immer gehören, nur er allein soll dann mein Gott sein! 22 Und an diesem Denkmal will ich dann so ein ganz besonderes Haus für ihn bauen. Ich werde dann auch von allem, was ich verdiene, zehn Prozent an Gott abgeben. Ich schwör!“

Jakob kommt beim Laban vorbei

29 1Mo 1 Jakob machte sich dann auf die Socken und zog Richtung Osten zu dem Ort, wo seine Mutter herkam. 2 Plötzlich war da ein Brunnen und um ihn herum drei Schafherden. Aus diesem Brunnen wurde normal immer das Wasser für die Schafe zum Trinken genommen. Auf dem Brunnen lag ein riesengroßer Betondeckel als Verschluss. 3 Immer wenn die Herde an der Stelle zusammengetrieben worden war, konnten die Hirten mit vereinten Kräften den Deckel wegschieben und den Tieren zu trinken geben. Anschließend rollte man den Deckel wieder an seine alte Stelle. 4 Jakob begrüßte die Arbeiter: „Hallo, Leute, was geht? Wo kommt ihr her?“ – „Wir kommen aus Haran“, antworteten sie. 5 „Ah ja! Kennt ihr zufällig auch den Laban? Das ist ein Sohn von dem Herrn Nahor.“ – „Klar kennen wir den!“, meinten die Hirten. 6 „Und, wie geht’s dem Alten? Ist er okay?“, fragte Jakob weiter. „Ja, dem geht’s super! Da hinten kommt übrigens seine Tochter Rahel! Sie arbeitet im selben Job wie wir und hat auch gerade ihre Tiere dabei.“ 7 „Alles klar. Sagt mal, worauf wartet ihr hier eigentlich? Ist ja gerade mal Mittag durch und doch noch viel zu früh, um die Schafe zusammenzutreiben, oder? Warum gebt ihr ihnen nicht noch schnell was zu trinken, damit sie dann weiter Gras fressen können?“ 8 „Das geht nicht“, antworteten sie. „Erst müssen wirklich alle Herden hier sein. Danach schiebt man den Deckel weg und holt das Wasser raus, um den Schafen was zu trinken zu geben.“ 9 Als sie noch am Quatschen waren, kam Rahel auch zu ihnen. Sie hatte die Schafe von ihrem Vater dabei. 10 Als Jakob sie sah, dachte er: „Das ist doch meine Cousine! Ihr Vater ist der Bruder meiner Mutter. Und das da ist also ihre Schafherde!“ Schnell packte er zu und schob ganz alleine den schweren Deckel vom Brunnen weg. Dann gab er den Schafen von Laban was zu trinken. 11 Danach ging er zu Rahel, umarmte sie ganz fest und gab ihr einen Kuss. Er war voll berührt von der ganzen Sache und fing plötzlich an zu heulen. Und dann erzählte er ihr die ganze Story. 12 Dass er, Jakob, ein Sohn von Rebekka sei und dass er mit ihrem Vater verwandt ist, und so. Rahel ging danach gleich zu ihrem Vater und berichtete ihm alles. 13 „Du bist also der Sohn meiner Schwester!?“, rief Laban Jakob entgegen, als er gerade um die Ecke kam. Er freute sich voll, küsste ihn zur Begrüßung und lud ihn gleich mit zu sich nach Hause ein. Jakob erzählte ihm auch die ganze Geschichte. 14 Als er damit zu Ende war, meinte Laban: „Ja, Wahnsinn, du bist wirklich Teil meiner Familie, in uns fließt das gleiche Blut!“ Jakob blieb dann über einen Monat als Gast bei ihm und half in seiner Firma aus.

Um Rahel zu kriegen muss Jakob doppelt arbeiten

15 Irgendwann meinte Laban zu Jakob: „Ich finde, nur weil du mein Neffe bist, musst du noch lange nicht für lau für mich arbeiten. Mach mal bitte ne Ansage, wie viel Kohle du haben willst!“ 16 Nun muss man wissen, dass Laban zwei Töchter hatte. Die ältere Tochter hieß Lea und die jüngere Rahel. 17 Lea sah eher nicht so prall aus, Rahel war aber echt schön und hatte eine supergeile Figur. 18 Jakob hatte sich voll in Rahel verknallt… Darum sagte er zu Laban: „Hör zu, ich will keine Kohle von dir haben, aber ich würde gerne deine jüngere Tochter Rahel heiraten. Dafür könnte ich ja sieben Jahre für dich umsonst arbeiten. Abgemacht?“ 19 Laban meinte: „Ich finde Rahel ist bei dir besser aufgehoben als bei irgendeinem anderen Mann. Abgemacht, bleib in meiner Firma!“ 20 Also arbeitete Jakob sieben Jahre lang in der Firma von Laban, um Rahel heiraten zu dürfen. Er hatte dabei das Gefühl, die Zeit würde total schnell vorbeigehen, weil er so verknallt in Rahel war und immer an sie denken musste. 21 Als die Zeit um war, ging er zum Laban und sagte: „So, die Zeit ist um. Ich möchte jetzt die Frau heiraten, für die ich so lange geschuftet habe!“ 22 Laban organisierte noch am selben Abend eine Hochzeitsparty bei sich im Haus. 23 Abends, nach der Feier, war es üblich, dass der Vater der Braut seine Tochter im Dunkeln in das Schlafzimmer des Ehepaars führte. Laban nahm aber einfach seine hässliche Tochter Lea mit. Jakob hatte das nicht auf dem Schirm und pennte in der ersten Nacht gleich mit ihr. 24 Als Hausangestellte gab Laban übrigens dem jungen Ehepaar noch das Mädel Silpa mit. 25 Am nächsten Morgen sah Jakob natürlich, dass nur Lea neben ihm lag und nicht Rahel. Echt angefressen ging er sofort zu Laban. „Was soll das? Warum hast du mich einfach übers Ohr gehauen? Ich hab für dich die ganze Zeit gearbeitet, nur weil ich Rahel haben wollte!“ 26 „Tja, also, es ist bei uns hier im Ort so üblich, dass man immer die ältere Tochter zuerst unter die Haube bringt. Danach darf erst die jüngere heiraten“, sagte Laban zu seiner Verteidigung. 27 „Mann, jetzt feier doch erst mal diese Woche Hochzeit, wie das normal bei uns ist. Ich geb dir die Rahel dann auch noch dazu. Dafür musst du allerdings noch mal sieben Jahre für mich arbeiten. Okay?“ 28 Jakob war nicht so begeistert, aber was sollte er machen? Nach der Hochzeitswoche gab ihm Laban dann auch noch Rahel als Frau. Es war zu der Zeit normal, mehrere Frauen zu heiraten. 29 Obendrauf kriegte er auch noch Labans Angestellte Bilha dazu, damit sie für ihn arbeiten konnte. 30 In der Hochzeitsnacht schlief Jakob mit Rahel. Er liebte sie viel mehr als Lea. Die nächsten sieben Jahre arbeitete er dann weiter für Laban, wie sie es abgesprochen hatten.

Lea bekommt Söhne

31 Gott tat Lea voll leid, weil Jakob überhaupt keinen Bock auf sie hatte. Darum sorgte er dafür, dass Lea schwanger wurde. Rahel konnte aber keine Kinder kriegen. 32 Als Lea ihren ersten Sohn kriegte, freute sie sich voll. Sie sagte: „Gott hat meinen Frust gesehen! Jetzt wird mein Mann mich endlich lieben!“ Darum nannte sie ihn Ruben, was so viel bedeutet wie „Hurra, ein Sohn!“. 33 Kurze Zeit später wurde sie wieder schwanger. Auch diesmal bekam sie einen Sohn. Diesmal sagte sie nach der Geburt: „Gott hat mir noch einen Sohn gegeben, weil er mitbekommen hat, dass mein Ehemann keinen Bock auf mich hat.“ Sie nannte diesen Jungen dann Simeon. 34 Dann war Lea wieder schwanger und bekam noch mal einen Sohn. „Jetzt hab ich für meinen Mann sogar drei Söhne bekommen“, sagte sie. „Jetzt kommt er vielleicht doch nicht mehr von mir los und bleibt bei mir.“ Sie nannte diesen Sohn dann Levi. 35 Aber noch nicht genug, Lea wurde wieder schwanger und bekam einen vierten Sohn. Sie sagte dann: „Jetzt will ich Gott einfach mal richtig danke sagen, dass er mir diesen Sohn auch noch geschenkt hat.“ Sie gab dem Jungen den Namen Juda. Juda war ihr vierter Sohn, nach ihm bekam sie erst mal keine Kinder mehr.

Bilha und Silpa, zwei Angestellte kriegen Babys

30 1Mo 1 Als Rahel kapierte, dass sie keine Kinder kriegen konnte, war sie echt neidisch auf Lea. Sie ging dann immer zu Jakob und nervte ihn. „Mach mir auch Kinder! Mach mir auch Kinder! Ich will auch Kinder, sonst macht mein Leben doch keinen Sinn!“, sagte sie ständig. 2 Irgendwann wurde Jakob richtig aggro gegen Rahel. „Bin ich Gott? Kann ich was dafür, dass du keine Kinder kriegen kannst?“, schrie er sie an. 3 Rahel hatte dann eine Idee. „Pass auf“, sagte sie zu Jakob. „ich stell dir meine Angestellte Bilha als Leihmutter zur Verfügung. Schlaf mit ihr, und wenn sie ein Baby bekommt, dann soll die Geburt in meinem Bett direkt neben mir statt finden. Dann wäre es fast so, als hätte ich es geboren, und ich käme dadurch bestimmt viel besser drauf.“ 4 Jakob war einverstanden. Rahel stellte ihm ihre Angestellte zur Verfügung, er pennte mit ihr, 5 und Bilha wurde schwanger. Sie bekam einen Sohn. 6 Rahel sagte: „Hurra, Gott ist gerecht! Er hat mich aus dieser ätzenden Situation rausgeholt und meine Gebete gehört, er hat mir einen Sohn gegeben!“ Darum nannte sie ihren Sohn Dan, weil das so viel wie „Er organisiert Recht“ bedeutet. 7 Auf dieselbe Art wurde dann Bilha sogar noch ein zweites Mal schwanger. Sie kriegte wieder einen Sohn. 8 Diesmal sagte Rahel: „Ich habe echt hart kämpfen müssen, aber ich habe auch einen krassen Sieg eingefahren.“ Darum nannte sie den Jungen Naftali, was so viel wie „hart gekämpft“ bedeutet. 9 Bei Lea, der zweiten Frau von Jakob, ging es ähnlich ab. Als sie mitkriegte, dass auch sie nicht mehr schwanger werden konnte, gab sie ihre Angestellte Silpa als Leihmutter für Jakob. 10 Und Silpa wurde auch schwanger und bekam einen Sohn. 11 Lea war begeistert, sie sagte: „Yes, was für ein Glück!“ Darum nannte sie ihn Gad, was so viel wie „Glück“ bedeutet. 12 Und weil es so schön war, machten sie das Ganze noch mal. So kriegte Silpa wieder einen Sohn von Jakob. 13 Lea sagte dazu: „Ich bin voll glücklich! Alle Frauen werden voll neidisch auf mich sein!“ Darum nannte sie ihren Sohn Ascher. Das bedeutet so viel wie „glücklich sein“.

Auch Zauberfrüchte machen nicht schwanger

14 Als gerade der Weizen geerntet wurde, ging Ruben, der älteste Sohn von Lea, mal auf das Feld. Mitten im Feld fand er dort ein paar Früchte von der Alraunpflanze. Die waren berüchtigt dafür, dass Frauen durch sie leichter schwanger wurden. Er brachte das Zeug seiner Mutter. Rahel kriegte das mit und wollte was davon abhaben. „Bitte gib mir auch was von den Früchten ab, ja?!“, sagte sie. 15 Lea war leicht angesäuert: „Wie jetzt? Du hast mir meinen Mann weggenommen und bist immer noch nicht zufrieden, was? Jetzt willst du auch noch die Früchte der Alraunpflanze von meinem Sohn haben?“ Rahel schlug ihr einen Deal vor: „Pass auf, du gibst mir die Früchte, und ich lass dafür eine Nacht meinen Mann in deinem Bett pennen. Einverstanden?“ 16 Als Jakob von der Arbeit nach Hause kam, lief ihm Lea schon entgegen. „Hallo, Schatz! Du musst heute bei mir schlafen! Ich hab für die Nacht mit dir mit meinen kostbaren Früchten von der Alraunpflanze bezahlt, die mein Junge gefunden hat!“ 17 Gott hörte auf die Gebete von Lea. Sie wurde in der Nacht noch mal schwanger. Sie bekam dann wieder einen Sohn, die Nummer fünf. 18 Lea freute sich wie blöd. „Wie geil, mein Gott hat mich dafür belohnt, dass ich vor einiger Zeit meine Angestellte dem Jakob zur Verfügung gestellt hab.“ Darum nannte sie ihren Sohn Issachar, das bedeutet so viel wie „hat mich belohnt“. 19 Später wurde Lea dann sogar noch mal von Jakob schwanger. Sie kriegte wieder einen Sohn. 20 Sie sagte dann: „Gott hat mir wieder so ein krasses Geschenk gemacht. Jetzt wird mich mein Mann endlich ganz akzeptieren.“ Darum nannte sie ihren Sohn Sebulon, was so viel bedeutet wie „mich akzeptieren“. 21 Am Ende kriegte Lea noch eine Tochter von Jakob. Die nannte sie Dina. 22 Gott hatte Rahel aber nicht vergessen. Er legte los, weil sie echt gebetet hatte, darum heilte er ihre Gebärmutter. 23 Sie wurde schwanger und kriegte einen Sohn. Nach der Geburt rief sie: „Gott hat mir einen Sohn gegeben!“ 24 Rahel nannte ihren Sohn Josef, was so viel wie „dazugegeben“ bedeutet.

Jakob wird immer reicher

25 Als Rahel dem Jakob seinen Sohn Josef geboren hatte, fasste er einen Entschluss: Er wollte wieder nach Hause. Darum ging er zum Laban und sagte ihm: „Hey, Laban, lass mich jetzt gehen! Ich will wieder zurück in meine Heimat, wo ich geboren wurde.26 Ich nehme meine Frauen und die Kinder, die ich in der Zeit bei dir bekommen habe, alle mit. Du weißt ja hoffentlich, was du mir alles zu verdanken hast. Geht das in Ordnung?“ 27 „Lieber Jakob, tu mir einen Gefallen und hau jetzt nicht ab!“, antwortete Laban. „Solange du hier warst, lief hier alles glatt. Gott hat mir nur geholfen, weil du da warst, das ist mir total klar.“ 28 Er versuchte ihn umzustimmen: „Du kannst mir jede Gehaltsforderung nennen, ich zahl dir, was du willst!“ 29 „Laban, du hast hoffentlich nicht vergessen, wie sich deine Schaf- und Ziegenherden unter meiner Führung vermehrt haben? 30 Bevor ich kam, hattest du nur eine fitzelkleine Herde. Jetzt hast du viele tausend Tiere. Gott war bei allem, was ich getan hab, voll dabei, und alles bei dir hat sich vermehrt, wenn ich damit zu tun hatte. Aber jetzt ist Schluss, ich muss auch mal an mich und meine Familie denken!“ 31 „Was soll ich dir geben?“, fragte Laban. „Erst mal nichts“, antwortete Jakob. „Aber wenn du mir eine Bedingung erfüllst, dann würde ich noch weiter auf deine Herden aufpassen. 32 Und zwar hab ich folgende Idee: Du gibst mir aus deiner Herde von den Ziegen und Schafen nur die seltenen Tiere, die ein besonderes Fell haben. Also ich meine die mit braunen Flecken, oder mit Punkten, und die ganz schwarzen Schafe, halt die ganzen ‚Punkertiere‘. Die sollen ab jetzt mir gehören. 33 Daran wird man auch in Zukunft immer beweisen können, dass ich dich nicht bescheiße. Wenn man irgendwann Tiere bei mir findet, die nicht ein gesprenkeltes, oder geflecktes, oder schwarzes Fell haben, dann sind die von dir geklaut.“ 34 Laban war einverstanden: „Alles klar, abgemacht!“, sagte er zu Jakob. 35 Noch am selben Tag zog er los und sortierte seine Schafe nach dem Muster. Alles, was irgendwie gesprenkelt war, was Flecken auf dem Fell hatte oder sogar ganz schwarz war, eben alle Punkertiere, gehörten ab jetzt Jakob. 36 Labans Söhne brachten dann diese Tiere etwa 100 Kilometer weiter entfernt weg. Jakob kümmerte sich nun um die übrigen Tiere. 37 Dann bastelte sich Jakob aus Zweigen von Pappeln und Mandelbäumen so Äste, die er an einer Seite abfeilte. So konnte man das weiße Holz in den Streifen dazwischen erkennen. 38 Diese Stäbe legte er in die Wasserrinnen, woraus die Tiere jeden Tag tranken. Wenn sie zum Trinken kamen, waren die Tiere immer voll scharf. 39 Immer wenn die Tiere geil aufeinander waren, hatten sie also diese Stäbe vor der Nase und bekamen deshalb viele gesprenkelte und gefleckte Babyschafe und Ziegen. 40 Außerdem ließ er die Tiere in die Richtung der Punkertier-Herde glotzen. Aus den jungen Punkertieren machte er sich dann eine eigene Herde und tat sie nicht zu der vom Laban. 41 Immer wenn die besten Teile von seiner Herde scharf waren, legte Jakob die Äste vor die Tiere ins Wasser. 42 Bei den schwachen und kleinen Tieren machte er das aber nicht. Dadurch bekam Laban ab jetzt die schwachen Tiere, während sich Jakob die starken unter den Nagel riss. 43 Jakob wurde megareich. Seine Herden wurden immer größer, und der ganze Betrieb wuchs und wuchs. Immer mehr Leute arbeiteten für ihn.

Jakob muss verschwinden

31 1Mo 1 Jakob bekam dann mal mit, wie die Söhne von Laban über ihn am Ablästern waren. Sie sagten: „Alles, was der Typ besitzt, kommt eigentlich von unserem Vater! Nur durch die Sachen von uns ist der so steinreich geworden!“ 2 Laban zog auch immer öfter ne ganz schöne Fresse, wenn Jakob ihn wegen irgendwas ansprach. Er war anscheinend nicht mehr so gut auf ihn zu sprechen wie früher mal. 3 Und dann redete Gott mit Jakob über das Thema. Er meinte: „Hey, Jakob, geh mal lieber wieder in das Land, wo deine Familie herkommt, ja?! Ich pass dabei auf dich auf!“ 4 Jakob rief bei Rahel und Lea an und traf sich mit den beiden auf einer Wiese zum Spazierengehen. 5 „Also, passt mal auf, ihr zwei! Ich hab das natürlich mitbekommen, dass euer Vater gerade so gar nicht gut auf mich zu sprechen ist, wie er das früher mal war. Aber Gott, der auch der Gott von meinem Vater war, der ist immer bei mir gewesen, und er hat mir nun mal so krassen Erfolg geschenkt. 6 Ich mein, ihr beiden seid doch echt Zeugen, dass ich mir wirklich für euren Vater den Arsch aufgerissen hab, oder? 7 Trotzdem hat er versucht, mich ständig übers Ohr zu hauen. Er hat meine eigentlich ausgemachte Bezahlung immer wieder nach unten gedrückt. Aber Gott war auf meiner Seite, er hat nicht zugelassen, dass man mich verscheißert. 8 Wenn euer Vater die Ansage gemacht hat, dass ich die Schafe bekomme, die ein gesprenkeltes Fell haben, dann wurden auf einmal voll viele Gesprenkelte geboren. Und wenn er dann seine Meinung änderte und plötzlich die gestreiften Schafe mir gehören sollten, dann wurden viele gestreifte Schafe geboren. 9 Es war Gott höchstpersönlich, der mir die Tiere von eurem Vater gegeben hat, niemand sonst! 10 Das war nämlich so, dass ich in der Zeit, wo die weiblichen Schafe gut befruchtet werden können, einen Traum hatte. Und in diesem Traum konnte ich sehen, wie die männlichen Schafe und Ziegen vor allem die weiblichen Tiere besprangen, die entweder gestreiftes, gesprenkeltes oder geschecktes Fell hatten. 11 Und dann stand da plötzlich so ein Postbote von Gott, ein Engel. „Jakob!“, rief der mich. Ich antwortete ihm: „Äh, hallo, ich bin hier!“ 12 Dann sagte der: „Pass mal auf! Alle männlichen Tiere sind entweder gestreift, gesprenkelt oder gescheckt. Also, ich hab schon mitbekommen, wie Laban mit dir umgeht. 13 Ich bin Gott, der Gott, dem du in Bet-El diesen Stein hingestellt hast. Erinnerst du dich? Du hast mir dort ein feierliches Versprechen abgeben und ein Denkmal gebaut. Ich sag dir heute: Verdünnisier dich mal aus dieser Gegend! Geh wieder dorthin zurück, wo du geboren worden bist, in deine Heimat!“ 14 Rahel und Lea waren sofort einer Meinung. „Von unserem Vater kriegen wir sowieso nichts mehr, der hat uns schon lange enterbt! 15 Der behandelt uns doch eh so, als würde er uns gar nicht kennen! Er hat uns einfach verhökert, und den Gewinn hat er auch schon lange verbraten. 16 Die ganze Kohle, die Gott unserem Vater wegnimmt, gehört eigentlich uns und unseren Kindern, wir haben da einen Anspruch drauf! Zieh das mal durch, was Gott zu dir gesagt hat! Wir stehen hinter dir!“ 17 Jakob steckte seine Frauen und die Kinder in den Bus, 18 packte alle Sachen, die er in der Zeit in Mesopotamien gekauft hatte, auf einen Lkw, nahm sein ganzes Vieh und zog mit seinen Leuten los, in Richtung Kanaan, zurück zu seinem Vater Isaak. 19 Laban war gerade unterwegs, weil seinen Schafen an dem Tag die Wolle abrasiert wurde. Rahel ging darum noch mal schnell in das Wohnhaus und zockte ein paar von den Plastikgöttern, die da in der Halle rumstanden. 20 Jakob versuchte seine Abreise topsecret zu halten, keiner sollte wissen, dass er sich verpissen würde, vor allem nicht der Laban. 21 Also floh er in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von dort weg, überquerte den Euphrat-Fluss und zog dann weiter, Richtung dem Gebirge Gilead. 22 Erst nach zwei Tagen bekam Laban eine SMS rein: „Jakob ist geflohen!“ 23 Sofort rief er die Männer aus seiner Familie zu sich und jagte Jakob hinterher. Sieben Tage lang waren sie unterwegs in Richtung Gilead-Gebirge, bis er ihn fast eingeholt hatte. 24 In der Nacht bevor er auf Jakob treffen würde, hatte Laban einen Traum, in dem Gott zu ihm sprach. „Ich warn dich, Bürschchen! Lass meinen Jakob in Ruhe!“, meinte Gott zu ihm. 25 Als Laban Jakob eingeholt hatte, bauten er und seine Leute erst mal ihre Zelte in dem Gebirge auf, wo Jakob auch sein Lager aufgeschlagen hatte. 26 Laban ging dann zu Jakob rüber, um sich mit ihm auszusprechen. „Mann, was hast du gemacht?“, sagte er. „Du hast meine Töchter entführt, als hätten wir Krieg! Du hast mich voll abgezogen! 27 Warum bist du überhaupt so heimlich abgereist? Warum hast du mich angelogen? Ich hätte gern noch ne Abschiedsparty für dich organisiert und hätte sogar noch ne coole Band aufgefahren, um das zu feiern! 28 Du hast es total vergeigt! Ich konnte mich noch nicht mal anständig von meinen Kindern verabschieden! 29 Wenn ich wollte, könnte ich dich und deine Leute jetzt echt kaputt machen. Die Macht hätte ich dazu, wäre kein Problem für mich. Aber jetzt hatte ich gestern ein echt heftiges Treffen mit eurem Gott! Er hat mich gewarnt und meinte zu mir: „Lass meinen Jakob in Ruhe!“ 30 Ich kann es ja verstehen, dass du dich nach Hause und nach deinem Vater gesehnt hast. Aber was ich echt nicht gerallt kriege, ist, warum du meine Plastikgötter gezockt hast?“ 31 „Sorry, dass ich einfach abgehauen bin! Ich hatte Angst, du würdest es nicht zulassen, wenn ich deine Töchter mitnehme!“, antwortete er. 32 „Aber was soll die Geschichte mit diesen komischen Plastikgöttern? Damit will ich nichts zu tun haben! Du kannst uns gerne durchsuchen. Wenn du sie bei irgendjemandem finden solltest, gehört er dir. Der sollte sofort getötet werden.“ Jakob wusste ja nicht, dass ausgerechnet seine Rahel die Plastikgötter geklaut hatte. 33 Laban durchsuchte zuerst die Sachen von Jakob, da war aber nichts. Dann durchsuchte er die Klamotten von Lea, konnte da aber auch nichts finden. Zum Schluss ging er dann noch zu Rahel, um auch sie durchzuchecken. 34 Rahel hatte die Plastikgötter in eine Tasche getan und sich einfach draufgesetzt. Laban durchsuchte ihre ganzen Sachen, konnte aber nichts finden. 35 Sie blieb die ganze Zeit da drauf sitzen, und als ihr Vater ankam, sagte sie: „Sorry, Papi, dass ich nicht aufstehen kann, aber ich hab gerade meine Tage bekommen!“ Er suchte weiter, aber da war keine Spur von diesen Plastikgöttern. 36 Jetzt wurde Jakob langsam richtig aggro gegen Laban. „Was hab ich jetzt nun so Schlimmes verbrochen, he? Wie hab ich das verdient, dass du mich hier wie einen Schwerverbrecher behandelst? 37 Du hast jetzt meinen ganzen Haushalt durchwühlt. Wo sind die Sachen jetzt bitte, die ich von dir geklaut haben soll? Leg die Dinger hier auf den Tisch, damit meine und deine Leute entscheiden können, wer von uns Recht hat und wer nicht. 38 Mann, zwanzig lange Jahre hab ich jetzt für dich geschuftet! Deine Herde hat sich wie blöd vermehrt, es gab in meiner Zeit, wo ich für dich gearbeitet hab, nicht eine Fehlgeburt! Und dabei hab ich nicht einmal irgendeins von deinen Tieren gezockt und einen netten Grillabend damit veranstaltet. 39 Und wenn mal eins von deinen Tieren nachts oder am Tag von einem wilden Löwen angefallen wurde, dann hab ich es dir zu 100Prozent ersetzt, weil du das so wolltest. Und wenn mal eins geklaut wurde, dann hast du es von mir zurückverlangt, und ich hab es dir gegeben. Oder etwa nicht? 40 Am Tag hat mir die Sonne oft auf den Schädel gebrezelt, und nachts bin ich vor Kälte fast erfroren und konnte oft nicht pennen. 41 Insgesamt bin ich jetzt zwanzig Jahre bei dir, wo ich so was durchmachen muss. Davon hab ich vierzehn Jahre um deine Töchter kämpfen müssen, du erinnerst dich? Sechs Jahre lang bin ich jetzt sogar extra noch dageblieben und hab auf deine Herde aufgepasst, weil du mich drum gebeten hast. Und in der ganzen Zeit hast du obendrauf auch noch zehn Mal mein Gehalt verändert, mal gab es mehr, mal weniger! 42 Hey, wenn ich nicht so einen genialen Gott hätte, der auch schon der Gott von meinem Großvater Abraham war und vor dem auch schon mein Vater Isaak Mörderrespekt hatte, dann würde ich jetzt vermutlich mit null dastehen. Du hättest mir alles weggenommen und mich ohne irgendeine Bezahlung einfach entlassen. Aber mein Gott hat mich nicht vergessen! Er hat gesehen, dass ich wie blöd für dich gearbeitet hab, und darum hat er sich gestern Nacht für mich eingesetzt.“

Laban macht einen Vertrag mit Jakob, der die Grenzen abklärt

43 Laban sagte dann: „Also, ich will mal eins klarstellen: Die beiden Frauen da sind meine Töchter! Ihre Kinder sind meine Enkelkinder! Und die ganzen Tiere, die da stehen, kommen auch alle von mir! Aber ganz ehrlich, was hab ich jetzt noch meinen Töchtern und ihren Kinder zu geben? 44 Was hältst du von der Idee, dass wir einen Vertrag machen? Einen Vertrag nur zwischen dir und mir!“ 45 Jakob stand auf, nahm einen der großen Steine, die da rumlagen, und stellte ihn aufrecht hin. Das sollte ab jetzt ihr privates Denkmal sein. 46 Er sagte zu seinen Leuten: „Helft mal mit! Sammelt noch mehr Steine und baut sie hier auf!“ Alle packten mit an, und am Ende stand da ein kleiner Berg aus lauter Steinen. Jetzt setzten sie sich oben auf den Steinberg, packten das Essen aus und spachtelten was zusammen. 47 Beide Männer gaben diesem Berg dann einen Namen. Laban nannte ihn Jegar-Sahaduta, und Jakob nannte ihn Gal-Ed. 48 Nach dem Essen sagte Laban: „Dieser kleine Berg ist wie ein Zeuge für unseren Vertrag!“ Darum bekam er auch den Namen Gal-Ed, weil das so viel heißt wie der „Zeugen-Berg“. 49 Andere nennen ihn aber auch Mizpa, das heißt so viel wie „Pass-auf-Turm“, weil Laban beim Weggehen noch sagte: „Ich hoffe, dass Gott auf jeden von uns gut aufpasst, wenn wir uns getrennt haben. 50 Ich warne dich aber in einer Sache: Behandel meine Töchter anständig, ja? Ich will auch nicht, dass du dir noch mehr Frauen nimmst. Die müssen dir jetzt reichen! Das muss einfach Gott regeln, er ist der Einzige, der uns jetzt zuhört, er ist unser Zeuge. 51 Achte drauf, dieses Denkmal, was wir hier aufgebaut haben, 52 das soll uns immer an unseren Vertrag erinnern. Es zieht die Grenze zwischen uns. Keiner soll auf die linke Tour hier drüber gehen und den anderen abzocken wollen. 53 Der Gott, an den schon dein Großvater Abraham geglaubt hat, und der Gott meines Großvaters Nahor, soll den bestrafen, der sich nicht an diesen Vertrag hält.“ Jakob erhob die Hand und sagte: „Einverstanden! Ich schwör! Der Gott, vor dem mein Vater Isaak schon Mörderrespekt hatte, ist mein Zeuge!“ 54 Jakob machte dann gleich dort auf dem Berg so ein Opferritual. Er schlachtete ein Schaf und grillte das mit seinen Verwandten überm Feuer. Dann aßen sie es auf, und weil es schon dunkel war, übernachteten sie gleich oben auf dem kleinen Berg.

Jakob trifft ein paar Engel

32 1Mo 1 Morgens nach dem Frühstück verabschiedete sich Laban von seinen Enkelsöhnen und Töchtern. Er küsste sie und betete noch mal ne Runde für alle. Dann zog er ab und ging mit seinen Leuten nach Hause. 2 Auch Jakob ging weiter. Mitten auf dem Weg passierte etwas sehr Heftiges. Plötzlich stand da eine ganze Armee von Gottes Engeln! 3 Als er sie sah, rief Jakob: „Wow, da ist ja die ganze Armee von Gott am Start!“ Er gab diesem Ort darum den Namen „Mahanajim“, was so viel heißt wie „ein doppelt so großes Lager“. 4 Jakob schickte einige Leute los, die ein paar Tage vor ihm schon in die alte Heimat Seir gehen sollten. In dem Edom-Land hielt sich nämlich gerade sein Bruder Esau auf. 5 Sie sollten ihm folgende Nachricht geben: „Lieber Esau! Ich wollte dir nur mitteilen, dass ich wieder nach Hause kommen werde. Ich werde mich dir unterordnen und tun, was du von mir willst. War die ganze Zeit bei Laban am Arbeiten gewesen. 6 Ich hab echt gut verdient in der Zeit und eine Menge Kohle gemacht. Hab jetzt sehr viele Rinder und Schafe, dazu eine ganze Firma mit vielen Angestellten. Ich lass dir diese Nachricht zukommen, damit du Bescheid weißt. Hoffe, dass zwischen uns wieder alles okay kommt. Viele Grüße, dein Jakob.“ 7 Nach ein paar Tagen kamen die Leute wieder zurück. Sie sagten: „Jakob! Wir haben deinem Bruder alles ausgerichtet. Er hat sich sofort 400 Leute gegriffen und ist auf dem Weg hierher!“ 8 Jakob bekam jetzt voll die Panik. Sofort gab er den Befehl, seinen ganzen Treck, inklusive der Rinder, Schafe und Kamele, in zwei Gruppen aufzuteilen. 9 Er sagte: „Wenn Esau die eine Gruppe plattmacht, schafft es die zweite vielleicht, rechtzeitig zu fliehen. 10 Dann redete Jakob mit seinem Gott: „Hey, Gott! Du bist der Gott von meinem Vater Isaak und der Gott von meinem Opa Abraham, das will ich als Erstes klarstellen. Und niemand anderes als du hat mir gesagt, ich soll dorthin zurückgehen, wo ich geboren worden bin, in meine Heimat. Du hast sogar gesagt, das wäre gut für mich. 11 Ich bin echt der letzte Arsch, und trotzdem hast du mich so fett beschenkt. Du hast jedes Versprechen auch eingehalten, du bist einfach treu. Als ich auf dem Hinweg über diesen Jordan-Fluss gegangen bin, hatte ich nichts als meine Unterhosen an. Und jetzt komme ich zurück mit ganz viel Sachen und Menschen, die alle zu mir gehören. 12 Bitte pass jetzt auf mich auf! Rette mich vor der Rache von meinem Bruder Esau! Ich hab echt Schiss, dass er kommt und mich umbringt. Und nicht nur mich, auch meine ganze Familie mit meinen Kindern wird er töten. 13 Komm, Gott, du hast mir versprochen, dass du auf uns aufpasst! Du hast gesagt, dass meine Familie sich so krass vermehren wird, wie es Sandkörner am Meer gibt, man wird sie nicht mehr zählen können.“ 14 Er beschloss dann an der Stelle, wo sie waren, zu übernachten. Abends ging Jakob seine Sachen durch und suchte ein paar richtig schöne Geschenke für seinen Bruder aus. 15 Über 200 weibliche Schafe und genau so viele Ziegen, dazu 20 von den schönsten Ziegenmännchen und Schafmännchen16 Dann 30 Kamele mit Kamelkindern, 40 Kühe, 10 Stiere, 20 Eselinnen und 10 Esel suchte er extra aus. 17 Er gab sie einigen seiner Angestellten, jeweils eine Herde. Dann sagte er zu ihnen: „Passt auf! Zieht schon mal los und bleibt in einem gewissen Abstand zueinander.“ 18 Zu den Leitern der Gruppen sagte er: „Hört mal zu: Wenn ihr meinen Bruder Esau trefft und er euch dann so Fragen stellt wie ‚Zu wem gehört ihr?‘, ‚Wohin geht ihr?‘ oder ‚Zu wem gehören die da?‘, 19 dann sagt ihr einfach: ‚Wir gehören zu Jakob, und der ordnet sich Ihnen voll unter. Die ganzen Sachen will er Ihnen schenken, Herr Esau. Der ist übrigens auch hierher unterwegs und gleich da!‘“ 20 Das sagte er auch der zweiten und der dritten Gruppe. „Genau das sollt ihr dem Esau sagen, wenn ihr ihn trefft! 21 Ihr sollt ihm sagen: ‚Guten Tag! Jakob ist auch gleich da. Er hatte sich gedacht, es wäre eine gute Idee, ein paar Geschenke vorwegzuschicken. Denn er will sich mit Ihnen wieder vertragen.‘ Anschließend werde ich dann kommen. Hoffentlich ist er nett zu mir, und wir vertragen uns wieder miteinander.“ 22 Also zog der Trupp mit den Geschenken schon mal los. Jakob schlug aber seine Lager erst mal da auf, um dort zu übernachten.

Kickboxen mit Gott im Ring

23 Mitten in der Nacht stand Jakob auf, schnappte sich seine zwei Frauen, seine Zweitfrauen und alle seine Kinder und schickte sie über die Landesgrenze am Fluss Jabbok. 24 Sein ganzes Zeug mit den ganzen Leuten zog dort über den Fluss. 25 Nur Jakob blieb noch alleine in der Nacht dort. Als die Sonne aufging, kam plötzlich so ein Typ bei ihm an, der mit ihm kämpfen wollte. Die beiden hatten einen sehr heftigen und langen Boxkampf, bis die Sonne aufging. 26 Als dieser Typ Jakob nicht besiegen konnte, haute er ihm noch mal volle Kanne gegen seine Hüfte. 27 Jakob hatte mitbekommen, dass er wohl mit einem Engel oder so zu tun hatte. Der Typ sagte dann zu ihm: „Hey, lass mich jetzt los! Die Sonne geht schon auf!“ Er antwortete: „Ich lass dich nur gehen, wenn du mir das Beste wünschst und mich fett segnest.“ 28 Der Typ sagte: „Wie heißt du noch mal?“ – „Ich bin Jakob!“, antwortete er. 29 „Ab jetzt hast du einen neuen Namen. Du bist jetzt nicht mehr der Jakob, sondern der Israel! Der Name kommt daher, weil du nicht nur Menschen bekämpfen und sie besiegen kannst, sondern sogar Gott.“ 30 „Wie heißt du eigentlich?“, wollte Jakob jetzt wissen. „Gegenfrage: Warum musst du überhaupt meinen Namen wissen?“, meinte der Typ. Dann segnete er Jakob. 31 Jakob gab dem Ort einen Namen. Er nannte ihn „Pnuel“, weil er Gott in die Augen sehen konnte, an diesem Platz dort. „Ich habe hier Gott gesehen, und ich hab es überlebt!“ 32 Als er vom „Pnuel“ weggehen wollte, ging plötzlich die Sonne auf. Und er hinkte jetzt, wegen seiner angeditschten Hüfte. 33 Das ist übrigens der Grund, warum die Leute in Israel keine Sehnen von Tieren essen, die über dieses Gelenk wachsen. Da hatte Jakob nämlich einen Schlag draufbekommen.

Mit Jakob und Esau ist wieder alles locker

33 1Mo 1 Als Jakob sich umsah, konnte er von weitem den Esau anfahren sehen. Hinter ihm waren mindestens 400 seiner Leute dabei, fast ne kleine Armee. Jakob bekam etwas Panik, er stellte die Kinder neben die Mütter Lea und Rahel und zu den Nebenfrauen. 2 Die Leihmütter stellte er dann nach vorne, dahinter Lea mit ihren Kindern und ganz ans Ende Rahel und Josef. 3 Jakob ging dann ganz nach vorne. Als Esau da war, warf er sich vor ihm auf den Boden, er machte sieben Mal eine ganz tiefe Verbeugung. 4 Esau stand aber gar nicht so auf Verbeugung, er rannte ihm entgegen, hob ihn auf, umarmte ihn und knutschte ihn sogar, weil er sich so sehr da drüber freute, seinen Bruder wiederzusehen! Dann fingen beide vor Freude voll an zu heulen. 5 Nachdem Esau wieder etwas runtergekommen war, sah er die Frauen und Kinder vom Jakob. „Wer ist das denn?“, fragte er Jakob neugierig. „Das sind meine Kinder! Hat Gott mir geschenkt, weil er mich mag!“, lachte Jakob. 6 Die Leihmütter kamen mit den Kindern zu Esau und machten alle eine tiefe Verbeugung vor ihm. 7 Und dann kam auch Lea mit ihren Kindern und zum Schluss der Josef mit seiner Mutter Rahel. Sie machten alle eine tiefe Verbeugung vor ihm. 8 „Was war denn da los mit den ganzen Herden, die du mir geschickt hast?“, wollte Esau von Jakob wissen. „Also, um ehrlich zu sein, wollte ich mich ein bisschen bei dir einschleimen. Du solltest diese Geschenke bekommen, damit du nett zu mir bist.“ 9 Esau meinte: „Au Mann, mein lieber Bruder, du kannst das Zeug gerne behalten! Ich hab echt selbst genug davon!“ 10 „Nein, nein, auf keinen Fall! Wenn zwischen uns alles wieder locker sein soll, dann musst du mein Geschenk auch annehmen, ja? So wie wenn ich zu Gott gehe, weil ich Mist gebaut hab und ihn bitte, mir zu verzeihen, genauso bin ich jetzt zu dir gekommen. Und du warst nett zu mir, 11 darum bitte ich dich wirklich, nimm mein Geschenk an! Gott hat mich wirklich fett beschenkt, es geht mir total gut, ich bin im Ausland zu richtig viel Kohle gekommen!“ Jakob drängelte so lange, bis sein Bruder weich wurde. 12 Esau sagte: „Okay, lass uns weitergehen, ich möchte dich ein Stück begleiten!“ 13 „Chef, hör mal, die Kinder sind schon total durch, die können heute nicht mehr so lange auf Tour sein. Ich hab auch ein paar Schafe und Rinder dabei, die gerade Babys bekommen haben. Wenn ich die jetzt stresse, krepieren die mir alle! 14 Geh schon mal vor! Ich werde es langsam angehen lassen und komme nach, mit dem Tempo der Tiere und der Kinder. Okay?“ 15 Esau wollte wenigstens ein paar von seiner Truppe als Begleitung bei Jakob lassen. Jakob hatte da aber auch keinen Bock drauf. „Is echt nicht nötig. Mir reicht es dicke, wenn zwischen uns in Zukunft alles wieder okay ist!“ 16 Also machte sich Esau dann wieder auf den Rückweg nach Seir. 17 Jakob zog dann weiter und kam an dem Ort Sukkot an, was so viel heißt wie „die Hütten“. Dort baute er sich auf einem freien Grundstück erst mal ne Hütte. Daher hat der Ort auch seinen Namen. Für die Schafe und Kühe wurde ein provisorischer Stall gebaut, mit einem Dach aus Zweigen, die man geflochten hatte. 18 Irgendwann kam Jakob dann über Paddan-Aram in der Stadt Sichem an. Das liegt in dem Land Kanaan. Dort baute er vor der Stadt auf einer Wiese sein Zeltlager auf. 19 Er ging dann zu dem Besitzer von der Wiese, die dem Hamor-Klan gehörte. Der Vater Hamor hatte die Stadt mal gegründet. Jakob zahlte für das Teil 7000 Euro. 20 Dann baute er extra so einen Spezialtisch für Gott, einen Altar, dort hin. Diesen Ort nannte er ab dann „Der Gott ist mein Gott, der Gott von Israel“, denn das war ja sein neuer Name.

Dina wird vergewaltigt

34 1Mo 1 Jakob und Lea hatten eine Tochter, die Dina hieß. Dina ging an einem Tag mal in die Stadt, um ein paar Freundinnen zu besuchen. 2 Auf dem Weg dorthin traf sie auf den Sichem, der ein Sohn vom Hamor war. Hamor kam aus dem Stamm der Hiwiter, er war in der Gegend einer der Anführer. Sichem wurde total scharf auf Dina, als er sie sah. Er ging zu ihr hin, drehte ihr den Arm um und vergewaltigte sie. 3 Dabei verknallte sich der Spinner auch noch total in Dina. Er schrieb ihr in den nächsten Wochen derbe Liebesbriefe, dass es ihm total leidtut und so. Er wollte einfach, dass Dina sich auch in ihn verknallen würde. 4 Dann ging er zu seinem Vater und sagte dem: „Bitte, Dad, mach das für mich klar, dass ich dieses Mädchen heiraten kann!“ 5 Jakob hörte an einem Tag davon, dass seine Tochter vergewaltigt worden war. Seine Söhne waren aber gerade unterwegs bei der Arbeit. Darum blieb er erst mal zu Hause und unternahm nichts. 6 Sichems Vater besuchte schließlich Jakob, um mit ihm über die Sache zu reden. 7 In der Zwischenzeit kamen die Söhne von Jakob nach Hause. Als man ihnen erzählt hatte, was mit ihrer Schwester passiert war, waren alle zuerst total traurig. Dann kamen sie alle voll aggromäßig drauf. Der Typ hatte eine wirklich ganz üble Sache getan, die auch schon zu der Zeit voll schlimm gewesen ist. 8 Hamor wollte mit Jakob über die Sache sprechen. Er ging zu ihm hin und sagte: „Es gibt da ein Ding, worüber ich gerne mit Ihnen sprechen würde. Mein Sohn ist sehr verliebt in Ihre Tochter! 9 Könnten Sie nicht Ihr Einverständnis zu einer Hochzeit der beiden geben? Warum könnten wir nicht eine große Familie werden? Meine Söhne heiraten Ihre Töchter und Ihre Söhne meine! 10 Sie können sich ja in unserer Gegend gerne Grundstücke kaufen und sesshaft werden. Das Land steht Ihnen offen! Wir könnten gute Deals miteinander abschließen!“ 11–12 Dann ergriff Sichem das Wort: „Also, Sie können wirklich von mir fordern, was Sie wollen! Jedes Geschenk ist es mir wert, wenn ich nur diese Traumfrau heiraten kann!“ 13 Die Söhne vom Jakob waren total aggro auf die „Hamors“. Wer ihrer Schwester so was Linkes antut und sie vergewaltigt, hat es nicht besser verdient, als abgezockt zu werden. 14 „Also, wir können es nicht zulassen, dass unsere Schwester einen Mann heiratet, der nicht unser Beschneidungsritual durchgezogen hat. Das geht gegen unsere Ehre! 15 Es gibt nur eine Chance, dass wir auf Ihren Wunsch eingehen: Sie müssen genauso werden wie wir! Alle Männer bei Ihnen müssen sich auch die Vorhaut vom Penis abschneiden lassen. 16 Wenn Sie das tun, wäre eine Heirat zwischen unseren Leuten möglich. Dann wollen wir gerne bei Ihnen wohnen bleiben, und wir wären dann wirklich nur noch eine Truppe und nicht mehr zwei. 17 Falls Sie da aber keine Lust drauf haben und Sie sich da nicht beschneiden lassen wollen, nehmen wir unsere Schwester wieder mit, und das war es dann.“ 18 Hamor und sein Sohn Sichem fanden die Idee super. 19 Der junge Mann war einfach total verknallt in die Tochter von Jakob. Er wollte den Plan sofort umsetzen. Man muss wissen, dass in seiner Familie viele auf ihn hörten und er auch echt was zu melden hatte, mehr als die anderen Brüder. 20 Also organisierten Hamor und sein Sohn eine Stadtversammlung. Dann sprachen sie zu den Mitbürgern: 21 „Diese Neuen sind nette Leute und ganz friedlich. Wir sind dafür, dass sie sich bei uns niederlassen können. Sie sollten eine Arbeitserlaubnis bekommen und hier auch geschäftlich tätig werden, wenn sie das wollen. Es gibt in unserem Land genug Platz für alle! Es ist okay für uns, wenn es auch dazu kommt, dass sich Leute aus unserer Stadt mit ihnen zusammentun, heiraten und so was. Wir würden von ihnen wirklich profitieren. 22 Es gibt da nur eine Bedingung, die sie an uns stellen, wenn sie unserem Wunsch nachkommen sollen und wir wirklich mit ihnen in jeder Hinsicht verbunden sein wollen. Und das ist, dass sich jeder Junge und jeder Mann bei uns die Vorhaut vom Penis abschneiden lässt. 23 Wir sind auf jeden Fall dafür! Wenn sie dann nämlich bei uns wohnen, würden ihre ganzen Schaf- und Ziegenherden bei uns sein, sie würden auch uns gehören, und das wäre sehr gut für unsere Wirtschaft.“ 24 Die Männer aus dem Ort waren alle einverstanden. Sie taten das, was Hamor und sein Sohn Sichem vorgeschlagen hatten. Alle männlichen Bewohner trafen sich auf einem Platz vor der Stadt und schnitten sich dort gegenseitig die Vorhaut ab! 25 Nach drei Tagen hatten alle, die beschnitten worden waren, immer noch unheimliche Schmerzen. Die Wunden hatten sich nämlich entzündet, so dass sie total fertig und kaputt waren vom Wundfieber. Dinas Brüder Simeon und Levi nutzten diese Gelegenheit und gingen in der Nacht dann einfach von Haus zu Haus und killten jeden Mann, der ihnen unters Messer kam. 26 Sie töteten auch Hamor und Sichem, holten ihre Schwester Dina aus seinem Haus und nahmen sie wieder mit zu sich nach Hause. 27 Danach gingen die Söhne von Jakob durch die Stadt und plünderten alles, was nicht niet- und nagelfest war. Das war ihre Rache für die Vergewaltigung an ihrer Schwester Dina. 28 Sie zockten alle Schafe, Rinder und Esel und alles, was sie noch so an Tieren mitnehmen konnten. 29 Auch die ganzen Häuser wurden pauschal leer geräumt inklusive der Frauen und Kinder. 30 Als Jakob von der ganzen Sache erfuhr, war er überhaupt nicht begeistert. „Jungs! Was sollte das denn bitte? Ihr habt es total verpeilt und alles kaputt gemacht! Die Leute aus diesem Land werden jetzt voll schlecht über uns denken. Bei den Kanaanitern und Perisitern sind wir jetzt erst mal unten durch, sie werden mich hassen! Wenn die sich zusammentun, sind wir nur ne Wurst gegen deren Übermacht! Sie werden uns fertigmachen und vernichten. Die könnten uns alle komplett auslöschen!“ 31 Aber seine Söhne fragten ihn: „Ja aber, war es denn okay, dass der unsere Schwester wie ne billige Hure behandelt hat?“

Jakob zieht um nach Bet-El

35 1Mo 1 Gott sagte dann zum Jakob: „Zieh mal besser weg von hier! Geh nach Bet- El und bleib dort ne Weile. Und bau mir da so einen Altar auf. Erinnerst du dich? Da hatten wir schon mal ein Treffen miteinander, als du vor deinem Bruder Esau abgehauen bist.“ 2 Jakob gehorchte sofort. Er holte seine ganze Familie zusammen, alle Angestellten und wer sonst noch für ihn arbeitete. Dann sagte er zu ihnen: „Passt auf Leute! Wir müssen uns mal wieder richtig sauber machen! Die ganzen fremden Plastikgötter, die ihr so rumstehen habt, dieser ganze Mist muss sofort in die Tonne! 3 Lass uns mal zusammen losziehen in Richtung Bet-El. Ich will dort auch so einen Altar für Gott aufbauen. Gott hat ja die ganze Zeit immer zu mir gestanden, und wenn es mir dreckig ging, war er da und hat geholfen.“ 4 Alle Zuhörer gingen in ihre Hütten und Zelte, holten den ganzen Götzenkram, auch ihren okkulten Schmuck, und gaben das Zeug bei Jakob ab. Der packte das alles in einen großen Sack und verbuddelte es in ein Loch an der Eiche, die bei Sichem stand. 5 Dann machten sie sich auf den Weg. Gott ließ bei den Bewohnern der Städte, wo sie vorbeikamen, voll den Respekt für seine Leute aufkommen. Die hatten richtig Schiss vor denen und wagten es nicht, sie zu verfolgen. 6 Jakob kam so mit seinem ganzen Trupp in Lus an. Lus liegt im Kanaan-Land. Man nennt diese Stadt jetzt auch Bet-El. 7 Wie geplant, baute er dann dort so einen besonderen Tisch für Gott auf, einen Altar. Jakob nannte ihn „El-Bet-El“, was so viel heißt wie „Gott in Bet-El“. Hier war ja das Ding passiert, wo er ein Treffen mit Gott hatte, als er vor seinem Bruder fliehen musste. 8 In der Zeit, als sie da waren, starb Debora, die eine Hebamme von Rebekka war. Sie bekam ein Grab an der Eiche von Bet-El. Seitdem nennt man diesen Baum auch die „Rumheul-Eiche“.

