Kitabı oku: «Der ultimative Skiguide»

Yazı tipi:

WILLY BOGNER & FRIENDS
DER ULTIMATIVE SKIGUIDE



Überwindung der Schwerkraft – die Idee der „Flying People“-Kampagne 1984

Inhalt

VORWORT

ST. MORITZ

ZERMATT

ANDERMATT

SÖLDEN

INNSBRUCK

LECH

SAALFELDEN LEOGANG

KITZBÜHEL

GARMISCH-PARTENKIRCHEN

TEGERNSEE

CORTINA D’AMPEZZO

VAL D’ISERE

LILLEHAMMER

ISLAND

BRITISH COLUMBIA

SQUAW VALLEY

ASPEN

ALASKA

JAPAN


Ein Schwung zwischen Italien und der Schweiz – Markus Wasmeier 2006 auf dem Piz Palü


Explosives Remake – Bene Mayr stellt 2018 am Corvatsch den legendären „Fire and Ice“-Sprung von John Eaves aus dem gleichnamigen Sportfilm nach.


Bunt, frech und immer sportlich – Willy Bogner im Overall der Bogner Formel W Kollektion aus dem Jahr 1974


Pure Freiheit – Willy Bogner am Piz Palü im Jahr 1973


Kameramann auf Skiern – Willy Bogner filmt die Skistunts beim Dreh des James-Bond-Films „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“.

Vorwort

Liebe Skifreunde,

ich hatte dieses Jahr das etwas zweifelhafte Vergnügen, meinen 78. Geburtstag zu feiern. Deshalb erlaube ich mir, ein bisschen Rückschau zu halten. Oder sollte ich lieber „Bergschau“ sagen? Im Grunde spielt sich ja mein Leben bis heute oberhalb der Baumgrenze ab. Selbst wenn ich nicht dort sein kann, begleiten mich die Berge doch jeden Tag, sei’s gedanklich bei der Arbeit oder beim Blick aus dem Fenster. Ich bin sehr dankbar, dass ich meine „alpine Sehnsucht“ mit meinem Beruf verbinden konnte, bzw. dass meine Berufe die Berge sozusagen als wichtigste Qualifikation mit sich brachten, was ständige Dienstreisen auf die Gletscher und Gipfel der Welt notwendig machte.

In diesem Buch geht es um Skiorte und zwar die schönsten und interessantesten Skiorte der Welt. Als Skifilmer war es mir natürlich immer wichtig, dass sowohl die Fahrer vor der Kamera eine gute Figur abgeben, als auch die Kulisse so ist, dass man später im Kino denkt: Verflixt, ist das aber schön da! Dafür muss der Schnee wie Schlagsahne liegen oder eben so trocken unter den Brettern stauben wie Puderzucker. Die Bergflanken müssen unbezwingbar wirken, bis ein Freerider tollkühn das Gegenteil beweist. Die breiten Hügel aber sollen so sanft und appetitlich geformt sein, dass dem Auge nur noch der Skifahrer fehlt, der eine saubere Linie hinein malt. Erst also wenn die Umgebung im wahrsten Sinne des Wortes malerisch ist, lässt sich das Skifahren mit allen Sinnen genießen. Es ist ja viel mehr als nur eine Sportart, es ist eine Lebensphilosophie rund um eine ideale Bewegung, in der sich Schwung und Geschwindigkeit, Anmut und Athletik vor großer Natur vereinen. Schon bei meinem ersten Film „Ski-Faszination“ (1964) habe ich die Skifahrer tanzen lassen, denn das war für mich eigentlich immer die natürlichste und naheliegende Art der Inszenierung: Skifahren als ein Tanz mit der Schwerkraft.

Auf den nächsten Seiten finden Sie die Orte, an denen dieser besondere Tanz jeden Winter in Perfektion aufgeführt wird. Sie liegen mir und meinen skiverrückten Freunden besonders am Herzen, weil dort Skigeschichte geschrieben wurde und wird, weil sie uns Skifahrern das bieten, was wir zu unserem Glück brauchen. Manche dieser märchenhaften Berge liegen ganz in der Nähe, andere sind eine halbe Weltreise entfernt und nicht so leicht zu erreichen. Aber das Träumen gehört eben auch zum Skifahren dazu. Ich hoffe, die Bilder und Texte in diesem Buch regen viele solcher Skiträume an.

Herzlichst

Ihr Willy Bogner

Ohne Worte – Bergpanorama in Alaska

Willy Bogner im Jahr 2001


Anke Schaffelhuber genießt die Morgenstunden am Piz Corvatsch (1988).


Beim Dreh des ersten deutschen IMAX-Films „Ski to the Max“ im Jahr 2000 steht Willy Bogner natürlich selbst hinter der Kamera.

ST. MORITZ

Willy Bogner & Reto Lamm


Auf einem Hochplateau auf 1850 m mit einem einzigartigen Blick auf die vereisten Engadiner Seen liegt das Suvretta House.


Und, Action! Willy Bogner ist bereit für den Filmdreh von „Fire, Ice & Dynamite“ am Tschierva Gletscher 1991.

