Kitabı oku: «Olli und die Hundefänger»

Yazı tipi:


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Olli und die Hundefänger

Abenteuer auf Ameland

Mathias Meyer-Langenhoff


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Impressum

Personen und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

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© 2021 – Papierfresserchens MTM-Verlag GbR

Mühlstr. 10, 88085 Langenargen

Alle Rechte vorbehalten. Taschenbuchauflage erschienen 2021.

Lektorat: CAT creativ - cat-creativ.at

Illustration: Johanna und Antonia Langenhoff

Cover gezeichnet von © René Levens

ISBN: 978-3-96074-400-9 – Taschenbuch

ISBN: 978-3-96074-401-6 – E-Book

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Inhalt

Olli + Meike

Am Hafen - Olli erzählt

Wo ist Gisbert? - Meike erzählt

Besuch auf der Marijke - Olli erzählt

Wo ist Olli? - Meike erzählt

Wo ist Olli? - Meike erzählt

Sturmfahrt - Olli erzählt

Auf Verfolgungsfahrt - Meike erzählt

Allein mit Thijs - Olli erzählt

Zurück nach Ameland - Meike erzählt

Im Oerd - Olli erzählt

Ein Wiedersehen - Meike erzählt

Schöne Aussicht - Olli erzählt

Buren ist groß - denkt Meike

Buren ist weit - denkt Olli

Im Museum - Meike erzählt

Rennen, rennen ... - Olli erzählt

Verfolgungsjagd - Meike erzählt

Rache ist süß - Olli erzählt

Gerrit in Not - Meike erzählt

Das war’s, Henk! - Olli erzählt

Das war’s, Henk! - Meike erzählt

Das war’s, Elli! - Olli erzählt

Das Fest - Meike erzählt

Der Autor

Buchtipp

Impressum

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Olli + Meike

Hi, ich bin Olli. Wisst ihr noch? Ich war einer von denen, die den Ganoven Nackenlocke und Walross die Galionsfigur wieder abgejagt haben. Seid ihr inzwischen auch mal auf Ameland gewesen? Ich würde am liebsten jeden Sommer auf die Insel fahren, aber in diesem Jahr wollten wir in den Ferien mit einem Segelboot über das Ijsselmeer schippern. Fast alle waren dabei: die Lehmänner aus Nordhorn, also Hannah und Meike, Hanjo und Pit Franzen aus Berlin, meine Schwestern Paula und Lara, die alte Meckertante, und natürlich unsere sechs Erziehungsberechtigten. Klar, ich meine unsere Eltern. Nur Katja Franzen nicht, weil sie mit ihrer besten Freundin im Zeltlager irgendwo in Frankreich war. Es sollten ganz normale Ferien werden, aber wahrscheinlich geht das bei uns gar nicht. Wie immer steckten wir plötzlich mitten in einem Abenteuer, und am Ende sind wir dann doch wieder auf Ameland gelandet. Warum, will ich hier noch nicht verraten, ihr sollt ja weiterlesen. Ach ja, und diesmal rede ich, denn Jungs müssen auch mal die Klappe aufmachen. Schließlich hat Hannah in dem Buch Die Hexe Rixt van het Oerd – Abenteuer auf Ameland schon von unseren letzten Ferien erzählt.

***

Und ich bin Meike, die Schwester von Hannah. Es stimmt schon, Jungs müssten auch mal die Klappe aufmachen, vor allem, wenn es darauf ankommt. Aber Olli kann diese Geschichte auf keinen Fall allein erzählen. Dafür gibt es einen ziemlich wichtigen Grund – und der hängt mit meinem Hund Gisbert zusammen. Deshalb geht es in dieser Geschichte auch um meine Sicht. Aber wie Olli schon gesagt hat, wenn ihr mehr wissen wollt, müsst ihr weiterlesen.

*

Am Hafen - Olli erzählt

„Hör auf zu lecken!“ Meike schimpfte mit ihrem Hund Gisbert, der auf dem Deck unseres Schiffes, der Anna Lena, lag und mit der Zunge seine Pfoten bearbeitete. Die Lehmänner hatten ihn nach unserem letzten Amelandurlaub gekauft. Er hat nur Unsinn im Kopf, aber voll die treuen Hundeaugen. Gisbert hat spitze Ohren und ein schwarzes Fell. Als ich ihn sah, fiel mir Mr. Spock ein, der Vulkanier aus dieser uralten Raumschiff Enterprise-Serie.

Alle haben sich sofort mit Gisbert angefreundet, auch Papa, obwohl er Hunde eigentlich nicht ausstehen kann. Irgendwann hat er sogar gesagt: „Nur ein toter Hund ist ein guter Hund.“ Das fand ich echt gemein, aber Gisbert gefiel ihm.

Pit, Hanjo und ich bekamen eine Kajüte zusammen, ganz vorne im Bug, wie die Schiffer sagen, und wenn sie nach hinten gehen, sagen sie achtern, da ist das Heck. Ich werfe das immer durcheinander.

„Coole Hütte“, meinte Pit, als wir unsere Koffer die steile Treppe nach unten geschleppt und durch einen schmalen Gang unser Zimmer, sorry, unsere Kajüte erreicht hatten.

„Hier schläft übrigens mein Ball“, grinste er, „Hanjo, du musst auf dem Boden pennen.“

„Sehr witzig. Olli, sag meinem bescheuerten Bruder, dass er mir nicht auf den Keks gehen soll, sonst landet sein Ball sofort im Wasser.“ Die beiden hatten schon während der Autofahrt zum Hafen Stress gehabt, weil Hanjo unbedingt ins Zuiderzee-Museum wollte. Da soll man sich alte Häuser und so angucken können. Pit war noch nie Museumsfan. Das konnte ich gut verstehen, in den Ferien in Museen rumzuhängen, war auch nicht so mein Ding. Nur auf Ameland war’s gut, denn da haben wir Jaap kennengelernt, den Leiter des kleinen Museums in Buren. Ohne ihn hätten wir damals den Fall mit der gestohlenen Galionsfigur niemals lösen können. Jaap ist ein Spitzentyp.

„Jetzt hört auf, euch anzumachen“, mischte ich mich ein, „der Ball kann ja wohl auf dem Boden pennen.“

„Na bitte, Brüderchen“, grinste Hanjo, „Olli hat gesprochen.“ Er nahm den Ball in beide Hände und legte ihn vorsichtig auf den Boden. „Nun, Herr Ball, ist es so recht, liegen Sie bequem oder hätten Sie lieber die andere Ecke?“ Hanjo war nicht nur megaintelligent, manchmal konnte er auch richtig witzig sein.

Als wir alles eingeräumt hatten, gingen wir in die Mädchenkajüte. Die schlafen da zu viert. Das konnte man sofort riechen, es stank nämlich total nach Deo und Cremes und so Zeug.

„Wenn ihr mit dem Einräumen fertig seid, könnt ihr helfen, die Vorräte in die Küche zu tragen“, stöhnte Lutz, Hannahs und Meikes Papa. Er balancierte gerade mit einer Kiste die steile Treppe nach unten.

„Das heißt Kombüse“, rief Hannah.

