Kitabı oku: «Cannabis-Extraktion»

Yazı tipi:

Michael Knodt

Cannabis-Extraktion

Konzentrate, Extrakte und Haschisch-Herstellung

E-Book-Ausgabe

Die Verbreitung dieses Produkts durch Funk, Fernsehen oder Internet, per fotomechanischer Wiedergabe, auf Tonträgern jeder Art, als elektronisches beziehungsweise digitales Medium sowie ein über das Zitier-Recht hinausgehender auszugsweiser Nachdruck sind untersagt. Jegliche öffentliche Nutzung bzw. Wiedergabe setzt die ausdrückliche, schriftliche Genehmigung der Nachtschatten Verlag AG voraus.


Diese Publikation enthält versteckte und personalisierte Informationen bezüglich Herstellung, Vertrieb, Verkauf und Käufer. Im Falle von unerlaubter Verbreitung des Inhalts behält sich der Rechteinhaber vor, Missbräuche juristisch zu belangen.

Herstellung:

Bookwire GmbH

Kaiserstraße 56

60329 Frankfurt am Main

Deutschland

Verlag:

Nachtschatten Verlag AG

Kronengasse 11

4500 Solothurn

Schweiz

IMPRESSUM

Michael Knodt

Cannabis-Extraktion

Nachtschatten Verlag AG

Kronengasse 11

CH-4500 Solothurn

www.nachtschatten.ch

info@nachtschatten.ch

© 2020 Nachtschatten Verlag AG

© 2020 Michael Knodt

© 2020 Markus Berger (Einleitung, Kapitel 14 und Glossar)

Fachlektorat: Markus Berger

Korrektorat: Jutta Berger

Layout und Bildredaktion: Nina Seiler

Umschlaggestaltung: Sven Sannwald

ISBN: 978-3-03788-588-8

eISBN: 978-3-03788-612-0

Der Nachtschatten Verlag wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Strukturbeitrag für die Jahre 2016-2020 unterstützt.

Alle Rechte der Verbreitung durch Funk, Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger jeder Art, elektronische Medien und auszugsweiser Nachdruck sind vorbehalten.

INHALT

Vorwort

Einführung in die Welt der Extrakte

KAPITEL 1Basiswissen

KAPITEL 2Die mechanische Extraktion im Trockenen: Reiben und Sieben

KAPITEL 3Die mechanische Extraktion im Nassen: Eishasch

KAPITEL 4Rosin Hash: Quetschtrakt aus der Presse

KAPITEL 5Sicher und sauber

KAPITEL 6Die Herstellung von Cannabis-Extrakten mit Alkohol

KAPITEL 7Cannabis mit CO2 extrahieren

KAPITEL 8Königsdisziplin BHO-Extraktion

KAPITEL 9Cannabis-Konzentrate mit Propan extrahieren

KAPITEL 10Die Extraktion mit Dimethylether

KAPITEL 11Extraktion am lebenden Objekt: Aromabombe Live Resin

KAPITEL 12Öl, Wax, Shatter, Budder, Winterizing und Diamanten schürfen: Die Veredelung

KAPITEL 13THC mit Glycerin extrahieren: Konzentrate für Esswaren und E-Liquids

KAPITEL 14Schnell, einfach und effektiv: Cannabis-Extraktion in der eigenen Küche

KAPITEL 15Genießen satt Ballern: Extrakte konsumieren

KAPITEL 16Ganz zum Schluss ein Blick nach vorne

Glossar

Literatur

Der Autor

Bildnachweis

VORWORT
Die Mission

Als ich vor 35 Jahren das erste Mal ein Cannabis-Extrakt in den Händen hielt, wusste ich sehr wenig über dessen Herkunft. Ich hatte damals in den USA angefangen, ab und zu Cannabis in Blütenform zu rauchen. So war ich bei der Rückkehr nach Deutschland umso überraschter, dass es auf dem europäischen Schwarzmarkt zu dieser Zeit fast ausschließlich Cannabis-Extrakte in Form verschiedener Haschisch-Sorten zu kaufen gab. Mit ein wenig Glück gab es damals auch manchmal Haschisch-Öl aus Marokko oder dem Libanon zu erwerben.

Die Qualität des Haschischs und des Hasch-Öls waren reine Glückssache. Haschisch kam meist aus Marokko und war oft von so minderer Qualität, wie man sie heutzutage kaum noch findet. Der THC-Gehalt der damals berühmten »Europlatte«-oder »Standardplatte» überstieg selten zehn Prozent, oft lag er sogar darunter. Doch auch zu Zeiten der Dominanz von »Standardplatte« und »Border-Paki« (schlechtes schwarzes Haschisch) gab es bei guten Fachverkäufern regelmäßig cannabinoide Leckereien.

Denn anders als heute war Cannabis damals noch weltweit geächtet. So fand die Produktion ausschließlich in den klassischen Anbauländern wie Marokko, Afghanistan und Pakistan statt. Moderne Errungenschaften, die heute ein selbstverständlicher Teil der oft legalen Cannabis-Extraktion sind, waren den ersten Hanf-Veredlern im Rif, in der Bekaa-Ebene oder im Hindukush fremd.

In den Coffeeshops der Niederlande gab es zwar Haschisch aus allen Teilen der Welt. Doch alle anderen Extrakte, die man im Volksmund Hasch- oder Cannabisöl nennt, gelten in den Niederlanden als »harte Drogen« und sind dort noch heute genauso verboten wie Heroin oder Kokain. Deshalb hat das liberale Land im Norden Europas zwar viel zur weltweiten Verbreitung von Cannabiskultur und Cannabisanbau beigetragen. Doch in Sachen Extraktionstechniken ist man in den Niederlanden nicht besonders weit. Nicht einmal Bedrocan, Europas einziger und größter Hersteller von medizinischem Cannabis, darf Cannabisöl produzieren. Das Cannabisöl in deutschen Apotheken stammt deshalb auch immer von Produzenten außerhalb der Niederlande.