Es ist ja kein Geheimnis: St. Moritz ist meine Bergheimat, meine absolute Skidestination Nummer eins. Ich wurde aber auch früh geprägt, schon mit meinen Eltern fuhren wir ins Engadin und erlebten hier hautnah den großen Wintersportboom der Wirtschaftswunderjahre. Bei einem dieser Aufenthalte konnte ich als Teenager auch mein erstes Skirennen gewinnen und zwar „Das weiße Band“ von St. Moritz. Dieses schöne Erlebnis hat mich mit den Bergen und Menschen hier natürlich nochmal mehr verbunden. Für meine Eltern war St. Moritz auch geschäftlich interessant: Skifahren wurde ja in den 1950er- und 1960er-Jahren richtig mondän und nirgends waren mehr Schöne und Reiche unterwegs als in St. Moritz. Alle kamen hierher! Etwas von diesem Glamour und diesem Publikum ist bis heute spürbar, viele Stammgäste von damals haben nämlich die Liebe zu St. Moritz an ihre Kinder und Enkel weitergegeben, der Ort bleibt dadurch immer jung. Ich genieße heute aber auch gerne die hohe Ruhe in unserem Chalet am Suvrettahang, die Sonnenuntergänge sind hier einzigartig, weil das Tal so eine perfekte Ausrichtung hat – wo hat man denn sonst schon mitten in den Bergen einen Sonnenuntergang? Mir waren auch schon früh andere Dinge wichtiger als Partys und Promis – die Skigebiete und die herrlichen Berge rund um St. Moritz waren für mich immer ein sehr inspirierendes Arbeitsumfeld und spielen in vielen Filmen und Shootings eine große Rolle. Die Landschaft ist so abwechslungsreich, egal, welche alpine Struktur man sucht – St. Moritz hat einfach alles. Davon profitieren natürlich auch die Skifahrer ohne Kamera, es gibt hier für jede Laune eine Abfahrt: herrliche breite Pisten genauso wie traumhaften Tiefschnee oder supersteile Weltcup-Abfahrten. Dazu kommt die erstaunlich stabile Wetterlage, die im Winter oft wochenlang für Sonne und klare Sicht sorgt. Man spürt hier eben schon ein bisschen die Nähe zum Süden, hat aber trotzdem beste Bedingungen und bis spät in den Frühling Schneesicherheit. Und egal, wo man fährt, man merkt einfach, dass man in der Wiege des alpinen Skisports unterwegs ist – Olympische Spiele und Weltmeisterschaften haben hier stattgefunden, es gibt aber auch so einzigartige Sachen wie den Cresta-Run-Eiskanal, den die Engländer vor hundert Jahren hier anlegten. Überhaupt haben die Briten – zusammen mit ein paar findigen Schweizer Hoteliers – mit ihrer Sportbegeisterung St. Moritz eigentlich erst richtig erfunden. Eiskunstlaufen und Bobfahren, Schlittenrennen und schließlich die alpinen Skidisziplinen haben sie von hier aus in den ganzen Alpen en vogue gemacht. Das Flair dieser ersten mondänen Winterfrischen und der englische Sportsgeist sind bis heute zum Beispiel in den legendären Grand Hotels wie dem Badrutt’s Palace oder dem Suvretta House lebendig – nicht zuletzt auch, weil das Publikum gerade im Winter immer noch sehr international ist. Als Skifahrer bewegt man sich in St. Moritz also eigentlich immer auf heiligem Boden. Und wenn ich Gäste hier habe, die die Vergangenheit nicht interessiert, lassen sie sich bestimmt von der High-End-Infrastruktur beeindrucken, die der Ort seinen betuchten Besuchern bietet – es gibt fast nichts, was hier nicht möglich gemacht werden kann. Die schönste Delikatesse ist aber immer noch gratis und im Überfluss vorhanden – die vielgerühmte, trocken-prickelnde Champagnerluft!


Fantastische Salti im Film „Ski Fantasy“, der 1975 am Piz Corvatsch gedreht wurde.

Pisten

155 KM

Lifte

24

Höhe

1.720 BIS 3.057 M

Flughafen

ST. MORITZ SAMEDAN (LANDUNG ANSPRUCHSVOLL)

LUGANO (90 KM)

MILAN BERGAMO (93 KM)

Skipass/Tag

CA. 70 €

Souvenir

ECKIGE SALSIZ VON KULT-METZGER HATECKE

(VIA MAISTRA 16)


Bogner Fashion-Shooting im Jahr 1961


An einem Paraglider hängend passiert Reto Lamm 2000 den Fellaria Gletscher.

RETO LAMM

Was verbindet Sie mit diesem Ort und Skigebiet?

St. Moritz und das Engadin sind meine Heimat und ein sehr schöner Lebensraum, der alles bietet: Atemberaubende Natur, ein offenes Tal mit viel Licht, Seen und hohe Berge. Die über 150-jährige Wintersport-Geschichte des Ortes kann man überall spüren, Hotels, Restaurants und Infrastruktur sind über eine lange Zeit gewachsen. Für mich ist es nach wie vor der schönste Fleck auf Erden.

Was ist das Besondere an dieser Gegend?

Das Engadin verbindet Tradition und Innovation und St. Moritz selbst liegt auf 1800 m und ist durch das trockene Klima und die Höhe einer der schneesichersten Orte Europas.

Warum sollte hier jeder mal Ski fahren?

Die Pisten von St. Moritz sind auf neuestem Stand, nicht zuletzt weil hier in 2017 die Ski-WM ausgetragen wurde. Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt, das Engadin bietet acht verschiedene Skigebiete, da findet jeder seiner Lieblingspiste.

Haben Sie ein persönliches Erlebnis mit Willy Bogner in dieser Destination?

Ich habe Willy Bogner im Engadin beim Dreh von „Fire, Ice and Dynamite“ kennengelernt. Ich war 18 Jahre alt und hatte gerade meinen ersten Snowboard-Weltcup gewonnen, als Willy Bogner Snowboarder für seinen neuen Kinofilm gesucht hat. Seither sind wir eng befreundet und arbeiten gemeinsam immer wieder im Engadin.

Welchen Ort in diesem Skigebiet muss man gesehen haben und warum?

Die schönste Abfahrt für mich ist die Gletscherabfahrt von der Diavolezza ins Morteratschtal. Sie führt durch die Gletscherbrüche des Morteratschgletschers und ist ein richtiges Abenteuer. Ansonsten empfehle ich die Lagalb zu früher Stunde zu fahren, da hier die Piste perfekt gewalzt ist und man in einem Schwung viele Höhenmeter am Stück fahren kann. Der Corvatsch ist mein Lieblingsberg, wenn die Schneeverhältnisse gut sind. Auf der Corviglia und auf Marguns trifft man sich mit Freunden und fährt Ski und setzt sich entspannt auf die Terasse und geniesst die Aus-sicht auf St. Moritz.

Was kann man hier außer Skifahren erleben?

Zwei Lieblingsrestaurants von mir: La Baracca serviert sehr gutes Essen und die unbeschwerteste Stimmung von St. Moritz. Der Veltlinerkeller hat die besten Pizzoccheri im Engadin – unbedingt probieren!