Lutz knallte die Kiste auf den Tisch.

„Du sollst doch nicht die schweren Sachen tragen, sonst hast du es gleich wieder am Rücken“, schimpfte Beate, die sich immer Sorgen um ihren Mann macht, weil er schnell einen Hexenschuss bekam und sich dann nicht mehr bewegen konnte. „Also, Jungs, rauf mit euch, auf Deck sind noch mehr Kisten!“ Sie zeigte nach oben.

Papa und Uli, der Vater von Hanjo, Katja und Pit, schleppten eine nach der anderen aus den Autos aufs Schiff. Es dauerte fast eine Stunde, bis wir fertig waren. Die Mädchen haben sich natürlich gedrückt, weil sie angeblich noch ihre Kajüte einrichten mussten. Was soll’s, wir sind auch ohne sie klargekommen.

Aber als der Skipper uns auf dem Boot alles erklären wollte, war ich von der Schlepperei ganz schön kaputt. „Herzlich willkommen auf der Anna Lena“, begrüßte er uns, „mein Name ist Cornelis Hagenboom, ich bin der Kapitän. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass ich das Schiff nicht alleine segeln kann, ihr müsst also helfen.“

„Mit dem größten Vergnügen, genauso habe ich mir das vorgestellt“, rief Papa. „Ich stelle mich gerne als Steuermann zur Verfügung, bin selbst erfahrener Seemann!“

Klar, dass Papa einen Witz gemacht hatte, aber Paula kapierte seine Witze nur selten ... oder wollte sie nicht kapieren. Wahrscheinlich taten sie ihr sogar weh, denn sie stöhnte immer, wenn Papa welche erzählte, und verdrehte ganz komisch die Augen. „Hör auf, Papa, du bist doch bisher nur mit kleinen Segelbooten auf dem Aasee gefahren!“

„Schön, dass du an mich glaubst, Paula“, grinste er und zwinkerte mir zu. Das machte er immer, wenn er Druck von Paula bekam.

„So genau will ich die Aufgaben gar nicht verteilen“, meinte Cornelis, „steuern darf jeder mal, aber alle müssen mit anpacken, zum Beispiel beim Segelsetzen. Wir werden so oft wie möglich den Motor abstellen, Dieselkraftstoff ist teuer. Außerdem müsst ihr kochen, putzen, Wache halten und so weiter, ihr werdet also keine Langeweile haben. Wie heißt eigentlich euer Hund?“

„Gisbert“, antwortete Meike.

Cornelis ging auf ihn zu. Ich glaube, er hatte Ahnung von Hunden, denn Gisbert ließ sich sofort von ihm streicheln und bekam ein Leckerchen. Er leckte Cornelis sogar die Hand. „Prima, ab heute bist du unser Schiffshund“, meinte er.

„Wunderbar, diese Ernennung sollten wir mit einem Gläschen Eierlikör feiern!“, rief Papa dazwischen. Die anderen Väter nickten begeistert. Eierlikör mit Sahne tranken sie total gerne. Obwohl das Zeug so dick war wie Pudding und sie dafür eigentlich einen Löffel brauchten.

„Papa, hör auf, das ist doch peinlich“, meckerte Paula schon wieder.

„Wenn sie so weitermacht, wird sie Lara als Meckertante noch ablösen“, dachte ich.

Cornelis fand es lustig. „Ihr trinkt gerne Eierlikör?“, lachte er. „Das mögen bei uns nur Frauen ab achtzig.“

„Ich sag’s doch, unsere Männer verwandeln sich in Holland immer in alte Tanten“, grinste Mama.

„Sehr witzig, aber das Zeug schmeckt eben verteufelt lecker. Außerdem ist es doch ein typisches Seebärengetränk, oder?“, meinte Papa lachend. Er ließ sich nicht so schnell aus der Fassung bringen.

Cornelis zuckte mit den Schultern. „Eigentlich ist das Rum, aber da finde sogar ich Eierlikör leckerer. Allerdings ist Alkohol, egal in welcher Form, während der Fahrt verboten. Nicht, dass mir noch jemand über Bord geht. Aber jetzt passt mal auf!“ Dann erklärte er uns, was wir zu tun hatten, wenn wir in einen Hafen ein- oder ausliefen, wie Segel gesetzt und eingeholt wurden, wohin wir fuhren und worauf wir insgesamt achten sollten.

Das Schiff, die Anna Lena, gefiel mir voll gut. Es war ein dunkelblauer Einmaster mit einem roten Streifen um den Bug. Natürlich viel größer als die Segelboote, mit denen Papa auf dem Aasee herumfuhr, die hatten nicht mal eine Kajüte und auch keine Küche. Mir fielen zwei riesige Holzschwerter an beiden Seiten des Bootes auf. „Wofür sind die?“, wollte ich von Cornelis wissen.

„Die geben dem Schiff Stabilität, wenn man sie während der Fahrt herunterlässt. Die Anna Lena hat nämlich keinen Mittelkiel, sie ist ein Plattbodenschiff und fährt sogar noch bei Ebbe und absolutem Niedrigwasser.“

„Dann könnten wir uns ja im Watt trockenfallen lassen und aussteigen!“, rief Hanjo. Bestimmt hatte er vorher alle möglichen Bücher übers Segeln gelesen.

„Genau, das haben wir auch vor. Aber genug gequatscht, jetzt legen wir ab. Marlies, Heike und Hannah, ihr holt die Reifen an Bord, die anderen können unter Deck weiter Ordnung schaffen oder bei der Ausfahrt zugucken. Heute kommt der Wind von Osten, deshalb segeln wir nach Enkhuizen. Also, an die Arbeit!“

Die Reifen hingen übrigens an Seilen zwischen der Bordwand des Bootes und der Kaimauer, damit am Schiff nichts kaputtgehen konnte. Immer wenn man losfuhr, mussten sie an Bord gezogen werden.

Cornelis stand auf, löste die Vertäuung am Uferpollen und startete den Motor. Der machte einen ohrenbetäubenden Lärm. Gisbert erschreckte sich und bellte wie verrückt.

„Er muss noch lernen, damit klarzukommen“, meinte Meike und streichelte ihn beruhigend.

Langsam löste sich die Anna Lena von der Kaimauer.

„Wie lange sind wir denn heute unterwegs?“, fragte Hannah den Skipper.

Er wirbelte an dem großen Steuerrad, um die Nase der Anna Lena Richtung Hafenausfahrt zu drehen. „Schätze, so fünf bis sechs Stunden, aber es hängt natürlich vom Wind ab.“

Als wir langsam an den anderen Schiffen vorbeizogen und ein bisschen Fahrt aufnahmen, tuckerte der Motor leiser und Gisbert beruhigte sich.

„Ist noch nicht wirklich der perfekte Bordhund“, grinste Pit, „wenn er jedes Mal bei der Abfahrt so verrückt bellt …“

„Nein, so ein Mist!“, brüllte Lara plötzlich auf. Sie hüpfte auf einem Bein an der Reling entlang und sah angeekelt unter ihren linken Schuh. „Euer blöder Hund hat gekackt!“

„Stell dich nicht so an und mach’s sauber. Das kann einem Hund schon mal passieren“, meinte Paula.