Auf Spurensuche

Ich bin 1991 das erste Mal nach Marokko gereist, um ein wenig mehr über die Herkunft der Substanz in Erfahrung zu bringen, die in meiner Heimat immer noch als gesellschaftsgefährdend galt. Damals war ich überrascht, wie hochpotent das Haschisch war, das die Bauern im Rif mit einfachsten Mitteln produzierten. Die Sache hatte allerdings einen Haken: Die beste Qualität, die in Europa fälschlicherweise »Zero« oder »ZeroZero« genannt wird, trat zu dieser Zeit sehr selten den Weg übers Mittelmeer an. Das Beste, was man in einem Amsterdamer Coffeeshop erstehen konnte, war Haschisch der ersten oder zweiten Siebung, wie ich während meines ersten Marokko-Aufenhalts erfahren sollte.

»Zero« oder »ZeroZero« sind eigentlich reine Legenden. Bei deren Herstellung wird gar nicht gesiebt, denn es handelt sich um die nullte Siebung, wie der Name sagt. Das heißt, der Bauer klopft oder rollt die getrocknete Pflanze ganz sanft über den Rand einer Schüssel. Die wenigen Trichome (Harzdrüsen), die dabei herabrieseln, sind die nullte Siebung und decken nicht einmal den Eigenbedarf des Bauern. Die beste Qualität, die in den Verkauf gelangt, ist allenfalls die erste Siebung. Auch die zweite oder dritte Siebung ist noch sehr potent. Doch der Großteil der Exportware wurde aus der vierten, fünften oder gar sechsten Siebung gewonnen und hatte so einen sehr hohen Pflanzenanteil. War das Haschisch des fünften oder sechsten Durchgangs so wenig potent, dass es aufgrund des niedrigen Trichom-Anteils nicht mehr zusammenkleben wollte, mischte der Bauer eine kleine Menge gutes Haschischpulver unter. So wurden dann die für den Export bestimmten Platten gepresst.

Nachdem man in Europa Mitte der 1990er Jahre angefangen hatte, selbst Cannabis zu produzieren, brach der Markt für minderwertiges Haschisch aus Marokko langsam aber sicher ein. Die marokkanischen Bauern fingen daraufhin an, sich neben der Quantität ihrer Ernte auch wieder mit deren Qualität zu beschäftigen, und Rucksackreisende trugen dazu bei, indem sie die Rif-Bauern mit Saatgut aus Spanien oder den Niederlanden versorgten. So findet man im Rif-Gebirge, aus dem immer noch über 90 Prozent des in Europa konsumierten Haschischs stammen, heute wieder viel besseres Haschisch als vor 30 Jahren.

Mein erstes Mal

Nach meiner ersten Reise nach Marokko hatte ich mir vorgenommen, mehr über die Techniken der Cannabis-Veredelung in Erfahrung zu bringen. 1998 nahm ich dann bei einem deutschen Auswanderer eine Schnapsdestille in Marokko in Betrieb. Die hatte ich beim Bauern meines Vertrauens aufgebaut, um selbst mein erstes eigenes Haschöl zu machen. Mein marokkanischer Freund hatte zu meiner Freude irgendwie Hexan als Lösungsmittel aufgetrieben. Dieser langkettige Kohlenwasserstoff löst die Cannabinoide perfekt von Stängeln und Blättern und verdampft ähnlich gut und schnell wie das heute oft genutzte Butangas oder Dimethylether. Normalerweise benutzte man damals Alkohol oder Aceton als Lösungsmittel; die Extraktion mit Butan oder CO2 waren zu dieser Zeit noch unbekannt.

Der Aufbau der Destille und des Magnetrührers für das Sieden des Hexans waren kompliziert und umständlich, doch das Ergebnis war umwerfend: eine fast farblose Flüssigkeit mit ganz leichtem Bernstein-Teint, die auch bei den erfahrenen und mit einer hohen Toleranz ausgestatteten Rif-Bauern Erstaunen sowie tiefrote Augen verursachte.

Ich staune bis heute immer wieder darüber, mit welch primitiven Mitteln es die Rif-Bauern schaffen, hochqualitative Extrakte zu produzieren, die von Natur aus einen sehr hohen CBD-Anteil haben (siehe Kapitel Haschisch sieben). Auf der anderen Seite bewundere ich die technische Entwicklung, die sich dank einer in Teilen legal agierenden Cannabis-Industrie im vergangenen Jahrzehnt so rasant entwickelt hat wie kaum ein Sektor innerhalb dieser gerade erst entstehenden Branche.

Patientenkollektive aus Kanada und den USA hatten das medizinische Potenzial von Cannabis-Extrakten schon Anfang des Jahrtausends erkannt. Aufgrund des legalen oder zumindest tolerierten Status war es dort möglich, Cannabis zu medizinischen Zwecken anzubauen und zu veredeln. So ist zum Beispiel die erste simple Vorrichtung zur Butan-Extraktion von Cannabis, der Honey Bee Extractor, ein Kind dieser Zeit. Im Laufe der Jahre professionalisierten sich einige dieser Kollektive und wurden aufgrund der Legalisierung an der gesamten US-Westküste sowie in Kanada zu Hauptakteuren eines neuen Marktes. In Kanada stiegen ab 2012 Investoren ein und gaben der Entwicklung nochmals einen enormen Schub.

Heute gibt es viele verschiedene Techniken zur Cannabis-Extraktion: Die Wirkstoffe werden wahlweise mittels Butan, CO2, Dimethylether, Alkohol, durch Sieben, Wärmezufuhr oder eine Schwimm-Sink-Trennung vom Pflanzenmaterial getrennt. Der Rechtsstatus der Extrakte ist je nach Produktionsstätte sehr unterschiedlich: Es gibt legal produzierte zum Freizeitkonsum (Kanada), legal produzierte zum medizinischen Konsum (Deutschland, Kanada, Uruguay sowie eine stetig wachsende Zahl weiterer Länder), nach regionalem Recht legal produzierte zum Freizeitkonsum (Teile der USA, Spanien) und natürlich komplett illegale (Rest der Welt).