Reto Lamm: Der Freestyle Snowboarder und Gewinner des ersten Air & Style Contests, Reto Lamm, ist heute Creative Director bei Bogner.


In seinem Element – Reto Lamm

Beste Pisten

Am Piz Nair (1), vom Glüna Lift nach Marguns (2) und für Einzelgänger und Pistenrowdys gibt’s die Lagalb.

Beste Restaurants

In der Gaststube des Veltlinerkellers werden regionale und hausgemachte italienische Spezialitäten serviert. Zu empfehlen sind die legendären Pizzoccheri mit einem Fleischspieß (3).

La Baracca ist die Alternative zum Luxus-Hype des restlichen St. Moritz und besitzt Kultstatus (4).

Dinner in der Bergstation gibt’s in Muottas Muragl. Das Panoramarestaurant bietet nicht nur eine spektakuläre Aussicht, sondern auch gute Küche (5).

Beste Hotels

Am Eingang von St. Moritz mit bester Aussicht über das Tal und den Silvaplanersee liegt das glamouröse Suvretta House. Hier lässt sich noch der elegante, klassisch britische Alpinchic aus den Anfangsjahren erleben. Gleich hinter dem Haus wartet der hoteleigene Schlepplift, mit dem man ins Skigebiet kommt. Während der Nachwuchs hier trainiert, können die Eltern im Hotel-Spa abtauchen (6).

Das Badrutt’s Palace ist der Klassiker in St. Moritz, in dem alle schon abgestiegen sind. Das Gästebuch ist das reinste „Who is Who“ und Gunter Sachs bezog hier seinen legendären Turm. Von dieser glorreichen Vergangenheit ist nicht alles verschwunden, denn das Badrutt’s Palace hat sein einzigartiges Flair bis heute erhalten (7).

Skandinavisch-Alpin, so könnte man den modernen Stil des jungen Berghotel Randolins beschreiben. Das Haus setzt nicht auf Luxuskunden, sondern auf Menschen, die das Engadin zum Skifahren und Ausspannen in der Natur besuchen. Sie finden hier alle Annehmlichkeiten, die es für gelungene Winterferien braucht und müssen auch nicht auf Extravaganz verzichten. Der Jacuzzi des Randolins ist einer der schönsten im Tal (8).

Beste Bars

Die Bar im Badrutt’s Palace. (siehe 7) Auch gut ist La Baracca (siehe 4) und die Bar in der Alpina Hütte (9).

Beste Spaziergänge

Der Stazersee ist von St. Moritz in 30 Minuten zu Fuß zu erreichen. Er liegt idyllisch zwischen St. Moritz und Pontresina inmitten einer offenen Lichtung des weitläufigen Stazerwaldes.

Diese Tour zwischen den Bergbahnstationen Muottas Muragl und Languard ist ein Klassiker für Genießer. Das Highlight dieses Ausflugs ist wohl die einmalige Aussicht auf das Berninamassiv (siehe 5 als Ausgangspunkt).

Beste Aussichten

Vom El Paradiso (10), Muottas Muragl (5), dem Bergrestaurant Trutz (11) und der Alpina Hütte (siehe 9).

Geheimtipps

Je nach Schneesituation gibt es im Dezember Schwarzeis auf den Oberengadiner Seen – glatt und klar. Ein Spaziergang über den See wird dann ein sehr eindrucksvolles Erlebnis (als Beispiel den St. Moritzer See, 12).

Nightskiing ist am Piz Corvatsch jeden Freitag angesagt.

Langlaufen über die schneebedeckten Oberengadiner Seen.

Mondscheinfahrten auf der Diavolezza. Bei Vollmond lädt das Bergrestaurant Diavolezza zum Gipfeldinner ein. Anschließend folgt eine Mondscheinfahrt über stille Hänge zurück ins Tal.


ZERMATT

Willy Bogner & Vanessa-Mae


Die Fahrt mit der Pendelbahn bietet ein einmaliges Panorama.


1951 ist das Geburtsjahr der Keilhose, hier von Bogner vor dem Matterhorn abgelichtet. Die Erfindung schafft es als „Bogners“ ins amerikanische Dictionary.

Es ist schwierig, etwas zu Zermatt zu schreiben, nicht, weil es über diesen Ort wenig zu sagen gäbe, im Gegenteil: Weil man kaum ermessen kann, wie viel dieses Bergdorf für den modernen Alpinismus bedeutet. Die Erstbesteigung des Matterhorns durch den Engländer Edward Whymper 1856 war schließlich der Auftakt für das sportliche Interesse an den Bergen und ist damit letztlich auch der Grund, warum heute ein Buch wie dieses erscheinen kann.

Mindestens genauso schwierig ist es, nur mit Worten diesen typischen Zermatt-Moment zu beschreiben, in dem zum ersten Mal das Matterhorn ins Blickfeld rückt. Verflixt, deshalb bin ich Filmemacher geworden, weil Berge einfach nicht mit Sätzen zu greifen sind! Das Matterhorn im Abschluss des Mattertals ist jedenfalls der mit Abstand meistfotografierte und meistgemalte Berg der Welt, eigentlich eine Art Eiffelturm der Schweiz, nur eben noch viel eindrucksvoller, weil er nicht auf einem Schreibtisch erdacht wurde (zumindest keinem irdischen). Schon wegen dieses Anblicks muss man also regelmäßig in diesen Ort kommen, der mit seiner No-Cars-Politik sehr früh dafür gesorgt hat, den Dorfkern urig zu erhalten. Bis heute lockt der Name Zermatt auch immer noch Alpenbummler und Abenteurer aus aller Welt an. Während sich in anderen Schweizer Bergorten längst gemütlicher Luxus etabliert hat, geht es hier immer noch vorrangig um Sport. Da trifft man in der Fußgängerzone auf Seilschaften und jeder zweite hat Helm und Eispickel dabei oder trägt eine schneidige Bergführerjacke!