Zwar hatte ich inzwischen mit Lara nicht mehr so oft Stress wie früher, aber ich fand es trotzdem witzig, dass ausgerechnet sie da hineingetreten war. Ich musste lachen.

„Ja, ist gut, Olli“, meinte sie genervt. „Und wie soll ich meinen Schuh jetzt sauber kriegen?“

„Nimm den Eimer.“ Cornelis zeigte auf einen silbern glänzenden Metalleimer mit langer Leine.

„Warte, ich helfe dir“, sagte Meike, denn ihr war das Ganze echt peinlich. Sie ließ den Eimer über Bord und zog ihn halb voll wieder hoch.

Lara hatte ihren Schuh ausgezogen und nahm eine kurze Geruchsprobe. „Puuuh, stinkt das.“

„Leck doch einfach ab, dann verbrauchst du kein Wasser“, schlug ich vor.

„Halt’s Maul, Olli!“, zischte sie.

Endlich! Das hatte ich schon lange nicht mehr gehört.

„Gib mal deinen Schuh“, sagte Meike und begann, ihn in dem Eimer mit einer Bürste sauber zu schrubben.

Pit, Hanjo und ich gingen nach vorne, also zum Bug (oder war es doch das Heck?) und setzten uns auf den Boden. Pit natürlich mit seinem Kumpel, dem Ball. Das Wetter war spitze, die Sonne schien und ein leichter Wind kräuselte die Wasseroberfläche.

„Was ist das für ein Fluss?“, wollte ich wissen.

„Die Ijssel“, antwortete Hanjo, unser Alleswisser. „Danach hat das Ijsselmeer seinen Namen bekommen.“

„Ach was.“ Pit grinste. Er hatte es mit seinem oberschlauen Bruder nicht einfach. Ich fand es eigentlich ganz praktisch, Hanjo war so eine Art lebendes Lexikon. Aber ich war ja auch nur in den Ferien mit ihm zusammen.

„Dauert es lange, bis wir auf dem Meer sind?“

„Guckst du nie in den Atlas, wenn du irgendwohin fährst?“, wunderte sich Hanjo.

„Nö, gibt doch Navis, warum?“, antwortete ich.

Er schüttelte den Kopf. „Um zu wissen, wo du bist?“

„Jetzt spiel nicht den Lehrer, erklär’s ihm einfach.“ Pit war echt genervt.

„Erst fahren wir auf dem Fluss, dann kommt das Ketelmeer, dann geht’s aufs Ijsselmeer. Eben immer geradeaus.“

„Geht doch“, meinte Pit, stand auf und ging mit seinem Ball nach achtern.

Ich guckte mir ein bisschen die Landschaft an, die langsam an uns vorbeizog. Zuerst konnte man noch Häuser und so sehen, aber jetzt tuckerten wir an Wiesen mit lauter holländischen Kakaokühen vorbei. So nannte ich die braunen, die ich bisher nur in Holland gesehen hatte. Am Ufer führte ein Fahrradweg entlang. Ab und zu überholten uns Radfahrer, richtig schnell fuhren wir also nicht.

„Gleich kommt das Ketelmeer, dann wird’s bestimmt etwas unruhiger“, meinte Hanjo.

„Meinst du, du wirst seekrank?“, fragte ich.

Er zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung, bin ja auch noch nicht länger auf einem Schiff gewesen. Und du?“

„Glaub nicht.“

„Alle mal herhören! Wir müssen Segel setzen. Zuerst das Großsegel. Rainer, du bist ja alter Seemann, zeig den anderen, wie man die Persenning abzieht!“ Cornelis hatte eine laute Stimme, eine richtige Kommandostimme, aber für meinen Geschmack ein bisschen heftig.

Hanjo und ich standen auf und gingen an den Segelbaum. Da war das Großsegel befestigt. Rainer zeigte uns, wie man die Laschen öffnete. Das waren ganz schön viele, aber weil wir alle an dem Segelbaum verteilt saßen, musste jeder nur ein paar aufziehen. Dann wickelten wir diese Persenning ab, eine Art Haut, die das Segel schützt.

„Und jetzt an die Fall, fertig, los!“, kommandierte Rainer.

„An die was?“ Marlies zuckte verständnislos mit den Schultern. Wir hatten keine Ahnung, was Papa damit meinte.

„Na, diese Leine hier. Damit müsst ihr das Großsegel hissen.“

„Alles klar, Bootsmann“, meinte Uli und legte los.

Wir Jungs und Lara halfen ihm.

„Zugleich!“ Auch Papa hatte eine Superkommandostimme, aber die war ich ja gewohnt. Dann zogen wir zusammen das Großsegel hoch und befestigten es nach seinen Anweisungen. Cornelis schaltete den Motor ab.

Wahnsinn!

Plötzlich kein Krach mehr, nur noch das Flattern des Segels, das Rauschen des Wassers und das Klappern der Taue und Fähnchen am Mast. „Jetzt wird es romantisch“, sagte Beate und guckte ganz versonnen.

„Ihr seid noch lange nicht fertig!“, rief Cornelis uns zu. „Zwei müssen jetzt vorne das Klüversegel anschlagen. Rainer, übernimm mal das Steuer!“

„Gerne, Skipper!“ Papa war begeistert, das sah man genau.

Cornelis kletterte in das Netz am Bug.

„Ich dachte, das wäre zum Sonnen?“, flüsterte Hannah.

„Man lernt nie aus, Kind, was?“ Papa grinste Hannah ins Gesicht, während Cornelis vorne herumturnte und das Segel befestigte.

Das fand ich klasse, das nächste Mal würde ich das machen. Zusammen mit Pit. Falls er mal einen Augenblick ohne seinen Ball auskommen konnte. Da herumzuklettern und gleichzeitig einen Fußball festzuhalten, war bestimmt schwer. „Habt ihr gesehen, wie es geht?“, fragte Cornelis, nachdem er wieder zurück war.

„Dürfen wir uns auch einfach so hineinlegen? Während der Fahrt, meine ich?“, fragte Paula.

„Kein Problem, wenn eure Eltern es erlauben“, antwortete Cornelis. „Aber haltet euch bloß fest, habt ihr verstanden?“

Beate war wie immer etwas ängstlich, aber wir ließen uns das nicht zweimal sagen. Es war toll, ich lag zwischen Pit und Hanjo, dann kamen die Mädchen. Pit hatte seinen Ball tatsächlich mitgenommen.

„Wisst ihr was?“, rief Hanjo.

„Ja, wir wissen was“, knurrte Paula, „vielleicht nicht so viel wie du, aber uns reicht’s.“

Hanjo hatte es noch nie etwas ausgemacht, wenn andere sich nicht für das interessierten, was er toll fand. Er redete einfach weiter. „In dem Zuiderzee-Museum sind ganze Dörfer aufgebaut worden. Damit man sehen kann, wie die Menschen früher gewohnt haben, laufen da sogar Schauspieler herum und arbeiten in den alten Berufen. Da gibt’s Seilmacher, Schmiede, Holzschuhmacher und alles Mögliche. Denen kann man bei der Arbeit zugucken. Das ist fast wie eine Zeitreise.“

„Museum, Museum. Kannst du nicht mal an was anderes denken? Jetzt genieß doch erst mal dieses geile Wetter hier auf dem Schiff“, schimpfte Lara, die sich wie alle Mädchen eine Sonnenbrille aufgesetzt hatte.

