Kitabı oku: «Happy Camping Europa»

Inhalt
Vorwort
Camping in Mitteleuropa
1Zu den Königsschlössern im Allgäu
Gleich drei auf einen Streich
2Das Eldorado für Wohnmobilisten
Zum Wohle an der Mosel
3Camping auf Deutschlands größter Insel
Rügens selbst ernannte Wohnmobil-Oase
4Innsbruck im Sommer und im Winter
Mitten in einer Alpenkulisse
5An der schönen blauen Donau
Malerisches Städtecamping
6Zwischen Seen und Bergen in St. Moritz
Wo es auch mal etwas edler wird
7Campingurlaub am Top of Europe
Hier braucht es sehr viel Zeit
8An den Steilklippen der Normandie
Genusscamping am Ärmelkanal
9Am Übergang der Normandie zur Bretagne
Wunderschöne Perle am Meer
10Mit dem Womo an die Côte d’Azur
Sehen und gesehen werden
11Panoramablick von der Dune du Pilat
Urlaub im Becken von Arcachon
12In den weiten Dünen der Insel Texel
Urlaubsinsel mit kurzer Überfahrt
13Zur modernen Architektur von Rotterdam
Urbanes Lebensgefühl beim Campen
14Reise zur Madonna von Brügge
Genussvoller Stadtspaziergang
15Campingurlaub im Herzen Luxemburgs
Wanderlust auf dem Mullerthal-Trail
Camping in West- und Nordeuropa
16Mit den Royals in London auf Campingtrip
Im Linksverkehr zur Hauptstadt
17Camping am weltlängsten Ortsschild
Herrliche Urlaubsinsel in Wales
18Vor den Toren der Großstadt
Auf Campingtour bei Dublin
19Campingtour auf dem Ring of Kerry
Gegen den Uhrzeigersinn über die Halbinsel
20Aufregende Campingreise durch Nordirland
Von Brücken, Küsten und Schiffen
21Viel Action rund um Fort William
Camping am höchsten Berg des Königreichs
22Inselhopping auf den Orkney-Inseln
Zwischen Weltkrieg und Welterbe
23Mit dem Womo an den Strand von Rømø
Skandinavische Erlebnisse kurz hinter der Grenze
24Skagen – Dänemarks nördlichster Punkt
Wo die Ostsee auf die Nordsee trifft
25Am Polarkreis in Rovaniemi
Zu Besuch beim Weihnachtsmann
26Schweden oder Finnland? Åland!
Natur pur mitten in der Ostsee
27Auf zum Nordkap auf Magerøya
Am nördlichsten Punkt Europas
28Zu den Wanderklassikern bei Stavanger
Adrenalin rund um den Lysefjord
29Traumlandschaft Lofoten
Zu den Stockfischen in der Polarregion
30Zu den größten Seen in Skandinavien
Mit der Zuckerstange in der Hand durchs ganze Land
31Hoch im Norden bei Mora
Auf den Spuren der Dala-Pferde
32Mit Pippi Langstrumpf durch Vimmerby
Wo Astrid Lindgrens Geschichten spielen
33Camping im Süden Islands
Von Wasserfall zu Wasserfall unterwegs
34Zu den Vulkanen in Island
Von heißen Dämpfen und bissigen Mücken
Camping in Südeuropa
35Badevergnügen am Lago di Garda
Womo-Tour nach Peschiera del Garda
36Mit dem Wohnmobil fast bis zum Canal Grande
Sightseeing am Markusplatz
37Auf der Stadtmauer rund um Lucca
Wohnmobilreise in die Toscana
38Übernachtung am Fuße des Ätna
Zu Besuch beim Vulkan in Sizilien
39Kompromisse in Griechenlands Hauptstadt
Auf Städtetour zur Akropolis in Athen
40Campingtour auf Chalkidiki
Genusscampen unter der Sonne Griechenlands
41Pilgern nach Santiago de Compostela
Campingreise auf dem Camino Francés
42Reise zur Unvollendeten in Barcelona
Camping bei einer der beliebtesten Städte Europas
43Mit dem Camper kurz vor Gibraltar
Die Sonne im Süden Spaniens erleben
44Traumurlaub im nordspanischen Llanes
Campingträume zwischen Meer und Bergen
45Mit dem Camper bis Lissabon
In der Hauptstadt und doch im Grünen
46Küstenurlaub an der wunderbaren Algarve
Zur letzten Bratwurst vor Amerika
47Überblick über das gesamte Land San Marino
Das vielleicht campingfreundlichste Land Europas
Camping in Südosteuropa
48Sightseeing im lettischen Riga
Camping bei den Bremer Stadtmusikanten
49Auf der Apfelinsel nördlich von Vilnius
Camping im Mittelpunkt Europas
50Inselhopping vor Estland
Erholsamer Campingurlaub mit Hauptstadtbesuch
51An der wunderschönen Bucht von Kotor
Campingurlaub am Fjord im Süden
52Zwischen Seen und Bergen bei Ohrid
Länderübergreifendes Camping auf dem Balkan
53Wohnmobilreise nach Krakau
Zu einer der schönsten Städte Polens
54Am Ostseestrand bei Danzig
Auf den Spuren düsterer Geschichte
55Erholung auf der Masurischen Seenplatte
Blaue Seen und grüne Wälder, so weit das Auge blickt
56Campingabenteuer Russland
Mit etwas Pioniergeist nach Moskau
57Stadtrundgang auf dem Balkan
Große Campingauswahl rund um Belgrad
58Skulpturenschau in Bratislava
Campinggenuss auch in einem Binnenland
59Viele Ausflüge rund um Mojstrana
Campingreise zwischen Alpenwelt und Balkan
60Inselcamping in der Hauptstadt
Moldaublick an der Prager Altstadt
61Rundfahrt um den Plattensee
Deutsch-deutsche Campinggeschichte
Register
Bildnachweis
Impressum


Mit dem Womo am Nossen, einem See bei Vimmerby in Småland
Vorwort

Wer Europa kennenlernen will, sollte nicht den Flieger nehmen, sondern sich lieber selbst ans Steuer setzen und mit Wohnmobil bzw. Camper die schönsten und aufregendsten Plätze auf dem Kontinent anpeilen. Denn so abgedroschen es sich mittlerweile anhören mag, der Sinnspruch, dass der Weg das Ziel sei, trifft es weiterhin. Gerade, wenn man individuell unterwegs ist, ist der Weg nicht nur Ziel, sondern auch Zwischenziel bei längeren Reisen, Abbiegemöglichkeit bei schlechtem Wetter und Rastplatz an Sehenswürdigkeiten.
So schön einfach kann man Europa kennenlernen und so mancher Camper hat sich ein Ziel ausgesucht, zu dem er letztendlich gar nicht gereist ist, weil unterwegs schon so viele interessante Dinge ablenkten. Aber auch wenn man an seinem Reiseplan festhält, wird man feststellen, wie vielfältig der Kontinent in Sachen Campingtourismus ist. Da gibt es Länder, in denen reist es sich dank hervorragender Infrastruktur herrlich einfach. Andere Länder sind noch heute etwas exotisch in Sachen Tourismus und erst recht, wenn man mit einem Wohnmobil aufschlägt. Wiederum andere Länder sind nicht ganz so einfach erreichbar und erfordern eine vorausschauende Planung und Buchung von Fährüberfahrten.
Alle haben aber eines gemeinsam: Sie bieten Campingplätze an, von denen aus wir Stadt, Land und Leute erkunden können. Die Unterschiede in Lage und Ausstattung sind natürlich enorm und genauso vielfältig wie die Sehenswürdigkeiten Europas. Campingplätze oder Wohnmobilstellplätze in einer Groß- oder gar Hauptstadt bringen meist eine Geräuschkulisse durch Verkehrslärm mit sich, aber dafür hat man beste Bedingungen zum Sightseeing. Auf dem Lande fehlen letztere womöglich oder man legt weite Wege zurück, um Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Doch dafür genießt man hier die Ruhe im Wald, an einem See, an der Küste und natürlich unter dem Sternenzelt. Dieses Buch soll Ihnen ein wenig Appetit machen, um das Wohnmobil zu starten und mit dem Camper unseren Kontinent ein wenig besser kennenzulernen.
Gute Reise und viel Vergnügen, herzlichst
Michael Moll
Camping in Mitteleuropa