Jakob = Israel

9 Als Jakob aus Mesopotamien wieder zurückkam, hatte er wieder ein heftiges Treffen mit Gott. Der kam bei ihm an und sprach gute Sachen über sein Leben aus, er segnete ihn. 10 Dann wiederholte Gott noch mal, was er schon mal gesagt hatte: „Du bist der Jakob. Aber dein Name sollte sich ja ändern. Ich finde, du sollst Israel heißen!“ Also hieß Jakob auch Israel. 11 Gott meinte dann noch zu ihm: „Ich bin der heftige Gott, ich kann alles! Ich möchte, dass du ganz viele Babys machst und dich sehr vermehrst. Deine Kinder und die Kinder deiner Kinder werden dann mal eine ganze Nation werden. Mehr noch, sie werden ein Verband von Nationen und Völkern. Und Könige und Präsidenten werden mal von deinen Leuten kommen! 12 Dieses Gebiet, was ich mal dem Abraham und Isaak versprochen habe, das sollst du jetzt absahnen! Es ist für dich und deine Kinder, dir will ich das geben!“ 13 Als Gott fertig war, beamte er sich wieder weg in den Himmel. 14 Jakob war von dem Treffen so platt, dass er Gott dort wieder so ein Denkmal aufbaute, genau an der Stelle, wo er mir ihm geredet hatte. Über das Teil schüttete er in so einem Ritual zuerst Wein drüber und anschließend noch etwas Öl. Damit wollte er das Ganze Gott zur Verfügung stellen. 15 Jakob nannte den Platz deshalb „God in the house“ oder eben „Bet-El“, weil Gott hier mit ihm gelabert hatte.

Rahel bekommt das Baby Benjamin und stirbt bei der Geburt

16 Jakob und seine Familie zogen dann weiter. Als sie nur noch einen Katzensprung von Efrata entfernt waren, bekam die schwangere Rahel plötzlich ganz heftige Wehen. Die Geburt war dann die reine Hölle! 17 Sie hatte voll Schmerzen. Ihre Hebamme rief ihr zu: „Keine Panik, du hast es gleich geschafft! Es ist wieder ein Junge!“ 18 Rahel merkte aber, dass sie bald sterben würde. Sie wollte deswegen dem Baby den Namen „Ben-Oni“ geben, was so viel heißt wie „das Kind hat mir Unglück gebracht“. Aber sein Vater hatte eine bessere Idee. Er nannte den Jungen „Ben-Jamin“, denn das heißt so viel wie „das Kind hat mir Glück gebracht“. 19 Als Rahel gestorben war, buddelte Jakob ihr ein Grab, das an der Straße nach Efrata liegt. Dort ist die Stadt Bethlehem später aufgebaut worden. 20 Er bastelte dort ein Denkmal, direkt über ihrem Grab. Dieses Denkmal kann man heute noch dort stehen sehen. Es wird „das Denkmal von Rahel“ genannt.

Eine Liste von den Söhnen und Frauen vom Jakob

21 Jakob (der sich jetzt ja Israel nannte) zog weiter. Er baute sein Lager hinter Migdal-Eder auf.22 In der Zeit passierte es, dass Ruben mit seiner Stiefmutter Bilha im Bett landete. Bilha war eine von den Nebenfrauen seines Vaters. Als Israel das mitbekam, war er voll traurig. Israel hatte insgesamt 12 Söhne und viele Töchter. 23 Von Lea hatte er den Ruben als Erstes bekommen. Dann kamen noch Simeon, Levi, Juda, Issachar und Sebulon. 24 Mit der Rahel hatte Jakob den Josef und Benjamin bekommen. 25 Von der Dienerin von Rahel, der Bilha, kamen die Söhne Dan und Naftali. 26 Von der Dienerin von Lea, der Silpa, kamen dann noch Gad und Ascher dazu. Das sind jetzt alle Söhne von Jakob, die ihm in Mesopotamien geboren wurden.

Isaak ist tot

27 Jakob besuchte später seinen Vater Isaak in Mamre bei Kirjat-Arba. Der Ort wird mittlerweile Hebron genannt. Abraham und Isaak hatten da ja mal als Ausländer eine Zeitlang gelebt.28 Isaak wurde übrigens satte 180 Jahre alt! 29 Als er sich nach einer langen Zeit auf der Erde wirklich voll ausgelebt hatte, starb er und kam dort hin, wo seine ganzen Vorfahren auch sind. Seine beiden Söhne Esau und Jakob buddelten ein Grab für ihn und legten Isaak dort rein.

Die Familie von Esau, eine Liste

36 1Mo 1 Hier ist mal wieder eine Familienliste, diesmal von Esaus Kindern. 2 Esau hatte drei Frauen aus Kanaan geheiratet. Einmal war da die Hetiterin Ada, eine Tochter von Elon. Zum Zweiten die Horiterin Oholibama, das war eine Tochter von Ana. 3 Und zum Dritten die Basemat, das war eine Tochter von Ismael, sie war die Schwester von Nebajot. 4 Mit Ada hatte Esau das Kind Elifas, mit Basemat das Kind Reguel. 5 Mit Oholibama hatte er die Kids Jeusch, Jalam und Korach. Die sind alle übrigens in Kanaan geboren worden. 6 Später ging Esau von Jakob weg, in ein anderes Land. Seine Frauen und Kinder, seine Tiere und sein ganzes Zeug nahm er mit. 7 Esau und Jakob waren beide zu reich, um länger zusammenzubleiben. Es gab im Land nicht genug Futter für ihre vielen Tiere. 8 Deshalb zog Esau, der auch Edom genannt wird, nach Seir um. 9 Hier ist die Liste mit Esaus Kindern und Kindeskindern, die in Seir lebten: 10 Mit Ada und Basemat hatte Esau je einen Sohn: Elifas und Reguel. 11 Elifas wurde der Papa von Taman, Omar, Zefo, Gatam und Kenas. 12 Mit seiner anderen Frau Timna hatte er noch Amalek. Diese Kinder sind alles die Enkel von Esau und Ada. 13 Reguel wurde Papa von Nahat, Serach, Schamma und Misa. Sie sind die Enkel von Esau und Basemat. 14 Oholibama, die Tochter von Ana, hatte mit Esau zusammen die Kinder Jeusch, Jalam und Korach. 15 Die Stämme der Edomiter mit ihren Clanchefs sind übrigens alle direkt mit Esau verwandt. Elifas, der erste Sohn von Esau, war Papa von sechs Söhnen, dem Teman, Omar, Zefo, Kenas, 16 Gatam und Amalek. Die sind also alles Enkel von Esau und Ada. 17 Esaus zweiter Sohn Reguel war Papa von den folgenden vier Söhnen: Nahat, Serach, Schamma und Misa. Sie sind Enkel von Esau und Basemat. 18 Mit Oholibama bekam Esau die Söhne Jeusch, Jalam und Korach. 19 Alle diese Stämme und ihre Häuptlinge sind Nachkommen von Esau. Sie bilden das Volk der Edomiter.

Die Kinder und die Kinder der Kinder von Seir

20 Die ursprünglichen Bewohner des Landes Edom sind Kinder des Horiters Seir. Seine Söhne waren: Lotan, Schobal, Zibon, Ana, Dischon, Ezer und Dischan. Ihre Nachfahren sind die Stämme der Horiter. 22 Der Stamm Lotan ist in die Gruppen Hori und Hemam geteilt. Die Stadt Timna gehört diesem Stamm. 23 Der Stamm Schobal ist in die Gruppen Alwan, Manahat, Ebal, Schefi und Onam aufgeteilt. 24 Der Stamm Zibon ist in die Gruppen Aja und Ana geteilt. Ana wurde dadurch berühmt, dass er eine wichtige Quelle in der Wüste entdeckte, als er mal auf die Esel seines Vaters aufpasste. 25 Der Stamm Ana ist in die Gruppen Dischon und Oholibama geteilt. Oholibama war eine Tochter von Ana. 26 Der Stamm Dischon ist in die Gruppen Heman, Eschban, Jitran und Keran geteilt. 27 Der Stamm Ezer ist in die Gruppen Bilhan, Saawan und Akan geteilt. 28 Der Stamm Dischan ist in die Gruppen Uz und Aran geteilt. 29 Dies sind die Stämme der Horiter im Land Seir nach Alter ihrer Stammgründer: Lotan, Schobal, Zibon, Ana, Dischon, Ezer, Dischan.

Die Präsidenten der Edomiter

31 In der Zeit, bevor es in Israel einen Präsidenten gab, herrschten über das Land Edom nacheinander folgende Präsidenten: 32 Bela, der Sohn von Beor, in der Stadt Dinhaba. 33 Jobab, der Sohn von Serach, aus der Stadt Bozra. 34 Huscham aus dem Gebiet des Stammes Teman; 35 Hadad, der Sohn von Bedad, in der Stadt Awit. In der Region von Moab besiegte er die Midianiter in einer Schlacht. 36 Samla aus der Stadt Masreka. 37 Schaul aus der Stadt Rehobot am Fluss. 38 Baal-Hanan, der Sohn von Achbor. 39 Hadar in der Stadt Pagu, seine Frau Mehetabel war eine Tochter von Matred und Me-Sahab war ihr Opa.

Noch eine Liste der Edomiter

40 Dies sind die Chefs der Kinder von Esau. Nach ihnen wurden auch Städte benannt: Timna, Alwa, Jetet, 41 Oholibama, Ela, Pinon, 42 Kenas, Teman, Mibzar, 43 Magdiel und Iram. Das sind die Familienstämme von Edom und dazu ihre Wohnorte in dem Land, das sie erobert hatten. Es handelt sich um die Kinder und Kindeskinder von Esau. Von ihm stammen die Edomiter ab.

Josef hat heftige Träume

37 1Mo 1 Jakob baute seine Zelte in dem Kanaan-Land auf und wohnte da. Hier hatte ja schon sein Vater als Ausländer gelebt. 2 In diesem Kapitel kommt die Geschichte von Jakob und seiner Familie. Josef war 17 Jahre. Er half seinen Brüdern (die Söhne von Bilha und Silpa) beim Aufpassen auf die Schaf- und Ziegenherde. Und er petzte immer bei seinem Vater, was die Leute über sie am Lästern waren, wenn die mal wieder Mist gebaut hatten. 3 Er war auch der Liebling von Papa, vermutlich, weil er ihn erst bekommen hatte, als er schon alt war. Er ließ für ihn sogar eine Spezialanfertigung von einer sehr coolen Jeans machen, die echt stylisch aussah. 4 Als seine Brüder mitbekamen, dass ihr Vater Josef mehr liebte als sie, kriegten sie voll den Hals. Sie hassten ihn, und immer wenn er kam, hauten sie schnell ab, um nicht mit ihm reden zu müssen. 5 Irgendwann hatte Josef dann mal einen heftigen Traum, den er dann ausgerechnet auch noch seinen Brüdern erzählen musste. Danach hassten sie ihn sogar noch mehr. 6 Und zwar war das so. Er kam bei ihnen an und sagte: „Hey, ihr! Ich muss euch unbedingt erzählen, was ich letzte Nacht geträumt hab. 7 Wir waren auf einem Feld und haben zusammen das Getreide geerntet. Wir schnitten die Pflanzen in Büscheln ab und banden die dann zusammen. Plötzlich passierte was total Abgefahrenes. Mein Büschel stellte sich in die Mitte, und eure Büschel stellten sich drum herum. Und dann verneigten sich eure Büschel vor meinem, als wäre ich ein Held oder so.“ 8 „Ach, jetzt spinnst du total ab? Willst du jetzt unser Präsi werden oder was?“ Weil Josef diesen Traum hatte und den seinen Brüdern auch noch erzählte, hassten sie ihn nur noch mehr. 9 Er hatte dann noch einen zweiten Traum, der so ähnlich ging. Den erzählte er auch seinen Brüdern. „Leute, ich hab letzte Nacht wieder so einen Traum gehabt. In dem Traum kamen die Sonne und der Mond an, dazu noch elf Sterne im Gepäck. Ihr müsst euch das reinziehen, sie haben sich auch alle vor mit verneigt!“ 10 Diesmal hörte auch sein Vater zu. Der schnauzte ihn voll an: „Was soll das? Was ist das für ein Schwachsinn, den du da träumst? Glaubst du wirklich, dass ich, deine Mutter und deine Brüder alle mal bei dir ankommen und uns vor dir verneigen?“ 11 Seine Brüder wurden voll eifersüchtig auf Josef. Sein Vater schrieb sich den Traum aber auf und dachte da drüber nach.

Josef wird verschleppt und verkauft

12 Irgendwann waren die Brüder von Josef dienstlich unterwegs. Sie mussten die Schaf- und Ziegenherden vom Vater nach Sichem bringen, damit man die dort weiden konnte. 13 Jakob sagte zu Josef: „Du, besuch mal deine Brüder, die jetzt gerade in Sichem sind!“ – „Okay, mach ich!“, antwortete Josef. 14 „Schau einfach mal nach ihnen und check, ob sie gut drauf sind. Sieh dir auch mal die Tiere an, ob es denen auch gutgeht. Und dann komm bald zurück und erzähl, was du erlebt hast, ja?!“ Mit der Ansage schickte er Josef los, von Hebron nach Sichem zu gehen. 15 Auf dem Weg verlief sich Josef ein bisschen, weil er sich nicht so gut auskannte. Er traf dann zum Glück einen Typen, der ihn fragte: „Na? Wen oder was suchst du denn hier?“ 16 „Äh, ich bin auf der Suche nach meinen Brüdern! Haben Sie die irgendwo gesehen? Das sind alles Hirten, die hier in der Nähe arbeiten.“ 17 „Ach die! Die sind schon vor einer Zeit weitergezogen. Ich hab noch gehört, wie sie meinten: ‚Lass uns mal nach Dotan gehen!‘“ Also ging Josef dann in Richtung Dotan, um seine Brüder dort zu finden. 18 Als er noch ein paar Kilometer weg war, konnten seine Brüder ihn schon auf dem platten Land kommen sehen. Und bevor er in Hörweite war, hatten sie schon einen Plan gemacht, wie sie ihn am besten töten könnten. 19 „Da kommt ja unser „Träumer“ … 20 Jetzt haben wir die Chance, ihn endlich kaputt zu machen. Wir prügeln ihn tot und schmeißen die Leiche dann in einen Gulli. Wenn uns Leute fragen, erzählen wir einfach, er sei von einer wilden Bestie angefallen und aufgefressen worden. Dann wird endlich klar, was aus seinen tollen Träumen in Wirklichkeit geworden ist. Nämlich nichts!“ 21 Ruben war nicht so begeistert: „Mann Leute, das ist Mord! Das können wir nicht tun!“ Er wollte Josef irgendwie retten. 22 „Blut vergießen ist keine Lösung! Schmeißt ihn doch lebendig da hinten in den Gulli rein und macht den Deckel zu! Aber warum gleich töten?“ Er hatte sich überlegt, dass er nach einiger Zeit wieder hier herkommen würde, um den Josef da rauszuholen und zurück zu seinem Vater in Sicherheit zu bringen. 23 Als sie dann bei Josef waren, zogen sie ihm erst mal die teure Jeans aus. 24 Dann packten sie ihn und warfen ihn in den Gulli rein. Der Gulli wurde zu der Zeit nicht mehr benutzt. 25 Anschließend machten sie ein kleines Picknick. Plötzlich kam da ein ganzer Lkw-Treck von arabischen Geschäftsleuten aus Richtung Gilead an. Die waren auf dem Weg nach Ägypten, um ihre Ladung da zu verkaufen. Sie hatten teure Parfüme geladen, die sie dort weiterverhökern wollten. 26 Juda kam da eine gute Idee. „Hey, Leute! Was bringt uns das eigentlich, wenn wir unseren Bruder killen und die Leiche heimlich verschwinden lassen? 27 Warum verkaufen wir ihn nicht an die arabischen Geschäftsleute als Billiglohnkraft? Ist bestimmt ne bessere Idee. Dann machen wir uns nicht die Hände an ihm schmutzig. Außerdem ist er ja immerhin noch unser Bruder. Was meint ihr?“ Seine Brüder waren alle einverstanden. 28 Als die Geschäftsleute ankamen, zogen sie Josef aus dem Gulli raus und verkauften ihn für 2500 Euro. Die nahmen ihn dann mit nach Ägypten. 29 Ruben, der bei der Verkaufaktion nicht dabei war, kam später wieder da hin, um Josef zu befreien. Aber der war ja jetzt nicht mehr hier. Als er ihn nicht mehr finden konnte, war er voll fertig und traurig deswegen. 30 Er lief zurück zu seinen Brüdern und schrie sie an: „Der kleine Josef ist nicht mehr da! Was mach ich jetzt nur? Ich bin doch verantwortlich für ihn!“ 31 Denen fiel nichts Besseres ein, als die Jeans von Josef zu nehmen und die mit Blut von einer Ziege vollzuschmieren. 32 Das Teil nahmen sie dann als Beweisstück zu ihrem Vater mit. „Papa! Das haben wir gerade gefunden! Ist das nicht die Jeans von Josef?“ 33 Jakob erkannte die sofort. „O nein! Mein Sohn! Ja, die Jeans ist von Josef! Josef ist überfallen worden! Josef ist tot! Josef ist tot!“ 34 Er war total fertig deswegen, schrie laut los und weinte. Jakob zog ab dem Zeitpunkt nur noch schwarze Klamotten an und trauerte sehr lange um seinen Sohn. 35 Seine ganzen Kinder versuchten ihn immer wieder aufzumuntern und zu trösten. Aber keine Chance, Jakob war lange in einer schweren Depression deswegen. „Ich will auch sterben, um zu meinem Sohn zu kommen!“, sagte er immer wieder. Dass sein Lieblingsohn gestorben war, konnte er einfach nicht verkraften. 36 Die arabischen Geschäftsleute verkauften ihn in Ägypten dann als einen Sklaven an Potifar. Dieser Potifar arbeitete in der Residenz vom Chef des ganzen Landes, vom Pharao. Er war der General der Leibwächter vom Präsidenten. Sklaven hatten zu der Zeit kaum Rechte, sie hatten so eine Art Knebelverträge mit ihren Besitzern und mussten für die wie blöd arbeiten. Man konnte sie kaufen und weiterverkaufen, wie ein Stück Fleisch oder ein Tier.

Juda und seine Schwiegertochter Tamar

38 1Mo 1 Juda, der jüngste Sohn von Jakob und Lea, trennte sich irgendwann von seinen Brüdern und zog weiter runter, in das sogenannte Hügelland. Er wohnte in dem Ort Adullam bei einem Typen, der Hira hieß. 2 Dort lernte er die Tochter des Kanaaniters Schua kennen. Juda kam mit ihr zusammen und heiratete sie einige Zeit später. Ihr Name ist jetzt unwichtig. 3 Die wurde dann schwanger und bekam einen Sohn. Der Junge bekam den Namen „Er“. 4 Sie wurde dann noch mal schwanger und kriegte einen zweiten Sohn. Den nannten sie Onan. 5 Der dritte Sohn bekam den Namen Schela. Der wurde in der Zeit geboren, als Juda gerade auf Dienstreise in Kesib war. 6 Damals war es üblich, dass der Vater seinem Sohn eine Braut aussuchte. Für Er, seinen ersten Sohn, organisierte er eine Frau, die Tamar hieß. 7 Dieser Er war aber link unterwegs. Der tat Sachen, die Gott total ätzend findet. Darum ließ er ihn sterben. 8 Als Er tot war, ging Juda zu Onan und sagte zu ihm: „Dein Bruder hat seine Frau ganz alleine zurückgelassen, ohne dass sie ein Kind kriegen konnte. Du bist verpflichtet, da jetzt auszuhelfen. Ich will von dir, dass du mit seiner Frau schläfst, damit sie einen Sohn kriegt. Nur so kann diese Familie überleben und stirbt nicht aus.“ 9 Onan war also klar, dass die Kinder, die er da zeugen sollte, nie ihm gehören würden. Darum zog er jedes Mal, wenn er mit Tamar Sex hatte, seinen Penis vor dem Orgasmus aus der Scheide raus, damit sie nicht schwanger werden konnte. Seinen Samen spritzte er ins Bettlaken. 10 Gott fand das richtig ätzend. Er sorgte dafür, dass auch Onan bald sterben musste. 11 Juda sagte zu seiner Schwiegertochter Tamar: „Ist wohl besser, wenn du jetzt erst mal als Witwe im Haus von deinem Vater bleibst, bis mein Sohn Schela alt genug ist, um für dich zu sorgen.“ In Wirklichkeit hatte er aber Schiss, das sein letzter Sohn auch noch sterben würde. Tamar zog dann wieder in das Haus von ihren Eltern und blieb dort. 12 Ein paar Jahre später starb die Ehefrau von Juda, die eine Tochter vom Schua war. Erst mal wurde eine Trauerzeit angesetzt. Danach ging Juda mit seinem Freund Hira auf eine Tour in die Berge von Timna. Er wollte mal nach seinen Angestellten sehen, die dort gerade seinen Schafen die Wolle abrasierten. 13 Als Tamar davon Wind bekam, dass ihr Schwiegervater Juda auf dem Weg nach Timna war, 14 zog sie ihre schwarzen Trauerklamotten aus, schminkte sich, zog sich einen sexy Minirock an und ging zu der Straße, die nach Timna führte. Dort stellte sie sich an die Kreuzung, wo das Schild „Richtung Enajim“ angebracht ist. Sie hatte nämlich geschnallt, dass Schela mittlerweile erwachsen geworden war, sie aber als zukünftige Braut so gar nicht auf dem Zettel von seinem Vater stand. 15 Als Juda sie an der Straße sitzen sah, dachte er sofort, sie wäre eine Hure und würde hier auf dem Strich gehen. Weil sie so derbe geschminkt war, merkte er aber nicht, dass ihm da seine eigene Schwiegertochter gegenüberstand. 16 Er fuhr dann langsam an ihr vorbei, kurbelte das Fenster runter und quatschte sie an. „Was ist dein Tarif? Ich würde gern mit dir schlafen!“ – „Kommt drauf an. Was würdest du mir denn anbieten?“, fragte sie zurück. 17 „Ich hab jetzt gerade keine Kohle dabei. Aber was hältst du von 100 Euro?“ – „Okay, abgemacht, aber ich will irgendein Pfand von dir haben, damit ich das Geld auch sicher bekomme.“ 18 „Und was schlägst du vor?“, fragte Juda. „Gib mir deinen zweiten Autoschlüssel und den Perso!“, antwortete sie. Er gab ihr beides. Dann hatte er Sex mit Tamar. Sie wurde davon schwanger. 19 Als sie zu Hause ankam, zog sie die alten schwarzen Trauerklamotten wieder über, die man als Witwe normal länger tragen musste. 20 Juda schickte dann seinen Freund Adullam mit den 100 Euro, um die Sachen wieder einzulösen. Aber die Frau war weg und nicht zu finden. 21 Er fragte überall rum, ob jemand die Hure gesehen habe, die immer auf dem Straßenstrich bei dem Schild „Richtung Enajim“ anschaffen gegangen ist. Aber die Leute sagten ihm, dass es dort noch nie so was gegeben habe, da würden keine Huren stehen. 22 Adullam ging also wieder zu Juda zurück und erzählte ihm die Nachricht: „Du, ich hab sie echt nicht gefunden! Außerdem behaupten die Leute in dem Ort, dass es da überhaupt keine Huren gibt!“ 23 „Egal, vergiss es. Soll sie den Kram behalten, Hauptsache, es kriegt keiner mit, das wäre sehr peinlich für mich. Ich hab meinen Teil auf jeden Fall erfüllt, du warst da und wolltest ihr die Kohle geben, aber sie war nicht da.“ 24 Nach etwa drei Monaten verpetzte jemand die Tamar beim Juda. Man erzählte ihm: „Deine Schwiegertochter hat sich als Hure verkauft! Und sie ist sogar schwanger davon geworden!“ Juda war sehr sehr sauer. „Schmeißt sie aus unserer Gemeinschaft sofort raus!“, meinte er. „Sie muss sofort gekillt werden!“ 25 Als die ersten Leute Tamar packten und vor die Stadtgrenzen schleppen wollten, kriegte sie es noch hin, ihrem Schwiegervater die Sachen zu schicken, die er ihr als Pfand gegeben hatte, den Autoschlüssel und seinen Perso. Sie legte einen Zettel dazu, wo draufstand: „Lieber Juda, schau dir den Schlüssel mal genau an und check mal den Perso, bitte. Von dem Mann bin ich nämlich schwanger geworden!“ 26 Juda sah sich die Sachen genau an und änderte sofort seine Meinung. „Sie ist unschuldig!“, rief er laut. „Ich bin schuld. Ich habe sie nicht mit meinem Sohn Schela verheiratet. Das war falsch!“ Sie durfte dann ab der Zeit bei ihm im Haus wohnen, aber Juda stieg nicht noch einmal mit ihr ins Bett. 27 Tamars Bauch wurde immer dicker, und kurz vor der Geburt wurde klar: Es sind Zwillinge! 28 Bei der Entbindung streckte ein Baby seine Hand zuerst raus. Die Hebamme band einen roten Faden um das Handgelenk und sagte „Also das war der Erste, der geboren wurde!“ 29 Plötzlich zog das Baby aber seine Hand wieder zurück und das andere kam zuerst. Die Hebamme lachte es an und meinte: „Na, warum wolltest du denn unbedingt der Erste sein? Du hast dich ja wirklich drum gerissen!“ Darum bekam er den Namen Perez, weil das so viel wie „Riss“ bedeutet. 30 Danach kam sein Bruder zur Welt. An seiner Hand war der rote Faden. Er kriegte dann den Namen Serach, was so viel wie „Rot“ bedeutet.

Josef in Ägypten

39 1Mo 1 Wie gesagt, war Josef nach Ägypten verschleppt worden. Potifar hatte ihn als Sklave von den arabischen Geschäftsleuten abgekauft. Er war als Beamter im höheren Dienst beim damaligen Präsidenten von Ägypten angestellt und hatte dort das Sagen über die Securityleute. 2 Josef bekam dann einen Job in dem Haus vom Potifar. Gott war aber immer voll auf seiner Seite und unterstützte ihn. Alles, was er anpackte, wurde ein Riesenerfolg. Er durfte dann sogar in dem Haus von seinem neuen ägyptischen Chef wohnen. 3 Dieser Chef, ein Ägypter, kriegte das sehr schnell mit, wie Gott auf der Seite von Josef stand und ihn unterstützte. Wie gesagt, sorgte er dafür, dass alles, was Josef anpackte, ein Megaerfolg wurde. 4 Darum fand der ihn echt richtig gut, er war voll begeistert von seiner Arbeit. Josef stieg schnell auf, er wurde zu seinem persönlichen Sekretär von allen Geschäften, die in seinem Besitz waren. Josef wurde eine Generalvollmacht auf seine Bankkonten ausgestellt, und er konnte über alles bestimmen. 5 Und seitdem das so war, bekam auch Potifar indirekt den fettsten Segen ab. Weil Gott Josef so derbe liebte, fuhren die Ägypter jedes Jahr eine neue Rekordernte ein. Alles klappte, was Josef in die Hand nahm. 6 Sein Chef vertraute ihm blind. Er übergab ihm die ganze Verantwortung und kümmerte sich um nichts mehr, außer um sein eigenes Essen. Josef hatte eine knackige Figur und sah auch so echt sehr gut aus. 7 Nach einiger Zeit wurde die Frau von Potifar echt scharf auf ihn. Eines Tages kam sie bei ihm an und forderte Josef raus: „Na, Kleiner, Lust auf guten Sex?“ 8 Josef blieb aber stark. Er sagt zu ihr: „Nein, mein Chef hat mir sehr viel Vertrauen entgegengebracht. Er hat mir alles übergeben und kümmert sich um nichts mehr. 9 In diesem Haus bin ich nicht viel weniger als er. Ich darf mir alles nehmen, mit einer Ausnahme: dich, seine Frau! Wie könnte ich so draufkommen und ihn, geschweige denn Gott, so bescheißen?“ 10 Die Frau nervte jetzt jeden Tag rum. Josef blieb aber stark. 11 Einmal hatte Josef was im Haus zu tun. Keiner von den Hausangestellten war gerade da. 12 Plötzlich packte sie ihn an seinen Klamotten und schrie ihn an: „Los, nimm mich! Stell dich nicht so an!“ Er riss sich von ihr los und floh aus dem Zimmer. Dabei verlor er aber seine Jacke, an der sie ihn festgehalten hatte. 13 Als sie das Teil aufgehoben hatte, nachdem Josef abgehauen war, 14 rief sie einige der Hausangestellten zu sich. „Seht euch das an!“, sagte sie. „Da hat mein Ehemann mir so einen Hebräer ins Haus geschleppt, der hier machen kann, was er will, und jetzt kommt der einfach in mein Schlafzimmer, um mich zu vergewaltigen! Ich hab mich aber laut gewehrt! 15 Erst als ich so laut geschrien hab, wie ich konnte, hat er mich losgelassen und ist abgehauen! Seine Jacke hat er dabei verloren.“ 16 Die Jacke legte sie als Beweisstück neben sich aufs Bett und wartete, bis ihr Ehemann nach Hause kam. 17 Ihm erzählte sie dieselbe Story. „Dein Sklave, dieser Hebräer, den du hier ins Haus geholt hast, der war heute hier und wollte mich vergewaltigen! 18 Erst als ich laut geschrien hab, ist er abgehauen, er hat aber seine Jacke hier vergessen!“ 19 Als Potifar die Geschichte gehört hatte, rastete er total aus.

Josef im Gefängnis

20 Er ließ Josef sofort verhaften und ins Gefängnis bringen, wo alle Inhaftierten saßen, die vom Präsidenten persönlich festgehalten wurden. 21 Gott war Josef gegenüber aber immer treu. Er sorgte dafür, dass er einen guten Draht zum Gefängnisdirektor hatte. 22 Nach einer Weile übertrug der ihm sogar die Aufsicht über die anderen Gefangenen im Gefängnis. Und am Ende regelte er alle Geschäfte rund um die Anstalt. 23 Der Gefängnisdirektor saß nur noch entspannt in seinem Büro und kümmert sich um nichts. Das passierte alles, weil Gott total auf der Seite von Josef war. Alles, was er anpackte, gelang ihm gut und wurde ein Erfolg.

Josef weiß, was Träume bedeuten

40 1Mo 1 Einige Zeit später bauten zwei Beamte, die höhere Posten beim Präsidenten hatten, richtig Mist. Der eine war der persönliche Chefkellner und der andere der Meister von der Bäckerei, die nur für den Präsidenten Brot backte. 2 Der Pharao, so nannte man den Präsidenten von Ägypten damals, war richtig angefressen auf die zwei. 3 Er verknackte beide zu höheren Haftstrafen und buchtete sie in das gleiche Gefängnis ein, wo auch der Josef festsaß. 4 Der Gefängnisdirektor teilte ihnen Josef als Betreuer zu. Nachdem sie dort einige Zeit in Haft waren, 5 hatten sie beide einen sehr heftigen Traum. Sowohl der Chefkellner als auch der Bäckermeister vom Präsidenten träumten in derselben Nacht, und jeder von diesen Träumen hatte eine tiefere Bedeutung. 6 Als Josef morgens in ihre Zelle kam, kriegte er sofort mit, dass beide voll schlecht drauf waren. 7 „Was geht? Warum hängt ihr hier so deprimäßig rum?“, fragte er sie. 8 „Wir hatten beide einen echt heftigen Traum, aber es gibt niemanden hier, der uns sagen kann, was für eine Aussage dahintersteckt!“ – „Hm“, antwortete Josef. „Die Bedeutung von Träumen weiß nur Gott. Aber wenn ihr Lust habt, kann ich es ja versuchen. Ich hab nen heißen Draht nach oben. Erzählt mal!“ 9 Der Chefkellner legte als Erster los: „Also, in meinem Traum war da zuerst so eine Pflanze mit unterschiedlichen Stämmen, wo viele Weintrauben dran waren. 10 Das waren insgesamt drei große Pflanzenstämme, die sehr grün waren. Ich konnte sehen, wie die Pflanze viel Wasser aus dem Boden aufnahm. Dadurch wuchs sie sehr schön, und die Weintrauben wurden sehr süß und lecker. 11 Dann hatte ich plötzlich das Weinglas vom Präsidenten in meiner Hand. Ich nahm ein paar Trauben, zerdrückte sie mit meiner Hand, so dass der Saft in das Glas tropfte. Dann gab ich den Becher unserem Präsidenten.“ 12 „Okay“, sagte Josef. „Hier kommt die Aussage: Drei Pflanzenstämme bedeuten drei Tage. 13 Also wird dich in drei Tagen der Präsident vorladen. Er wird dich wieder in deinen Job einsetzen, den du vorher auch gehabt hast, als Chefkellner für die Getränkekarte. Dann wirst du ihm wieder höchstpersönlich den Wein einschenken. 14 Wenn das passiert, tue mir einen Gefallen, hörst du? Sei nett und leg beim Präsidenten ein gutes Wort für mich ein! Erzähl ihm von mir und hol mich hier irgendwie raus! 15 Ich bin nämlich vor einiger Zeit entführt worden. Ursprünglich stamme ich aus dem Hebräer-Land. Dabei bin ich unschuldig. Ich sitze hier im Knast, obwohl ich nichts ausgefressen hab.“ 16 Als der Bäckermeister mitkriegte, wie geil die Deutung vom Traum seines Kollegen war, kam er auch bei Josef an. „Ich hab auch etwas geträumt!“, meinte er. „Ich hatte drei Körbe in meinem Wagen, die mit richtig leckerem Kuchen und Brötchen gefüllt waren. 17 In dem Korb, der oben lag, waren Baguettes für das nächste Mittagessen vom Präsidenten. Dann kamen plötzlich ganz viele Vögel angeflogen und pickten das Brot einfach auf.“ 18 „Hmm“, sagte Josef. „Hier kommt die Aussage: Drei Körbe bedeutet drei Tage. 19 In drei Tagen wird der Präsident dich verurteilen und dir die Todestrafe aufbrummen. Man wird dich verurteilen zum Tod am Galgen. Dort lassen sie dich eine Weile hängen, bis Vögel ankommen und von deiner Leiche fressen.“ 20 Drei Tage später hatte der Präsident Geburtstag und feierte eine Party. Alle Beamten der Stadt waren eingeladen. Es gab ein kaltes Buffet vom Feinsten, mit allem Drum und Dran. Mitten in der Party ließ der Präsident den Bäckermeister und seinen Chefkellner vorladen. 21 Der Chefkellner bekam dann seinen Job zurück. 22 Der Bäckermeister wurde aber zum Tod verurteilt und gehängt, genauso, wie Josef es vorausgesagt hatte. 23 Der Chefkellner dachte aber nicht mehr an Josef und hatte schnell vergessen, was er ihm versprochen hatte.

Die seltsamen Träume vom Präsidenten

41 1Mo 1 Zwei Jahre später hatte der Präsident selbst auch einen heftigen Traum. Er träumte, dass er am Ufer vom größten Fluss in Ägypten, dem Nil, stand. 2 Dort konnte er wie in einem Film sieben schöne, gut ernährte, dicke Kühe am Ufer stehen sehen, wie sie am Grasfressen waren. 3 Dann kamen sieben andere Kühe aus dem Nil raus, die alle potthässlich aussahen. Die waren total abgemagert und dünn. Die dünnen Kühe stellten sich neben die dicken. 4 Plötzlich fielen die dünnen Kühe über die dicken her und verspachtelten sie! Schweißgebadet wachte der Präsident auf. 5 Nach einer Zeit pennte er wieder ein und träumte einen zweiten Traum. Jetzt sah er einen Halm von einer Weizenpflanze. An diesem Halm wuchsen sieben dicke Ähren, wo sehr viele Körner drinsteckten. 6 Dann sah er, wie anschließend noch mal sieben Ähren anfingen zu wachsen. Diesmal waren die aber echt winzig und vom heißen Wüstenwind total vertrocknet. 7 Plötzlich machten sich die winzigen Ähren über die dicken Ähren her und fraßen sie einfach auf! Schweißgebadet wachte der Präsident wieder auf. Er peilte dann erst, dass er nur einen fiesen Alptraum gehabt hatte. 8 Am nächsten Morgen bekam er leichte Panik, weil er glaubte, dass diese Träume was zu bedeuten hätten. Darum ließ er sofort durch seinen Sekretär alle Leute in sein Büro rufen, die irgendwie einen Schnall von Träumen oder auch übernatürlichen Dingen hatten. Aber keiner der Psychologen oder Wahrsager konnte ihm erklären, was dieser Traum zu bedeuten hat. 9 Der Oberkellner hörte von der Sache, machte einen Termin bei ihm und sagte: „Als ich von diesen Träumen hörte, die Sie hatten, erinnerte ich mich an die Zeit von früher, wo ich einmal richtig Mist gebaut hatte. 10 Herr Präsident, Sie waren ja mal sehr wütend auf mich und haben den Bäckermeister und mich in den Knast gesteckt. 11 Damals hatten wir beide in der gleichen Nacht einen Traum. Und beide Träume hatten dann tatsächlich auch eine besondere Bedeutung für uns. 12 Mit uns im Knast war ein junger Mann, ein Hebräer. Er arbeitete dort als persönlicher Sekretär vom Gefängnisleiter. Dem haben wir unsere Träume erzählt, und er konnte uns die Auslegung davon sagen. 13 Das Verrückte ist, dass alles, was er uns erzählt hatte, tatsächlich genauso eingetroffen ist. Ich wurde wieder angestellt, und mein Kollege wurde zum Tod verurteilt.“ 14 Der Präsident machte sofort ein paar Anrufe, um Josef bei sich im Büro antreten zu lassen. Er wurde aus dem Gefängnis geholt, man schickte ihn zum Frisör und kaufte Josef auch ein paar anständige Klamotten zum Anziehen. Dann kam er in das Büro vom Präsidenten. 15 „Kommen wir gleich zur Sache“, sagte der zu ihm. „Ich habe einen Traum gehabt, aber es gibt keinen, der mir sagen kann, was er bedeutet. Man hat mir erzählt, Sie seien ein Profi im Träumedeuten. Stimmt das?“ 16 „Ich kann das nicht“, erwiderte Josef. „Aber ich hab einen guten Draht zu dem, der das kann: Gott! Und der wird dem Präsidenten bestimmt etwas Gutes zu sagen haben.“ 17 Der Präsident erzählte: „Also, in meinem Traum stand ich am Fluss Nil. 18 Plötzlich kamen sieben schöne Kühe aus dem Wasser raus, die waren gut ernährt und dick. Dann fingen sie an, am Ufer Gras zu fressen. 19 Dann kamen aber sieben andere Kühe aus dem Wasser, die total abgemagert, dünn und hässlich waren. So hässliche Kühe hab ich echt in ganz Ägypten noch nie gesehen. 20 Die sieben hässlichen Kühe fielen dann über die sieben schönen her und fraßen sie einfach auf! 21 Aber die wurden einfach so aufgesaugt, da war kein großer Unterschied zu sehen, sie blieben genauso dünn und hässlich wie vorher. Dann bin ich aufgewacht. 22 Nachdem ich wieder eingepennt bin, hatte ich einen zweiten Traum. Jetzt sah ich, wie auf einem Halm von einer Weizenpflanze sieben dicke Ähren wuchsen, wo viele Körner drin waren. 23 Dann kamen da so ganz dünne, ausgetrocknete Ähren, wieder sieben Stück, ins Bild. 24 Die sieben dünnen Ähren fraßen zum Schluss die dicken einfach auf. Ich hab diese Träume meinen Psychologen und Wahrsagern erzählt, aber keiner konnte damit etwas anfangen.“ 25 „Beide Träume haben dieselbe Aussage“, sagte Josef. „Gott macht Ihnen jetzt schon eine Ansage, was er bald machen wird. 26 Die sieben fetten Kühe und die sieben fetten Ähren stehen für sieben fette Jahre. 27 Die sieben dünnen Kühe und die sieben dünnen Ähren stehen für sieben dünne Jahre. 28 Ich habe es gerade schon mal gesagt: Gott macht dem Präsidenten damit eine klare Ansage, was bald abgehen wird. 29 In den nächsten sieben Jahren wird es in ganz Ägypten richtig fette Ernten geben. Es gibt alles, was man will, bis zum Abwinken. 30 Aber dann kommen sieben dünne Jahre, wo es nichts zu fressen gibt und die Leute hungern müssen in ganz Ägypten. Diese Zeit wird so schlimm sein, dass man die guten Jahre davor schnell vergessen wird. Die Hungersnot wird ganz schön ans Eingemachte gehen. 31 Die fette Ernte wird bald aufgebraucht sein, weil dann viele Hunger haben werden. Diese Zeit wird wirklich hart sein, man wird die guten Jahre schnell wieder vergessen. 32 Weil der Präsident das Ganze aber zweimal geträumt hat, kann man ganz sicher davon ausgehen, dass es auch passieren wird. Gott hat es beschlossen, und es wird bald passieren. 33 Wenn ich einen Tipp geben darf: Suchen Sie sich schnell einen kompetenten Mann, dem Sie die komplette Verwaltung von Ägypten übertragen. 34 In den sieben Jahren, wo die Ernten richtig gut werden, sollten Sie 20 Prozent davon als Steuer von den Bauern einziehen. Dafür sollten von Ihnen ein paar Beamte angestellt werden, um das auch zu kontrollieren. 35 Diese Beamten sollen unter der obersten Aufsicht vom Präsidenten diese Getreidesteuer der guten Jahre sammeln und sie in den staatlichen Getreidesilos bunkern, die in den Städten liegen. 36 Das soll dann als Rücklage genommen werden, wenn die sieben dünnen Jahre am Start sind und die Leute Hunger haben. So kann dafür gesorgt werden, dass niemand verhungern muss und das ganze Land nicht durch diese Zeit kaputtgeht.

Josef kriegt den zweithöchsten Posten im Land

37 Diese Idee kam beim Präsidenten richtig gut an, und auch seine Berater applaudierten. 38 Er flüsterte ihnen zu: „In diesem Mann wirkt ganz heftig der Geist von Gott! Den müssen wir halten, so einen kriegen wir so schnell nicht noch mal, oder?“ 39 Dann sagte er laut zum Josef: „Nachdem Ihnen Gott meinen Traum so klar gedeutet hat, ist es für mich ganz eindeutig: Ich werde wohl so schnell keinen Besseren für diesen Job finden als Sie. 40 Ich biete Ihnen hiermit den Posten des Vizepräsidenten an! Alle sollen tun, was Sie sagen, Sie haben volle Befehlsgewalt. Ich will nur in einem Punkt über Ihnen stehen, und das ist in meinem Amt als Präsident von Ägypten.“ 41 Etwas später sagte er noch mal zu Josef: „Ich übergebe Ihnen hiermit die Vollmacht über Ägypten!“ 42 Er unterschrieb eine Urkunde, die das bestätigte, und gab sie ihm feierlich. Dann ließ er einen Schneider kommen, der Josef einen superfeinen Boss-Anzug machen sollte, eine Maßanfertigung. Dazu bekam er noch ne fette Rolex und einen Mercedes S-Klasse als Dienstwagen. 43 Josef durfte dann immer, wenn der Präsident durch die Stadt fuhr, in der Kolonne direkt hinter ihm fahren. Er durfte auch überall mit Blaulicht durchbrettern, alle musste den Weg freimachen, wenn er kam. 44 „Also, damit das klar ist, ich bin hier der Präsident!“, sagte er immer mal wieder zu ihm. „Aber ansonsten darf niemand im Land auch nur den Finger krumm machen, wenn Sie es ihm nicht erlauben!“ 45 Der Präsident gab Josef einen neuen Pass, wo auch ein neuer Name für ihn drin stand. In Ägypten durfte er sich ab jetzt „Zafenat-Paneach“ nennen, was so viel bedeutet wie „Gott spricht, er lebt“. Dazu durfte er die Tochter des Priesters Potifera heiraten, die Asenat hieß. So passierte es, dass Josef plötzlich der Chef von ganz Ägypten wurde. 46 Josef war dabei gerade mal 30, als er von dem Präsidenten dazu ausgesucht wurde, diesen Job zu tun. Er zog dann sofort los und machte erst mal ne große Tour, durch ganz Ägypten.