„Ja, genau, ich hab dir schon mal gesagt, ich hab da keinen Bock drauf. Oder gibt’s da einen Fußballplatz?“, meinte Pit.

„Keine Ahnung.“ Hanjo zuckte mit den Schultern. „Versteh ich nicht, dass euch das nicht interessiert. Ich habe schon so viel Spannendes darüber gelesen.“

„Glaub ich dir ja, hört sich auch wirklich ganz interessant an, aber jetzt wollen wir einfach mal chillen“, sagte Hannah, die sich gerade mit Sonnencreme einrieb.

„Genau, einfach chillen“, nickte Meike und seufzte, als würde sie gleich einschlafen.

Mir war das zu langweilig, nur herumliegen und sich von der Sonne braten zu lassen. „Los, Pit, wir hauen ab. Ich will lieber angeln.“

„Jau, coole Idee.“ Sofort sprang er auf und krabbelte aufs Schiff zurück. „Boh, die stinken vielleicht wieder nach dieser Creme. Riech mal, Olli!“ Er schnüffelte an Paulas Hals und hielt sich danach die Nase zu.

„Weiß ich, die riechen immer so“, lachte ich.

Paula zog an meinen Haaren, als ich über sie kletterte. Aber nicht fest, auch sie lachte. Wir hatten eben gute Laune.

„Cornelis, wir wollen angeln. Hast du was dagegen?“, fragte ich ihn.

Er stand lässig am Steuerrad und hielt die Anna Lena auf Kurs. „Habt ihr denn Angelzeug?“

„Klar“, antworteten wir.

„Dann versucht’s, aber die Angel nur achtern auswerfen.“

Witzbold. Wir waren ja nicht blöd.

Nachdem wir das Angelzeug aus unserer Kajüte geholt hatten, schlug Pit sich an den Kopf. „Wir haben gar keine Köder.“

„Und wenn wir es mit Brot versuchen?“

„Gute Idee. Ich hol’ was aus der Küche.“

Kurze Zeit später war er zurück. Wir drehten aus dem weichen holländischen Puffbrot kleine Kügelchen und steckten sie an den Haken. Dann ließen wir die Angeln mit kräftigem Schwung ins Wasser fliegen.

Jetzt hieß es warten.

Unsere Schwimmer, also diese Dinger, die anzeigen sollen, ob ein Fisch angebissen hat, lagen ziemlich dicht nebeneinander. Wir glotzten und glotzten, warteten und warteten, aber es tat sich nichts.

„Lass uns aufhören, ich hab keinen Bock mehr“, meinte Pit. „Fußball spielen ist eben doch besser.“ Dabei streichelte er mit einer Hand seinen Ball, der wie immer neben ihm lag, und begann, seine Schnur einzuholen.

„Na gut, dann eben Bordfußball“, grinste ich. Ich wollte gerade aufstehen, da spannte sich meine Angelschnur, der Schwimmer ging unter, und die Rutenspitze begann, wie verrückt zu wippen. „Pit, Pit, ich hab einen!“, rief ich.

„Okay, jetzt ganz ruhig. Halt die Angel mit beiden Händen. Langsam die Kurbel drehen!“

„Geht nicht, geht nicht!“, schrie ich. „Das muss ein Riesenbrocken sein. Ich schaff das nicht alleine!“

„Cool bleiben, Junge, cool bleiben!“

„Bin ich ja, aber du musst mit anpacken!“, schrie ich ihn noch einmal an.

„Na gut, ich drehe, du hältst die Rute.“

Weil wir so laut waren, kamen auch die anderen. Sogar die Mädchen kletterten aus dem Klüvernetz heraus, um zu sehen, was los war.

„Los, Olli, das schaffst du!“, rief Papa.

Ich gab alles, Pit kurbelte, aber das Vieh wollte einfach nicht aus dem Wasser.

„Mann ey, meine Arme fangen schon an zu zittern, ich kann nicht mehr. Papa, jetzt hilf mir doch!“

Ehrlich, hätte Papa jetzt nicht mit festgehalten, hätte ich die Angel einfach losgelassen. Dabei hatten wir den Fisch noch gar nicht gesehen, er war immer noch unter Wasser.

Papa und ich hielten die Rute und Pit drehte weiter an der Kurbel. Cornelis musste zwar das Boot steuern, aber zwischendurch feuerte er uns auch an. „Los, noch ein bisschen, gleich habt ihr ihn!“

Ich glaube, wir kämpften gefühlt eine halbe Ewigkeit, bis der Fisch endlich auftauchte. Zuerst sah man nur etwas Dunkles, Glänzendes. Es verschwand immer wieder unter der Wasseroberfläche, aber dann schwebte es in der Luft. Ein Aal, so groß wie ein Meeresungeheuer.

„Iiiih, was ist das?“ Die Mädchen ekelten sich und sprangen kreischend zurück. Mit einem lauten Klatsch knallte der Fisch auf das Bootsdeck. Gisbert fing wie rasend an zu bellen, der Aal zappelte und schlug um sich und sah aus wie eine Riesenschlange.

Endlich schaffte Uli es, ihn vom Haken zu lösen und in eine Wanne zu werfen.

„Wahnsinn, Wahnsinn. Das ist der größte Aal, den ich jemals gesehen habe!“, schrie Pit und vollführte eine Art Kriegstanz.

Gisbert hatte sich wieder beruhigt, er saß auf Meikes Arm und ließ sich mit Leckerchen füttern. „Kann man den wirklich essen?“, fragte sie und sah sich meinen Fang genau an.

„Ich auf keinen Fall, der sieht doch voll ekelig aus!“ Hannah schüttelte sich.

„Stell dich nicht so an“, lachte Lutz, „das ist ein Leckerbissen.“

„Wer von euch will ihn denn davon überzeugen, in die Bratpfanne zu hüpfen?“, fragte Mama.

„Ich nicht“, meinten die Mädchen wie aus einem Mund.

„Wenn ihr wollt, mach ich das“, schlug Cornelis vor, den Lutz am Steuerrad abgelöst hatte. „Dafür nimmt man einen Hammer.“ Er öffnete eine Kiste und holte einen großen Gummihammer heraus.

„Und wenn wir ihn freilassen?“, schlug Hanjo vor. „Ist doch viel zu schade, ihn einfach aufzuessen.“

„Finde ich auch, der tut mir nämlich richtig leid“, meinte Lara und wollte schon ihre Hand in die Wanne stecken, um ihn zu streicheln.

„Vorsicht, vielleicht ist das ein Zitteraal, die können einem Stromstöße verpassen“, warnte Paula.

Sofort zog Lara ihre Hand zurück.