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Beim Campingurlaub beginnt die Reise mit dem Verlassen des Hauses. Im nächsten Moment sitzen wir im Camper und fahren in die weite Welt hinaus. Manchmal muss diese Welt aber gar nicht weit entfernt sein.
Für Nord- und Westdeutsche sind die Beneluxstaaten zwar gleich um die Ecke, dennoch sind auch sie lohnenswerte Urlaubsziele. Das Mullerthal in Luxemburg lässt sich wunderbar erwandern, Städte wie Rotterdam und Brügge sind prachtvolle Ziele mit architektonischen Highlights und von der Küste wollen wir gar nicht erst schwärmen, sondern direkt mit der Fähre auf die niederländische Insel Texel fahren. Camper aus Süddeutschland reisen kurz, aber dennoch ins Ausland, wenn sie in die bergigen Nachbarländer Schweiz und Österreich fahren. Diese bieten tolle Aussichten bei spannenden Passüberquerungen in den Alpen und ein umfangreiches Campingangebot in den Tälern. Und zu guter Letzt bleibt ja auch noch Deutschland, wo wir selbst jede Menge Reiseziele für Europareisende im Angebot haben.
Sonnenuntergang am Strand von Binz, im Hintergrund das Binzer Kurhaus.

1 Zu den Königsschlössern im Allgäu
Gleich drei auf einen Streich
Das wohl ungewöhnlichste Gewerbegebiet Deutschlands befindet sich ganz im Süden des Landes, genauer gesagt in Füssen. Nicht direkt an den Sehenswürdigkeiten, aber sehr praktisch gelegen, übernachtet man hier.
So vielfältig das Angebot an Freizeitaktivitäten in Füssen ist, so umfangreich sind auch die Campingmöglichkeiten. Da hätten wir den Forggensee und den Hopfensee mit Badeplätzen, Tret- oder Ruderbootverleih und sogar einem Festspielhaus mit sehenswertem Barockgarten und Einkehrmöglichkeit rund um die Spielstätte. Natürlich kann man auch den Minigolfschläger schwingen oder gleich nebenan auf an Bord der Ausflugsschiffe gehen und eine Runde auf dem Forggensee drehen. Wie praktisch, dass neben den üblichen Campingplätzen an den Ufern der Gewässer auch noch drei Wohnmobilstellplätze in fußläufiger Entfernung existieren. Das Ungewöhnliche an ihnen ist nicht nur, dass sie direkte Nachbarn sind und demnach eigentlich in direkter Konkurrenz stehen, sondern, dass sie sich mitten in einem Gewerbegebiet befinden. Eine traumhafte Aussicht auf einen Supermarktdiscounter und fußläufige Erreichbarkeit der Arbeitsagentur sind nicht gerade die Highlights, die man sich als Camper wünscht. Aber diese Einmaligkeit macht die Plätze irgendwie auch schon wieder interessant.
Campen, wo der König weilte
Preislich und von der Ausstattung her gibt es kaum Unterschiede, sodass es für den ortsunkundigen Urlauber keine große Rolle spielt, welchen dieser Plätze wir ansteuern. Wichtig ist nur, dass auch die Innenstadt von Füssen von allen drei Plätzen aus gut zu Fuß zu erreichen ist. Und das ist sie. Einfach aus dem Gewerbegebiet raus, vor dem Discounter nach rechts und immer geradeaus. Nur rund eineinhalb Kilometer und schon stehen wir umgeben von zahlreichen Einkehrmöglichkeiten in der Altstadt am Ufer des Lech. Wobei man auch im Gewerbegebiet gut speisen kann, nur einige Schritte vom eigenen Camper entfernt. Aber der wohl wichtigste Grund, eine Reise nach Füssen zu unternehmen, ist die Alpenkulisse im Süden der Stadt, vor der sich die Königsschlösser erheben.
Einem der bekanntesten Wahrzeichen Deutschlands kann man sich bei einer Wanderung ab den Stellplätzen in Füssen nähern.
Info
Wohnmobilstellplätze Camper’s Stop, Wohnmobilpark und Wohnmobilplatz Sportstudio, Füssen sowie Camping Hopfensee www.wohnmobilplatz.de, www.wohnmobilpark-fuessen.de, www.wohnmobilstellplatz-fuessen.de, www.camping-hopfensee.de
SIGHTSEEING
Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein; Museum der bayerischen Könige, Alpseestr. 27, 87645 Schwangau; Reptilienzoo Allgäu, Mühlbachgasse 10, 87629 Füssen; Lechfall
EINKEHRMÖGLICHKEITEN
Restaurant Am Platzerl, Abt-Hafner-Str. 9, 87629 Füssen; Tante Paula am Campingplatz Hopfensee, Fischerbichl 17, 87629 Füssen, tantepaula-hopfensee.de; Madame Plüsch, Drehergasse 48, 87629 Füssen, www.madame-pluesch.de
ACTION/AUSFLÜGE
Füssen Strandbad; Walderlebniszentrum Ziegelwies mit Baumkronenweg
ANREISE
Auf der Autobahn 7 bis zur Ausfahrt 139 nach Füssen, weiter auf der Bundesstraße 310 in den Ort.
TOURIST-INFO
www.fuessen.de

2 Das Eldorado für Wohnmobilisten
Zum Wohle an der Mosel
Mit dem Wohnmobil kann man im Moseltal zwischen Koblenz und Trier einfach nichts verkehrt machen. So eine große Auswahl an Stell- und Campingplätzen erleichtert das Campen ungemein.
Mit engen Schleifen windet sich die sanft dahinziehende Mosel durch ihr Tal und bietet bestes Campingerlebnis. Beinahe jeder Weinort, der zwischen Cochem und Monheim etwas auf sich hält, kann entweder mit einem Wohnmobilstellplatz oder einem Campingplatz punkten. Und das Schöne daran: Meist steht man direkt am Flussufer, zumindest dann, wenn man einen Platz in der ersten Reihe ergattern konnte. Nehmen wir doch beispielhaft den Campingplatz in Zell, zentral gelegen, mit bester Aussicht und zahlreichen Freizeitmöglichkeiten in näherer Umgebung. Dort fahren wir unsere Markise aus, holen Tisch und Stühle aus dem Heckbereich und genießen den Blick auf die Ausflugsschiffe, die vor unserem Wohnmobil die Mosel auf- und abfahren. Am gegenüberliegenden Ufer erheben sich derweil die Weinberge und machen Appetit auf das, was man in dem beliebten Tal erleben kann.
Auf dem Fahrrad am Ufer entlang
So schnallen wir unsere Fahrräder vom Heckträger und genießen zum Beispiel eine Fahrt auf dem Moselradweg. Flussabwärts gelangen wir nach Traben-Trarbach und rollen unser Rad durch das Brückentor, das Wahrzeichen vor der Altstadt, oder wir radeln noch weiter und unter der beeindruckenden Hochmoselbrücke her, an der Zeltinger Sonnenuhr vorbei, um die Aussicht von der Burgruine Landshut oberhalb von Bernkastel-Kues zu genießen. Mit den malerischen Aussichtspunkten entlang der Mosel sollten wir uns ohnehin befassen. Denn schon auf dem Fahrradausflug sieht man immer wieder verlockende Schilder zu verschiedenen Orten, die allesamt weit oberhalb des Moseltals liegen. Dafür braucht es aber dann die Wanderschuhe aus dem Camper. Das Erdener Treppchen ist zum Beispiel ein sehr interessanter Kletterweg. Hier wandert man auf dem losen Schiefergestein zwischen den Weinreben in die Höhe. Drei Punkte in den klassischen Ampelfarben Rot, Grün und Gelb weisen uns den Weg und deuten den Schwierigkeitsgrad unterwegs an. Wer ganz nach oben möchte und ein wenig an alpine Wandertouren erinnert werden will, folgt dem roten Punkt. Wanderneulinge entscheiden sich besser für die grüne Variante.