Josef passt auf Ägypten auf

47 Jetzt gingen die sieben Jahre los, wo die fetten Ernten eingefahren werden konnten. Auf den Feldern wuchs voll viel Getreide, weit mehr als genug. 48 Josef organisierte, dass man alle Nahrungsmittel, die geerntet wurden, in die jeweils nächste Stadt brachte, um sie dort zu bunkern. 49 Das Getreide war so gigantisch viel, dass man das Gefühl hatte, es wäre nicht mehr zu wiegen. Josef hörte irgendwann auf, die Säcke zu zählen, weil es einfach unzählbar wurde. 50 Bevor die große Hungerszeit losging, kriegte seine Frau Asenat noch zwei Jungs. 51 Josef hatte auch gleich einen guten Namen für ihn. Er nannte ihn Manasse, was so viel heißt wie „Gott hilft mir zu vergessen“. Denn er hatte das Gefühl, Gott habe ihm so geholfen, Abstand zu seiner Familie zu kriegen und die ätzenden Sachen zu vergessen, die sie mit ihm angestellt hatten. 52 Er bekam dann noch einen zweiten Sohn, den er Efraim nannte, das heißt so viel wie „Gott schenkt mir Kinder“. Er sagte da nämlich, dass Gott ihm sogar Kinder geschenkt hatte, obwohl er in diesem Land eigentlich sterben sollte.

Die Brüder vom Josef kommen nach Ägypten

53 Dann waren die sieben Jahre zu Ende, wo eine fette Ernte am Start war. 54 Die sieben Jahre Hungersnot fingen aber jetzt an. Alles passierte genau so, wie es Josef vorhergesagt hatte. Auf dem ganzen Kontinent gab es nichts zu essen, nur in Ägypten hatten sie genug gebunkert. 55 Als die Einwohner von Ägypten tierisch Hunger bekamen, bettelten sie beim Präsidenten. „Wir haben Hunger! Geben Sie uns was zu essen!“ – „Wenn Sie Brot wollen, dann wenden Sie sich an Josef. Befolgen Sie seine Anweisungen“, gab er als Flugblatt an die Leute raus. 56 Als die Hungersnot überall voll durchgeschlagen hatte, öffnete Josef die Kornspeicher und ließ von dort den Verkauf an die Ägypter starten. Die Hungersnot wurde immer derber, nicht nur bei ihm im Land, sondern auch in den Nachbarstaaten. 57 Deshalb kamen die Leute aus der ganzen Welt bei ihm in Ägypten an, um Getreide zu kaufen. Wie gesagt, war überall das Essen sehr knapp, und man hatte auf dem ganzen Kontinent mit Nahrungsmittelknappheit zu kämpfen.

Die Brüder von Josef kommen

42 1Mo 1 Als Jakob davon Wind bekam, dass es in Ägypten noch was zu futtern gab, sagte er zu seinen Söhnen: „Kinder! Was steht ihr hier so rum? 2 Ich hab gehört, dass es in Ägypten noch gut Getreide zu kaufen gibt. Jetzt packt eure Sachen und fahrt da mal hin! Sonst müssen wir hier noch verhungern.“ 3 Die zehn älteren Brüder von Josef packten sofort ihre Klamotten zusammen und fuhren nach Ägypten. 4 Nur Benjamin, der zweite Sohn von Rahel, sollte auf Wunsch des Vaters zu Hause bleiben. Er hatte Schiss, dass Benjamin auch noch was passieren könnte. 5 Die Brüder waren aber nicht die Einzigen, die diese Idee hatten. Weil ja im ganzen Land eine derbe Hungersnot war, gingen viele dieselbe Strecke, Richtung Ägypten. 6 Josef hatte mittlerweile die absolute Macht im ganzen Land. Er war alleine für den Verkauf von dem ganzen Getreide verantwortlich. Jede Bestellung ging über seinen Schreibtisch. Plötzlich kamen seine Brüder in das Büro und verbeugten sich ganz tief vor ihm, fast so, als wäre er der Präsident. 7 Josef erkannte sie sofort, aber er machte einen auf doof, so als hätte er keine Ahnung, wer ihm da gegenüberstand. „Guten Tag! Woher kommen Sie?“, fragte er. „Wir kommen aus dem Kanaan-Land. Wir sind hier, weil wir Getreide kaufen wollen“, antworteten seine Brüder. 8 Sie peilten aber immer noch nicht, wer da mit ihnen redete. 9 Jetzt erinnerte sich Josef wieder an das, was er damals geträumt hatte. Darum machte er erst mal einen auf Schauspieler. „Sie sind doch alle Spione! Wollen Sie unser Land ausspionieren, um zu sehen, wo man uns am leichtesten angreifen kann, oder was?“ 10 „Nein, auf keinen Fall, sehr verehrter Herr! Wir sind nur hier, um Getreide einzukaufen. 11 Wir sind alle aus der gleichen Familie. Wir sind total ehrliche Leute, keine Spione oder so was, versprochen!“, antworteten die Brüder durcheinander. 12 Aber Josef zog seine Rolle hart durch. „Nein, Sie sind nur hergekommen, weil das Land gerade nicht geschützt werden kann. Sie sind Spione!“ 13 „Nein, nein, wie können Sie so was sagen? Wir sind nur zwölf Brüder, die bereit sind, alles für Sie zu geben und Ihnen zu dienen. Wir kommen alle aus einer Familie, mit einem Vater, der aus Kanaan stammt. Unser jüngster Bruder ist bei unserem Vater geblieben, ein anderer ist tot.“ 14 Josef blieb bei seiner Meinung: „Es ist so, wie ich es sagte: Sie sind Spione! 15 Aber ich will Ihre Aussagen einmal überprüfen lassen. Dazu verlange ich, dass Ihr jüngster Bruder hier auch noch erscheint. Wenn Sie den nicht bringen können, werde ich Sie hier einsperren lassen! Da drauf haben Sie mein Wort! 16 Einer von Ihnen soll den Jungen mal herholen. Die anderen werden verhaftet und kommen in unser Staatsgefängnis. So kann man feststellen, ob Sie die Wahrheit erzählt haben! Aber, beim Leben des Präsidenten, ich bin mir sicher, dass Sie Spione sind!“ 17 Josef steckte sie dann für drei Tage in den Knast in eine Zelle. 18 Am dritten Tag besuchte er sie dort und sagte: „Ich geb Ihnen noch ne Chance, wenn Sie am Leben bleiben wollen. Denn ich hab auch Respekt vor Gott. 19 Wenn Sie wirklich ehrlich drauf sind, dann können Sie mir einen von Ihren Geschwistern hierlassen. Der Rest kann von mir aus nach Hause gehen und Getreide mitnehmen. Ich will ja nicht, dass Ihre Familien verhungern. 20 Aber versprechen Sie mir, den Jüngsten von Ihnen mit herzubringen, ja? Wenn Sie das machen, glaube ich Ihnen. Und dann muss hier auch keiner sterben.“ Die Brüder waren einverstanden. 21 „Das ist jetzt die Strafe“, sagten sie zueinander, als er wieder weg war. „Josef hatte total die Angst vor dem Tod, als er da in dem Loch war. Er hat uns angebettelt, dass wir ihn da wieder rausholen, aber wir haben so getan, als würden wir das nicht hören. Das haben wir nun davon, jetzt kriegen wir es selbst ganz dicke ab.“ 22 Ruben sagte: „Ich hab doch noch gesagt: ‚Lasst den Jungen in Ruhe!‘, aber ihr wolltet nicht auf mich hören! Jetzt haben wir hier den Ärger am Hals. So was rächt sich immer!“ 23 Josef stand die ganze Zeit daneben. Weil er vorher auf Ägyptisch zu ihnen gesprochen hatte, was ein Typ dann in Hebräisch übersetzte, dachten sie, er könnte ihre Sprache nicht verstehen. 24 Ihm kullerten die Tränen runter, und er musste schnell in ein Nebenzimmer gehen, damit das keiner mitkriegte. Als er wiederkam, ließ er den Simeon erst mal festnehmen und in Handschellen abführen. 25 Dann befahl Josef, alle mitgebrachten Kisten von seinen Brüdern mit Korn zu füllen. Unter den Deckel wurde sogar noch das Geld obendrauf gelegt, das sie eigentlich für die Ware bezahlt hatten. Er organisierte auch noch ein paar Schnittchen und andere Reiseverpflegung für die Jungs. Alles wurde genau so ausgeführt, wie er es wollte. 26 Sie packten die Kisten auf den Lkw und fuhren damit zurück Richtung Heimat. 27 Abends an der Tanke öffnete einer von ihnen eine der Kisten, die auf dem Hänger standen, um mal zu checken, was da jetzt drin ist. Da entdeckte er sofort die Geldscheine, die obenauf lagen. 28 Leicht geschockt rief er die anderen zusammen. „Hey, Leute, meine ganze Kohle ist hier in der Kiste drin! Was sollen wir jetzt nur machen?“ Sie bekamen voll die Panik. „Warum hat Gott das zugelassen? Warum hat er uns das angetan?“ 29 Als sie dann bei ihrem Vater Jakob in Kanaan ankamen, erzählten sie ihm die ganze Geschichte. 30 „Papa, der Typ, der in Ägypten zur Zeit das Sagen hat, war richtig hart zu uns! Er hat behauptet, wir wären Spione! 31 Wir haben ihm dann erzählt, dass wir wirklich ganz ehrliche Absichten hätten und dass wir nie und nimmer sein Land ausspionieren würden. 32 Haben ihm gesagt, dass wir zwölf Brüder sind, aber einer von uns bereits gestorben sei. Und dass der Jüngste zu Hause im Kanaan-Land, bei unserem Vater, geblieben ist. 33 Dieser Mann meinte dann zu uns, er würde uns erst vertrauen, wenn wir genau das tun, was er sagt. Wir sollten einen Bruder dalassen, das Getreide dürften wir aber schon mal mitnehmen, damit unsere Familien zu Hause nicht verhungern müssen. 34 Und dann bestand er da drauf, dass wir unseren jüngsten Bruder zu ihm bringen! ‚Das wäre für mich ein gutes Zeichen, dass Sie keine Spione, sondern korrekt sind‘, meinte er. ‚Wenn der hier ist, lass ich auch Ihren anderen Bruder frei, und Sie können dann überall in Ägypten hingehen und machen, was Sie wollen‘, hat er zu uns gesagt.“ 35 Beim Auspacken der anderen Kisten fanden sie dann die ganze andere Kohle, die überall obendrauf lag. Als sie und Jakob das Geld sahen, kriegten sie alle richtig Panik … 36 „Was soll das?“, schrie Jakob. „Jetzt verliere ich auch noch das zweite Kind! Josef ist weg und Simeon jetzt auch noch!? Und als Nächstes wollt ihr mir auch noch Benjamin wegnehmen? Seid ihr noch ganz dicht?“ 37 Ruben sagte zu seinem Vater: „Papa, ich mach dir ein Angebot. Wenn ich Benjamin nicht gesund und lebendig wieder zurückbringe, dann kannst du von mir aus meine beiden Söhne umbringen. Vertrau mir! Ich werde ihn bestimmt zu dir zurückholen!“ 38 Jakob war nicht einverstanden: „Benjamin bleibt hier! Basta! Sein Bruder Josef ist schon tot, und er ist der letzte von den Jungs, die ich mit Rahel zusammen bekommen hab. Ich bin jetzt schon weit über 80. Wenn er einen Unfall auf dem Weg hat oder ihm sonst was passiert, ich hätte sofort eine Herzattacke, das würde ich nicht überleben.“

Die Brüder fahren noch mal nach Ägypten

43 1Mo 1 Die Hungersnot war immer noch sehr heftig. 2 Irgendwann waren die Getreidekisten alle, die die Brüder aus Ägypten mitgebracht hatten. Jakob sprach noch mal mit seinen Söhnen: „Ich möchte, dass ihr wieder da hinfahrt und uns was zu Essen organisiert.“ 3 „Aber Papi, der Ägypter hat eindeutig gesagt, wenn wir noch mal in seine Nähe kommen, dann nur mit unserem Bruder! Das war eine Drohung! 4 Wir gehen nur, wenn es für dich okay ist, dass Benjamin mitkommt, 5 sonst bleiben wir lieber hier. Der Typ hat eindeutig klargemacht, wir sollen uns nicht noch einmal bei ihm blicken lassen, es sei denn, unser Bruder ist dabei.“ 6 Jakob, den man in der Zeit auch „Israel“ nannte, war echt sauer. „Warum habt ihr ihm überhaupt davon erzählt, dass es noch einen Bruder bei euch gibt?“ 7 „Ja, aber Papa, der Mann hat uns echt ausgequetscht. Er fragte uns ganz direkt: ‚Lebt euer Vater noch?‘, ‚Habt ihr noch einen Bruder?‘. Wir haben ihm dann einfach die Wahrheit gesagt. Wir hatten doch keine blasse Ahnung, dass der irgendwann auf die Idee kommt, wir sollen unseren Bruder auch noch mitbringen!“ 8 Juda hatte dann einen Vorschlag: „Papa, vertrau mir einfach, okay? Gib mir den Jungen unter meinem persönlichen Schutz mit. Wir gehen besser das Risiko ein, als dass wir alle vor Hunger sterben, wir und auch die Familien. 9 Ich übernehme das Ding! Du kannst mich persönlich voll dafür verantwortlich machen, mein Leben lang, wenn ich ihn nicht heil zurückbringe, ich schwör! 10 Wir wären ja schon zweimal wieder hier, wenn wir nicht so lange rumdiskutiert hätten.“ 11 Der Vater Israel sagte schweren Herzens: „Na gut, wenn es unbedingt sein muss, nehmt ihn meinetwegen mit. Aber bringt diesem Ägypter ein paar schöne Geschenke mit, Sachen, die in unserem Land echt ganz besonders gut sind. Packt von unserem Honig was ein, Pistazien, Mandeln, ein paar von unseren besonderen Deos und Parfüms, die gute hausgemachte Gesichtscreme, eben von dem ganzen Zeug. 12 Und dann nehmt doppelt so viel Geld mit. Einmal die Kohle, die man euch wohl aus Versehen in die Kisten gepackt hatte, und dann auch neues Geld. Übergebt das alles in bar dem Verantwortlichen. 13 Benjamin könnt ihr meinetwegen mitnehmen. Geht noch mal zu diesem Mann. 14 Ich werde hier sturmbeten, dass der Ägypter euch mag und nett zu euch ist. Und ich bete auch dafür, dass er meinen Benjamin und auch Simeon wieder gehen lässt. Ich will nicht auch noch alle meine anderen Kinder verlieren, hört ihr?!“

Josef macht ne fette Party, für seine Brüder

15 Die Brüder nahmen dann die doppelte Kohle mit, steckten die ganzen Geschenke ein und machten sich auf den Weg nach Ägypten. Benjamin hatten sie diesmal auch mit dabei. Nach einiger Zeit kamen sie beim Schloss an, in dem Josef wohnte. 16 Der sah schon aus dem Fenster, dass sie tatsächlich Benjamin mitgebracht hatten! Er rief sofort seinen Manager und sagte zu ihm: „Führen Sie die Leute, die grade ankommen, gleich in meine Residenz. Und dann fahren Sie das beste Essen auf, starten den Grill und machen uns leckere Steaks. Wir werden heute Mittag gemeinsam bei mir essen.“ 17 Als der Manager die Brüder begrüßt hatte und er sie in Josefs Residenz fahren wollte, 18 bekamen sie die leichte Panik. „Das ist ne Falle! Sie werden uns wegen dem Geld, das irgendwie in unsere Kisten gekommen ist, bestimmt sofort verhaften, unser ganzes Eigentum abzocken, unseren LKW verkaufen und uns in den Knast stecken.“ 19 Bevor sie in das Haus reingingen, sprachen sie noch mal mit dem Manager: 20 „Mal ne Frage: Wir waren ja schon einmal hier und haben Getreide von Ihnen gekauft. 21 Auf dem Heimweg, als wir irgendwo übernachten wollten, haben wir in die Kisten reingesehen. Und da lag oben in einem Umschlag das ganze Geld, das wir Ihnen dafür bezahlt hatten. Wir haben das jetzt alles wieder mitgebracht. 22 Dazu haben wir noch genug Geld dabei, um neues Getreide zu kaufen. Keine Ahnung, wer uns diesen Betrag in unsere Kisten gepackt hatte!“ 23 „Keine Panik! Bleiben Sie locker!“, meinte der Manager. „Das war wohl Ihr Gott höchstpersönlich, der Ihnen das Geld zugesteckt hat. Bei mir war die Abrechnung voll in Ordnung, ich habe einen satten Geldeingang von Ihnen verbucht.“ Er holte dann erst mal Simeon und brachte den zu ihnen. 24 Nachdem sie in der Residenz drin waren, ließ der Manager ihnen die Gästezimmer aufschließen, damit sie sich erst mal waschen konnten. Die Wagen wurden sogar neu betankt und kamen in die Autowäsche. 25 In der Zeit, als die Brüder auf Josef warteten, legten sie schon mal fein säuberlich die ganzen Geschenke auf den Tisch. Man hatte ihnen erzählt, dass sie sogar zum Mittagessen im Haus eingeladen waren! 26 Als Josef nach Hause kam, überreichten sie ihm die ganzen Geschenke und machten dabei immer wieder ganz tiefe Verbeugungen. 27 Josef wollte wissen, ob bei ihnen alles okay ist. „Wie geht es Ihrem alten Vater eigentlich? Lebt der noch?“ 28 „Ja, unserem Vater geht es gut. Wir sollen herzliche Grüße von ihm ausrichten!“ Dann verbeugten sie sich wieder ganz tief vor Josef. 29 Jetzt sah der erst seinen Bruder Benjamin, der die gleiche Mutter hatte wie er auch. „Ist das Ihr Jüngster, von dem Sie mir erzählt haben?“, schauspielerte er. „Gott ist voll auf deiner Seite, mein Sohn!“ 30 Josef kriegte voll die Heuleritis, als er das sagte. Damit keiner mitkriegte, dass er wegen seinem Bruder am Weinen war, ging er schnell in sein Privatzimmer und flennte sich da erst mal richtig aus. 31 Danach hielt er sein Gesicht unter kaltes Wasser und ging wieder zurück. „Du musst dich jetzt echt zusammenreißen“, sagte er zu sich selbst. Dann beauftragte er den Hausangestellten: „Fahrt jetzt mal das Essen auf!“ 32 Im Esszimmer bekam Josef einen Platz an einem Sondertisch, die anderen Brüder saßen zusammen. An einem dritten Tisch platzen sich die Ägypter hin, die in dem Anwesen von Josef arbeiteten. Es war nämlich damals total out für einen Ägypter mit Hebräern an einem Tisch zu essen. 33 Die Brüder saßen alle genau Josef gegenüber. Dabei hatte man die Platzkarten so organisiert, dass sie der Reihenfolge von ihrem Alter entsprachen. Das fanden die, na klar, erst mal total strange, weil das ja eigentlich keiner wissen konnte. 34 Dann kam das Essen. Es wurden die ganzen Spezialsachen aufgefahren, die eigentlich nur besondere Staatsgäste bekommen. Wobei Benjamin von allem fünfmal so viel auf seinen Teller bekam, wie die anderen. Danach tranken sie noch ein paar Flaschen Alk, bis sie in Partylaune und richtig breit waren.

Josef testet seine Brüder aus

44 1Mo 1 Am nächsten Morgen beauftragte Josef seinen Manager: „Füllen Sie die Kisten von diesen Männern wieder randvoll mit Getreide! Dann legen Sie auch das Geld wieder oben rein, was sie dafür bezahlt haben. 2 In die Kiste, die der Jüngste von ihnen beladen hat, legen Sie bitte noch meine Rolex oben rein, Sie wissen schon, welche.“ Der Manager führte den Auftrag sofort aus. 3 Am nächsten Morgen machte man früh um 5.00 Uhr die Papiere fertig und ließ sie abreisen. 4 Als sie gerade um die Ecke den Ort verlassen wollten, befahl Josef seinem Manager: „Jetzt gehts los! Fahren Sie schnell hinterher und holen Sie sie ein! Wenn Sie die Wagen erreicht haben, stoppen Sie den ganzen Treck. Und dann müssen Sie Folgendes loslassen: ‚Warum habt ihr meinen Chef beklaut, obwohl er so gut zu euch war? 5 Ihr habt die Rolex von meinem Chef mitgenommen, ein Erbstück von seinem Vater. Ihr habt damit ein Schwerstverbrechen begangen!‘“ 6 Der Manager fuhr full speed los und holte sie recht schnell ein. Dann sagte er seinen Spruch auf, den ihm Josef aufgetragen hatte. 7 „Wie kommen Sie zu so ner Aussage?“, antworteten die Brüder. „So was würden wir nie und nimmer bringen! 8 Jeder Cent, den wir mitgebracht haben, auch das Geld, das man uns versehentlich in die Kisten getan hat, alles wurde von uns wieder zurückgebracht! Warum sollten ausgerechnet wir auf die Idee kommen, aus dem Haus von Ihrem Chef Sachen zu zocken? 9 Also, falls Sie die Uhr tatsächlich bei irgendjemandem von uns finden sollten, soll der die Höchststrafe dafür bekommen, den Tod. Und wir würden ab sofort freiwillig als Angestellte mit Billiglohn auf Lebenszeit für Ihren Chef arbeiten. Ist das ein Angebot?“ 10 „Ja, okay“, sagte der Manager. „Das hört sich gut an. Wer das Teil gezockt hat, der kommt mit und muss für immer für ihn arbeiten. Der Rest kann weiter nach Hause gehen.“ 11 Sie holten sofort die Kisten raus und öffneten sie. 12 Der Manager filzte zuerst die Sachen vom Ältesten, dann vom Zweitältesten usw., bis er beim Jüngsten war. Dort fand er dann die Rolex in Benjamins Sachen. 13 Die Brüder rasteten total aus, schlugen auf die Motorhaube und schrien rum. Schließlich packten sie alles wieder ein und fuhren die Strecke zurück zu dem Haus, wo Josef wohnte. 14 Als sie bei ihm ankamen, gingen sie sofort in sein Büro, wo er schon auf sie wartete. Sofort warfen sie sich auf den Boden. 15 Josef schrie sie an: „Was ist denn jetzt bitte los? Wie sind Sie überhaupt drauf? Es hätte Ihnen doch vollkommen klar sein müssen, dass ich so was sofort merke, wenn man mich beklaut!“ 16 „Sehr verehrter Herr! Wir sind selbst vollkommen sprachlos! Was können wir noch sagen, um unsere Unschuld zu beweisen? Gott hat dafür gesorgt, dass wir erwischt wurden. Ab sofort stehen wir Ihnen für immer zur Verfügung. Wir und auch der, bei dem die Uhr gefunden wurde.“ 17 Aber Josef sagte: „Nein, ich werde nicht so ungerecht sein. Ich will nur, dass der, bei dem die Uhr gefunden wurde, ab sofort auf lau für mich arbeitet. Sie anderen können wieder in Ruhe zu Ihrem Vater zurückgehen!“ 18 Juda ging auf Josef zu und ergriff das Wort: „Sehr verehrter Herr! Sie haben fast genau so viel Macht wie der Präsident von Ägypten! Bitte verzeihen Sie mir, wenn ich hier ganz offen mit Ihnen rede, und bitte werden Sie nicht gleich sauer. 19 Das letzte Mal, als wir bei Ihnen waren, haben Sie uns gefragt, ob unser Vater noch lebt und ob es bei uns noch mehr Brüder gibt. 20 Wir haben ganz ehrlich geantwortet, dass unser Vater zwar schon sehr alt ist, aber noch lebt. Und auch, dass wir noch einen Bruder haben, den unser Vater bekommen hat, obwohl er da schon im Rentneralter war. Dieser Junge ist der letzte Sohn von zweien, die dieselbe Mutter haben. Der Ältere ist schon tot. Darum hängt der Vater auch so an ihm. 21 Als Sie gesagt hatten, wir sollten ihn auch noch herbringen, 22 haben wir versucht, deutlich zu machen, dass der Junge zurzeit seinen Vater nicht alleine lassen kann. Er würde sehr wahrscheinlich eine Herzattacke kriegen und sterben, wenn der Jüngste weg wäre. 23 Aber Sie haben da drauf bestanden. Sie meinten zu uns: ‚Ohne ihn braucht ihr gar nicht noch einmal zu kommen!‘ 24 Als wir dann wieder zu Hause waren, haben wir unserem Vater alles erzählt. 25 Dann waren die Essensreserven schon wieder alle, und er fragte uns noch mal, ob wir nicht nach Ägypten gehen würden, um Nachschub zu holen. 26 Aber wir fanden das keine so gute Idee. Wir sagten ihm: ‚Das geht unmöglich – es sei denn, Benjamin kommt mit! Ohne ihn brauchen wir dort gar nicht erst noch mal auflaufen!‘ 27 Mein Vater, der alles für Sie tun würde, sagte dann zu uns: ‚Ihr wisst das doch, dass meine Lieblingsfrau mir nur zwei Söhne geboren hat, oder? 28 Den einen hab ich schon vor Jahren als vermisst gemeldet. Er ist mit Sicherheit ermordet worden oder bei einem Unfall ums Leben gekommen. Ich hab ihn seitdem nie mehr gesehen. 29 Jetzt wollt ihr mir den zweiten Sohn auch noch wegnehmen? Wer kann mir denn garantieren, dass er nicht auch einen Unfall hat oder getötet wird, he? Ich würde das nicht überleben!‘ 30 Wenn wir jetzt zurückkommen und er sieht, dass der Junge, an dem er so wahnsinnig hängt, nicht dabei ist, 31 dann wird er sofort einen Herzkasper kriegen und tot umfallen. Dann sind wir verantwortlich für den Tod unseres eigenen Vaters und auch dafür, dass er mit so viel Frust und Trauer gestorben ist. Denn diese ganze Depression nimmt er dann sogar mit in den Tod. 32 Außerdem hab ich ihm gesagt, ich stehe dafür grade, dass ich den Jungen wieder mitbringe. Die ganze Schuld liegt bei mir, und zwar für immer. 33 Bitte erlauben Sie mir, dass ich anstelle von Benjamin hier bleibe. Ich werde Ihnen treu dienen und Ihr Angestellter sein, ohne Bezahlung und solange ich lebe. Bitte lassen Sie aber die anderen wieder nach Hause gehen! 34 Ich kann sowieso nicht mehr zurück, wenn der Junge nicht bei mir ist. Und ich würde durchdrehen, wenn ich meinen Vater so traurig sehen müsste.“

Josef zeigt, wer er wirklich ist

45 1Mo 1 Als Josef die ganze Story hörte, konnte er sich nicht länger zusammenreißen. Erst schickte er alle Ägypter vor die Tür, er wollte auf keinen Fall, dass irgendein Fremder dabei war, wenn er seinen Brüdern zeigte, wer er wirklich war. 2 Dann waren sie endlich allein. Josef fing erst mal voll laut an zu heulen. Alle im Innenhof bekamen das mit, und auch der Präsident und seine Mitarbeiter hörten von der Sache. 3 „ICH bin Josef!“, sagte er zu seinen Brüdern. „Lebt Papa noch?“ Seine Brüder waren aber alle erst mal wie gelähmt und konnten gar nichts sagen … 4 „Kommt mal näher zu mir!“ Als sie vor ihm standen, rief er ihnen noch mal zu: „Ich bin’s wirklich! Josef, euer Bruder! Der, den ihr nach Ägypten verhökert habt! 5 Keine Panik, Leute, ihr braucht euch echt keinen Kopf mehr zu machen wegen der Sache! Es war am Ende doch wohl Gott selbst, der mich auf diesem verrückten Weg nach Ägypten geschickt hat. Er wollte, dass ich hier vielen Menschen das Leben rette! 6 Seit zwei Jahren haben wir jetzt schon diese derbe Hungersnot. Fünf Jahre wird das noch so weitergehen, erst dann wird man wieder Sachen aussäen und ernten können. 7 Das war der Grund, warum mich Gott hierhin geschickt hat. Es war sein Plan, denn er wollte euch und eure Kinder retten. 8 Genau genommen habt ihr mich gar nicht in diese Lage gebracht, sondern Gott. Er hat das alles so organisiert, dass ich diese Anstellung beim Präsidenten bekommen hab und sein Vize wurde. Alle in Ägypten müssen im Grunde tun, was ich sage. 9 Jetzt los, Leute! Und nehmt für Papa noch einen Brief von mir mit!“ Er setzte sich dann schnell an den Schreibtisch und schrieb: „Lieber Papa! Wie geht es dir? Mir geht es gut! Gott hat dafür gesorgt, dass ich der Chef von ganz Ägypten geworden bin. Bitte komme mich ganz schnell besuchen! Warte nicht mehr so lange! 10 Wenn du willst, kannst du dich in dem Gebiet Goschen niederlassen. Das ist ganz in der Nähe, wo ich auch wohne. Bitte bring alle deine Kinder mit und auch die Enkel! Pack deine ganzen Sachen zusammen, und nimm auch den ganzen Betrieb mit, alle Ziegen und Rinder. 11 Diese Hungersnot wird noch fünf Jahre weitergehen. Ich pass auf euch auf und sorg dafür, dass es euch gutgeht! Bis bald. Dein Josef“ 12 Er gab den Brief an seine Brüder und sagte zu ihnen: „Hey, habt ihr es jetzt kapiert? Ich bin es, der mit euch redet! Wie sieht es bei dir aus, Benjamin? 13 Ihr müsst Papa die ganze Geschichte erzählen, alles, was ihr hier gesehen habt. Sagt ihm auch, dass ich richtig Karriere in Ägypten gemacht habe. Und jetzt zieht mal los und bringt ihn her, so schnell es geht!!!“ 14 Josef knuddelte den Benjamin wie verrückt und weinte dabei die ganze Zeit. Benjamin heulte auch voll los. 15 Dann knutschte Josef der Reihe nach seine Brüder ab, weil er sich voll freute. Erst jetzt fingen die Brüder an zu kapieren, was da gerade passiert war, und fingen an, ihm tausend Fragen zu stellen.

Der Präsident beordert Jakob nach Ägypten

16 An der Residenz machte die Nachricht, dass die Brüder vom Josef da waren, erst mal die Runde. Der Präsident und auch die Minister fanden die Sache aber sehr cool. 17 Er sagte zu Josef: „Sagen Sie Ihren Brüdern, dass sie mal ihre Lkws beladen sollen. Sie können dann schnell wieder ins Kanaan-Land abdüsen 18 und dann noch mal wiederkommen. Diesmal sollen sie aber auch Ihren Vater und die ganze Familie mitbringen! Wenn die wollen, kriegen sie von mir ein richtig gutes Stück Land geschenkt. Dort kann man sehr gut Sachen anbauen. Ihre Familie soll das beste Essen kriegen, was man in Ägypten anpflanzen kann. 19 Sie haben ja alle Vollmachten von mir bekommen. Also organisieren Sie noch einen Bus, wo die kleinen Kinder und die Frauen mitfahren können. Auch für Ihren Vater ist das bestimmt ne gute Idee, da mitzufahren. 20 Sie sollen ihren ganzen Krempel ruhig zu Hause lassen und sich nicht mehr darum kümmern. Sie werden hier die krassesten Sachen geschenkt kriegen, die Ägypten zu bieten hat.“ 21 Die Brüder waren einverstanden. Josef gab ihnen, mit dem Einverständnis vom Präsidenten, die Wagen und auch genug zu Essen für die Reise. 22 Jeder bekam dazu noch einen richtig feschen Armani-Anzug. Benjamin konnte sich sogar noch fünf Jeans aussuchen und bekam dazu noch 35000 Euro Bares in die Hand gedrückt! 23 Für seinen Vater schickte er noch extra zehn Autos los. Die waren mit Säcken voller Brot und anderen Lebensmitteln als Proviant für die Reise nach Ägypten bestückt. 24 Dann sagte er seinen Geschwistern „good bye“, und sie machten sich alle auf den Heimweg. „Bitte habt keinen Stress miteinander, wenn ihr unterwegs seid, ja?“, rief er ihnen noch nach. 25 Die Brüder kamen dann ins Kanaan-Land bei ihrem Vater Jakob an. 26 Sofort erzählten sie ihm das ganze Abenteuer, das sie in Ägypten erlebt hatten. „Josef lebt, Papa! Stell dir vor, er ist zurzeit der Chef über ganz Ägypten!“ Der Vater war aber wie in Trance, sie konnte ihn nicht erreichen, vor allem, weil er ihnen kein Wort mehr glaubte. 27 Die Jungs waren aber so begeistert am Erzählen, und als sie ihm sagten, was Josef ihnen aufgetragen hatte, und er dann auch noch die fetten Autos sah, wurde Jakob langsam wieder wach. 28 Irgendwann sagte er dann: „Schnauze halten! Es reicht jetzt! Mein Sohn Josef lebt also noch? Dann muss ich da auch unbedingt hin und ihn sehen, bevor ich kaputtgehe und sterbe!“

Jakob und seine Familie ziehen um nach Ägypten

46 1Mo 1 Jakob packte alle seine Sachen und zog los Richtung Ägypten. Als er in Beerscheba vorbeikam, machte er einen kurzen Stopp, um dort so ein Opferritual für Gott durchzuziehen. Er schlachtete eins seiner Tiere und grillte davon ein paar Steaks für Gott. 2 In der nächsten Nacht hatte er einen heftigen Traum. Gott kam vorbei und rief seinen Namen „Jakob, Jakob!“ – „Was is? Bin hier!“, antwortet er. 3 „Ich bin’s, Gott!“, sagte die Stimme. „Ich bin der Gott von deinem Vater. Du brauchst keine Angst vor Ägypten zu haben! Ich habe vor, mit deiner Familie dort ein großes Ding zu starten! Es sollen viele Babys geboren werden, und ihr sollt stark werden. 4 Ich bin dein Bodyguard, pass auf dich auf, wenn du nach Ägypten gehst, und ich werde auch dafür sorgen, dass ihr wieder zurückkommt. Josef wird bis ganz zum Schluss dabei sein, wenn du stirbst.“ 5 Morgens zogen Jakob und seine Truppe von Beerscheba weiter. Seine Söhne setzten Jakob und auch seine Frauen und die Kinder in den Bus, den der Präsident extra hatte kommen lassen. 6 Irgendwann kamen Jakob und seine ganze Familie dann in Ägypten an. Das ganze Familieneigentum, alle Schafe, alles, was sie in Kanaan mal gekauft hatten, das war alles mit dabei. 7 Auch die Kinder und Enkelkinder waren alle mit am Start.

Eine Liste der ganze Familie vom Jakob

8–15 Jetzt kommt eine ganze Liste mit Namen, die zu der Familie von Jakob (Israel) gehörten. Die kamen alle mit nach Ägypten. Ganz vorne stehen die Söhne, die er von Lea bekommen hatte, als sie noch in Mesopotamien wohnten. Zuerst

Ruben

und dessen Söhne Henoch, Pallu, Hezron und Karmi. Dann

Simeon

und dessen Söhne Jemul, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Schaul, den er aus der Beziehung mit einer Kanaaniterin bekommen hatte.

Levi

und seine Söhne Gerschon, Kehat und Merari.

Juda

und seine Söhne Er, Onan, Schela, Perez und Serach. Er und Onan waren allerdings schon in Kanaan gestorben. Perez hatte zwei Söhne: Hezron und Hamul.

Issachar

und seine Söhne Tola, Puwa, Jaschub und Schimron. Und zuletzt

Sebulon

und seine Söhne Sered, Elon und Jachleel. Ganz am Ende stand die Tochter

Dina.

Insgesamt waren es 33 Menschen, die aus der Beziehung zwischen Jakob und Lea entstanden sind. 16–18 Aus der Beziehung mit der Silpa kamen 16 Menschen:

Gad

und dessen Söhne Zifjon, Haggi, Schuni, Ezbon, Eri, Arod und Areli. Dazu

Ascher

und seine Söhne Jimna, Jischwa, Jischwi und Beria. Und dann soll auch noch die Tochter Serach hier genannt werden. Beria hatte auch zwei Söhne, den Heber und Malkiel. Insgesamt 16 Kinder wurden von Silpa geboren. 19–22 Von der Lieblingsfrau von Jakob, der Rahel, stammen folgende Jungs ab:

Josef

mit seinen Söhnen Manasse und Efraim (die beiden kamen aus der Beziehung mit Asenat, eine Tochter des Priesters Potifera aus On, sie wurde auch in Ägypten geboren). Dann kommt noch der

Benjamin

und seine Söhne Bela, Becher, Aschbel, Gera, Naaman, Ehi, Rosch, Muppim, Huppim und Ard. Insgesamt waren es 14 Menschen, die aus der Beziehung zwischen Jakob und Rahel entstanden sind. 23–25 Aus der Beziehung mit Bilha, der Angestellten von Rahel (die von Laban), kommen folgende Kinder und Enkelkinder:

Dan

und sein Sohn Huschim,

Naftali

und seine Söhne Jachzeel, Guni, Jezer und Schillem. 26 Insgesamt kamen also mit Jakob 66 Kinder und Enkel nach Ägypten. Dazu kamen noch die Frauen von Jakobs Söhnen. 27 Wenn man jetzt noch Jakob, Josef und seine Söhne dazuzählt, zogen insgesamt 70 Leute aus der Familie vom Jakob nach Ägypten.

Wiedervereinigung von Jakob und Josef

28 Jakob kam irgendwann mit seiner ganzen Familie in Ägypten an. Juda hatte er schon mal vorgeschickt, damit er Josef ansagen konnte, dass sie bald bei ihm sein würden. Die Idee war, sich schon auf halbem Weg in dem Land Goschen zu treffen. 29 Josef ließ seine Staatskarosse kommen und fuhr seinem Vater entgegen. Als er da war, stieg er aus, beide liefen sich entgegen und umarmten sich heftig. Josef und Jakob fingen dabei voll an zu weinen. 30 „Von mir aus kann ich jetzt gerne sterben“, sagte Jakob. „Ich hab dich endlich wieder gesehen, und ich weiß jetzt, dass du noch lebst!“ 31 Josef sagte dann zu seinen Brüdern und der ganzen Familiengang, die da standen: „Leute, ich gehe jetzt mal zum Präsidenten und sprech bei ihm vor. Ich will ihm erzählen, dass ihr aus dem Kanaan-Land zu Besuch seid, um mich zu sehen. 32 Ich sage ihm, dass ihr eure Kohle mit Viehzüchten verdient und dass ihr den ganzen Besitz und auch alle Tiere mit am Start habt. 33 Wenn der Präsident euch vorladen lässt und Fragen nach eurem Beruf stellt, 34 dann sagt ihm einfach, dass ihr immer schon als Viehzüchter gearbeitet habt, Schafe und Ziegen, damit kennt ihr euch aus. „Das war schon immer so in unser Familie“ müsst ihr ihm erzählen. Dann wird er euch ein Visum ausstellen, und ihr habt die Erlaubnis, in dem Land zu wohnen.“ Für Ägypter sind Viehzüchter, die den ganzen Tag mit Schafen und Ziegen rumhängen, nämlich total out. Sie finden die einfach ekelig.

Jakob beim Präsidenten

47 1Mo 1 Josef ging dann zum Präsidenten ins Büro und erzählte ihm, dass sein Vater und auch die Brüder angekommen seien. „Sie sind aus dem Land Kanaan ganz hierhergefahren und haben alles, was ihnen gehört, gleich mitgebracht. Ihre ganzen Tiere und so, alles ist dabei. Sie sind jetzt in dem Gebiet Goschen.“ 2 Vor der Tür standen erst mal nur fünf von seinen Brüdern, die er jetzt reinholte, um sie dem Präsidenten einmal vorzustellen. 3 „Was machen Sie beruflich?“, wollte der gleich von ihnen wissen. „Wir leben von der Aufzucht und Pflege von Schafen, verehrter Herr Präsident. Das ist in unser Familie schon immer so gewesen.“ 4 Dann sagten sie zu ihm: „Wenn es Ihnen möglich erscheint, würden wir sehr gerne ein Arbeitsvisum in Ihrem Land beantragen und hier eine Zeitlang leben. Bei uns zu Hause im Kanaan-Land gibt es zurzeit kein Wasser und keine grüne Weidefläche für unsere Tiere, weil es seit langem nicht mehr geregnet hat. Wir bitten höflichst um Erlaubnis, uns für eine Zeit in der Provinz Goschen niederlassen zu dürfen.“ 5 Der Präsident beugte sich zu Josef rüber und meinte: „Ihr Vater und Ihre Brüder sind jetzt also zu Ihnen gekommen! 6 Von mir aus steht Ihnen ganz Ägypten zur Verfügung! Die beste Idee ist vielleicht, sie gleich in Goschen wohnen zu lassen, das ist ja vom Land her sehr schön dort, das beste, was wir haben. Wenn es einige in Ihrer Familie gibt, die sich gut mit Tieren auskennen, hab ich nichts dagegen, wenn Sie ihnen auch die Verantwortung für meine eigenen Herden übergeben.“ 7 Josef ließ jetzt auch seinen Vater zum Präsidenten rufen. Jakob begrüßte den Präsidenten mit einem Gebet für ihn. 8 Nachdem sie sich dann freundlich die Hand gegeben hatten, war seine erste Frage: „Wie alt sind Sie denn, wenn ich fragen darf?“ 9 „130 Jahre lebe ich jetzt als Ausländer auf dieser Erde“, antwortete Jakob. „Ich habe viel kürzer und schlechter als meine Vorfahren gelebt, obwohl sie genauso wie ich als Ausländer lebten.“ 10 Beim Abschied betete Jakob noch mal für den Präsidenten und verabschiedete sich dann. 11 Nach dem Befehl vom Präsidenten durfte sich Jakob mit seiner ganzen Familie in der Gegend von Ramses ein Grundstück aussuchen und dort wohnen. Das war so ziemlich die angesagteste Gegend im Land. 12 Josef versorgte seinen Vater und kümmerte sich auch um seine Brüder, damit sie genug zu essen bekamen. Das war so viel, dass alle Familienangehörigen und auch die Kinder immer satt wurden.

Die Ägypter verkaufen sich an den Präsidenten

13 Es gab immer noch kein Brot in Ägypten und Kanaan zu kaufen, und alle Einwohner hatten voll den Hunger. 14 Sie konnten zwar immer Mehl und Getreide beim Josef einkaufen, aber irgendwann war ihre Kohle alle, weil sie dafür ja auch ganz gut bezahlen mussten. Irgendwann gab es kein Geld mehr, weil alle Knete, die es überhaupt gab, auf dem Konto von Josef gelandet war. Der überwies den ganzen Betrag aber an die Bank vom Präsidenten. 15 Als wirklich keiner mehr Geld hatte, kam es zu einer Demonstration vor dem Büro von Josef. „Geben Sie uns Brot! Oder sollen wir hier jetzt vor Ihren Augen verrecken? Unser Geld ist alle!“ 16 „Sie können auch mit anderer Währung bezahlen“, antwortete Josef. „Bezahlen Sie das Essen mit Ihren Tieren, die Sie noch haben. Wir tauschen Tiere gegen Brot!“ 17 Also kamen die Leute in den nächsten Tagen, einer nach dem anderen, bei ihm an und brachten ihre Pferde, Esel, Rinder, Schafe und Ziegen. Josef gab ihnen dafür das ganze Jahr genug zu essen. 18 Aber im nächsten Jahr standen sie dann wieder bei ihm auf der Matte: „Sie sind unser Chef! Und wir müssen einfach zugeben, dass wir schon jetzt total pleite sind. Wir haben nichts mehr, womit wir bezahlen könnten, nur noch unser Land und unser Leben. 19 Möchten Sie, dass wir vor Ihren Augen verhungern? Was passiert mit unserem Land? Sie können uns haben und auch unser Land kaufen, wenn Sie wollen. Wir werden ab sofort dann nur noch für den Präsidenten arbeiten. Als Zahlung wollen wir nur Mehl und Getreidekörner haben. Die Körner brauchen wir, damit wir auf unseren Feldern vielleicht mal wieder Getreide anpflanzen können und die nicht total verkommen.“ 20 Josef ließ sich auf den Deal ein. So mussten wegen der derben Hungersnot alle Ägypter auch noch ihren Grundbesitz an den Präsidenten verkaufen. Josef regelte die Verträge und dann gehörte wirklich alles, was es in Ägypten gab, nur noch dem Präsi. 21 Alle Leute, die in Ägypten lebten, gehörten ab dann mit Haut und Haaren ganz dem Präsidenten. 22 Nur die Priester, die in den Tempeln arbeiteten, brauchten ihre Felder nicht zu verkaufen. Die waren nämlich so was wie Beamte und bekamen ihre Kohle direkt vom Staat. 23 Josef sagt danach zu den Ägyptern: „Heute habe ich Sie und Ihr Land für den Präsidenten gekauft. Jetzt lassen Sie sich mal richtig viel Getreide geben, damit Sie davon leben können. Und legen Sie sich etwas zurück, um es dann auf den Feldern wieder auszusäen, ja?“ 24 Er legte es gesetzlich fest, dass in ganz Ägypten ab sofort jeder 20 Prozent von seinem Einkommen als Steuer an den Präsidenten abführen musste. „Was übrig bleibt, können Sie für Ihre Familien behalten. Es müsste reichen, um davon zu leben und auch noch was für das Säen und Ernten übrig zu haben. 25 „Danke“, sagten die Leute zu ihm. „Sie retten uns das Leben! Wenn es okay ist, wollen wir freiwillig für immer kostenlos für Sie arbeiten!“ 26 Josef brachte dann ein Gesetz ein, dass eine Steuerzahlung von 20 Prozent auf das ganze Einkommen gelegt wurde, was in Ägypten im Jahr aufkam. Dieses Gesetz gibt es da noch heute. Nur das Eigentum der Priester wurde nicht an den Staat überschrieben.

Jakobs Letzter Wille

27 So kam es also, das alle Israeliten in Ägypten wohnten. Sie lebten in der Provinz Goschen und bekamen da ganz viele Kinder. 28 Jakob lebte noch siebzehn Jahre in Ägypten. Er wurde insgesamt 147 Jahre alt. 29 Als er merkte, dass es mit ihm zu Ende ging, ließ er den Josef zu sich rufen. „Ich hab eine Bitte an dich“, sagte er zu ihm. „Mein Letzter Wille ist, dass ich nicht hier in Ägypten beerdigt werde. Das musst du mir schwören! 30 Ich möchte, dass mein Grab dort ist, wo auch meine Väter begraben wurden. Bitte überführe meine Leiche dorthin, wenn es so weit ist!“ – „Versprochen, das mach ich!“, antwortete Josef seinem Vater. 31 „Ich will, dass du es mir ganz fest versprichst, ja? Schwörst du auf deine Mutter?“ Josef versprach es seinem Vater, dass er diesen Wunsch auf jeden Fall erfüllen würde. Er verbeugte sich dabei ganz tief an dem Bett von seinem Vater und betete dabei zu Gott.