„Stromstöße? Ist doch Quatsch.“

„Stimmt. Die gibt’s nämlich hier gar nicht, nur in Südamerika. Außerdem sind Zitteraale keine Aale.“ Hanjo holte Luft, um uns wie immer die Welt zu erklären.

„Schon gut, schon gut. Ich finde deinen Vorschlag in Ordnung. Wir lassen ihn schwimmen“, unterbrach ich ihn.

Und dann nahmen Pit und ich die Wanne, setzten sie auf die Reling und schütteten den Aal zurück ins Wasser.

„Er hätte sich wenigstens mal bedanken können“, meinte Meike.

Cornelis lachte. „Das stimmt, schade um das schöne Abendessen. Aber wir sind gleich in Enkhuizen, Leute, seht ihr? Da vorne ist der Drommedaris. Also, an die Leinen, fertig, los!“ Er übernahm das Steuerrad und Papa wie immer am Segelbaum das Kommando, das heißt, er stellte sich hinter uns, gab seine Befehle und rührte keinen Finger. Echt unfair, immer mussten wir arbeiten – und er machte den Chef.

Wir holten das Segel ein, sogar ziemlich schnell, und Pit und Paula machten anschließend vorne am Klüvernetz alles klar. Dann startete Cornelis den Motor. Gisbert, der alte Angsthase, fing natürlich wieder an zu bellen. Meike hatte ganz schön zu tun, um ihn zu beruhigen. Hanjo und ich standen vorne am Bug und sahen den Drommedaris langsam näher kommen.

„Das Ding ist ja total riesig.“

„Klar, was dachtest du denn? Ist ja auch ein altes Stadttor. Weißt du eigentlich, warum der Turm Drommedaris heißt?“

Jetzt hatte ich ihn. Er wollte mir wieder einen Vortrag halten, aber ich war ausnahmsweise vorbereitet. Kurz vorher hatte mir das Cornelis nämlich schon erklärt. Jetzt konnte ich auch mal glänzen. „Logo, sieht doch aus wie ein Höcker von Dromedaren“, sagte ich so lässig wie möglich.

Er sah mich erstaunt an. „Woher weißt du das?“

„Sieht man doch.“

„Sieht man doch? Eigentlich haben Dromedare aber nur einen Höcker und nicht zwei wie Kamele oder dieser Doppelturm.“

„Mist!“ Ich hätte bei Cornelis besser aufpassen sollen. Jetzt hatte er mich.

Und schon ging’s los. „Aber du weißt bestimmt nicht, dass dies früher das südliche Eingangstor in die Stadt war. Direkt dahinter liegt der alte Hafen, wahrscheinlich werden wir da ankern ...“

Ich klinkte mich einfach aus.

Der Hafen war supervoll mit Schiffen, aber Cornelis fuhr locker durch das Gewühl und eroberte uns einen freien Liegeplatz. Extra für uns öffnete sich sogar eine Zugbrücke. Sie war in der Mitte geteilt, sodass es aussah, als würden zwei riesige Tore hochgeklappt. Während wir fuhren, mussten die Fußgänger und Radfahrer warten, bis wir durch waren und sich die Brücke wieder geschlossen hatte.

„Wie geil ist das denn?“ Paula kriegte sich gar nicht mehr ein.

Direkt nach der Brücke befestigte Cornelis die Anna Lena an der Bordwand eines anderen Schiffes. Wir waren das vierte oder fünfte in der Reihe.

„Jetzt liegen wir im Päckchen“, sagte Papa.

„Wieso Päckchen?“, wollte ich wissen.

„Na, weil die Schiffe Bord an Bord wie ein Päckchen zusammenliegen und man von einem Schiff aufs andere klettern muss, um an Land zu kommen.“

Wir standen an der Reling und kamen uns vor wie richtige Seebären. Nur der Sonnenbrand störte, denn daran konnte man natürlich merken, dass wir gerade erst mit unserer Segeltour angefangen hatten. Meinten jedenfalls die Mädchen. Mir war das egal.

Aber als wir durch die Stadt liefen, brannten mir ganz schön die Arme. Die Erwachsenen gingen sofort in ein Café. Uns Kindern war das zu langweilig, wir wollten uns lieber die Stadt angucken.

„In einer Stunde seid ihr wieder auf dem Schiff!“, rief Mama uns nach. „Dann gibt es Abendbrot!“

Logo, wir wollten pünktlich sein, denn Segeln machte Kohldampf. Aber das klappte dann doch nicht so ganz ...


*

Wo ist Gisbert? - Meike erzählt

Ich war froh, endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Segeln war zwar cool, aber im Hafen war es cooler. Da wackelte es nicht dauernd und man hatte mehr Auslauf. Gisbert fand das auch, denn er zog an der Leine wie ein Verrückter.

„Wo will der hin?“, wollte Lara wissen.

„Wahrscheinlich so weit wie möglich von der Anna Lena weg“, vermutete ich.

„Kann ich gut verstehen, denn ich hatte während der Fahrt dauernd ein mulmiges Gefühl im Magen. Aber wenn dir jetzt schon komisch ist, wie ist das denn bei richtigem Sauwetter?“

Ich antwortete lieber nicht.

Langsam liefen wir an den vielen Schiffen vorbei, die hintereinander am Ufer des Kanals lagen. Fast bei jedem blieb Gisbert einmal stehen, um sein Bein zu heben. Die Jungs lachten sich immer halb tot, aber mir war das peinlich.

„Jetzt hört mal auf mit eurem doofen Lachen. Das ist eben ein Hund.“

Vor allem Olli kriegte sich gar nicht mehr ein. „Gisbert ist ein Pisser! Gisbert ist ein Pisser!“ Er krähte herum wie ein Irrer.

Das ging auch Lara auf die Nerven. „Halt’s Maul, Olli!“, schnauzte sie ihn mal wieder an.

„Genau!“, sagte ich. „Jetzt hältst du mal die Leine, bei dir macht er das nämlich bestimmt genauso.“

Zu meiner Überraschung übernahm er Gisberts Leine ohne Widerspruch und beruhigte sich sogar. Und Gisbert hob weiter alle paar Meter sein Bein, um mit seinem Hundestrahl die Gegend zu markieren.

Ich quatschte gerade mit Paula, als Olli schon wieder anfing, auszuflippen. „Gisbert, bleib hier, stopp, verflixt noch mal, du sollst stehen bleiben!“ Er schrie, was seine Lungen hergaben.

Ich bekam gerade noch mit, wie mein Hund mit seiner Leine hinter einer Häuserecke verschwand. Ich war echt sauer auf Olli. „Kannst du nicht aufpassen, warum lässt du Gisbert denn einfach los?“, blaffte ich ihn an.

„Hab ich doch gar nicht. Die Leine ist mir weggerutscht. Ich kann auch nichts dafür, dass dein Hund dann sofort abhaut!“

„Hört auf, den holen wir zurück“, beruhigte uns Hannah.

Ich zuckte mit den Schultern, aber bestimmt hatte meine Schwester recht. So schnell wir konnten, rannten wir hinter Gisbert her. Als wir die Ecke erreichten, an der wir ihn aus den Augen verloren hatten, war aber nichts von ihm zu sehen. Wir standen am Eingang des Marktplatzes, direkt in der Stadtmitte.