So habe ich mich nach fast 25 Jahren weltweiter Recherche dazu entschlossen, die aufgrund des Cannabisverbots unübersichtliche Welt der Hanf-Extraktion in diesem Buch ein wenig genauer zu beleuchten und auch interessierten Laien ein wenig näherzubringen. Das Wichtigste dabei ist, den Sicherheitsaspekt nie aus den Augen zu verlieren. Denn anders als bei naturbelassenem Cannabis können Fehler bei der unprofessionellen Herstellung von Cannabis-Extrakten fatal sein und im schlimmsten Falle gar tödlich enden.

Aufgrund der historischen Entwicklung der Cannabis-Extraktion stelle ich die traditionellen Techniken am Anfang des Buches vor, um mich später den innovativen Techniken zu widmen, mit denen heutzutage medizinische Standards erreicht werden. Ganz zum Schluss gibt es noch ein paar Tipps, wie man die meist mit viel Liebe und Aufwand hergestellten Konzentrate am sinnvollsten und effektivsten verwenden kann.

Viel Spaß beim Lesen!

Micha

Ein großes Dankeschön an Bobby, Oli, Chris, Stef, Krümel, Markus, Marker, Enno, Schmiddie, Yavuz, Melinda, Mino, Tara, Thea, Ben, Basti und Max & Max für die Unterstützung. Ohne Euch hätte ich es nie geschafft! Ich bin Euch tief verbunden.


Einführung in die Welt der Extrakte

Markus Berger und Michael Knodt

Lösungsmittel, komplizierte Extraktionsverfahren, Hightech-Auszüge: Häufig assoziieren Hanffreunde mit Extrakten ihres Lieblingsgewächses ein aufwendiges chemisches Verfahren, das wissenschaftlich Gebildeten vorbehalten ist und nur unter Laborbedingungen durchgeführt werden kann. Dies ist allerdings ein Irrglaube. Mit einer kurzen Einführung in die Welt der Extrakte aus Pflanzen und Pflanzenteilen sind solche Auszüge in der Regel weder schwierig herzustellen, noch bleibt deren Produktion Chemikern und Fachleuten vorbehalten.

Wir müssen wissen: Extrakte aus der Hanfpflanze oder auch aus den diversen Cannabis-Produkten sind in vielen unterschiedlichen Ausformungen möglich – auch in solchen, die für den Laien ganz einfach nachvollziehbar und gefahrlos in Eigenregie herzustellen sind. Es sind keine technischen Finessen notwendig, um einen wirksamen Cannabis-Extrakt herzustellen, wenn man bereit ist, sich vorher das notwendige Wissen anzueignen sowie die dazugehörige Hardware zu beschaffen. Letztere ist mittlerweile selbst für aufwändigere Verfahren wie Butane Honey Oil (BHO) im Hobbybereich sicher und erschwinglich.

Bevor wir uns den verschiedenen Extraktionsverfahren widmen, gilt es zu klären, was unter dem Begriff Extrakt subsumiert wird und wie die einzelnen Extraktionsformen funktionieren. Beginnen wir zunächst mit der Definition der Begriffe Extrakt und Extraktion. Das Wort extractum (»das Herausgezogene«) ist abgeleite vom lateinischen Verb extrahere (»herausziehen, ans Licht bringen, emporbringen«). Im chemischen Sinne geht es darum, bestimmte Wirkstoffzusammensetzungen, einzelne Moleküle oder auch Naturprodukte, wie zum Beispiel Harze oder (ätherische) Öle, aus einem Trägermaterial herauszulösen. Meist sind es pflanzliche, tierische oder mineralische Produkte, deren Inhaltsstoffe extrahiert werden. Hier interessiert uns natürlich vor allem die psychoaktive Hanfpflanze, die sehr häufig das Objekt diverser Extraktionen ist. Denn grundsätzlich stellt ausschließlich das Verwenden von getrockneten Cannabisblüten die einzige Methode dar, Cannabis in nicht extrahierter Form aufzunehmen; bei allen anderen psychoaktiven Hanfprodukten steht vor dem Gebrauch die Extraktion.

Archaisch: Einfache Extraktion der Harze

Vielen ist es nicht bewusst: Auch Haschisch ist ein Cannabisextrakt – und zwar eines der einfachsten und urtümlichsten, weil hier lediglich die Trichome (das sind die cannabinoidhaltigen Harzdrüsen) der reifen Hanfpflanze von dem Gewächs (von Blüten und Blättern) abgetrennt werden.

Egal, welche Methode der Haschisch-Herstellung man bevorzugt – das rustikale Abreiben der Pflanzen, das Abklopfen, Sieben und Schütteln oder auch die moderneren Techniken der Gewinnung von Water- oder Ice-Hasch –, bei jeder handelt es sich um einen Extraktionsprozess. Im Grunde stellt schon das Mahlen von Marihuana in einem Grinder mit Harzdepot (unterstes Fach an manchen Grasmühlen, in die meist nur die Trichome gelangen) eine simple Harzextraktion dar.

In diesem Buch widmen sich drei Kapitel dieser einfachen Extraktionsmethode. Bei der in den USA und Europa bekanntesten, der Eiswasser-Extraktion, wird mithilfe der uralten, aus China stammenden Schwimm-Sink-Trennung das schwerere Hasch vom leichten Pflanzenmaterial getrennt. Im Kapitel über diese Methode geht es auch darum, alte Missverständnisse aufzuklären (Kapitel 3). Denn bei der eigentlich effektivsten Methode, der Herstellung von Eishasch, stören Siebe. Das beste Eishasch wird ohne Siebe, dafür aber mit viel Geduld extrahiert. Dieses Dilemma, das vor über 20 Jahren aufgrund von Patentstreitigkeiten entstand, ist bis heute den Wenigsten bekannt.