Jakob betet auch noch für seine Enkel

48 1Mo 1 Einige Zeit später kriegte Josef eine Mail von zu Hause, wo drinstand, dass sein Vater sehr krank ist. Er packte sofort seine Sachen, nahm seine beiden Söhne Manasse und Efraim mit ins Auto und fuhr los. 2 Als man Jakob erzählte, dass sein Sohn Josef gleich da sein würde, riss er sich noch mal richtig zusammen und setzte sich auf die Bettkante. 3 Nachdem Josef in seinem Zimmer angekommen war, fing Jakob an mit ihm über etwas sehr Wichtiges zu sprechen. „Josef, ich hatte mal ein echt heftiges Treffen mit dem richtig großen Gott. Das war bei Lus, im Kanaan-Land. Gott wünschte mir alles Gute, er segnete mich 4 und sagte dann: „Ich werde dafür sorgen, dass sich deine Familie sehr stark vermehren wird! Daraus wird mal ein ganz großes Volk werden, eine ganze Nation von Völkern. Und ich will dir dafür dieses Land auf lau schenken. Es soll dir und deiner Familie für immer gehören.“ Das hat mir Gott höchstpersönlich damals so gesagt. 5 Ich hatte jetzt die Idee, dass ich deine beiden Söhne Efraim und Manasse, die ja beide in Ägypten geboren wurden, adoptieren werde, damit sie die gleichen Rechte wie meine eigenen Söhne haben. 6 Aber die Kinder, die du vielleicht später noch bekommst, sollen den Familiennamen Efraim oder Manasse abkriegen und in deren Land leben. 7 Ich will das vor allem wegen deiner Mutter Rahel. Sie ist ja auf dem Rückweg von Mesopotamien nach Kanaan gestorben. Wir waren damals kurz vor der Stadt Efrata. Ich hab sie dort auf einem Friedhof beerdigt.“ Efrata ist übrigens das heutige Bethlehem. 8 Jetzt erst bemerkte Jakob, dass die zwei Söhne von Josef, Manasse und Efraim, mit am Start waren. „Wen hast du denn da mitgebracht?“, fragte Jakob. 9 Josef antwortete: „Das sind die Söhne, die Gott mir hier in Ägypten geschenkt hat!“ – „Bring die mal her! Ich will mir die gerne mal aus der Nähe ansehen und für sie beten!“ 10 Jakob war nämlich schon ziemlich kurzsichtig und hatte keine Brille. Als die beiden Jungs bei ihm am Bett standen, knuddelte er sie und gab ihnen einen Kuss. 11 „Josef, ich hätte es echt nicht mehr geglaubt, dass ich dich überhaupt noch mal wiedersehen werde, und jetzt darf ich sogar noch deine Kinder umarmen!“ 12 Josef nahm dann die beiden Jungs beiseite und kniete sich vor dem Bett seines Vaters auf den Boden hin. Dann verbeugte er sich ganz tief. 13 Danach nahm er seine beiden Söhne an die Hände, Efraim rechts und Manasse links. So ging er dann noch mal ganz nahe zu seinem Vater ans Bett, damit der noch mal für seine Kinder beten und sie segnen würde. Er wollte, dass der Ältere von beiden mit der rechten Hand von Jakob gesegnet wird, weil man damals dachte, da liegt mehr Power drauf. 14 Jakob überkreuzte aber seine Hände beim Beten, legte seine rechte Hand auf den Kopf vom jüngeren Bruder Efraim und seine linke auf den Kopf von Manasse. Und das, obwohl eigentlich Manasse der ältere Bruder war. 15 Jakob fing dann an zu beten: „Gott! Du bist derjenige, der schon meinen Vätern Abraham und Isaak gesagt hat, was Sache ist. Sie haben sich danach gerichtet. Ich rede jetzt mit dem Gott, der mich schon mein ganzes Leben lang begleitet und auf mich aufgepasst hat, bis heute. 16 Du bist derjenige, der immer da war, wenn es mir beschissen ging. Du hast mich so oft gerettet. Du sollst jetzt mit voller Power mit diesen Kindern sein. Sorge dafür, dass unsere Familie, ich und meine Vorfahren Abraham und Isaak, durch ihr Leben weiterbesteht. Sie sollen viele Kinder bekommen, damit dieses Land ohne Ende bevölkert wird.“ 17 Josef fand das nicht so geil, dass Jakob seine rechte Hand auf Efraim gelegt hatte. Darum wollte er sie da wegnehmen und auf Manasse legen. 18 „Kleiner Irrtum, Papa“, sagte er zu ihm. „Das ist nicht der Ältere von den beiden! Auf den hier musst du deine rechte Hand legen!“ 19 „Das hab ich schon lange kapiert“, antwortete Jakob. „Keine Panik, auch Manasse wird sehr viele Kinder bekommen, aus denen dann ein großes Volk entstehen wird. Aber sein jüngerer Bruder wird es noch fetter abkriegen. Aus seiner Familie werden mal ganze Nationen!“ 20 Also betete Jakob auf die Art für die zwei Jungs von Josef. Er sagte danach zu Josef: „Hör zu, du und deine Kinder, ihr werdet mal in Israel als Beispiel dafür dienen, wie sehr Gott einen unterstützen und wie krass er jemanden segnen kann. Irgendwann wird es so einen Spruch in Israel geben. Wenn man sich etwas besonders Gutes sagen will, dann werden die Leute texten: ‚Gott soll so mit dir umgehen, wie er es mit Efraim oder Manasse gemacht hat!‘“ Ganz bewusst nannte er dabei Efraim zuerst. 21 Jakob, den man ja zu der Zeit auch Israel nannte, sagte dann zu Josef: „Pass auf, mein Junge, ich sterbe jetzt. Aber Gott lässt euch nie alleine. Er wird euch in das Land zurückbringen, das er schon unseren Vätern versprochen hat. 22 Ich vererbe dir hiermit ein Stück Land, das ich mal im Krieg von den Amoritern erobert habe. Es liegt dort oben in den Bergen. Du wohnst dann sogar noch höher als deine Brüder!“

Jakob betet für seine Söhne und spricht ihnen gute Sache zu

49 1Mo 1 Danach rief Jakob alle seine Söhne zu sich ins Zimmer, weil er ihnen was sagen wollte: „Hey, Jungs, hört mal zu! Ich will euch mal ne Ansage machen über die Dinge, die mit euren Familien später mal passieren werden! 2 Kommt mal her und hört mir gut zu! Als euer Vater Israel will ich euch was voll Wichtiges erzählen! 3 Zuerst zu dir, Ruben. Du bist ja als Erster geboren worden. Da war ich noch voll Power, und das sieht man auch an dir. Du bist nämlich auch voll im Saft, machst manchmal den Lauten, weil du gar nicht weißt, wohin mit deiner Kraft. 4 Aber du kannst nicht der Erste bleiben, weil du dich nicht unter Kontrolle hast. Du bist einfach zu wild, wegen dir musste ich mich voll schämen, weil du mit einer von meinen Frauen Sex gehabt hast. 5 Jetzt zu euch beiden, Simeon und Levi. Ihr habt es nicht geschafft, mich für eure Pläne zu begeistern. Ihr seid zu aggromäßig unterwegs und tut, worauf ihr Bock habt. 6 Ich will echt nicht in eurer Gang sein. Ihr schlagt einfach zu und habt so schon viele Männer getötet. Auch auf Tiere geht ihr einfach los und verstümmelt sie. 7 Ich hasse euer brutales Verhalten, ich verfluche es! Warum seid ihr so heftig drauf, warum immer so grausam unterwegs? Ich bestimme jetzt, dass ihr euch über das ganze Land verteilt ausbreiten müsst. 8 Juda, du bist der Beste, und deine Brüder haben dich als Vorbild! Jeder findet dich total gut, weil du deine Feinde im Griff hast. Du machst sie einfach nieder, sie sehen keine Stiche gehen dich. 9 Du bist eben mein Sohn! Du hast die Eigenschaften von einem gefährlichen Löwen; wenn du auf der Jagd bist, kommst du immer mit fetter Beute nach Hause. Und wenn du etwas gejagt hast, kann dir das keiner abnehmen, weil sie Angst vor dir haben. 10 Du sollst alleine das Sagen haben. Aus deiner Familie sollen die Könige und Präsidenten kommen, und zwar so lange, bis der große Held da ist. Der wird der Größte überhaupt sein, und aus allen Völkern werden sie zu ihm halten. 11 Er wird es ganz fett haben. Er wird so reich sein, dass er sein Auto mit Schampus waschen kann, und er selbst wird im Sekt baden. 12 Wenn er Wein getrunken hat, funkeln seine Augen. Und er hat schneeweiße Zähne, die so weiß sind wie Milch. 13 Und jetzt zu dir, Sebulon. Du wohnst an der Küste, da, wo Schiffe rumfahren und wo ein Hafen ist. Das Land, das mal dir gehört, das soll bis nach Sidon reichen! 14 Also bei Isschar fällt mir nur ein alter Drahtesel ein, der rostig im Schuppen liegt. 15 Du hast dir gesagt: ‚Ich will keinen Stress haben. Hier ist das Land so nett. Ich werde mir einfach einen Job suchen und mein Leben lang als Angestellter arbeiten!‘ 16 Dan, du wirst für das Recht von deinen Leuten kämpfen, wie ein Rechtsanwalt das tut. Darum wird man deine Familie immer respektieren, alle in Israel werden das. 17 Aber du bist auch gefährlich wie eine Giftschlange, die sich im Wald versteckt hat. Reitet jemand auf einem Pferd vorbei, zischt sie los und beißt. Dann fällt der Reiter voll auf die Fresse. Mit solchen Tricks wirst du auch deine Feinde besiegen. 18 Hey, Gott, ich warte auf deine Hilfe! 19 Jetzt zu dir, Gad. Viele Leute werden versuchen, dich abzuzocken, aber du lässt dich nicht beklauen. Du wirst dich wehren und sie verjagen. 20 Ascher, bei dir wird es so sein, dass du ein sehr erfolgreicher Bauer sein wirst. Auf deinen Feldern wird das beste Biogemüse wachsen, das es im ganzen Land zu essen gibt. Und die Promis werden nur bei dir bestellen. 21 Und du, Naftali, bist wie ein Talkmaster, der echt gut reden kann. 22 Was dich angeht, Josef, ich kann dich nur mit einem Weinstock vergleichen, der an einer Quelle wächst. Du wirst gigagroß werden und wirst die größten Mauern überwachsen. 23 Wenn du Feinde hast, die dir ans Leder wollen, wenn sie dich beschießen, 24 dann macht dich das nie fertig, es verunsichert dich nicht. Du reagierst sofort und schießt zurück. Mein Gott, der sehr stark ist, wird an deiner Seite sein. Darum wirst du zuverlässig die Bevölkerung von Israel führen, du kannst sie beschützen und auf sie aufpassen. 25 Der heftige Gott höchstpersönlich ist auf deiner Seite, er ist total für dich, versorgt dich, hilft dir. Er sorgt für Regen, wenn du Regen brauchst. Er organisiert dir Wasser, wenn du es benötigst. Du wirst auch ohne Ende Kinder bekommen, deine Frau wird viele Babys stillen müssen. 26 Siehst du da oben die Berge? Die stehen da felsenfest und gigantisch hoch, bis zu den Wolken. Das, was ich dir jetzt zuspreche, wird noch höher und weiter reichen. Du bist Josef, du bist was ganz Besonderes, du bist ganz speziell, anders als deine Brüder. 27 Und zum Schluss noch zu dir, Benjamin. Du bist wie ein wilder Wolf, der zum Frühstück erst mal seine Beute frisst und die Reste abends an die anderen verteilt.“ 28 Das waren die heftigen Sprüche, die Jakob über seine Söhne abließ, als er für sie am Beten war. Aus seinen Söhnen wurden die 12 unterschiedlichen Stämme vom Volk Israel. Jakob hatte da schon eine Peilung von, dass es so passieren würde. Jeder von seinen Söhnen bekam einen besonderen Spruch, einen Segen. 29 Als er damit fertig war, sagte er noch seinen Letzten Willen: „Wenn ich tot bin, bringt meine Leiche bitte wieder zurück ins Kanaan-Land! Macht mir da bitte ein Grab, wo ich für immer richtig entspannt sein kann. Ich möchte da beerdigt werden, wo auch mein Vater, mein Opa und die anderen Vorfahren aus meiner Familie liegen. Das ist in der Höhle, die auf dem Feld Machpela liegt, östlich von Mamre. Dieses Grundstück hat Abraham vor Jahren mal dem Hetiter Efron abgekauft, um da so ein Familiengrab zu bauen. 31 Abraham liegt da auch und genauso Sarah. Und Isaak und seine Frau Rebekka hat man da unter die Erde gebracht. Und auch meine Lea hab ich dort beerdigt. 32 Die ganze Wiese und auch die Höhle gehören uns, ich hab die Papiere dafür. Wir haben das damals wie gesagt rechtmäßig den Hetitern abgekauft.“ 33 Als Jakob seinen Söhnen diese letzten Sachen sagte, saß er die ganze Zeit auf seiner Bettkante. Jetzt setzte er sich zurück und legte seine Füße wieder ins Bett. Und dann starb Jakob. Er ging dorthin, wo die Toten sind und wo sich auch seine ganze Familie aufhält, die schon vor ihm gestorben war. Dort war er dann mit ihnen wieder zusammen.

Jakob wird unter die Erde gebracht

50 1Mo 1 Josef war voll traurig. Er warf sich auf seinen gestorbenen Vater und küsste ihn. 2 Nach einiger Zeit sagte er dann seinen Angestellten, sie sollten seinen Vater mit so Spezialcreme einreiben. Man nannte das „Einbalsamierung“. 3 So was dauerte normal vierzig Tage lang, bis sie damit fertig waren. In der Zeit gab es überall in Ägypten Trauertage, alle weinten mit Josef über den Tod seines Vaters. 4 Danach ging Josef zu den anderen Angestellten, die im Büro vom Präsidenten arbeiteten. „Können Sie mir einen großen Gefallen tun?“, fragte er. „Bitte richten Sie dem Präsidenten aus, 5 dass ich meinem Vater geschworen hab, ihn im Kanaan-Land zu beerdigen. Dort ist ein Grab, das er mal für sich selbst vorbereitet hat. Das war sein Letzter Wille. Sagen Sie ihm, ich will dort hinfahren, um meinen Vater dort unter die Erde zu bringen. Ich komme danach wieder her, versprochen.“ 6 Der Präsident ließ ihm gleich seine Antwort ausrichten. „Ist okay. Machen Sie es so, wie Sie es Ihrem Vater versprochen haben!“ 7 Josef zog dann los, seinen Vater dort hinzubringen, um ihn da zu begraben. Die hohen Regierungschefs aus Ägypten und alle Leute, die im Land was zu sagen hatten, begleiteten ihn auf dem Weg. 8 Natürlich waren seine ganzen Brüder auch mit am Start, dazu alle, die zur Großfamilie gehörten. Nur die Kinder und die Leute, die schwer krank waren, und auch die ganzen Tiere blieben in Goschen. 9 Sogar eine Ehrengarde in feschen Anzügen begleitete die ganze Truppe mit Staatskarossen. Es war ein echt richtig großer Treck. 10 Auf der Strecke machten sie einen Stopp in Goren-Atad, das östlich vom Jordan liegt. Da veranstalteten sie eine riesen Trauerfeier. Sieben Tage lang wollte Josef, dass alle über den Tod seines Vaters weinten. 11 Die Kanaaniter, die da zu Hause waren, kriegten das nicht so richtig auf die Kette. Sie sagten zueinander: „Die Ägypter haben da aber eine fette Trauerfeier!“ Darum nannte man den Ort später auch Abel-Mizrajim, was so viel bedeutet wie „Trauer der Ägypter“. 12 Schließlich erfüllten die Söhne vom Jakob auch noch seinen letzten Wunsch: 13 Sie brachten seine Leiche in das Kanaan-Land und beerdigten ihn dort östlich von Mamre in der Höhle auf dem Feld Machpela. Das war der Friedhof, den Abraham von dem Hetiter Efron mal für seine Familie gekauft hatte. 14 Nachdem Josef seinen Vater unter die Erde gebracht hatte, ging er wieder mit seinen Brüdern und allen Leuten, die ihn begleitet hatten, zurück nach Ägypten.

Josef war cool drauf

15 Die Brüder von Josef bekamen jetzt wieder etwas Panik. Denn jetzt war ihr Vater tot und konnte sie nicht mehr beschützen, falls Josef doch noch die Hasskappe gegen sie schieben würde. „Was machen wir nur, wenn er uns jetzt hasst und uns das zurückzahlen will, was wir ihm angetan haben?“ 16 Sie schrieben Josef deswegen einen Brief: „Lieber Josef, dein und unser Vater hat uns noch eine Anweisung gegeben, bevor er gestorben ist. Er sagte: 17 ,Bittet Josef um Verzeihung wegen der linken Sachen, die ihr ihm angetan habt! Sagt ihm: Wir bitten dich um Vergebung und unser Gott ist Zeuge!‘“ Als Josef den Brief las, kamen ihm die Tränen. 18 Seine Brüder gingen dann zu ihm hin und knieten sich auf den Boden. „Wir tun alles, was du willst! Wir sind deine Sklaven!“ 19 „Hey, Leute, steht auf! Ihr braucht echt keine Angst zu haben! Ich bin doch nicht Gott! 20 Ihr hattet wirklich üble Pläne mit mir, aber Gott hat das absolut Genialste da draus gemacht. Er hatte den besten Plan, er wollte über diesen Umweg vielen Menschen das Leben retten. Es war alles in seiner Idee mit drin. 21 Es gibt keinen Grund noch Angst zu haben! Ich pass auf euch und eure Kinder ab jetzt auf, könnt ihr euch wirklich drauf verlassen!“ So holte Josef seine Brüder erst mal runter und ermutigte sie.

Wie es mit Josef zu Ende ging

22 Josef blieb dann mit der ganzen Großfamilie von seinem Vater in Ägypten. Er wurde 110 Jahre alt. 23 Josef erlebte sogar noch die Enkel von seinem Sohn Efraim. Ja, er wurde sogar noch älter und konnte auch die Urenkel, also die Kinder von seinem Enkel Machir, dem Sohn von Manasse, noch knuddeln. Er nahm diese Kinder noch feierlich in die Familie auf. 24 Als Josef merkte, dass er bald sterben muss, sagte er zu seinen Brüdern: „Passt mal auf, Leute, eins ist ganz sicher: Gott wird euch nicht vergessen! Er wird euch hier rausholen und wieder in das Land zurückbringen, wo unser Stamm eigentlich herkommt. Das Land, was er Abraham, Isaak und Jakob mal ganz, ganz fest versprochen hat. 25 Wenn ihr da seid, dann müsst ihr mir auch etwas versprechen: Bitte buddelt meine Knochen von hier aus und grabt sie dort wieder ein, wenn Gott euch das Land gegeben hat!“ Josef ließ das seine Brüder hoch und heilig schwören. 26 Als Josef starb, war er 110 Jahre alt. Seine Leiche wurde mit so einer ägyptischen Spezialcreme einbalsamiert, damit sie nicht so schnell vergammelt. Dann legte man ihn dort in Ägypten in einen Sarg.

2. Buch Mose
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Inhaltsübersicht

Die Israel-Leute kommen in Ägypten an die Kette

1 2Mo 1 Zusammen mit Jakob, den man auch Israel nannte, waren seine Söhne mit ihrer ganzen Familie nach Ägypten ausgewandert. 2 Das waren Ruben, Simeon, Levi, Juda, 3 Issachar, Sebulon, Benjamin, 4 Dan, Naftali, Gad und Ascher. 5 Josef war ja schon eine ganze Zeit vor ihnen in Ägypten gelandet. Wenn man alle Kinder und Enkelkinder zusammenzählt, waren es insgesamt siebzig direkte Nachkommen von Jakob. 6 Nachdem Josef und auch seine Brüder tot waren, 7 lebten deren Kinder weiter in Ägypten. Und sie vermehrten sich immer mehr, jeden Tag kamen ganz viele Babys auf die Welt, und ihre Familien wurden immer stärker und größer. Irgendwann konnte man sie überall im Land antreffen. 8 Dann gab es einen Regierungswechsel. Ein neuer Präsident kam an die Macht, der Josef nicht mehr kannte. Der hatte auch überhaupt keine Ahnung, was Josef früher mal an guten Sachen für das Land gemacht hatte. 9 Er war der Meinung, dass die Israeliten seinen Leuten irgendwann gefährlich werden könnten, weil sie immer mehr und immer stärker wurden. 10 „Wir müssen was gegen die unternehmen!“, sagte er. „Sonst vermehren die sich wie die Karnickel. Wenn es dann mal einen Krieg gegen uns geben sollte, könnten sie sich vielleicht mit den Feinden zusammentun. Dann hätten wir keine Chance, weil sie ja schon hier im Land sind, und dann könnten die sogar die Macht übernehmen.“ 11 Darum wurde ab sofort vom Staat angeordnet, dass die Israeliten nur noch die Drecksarbeit machen sollten. Es wurde eine extra Security-Einheit angestellt, die sie rund um die Uhr 24 Stunden bewachen sollte. Die israelitischen Männer wurden gezwungen, im Baudienst für den Präsidenten zu arbeiten. Sie waren in der nächsten Zeit sehr viel in Pitom und Ramses an einem Lagerhallenkomplex im Einsatz. 12 Aber je mehr man den Israeliten schwere Arbeit aufdrückte, desto mehr Kinder kriegten sie. Sie breiteten sich weiter überall in Ägypten aus. Den Ägyptern wurde das langsam echt unheimlich. 13 Schließlich verhafteten sie die Männer und drückten ihnen Zwangsarbeit auf, man nannte das damals Sklavendienst. 14 Sie wurden geschlagen und getreten, es war die reine Hölle. Ein Teil ihrer Arbeit bestand darin, in einer Fabrik unter miesesten Umständen Ziegel herzustellen. Der andere Teil bestand aus Zwangsarbeit in der Landwirtschaft auf den Feldern. 15 Der neue ägyptische Präsident ließ die beiden Oberhebammen der Israeliten zu sich rufen. Die Hebammen hatten den Job, Frauen bei der Geburt zu helfen. Die eine hieß Schifra und die andere Pua. 16 Er sagte zu ihnen: „Wenn Sie israelitischen Frauen bei der Geburt helfen, dann achten Sie ab sofort darauf, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Die Jungen müssen Sie sofort töten! Nur die Mädchen dürfen am Leben bleiben! Das ist ein Befehl!“ 17 Die Hebammen wollten aber lieber das tun, was Gott von ihnen wollte, als auf den Präsidenten zu hören. Darum gehorchten sie ihm nicht, sie ließen auch die Söhne leben. 18 Später rief er die Hebammen wieder zu sich ins Büro. „Was sollte das? Warum haben Sie nicht getan, was ich Ihnen befohlen hatte? Warum haben Sie die Jungs am Leben gelassen?“ 19 „Das ist so, dass die israelitischen Frauen stärker sind und deshalb leichter Babys kriegen als wir! Wenn die Hebamme zur Geburt gerufen wird, ist das Kind meistens schon lange geboren worden, bevor wir da sind.“ 20 So kam es, dass die Israeliten immer mehr und mehr wurden. Gott kümmerte sich dabei auch um die Hebammen und sorgte dafür, dass es ihnen gutging. 21 Weil die Hebammen Respekt vor Gott hatten, sorgte er auch dafür, dass sie selbst viele Kinder kriegen konnten. 22 Irgendwann hatte der Präsident die Schnauze voll. Er gab den Befehl an alle raus: „Jedes männliche Baby, das von den Israeliten geboren wird, soll sofort getötet werden! Ihr sollt es denen wegnehmen und in den Nil-Fluss schmeißen! Nur die Mädchen dürfen am Leben bleiben!“

Und jetzt kommt Mose …

2 2Mo 1 Ein Mann, der aus der Familie Levi stammte, heiratete einmal eine Frau, die auch aus diesem Stamm kam. 2 Nach einer Weile wurde sie schwanger und bekam einen Sohn. Sie fand ihren Jungen total niedlich. Weil sie Angst hatte, dass er auch getötet werden würde, hielt sie ihn drei Monate versteckt. 3 Aber irgendwann ging das nicht länger, ihre Nachbarn bekamen das mit. Darum organisierte sie sich ein kleines Schlauchboot und legte das Kind da rein. Dann brachte sie das Boot an das Ufer vom Nil-Fluss und versteckte es dort zwischen den Pflanzen im Wasser. 4 Dabei wurde sie von ihrer Tochter heimlich beobachtet. Die wollte nämlich sehen, was die Mutter mit ihrem Bruder anstellen würde. 5 Zur selben Zeit hatte die Tochter vom Präsidenten gerade den Einfall, doch mal im Nil ne Runde zu baden. Ihre Hausangestellten, die mit dabei waren, sollten in der Zeit einen Spaziergang am Ufer machen und sie alleine lassen. Plötzlich sah sie das kleine Schlauchboot. Sie beauftragte eine ihrer Angestellten, das Teil rauszuholen. 6 Als sie die Decke hochhob, entdeckte sie das weinende Baby. Sie hatte voll Mitleid mit dem kleinen Jungen, der da drin lag. „Wie süß! Das ist ein Junge von diesen Ausländern, den Israeliten!“ 7 Jetzt kam die Schwester aus ihrem Versteck raus: „Äh, guten Tag! Ich war gerade zufällig hier. Kann ich vielleicht helfen? Ich könnte eine Frau von uns holen, eine Israelitin, die wäre in der Lage, das Kind zu stillen!“ 8 „Gute Idee! Mach das mal bitte!“, antwortete die Tochter vom Präsidenten. Die Schwester ging sofort los und holte ihre Mutter. 9 „Nehmen Sie bitte dieses Kind und stillen es für mich, ja?“, fragte die Präsidententochter die Mutter. „Ich werde Sie auch dafür bezahlen!“ So war das damals passiert, dass die Mutter von Mose ihn wieder mit nach Hause nehmen und stillen konnte, sogar auf Kosten der Präsidentenfamilie. 10 Als das Kind ein Jugendlicher war, brachte sie ihn in das Haus vom Präsidenten. Die Tochter adoptierte ihn als ihren Sohn. Weil sie ihn aus dem Wasser gezogen hatten, nannte sie ihn Mose, denn das bedeutet so viel wie „etwas herausziehen“.

Mose macht sich stark für seine Leute und muss fliehen

11 Mose wurde langsam erwachsen. Als er einmal zu seinen Landsleuten, den Israeliten, rausging, um sie zu besuchen, kriegte er mit, wie derbe sie für die Ägypter schuften mussten. Und dann wurde er sogar Zeuge, wie ein Ägypter bei der Arbeit einen Israeliten totprügelte! 12 Nachdem er gecheckt hatte, ob ihn irgendjemand sehen konnte, ging er zu dem Typen hin und machte ihn kalt. Die Leiche verbuddelte er dann in der Erde. 13 Als er am nächsten Tag spazieren ging, traf er auf zwei Israeliten, die voll am Streiten waren. Er wollte die Sache schlichten und sagte zu dem einen, der ganz klar unrecht hatte: „Warum streitest du dich mit deinen eigenen Leuten? Warum prügelt ihr euch?“ 14 Der Typ antwortete: „Was willst du, Mann? Wer hat dich denn bitte zu unserem Aufseher gemacht, he? Willst du uns vielleicht auch umbringen wie den Ägypter?“ Mose bekam voll die Panik, als der Typ das sagte. „Shit! Es hat sich wohl rumgesprochen!“, dachte er. 15 Als der Präsident die Sache spitzkriegte, wollte er Mose sofort verhaften lassen. Auf Mord stand in Ägypten die Todesstrafe. Mose packte also seine Sachen und floh. Auf seinem Weg zog er durch das Midian-Land. Irgendwann machte er mal ne Pause an einer Wasserstelle. 16 Plötzlich kamen sieben Frauen an den Platz. Diese Frauen waren die Töchter von dem Priester, der für das ganze Land zuständig war. Die füllten ihre Kanister mit Wasser, das für die Schafe ihres Vaters bestimmt war. 17 Aber dann kamen ein paar Hirten dazu, die erst mal voll rumprollten. Sie stießen die Frauen einfach weg, weil sie auch an das Wasser ranwollten. Mose stand auf und half den Frauen, ihren Schafen was zu trinken zu geben. 18 Als die Mädchen wieder zu Hause bei ihrem Vater Reguel waren, kam der raus und fragte sie: „Huch? Warum seid ihr denn heute so schnell fertig geworden?“ 19 „Da war so ein Ägypter, der uns vor den anderen Hirten beschützt hat“, antworteten sie ihm. „Er hat uns dann sogar dabei geholfen, den Schafen was zu trinken zu geben.“ 20 „Wo ist der denn jetzt?“, wollte Reguel wissen. „Und warum habt ihr ihn nicht gleich mitgebracht? Ladet ihn doch zum Essen bei uns zu Hause ein!“ 21 So kam Mose zu Reguel in die Familie. Er wohnte dann eine Zeitlang bei ihm und verliebte sich in seine Tochter Zippora. Der Priester war einverstanden, als die beiden heiraten wollten. 22 Zippora wurde schwanger und kriegte einen Sohn. Mose war der Meinung, er sollte „Gerschom“ heißen, weil das so viel bedeutet wie „Ich bin dort ein Gast“. Denn er fühlte sich als Gast, der zur Zeit in einem fremden Land lebte. 23 Viele Jahre später starb der Präsident von Ägypten. Die Israeliten mussten in der Zeit als Sklaven noch sehr hart arbeiten, die fiese Arbeit unter Knebelverträgen war einfach echt hart. Es wurde ihnen zu viel, und sie fingen an, bei Gott um Hilfe anzuklingeln. Und Gott hörte auf ihre Gebete, 24 er erinnerte sich an die Verträge, die er mit Abraham, Isaak und Jakob geschlossen hatte. 25 Gott kam seinen Leuten jetzt wieder nahe, und er kümmerte sich um ihr Problem.

Mose kriegt einen Auftrag von Gott

3 2Mo 1 Mose war jetzt also der Schafe-Aufpasser von Reguel. Reguel, der auch Jitro hieß und einen Job als Priester in Midian hatte, war ja auch sein Schwiegervater. Einmal war Mose mit seiner Schafherde etwas weiter weg, mitten in einem Gebiet, wo überall nur ganz viel Sand rumlag, in einer Wüste. Dort gab es einen großen Berg, den man Horeb nannte, und man sagte, dieser Berg gehört Gott. 2 Zwosch! Plötzlich war da eine riesige Flamme, wie aus einem Flammenwerfer, vor ihm! Diese Feuerflamme brannte aus einem vertrockneten Brombeerbusch raus, aber der Busch selbst verbrannte dabei nicht. Mitten in der Flamme stand dann auf einmal so ein Postbote von Gott, der Chef-Engel persönlich. 3 Mose war ziemlich neugierig. Er sagte sich: „Hm, das schau ich mir mal genauer an. Warum verbrennt der Busch nicht, obwohl da so ein Feuer auf ihm drauf ist? Hab ich vielleicht nur einen an der Murmel oder irgendwie eine Vision?“ 4 Gott kriegte das natürlich mit, und als Mose immer näher an den Busch ranging, rief Gott ihm mitten aus dem Feuer zu: „Mose! Mose!“ – „Äh, ja, hier bin ich“, antwortete der. 5 „Nicht näher kommen, bitte! Zieh deine Schuhe aus! Dieser Platz, auf dem du gerade stehst, ist etwas ganz ganz Besonderes, er ist heilig.“ 6 Dann sagte die Stimme weiter: „Nur dass du Bescheid weißt: Ich bin der Gott von deinem Vater, der Gott, an den auch Abraham, Isaak und Jakob geglaubt haben.“ Mose bekam echt Schiss davor, Gott in die Augen zu sehen. Er legte darum ganz schnell ein Tuch über seinen Kopf. 7 Gott sprach dann weiter mit ihm: „Ich hab alles mitbekommen, was mit meinen Leuten in Ägypten abgeht, dass sie fertiggemacht werden und so. Ich hab auch gehört, wie sie um Hilfe geschrien haben, wegen diesen Sklaventreibern. Ich hab sehr wohl gepeilt, wie ätzend es ihnen geht. 8 Darum komm ich jetzt und hol sie da raus! Ich werde sie befreien und aus Ägypten rausbringen. Es gibt da ein sehr schönes Stück Land, wo man super Sachen anbauen kann. Dieses Land ist so fett, da gibt es alles, wovon man nur träumt, und zwar reichlich. Es liegt in der Gegend, wo die Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter wohnen. Da will ich sie jetzt gerne hinbringen. 9 Ich hab das mitbekommen, wie die Israel-Leute laut „Hilfe“ gerufen haben, und ich hab es auch mitbekommen, wie sie von den Ägyptern auf die linke Tour fertiggemacht werden. 10 Das ist jetzt der Plan: Du redest mit dem Pharao. Du sollst meine Leute, die Israeliten, aus Ägypten rausführen. Okay?“ 11 Mose war nicht so begeistert. „Äh, also du meinst wirklich mich? Ich bin doch der letzte Penner. Warum sollte denn ausgerechnet ich zum Präsidenten von Ägypten, zum Pharao, gehen – und dann mit seiner Erlaubnis meine Leute aus Ägypten rausholen? Der wird mir einen Vogel zeigen!“ 12 „Vertrau mir, Mose! Ich geh mit dir! Du wirst schon sehen. Und irgendwann wirst du an diesem Berg stehen und mich mit den Leuten deswegen feiern, weil ihr frei seid! Dann wirst du sehen, dass ich recht hatte.“ 13 „Okay, aber was ist, wenn ich zu meinen Leuten hingehe und ihnen erzähle: ‚Der Gott, an den schon eure Väter geglaubt haben, schickt mich zu euch‘, und sie dann fragen, wie dieser Gott denn heißt, was soll ich dann sagen?“ 14 „Sag ihnen ganz einfach: ‚Ich bin der, der immer da ist‘ hat mich geschickt. 15 Also, sag den Israeliten: ‚Ich komme im Auftrag von ›Ich bin der, der immer da ist‹, der Gott von Abraham, Isaak und Jakob! Der sagt euch folgendes: ›Das ist ab jetzt mein Name, für immer. So sollen die Leute mich jetzt nennen, auch später noch.‹‚ 16 Geh jetzt und sprich mit den Chefs von den Israeliten. Sag ihnen: ›Ich bin der, der immer da ist‹, der Gott von euren Vätern, hatte ein Treffen mit mir. Er sagte: ›Ich habe alles mitbekommen, was mit meinen Leuten in Ägypten abgeht, wie sie fertiggemacht werden und so. 17 Darum hab ich mich entschlossen, euch aus diesem Land rauszuholen, wo man euch unter Knebelverträgen hart schuften lässt. Ich werde euch in ein anderes Gebiet führen, dorthin, wo jetzt die Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter leben. Dieses Land ist so fett, da gibt es alles, was man braucht, und davon reichlich.‹‘ 18 Wenn du das den Chefs so sagen wirst, wird man auf dich hören. Als Nächstes musst du dann zusammen mit euren Chefs beim Präsidenten vorsprechen. Sag dem, dass der Gott von deinen Leuten, den Hebräern, ein Treffen mit dir hatte. Sag ihm, er will, dass ihr alle zusammen in die Wüste geht. Nach ungefähr 40 Kilometern sollt ihr dort einen Gottesdienst abhalten, mit einen Opferritual und so. 19 Ich weiß jetzt schon, dass der Präsident euch bestimmt nicht gehen lässt. Keine Macht der Welt wird ihn dazu bringen können, es sei denn, ich zwinge ihn mit Gewalt dazu. 20 Deshalb werde ich ihm zeigen, wo der Hammer hängt. Ich werde den Ägyptern eine Lektion erteilen, die sich gewaschen hat. Zum Beispiel werde ich üble übernatürliche Katastrophen kommen lassen, bis sie weichgekocht sind. Dann wird man euch gehen lassen. 21 Ich werde dafür sorgen, dass die Ägypter sich sogar freuen, wenn ihr geht. Und sie werden euch nicht mit leeren Händen wegschicken. 22 Alle Frauen bei euch sollen sich von ihren ägyptischen Nachbarn Gold und Silberschmuck ausleihen, dazu auch fesche Kleidung. Die Sachen sind dann für eure Kinder. Auf die Tour sollt ihr die Ägypter noch mal anständig abzocken.“

Mose braucht ein Zeichen von Gott

4 2Mo 1 Mose hatte da aber noch ein paar Fragen an Gott. „Was ist denn, wenn die Leute mir nicht glauben? Was soll ich machen, wenn sie mir nicht folgen wollen? Was soll ich sagen, wenn sie meinen: ‚Du spinnst doch, du hattest nie und nimmer ein Treffen mit Gott!‘ Was soll ich dann machen?“ 2 „Was ist das da in deiner Hand, Mose?“, fragte ihn Gott. „Das ist ein Gehstock!“, antwortete Mose. 3 „Schmeiß den mal auf den Boden!“ Als Mose das tat, verwandelte sich der Stock plötzlich in eine Schlange. Mose erschrak sich voll und wollte weglaufen. 4 Aber Gott sagte zu ihm: „Jetzt fass die Schlange mal am Ende an und heb sie auf!“ Als Mose sie berührte, wurde die Schlange wieder zu seinem Stock. 5 „Mit diesem Wunder kannst du ihnen klarmachen, dass du wirklich ein Treffen mit Gott hattest, und zwar mit dem Gott, der auch der Gott von Abraham, Isaak und Jakob war.“ 6 Dann sagte Gott noch zu Mose: „Jetzt steck mal deine Hand unter deine Jacke!“ Mose machte das, und als er sie wieder rausholte, war sie voll gammelig, voller „Aussatz“, das ist eine fiese, ansteckende Hautkrankheit. Die Hand war ganz weiß und sah echt eklig aus. 7 „Und jetzt mach das Ganze noch mal“, sagte Gott zu ihm. Und als Mose seine Hand wieder unter die Jacke steckte und rauszog, war die Haut wieder normal, wie am Rest seines Körpers. 8 „Wenn sie schon durch das erste Wunder nicht beeindruckt sind, dann bestimmt durch das zweite. Das wird sie überzeugen. 9 Falls sie dir aber immer noch nicht glauben und keinen Bock darauf haben, das zu tun, was du von ihnen willst, dann organisier dir mal etwas Wasser aus dem Nil-Fluss in der Nähe. Wenn du das vor ihren Augen auf den Boden schüttest, wird es zu Blut werden.“ 10 Mose hatte aber immer noch Einwände. „Gott, aber ich kann doch überhaupt nicht gut labern, das konnte ich noch nie. Das ist auch nicht besser geworden, seitdem wir so miteinander sprechen. Ich kann mich irgendwie nicht so richtig gut ausdrücken und sag dann oft peinliche Sachen.“ 11 „Also mal ehrlich, Mose, von wem hat der Mensch denn seinen Mund bekommen, hä? Wer sorgt dafür, dass Menschen reden können oder eben nicht reden können? Das bin doch ich, Gott, oder? 12 Jetzt verschwinde endlich! Ich werde dir helfen und dafür sorgen, dass du das sagst, was du sagen sollst.“ 13 „Hm, Gott, bitte sei mir nicht böse, aber nimm doch besser jemand anderen, ja?“ 14 Jetzt wurde Gott richtig sauer auf Mose. „Mann, Mose! Meinetwegen, dann bekommst du eben noch Unterstützung! Du hast einen Bruder, der Aaron heißt. Ich hab gehört, dass der nicht auf den Mund gefallen ist. Er ist gerade auf dem Weg zu dir, und er freut sich schon, dich mal wiederzusehen. 15 Ihm erzählst du die ganze Geschichte und was er sagen soll. Ich werde dir dabei helfen, und Aaron helfe ich natürlich auch. Ich sag euch dann genau, was ihr zu tun habt und wie ihr die Sachen rüberbringen sollt, wenn es so weit ist. 16 Wenn Aaron dann zu deinen Leuten spricht, wird das voll die Power haben. Es wird so sein, als würde ein krasser Prophet eine Ansage von Gott weitergeben. 17 Vergiss den Stock nicht, nimm den schon mal in die Hand. Er wird dafür sorgen, dass die Leute dir glauben, weil du mit ihm fette Wunder machen kannst.“

Mose geht zurück nach Ägypten

18 Mose ging erst mal zu seinem Schwiegervater Jitro und meinte: „Ich möchte jetzt bitte zu meinen Leuten nach Ägypten gehen. Mal sehen, ob die Israeliten überhaupt noch leben. „Dann geh ruhig! Gute Reise!“, antwortete ihm Jitro. 19 Auf dem Weg durch Midian sagte Gott zu Mose: „So, jetzt kannst du wirklich nach Ägypten zurückkommen. Alle, die dich mal töten wollten, leben nämlich nicht mehr.“ 20 Mose packte also seine Sachen in den Autobus, ließ seine Kinder und seine Frau einsteigen und fuhr mit ihnen nach Ägypten. Den Gehstock hatte er auch dabei. 21 Gott sagte Mose auf dem Weg noch mal ein paar Sachen. „Wenn du wieder in Ägypten bist, dann erinnere dich an die fetten Wunder, die ich vor deinen Augen gemacht hab. Das sind deine Möglichkeiten, ich hab sie dir in die Hand gegeben. Zeig das dem Präsidenten von Ägypten. Aber ich werde dafür sorgen, dass er voll hart drauf ist, er wird euch nicht gehen lassen. 22 Dann sollst du zu ihm sagen: ‚Gott lässt Ihnen Folgendes ausrichten: Die Israeliten sind wie mein erstes Kind, 23 und ich befehle dir jetzt: Lass sie ziehen! Sie sollen für mich einen Gottesdienst veranstalten. Wenn du das nicht machst, hast du ein echtes Problem am Hals. Dann werde ich deinen ältesten Sohn töten.‘“ 24 Als Mose dann unterwegs irgendwo draußen übernachtete, wollte Gott ihn töten. 25 Zippora, seine Ehefrau nahm deshalb ein Messer und schnitt von ihrem Sohn die Vorhaut ab. Dem Kind hatte man nämlich noch nicht die Vorhaut abgeschnitten. Mit dieser Vorhaut berührte sie Mose und sagte: „Durch dieses Beschneidungsritual ist wieder alles im Lot.“ 26 Gott fand das gut und ließ Mose nicht sterben.

Mose und Aaron führen zusammen das Volk

27 Gott sagte zu Aaron: „Jetzt geh mal dem Mose entgegen und hol ihn in der Wüste ab!“ Aaron macht sich auf den Weg. Beim Berg Horeb trafen sich die beiden. Mose freute sich voll und umarmte seinen Bruder. 28 Dann erzählte er ihm von der Ansage, die Gott ihm gemacht hatte. Auch von den Wundern, die er tun sollte, erzählte er Aaron. 29 Beide gingen dann zusammen weiter nach Ägypten. Als sie da waren, beriefen sie ein Meeting ein, mit allen Chefs der Israeliten. 30 Aaron sagte dann die ganzen Sachen, die Gott Mose erzählt hatte. Und Mose zeigte allen Leuten die Wunder, die er mit dem Stab und so machen konnte. 31 Das Volk war beeindruckt. Als sie dann hörten, dass Gott ihr fieses Leben in Ägypten gesehen hatte und sie da rausholen wollte, legten sie sich alle vor ihm platt auf den Boden und dankten Gott dafür.

Mose und Aaron beim Präsidenten

5 2Mo 1 Jetzt holten sich Mose und Aaron einen Termin beim Präsidenten von Ägypten. Als sie da waren, sagten die beiden zu ihm: „Was wir jetzt sagen, kommt von dem Gott, der immer da ist, der Gott von Israel. Er hat folgende Nachricht für Sie: ‚Lass meine Leute abziehen! Ich möchte, dass sie in der Wüste eine Party für mich geben!‘“ 2 „Was ist das für einer, dieser ‚Der immer da ist‘-Typ? Warum sollte ich dem gehorchen, hä? Ich kenne keinen ‚Der immer da ist‘, und ich werde nicht im Traum daran denken, die Israeliten laufen zu lassen!“, meinte der Präsident genervt. 3 Mose und Aaron antworteten ihm: „Er ist der Gott der Israeliten. Wir hatten ein Treffen mit ihm. Darum wollen wir jetzt alle 40 Kilometer weit in die Wüste wandern und für ihn dort eine große Party veranstalten. Könnte sonst sein, dass wir übel krank werden oder dass er uns mit Kriegen oder so bestraft.“ 4 Der Präsident der Ägypter rastete total aus. „Was denken Sie eigentlich, wer Sie sind? Was bilden Sie sich ein, meine Arbeiter von ihrer Arbeit abzuhalten? Verschwinden Sie, an die Arbeit, aber zack, zack!“ 5 Als sie rausgingen, sagte er noch: „Es gibt so viele Gastarbeiter von Ihnen im Land, und jetzt wollen Sie die auch noch von der Arbeit abhalten!?“

Die Israeliten müssen noch derber schuften

6 Am gleichen Tag noch ging eine Dienstanweisung an alle Schichtführer auf den Baustellen raus. 7 „Ab sofort darf zur Ziegelherstellung kein Stroh mehr zur Verfügung stehen. Es muss alles von den Arbeitern selbst organisiert werden. 8 Trotzdem müssen genauso viele Ziegel fertig gemacht werden wie vorher. Sie dürfen es ihnen nicht leichter machen. Diese faulen Säcke … darum weinen sie jetzt rum: ‚Wir wollen in die Wüste, um da ne Party für unseren Gott zu machen.‘ 9 Die stehen nicht genug unter Druck. Verdoppeln Sie das Pensum, die sollen noch mehr schuften. Dann werden sie sich nicht mehr um dieses Blabla von Mose und so kümmern.“ 10 Die Schichtführer und die Antreiber gingen dann zu den Israel-Leuten und sagten denen: „Ab sofort gibt es kein Stroh mehr zur Herstellung von den Ziegeln. 11 Sie müssen alle Ihr Stroh selbst zusammensuchen! Aber die Anzahl der geforderten Ziegel bleibt gleich. Ist das klar?!“ 12 Also zogen die Israeliten durch die ganzen Felder in Ägypten, um Stroh zu organisieren. 13 Die Ägypter rannten dabei oft hinter ihnen her und sagten: „Los jetzt, Sie müssen genauso viele Ziegel fertig machen wie früher, als Sie noch Stroh von uns gestellt bekommen haben!“ 14 Die Antreiber schlugen den Arbeitern, die andere anleiten und vorarbeiten sollten, dabei ständig auf die Fresse. „Ihr habt heute schon wieder zu wenig gearbeitet!“, schrien sie die an. 15 Diese Vorarbeiter beschwerten sich dann beim Präsidenten. „Warum machen Sie das? Wir haben Ihnen doch immer ganz treu gedient! 16 Unsere Leute werden jetzt schon seit Tagen nicht mehr mit Stroh beliefert, trotzdem sollen sie mit der Hand Ziegel herstellen. Sogar getreten hat man uns. Ihre Mitarbeiter sind schuld an allem!“ 17 Aber der Präsident war anderer Meinung: „Faules Pack! Sie wollen nur nicht arbeiten, darum kommen Sie jetzt mit der ‚Wir wollen in die Wüste, um unsern Gott zu feiern‘-Tour. 18 Verschwinden Sie! Gehen Sie wieder an Ihre Arbeit! Sie bekommen kein Stroh mehr von uns, aber die Anzahl der Ziegel bleibt weiter so, wie sie vorher auch war. 19 Den Vorarbeitern von den Israeliten war schnell klar, dass sie keine Chance hatten. Sie mussten einfach die gleiche Menge herstellen wie vorher auch.