„Da hinten ist er, da!“, rief Olli auf einmal und zeigte auf ein weißes Haus. Tatsächlich. Mein Gisbert bettelte vor einer Caféterrasse mit wedelndem Schwanz zwei ältere Ehepaare an. Sie hatten Kuchenteller und Getränke vor sich stehen. Leise und vorsichtig schlichen wir uns an.

„Bleibt stehen, sonst läuft er wieder weg“, flüsterte ich den anderen zu. Dann sprang ich nach vorne und trat auf seine Leine. „Jetzt habe ich dich, du Ausreißer!“, rief ich.

Keine Ahnung wieso, aber plötzlich geriet ich ins Straucheln. Sekunden später lag ich mich mitten auf dem Tisch der Leute, bei denen Gisbert gerade gebettelt hatte. Oh, war das peinlich! Ich merkte, wie ich den Kuchen platt drückte. Fette Sahnetorte, denn es fühlte sich kalt und klebrig an. Und dann diese ekelige Mischung aus heißem Kaffee und kaltem Bier. Die Leute waren mit einem Aufschrei aufgesprungen, bekamen aber trotzdem noch eine Menge ab.

Als ich mich aus dem Chaos hochgekämpft hatte, waren die beiden Frauen gerade dabei, ihre Hosen und Pullover abzuwischen. Die Männer starrten mich zuerst entgeistert an, fingen dann aber an zu lachen. Auch die Frauen konnten sich nicht mehr halten.

„Meine Güte, Kind, wie hast du das denn gemacht?“, prustete einer der beiden Männer.

„Tut mir leid“, stammelte ich, „mein Hund, der war weggelaufen, wirklich ... ich ...“ Weiter kam ich nicht, ich merkte, wie mir Tränen in die Augen schossen. Ich bekam kein Wort mehr heraus. Hannah nahm mich schnell in die Arme.

„Aber wo ist denn jetzt dein Hund?“, fragten die Frauen.

Ich trocknete mir die Augen. Gisbert war tatsächlich schon wieder verschwunden.

„Der hat sich bestimmt auch total erschreckt“, meinte Hannah.

Plötzlich hörten wir die Jungs rufen. „Hier ist er, hier, Meike, komm schnell!“

Fragend sahen wir die beiden älteren Ehepaare an. „Lauft los“, sagte einer der beiden Männer, „für den Schaden kommen wir auf. Macht euch keine Gedanken.“

„Das ist total nett von Ihnen“, schniefte ich, „es tut mir wirklich leid.“ Dann rannten Hannah und ich in die Richtung, aus der die Jungs gerufen hatten.

Gisbert war quer über den Marktplatz genau den Weg zurückgelaufen, auf dem er gekommen war. Olli, Pit und Hanjo hatten sich ihm bis auf ein paar Schritte genähert.

„Wartet, nicht weitergehen!“, rief ich. „Für ihn ist das ein Spiel, das einzige, was jetzt hilft, ist ein Leckerchen!“ Ich wühlte in meiner Hosentasche nach einem Hundekeks, denn wenn er einmal Spaß am Weglaufen hatte, konnte man ihn nur damit überzeugen, stehen zu bleiben.

„Keine Angst, der entwischt mir nicht noch einmal, ich bin der beste Hundefänger der Welt.“

„Stopp, nein, nicht!“, schrie ich, aber es war zu spät.

Olli machte zwar einen echt eleganten Torwartsatz, aber Gisbert war eben Gisbert und kein Ball. Als Olli landete, war mein Hund längst wieder über alle Berge. Ich hätte dem Supertorwart die Augen auskratzen können, jetzt hatte er die Sache schon zum zweiten Mal verpatzt.

„Warum hast du nicht gewartet? Jetzt ist er endgültig weg!“ Ich war nicht mehr nur sauer, sondern richtig sauer.

„Typisch mein Bruder“, zischte Lara, „macht immer den dicken Max.“

Olli sagte nichts.

„Jetzt hört auf, zu meckern“, meinte Hanjo, „er hat doch alles gegeben. Gisbert kann nur am Kanal weitergeflitzt sein. Am besten fragen wir die Leute auf den Booten, vielleicht hat jemand ihn gesehen oder sogar eingefangen.“

„Ist wohl das beste“, seufzte ich.

Dann gingen wir von Schiff zu Schiff. Wir sprachen bestimmt mit allen Seglern in Enkhuizen, aber keiner hatte meinen Hund gesehen. Auch Leute, die uns unterwegs entgegenkamen, fragten wir. Jedes Mal Fehlanzeige. Olli rannte voraus und quatschte die Leute als Erster an. Man merkte, dass er etwas gutmachen wollte. Er tat mir sogar ein bisschen leid, denn wenn ich ehrlich war, hätte mir das mit der Leine auch passieren können. Gisbert war eben ein ziemlich frecher Hund. Er war auch nicht das erste Mal weggelaufen. Aber Ollis große Sprüche waren eben einfach oft ziemlich daneben.

„So finden wir ihn nie“, seufzte ich, „am besten wir gehen zurück zur Anna Lena.“ Die anderen nickten.

„Moment, am anderen Ufer liegt noch ein Schiff, da haben wir noch nicht gefragt.“

Bevor jemand etwas sagen konnte, war Olli schon unterwegs und rannte über die Brücke zur anderen Kanalseite.

„Da drüben ist er bestimmt nicht“, meinte Paula.

Ich zuckte mit den Schultern. Meine letzte Hoffnung war, dass Gisbert zur Anna Lena gelaufen war, manchmal kam er nämlich einfach von alleine zurück.

„Kommt rüber, schnell, die Leute hier haben ihn gesehen!“ Das war Olli. Mein Herz schlug wie verrückt. Während wir alle zu dem Schiff auf die andere Kanalseite rannten, schwor ich, Gisbert nie mehr aus der Hand zu geben und mich zu Hause als Erstes mit ihm in einer Hundeschule anzumelden. Er musste endlich gehorchen lernen.

*


*

Besuch auf der Marijke - Olli erzählt

Ich konnte wirklich nichts dafür, dass Gisbert weggelaufen war. Er hatte so überraschend an der Leine gezogen, na ja, und als wir ihn dann gefunden hatten, war ich tausendprozentig sicher, ihn zu kriegen. Sonst klappte mein Torwartsprung immer. Diesmal hatte ich mir sogar wehgetan, aber ich ließ mir lieber nichts anmerken, denn der doofe Hund war ja schon wieder verschwunden. Beim Suchen hatte ich alles gegeben.

Nachdem ich die anderen zu dem Schiff gerufen hatte, kamen sie sofort herüber. „Gisbert hat hier am Ufer herumgeschnüffelt“, erklärte ich Meike.

„Ja, stimmt“, sagte der Skipper, „ich habe mich noch gewundert, weil der Hund seine Leine hinter sich herzog.“

„Und dann? Wo ist er hin?“, fragte Meike atemlos.