Hochmodern und kinderleicht: Rosin Hasch

Obwohl es denkbar einfach wäre, sind Cannasseure erst vor wenigen Jahren auf die Idee gekommen, Gras oder Hasch einfach auszuquetschen. Das Produkt, das mit der Rosin-Technik entsteht, ist innerhalb weniger Minuten fertig, hochpotent und hochrein. Mittlerweile gibt es für wenige hundert Euro schon mechanische oder elektrische Rosin-Pressen, die es sogar erlauben, durch genau definierten Druck verschiedene Qualitäten aus Blüten oder Haschisch zu gewinnen. Doch auch wer im Besitz eines Haushalts-Glätteisens ist, kann sich mit einfachsten Hilfsmitteln innerhalb weniger Minuten aus dem eigenen Gras oder Hasch ein sehr aromatisches und starkes Konzentrat quetschen. Man kann mit diesem einfachen Zauberstab durch eine Drei-Phasen-Extraktion sogar die Cannabinoide von den Terpenen trennen (Kapitel 4 und 12).

Explosive Extraktionsverfahren

Dann gibt es die hochprofessionellen Extraktoren, die mit Lösungsmitteln (meist Butan, Dimethylether oder auch Propan) arbeiten und mit denen man superpotente BHO-Konzentrate, also Wax, Shatter, Budder usw., aus Cannabis herstellen kann. Bis vor ein paar Jahren gab es im Hobbybereich lediglich Geräte für die offene Extraktion (Open Blast). Die ist allerdings nicht ungefährlich und relativ unsauber, weil Feuerzeug- oder Campinggas, wie man mittlerweile weiß, neben Butan noch eine Menge Zusätze enthält, die niemand konsumieren möchte.

Deshalb empfehlen wir zur Extraktion mit hochexplosiven Lösungsmitteln wie Butan oder Propan die Verwendung eines geschlossenen Systems (Closed Loop). Hier kann man das Lösungsmittel vor der Extraktion reinigen, und die Unfallgefahr minimiert sich um ein Vielfaches. Vor wenigen Jahren kosteten selbst kleine Closed Loops für den Hobbybereich noch mehrere tausend Euro. Mittlerweile gibt es für 500 bis 600 Euro schon Anlagen, mit denen sich die Erntereste einer kleinen Box in ein paar Stunden sicher und sauber veredeln lassen.

Am ungefährlichsten ist hier die Extraktion mit Dimethylether (DME), der weniger explosiv als Propan oder Butan ist. Grundsätzlich sind Technik und Hardware bei der Extraktion mit DME, Butan oder Propan identisch. Wer offen extrahiert, sollte aus Sicherheitsgründen DME statt Butan oder Propan wählen. Das ist sicherer und enthält, anders als Butan oder Propan, keine Zusatzstoffe wie zum Beispiel Mystery Oil, das vor der eigentlichen Extraktion entfernt werden muss (Kapitel 8). Wer mit solch explosiven Lösungsmitteln extrahiert, sollte unbedingt die Sicherheitstipps in Kapitel 5 befolgen!

Die Extraktion mit CO2 nimmt bei professionellen Produzenten in der Cannabisindustrie einen immer höheren Stellenwert ein, bleibt aber für den Hobbybereich unerschwinglich. Die Investition für eine CO2-Extraktions-Anlage liegt im fünf- bis sechsstelligen Eurobereich.

Die Creme de la Creme: Live Resin bedarf bester Rohstoffe

Ging es beim Extrahieren anfangs meist darum, das Beste aus den Ernteresten herauszuholen, geht es modernen Cannasseuren heute oft darum, möglichst viele Aromen zu erhalten. Da ein Großteil schon beim Trocknen verlorengeht, hatten Pioniere aus Übersee die Idee, frische Pflanzen zu extrahieren. Der so gewonnene Extrakt ist hochrein, hocharomatisch und hochpotent. Doch die Herstellung ist relativ kostenintensiv, da Erntereste als Ausgangsmaterial unzureichend sind. Live Resin wird, wie der Name schon sagt, aus ganzen, lebenden Pflanzen hergestellt (Kapitel 11). Deshalb handelt es sich bei Live Resin nicht um ein Produkt, das aus den Überresten von ohnehin angebautem Gras gewonnen wird. Pflanzen, die zur Herstellung von Live Resin verwendet werden, sind ausschließlich zum Zwecke der Extraktion angebaut worden. In Europa ist man dazu aufgrund der Gesetzeslage und der ohnehin hohen Preise für Schwarzmarkt-Blüten oft nicht bereit. So ist Live Resin in Europa noch eine begehrte Rarität, während es in Übersee die Fachgeschäfte dominiert.

Denn gerade diese Schnittreste und »Grow-Abfälle« können mit solchen Lösungsmittelextraktoren veredelt werden. Die Gerätschaften sind aber – trotz ihrer praktischen Nutzbarkeit und der Möglichkeit, aus vermeintlichen Abfällen das Letzte herauszuholen–, aber relativ teuer und eher etwas für Menschen mit einem gewissen Faible für diese Technologie. Die moderneren Geräte dieser Art sind allerdings so konzipiert, dass sie ein einfaches Handling gewährleisten sollen. Das Prinzip: Gib oben einfach deine Knippreste und Blätter rein, dann kommt unten das flüssige Gold heraus. Aus Müll mach Öl – oder so ähnlich. Das klingt durchaus verlockend.

Und was ist mit Hanfsamenöl?

Hanfsamenöl interessiert uns in diesem Zusammenhang nicht wirklich, da es kein psychoaktives Produkt des Cannabis ist. Hanfsamenöl wird, wie der Name schon verrät, aus den Samen des Hanfs kalt ausgepresst. Es enthält essenzielle Fettsäuren und ist im Rahmen einer gesunden Ernährung hilfreich. Auch das ätherische Hanföl, das durch Destillation aus Marihuanablüten und Hanfblättern hergestellt wird, wird hier nicht weiter besprochen.

Fazit

Die offene Extraktion (Open Blast) mit explosiven Lösungsmitteln und diversen Lösungsmittelextraktoren ist eine potenziell gefährliche Angelegenheit. Wer hochexplosive Lösungsmittel nutzt, ist mit einem geschlossenen System besser beraten, da hier auch das oft unreine Lösungsmittel vorgereinigt werden kann. Aber auch bei geschlossenen Systemen müssen besondere Sicherheitshinweise und Verhaltensregeln beachtet werden. Alle anderen Methoden sind in der Handhabung relativ sicher und bergen keine akuten Risiken, es sei denn, jemand stellt sich im Umgang mit dem Herd oder dem Glätteisen ungeschickt an.