Gott sagt, er hilft

20 Als die Vorarbeiter von den Israeliten vom Präsidenten zurückkamen, trafen sie Mose und Aaron im Wartezimmer. 21 Sie waren richtig sauer auf die beiden und machten sie voll an. „Ihr habt dafür gesorgt, dass der Präsident und alle seine Mitarbeiter uns jetzt total hassen! Durch euch haben die erst gute Gründe gefunden, um uns fertigzumachen. Gott wird euch dafür bestrafen, wisst ihr das?“ 22 Mose zog sich zurück, um mit Gott zu reden. Er sagt zu ihm: „Mann, Gott, warum gehst du so mies mit deinen Leuten um? Warum hast du mich überhaupt hierhergeschickt? 23 Seit ich beim Präsidenten vorgesprochen hab, ist alles viel schlimmer geworden. Er behandelt unsere Leute wie den letzten Dreck. Und du legst deine Hände in den Schoß und tust gar nichts.“

Mose kriegt ein zweites Mal die Ansage

6 2Mo 1 Gott antwortete Mose: „Du wirst jetzt bald erleben, was ich mit diesem Präsidenten anstellen werde. Ich werde ihn dazu zwingen, die Israeliten gehen zu lassen! Wirst sehen, er wird euch sogar in hohem Bogen aus seinem Land rausschmeißen! 2 Pass jetzt mal gut auf, Mose, ich bin Gott! 3 Ich bin als der Gott, dem nichts unmöglich ist, schon mit Abraham, Isaak und Jakob unterwegs gewesen. Aber unter meinem Namen ‚Ich bin der, der immer da ist‘ hab ich mich ihnen nie vorgestellt. 4 Ich habe mit den dreien Verträge gemacht. Dabei hatte ich ihnen das Kanaan-Land versprochen, wo sie als Ausländer eine Zeitlang gelebt haben. 5 Jetzt hab ich die Schreie von meinen Leuten gehört, dass sie von den Ägyptern zur Arbeit gezwungen werden und so. Ich habe diese alten Verträge nie vergessen. 6 Sag den Leuten Folgendes von mir: Ich bin Gott. Ich werde euch hier wegholen. Ich werde euch von dieser Zwangsarbeit befreien. Mit meiner Power werde ich euch da raushauen. Ich werde die Leute, die euch fertiggemacht haben, hart bestrafen. 7 Ich möchte euch als mein eigenes Volk annehmen. Ich will euer Gott sein. Ich werde das auch beweisen, indem ich euch von dieser Zwangsarbeit, die ihr für die Ägypter tut, befreie. 8 Ich werde euch in das Land bringen, das ich vor vielen Jahren einmal Abraham, Isaak und Jakob ganz, ganz fest versprochen hatte. Ich geb es euch, es soll euch für immer gehören. Ich bin Gott!“ 9 Mose ging dann zu seinen Leuten, den Israeliten, und erzählte, was Gott ihm gesagt hatte. Aber keiner wollte ihm glauben. Sie waren einfach schon zu lange dauerdeprimiert und von der harten Arbeit total ausgebrannt. 10 Gott sagte dann zu Mose: 11 „Jetzt geh mal zum Präsidenten von Ägypten! Verlange von ihm, dass er sofort allen Israeliten eine Ausreisegenehmigung erteilen soll!“ 12 „Äh, also Gott, noch nicht mal meine eigenen Leute glauben mir! Warum sollte jetzt ausgerechnet der Präsident auf mich hören? Ich stottere doch ständig und kann das gar nicht so richtig rüberbringen!“ 13 Gott schickte ihn aber mit Aaron trotzdem noch mal los. Sie sollten wieder zusammen bei seinen Leuten und auch beim Präsidenten vorsprechen. Gott hatte es sich einfach ganz fest vorgenommen, die Israeliten jetzt aus Ägypten rauszuholen.

Die Familien von Mose und Aaron, ein Stammbaum

14 Jetzt kommt ein Stammbaum von Mose und Aaron: Der erste Sohn von Jakob war ja der Ruben. Seine Söhne waren Henoch, Pallu, Hezron und Kami. 15 Der zweite Sohn von Jakob war Simeon, und seine Söhne hießen Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Schaul. Schaul war ein Kind, was Ruben mit einer Kanaaniterin zusammen hatte. 16 Die Familie von Levi, dem dritten Sohn Jakobs, gliedert sich in seine drei Söhne Gerschon, Kehat und Merari auf. Levi ist übrigens 137 Jahre alt geworden. 17 Die Söhne von Gerschon waren Libni und Schimi, die wiederum Familien hatten. 18 Und in die Familie von seinem Sohn Kehat wurden die Söhne Amram, Jizhar, Hebron und Usiel geboren. Kehat wurde 133 Jahre alt. 19 Die Familie von Levis Sohn Merari gliedert sich in die Familien von seinen Söhnen Machli und Moschi auf. 20 Kehats Sohn Amran heiratete Jochebed, die eine Schwester von seinem Vater war. Sie bekam von ihm zwei Söhne, Aaron und Mose. Amram wurde insgesamt 137 Jahre alt. 21 Jizhar, auch ein Sohn von Kehat, hatte drei Söhne: Korach, Nefeg und Sichri. 22 Sein anderer Sohn Usiel hatte auch drei Söhne: Mischael, Elizafan und Sitri. 23 Aaron heiratete Elischeba, die eine Tochter von Amminadab und eine Schwester von Nachschon war. Sie bekam vier Söhne mit ihm, und zwar den Nadab, Abihu, Eleasar und Itamar. 24 Korach hatte drei Söhne: Assir, Elkana und Abiasaf. Er hat übrigens seinen Namen auf die ganze Sippe übertragen, die nannten sich dann Korachiter. 25 Aarons Sohn Eleasar heiratete dann eine Tochter von Putiel. Sie bekam einen Sohn von ihm, der Pinhas genannt wurde. So, das waren alle Familienchefs, die von Levi abstammen. Man nannte die jetzt auch Levi-Leute. 26 Aaron und Mose wurden ja auch eben aufgezählt. Das sind die zwei, die von Gott die Order bekommen hatten: „Holt mir meine Leute, in Gruppen gegliedert, aus Ägypten raus!“ 27 Die zwei hatten mit dem Präsidenten der Ägypter verhandelt, sie hatten den Auftrag, die Israeliten aus Ägypten rauszuführen.

Wie war das noch? Ein Repeat

28 Gott hatte zu Mose in Ägypten ja Folgendes gesagt: 29 „Ich bin dein Gott! Sag dem Präsidenten von Ägypten alles, was ich dir gesagt habe!“ 30 Mose konnte sich das nicht vorstellen. Er sagte zu Gott: „Ich stotter doch voll und kann überhaupt nicht gut reden. Warum sollte der Präsident ausgerechnet auf mich hören?“

Die ersten Wunder für den Präsidenten von Ägypten

7 2Mo 1 Jetzt sagte Gott zu Mose: „Pass auf, ich gebe dir so eine Vollmacht, als wärst du selbst wie ein Gott für den Präsidenten. Dein Bruder Aaron wird dann dein Prophetentyp sein, so wie du jetzt mein Prophet bist. 2 Ich sag es dir, du sagst es Aaron, und Aaron sagt es dem Präsidenten, okay? Fordert von ihm, dass er euch endlich freilässt und dass ihr aus Ägypten ausreisen dürft. 3 Aber pass auf, ich werde dafür sorgen, dass der Präsident ein Brett vorm Kopf hat. Ich will allen zeigen, was ich draufhab. Ich will Wunder tun, dass alle den Mund nicht mehr zukriegen. 4 Der Präsident wird euren Antrag auf jeden Fall ablehnen. Dann werde ich die Ägypter mal so richtig stressen, ich werde denen zeigen, was ich alles kann. Sie werden so fett bestraft werden, dass sie es nicht mehr aushalten können! Dann werde ich euch, die Israeliten, ohne Probleme aus Ägypten rausführen. 5 Wenn ich den Ägyptern eins draufgebe und ich alle Israeliten aus dem Land rausgeführt habe, dann werden die Ägypter kapieren, dass nur ich Gott bin!“ 6 Mose und Aaron taten alles genau so, wie Gott es ihnen gesagt hatte. 7 Mose war in der Zeit schon 80 Jahre alt und Aaron sogar 83.

Sieben fiese Katastrophen für die Ägypter

8 Kurz bevor Mose und Aaron beim Präsidenten drin waren, redete Gott noch mal mit den beiden. 9 „Wenn der Präsident von euch irgendwelche Beweise sehen will, dass ihr es mit den Drohungen ernst meint, dann sagst du, Mose, Folgendes zu Aaron: „Nimm mal deinen Wanderstock und schmeiß ihn dem Präsidenten vor die Füße!“ Der Stock wird dann nämlich zu einer Schlange verwandelt werden!“ 10 Mose und Aaron gingen dann zum Präsidenten in sein Empfangszimmer. Dort zogen sie das ganze Ding genau so durch, wie Gott es ihnen gesagt hatte. Aaron warf den Stock vor seine Füße auf den Boden, und der wurde dann tatsächlich zu einer Schlange! 11 Der Präsi war aber gar nicht so geschockt und ließ seine Zauberkünstler und die Esoterikergang anrücken, die auch solche Sachen machen konnten. 12 Aber die Schlange von Aaron kämpfte gegen die Schlangen von den Esos und fraß sie einfach auf. 13 Trotzdem war der Präsident von der ganzen Sache nicht so derbe beeindruckt. Er blieb hart und ging auf keine Forderung von den beiden ein. Es passierte alles genau so, wie Gott es vorhergesagt hatte.

Die erste Katastrophe: Aus Wasser wird Blut

14 Gott sagte nach der Aktion zum Mose: „Der Präsident ist hart drauf. Er weigert sich, meine Leute ziehen zu lassen. 15 Morgen früh starte mal einen zweiten Versuch. Wenn er gerade auf dem Weg zum Nil ist, pass ihn am Ufer ab. Vergiss nicht den Stock, aus dem ne Schlange geworden ist. 16 Wenn ihr ihn dort trefft, sag ihm Folgendes: ‚Ich hab ne Nachricht für Sie von Gott. Der sagt Ihnen: „Ich bin der, der immer da ist, der Gott der Israeliten. Ich mache dir jetzt eine Ansage: ›Lass meine Leute frei! Sie sollen aus Ägypten durch die Wüste wegziehen, damit sie dort einen Gottesdienst für mich feiern. Bis jetzt bist du meiner Aufforderung nicht gefolgt. 17 Du sollst endlich kapieren, dass du es mit dem einzigen echten Gott zu tun hast.‹“ In seinem Auftrag werde ich gleich mit meinem Stock auf das Wasser vom Nil-Fluss schlagen. Dann wird aus dem ganzen Wasser Blut werden. 18 Alle Fische, die in dem Teil leben, werden sterben. Der Fluss wird so derbe stinken, dass die Ägypter davon nicht mehr trinken können.‘ 19 Sag dann dem Aaron, er soll seinen Stock über den Fluss halten, der in Ägypten fließt. Dann soll er das Gleiche auch mit den Kanälen machen und mit den Teichen, Badeanstalten, und so. Alles Wasser, was es in Ägypten gibt, auch das in den Wasserflaschen, wird dann zu Blut.“ 20 Mose und Aaron gehorchten Gott. Mose nahm den Stock und schlug damit auf das Wasser vom Nil. Und zack, in derselben Sekunde wurde das ganze Wasser zu Blut! 21 Alle Fische krepierten und das ganze Zeug fing voll an zu stinken. Die Ägypter konnten das Wasser nicht mehr trinken, überall war es zu Blut geworden. 22 Aber die Esoteriker und Zauberer in Ägypten konnten mit ihren Tricks ein ähnliches Wunder zaubern. Darum dachte der Präsident nicht im Traum daran, die Israeliten gehen zu lassen. Das hatte Gott ja alles so vorausgesehen. 23 Der Präsident ging wieder zurück in seine Residenz und nahm die ganze Sache nicht wirklich ernst. 24 Die Ägypter versuchten dann, nach neuen Quellen zu buddeln, weil man das Wasser aus dem Nil nicht mehr trinken konnte.

Die zweite Katastrophe: Ratten ohne Ende

25 Das Ganze ging über eine Woche. Sieben Tage später 26 redete Gott wieder mit Mose. Er sagte zu ihm: „Pass auf, jetzt geh mal zum Präsidenten und sag zu ihm: ‚Gott sagt Ihnen Folgendes: ›Lass meine Leute frei, damit sie für mich einen Gottesdienst feiern. 27 Wenn du dich weigerst, werde ich überall in Ägypten Millionen von Ratten aufkreuzen lassen. 28 Aus dem Nil werden überall Tausende von Wasserratten rauskommen, die werden dann sogar in dein Privatanwesen reinkrabbeln und in deinem Schlafzimmer auf deinem Bett pupen. Auch in den Häusern von deinen Ministern, überall in der Stadt und auf dem Dorf wird man sie sogar in den Küchen finden. Man wird Ratten in allen Schränken sehen, sogar im Kühlschrank, im Vorratsraum, bei den Lebensmitteln. 29 Diese Rattenplage wird alle treffen, dich und deine Leute.‹‘“

Rattenplage abgewendet

8 2Mo 1 Später sagte Gott dann zu Mose: „Pass auf, Aaron soll jetzt mal diesen Stock in die Hand nehmen und ihn über die Flüsse, über alle Abwasserkanäle, Bäche und Seen halten. Dadurch werden alle Ratten, die dort leben, aus ihren Nestern kriechen und das ganze Land überfallen.“ 2 Also streckte Aaron seine Hand mit dem Stock über jedem Wasser in Ägypten aus. Und tatsächlich quiekte es plötzlich überall, die Ratten kamen aus dem Wasser und krabbelten auf dem Land rum. Es waren so viele, dass sie die ganze Erde überdeckten. 3 Die Esoteriker und Zauberer in Ägypten konnten da aber mithalten. Sie zauberten auch viele Ratten, die aus den Gewässern rauskamen. 4 Der Präsident rief dann Mose und Aaron zu sich ins Büro: „Bitte beten Sie zu Ihrem Gott! Er soll mich und alle Ägypter bitte von diesen ekligen Ratten befreien! Von mir aus können Sie dann auch mit Ihren Leuten sofort aus Ägypten ausreisen und für Ihren Gott einen Gottesdienst abfeiern.“ 5 „Von mir aus kann es losgehen!“, lachte Mose den Präsidenten an. „Sie brauchen mir nur zu sagen, wann ich für Sie und Ihre Minister und Ihre Bevölkerung zu meinen Gott beten soll! Ich werde ihn einfach darum bitten, dass er alle Ratten überall verschwinden lässt und sie nur noch da sind, wo sie auch hingehören, im Nilfluss!“ 6 „Sofort, morgen früh!“, antwortete er. „Okay, abgemacht. Es wird so passieren, wie Sie es gewünscht haben. Sie werden an der Sache erkennen, dass es keinen Gott gibt, der krasser ist als unserer. 7 Alle Ratten werden aus ihren Wohnungen und Häusern verschwinden. Die werden ab dann Ihre Leute wieder in Ruhe lassen. Nur noch im Nil wird man welche finden können.“ 8 Aaron und Mose drehten sich um und verließen den Präsidenten. Mose betete dann zu Gott und fragte ihn, ob er jetzt den ganzen Ärger mit den Ratten beenden könnte, den er für die Ägypter organisiert hatte. 9 Gott machte, was Mose gesagt hatte. Die Ratten starben plötzlich überall, in den Häusern, in den Wohnungen und in den Garagen. 10 Die toten Tiere karrte man zusammen, und die Leichenberge von Ratten fingen voll an zu stinken. Überall war der Geruch von toten Tieren. 11 Als der Präsident kapierte, dass die Rattenplage vorbei war, kam er wieder hart drauf. Er ließ die Israeliten nicht ausreisen, wie er es eigentlich fest versprochen hatte. Gott hatte das ja aber schon lange vorausgesehen.

Die dritte Katastrophe: Stechmücken ohne Ende

12 Jetzt sagte Gott zu Mose: „Aaron soll mal seinen Stock nehmen und damit auf den Boden schlagen. Dann wird der ganze Staub, der in Ägypten rumliegt, plötzlich zu kleinen Stechmücken. 13 Aaron machte das und plötzlich wurden überall aus dem Staub kleine Stechmücken. Die waren sehr fies und nervten die Menschen und auch die Tiere total. 14 Auch diesmal versuchten sich die Zauberer in Ägypten damit, das Gleiche auch zu schaffen, aber sie packten es einfach nicht. 15 Sie gingen zum Präsidenten und meinten zu ihm. „Dieser Stab von dem Aaron ist wie ein Finger von Gott!“ Trotzdem blieb der Pharao hart drauf. Er dachte nicht daran, die Leute ziehen zu lassen. Gott hatte das ja schon vorhergesagt.

Die vierte Katastrophe: Stechfliegen

16 Jetzt sagte Gott zu Mose: „Pass mal morgen früh den Präsidenten ab, wenn er gerade auf dem Weg zum Nilfluss ist. Dann sag ihm: „Gott hat Ihnen folgende Sache zu sagen: ‚Lass meine Leute endlich frei, damit sie einen Gottesdienst für mich feiern können! 17 Wenn du das nicht tust, werde ich deine Minister und deine ganzen Leute mit Stechfliegen und anderen Insekten so was von nerven. Die werden überall sein, man kann nicht vor ihnen fliehen, sie werden das ganze Land bedecken! 18 Nur in der Gegend von Goschen, wo meine Leute wohnen, da werden keine Fliegen sein. Du solltest endlich kapieren, dass ich in deinem Land die Macht habe, und nicht du. 19 Dabei werde ich dafür sorgen, dass bei meinen Leuten keine Fliegen sind, so wie bei euch. Das wird gleich morgen bei euch passieren!‘“ 20 Am nächsten Tag sorgte Gott für riesengroße Schwärme von Insekten, die in dem Regierungszentrum vom Präsidenten und in seinem Wohnhaus und bei seinen ganzen Ministern in die Wohnungen reinkamen und rumflogen. Sie waren plötzlich überall und machten allen das Leben zur Hölle.

Der Präsident lenkt ein

21 Jetzt hatte der Präsident erst mal die Schnauze voll. Er rief Mose und Aaron an und traf sich mit ihnen. „Sie können von mir aus sofort abziehen und für Ihren Gott einen Gottesdienst veranstalten, aber es muss hier in diesem Land passieren!“ 22 „Sorry, Herr Präsident, aber das geht nicht!“, antwortete Mose. „So, wie wir Gottesdienste feiern, das würden Ihre Leute nicht verstehen, und vermutlich gäbe es da Ärger mit denen. Wenn die uns dabei zusehen, würden die sofort ne Demo anzetteln oder uns sogar umbringen. 23 Nein, das Einzige, was geht, ist, wenn Sie uns 40 Kilometer weit von hier wegziehen lassen. Wir wollen in der Wüste für unseren Gott einen Gottesdienst haben. Das hat er uns so gesagt.“ 24 „Na gut, meinetwegen, dann gehen Sie. Machen Sie mit Ihrem Gott diese Feier, aber gehen Sie nicht zu weit weg, ja? Und beten Sie für mich, damit diese schrecklichen Katastrophen endlich aufhören!“ 25 „Hey, wenn ich jetzt von Ihnen weggehe, werde ich gleich mit meinem Gott darüber reden. Morgen früh wird das ganze Zeug nicht mehr da sein, Sie werden alle befreit sein von den ganzen Viechern, Sie, Ihre Minister und auch die ganzen Menschen hier. Aber bescheißen Sie uns nicht noch mal, ja? Nicht, dass Sie es sich plötzlich anders überlegen und wir doch nicht ausreisen dürfen, um mit unserem Gott einen Gottesdienst zu feiern! Klar?!“ 26 Mose zog dann ab. Er ließ den Präsidenten alleine und ging noch ne Runde beten. 27 Gott hörte auf Mose und befreite den Präsidenten, die Minister und das ganze Volk von den fiesen Insekten. Nicht ein einziges Teil blieb übrig. 28 Aber der Präsident war einfach voll verpeilt. Er versperrte wieder die Grenzen und ließ die Israeliten auch diesmal nicht auswandern.

Die fünfte Katastrophe: Die Tiere sterben

9 2Mo 1 Jetzt sagte Gott zu Mose: „Geh mal wieder zum Präsidenten. Sag ihm mal einen schönen Gruß von mir. Erzähl ihm: ‚Gott, der absolute Oberchef, der Gott von den Israeliten, befiehlt Ihnen: ›Lass meine Leute auswandern! Ich will, dass sie einen Gottesdienst für mich feiern!‹ 2 Wenn Sie sich weigern und uns wieder daran hindern wegzugehen, 3 dann wird Gott eine ganz fiese Krankheit auf die Nutztiere in Ägypten kommen lassen. Alle Pferde, Esel, Schafe, Kamele und Ziegen werden schwer krank werden. 4 Er wird aber einen Unterschied machen zwischen den Tieren von den Ägyptern und von den Israeliten. Bei den Israeliten wird kein einziges Tier sterben. 5 Gott hat einen Zeitplan dafür aufgestellt. Er sagte, morgen wird das passieren.‘“ 6 Am nächsten Tag setzte Gott seinen Zeitplan exakt um. Alle Tiere von den Ägyptern starben, aber von den Tieren der Israeliten krepierte kein einziges. 7 Der Präsident checkte das, und es kam raus, dass tatsächlich nicht eins von den Tieren der Israeliten krank geworden war! Trotzdem blieb er hart und wollte sie immer noch nicht weggehen lassen.

Die sechste Katastrophe: Eine fiese Hautkrankheit

8 Jetzt sagte Gott zu Mose und Aaron: „So ihr zwei, jetzt packt mal mit beiden Händen die Asche vom letzten Grillabend in eine Tüte. Mose soll die dann vor den Augen vom Präsidenten in die Luft schmeißen. 9 Die Asche wird sich dann in ganz Ägypten wie eine Smogwolke ausbreiten. Tiere und Menschen werden davon ganz eklige Hautgeschwüre kriegen, die eitern und aufplatzen.“ 10 Mose und Aaron nahmen sich eine Tüte voller Asche vom Grill und gingen damit zum Präsidenten. Mose warf dann vor seinen Augen die Asche in die Luft. Kurze Zeit später bekamen die Menschen und Tiere in Ägypten große Hautgeschwüre am ganzen Körper, die zu offenen Wunden wurden. 11 Sogar die Esoteriker und Zauberer bekamen Geschwüre, so krass, dass sie im Bett bleiben mussten. Sie konnten nicht mal mehr mit Mose reden, weil sie so krank waren. 12 Aber Gott sorgte dafür, dass der Präsident weiter hart drauf war. Auch diesmal ließ er die Israeliten nicht weggehen. Das hatte Gott ja Mose schon vorher gesagt.

Das siebte Katastrophe: Gewitter und Hagelkörner

13 „Geh mal morgen früh wieder zum Präsidenten“, sagte Gott zu Mose. „Sag ihm Folgendes: ‚Der Gott, an den wir Israeliten glauben, hat eine Ansage für Sie: ›Lass meine Leute frei, damit sie für mich einen Gottesdienst feiern können! 14 Falls du auch dieses Mal nicht tust, was ich dir sage, werde ich dir so eine fiese Katastrophe organisieren, dass deine Regierung und auch deine Leute endlich eins kapieren: Keiner kann es mit mir aufnehmen! 15 Wenn ich gewollt hätte, dann wärt ihr, du und deine Leute, jetzt schon lange tot. Ein Wort von mir hätte gereicht, und ihr wärt an irgendeiner ansteckenden Krankheit elendig krepiert. 16 Aber ich habe dich am Leben gelassen, um allen anderen an dir zu zeigen, was ich draufhab. Ich will, dass man in der ganzen Welt von mir hört. 17 Zurzeit denkst du vielleicht noch, du könntest mit meinen Leuten machen, was du willst. 18 Aber morgen um dieselbe Zeit werde ich ein so schweres Gewitter auffahren lassen, wie ihr es in Ägypten noch nie gesehen habt. 19 Ich warne dich, bring deine Kühe und alle anderen Tiere in Sicherheit! Auch die Menschen sollen sich verstecken. Denn jeder, der sich nicht irgendwo unterstellt, wird von den Hagelkörnern erschlagen werden!‹‘“ 20 Als Mose das dem Präsidenten gesagt hatte, stellten einige von den Ministern vom Präsidenten ihre Tiere irgendwo unter. 21 Andere nahmen aber diese Worte von Gott nicht ernst und ließen sie und auch ihre Arbeiter draußen weiter arbeiten. 22 Jetzt sagte Gott zu Mose: „So, streck deine Hand nach oben zum Himmel. Dann wird es in ganz Ägypten von Hagelkörnern nur so prasseln. Der Hagel wird auf die Menschen und auch auf die Tiere fallen, auf alle Pflanzen und auf die Felder, er wird alles plattmachen.“ 23 Mose streckte seinen Stock in Richtung Himmel und dann startete Gott ein heftiges Gewitter über Ägypten. Es blitzte ohne Ende, hagelte und donnerte wie blöd, 24 Hagelkörner knallten auf die Erde, und Blitze schlugen überall ein. Ein so heftiges Gewitter hatte es noch nie dort gegeben, in der ganzen Zeit, seit es Ägypten überhaupt gibt. 25 Die großen Eiskörner fielen vom Himmel und töteten dabei auch viele Menschen und Tiere, die auf den Feldern geblieben waren. Pflanzen, Bäume, Häuser, alles wurde plattgemacht. 26 Nur in Goschen, der Gegend, wo die Israeliten wohnten, da gab es keinen Hagel.

Der Präsident gibt sich (fast) geschlagen

27 Der Präsident ließ Mose und Aaron zu sich rufen. „Ich gebe zu, ich bin schuldig! Gott hat recht, ich und meine Leute, wir haben unrecht. 28 Bitte beten Sie für uns! Wir können einfach nicht noch mehr Donner und Hagel ertragen, sonst drehen wir total durch. Ich will Ihnen ja die Ausreise erlauben, ich will Sie auch nicht länger hier festhalten! Jetzt hauen Sie endlich ab!“ 29 Mose antwortete: „Sobald ich aus der Stadt raus bin, werde ich mit Gott darüber reden. Dann wird das Unwetter, der Hagel und Donner, aufhören. Das soll für Sie ein Zeichen sein, dass unser Gott der krasseste Gott schlechthin ist. 30 Aber ich hab schon längst kapiert, dass Sie immer noch keinen Respekt vor ihm haben. Sie nicht, und Ihre Minister auch nicht.“ 31 Mais und Gerste waren übrigens bei dem Gewitter total kaputt gemacht worden, weil die gerade am Blühen waren. 32 Weizen und Hafer hatten aber nichts abbekommen, weil die auch erst viel später wachsen. 33 Mose ging vom Präsidenten wieder weg und verließ die Stadt. Auf dem Weg breitete er seine Arme zum Beten aus. Als er das machte, hörte es sofort auf zu donnern, und der Hagel verschwand. 34 Sobald das Wetter wieder einigermaßen gut war, kam der Pharao aber wieder so schräg drauf wie vorher. Er hatte keinen Bock mehr, das zu tun, was Gott von ihm wollte. Und seine Minister schon gar nicht. 35 Er blieb hart und wollte es einfach nicht einsehen, warum er die Israeliten gehen lassen sollte. Es passierte alles genau so, wie Gott es vorher schon gesagt hatte.

Die achte Katastrophe: Heuschrecken

10 2Mo 1 Irgendwann später sagte Gott zu Mose: „Jetzt geht mal wieder zum Präsidenten, ja? Ich hab selbst dafür gesorgt, dass er es nicht peilt und hart bleibt, obwohl ich schon diese ganzen fetten Wunder gemacht habe. 2 Denn ich wollte, dass du deinen Kindern und Enkelkindern diese Story mal erzählen kannst: ‚Die Geschichte, wie Gott den Ägyptern gezeigt hat, was er alles drauf hat, seine ganze Power.‘ Es soll einfach eins ganz oberdeutlich werden: Ich bin hier der Chef und sonst keiner!“ 3 Mose und Aaron gingen dann zum Präsidenten und sagten zu ihm: „Folgendes sollen wir Ihnen von unserem Gott ausrichten, dem Gott der Israeliten: ‚Was muss noch alles passieren, damit du endlich klein beigibst? Wann kapierst du endlich, dass ich die Macht hab? Lass meine Leute jetzt auswandern! Ich will, dass sie einen Gottesdienst für mich feiern! 4 Wenn du das nicht organisiert kriegst, werde ich morgen Millionen von Heuschrecken auf dein Land loslassen. 5 Sie werden überall sein, das ganze Land bedecken. Man wird den Boden nicht mehr sehen können, weil überall so viele Heuschrecken sind. Und dann werden sie alles fressen, was nach dem Gewitter und dem Hagel noch übrig geblieben ist. Sie werden jedes Blatt von den Bäumen verspachteln und auch alles, was noch grün auf den Feldern rumliegt. 6 Es wird überall nur so von Heuschrecken wimmeln. Sie werden in die Häuser und Wohnungen von allen Leuten in Ägypten reinkommen, auch in die von deinen Regierungsministern. Die Geschichtsschreibung in deinem Land wird noch nie so eine Katastrophe aufgezeichnet haben. So was gab es bei euch noch nie!‘“ Nachdem Mose diesen Spruch abgelassen hatte, ging er wieder vom Präsidenten nach Hause. 7 Am Abend hatte der Präsident ein Meeting mit seinen Ministern. „Wie lange können wir das noch aushalten? Wie lange soll uns dieser Typ noch solche Gefahren in das Land bringen? Jetzt lassen Sie die Leute endlich gehen! Sollen sie doch für ihren Gott einen Gottesdienst feiern, ist uns doch egal. Kapieren Sie nicht, dass ganz Ägypten langsam kaputtgeht?“, sagten ihm die Minister. 8 Schließlich riefen sie bei Mose und Aaron an und baten beide zu einer weiteren Besprechung. „Jetzt gehen Sie endlich und veranstalten einen Gottesdienst mit Ihrem Gott, wo auch immer Sie hinwollen!“, sagte der Präsident. Dann wollte er aber noch wissen: „Wer von Ihnen geht denn überhaupt mit auf die Reise?“ 9 „Alle!“, antwortete Mose. „Die Jugendlichen und die Omas und Opas, unsere Söhne und Töchter, alle unsere Tiere, jeder geht mit! Das ist bei uns normal, wenn wir so einen Gottesdienst für unseren Gott veranstalten!“ 10 Das passte dem Präsidenten gar nicht: „Na klar! Auf Wiedersehen! Tschüss! Ha, ich denk doch nicht im Traum daran, Ihre Frauen, Kinder und die Omas und Opas einfach gehen zu lassen! Die kommen doch nie zurück! Is schon klar, was Sie in Wirklichkeit vorhaben! 11 Wenn Sie tatsächlich nur einen Gottesdienst feiern wollen und sonst nichts, dann reicht es doch vollkommen aus, wenn nur die Männer abziehen!“ 12 Als sie draußen waren, sagte Gott zu Mose: „Okay, jetzt heb mal deine Hand hoch und halte sie über das Land, damit du die Heuschrecken herbeirufen kannst. Sie sollen alles, was grün ist und was nicht vom Hagel zerstört wurde, auffressen, ratzekahl, bis zum letzten Grashalm.“ 13 Mose nahm seinen Stock und hielt ihn hoch. In derselben Sekunde ließ Gott einen Wind von Osten her aufkommen. Und am nächsten Morgen waren die Heuschrecken da… 14 Sie fielen über ganz Ägypten her, riesige Schwärme kamen auf das ganze Land. So viele Heuschrecken hatte man noch nie vorher gesehen und vermutlich wird man das auch nie wieder. 15 Der ganze Boden war bedeckt, es waren so viele, dass der ganz dunkelschwarz war. Und sie fraßen alles auf, was auf dem Land wuchs. Alle Früchte, alle Blätter, die vom Hagel noch übrig geblieben waren, alles wurde einfach aufgefressen! In ganz Ägypten gab es keinen grünen Halm mehr. 16 Der Präsident ließ panisch Mose und Aaron rufen. Als sie da waren, bekannte er: „Ich bin schuldig, ich habe Ihren Gott abgezogen, und auch Sie habe ich abgezogen. 17 Bitte vergeben Sie mir nur noch dieses eine Mal! Bitte beten Sie für mich zu dem Gott, zu Ihrem Gott, dass er diese tödliche Katastrophe schnell beendet!“ 18 Als Mose vom Präsidenten der Ägypter wegging, redete er mit Gott über die Sache. 19 Gott sorgte dann dafür, dass sich die Windrichtung änderte. Es gab einen starken Westwind, der die ganzen Heuschrecken wegblies, in das Rote Meer, wo sie alle ertranken. Es blieb nicht eine Heuschrecke in Ägypten mehr übrig. 20 Trotzdem blieb der Präsident dickköpfig. Gott sorgte dafür, dass er die Israeliten immer noch nicht ziehen lassen wollte.

Die neunte Katastrophe: Licht aus

21 Jetzt sagt Gott zu Mose: „Pass auf, streck mal deine Hand zum Himmel. Dann wird in ganz Ägypten das Licht ausgehen. Es wird so dunkel sein, dass man die Hand vor Augen nicht mehr sehen kann.“ 22 Mose streckte seine Hand in Richtung Himmel und es wurde drei Tage stockfinster in ganz Ägypten. 23 Es war so dunkel, dass die Ägypter sich nicht mehr sehen konnten, man konnte nirgendwo hingehen, weil man den Ort nicht gefunden hätte. Das ging drei Tage lang so. Aber in den Wohnungen von den Israeliten funktionierte das Licht einwandfrei. 24 Der Präsident rief dann mal wieder beim Mose an. Als sie sich trafen, sagte er zu ihm: „Jetzt gehen Sie endlich und veranstalten Sie Ihren Gottesdienst! Sie können von mir aus auch alle Leute mitnehmen. Nur die Tiere lassen Sie bitte hier!“ 25 Mose antwortete: „Und werden Sie uns dann etwa ein paar Tiere zur Verfügung stellen, die wir in dem Gottesdienst für das Opferritual benutzen können? Wir brauchen die doch für das Abfackelopfer und das Dankopfer, wo wir die Tiere dann am Ende essen. 26 Garantiert nicht, oder? Also, unsere Tiere müssen mit, keine Ausrede. Kein einziges wird hier bleiben. Erst wenn wir alle wirklich dort sind, wissen wir auch, was für Tiere wir Gott opfern sollen und welche nicht.“ 27 Wieder sorgte Gott dafür, dass der Präsident es nicht raffte. Er wollte die Israeliten nicht weggehen lassen. 28 Er sagte zu Mose: „Hau bloß ab und lass mich in Ruhe! Wenn du noch einmal zu mir kommst, bring ich dich um!“ 29 „Okay“, sagte Mose, „dann soll es so passieren. Sie sehen mich nie wieder!“

Gott macht eine Ansage über die schlimmste von allen Katastrophen

11 2Mo 1 Gott sagte dann zu Mose: „Ich werde es den Ägyptern jetzt noch mal zeigen und dem Präsidenten eins auswischen. Es geht gegen ihn und alle Ägypter. Danach wird er euch garantiert ziehen lassen. Mehr noch, er wird euch sogar in hohem Bogen rausschmeißen! 2 Sag mal deinen Leuten, dass sie sich bei den Ägyptern heute Abend Schmuck ausleihen sollen, so Gold- und Silbersachen.“ 3 Gott sorgte dafür, dass alle Ägypter an dem Abend die Israeliten irgendwie mochten. Sogar den Mose fanden sie plötzlich ganz toll, auch die Angestellten vom Präsidenten. 4 Mose sagte noch zum Präsidenten: „Gott sagt Ihnen Folgendes: ‚Heute gegen Mitternacht werde ich durch Ägypten gehen. 5 Dann wird in jeder Familie der älteste Junge sterben. Auch dein eigener Sohn, der nach dir Präsident werden soll, wird sterben. Aber auch der Sohn von der untersten Angestellten, die am Fließband arbeitet, wird sterben. Das Gleiche wird auch mit den Tieren passieren. 6 In ganz Ägypten wird man heulen deswegen. Es wird so eine Trauer da sein, wie man sie noch nie vorher erlebt hat und nie mehr erleben wird. 7 Aber bei den Leuten aus Israel wird niemand sterben, auch die Tiere nicht. Daran sollst du sehen, dass Gott zwischen dir und den Israeliten unterscheiden kann.‘ 8 Alle Ihre Minister werden bei mir ankommen und mich auf Knien anbetteln, dass ich und meine Leute endlich das Land verlassen sollen. Und dann werden wir auch gehen.“ Mose ging voll aggromäßig vom Präsidenten weg, er war richtig sauer.

Wie war das noch mal?

9 Gott hatte ja zu Mose gesagt: „Pass auf, der Präsident wird nicht auf euch hören, damit ihr und die Ägypter voll viele Wunder von mir zu sehen bekommt.“ 10 Mose und Aaron hatten diese ganzen Wunder vor den Augen vom ägyptischen Präsidenten alle durch Gott getan. Aber Gott hatte dafür gesorgt, dass der Präsident nicht weich wurde und die Israeliten einfach nicht gehen lassen wollte.

Die erste Passaparty

12 2Mo 1 Gott sagte dann zu Mose und Aaron, als sie noch in Ägypten waren: 2 „Ab sofort soll mit diesem Monat bei euch das neue Jahr anfangen. 3 Sagt das allen Leuten in Israel: Jedes Jahr am zehnten Tag von diesem Monat soll der Familienvater ein Lamm für alle aussuchen. 4 Falls die Familie zu klein ist, um ein ganzes Tier zu essen, kann man sich auch mit den Nachbarn eins teilen. Es sollen so viele zusammenkommen, dass man das Tier ganz aufgegessen kriegt. 5 Das Lamm soll aber ganz speziell sein. Es soll erstens männlich und zweitens nicht über ein Jahr alt sein. Außerdem darf es keine Behinderung haben oder so. Ihr könnt von mir aus auch eine kleine Ziege nehmen. 6 Das Tier wird bis zum 14. Tag von dem Monat vom Rest der Herde getrennt. Abends schlachtet ihr es dann. Alle Familien sollen das zur selben Uhrzeit machen. 7 Jetzt nehmt euch einen Pinsel und etwas von dem Blut und streicht damit die Türpfosten und den oberen Balken von der Haustür an, und zwar von dem Haus, wo das Essen stattfindet. 8 Das Fleisch soll auf jeden Fall besonders gewürzt und gegrillt werden, und es wird dann mit einem Fladenbrot gegessen, das ohne Hefe gemacht wurde. 9 Ihr dürft nicht Lamm essen, das nur gekocht wurde oder sogar roh ist. Es muss auf jeden Fall gegrillt werden, und zwar über einer Feuerstelle. Das Lamm soll dabei als ganzes Tier auf den Grillspieß kommen, mit Kopf und Beinen und auch allen Innereien noch dabei. 10 Und ihr müsst es an demselben Abend noch aufessen. Es soll nichts übrig bleiben und wenn doch, muss man die Reste verbrennen, okay? 11 Beim Essen sollt ihr euch so anziehen, als würdet ihr gleich danach auf ne Wanderung gehen. Also ordentliche Wanderschuhe an und einen Gehstock am Start. Ihr sollt euch beim Essen dann voll beeilen, fast so, als würdet ihr sonst den letzten Zug verpassen. Dieses Fest sollt ihr ‚die Passaparty für Gott‘ nennen. 12 In dieser Nacht werde ich dafür sorgen, dass in Ägypten alle Männer sterben, die die ältesten Söhne in den Familien sind. Das Gleiche gilt auch für alle Nutztiere, also Schafe, Rinder, Pferde und Esel. Ich, der einzige Gott, habe alle Pseudogötter in Ägypten verurteilt und werde dieses Urteil jetzt auch durchziehen. 13 Ihr müsst unbedingt eure Türen mit diesem Blut anstreichen! Denn überall, wo dieses Blut ist, da werde ich dran vorbeigehen. Nur so bleibt ihr in Sicherheit, und euch wird nichts passieren, wenn ich in der Zeit durch Ägypten gehe und dieses Volk bestrafe. 14 Dieser Tag soll ab jetzt ein besonderer Feiertag werden, an dem ihr euch an das erinnert, was hier passiert ist. Alle Leute nach euch sollen an diesem Tag ne Feier machen. Es soll eine Feier für Gott sein. 15 Sieben Tage lang sollt ihr dieses besondere Fladenbrot essen. Vor dem Fest sollt ihr alles, was mit Hefeteig gemacht wurde, wegschmeißen. Wer sich nicht daran hält und trotzdem so ein Brot isst, was mit Hefeteig gemacht wurde, der fliegt raus. Er muss aus der Gemeinschaft der Israeliten ausgestoßen werden. 16 Am ersten und am siebten Tag sollt ihr euch zu einem ganz besonderen Gottesdienst treffen. Ich möchte nicht, dass ihr an diesen Tagen irgendwie arbeitet. Nur das Essen, was jeder so braucht, das darf man sich zubereiten. 17 So soll diese ‚Passaparty für Gott‘ abgehen. Ihr sollt das Fest jedes Jahr feiern, damit ihr euch daran erinnert, wie ich euch alle sicher und geordnet aus Ägypten rausgeholt habe. Das ist jetzt ein Gesetz, das für immer gilt. 18 Von dem Abend am 14. bis zum 21. April dürft ihr nur dieses Spezialbrot essen. 19 Sieben Tage lang dürft ihr kein Brot, was mit Hefeteig gemacht wurde, in euren Buden haben. Wer sich nicht dran hält, fliegt raus. Egal ob er ein Gastarbeiter ist oder ein Israelit. 20 Ihr dürft in der ganzen Zeit einfach nichts essen, was mit Hefeteig gemacht worden ist. Das gilt für alle, überall, egal wo ihr wohnt.“

Das neue Ritual mit dem Blut von einem Lamm

21 Mose organisierte dann ein Meeting mit den ganzen Stammesältesten von den Israeliten. Dann machte er eine klare Ansage an alle: „Holt euch von den Schafen oder Ziegen ein Tier, jeweils eins pro Familienverband, und schlachtet es. Das ist jetzt ab sofort das sogenannte Passalamm! 22 Dann organisiert ihr euch einen Pinsel und streicht mit dem Blut, was beim Schlachten übrig geblieben ist, die beiden Türpfosten und den oberen Türbalken von eurer Bude damit an. Danach darf für eine Nacht niemand mehr das Haus verlassen. Ist das klar? 23 Gott wird in dieser Nacht durch einen Todesengel nach Ägypten kommen. Er wird die Ägypter fertigmachen. Aber an den Türen, wo dieses Blut angestrichen wurde, da geht er dran vorbei. 24 Diese Order geht jetzt an alle, und sie gilt für immer. 25 Auch wenn ihr in dem Land ankommt, das euch Gott mal versprochen hat, sollt ihr dieses Ritual jedes Jahr durchziehen. 26 Und wenn euch eure Kinder dann mal fragen, warum ihr dieses Ritual macht, 27 dann sollt ihr sagen: ‚Es ist die Passaparty für Gott. Er ist an unseren Wohnungen vorbeigegangen, als er den Ägyptern gezeigt hat, wo der Hammer hängt. Sie hat er geschlagen, uns gerettet.‘“ Passa heißt nämlich so viel wie „vorbeigehen“. Als Mose mit seiner Ansprache fertig war, waren die Leute voll begeistert. Sie warfen sich auf den Boden und beteten leidenschaftlich zu Gott. 28 Und dann zogen sie alles genau so durch, wie Gott es Mose und Aaron gesagt hatte.

Die zehnte Katastrophe: Die ältesten Söhne sterben

29 Gegen vierundzwanzig Uhr tötete Gott tatsächlich alle ältesten Söhne der Ägypter. Er fing mit dem Sohn vom Präsidenten an, der mal sein Nachfolger werden sollte, und er hörte beim ältesten Sohn von der städtischen Putzkolonne auf. Und auch das jeweils erste Tier, das bei den Schafen, Rindern, Ziegen und Eseln geboren wurde, musste sterben. 30 In dieser Nacht konnten der Präsident und seine Minister nicht richtig schlafen. Man hörte überall Menschen laut weinen, denn es gab bei den Ägyptern in jedem Haus mindestens einen Toten.

Die Israeliten verlassen Ägypten

31 Noch in der gleichen Nacht wollte der Präsident mit Mose und Aaron reden. Er ließ sie rufen, und als die beiden bei ihm waren, sagte er zu ihnen: „Los jetzt, ziehen Sie bloß ab! Verschwinden Sie aus meinem Land! Verlassen Sie meine Leute, Sie sollen alle abhauen, sofort! Gehen Sie dahin, wo Ihr Gott Sie haben will, und veranstalten Sie von mir aus diesen Gottesdienst, so wie Sie es haben wollen! 32 Sie können auch Ihre Tiere mitnehmen, alle Schafe und Rinder sollen von mir aus dabei sein. Und bitte beten Sie für mich!“ 33 Die Ägypter waren voll dahinter her, dass sie möglichst schnell aus dem Land verschwinden würden. „Sonst müssen wir auch noch sterben, sonst müssen wir auch noch sterben“, sagten sie immer wieder. 34 Also packten die Israeliten ihren Spezialbrotteig in Tüten ein, legten einen Mantel drum und hingen den um die Schultern der Männer. 35 Und wie Mose es ihnen geraten hatte, hatten sie bei den Ägyptern an der Haustür geklingelt und sich von denen ihren Gold und Silberschmuck geben lassen. Auch die feinsten Anzüge und die besonders teuren Kleider von den Frauen wurden eingesackt. 36 Gott hatte dafür gesorgt, dass die normalen Ägypter sie sogar mochten und ihnen freiwillig alles gaben, was sie von ihnen verlangten. Auf die Art wurden sie sogar noch von den Israeliten abgezogen. 37 Jetzt marschierten die Israeliten alle los. Sie trafen sich in der Hauptstadt Ramses und zogen von dort nach Sukkot. Insgesamt waren es über 600000 Männer, dazu noch die Frauen und Kinder, die man nicht mitgezählt hatte. 38 Auch sehr viele andere Gastarbeiter, die zu der Zeit in Ägypten lebten, schlossen sich ihnen an. Und dann kamen noch die ganzen Schafe, Ziegen und Rinder dazu. 39 Auf dem Weg machten sie sich immer wieder diese speziellen Fladenbrote von dem Teig, den sie aus Ägypten mitgenommen hatten. Dieser Teig war ja ohne Zusätze gemacht worden, ohne Hefe und so, weil sie schnell losmussten. Sie hatten es nicht mehr geschafft, richtig für Reiseproviant zu sorgen. 40 Insgesamt waren die Israeliten 430 Jahre in Ägypten gewesen. 41 Als die Zeit vorbei war, und zwar genau als das 430. Jahr vorbei war, führte Gott alle seine Leute ganz geordnet aus Ägypten raus. 42 In der ersten Nacht, als er sie da rausholte, begleitete Gott sie wie ein Leibwächter. Bis heute wird diese Nacht besonders verehrt. Sie wird in ganz besonderer Erinnerung gehalten. Alle Israeliten machen in dieser Nacht durch und gehen nicht pennen, um Gott damit zu ehren.

Regeln für die Passaparty

43 Gott sagte zu Mose und Aaron: „Bei der Passaparty gibt es ein paar Regeln. Es dürfen keine Leute da dran teilnehmen, die nicht zu den Israeliten gehören. 44 Ein Angestellter, der bei euch einen Arbeitsvertrag hat, darf nur mitessen, wenn er auch vorher dieses Beschneidungsritual durchgezogen hat. 45 Aber die Gastarbeiter und die Leute, die gelegentlich bei euch arbeiten, dürfen nicht teilnehmen. 46 Das Lamm muss in demselben Haus gegessen werden, in dem ihr es auch gegrillt habt. Nichts von dem Fleisch darf das Haus verlassen. Und ich will nicht, dass ihr einen Knochen von dem Passapartylamm kaputt macht. 47 Das gilt für alle Leute aus Israel. 48 Wenn jemand von außerhalb, der sich fest bei euch niedergelassen hat, die Party mitfeiern will, muss er auch diese Beschneidung an sich machen lassen. Erst dann kann man ihn dazuzählen und darf er dran teilnehmen. Aber jemand, der dieses Beschneidungsritual nicht gemacht hat, darf auf keinen Fall mitmachen. 49 Einer, der von außerhalb kommt und bei euch fest dabei sein will, muss sich an die gleichen Regeln halten wie einer aus Israel.“ 50 Die Israeliten setzten alle Ansagen von Mose und Aaron genau um. 51 An diesem Tag führte Gott die Israeliten ganz geordnet aus Ägypten raus.