Am liebsten hätte ich mir die Ohren zugehalten, denn ich wusste ja, was der Mann antworten würde. „Eine Frau hat ihn eingefangen. Ich glaube, es war eine Hundefängerin, sie hatte nämlich einen großen Kescher dabei.“

„Was? Das glaub ich jetzt nicht. Das gibt’s doch nur im Film. Warum haben Sie ihm nicht geholfen?“

Der Skipper zuckte mit den Schultern. „Was hätte ich tun sollen? Es gibt so viele herrenlose Hunde.“

„Haben Sie wenigstens gesehen, wo sie Gisbert hingebracht hat?“ Meike war völlig fertig – logisch. Sie fing an zu weinen.

„Wo sie deinen Hund hingebracht hat, weiß ich nicht. Ich kann nur sagen, dass sie mit ihm in Richtung Drommedaris gegangen ist“, antwortete der Skipper.

„Also los, dann hinterher“, meinte Pit, aber Hanjo war dagegen.

„Stopp. Mich würde erst mal interessieren, wie die Frau ausgesehen hat“, sagte er.

Der Skipper kratzte sich am Kopf. „Schon auffällig. Sie erinnerte mich ein bisschen an eine Seeräuberbraut. Sie trug ein schwarzes Kopftuch und darunter lange, rote Haare. Außerdem kaute sie ziemlich laut Kaugummi. Ihr Schmatzen konnte ich bis zu mir an Bord hören.“

Hanjo nickte. „Vielen Dank für Ihre Auskunft, Sie haben uns sehr geholfen. Paula, kannst du ihm deine Handynummer geben?“ An den Skipper gewandt, sagte er noch: „Wäre nett, wenn Sie uns Bescheid geben würden, falls Sie die Frau noch mal sehen. Wir sind nämlich auch mit einem Boot unterwegs und bleiben wahrscheinlich noch eine Weile im Hafen.“

Hanjo hatte alles im Griff. Das mit dem Handy wäre mir jetzt nicht eingefallen. Paula gab dem Skipper ihre Nummer.

„Okay, kein Problem, wenn ich sie sehe, sage ich Bescheid. Viel Glück noch bei der Suche“, sagte der Skipper.

Wir bedankten uns und rannten in Richtung Drommedaris. Aber von dieser Frau oder Gisbert war weit und breit nichts zu sehen.

„Und jetzt?“, fragte Meike, die sich beruhigt hatte.

„Am besten zurück zur Anna Lena“, meinte Paula. „Mama hat mir schon zweimal eine SMS geschickt. Wir sollen essen kommen.“

Das war gut, denn ich hatte wirklich wahnsinnigen Hunger. Egal, was passierte, essen konnte ich immer.

Auf dem Tisch der Anna Lena standen dampfende Schüsseln mit Spaghetti und Bolognese-Soße. Da könnte ich mich reinsetzen. Zum Glück musste ich nichts erklären, das übernahm Hannah.

Meike weinte erneut, deshalb konnte sie nicht selbst erzählen, was passiert war. Peinlich war es mir schon, denn Hannah verschwieg natürlich nicht, dass Gisbert eigentlich mir weggelaufen war. Ich war froh, dass ich meine Nase in den Spaghettiteller stecken konnte. Aber sie stellte die ganze Sache fair dar.

„Hat der Skipper wirklich gesagt, die Frau hätte ausgesehen wie eine Seeräuberbraut?“, fragte Cornelis noch einmal, nachdem Hannah alles berichtet hatte. Sie nickte. „Dann wird mir einiges klar. Das ist Elli, die Matrosin von Henk.“

„Wer ist Elli?“ Meike hatte natürlich noch gar nichts gegessen.

„Elli Smit und Henk Bosman fahren zusammen auf der Marijke. Sie verdienen ihr Geld tatsächlich als Hundefänger“, erklärte Cornelis.

„Auf der Marijke?“, riefen wir alle fast wie aus einem Mund.

„Ja, auf der Marijke. Kennt ihr das Schiff?“, fragte Cornelis überrascht.

„Nein, das nicht“, erklärte ihm Hanjo, „aber den Namen kennen wir gut. Auf Ameland haben wir mal geholfen, eine gestohlene Galionsfigur wiederzufinden. Die hieß auch Marijke.“

„Ja und? Was machen die mit den Hunden? Jetzt sag schon!“, ging Meike dazwischen.

„Nun mal langsam, Kind.“ Beate, Meikes Mutter, legte beruhigend die Hand auf ihren Arm.

„Ganz genau weiß ich das auch nicht. Vermutlich verkaufen sie die Tiere an Versuchsanstalten. Sie sind ziemlich oft in Amsterdam. Aber eins weiß ich, mit Henk und Elli ist nicht zu spaßen“, erklärte Cornelis.

„Dann schalten wir eben die Polizei ein“, schlug Mama vor.

„Hm. Ich habe eine bessere Idee. Es gibt hier in Enkhuizen eine Kneipe, da gehen die beiden oft hin. Auch Thijs, der Dritte an Bord. Am besten ist, ich versuche, sie heute Abend dort zu treffen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Vielleicht lässt sich ja was machen.“

„Warum gehen wir nicht sofort zu dieser Marijke? Ich kann nicht mehr warten, ich will meinen Gisbert zurück!“, schrie Meike.

„Bleib ruhig, du hast doch gehört, mit denen ist nicht zu spaßen. Cornelis, deine Idee klingt vernünftig. Wenn du ihnen erklärst, dass Gisbert uns gehört, dann geben sie ihn bestimmt heraus.“

„Ich hoffe es.“ Cornelis klang nicht wirklich überzeugt, obwohl er es vorgeschlagen hatte.

„Wie wäre es, wenn wir dich begleiten?“, schlug Papa vor. „So eine richtige Seemannskneipe ist doch ganz was Feines, oder?“

„Lieber nicht, Henk kann schnell ungemütlich werden. Ich kann euch De Klimop empfehlen. Da ist es nett. Außerdem lenkt das Meike ein bisschen ab. Da kommt sie auf andere Gedanken. Später treffen wir uns dann wieder auf der Anna Lena.“

Ich hatte eine Idee. „Wo liegt denn die Marijke normalerweise, Cornelis?“

„Meist im Buitenhaven. Da haben sie es nicht so weit zu ihrer Kneipe. Ich mach mich dann mal auf den Weg.“ Cornelis stand auf und kletterte auf Deck.

Wir mussten noch aufräumen. Pit, Hanjo und ich waren an der Reihe. Drei Abende Spüldienst, echt nervig.

„Bin gespannt, ob Cornelis was rausbekommt. Was machen wir heute Abend?“, fragte Hanjo. „Gehen wir mit oder bleiben wir hier?“

„Geht mit. Ich habe Bauchschmerzen und will mich lieber hinlegen“, sagte ich.

„Hast wohl zu viel gefuttert?“, grinste Pit.

„Kann schon sein.“

Mama und Papa wunderten sich zwar, aber sie glaubten mir. „Am besten gehst du ins Bett und legst dir eine Wärmeflasche auf den Bauch, hörst du?“, meinte Mama, dann ging sie mit den anderen von Bord.