Die Gäste international und bergverrückt – das war schon so, als ich hier mit meinen Eltern meine ersten Winterurlaube verlebte, in den 1950er-Jahren. Meine Mutter liebte den Ort und hat deswegen auch viele der ganz frühen Bogner-Shootings hier stattfinden lassen. Es war einfach sehr mondän, die Mannequins mit dem Matterhorn zu zeigen. Als Bub hätte ich mir gewünscht, beim Skifahren noch näher an den berühmten Berg heranzukommen – heute geht das dank spektakulärer Seilbahnen aufs Klein Matterhorn. Das Skigebiet „Matterhorn glacier paradise“ dort ist atemberaubend – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn auf über 3800 m wird die Luft schon ganz schön dünn und manch gestandener Pistenheld muss sich nach der Seilbahn-Passage erstmal hinsetzen. Aber das schadet nichts, denn die Aussicht vom Gipfelaufbau des Klein Matterhorns dürfte zu den schönsten in den Alpen gehören. Und wenn man ganz oben ist, kann man eben auch schön lange abfahren. Für Genussfahrer empfehle ich übrigens das sehr späte Frühjahr in Zermatt, davor ist es da oben oft einfach zu kalt. Und weil man ja ständig die Kamera rausholen muss, um den schönen Berg abzulichten, danken es einem die Finger, wenn nicht minus 20 Grad herrschen. Na, jetzt habe ich ja doch etwas über Zermatt geschrieben. Aber diese paar Sätze kommen nicht mal annähernd an den Zauber des Ortes heran, in dem die Berge als sportliche Herausforderung entdeckt wurden.

Pisten

360 KM IM WINTER, ÜBER 21 KM IM SOMMER

Lifte

52

Höhe

1.620 – 3.899 M

Flughafen bzw. Heliport

INTERNATIONALE FLUGHÄFEN ZÜRICH, BASEL, GENF UND MAILAND WENIGE STUNDEN

ENTFERNT, EIGENER HELIPORT

Skipass/Tag

CHF 92


Das Matterhorn – eine tolle Kulisse für ein Bogner-Shooting, hier im Jahr 1954 mit Maria Bogner


Magische Morgenstimmung am Stellisee


Maria Bogner 1960 als Stilikone auf der Piste

VANESSA-MAE

Was verbindet Sie mit diesem Ort und diesem Skigebiet?

Bevor ich Zermatt entdeckte, fuhr ich hauptsächlich in St. Moritz und Val d‘Isère Ski. Während einer Tourneepause besuchte ich schließlich zum ersten Mal Zermatt. Eigentlich war es damals gar kein guter Start für meine Reise, denn ich wurde am Bahnhof beklaut und das erste Hotel war so enttäuschend, dass ich sofort wieder auscheckte. Trotz dieser Pannen hat sich die Reise gelohnt, denn ich war sofort von der dramatischen Landschaft und den anspruchsvollen Pisten hingerissen. Zermatt hat mich damals gleich für sich gewonnen und erst jeden Winter und Sommer zum Urlaub gelockt, bis ich schließlich ganz hergezogen bin.

Was macht Zermatt für Sie so einmalig?

Ich bin in einer Großstadt aufgewachsen und habe keinen angeborenen Sinn für alpine Geographie. Für mich gibt es deshalb keinen Berg, der so markant und so erkennbar ist wie das Matterhorn. Zermatt hat das Glück dieses ikonische Wahrzeichen zu haben und Touristen kommen aus der ganzen Welt hierher, nur um es zu fotografieren.

Fotografieren ok, aber warum sollte man zum Skifahren kommen?

Die Pisten sind abwechslungsreich und lang. Und für echte Skifreaks wie mich, die außerhalb der Wintersaison irgendwann den Schnee sehr vermissen, gibt es hier den ganzjährig geöffneten Gletscher.

Haben Sie ein persönliches Erlebnis mit Willy Bogner hier an dieser Destination?

Ich habe mit Willy bisher schon Abenteuer in drei Skigebieten erlebt: Angefangen von meiner Jugendzeit in St. Moritz, dann in Garmisch, wo er seine Helikopterkünste unter Beweis stellte, und dann waren wir zur gleichen Zeit in Sotschi bei den Winterspielen. Zermatt sollte also unser nächstes Ziel sein!

Was würden Sie ihm hier zeigen?

Ein Besuch auf dem Gornergrat ist ein erhabenes und zugleich ein etwas unheimliches Erlebnis. Außerdem gibt es nicht weit von meinem Wohnort eine charmante Kapelle, die ein gutes Ziel für einen Spaziergang ist. Ich freue mich auch, dass es im Ort selbst immer mehr Restaurants mit einer Auswahl für Veganer gibt, die ich meinen Gästen gerne vorführe.

Die aufregendste Abfahrt, die schönste Aussicht – welche Stelle in diesem Skigebiet liegt Ihnen besonders am Herzen und warum?

In einem der ersten Winter, in denen ich hier Ski gefahren bin, habe ich einmal eine Kurve leichtsinnig falsch eingeschätzt und wäre fast im Fluss gelandet. Man ist hier von den atemberaubenden Aussichten so abgelenkt, dass es mehr als anderswo wichtig ist, sich darauf zu konzentrieren, wohin man fährt! Skifahren ist schlussendlich immer noch ein gefährlicher Sport. Ich persönlich genieße als Abschlusspiste für einen schönen Tag die Strecken von Patrullarve oder von Gant aus, dann komme ich nahe bei meiner Wohnung raus.

Was lässt sich außer Skifahren und Matterhorn noch erleben?

Zermatt ist zu jeder Jahreszeit atemberaubend. Ich empfehle es sehr, im Sommer hier Urlaub zu machen, zum Beispiel auch als Hundehalter – die Tiere werden die Waldspaziergänge lieben.

Winter in den Bergen bedeutet hier für mich …

… Leben in einem Postkarten-Paradies!

Vanessa-Mae ist der Superstar unter den Geigerinnen, die Pionierin der Klassik-Crossover-Musik, deren globale Popularität Millionen von Fans auf der ganzen Welt mit der Geige bekannt machte. Ihre zweite Leidenschaft ist der Skisport, der ihr mindestens ebenso wichtig ist wie die Musik. Im Jahr 2014 nahm sie als erste Thailänderin an den Olympischen Winterspielen teil.