Über Cochem an der Mosel erhebt sich die Reichsburg.
Tipp
Etwas abseits der Mosel befindet sich bei Mörsdorf die Hängeseilbrücke Geierlay, die in spektakulärer Weise ein grünes Tal überspannt. Hier braucht es ein wenig Wagemut, um diese zu überqueren. Dafür gibt es dann Adrenalin pur. Praktischerweise befindet sich ein einfacher Wohnmobilstellplatz auch noch am Ortsrand.
An der Mosel kommt man nicht um das Thema Wein herum.
Auch Adrenalinjunkies kommen in der Moselregion voll auf ihre Kosten.
Vom Campingplatz in Zell kommen wir aber auch flussabwärts mit dem Fahrrad durch das Tal und es ist nur eine kurze Radeltour bis zur sehenswerten Doppelstockbrücke Bullay, auf der oben die Eisenbahn, hier auch Kanonenbahn genannt, und unten der Autoverkehr rollen. Im folgenden St. Aldegund wandern wir ganz entspannt zum Raulwing-Platz; schräg gegenüber können wir vom Aussichtspunkt Neefer Petersberg das Moseltal von oben überblicken. Und natürlich passieren wir bei diesen Touren jede Menge weitere Wohnmobilstellplätze und Campingplätze in bester Lage. In der nächsten Moselschleife wird es dann auch noch abenteuerlich. Linker Hand sehen wir oberhalb von Bremm ein Gipfelkreuz über der Ortschaft. Um dorthin zu gelangen, kann man den steilen, aber eher gewöhnlichen Wanderweg nehmen oder man entscheidet sich für eine Wandertour auf dem sogenannten Rundweg Todesangst. Dieser führt nämlich durch den steilsten Weinberg Europas und ist nur erfahrenen Wanderern mit Trittsicherheit und Schwindelfreiheit zu empfehlen. Durch die Weinberge geht es neben dem schmalen Pfad stellenweise steil bergab und mancherorts besteht der Weg nur aus Trittnägeln, die aus der schroffen Felswand ragen. Viel entspannter genießen wir hingegen die Einkehrmöglichkeiten entlang des Flusses, der noch bis Cochem seine Schleifen zieht. Dort, in der trubeligen und gut besuchten Altstadt, aber auch in den vielen kleineren Weinorten warten zahlreichen Straußwirtschaften darauf, die von den Winzern angebotenen Produkte zu verköstigen. Eine Weinprobe folgt dabei der nächsten. Idealerweise machen wir das aber am Abend in dem Ort, in dem auch unser Wohnmobil steht, damit es von der Weinstube nicht mehr so weit bis zum rollenden Heim ist. Empfehlenswert ist das nicht nur wegen des Alkoholpegels im Blut, sondern auch, weil die Taschen schwer sein könnten. Denn es gibt kaum einen Camper, der an der Mosel nicht auch noch den Vorrat an Weinflaschen im Wohnmobil aufstockt.
Auch bei Traben-Trarbach gibt es Campingplätze. Rechts erhebt sich die Burgruine Grevenburg.
Info
Campingpark Zell an der Mosel, Moselufer, 56856 Zell (Mosel), www.campingpark-zell.de
SIGHTSEEING
Collis-Turm oberhalb von Zell; Altstadt von Traben-Trarbach, Bernkastel-Kues und Cochem; Burgruine Landshut; Reichsburg Cochem; Burg Eltz
EINKEHRMÖGLICHKEITEN
Restaurant Zum alten Bahnhof, Am Bahnhof 1, 56856 Zell (Mosel), www.weingut-lehmen.de; Straußwirtschaft Zum Gewölbekeller; Weingut Steffens, Hauptstr. 47, 56856 Zell (Mosel)
ACTION/AUSFLÜGE
Calmont-Klettersteig ab Ediger-Eller; Hängeseilbrücke Geierlay; Kletterwege Erdener Treppchen; Ritsch-Klettersteig; Moselsteig; Marienburg und Aussichtsturm Pünderich
ANREISE
Auf der Autobahn 1 bis Koblenz und weiter auf der Bundesstraße 49 durch das Moseltal.
TOURIST-INFO
www.visitmosel.de

3 Camping auf Deutschlands größter Insel
Rügens selbst ernannte Wohnmobil-Oase
Natürlich hat man auf der Ostseeinsel Rügen jede Menge Auswahl an Campingmöglichkeiten. Von der Parzelle direkt am Wasser bis zum Stellplatz in der Nähe des Nationalparks muss man sich keine Sorgen um eine Unterkunft machen.
Doch eine Reservierung kann durchaus von Vorteil sein und ist vor allen Dingen in den Sommermonaten dringend zu empfehlen, ganz egal, für welchen Stell- oder Campingplatz man sich entscheidet. Wie gut, dass auch die Wohnmobil-Oase Prora eine Reservierungsmöglichkeit anbietet. Sie liegt eingebettet zwischen der Ostseeküste und dem Jasmunder Bodden und ist beinahe auf allen Seiten von Wald umschlossen. Auch für Verpflegung ist im dazugehörigen Biergarten gesorgt.
Historische Villen im Bäderstil an der Binzer Strandpromenade
Einblicke in die Geschichte des Landes
Der Platz ist ein wenig abgelegen. Für die Ruhe ideal, für die Versorgung dem einen oder anderen vielleicht zu umständlich. Aber auch hier ist mit einem Hofladen vorgesorgt. Und wem das nicht reicht, der schnappt sich eines der Leihfahrräder und macht sich selber auf den Weg. Dabei kann man ganz nebenbei auch noch die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung besichtigen. Die wohl beeindruckendste und auffälligste besteht aus der kilometerlangen Häuserflanke, die während der Nazi-Diktatur als Seebad gebaut wurde. Die Geschichte, die dahintersteckt, und wie man heute den Koloss von Bauwerk nutzt, erfährt man im darin untergebrachten Dokumentationszentrum.
Nicht weit davon entfernt erfreuen sich Fans von historischen Fahrzeugen aller Art, ob Eisenbahn oder Auto, über das Oldtimer-Technikmuseum, das ein paar Überraschungen bereithält.. Und weil Wissen nie schaden kann, sollten wir außerdem noch einen längeren Aufenthalt in der Galileo Wissenswelt verbringen. In dem Museum, das sich vor allen Dingen an die jüngeren Womo-Mitreisenden richtet, darf ausdrücklich experimentiert und geforscht werden. Und wem das alles noch nicht reicht, der setzt sich auf sein Fahrrad und radelt nordwärts ins 16 km entfernt liegende Sassnitz und weiter zum Nationalpark Jasmund, wo die berühmte strahlend weiße Kreideküste mit dem Königsstuhl auf Besucher wartet.
Frischer Fisch ist auf der Insel Rügen eine Selbstverständlichkeit.
Info
Wohnmobil-Oase Rügen, Proraer Chaussee 60, 18609 Binz, www.wohnmobiloase-ruegende
SIGHTSEEING
Dokumentationszentrum Prora, Dritte Str. 4, 18609 Binz; Wissensmuseum, Proraer Chaussee Gewerbepark, 18609 Ostseebad Binz; Sandskulpturenausstellung, Vierte Str. 4, 18609 Binz; Oldtimer Museum Rügen, Proraer Allee 119, 18609 Binz; NVA-Museum, Proraer Allee 119, 18609 Binz
EINKEHRMÖGLICHKEITEN
Highway 96, Nordstrand 510, 18609 Binz; Heimathafen Prora, Südstrand 203, 18609 Binz, heimathafenprora.wordpress.com
ACTION/AUSFLÜGE
Kreidefelsen Königsstuhl im Nationalpark Jasmund; Baumwipfelpfad mit mehrstöckiger Aussichtsplattform beim Naturerbe Zentrum Rügen
ANREISE
Auf der Autobahn 20 bis Stralsund und weiter auf der E251 bis Stralsund und der Bundesstraße 96 nach Rügen.
TOURIST-INFO
www.ruegen.de