Alle im Buch beschriebenen Methoden ergeben hochwirksame psychoaktive Extrakte zum Inhalieren oder zur oralen Aufnahme – und bergen damit auch die Gefahr individueller Überdosierung oder Unverträglichkeit. Extrakte sind sehr stark, und die richtige Dosierung (Kapitel 14) ist sowohl beim Inhalieren als auch bei der oralen Aufnahme noch wichtiger als bei Gras oder Hasch!

Das Feld der Möglichkeiten, Cannabis zu extrahieren, ist groß. Wir besprechen hier die gängigsten Methoden, die man auf eigene Faust zuhause und mit einfachen Mitteln oder mithilfe des Kaufs spezieller Geräte durchführen kann. Wir haben darauf verzichtet, im Detail auf das chemische Grundlagenwissen rund um die Extraktion von Pflanzenwirkstoffen einzugehen (beispielsweise auf gefährliche offene Extraktionen, wie zum Beispiel die Wasserdampfextraktion, oder Extraktionen mit Lösemittelrückgewinnung, zum Beispiel mit Liebigkühler etc.).

Auf der Grundlage des hier gesammelten Wissens lässt sich weiterführend forschen und experimentieren, um die Feinheiten und Details zu verinnerlichen und mit einem auf Erfahrung beruhenden Wissen immer bessere Resultate erzielen zu können. Man muss sich nur trauen, Neues zu probieren und auch einmal einen Fehler zu machen. Allerdings gibt es einen Bereich, der sich nicht für Experimente eignet: Die Sicherheitsvorkehrungen (Kapitel 5) sollten auch die neugierigsten Cannasseure zu keiner Zeit außer acht lassen. Schließlich möchte man die Ergebnisse der eigenen Eingebung unversehrt genießen.



KAPITEL 1
Basiswissen

Bei der Extraktion geht es darum, die wirksamen Inhaltsstoffe der Cannabispflanze in möglichst reiner Form aus der Pflanze zu gewinnen. Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich in den Harzdrüsen der Pflanze. Diese Harzspeicher heißen Trichome und sind das Objekt der Begierde all jener, die Cannabis auf diese Weise veredeln wollen. In ihnen findet sich ein klebriges Gemisch, das neben dem Hauptwirkstoff THC in Säureform (THC-A) auch zahlreiche andere Cannabinoide in Säureform sowie Terpene und eine geringe Menge medizinisch nicht wirksamer pflanzliche Lipide und Wachse enthält.

Alle anderen Teile der Pflanze sollen bei diesem Prozess von diesen wertvollen Harzspeichern getrennt werden. Doch die reifen Trichome sind aufgrund des austretenden Harzes extrem klebrig. Deshalb haften vor, während und nach der Extraktion oft kleine Pflanzenteile sowie andere Fremdpartikel aus der Luft daran und verunreinigen so das Endprodukt. Daher geht es bei der Extraktion neben der Jagd auf die Trichome vor allen Dingen darum, ein Vermischen von Pflanzenteilen mit den Trichomköpfen zu verhindern.

Der Reinheitsgrad eines Extraktes hängt in der Regel nicht so sehr von der Produktionsmethode, sondern vielmehr vom Wirkstoffgehalt der verwendeten Pflanzen und der Sorgfalt sowie der Professionalität des Produktionsvorgangs ab. Potente Pflanzen werden heute mithilfe aller in diesem Buch erwähnten Verfahren in industriellen Anlagen zu hochwertigen Extrakten verarbeitet, die nicht selten einen Reinheitsgrad von 80 bis 99,9 Prozent aufweisen.

Doch auch für den Hausgebrauch lassen sich mit einfachen Mitteln beachtliche Qualitäten herstellen, auch wenn diese im Normalfall nicht ganz an den Reinheitsgrad industriell hergestellter Extrakte heranreichen.

Lösen, Sieben, Reiben, Quetschen, Schwimmen und Sinken
Schwimmen und Sinken

Um dieses Ziel zu erreichen, entwickelte man weltweit im Laufe der Zeit verschiedenste Methoden der Extraktion. Die älteste davon ist die Schwimm-Sink-Trennung, über die in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bereits vor über 4000 Jahren berichtet wurde – allerdings nicht im Zusammenhang mit Cannabis. Diese Methode wurde vor knapp 25 Jahren von kalifornischen Hanfbauern zur Cannabis-Extraktion wiederentdeckt und wird seitdem zur Produktion von Eis-Hasch angewendet. Beim Schwimm-Sink-Verfahren werden zwei feste Stoffe mit unterschiedlicher Dichte auf sehr einfache Art und Weise voneinander getrennt. Dazu gibt man die beiden Stoffe in eine Flüssigkeit, meist Wasser. Aufgrund der unterschiedlichen Dichte sinken die harzigen Trichome zu Boden, während das Blattmaterial auf der Oberfläche schwimmt. Dann wird das abgesunkene Material ausgetragen und anschließend getrocknet. Leider hat ein Patentstreit Anfang des Jahrtausends dazu geführt, dass die Grundlagen und das Wissen über die Sink-Schwimm-Sink-Trennung für Grower schwer zugänglich waren (siehe Kapitel 3, Eis-Hasch) und sich diese Methode kaum durchgesetzt hat.

Händereibend extrahieren

Auch das Reiben der Blütenstände ist eine Jahrtausende alte Technik, die aus dem Himalaya stammt. Dort wird Haschisch seit Jahrtausenden zu medizinischen und religiösen Zwecken produziert. Das Reiben zwischen den Händen ist die wohl älteste und einfachste Methode der Haschisch-Herstellung. Hierzu werden die reifen Blütenstände einfach zwischen den Händen gerieben, bis diese mit einem Gemisch aus Harz- und Blütenteilen überzogen sind. Das Gemisch wird von den Händen abgekratzt und in Form (Kugeln, Stangen, Platten) gebracht. Insgesamt ist das Reiben der Blüten sehr arbeitsintensiv und zudem nicht sehr ertragreich.