Winterwonderland – der frisch verschneite Weiler Findeln

Beste Piste

Sagenhafte 25 km und 2200 m Höhenunterschied hat die Piste von Klein Matterhorn nach Zermatt! Von Zermatt fährt der Matterhorn-Express und anschließend der Matterhorn Glacier Ride zum kleinen Matterhorn. Ausstieg dort in 3883 m Höhe – auch das ein Rekord! Der erste Teil der Abfahrt führt über Gletschergebiet und ist mit breiten Pisten ideal zum Carven. Am Trockenen Steg in 2939 m Höhe warten dann schwerere Genuss-Abfahrten bis zur Mittelstation Furgg. Zuletzt folgt ein knochiger

Abschnitt in schwarzer Markierung, bis schließlich eine kurvenreiche Strecke ins Tal führt. Eine echte Skireise vor schönster Kulisse (1)!

Beste Restaurants

Ein Pflichtbesuch für alle Fans traditioneller Walliser Küche ist das neu renovierte Restaurant Julen im gleichnamigen Hotel. Rustikaler Alpenstil bringt die Gäste in Stimmung – echte Alpenküche mit Klasse (2).

Italien ist nicht weit. Auf dem Rothorn vereinen sich die kulinarischen Welten beider Kulturen in der Rothorn Ristorante Pizzeria bei einer Pizza Napoli mit einem süffigen Walliser Weißwein. Der Ausblick? Mit Weisshorn, Dent d’Hérens und Matterhorn unvergleichlich! Der Sunnegga Express fährt bis auf 2288 m, dort steigt man in die Kombibahn zum Blauherd um, die Luftseilbahn bringt die Gäste dann aufs Unterrothorn (3).

Beste Hotels

Hinter einer knorrigen Altholz-Fassade wartet ein so schickes wie lässiges Interieur, mit dem das Hotel Bellerive bei stilbewussten Gästen punktet. Ein feiner Rückzugsort zum Ausruhen nach langen Skitagen. Wer so entspannt ist, dass er nicht vor die Tür möchte – das Bellerive bietet einen Sky Room mit perfektem Blick auf das Matterhorn (4).

Seit mehr als 150 Jahren ist das Mont Cervin Palace ein fester Begriff für Zermatt-Reisende, die alpinen Stil und Grand-Hotel-Flair schätzen. Die „Grande Dame von Zermatt“ bietet Fünf-Sterne-Luxus in allerbester Lage und verbindet gediegene Gastfreundschaft mit fantastischen Ausblicken auf die Viertausender ringsum (5).

Bester Spaziergang

Eine anstrengende aber lohnende Winterwanderung von Zermatt über Findeln auf die Sunnegga mit herrlicher Aussicht auf das Matterhorn beginnt am Bahnhof in Zermatt. Von dort geht man auf der Bahnhofstrasse Richtung Zentrum und biegt wenig später links in die Hofmattstrasse ab. Die Matter Vispa quert man auf einer Brücke und weiter geht es zum Weiler Oberhäusern. In Kehren führt der Weg durch den Bergwald nach Findeln, wo urgemütliche Restaurants zur Pause einladen, etwa das „Chez Vrony“. Nach weiteren 200 Höhenmetern gelangt man auf die Sunnegga, von wo die Standseilbahn ganz kommod nach Zermatt hinunter führt (6).

Beste Aussicht

Wenn schon, denn schon! Das Matterhorn ist einer der exponiertesten Gipfel der Alpen. Auf- und Abstieg erfolgen in Fels und Eis, was ausgezeichnete Fitness und Erfahrung im Felsklettern mit und ohne Steigeisen voraussetzt. Die Normalroute führt über den Hörnligrat und eignet sich nur für versierte Bergsteiger in Begleitung eines Bergführers (7).

Geheimtipp

Die sagenumwobene Patrouille des Glaciers ist ein kultisch betriebenes Skitourenrennen von Zermatt über Arolla nach Verbier, dem sich alle zwei Jahre viele einheimische Skibegeisterte stellen. Auch als Zuschauer kommt man auf seine Kosten: Der chaotisch-ehrgeizige Massenstart ist immer ein kurioser Anblick.


ANDERMATT

Bernhard Russi


Dämmerung über Andermatt


Darf ich mit einer ganz unbescheidenen Empfehlung anfangen? Wer mit den Skiern zum ersten Mal nach Andermatt kommt, der sollte gleich mal den offiziellen Bernhard-Russi-Run machen. Das ist hier sozusagen der Adrenalin-Apero! Diese Strecke geht sehr knackig vom Gipfel des Gemsstock bis zur Mittelstation beim Gutschen hinunter in das Dorf Andermatt, das sind vier Kilometer Skifahren pur, bei denen ich mich zwischendurch selbst immer wieder mal ans Atmen und Blinzeln erinnern muss. Aber genauso soll Skifahren doch sein – ein einziger Lauf! Nach meiner Rennläufer-Karriere habe ich lange als Pistenarchitekt gearbeitet, auf der ganzen Welt Abfahrtsstrecken konzipiert und sie für die Rennen angepasst. Dabei gab‘s eigentlich nur eine Regel: Es muss richtig rumpeln, es darf den Zuschauern und Athleten nicht langweilig werden! Die Berge hier rings um meinen Heimatort Andermatt bieten dies seit Jahtrzehnten. Heute haben wir zum Glück auch gemütlichere Pisten, denn das Skigebiet Andermatt-Sedrun-Disentis wurde in den letzten Jahren zusammengelegt und ist jetzt das größte der Zentralschweiz: moderne Skikultur auf 180 Pistenkilometern! Wem die noch nicht genügen, der kann sich den Freeridern anschließen, die in den Bergen hier ebenfalls sehr aktiv sind und mich mit ihrem Freiheitsdrang oft anstecken. Kein Wunder, die Gotthardregion und der Gemsstock gelten heute als eines der besten Freeride-Reviere der Alpen und bieten zudem ein, wie ich finde, wirklich imposantes Panorama.