4 Innsbruck im Sommer und im Winter
Mitten in einer Alpenkulisse
Es gibt keine schlechte Jahreszeit, es gibt nur eine schlechte Vorbereitung. Gut vorbereitet ist man in Tirol auf jeden Fall, wenn man für den Campingplatz Natterer See weiß, dass in der Hauptsaison fünf Tage Mindestaufenthalt bestehen.
Traumhafte alpine Kulisse für Wohnmobilisten inklusive Bergen und See
Und die braucht man auch, denn der Platz befindet sich im Inntal gleich zwischen dem Karwendelgebirge zu Deutschland und dem Brennerpass in Richtung Italien. Für viele Urlauber liegt das eigentlich nur auf dem Weg von der Heimat in südliche Gefilde. Dabei können wir hier viel mehr machen als nur vorbeirauschen. Immerhin erstreckt sich nahe dem Campingplatz die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck, und in der gibt es das ganze Jahr hindurch etwas zu tun. Zu den Wahrzeichen der Stadt zählt natürlich das Goldene Dachl. Über zweieinhalbtausend vergoldete Kupferschindeln bilden das Dach eines spätgotischen Erkers am Ende der Fußgängerzone und leuchten gülden, wenn das Licht der Mittagssonne auf sie trifft.
Stadtrundgang durch Innsbruck
Aber auch im Rest der Altstadt lässt es sich durchaus länger verweilen. Man flaniert von der Hofburg über die Marie-Theresien-Straße mit ihrer Annasäule bis zur Triumphpforte und kehrt gemütlich in einem der Straßencafés ein. Am Südrand der Stadt bietet die Schanze am Bergisel einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt – und im Winter natürlich die Möglichkeit, als Zuschauer bei der Vierschanzentournee dabei zu sein. Wer selbst aktiv sein möchte, hat selbstverständlich beste Möglichkeiten, Ski zu fahren oder im Winter die umliegenden Berge bei ausgedehnten Wandertouren zu erklimmen. Doch auch der Campingplatz bietet uns jede Menge Fun und Action. Im Sommer hat der dazugehörige Badesee nämlich eine durchschnittliche Wassertemperatur von 22° Celsius und bietet vom Wassertrampolin über den Mega-Aquapark bis zu Surfboards so ziemlich alles, was man als Wasserratte im Nass und am Ufer machen kann. Und für die Kleinen gibt es ohnehin noch den Kids Club mit Animation und zahlreichen Angeboten.
Beliebte Attraktion in der Innsbrucker Altstadt: das Goldene Dachl
Info
Camping Innsbruck/Natterer See, Natterer See 1, 6161 Natters, www.natterersee.com
SIGHTSEEING
Goldenes Dachl, Herzog-Friedrich-Str. 15; Hofburg, Rennweg 1; Innsbrucker Hofgarten, Kaiserjägerstraße; Tirol-Panorama mit Kaiserjägermuseum, Bergisel 1-2; Bergiselschanze, Glockengießerei mit Museum, Leopoldstr. 53
EINKEHRMÖGLICHKEITEN
Café Katzung, Herzog-Friedrich-Str. 16, 6020 Innsbruck, www.cafe-katzung.at; Seerestaurant Natterer See, 1, Natterer See, 6161 Natters
ACTION/AUSFLÜGE
Brennerpass; Ehnbachklamm; Schlossbachklamm; Swarowski Kristallwelten, Kristallweltenstr. 1, 6112 Wattens; Alpenzoo Innsbruck, Weiherburggasse 37a, 6020 Innsbruck
ANREISE
Auf der Autobahn 12 innerhalb Tirols bis Ausfahrt Innsbruck-West, weiter über Völser Straße und Götzener Landesstraße nach Götzens.
TOURIST-INFO
www.tirol.at; www.innsbruck.info

5 An der schönen blauen Donau
Malerisches Städtecamping
Ein Fahrrad ist in der österreichischen Hauptstadt vorteilhaft, wenn wir vom Campingplatz aus die wunderschöne Altstadt erreichen wollen. Ganz nebenbei lernen wir dabei einen kleinen Teil des Donauradwegs und den berühmten Prater kennen.
Beim Campingplatz in Wien stehen wir vor der Qual der Wahl. Denn beim Gedanken an einen Urlaub in der Hauptstadt wollen wir natürlich die Sehenswürdigkeiten Wiens sehen. Doch gleichzeitig liegt der Campingplatz so unfassbar praktisch, dass wir vor lauter Sport- und Erholungsaktivitäten gar keine Zeit für Kultur und Sightseeing haben. Es schadet also nicht, vorab schon einen Plan aufzustellen, was man auf keinen Fall verpassen möchte, oder sich von den Mitreisenden temporär zu trennen, damit jedes campende Familienmitglied auf seine Kosten kommt. Der Platz erstreckt sich in einem Wald nahe der Neuen Donau. Hierbei handelt es sich um einen von Menschenhand geschaffenen Nebenarm des berühmten Flusses, der zu zahlreichen Sportmöglichkeiten einlädt. Wie wäre es zum Beispiel, sich beim Wakeboarden über das Wasser ziehen zu lassen? Stand Up Paddeln ist aber genauso möglich wie die vielen schweißtreibenden Aktivitäten auf der kilometerlangen, aber sehr schmalen Donauinsel zwischen Neuer Donau und dem klassischen Fluss. Spannend ist die Wassersportarena, in der man in künstlichen Stromschnellen raften und Kajakfahren kann.
Kulturgenuss in Österreichs Hauptstadt
Und die nahe gelegene Stadt ist ganz ohne Sport ohnehin mehr als nur einen Tag wert, besichtigt zu werden. Immerhin handelt es sich um Wien, eine kulturhistorisch bedeutende Stadt, die sich mit ihrer Altstadt und Schloss Schönbrunn gleich zwei Plätze auf der Liste der UNESCO-Welterbestätten gesichert hat. Nach einer halbstündigen Radtour, bei denen man viele der Fiaker genannten Kutschen überholt, steht man am Stephansdom, der wiederum die Altstadt dominiert. Schon alleine dieses Gotteshaus mit seinem stolzen Südturm füllt ganze Bücher, vom Rest des Wiener Stadtzentrums ganz zu schweigen.
Das Große Palmenhaus ist nur eine von vielen Sehenswürdigkeiten im Schlosspark Schönbrunn.
Info
Camping Neue Donau, Campingplatz O, 1220 Wien, www.wiencamping.at
SIGHTSEEING
Schloss Schönbrunn, Schönbrunner Schloßstr. 47; Schloss Belvedere, Prinz Eugen-Str. 27; Stephansdom und Dommuseum, Stephansplatz 6; Weltmuseum, Heldenplatz; Jüdisches Museum, Dorotheergasse 11; Spanische Hofreitschule, Michaelerplatz 1
EINKEHRMÖGLICHKEITEN
Restaurant Pürstner, Riemergasse 10, 1010 Wien, www.puerstner.com; Zum weißen Rauchfangkehrer, Weihburggasse 4, 1010 Wien, weisser-rauchfangkehrer.at; Kaffee Alt Wien, Bäckerstr. 9, 1010 Wien, altwien.at, Heindls Schmarrn & Palatschinkenkuchl, Grashofgasse 4, 1010 Wien, www.palatschinkenkuchl.at
ACTION/AUSFLÜGE
Donauinsel mit Watersports Arena, Steinspornbrücke; Wakeboardlift, Am Schleusenbrücke Wehr 1; Freizeitpark Prater
ANREISE
Auf der Autobahn 23 bis Stadlau am Knoten Kaisermühlen und weiter über die Straße Am Kaisermühlendamm.
TOURIST-INFO
www.wien.info