Die ersten Jungs gehören Gott

13 2Mo 1 Jetzt sagte Gott zu Mose: 2 „Ich möchte, dass du mir alle Jungs, die als Erstes in den Familien geboren werden, voll und ganz zur Verfügung stellst. Genau das Gleiche möchte ich auch von allen Tieren bei euch sehen.“

Die Party mit den speziellen Fladenbroten

3 Mose sprach dann mal mit allen Leute und sagte ihnen: „Dieser Tag soll ein ganz besonderer Feiertag für uns bleiben! Wir wollen uns an diesem Tag immer dran erinnern, wie Gott uns aus Ägypten rausgeholt hat. Er hat das so krass gemacht, er hat uns aus diesen Knebelverträgen und Sklavenverhältnissen rausgeholt. An diesem Tag soll keiner Brot essen, das mit Hefeteig gemacht wurde. 4 Wir hauen jetzt im April aus diesem Ägypten ab. 5 Wenn Gott euch in dieses Land bringen wird, das er schon euren Uropas ganz, ganz fest versprochen hat, dann sollt ihr dieses besondere Fest feiern, jedes Jahr. Dieses Land wird richtig geil sein, es ist das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Hiwiter und Jebusiter, und da gibt’s einfach alles, die leckersten Sachen, im Überfluss. 6 Ihr sollt sieben Tage lang nur dieses besondere Fladenbrot essen, klar? Am siebten Tag macht ihr dann eine Riesenparty für Gott. 7 Aber die sieben Tage vorher sollt ihr nur dieses Fladenbrot essen. In der Zeit soll man kein Hefebrot bei euch sehen, nirgendwo. 8 Wenn ihr in der Familie in der Zeit zusammensitzt, dann erzählt euren Kindern, dass ihr das macht, um euch immer wieder dran zu erinnern, wie krass Gott uns aus Ägypten rausgeholt hat. 9 Dieses Ritual wird für immer diese Bedeutung haben. Es soll sich einfach in euer Hirn einbrennen. Und es soll euch da dran erinnern, dass es wichtig ist, sich die Gesetze von Gott immer wieder reinzutun und sie zu lernen. Gott hat uns mit heftigen Wundern aus Ägypten rausgeholt. 10 Haltet euch an diese Regel, jedes Jahr in diesem Monat!“

Die ersten Jungs sind besonders

11 Mose sagte dann noch: „Wenn Gott euch irgendwann in das Land bringt, wo jetzt die Kanaaniter wohnen, und es euch schenkt, das hat er ja mal dem Gründer unserer Familienstämme ganz fest versprochen, 12 dann sollt ihr wirklich jeden, der bei euch als Erstes geboren wird, Gott voll zur Verfügung stellen. Das gilt auch für jedes männliche Tier. Wenn die Kuh das erste Kalb bekommt, dann gehört es Gott und soll dann extra für ihn geschlachtet werden. 13 Nur bei Pferden könnt ihr auch stattdessen ein Schaf nehmen. Wenn ihr das nicht machen wollt, müsst ihr dem Pferdefohlen das Genick brechen. Und auch für die ersten Jungs, die in den Familien geboren werden, soll ersatzweise ein Tier geschlachtet werden. 14 Wenn eure Kinder euch irgendwann mal fragen, was das überhaupt soll, dann sagt ihnen: Wir machen das, um uns daran zu erinnern, wie Gott uns früher mal ganz heftig aus Ägypten rausgeboxt hat. Wir waren in der Zeit damals Sklaven, hatten Knebelverträge in Ägypten am Hals. 15 Der Präsident von den Ägyptern war hart drauf und hatten keinen Bock, uns gehen zu lassen. Aber als Gott dann zugeschlagen hat und alle ältesten Jungs in dessen Land und auch bei den Tieren tötete, wurde der Typ weich. Darum machen wir hier so ein Ritual und schenken ihm alle männlichen Tiere, die als Erstes geboren werden. Anstelle unserer ältesten Söhne nehmen wir auch ein Tier und kaufen die Jungs damit frei. 16 Dieses Ritual hat für euch einen ähnlichen Effekt wie eine Tätowierung auf der Stirn oder auf dem Arm: sie ist nicht wegzukriegen und gehört ganz fest zu euch. Gott hat euch mit seinen heftigen Mitteln aus Ägypten rausgeholt.“

Gott ist immer bei seinen Leuten

17 Als der ägyptische Präsident die Leute endlich ziehen ließ, führte Gott sie nicht den Weg am Mittelmeer entlang durch das Land der Philister, obwohl das die kürzeste Strecke gewesen wäre. Gott dachte, sie könnten eventuell wieder nach Ägypten umdrehen, wenn sie unterwegs auf Widerstand stoßen würden. 18 Darum ließ er seine Leute einen Umweg gehen, der einmal quer durch die Wüste führte. Er schlug die Richtung zu einer Stelle vom Nil-Fluss ein, der sehr stark mit Bambusrohren bewachsen war. Man nannte das auch „das Schilfmeer“. Die Israeliten zogen aus Ägypten wie eine Armee ab, verteilt in gleichmäßigen Reihen. 19 Mose hatte den Sarg von Josef mitgenommen, wie der es sich gewünscht hatte, kurz bevor er starb. Josef hatte ja damals zu seinen Brüdern gesagt: ‚Gott wird euch nie vergessen, er ist immer bei euch! Aber nehmt bitte meinen Sarg mit, wenn ihr dort hingeht!‘ 20 Von Sukkot zogen die Israeliten weiter nach Etam, wo die Wüste anfängt. Dort bauten sie erst mal ihr Lager auf. 21 In der ganzen Zeit, als sie unterwegs waren, zeigte sich Gott. Tagsüber war er in einer großen Säule aus Wolken, die vor ihnen herzog. Und nachts war da immer so eine Säule aus Feuer. Das Licht von dieser Säule zeigte ihnen, wo sie hingehen mussten. Auf die Art konnten sie tagsüber und auch nachts laufen. 22 Die Säule aus Wolken war den ganzen Tag vorne bei den Leuten am Start und ging nie weg. Und nachts war, wie gesagt, diese Säule aus Feuer bei ihnen.

Die Verfolgungsjagd der Ägypter

14 2Mo 1 Gott sagte zu Mose: 2 „Sag deinen Leuten, sie sollen einen kleinen Haken schlagen und erst mal vor Pi-Hahirot ihr Lager aufbauen. Das liegt zwischen Migdol und dem Meer, das man auch das Schilfmeer nennt. Das liegt gegenüber von Baal-Zefon. 3 Dann wird der Präsident bestimmt denken, ihr hättet euch verlaufen und würdet jetzt in der Wüste festsitzen. 4 Ich werde dafür sorgen, dass er so verpeilt ist und euch verfolgen wird. Und dann will ich an ihm und seiner ganzen Armee zeigen, was ich draufhab, indem ich sie vernichtend schlagen werde. Die Ägypter müssen endlich kapieren, dass allein ich der Chef bin und sonst niemand!“ Die Israeliten befolgten die Anweisung, die Gott ihnen gesagt hatte. 5 Als man dem Präsidenten Meldung machte, dass sie jetzt tatsächlich geflohen seien, kriegte er voll den Hals. Er ärgerte sich da drüber, ihnen die Erlaubnis gegeben zu haben. „Wir Volltrottel! Warum haben wir nur die Israeliten laufen lassen! Wer soll jetzt die ganze Drecksarbeit machen?“ 6 Der Präsident ließ sofort seinen Wagen vorfahren und orderte alle Soldaten, die er hatte, gleich aufzumarschieren. 7 Alle verfügbaren Panzer aus Ägypten wurden klargemacht, auch die 600 von seiner Elitetruppe waren mit dabei. Jeder Wagen war voll ausgestattet mit Raketen, Leuchtmunition und allem Drum und Dran. 8 Gott selbst hatte dafür gesorgt, dass der Präsident so verpeilt war und den Israeliten unbedingt hinterherjagen musste. Dabei standen die unter Gottes höchstpersönlichem Schutz! 9 Die ganze Armee der Ägypter verfolgte die Israeliten und holte sie fast ein, als die noch in der Nähe von ihrem Lager bei Pi-Hahirot, gegenüber von Baal-Zefon, am Meer waren. 10 Irgendwann sahen sich die Israeliten um und konnten die Armee des Präsidenten in der Ferne erkennen, die immer näher kam. Plötzlich kriegten sie voll die Panik und schrien zu Gott, damit er ihnen helfen würde. 11 Einige hatten auch richtig den Hals auf Mose und machten ihn an. „Tolle Idee! Hast du uns aus Ägypten hierher geholt, damit wir mitten in der Wüste verrecken? Hatten sie in Ägypten keine Gräber mehr frei, oder wie? Warum hast du uns überhaupt von dort weggeführt? 12 Wir haben doch schon immer gesagt, dass du uns bloß in Ruhe lassen sollst mit deinen tollen Auswanderungsplänen… Wir würden lieber weiter als Sklaven in Ägypten arbeiten, als in der Wüste zu sterben!“ 13 „Hey, Leute, keine Panik!“, antwortete Mose. „Lasst euch nicht aus der Ruhe bringen. Ihr werdet gleich zusehen können, wie Gott euch da rausholt. Ihr werdet heute miterleben, wie die Ägypter ihre krasseste Niederlage einfahren werden. So was hat es noch nie gegeben. 14 Gott wird für euch kämpfen! Ihr könnt euch echt entspannen und solltet jetzt einfach mal die Klappe halten.“ 15 Als Mose dann mit Gott über die Sache redete, sagte der zu ihm: „Warum bettelst du bei mir um Hilfe? Sag deinen Leuten, dass sie weiterziehen sollen! 16 Geh jetzt mal zu dem Meer, das man auch das Schilfmeer nennt. Wenn du da bist, nimm deinen Gehstock und halte ihn über das Wasser. Das wird sich dann an den Seiten aufstauen, und deine Leute werden durch das Meer durchgehen können, ohne auch nur einen Tropfen Wasser abzukriegen. 17 Ich werde dafür sorgen, dass die Ägypter weiter so verpeilt sind wie bisher. Sie werden euch verfolgen und hinter euch herziehen, mitten durch das Meer. Und dann pass auf, ich werde dem Präsidenten mit seiner ganzen Armee und den Panzern, die dabei sind, eine heftige Niederlage beibringen. Sie werden sehen, dass ich hier die Macht habe und sonst niemand! 18 Die Ägypter sollen endlich begreifen, dass ich der Gott bin. Und das wird deutlich werden, wenn ich meine Power an dem Präsidenten und seiner ganzen Armee demonstriere.“ 19 Der eine Engel von Gott, der sonst immer vor den Israeliten ging, änderte nun seine Position und stellte sich ganz am Ende des Zuges auf. Auch diese Säule aus Wolken, die sonst immer ganz vorne war, stellte sich jetzt hinter ihnen auf. 20 Sie trennte die Armee der Ägypter von den Israeliten. Auf der ägyptischen Seite war sie total dunkel, aber auf der Seite der Israeliten war sie voll hell und leuchtete sogar richtig den Weg aus. Darum konnte das ägyptische Heer nicht näher aufrücken.

Gott rettet die Israeliten

21 Mose ging jetzt zu dem Schilfmeer und streckte da seine Hand drüber aus. Plötzlich sorgte Gott für eine Änderung der Windrichtung. Die ganze Nacht blies ein starker Ostwind über das Meer, der dafür sorgte, dass die Feuchtigkeit weggeblasen wurde. Das Wasser zerteilte sich nach den Seiten, und in der Mitte entstand eine Sandbank. 22 Die Israeliten gingen so durch das Meer, während sich rechts und links das ganze Wasser sammelte, wie hinter einer unsichtbaren Wand. 23 Die Ägypter verfolgten sie dabei, alle Panzer und Jeeps jagten ihnen hinterher, mitten durch das Meer. 24 Kurz bevor die Sonne aufging, schaute Gott aus der Säule aus Wolken und Feuer auf die Truppe der Ägypter und sorgte dafür, dass die plötzlich total verwirrt und durcheinander waren. 25 Schließlich blockierte er auch noch deren Bremsen. Dadurch kamen sie nur ganz langsam vorwärts. Die Ägypter sagten sich schon untereinander: „Gott kämpft auf der Seite der Israeliten! Er ist gegen uns! Wir sollten besser von hier verschwinden!“ 26 Jetzt sagte Gott zu Mose: „Streck mal deine Hand wieder über den Fluss! Dann wird das Wasser wieder zurückkommen, und die Ägypter werden mit ihren Panzern und Jeeps einfach absaufen.“ 27 Mose streckte seine Hand aus, und im selben Augenblick strömte das ganze Wasser wieder zusammen. Das war bei Sonnenaufgang. Die Ägypter wollten schnell wieder zurück und versuchten, vor dem Wasser zu fliehen, aber sie rannten in die falsche Richtung. So trieb Gott sie mitten in das Wasser rein. 28 Die Wellen brachen über den Panzern zusammen und auch von den Jeeps war nichts mehr zu sehen. Dabei ertranken die ganzen ägyptischen Soldaten in den Wassermassen, und am Ende überlebte keiner. 29 Die Israeliten hatten dabei die ganze Zeit festen Boden unter den Füßen und wurden kein bisschen nass. Rechts und links stand das Wasser wie eine Mauer, aber sie blieben die ganze Zeit trocken. 30 Auf die Art rettete Gott seine Leute vor den Ägyptern, die sie eigentlich fertigmachen wollten. Als sie am nächsten Morgen die vielen Leichen am Strand sahen, 31 wurde ihnen klar, dass Gott ihre Feinde mit seiner grenzenlosen Kraft mal eben weggeblasen hatte. Alle bekamen dadurch mega Respekt vor Gott. Sie kriegten auch ein ganz festes Vertrauen zu Gott und auch zu Mose, den Gott in dieser Situation ganz krass gebraucht hatte.

Mose freut sich und schreibt ein Lied

15 2Mo 1 Als das abgegangen war, schrieb Mose einen Song darüber, den er mit den Israeliten zusammen für Gott sang:

„Nur für Gott will ich was singen,

denn er ließ es mit seiner krassen Kraft gelingen.

Gott ist der Größte, er hat es gerissen.

Er hat sie alle ins Wasser geschmissen,

unsere Feinde mit ihren Panzerwagen.

2 Mit meinem Rap will ich ihm danke sagen.

Gott, der mir geholfen hat, als ich im Dreck saß,

ohne Maß, seine Hilfe, die kam krass.

Ich danke dem Gott, dem mein Vater schon dankte.

3 Er ist der Typ mit der Bärenpranke, sein Name ist ‚Ich bin schon da‘.

4 Ganz wunderbar warf er das Heer vom Präsidenten

in den See, mit bloßen Händen.

Auch die schnellsten Panzer und die besten Soldaten

ersoffen in Raten, sie konnten nicht abwarten,

5 bis das Wasser kam und sie einfach überrollte.

Sie versanken im See, wie ein Stein, nein, ich prollte

6 hier nicht, denn Gottes Hand hat den Sieg errungen,

gegen seine Kraft war es dem Feind nicht gelungen,

7 sich zu wehren.

In deiner Größe, Gott, zeigst du dich, wir müssen dich ehren.

Du machst den Feind fertig, wirfst ihn zu Boden,

er frisst nur noch Staub, kriegt auf die Hoden.

Wenn du sauer bist, dann frisst jeder Gegner nur Staub,

dein Zorn ist wie Feuer, verbrennt jedes Laub.

8 Du bläst mit deinem Atem auf das Schilfmeer,

dann entstehen zwei Wände, rechts und links, vor dir her.

9 Die Feinde machten den Lauten: ‚Jetzt haben wir sie!

Holt euch die Beute, tötet sie wie Vieh!

Und wie! Tötet alle, lasst keinen am Leben.

Wir teilen das Ganze, wird für jeden was geben.‘

10 Aber mein Gott blies nur einmal in die Richtung,

schon war da überall Wasser, es gab keine Rettung.

Sie sanken auf den Grund, wie ein Sack voller Schrott.

11 Wo gibt es denn Götter, die so sind wie unser Gott?

Wer ist so besonders, so heilig, dreimal dürft ihr raten?

Wer schafft sich so krass Respekt durch seine heiligen Taten?

12 Du brauchst nur einmal deine Hand auszustrecken.

Und schon sind alle Feinde gleich am Verrecken.

13 Mit deiner starken Hand hast du deine Leute befreit,

mit deiner Liebe hast du sie eingereiht,

in deine ganz besondere Wohnung gebracht.

14 Bei den anderen Völkern hat diese Nachricht gekracht,

sie haben sich in die Hose gemacht, Philister kriegten Panik in der Nacht.

15 Auch die Chefs von Edom fingen an zu zittern,

die Regierung von Moab, die Kanaaniter voll am Bibbern.

16 Sie kriegten erst mal Angst, machten sich in die Hose,

vor deiner großen Kraft waren sie wie eine Mimose.

Damit deine Leute einfach weitergehen konnten.

Du hast sie erwählt, so sind einfach die Fronten.

17 Du nimmst sie untern Arm und pflanzt sie auf den Berg Zion,

der nur dir gehört, wo du wohnst, immer schon.

Du hast den gemacht, heilig ist er,

18 Gott, du bist der Präsi, jetzt und jeden Tag mehr!“

Die Frauen aus Israel feiern den Sieg

19 Wie gesagt waren die Panzer und Jeeps vom ägyptischen Präsidenten hinter den Israeliten durch den Fluss gefahren. Und dann hatte Gott das Wasser plötzlich zurückkommen lassen. Die Israeliten waren locker am anderen Ufer angekommen, ohne dabei einen Tropfen abzukriegen. Darum reimten sie sich diesen Rap. 20 Die Sängerin Mirjam, eine Schwester von Aaron und Mose, nahm sich eine Trommel und ging vorneweg. Alle anderen Frauen zogen dann hinter ihr her. Einige von denen hatten auch ein paar Trommeln und Didgeridoos dabei. Dann fingen sie alle an zu tanzen. 21 Mirjam begann einen Schlachtenruf zu singen, und die anderen Frauen wiederholten den immer zusammen. „Singt heute alle (singt heute alle) für unseren Gott (für unseren Gott), denn er hat gesiegt (denn er hat gesiegt), er hilft uns in der Not (er hilft uns in der Not). Er hat den Feind (er hat den Feind) geworfen in das Meer (geworfen in das Meer) mit Mann und Maus (mit Mann und Maus), keiner ist wie er (keiner ist wie er).

Ab durch die Wüste

22 Mose schlug dann von diesem Schilfmeer aus einen neuen Weg ein. Er ging in Richtung eines Gebietes, wo es immer sehr heiß war und man nur selten Wasser finden konnte. Dieses Gebiet nannte man die Wüste Schur. Drei Tage lang wanderten die Israeliten durch diese Wüste, ohne einen Tropfen Wasser zu finden. 23 Schließlich kamen sie bei dem Ort Mara an, wo es normal immer Wasser gab. Das Wasser war dort aber total vergammelt, darum konnte man es nicht trinken. Daher auch der Name „Mara“, was so viel bedeutet wie „schmeckt echt bitter“. 24 Die Leute von Israel kriegten teilweise voll den Hals auf Mose. Sie taten sich zusammen und beschwerten sich bei ihm. „Was sollen wir denn jetzt nun trinken, he?“ 25 Mose ging dann ein Stück weiter weg, um alleine zu beten, und hatte ein heftiges Gespräch mit Gott. Der zeigte ihm dann ein Stück Holz, was da rumlag. Als Mose dieses Holz in das Wasser geschmissen hatte, wurde es auf einmal genießbar. Ein echtes Wunder. Hier war es übrigens auch, wo Gott seinen Leuten Regeln schenkte, nach denen sie ihr Leben ausrichten sollten. Er testete sie aus, um zu sehen, ob sie auch wirklich bereit waren, das zu tun, was er von ihnen wollte. 26 Gott richtete den Leuten durch Mose folgende Sache aus: „Achtet genau auf das, was ich euch zu sagen hab. Lebt so, wie ich es will, folgt meinen Anweisungen, richtet euch nach meinen Gesetzen. Dann wird es euch immer gutgehen, ihr werdet nie krank werden, und es wird euch nicht so was Übles passieren, wie es den Ägyptern passiert ist. Ich bin Gott, und ich bin euer Arzt!“ 27 Seine Leute zogen dann weiter zu einem Ort in der Wüste, wo es immer genug Wasser gab, weil dort eine Quelle war. Man nannte diesen Ort „Oase Elim“. Dort bauten sie ihr Lager auf. In Elim gab es insgesamt zwölf Wasserquellen, und über siebzig Palmen wuchsen da!

Gott passt auf seine Leute auf

16 2Mo 1 Von Elim zogen die Israeliten weiter in die Wüste Sin rein. Diese Wüste liegt zwischen Elim und dem Berg Sinai. Das war 2 Monate und 15 Tage nachdem sie aus Ägypten abgehauen waren. 2 Hier, in der Wüste, kam es dann plötzlich zu einer richtigen Demo von der ganzen Gemeinde gegen Mose und Aaron. 3 „Warum hat Gott uns nicht gleich in Ägypten umgebracht?“, beschwerten sich die Leute bei den beiden. „Dort hatten wir wenigstens genug zu essen! Habt ihr uns jetzt hierhin geführt, damit wir alle in der Wüste verrecken, oder was!?“ 4 Gott sprach dann mit Mose über die Sache: „Ich werde euch Brot aus dem Himmel regnen lassen. Die Leute sollen dann mal vor das Lager gehen und dort so viele von den Brotteilen einsammeln, wie sie essen wollen. Aber nur das, was sie heute verbrauchen werden, mehr nicht. Ich will mal austesten, ob sie auch tun, was ich ihnen sage. 5 Am sechsten Tag dürfen sie so viel sammeln, wie sie wollen. Die werden dann beim Backen merken, dass sie doppelt so viel gesammelt haben, wie an den anderen Tagen.“ 6 Mose und Aaron riefen dann die Israeliten zusammen und sagten ihnen: „Heute Abend werdet ihr merken, dass es Gott höchstpersönlich war, der euch aus Ägypten rausgeholt hat. 7 Und morgen früh werdet ihr sehen, wie krass Gott eigentlich ist. Er hat gehört, dass ihr die ganze Zeit rumnörgelt. Ihr habt euch eigentlich bei ihm beschwert, nicht bei uns. Wer sind wir denn überhaupt, dass ihr glaubt, ihr seid bei uns mit so einem Anliegen an der richtigen Adresse? 5 Gott wird euch zum Abendbrot Fleisch organisieren und zum Frühstück Brot. Ihr könnt davon so viel essen, bis ihr platzt. Und noch mal: Ihr habt euch letztendlich bei ihm beschwert, nicht bei uns. Wer sind wir denn überhaupt, bitte schön?“ 9 Später sagte Mose zu Aaron: „Ruf mal die ganze Gemeinde zusammen. Dann sag ihnen, sie sollen sich vor mir aufstellen. Ich habe ihre Beschwerde gehört.“ 10 Als die Leute da waren und sich mit dem Gesicht zur Wüste aufgestellt hatten, passierte etwas sehr Heftiges. Gott war da, mit seiner ganzen Kraft, mitten in einer Wolke! 11 Gott redete dann aus der Wolke zu Mose: 12 „Ich hab gehört, dass sich die Israeliten bei dir beschwert haben. Richte ihnen Folgendes von mir aus: ‚Gegen Abend werdet ihr genug Fleisch zum Essen haben. Morgens werdet ihr auch mit Brot von mir versorgt werden. Es wird dicke reichen, für alle. Ihr sollt an so was endlich kapieren, dass ich der Chef bin, euer Gott!‘“ 13 Abends flogen dann plötzlich ganz viele Enten in das Lager, die sie ganz leicht einfangen konnten. Morgens lag um die Zelte so eine Art Tau. 14 Wenn das Wasser daraus verdunstet war, blieben feine weiße Körner übrig. 15 Als die Israeliten dieses Zeug da liegen sahen, konnten sie zuerst damit nicht so richtig etwas anfangen. „Man hu?“, fragten sie Mose. Das ist hebräisch und heißt so viel wie „Hä? Was ist das denn?“. Mose meinte dann: „Das ist das Brot, was euch Gott schenkt. Davon könnt ihr leben! 16 Und Gott macht euch folgende Ansage dazu: ‚Sammelt davon ein, soviel ihr braucht. Pro Person eine Tüte voll. Es soll für jede Familie genug gesammelt werden.‘“ 17 Die Israeliten machten es genau so, einige sammelten etwas mehr, andere etwas weniger. 18 Das Ganze wurde am Ende noch gewogen. Die Leute, die viel gesammelt hatten, hatten nicht zu viel und die, die wenig gesammelt hatten, hatten nicht zu wenig. Es passte mengenmäßig irgendwie für jeden. 19 Mose meinte dann zu den Leuten: „Niemand soll sich etwas davon für morgen aufheben, klar?“ 20 Einige hatten da aber keinen Bock drauf und bunkerten etwas von dem Essen für den nächsten Tag. Aber am nächsten Morgen war das Zeug voller Maden und vergammelt. Mose war supersauer, als er davon hörte. 21 Jeden Morgen sammelten sie das Brot ein, so viel sie für den Tag brauchten. Sobald die Sonne aber voll da war, zerschmolz der ganze Rest, den sie nicht aufgesammelt hatten.

Gott sorgt dafür, dass man am Sonntag nicht arbeiten braucht

22 Am sechsten Tag stellten sie irgendwie fest, dass man fast doppelt so viel eingesammelt hatte wie sonst. Diesmal waren zwei Tüten pro Person am Start. Die Chefs in der Gemeinde kamen zu Mose, um ihm das zu sagen. 23 Mose war gar nicht überrascht. „Es ist genau das passiert, was mir Gott schon vorher gesagt hatte. Morgen ist nämlich der Tag, wo wir uns alle mal entspannen sollen. Dieser Tag ist etwas ganz Besonderes, er ist heilig. Wir sollten diesen Tag radikal Gott geben. Wir nennen den ab jetzt Sonntag. Kocht euch heute genug Essen vor, damit ihr einen Rest für morgen übrig habt.“ 24 Die Leute machten es genau so, wie Mose gesagt hatte. Sie legten von dem Essen die Sachen beiseite, die einfach zu viel waren. Und tatsächlich war das am nächsten Tag nicht vergammelt wie sonst immer. Auch Maden oder so waren nicht drin. 25 Mose meinte zu ihnen: „Okay, esst das Zeug heute. Dieser Tag ist der Sonntag, und er soll ganz Gott gehören. An diesem Tag werdet ihr draußen auch nichts zu essen finden. 26 Ihr sollt nur sechs Tage lang dieses Brot sammeln gehen. Am siebten Tag werdet ihr aber nichts finden!“ 27 Leider gingen ein paar von den Leuten am siebten Tag trotzdem raus, um nach Essen zu suchen. Aber sie fanden nichts. 28 Gott sagte dann zu Mose: „Mann, wie lange wollen die Leute nur das tun, was ihnen gerade in den Kram passt, und nicht mir gehorchen und das tun, was ich ihnen sage? 29 Weil ich euch den Sonntag als eine Zeit gegeben hab, wo ihr euch entspannen sollt, kriegt ihr am Samstag genug zu essen für zwei Tage. Am siebten Tag sollen alle im Zeltlager bleiben, niemand soll den Platz verlassen.“ 30 Am siebten Tag entspannten sich also die Israeliten erst mal richtig. 31 Dieses Brot, was Gott ihnen immer gab, nannten sie ab jetzt „Manna“, weil das so klingt wie „Man hu?“. Das hatten die Leute ja gesagt, als sie das Zeug zum ersten Mal gesehen hatten. Es war so weiß wie Mehl und schmeckte wie Honig. 32 Mose meinte zu den Leuten: „Gott hat die Ansage gemacht, wir sollen etwas Manna aufbewahren, als Erinnerung für unsere Kinder. Sie sollen sehen können, was wir in der Wüste immer gegessen haben, nachdem Gott uns aus Ägyptern rausgeholt hat.“ 33 Dann meinte er zu Aaron: „Organisier dir mal eine Tasche und leg da eine Tagesration von dem Mannazeug rein. Die stellst du dann in das ganz besondere Zelt, wo wir immer Gottesdienste feiern. Es soll so ne Art Erinnerung für unsere Kinder sein.“ 34 Aaron machte es genau so, wie Mose es gesagt hatte. Er stellte die Tasche dann an einen besonderen Ort, wo später auch die Gesetze von Gott aufbewahrt wurden. 35 Vierzig Jahre ernährten sich die Israeliten von diesem Mannazeug. Die ganze Zeit, wo sie in der Wüste umherzogen, bis sie an die Grenzen vom Kanaan-Land kamen. 36 Eine Tagesration entsprach übrigens in etwa zwei Kilo.

Eine Wasserquelle mitten im Felsen

17 2Mo 1 Weil Gott es so gesagt hatte, zog die ganze Gemeinschaft der Israeliten von der Wüste Sin weiter. Es ging von Rastplatz zu Rastplatz, immer so, wie Gott sie gerade führte. An einem Tag waren sie an dem Rastplatz bei Refidim. Aber dort gab es ein Problem, weil es da kein Trinkwasser mehr gab. 2 Die Israeliten waren echt stocksauer auf Mose und beschwerten sich bei ihm: „Organisier uns mal Wasser, Mose!“, waren sie am Rumschreien. „Was ist los, Leute? Warum macht ihr mich so an? Und warum testet ihr schon wieder Gott aus?“, antwortete Mose ihnen. 3 Aber die Leute hatten jetzt richtig Durst und meckerten: „Warum hast du uns überhaupt aus Ägypten rausgelockt? Nur, damit wir mit unseren Kindern und Tieren hier in der Wüste verrecken?“ 4 Mose war echt fertig. Er schrie zu Gott: „Was soll ich nur mit den Leuten machen? Wenn das so weitergeht, dann nieten die mich noch um!“ 5 „Hol ein paar von den Leuten aus deinem Volk zusammen, die bei euch irgendwie was zu sagen haben“, antwortete Gott. „Dann führst du mit denen zusammen die ganze Meute. Du musst dabei den Stock mitnehmen, den ich dir geschenkt hab. Der, mit dem du auch auf den Nil geschlagen hast. 6 Siehst du den Felsen da drüben, beim Berg Horeb? Da warte ich auf dich! Wenn ihr da seid, musst du mit dem Stock auf den Felsen schlagen. Dann wird da plötzlich Wasser rauskommen, und deine Leute können das trinken.“ Mose machte alles genau so, wie Gott es gesagt hatte. Die frisch ernannten Chefs von den Israeliten sahen dabei zu. 7 Mose gab dem Ort dann den Namen „Massa und Meriba“, was so viel bedeutet wie „der Ort, an dem ihr mich ausgetestet habt“. Er wollte eben daran erinnern, dass sie Gott hier austesten wollten. Ihre Frage war dabei einfach: „Ist Gott jetzt bei uns oder nicht?“

Krieg gegen die Amalekiter

8 Dann gab es auch bald Krieg gegen die Amalekiter. Die rückten mit ihren Truppen in der Gegend von Refidim an und wollten Israel angreifen. 9 Mose rief Josua zu: „Schnell, zieh alle Männer zusammen, die einigermaßen kämpfen können. Wir müssen uns morgen früh gegen die Amalekiter wehren. Ich werde mich in der Zeit, wo ihr kämpft, oben auf dem Hügel postieren und beten. Dabei werde ich den Stock hochhalten, den Gott mir geschenkt hat. Dadurch sind ja schon einige krasse Wunder passiert. Okay?“ 10 Josua machte das, was Mose ihm gesagt hatte. Er kämpfte unten mit den Israeliten gegen die Amalekiter, während Mose mit Aaron und Hur oben auf den Berg gestiegen war. 11 Solange Mose seine Hände mit dem Stock beim Beten nach oben hielt, waren die Israeliten stärker als die Amalekiter. Wenn er ihn aber runternahm, war es umgekehrt. 12 Irgendwann wurden seine Arme immer schwerer, und Mose konnte sie nicht mehr hochhalten. Darum holten Aaron und einer, der Hur hieß, einen Stuhl, auf den Mose sich setzen konnte. Die beiden stellten sich dabei neben ihn und hielten ihm die Hände hoch. Das machten sie so lange, bis die Sonne unterging. 13 Auf die Art konnte Josua die Truppen der Amalekiter komplett plattmachen. 14 Gott sagte dann zu Mose: „Pass auf, ich werde die Amalekiter vollständig auslöschen. Niemand soll sich mehr an sie erinnern können. Schreib das mal auf, damit man diese Tatsache nicht vergisst. Und sag das auch dem Josua!“ 15 Nach dem Kampf baute Mose einen kleinen Altar an der Stelle. Den nannte er dann „Gott ist meine Nationalflagge“. 16 Er sagte zu seinen Leuten: „Schwört bei Gott, dass ihr ihm immer hunderprozentig treu seid! Zwischen ihm und den Amalekitern wird es immer Krieg geben!“

Jitro: Ein Priester aus Midian kommt zu Besuch

18 2Mo 1 Jitro, der Priester von Midian, war ja der Schwiegervater von Mose. Er hatte davon gehört, was Gott durch Mose mit den Israeliten gemacht und wie krass er sie aus Ägypten rausgeholt hatte. 2 Er schnappte sich seine Tochter Zippora und machte sich auf den Weg. Zippora war ja mit Mose verheiratet, aber Mose hatte sie zwischendurch zu ihrem Vater geschickt, damit ihr nichts in der Wüste passierte. 3 Jitro nahm auch die beiden Söhne von Mose mit. Der ältere Sohn hieß übrigens Gerschom, was so viel bedeutet wie „Er ist da ein Gast“. Mose hatte nämlich bei der Geburt gesagt: „Ich bin hier ein Gast in einem Land, wo mich niemand kennt.“ 4 Der jüngere Sohn hieß Elieser, was so viel bedeutet wie „Gott hilft“. Mose hatte nämlich bei der Geburt gesagt: „Der Gott von meinem Vater hilft mir. Er hat mich vor dem Tod durch den ägyptischen Präsidenten gerettet.“ 5 Der Schwiegervater kam also mit der Familie zu Mose an den Zeltplatz. Der war zu der Zeit in der Wüste an dem Gottesberg. 6 Bevor er ankam, ließ er Mose per SMS wissen: „Dein Schwiegervater Jitro kommt gleich. Auch deine Ehefrau ist mit dabei. Sie bringt deine beiden Söhne mit!“ 7 Mose freute sich voll. Er ging Jitro entgegen und machte zuerst eine tiefe Verbeugung aus Respekt. Dann umarmte er ihn aber ganz fest. Nachdem sich die beiden begrüßt hatten, gingen sie in das Zelt vom Mose. 8 Mose erzählte seinem Schwiegervater das ganze Abenteuer, das sie gerade in Ägypten erlebt hatten. Wie Gott die Israeliten da rausgeholt und was er gegen den Präsidenten alles aufgefahren hatte. Auch vom Schutz Gottes und wie er bei den ganzen Problemen auf dem Weg hierher half, berichtete er ausführlich. 9 Jitro freute sich sehr da drüber, dass Gott so gut mit den Israeliten umgegangen war und wie er sie aus Ägypten befreit hatte. 10 Er sagte: „Yes, Gott ist der Größte! Fettes Danke an Gott! Er hat euch aus dem miesen Einfluss der Ägypter und ihres Präsidenten rausgeholt! 11 Jetzt weiß ich wieder ganz sicher: Gott hat mehr Power als irgendeiner dieser anderen Götter! Denn er hat die Israeliten aus Ägypten gerettet. Er war stärker als diese Beknackten!“ 12 Jitro veranstaltete dann für Gott so ein Ritual, in dem er ein Tier komplett verbrannte, das nannte man ein Abfackelopfer. Dann schlachtete er noch ein anderes Tier und verbrannte das Fett von diesem Tier, das nannte man Dankopfer. Aaron und die anderen Chefs der Israeliten kamen dazu und verspachtelten das Fleisch vom Dankopfer, um Gott zu feiern.

Mose organisiert sich ein paar Helfer

13 Am nächsten Tag setzte sich Mose auf einen Stuhl und hielt so ne Art Gerichtsverhandlung für die Probleme der Leute ab. Wenn jemand Stress mit einem anderen hatte, kam er da hin. Es war voll der Andrang und Mose hatte von morgens bis abends megaviel zu tun. 14 Sein Schwiegervater beobachtete das und sah, wie anstrengend der Job für Mose war. Er fragte ihn darum: „Sag mal, Mose, warum tust du dir überhaupt diesen Nervkram an? Die Leute kommen ja den ganzen Tag zu dir! Musst du das wirklich alles alleine machen?“ 15 „Was soll ich machen?“, antwortete Mose. „Die wollen alle eine Entscheidung direkt von Gott haben! 16 Wenn zwei Stress miteinander kriegen, dann kommen sie immer zu mir. Ich muss dann das Urteil fällen und ihnen mit Hilfe von den Gesetzen, die Gott gegeben hat, alles erklären.“ 17 „Du musst das irgendwie anders organisieren“, meinte sein Schwiegervater. 18 „Das sind einfach viel zu viele! Du kannst nicht alles alleine machen! Sonst brennst du irgendwann aus. Und auch die vielen Leute gehen dabei irgendwie drauf. 19 Hör mal, ich geb dir jetzt einen guten Tipp. Wenn du den befolgst, wird Gott dich weiter unterstützen können. Ich denke, du sollst ab sofort nur eins tun: Die Anliegen von deinen Leuten vor Gott bringen, und für sie beten. 20 Dein Job ist es, ihnen die Sachen beizubringen, die Gott von ihnen will, und ihnen das auch zu erklären. Sag ihnen, was in den Gesetzen von Gott steht. Bring ihnen bei, wie sie gottmäßig leben können. 21 Versuch, für die Regelung der großen Probleme Leute zu finden, die gut drauf sind. Sie sollen einen guten Ruf und Respekt vor Gott haben, ehrlich sein und niemanden abzocken wollen. Bestimme die zu Chefs, die Verantwortung übernehmen, für jeweils tausend, hundert, fünfzig und zehn Leute. 22 Sie sollen vierundzwanzig Stunden Bereitschaftsdienst schieben, um als Richter für so eine Verhandlung zur Verfügung zu stehen. Nur die wirklich wichtigen Fälle sollst du weiter entscheiden. Die kleineren Sachen sollen die dann aber regeln. Entspann dich mal ein bisschen und gib die Arbeit an andere ab. 23 Wenn Gott die Idee gut findet, wirst du keinen Burnout kriegen und nicht irgendwann einen Nervenzusammenbruch erleiden. Und die Leute mit ihren Problemen werden auch happy nach Hause gehen.“ 24 Mose fand den Rat richtig gut und setzte ihn sofort in die Tat um. 25 Er wählte unter den Israeliten ein paar fitte Männer aus und machte die zu Chefs von jeweils tausend, hundert, fünfzig und zehn Leuten. 26 Ab dann entschieden die über alle einfachen Fälle. Nur wenn es kompliziert wurde, musste Mose dazukommen. 27 Später verabschiedete sich dann Jitro und zog wieder zurück in seine Heimat.

Gott macht einen Vertrag am Sinai-Berg

19 2Mo 1 Genau zwei Monate nachdem die Israeliten aus Ägypten abgehauen waren, kamen sie in der Wüste Sinai an. 2 Sie waren in diese Richtung gegangen, seitdem sie ihr Zeltlager bei Refidim verlassen hatten. Jetzt bauten sie die Zelte erst mal unten am Berg Sinai auf. 3 Mose wollte hier mit Gott reden und ging dazu oben auf den Berg. Als er oben war, sagte Gott von der Bergspitze aus zu ihm: „Folgende Sache sollst du mal den Israeliten erzählen: 4 „Ihr habt hoffentlich alle mitgekriegt, was für eine Power ich habe! Konnte man ja an den Ägyptern gut sehen. Und ihr habt wohl auch nicht vergessen, dass ich euch wie mit einer Spezialeinheit da rausgeholt habe. Ihr seid sicher hier angekommen, ich hab euch durchgebracht, bis ihr jetzt hier bei mir wart. 5 Wenn ihr mir jetzt echt treu bleibt, mir zuhört, wenn ich euch was sage, wenn ihr euch an die Dinge haltet, die ich von euch will, dann sollt ihr mein ganz privates Eigentum werden. Ich werde euch bevorzugen, vor allen anderen Nationen! Schließlich gehört mir ja die ganze Erde. 6 Ihr sollt für mich etwas ganz Besonderes sein. Jeder von euch soll wie ein Priester für mich werden, der mir die ganze Zeit zur Verfügung steht und mir radikal dient.‘ Das sollst du jetzt mal deinen Leuten genau so sagen.“ 7 Als Mose vom Berg wieder runterkam, organisierte er sofort ein Meeting mit den Chefs im Volk. Dann erzählte er ihnen, was Gott gesagt hatte. 8 Alle waren sofort einverstanden. Einstimmig beschlossen die Israeliten: „Wir wollen alles tun, was Gott von uns will!“ Mose ging dann wieder auf den Berg und richtete diese Antwort Gott aus. 9 Gott meinte dann zu ihm: „Pass auf, ich werde nachher bei dir aufkreuzen, so dass alle es sehen können. Und zwar wird da eine ganz dunkle Wolke kommen. Da bin ich dann drin. Ich werde so zu dir reden, dass deine Leute das auch hören können. Sie sollen einfach nie mehr daran zweifeln, dass du deine Order direkt von mir bekommst. Okay? 10 Geh jetzt zu deinen Leuten und sorge dafür, dass sie sich auf dieses Treffen mit mir vorbereiten. Sie sollen bis morgen clean bleiben und einen weiten Bogen um die ätzenden Sachen machen, die ich nicht gut finde. Und sie sollen sich saubere Klamotten anziehen. 11 Übermorgen geht es dann los. Am dritten Tag werde ich nämlich für alle deutlich sichtbar auf den Sinai-Berg runterkommen. 12 Du musst unbedingt einmal um den ganzen Berg eine Absperrung aufstellen lassen. Sag den Leuten, dass sie echt aufpassen müssen. Sie sollen auf keinen Fall versuchen, den Berg zu berühren, geschweige denn, ihn zu besteigen. Das ist verboten. Wer ihn nur mit den Fuß berührt, muss sterben! 13 Ihr müsst denjenigen, der das doch getan hat, selbst töten, entweder mit einem Messer oder einfach per Genickschuss. Das gilt für jeden Menschen, aber auch für jedes Tier. Erst wenn man ein Horn hört, dürfen ein paar Leute, die ich vorher ausgesucht habe, auf den Berg kommen.“ 14 Mose ging, nachdem Gott fertig war, wieder runter zu seinen Leuten. Er sagte den Israeliten klipp und klar, was sie zu tun hatten, um auf das Treffen mit Gott vorbereitet zu sein. Auch dass sie ihre Klamotten waschen sollten, richtete er ihnen aus. 15 „Macht euch klar, für übermorgen! Das wird heftig! Eins noch: Bis dahin darf keiner mehr Sex haben!“

Gott kommt auf dem Sinai-Berg

16 Nach zwei Tagen, morgens, als es gerade hell wurde, begann es plötzlich um den ganzen Berg zu donnern und zu blitzen. Eine ganz dichte Wolke schob sich auf den Hügel und bedeckte ihn. Dann hörte man eine megalaute Trompete! Die Leute im Lager kriegten voll die Panik, als das losging. 17 Mose holte die Israeliten dann zusammen und führte sie aus dem Lager raus. Er ging mit ihnen zu dem Berg, Gott entgegen. Unten am Berg blieben sie stehen. 18 Der ganze Sinai war fett mit Rauch eingenebelt. Gott war wie ein Feuer auf den Berg gekommen, und alles brannte dort oben. Der Rauch stieg zum Himmel, als wäre der Sinai-Berg zu einem Kamin gemacht worden. Dabei wackelte er die ganze Zeit sehr stark, wie bei einem Erdbeben. 19 Dann wurde der Sound von den Trompeten immer krasser. Mose rief zu Gott, und Gott antwortete voll laut. 20 Als Gott vom Himmel auf den Berg gekommen war, rief er Mose zu sich. Und Mose kletterte nach oben. 21 Auf halben Weg meinte Gott dann aber zu ihm: „Mose? Geh noch mal zurück und warne deine Leute! Sag ihnen, sie sollen auf keinen Fall die gezogene Linie übertreten, weil sie mich unbedingt aus der Nähe sehen wollen, ja? Sonst werden viele von denen sterben müssen. 22 Auch die Priester, die sonst schon mal näher an mir dran waren, wenn sie dieses Opferritual machen, sollen sich auf das Treffen mit mir richtig vorbereiten. Sonst werden sie auch von meiner Gegenwart plattgemacht.“ 23 Mose antwortete Gott: „Die Leute können gar nicht hochkommen! Du hast mir doch gesagt, ich soll eine Absperrung um den Berg bauen lassen. Damit hab ich ihn auch zu etwas ganz Besonderem erklärt, zu etwas, das heilig ist!“ 24 „Hör mal, Mose, jetzt geh runter und tue, was ich dir sage. Dann kommst du wieder hoch, mit Aaron zusammen. Die Priester und die ganzen Leute dürfen auf keinen Fall versuchen, euch hinterherzukommen! Sie dürfen nicht zu mir durchdringen, sonst wird es ein Blutbad unter ihnen geben. Ist das klar?“ 25 Also ging Mose noch mal runter zu seinen Leuten und warnte sie.

Die zehn Gesetze von Gott

20 2Mo 1 Dann erzählte Gott seinen Leuten, was für Gesetze er sich extra für sie ausgedacht hatte:

2 „Ich bin der absolute Chef! Ich bin dein Gott! Ich hab dich aus Ägypten rausgeholt, ich habe dich befreit!

3 Ich will, dass du zu keinem anderen Gott betest! Das geht jetzt gar nicht mehr!

4 Du sollst dir auch keine Plastikgötter, Figuren, Statuen oder so ein Bild machen, zu dem du dann betest! Generell will ich nicht, dass du dir irgendeinen Gott bastelst, der dann aussieht wie etwas, was aus dem Himmel kommt. Und auch nicht, wie etwas, was von der Erde kommt oder aus dem Wasser.

5 Du sollst dich nicht irgendwelchen Pseudogöttern ausliefern und schon gar nicht zu ihnen beten. Denn ich bin voll eifersüchtig und will, dass du erst mal nur mich liebst. Wenn jemand fies zu mir ist und mich sogar hasst, wird das Konsequenzen haben bis hin zur dritten und vierten Generation nach ihm.

6 Aber die Leute, die mich lieben und das tun, was ich will, die werde ich ohne Ende beschenken.

7 Du sollst vor meinem Namen Respekt haben! Du sollst ihn nicht verarschen, nicht damit rumspielen und ihn auch nicht für deine eigene Sache missbrauchen. Jeder, der so was tut, wird dafür bestraft werden.

8 Sonntag ist der Tag, an dem ihr euch alle entspannen sollt. Dieser siebte Tag in der Woche ist ein ganz besonderer Tag, und der gehört allein Gott.

9 Sechs Tage lang kannst du arbeiten und deinen Job erledigen.

10 Der siebte Tag ist aber der Tag der Entspannung, der gehört nur Gott. An dem Tag sollst du nicht arbeiten. Und auch deine Tochter oder dein Sohn sollen an dem Tag nichts machen. Genauso auch nicht die Angestellten in deiner Firma oder die Gastarbeiter. Die sollen sich auch entspannen. Alles steht an diesem Tag still, jede Maschine, jedes Werkzeug, einfach alles.

11 Denn in sechs Tagen hab ich, Gott, das ganze Universum und mittendrin die Erde gemacht. Alle Länder und das Meer, das hab ich in der Zeit geschaffen. Aber am siebten Tag sollte das anders sein, der Sonntag wurde zu einem ganz besonderen Tag, der sollte ganz anders werden als die anderen Tage.

12 Du sollst Respekt vor deinem Vater und deiner Mutter haben. Das wird gut für dich sein, dann wirst du in dem Land, wo Gott dich hinbringen wird, voll lange leben.

13 Menschen töten ist verboten!

14 Du sollst keine Ehe kaputt machen, du sollst nicht fremdgehen.

15 Du sollst keine Sachen von anderen klauen und niemanden abzocken.

16 Du sollst nicht rumlügen und Dinge über Menschen erzählen, die nicht stimmen.

17 Du sollst nicht scharf auf etwas sein, was jemand anderem gehört. Sei nicht scharf auf die Frau von jemand anderem, oder auf sein Haus, das Auto, die Firma, das Handy, oder sonst irgendwas, das jemand anderem gehört.“

Mose regelt den Kontakt zwischen Gott und den Israeliten

18 Die Leute sahen die ganze Zeit nur Blitze, dabei hörten sie es donnern, und eine laute Tröte war auch am Start. Dann rauchte auch noch die ganze Zeit der Berg. Alle hatten totale Panik, sie zitterten am ganzen Körper und gingen auf Abstand, so weit sie konnten. 19 Sie sagten zu Mose: „Wir haben voll Schiss, wenn Gott mit uns redet! Wir sterben bestimmt gleich! Du musst bitte für uns sprechen! Wir tun dann alles, was du sagst!“ 20 „Hey, Leute, ihr braucht keine Angst zu haben“, antwortete Mose. „Gott ist extra hergekommen, um euch auszutesten! Er möchte doch nur, dass ihr Respekt vor ihm habt und dass ihr auf keinen Fall mehr euer eigenes Ding durchzieht und Mist baut.“ 21 Die Israeliten blieben also weiter auf Abstand, Mose ging aber immer näher an diese dunkle Wolke ran, in der Gott war.