Das kann man natürlich auch genießen, wenn man nicht ganz so extrem unterwegs ist. Zumal sich unser Andermatt von einem einfachen Bergdorf zu einem kleinen Juwel entwickelt hat. Großen Anteil daran hat das weltberühmte Hotel The Chedi Andermatt, das regelmäßig den ersten Platz in den wichtigen Hotelrankings belegt und den Ort mit seiner Architektur, den illustren Gästen, seinen Restaurants und Bars bereichert. In seinem Gefolge sind viele interessante Projekte entstanden und jeden Winter kommt etwas Neues dazu. Schon die Anfahrt nach Andermatt ist für die Gäste dabei ein Erlebnis, denn der Ort liegt sozusagen an der Kreuzung von Furka-, Gotthard- und Oberalppass – also an einigen der aufregendsten Alpenstraßen überhaupt. Wer Kurven mag und sich mal wieder an Bergen satt sehen möchte, der ist hier genau richtig und kommt schon erholt bei uns an. Und wenn ich zum Abschluss nochmal unbescheiden sein darf: Auf der Alp Gütsch über Andermatt gibt es mitten im Skigebiet eine ganz neue Piste-Beiz, in der es besonders gemütlich und kulinarisch zugeht, das „Wachthuus“. Ich konnte ein ehemaliges Wachhaus des Militärs umbauen lassen und freue mich jetzt schon darauf, meinen alten Skifreund Willy Bogner im kommenden Winter auf der Sonnenterrasse zu bewirten.

Bernhard Russi ist einer der bekanntesten Sportlerpersönlichkeiten der Schweiz. Russi gehörte in den 1970er-Jahren zu den besten Abfahrern der Welt und konnte neben vielen Weltcupsiegen in Sapporo auch die olympische Goldmedaille in der Abfahrt gewinnen.

Pisten

180 KM

Lifte

33

Höhe

1.444 – 2.961 M

Flughafen bzw. Heliport

FLUGHAFEN BUOCHS (53 KM)

Skipass/Tag

MAX. CHF 89 (JE FRÜHER MAN DAS TICKET KAUFT, DESTO GÜNSTIGER IST ES)

Souvenir

BERGKRISTALLE


Ein Muss für jeden versierten Skifahrer – der Bernhard-Russi-Run


Après-Ski auf Gleisen – der Sonderzug bringt Skifahrer von Disentis nach Andermatt.


Bogner-Shooting im Jahr 1961


Eine imposante Architektur und ein Weltklasse-Spa – das berühmte Hotel „The Chedi Andermatt“

Beste Piste

Der Gemsstock oberhalb von Andermatt bietet mehrere anspruchsvolle Pisten, Höhepunkt ist dabei die Abfahrt auf dem Bernhard-Russi-Run. Obwohl selber Pistenarchitekt, hat Russi diese Strecke nicht angelegt. Da er sie schon als junger Fahrer liebte, benannte man die steile Piste nach ihm (1).

Beste Restaurants

Das Wachthuus liegt auf rund 2300 m in einer alten Wache der Schweizer Armee. Dank eines heimeligen Ausbaus finden 60 Gäste in ihm Platz. Typisch kräftigende Gerichte wie „Spatz“ (ein Eintopf) oder „Ryys und Boor“ (Lauch mit Reis) genießen die Skifahrer in motivierender Atmosphäre: An den Wänden hängen Andenken an Russis große Skierfolge (2).

Der Ochsen ist das Stammlokal vieler Einheimischer und die beste Fonduestube im Ort. Neben dem traditionellen Käsefondue tischt Wirt José auch Variationen wie Tomaten-, Pilz- oder Speckfondue auf (3).

Beste Hotels

The Chedi Andermatt trug maßgeblich zum Aufschwung Andermatts bis in die erste Reihe der Skiorte bei. Die imposante Architektur, ein Weltklasse-Spa und der exzellente Service beförderten das Luxushaus in vielen Hotelrankings an die Spitze. Ski-Butler kümmern sich exklusiv um die Ausrüstung der Gäste und wärmen morgens sogar die Schuhe vor (4)!

Das Nossenhaus, eines der ältesten Häuser Andermatts, wurde 2016 behutsam zu einem Ferienchalet ausgebaut. Die historischen Details wurden erhalten. So entstand ein ideales Ferienappartement für alle, die weder luxuriösen Wohnkomfort noch die traditionelle Schweizer Bergarchitektur missen mögen (5).

Beste Bars

„Kaffee Fertig“ lautet die Pflichtbestellung in der Kultbar Adler. Für Nichtschweizer: Serviert wird ein Kaffee mit Zwetschgenschnaps und Zucker. Eine originale Jukebox rundet das Barerlebnis mit Oldies ab. Vor kurzem eröffnete auch das Restaurant Adler wieder, das ebenfalls einen Besuch wert ist (6).

Der Name markiert das Baujahr des Hauses, in dem die Vinothek 1620 liegt. Die Weine sind (zum Glück) nicht ganz so alt, haben aber auch alle gute Geschichten, welche die Besitzer Dani und Elodie zwanglos erzählen. Sie führen die kleine Weinbar als wäre es ihr Wohnzimmer (7).

Bester Spaziergang

Der Golfrundweg führt mit schönstem Dorfpanorama um den Andermatt Swiss Alps Golf Course. Entlang des Reussdammes geht man zurück zum Start (8).

Beste Aussicht

Auf dem Gemsstock wartet ein Panoramablick mit mehr als 600 Gipfeln. Die Sicht geht vom Bergell über Italien bis ins Wallis zu den berühmten 4000er-Riesen: Monte Rosa, Matterhorn, Weisshorn und weiter zu den ehrfürchtigen Bernern Eiger, Mönch, Jungfrau und Finsteraarhorn (9).

Geheimtipps

Vom Urserntal führt die wild-schöne Schöllenenschlucht hinunter ins Unterland, in der Napoleons Truppen 1799 gegen die Russen kämpften. Das Suworow-Denkmal erinnert da-ran. Senkrechte Felswände und die rauschende Reuss bieten einen faszinierenden Anblick. Im Sommer kann man im Restaurant Teufelsbrücke den Mythos Gotthard auf sich wirken lassen.