Als alle weg waren und nur noch das Klappern der Seile und Fahnen an den Masten zu hören war, stand ich auf und schlich vorsichtig an Deck. Man konnte ja nie wissen, vielleicht hatte irgendjemand was vergessen und kam zurück. Wäre nicht das erste Mal. Vor allem Mama passierte das oft.

Oben wartete ich noch ein bisschen. Aber es kam niemand. Jetzt konnte ich meinen Plan zu Gisberts Befreiung starten. Leise überquerte ich die anderen Schiffe Richtung Ufer. Meine Vorsicht wäre eigentlich gar nicht nötig gewesen. Entweder waren die Besatzungen an Land oder es war so ein Trubel an Bord, dass mich auch dann niemand bemerkt hätte, wenn ich wie ein Elefant über die Decks getrampelt wäre. Aber so konnte ich wenigstens schon mal das Schleichen üben.

Dann war ich am Ufer. Auf zum Buitenhaven. Wo war der noch mal? Ach ja, irgendwie zurück bis zur Zugbrücke und dann links. Mann, waren heute Abend viele Leute unterwegs. Am alten Hafen war es eng wie auf einem Kirmesplatz. Klar, hier gab es ja auch eine Kneipe neben der anderen. Erst als ich an der Zugbrücke vorbeikam und in den Buitenhaven einbog, wurde es ruhiger. Aber wie sollte ich jetzt die Marijke finden? Ich wusste nur, dass sie auch ein Plattbodenschiff war. Nur lagen da so viele, alle im Päckchen. Wenn die Marijke ganz hinten ankerte, war es bestimmt nicht leicht, sie zu sehen.

Ich ging langsam um das Hafenbecken herum. Wonach sollte ich jetzt Ausschau halten? Am besten nach einem Schiff mit Käfigen. Nichts zu sehen. Was jetzt? Es blieb mir nichts anderes übrig, als jedes einzelne Päckchen genau zu untersuchen. Blöd irgendwie, weil ich dann von Schiff zu Schiff musste. Und wo sollte ich anfangen? Am besten direkt an der Hafeneinfahrt. Hier lagen fünf Schiffe nebeneinander. Leider konnte ich den Namen des ganz hinten liegenden Schiffes nicht erkennen. Also schlich ich achtern, ihr wisst schon, hinten, von Deck zu Deck.

Keine Menschenseele. Ob hier auch alle unterwegs waren? Oder schliefen die Leute schon? Dann durchzuckte es mich – das letzte Schiff im Päckchen war tatsächlich die Marijke. Da hatte ich echt Schwein gehabt. Das Holzschild mit den goldenen Buchstaben war groß und gut lesbar. Ich hatte sie also wirklich gefunden.

Schnell duckte ich mich hinter die Reling, erst mal die Situation checken. Das Hundefängerschiff sah ziemlich heruntergekommen aus. Überall lag Dreck, an den Bordwänden blätterte die schmutzigbraune Farbe ab, nicht mal das Hauptsegel war richtig eingepackt. Achtern und vorne war die Marijke beladen. Ich konnte nicht erkennen, was es war, weil die Ladung mit einer Plane bedeckt war. Aber ab und zu hörte ich ein Schmatzen und Jaulen. Das mussten die Hunde sein.

Ansonsten war alles ruhig. Jetzt nur noch Gisbert finden. Meike würde Augen machen. Ich war Olli, der Tierbefreier. Ihren Hund retten? Eine meiner leichtesten Übungen. Auf allen vieren schlich ich auf die Marijke und entschied mich, zunächst hinten zu suchen. Ich zog die Plane zur Seite.

Tatsächlich, Hundekäfige. Die Tiere hatten mich natürlich längst gerochen, denn sie standen fast alle in ihren Drahtverhauen, bellten oder winselten und sahen mich mit traurigen Augen an. Ob die nicht mal was zu fressen und zu saufen bekamen? Am liebsten hätte ich sie sofort freigelassen. Drei Schäferhunde, ein Dackel, sogar zwei Golden Retriever waren dabei, aber leider kein Gisbert. Ich schlich nach vorne – auch nichts.

„Ich komme gleich zurück, keine Angst“, flüsterte ich.

Was jetzt? Mir blieb nur, unter Deck nachzugucken. Vorausgesetzt, die Kajütentür war nicht abgeschlossen, und vorausgesetzt, diese Hundefänger waren wirklich in der Kneipe. Vorsichtig versuchte ich, die Lukenklappe aufzuschieben. Wow, sie ließ sich tatsächlich öffnen. Sie quietschte, bestimmt nicht laut, aber trotzdem fielen mir vor Schreck beinahe die Ohren ab. Ich sprang zurück und versteckte mich hinter dem Segelbaum. Wenn jetzt jemand hochkam, konnte ich ihm vielleicht noch entwischen. Mein Herz raste, aber es blieb alles ruhig.

Ich zählte leise bis zehn, dann kroch ich wieder zu der Luke und tastete mich auf der steilen Treppe in den Bauch des Schiffes. Puh, hier stank es wie Hulle. Nach Hunden und allem möglichen Anderen, worauf ich besser nicht eingehe. Als sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, war mir klar, warum. Es war irre schmutzig, die Fenster der Kajüte waren blind, sie schienen noch nie geputzt worden zu sein. Ich glaube, auf dem Tisch und in der Spüle stapelte sich das Geschirr von tausend Jahren. Uraltes, verschimmeltes Brot, Teller mit Zigarettenkippen, eingetrocknete Essensreste, Kaffee oder Tee, der wahrscheinlich irgendwann im letzten Jahrhundert gekocht worden war. Mannomann, wenn das Mama sah, die würde einen Anfall kriegen.

Aber auch hier kein Gisbert. Oder hatten sie ihn schon verkauft? Meine letzte Chance waren die Schlafkajüten. Ich öffnete die Tür zum Gang. Da waren noch mehr Käfige, fast alle leer, aber in dem letzten, ganz hinten an der Wand, da lag Meikes Hund. Er erkannte mich sofort, denn er begann, wie wild herumzuhüpfen. Schnell öffnete ich die Tür. Gisbert sprang mir fast auf den Arm, ich konnte ihn kaum halten. Er zappelte und leckte dauernd durch mein Gesicht.

„Da bist du ja, du alter Ausreißer. Das kommt davon, wenn man nicht gehorchen kann.“

So richtig schuldig fühlte Gisbert sich nicht. Egal, Hauptsache ich hatte ihn gefunden. Jetzt nur noch schnell verschwinden.

„So, mein Junge, ab nach Hause. Aber vorher müssen wir noch deine Kumpel befreien.“

Auf einmal fing Gisbert an zu knurren, im gleichen Augenblick riss mir eine Hand von hinten an den Haaren.

„Was machst du hier, du kleiner Pisser?“, keifte mir eine extrem unsympathische Stimme ins Ohr.

Mir war sofort klar, wer mich erwischt hatte. Das konnte nur Elli sein, diese Piratenzicke. „Aua, sofort loslassen!“

„Damit du wieder abhauen kannst, was? Von wegen, Bürschchen!“ Sie öffnete eine Kajüte und schubste Gisbert und mich brutal hinein. Ich flog hin, knallte gegen irgendetwas Hartes und war weg. Filmriss!

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