6 Zwischen Seen und Bergen in St. Moritz
Wo es auch mal etwas edler wird
St. Moritz in der Schweiz ist natürlich etwas Besonderes. Schon der Name alleine lässt die Kreditkarte in der Geldbörse erzittern, aber trotzdem ist auch hier ein erschwinglicher Urlaub möglich.
Preisvergleiche darf man hier ohnehin nicht ziehen. Der Camping Silvaplana mag deutlich teurer sein als andere Campingplätze in Europa, aber im Vergleich zum Rest der Schweiz ist der Übernachtungspreis hier wiederum nur unwesentlich höher. Außerdem gibt es ja noch den schönen Begriff Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Lage ist nämlich unvergleichlich schön. Direkt am Wasser des Silvaplanersees erstreckt sich der Platz, und wer eine Stellfläche in der ersten Reihe ergattern konnte, übernachtet unmittelbar am Ufer. Gleichzeitig sind wir hier von einer grandiosen Bergkulisse umgeben. Egal, in welche Richtung wir schauen, der Blick richtet sich immer nach oben zu den Gipfeln der schweizerischen Alpen.
Mondänes Leben in den Alpen
Und als sei das nicht genug, bietet der Campingplatz auch noch eine top Infrastruktur mit einem sehr gepflegten Sanitärhaus, in dem man sich sein eigenes Privatbad mieten kann. Neben einer eigenen Dusche und Toilette steht einem dann sogar noch eine Badewanne zur Verfügung. Doch auch das Umfeld stimmt einfach. Das Tal, in dem sich der Platz befindet, beherbergt gleich mehrere Seen, die sich bis St. Moritz erstrecken. In die Ortschaft gelangt man am besten per Rad oder mit dem Bus, der gleich vor der Rezeption anhält. Und dann kann man in dem mondänen Kurort und dem Austragungsort von zwei Olympischen Winterspielen in die Treffpunkte des internationalen Jetsets eintauchen. Am Ufer des St. Moritzersees können wir zum Beispiel in der Bar »Devil’s Place« Platz nehmen und die weltgrößte Auswahl von mehr als 2000 Whisky-Sorten probieren. Viel gediegener geht es aber zu, wenn wir die Standseilbahn besteigen und mit ihr in die Höhe gelangen, um das Alpenpanorama vom Hausberg von St. Moritz zu genießen. Rund um den Piz Nair bieten sich außerdem zahlreiche Wandergelegenheiten mit Einkehrmöglichkeiten in den Berghütten.
Einfach mal in einem klaren Gebirgssee abkühlen, warum nicht…
Blick über den Inn auf die Kirche von Sils Baselgia, einen der beiden Ortsteile von Sils.
Info
Camping Silvaplana, Via da Boscha 13, 7513 Silvaplana, www.campingsilvaplana.ch
SIGHTSEEING
Julierpass; Piz Nair; Segantini-Museum, Via Somplaz 30, 7500 St. Moritz; Schiefer Turm von St. Moritz, Via Maistra 29; Engadiner Museum, Via dal Bagn 39; Nietzsche-Haus, Via da Marias 67, 7514 Sils im Engadin/Segl
EINKEHRMÖGLICHKEITEN
Restaurant Cafe Pappaloù, Stradun Chantunel 4, 7513 Silvaplana, www.pappalou.ch; Chesa Veglia, Via Veglia 2, 7500 St. Moritz, badruttspalace.com
ACTION/AUSFLÜGE
Der Schweizerische Nationalpark ist zwar etwas weiter entfernt, aber dennoch mit seinen zahlreichen gut erschlossenen Wanderwegen ein guter Tipp für einen Ausflug.
ANREISE
Auf der Autobahn 13 bis Chur und dann auf der Straße 3 über den Julierpass bis vor die Rezeption des Campingplatzes.
TOURIST-INFO
www.stmoritz.com

7 Campingurlaub am Top of Europe
Hier braucht es sehr viel Zeit
Auf unserem Kontinent wird häufiger mal von örtlichen Touristikern damit geworben, man sei an einem leicht erreichbaren Top of Europe. Diese Werbeaussage trifft aber nirgendwo mehr zu als bei Interlaken.
Was haben wir doch für fantastische Möglichkeiten, wenn wir unseren Campingwagen nach Interlaken steuern. Auf dem TCS Camping Böningen stehen wir zum Beispiel direkt am Ufer des Brienzersees und nur auf einem von vielen Campingplätzen, die rund um das Gewässer Campingübernachtungen anbieten. Hier könnte man, wenn man denn wollte, einfach die Seele baumeln lassen und den ganzen Tag lang in wunderschöner Alpenkulisse auf den Gebirgssee blicken. Aber dafür sind der Campingplatz und die Ortschaft Interlaken viel zu zentral und praktisch gelegen. Man hätte zum Beispiel die Möglichkeit, mit dem Zug innerhalb einer Stunde nach Bern zu reisen und die dortige Altstadt mit Welterbestatus und ihren zahlreichen sehenswerten Brunnen zu erleben.
Am Abend spaziert man gemütlich mit Blick auf Unterseen in Interlaken.
Der höchste Bahnhof Europas
Genauso lange wäre man mit dem Auto in die andere Richtung unterwegs, um nach Luzern zu gelangen. Unterwegs hält man noch an einem Aussichtspunkt mit dem unaussprechlichen Namen Chälrütirank an, der besten Weitblick ermöglicht. Das macht übrigens auch der Pilatus vor den Toren Luzerns, den wir mit der steilsten Zahnradbahn der Welt erklimmen können. Alles traumhaft, doch das Highlight befindet sich direkt bei Interlaken. Und dafür gehen wir ebenfalls nur wenige Hundert Meter vom Campingplatz zum Bahnhof von Interlaken, um dort in einen Zug zu steigen, der uns über Lauterbrunnen und Wengen zum Bahnhof Kleine Scheidegg bringt. Einmal umsteigen bitte in die Jungfraubahn. Diese Zahnradbahn bringt uns durch die legendäre Eigernordwand bis zum höchstgelegenen Bahnhof Europas, zum Jungfraujoch, wo wir in über 3400 Metern Höhe einen unvergleichlichen Blick auf den unter UNESCO-Schutz stehenden Aletschgletscher genießen. Warme Kleidung ist hier auch im Sommer unbedingt ratsam.
Schon von Interlaken aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf die umstehende Gebirgslandschaft.
Info
TCS Camping Böningen-Interlaken, Campingstr. 14, 3806 Bönigen, www.tcs.ch
SIGHTSEEING
Japanischer Garten, Schlossstr. 1, 3800 Interlaken; Touristik Museum, Obere Gasse 26, 3800 Unterseen
EINKEHRMÖGLICHKEITEN
Restaurant Laterne, Obere Bönigstr. 18, 3800 Interlaken, restaurant-laterne.ch; Pizzeria La Bohème, Am Quai 3, 3806 Bönigen
ACTION/AUSFLÜGE
Für Kinder bis 10 Jahre: Mysty Land, Obere Bönigstr. 100, 3800 Matten; Helicopter Skydive, Mittelweg 11, 3812 Wilderswil; Seilpark Interlaken mit Baumwipfelpfaden, Wagnerenstrasse, 3800 Interlaken; Botanischer Alpengarten Schynige Platte, Bergstation Schynige Platte-Bahn, 3812 Wilderswil; Jungfraujoch mit Wandermöglichkeiten zur Mönchsjochhütte; Ausflüge nach Bern und Luzern
ANREISE
Auf der Autobahn 1 bis Bern und weiter auf der Autobahn 6 bis Spiez und Autobahn 8 bis Interlaken.
TOURIST-INFO
www.jungfrau.ch