Müde nach 180 Pistenkilometern? Dagegen hat sich die Region Andermatt den Après-Ski Zug ausgedacht. Zwei umgebaute Glacier Express-Wagen sorgen für Transport und Feierabendstimmung – inklusive Barkeeper, DJ-Auftritten und einem wunderbaren Panorama. Der Zug fährt viermal am Tag zwischen Andermatt und Disentis und ist im Skiticket inbegriffen (10).


SÖLDEN

Willy Bogner & Jakob Falkner


Das Ice Q-Restaurant und das 007 Elements-Museum imponieren am Gaislachkogel.


Shoppingtipp in Sölden: der Bogner Fire+Ice Store

Sölden muss man natürlich keinem Skifahrer mehr vorstellen. Der Ort ist ein echter Hotspot der Szene und steht den ganzen Winter lang im Fokus, auch weil auf seinen beiden Gletscherskigebieten sieben Monate über beste Trainingsbedingungen herrschen. Kein Wunder, dass der Skiweltcup traditionell Ende Oktober hier auf dem Rettenbachgletscher startet. Unsere neuen Rennanzüge bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal im richtigen Einsatz zu sehen, ist immer ein besonderer Moment, den wir gerne mit der Kamera begleiten. Diese Rennen und der zuverlässige Schnee des Ötztals haben auch schon oft vorhergesagt, wie die Saison laufen wird.

Zusätzlich zu seinen Profi-Pisten hat Sölden für mich in jüngerer Zeit aber noch einen sehr persönlichen Sehnsuchtsfaktor hinzubekommen: Seit 2018 gibt es dort die großartige James-Bond-Erlebniswelt an der Bergstation der Gaislachkoglbahn und ich muss sagen, dieses Projekt ist mit keinem anderen Museum vergleichbar, das ich kenne. Schon die Architektur, in den Berg gebaut wie ein eleganter Schurkenbunker aus einem 007-Film, ist absolut beeindruckend. In den sakral-schlichten Räumen wird dann das zelebriert, was wir alle an James-Bond-Filmen lieben – der Glamour der Ausstattung, die aufwändigen Stunts und Kult-Exponate wie der goldene Colt oder das abgestürzte Flugzeug aus dem Film „Spectre“ sind hier zu sehen und wecken bei mir tolle Erinnerungen. Viele Höhepunkte meiner Karriere als Kameramann und Ski-Stunt-Koordinator haben schließlich mit James-Bond-Drehs zu tun. Deshalb war es eine besonders nette Geste von den Museumsmachern, mich auch hier einzubinden. Heute sind die Angestellten des Museums von Bogner eingekleidet und natürlich gibt es Skioutfits aus den Filmen in der Ausstellung zu sehen – ein Stück meiner kreativen Arbeit steht also jetzt hier auf 3050 m Höhe! Für den Bond-Film „Spectre“ wurden im Winter 2014/15 viele Szenen genau hier in Sölden gedreht. Man ist also direkt am Ort des Geschehens und kann nach dem Museumsbesuch sozusagen gleich noch eine filmreife 007-Abfahrt hinlegen – zum Glück ohne bewaffnete Verfolger.

Eigentlich ist alles in Sölden Superlativ. Deswegen passt der bekannteste Geheimagent der Welt hier auch noch sehr gut hin. Das Skigebiet ist zwar sicher nicht „top secret“ aber schon „to die for“: Drei Dreitausender mit irren Aussichtsplattformen gibt es hier mitzunehmen, eine „Golden Gate“-Bahn, mit der man aus den Skigebieten direkt zur Gletscherregion jenseits der 3000 m kommt, dazu eine rekordverdächtige Abfahrt mit 15 km Länge und vieles mehr, was man als Skifahrer sonst nirgends findet. Was mir am besten gefällt: In Sölden werden der Skisport und die Infrastruktur dafür seit Jahrzehnten immer weiter entwickelt und neu erfunden – vor einem der schönsten Panoramen der Alpen. Deswegen sind wir übrigens bei der Suche nach spektakulären Kulissen für unsere Action-Shootings auch immer wieder hier oben gelandet. Zuletzt ließen wir dabei vor einigen Jahren in bester 007-Manier einen Motocross-Profi auf dem Gletscher neben Extremski-Profis seine Stunts zeigen … aber das ist eine andere Geschichte.

Pisten

LÄNGSTE ABFAHRT MIT CA. 15 KM & EINEM HÖHENUNTERSCHIED VON CA. 2.000 M VON DER BIG3 PLATTFORM SCHWARZE SCHNEIDE (3.340 M) BIS INS TAL (1.350 M), CA. 400 M2 SKIFLÄCHE PRO SKIFAHRER

Lifte

31 LIFTANLAGEN

Höhe

1.350 – 3.340 M

Flughafen bzw. Heliport

INNSBRUCK (50 KM)

Skipass/Tag

CA. 60 €


Spaß am Set – Laura Fritzwallner und Bene Mayr 2018 beim Bogner-Shooting


Aufpassen, dass vor lauter Aussicht das Essen nicht kalt wird – der Blick vom Ice Q!


Die James Bond-Erlebniswelt „007 Elements“ wurde 2018 eröffnet. Mitarbeiter und Hostessen präsentierten die „James Bond x Bogner Kollektion“.

JAKOB FALKNER

Was verbindet Sie mit diesem Ort und Skigebiet?

Das ist schnell beantwortet: Alles! Meine Kindheit, Jugend, Arbeitsplatz und Freizeit haben mit diesen Bergen zu tun.

Was gibt es nur hier?

Also, die Höhenlage von 1350 – 3340 m ist in Österreich nicht nur ziemlich einmalig, sondern sorgt mit zwei Gletscherskigebieten auch für eine absolute Schneegarantie von Oktober bis Mai. Diese Verbindung von Gletscher- und Winterskigebiet durch die „Golden Gate to the Glacier“–Bahn ist für Skifans grandios. Auch das Gletscherschauspiel „Hannibal“, das hier alle zwei Jahre stattfindet, ist wirklich einzigartig.

Warum sollte hier jeder mal Ski fahren?

Zum Beispiel um die längste Abfahrt auszuprobieren: Mit 15 km und einem Höhenunterschied von knapp 2000 m geht es dabei von der BIG3-Plattform Schwarze Schneid (3340 m) bis ins Tal (1350 m). Außerdem wurde mal errechnet, dass hier im Gebiet rund 400 m2 Skifläche pro Skifahrer zur Verfügung stehen – ein großartiger Wert.