Haschisch-Hände

Haschisch sieben

Beatniks wie Jack Kerouac, William S. Burroughs und Neal Cassady brachten den Bauern des marokkanischen Rif-Gebirges in den 1950er Jahren das Sieben der Blütenstände bei. Bis dahin kannte man dort fast ausschließlich Kif, ein Gemisch aus gemahlenen Cannabisblüten und Tabak. Seit den 1970er Jahren ist Marokko der größte Haschisch-Produzent der Welt. Beim Sieben wird das vorab gekühlte Pflanzenmaterial auf einem Tuch ausgebreitet, das zuvor über eine Schüssel gespannt wurde. Über dieses Tuch wird eine Plane gespannt, auf die mit Holz- oder anderen Stöcken geklopft wird. Durch das Klopfen lösen sich die Trichome und fallen in die Schüssel. Der so gewonnene Extrakt wird anschließend gepresst.

Durch Sieben gewonnenes Extrakt

Blüten ausquetschen

Bei dieser relativ neuen Methode werden die wertvollen Inhaltsstoffe rein mechanisch durch Wärme und Druck aus den Blüten gequetscht. In Übersee nennt man das Rosin-Hasch, abgeleitet vom englischen Terminus rosin, zu Deutsch Kolophonium bzw. Geigenharz (ein gelbliches bis bräunliches Koniferenharz). Doch bei Kolophonium handelt es sich um das meistgenutzte Streckmittel für Haschisch in Marokko. Mit Kolophonium gestrecktes Haschisch erkaltet schneller als ungestrecktes und fühlt sich insgesamt ein wenig härter an. Da es sich ebenfalls um ein Pflanzenharz handelt, ist es für Laien oft schwierig, mit Geigenharz gestrecktes Haschisch zu identifizieren. Weil ein Streckmittel in meinen Augen nicht namensgebend für ein edles Extrakt sein sollte, nenne ich es schlicht und ergreifend Quetschtrakt.

Rosin-Hasch

Extraktion mithilfe von Lösungsmitteln

Die neueste Technologie zur Cannabis-Extraktion basiert auf den Extraktionsverfahren moderner Industriegesellschaften. Anders als bei den althergebrachten Techniken werden die Trichome hier nicht mechanisch gelöst, sondern mithilfe eines Lösungsmittels, das nach dem Prozess durch Erhitzen oder Verdampfen wieder abgeschieden wird. Die gängigsten Lösungsmittel sind hier Propan, Dimethylether, Butan, CO2 sowie Alkohol.

In Bundesstaaten, in denen Cannabis legal ist, setzen einige Produzenten seit Kurzem auf die sogenannte Live-Resin-Extraktion. Hierbei werden frisch geerntete Pflanzen schockgefroren. Sobald das Pflanzenmaterial hart ist, werden die Inhaltsstoffe mit einer der vorab beschriebenen Methoden extrahiert. So gelangen die Terpene, Cannabinoide und Resenoide in das Vollextrakt, die ansonsten während des Trocknungsprozesses verlorengehen. Kenner beschreiben den Geschmacksunterschied ungefähr wie den zwischen pasteurisiertem und frisch gepresstem Saft.

Was heißt eigentlich 710?

In den USA und Kanada hat der Cannabis-Feiertag »420«, der alljährlich am 20. April zelebriert wird, einen viel höheren Stellenwert als in Europa. Irgendwann hat sich jemand gedacht, dass Cannabis-Konzentrate ein eigenes Untergrund-Pseudonym bräuchten, sozusagen ein Pendant zum cannabinoiden »420«.

Wer dann auf die Idee gekommen ist, das englische Wort »OIL« auf den Kopf zu stellen und rückwärts zu lesen, ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Auf jeden Fall ist »710« unter Konzentrat-Liebhabern mittlerweile eine feste Größe und beschreibt alles, was mit Cannabis-Extraktion, Cannabis-Konzentraten und deren Konsum zusammenhängt.

Die Gretchenfrage: Mit oder ohne Lösungsmittel?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der Extraktion mit Lösungsmitteln (engl. solvent) und der lösungsmittelfreien Extraktion (non-solvent). Bei der Solvent-Extraktion werden die Wirkstoffe mit einem Lösungsmittel, meist einem langkettigen Kohlenwasserstoff, von der Pflanze gelöst. Danach verdampft das Lösungsmittel, bis ein öliges, hochkonzentriertes Extrakt übrigbleibt. Wurden früher oft Aceton, Benzin oder Alkohol genutzt, meiden professionelle Produzenten ebenso wie Hobby-Extraktoren heutzutage aromatische Kohlenwasserstoffe wie Benzin oder Aceton.

Es gibt unterschiedlichste Vorrichtungen zur Extraktion mit Lösungsmitteln. Die reichen von der einfachen Ketchupflasche zur Alkoholextraktion über semiprofessionelle Tools aus dem Growshop bis hin zur mehrere hunderttausend Euro teuren CO2-Extraktionsanlage medizinischer Produzenten.

Bei der Extraktion mit Lösungsmitteln besteht grundsätzlich Brand- und Explosionsgefahr. In den letzten Jahren gab es immer wieder schwere Unfälle beim Extrahieren; besonders die Butan- und Propanextraktion bergen tödliche Gefahren. Deshalb empfehle ich all jenen, die nicht über eine sichere, professionelle Extraktionsanlage verfügen, es in den eigenen vier Wänden beim Alkohol zu belassen (siehe Kapitel 5: Sicher und sauber). Denn auch Alkohol kann, sofern man die Grundlagen kennt und beachtet, hochqualitative Ergebnisse liefern. Wirkstoffgehalte zwischen 70 und 98,5 Prozent sind bei so gewonnenen Cannabis-Extrakten durchaus normal.

Ohne Lösungsmittel braucht man Kraft

Bei der Extraktion ohne Lösungsmittel werden die Wirkstoffe mechanisch von den Blüten und Blättern gelöst. Das Tiefkühlen der Pflanzenreste lässt diese weniger kleben und erleichtert beim Aussieben so das Trennen von Harz- und Pflanzenanteilen.