8 An den Steilklippen der Normandie
Genusscamping am Ärmelkanal
Der Camping Municipal im französischen Étretat ist einer von vielen klassischen, kommunalen Plätzen im Land. Trotz einfacher Ausstattung kann er enorm punkten, und zwar mit seiner Lage in einem der charmantesten Orte Frankreichs.
Direkt am Ortsrand und dann auch noch im Hinterland gelegen, wirkt der Campingplatz in Étretat auf den ersten Blick eher durchschnittlich. Doch schaut man genauer hin, dann stellt man fest, wie schön es ist, hier zu übernachten. Einerseits ist er gut zu erreichen, andererseits ist er wiederum etwas abgelegen und bietet ausreichend Ruhe. Mit einem dazugehörigen und erstaunlich günstigen Wohnmobilstellplatz bietet er außerdem auch die Wahl zwischen klassischem Camping und unkomplizierter Rund-um-die-Uhr-Anreise. In den Ortskern spaziert man nach dem Einchecken ganz entspannt und immer geradeaus auf der Rue Guy de Maupassant. Benannt ist sie nach dem Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, der hier lebte. Natürlich nicht auf dem Campingplatz, sondern ein paar Häuser weiter. Animation oder gar Glamping im Edel-Chic ist hier Fehlanzeige. Hier wird einfach ganz bodenständig gecampt.
Ort mit literarischen Begegnungen
Ein weiterer wichtiger Schriftsteller war Maurice Leblanc, der ebenfalls in einem Haus entlang dieser Straße wohnte. Dieses kann mittlerweile besichtigt werden und beherbergt ein kleines Museum. Im Ortskern angekommen, zieht es einen ganz automatisch in die sehenswerte Markthalle, danach genießt man den Rundgang zwischen den historischen Fachwerkhäusern. Doch das Wahrzeichen von Étretat erblicken wir, wenn wir die Küste erreicht haben. Mit einem charakteristischen Rauschen umspült das Wasser des Ärmelkanals den Kiesstrand und trifft rechts und links davon auf schroffe Felswände, die sich steil erheben. Das Highlight sind dabei die drei Felsbögen, die wie Tore von der Steilküste in das raue Meer hineinreichen sowie die Felsnadel namens Aiguille. Sie ist ein echter Hingucker und wurde bereits von Claude Monet auf Leinwand gebannt. Auch bei den von Maurice Leblanc geschriebenen Romanen rund um den Meisterdieb Arsène Lupin spielte die Felsnadel eine Rolle.
Die Felsnadel und der Torbogen sind eine Berühmtheit an der Küste von Étretat.
Kunst und Skulpturen gibt es in einem Park nebenan.
Info
Camping Municipal, 69 Rue Guy de Maupassant, 76790 Étretat
SIGHTSEEING
Maison Maurice Leblanc, 15 Rue Guy de Maupassant; Aiguille d’Étretat; Steilküste der sogenannten Alabasterküste; Monument l’Oiseau Blanc; Kapelle Notre-Dame-de-la-Garde auf der Steilküste; Gärten von Étretat, Avenue Damilaville
EINKEHRMÖGLICHKEITEN
Restaurant und Crêperie, Lann-Bihoué, 45 Rue Notre Dame, 76790 Étretat, www.etretatlannbihoue.fr; Le Homard Bleu, Front de mer, 76790 Étretat, lehomardbleu-etretat.com
ACTION/AUSFLÜGE
Leuchtturm Antifer, La Poterie-Cap-d‘Antifer, 76280 Criquetot-l‘Esneval; Palais Bénédictine, 110 Rue Alexandre le Grand, 76400 Fécamp; Stadtzentrum von Le Havre mit Rathausturm und Le Volcane (UNESCO-Welterbestätte)
ANREISE
Auf der Autobahn 29 bis Ausfahrt Fécamp und weiter über die D926 und D940 bis Étretat. Im Ort links auf die D39.
TOURIST-INFO
www.normandie-tourisme.fr

9 Am Übergang der Normandie zur Bretagne
Wunderschöne Perle am Meer
Ob Campingplatz oder Wohnmobilstellplatz – wer hier am Abend lieber den Fernseher anmacht, anstatt den prachtvollen Anblick der illuminierten Abtei Mont-St-Michel zu genießen, der verpasst etwas.
Beeindruckend erhebt sich die Abtei Mont-St-Michel im Wattenmeer.
Die Normandie lassen wir gerade so eben hinter uns und die benachbarte Bretagne ist nur einen Steinwurf entfernt. Genau hier gibt es mehrere Camping- und Wohnmobilstellplätze, obwohl der Küstenstreifen keinen Sandstrand bietet und das Hinterland von landwirtschaftlichen Nutzflächen dominiert wird. Dennoch zählt dieses kleine Fleckchen Erde zu den am meisten besuchten Frankreichs. Vor der Küste erhebt sich nämlich auf einer Insel die traumhaft schöne Abtei Mont-St-Michel, die rund ums Jahr unzählige Besucher anlockt. Einst gab es hier einen Damm und man konnte mit dem Wohnmobil bis vor die befestigte Anlage fahren. Das ist zum Glück nicht mehr möglich. Man hat den Damm durch eine Brücke ersetzt und sämtliche Autos und Campingfahrzeuge auf das Festland verbannt.
Das Stativ nicht vergessen
Die Abtei ist wieder eine Insel und so verhinderte man die Verlandung dieses hübschen Eilands. Zugegeben, jetzt haben wir von den Campingplätzen oder den Stellplätzen einiges zu laufen. Zwei Kilometer sind es im besten Fall mindestens, wenn man nicht auf die Shuttlebusse zurückgreifen will. Doch gerade am Abend, wenn die Sonne hinter dem Horizont des Atlantiks verschwindet, lohnt sich dieser Spaziergang allemal. Zum einen verlassen die Tagesbesucher den durchaus rummeligen Ort und zeigen uns, dass wir Camper klar im Vorteil sind, zum anderen ist der beeindruckende Bau wunderbar beleuchtet. An jedem Abend stehen dann die Hobby- und Profifotografen am Rande der Bucht und blicken durch den Sucher ihrer Kamera, die auf einem Stativ den schönsten Moment einfängt. Ein Traumziel ist Mont-St-Michel natürlich auch tagsüber, wenn man zwischen den kleinen kopfsteingepflasterten Gassen flaniert und sich später von dem anstrengenden Besuch im rollenden Heim auf den großzügigen Plätzen erholt.
Die Arkaden des Kreuzgangs sind üppig mit Steinmetzarbeiten verziert, einige wenige Säulen sind noch original.
Info
Camping du Mont-Saint-Michel, Route du Mont St Michel, 50170 Le Mont-Saint-Michel, www.camping-montsaintmichel.com; Wohnmobilstellplatz Mont-Saint-Michel, Le Bas Pays, 50170 Beauvoir; Camping aux Pommiers Tohapi, 28 Rte du Mont Saint-Michel, 50170 Beauvoir, www.camping-auxpommiers.com; Wohnmobilstellplatz Beauvoir, Route du Mont Saint-Michel, 50170 Beauvoir
SIGHTSEEING
Abtei Mont-Saint-Michel
EINKEHRMÖGLICHKEITEN
Restaurant Le Pré Salé, Route du Mont St Michel, 50170 Le Mont-Saint-Michel, www.restaurantlepresale-montsaintmichel.com; Restaurant Du Guesclin, Grande Rue, 50170 Le Mont-Saint-Michel, www.hotelduguesclin.com
ANREISE
Auf der Autobahn 84 bis zur N175, dort weiter nach Pontorson und auf die D776 wechseln.
TOURIST-INFO
www.bienvenueaumontsaintmichel.com

10 Mit dem Womo an die Côte d’Azur
Sehen und gesehen werden
Die Mittelmeerküste Südfrankreichs steht leider nicht im Glanze des Wohnmobiltourismus. Höhenbeschränkungen und Parkverbote verleiden Campern ein wenig das beliebte Reiseziel. Wie gut, dass es Lichtblicke gibt.
Denn wer will nicht einmal mit dem Wohnmobil dort entlangfahren, wo die Größen des Formel-1-Sports immer wieder ihre Runden drehen und der Hauch von Eleganz und Luxus in der Luft liegt? Das kleine Fürstentum Monaco bietet keinerlei Campingmöglichkeiten an. Zu klein ist das Land und zu unbedeutend die Einnahmequellen aus dem Wohnmobiltourismus. Wie gut, dass man in den Straßen von Monaco oft gar nicht weiß, ob man noch in Monte Carlo oder schon im umliegenden Frankreich unterwegs ist. Nur ein Katzensprung entlang der Küstenstraße ist es durch die anderen Orte, bis wir nach wenigen Kilometern im französischen Menton in die steilen Hänge der Seealpen hineinfahren. Direkt am Wasser übernachten wir nicht, sondern etwas oberhalb der Ortschaft mit einem wunderbaren Ausblick auf das Mittelmeer.
Blick auf das Mittelmeer in einer Gasse in Monaco
Ausflüge in drei Staaten
Die terrassenförmig angelegten Stellplätze sind zwar in dem einen oder anderen Fall nicht ganz so leicht zu befahren. Doch wenn das Wohnmobil einmal eingeparkt ist, steht dem Campingurlaub an der Côte d’Azur nichts mehr im Wege. Der Spaziergang in die Stadt Menton ist schnell und einfach möglich, doch vergessen sollte man nie den Rückweg, für den es ein wenig Kondition benötigt, um den Hügel wieder hinaufzusteigen. Sind wir aber erst einmal unten, sollten wir sowieso lieber erstmal am Bahnhof von Menton in den Zug steigen. Gerade einmal zehn Minuten fährt die Bahn, während sie die Staatsgrenze überquert, und schon steigen wir am Hauptbahnhof von Monte Carlo aus, um das kleine Nachbarland mit seinem Jachthafen und dem Fürstenpalast zu besichtigen. Nur doppelt so lang in die andere Richtung und schon können wir auch noch das nächste Land besuchen. Ein Kurzausflug nach Ventimiglia in Italien ist ab diesem Campingplatz ebenfalls möglich.
Fassade des Fürstenpalasts in Monte Carlo
Info
Campsites French Riviera Menton - St Michel, Plateau Saint-Michel, Route des Ciappes de Castellar, 06500 Menton, www.campingscotedazur.com
SIGHTSEEING
Fürstenpalast Monaco; Museum Jean Cocteau, Bastion du vieux port, 06500 Menton; Botanischer Garten Val Rahmeh, Avenue Saint-Jacques, 06500 Menton; Ozeanographisches Museum von Monaco, Avenue Saint-Martin, 98000 Monaco
EINKEHRMÖGLICHKEITEN
Trattoria La Mamma, 1 Rue de la Marne, 06500 Menton, trattorialamamma.com; Restaurant Ischia, 29 Quai Bonaparte, 06500 Menton, www.ristoranteischiamenton.com
ACTION/AUSFLÜGE
Ausflüge mit dem Zug nach Ventimiglia auf italienischer Seite oder gar noch weiter bis Sanremo. In die andere Richtung wiederum mit dem Zug nach Nizza oder gar Cannes. Im Landesinneren sind Ausflüge in den Nationalpark Mercantour und Fahrten auf der Route des Grandes Alpes möglich.
ANREISE
Auf der Autobahn 8 bis Menton und auf der D2566 bis zur Küste. Am Kreisverkehr vor dem Bahnübergang links halten und der Beschilderung zum Campingplatz folgen.
TOURIST-INFO
www.visitmonaco.com