Haben Sie ein persönliches Erlebnis mit Willy Bogner hier in dieser Destination?

Persönlich habe ich Willy Bogner in meinem Leben einige Male getroffen und ihn als Skifahrer sowie Kameramann natürlich sehr bewundert. Das erste Mal hat er uns aber erst im Spätwinter 2015 in Sölden besucht. Bei einem gemeinsames Essen im Ice Q habe ich ihm die Idee unserer neuen James-Bond-Erlebniswelt präsentiert und die Kooperation beschlossen.

Welchen Ort in diesem Skigebiet muss man gesehen haben und warum?

Als einziger Skiort in Österreich bietet Sölden ja gleich drei Dreitausender, auch BIG3 genannt, die mit modernsten Seilbahn-Anlagen erschlossen sind. Eben an diesen BIG3-Standorten hat man zusätzlich auch außergewöhnliche Aussichtsplattformen installiert, von denen aus das traumhafte Panorama zu genießen ist.

Was kann man hier außer Skifahren erleben?

Wir wäre es mit einem Lunch in eben jenem Gourmetrestaurant Ice Q auf 3048 m, direkt neben dem 007-Museum Elements? Eine tolle Symbiose und ein außergewöhnliches Erlebnis, das übrigens sowohl im Sommer als auch im Winter funktioniert.

Winter in den Bergen hier bedeutet für mich:

Genuss pur, frische Bergluft, traumhaftes Panorama. Der Kopf wird frei und es ist Platz für viele Gedanken und Ideen.

Jakob Falkner ist Geschäftsführer der Bergbahnen Sölden und Sohn des Tourismuspioniers Hans Falkner, der in den 1950er-Jahren anfing, Sölden als Wintersportdestination zu entwickeln.


„Meine Name ist Bond, James Bond!“ Herzlich Willkommen zur 007 Elements-Installation.

Beste Piste

Die längste Abfahrt führt von der BIG3 Plattform der Schwarze Schneid zur Talstation der Gaislachkoglbahn (1). Dabei bewältigen die Fahrer einen Höhenunterschied von 1970 m auf einer Länge von knapp 15 km. Die steilste Piste im Gebiet Sölden ist allerdings der Weltcuphang am Rettenbachgletscher, mit der berüchtigten Pistennummer 31 (2).

Beste Restaurants

Das gibt’s sonst nirgends: Zwei Hauben im Gault Millau auf über 3000 m – da bekommt der Begriff „Haute Cuisine“ eine ganz neue Bedeutung! Das Ice Q Gourmetrestaurant und seine Wein-Lounge mit Panoramaterrasse gehören zum 5-Sterne Hotel Central in Sölden. Sie nehmen auch Nicht-Skifahrer mit auf einen alpinen Höhenflug (3).

Innen modernes Holzinterieur, draußen das original erhaltene Almhüttenflair – die Gampe Thaya ist eine Berghütte zum Vorzeigen. Der engagierte Familienbetrieb von Jakob Prantl setzt bei der Bewirtung auf die regionalen Spezialitäten und die Produkte der eigenen Käserei. Dafür wurde die Gampe Thaya als erste „Genuss Hütte“ der Region ausgezeichnet. Hier sollte man also mit Hunger einkehren, egal, ob nach einer Sommerwanderung oder einem Abstecher mit den Skiern im Winter. Die Nachbarhütte hat der gelernte Tischlermeister Prantl ebenfalls selbst ausgebaut und vermietet sie im Winter wochenweise (4).

Beste Hotels

Das Central in Sölden setzt Maßstäbe für moderne Sporthotels. Egal, ob es um Wellness, Kulinarik oder die angebotenen Aktivitäten geht – das Haus zelebriert seine Alpine-Luxury-Philosophie vor der imposanten Kulisse der Ötztaler Alpen. Einziges Problem: Service und Komfort sind hier so angenehm, dass man das Haus kaum verlassen möchte, dabei kommt man doch zum Sporteln her!

Ein Hotel für echte Pistenfans und alle, die nicht gerne Ski schleppen! Das Stefan liegt direkt an der Giggijochbahn: Von der Lobby des Hotels sind es nur 44 Schritte und neun Minuten Gondelfahrt bis ins Skigebiet Hochsölden. Auch sonst ist das Haus mit seinem frischen Alpen-Design und einem großzügigen Relaxbereich ein empfehlenswerter Sportler-Hangout (5).

Beste Bar

Die Grizzly Bar im Hotel Tyrolerhof sieht genauso aus, wie man sich eine Bar in den Bergen vorstellt: urig und gemütlich, mit viel Holz und blankem Stein. Die Grizzly Bar ist der Startpunkt für alle, die nach einem Skitag noch genug Power haben und abends gleich wieder auf die Piste wollen (6).

Bester Spaziergang

Sie ist eine der urigsten Almen des Ötztals und liegt auf der stillen Seite von Sölden gemütlich in der Nachmittagssonne. Deshalb ist die 350 Jahre alte „Stallwies“ auch bei den Einheimischen ein beliebtes Ziel für einen Bergspaziergang. Von der Freizeit Arena Sölden geht man entlang der Granbichlstraße bis zum Parkplatz unterhalb der Schranke. Die Forststraße führt dann durch lichten Nadelwald, bis man eine weite Almfläche mit alten Hütten aus dunklem Holz erreicht – die mit der schönen Sonnenterrasse ist die Stallwiesalm auf 1850 m. Von hier aus lässt sich bei einem Kaffee das Treiben auf den Skipisten beobachten und sogar im Winter bis halb vier Uhr mit wohltuenden Sonnenstrahlen im Gesicht (7).

Beste Aussicht

Besonders eindrucksvoll und nur für Wagemutige: Der Panorama-Steg am Tiefenbachkogel auf 3250 m Höhe. Die an Stahlseilen hängende, glasverkleidete Konstruktion ragt 20 m über den Gletscherabgrund hinaus und bietet nicht nur beste Sicht, sondern auch einen guten Adrenalinkick (8).


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9783766725134
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