Diesen Prozess kann man sich ungefähr wie das Schütteln eines Apfelbaums vorstellen. Beim sanften Schütteln fallen nur die reifsten Äpfel vom Baum; je heftiger man schüttelt, um so mehr unreife Äpfel fallen herunter. Ähnlich wie beim Schütteln des Apfelbaums der Reifegrad der Äpfel und somit die Qualität mit steigendem Kraftaufwand abnimmt, lässt auch die Qualität des Haschischs mit steigender Kraftanwendung nach. Denn unreife Harztröpfchen reißen beim Ablösen von der Pflanze immer mehr Pflanzmaterial mit als die reifen, die schon bei leichtem Kraftaufwand von selbst abfallen. Die mechanische Trennung geschieht durch Sieben, Reiben, Quetschen oder die Schwimm-Sink-Trennung.

Extrakte verarbeiten und lagern

Je reiner das Konzentrat, umso höher ist seine Lagerfähigkeit. Die Verarbeitung von Cannabis-Konzentraten ist eine extrem klebrige Sache. Um die Viskosität so gering wie möglich zu halten, sollte man ein Extrakt wenn möglich vor dem Bearbeiten auf 1 bis 10 Grad Celsius herunterkühlen. Bei der Herstellung von Extrakten sollten ausschließlich Glas- oder Edelstahlbehälter genutzt werden, da alle verwendeten Lösungsmittel die Oberfläche der beliebten Silikonschalen mittel- oder langfristig angreifen. Nur die zur kurzfristigen Lagerung bestimmten Schüsseln und Behälter sollten aus Silikon sein; sie sind praktischer als Edelstahl- oder Glasbehälter, da Cannabis-Konzentrate aufgrund ihres Lotuseffekts selbst bei Zimmertemperatur schlecht an ihnen haften.

Überblick über die verschiedenen Lagermethoden

•Silikonbehälter: Ideal zur Verarbeitung und für die kurzzeitige Lagerung bis zu einer Woche. Der Behälter sollte dabei nicht zu groß gewählt werden, sondern ungefähr der Menge des Extraktes entsprechen. Für eine längerfristige Lagerung ungeeignet, da sie nicht luftdicht abschließen.

•Low-Budget Stash: Das Konzentrat wird in ein kleines Stück Pergamentpapier eingewickelt, gefaltet und danach in einen Zipper-Beutel verpackt. Dieser wird in einer luftdichten Box gelagert. So bleibt das Konzentrat über mehrere Wochen hinweg frisch.

•Glas: Der beste Lagerort für besonders aromatische Konzentrate. Am längsten halten sich Konzentrate in luftdicht verschließbaren, lichtdichten Glasbehältern. Lagert man diese im Kühlschrank, bleibt das Extrakt über mehrere Monate hinweg hochwirksam und aromatisch. Um klebrige Anhaftungen zu vermeiden, kann man das Konzentrat vor dem Verpacken in Pergamentpapier einwickeln – oder zum Schluss einfach die Reste aus dem vorab leicht erwärmten Glas tropfen lassen.

Silikonbehälter, Pergamentpapier, Glas, Extrakt im Tiefkühler

•Tiefkühlen bei minus 18 Grad Celsius: Tiefgekühlte Konzentrate lassen sich mehrere Jahre ohne nennenswerten Aroma- oder Qualitätsverlust aufbewahren. Doch beim Einfrieren ist extreme Vorsicht geboten, da man sich das mühsam gewonnene Extrakt so auch komplett verderben kann. Luft- und Wassereinschlüsse führen zu Gefrierbrand und zerstören das Aroma. Deshalb ist es wichtig, vor dem Einfrieren eventuelle Luft- und Wassereinschlüsse komplett zu entfernen (siehe Kapitel 6 und 12). Zum Einfrieren wird das Konzentrat in Pergamentpapier gewickelt, um danach in einer handelsüblichen Gefrierbox im Eisfach zu landen. Auch hier sollte das Behältnis nicht so groß gewählt werden, um die Bildung von Eiskristallen zu vermeiden. Der Auftauprozess sollte langsam stattfinden, um große Temperaturschwankungen und somit eine Reaktion des Extrakts zu vermeiden.


Ganz egal, welches Extraktionsverfahren gewählt wird: Es geht immer darum, die Trichomköpfe schnell und mit so wenig Anhaftungen wie möglich von der Pflanze zu lösen! Je besser das gelingt, umso potenter und aromatischer wird das Konzentrat.


KAPITEL 2
Die mechanische Extraktion im Trockenen: Reiben und Sieben

Grundsätzlich geht es bei der Trockensiebung um die Trennung der Trichomköpfe vom Pflanzenmaterial. Bei der Trocken-Siebtechnik werden Siebe mit extrem feinem Gewebe unterschiedlicher Maschenstärke verwendet. Die ursprüngliche Methode stammt aus Marokko, wurde jedoch von Cannasseuren aus Übersee und Spanien im Laufe der vergangenen Jahre stark verbessert. Mittlerweile gibt es professionelle Maschinen zur Haschischherstellung, bei denen ein Wirkstoffgehalt von bis zu 90 Prozent erzielt werden kann.

Trichome

Bei der ursprünglichen Methode aus Marokko liegt der Wirkstoffgehalt der besten Qualität nicht über 50 Prozent. Die Rif-Bauern verfügen zwar über ein halbes Jahrhundert Erfahrung, aufgrund der Illegalität ihres Handwerks jedoch nicht über die Infrastruktur und die Maschinen spanischer, kanadischer oder US-amerikanischer Kif-Produzenten. Doch ihre Technik hat besonders für ambitionierte Hobbygärtner Vorteile: Ohne teure und große Maschinen kann man sich mit sehr wenig Geld und etwas Geschick im Handumdrehen selbst sehr gutes Haschisch »ertrommeln«.

Der Klassiker: Die Rif-Methode

In Marokko benutzen die Bauern zur Haschisch-Herstellung heute noch feine Tücher statt der in Europa und Übersee weit verbreiteten Druckersiebe. Die sind elastischer und so für die marokkanische Trommeltechnik besser geeignet als die starren Druckersiebe, die in den USA, Kanada und Europa sehr beliebt sind.