11 Panoramablick von der Dune du Pilat
Urlaub im Becken von Arcachon
Bei so vielen Campingplätzen, wie wir sie im Becken von Arcachon vorfinden, weiß man genau, dass das schon einen guten Grund haben wird. Und den gibt es an diesem wunderbaren Küstenbereich des Atlantiks natürlich.
Viele der vorhandenen Campingplätze haben ihren Schwerpunkt auf Dauercamper in Mobilheimen. Das ist zwar für uns Reisende nicht immer praktisch, weil die Plätze dann nicht immer sehr viele touristische Plätze anbieten, doch auch diese Vielzahl an Dauerurlaubern spricht natürlich eindeutig für die Landschaft. Und die ist wahrhaftig ein Traum an Urlaubsregion. Wie gut, dass es Campingplätze wie den Campéole Le Vivier gibt, auf denen man auch als touristischer Camper gut unterkommt. Mit großen Pools, lebhafter Animation und einem umfangreichen Angebot an Freizeitmöglichkeiten fehlt es auf diesem Campingplatz an nichts, der hier nur stellvertretend für die zahlreichen Campingmöglichkeiten rund um Biscarrosse steht.
Die traumhaft schöne Dune du Pilat ist Europas höchste Wanderdüne.
Schier endloser Sandstrand
Außerdem liegt der Platz mitten im schattigen Wald und dennoch sind es nur ein paar Schritte auf dem weichen, sandigen Waldboden, bis man am breiten und kilometerlangen Strand steht. Wer das ganze Jahr davon geträumt hat, den ganzen Tag lang immer nur am Sandstrand spazieren zu gehen, während das Wasser die Füße umspült, der ist hier genau richtig und erlebt nach einer anstrengenden Tagestour noch ein sandiges Highlight. Denn nördlich von Biscarrosse, bereits kurz vor den Toren der Stadt Arcachon, erhebt sich mit einer Höhe von über 100 Metern die höchste Düne Europas. Mit einer Breite von 500 Metern und einer Nord-Süd-Ausdehnung von über zweieinhalb Kilometern kann man sich schon alleine mit der Dune du Pilat einen ganzen Tag beschäftigen. Denn sie kann bestiegen werden und bietet von oben einen wundervollen Ausblick. Auf der einen Seite schweift unser Blick über das Meer und auf der anderen Seite über den sich bis zum Horizont erstreckenden Kiefernwald. Irgendwo in diesem Wald befindet sich auch unser Campingplatz, den wir auf einem ausgedehnten Wanderwegenetz erreichen können. Unterwegs kann man sich dann beim Vorbeispazieren die vielen anderen Campingplätze anschauen und je nach Bedarf auch einfach mal wechseln.
Schön übersichtlich zeigt die Wasserwacht hier am Strand von Arcachon die tagesaktuellen Werte.
Info
Camping Campéole Le Vivier, 681 Rue du Tit, 40600 Biscarrosse, www.ms-vacances.com/camping-campeole/camping-le-vivier/de-couvrir-le-camping/
SIGHTSEEING
Museum Hydraviation, 332 Rue Louis Breguet, 40600 Biscarrosse; Château de Montbron, Place de l’Orme, 40600 Biscarrosse
EINKEHRMÖGLICHKEITEN
Restaurant Surf Palace, 7 Rue de la Garole, 40600 Biscarrosse, www.surfpalacebiscarrosse.com; Restaurant La Siesta, Rond Point Nord, 40600 Biscarrosse
ACTION/AUSFLÜGE
Aquapark Biscarrosse, Port Maguide, 18 Chem. de Maguide, 40600 Biscarrosse; Dune du Pilat; Freizeitpark Kid Parc Île d’Aventures, 131 Route des Lacs, 33470 Gujan-Mestras; Aqualand Bassin d’Arcachon, Route des Lacs, 33470 Gujan-Mestras
ANREISE
Auf der Autobahn 63 ab Bordeaux bis zur Autobahn 660 nach Arcachon und weiter auf der D218.
TOURIST-INFO
www.biscagrandslacs.de

12 In den weiten Dünen der Insel Texel
Urlaubsinsel mit kurzer Überfahrt
Das vermutlich beliebteste Eiland der Niederlande heißt Texel. Mit einer einfachen und schnellen Überfahrt ab Den Helder kommen wir am südlichen Hafen an und steuern unser Wohnmobil zwischen Deich und Windmühlen zum Campingplatz.
Die Auswahl an Campingplätzen ist auf Texel enorm und reicht von zentral gelegenen Plätzen an Bauernhöfen, sogenannten Minicampings, bis hin zu großzügigen Anlagen, die direkt an den Dünen oder sogar teilweise in den Dünen liegen. Einen guten Mix aus beidem stellt der Campingplatz De Shelter an der Inselortschaft De Koog zur Verfügung. Er ist nicht zu groß und bietet daher mehr Ruhe als die gut besuchten Freizeitanlagen, aber er ist auch nicht abgelegen und befindet sich am Ortsrand direkt neben der Dünenlandschaft. Durch ein kleines Wäldchen ist man außerdem in Windeseile zu Fuß am weit ausgedehnten Strand, der natürlich die Hauptattraktion auf der Insel Texel ist. Rad- und Wanderwege durch die Dünen schließen sich ebenfalls direkt am Campingplatz an und wer es ein kleines bisschen rummeliger mag, der spaziert in wenigen Schritten in das überschaubare Zentrum von De Koog, wo man nicht nur am Abend gut einkehren kann.
Kibbelinge isst man am Paal
Apropos Einkehren. Ein Highlight sind die Strandpavillons, die als Paal bezeichnet werden und entlang der Westküste durchnummeriert sind. Die Nummerierung ist historisch bedingt und auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückzuführen. Mit den Palen (Einzahl Paal=Pfahl) errichtete man Erkennungspunkte, um die Veränderung des Küstenabschnitts verfolgen zu können. Heute haben die Strandpavillons bzw. Restaurants die Nummerierung übernommen und tragen den Namen des nächstgelegenen Paals. Je größer die Nummer, umso nördlicher ist bzw. isst man auf der Insel. Da jedes Restaurant seinen eigenen Charakter und Charme besitzt, kann man sich bei einem längeren Inselaufenthalt von Paal zu Paal durchprobieren, bis man bei Strandpaal 30 am nördlichsten Punkt gleich neben dem roten Leuchtturm an einem weiteren Wahrzeichen Texels angekommen ist. Eierland ist sein Name, benannt nach der einstigen Insel, die durch Landgewinnung nun den nördlichsten Teil von Texel bildet.
Kleine Strandhäuser vor den weiten Dünen der Insel Texel
Info
Camping De Shelter, Boodtlaan 43, 1796 BD de Koog, www.krim.nl
SIGHTSEEING
Historischer Leuchtturm, Vuurtorenweg 184, 1795 LN de Cocksdorp; Luftfahrt- und Kriegsmuseum, Postweg 126, 1795 JS De Cocksdorp; Kulturhistorisches Museum, Hogereind 6, 1793 AG DE waal; Maritime Strandgutausstellung, Pontweg 141A, 1796 MA De Koog; Aussichtspunkt Bunker Den Hoorn; Nationalpark dünen von Texel
EINKEHRMÖGLICHKEITEN
Strandpaal 21, Strandslag 21, 1796 BD De Koog, www.strandpaal21.de; Strandpaviljoen Paal 20, Badweg 202, 1796 AA De Koog, bries20.nl; Strandpaviljoen Paak 17, Ruijslaan 94, 1796 AZ de Koog, www.paal17.com
ACTION/AUSFLÜGE
Aussichtsturm Fonteinsnol, Rozendijk 35, 1791 PD Den Burg
ANREISE
Auf der Autobahn 7 bis Wieringerwerf und weiter auf N240, N99 und N250 bis Den Helder. Dort auf die Fähre.
TOURIST-INFO
www.texel.net