Ein Plan, wie sie einen Altar bauen sollen

22 Gott sagte dann zu Mose: „Sag den Leuten folgende Sache: ‚Ihr habt es jetzt mitgekriegt, wie ich aus dem Himmel zu euch gesprochen hab. 23 Darum dürft ihr jetzt auf keinen Fall noch zu einem anderen Gott beten. Ich will nicht, dass ihr euch irgendwelche Pseudogötter aus Silber oder Gold bastelt. Ist das klar? 24 Baut mir doch einen Altar, okay? Ihr könnt dafür einfach Erde verwenden. Auf diesem Altar sollt ihr dann solche Opferrituale machen und da Tiere drauf verbrennen, Schafe und Rinder oder so. Das könnt ihr überall machen, an jedem Ort, den ich dafür extra aussuchen werde. Wo auch immer ihr das macht, werde ich ganz besonders nahe bei euch sein. Und ich werde dafür sorgen, dass es euch gutgeht, und euch segnen. 25 Wenn ihr mir so einen Altar aus Steinen baut, dann dürfen das nur normale Steine sein, die nicht bearbeitet wurden. Wenn der Stein irgendwie vorher mit einem Hammer oder Meißel bearbeitet wurde, dann will ich den nicht mehr, der ist dann für meinen Altar nicht mehr zu gebrauchen. 26 Bitte baut mir keine riesig hohen Altäre, mit Stufen und so was. Denn sonst müssen die Priester da immer hochsteigen, und man kann von unten ihren Popo sehen. Das finde ich nicht so toll.‘“

Gesetze, damit man besser zusammen klarkommt

21 2Mo 1 Gott sagte Mose ein paar Regeln, die wichtig waren, damit die Israeliten gut zusammenleben können: 2 „Wenn ein Israelit einen anderen Israeliten als Sklaven angestellt hat, dann soll er ihm keinen Knebelvertrag auf Lebzeiten aufbrummen. Er soll nach sechs Jahren die Möglichkeit haben, auch ohne Ablösesumme gehen zu können. 3 Wenn er verheiratet war, als man ihn angestellt hat, dann soll seine Frau mitgehen dürfen. Wenn er nicht verheiratet war, kann er auch alleine gehen. 4 Wenn sein Chef ihm in der Zeit, wo er bei ihm war, eine Frau organisiert hat, dann soll die bei dem Chef bleiben. Genauso die Kinder. Er ist aber frei und kann abhauen, wenn er das will. 5 Falls der Angestellte aber ganz klar sagt: ‚Ich liebe meinen Chef, und ich liebe meine Frau und meine Kinder, ich will nicht entlassen werden!‘, 6 dann sollt ihr einen neuen Vertrag machen, mit Gott als Zeugen. Dieser Vertrag gilt dann auf Lebzeit, und er wird so besiegelt, indem man ein Piercing an das Ohr von dem Angestellten macht. Das sollte man an der Eingangstür von dem Chef machen. Dann gehört der Typ für immer zur Familie von dem Chef und bleibt für immer in seinem Dienst. 7 Noch was: Wenn einer von euch seiner Tochter irgendwo einen Arbeitsvertrag beschafft, dann darf sie dort nicht nach sieben Jahren einfach entlassen werden. 8 Wenn der Chef sie für seinen privaten Haushalt angestellt hat, sie aber nicht gut arbeitet, dann muss er ihrer Familie die Gelegenheit geben, sie aus dem Vertrag rauszukaufen. Auf keinen Fall darf er sie an eine Firma im Ausland vermitteln, nur weil er seine Zusagen ihr gegenüber nicht gehalten hat. 9 Wenn er möchte, dass sie Teil der Familie wird und sogar seinen Sohn heiratet, dann muss er ihr die gleichen Rechte geben, wie er sie auch seinen eigenen Töchtern geben würde. 10 Heiratet er sie aber selbst und will später noch eine zweite Frau heiraten (das war zu der Zeit möglich), dann darf er sie nicht vernachlässigen. Sie muss weiter mit Nahrung und Kleidung versorgt werden, und er muss auch ab und zu mit ihr schlafen. 11 Wenn er diesen Pflichten nicht nachkommt, dann muss er sie auch so gehen lassen, ohne Ablösesumme.“

Tatbestand: Todesstrafe

12 „Wenn jemand einen anderen so derbe verprügelt, dass der an den Folgen stirbt, muss er selbst auch sterben. 13 Es kann aber auch sein, dass es keine Absicht war und Gott zugelassen hat, dass er in der Wut die Kontrolle über sich verloren hat. Dann soll er sich aus der Gemeinschaft verpissen. Es wird da einen Ort geben, wo er hingehen kann. Gott wird den aussuchen. 14 Falls aber jemand den Mord richtig geplant, also einen vorsätzlich getötet hat, gibt es keine Möglichkeit zur Flucht. Auch in der Kirche ist er nicht mehr sicher. Ihr müsst ihn da rausholen und zum Tod verurteilen. 15 Wer seinen Vater oder seine Mutter verprügelt, bekommt die Todesstrafe. 16 Wer einen Menschen entführt (egal, ob der anschließend an jemand anderen weiterverkauft wurde oder ob er noch in seiner Gewalt ist, wenn man ihn erwischt hat), bekommt auch die Todesstrafe. 17 Wer seinen Eltern die Krätze an den Hals wünscht und sie verflucht, bekommt die Todesstrafe.“

Tatbestand: schwere Körperverletzung

18 „Wenn sich zwei Männer prügeln und der eine verletzt den anderen dabei mit einem Messer oder einem Baseballschläger, so dass der nicht mehr laufen kann, 19 aber nach einer Zeit ist er wieder fit und kann mit einer Krücke wieder gehen, dann wird der Täter nur zu einer Ersatzleistung verurteilt. Er muss dem Geschädigten die Kohle für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit überweisen und ihm die Arztkosten bezahlen. 20 Wenn ein Chef seinen Angestellten körperlich derart verletzt, dass er an den Folgen kurze Zeit später stirbt, dann muss dieser dafür bestraft werden. 21 Falls der Verletzte aber länger als ein bis zwei Tage nach der Tat noch lebt, soll der Chef nicht dafür bestraft werden, denn er ist ja schon dadurch geschädigt, dass der Angestellte nicht mehr für ihn arbeiten kann. 22 Wenn Männer sich zoffen und sie stoßen im Kampf dabei eine Frau um, die schwanger ist, und die bekommt dadurch eine Fehlgeburt, dann soll der Schuldige eine fette Strafe zahlen. Das gilt, solange die Frau selbst keinen größeren Schaden genommen hat. Die Höhe der Zahlung kann ihr Ehemann festlegen. Die Zahlung muss gerichtlich bestätigt werden. 23 Wenn die Frau allerdings selbst auch einen körperlichen Schaden dabei erleidet, gilt der Grundsatz „Ein Leben gegen ein anderes Leben“, 24 „ein Auge für ein Auge“, „einen Zahn für einen Zahn“, „eine Hand für eine Hand“, 25 „eine Brandwunde für eine Brandwunde“, „ein Messerstich für einen Messerstich“, „eine Beule für eine Beule“ usw. 26 Wenn jemand von euch einem Angestellten aus Versehen ein Auge ausschlägt, dann soll er ihn dafür entsprechend auszahlen. 27 Und auch wenn er dem aus Versehen einen Zahn ausschlägt, soll er ihm dafür eine fette Summe überweisen. Dieses Gesetz gilt auch für Frauen.“

Körperverletzung, verursacht durch Haustiere

28 „Wenn eine Kuh einen Mann oder eine Frau umrennt und die dabei draufgehen, muss das Rind mit Steinen beworfen werden, so lange, bis es tot ist. Der Besitzer bleibt straffrei. Das Fleisch von der Kuh darf man aber nicht am nächsten Grillabend verspachteln. 29 War die Kuh aber schon länger aggressiv und sein Besitzer hat sie nicht ordnungsgemäß weggesperrt, obwohl man ihn drauf aufmerksam gemacht hat, dann muss nicht nur das Tier, sondern auch der Besitzer auf diese Art getötet werden. 30 Es besteht aber die Möglichkeit, sich von dieser Strafe freizukaufen, wenn ihm das erlaubt wird. Aber er muss den vollen Betrag abdrücken. 31 Wenn die Kuh einen kleinen Jungen oder ein Mädchen umrennt und es dabei stirbt, muss man genauso damit umgehen. 32 Wenn das Ganze mit einem Angestellten passiert, egal ob Frau oder Mann, soll der Besitzer von der Kuh dem Chef von dem Angestellten 3900 Euro Schmerzensgeld überweisen. Die Kuh soll sterben.“

Schadensregulierung an fremden Kühen oder Pferden

33 „Wenn jemand von euch einen Gullideckel offen lässt oder wenn jemand auf einer Baustelle ein Loch buddelt und das nicht anständig absichert und da fällt dann ein Tier rein und stirbt, 34 dann muss er das Tier dem Typen, dem es gehörte, voll bezahlen. Die tote Kuh kann er behalten. 35 Falls eine männliche Kuh, also ein Stier, einen anderen Stier auf der Wiese angreift, so dass der stirbt, soll der Stier verkauft werden, und der Gewinn wird durch zwei geteilt. Auch das tote Tier soll man teilen. 36 War das aber allgemein bekannt, dass der Stier schon eine ganze Zeit superaggressiv war, aber der Besitzer hat trotzdem nichts dagegen unternommen, dann muss er einen neuen Stier kaufen und den toten damit ersetzen. Den toten Stier kann er behalten.“

Strafmaß bei Diebstahl

37 „Wenn jemand eine Kuh, ein Schaf oder eine Ziege klaut, das Tier dann schlachtet oder an den nächsten Imbiss verkauft, der muss fünfmal so viel an den Eigentümer bezahlen, wie das Tier vom Marktpreis her wert war.“

22 2Mo 1 „Wenn ein Dieb bei einem nächtlichen Einbruch von jemandem erwischt wird und dabei so eins auf die Fresse kriegt, dass er davon stirbt, dann gilt der Schläger nicht als Mörder. 2 Wenn das Ganze aber tagsüber im Hellen passiert ist, dann ist es Mord. Wenn jemand etwas klaut, muss er es ersetzen. Falls er das nicht packt, muss er sich sozusagen selbst verkaufen. Er muss dann nämlich den Rest seines Lebens für den anderen arbeiten. 3 Hat der Dieb ein Tier gezockt, also ein Pferd oder eine Kuh, ein Schaf oder eine Ziege, und es lebt noch, wenn man ihn geschnappt hat, dann muss er es nicht nur zurückgeben, sondern noch ein weiteres als Strafe dazugeben. 4 Wenn ein Mann seine Kühe auf seiner Wiese oder im Weinberg frei rumlaufen lässt und eins dabei auf das Feld von einem Nachbarn kommt und da was abgrast, dann muss er dafür Ersatz leisten. Er muss dem Geschädigten das Beste von dem geben, was seine eigenen Felder oder Weinberge zu bieten haben. 5 Wenn jemand ein Feuer macht und das brennt zu hoch und fackelt das Getreidefeld oder Strohballen vom Nachbarn ab, dann muss er den Schaden voll bezahlen.“

Haftung bei Beschädigung oder Diebstahl von fremdem Eigentum

6 „Wenn ein Mann einem anderen Typen Geld oder sein Handy gibt, damit er dadrauf aufpasst, die Sachen werden dem dann aber geklaut, dann muss der Dieb, wenn man ihn kriegt, den doppelten Betrag bezahlen. 7 Kann der Dieb nicht ermittelt werden, muss der Besitzer des Hauses, aus dem die Sachen gezockt wurden, vor Gott schwören, dass er die Sachen nicht selbst genommen hat. 8 Immer wenn sich zwei Männer in der Wolle haben, geht es jetzt um eine Kuh oder ein Pferd, ein Schaf oder eine Ziege, eine Jeans oder ein Handy oder sonst was, und jeder von beiden behauptet, die Sachen gehörten ihm, dann soll die Angelegenheit vor Gott besprochen werden. Wer dann von Gott für schuldig erklärt wird, soll dem anderen doppelt so viel bezahlen, wie die Sachen wert sind. 9 Wenn ein Mann jemanden seinen Esel oder Rind oder Schaf oder ein anderes Tier ausleiht und es stirbt oder es bricht sich ein Bein oder es wird von jemand weggescheucht, der den nicht abkann, und es gibt keine Zeugen, die das gesehen haben, 10 dann muss der, der das Tier bekommen hat, dem andern vor Gott schwören, dass er es nicht einfach verhökert hat. Für den Verleiher muss das dann in Ordnung gehen. Er darf keinen Ersatz fordern. 11 Wenn es aber gestohlen wurde und man kann das auch beweisen, dann muss er das Tier ersetzen. 12 Ist es aber von irgendeinem Pitbull zerfetzt worden oder irgendeinem anderen wilden Tier und er kann das auch beweisen, dann muss er keinen Ersatz leisten. 13 Leiht sich jemand von einem anderen ein Tier und das bricht sich dann irgendwie ein Bein oder es stirbt sogar und der Eigentümer ist in der Zeit gerade nicht dabei, dann muss derjenige den vollen Preis für das Tier bezahlen. 14 Wenn aber der Eigentümer dabei war, als das passiert ist, muss er nichts bezahlen. Wenn das Teil gemietet wurde, dann ist der Verlust durch die Kohle, die für die Miete bezahlt wurde, abgeglichen worden.“

Haftung bei Verführung Minderjähriger

15 „Wenn ein Mann ein minderjähriges Mädchen zum Sex verführt, was noch Jungfrau und auch noch nicht verlobt war ‚ dann muss er ihren Eltern das Brautgeld bezahlen und sie heiraten. 16 Hat der Vater des Mädchens aber keinen Bock auf den Mann und ist gegen die Hochzeit, dann muss der Typ trotzdem das übliche Brautgeld abdrücken, was normal für eine Jungfrau fällig wird.“

Weitere Straftaten und ihre Verurteilung

17 „Wenn eine Frau okkulte Sachen macht, Zauberei und so was, dann darfst du sie nicht am Leben lassen. 18 Wer Sex mit Tieren hat, kriegt die Todesstrafe. 19 Wer andere Götter außer Gott toll findet und für die sogar einen Gottesdienst feiert, wird aus Israel rausgeschmissen. Er wird offiziell verbannt und darf nie wiederkommen.“

Wer ganz unten steht, muss beschützt werden

20 Gott hatte noch weitere Ansagen, die er durch Mose seinen Leuten rüberbrachte: „Ihr dürft Gastarbeiter und Ausländer, die bei euch leben, nicht unter Druck setzen oder abzocken. Ihr wart schließlich in Ägypten auch lange Zeit Ausländer. 21 Frauen, von denen der Ehemann gestorben ist, und Kinder, die gar keine Eltern mehr haben, dürft ihr auch nicht abziehen. 22 Falls ihr das doch tut und die dann bei mir ankommen und um Hilfe bitten, werde ich garantiert diese Gebete erhören. 23 Ich werde richtig aggromäßig abgehen und euch durch eure Feinde niedermachen lassen. Dann werden eure Frauen keinen Ehemann mehr haben und eure Kinder keinen Vater. 24 Wenn du jemandem von meinen Leuten Kohle leihst, dann beute ihn nicht mit Zinsen aus, wie das die Kredithaie machen. 25 Falls du von einem Israeliten etwas leihst und er überlässt dir dafür ein Pfand, sagen wir mal seine Jeansjacke, dann gib sie ihm zurück, bevor es dunkel und kalt wird. 26 Seine Jacke ist ja vielleicht das Einzige, womit er sich warm halten kann. Was soll er sonst nehmen, wenn er nachts friert? Wenn er in so einer Situation bei mir ankommt und um Hilfe bittet, dann bin ich auf jeden Fall da. Ich hab Mitleid.“

Respekt vor Gott

27 „Ihr sollt keine dummen Witze über Gott machen. Und ihr sollt auch nicht eurem Bundeskanzler oder Präsidenten die Krätze an den Hals wünschen und ihn verfluchen. 28 Wenn du viel Kohle hast oder sonst wie reich bist, sollst du davon anderen was abgeben. Der erste Sohn, der in eurer Familie geboren wird, gehört mir. 29 Das gilt übrigens auch für die ersten Kinder von euren Rindern, Schafen und Ziegen. Sieben Tage lang dürfen die bei ihren Müttern bleiben, aber ab dem achten Tag sollt ihr sie mir geben. 30 Weil ihr für mich ein ganz, ganz besonderes Volk seid, dürft ihr kein Fleisch von einem Tier essen, das durch einen Autounfall gestorben ist und auf irgendeiner Landstraße rumlag. Das könnt ihr aber gerne den Hunden zu fressen geben, wenn ihr wollt.“

Korrekt sein und die anderen lieben

23 2Mo 1 „Laber keine Scheiße über andere Leute und erzähl keine Lügen über sie. Wenn jemand vor Gericht steht, lass dich nicht dazu überreden, für ihn dort zu lügen. 2 Lauf nicht den Massen hinterher, wenn sie auf der falschen Seite stehen und nur Müll bringen. Wenn du als Zeuge für eine Gerichtsverhandlung angefragt wurdest, dann passe deine Aussage nicht der Meinung an, die sowieso alle haben. Die verdrehen oft das Richtige in was Falsches. 3 Wenn du ein Richter bist, musst du auch dann gerecht sein, wenn du Mitleid mit einem hast, der keine Kohle oder keine Arbeit hat. 4 Wenn du mitbekommen hast, dass ein Feind von dir sein Fahrrad verloren hat, und du es irgendwo findest, dann bring es ihm zurück. Das Gleiche gilt für Tiere wie Pferde, Kühe, oder Esel. 5 Wenn dein Feind mit seinem Fahrrad total schwere Sachen transportieren will und das Teil geht auf dem Weg schrott und du bist gerade in der Nähe, dann behandle ihn nicht wie Luft. Geh hin und hilf ihm! 6 Jeder muss die Chance haben, sein Recht durchzubekommen, auch wenn er keine Kohle für einen Anwalt oder die Gerichtskosten hat. 7 Wenn du angefragt wirst, bei einem Prozess zu helfen, der irgendwie link abläuft, dann mach da nicht mit. Lass nicht zu, dass jemand, der unschuldig ist, die Todesstrafe bekommt. So ein Unrecht musst du verhindern. Ich werde so was nicht zulassen. 8 Wenn du ein Richter bist, dann darfst du dich nicht bestechen lassen von den Leuten, die bei dir ankommen. Jedes Geschenk kann den noch so coolen Richter verführen und macht sein Urteilsempfinden weich. 9 Ausländer, die bei euch leben, darfst du nicht abzocken. Ihr wisst doch noch selbst, wie es ist, irgendwo als Ausländer zu leben, weil ihr doch auch in Ägypten Ausländer wart, oder?“

Regeln für die Ruhezeiten

10 „Sechs Jahre lang sollst du dein Stück Land beackern, und alles, was dabei rumkommt, kannst du behalten. 11 Aber im siebten Jahr lass den Acker in Ruhe und bearbeite ihn nicht. Wenn dann da Sachen drauf wachsen, sollen die für die Leute sein, die keine Kohle haben und arm sind. Und was dann noch übrig bleibt, sollen die Tiere essen. Das Gleiche gilt für den Weinanbau und für den Anbau von Sonnenblumen. 12 Sechs Tage lang sollst du arbeiten, aber am siebten Tag sollst du dich entspannen. Das gilt auch für deine Kühe und Pferde, deine Mitarbeiter und Angestellten, für jeden, der bei euch auf dem Hof lebt. Jeder soll sich am siebten Tag erholen können. 13 Was ich sage, ist total wichtig! Richtet euer Leben danach aus. Betet auf keinen Fall zu irgendwelchen Pseudogöttern! Den Namen von diesen Teilen sollst du noch nicht mal in den Mund nehmen, kapiert? 14 Dreimal im Jahr sollt ihr für mich eine riesen Party veranstalten. 15 Das erste Ding soll die Party mit den Fladenbroten sein. Sieben Tage lang sollst du nur dieses Fladenbrot essen. Und zwar soll das immer genau zu der Zeit abgehen, wo ihr aus Ägypten abgehauen seid. In dem Monat sollt ihr sieben Tage lang nur dieses spezielle Brot essen, so wie ich es euch gesagt hab. Und keiner soll zu mir in das ganz besondere Zelt kommen, ohne irgendwas dabeizuhaben! 16 Wenn die ganze Getreideernte eingefahren ist, sollt ihr eine Ernteparty feiern. Und im Herbst, wenn ihr die Trauben von den Weinstöcken erntet, auch. 17 Dreimal in jedem Jahr möchte ich, dass alle Männer, die zu den Israeliten gehören, zu mir kommen in das ganz besondere, heilige Zelt.“

Wie man so ein Opferritual durchzieht

18 „Wenn ihr so ein Opferritual für mich macht, dann darf kein Blut von dem Tier mit am Start sein, während du das Fladenbrot verbrennst. Und ich will auch nicht, dass das Tierfett da tagelang rumliegt, es muss am selben Tag verbrannt werden. 19 Alle Früchte, die ihr als Allererstes geerntet habt, sollen in mein Zelt gebracht werden, in das Haus vom Chef, von eurem Gott. Und ihr sollt nicht in der Küche bei der Zubereitung von einem Kalb das Fleisch in der Milch kochen, die von der Kuhmutter kam.“

Gott verspricht Schutz

20 Gott sagte dann noch: „Ich verspreche euch hiermit, dass ich immer einen Engel vorschicken werde, der euch beschützt, wenn ihr unterwegs seid. Er wird euch sicher in das Land bringen, was ich für euch extra ausgesucht habe. 21 Tut alles, was er euch sagt! Haltet euch genau an seine Ansagen! Wenn ihr keinen Bock auf ihn habt, kann er euch das nicht verzeihen. Ich bin durch diesen Engel ganz nahe bei euch. 22 Wenn ihr alles genau so tut, wie ich es durch ihn zu euch sagen werde, haben eure Feinde keine Chance gegen euch. Ich werde sie niedermachen, und jeder, der euch ans Leder will, kriegt richtig Ärger mit mir. 23 Mein Engel wird immer vor euch sein, und er bringt euch dann in das Land von den Amoritern, den Hetitern, Perisitern, Kanaanitern, Hiwitern und Jebusitern. Ich werde diese ganzen Völker plattmachen. 24 Ihr dürft auf keinen Fall den gleichen Schwachsinn machen, den sie getan haben! Ihr sollt nicht zu diesen Pseudogöttern beten und nichts für die tun, ist das klar? Deren Bilder, Plastikfiguren und Statuen könnt ihr umhauen und kaputt machen! 25 Nur mir, eurem Gott, sollt ihr dienen. Dann werde ich dafür sorgen, dass es bei euch immer genug zu spachteln gibt und ihr satt zu trinken habt. Ich pass auch auf euch auf, dass ihr krankheitsmäßig keine Probleme kriegt. 26 Es wird bei euch keine Frauen geben, die irgendwie Fehlgeburten haben oder gar keine Babys bekommen können. Niemand wird an einer Krankheit oder durch einen Unfall sterben, ihr sollt richtig alt werden können. 27 Ihr werdet so einen krassen Ruf haben, dass die Nachbarländer fett Respekt vor euch haben. Sie werden Panik schieben, bevor ihr überhaupt bei denen einmarschiert seid. Eure Feinde werden fliehen, bevor ihr überhaupt an der Grenze steht. 28 Sie werden sich in die Hosen machen, nur wenn ihr in der Gegend seid. Alleine diese Angst wird die Hiwiter, Kanaaniter und Hetiter vor euch hertreiben. 29 Aber ich lass mir da Zeit. Sie werden nicht schon alle im ersten Jahr abhauen, sonst würden ja ganze Teile im Land gar nicht mehr gepflegt werden. Es könnten dann viele wilde Tiere aufwachsen, dass es für euch nicht so gut wäre, dort später mal zu wohnen. 30 Ich werde sie also nur häppchenweise von dort vertreiben. Mit jedem Schritt, wie ihr euch vermehrt und ihr in der Lage seid, ein neues Stück Land einzunehmen. 31 Irgendwann werdet ihr ein Gebiet besitzen, das vom Roten Meer bis zum Mittelmeer geht. Von der großen Wüste im Süden bis zum Eufrat werden eure Grenzen sein. Ich werde jeden Menschen, der dort zurzeit lebt, an euch ausliefern. Ihr könnt sie dann alle rausschmeißen, wenn ihr da Bock drauf habt. 32 Ich will nur eins noch mal klarstellen, Leute: keine Verträge mit den Plastikgöttern von denen! 33 Darum dürfen diese Menschen auch nicht mit euch zusammenleben. Denn sonst werdet ihr dazu verführt, mich zu betrügen. Ihr würdet mir untreu werden und zu den komischen Göttern von denen beten. Wenn das passiert, seid ihr am Ende und kaputt.“

Gottes Vertrag mit Israel

24 2Mo 1 Dann sagte Gott zu Mose: „Komm zu mir auf den Berg! Nimm Aaron, Nadab und Abihu mit und siebzig von den Chefs von deinen Leuten. Wenn ihr da seid, verbeugt euch alle ganz tief vor mir. Ich will, dass ihr Respekt vor mir habt. 2 Nur du darfst in meine Nähe kommen. Das Volk darf überhaupt nicht auf den Berg steigen.“ 3 Mose traf sich mit den Israeliten und sagte ihnen die Gesetze von Gott. Alle antworteten ihm gleichzeitig: „Wir wollen alles tun, was Gott uns sagt!“ 4 Daraufhin schrieb Mose die Gesetze in ein Buch. Am nächsten Morgen baute er unten an dem Berg so einen Tisch, wo man Tiere drauf opferte, einen Altar. Daneben stellte er zwölf Steine auf, für jeden Familienstamm von Israel einen. 5 Danach beauftragte er einige junge Männer, für Gott ein Opferritual durchzuziehen. Die schlachteten junge Stiere für so ein Dankopfer. 6 Die Hälfte des Blutes von dem Stier tat Mose in Schalen, die andere Hälfte goss er an den Altar. 7 Dann nahm Mose das Buch, in dem er die Gesetze aufgeschrieben hatte, und las es allen Israeliten laut vor. Sie schworen: „Wir wollen alles tun, was Gott uns hier für Ansagen gemacht hat!“ 8 Jetzt nahm Mose das Blut aus den Schalen und bespritzte das Volk damit. Dabei sagte er: „Durch dieses Blut wird der Vertrag unterschrieben, den Gott jetzt mit euch auf der Grundlage dieser Gesetze gemacht hat!“ 9 Danach stieg Mose den Berg hoch, und die anderen begleiteten ihn. Mit dabei waren Aaron, Nadab, Abihu und siebzig von den Chefs der Israeliten. 10 Als sie oben waren, passierte etwas total Abgefahrenes: Sie konnten plötzlich Gott sehen! Der Boden, wo seine Füße drauf standen, war wie mit blauen Edelsteinen ausgelegt. Die waren kristallklar und leuchteten wie riesengroße Halogenstrahler. 11 Gott erlaubte nur diesen ausgewählten Vertretern von seinen Leuten, so nahe bei ihm zu sein. Normalerweise muss jeder sofort sterben, wenn er Gott so nahe kommt. Sie durften Gott sehen und aßen und tranken bei ihm.

Gott und Mose auf dem Berg

12 Irgendwann sagte Gott dann zu Mose: „Jetzt komm mal hoch zu mir auf den Berg Sinai! Nimm dir ein bisschen Zeit mit, denn ich will dir ein paar Stahlplatten mitgeben, wo ich meine Hauptgesetze drauf eingraviert hab. Die Leute sollen ganz genau wissen, was ich von ihnen will!“ 13 Mose ging los, um den Berg Gottes zu besteigen. Josua war auch mit dabei. 14 Vorher sagte Mose noch zu den Chefs vom Volk. „Wartet mal hier auf uns, bis wir wieder da sind! Aaron und Hur sollen uns in der Zeit vertreten. Wenn ihr irgendwie Zoff miteinander habt, geht zu den beiden. Okay?“ 15 Dann ging Mose den Berg hoch. Oben waren total viele Wolken. 16 Plötzlich kam Gott höchstpersönlich mit einem ganz krassen superhellen Licht auf den Berg Sinai. Wie eine leuchtende Wolke kam er dorthin und blieb da sechs Tage lang. Am siebten Tag konnte man dann Gottes Stimme hören, wie er mitten aus der Wolke zu Mose rief! 17 Die Israeliten standen unten am Berg und konnten das sehen. Es sah aus, als wenn der ganze Berg da oben voll am Abfackeln wäre. 18 Und dann ging Mose mitten in diese große brennende Wolke rein. Er stieg allein auf die Spitze von dem Berg. Insgesamt blieb er dort vierzig Tage.

Eine Wohnung für Gott bei den Israeliten

25 2Mo 1 Gott hatte dann noch ein paar Ansagen für Mose: 2 „Mose, bitte sag den Leuten aus Israel, dass sie mir etwas spenden sollen, aber nur wer Bock hat, und zwar folgende Sachen: 3 Wir brauchen ein paar teure Materialien, nämlich Gold, Silber und Bronze, 4 dann feine Leinenstoffe, bunte Wolle, 5 Leder und Eichenholz. 6 Außerdem brauchen wir Kerzen, Räucherstäbchen, Zutaten für ein besonderes Öl 7 und Edelsteine. 8 Diese Sachen sind für ein ganz besonderes, krasses Zelt, das die Israeliten für mich bauen sollen. Ich hab nämlich beschlossen, da drin zu wohnen, um immer in eurer Nähe zu sein. 9 Hier hab ich mal so ein Modell gebaut. Auch ein paar Pläne, wie die Geräte da drinnen aussehen sollen, ist dabei. Ihr könnt euch genau an diese Bauzeichnung halten.“

Eine Kiste für die Stahlplatten mit den Gesetzen

10 „Ich will, dass meine Leute eine Kiste bauen. Sie soll aus Eichenholz bestehen und 1,25 Meter lang und 75 Zentimeter breit und hoch sein. 11 Sie soll komplett vergoldet werden. Dann soll man am Rand überall verschnörkelte Zierleisten aus echtem Gold anschrauben. 12 Organisiere mal vier große Ringe, die auch aus Gold gemacht sind. Die sollen dann an den Ecken angebracht werden. Auf jeder Seite zwei Stück. 13 Dann brauen wir noch zwei vergoldete Stangen aus Eichenholz. 14 Diese Stangen steckst du dann durch die Ringe an der Seite. Damit soll man die Kiste tragen können. 15 Diese Stangen sollen immer da drinbleiben, sie dürfen auf keinen Fall entfernt werden. 16 In die Kiste tust du dann die zwei Stahlplatten, die ich dir noch geben werde. 17 Dann lass einen Deckel für die Kiste anfertigen, der nur aus Gold besteht. Er soll genau auf die Kiste passen. 18 Auf den Deckel sollen noch zwei große Figuren aus Gold angeschraubt werden, die aussehen wie Engel mit großen Flügeln. 19 Jeweils einer von den Engeln soll an einem Ende von dem Deckel angeschraubt werden. 20 Dabei sollen sich die beiden Figuren ansehen und auf den Deckel gucken. Ihre Flügel sollen über dem Deckel liegen, so als würden sie den Kasten beschützen. 21 In die Kiste tust du, wie gesagt, die zwei Platten rein, wo die Gesetze draufstehen werden. Dann legst du den Deckel obendrauf. 22 An dieser Kiste will ich mich mit dir treffen. Ich werde von da aus mit dir reden, meine Stimme wird zwischen den beiden Engeln aus dem Kasten rauskommen. Von hier werde ich dir alle Ansagen machen, die an die Israeliten gerichtet sind.“

Ein Tisch für ganz besondere Brote

23 „Gib mal einen Tisch in Auftrag, der aus Eichenholz gemacht wird. Der soll 1 Meter mal 50 Zentimeter lang sein und 75 Zentimeter hoch. 24 Der Tisch soll mit echtem Gold überzogen werden. Um die Tischplatte möchte ich bitte eine coole Leiste haben, die nette Muster drinhat, alles aus Gold. 25 Außerdem soll auf die Platte ringsrum ein Rahmen geschraubt werden, der auch aus Gold ist. Der soll zehn Zentimeter hoch sein. Diesen Rahmen bitte noch mit einer schönen Verzierung versehen, ja? 26 Lass vier goldene Ringe anfertigen, die du dann oben an die Kanten der vier Beine anschraubst. 27 Diese Ringe sollten dicht unter dem Rand sein, damit die Stangen noch gut durchpassen. Mit diesen Stangen soll man den Tisch dann nämlich auch tragen können. 28 Nimm wieder bestes Eichenholz für die Stangen und vergolde die Teile. Wie gesagt, sind die Stangen für den Transport bestimmt. 29 Dann organisier dir goldene Becher, Schüsseln und Kannen für Opferrituale mit Wein. Die sollen immer bei dem Tisch dabei sein. 30 Auf diesem Tisch sollen immer ein paar von den ganz besonderen Broten liegen, die man extra für mich gemacht hat.“

Der siebenarmige Kerzenständer aus purem Gold

31 „Dann lasst noch eine Spezialanfertigung von einem Kerzenständer machen. Der soll nur aus reinem Gold bestehen, und ich möchte, dass er aus einem Stück gearbeitet wird. 32 Der Kerzenständer soll sieben Arme haben, einen Arm in der Mitte und an beiden Seiten noch jeweils drei Arme, 33 die mit drei goldenen Blumen verziert sind. 34 Auch auf dem Stiel sollen dann noch vier solcher Blumen drauf sein. 35 Die möchte ich da haben, wo die Armpaare abzweigen. 36 Noch mal: Der ganze Kerzenständer soll nur aus Gold bestehen, und er soll aus einem Stück gearbeitet worden sein. 37 Lass extra für diesen Leuchter sieben Kerzenhalterungen machen, die obendrauf passen. 38 Dann brauchen wir noch Scheren, um den Docht abzuschneiden, und Behälter zum Reinigen, die bitte auch aus Gold sein sollten. 39 Für den Leuchter sollte, mit allem Schnickschnack, nicht mehr als ein Zentner reines Gold verbraten werden. 40 Sieh zu, dass alles genau so hergestellt wird, wie ich es dir hier auf dem Berg gezeigt hab.“

Die Bauanleitung für das besondere Zelt

26 2Mo 1 Weiter sagte Gott dann zu Mose: „Für das Zelt, wo ich wohnen werde, musst du zehn ganz teure Zeltplanen extra anfertigen lassen. Sie sollen aus sehr gutem Leinenstoff sein. Ich wünsche mir, dass da ganz schöne Bilder von Engeln drauf sind, so in Rot und Blau, draufgenäht oder so. 2 Jede Zeltplane soll 14 Meter lang sein und 2 Meter breit. 3 Je fünf davon werden an der langen Seite miteinander vernäht, so dass da draus zwei große Zeltplanen entstehen. 4 Diese großen Stücke sollen beide an einer langen Seite so Schlaufen aus violettem Stoff dranbekommen. 5 Insgesamt fünfzig Schlaufen an jedem Teil, so dass die Schlaufen sich gegenüberliegen, wenn man die beiden Planen nebeneinanderlegt. 6 Dann musst du fünfzig Haken aus Gold anfertigen lassen. Mit den Dingern soll man die zwei Zeltplanen an den Schlaufen zusammenhaken. So entsteht dann ein ganz großes Teil als Zeltplane von der Wohnung. 7 Dadrüber kommt dann noch ein Dach. Dafür sollst du dann noch mal elf Zeltplanen anfertigen, die aus Ziegenleder zusammengenäht wurden. 8 Jede Plane soll 15 Meter lang und 2 Meter breit sein. 9 Die Planen werden wieder zu zwei großen Teilen zusammengetackert, nur dass diesmal eines davon aus sechs Planen besteht. Diese sechste Plane, die nachher da sein wird, wo der Eingang ist, wird auf der Hälfte umgeklappt, so dass sie dann doppelt gelegt ist. 10 Die zwei großen Teile werden wieder zu einem ganz großen Teil verbunden. Dazu sollen wieder fünfzig Schlaufen an je einer langen Seite von beiden Planen angenäht werden. 11 Dann sollst du wieder fünfzig Haken aus Bronze machen und die Haken dann in die Schlaufen tun, damit sie zusammengehalten werden. So verbindet ihr die Teile. 12–13 Dieses Zeltdach aus Ziegenwolle wird so über die andere Zeltplane drübergelegt, dass es an der Rückseite einen Meter übersteht. An den Seiten rechts und links soll es ungefähr einen halben Meter überstehen. 14 Über das Dach werden dann noch zwei extra Schutzdecken gelegt. Die untere soll aus rot gefärbtem Leder von männlichen Ziegen sein. Die obere soll aus regenfesten Tierhäuten gemacht werden. 15 Als Nächstes will ich, dass du Bretter aus Eichenholz klarmachst, die unter dem Zeltdach für die Wände in meinem Haus gebraucht werden. 16 Jedes Brett soll 5 Meter lang und 75 Zentimeter breit sein. 17 An denen sollen unten zwei Dübel in Form von so Tannenzapfen angebracht werden. 18–21 Für die Südseite und die Nordseite sollst du jeweils zwanzig Bretter verwenden. Jedes Brett steht auf zwei Bodenplatten aus Silber. In diese Platten werden dann die Bretter gesteckt, indem die Zapfen in die dafür vorgesehenen Löcher kommen. 22 Für die Rückwand nach Westen sollen sechs Bretter gesägt werden. 23–24 Für die Ecken braucht ihr dann noch rechts und links ein Winkelbrett. 25 Die Rückwand wird also insgesamt aus acht Brettern gebaut. Hier steht auch jedes Brett auf zwei von den silbernen Bodenplatten. 26–27 Dann möchte ich, dass du ein paar Stangen machen lässt, die aus Eichenholz sind. Die sollen als Querstangen so angebracht werden, dass sie die Bretter zusammenhalten. An jede Wand bitte fünf Stangen. 28 Die mittlere Stange soll dabei genau auf halber Höhe angeschraubt werden. Die soll ohne Unterbrechung aus einem Stück Holz gemacht sein. 29 Diese Stangen werden dann durch goldene Ringe gesteckt, die an den Brettern befestigt worden sind. Und die Stangen und Bretter sollen auch ganz vergoldet werden. 30 Aus diesen Bauteilen möchte ich, dass du meine ganze Wohnung zusammenschraubst. Und zwar genau nach dem Modell, das ich dir auf dem Berg gezeigt habe. 31 Dann möchte ich, dass du einen großen Vorhang machen lässt, der nur aus ganz edlem Zeug hergestellt wurde, und zwar aus sehr gutem Leinenstoff. Auf diesen Vorhang sollen mit blauer, roter und weinroter Farbe Bilder von Engeln gesprayt werden. 32 Der Vorhang wird mit goldenen Nägeln an vier Eichenholzpfosten aufgehängt. Diese Pfosten sind mit Gold überzogen worden und stehen in einer silbernen Halterung. 33 Der Vorhang soll unter die Stelle von der Zeltplane, an der die zwei Hälften mit goldenen Haken zusammengemacht sind. Dieser Vorhang soll meine Wohnung in zwei Zimmer unterteilen. Hinter den Vorhang kommt die Kiste mit den Gesetzen. Auf der Seite ist der ganz besondere Teil, das ‚Alleroberheiligste‘. Auf der anderen Seite ist dann der ‚normale heilige‘ Teil. 34 Vergiss nicht, den Deckel von der Kiste mit den Gesetzen im Alleroberheiligsten zuzumachen! 35 Den Tisch für die besonderen Brote stellst du im ‚normalen heiligen‘ Teil vor dem Vorhang auf. Den Leuchter mit den sieben Armen pack mal gegenüber von dem Tisch an der Südseite von der Wohnung hin. Der Tisch selbst soll an der Nordseite stehen. 36 Für den Eingang vom Zelt bastel einen extra Vorhang aus Leinenstoff, in dem blaue, rote und weinrote Wollfäden eingenäht sind. 37 Dieser Vorhang soll mit goldenen Nägeln an fünf Holzpfosten aufgehängt werden, die auch wieder aus Eichenholz gemacht und mit Gold überzogen sind und in silbernen Halterungen stehen.

Ein Tisch für die Opferrituale

27 2Mo 1 „Dann möchte ich, dass du mir aus besonders schönem Eichenholz einen großen Tisch, einen Altar, baust. Der soll 2,5 Meter lang und auch 2,5 Meter breit sein. Die Höhe muss 1,5 Meter betragen. 2 An den vier Ecken sollst du so Spitzen raushobeln, die wie Stierhörner aussehen. Die sollen aus einem Stück mit dem Tisch sein. Dann überzieh das Teil mit Bronze. 3 Dann lass mal noch extra Werkzeuge anfertigen, die man für das Opferritual braucht. Also so Schüsseln, womit man das Blut auffängt, dann Fleischgabeln, ein Becken für die Holzkohle und auch Schaufeln und Eimer, um die Asche anschließend wegzumachen. Diese ganzen Werkzeuge und Geräte sollen aus Bronze sein. 4 Zum Transportieren lass für den Tisch einen Korb aus Bronze schweißen, mit einem Ring an jeder Ecke. 5 Der Tisch wird dann in diesen Korb gesteckt. Der Korb reicht dann bis zur Hälfte vom Tisch hoch. 6 Dann brauchen wir noch zwei Stangen aus Eichenholz, die mit Bronze überzogen werden. 7 Die Stangen sind für den Transport von dem Tisch. Sie werden einfach durch die Ringe gesteckt. 8 Der Tisch soll aus Brettern gemacht werden. Er soll innen hohl sein. Lass ihn dir genau so anfertigen, wie ich es dir gezeigt habe, ja?“

Ein Hof vor dem besonderen Zelt

9–11 „Dann will ich, dass du rings um die Wohnung einen Hof machst, indem du so eine Art Zaun aufbaust. Auf der Nord- und Südseite sollen jeweils 50 Meter lange Zeltplanen aufgespannt werden. Die werden an zwanzig Pfosten befestigt. Diese Pfosten stehen in Halterungen, die aus Bronze gemacht sind. Die Nägel und Querstangen sind aus Silber. 12 Auf der Westseite ist der Hof 25 Meter breit. Die Planen werden von zehn Pfosten gehalten, die wieder auf Halterungen aus Bronze stehen. 13 Auf der Eingangsseite im Osten ist der Hof auch 25 Meter breit. 14–16 Auf der Seite ist auch der Eingang vom Hof. Er soll 10 Meter breit sein. Rechts und links vom Eingang sind dann noch siebeneinhalb Meter lange Planen angehängt, die jeweils an drei Pfosten befestigt sind. Die Tür, auch so ein Vorhang, soll aus einem ganz speziellen Stoff gemacht sein, der aus blauen, roten und weinroten Fäden aus Wolle besteht. Das Teil wird an den vier Pfosten an der Stelle aufgehängt. 17 Alle Pfosten, die um den Hof herumstehen, sollen mit silbernen Querstangen verbunden sein und in bronzenen Halterungen stehen. Die Planen werden mit Nägeln aus Silber befestigt. 18 Der ganze Hof muss 50 Meter lang werden und 25 Meter breit. Die Abgrenzung zwischen den Räumen soll 2,5 Meter hoch sein. 19 Nicht nur die Geräte, die man für die Arbeit in dem besonderen, heiligen Zelt benutzt, sondern auch die einfachen Heringe, die man für die Zeltbefestigung braucht, sollen aus Bronze sein.“

Die Kerzen für den siebenarmigen Leuchter

20 Dann sagte Gott noch zu Mose: „Deine Leute, die Israeliten, sollen dir richtig edle Kerzen organisieren, nicht so Billigteile. Damit soll man immer den siebenarmigen Kerzenständer bestücken, der in dem besonderen, heiligen Zelt vor dem Vorhang steht. 21 Aaron und seine Söhne haben den Job, dass sie diesen Leuchter immer am Brennen halten. Die ganze Nacht lang soll das Ding leuchten. Dieser Leuchter soll immer vor dem Vorhang stehen, hinter dem der alleroberheiligste Teil ist, in dem die Kiste mit den Gesetzen steht. Das waren wichtige Ansagen, und sie gelten für immer, für euch, eure Kinder und die Kinder eurer Kinder.“