Die Materialien, die marokkanische Bauern auch heute noch zur Haschisch-Herstellung nutzen, gibt es in fast jedem Haushalt dieser Welt:

ein circa 2 Quadratmeter großes, sehr fein gewebtes Baumwolltuch aus dem Miederwarengeschäft (feinster Damenunterrock-Stoff)

eine Schüssel, über die das Tuch gespannt wird

ein Stück dicke, stabile Plastikfolie, mindestens doppelt so groß wie die Schüssel

2 Spanngurte oder alte Fahrradschläuche zum Spannen des Tuchs sowie der Plane um den Schüsselrand

2 dünne Holzstäbe (ideal: Drumsticks)

1 Kühlfach oder kalter Raum zum Kühlen des Pflanzenmaterials

Die Größe der Schüssel wird von der Menge des Pflanzenmaterials bestimmt. Als Faustregel gilt: Die Schüssel sollte mindestens fünf Liter Fassungsvermögen pro 100 Gramm Pflanzenmaterial haben.

Zuerst wird das feingewebte Tuch mithilfe eines Spanngurts über die Schüssel gespannt.

Eine andere Möglichkeit, das Tuch zu spannen, ist, die vier Enden des Tuchs unter der Schüssel mithilfe eines Holzstabs ineinander zu verdrehen. Wichtig ist, dass das Tuch während des Klopfvorgangs die Spannung hält.

Die tiefgefrorenen Erntereste werden auf das gespannte Tuch gelegt und vorsichtig verteilt, so dass ein kleiner Haufen in der Mitte entsteht.

Im Rif-Gebirge benötigt man keine Tiefkühltruhen, um die Ernte optimal zu temperieren. Dafür sorgen die kalten Januarnächte auf 2000 Metern über dem Meeresspiegel, in denen der unverkennbare Sound der Haschisch-TamTams (marokkanische Trommeln) aus den ungeheizten Häusern der Hanfbauern durch die Täler des Rifs hallt.

Über das Pflanzenmaterial wird dann mit dem zweiten Spanngurt stabile Plastikfolie gespannt, wie zum Beispiel ein Stück saubere LKW-Plane.

Man sollte darauf achten, dass die verwendete Folie auf der den Pflanzen zugewandten Seite absolut sauber ist.

Dann kommen die Holzstäbe zum Einsatz.

Die Ausrüstung


Das Tuch wird mithilfe eines Stocks stramm gespannt.


Das tiefgekühlte Pflanzenmaterial wird auf das Tuch verteilt.


Darüber wird ein Stück dicke, stabile Plastikfolie gespannt.


Jetzt wird geklopft. Die Dicke der Stöcke und die Klopfzeit hängen von der Potenz des Materials sowie dem gewünschten Ergebnis ab.


Nach 30 Sekunden ist hier die erste Siebung durch. Jetzt muss man nur noch pressen.

Für die beste Qualität klopft der Rif-Bauer nur eine Minute ganz locker auf seine Konstruktion. Die Kristalle, die dabei in der Schüssel landen, sind als Ergebnis der ersten Siebung hochpotent und auf Europas Schwarzmärkten eine Rarität.

Nach dem Leeren der Schüssel spannt er Tuch und Sieb erneut über die Schüssel und klopft weiter. Nach weiteren zwei bis drei Minuten ist die zweite Siebung beendet. Das Haschisch der zweiten Siebung ist immer noch hochpotent (Wirkstoffgehalt bis über 30 Prozent) und wird nicht selten als »Zero«-Qualität in die EU, die Schweiz und Großbritannien exportiert.

Hanfbauern im Rif-Gebirge bei der traditionellen Haschisch-Herstellung.

Bei der dritten Siebung wird ungefähr vier Minuten lang getrommelt. In Marokko steigern die Erntehelfer mit jeder Siebung die Zeitintervalle sowie die Dicke der Klopfhölzer, um so den Ertrag zu erhöhen. Doch mit steigendem Kraftaufwand steigt auch der Pflanzenanteil, während der Wirkstoffgehalt sinkt. Deshalb ist es völlig ausreichend, die Zeitintervalle im Laufe der Siebungs-Durchgänge zu steigern. Nur wer auf Quantität statt auf Qualität setzt, verhaut seine Cannabisblüten mit immer dickeren Stöcken.

Im Rif-Gebirge wird dieser Vorgang nicht selten bis zur fünften, manchmal auch bis zur sechsten Siebung wiederholt. Doch alles, was nach dem dritten Ausklopfen noch herauskommt, ist meines Erachtens nach von so minderer Qualität, dass es den Namen Haschisch, Konzentrat oder Extrakt nicht mehr tragen sollte. Es handelt sich vielmehr um ein Gemisch aus Blättern und Harz, dessen Wirkstoffgehalt zwischen fünf und zehn Prozent liegt und somit geringer ist als derjenige der meisten Indoor-Züchtungen.

Die ersten drei Qualitäten lassen sich problemlos zu Haschischplatten pressen, die von professionellen Banden nach Europa geschmuggelt werden. Für kleine Kuriere wird das Puder zum Körperschmuggel zu ungefähr fünf Gramm schweren sogenannten Caramellos gerollt und geschluckt. Haschisch minderer Qualität, das sich bei Raumtemperatur schlecht pressen lässt, wird mit viel mechanischem Druck zu Platten gepresst oder auch so lange mit gutem Haschisch-Puder getreckt, bis es wieder pressbar ist.

Übrigens: Das niederländische Trimbos Institut veröffentlicht seit vielen Jahren Berichte über Probekäufe in niederländischen Coffeeshops. Gemäß diesen Berichten ist der CBD-Gehalt von importiertem Hasch aus Marokko mit durchschnittlich 7,7 Prozent exorbitant höher als der von einheimischen Produkten aus dem Kunstlicht-Gewächshaus.

Ücretsiz ön izlemeyi tamamladınız.

₺832,82

Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
27 kasım 2025
Hacim:
211 s. 152 illüstrasyon
ISBN:
9783037886120
Telif hakkı:
Bookwire
İndirme biçimi:

Benzer kitaplar