13 Zur modernen Architektur von Rotterdam
Urbanes Lebensgefühl beim Campen
Städtereisen sind auch beim Camping ganz groß gefragt. Erst recht, wenn es so attraktive Städte wie Rotterdam sind. Denn da warten nicht nur der große Hafen, sondern auch eine faszinierende, moderne City, darauf, erkundet zu werden.
Doch wie das bei internationalen Großstadt-Campingplätzen oft so ist, gehen diese meistens mit einer gewissen Lärmkulisse einher oder sind mit einer etwas weniger gepflegten Ausstattung versehen. Zumindest Letzteres ist auf dem Stadscamping Rotterdam nicht der Fall. Das Sanitärhäuschen ist sauber und gepflegt, und wenn man einen Begriff finden möchte, der den Zustand beschreibt, würde man wohl bei altbacken landen. Das ist allerdings ein wenig überraschend, wenn man das Stadtzentrum gesehen hat, das sich in einem sehr modernen und zum Teil auch architektonisch verspielten Gewand präsentiert. Was die Lärmkulisse betrifft, sollten wir tatsächlich keine allzu großen Erwartungen haben. Während sich die großzügig eingeteilten Parzellen auf Wiese befinden und teilweise von hohen Hecken und Bäumen umgeben sind, liegt der gesamte Campingplatz direkt neben einer Autobahn. Das ist aber der Preis für eine zentrale Lage und Hand aufs Herz: Ruhige, kleine Campingplätze gibt es im gesamten Land mehr als genug. Wer aber eine Weltstadt besichtigen will, dazu noch bequem, muss Kompromisse eingehen.
Tipp
Anstatt zu Fuß über die Erasmusbrücke zurückzugehen, können wir auch mit dem Wassertaxi an das andere Ufer gelangen. Mit 400 PS geht es ziemlich rasant über das Wasser der Nieuwe Maas und wir haben die Auswahl zwischen 50 Haltepunkten, die auf den Wasserstraßen Rotterdams angefahren werden können.

Ungewöhnliche Wohnform: die Kubushäuser von Piet Blom
Und genau das funktioniert ab dem Stadscamping Rotterdam wunderbar. Ist man gut zu Fuß, dann kann man sogar auf die öffentlichen Verkehrsmittel verzichten oder das Fahrrad am Heckträger hängen lassen. Nicht ganz zweieinhalb Kilometer Fußweg sind es nämlich, bis man am Hauptbahnhof von Rotterdam steht und damit gleich eine der ersten Sehenswürdigkeiten in Augenschein nehmen kann.
Moderne Fassaden prägen das Stadtbild
Rotterdam erlitt durch Luftangriffe der Deutschen sehr schwere Schäden. Beinahe die gesamte Stadt war dem Erdboden gleichgemacht, was sich heute im Stadtbild widerspiegelt. Zahlreiche moderne und zum Teil futuristische Gebäude prägen die Skyline von Rotterdam. Dieses Bild wird schon beim Hauptbahnhof bestätigt. Der Bahnhofsvorplatz wird von dem weit ausladenden Vordach dominiert. Gleich daneben erheben sich die ersten Bürotürme. Das spitze Dach des Bahnhofs scheint uns die Richtung anzeigen zu wollen, in die wir zu gehen haben. So spazieren wir, mit dem Bahnhof im Rücken, geradeaus bzw. halblinks, um das moderne Zentrum von Rotterdam zu besuchen. Mit seinen Shops und Einkehrmöglichkeiten unterscheidet es sich zunächst einmal nicht sonderlich von dem anderer europäische Großstädte. Doch es gibt zwei Bereiche in der Rotterdamer Innenstadt, die sich dann doch deutlich abheben. Einer dieser Bereiche befindet sich rund um die Haltestelle Blaak im südöstlichen Teil der Innenstadt. Hier wurde die eindrucksvolle Markthalle errichtet, die man unbedingt besuchen sollte. Sie ist über 120 Meter lang und an beiden Kopfenden mit einer riesigen Glasfassade versehen. Zahlreiche Händler bieten hier ihre Produkte an. Die Einkehrmöglichkeiten reichen von lokalen Imbissen wie Frikandeln über besondere Köstlichkeiten zu exotischeren Speisen wie Empañadas. Außerdem kann man natürlich auch seine Vorräte im Wohnmobil aufstocken, spätestens mit den Einkäufen, die man noch im großen unterirdischen Supermarkt Albert Heijn erledigen kann. Verlässt man die Markthalle, fallen einem mit gelber Fassade und grauem Dach die würfelförmigen Wohnhäuser gegenüber auf. Sie sind Teil eines Wohnprojektes, das Ende der 1970er-Jahre entstand.
Brücken und Wasser dominieren natürlich auch das Bild von Rotterdam.
Wer die Markthalle hungrig wieder verlässt, hat definitiv etwas falsch gemacht.
Fast alle diese Häuser bzw. Würfel haben eine Kantenlänge von 7,50 Meter und sind so gekippt, dass sie auf einer Ecke zu stehen scheinen. Damit zeigen drei Seiten des Kubus nach oben und drei weitere nach unten. Weitere futuristische Bauwerke finden wir am Kreuzfahrtterminal, das man über die ebenfalls sehenswerte Erasmusbrücke erreicht. Gleich dahinter scheint ein fast 100 Meter hohes Bürogebäude zu einer Seite zu kippen und von einem einzigen Pfeiler gestützt zu werden, doch dieser dient lediglich dem Design.
Die Markthalle ist nicht nur eindrucksvoll, sondern auch ideal für den Hunger zwischendurch.
Wer zum Abschluss seines abwechslungsreichen Stadtrundgangs noch einen Blick auf eine Miniaturversion von Rotterdam und der Niederlande werfen möchte, begibt sich wieder zurück zum Hauptbahnhof. Unweit vom Centraal entfernt lockt das Miniworld mit einer liebevoll gestalteten Eisenbahnanlage auf einer Fläche von 650 Quadratmetern.
Info
Stadscamping Rotterdam, Kanaalweg 84, 3041 JE Rotterdam, www.stadscamping-rotterdam.nl
SIGHTSEEING
Markthalle, Dominee Jan Scharpstraat 298, 3011 GZ Rotterdam; Kubushaus, Overblaak 70, 3011 MH Rotterdam; Maritiem-Museum, Leuvehaven 1, 3011 EA Rotterdam; Kunstmuseum Depot Boijmans Van Beuningen, Museumpark 24, 3015 CX Rotterdam; Wereldmuseum, Willemskade 25, 3016 DM Rotterdam
EINKEHRMÖGLICHKEITEN
Markthalle; Restaurant Gusto, Schiedamse Vest 40, 3011 BA Rotterdam, www.gusto-rotterdam.nl; Restaurant Bazar, Witte de Withstraat 16, 3012 BP Rotterdam, www.hotelbazar.nl
ACTION/AUSFLÜGE
Museumsmühlen Nederwaar bei Kinderdijk vor den Toren Rotterdams, Nederwaard 5, 2961 AS Kinderdijk
ANREISE
Auf der Autobahn 20 bis zur Autobahn 13 und über die Oost-Blijdorpbrug bis zum Kanaalweg. Dort rechts auf den Campingplatz.
TOURIST-INFO
www.rotterdam.info
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