Besondere Klamotten für die Priester

28 2Mo 1 Dann redete Gott mit Mose über die Kleidung, die für die Priester angesagt war: „Mach mal ein Treffen klar mit Aaron und seinen Söhnen Nadab, Abihu, Eleasar und Itamar. Ich will sie zu Priestern machen, sie sollen anders sein als der Rest von den Israeliten. 2 Lass für deinen Bruder Aaron ganz besonders krasse Priesterklamotten anfertigen. Er soll schon vom Outfit her eine gute Figur machen, die seiner Aufgabe entspricht. 3 Rede mit den Leuten, die Dinge durchschauen und von mir Weisheit aufgespielt bekommen haben. Sag ihnen, sie sollen diese Priesterklamotten für Aaron nähen. Denn er soll bereit gemacht werden, um mir als Priester hundertpro zur Verfügung zu stehen. 4 Folgende Klamotten sollst du für Aaron und seine Leute klarmachen: einen Brustbeutel, einen Umhang, einen Mantel, einen Anzug mit eingewebten Mustern, einen Gürtel und eine Mütze. 5 Als Material sollen sie Gold nehmen und blaue, rote bzw. weinrote Wolle. Dazu soll auch wieder sehr guter Leinenstoff verwendet werden. 6 Der Umhang soll aus diesem Leinenstoff gemacht werden, und ich möchte, dass er mit Goldfäden und den farbigen Wollfäden nett bestickt wird. 7 Über die Schultern sollen so zwei lange Stoffbänder getragen werden, die am Ende miteinander verbunden sind. 8 Der Gürtel soll aus genau demselben Material sein. Er soll mit den Teilen fest verbunden werden und auch aus Gold, blauer, roter bzw. weinroter Wolle bestehen. 9–12 Auf die langen Stoffbänder lässt du Fassungen aus Gold draufnähen. In die Fassung kommen zwei Edelsteine. In diese Steine werden die Namen der zwölf Familienstämme von Israel eingefräst. In jeden Stein jeweils sechs Namen. So hat Aaron immer die 12 Stämme vor seiner Nase, wenn er in dem besonderen Zelt ist. Er soll bei mir immer ein gutes Wort für die einlegen, damit ich weiter freundlich zu ihnen bin. 13 Die Fassungen sollst du aus Gold machen lassen 14 und zwei kleine Schlaufen aus Gold oben annähen, und da dran sollen zwei Goldketten hängen. 15 Dann brauchen wir noch einen Brustbeutel, wo die ganz besonderen Lose drin sind. Die Lose braucht man, wenn eine Entscheidung zu treffen ist und man dafür Hilfe von Gott braucht. 16 Der Beutel hat eine Größe von 25 mal 25 Zentimetern und soll zusammengefaltet werden können. 17–20 Vorne sollen zwölf Edelsteine in einer Goldfassung draufgenäht werden, jeweils drei in vier Reihen. In der ersten Reihe sollen es ein Karneol, ein Topas und ein Smaragd sein. In der zweiten Reihe ein Rubin, ein Saphir und ein Jaspis. In der dritten Reihe dann ein Achat, ein Hyazinth und ein Amethyst. Und in der vierten Reihe ein Türkis, ein Onyx und ein Nephrit. 21 In die Steine sollen die Namen der Familienstämme von Israel eingefräst werden. In jeden Stein ein Name. 22–25 An der oberen Ecke von der Tasche werden zwei Goldringe angebracht. An die Ringe kommt eine goldene Kette, die wiederum an die zwei Schlaufen der Stoffbänder drangehängt wird. Die Stoffbänder werden dann auf die Schultern gelegt. 26 Noch zwei Goldringe werden an den unteren Ecken der Tasche festgemacht, und zwar auf der Rückseite. 27 Dann gibt es noch mal zwei Goldringe, die unten an den Stoffbändern dranhängen. Die sollen kurz über dem Gürtel angebracht sein. Der Gürtel hält das ganze Teil zusammen. 28 Die Tasche mit den Ringen soll durch die blaue Schnur fest mit den Ringen des Umhangs verknotet sein, damit sie fest sitzt und nicht so leicht verrutschen kann. 29 Und so wird Aaron die Namen der einzelnen Familienstämme von Israel durch den Brustbeutel auch buchstäblich auf dem Herzen tragen, wenn er in das besondere Zelt geht. Und ich, euer Gott, werde es dann nicht vergessen, mich um meine Leute zu kümmern. 30 In dem Brustbeutel, den man braucht, wenn mal eine gottmäßige Entscheidung getroffen werden muss, stecken zwei Lose drin. Das eine heißt ‚Urim‘ und das andere ‚Tummim‘, das bedeutet ‚Licht‘ und ‚Recht‘. Beide Lose sollen immer ganz nahe am Herzen von Aaron sein, wenn er in das besondere Zelt kommt, um mit mir zu reden. Aaron soll eigentlich die ganze Zeit diese Lose mit sich rumtragen. 31 Der Mantel, den man unter dem Umhang tragen kann, soll aus blau gefärbtem Leinen sein. 32 Er soll einen extrastabilen Kragen haben, der nicht so schnell kaputtgeht. 33 Unten an den Mantel sollen immer im Wechsel ein kleine Glocke aus Gold und ein kleiner Apfel aus Wolle angenäht werden. 34 Ringsum immer nacheinander Glöckchen, Äpfelchen, Glöckchen usw. 35 Aaron soll den Mantel immer tragen, wenn er seinen Dienst schiebt im besonderen Zelt. Immer wenn er reingeht oder rauskommt, wird man das Klingeln von den Glöckchen hören können. Durch das Klingeln wird er daran erinnert, dass er nicht unvorbereitet dort reingehen darf. Somit muss er nicht sterben. 36 Lass dir so einen Sticker machen, einen Anstecker, der nur aus Gold ist. Da soll draufstehen: „Ich gehöre radikal Gott!“ 37 Dieser Sticker soll an die Mütze von Aaron gepinnt werden. 38 Am besten über seiner Stirn. Wenn er dann zu mir kommt, werde ich den Mist verzeihen, den die Israeliten mal wieder gebaut haben, als sie das Opferritual durchziehen wollten, und ich werde sie weiter liebhaben. 39 Dann braucht Aaron noch einen Anzug mit aufgestickten Mustern. Und natürlich die Mütze. Und einen richtig krassen Gürtel braucht er auch.“ 40 „Für die Söhne von Aarons Familie musst du auch noch extra Klamotten anfertigen lassen. Du brauchst Anzüge, Gürtel, Mützen, die deutlich machen, dass sie etwas Besonderes sind, weil sie eine echt krasse Aufgabe haben. 41 Du sollst Aaron und seinen Söhnen die Priesterklamotten übergeben. Wenn sie die angezogen haben, sollen sie in einem Ritual für das Amt eingesetzt werden, wobei du auf ihrer Stirn ein Zeichen malst, mit einem ganz besonderen Öl. 42 Organisier auch noch mal ein paar anständige Hosen, damit sie nicht in diesen Gewändern rumlaufen müssen, bei denen man ihren Penis sehen kann. 43 Aaron und seine Söhne sollen die dann immer tragen, wenn sie in das besondere, heilige Zelt gehen. Auch wenn sie dieses Opferritual durchziehen, wo man Sachen verbrennt, sollen die so was anziehen. Wenn sie das nicht tun, bauen sie großen Mist und werden dafür mit dem Tod bestraft. Dieses Gesetz gilt auch für ihre Kinder und die Kinder ihrer Kinder. Es gilt für alle, die mal als Priester bei meinen Leuten arbeiten werden.“

Wie die Priester an den Start kommen

29 2Mo 1 „Jetzt kommt eine genaue Beschreibung, wie du die Priester mit einem Ritual für ihren Job klarmachen sollst. Als Erstes nimmst du mal einen jungen Stier und zwei männliche Schafe. Die Tiere müssen eine gute Quali haben, das dürfen nicht so kaputte Teile sein, klar? 2–3 Dann nimmst du was von dem Fladenbrot und legst es in einen Korb. Dazu kommen noch ein Brot, das nur aus Mehl und Öl gemacht wurde, und noch ein paar Fladenbrote, die mit Olivenöl beschmiert worden sind. Das Brot soll alles ohne Hefe gemacht worden sein! 4 Dann lass Aaron und seine Söhne vor dem Eingang vom Zelt antreten. Dort sollen sie sich erst mal etwas waschen. 5 Jetzt holst du die Spezial-Priesterklamotten und ziehst die Aaron an. Den Anzug, den Mantel, den Umhang und den Brustbeutel soll er da anziehen. Vergiss auch nicht, den Umhang mit dem Gürtel festzumachen. 6 Setz Aaron die Mütze auf und pin den goldenen Sticker obendran. 7 Als Nächstes holst du ein ganz besonderes Öl raus. Das gieß dann dem Aaron über die Birne. Und ab dann ist er ein richtiger Priester! 8 Anschließend lässt du seine Söhne antreten. Du ziehst ihnen den Anzug für Priester an, 9 legst ihnen den Gürtel um und ziehst ihnen auch so eine Mütze auf. Damit sind sie auch richtige Priester, und zwar für immer, solange sie leben. 10 Dann holst du den Stier. Aaron und seine Söhne legen jetzt ihre Hände auf seinen Kopf. 11 Hol ein großes Messer und schlachte das Tier dort vor diesem großen Tisch, dem Altar, der am Eingang vom ganz besonderen Zelt steht. 12 Jetzt nimmst du dir was von dem Blut und streichst es mit den Fingern an diese Stierhörner aus Holz, die an dem Tisch dran sind. Das übrige Blut sollst du über den Tisch ausgießen. 13 Mach dann ein Feuer und verbrenne die fettigen Sachen von dem Stier da drauf. Ich meine jetzt das Fett, was über dem Darm ist, über der Leber und auch den beiden Nieren. 14 Die Steaks aber und das ganze andere gute Fleisch, der Magen und auch das Fell sollen außerhalb des Lagers verbrannt werden. 15 Diese Verbrennung von dem letzten Kram steht dafür, dass der ganze Mist, den man unabsichtlich gebaut hat, auch vergeben wird. 16 Du tötest das Tier und bespritzt rund um den Tisch alles mit dem Blut. 17 Dann zerlegst du das Teil und packst alles, auch den Kopf, auf den Tisch. Den Darm und die anderen Eingeweide und die Unterschenkel musst du vorher noch mal mit Wasser abwaschen. 18 Und jetzt verbrennst du das ganze Tier auf dem Tisch, dem Altar! Es ist dann wie so ein Geschenk für mich, euren Gott, das dort verbrannt wird. Wenn ich das rieche, soll es dafür sorgen, dass ich, was euch betrifft, immer freundlich bin und nicht sauer. 19 Als Nächstes holst du das andere männliche Schaf. Aaron und seine Söhne sollen wieder ihre Hände auf seinen Kopf legen. 20 Dann tötest du das Schaf und nimmst etwas von dem Blut in einen Eimer. Jetzt betupfst du damit das rechte Ohr, den rechten Daumen und die rechte große Zehe von Aaron und auch von seinen Brüdern, okay? Den Rest kannst du wieder rund um den Tisch ausschütten. 21 Ein bisschen von dem Blut, das auf dem Tisch gelandet ist, sollst du dann, kombiniert mit etwas von dem Spezialöl, auf Aaron und seine Klamotten tropfen lassen und auch auf seine Söhne und deren Klamotten. Denn dann gehören er und auch seine Söhne und ihre Klamotten ganz radikal Gott. 22 Das zweite männliche Schaf ist für ein Opferritual bestimmt, was man braucht, um ein Priester zu werden. Du nimmst etwas von dem Fett, das an den Eingeweiden ist, und das Fett an den beiden Nieren und das Fett von der Leber und das an den hinteren Beinen. 23 Jetzt nimmst du noch was von dem Fladenbrot aus dem Korb, der am Tisch steht, etwas von dem Brot, was mit Öl bestrichen wurde, und etwas von dem Brot, was ohne Hefe gemacht wurde. 24 Das alles gibst du dann Aaron und seinen Söhnen in die Hände. Die sollen das dann symbolisch an Gott übergeben, indem sie es hin- und herschwenken. 25 Als Nächstes holst du dir die Sachen von ihnen wieder und verbrennst die Brote für mich auf dem gleichen Tisch, wo du ja auch schon das Fleisch verbrannt hast. 26 Das Stück von der Brust vom männlichen Schaf nimmst du selbst in die Hand, um es mir durch Hin-und-her-Schwenken symbolisch zu übergeben. Es ist dann der Teil, den du behalten kannst. 27–28 Das soll generell so gemacht werden. Immer wenn die Israeliten ein Opferfest feiern, sollen das Stück von der Brust und auch die Keule immer der Familie vom Aaron gehören, weil ihnen dieses Stück bei der Einweihung für Aaron und seine Söhne geschenkt wurde. Darum soll dieser Teil vom Tier auch als etwas ganz Besonderes, Gottmäßiges gelten. Es gehört immer den Priestern. 29 Die Priesterklamotten von Aaron werden immer weitervererbt. Immer wenn es so weit ist, sollen die neuen Priester mir da drin ganz speziell anvertraut werden. Auf die Art werden sie in ihren Dienst eingesetzt. 30 Derjenige aus Aarons Familie, der das Erbe von ihm bekommt und der weiß, wie dieser Dienst im besonderen Zelt abgeht, soll die Klamotten die ersten sieben Tage tragen, wenn er da an den Start kommt. 31 Das Fleisch von dem zweiten männlichen Schaf kochst du vor dem besonderen, heiligen Zelt. 32 Aaron und seine Söhne sollen das dann im Eingang essen, zusammen mit dem Brot aus dem Korb. 33 Dieses Brot wurde ja Gott geschenkt, als es für sie losging mit dem Priesterleben. Darum dürfen sie das auch essen. Aber sonst darf das niemand, weil es eben etwas ganz Besonderes ist, es ist heilig. 34 Es gibt kein Resteessen! Was von dem Zeug am nächsten Morgen übrig ist, muss verbrannt werden. 35 Dieses Startritual sollst du sieben Tage lang immer wiederholen. 36 Jeden Tag schlachtest du einen Stier, um den ganzen Mist wiedergutzumachen, den ihr gebaut habt. Dann reinigst du mit dem Blut den Tisch, was als Symbol dafür steht, dass auch die Menschen von ihrem Mist, den sie ständig bauen, sauber gewaschen werden. 37 Auch das wiederholst du sieben Tage lang. So wird der Tisch in einer ganz besonderen Art und Weise sauber und besonders. Jeder, der da nichts zu suchen hat und den Tisch trotzdem anfasst, wird sofort sterben. 38 Jeden Tag sollst du auf dem großen Tisch zwei Schafe schlachten und verbrennen, die ein Jahr alt sind. 39 Das eine morgens und das andere abends. 40–41 Dazu kommen noch 4 Kilo Weizenmehl, das mit 1,5 Liter Öl vermischt wurde. Dann noch 1,5 Liter Wein. Das ist ein Geschenk, was ich echt gerne hab und wo ich mich voll drüber freue. 42 Ich wünsche mir das jeden Tag, und ich wünsch mir das nicht nur von euch, sondern auch von allen euren Kinder und den Kindern von euren Kindern. Es soll in Zukunft immer am Eingang von dem Zelt veranstaltet werden. Ich werde mich euch hier zeigen, ich komme zu euch und werde mit dir reden. 43 Hier können wir uns treffen, ich und die Israeliten. Das ganz besondere Zelt wird dadurch ein besonders krasser Ort werden, weil ich mich da höchstpersönlich blicken lasse. 44 Und auch der Tisch wird durch meine krasse Gegenwart zu etwas ganz Besonderem werden, etwas, was heilig ist. Auch Aaron und seine Söhne gehören dazu, ich werde sie für ihren Job als Priester akzeptieren. 45 Ich will mittendrin sein, in ihrer Nähe, ich will bei ihnen wohnen, und ich will euer Gott sein. 46 Sie sollen kapieren, dass ich Gott, ihr absoluter Chef, bin. Ich habe sie aus Ägypten rausgeholt, weil ich bei ihnen wohnen wollte. Ich bin Gott! Und ich bin euer Gott!“

Ein Tisch, wo man Räucherstäbchen für Gott abfackelt

30 2Mo 1 Anschließend sagte Gott: „Mose, ich wünsche mir, dass du noch einen kleinen Tisch, einen Altar, aus Eichenholz baust. Auf diesem Tisch sollt ihr Räucherstäbchen für mich anzünden. 2 Er sollte 1 Meter lang, 50 Zentimeter breit und 50 Zentimeter hoch sein, mit so Hörnern an den Ecken, die aus einem Stück mit dem Tisch sein sollen. 3 Der Tisch soll rundherum mit Gold überzogen sein. Dann muss da noch eine goldene Zierleiste drum. 4 Unter der Leiste brauchen wir dann noch zwei Ringe aus Gold, für den Transport. Dort sollen dann nämlich die Stangen durch, mit denen ihr das Teil tragen könnt. 5 Die Stangen musst du auch aus Eichenholz anfertigen lassen und mit Gold überziehen, klar? 6 Und stell den Tisch vor den Vorhang, hinter dem sich die Kiste mit den Gesetzen befindet, an der ich mich immer mit dir treffen werde. 7 Aaron soll jeden Morgen, wenn er die Lampen in Ordnung bringt, auch von den leckeren Räucherstäbchen, welche auf dem Tisch stehen, abfackeln. 8 Und abends, wenn er die Lampen anmacht, soll er da auch Räucherstäbchen abfackeln. Dieses Ritual erwarte ich ab sofort jeden Tag von euch, für immer. 9 Auf diesem Tisch dürfen auf keinen Fall irgendwelche anderen Räucherstäbchen angezündet werden. Nur die, von denen ich es euch gesagt habe. Und da dürfen auch keine anderen Opfersachen drauf gemacht werden, nicht mit Tieren, Essen oder Trinken. 10 Aaron soll einmal im Jahr die Stierhörner, die an dem Tisch dran sind, mit Blut vollschmieren. Das ist immer ein Zeichen dafür, dass ihr Mist gebaut habt und um Verzeihung dafür bitten wollt. Durch das Blut wird alles wieder sauber. Das Ganze ist etwas Mega-Besonderes für mich, euren Gott, etwas Oberheiliges!“

Steuern, um das besondere Zelt zu bezahlen

11 Dann sagte Gott zu Mose: 12 „Zähl mal die Männer bei euch, die alt genug sind, um Soldaten zu werden. Jeder, auf den das zutrifft, muss mir etwas bezahlen als Wiedergutmachung für den Mist, den ihr immer wieder baut. Könnte sonst passieren, dass bei denen eine schwere Krankheit ausbricht. 13–14 Jeder Mann von euch, der älter als zwanzig ist, soll mir 5 Euro in die Hand drücken. 15 Egal ob man viel oder wenig Kohle hat, alle sollen das Gleiche zahlen. Mit dieser Steuerzahlung machst du wieder alles in Ordnung, was zwischen uns schieflag. 16 Du knöpfst den Männern die Kohle ab und gibst sie weiter an die Priester, die im ganz besonderen Zelt arbeiten. Ich will einfach, dass die Israeliten nie vergessen, dass ich ihr Gott bin. Ich möchte immer lieb zu ihnen sein und will sie nicht mit irgendwelchen Strafen belatschern müssen.

Ein Waschbecken

17 Gott sagte dann noch zu Mose: 18 „Bitte lass auch noch ein Waschbecken anfertigen, und zwar aus Bronzemetall. Das soll auch auf einem Bronzewaschtisch angebaut sein. Ich möchte, dass das Ding zwischen dem besonderen Zelt und dem großen Tisch, dem Altar, steht, wo ihr Sachen für mich drauf abfackelt. Das Becken mach mal mit Wasser voll. 19–20 Da sollen sich Aaron und seine Söhne erst mal die Hände und Füße drin waschen, bevor sie in das besondere, heilige Zelt gehen oder wenn sie auf dem Altar Sachen für mich verbrennen wollen. 21 Wenn sie das nicht machen, werden sie sterben! Diese Ansage gilt ab sofort für immer.“

Das besondere Öl

22 Jetzt meinte Gott zu Mose: 23 „Du? Organisier mal bitte etwas, was gut riecht! Hol sechs Kilo Myrrhe, drei Kilo Zimt, drei Kilo von der Kalmuspflanze und sechs Kilo von der Kassiapflanze. Dazu will ich auch noch dreieinhalb Liter Olivenöl haben. 25 Mix das Ganze zusammen und lass dir daraus ein besonderes Öl machen. Das brauchst du, um Leute für einen Dienst einzusetzen und um mir Gegenstände ganz speziell anzuvertrauen. 26 Streiche ein bisschen von dem Öl auf das besondere, heilige Zelt und auf die Kiste, wo die Gesetze drin sind. 27 Dann musst du auch den Tisch für die besonderen Brote mit den ganzen Geräten und den Tisch, wo die Räucherstäbchen abgefackelt werden, damit einreiben. 28 Und genauso sollst du es mit dem großen Tisch machen, wo ihr die Tiere für mich abfackelt. Dazu auch die ganzen Geräte, die man dafür braucht, das Waschbecken mit Rahmen und so. 29 Wenn du das gemacht hast, werden die ganzen Sachen radikal mir gehören, sie werden etwas ganz, ganz Besonderes sein. Alles und jeder, der mit diesem Öl bestrichen wird, wird was ganz Besonderes sein. 30 Auch Aaron und seine Söhne sollen mit diesem Öl eingerieben werden, wenn du sie zu Priestern machst. 31 Wichtig ist, dass du den Israeliten vorher sagst, dass dieses Öl etwas Besonderes ist. Es wurde ja nach einer speziellen Order hergestellt. Es gehört ganz alleine Gott, und das gilt für immer. 32 Das darf nicht zum Eincremen von irgendwelchen Normalos benutzt werden. Ihr dürft es generell nicht herstellen, damit es irgendwo anders benutzt wird, außer in diesem ganz besonderen Zelt. Es ist etwas ganz, ganz Besonderes, und ihr sollt mörder Respekt davor haben. 33 Wenn irgendjemand dieses Öl nachmacht, ohne Erlaubnis, oder auch wenn damit irgendein Normalo bestrichen wird, dann hat der verloren. Er muss sofort aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden.“

Räucherkerzen für Gott

34 Dann sagte Gott noch zu Mose: „Besorg dir mal bitte ein paar gute Parfümstoffe wie Vanille, Muskat, Zimt, Anis und andere Gewürzkräuter. Dann auch noch etwas Weihrauch. Jetzt nimmst du von jedem gleich viel 35 und mischst das Ganze zusammen. Daraus werden dann die Räucherkerzen gemacht, für mich. Mach auch noch etwas Salz rein, und wichtig ist, dass das alles 1-a-Produkte sein müssen. 36 Zerquetsche die Teile so lange, bis da ein Pulver draus wird. Dann verbrennst du das in dem besonderen, heiligen Zelt, vor der Kiste, wo die Gesetze drin liegen. Dort werde ich dich treffen. Diese Mischung soll für euch auch etwas ganz Besonderes sein. 37 Darum darf auch nur ich sie haben. Ihr dürft das nicht mischen, um es selbst auch zu gebrauchen. 38 Wer das Ganze kopiert, nur weil er selbst auch diesen netten Geruch in seiner Bude haben will, der hat verloren und muss aus dem Volk rausgeschmissen werden.“

Künstler kriegen einen Auftrag von Gott

31 2Mo 1 Dann sagte Gott zu Mose: 2 „Pass auf, ich hab mir Bezalel aus dem Familienstamm Juda, der ein Sohn von Uri ist und ein Enkel von Hur, extra dazu ausgesucht, diese ganzen Sachen zu machen. 3 Ich hab ihn mit meiner Kraft angezapped und ihm voll den Durchblick gegeben. Er hat viel Schnall von so künstlerischen Sachen. 4 Er kann voll gut sprayen, Bilder malen, Gegenstände designen, und er ist auch voll gut mit so Material wie Gold, Silber und Bronze. 5 Mit dem Schleifen, Zersägen und Polieren von Edelsteinen kennt er sich auch aus. Dazu hat er echt ne Begabung, Holzfiguren zu schnitzen. Kunst generell hat er einfach richtig gut drauf. 6 Dazu berufe ich noch Oholiab, der ein Sohn von Ahisamach ist. Die kommen aus dem Dan-Klan. Und ich bestimme hiermit, dass alle Leute in Israel, die gut mit den Händen arbeiten können, ihnen helfen sollen. Ich hab ihnen die Fähigkeit dazu gegeben, diese ganze Sache so zu basteln, wie ich das auch will. 7–11 Ich liste das hier noch mal auf: das besondere Zelt, die Kiste, wo die Gesetze drin sind, inklusive Deckel, der kleine Tisch, wo die besonderen Brote draufsollen, mit dem Besteck dazu, der besondere Leuchter mit dem ganzen Zubehör, der kleine Tisch, wo man Räucherkerzen, und der große Tisch, wo man Fleisch drauf abfackelt, mit den ganzen Geräten, das Waschbecken mit dem Unterbau, die Klamotten für den Priester Aaron und seine Söhne, das besondere Öl und die Räucherstäbchen.“

Was man am Sonntag machen soll

12 Dann sagte Gott zu Mose: 13 „Sag deinen Leuten, den Israeliten, Folgendes: Ich möchte, dass ihr Respekt habt vor dem Sonntag. Macht da nur die Sachen, die ich euch gesagt habe. Denn dieser Tag ist wie ein Stempel unter unserem Vertrag. Dieses Zeichen soll uns zusammenhalten und das für immer. Man soll dadran erkennen, dass ich der Chef bei euch bin. Alle sollen dadurch kapieren, dass ich es bin, der euch zu etwas ganz Besonderem, Gottmäßigem gemacht hat. 14 Darum haltet euch an diesen Sonntag, er soll für euch etwas ganz, ganz Besonderes sein. Wer diesen Tag versifft, indem er nicht so lebt, wie ich es gerade gesagt hab, der bekommt die Todesstrafe. Jeder, der arbeitet, obwohl er das nicht soll, muss aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden. 15 Sechs Tage ist Arbeiten angesagt, aber am siebten Tag ist Sonntag, da soll man sich entspannen. Dieser Tag ist speziell für Gott reserviert. Wer am Sonntag arbeitet, bekommt die Todesstrafe. 16 Also, die Israeliten sollen sich an die Regeln für den Sonntag halten, radikal. Das ist ein Vertrag, und den sollen sie an ihre Kinder weitergeben und die Kinder auch an deren Kinder. 17 Dieser Vertrag gilt für immer und ewig, und er wird ein Beweis dafür sein, dass die Israeliten und ich zusammengehören.“ 18 Nachdem Gott zu Ende war mit seiner Ansage, übergab er höchstpersönlich Mose auf dem Berg Horeb die beiden Stahlplatten, auf denen Gott selbst die Gesetze eingraviert hatte.

Die Israeliten brechen den Vertrag

32 2Mo 1 Die Leute aus Israel warteten die ganze Zeit dadrauf, wann Mose endlich vom Berg runterkommen würde. Als der nach Tagen immer noch nicht wieder am Start war, ging eine kleine Demo bei seinem Stellvertreter Aaron ab: „Los, Aaron, jetzt organisier du uns doch bitte einen neuen Gott! Wir brauchen doch jemanden, der auf uns aufpasst und uns sagt, wo es längs geht! Dieser Mose, der uns aus Ägypten rausgeführt hat, kommt bestimmt nicht zurück! Keine Ahnung, wo der jetzt geblieben ist!“ 2 „Okay“, sagte er. „Dann sammelt von den Frauen, Söhnen und Töchtern das ganze Gold ein, was sie so rumliegen haben. Bringt das mal her!“ 3 Die Leute rissen förmlich ihre Eheringe, Piercings und Ohrringe von ihren Körpern runter und schmissen die Aaron vor die Füße. 4 Er tat den ganzen Schmuck in einen Ofen und schmolz das Zeug zusammen. Das heiße, flüssige Material wurde dann in eine Form gegossen, und raus kam eine Kuh aus purem Gold. Die Leute waren begeistert: „Hurra! Da ist ja unser Gott! Er hat uns aus Ägypten rausgeholt und bis hierher geführt!“ 5 Aaron baute vor dem goldenen Stier noch einen Tisch auf, der so einen Altar darstellen sollte. Dann ließ er Flyer verteilen, wo draufstand: „Morgen beim großen Zelt, 19.00 Uhr, Riesenparty für unseren neuen Gott!“ 6 Die Leute standen am nächsten Tag schon ganz früh auf der Matte, um für diesen neuen „Gott“ auf dem Altar ein Opfer abzufackeln. Dann wurden noch ein paar Steaks gegrillt, Bier und Wein organisiert, und das Ganze endete in einer schmierigen und ziemlich abgefuckten Party. 7 Gott sah das und sagte zu Mose: „Geh mal schnell wieder runter zu deinen Leuten! Du hast sie gerade erst aus Ägypten rausgeführt und jetzt gehen sie schon gleich volle Kanne in Richtung Tod! 8 Sie sind sehr schnell von dem Leben abgekommen, das ich ihnen durch die Gesetze schenken wollte. Sie haben sich einen Gott aus Gold gemacht, der aussieht wie eine Kuh… Sie beten zu dem und opfern diesem Ding sogar Sachen! Und das Derbste ist, dass sie sich bei dem Teil auch noch dafür bedanken, dass es sie angeblich aus Ägypten rausgeholt hat! 9 Mose, mir ist klargeworden, dass diese Leute wirklich ein hoffnungsloser Fall sind. Die wollen mir gar nicht folgen. 10 Darum will ich sie alle kaputt machen. Ich bin echt richtig sauer! Versuch mich nicht davon abzubringen. Ich werde dann mit dir noch mal ganz neu durchstarten. Aus deiner Familie wird dann eine große Nation werden.“ 11 Aber Mose war nicht einverstanden mit diesem Plan. Er versuchte Gott zu überreden, das nicht zu tun: „Mann, Gott, warum willst du unbedingt deine Leute kaputt machen? Warum willst du sie so hart bestrafen? Du hast sie doch gerade erst aus Ägypten rausgerettet! 12 Du willst doch auch nicht, dass die Ägypter dann irgendwann über dich ablästern. Sie würden bestimmt sagen: ‚Na, das ist ja ein ganz toller Gott! Erst befreit er sie ganz krass, um sie dann an diesem Berg anschließend alle zu töten!‘ Sei nicht mehr sauer! Bitte, Gott! Führ deinen Plan nicht aus! 13 Denk doch mal an so Leute wie Abraham oder Isaak und auch Jakob! Die waren dir immer treu, oder? Und denen hast du doch was hoch und heilig versprochen! ‚Ich will ihre Kinder und die Kinder ihrer Kinder so stark vermehren, dass es so viele von ihnen gibt, wie man Sterne am Himmel zählen kann. Und ich will ihnen das ganz Land schenken, was ich ihnen mal versprochen hab, für immer.‘ Das war deine Ansage!“ 14 Gott ließ sich von dem Vortrag von Mose umstimmen, und er änderte seinen Plan. Er wollte jetzt das Volk nicht mehr völlig plattmachen.

Mose zersägt die Stahlplatten, und die Leute werden bestraft

15 Mose drehte sich um und lief schnell den Berg runter. In der rechten Hand hatte er die zwei Platten mit den Gesetzen drauf. Sie waren von beiden Seiten vollgeschrieben. 16 Gott hatte sie selbst gemacht und die Worte dort eingefräst. 17 Mose und Josua, der die ganze Zeit am Berg auf Mose gewartet hatte, kamen dem Zeltlager langsam näher. Schon von weitem konnten sie den Lärm von der Party hören, die dort gerade abging. Josua meinte zu Mose: „Du, da ist bestimmt Krieg ausgebrochen!“ 18 „Nein, auf keinen Fall!“, sagte Mose. „Das hört sich für mich eher so an, als würden die gerade eine Meisterschaft feiern! Auf jeden Fall klingt es nicht so, als hätten sie gerade verloren. Für mich hört sich das wie eine fette Party an!“ 19 Dann kam Mose näher und sah als Erstes diese große Kuh aus Gold, mit den wild tanzenden Leuten drum herum. Jetzt wurde er total aggro. Er holte erst mal eine Flex und zersägte die Platten in zwei Teile, weil er so sauer war. 20 Den goldenen Stiergott, den sie sich gebastelt hatten, zerschmolz er sofort und zerstampfte das Material in Pulver. Das Pulver vermischte er mit Wasser, und die Leute aus Israel mussten das dann austrinken. 21 Dann ging er zu Aaron: „Was haben dir die Leute getan, dass du dafür sorgst, dass sie so eine große Scheiße bauen?“ 22 „Bitte nicht sauer sein“, antwortete Aaron. „Du weißt doch, wie link die Menschen oft drauf sind. 23 Sie haben mich voll bedrängt, wollten unbedingt, dass ich ihnen einen Gott zum Anfassen baue. ‚Einen Gott, der uns schützt und der weiß, wo es langgeht‘, sagten sie. ‚Keine Ahnung, wo dieser Mose jetzt bleibt und ob der jemals zurückkommt‘, haben sie gesagt. 24 Und dann hatte ich die Idee, einen Gott aus Gold zu basteln. Ich sagte ihnen: ‚Bringt mal alle euren goldenen Schmuck her.‘ Sie haben mir das Zeug gegeben, und ich hab es geschmolzen, und dann ist da draus dieser Stier geworden!“ 25 Mose beobachtete die Israeliten eine Weile. Er kriegte mit, wie planlos und unkontrolliert sie waren. Aaron hatte sie einfach machen lassen, und das war schließlich dabei rumgekommen. Und die Feinde von Israel lachten sich eins. 26 Mose stellte sich am Eingang vom Lager auf. Dann rief er in die Menge: „Wer zu dem einzigen echten Gott steht, soll herkommen!“ Die Leute vom Familienstamm Levi rannten sofort los und stellten sich neben Mose. 27 „Das ist die Ansage, die Gott jetzt für euch hat“, sagte Mose zu denen. „Packt eure Waffe ein und geht durch das ganze Lager, von Zelt zu Zelt. Erschießt jeden, der sich nicht auf meine Seite gestellt hat. Und selbst wenn einer von denen euer Bruder, ein Freund oder sonst ein Verwandter ist, bringt sie alle um.“ 28 Die Levi-Leute führten den Befehl sofort aus. An diesem Tag starben dreitausend Leute. 29 Danach sagte Mose zu den Levi-Leuten: „Übergebt jetzt euer Leben radikal an Gott! Gebt ihm alles, was euch gehört! Jeder von euch hat das gerade durchgezogen, ihr habt noch nicht mal euren Bruder oder euren Sohn verschont, wenn der auch dabei war. Darum wird Gott ganz krass für euch sein, er wird euch segnen.“ 30 Am nächsten Morgen hielt Mose dann eine Ansprache vor den Israeliten. „Leute, ihr habt hier richtig großen Bockmist gebaut, ist euch das klar? Ich muss jetzt noch mal mit Gott reden und zu ihm nach oben, auf den Berg. Vielleicht krieg ich es hin, und er verzeiht euch.“ 31 Mose ging dann also noch mal den Berg hoch, um sich mit Gott zu treffen. „Mann, Gott, die Leute sind total daneben! Die haben wirklich richtig großen Mist gebaut und dich betrogen. Stell dir vor, deine Leute haben sich einen Gott aus Gold gemacht! 32 Aber bitte, verzeih ihnen das, ja? Bitte, Gott! Wenn du das nicht tun willst, kannst du meinen Namen auch gleich von der Liste streichen. Dann will ich auch nicht mehr zu deinen Leuten gehören.“ 33 „Hm, also Mose, ich werde nur die Namen von der Liste streichen, die mich persönlich betrogen haben. 34 Jetzt geh mal wieder runter und bring die Leute an den Ort, den ich dir gezeigt habe. Du wirst mitkriegen, dass so ein besonderer Helfer von mir, ein Engel, immer ein Stück vor euch hergehen wird. Wenn die Zeit dafür richtig ist, müssen die Leute für ihren Mist bezahlen.“ 35 Es brach dann unter den Israeliten eine fiese Krankheit aus, weil sie Aaron dazu gebracht hatten, für sie so einen Pseudogott zu basteln.

Gott ist noch sauer

33 2Mo 1 Gott sagte dann zu Mose: „So, jetzt macht euch mal vom Acker! Du sollst alle Leute, die du aus Ägypten hierhergebracht hast, jetzt in das Land bringen, was ich schon Abrahm, Isaak und auch Jakob ganz fest versprochen hatte. Ich hab ihnen und ihrer Familie damals geschworen, dass sie das bekommen werden. 2 Ich werde einen von meiner Kampftruppe, einen Engel, vor dir herschicken. Ich werde die ganzen anderen Stämme, die dort zurzeit leben, für euch rausschmeißen. Ich mein jetzt die Kanaaniter, Amoriter, Hetiter, Perisiter, Hiwiter und auch die Jebusiter. 3 Weißt du, dieses supergeile Land, das richtig fett ist, wo es alles gibt, was man braucht, und davon reichlich, genau da werde ich euch jetzt hinbringen! Ich selbst kann aber leider nicht die ganze Zeit bei euch bleiben. Sonst würde ich euch unterwegs wegpusten. Ihr seid einfach zu link unterwegs.“ 4 Als die Leute diese harte Ansage von Gott hörten, waren sie echt traurig. Um das zu zeigen, zogen sich alle schwarze Klamotten an und zogen ihre Ringe und auch den anderen Schmuck aus. 5 Darauf meinte Gott zu Mose: „Richte den Israeliten mal bitte was aus: ‚Ihr seid zwar echt bockig unterwegs, und wenn ich auf dem Weg dahin auch nur für eine Sekunde euch ganz nahe wäre, dann würde ich euch komplett ausradieren. Aber wenn ihr erst mal euren ganzen Schmuck in die Tonne drückt, dann wär das fürs Erste ein guter Anfang.‘“ 6 Nachdem sie das gehört hatten, schmissen alle Israeliten ihren ganzen Schmuck in den Müll. Da waren sie noch am Berg Horeb, als das passierte.

Das Zelt, wo man Gott trifft

7 Ab da baute Mose immer, wenn die Leute irgendwo auf dem Weg mal ne Pause einlegen wollten, außerhalb des Lagers ein besonderes Zelt auf. Er nannte das Teil „Zelt, wo man Gott trifft“. Wenn seine Leute mal einen Rat brauchten oder irgendeine wichtige Entscheidung treffen mussten, gingen sie dort hin. 8 Wenn Mose auf dem Weg zu diesem Zelt durch das Lager ging, standen die Leute immer sofort auf. Sie gingen zum Eingang von ihrem Zelt und sahen Mose so lange hinterher, bis er in dem Teil verschwunden war. 9 Was heftig ist: Immer wenn Mose in das Zelt ging, kam so eine schlauchförmige Wolke vom Himmel runter und blieb direkt vor dem Zelt stehen! Alle wussten, dass sich jetzt Gott mit Mose unterhielt. 10 Immer wenn das passierte, schmissen sich die Leute vor ihrem Zelt platt auf den Boden und beteten erst mal eine Runde. 11 Gott unterhielt sich ganz normal mit Mose, so, wie man sich mit einem anderen Menschen unterhält. Sie saßen sich gegenüber und quatschten sich aus. Wenn das vorbei war, kam Mose in das Zeltlager zurück. Josua, der wie ein Angestellter von Mose arbeitete, blieb die ganze Zeit bei dem Zelt, um da drauf aufzupassen. Der war übrigens zu dem Zeitpunkt erst ungefähr 20 Jahre alt.

Mose bittet Gott mitzukommen

12 Als sich Mose und Gott mal wieder unterhielten, sagte er zu ihm: „Gott, sag mal, du gibst mir den Auftrag, dass ich die Leute in dieses Land führen soll, okay? Aber du hast mir nie gesagt, wer mitkommen wird! Ich mein, du hast doch versprochen, dass du mich ganz besonders magst, dass du mich kennst und dass ich bei dir einen Stein im Brett hab. 13 Wenn das echt stimmt, dann sag mir doch, was du vorhast. Hey, wir sind immerhin deine ganz eigenen Leute, wir gehören hunderprozent zu dir!“ 14 „Mose, entspann dich!“, antwortete Gott. „Wenn ich höchstpersönlich mitkomme, bist du dann zufrieden?“ 15 „Gott, wenn du das nicht tust, dann wäre es echt besser, wir würden einfach hier bleiben! 16 Wie sollen denn die anderen Völker das mitkriegen, dass wirklich du, der einzige Gott, auf unserer Seite kämpft? Das geht doch nur, wenn du wirklich konkret immer bei uns bist! Dadurch werden wir erst zu einem ganz besonderen Volk!“ 17 „Okay, Mose, ich werde tun, um was du mich gebeten hast, weil ich dich einfach mag, und ich vertraue dir auch!“

Mose möchte was von Gottes oberkrasser Art sehen

18 „Bitte, Gott, ich möchte einmal ein bisschen mehr von dir sehen! Ich möchte mal deine ganz krasse Seite erleben!“, sagte Mose dann. 19 „Gut, ich werde das tun. Ich komme bei dir vorbei, mit meiner ganz krassen Art, die echt hardcore und heftig ist. Dann werde ich dir auch meinen vollen Namen sagen. Ich tue das, weil ich das so will. Ich entscheide selbst, wen ich ganz besonders mag. Das ist allein meine Sache. 20 Trotzdem darfst du auf keinen Fall mein Gesicht sehen, lieber Mose! Denn keiner, der mein Gesicht sieht, kann am Leben bleiben. Jeden würde es sofort niederstrecken. 21 Warte hier auf mich. Genau an der Stelle bei diesem Stein dort, da sollst du dich hinstellen. 22 Bevor ich an dir vorbeigehe, in meiner ganz krassen Art, muss ich dich hinter diesen Stein stellen. Und dann werde ich auch noch meine Hand über dich drüberhalten, bis ich ganz an dir vorbeigegangen bin. 23 Danach nehme ich meine Hand wieder weg, und du kannst mir noch mal hinterhergucken. Aber von vorne darf mich niemand sehen! Ist das klar?“

Neue Stahlplatten und ein neuer Vertrag

34 2Mo 1 Dann sagte Gott zu Mose: „Organisier dir zwei neue Stahlplatten. Flex die aus einem Stück zurecht. Sie sollen genauso aussehen wie die ersten zwei, die du kaputt gemacht hast. Ich werde dir dann dieselben Sätze da drauf eingravieren, die ich auf die ersten Platten geschrieben hatte. 2 Mach dich heute schon mal klar für den Tag morgen. Dann kommst du ganz früh zu mir auf den Berg Sinai. Pack dich ganz oben an die Spitze des Berges hin und warte da auf mich. 3 Ich will, dass du ganz alleine kommst, okay? Generell möchte ich, dass in der Zeit kein anderer in der Nähe vom Berg ist. Auch Kühe oder Schafe sollen dann beim Berg kein Gras fressen.“ 4 Mose flexte sich die beiden Stahlplatten in der Werkstatt. Am nächsten Morgen stand er früh auf, packte sie in seinen Rucksack und stieg auf den Berg. Er tat alles genau so, wie Gott es gesagt hatte. 5 Als er oben war, passierte es wieder: Gott kam in einer heftigen Wolke zu Mose runter! Mose stellte sich neben diese Wolke und begrüßte ihn. 6 Jetzt zog Gott mit seiner oberkrassen Art an Mose vorbei. Er sagte total laut: „Ich bin Gott! Ich bin so, wie ich immer schon war. Und das ist auch mein Name. Ich bin der Gott, der die Menschen voll liebt und total gerne hat. Ich verzeihe sehr viel. Und ich bin entspannt und hab viel Geduld. Und ich bin zuverlässig, ich bin immer treu. 7 Ich liebe die Menschen, und ich werde sie immer lieben. Ich bin freundlich zu ihnen. Wenn sie Scheiße bauen, werde ich es verzeihen. Wenn sie gegen mich kämpfen, bin ich für sie. Wenn sie mit ihrem Leben danebenliegen, vergebe ich gerne. Aber ich lasse nicht mit mir Spielchen spielen, und wer gegen mich handelt, muss dafür bezahlen. Diese Schuld wird weitervererbt auf die Kinder und Enkel, bis in die vierte Generation.“ 8 Als Mose das hörte, war er echt geplättet. Er warf sich auf den Fußboden vor Gott hin und sagte ihm, dass er der absolut Größte ist! 9 Nach einer Zeit meinte er dann zu Gott: „Wenn du mich wirklich ganz besonders magst, dann bleib doch bitte immer ganz bei uns! Können wir nicht zusammen mit dir in das neue Land gehen? Du kennst doch meine Leute. Sie sind schräg drauf und echt schwer zu führen. Bitte verzeih uns den ganzen Mist, den wir gebaut haben, als wir Sachen getan haben, die du total daneben findest. Bitte nimm uns doch wieder als deine ausgesuchten Leute in deine Familie auf!“ 10 „Okay“, sagte Gott. „Ich werde mit euch einen Vertrag machen! Meine Angebot ist, dass ihr Augenzeuge werden könnt, wenn ich ganz fette Wunder tue. So ein Wunder hat noch nie irgendjemand gesehen, nirgendwo auf der ganzen Welt! Kein Mensch und keine Nation hat so was schon mal blicken können. Aber dir und meinen Leuten will ich das zeigen. Es wird sehr krass sein, was ihr dann sehen werdet, und ich werde dafür sorgen, dass die Leute Respekt vor mir kriegen. 11 Tue genau das, was ich dir heute als Gesetze geben werde! Ihr sollt euch alle danach richten! Pass auf, ich werde die ganzen Völker, die in dem Land wohnen, wo ich euch hinbringe, einfach rausschmeißen. Die Amoriter, Kanaaniter, Hetiter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter und so. 12 Ihr dürft auf keinen Fall mit denen irgendwelche Verträge machen, ist das klar? Wenn ihr das tut, werdet ihr durch sie irgendwann zerstört werden. 13 Es ist total wichtig, dass ihr auch deren Tempel und Kirchen kaputt macht, wo sie zu ihren blöden Plastikgöttern beten und denen Geschenke machen. Haut die Teile einfach um! 14 Ihr dürft auf keinen Fall zu irgendeinem von diesen Pseudogöttern beten, ist das klar? Ich bin euer einziger Gott! Und ich liebe euch ganz heftig und mit voller Leidenschaft! Ich wünsch mir von euch, dass ihr nur mich radikal liebt. Die anderen Götter sollen euch scheißegal sein. 15 Noch einmal: Geht auf keinen Fall irgendwelche Verträge mit den Leuten ein, die dort wohnen! Die verführen euch bloß, auch zu ihren Pseudogöttern zu beten, und was dann? Lasst euch noch nicht mal zu einem Gottesdienst von denen einladen. 16 Ich möchte auch nicht, dass eure Kinder sich mit den Kindern von denen zusammentun. Wenn das passiert und die sich verlieben und heiraten, würden die nur dazu verführt werden, auch deren Pseudogöttern nachzulaufen. 17 Ihr dürft euch auf keinen Fall irgendwelche Plastikgötter bauen, hörst du? 18 Dann möchte ich, dass ihr dieses Fest mit den besonderen Broten regelmäßig feiert. Macht das genau so, wie ich es euch gesagt habe. Sieben Tage lang ist es nur okay, dieses Brot zu essen, das ohne Hefeteig gemacht wurde. Dieses Fest soll immer zur gleichen Zeit abgehen, und zwar im April, wenn der Frühling losgeht. Das war ja auch der Monat, wo ihr aus Ägypten abgehauen seid. 19 Ich will, dass ihr mir eure ältesten Söhne ganz zur Verfügung stellt. Genauso möchte ich auch jedes erste Tier, das bei euch geboren wird, von euch geschenkt bekommen. Ich mein jetzt die Jungen von den Rindern, Schafen oder Ziegen. 20 Für das erste Pferd, das bei euch geboren wird, könnt ihr mir auch ein Lamm schenken und opfern. Wenn ihr da keinen Bock drauf habt, könnt ihr auch einem jungen Pferd oder Esel das Genick brechen und es so töten. Für eure ältesten Söhne sollt ihr aber auf jeden Fall einen Stellvertreter opfern. Wenn das Fest steigt, soll keiner mit leeren Händen hier aufschlagen. 21 Sechs Tage in der Woche sollt ihr arbeiten. Aber am siebten Tag sollt ihr euch entspannen. Und das gilt immer, auch in der Hauptsaison, in der Erntezeit. 22 Wenn die erste Weizenernte eingefahren ist, könnt ihr ne große Party feiern. Am Ende des Jahres könnt ihr dann die ganz große Ernteparty vom Obst und Wein mit einem Gottesdienst abfeiern. 23 Dreimal im Jahr möchte ich, dass ihr ein großes Männertreffen veranstaltet. Alle Männer aus Israel sollen dann bei mir erscheinen. 24 Ich hab vor, ganze Nationen durch euch zu vertreiben. Euer Land wird ständig weiterwachsen. In der Zeit, wo ihr euch alle bei meinem besonderen Zelt trefft, wird euch niemand belästigen oder angreifen. Ihr sollt dort hinkommen, um euch mit mir zu treffen. 25 Wenn ihr ein Tier tötet und auch wenn ihr es für mich tötet und verbrennt, dürft ihr nicht das Blut von dem Tier mit Hefebrot vermatschen. Und das Fleisch von den Tieren, das ihr an der Passaparty für mich nicht verbraten kriegt, darf nicht bis um nächsten Morgen aufbewahrt werden. 26 Von den besten Sachen, die auf euren Feldern wachsen, bringt einen Teil in das besondere Zelt zu mir. Und noch was: Die Ziegenkinder dürfen nie in der Milch ihrer eigenen Mutter gekocht werden.“ 27 Gott sagte am Ende zu Mose: „Schreib die Sachen alle auf, die ich dir gesagt hab! Das ist die Grundlage von dem Vertrag, den ich mit dir und den Israeliten schließen werde.“ 28 Insgesamt blieb Mose ganze vierzig Tage mit Gott auf dem Berg. In der ganzen Zeit bekam er nichts zu essen und zu trinken. Er fräste währenddessen auf die Stahlplatten die zehn Gesetze, die Gott ihm da gesagt hatte. Diese Gesetze waren die Grundlage für den Vertrag, den die Israeliten ab dann mit Gott hatten. 29 Als Mose mit den beiden Platten unter Arm vom Berg runterkam, leuchtete sein Gesicht voll, weil er so nahe bei Gott war und mit ihm gesprochen hatte. Mose selbst merkte das zuerst gar nicht. 30 Als Aaron und auch die anderen Männer Mose sahen, kriegten sie voll Respekt und auch Angst. Wegen seinem leuchtenden Gesicht wollten sie ihm nicht zu nahe kommen. 31 Mose rief sie dann aber zu sich, und Aaron kam mit ein paar Männern, die im Volk was zu sagen hatten, dann vorsichtig zu ihm. Er erzählte ihnen von den abgefahrenen Sachen, die er gerade erlebt hatte. 32 Danach trauten sich auch die anderen Leute aus Israel näher an Mose ran. Jetzt erzählte er allen von den Gesetzen, die er von Gott auf dem Berg bekommen hatte. 33 Als er fertig war, legte Mose ein Tuch auf sein Gesicht. 34 Ab dann nahm er das Tuch nur noch runter, wenn er in das besondere Zelt ging, um mit Gott zu labern. Sobald er rausging, legte er das Tuch wieder drauf. Und dann erzählte er den Leuten, was Gott ihm gerade gesagt hatte. 35 Die Israeliten kriegten dabei natürlich immer mit, wie sein Gesicht noch voll am Leuchten war. Er legte dann immer das Tuch auf sein Gesicht, bis er irgendwann wieder aus dem Lager ging, um sich in dem ganz besonderen Zelt mit Gott zu unterhalten.

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